Formel 1 der Offroader in Aktion

mercedesbenz

Formel 1 der Offroader in Aktion

www.mercedes-benz.com | November 2005

Mercedes-Benz

Unimog

Das Magazin für den multifunktionalen Einsatz.

Formel 1 der Offroader in Aktion

Zweifache Dienstleistung | Ernten wie am Fließband| Helfer in der Not

2 | 2005


Impressum

Herausgeber:

DaimlerChrysler AG,

Produktbereich Unimog/Sonderfahrzeuge

Verantwortlich für den Herausgeber:

Martin Adam,

Produktbereich Unimog/Sonderfahrzeuge

Redaktionsbeirat:

Martin Adam, Dieter Mutard, Dieter Sellnau,

Claws E. Tohsche

Mitarbeiter dieser Ausgabe:

Texte und Fotos: Dieter Mutard, Ralf Maile,

Ute Risché, Matthias Roecke,

Produktbereich Unimog/Sonderfahrzeuge

Redaktionsanschrift:

DaimlerChrysler AG,

Produktbereich Unimog/Sonderfahrzeuge,

Vertrieb Marketing, D-76742 Wörth

Gesamtherstellung:

Dieter Mutard DWM Pressebüro und Verlag,

Söflinger Straße 100, D-89077 Ulm

Die nächste Ausgabe erscheint im Frühjahr 2006.

Der Verlag haftet nicht für unverlangt eingesandte

Manuskripte und Fotos.

Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier

Printed in the Federal Republic of Germany

Landwirtschaft 4/5

Arbeitsgerechtes Spritzfahrzeug

Landwirtschaft 6/7

Ernten wie am Fließband

Lohnunternehmen 8/9

Zweifache Dienstleistung

Kommunalwirtschaft 10/11

Neuerungen, Veränderungen, Standard

Fachmesse 12

Rückblick demopark 2005

Wasserwirtschaft 13

Mit dem Latein nie am Ende

Landwirtschaft

Arbeitsgerechtes

Spritzfahrzeug

Wasserwirtschaft

Mit dem Latein

nie am Ende

Energiewirtschaft 14

Das Land unter Spannung halten

International 15-19

Helfer in der Not

Einsatzort Nordseestrand

DaimlerChrysler Worldwide 20 / 21

Istanbuls Nothelfer

Titel 22

Formel 1 der Offroader in Aktion

DaimlerChrysler Worldwide

Istanbuls Nothelfer 20/21

Inhalt

Lohnunternehmen

Zweifache

Dienstleistung

Technik 23

Runter mit den Emissionen

Uniskop 24/25

Fahr-Erlebnis mit Adrenalinschüben

Saubere Sandstrände

Unimog für Nationalpark

Inter Airport Europe 2005

Historie 26

50 Jahre Unimog S: Forever young

Unimog 2|2005 3


Arbeitsgerechtes Spritzfahrzeug

Siggen im Landkreis Oldenburg in Holstein finden nur diejenigen auf der Straßenkarte, die wissen, wo etwa es

an der Ostseeküste zwischen Lübeck und Heiligenhafen liegt. Kein Wunder, denn das kleine Gemeinwesen hat

höchstens 50 Einwohner, verfügt hingegen über einen eindrucksvollen landwirtschaftlichen Betrieb mit rund 700

Hektar bewirtschafteter Nutzfläche (davon 600 ha Eigenland) sowie 150 ha Wald und Grünfläche: Gut Siggen.

Neben der Größe des sehr gepflegten Betriebes

beeindruckt das zum Gut gehörende

Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert.

Das Geheimnis der Funktionalität des mustergültig

geführten Guts Siggen liegt mit Sicherheit

zum großen Teil in den wohl durchdachten

organisatorischen Arbeitsabläufen

und dem straff gehandhabten Einsatz von

landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten.

Wer allerdings glaubt, dass die Hälfte

der Einwohnerschaft auf dem Gutshof arbeitet,

liegt falsch, denn der stattliche Betrieb

wird einzig von dem diplomierten Agrarin-

Kiel

Schleswig-

Holstein

Hamburg

Niedersachsen

4 Unimog 2|2005

Gut

Siggen

Lübeck

Mecklenbur

Vorpommer

Brand

genieur und Gutsverwalter Thomas Walch

plus drei Mitarbeitern ganzjährig bewirtschaftet.

Zur Erntezeit kommen dann noch

Saisonkräfte hinzu. Ein derart durchrationalisiertes

Gut verlangt insbesondere in der

Bewirtschaftung der Nutzflächen eine klare

Ordnung. Dementsprechend sieht auch die

Aufteilung der Anbauflächen aus: 400 ha

Winterweizen, 200 ha Winterraps, 80 ha

Wintergerste und 20 ha Zuckerrüben.

Erfolgreiche Gemeinschaftsentwicklung

Unter den Fahrzeugen auf Gut Siggen

nimmt seit knapp zwei Jahren der Unimog

U 5000 als Träger für eine Dammann-Aufbauspritze

USPL 4024 Proficlass mit einem

Spritzfaß für 4000 l Spritzbrühe und 24 m

Arbeitsbreite in jeder Hinsicht eine Sonderstellung

ein. Thomas Walch erzählt: „Die Initialzündung

für diese Anschaffung war für

mich der erste Bericht im Unimog Magazin

über den U 5000 der neuen Baureihe 437.4.

Die Investition in eine Anhängerspritze – sie

wäre die Alternative zu unserer früheren

Hoegen-Dijkhof-Spritze mit 2000 l Fassungsvermögen

auf unserem MBtrac 1000 gewesen

– war nicht die Lösung, die mir vorschwebte.

Schließlich wollen wir ja so viel

„Für mich war die Entwicklung unseres

Spritzenaufbaus auf dem Unimog U 5000 wie

die Wiedergeburt des alten bewährten Unimog

in landwirtschaftlicher Ausführung.“

Dipl.-Ing. agr. Thomas Walch, Verwalter

Gutshof Siggen, Lkr. Oldenburg in Holstein

Spritzmittel transportieren und auf einmal

ausbringen können wie irgendwie möglich.

Der Typ U 5000 war für mich also so etwas

wie eine Wiedergeburt des alten, bewährten

Unimog in landwirtschaftlicher Ausführung.

Zusammen mit dem Spritzenhersteller Dammann

in Buxtehude, dem Unimog-Generalvertreter

Land und Bau in Rendsburg und

der Unimog-Vertragswerkstätte Schmahl in


Schleswig-Holstein

meerumschlungen:

Kein alltäglicher

Ausblick, der Unimog

beim Spritzen eines

Winterweizen-Felds, das

bis direkt an die

Ostseeküste reicht. Das

Verhältnis Gutsgröße zur

Mitarbeiterzahl setzt

eine wirtschaftliche

Arbeitseinheit voraus

Oldenburg in Holstein, entwickelten wir gemeinsam

dieses jetzt arbeitsgerechte Spritzgerät.

Es war zwar ein weiter Weg bis zur

heutigen Ideallösung, aber wir Schleswig-

Holsteiner haben gemeinsam erfolgreich

eine zuverlässige und wirklich herausragende

Arbeitseinheit entwickelt, für die der

U 5000 ein kaum zu übertreffendes Trägerfahrzeug

darstellt.“

Die Aufbauspritze besteht aus dem Tank

für die Spritzbrühe, einem Frischwassertank

und einem Basic-Terminal mit Joystick

im Fahrerhaus, zur Steuerung des gesamten

Spritzsystems. Der Ausleger selbst besteht

aus sechs Teilbreiten. Die Haupteinsatzzeit

beginnt im Frühjahr und endet im Herbst. Es

war zunächst geplant, den U 5000 mit einer

Wechselpritsche auszurüsten, um den

Unimog während der Erntezeit auch als

Transportfahrzeug einsetzen zu können.

Zwischenzeitlich haben aber die Arbeitsabläufe

auf Gut Siggen gezeigt, dass es besser

ist den Spritzaufbau ständig auf dem U 5000

zu belassen. In bisher über 600 Betriebsstunden

hat die Arbeitseinheit den Beweis

der Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit

längst klar erbracht.

Im Besitz einer Stiftung

Gut Siggen gehört der Alfred Toepfer Stiftung

F.V.S., die 1931 vom Hamburger Kaufmann

und Landwirt Alfred C. Toepfer als

„Stiftung F.V.S. zu Hamburg“ gegründet

wurde. Dabei ließ Toepfer zeitlebens die

Frage unbeantwortet, ob die Abkürzung

„F.V.S.“ auf den preußischen Reformer Frei-

Gut Siggen im Landkreis

Oldenburg in Holstein:

Ein Gutshof wie aus dem

Bilderbuch, im Hintergrund

das Herrenhaus

aus dem 17. Jahrhundert

Landwirtschaft

herr vom Stein oder den schwäbischen Dichter

Friedrich von Schiller Bezug nimmt.

Nach dem Tod Alfred Toepfers im Jahr 1993

wurde sein Name dem Stiftungsnamen hinzugefügt.

Entsprechend ihrer Satzung engagiert

sich die Stiftung heute für die Förderung

der europäischen Einigung unter

Wahrung der kulturellen Vielfalt sowie der

Verständigung zwischen den Völkern Europas.

Als gemeinnützige private Stiftung ist

sie dabei in den Belangen Völkerverständigung,

Kunst und Kultur, Wissenschaft, Naturschutz

und Jugend präsent. Weitere Aktivitäten

reichen zudem in die Bereiche Landund

Fortwirtschaft sowie Denkmalschutz

hinein. ■

Aus dieser Perspektive wird deutlich, dass die Dammann Aufbauspritze

USPL 4024 Proficlass ein praxisgerechtes und funktionales Arbeitsgerät darstellt

Die beiden MBtracs und der Unimog U 5000 sind betriebseigene Fahrzeuge, ansonsten

zeitweilig benötigte Schlepper und Spezialgeräte werden für entsprechende

Arbeitseinsätze geleast (l.)

Unimog 2|2005 5


Landwirtschaft

Ernten wie am Fließband

Der Unimog U 500 von Mählmann Gemüsebau in Cappeln im niedersächsischen

Landkreis Cloppenburg ist unter den rund 40 landwirtschaftlichen

Zugmaschinen des Unternehmens schon ein wenig der Star. Er hat

seit seiner Anschaffung vor etwa eineinhalb Jahren in jeglicher Hinsicht

vollauf überzeugt. Das will etwas heißen, denn die Logistikanforderungen

bei Mählmann sind überaus hoch.

Der Slogan des Gemüseanbauers im Oldenburger

Münsterland, wie die Region

mit den beiden Landkreisen Cloppenburg

und Vechta heißt, lautet: „Frische ist unser

tägliches Geschäft“. Da aber Gemüse eine

leicht verderbliche Ware ist, bei der von der

Ernte bis zur Vermarktung stets schnelles

und fachgerechtes Handeln erforderlich ist,

wird neben der Qualität vor allem an die Logistik

ein hohes Maß an Flexibilität und Zuverlässigkeit

gestellt. Welche immense Aufgabe

sich bei Mählmann dahinter verbirgt,

wird deutlich, wenn man sich die Größe des

Betriebes vergegenwärtigt: Auf 1000 Hektar

Ackerland werden hauptsächlich Eissalat,

Broccoli, Blumenkohl, Sellerie, Chinakohl,

Kopfsalat, Mini-Romana-Salat und Zwiebeln

6 Unimog 2|2005

angebaut. Schon die Tatsache, dass sich die

Anbauflächen in einem Radius von gut und

gern 30 Kilometern verteilen, macht deutlich,

dass zum Transport der Ernte leistungsfähige

und zuverlässige Fahrzeuge benötigt

werden. Oberste Aufgabe ist es, das

geerntete Gemüse noch am gleichen Tag

zum Erzeugermarkt und damit in die Geschäfte

zu bringen.

In der Region Oldenburger Münsterland

erwirtschaftet die Nahrungs- und Genussmittelindustrie

fast genau die Hälfte des gesamten

Industrieumsatzes. Diese Zahl verdeutlicht

die Bedeutung von Betrieben wie

Mählmann. Und Firmenchef Wolfgang Mählmann

hat demnach auch ein Unternehmen

etabliert, das zu den größten Gemüseanbau-

Mit dem Unimog werden

die mit Eissalat beladenen

Anhänger vom

Feld transportiert (o.)

Währenddessen läuft die

Erntemaschine mit den

32 Helfern, die schneiden

und verpacken,

weiter (kleines Foto)

Frischer Broccoli ist

angekommen und wird

per Gabelstapler direkt

in die Kühlhallen

gebracht (l.)

Hamburg

Cloppen- Bremen

burg

Niedersachsen

Cappeln

Nordrhein-

Westfalen

M

Vo

Sachsen

betrieben Deutschlands zählt und dessen

Leistungsfähigkeit mit Frische und Qualität

seiner Erzeugnisse überzeugt. Rund 600

Erntehelfer arbeiten in der Hauptsaison von

März bis November rund um die Uhr auf den

Feldern sowie im Verpackungs- und Etikettierbereich.

Nach der Ernte wird das Gemüse

innerhalb einer Stunde in den Vakuumkühlanlagen

des Unternehmens auf 2° Kerntemperatur

heruntergekühlt. Und spätestens

sechs Stunden nach der Ernte ist das Gemüse

auf seinem Weg zum Verbraucher. Bestellungen

des Handels, die bis 18 Uhr in

Cappeln eintreffen, werden pünktlich zum

Geschäftsbeginn am nächsten Morgen ausgeliefert.

Seit April 2004 ist der Betrieb nach

den Richtlinien von QS und EUREP-GAP zertifiziert.

Somit ist eine lückenlose Rückverfolgbarkeit

der Ware von der Ladentheke bis

zum Acker gewährleistet.

In diesem prima funktionierenden Betrieb

konnte in 2004 erstmals die für diese

Region zuständige Unimog-Generalvertretung

Schelling Nutzfahrzeuge GmbH, in

Wardenburg bei Oldenburg ansässig, einen


Unimog U 500 in Dienst stellen. Das Fahrzeug

fährt ausschließlich mit Kofferanhängern

vom Zentralbetrieb auf die Felder oder

von den Feldern zu den Kühlhäusern auf

dem Firmengelände in Cappeln und hat

heute schon nahezu 3.000 Betriebsstunden,

was einer Laufleistung von knapp 50.000 Kilometern

entspricht. 20 Paletten mit bis zu

18 t werden vom U 500 transportiert – und

dies „rund um die Uhr“. Reinhold Hermes,

Fuhrpark- und Werkstattleiter bei Mähl-

Anzeige

„Der Unimog hat uns

bislang voll und ganz

überzeugt. Unsere

Logistiker müssen

sich auf die Transportfahrzeuge

bedingungslos

verlassen können.“

Reinhold Hermes,

Fuhrpark- und

Werkstattleiter bei

Mählmann

mann, möchte den U 500 nicht mehr missen.

„Ein wesentlicher Vorteil des Unimog ist

seine Geländegängigkeit, die wir bei keinem

sonstigen serienmäßigen Transportfahrzeug

finden. Unsere Erfahrungen hinsichtlich seiner

Verfügbarkeit sind ebenfalls sehr gut

und gerade die Fahrer sind mit dem Unimog

sehr zufrieden. Der Hängerbetrieb verläuft

absolut problemlos, obwohl wir ja unterschiedliche

Varianten vom herkömmlichen

2-Achser bis zum Tieflader fahren.“ Bei

Mählmann, so erzählt Hermes weiter, befinden

sich rund 40 landwirtschaftliche Zugmaschinen

im Einsatz. Der Fuhrparkchef betont

ausdrücklich: „Wir haben einen guten

Überblick, was die Angebotspalette der Hersteller

auf diesem Gebiet bereithält. Und in

diesem direkten Vergleich spricht vieles für

den Unimog“, betont er und unterstreicht:

„Wenn unsere Fachleute im Logistikbereich

nicht eine so gute Meinung vom Unimog hätten,

wäre er sicher nach kurzer Zeit wieder

ausgetauscht worden.“ Darüber braucht sich

die UGV Schelling keine Gedanken zu machen,

denn das Gegenteil ist hier der Fall. ■

Von der Erntemaschine rollt das bereits verpackte

Gemüse direkt auf den Transportanhänger (o.).

Broccoli, Broccoli, Broccoli . . . geballte Ladung der

frischen Ernte

Unimog 2|2005 7


Zweifache Dienstleistung

Die Soester Börde – zwischen dem Sauerland und Münsterland (Nordrhein-

Westfalen) gelegen – gehört zu den fruchtbarsten Regionen Deutschlands.

Die Landschaft mit viel Grün in Stadt und Land bietet deshalb eine Menge

Arbeit für Lohnunternehmen. Einen dieser Dienstleister, die Agrar- und

Kommunalservice Reinold GmbH aus Soest-Ampen, stellen wir Ihnen vor.

Entsprechend der Arbeitsteilung ist der

Fuhrpark ausgestattet. Nicht weniger als

sechs Unimog (darunter ein Oldtimer) mit

elf Anbaugeräten füllen eine Halle. Zuckerrüben,

Mais, Gerste, Raps und Weizen bestimmen

den Jahreskalender des Agrardienstleisters

Reinold – und „abseits davon“

beschäftigt die Grünflächen-Pflege, vorrangig

an Wegen und Gräben, den kommunalen

Dienstleister. Der Jahreskalender bringt es

mit sich, dass sich die beiden Arbeitsfelder

gut miteinander vertragen, denn die Gesetzmäßigkeiten

der Natur trennen die Aufgabengebiete

voneinander.

Dennoch sind natürlich auch viele Dinge

auf dem Hof gleichzeitig zu regeln, wie beispielsweise

die Einteilung der sieben festen

Mitarbeiter und von bis zu sechs Aushilfskräften

im Bedarfsfall. Der tägliche Ablauf

im Agrar- und Kommunalservice verlangt

schnelle Entscheidungen und einen klaren

Blick für die Lage.

Wenn Gerd Reinold ans Erzählen kommt,

wird er richtig gemütlich. Und zu erzählen

hat er viel aus 43 Jahren Berufspraxis. Zum

Beispiel vom Unimog U 25, den er fahren

8 Unimog 2|2005

durfte, als er vor bereits 43 Jahren als 15jähriger

aktiv im Betrieb des Vaters und

Großvaters mitarbeitete. Über die guten Böden

der Soester Börde weiß er alles. Über zugewachsene

Gräben und schwer zu mähende

Böschungen entlang der Straßen oder auf

den Feldern ebenfalls. Ein moderner Dienstleister

als Familienbetrieb: Die vierte Generation

ist bereits vertreten. Tochter Christina

(23) hat das Kfz-Handwerk für Nutzfahrzeuge

gelernt und macht sich derzeit fit im

kaufmännischen Denken und Handeln. Ihr

Urgroßvater Franz Reinold gründete im

Jahre 1911 das Familienunternehmen. Eine

Münster Nordrhein-

Westfalen

Soester Börde

Dortmund

Hessen

Grabenarbeiten im

Duett: U 400 mit

Randstreifenmäher

RSM 13 von Dücker und

Heckmäher MHU 800

von Mulag (vorn)

Vom U 400 sind Gerd

Reinold und Tochter

Christina überzeugt. Den

Komfort in Kabine und

Bedienung haben die

Mitarbeiter schnell zu

schätzen gelernt. Ein

weiterer Vorteil: „Im

Vergleich zum Vorgänger

steht der U 400 fester

beim seitlichen Geräteeinsatz“,

so ihre Beurteilung.

gebrauchte Dreschmaschine bildete damals

die erste Investition. 1945 startete Gerd Reinolds

Vater Eberhard den Neubeginn und

der Betrieb wuchs zu einem ansehnlichen

landwirtschaftlichen Lohnunternehmen

heran. Von 1975 an entwickelte sich das

zweite Standbein, die kommunalen Lohnaufträge.

Unter Gerd Reinhold schließlich wurde

das Unternehmen an den heutigen Standort

Soest-Ampen verlagert und ausgebaut.

Das Arbeitsleben zwischen Unimog und

Mähdrescher sorgt für Abwechslung. Zwar

erfordern die Grünflächenarbeiten für Kommunen

und Ämter in der Wasserwirtschaft

und der Straßenunterhaltung keine Akkordarbeit

wie der Ernteeinsatz, aber auch hier

sind hohe Ansprüche der Auftraggeber zu

erfüllen. So heißt es vom 15. September an

eines jeden Jahres, alle Gräben auszumähen.

Wer diese Landschaft kennt, weiß um Anzahl

und Länge der Gräben entlang der Straßen

und Wege und zwischen den Feldern.

Zugewachsene Gräben erfüllen ihren

Zweck nicht mehr, ganz im Gegenteil, sie

können zu gefährlichen lokalen Überschwemmungen

führen. Schweres Gerät ist


hier gefragt. Die bekannten Auslegermähgeräte

von Mulag und Dücker erfahren dabei

härteste Beanspruchung. Für manche Arbeiten

muss ein noch größeres Kaliber ran,

nämlich die Bankettfräse. Dann bildet Reinold

einen regelrechten Arbeitszug: Vorn

der Unimog, dahinter ein großer Tandem-

Anhänger mit Kippmulde und als dritter im

Bunde die Bankettfräse von Dücker. Im minimalen

Tempo kriecht das Trio die Straße

entlang, bis der Anhänger gefüllt ist und das

abgefräste Grün weggefahren wird. Die

Bankettfräse hinterlässt nicht nur eine gefräste,

sondern zusätzlich auch eine gesäuberte

Fläche. Schwer zugängliche Stellen

z. B. unter Leitplanken übernimmt eine seitlich

angebrachte Anbaufräse.

Hier kommt Gerd Reinold auf den aktuellen

Unimog U 400 zu sprechen: „Der Hydrostat

ist das Wichtigste. Seit der Unimog damit

ausgerüstet wird, gehen die Arbeiten

buchstäblich leichter voran. Die geforderte,

kaum messbare Mindestgeschwindigkeit ist

– speziell beim Fräsen – mühelos einzuhalten.

Der Hydrostat macht den Einsatz an

leicht zu mähenden Flächen schneller und

erlaubt ein unkompliziertes, gleichmäßiges

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Fräsen und Verladen in langsamer Fahrt: Der U 400 zieht Anhänger und Dücker-Fräse

Heranfahren an die Bäume. An Wegstrecken

mit vielen Bäumen lassen sich so 20 % Zeit

einsparen. Weniger Verschleiß im Fahrzeug

und mehr Komfort für den Fahrer kommen

hinzu.“ Für Gerd Reinold hat sich, nach eigenem

Bekunden, der Aufpreis für den

hydrostatischen Fahrantrieb allemal bezahlt

gemacht. Dass der Fahrer bei diesen Arbeiten

auch die Wechsellenkung VarioPilot ®

Lohnunternehmen

nutzt und das Fahrzeug von der rechten

Seite aus steuert, ist ein weiteres Plus der

Geräteträger-Baureihe. Die Rechtslenkung

wird dringend gebraucht, um die kniffligen

Mäh- und Säuberungsarbeiten in den Gräben

und an den Böschungen zu überwachen.

Deshalb hatten schon die beiden Vorgänger

des Typs U 1400 Rechtslenkung – damals

noch als Sonderausführung installiert. ■

Unimog 2|2005 9


Neuerungen,

Veränderungen,

Standard

Die TSI (Thüringer Straßenwartungsund

Instandhaltungsgesellschaft

mbH) hat sich seit ihrer Gründung im

November 1996 von einer Gesellschaft

des Freistaates Thüringen zum

privatwirtschaftlichen Mittelstandsunternehmen

gewandelt. Jetzt verändert

sich der Wirkungskreis und

die damit verbundenen Aufgabenstellungen.

Eines aber bleibt bei der

TSI Standard: Das Dienstleistungsunternehmen

in Apfelstädt bei Erfurt,

seit acht Jahren Partner des Geschäftsbereichs

Mercedes-Benz Lkw der

DaimlerChrysler AG, setzt weiterhin

voll und ganz auf Unimog sowie Axor

und Atego Lkw.

10 Unimog 2|2005

Der Einstieg von drei privatwirtschaftlichen

Gesellschaftern zum 1. Januar

2002 bedeutete die vollständige Privatisierung

der TSI, die bis zu diesem Zeitpunkt

eine 100-prozentige Landesgesellschaft gewesen

ist. Die jetzigen Eigentümer sind die

Bickhardt Bau Thüringen GmbH & Co. Bauunternehmung

KG in Schwabhausen bei Gotha,

die Poßögl & Partner Straßen- und Tiefbau

GmbH aus Hermsdorf im Saale-Orla-

Kreis und schließlich ist der dritte Gesellschafter

der international ausgerichtete Baukonzern

STRABAG Straßen- und Tiefbau AG,

Köln. Mit dem Einstieg dieser Firmen hat die

privatwirtschaftliche Idee einen beachtlichen

Anschub bekommen.

Die Aufträge aus Bund und Ländern für

Arbeiten im Straßenbetriebsdienst nehmen

jetzt mit den größeren Leistungsmöglichkeiten,

die nicht zuletzt die gesellschaftsrechtliche

Situation mit sich bringt, eindeutig zu.

In einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Gesellschafter

STRABAG bewirbt sich die TSI

jetzt sogar erstmals um einen Auftrag im europäischen

Nachbarland Österreich. Die

Liste der neuen Projekte kann sich sehen

lassen und umfasst unter anderem:

■ Die betriebliche Straßenunterhaltung der

Straßenmeisterei Herzberg (Niedersachsen),

das zum Straßenbauamt Goslar gehört. Die

erzielten Ergebnisse im Rahmen dieses Pilotprojekts

werden mit zur anstehenden Entscheidung

der niedersächsischen Landesregierung

herangezogen, die über eine

Privatisierung des Straßenbetriebsdienstes

nachdenkt.

■ Erwerb der „Service Gesellschaft Wartburgkreis“,

der ehemaligen Kreisstraßenmeisterei,

deren Aufgaben die TSI übernommen

hat.

■ Nach erfolgreicher Präqualifikation bei

der Ausschreibung für ein PPP-Projekt

(Private Public Partnership = privat finanzierte

Straßenbauprojekte) für die neue A 8

München – Augsburg, aktuell Angebotsabgabe

im Rahmen eines Firmenkonsortiums.

■ Zusammen mit der STRABAG AG Wien

erfolgreiche Teilnahme an der Präqualifikation

zur Ausschreibung eines PPP-Projekts

in Österreich für die A 5 Wien – Ungarn.

■ Teilnahme an der Präqualifikation für

das PPP-Projekt A 4 Umfahrung Hörselberge

bei Eisenach.

■ Angebot für die Übernahme des Straßenbetriebsdienstes

im Saale-Orla-Kreis.

Die Zukunftsperspektiven bestimmen

zwar die Neuausrichtung der TSI, dennoch

prägt das Tagesgeschäft die Arbeitsabläufe,

wo immer die TSI aktiv ist. Die Leitung

des Unternehmens verantworten heute

Dipl.-Ing. Frank Höhne und der Kaufmann

Dipl.-Oec. Wolfram Michel. Höhne, der vom

1. April 2003 bis zum 30. Juni 2005 bereits

Die TSI ist in ganz Thüringen tätig und hat alles in

allem 23 Standorte. Diese verteilen sich auf die

Regionalleitungen in Eisenach, Apfelstädt, Heiligenstadt

und Gera mit insgesamt 19 Straßenmeistereien.


Mähen (großes Foto links), Reinigen und der Winterdienst

sind die Hauptaufgaben des kommunalen

Dienstleisters TSI

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Technischer Leiter der TSI gewesen ist, übernahm

seine neue Aufgabe am 1. Juli diesen

Jahres vom früheren Geschäftsführer Ludwig

Winter, der die TSI in verdienstvoller

Weise aufgebaut hat. Die Tätigkeiten des

Dienstleisters TSI unterteilen sich auf folgende

Gewerke: Winterdienst, bauliche

Unterhaltung und Instandsetzung, verkehrstechnische

Dienste/Straßenausstattung,

Grasmahd, Baum- und Gehölzpflege, Reinigung,

periodische Wartungsarbeiten und

Verkehrssicherung. Dazu kommt noch der

Bereitschaftsdienst, der täglich rund um die

Uhr verfügbar ist. Spezielle Aufgaben wie

Fahrbahnmarkierung oder Brückeninspektionen

werden an qualifizierte Subunternehmer

vergeben, wobei die TSI federführend

die Koordination aller Arbeiten übernimmt.

Im TSI-Fuhrpark bilden über 60 Actros

und Atego zusammen mit 35 Unimog U 500

das leistungsfähige Rückgrat. Frank Höhne

über die Unimog der TSI: „In unserem spezialisierten

Fuhrpark für den Straßenbetriebsdienst

sind unsere U 500 sowohl im Sommer

Kommunalwirtschaft

„Wenn ich im

privatwirtschaftlichen

Sinne von den Mitarbeitern

Leistung

fordere, benötigen

diese auch leistungsfähige

Arbeitsmittel

wie Unimog und die

entsprechenden

Gerätesysteme.“

Frank Höhne,

TSI-Geschäftsführer

HOCH- UND NIEDERDRUCKTECHNIK

FÜR DIE NEUEN UNIMOG-BAUREIHEN

U 300 / U 400 / U 500

Unser Unimog-Lieferprogramm:

✻ Universal-Hochdruckreinigungsgeräte

für den Front- und Heckanbau

✻ Hochdruckflächenreinigungsgeräte

auch in Kombination mit

Frontanbaukehrmaschinen

✻ Hochdruckkanalspülgeräte zum

Aufbau auf den Pritschenrahmen

✻ Kombinierte Saug- und Spülbehälter

bis 7.000 l Gesamtvolumen

✻ Kommunale Schlammsaugewagen

bis 8.000 l Gesamtvolumen

✻ Wasserbehälter bis 7.000 l ✻

Sonderaufbauten nach Wunsch

(z.B. Niederdruckgeräte, Gießarme,

Heißwassergeräte)

als auch im Winterdienst die absoluten Leistungsträger.“

Im Jahr 2004 wurden Investitionen

in Fahrzeuge und Geräte im zweistelligen

Millionenbereich vorgenommen.

Schwerpunkt waren hierbei die Unimog

U 500 mit Schneepflügen und Streuautomaten

für den Winterdienst sowie Front- und

Heckauslegermähgeräten für die Grasmahd

im Ein-Mann-Betrieb. Daneben wurden erstmals

18 Atego plus Winterdiensttechnik angeschafft.


Joachim Leistikow GmbH

Altkönigstraße 2

D-61138 Niederdorfelden

Tel. (0) 6101 / 5364-0

Fax. (0) 6101 / 33461

Internet: http://www.leistikow-gmbh.de

E-Mail: Vertrieb@leistikow-gmbh.de

Unimog 2|2005 11


Fachmesse

„Entdeckungen auf

den zweiten Blick“

Den Verantwortlichen des Produktbereichs Unimog/Sonderfahrzeuge kam

die demopark 2005 in Eisenach gerade recht: Alles war gegeben, die Fläche

zum Ausstellen, das Gras zum Mähen, der Boden zum Bohren und nicht zuletzt

das Astwerk zum Schneiden und Schreddern.

Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildeten

die Geräteträger und Traktoren unterschiedlicher

Leistungskategorien, die 47 unter

den insgesamt 370 Ausstellern aus 15

Ländern zeigten. Viele weitere zählten zu

den Anbietern von An- und Aufbaugeräten,

gerade auch für den Unimog U 300 – U 500,

darunter die Firmen Schmidt Winterdienst

und Kommunaltechnik und Mulag Fahrzeugwerk.

25.746 Besucher an den drei Messetagen

nahmen das Angebot dankend an.

Dabei standen für den Unimog und seine

Anwendungen stolze 4000 m2 zur Verfügung.

Ganz praxisorientiert – am Messemotto

„Natur trifft Technik“ ausgerichtet –

Vorführung eines Mulchgeräts von Dücker am U 400

12 Unimog 2|2005

dienten 3000 m 2 davon der aktiven Vorführung,

daneben schlossen sich Ausstellungsflächen

und ein geräumiges Zelt zur Gästebetreuung

an.

Die Hauptinformation gab es aber nicht

im Zelt, sondern auf der Aktionsfläche. Die

Mitarbeiter des Produktbereichs Unimog/

Sonderfahrzeuge zeigten sich als Technik-

Spezialisten und Praktiker in Personalunion

und führten die zahlreichen Besucher zu

mehreren besonders ausgerüsteten Unimog.

Aufgebaut waren links und rechts der „Besuchergasse”

mehrere Prozessketten, demonstriert

an einem Trägerfahrzeug: Gehölzpflege,

Grün- und Erdarbeiten sowie

Drei Unimog am Empfang: Mercedes-Benz Stand auf

der demopark in Eisenach

Winterdienst/Grünflächenpflege in der

Übergangszeit. Zielsetzung des Messeauftritts:

Den Mehrfachnutzen und die Gesamtwirtschaftlichkeit

der Unimog-Geräteträger

U 300, U 400 und U 500 „herauszuarbeiten“.

Bei der aktiven Demonstration gab es

manches zu entdecken, mitunter auch erst

„auf den zweiten Blick“ … gerade aber das

macht die demopark so interessant für die

Fachbesucher. So waren an Ort und Stelle

neue Erkenntnisse zu gewinnen: das Versetzen

der Lenk- und Pedaleinheit beim Vario-

Pilot dauert nicht mehr als zwei Erklärungen

dazu seitens des Vorführers. Außerdem

ist es selbst für Praktiker noch interessant,

das Schnittbild beim Mähen exakt unter die

Lupe zu nehmen. Vor allem der Randstreifenmäher

in der Mulag-Kombination beeindruckte

durch die Leichtigkeit, mit der er die

provisorisch eingebrachten „Leitpfosten”

umkurvte.

Sieben weitere Unimog zeigten abseits der

Aktionsfläche weitere Lösungen für die kommunalen

Anwender auf. Hier ergab sich die

Möglichkeit, Raumgefühl und Ergonomie

des Fahrerhauses zu erfahren und die Bedienelemente

für die Geräte als „Trockenübung”

zu erproben. Und einen Blick in die

nahe Zukunft zu werfen: In einem separaten

Zelt konnte ein ISOBUS-Demonstrationsmodell

begutachtet werden, das Gegenstand angeregter

Fachgespräche war. Die Entwicklungsarbeiten

sind fast abgeschlossen, die

zentrale Gerätesteuerung am Unimog über

ein Terminal ist ab dem zweiten Quartal

2006 erhältlich. ■

Mit sicherem Griff nimmt der Holzgreifer von Dücker den Ast auf


Auch das gehört zu den

Aufgaben der Flussmeisterei:

Am Ufer der

Regen bei Roding muss

eine Ufereinfahrt für

Bootstrailer gebaut

werden. Der U 400 mit

Ematec-Aufbaubagger ist

dafür die passende

Arbeitseinheit

Mit dem Latein nie am Ende

Die Arbeiten von Johann Nißl, Leiter der Flussmeisterei Roding an der

Regen im Landkreis Cham (Oberpfalz) und seines 14-köpfigen Teams

sind praxisnah und handwerklich. Eine ihrer Hauptaufgaben und das

dafür gebräuchliche Wort „Verklausungen“ zeigen, dass diese Arbeiten

Menschen, die am Fluss leben, schon immer gefordert haben.

Das lateinische Wort „clausura“ steht für

„Verschluss“, „Einsperrung“. Das in der

ein „Mordsdrum“ von einem Baum – wie

man in Bayern sagt – der beim August-Un-

Wasserwirtschaft auch heute noch gewetter in die Regen gestürzt war, zu beseitibräuchliche

Fachwort „Verklausung“ begen. Denn etwa einen Kilometer flussabzeichnet

deshalb einen Zustand, den die Verwärts spannt sich eine Brücke über den

antwortlichen besonders bei Hochwasser Fluss, wo eine Verklausung drohen könnte.

fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Beim Arbeitseinsatz zeigt sich, was mit ei-

Was Verklausungen anrichten können, hat nem Unimog mit Ematec-Aufbaubagger

die Hochwasserkatastrophe im August die- M 215 und einem weiteren Unimog U 400

ses Jahres in der Schweiz, Österreich und mit Palfinger Kran PK 12502 Performance,

Deutschland gezeigt. Angeschwemmtes Holz Front- bzw. Rahmen-Seilwinde von Werner

drückte mit den Wassermassen gegen Brü- alles bewegt werden kann. In etwa 40 Minuckenfundamente

und nur durch Glück und ten war die Aktion (Bilder 1 - 3), einschließ-

massive Anstrengungen der Rettungskräfte lich Einholung von der anderen Uferseite

konnte mancherorts Schlimmeres verhin- vollzogen und der gut und gern 10 m lange

dert werden.

Riese lag zersägt und zum Abtransport be-

Johann Nißl und vier seiner Mitarbeiter reit am Ufer.

packen ein solches Übel an einem sommer- Die Flussmeisterei Roding ist eine Außenlichen

Tag Anfang September an der Wurzel. stelle des Wasserwirtschaftsamts Regens-

Mit zwei Unimog U 400 rücken sie aus, um burg, das insgesamt sechs Unimog auf drei

Flussmeistereien verteilt im Einsatz hat.

Roding ist für 235 km Gewässer, davon

„Unsere Unimog 70 km des Donauzuflusses Regen, zustän-

haben für uns mit

dieser Geräteausstattung

den

dig. Betreut werden Dämme, Wehre, Schutzmauern

in Ortsbereichen und zwei Hoch-

Vorteil, dass sie Lkw, wasser-Rückhaltebecken. Die Männer der

Bagger, Kran und

Geländefahrzeug in

einem sind.“

Flussmeisterei sind für Reparaturen an

Ufer- und Wehranlagen zuständig und transportieren

mit ihren Unimog auch allerlei

Johann Nißl, Unrat aus dem Fluss ab. Trotz viel-

Leiter der

Flußmeisterei Roding

fältigster Aufgaben und Anforderungen:

Mit ihrem Latein sind Johann Nißl und seine

Mannen bei ihrer Arbeit nie am Ende. ■

nlandz

ard




Hessen

Baden-

Württemberg

Wasserwirtschaft

Bayern

Nürnberg

München

Regensburg

Roding

Mit dem Boot geht’s ans andere Ufer der Regen (1).

Dort wird der umgestürzte Baum abgesägt und

geborgen, mit der Seilwinde über den Fluss gezogen

und mit dem Palfinger Kran geborgen (2). Die

Kettensäge wartet schon: Der gestürzte Riese wird an

Ort und Stelle in handliche Stücke zersägt

Unimog 2|2005 13


Energiewirtschaft

Das Land unter

Spannung halten

Andreas Bornhoeft und Axel Pascheberg, Mitarbeiter

der E.ON Hanse in Rendsburg, sind täglich damit beschäftigt,

eine störungsfreie Energieversorgung sicherzustellen.

Ihr Helfer: der Mercedes-Benz Unimog mit

Kran und Reifendruckregelanlage tirecontrol ® .

Mit mehr als 1,2 Millionen Strom- und

Gas-Kunden gehört E.ON Hanse zu

den größten regionalen Energiedienstleistern

in Deutschland. Tag für Tag, rund um

die Uhr sorgen 2.900 Mitarbeiter in Schleswig-Holstein

für pausenlose Energie zwischen

Föhr und Hamburg. 69.500 Kilometer

Strom- und Gasleitungen sind durch fünf

technische Regional- und 20 lokale Netzcenter

miteinander verknüpft. Da darf es keine

Minute Unterbrechung geben. Damit insbesondere

der Strom störungsfrei fließt und

sowohl Industrie als auch Privathaushalte

per Schalterklick ihre gewünschte Energie

beziehen können, sind Andreas Bornhoeft

und Axel Pascheberg ständig gefordert.

Ihr Einsatz: Kontrolle und Wartung der

Mittelspannungs-Freileitungen von 20 bis

380.000 KV landauf, landab. Mit drei Unimog

rücken die E.ON-Kolonnen am Standort

Rendsburg fast täglich aus, um das Land unter

Spannung zu halten. Meistens eine Routinearbeit

– trotz teilweise schwindelerregender

Höhen. Die E.ON-Hanse-Mitarbeiter

fahren mit ihrem Arbeitskorb bis zu 16 m in

die Höhe, um Spannungseinheiten zu kontrollieren

und gegebenenfalls auszutau-

14 Unimog 2|2005

schen. Der Unimog garantiert dabei sicheres

Durchkommen über Stock und Stein. Durch

die Reifendruckregelanlage tirecontrol ®

kann der Reifendruck bereits während der

Fahrt auf die jeweiligen Bodenverhältnisse

angepasst werden. Denn im Falle einer Störung

muss es natürlich besonders zügig gehen.

Die Männer kennen die Anforderung.

„Schnell raus. Da sind Beton-Traversen abgebrochen.“

Die Folge: Stromausfall. Jetzt

zählt jede Minute. Mit 80 Stundenkilometern

eilt der Hilfstrupp zu den Störungsstellen.

Axel Pascheberg bringt den Unimog

U 400 in Position. Jetzt spielt der Geräteträ-

„Wir sind bei Wind

und Wetter im

Einsatz. Der U 400

mit seiner

Reifendruckregelanlage

tirecontrol ®

garantiert uns auch

auf schwierigen

Böden stets sicheres

Durchkommen.“

Axel Pascheberg,

Koordinator E.ON

Hanse

ger seine Stärken voll aus: Der Reifendruck

wird abgelassen, die Stollen verzahnen sich

mit dem Boden. Die Aufstandsfläche und damit

die Vortriebskraft werden verdoppelt –

gleichzeitig werden durch den angepassten

Luftdruck Grasnarben oder landwirtschaftlich

genutzte Flächen kaum in Mitleidenschaft

gezogen. Das bedeutet weniger Flurschäden

und in der Konsequenz weniger

Entschädigungszahlungen an Grundstücksbesitzer.

Ist der Unimog gesichert, können

mit der Seilwinde Masten und abgebrochene

Teile zügig weggezogen werden. Dann wird

der Kran in Position gebracht – ab in die

Höhe zum eigentlichen Arbeitsplatz, zur

Wartung oder Reparatur.

Durch Reifendruckregelanlage, die sofort

einsatzbereiten Zusatzgeräte und seine

leichte Bedienung hat der Unimog für das

norddeutsche Energieversorgungsunternehmen

unschlagbare Vorteile gegenüber einem

Lkw. „Auf den Unimog”, bestätigen die

Hochleistungskräfte Pascheberg und Bornhoeft,

„auf den können und wollen wir nicht

verzichten“. ■


Helfer in der Not

Nach Naturkatastrophen – wie die schrecklich zerstörerischen Überschwemmungen

in der Alpenregion Deutschlands, in Österreich und

der Schweiz Ende August dieses Jahres einzustufen sind – bewähren sich

Unimog mit ihren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten immer wieder

als „Nutz“-Fahrzeug im besten Sinne des Wortes.

Ja mehr noch – bedingt durch ihr einzigartiges

Fahrwerkskonzept waren sie unersetzlich.

Diese Meinung vertreten unisono

alle Anwender, die den Schrecken ungezügelter

Naturgewalten erlebt haben, Notein-

sätze organisieren und oftmals erste Hilfe an

den Ort des Geschehens bringen mussten

und aktuell mit den Unimog aktiv an vielen

Wiederaufbaumaßnahmen beteiligt sind.

Bei den enormen Wassermassen in Mittersill

(Salzburger Land) war die Watfähigkeit des

Unimog gefragt.

Auch die Mitarbeiter des Straßeninspektorats

Oberland West (Kanton Bern, Schweiz) haben mit

der Schadensbehebung nach den Unwettern alle

Hände voll zu tun (kleine Fotos rechts)

International


Mit Schneepflügen gegen Schuttmassen

Die beiden Straßenmeister Andreas Hutzli

und Robert Schläppi vom Straßeninspektorat

Oberland West, deren Einsatzgebiet unter

anderem auch das landschaftlich wunderschöne

Simmental im Berner Oberland

darstellt, haben in ihren zusammen über 30

Dienstjahren nie zuvor eine Katastrophe diesen

Ausmaßes erlebt. Die Straße vom

Thuner See durchs Simmental führt zu den

bekannten Wintersportorten und Wandergebieten

von Gstaad und Lenk. „Am Montagmorgen,

22. August, ging es so richtig los“,

erzählen die beiden und berichten, dass bald

nach Arbeitsbeginn von vielen Stellen der

Straßenverbindung und den Seitentälern

zahlreiche Muren und Erdrutsche gemeldet

wurden. „Wir hatten alle Hände voll zu tun,

dass wir mit unserem Einsatzfahrzeug – einem

Unimog U 400 mit Allradlenkung –

möglichst zügig die Absperrungen aufbauen

konnten, denn ansonsten wäre der Verkehr

dieser normalerweise stark befahrenen

Straße buchstäblich ins Verderben gerollt.

Als diese Absperrungen glücklich standen,

waren wir wiederum froh den Unimog zu haben,

denn dann ging es mit dem Schneepflug

gegen die schweren, nassen Schuttmassen.

„Unsere Unimog sind ja schon

immer zuverlässig gewesen und mit Allrad

und Sperrdifferential ideal im Winterdienst,

aber in dieser Katastrophensituation und

auch den folgenden Wiederaufbauarbeiten

überzeugen sie uns immer aufs Neue“,

unterstreicht Andreas Hutzli.

Es scheint wieder die Sonne im Berner

16 Unimog 2|2005

Oberland und wir erleben an einem der

schönen Sommertage Anfang September,

wie ein U 400 mit Palfinger-Kran PK 6001

aktiv beim Wiederaufbau der Straßenverbindung

beteiligt ist. Wir treffen Hutzli und

Schläppi, wie sie an einem steilen Berghang

die vom Erdrutsch mitgerissenen Leitplanken

wegräumen. Bäume, Sträucher, ja sogar

Telefon- und Strommasten waren in Mitleidenschaft

gezogen, lagen im Schutt und jetzt

muss das Gröbste rasch behoben werden,

damit die Bergbauern noch einmal Heu machen

können. Denn im nächsten Winter wird

Vom Unwetter gekennzeichnet:

Das Kandertal.

Straßen brachen weg

und der reißende Bach

brachte noch Tage

danach Geröll und

Schwemmholz mit ins

Tal

das Futter in dieser Region wohl knapp, da

durch die Wassermassen große Schäden in

der Landwirtschaft zu verzeichnen sind.

Über 200 m 3 Wasser pro Sekunde

Die Kander ist ein kleiner Gebirgsfluss,

dessen Quellgebiet weit oben in den ewigen

Eisregionen der Blümlisalp (3.657 m) liegt.

Auch ihr Zufluss, die Chiene, kommt aus

dieser Gegend, vom Tschingelsee in rund

2.800 m Höhe. Die beiden normalerweise

sehr beschaulichen Gewässer fließen vereint

in den Thuner See und bringen dabei nor-

Eine mächtige Mure verschüttete die Hauptstraße Nr. 11 von Spiez nach Zweisimmen, Gstaad und Lenk. Andreas Hutzli und Robert Schläppi vom Straßeninspektorat

Oberland West mussten nach Beseitigung der schlammigen Erdmassen mit dem Schneepflug auch die demolierten Leitplanken bergen (l.)


malerweise etwa 40 Kubikmeter Wasser pro

Sekunde mit sich. Im Inferno des August-

Hochwassers hat das allerdings spürbar anders

ausgesehen. Martin Fuhrer, in der Ortschaft

Mülenen Werkhofwart des ebenfalls

zum Straßeninspektorat Oberland West gehörenden

Stützpunkts, berichtet, dass am

Vormittag des 22. August sogar der Werkhof

und seine insgesamt sechs Unimog evakuiert

werden mussten, weil die Kander zum

reissenden Strom geworden war, bei dem

mehr als 200 Kubikmeter eiskaltes, graues

Wasser – mit Steinen und Schlamm durchsetzt

– pro Sekunde in die Flussniederung

am Thuner See befördert und ganze Ortschaften

mit gerissen wurden.

Straßen waren plötzlich weggespült, aufgerissene

Erdkrater und ein Meer von geknickten

Bäumen, Gestrüpp und Dreck

zeichneten das Landschaftsbild. Und dies in

einer sonst so schönen Gegend, die jährlich

von tausenden Touristen aus ganz Europa

angesteuert wird, wenn diese ihr Automobil

in Kandersteg auf den Zug nach Brig verladen,

um dann vom Walliser Rhônetal aus in

den Süden weiterzureisen. „Unsere Unimog

U 400 haben sich einfach großartig bewährt“,

sagt Martin Fuhrer. Fortführend erzählt

er: „Auch in extremen Situationen mit

vielfältigen Anforderungen waren sie 100prozentig

zuverlässige Helfer. Die neue

Geräteträger-Baureihe hat bei uns bis jetzt

ein ums andere Mal überzeugt. Ein wesentlicher

Aspekt ist für uns dabei, dass wir keinerlei

Probleme mit der Adaption unserer

vorhandenen Geräte haben“.

Die Aufräumarbeiten in Vorarlberg werden

voraussichtlich erst im November abgeschlossen sein

Durchs „Venedig des Pinzgaues“ gewatet

Mittersill an der Salzach ist der Hauptort

des österreichischen Oberpinzgaues im Salzburger

Land. Mit der Eröffnung der Felbertauernstraße

im Jahre 1968 wurde Mittersill

eines der bekanntesten „Tore zum Süden“.

Der Ort leidet bereits seit Jahrhunderten unter

unzähligen Überschwemmungen. Die

Salzach als längster Nebenfluss des Inn erhält

in Mittersill den Zufluss vom Felberbach

und kurz zuvor vom Hollersbach – für

große Wassermengen bei lang anhaltendem

Regen ist also stets gesorgt.

So war es auch während der Unwetter im

August. Viele österreichische Regionen (Vorarlberg,

Tirol und das Salzburger Land) waren

von den Überschwemmungen stark betroffen

und die verursachten Schäden

erreichten Milliardenhöhe. Dr. Wolfgang

Viertler, Bürgermeister von Mittersill: „Auf

International

dem Höhepunkt der Ereignisse musste das

Bezirkskrankenhaus evakuiert werden. Wir

waren in diesen Tagen über unseren Unimog

U 400 sehr froh. Wir bewältigten damit Infrastrukturarbeiten,

den Transport von

Sandsäcken oder die Versorgung abgeschnittener

Ortsteile. Mit diesem Fahrzeug konnten

wir im besten Sinne des Wortes regelrecht

durch das »Venedig des Pinzgaues« -

wie unsere Gemeinde der häufigen Überschwemmungen

wegen im Volksmund genannt

wird – waten. Wir haben den U 400

zwar angeschafft, weil wir seine unschätzbaren

Vorteile im Sommer- und Winterdienst

schätzen und die vielen Möglichkeiten in

punkto Gerätebetrieb nutzen, jetzt aber hat

er auch im Hochwasser eine Art Feuertaufe

bestanden.“

Auch das „Ländle“ wie die Vorarlberger,

ganz im Westen Österreichs, ihre Heimat liebevoll

nennen, wurde von den Überschwemmungen

heimgesucht. Helmut Feurstein von

der Straßenmeisterei in der Bezirkshauptstadt

Feldkirch teilt uns mit, dass die Aufräumarbeiten

mitunter noch bis November

andauern werden und die Wintersportorte

Lech und Zürs am Arlberg erst ab Oktober

wieder problemlos zu erreichen sind. „Unsere

acht Unimog waren zur Versorgung in

den Überschwemmungsgebieten mit Transportaufgaben

mehr als gut ausgelastet. Jetzt,

nach Wiederherstellung von Straßen und

Brücken, werden sie insbesondere zu Reinigungsarbeiten

herangezogen“, berichtet der

Leiter des Bauhofs Felsenau in Feldkirch. ■

Viele Gebirgstäler in Vorarlberg, wie beispielsweise das Montafon und das Klostertal, versanken in Schutt und Geröll, den die Wassermassen von den Bergen in die Täler

spülten (Mitte). In Mittersill (Salzburger Land) war das Gemeindefahrzeug fast pausenlos im Einsatz (r.)

Unimog 2|2005 17


Einsatzort Nordseestrand

Das neue Kraftpaket der Feuerwehr Den Haag ist ein Unimog U 500. Die Besatzung ist von den technischen

Möglichkeiten des Löschfahrzeugs begeistert.

Das erste motorisierte Fahrzeug der Feuerwehr

Den Haag – anno 1915 – war ein

Daimler. Und auch die jüngste Neuerwerbung

stammt aus dem Hause DaimlerChrysler:

ein Unimog U 500 als Löschfahrzeug

speziell für Einsätze am Nordseestrand und

in den Dünen.

Den Haag ist eine von fünf Gemeinden in

den Niederlanden mit einer Feuerwehr, die

vollständig aus Berufskräften besteht. Neben

der Brandbekämpfung und der Rettung

von Menschen und Tieren kümmert sie sich

um vier weitere spezifische Aufgabenfelder:

Tauchen und Ausbilden, Hilfeleistung bei

18 Unimog 2|2005

Wasserunfällen, Bekämpfung gefährlicher

Stoffe sowie Bergungsaktivitäten, zum Beispiel

bei Verkehrsunfällen.

Fred Klaassen, Einkäufer Geräte und Materialien,

ist zuständig für die Fahrzeugbeschaffung.

Von den 60 Einheiten im Fuhrpark

der Feuerwehr Den Haag sind 35

Nutzfahrzeuge. Ungefähr jedes dritte trägt

den Stern, vom Sprinter über Atego und Actros

bis hin zum neu angeschafften Unimog

U 500. Das Einsatzspektrum ist breit gefächert:

Der Sprinter wird unter anderem als

Fahrzeug für Wasserunfälle und für den

Technischen Dienst, der Atego als Atem-

schutz-Fahrzeug eingesetzt. Die Kranhakenwagen

– 2638 AF und Actros 3343 6x6 – erledigen

den Transport von verschiedenen

Spezialcontainern und werden darüber hinaus

zu Hilfeleistungen und Bergungen herangezogen.

Und dies sowohl in der Stadt, als

auch am Strand und in den Dünen. Sechs

speziell ausgebildete Monteure kümmern

sich um die Reparatur und die Wartung des

gesamten Fuhrparks.

Vor dem Kauf eines neuen Fahrzeugs gibt

es eine ausführliche Informations- und Vorbereitungszeit.

Für den im Sommer 2004 erworbenen

Unimog U 500 betrug diese Zeit


über ein Jahr. Klaassen erläutert: „Das Fahrzeug

hat einen Unimog Typ 416 ersetzt, der

27 Jahre zu unserer vollsten Zufriedenheit

agiert hat und noch so gut in Schuss ist, dass

er woanders sein zweites Leben beginnt.“

Nach der EU-weiten Ausschreibung wurde

in enger Rücksprache mit DaimlerChrysler

Nederland und dem zuständigen Aufbauhersteller

Touw die Konfiguration des neuen

Fahrzeugs definiert. Das ausschlaggebende

Kriterium für den U 500 aus Wörth sind

seine herausragenden Geländeeigenschaften,

während gleichzeitig allen Anforderungen

eines Straßenfahrzeugs auf optimale

Weise Rechnung getragen wird.

Das Löschfahrzeug bietet im Vergleich zu

seinem Vorgänger eine ganze Reihe neuer

Ausrüstungen. Klaassen zählt sie auf: „Ein

Wassertank mit 1.500 Litern, Niedrigdruckschläuche,

eine Pumpe mit einer Löschkapazität

von über 3.000 Litern in der Minute,

Der Unimog U 500 wurde für die

speziellen Anforderungen der

Berufsfeuerwehr Den Haag

konzipiert, die auch Einsätze am

Strand und in den Dünen umfassen

„Nach dem ersten

Kennenlernen waren

unsere Feuerwehrmänner

vom neuen

Unimog direkt

begeistert“

Fred Klaassen,

Fahrzeugbeschaffer

der Berufs-Feuerwehr

Den Haag

Atemluftgeräte an allen Sitzplätzen, ein

pneumatischer Lichtmast mit 220 Volt, eine

Sechs-Tonnen-Hydraulikwinde und so weiter.“

Eine wertvolle Innovation aus Sicht der

Verantwortlichen ist die Reifendruckregelanlage

tirecontrol ® , mit der der Unimog wäh-

International

rend der Fahrt den Reifendruck absenken

und wieder erhöhen kann. Auffällig ist ferner

die mobile Schleuse zwischen Fahrerund

Mannschaftsabteil sowie der korrosionsfreie

Kunststoffaufbau. Sechs Personen

finden hier Platz – beim Vorgänger waren es

hingegen nur vier.

Der Aufbau stammt von Carrosserie Touw

aus Bergen op Zoom. Bei der Einweisung der

Berufskräfte in die moderne Technik leistete

Mercedes-Benz wichtige Hilfestellung. „Am

Anfang mussten sie sich schon etwas an das

neue Kraftpaket im Fuhrpark gewöhnen“,

sagt Klaassen. „Nach den ersten Probefahrten

waren sie durchweg begeistert.“ Auch

bei den Strandgästen in seinem Einsatzgebiet

zwischen Monster und Wassenaar erregt

der Unimog regelmäßig Aufsehen. Und

die umliegenden Feuerwehren schauen

schon mit etwas Neid auf das neue Löschfahrzeug

der Haager Berufswehr. ■


Mehmet Özçelik, in Istanbuls Stadtverwaltung zuständig für den Winterdienst,

ist mit den neuen Unimog gegen Schneefälle gut gerüstet

AKOM-Einsatzleiter Necdet Berber (vorne) geht mit einem Mitarbeiter

den Winterdienstplan durch


Istanbuls Nothelfer

Immer wieder haben in der Vergangenheit schwere Schneefälle die

türkische Metropole lahm gelegt. Eine Flotte von 51 Unimog U 500 für

den Winterdienst soll das in Zukunft verhindern

Am 23. Januar 2004 um 16.30 Uhr beginnt

die Stadt, im Verkehrschaos zu

versinken. Die schweren Schneefälle stellen

sich drei Stunden früher ein als vorhergesagt.

Der Berufsverkehr der 13-Millionen-

Metropole Istanbul, in der fünf Millionen

Autos fahren, kommt zum Erliegen. Etwa

5.000 Menschen und teilweise 300 Fahrzeuge

kämpfen gegen den Schnee, der sich

auf Höhen von bis zu einem Meter auftürmt.

Drei Tage lang schneit es in Istanbul ununterbrochen,

erst dann haben die Einsatzkräfte

die Lage unter Kontrolle. Nach diesen

Ereignissen entschloss sich die Stadtverwaltung,

ihren Winterdienstfuhrpark kräftig

aufzustocken. „Wir haben 26 Unimog U 500

in Dienst gestellt, weitere 25 werden demnächst

hinzukommen“, berichtet Mehmet

Özçelik, der für die Befahrbarkeit von 5.000

Straßenkilometern der türkischen Metropole

verantwortlich ist.

„In Istanbul schneit es zwar nicht häufig,

aber wenn, dann kommt es zu Problemen“,

so Necdet Berber. Er ist Einsatzleiter im

hochmodernen Katastrophenschutzzentrum

AKOM (Afet Koordinasyon Merkezi), das im

Jahr 2000 eröffnet wurde. Im Ernstfall operiert

von hier aus der Krisenstab, angeführt

vom Bürgermeister. Projektionen von 50

Kameras schaffen einen Überblick über die

Stadt, bald sollen es sogar doppelt so viele

sein. „Mit den neuen Unimog sind wir auf

den nächsten Winter gut vorbereitet“, so Berber.

Bis dahin ist die U 500-Flotte im Stadtteil

Kartal auf der asiatischen Seite stationiert.

„Im vergangenen, eher moderaten Winter haben

die Unimog schon mehrere Male gezeigt,

was sie können“, sagt Sami Uman, der dort

die Fahrer der Stadtverwaltung koordiniert.

Türkei DaimlerChrysler Worldwide

„Den Unimog kann man mit keinem anderen

Fahrzeug vergleichen – ein einzigartiger

Geräteträger mit enormen Kraftreserven.“

Noch dazu, wenn er für seinen Einsatzzweck

so perfekt ausgerüstet ist.

Die gelben U 500 tragen einen Schneepflug

mit einer Arbeitsbreite von 2,70 Metern.

Die Scheinwerfer sind erhöht, um über

ihn hinwegstrahlen zu können. Auf der Pritsche

mit Schnellwechselsystem ist ein Salzstreuer

mit fünf Kubikmetern Fassungsvermögen

aufgebaut, der auch mit Flüssigsalz,

Sand oder Kies arbeitet. Seine Streuintensität

wird vom Cockpit

aus gesteuert.

Die Frontscheibe

der Winterdienstfahrzeuge

ist aus

Verbundglas und

kann wie die Außenspiegel

beheizt werden.

Das zulässige

Gesamtgewicht der

205 kW (280 PS)

starken Unimog beträgt

16 Tonnen,

und im Einsatz bringen sie es auf 50 bis 60

Stundenkilometer. Aber auch im Sommer

stehen die Fahrzeuge nicht still. „Alle drei

Wochen testen wir ihre Funktionstüchtigkeit“,

erzählt Fahrerkoordinator Uman.

„Manchmal fahren wir im Tross durch die

Stadt, was regelmäßig für einiges Aufsehen

sorgt.“ Unimog sind in der Türkei sehr beliebt.

Seit 1986 werden Unimog auch in der Türkei

gefertigt. Im Werk Aksaray wurden bereits

rund 7.500 U 1300 produziert und seit

einigen Monaten läuft dort der U 4000 vom

Band. ■

Ein U 500 rückt zur

Testfahrt aus

Unimog 2|2005 21


Titel

Formel 1

der Offroader

in Aktion

Zu Gast beim Produktbereich

Unimog/Sonderfahrzeuge in

Ötigheim war das Formel 1-Team

von McLaren Mercedes.

E in völlig neues Fahrgefühl erlebten Kimi

Räikkönen und Juan Pablo Montoya am

20. Juli, als sie im Rahmen des traditionellen

Mercedes-Benz Media Warm-up vor dem

Formel 1-Grand-Prix von Deutschland auf

dem Hockenheimring in einem Unimog

U 4000 saßen. Kimi und Juan lernten den

Unimog in schwierigstem Gelände auf dem

Mercedes-Benz Testareal bei Ötigheim in der

Nähe von Karlsruhe kennen. Die beiden Formel

1-Piloten und geladenen Medienvertreter,

die von Martin Daum, Leiter PBS, sowie

Wolfgang Schattling, zuständig für die Formel

1 & Motorsport-Kommunikation, begrüßt

wurden, waren beeindruckt von der

extremen Geländegängigkeit des Unimog.

Juan Pablo, der mit seiner Familie angereist

war, zeigte sich begeistert und bezeichnete

in einem kurzen Statement den Unimog als

„Die Formel 1 in Sachen Offroad“. Anschließend

hatten die Journalisten Gelegenheit

zum Fahren bzw. Mitfahren auf dem Testgelände.


22 Unimog 2|2005

Kiesgrube Ötigheim: Die

beiden Formel 1-Piloten

Kimi Räikkönen und

Juan Pablo Montoya

wurden von Martin

Daum (3. v. l.), Chef des

Wörther Produktbereichs

Unimog/Sonderfahrzeuge,

begrüßt. Die

Unimog-Testfahrer (im

Hintergrund) konnten

den Formel 1-Piloten

manchen fahrerischen

Kniff zeigen


Grafiken unten:

Dieselpartikelfilter bewirken einen Rückgang der

Emissionen bei Euro 3-Motoren bis zu 99 Prozent (l.)

Einbausituation des Dieselpartikelfiltersystems bei den

Geräteträgern U 300 / U 400 / U 500 (r.):

➊ Partikelfilter

➋ Steuergerät

➌ Additivtank

➍ Kraftstofftank

Runter mit den Emissionen

Technik

Unimog sind nahezu ausschließlich zum „Nutzen“ der Öffentlichkeit im Einsatz. Andererseits werden auch sie,

ungeachtet ihrer geringen Fahrleistungen in Ballungsräumen, als Verursacher von Feinstaub-Emissionen gesehen.

Auf die neue Anforderung haben die

Unimog-Techniker allerdings schnell

reagiert.

■ Gibt es die Geräteträger U 300 / U 400 /

U 500 schon seit ihrer Markteinführung vor

nahezu fünf Jahren ohnehin nur mit Motoren

der heute geltenden Euro 3-Norm, bietet

der Produktbereich Unimog/Sonderfahrzeuge

ab sofort die Möglichkeit jedes Neufahrzeug

dieser Produktlinie mit Dieselpartikelfilter

(DPF) zu bestellen.

■ Für bereits im Einsatz befindliche Fahrzeuge

ist die Nachrüstung kein Problem und

kann bei jeder Unimog-Vertragswerkstätte

ausgeführt werden.

Da ein Geräteträger häufig in mittleren

Motordrehzahlen läuft, fehlt es an hohen

Motortemperaturen. Diese sind jedoch für

die regelmäßige Regeneration des Filters

durch Verbrennung notwendig. Für Unimog

steht deshalb ein Additiv (Eisenoxid) zur

Verfügung, mit dessen Hilfe die Partikel

auch bei niedrigen Temperaturen verbrannt

werden. Eine Additiv-Füllung von zehn Litern

reicht für ca. 30.000 Kilometer, die

Mehrkosten im Betrieb liegen bei etwa einem

Cent pro Liter Diesel.

Das Unimog-Filtersystem besteht aus einem

keramischen Filtermodul. Es wird anstelle

des Serien-Schalldämpfers eingebaut

und ist auf die Abmessungen des Unimog

und die Möglichkeiten zum Geräte An- und

Aufbau zugeschnitten. Um die geringen Abgastemperaturen

auszugleichen, wird automatisch

ein Eisenoxid-Additiv zum Kraftstoff

hinzudosiert. So lässt sich die

Regenerationstemperatur auf unter 350°

halbieren. Die Filter-Regeneration wird

durch eine Kraftstoff-Nacheinspritzung eingeleitet.

Der Ruß wird in Wasserdampf (H 2 O)

und Kohlendioxid (CO 2 ) oxidiert. Ein willkommener

Nebeneffekt ist die Tatsache,

dass auch andere gasförmige Stoffe (HC, CO)

in harmlose Bestandteile umgewandelt werden.

Die nächste Stufe zur Verwirklichung

besserer Emissionswerte folgt im Juni 2006.

Dann wird die in Mercedes-Benz Lkw bereits

heute verfügbare BlueTec-Dieseltechnologie

auch für Unimog angeboten. Sie erfüllt dann

die Grenzwerte der ab Oktober 2006 gültigen

Abgasrichtlinie Euro 4. Dabei reduzieren

innermotorische Maßnahmen die

Dieselpartikel derart, dass der DPF nicht

vonnöten ist. ■

Unimog 2|2005 23


Uniskop

Fahr-Erlebnis mit Adrenalinschüben

In der Zeit vom 21. bis 23. Juni fanden in Sulejówek, das liegt in der Nähe von Warschau, Unimog Offroad-Tage

statt. Die Veranstaltung konnte mit freundlicher Unterstützung des Unimog-Vertriebspartners Schmidt Polska auf

einem repräsentativen Militärgelände durchgeführt werden.

Teilnehmer waren Kunden und Interessenten

aus dem Feuerwehr-Bereich, aus

der Energiewirtschaft, dem Öffentlichen

Dienst sowie Lohnunternehmen.

Nach der offiziellen Begrüßung durch die

Verantwortlichen des Produktbereichs

Unimog/Sonderfahrzeuge, Haidan von Frankenberg

und Dr. Thomas-Axel Stenske, sowie

dem Geschäftsführer von Schmidt

Polska, Andrzej Mierzejewski, wurden zunächst

in einem Vortrag die technischen Besonderheiten

des Unimog-Konzepts erläutert.

Die eigentliche Fahrzeug-Präsentation

(Fotos oben) begann sehr spektakulär mit einer

Wasserdurchfahrt. Die Wasserhöhe

wurde dabei mit 1,40 Meter um 20 Zentimeter

höher eingestellt, als dies nach STANAG-

Norm erforderlich ist, um die Leistungsreserven

des Unimog aufzuzeigen. Die

beeindruckende Durchquerung des Wassergrabens

machte natürlich „reichlich Geschmack

auf mehr“ und – nach einer kurzen

Einweisung am Exponat - gab es unter den

Teilnehmern buchstäblich kein Halten mehr.

Denn nun war „Unimog-Fahrerlebnis pur“

für unsere polnischen Kunden und Interessenten

angesagt.

Insgesamt standen 12 Unimog mit unterschiedlichen

Aufbauten zum Testen zur Verfügung,

unter anderem ein Ambulanzfahrzeug

aus einem Tagebaurevier, zwei

hochgeländegängige Waldbrand-Fahrzeuge

und ein U 400 mit Aufbaubagger.

24 Unimog 2|2005

Der vorbereitete Geländeparcours war

sehr anspruchsvoll und deshalb hatte jeder

Testfahrer einen Instrukteur zur Seite, der

ihn in schwierigen Fahrsituationen mit entsprechenden

Tipps versorgte. Dennoch blieben

bei diesem Fahr-Event Adrenalinschübe

Saubere Sandstrände

so wenig aus wie die Erkenntnis, ein Nutzfahrzeug

mit einzigartigen Geländeeigenschaften

bewegt zu haben! Am Ende des Tages

lag immer noch viel Staub in der Luft,

den jedoch zufriedene Kundengesichter

postwendend wegwischten. ■

Für Unimog eröffnen sich mit einer Gerätekombination, die von einem

Unimog-Spezialisten entwickelt wurde, Anwendungsfelder im Umweltbereich.

Reinhard Ahrens, Kundenberater und

Kfz-Mechanikermeister bei der UGV

Der „Seacleaner“ kann Algen und Seegras direkt

aus dem Wasser saugen. Der

Land & Bau Kommunalgeräte GmbH in „Beachcleaner“ nimmt Seegras und Algen am

Rendsburg (Schleswig-Holstein) hat einen Strand auf, kann jedoch auch bis zu einer

sogenannten „Seacleaner“ und „Beachclea- Wassertiefe von 50 cm eingesetzt werden.

ner“ (Fotos) entwickelt, die beide auf Unimog Erste Vorführungen in Schleswig-Holstein

U 400 als Trägerfahrzeug aufgebaut sind. und Polen sind erfolgreich verlaufen. ■


Unimog für

Nationalpark

Vor kurzem ist ein Unimog U 4000

als Feuerwehrfahrzeug auf

Teneriffa in Dienst gestellt worden.

Der Fahrer bzw. Feuerwehrmann, der mit

dem neuen Unimog im Nationalpark

Teide auf der spanischen Insel Teneriffa

unterwegs ist, ist mächtig stolz auf seinen

neuen Wegbegleiter und hat schon die ersten

Einsätze damit bewältigt. Die Leistungsfähigkeit

des Fahrzeugs (unten) beeindruckt

ihn dabei immer wieder aufs Neue. ■

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Für schweres und tiefes Gelände

im Wald oder Schnee

Inter Airport Europe 2005

Unimog-Geräteträger erfüllen

auch auf den Flughäfen der Welt

wichtige Funktionen.

Auf dem Mercedes-Benz Stand wies ein

U 500 auf die Möglichkeiten des Doppelnutzens

bei Unimog-Einsätzen hin. Es

ging dabei um Kehren und Streuen in Form

eines 4 m breiten Großflächenfrontkehrbesens

aus dem Hause Dücker sowie eines

4,4 m3 fassenden Streuautomaten von

Schmidt Winterdienst und Kommunaltech-

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Kraftvolle Traktion bei Schneedecken und

blankem Eis

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● ● Telefon (0 73 61) 504-0 rudketten@rud.de www.rud.de

nik. Schmidt selbst hatte einen U 500 mit

Cirron-Schneepflug und Streuautomaten

ausgestellt. Daneben findet der flexible

Geräteträger auf Flughafenarealen auch für

Mäharbeiten sowie als Zugmaschine Verwendung.

Schmidt führt in seinem

Produktangebot ein Kehrblasgerät für

den Mercedes-Benz Unimog. Derartige Geräte

befreien bei Tempo 60 die Start- und

Landebahnen in einem Arbeitsgang vom

Schnee und hinterlassen eine getrocknete

Fahrbahn. ■

RUD ist offizieller Ausrüster der Deutschen Ski-Nationalmannschaften

Alpin, Biathlon und Nordisch des DSV

Unimog 2|2005 25


Historie

Der „Rekordhalter“: Forever young

Im Mai dieses Jahres wurde eines der berühmtesten Militärfahrzeuge – der Unimog S, Baureihe 404 – 50 Jahre

alt. Bis zum Jahre 1972 wurden von diesem Typ in Gaggenau insgesamt 64242 Einheiten gefertigt. Damit ist er

der „Rekordhalter“. Befasst man sich mit seiner Geschichte und den Anwendungen in aller Welt, bleibt der Eindruck:

Er ist für immer jung und noch heute in der Erinnerung vieler Bundeswehr-Soldaten lebendig.

Im Gegensatz zu den davor gebauten

Unimog, die als Ackerschlepper mit

Dieselmotor konzipiert waren, war der

Unimog S ein kleiner hochgeländegängiger

Lkw. Neben dem Einsatz im Feuerwehrbereich

blieb das Militär die absolute Domäne

dieses Fahrzeugs. Die Entwicklung begann

Anfang der 50er Jahre. Der Entwurf war

komplett anders. Er sah einen leichten

geländegängigen Lkw für eine Nutzlast von

1,5 – 2 t vor, der über die Unimog Konstruktionsmerkmale

wie Portalachsen und einen

verwindungsweichen Rahmen verfügen

sollte. Schon bald zeigte sich, dass hier ein

echter Unimog das Licht der Welt erblickt

hatte.

Von Mai 1955 an lief in Gaggenau die

Serienfertigung vom Band. Herausragende

Neuheit des Unimog S war dabei der Sechs-

Zylinder Benzinmotor (Typ M 180) aus dem

Mercedes-Benz Pkw-Programm, der nur geringfügig

bezüglich Zünd- und Vergaseranlage

abgeändert worden war. Der Hubraum

betrug 2.195 ccm, die Leistung lag

anfänglich bei 80 PS, später bei 82 PS. Die

26 Unimog 2|2005

Wahl für einen Benzinmotor lag zum einen

an den amerikanischen Beratern der Bundeswehr

und zum anderen am Fehlen eines

entsprechend starken Dieselmotors – in

Bezug auf Leistung und Abmessung – im

Mercedes-Benz Motorenprogramm. Das

Sechsganggetriebe ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit

von 95 km/h. Die neue

Baureihe verfügte über eine einmalige Geländegängigkeit

verbunden mit einer beeindruckenden

Wattiefe. Bei Vergleichserprobungen

der Bundeswehr deklassierte der

Unimog damals seine Konkurrenten von

Hanomag und Borgward und wurde das

Standardfahrzeug in der 1,5-t-Klasse. Über

36.000 Fahrzeuge der Version „B“ (Radstand

2.900 mm) wurden der Bundeswehr als Pritschenwagen

und zum Aufbau, u. a. als Krankenwagen,

Fernmelde- und Feuerwehrfahrzeuge,

geliefert. Ralf Maile ■

Stückzahlmäßig lagen Krankenwagen nach der

Pritschenversion an zweiter Stelle. Diese Fahrzeuge

waren auch bei Hilfseinsätzen begehrt, so wie

der U 404 der belgischen Armee bei einem SFOR-

Kontingent im früheren Jugoslawien (r.)

Bei den ersten

Serienfahrzeugen des

Unimog S gehörte die

französische Armee zu

den Kunden. Der Radstand

war auf 2.700 mm

„angewachsen“, das

Fahrerhaus hatte

hingegen seine

charakteristische Form

behalten (l.)

Der Unimog S war ein ideales Fahrzeug für die

Feuerwehr. Hier ein Trockenlöschfahrzeug TroLF 750

der Bundeswehr


Auch nach der „Ausmusterung“ blieben viele Unimog in Verwendung ihrer früheren

Besitzer. Dieser U 404 wurde von der Flugsportgruppe des Bundeswehr-

Fliegerhorstes in Lager Lechfeld mit einer Schleppwinde für den Segelflugbetrieb

ausgerüstet

U 404.1 der Kanadischen Luftwaffe. Fast keine

Militärführung hat es unterlassen, den Unimog S

zu testen. Es kam dann auch in vielen Fällen zur

Beschaffung, obwohl nationale Anbieter vorhanden

waren.

Denn: Der Unimog S bot vom Fahrzeugkonzept her

unschlagbare Vorteile

Dieser Unimog S mit Schneefräse ist eine Spezialausführung, die auf Fliegerhorsten

der deutschen Bundesluftwaffe ihren Dienst versah. Der Antrieb der Fräse erfolgte

über einen Aufbaumotor auf der Pritsche. Gut zu erkennen sind die Gebläsescheiben

am Fahrerhaus, die im Räumeinsatz gute Sicht auf das Anbaugerät ermöglichten

Unimog S, Baujahr 1973,

mit Metz-Aufbau. Das

Fahrzeug wurde Ende

der 90er Jahre vom

Ortsverein Ettlingen des

Deutschen Roten

Kreuzes erworben.

Die Beladung umfasst

unter anderem ein

10-kV-Stromaggregat,

drei Scheinwerfer mit

2000 Watt Leistung,

Zelte sowie Sanitätsmaterial

zur Behandlung

von Verletzten

Unimog 2|2005 27

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