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SCHULPROGRAMM - Berufliche Schulen Gelnhausen

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SCHULPROGRAMM

BERUFLICHE

SCHULEN

GELNHAUSEN

Fortgeschriebene Fassung vom April 2005


SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Inhaltsverzeichnis

1 Modernes Bildungszentrum mit beruflichem

Schwerpunkt

1.1 Was ist uns wichtig ? - Pädagogische Grundgedanken und

Zukunftsperspektiven

1.2 Was finden wir alles unter einem Dach? - Leitungs- und

Organisationsstruktur unserer Schule

1.3 Mit wem stehen wir in Verbindung ? - Zusammenarbeit mit und

Unterstützung durch außerschulische Institutionen

1.4 Wie informieren wir die Öffentlichkeit über unsere Arbeit ? –

Informationsangebote der Beruflichen Schulen

2 Schulformspezifische Schwerpunkte

2.1 In Schule und Betrieb – die Teilzeitberufsschulen im dualen System

2.1.1 Ausbildungsgänge im Nahrungsbereich 12

2.1.2 Fachgruppe Gestaltung 18

2.1.3 Fachgruppe Holztechnik 20

2.1.4 Ausbildung zum Kälteanlagenbauer 21

2.1.5 Beitrag der Metall-Abteilung zum Schulprogramm 23

2.1.6 Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik 25

2.1.7 Ausbildung Heizungsbauer - Unterabteilung Zentralheizungs- und Lüftungstechnik 27

2.1.8 Bankkaufleute 29

2.1.9 Bürokaufleute 33

2.1.10 Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel Verkäufer/Verkäuferin 35

2.1.11 Teilzeitberufsschule Friseure (Berufsfeld Körperpflege) 37

2.1.12 Fachbereich Elektrotechnik, Berufsschule und Berufsfachschule 40

2.1.13 Arbeitsgruppe Metallbauer 42

2.1.14 Fachbereich Kraftfahrzeugtechnik 44

2.1.15 Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik 46

2.1.16 Englischunterricht als integratives Element im Stundenplan der kaufmännischen

Berufsschulen

48

2.2 Vollschulische Berufsausbildung – die Fachschulen und die Höhere

Berufsfachschule für Sozialassistenz

2.2.1 Fachschule für Kunststoff- und Kautschuktechnik 52

2.2.2 Fachschule für Sozialpädagogik 56

2.2.3 Höhere Berufsfachschule für Sozialassistenz 65

2.3 Der Weg zum mittleren Bildungsabschluss – die Berufsfachschulen

2.3.1 Berufsfindung in der kaufmännischen Berufsfachschule 70

2.3.2 Zweijährige Berufsfachschule - sozialpädagogischer und medizinischer Fachbereich 72

2.3.3 Kooperation zwischen unterschiedlichen Schulformen 76

2.3.4 Deutsch in der kaufmännischen Berufsfachschule 79

2

5

6

9

11


SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.4 Der Zugang zu den Fachhochschulen – die Fachoberschule

2.4.1 Fachoberschule – fit für die Zukunft 81

2.5 Die allgemeine Hochschulreife mit beruflicher Ausrichtung –

das Berufliche Gymnasium

2.5.1 Geschichte 83

2.5.2 Deutsch 84

2.5.3 Politik und Wirtschaft im Beruflichen Gymnasium 85

2.5.4 Wirtschaftslehre 87

2.5.5 Fremdsprachen des Beruflichen Gymnasiums 89

2.5.6 Mathematik im Beruflichen Gymnasium 91

2.5.7 Physik und Chemie 94

2.5.8 Biologie 96

2.5.9 Datenverarbeitungstechnik 98

2.5.10 Fächerübergreifender und fächerverbindender Unterricht im Beruflichen Gymnasium 100

2.6 Förderung der Berufsreife - besondere Bildungsgänge

2.6.1 Werkstatt für Behinderte 103

2.6.2 Besondere Bildungsgänge BVJ/EIBE 106

3 Schulformübergreifende Schwerpunkte

3.1 Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und ganzheitliche Bildung – Ethik und

Religion an einer beruflichen Schule

112

3.2 Orientierungshilfe und Unterstützung in schwierigen Lern- und Lebenssituationen –

Beratungskonzept und Verein zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern (VUS

e.V.)

115

3.3 Beratung, Betreuung und Begleitung als Hilfe an unserer Schule – das B-Team 116

3.4 Lernen und Lernen lassen – Projektarbeit als pädagogische und organisatorische

Herausforderung

120

3.5 Gegenseitiges Kennenlernen und Methodentraining – das neue Einschulungskonzept

SYBA

124

3.6 Beitrag des Fachbereichs Sport zum Schulprogramm 127

3.7 Der Weg zur Umweltschule– die AGENDA-Gruppe 129

3.8 Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung – Organisation und Verwaltung

der Bücherei in Eigenregie

131

3.9 Elternbeitrag der Klassen des BVJ/EIBE zum Schulprogramm 133

3.10 EDV-Gesamtkonzept (Stand 2004) 135

4 Anhang 140

3


SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Vorwort:

Das vorliegende Schulprogramm stellt eine kritische Bestandsaufnahme der an unserer

Schule stattfindenden Prozesse dar und zeigt mit der Formulierung von Zielvorstellungen

Wege auf, die die Mitglieder der Schulgemeinde in einzelnen Bereichen zukünftig beschreiten

möchten. Durch Formulierung der Zielvorstellungen wird eine spätere Überprüfung

(Evaluation) ermöglicht.

Unsere Informations- und Wissensgesellschaft verändert sich in immer kürzeren Zeiträumen,

die wirtschaftliche Entwicklung orientiert sich zunehmend an globalen Gegebenheiten und

Gestaltungsmöglichkeiten – das macht eine permanente Überprüfung der eigenen Position

notwendig.

Dies gilt für alle staatlichen Institutionen und in besonderem Maß auch für Schulen. Dabei

haben Schulen einen Bildungsauftrag, der nicht nur auf kognitives Wissen und

Berufstauglichkeit reduziert werden kann. Pädagogisches Handeln erfolgt stets mit dem Ziel,

unseren Schülerinnen und Schülern das Rüstzeug mitzugeben für ihren Weg in ein

selbstbestimmtes und erfülltes Leben in einer sich ständig wandelnden Gesellschaft.

Wir wollen uns weiterentwickeln und unserer Aufgabe gerecht werden im Kanon aller

relevanten Gruppen unseres engeren und weiteren Einzugsbereiches. Aus diesem Grunde

und unter dem Motto "Schule ist Zukunft und braucht deshalb Wertschätzung" wollen wir die

Arbeit mit dem Schulumfeld, dem Schulträger, der Stadt Gelnhausen, den Betrieben, vor

allem aber mit den Eltern intensivieren, um unsere Aktivitäten transparent zu machen und

um Unterstützung für unsere nicht einfache Tätigkeit zu werben.

Wir wollen weiter voranschreiten auf dem Weg zu einem regionalen Kompetenzzentrum für

berufsqualifizierende Bildung, und dies im dualen Ausbildungssystem (unserem Kernbereich),

beim Erwerb vollschulischer Berufsabschlüsse, im Bereich der Fachhochschulreife und der

Hochschulreife, in der Berufsvorbereitung bis hin zu Abschlüssen in Fort- und Weiterbildung.

In allem sind auch wir - wie alle an Bildung und Ausbildung Beteiligte – Lernende.

4


1 Modernes Bildungszentrum mit beruflichem

Schwerpunkt

1.1 Was ist uns wichtig ? - Pädagogische Grundgedanken und

Zukunftsperspektiven

Ganz am Anfang des einleitenden Teils zum Schulprogramm der Beruflichen Schulen Gelnhausen

beschäftigen wir uns mit pädagogischen Grundgedanken, von denen wir uns bei unserer Arbeit leiten

lassen werden. Dies hat Priorität gegenüber Fragen der Schulorganisation, der Informationswege über

das schulische Angebot und die Beziehung zu Externen, so bedeutend diese Aspekte für die

Funktionsfähigkeit und Zufriedenheit der Schulgemeinde im Einzelnen auch sein mögen.

Ein modernes Bildungszentrum muss sich kontinuierlich fortentwickeln und sich neuen

pädagogischen Herausforderungen in einer gesellschaftlich, technisch und wirtschaftlich

veränderten Umwelt stellen.

Schülerinnen und Schüler stehen im Mittelpunkt schulischer Prozesse. Es kommt vorrangig darauf

an, ihre persönlichen, gesellschaftlichen und beruflichen Handlungskompetenzen zu stärken und zu

fördern.

Eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten, Beteiligung an Entscheidungsprozessen und

Verantwortungsübernahme stehen im Vordergrund. Fächerübergreifendes, anwendungsorientiertes

Unterrichten und Projektunterricht sind Methoden, die diese Zielsetzungen unterstützen. Auch der

Veränderung der Lehrerrolle zum kompetenten Begleiter von Lernprozessen muss Rechnung getragen

werden.

Zentrales Anliegen dieses Schulprogramms ist es, sowohl die Förderung

berufsqualifizierender und allgemeiner Bildung junger Menschen, als auch ihres sozialen

Engagements in den Mittelpunkt schulischer Arbeit zu rücken.

Hierbei spielen für uns auch Unterstützungsmaßnahmen für Schülerinnen und Schüler in schwierigen

Lebenslagen eine ganz wesentliche Rolle. Auf Schulsozialarbeit, Gewalt- und Suchtprävention,

Beratungs- und Verbindungslehrer und unseren Verein zur Unterstützung von Schülerinnen und

Schülern (VUS e.V.) wird im Gliederungspunkt 3 dieses Schulprogrammms "Schulformübergreifende

Schwerpunkte" näher eingegangen.

Wichtig ist uns auch das Ziel, Bewusstsein für Toleranz und Akzeptanz von

Andersartigem zu schaffen. Das gilt gerade für unsere Schule in besonderem Maße

angesichts der heterogenen Zusammensetzung der Schülerschaft und der Vielfalt

unterschiedlicher Bildungs- und Ausbildungsgänge.

In allem sind auch wir – die Lehrerinnen und Lehrer – Lernende.

In diesem Zusammenhang sind die schulinterne Lehrerfortbildung in Bereichen der Förderung der

Medienkompetenz, Förderung der Methodenkompetenz, Gewaltprävention (Mediation) und

Einweisung zukünftiger Klassenlehrer und Tutoren in neue Formen der Einschulungsrituale zu nennen.

Hierzu gehören auch Überlegungen, die sich mit für unsere Schule neuen Formen der

Lernorganisation über den Unterricht hinausgehend beschäftigen, z.B. über Ganztagsschule,

Fortbildungsmöglichkeiten in Freistunden oder am Nachmittag, die nicht an einem Klassenverband


SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

orientiert sind. Solche Gedanken sind auch auf dem Hintergrund von Chancengleichheit, effizienter

Zeiteinteilung und kooperativem Lernen zu sehen.

Letzteres wird auch von den räumlichen Entwicklungsmöglichkeiten einer Schule bestimmt.

Insbesondere im Sportbereich geht es hier um die Schaffung zusätzlicher Flächen in Absprache mit

der Kommune, anderen Schulen und dem Schulträger.

1.2 Was finden wir alles unter einem Dach? - Leitungs- und Organisationsstruktur

unserer Schule

Die Beruflichen Schulen Gelnhausen sind ein voll ausgebautes berufliches Bildungszentrum, das als

pädagogische Einrichtung mit Bildungs- und Erziehungsauftrag entsprechend § 2 des Hessischen

Schulgesetzes aber auch als Dienstleistungsbetrieb für Jugendliche und junge Erwachsene verstanden

werden kann. Es ist geprägt durch neun verschiedene Schulformen (Abbildung 1, Seite 7), deren Ziele

von der Berufsvorbereitung über Berufsausbildung in der Teilzeitberufsschule, zu Berufsfachschulen

und Fachschulen bis hin zur allgemeinen Hochschulreife im Beruflichen Gymnasium reichen.

Eine solche Heterogenität ist an keiner allgemeinbildenden Schule und nur an wenigen beruflichen

Schulen zu finden.

Diese Vielfalt hat prägende Einflüsse auf die Schul- und Leitungsstruktur und stellt hohe

Anforderungen an die Organisation. Im Interesse von Schülern und Unterricht muss die Organisation -

trotz der Notwendigkeit formaler Abläufe – möglichst viel Flexibilität und Spontaneität zulassen. Eine

gute Organisation unterstützt die Tagesarbeit des Kollegiums.

Im Organisationsplan und im Organigramm sind Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten sowie

Entscheidungskompetenzen und –abläufe geregelt und transparent dargelegt (Abbildung 2, S. 7).

Die Leitungsstruktur selbst ist aus dem Organigramm (Abbildung 3, S. 8) zu ersehen. Sie ist

äußerlich in drei Ebenen gegliedert:

• Schulleiter und Stellvertretender Schulleiter

• Abteilungsleiter und Koordinatoren für Fachpraxis

• Schulform-, Fachbereichs- und Fachkoordinatoren

Die Organisation in 7 Abteilungen geht zurück auf die Zahl der uns zugewiesenen Stellen für

Abteilungsleiter(innen).

Eine weitere Untergliederung wäre nicht nur wünschenswert, sondern notwendig, damit die Belastung

der Funktionsstelleninhaber auf ein vertretbares Maß reduziert werden kann.

Die große Heterogenität unserer Schule erfordert eine hohe fachliche und organisatorische

Eigenverantwortlichkeit der Abteilungsleiter. Bei einer Unterrichtsbelastung von 22 Stunden verbleiben

für die Funktionsstelleninhaber nur etwa 4 Zeitstunden je Woche für Organisation, Gespräche und

Konferenzen in der jeweiligen Abteilung. Diese Zeit wird von allen Abteilungsleitern bei Weitem

überschritten.

Die offizielle Stundenentlastung für Abteilungsleiter mag für monostrukturierte städtische Berufsschulen

ausreichen, sie wird der Vielfalt einer Kreisberufsschule und den Bedürfnissen nach Beratung und

Information von Schülern, Eltern und Lehrern in keiner Weise gerecht.

Da mit einer Ausnahme von jedem Abteilungsleiter mehr als eine Schulform und in der

Teilzeitberufsschule bis zu 4 Berufsfelder mit den zugeordneten Ausbildungsberufen betreut werden,

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

ist es nötig, in den Abteilungen Koordinatoren für die einzelnen Schulformen oder für die

verschiedenen Fachbereiche bzw. Berufe einzusetzen.

Abbildung 1 (oben) und Abbildung 2 (unten)

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Das Leitungsprinzip ist aufgebaut auf der bereits erwähnten hohen Eigenverantwortlichkeit und der

damit verbundenen umfangreichen Entscheidungskompetenz.

Gegenseitiges Vertrauen und Verlässlichkeit zwischen den einzelnen Leitungsebenen sind eine

unabdingbare Voraussetzung für eine reibungsfreie Organisation.

Die Abteilungsleiter entscheiden in einem abgesprochenen Rahmen in den ihnen übertragenen

Aufgaben- und Zuständigkeitsbereichen. Dadurch wird für die meisten betroffenen Lehrer und Schüler

unsere große Schule in überschaubare kleine Teilbereiche gegliedert.

Eine nicht geringe Zahl von Lehrer/innen ist allerdings mehreren Abteilungen zugeordnet. Hier gilt es

immer wieder zu überprüfen, ob der Einsatz in verschiedenen Abteilungen unbedingt erforderlich

und/oder wünschenswert ist.

Der Informationsaustausch auf Schulleitungsebene erfolgt in wöchentlich stattfindenden

Schulleitungsdienstbesprechungen.

Aufgrund der Heterogenität und Schulgröße ist es nicht immer leicht, den notwendigen

Informationsfluss zwischen allen Ebenen und Transparenz über die Entscheidungswege

herzustellen. Hier besteht permanenter Verbesserungsbedarf.

Die Schulleitung hat sich für die kommenden beiden Jahre das Ziel gesetzt, die Informationsstruktur

bzw. – kultur zu verbessern. Diesem Ziel soll die Entwicklung eines Qualitätsmanagementsystems im

Bereich der Verwaltung unserer Schule dienen.

Das generelle Ziel der Organisation und Leitung unserer Schule ist es, die gesamte

Schulgemeinde an allen Entscheidungen und Entwicklungsschritten zu beteiligen und

Verantwortungsbereitschaft einzufordern.

Dies geschieht durch vorbereitende Ausschüsse oder Kommissionen (z.B. Deputatstundenkommission,

Haushaltsausschuss, AG Schulklima, Ausschüsse zur Vorbereitung bestimmter Aktivitäten wie

Projektwoche), an die auch Entscheidungen delegiert werden können, ferner durch Fach- und

Abteilungskonferenzen, die Entscheidungen der Gesamt- bzw. Schulkonferenzen vorbereiten.

1.3 Mit wem stehen wir in Verbindung ? - Zusammenarbeit mit

und Unterstützung durch außerschulische Institutionen

Im Unterschied zu allgemeinbildenden Schulen, an denen Elternarbeit ein ganz wesentlicher

Bestandteil schulischer Arbeit ist, kommt an einer beruflichen Schule die Zusammenarbeit mit

außerschulischen Institutionen hinzu, die direkt am Ausbildungsgang beteiligt sind. An erster Stelle

sind hier die Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern und die

Kreishandwerkerschaften in Gelnhausen und in Hanau zu nennen.

Für ein berufliches Bildungszentrum mit gewerblichem, kaufmännischem und

sozialpädagogischem Schwerpunkt ist der Kontakt zu Institutionen des Handwerks, der

Industrie, des Handels, anderer Dienstleister und sozialpädagogischen Einrichtungen und

staatlichen Stellen unabdingbar.

Nur ein ständiger Austausch kann eine qualifizierte (Aus)Bildung ermöglichen.

Kontakte zu Fachhochschulen und Universitäten ermöglichen konkrete Einblicke in Studiengänge

nach Fachhochschul- und Hochschulreife. Sowohl Teilzeit- als auch Vollzeitschüler in den

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

verschiedenen Ausbildungsberufen und Schulzweigen können sich z.B. an Tagen der offenen Tür über

Inhalte der Studiengänge informieren.

Darüber hinaus arbeiten wir mit der Agentur für Arbeit, dem Jugendamt des Kreises oder dem

kommunalen Ausländerbeirat zusammen.

Unsere Schule ist eingebunden in das Leben der Barbarossastadt Gelnhausen. Die Kontakte

zwischen Schule und Vertretern der Stadt sind intensiv und erfolgreich, bedürfen aber

immer wieder auch der aktiven Pflege. Folgen dieser intensiven Kooperation und eines

kontinuierlichen Austauschs sind auch ganz konkrete Formen der Zusammenarbeit im normalen

Schulalltag. Wenn Schüler im Holzbereich im fächerübergreifenden Unterricht ein Rednerpult für die

Stadthalle Gelnhausen herstellen, wenn Klassen in Gesprächsforen mit verantwortlichen Politikern

aktuelle Probleme der Stadtentwicklung diskutieren und ein wenig hinter die Kulissen schauen können,

wenn im Geschichtsunterricht das reichhaltige historische Quellenangebot der Stadt in Anspruch

genommen wird und Phasen der Gelnhäuser Geschichte kritisch reflektiert werden, wird der Bezug zur

Kommune als außerschulischem Partner offensichtlich.

Öffnung von Schule bleibt dann nicht im theoretisch-abstrakten Raum stehen, sondern wird praktisch

erfahrbar. Erleichtert wird dies natürlich dadurch, dass Gelnhausen eine überschaubare Kleinstadt ist

und die Chance zur Identifikation und Einsicht in die Wechselbeziehungen zwischen den Partnern

erleichtert.

Im Verständnis einer Schule, die sich neben der Vermittlung fachlicher Kenntnisse in besonderer

Weise auch um menschliche Belange in ihrer Schulgemeinde kümmert, ist der Verein zur

Unterstützung von Schülerinnen und Schülern (VUS) gegründet worden. In enger

Zusammenarbeit mit den Beratungslehrern an unserer Schule hat sich dieser Verein die Aufgabe

gestellt, junge Menschen, die sich in sozialen Notlagen befinden, sowohl materiell als auch immateriell

zu unterstützen.

Unterstützung der Berufs- und Weiterbildung im weitesten Sinn hat sich die Fördervereinigung zur

kautschuk- und kunststofftechnologischen Berufsausbildung e.V. zum Ziel gesetzt. Die

Verbindung zu neuester Technik und aktuellem Wissen in diesem Bereich wird u.a. durch

Lehrbeauftragte aus der Industrie ermöglicht, die ihre Praxiserfahrungen den Studierenden vor allem

an der Fachschule für Kunststoff- und Kautschuktechnik in Gelnhausen zur Verfügung stellen.

Als Bindeglied zwischen Schule und außerschulischem Umfeld versteht sich auch der Ehemaligen-

Verein "Cash flow". Hilfestellung und kompetente Beratung der Schülerschaft durch Ehemalige sind

ein besonderes Anliegen dieses Gremiums. Gerade an einer beruflichen Schule mit ihrer

vergleichsweise kurzen Verweildauer muss der Intensivierung der Kontakte dieser Art Beachtung

geschenkt werden. Ehemalige Schülerinnen und Schüler sollten konkret einbezogen werden, um

schulische Arbeit ständig zu verbessern.

Ausdruck einer notwendigen Zusammenarbeit und externer Unterstützung ist auch der Anfang

September 2001 gegründete Förderverein der Beruflichen Schulen Gelnhausen e.V., dessen

Ziel es ist, berufsqualifizierende und allgemeine Bildung junger Menschen an unserer Schule zu

fördern.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

1.4 Wie informieren wir die Öffentlichkeit über unsere Arbeit ?

– Informationsangebote der Beruflichen Schulen

Öffnung der Schule nach außen erfolgt nicht nur durch die Zusammenarbeit mit außerschulischen

Institutionen; die vielfältigen Aktivitäten der Schule werden auch auf anderen Wegen in die

Öffentlichkeit getragen:

Zunächst geschieht dies selbstverständlich durch Information und Einladung der Presse

anlässlich besonderer Ereignisse in der Schule, seit Oktober 2003 aber auch verstärkt durch

Pressemitteilungen der Schulleitung. Dabei ist natürlich die regionale Presse Ansprechpartner der

Schule. Allerdings wird auch in der überregionalen Fachpresse z.B. über besondere Aktivitäten der

Schule oder über bestimmte Schulformen informiert.

Einen umfassenden Überblick in das rege und differenzierte Schulleben bietet die Schulbroschüre

aus dem Jahre 1998, die einerseits über die vielen verschiedenen Ausbildungsgänge und Abschlüsse

informiert, andererseits aber auch die pädagogischen Schwerpunkte und außerunterrichtlichen

Aktivitäten an der Schule dokumentiert.

Eine neue Errungenschaft seit dem Schuljahr 2004/2005 ist der Schulbrief, der zukünftig jedes Jahr

erscheinen soll. Adressaten sind Schülerinnen und Schüler, Eltern, außerschulische Institutionen und

Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule.

Unter www.bs-gelnhausen.de präsentiert sich die Homepage der Schule, die von OStR Rainer Flach

zusammen mit Schülern des Beruflichen Gymnasiums Datentechnik eingerichtet wurde und ständig

aktualisiert wird.

Alle zwei Jahre bietet der Tag der offenen Tür der interessierten Öffentlichkeit Einblicke in die

verschiedenen Abteilungen der Schule. Dieses Angebot wird besonders von den Schülern und

Schülerinnen der umliegenden Haupt- und Realschulen angenommen, bieten die Führungen und

Darbietungen doch eine lebendige Art der Berufsberatung. Auch die Eltern schauen gerne einmal

hinter die Kulissen, genauso wie die Vertreter der Ausbildungsbetriebe und der Politik.

Alternierend hierzu bietet die Schule jedes zweite Jahr einen Informationsabend über weiterführende

Schulformen an: Zweijährige Berufsfachschule, Höhere Berufsfachschule für Sozialassistenz,

Fachoberschule und Berufliches Gymnasium stehen hier im Mittelpunkt des Interesses.

Daneben finden auch immer wieder Informationsveranstaltungen einzelner Fachbereiche

statt, so z.B. der Fachschule für Technik oder der Fachschule für Sozialpädagogik.

Information über schulische Arbeit erfolgt aber auch durch die Teilnahme an der von der

Kreissparkasse Gelnhausen organisierten Berufsinformationsmesse GeBit. Hier betreuen Schüler

und Schülerinnen Infostände und vermitteln so anderen einen direkten Einblick in ihr Berufs-

/Ausbildungsfeld, zum anderen aber auch in die schulische Arbeit in diesen Bereichen.

Nicht zu vergessen sind natürlich auch die jährlichen Informationsveranstaltungen an den abgebenden

Schulen, die von Vertreterinnen und Vertretern unserer Schule besucht werden und in denen Eltern

und Schülern ein Überblick über die verschiedenen Schulformen und Entscheidungshilfen zu einem

evtl. weiteren Schulbesuch gegeben wird.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2 Schulformspezifische Schwerpunkte

2.1 In Schule und Betrieb – die Teilzeitberufsschulen im dualen

System

2.1.1 Ausbildungsgänge im Nahrungsbereich

Vorstellung und Bestandsaufnahme

Innerhalb der vielgestaltigen gewerblichen Abteilung der Schule hat die Nahrungsabteilung die Aufgabe,

Auszubildende in den Nahrungsberufen theoretisch und praktisch auf ihren Beruf vorzubereiten

und zur Prüfung zu führen.

Derzeit (Stand 11/2004) verteilen sich die Schüler, die fast alle über drei Jahre unterrichtet werden

(Grundstufe, Fachstufe 1 und Fachstufe 2), wie folgt:

Handwerksberufe 2001/2002 2004/2005

Bäckereifachverkäuferinnen 22 Schüler 22 Schüler

Bäcker 28 Schüler 29 Schüler

Konditoreifachverkäuferinnen 2 Schüler 4 Schüler

Konditoren/innen 16 Schüler 11 Schüler

Fleischereifachverkäuferinnen 26 Schüler 32 Schüler

Fleischer 26 Schüler 16 Schüler

Handwerk insgesamt 120 Schüler 114 Schüler

ohne Vertrag /Jungarbeiter ----- 18 Schüler

Berufe der IHK

Fachkraft im Gastgewerbe 18 Schüler 5 Schüler

Hotelfachleute 43 Schüler 51 Schüler

Restaurantfachleute 21 Schüler 12 Schüler

Systemgastronomen ----- 5 Schüler

Köchinnen/ Köche 76 Schüler 86 Schüler

Industrie insgesamt 158 Schüler 159 Schüler

In aller Regel werden die Klassen regelmäßig am ersten Berufsschultag über 8 Stunden, 14-täglich

bzw. 3-wöchentlich weitere 6 - 8 Stunden unterrichtet.

Der 2. Berufsschultag wird in der Regel für den praktischen Unterricht genutzt.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Bei den handwerklichen Berufen ist die Schule für die Unterrichtung aller Auszubildenden im Altkreis

Gelnhausen zuständig. Die Konditoren kommen aus dem gesamten Main-Kinzig-Kreis und dem

Kreis Offenbach. Die Bäckereifachverkäuferinnen und die Fleischer aus dem Altkreis Schlüchtern werden

nach der Grundstufe ebenfalls in Gelnhausen unterrichtet.

Das Kollegium steht in engem Kontakt zu Handwerkskammer und Innungen. Sie sind wesentlich an

der Organisation von außerschulischen Veranstaltungen (überbetriebliche Ausbildung), an der Vorbereitung

und Durchführung der Zwischen- und Abschlussprüfungen beteiligt. Hierdurch entsteht häufig

eine unerwünschte Doppelbelastung der Kollegen.

Die oben für den handwerklichen Bereich geschilderten Aufgaben werden hier entsprechend erfüllt.

Zur Vermittlung fachspezifischer Inhalte stehen eine Lehrbäckerei, eine Lehrmetzgerei, eine Lehrküche,

ein Lehrrestaurant, ein Office und ein Lager mit Kühlzelle zur Verfügung.

Für die Berufe der IHK (gastronomischer Bereich) ist die Schule kreisweit zuständig.

Seit mehreren Jahren finden in den Fachräumen Berufswettkämpfe für Auszubildende in den gastronomischen

Berufen statt. Verschiedentlich erreichten Schülerinnen und Schüler vordere Plätze auf

Hessen-Ebene.

Die technologische Entwicklung hat die Abteilungsleitung schon vor Jahren veranlasst, über die Erfordernisse

des Rahmenlehrplans hinaus EDV-Unterricht - zunächst für Hotel- und Restaurantfachleute -

in den Stundenplan aufzunehmen. Bei der Durchführung der Abschlussprüfungen werden die Fähigkeiten

der Schüler im Umgang mit der EDV berücksichtigt. Die begrenzten finanziellen Mittel der Schule

bei gleichzeitiger stürmischer Weiterentwicklung in der betrieblichen Praxis und die sehr unterschiedlichen

Vorkenntnisse und Fähigkeiten auf Schülerseite zwingen zu praktikablen Kompromissen.

Die derzeitige Ausstattung lässt einen zeitgemäßen Unterricht nur begrenzt zu.

Das seit langer Zeit an den Beruflichen Schulen Gelnhausen eingeführte Berufliche Gymnasium wurde

mit Beginn des Schuljahres 1995/96 mit der Schulform Berufliches Gymnasium Ernährung und

Hauswirtschaft (BG Ernährung) erweitert. Kolleginnen und Kollegen der Nahrungsabteilung betreuen

als Tutoren die Ernährungsklassen und erteilen Fachunterricht in den Fächern Ernährungslehre,

Technologie, Wirtschaftslehre des Haushalts, Biologie und Chemie. Neben Leistungskursen im Fach

Ernährungslehre konnte im Jahr 2000 erstmals ein Leistungskurs im Fach Biologie angeboten werden.

Ein Raum im erweiterten C-Gebäude dient als neue, gemeinsame Sammlung für die Fächer Biologie

und Ernährungslehre und wird von den zuständigen Kollegen betreut.

Drei Kollegen/innen nehmen seit Sommer 2003 an einem Fortbildung nach Klippert teil. Dies beinhaltet

die Schwerpunkte Methodentraining, eigenverantwortliches Lernen und Teambildung. Im Juni /Juli

2004 führten wir in den Grundstufenklassen Köche und Fleischer jeweils ein 3-tägiges Lerntraining

durch.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Ergänzende Punkte einer kritischen Bestandsaufnahme

Handwerk

Bäcker, Bäckereifachverkäuferinnen

Konditoren und Konditoreifachverkäuferinnen

- In der Grundstufe werden die Bäcker und Konditoren nach dem Lernfeldkonzept und die dazugehörenden

Verkaufsberufe nach den alten Rahmenlehrplänen unterrichtet.

- Entsprechend finden die Zwischenprüfungen nach alter bzw. neuer Verordnung statt.

- gemeinsame fachliche Grundbildung der Bäcker und Konditoren und der dazugehörenden Verkaufsberufe

im 1. Ausbildungsjahr trotz unterschiedlicher Rahmenlehrpläne

- Grundlehrgang in EDV mit Zertifizierung bis jetzt nur für Bäcker

- Unterschiedliche Leistungsvoraussetzungen in der fachberuflichen Mathematik

Fleischer und Fleischereifachverkäuferinnen

- In der Grund- und den Fachstufen werden die Fleischer und Fleischereifachverkäuferinnen weitgehend

nach dem Lernfeldkonzept unterrichtet.

- Die Zwischen- und Abschlussprüfungen finden nach der alten bestehenden Verordnung statt.

- Praxisräume sichern einen optimalen Unterricht und die Durchführung von Zwischen- und Abschlussprüfungen.

- gemeinsame fachliche Grundbildung der Fleischer und Fleischereifachverkäuferinnen und der Köche

im 1. Ausbildungsjahr trotz unterschiedlicher Rahmenlehrpläne

- Grundlehrgang in EDV mit Zertifizierung für alle Schüler und Schülerinnen in der Mittelstufe

- Besuch außerschulischer Veranstaltungen wie: Fachmessen, Fleischereigroßbetriebe, Betriebsbesichtigungen

Gastronomischer Bereich

• Die neuen Rahmenpläne befinden sich in der Umsetzung. Dies ist ein Prozess, in dem

unterschiedliche Vorstellungen im Kollegium in Einklang gebracht werden müssen.

• Der personelle Umbruch im Kollegium brachte in der Vergangenheit Bewegung in die Organisation

der Stundenpläne. Dadurch entstanden z. B. Lehrerwechsel in den Jahrgängen, was sowohl aus

Schüler- wie aus Lehrersicht als ungünstig empfunden wurde. Feste Klassenteams bestehen noch

nicht in allen Bereichen. Hieraus resultierten z. T. auch ungünstige Klassenzusammensetzungen,

die sich z. B. im schlechten Arbeitsverhalten von Schülern auswirkten.

• Ausstattung an Fachliteratur/Schulbüchern ist stark begrenzt und ist zusätzlich durch Schwund

während der Baumaßnahmen dezimiert.

• Schwierigkeiten ergaben sich z. T. auch im Kommunikations-/Informationsaustausch zwischen

Schule und Betrieben (neue Rahmenpläne, neue Zeugnisse, EDV-Block).

• Durch Zugehörigkeit zu verschiedenen Abteilungen entstehen für Kollegen zusätzliche

Belastungen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Zielvorstellungen

Ziel ist die Entwicklung eines Kompetenzzentrums in Gelnhausen für alle nahrungsgewerblichen Berufe

im Main–Kinzig–Kreis. Es werden alle Auszubildenden des Nahrungsbereichs (Handwerk und IHK) vom

ersten Lehrjahr an in Gelnhausen beschult und nach den neuen Rahmenlehrplänen unterrichtet. Die

Umsetzung der neuen Rahmenlehrpläne erfordert die Zusammenarbeit und gegenseitige Ergänzung

der verschiedenen Nahrungsbereiche (Bäckerei, Konditorei, Fleischerei, Küche und Restaurant).

Aus der Bestandsaufnahme und unserem fachbereichsübergreifenden Ziel lassen sich die folgenden

Ziele für die Nahrungsabteilung ableiten.

Zur Verbesserung des Arbeitsverhaltens der Schüler und zur Arbeitserleichterung für die Kollegen

sollen in der Planung für die kommenden Schuljahre folgende Punkte besondere Beachtung finden:

1. Erarbeitung von Mindestanforderungen für jedes Schuljahr (schuleigener Stoffkatalog in

Abstimmung mit den neuen Rahmenplänen). Hierzu hat bereits ein Arbeitskreis von Kolleginnen

und Kollegen die Arbeit aufgenommen. Bestehende Klassenteams erarbeiten gemeinsam einen

auf die jeweiligen Klassen abgestimmten Stoffverteilungsplan.

2. Auf Grund der Erfahrungen vergangener Prüfungen sehen wir es als wichtig an, nach der

Zwischenprüfung mit jedem einzelnen Prüfling ein Gespräch zu führen. Gesprächsteilnehmer

sollen Ausbilder / Eltern, Fachlehrer, Klassenlehrer und Mitglieder des Prüfungsausschusses sein.

3. Weitere Verbesserung der Kooperation mit den Betrieben (Information über Neuerungen wie etwa

neue Rahmenpläne, Blockunterricht, Zeugnisse etc.). durch Besuche, Ausbilder-besprechungen

und Sprechtage in der Schule.

4. Verbesserung der materiellen Ausstattung der Fachräume.

5. Ausweitung des 3–tägigen Lerntrainings (Sockeltraining) auf alle Grundstufenklassen. (geplant

Februar 2005) geplante Termine:

Grundstufe Köche 5. KW vom 01.02 – 03.02.05

Grundstufe Nahrung 7. KW vom 14.02 – 16.02. 05

Grundstufe Gastgewerbe im März 2005

Ziel ist es, die Schüler zu eigenverantwortlichem und individuellem Lernen zu befähigen. Sie sollen

in die Lage versetzt werden, mögliche Defizite selbständig und mit Hilfe der Lehrer zu minimieren

und sich so gezielt auf die neuen Prüfungsanforderungen vorzubereiten.

6. Einführung der Fachkollegen in das „Klippertprogramm“. Mit dem Ziel, dass diese eigenständig

Lerntrainings in ihren Klassen durchführen. Dazu werden seitens dieser Kollegen, Hospitationen in

den stattfindenden Sockeltrainings durchgeführt.

7. Bereits bestehende Lehrerteams sollen weiterhin zusammenarbeiten und durch Kollegen

(fachübergreifend) erweitert werden.

8. Die Stundenpläne sollen weiterhin so gestaltet werden, dass die Teambildung fortgeführt und

verbessert/stabilisiert werden kann.

Ebenfalls von Bedeutung sind die Forderungen nach durchgängigen Klassenführungen bzw.

stärker fachbezogenem Unterricht. Als Beispiel sei hier die Trennung der Oberstufen-Gast-Klassen

in Hofa-Refa-Klassen und Systemgastronomen genannt, da deren fachtheoretischer Unterricht

stark voneinander abweicht. Schul- und Abteilungsleitung werden gebeten, diesen Forderungen,

soweit möglich, nachzukommen.

Beschulung von Systemgastronomen über die Grundstufe hinaus. Bildung einer Prüfungskommission.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Bäcker, Bäckereifachverkäuferinnen, Konditoren und Konditoreifachverkäuferinnen

- Umstellung des Unterrichts in der Grundstufe auf das neue Lernfeldkonzept

- Erstellung neuer Zeugnisse für die Grundstufe Nahrung unter Berücksichtigung der neuen Rahmenlehrpläne

- Erstellung neuer Prüfungsanforderungen für Bäcker nach dem Lernfeldkonzept (Zwischenprüfung

2005)

- Vorbereitung der Schüler/innen auf die neuen Prüfungsanforderungen

- EDV Unterricht für die Verkäuferinnen und Konditoren

- Fortführung des EDV-Unterrichts für die Bäcker

- Besuch außerschulischer Veranstaltungen wie: Fachmessen, Hess. Landtag, Hess. Rundfunk,

Schokoladenmuseum

Fleischer, Fleischereifachverkäuferinnen

- Volle Umstellung der Unterrichts auf das neue Lernfeldkonzept in allen Klassen

- Erstellung neuer Prüfungsanforderungen für Fleischer und Fleischereifachverkäuferinnen nach

dem Lernfeldkonzept

- Vorbereitung der Schüler/innen auf die neuen Prüfungsanforderungen

- Leistungsstand der Schüler/innen durch gezielte Tests prüfen und beurteilen

- Durch ein geeignetes Unterrichtsarrangement mit schüleraktivierenden Methoden (z. T. nach Klippert)

soll eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten gefördert werden

Das heißt für Schüler/innen:

- Die Schüler/innen sollen ihre Fehler erkennen und einschätzen lernen, sowie selbstständig Maßnahmen

zu ihrer Beseitigung ergreifen

- Lernschwache und besonders begabte Schüler/innen sollen gefördert, bei vorwiegend jugendlichen

Schülern soll ein Erziehen und Fördern ihrer Entwicklung zu verantwortungs-bewussten und

selbstständigen Persönlichkeiten erfolgen

- die Entwicklung der Schüler/innen zu verantwortungsbewussten und selbstständigen Persönlichkeiten

soll gefördert und gegebenenfalls ihre Verhaltensweisen sowie Einstellungen und Werthaltungen

korrigiert werden

Das bedeutet für die Lehrkräfte:

- Schüler/innen sollen beraten werden. Dazu gehört ein Aufzeigen von Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten

entsprechend den Fähigkeiten der Schüler

- ein Weiterentwickeln des Unterrichtskonzepts: Überprüfen und Korrigieren der didaktischen und

methodischen Entscheidungen aufgrund der im Unterricht gewonnenen Erfahrungen; Anpassen

der Lernziele und -inhalte vor allem an die technischen Entwicklungen im Berufsfeld, an die Anforderungen

im Berufsalltag und den neuesten Stand der jeweiligen Fachwissenschaft(en) im Rahmen

der Vorgaben des Schulträgers

- sinnvolle Studienfahrten und Besichtigungen vorbereiten und durchführen

- mit betrieblichen Ausbildern und Ausbilderinnen stärker als bisher kooperieren

- an Kursen, Tagungen, Informationsveranstaltungen, Lehrgängen zur fachlichen und pädagogischen

Weiterbildung teilnehmen

- ggf. in berufsständischen Prüfungsgremien mitarbeiten

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

- ein Mitwirken an der Organisation von Schule und Unterricht sowie Verwaltungstätigkeiten

- einige Organisationsaufgaben in Schule und Unterricht wahrnehmen oder daran mitwirken, z. B.

Schülerlisten anfertigen, Stundenpläne mitgestalten, Schulräume einteilen und betreuen, Klassenbuch

sorgfältig führen, Fehlzeiten nach Konferenzvorgabe kontrollieren

Evaluation

In der Abteilungskonferenz wurde beschlossen, die oben genannten Punkte ein Jahr nach Verabschiedung

dieses Beitrags zum Schulprogramm auf ihre Umsetzung zu überprüfen. Das Ergebnis dieser Evaluation

wird im Schulprogramm dann aktualisiert. Die für die Umsetzung verantwortlichen Personen

sind benannt.

umgesetzte Ziele bis November 2004:

- PC für Lehrerstützpunkt

- Ausstattung des EDV-Raumes mit zeitgemäßer Hard- und Software

- Internetzugang für Schüler im EDV-Raum

- Anbindung des EDV–Raumes an das schulinterne Intranet findet zurzeit statt

- einheitliche Zeugnisse, EDV-gestützt

- Zertifizierung der EDV-Leistungen

- die genannten Ziele durch geeignete Überprüfungsverfahren evaluieren und den Grad der Zielerreichung

dokumentieren bzw. weiter anstreben

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.1.2 Fachgruppe Gestaltung

Beschreibung des Berufsfeldes

In unserem Fachbereich werden folgende handwerkliche Ausbildungsberufe unterrichtet:

- Maler und Lackierer – Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung

- Fahrzeuglackierer

- Bauten- und Objektbeschichter

Die Auszubildenden dieser Berufe werden in drei Jahrgangsstufen (Bauten- und Objektbeschichter nur

in den ersten beiden Jahrgängen) jeweils in einer gemeinsamen Klasse unterrichtet.

Seit dem Schuljahr 2003/04 wird die Ausbildung nach neuen lernfeldstrukturierten Ausbildungs- und

Rahmenlehrplänen organisiert. Im ersten Jahr (der Grundstufe) sind die Unterrichtsinhalte für Maler

und Fahrzeuglackierer identisch, ab der zweiten Jahrgangsstufe wird der Unterricht den

unterschiedlichen Anforderungen gemäß differenziert.

Bauten- und Objektbeschichter haben nach einem Jahr, Maler und Lackierer sowie Fahrzeuglackierer

nach zwei Jahren eine Zwischenprüfung abzulegen, im Jahr darauf findet jeweils die Abschlussprüfung

statt.

Die Schüler werden ausschließlich in kleinen bzw. mittelständischen Betrieben ausgebildet. In jedem

Ausbildungsjahr haben die Schüler außerdem an einem überbetrieblichen Lehrgang der

Handwerkskammer teilzunehmen.

Über die Berufsausbildung hinaus werden im Berufsfeld Farbtechnik und Raumgestaltung Schülerinnen

und Schüler der Bildungsgänge BVJ und EIBE unterrichtet.

Bestandsaufnahme

Der Unterricht findet in Teilzeitform statt – mit einem Hauptberufsschultag pro Woche (6 - 8 Stunden

mit berufsbildendem Unterricht, Politik und Wirtschaftskunde sowie Deutsch) und alle zwei Wochen

einem weiteren Unterrichtstag in der Werkstatt (6 - 8 Stunden berufsbildenden Unterricht).

Unsere Auszubildenden haben unterschiedliche schulische Vorbildungen, vom Schüler ohne

Schulabschluss über Sonder-, Haupt- und Realschulabgängern bis zum Abiturienten.

Auch im Sozialverhalten und hinsichtlich der Lernfähigkeiten unterscheiden sich die Schüler stark. Der

Unterricht muss sich oft mit Schülern auseinandersetzen, die erhebliche soziale Defizite und

Lernstörungen mitbringen.

Die Abteilung Farbtechnik und Raumgestaltung kann derzeit über zwei Werkräume plus Nebenräume

(Farblager, Spritzkabine, Lagerräume, Zeichenraum) sowie über einen Theorieraum verfügen. Durch

die Zusammenlegung eines ehemaligen Farblagers und eines Umkleideraumes wurde für die

Fahrzeuglackierer ein zusätzlicher Fachraum – überwiegend in Eigeninitiative – geschaffen.

Der Unterricht ist handlungsorientiert, es werden in allen Jahrgangsstufen praktische Projekte am und

im Schulgebäude entwickelt und realisiert. Den Schülern werden im zweiten und dritten

Ausbildungsjahr informationstechnische Grundlagen vermittelt.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Ziele und Entwicklungsperspektiven

Unser vorrangiges Ziel ist die Vorbereitung unserer Schüler auf den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung

(Gesellenprüfung).

Darüber hinaus wollen wir unseren Schülern ermöglichen, sich eine nachhaltige Grundlage für ihre

persönliche und berufliche Entwicklung zu bilden – dies schließt ihre fachlichen Fähigkeiten und

Kenntnisse wie auch ihre Allgemeinbildung und insbesondere auch ihre sozialen Kompetenzen ein.

Die Förderung des selbständigen Arbeitens im Team ist dabei eine zentrale Zielsetzung des Unterrichts.

Grundsätzlich wollen wir – so weit wie möglich – durch binnendifferenzierten Unterricht die unterschiedlichen

Fähigkeiten und Voraussetzungen unserer Schüler entwickeln und fördern sowie bestehende

Defizite kompensieren. Die Schüler sollen eine weitgehend angstfreie Lernsituation erleben, in

der sie sich in ihrer Persönlichkeit geachtet fühlen.

Die neuen Rahmenlehrpläne befinden sich noch in der Umsetzungsphase. Dies ist ein Prozess, bei

dem unterschiedliche Vorstellungen der beteiligten Kollegen in Einklang gebracht werden müssen. Dazu

sollte eine regelmäßige Koordinationsstunde im Stundenplan vorgesehen werden.

Durch eine Brandschutzsanierung im Gebäude C wurden alle Fachräume durch Schüler und Lehrer geräumt

und können zurzeit noch nicht genutzt werden. Nach beendigter Sanierung müssen die Räume

wieder hergerichtet und eingeräumt werden.

Der Etat für Verbrauchsmaterialen sollte – insbesondere zur Realisierung der neuen Rahmenlehrpläne

– dringend erweitert werden, fachpraktische Übungen sind oft nur in sehr begrenztem Maße möglich.

Die bestehende fachinterne Mediensammlung soll ergänzt und ausgebaut werden. Es sollte für lernschwächere

Schüler die Einrichtung eines Wahlpflichtunterrichts ermöglicht werden.

Im Verlauf der drei Ausbildungsjahre soll jeweils eine berufsbezogene Studienfahrt durchgeführt werden.

Die bestehenden guten Kontakte zur Innung und zu den Ausbildungsbetrieben sollen gepflegt und

weiterentwickelt werden. Zur Verbesserung der Kommunikation soll ein E-Mail-Postfach des Fachbereichs

eingerichtet werden.

Überprüfung der Zielsetzungen (Evaluation)

Die kontinuierliche Evaluation unserer Ziele wird gewährleistet durch

• wöchentlichen Austausch über Lernsituation und Klassenklima halbjährlichen Fachbereichstag

(ganztägig) zur Lernfeldentwicklung sowie zur Überprüfung und Fortschreibung unseres Programms

• halbjährliche Reflexion der Prüfungsergebnisse unserer Auszubildenden, um eventuell bestehende

Schwachstellen zu ermitteln

• halbjährliche anonyme Befragung unserer Schüler hinsichtlich ihrer Einschätzung des Unterrichts

und ihrer Lernmotivation

• jährliches Ausbildertreffen zum Erfahrungsaustausch mit den Ausbildungsbetrieben.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.1.3 Fachgruppe Holztechnik

Analyse des Istzustandes

• Unterricht nach der alten Ausbildungsordnung und dem noch gültigen Rahmenlehrplan

• Bestehender Förderkurs in Mathematik in HO 11

• Bestehender Förderkurs in Mathematik, Technologie und Zeichnen in HO 12

• Schulung in CNC und CAD in HO 11 und HO 12

• Durchführung des Projektes Kleinmöbel (Tischler) in den Ausbildungshalbjahren 4 und 5 unter Einbeziehung

der Holzwerkstatt und der Ausbildungsbetriebe sowie Bewertung und Ausstellung der

Projektarbeiten.

• Keine Koordinationsstunden für eine bessere Verzahnung von Theorie und Praxis

Zielvorstellungen

1. Die Umsetzung des neuen Rahmenlehrplanes nach dessen Inkrafttreten.

2. Für eine bessere Abstimmung im Kleinmöbelprojekt ist die Einrichtung von 2 Koordinationsstunden

erforderlich. Diese soll abwechselnd in der Werkstatt und im Unterrichtsraum erfolgen und

aus einer Doppelbesetzung durch Werkstatt- und Theorielehrer bestehen.

3. Der CNC-Unterricht (CAD, CAM) soll enger verzahnt werden. Im Computerraum am PC erstellte

Werkstücke sollen möglichst zeitnah an der CNC-Maschine umgesetzt werden.

Evaluation

1. Da der neue Rahmenlehrplan nach wie vor nur als Entwurf vorliegt (er wurde erneut zurückgezogen)

fehlt uns die rechtliche Grundlage für gezielte Weiterentwicklungen. Es wurde nur in Einzelfällen

projektorientiert gearbeitet.

2. Im Förderunterricht werden alle prüfungsrelevanten Fächer je nach Schwächen der einzelnen

Schüler unterrichtet. In der Vergangenheit wurden dadurch die Leistungen der Schüler deutlich

verbessert.

3. Projektorientiertes und Fächerübergreifendes Arbeiten konnte in der Vergangenheit bereits im

Rahmen eines Projektes (Kleinmöbel) erprobt werden. Hierbei wurde im dritten Ausbildungsjahr

der Tischler eine Art Vorgesellenstück erstellt. Diese Arbeit wurde von den Schülern selbstständig

geplant (Einzelprojektarbeit). Der Unterricht wurde in dieser Zeit der Planung, Vorbereitung und

Durchführung fächerübergreifend gestaltet. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben.

Der Ablauf des Projekts Kleinmöbel wurde weiter verbessert. Das Projekt ist

sehr erfolgreich.

4. Das erneute Überprüfen der Zielvorstellungen soll am Ende des Schuljahres durch Kollegen des

Fachbereiches Holz erfolgen. Die Einladung erfolgt durch den Fachbereichsleiter. Wir hoffen dann

auf das Vorliegen eines neuen Rahmenlehrplans mit Lernfeldern.

Verfasser: Röß, Wagenhäuser, Zinkhan

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.1.4 Ausbildung zum Kälteanlagenbauer

Kälteanlagenbauer werden als eigenständiger Handwerksberuf seit Anfang der achtziger Jahre

ausgebildet. Dieses neue Berufsbild beinhaltet Elemente aus Berufen der Metall- und Elektrotechnik

sowie der Naturwissenschaften.

Bestandsaufnahme

Die hessischen Kälteanlagenbauer werden in Landesfachklassen unterrichtet. Der Fachbereich ist dreizügig

aufgebaut. Die Schülerzahl bewegt sich zwischen 230 und 270 pro Schuljahr. Unterricht findet in

Wochenblöcken statt.

Die Schüler sind relativ gut vorgebildet. Ein Drittel besitzt den Hauptschulabschluss und ca. zwei

Drittel den Mittleren Bildungsabschluss. Einige Schüler beginnen die Ausbildung mit Abitur und

Fachhochschulreife.

Zum Fächerkanon im berufsbezogenen Unterricht gehören Kältetechnik, Klimatechnik und Elektro

(Schaltungs)–Technik. Fachterminologie wird auch in englischer Sprache vermittelt.

Durchgängiges Prinzip der Unterrichtsführung ist die Anwendung moderner technischer Kommunikationsmittel.

Der Beruf des Kälteanlagenbauers erfordert vertieftes mathematisch-naturwissenschaftliches Verständnis.

Um die komplexen Zusammenhänge für die Auszubildenden erfahrbar zu machen, wird

Demonstrationsunterricht an speziellen Kälte- und Klimaanlagen durchgeführt.

Dem Fachbereich stehen 3 Klassenräume und 1 Sammlungsraum für kälte- und klimatechnische

Demonstrationsgeräte zur Verfügung. Zurzeit findet auch im Sammlungsraum der Demonstrationsunterricht

statt. Dies führt dazu, dass die Schüler nicht hinreichend Platz finden, um an den Geräte zu

arbeiten und der Fachlehrer gezwungen ist, vor jeder Unterrichtstätigkeit Geräte zu rangieren.

Mittlerweile fehlt sogar der Platz zum Rangieren.

Der Fachbereich hat intensive Kontakte zu den Ausbildungsbetrieben und zur Kälteinnung in Maintal.

Die Kollegen sind Mitglieder im Berufsbildungs- und Gesellenprüfungsausschuss. Im Rahmen der

regelmäßigen Ausbilderversammlungen und Freisprechungsfeiern werden die Kontakte gepflegt. Der

Fachbereich erhält von Seiten der Landesinnung Kälte- und Klimatechnik in Maintal vielfältige

Unterstützung sowie von Zulieferfirmen und Ausbildungsbetrieben.

Die Hersteller von kälte- und klimatechnischen Komponenten, Kältemitteln und technischen Gasen

sind regelmäßig im Fachbereich zu Vorträgen eingeladen.

Weiterhin wird der Unterricht dadurch unterstützt, dass eine Absprache zwischen dem Ablauf der

überbetrieblichen Ausbildung und den Inhalten des Berufsschulunterrichts stattfindet.

Die Oberstufenklassen besuchen die Fachmesse IKK in Nürnberg.

Für lernschwache Schüler wird in Zusammenarbeit mit regionalen Bildungsträgern Stützunterricht

organisiert.

Für die Landesfachklassen ist es erforderlich, dass der Fachbereich bei der Vermittlung von

Übernachtungsmöglichkeiten behilflich ist.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Zielvorstellungen

Um in der Unterstufe den Theorieunterricht fachpraktisch zu untermauern, ist es sinnvoll,

handwerkliche Werkzeuge im Klassenraum zu Demonstrationszwecken einzusetzen. Hierzu sind

sowohl ein didaktisches Konzept zu entwickeln als auch technische Voraussetzungen zu schaffen.

Neue Rohrverbindungstechniken (Steckverbindungen) sind in das Unterrichtsgeschehen zu

integrieren.

In der Mittelstufe ist das didaktisch-methodische Konzept der Erarbeitung von klimatechnischen

Anlagenarten und Messmethoden unter handlungsorientierten Vorgaben weiter auszubauen.

Der hohe elektrotechnische Anteil in allen Jahrgängen wird zurzeit nicht durch fachpraktische

Übungen und Demonstrationsunterricht untermauert. Dieser Mangel ist aus Sicht des Fachbereiches

sofort zu beheben, da der Transfer vom Theoretischen zum Praktischen für Schüler nicht

gewährleistet ist. Die Schulleitung wird gebeten, den entsprechenden Fachlehrer bereitzustellen.

Wie in der Bestandsaufnahme bereits angeführt ist, besteht für den kälte- und klimatechnischen

Demonstrationsunterricht akuter Raummangel. Die Qualität des Unterrichts leidet erheblich unter den

beengten Verhältnissen und ist insbesondere vor dem Hintergrund einer Landesfachklasse nicht zu

vertreten. Nach den Vorüberlegungen sind 120 m² Raumfläche nötig.

Gegenwärtig befindet sich ein neuer Rahmenlehrplan in Bearbeitung. Dieser wird auf dem

Lernfeldprinzip beruhen. Die in nächster Zeit erforderliche Neukonzipierung der Unterrichtsinhalte

nach dem Lernfeldkonzept erfordert eine didaktisch-methodische Neugestaltung.

Evaluation

Im Laufe des Schuljahres 2005/06 wird eine Überprüfung der gesteckten Ziele im Fachbereich

durchgeführt.

Verfasser: Bös, Harth, Hommers, Tonert

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.1.5 Beitrag der Metall-Abteilung zum Schulprogramm

Ziel der Berufsausbildung, wie sie in den aufgeführten Berufsgruppen und Fachrichtungen stattfindet,

ist zum einen die Ausbildung der Schüler in fachbezogenen Inhalten. Diese orientieren sich an der

Weiterentwicklung der Wirtschaft, die auch erfordern, dass die Schüler Kompetenzen entwickeln (z. B.

sich selbstständig Informationen zu beschaffen), um den sich wandelnden Anforderungen durch die

Gesellschaft gewachsen zu sein. Etwa Veränderungen von Anforderungen durch technologischen

Fortschritt, mehr Kundennähe und Strukturwandel.

Eine weitere Aufgabe der Metallabteilung ist es, Schülern ohne Ausbildungsplatz Einblicke in o. g.

Berufe zu ermöglichen. Zum anderen ist es nicht nur erforderlich, sondern auch Anliegen der Lehrer

sowie Auftrag an die Berufsschule, die jungen Menschen auf ihrem Weg zu mündigen Bürgern zu

begleiten - entsprechende Unterstützung konkretisiert sich in den Fächern Deutsch, Politik und

Religion.

Der IST-Zustand der Metallabteilung/Einordnung der Metallkernberufe

Die Metallabteilung findet sich innerhalb der Abteilung im folgenden Organisationsrahmen wieder:

Abteilung 2 (Herr Hammerich)

Fachschule für

Kunststoff- und

Kautschuktechnik

Berufsschule für die

Verfahrensmechaniker

für Kunststoff- und

Kautschuktechnik

Berufsschule für die

kraftfahrzeugtechnischen

Berufe

23

Metallabteilung:

Berufsschule für die

Metallkernberufe

Herr Wamser Herr Geiger Herr Mirow Herr Heberling

Die Berufsfachschule Metall ist der Abteilung 1(Herr Richter) zugeordnet, wobei hier die Abteilungen

sehr eng zusammenarbeiten (z. B. werden die Abteilungskonferenzen gemeinsam abgehalten).

Die Berufsschule für Kälte- und Klimatechnik der Abteilung 3 (Herr Harth) zugeordnet.

Metallkernberufe

Haustechnisch

e Berufe

Anlagenmechaniker

für

Heizungs- und

Sanitärtechnik

(Handw.)

Herr Nau

Zerspanungstechnische

Berufe

FeinwerkWerkzeugmechanikermechaniker (Handw.) (IHK)

Herr Lanz

Herr Lanz

Konstruktionstechnische Berufe

Metallbauer

(Handw.)

Herr

Heberling

Zur Verfügung stehende materielle und räumliche Ausstattung:

Konstruktions

mechaniker

(IHK)

Herr

Heberling

Anlagenmechaniker

(IHK)

Herr

Heberling

• Neben herkömmlichen Unterrichtsräumen verfügt die Abteilung über EDV- und

Werkstatträume sowie ein Steuerungstechnik- und Messtechniklabor

• Allen Fachrichtungen steht eine gemeinsame „Sammlung“ von Unterrichtsmaterialien zur

Verfügung, die den aktuellen Anforderungen an Ausbildung leider nur noch teilweise gerecht

wird.

• Kooperationen mit Betrieben finden in vielfältiger Form statt:

Betriebsbesichtigungen der Lehrkräfte, um neue Techniken sowie Verfahren kennen zu lernen


SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

• Betriebsbesichtigung mit Schülern um im Unterricht erarbeitete Inhalte zu vertiefen sowie

Verfahren/Maschinen/Techniken nach dem neuesten Stand der Technik kennen zu lernen.

• Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft im Hinblick auf Weiterbildungveranstaltungen (z.

B. Meisterausbildung, CAD-Lehrgänge, etc.)

• Mitarbeit in Prüfungsausschüssen der IHK und der Handwerkskammern

• Mitarbeit in den Landesarbeitsgemeinschaften zwecks Entwicklung von Lernfeldern gemäß der

neuen Rahmenlehrpläne

Detaillierte Beschreibungen innerhalb der einzelnen Berufsgruppen der Metallkernberufe sind den

Beschreibungen der Fachrichtungen zu entnehmen.

Zielvorstellungen und Maßnahmen die Metallabteilung insgesamt betreffend

(Metall-Kern-Berufe)

Hinsichtlich der Organisation der Berufsgruppen soll eine schon weitgehend vorhandene Zuordnung zu

den in den Gruppen unterrichtenden Lehrern erfolgen. Dies soll vor allem die Einarbeitung in die

neuen Rahmenlehrpläne, die Absprache und Entwicklung neuer Unterrichtsformen, sowie die

Organisation und Weitergabe fachspezifischer Weiterbildung erleichtern, als auch die fachspezifische

Zusammenarbeit mit außerschulischen Gremien zu organisieren.

Für die gesamte Abteilung 2 (Herr Hammerich) wurde ab Februar 2005 Herr Schönmeyer als

Fachkoordinator für die allgemeinbildenden Fächer gewählt.

Des weiteren soll eine alle Bereiche der gesamten Abteilung umfassende Koordinatorenstelle für die

allgemeinbildenden Fächer geschaffen werden (näheres hierzu in der Abteilungsbeschreibung – s. o.)

Weitere Ziele der Abteilung sind:

• die Weiterbildung der Kollegen in Form von Seminaren, kollegiumsintern sowie unter

Einbeziehung externer Dozenten

• die Verbesserung der oben erwähnten, zum Teil mangelhaften materiellen Ausstattung

Bodo Schönmeyer, Markus Heberling, Manfred Aul

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.1.6 Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung, Klima

Bestandsaufnahme

• In jeder Jahrgangsstufe besteht eine Klasse mit etwa 15 bis 25 Schülern.

• Die Vorbildung der Schüler erstreckt sich über alle Schulformen, beginnend bei Schülern ohne

Schulabschluss über Sonder-, Haupt- und Realschüler, in seltenen Fällen auch Abiturienten. Der

überwiegende Teil der Schüler besitzt jedoch den Hauptschulabschluss.

• In der Grundstufe (1. Ausbildungsjahr) werden die Schüler im Schuljahr 2004/2005 erstmalig als

eigenständige Klasse geführt. Grund hierfür ist einerseits die Neuordnung des Ausbildungsberufes

und der damit verbundenen Umorganisierung der Schulstandorte Gelnhausen und Schlüchtern.

Zum Anderen das Bemühen der beteiligten Lehrkräfte, auch im 1. Lehrjahr eine eigenständige

Klasse zu führen (Zielvorstellung 2001/2002).

• Die Sicherung des Schulstandortes Gelnhausen für die Anlagenmechaniker SHK ist zurückzuführen

auf die zentrale Lage der Schule im Main-Kinzig-Kreis, die räumliche Nähe der meisten Ausbildungsbetriebe

zur Schule, die vorbildliche Ausstattung der Theorie- und Praxisräume und die

Bemühungen engagierter Kollegen im Fachbereich.

• Personelle Situation: Seit neuestem stehen dem Fachbereich fünf Lehrkräfte zur Verfügung, drei

der unterrichtenden Kollegen besitzen eine umfangreiche Berufserfahrung in diesem Bereich.

• Die Schüler haben an unterschiedlichen Wochentagen einen Hauptberufsschultag sowie einen

zweiwöchentlichen Fachpraxisunterricht.

• Für den praktischen Unterricht steht ein Bankraum im Werkstattbereich zur Verfügung, ausgestattet

mit praxisrelevanten Werkzeugen, Montagewänden zum Aufbau von Wärmeverteilungsanlagen

oder Gas- und Wasserinstallationen. Ebenso stehen funktionsfähige Kesselanlagen und

Wärmeerzeuger modernster Bauart als Demonstrationsobjekte zur Verfügung.

• Zweimal pro Jahr (im Sommer und Winter) werden an den Beruflichen Schulen in Gelnhausen die

Zwischen- und Gesellenprüfungen für Zentralheizungs- und Lüftungsbaue sowie für den neu

geschaffenen Anlagenmechaniker SHK organisiert, wobei sowohl der theoretische als auch der

praktische Prüfungsteil in der Schule abgehandelt werden, Organisation und Durchführung liegen

maßgeblich bei den zuständigen Lehrern.

• Es besteht guter Kontakt zu verschiedenen Ausbildungsbetrieben und der Handwerkskammer.

Unter Anderem werden bei organisatorischen Fragen der Unterrichtsplanung oder bei

überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen Absprachen mit der Handwerkskammer und Vertretern

der Betriebe getroffen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Zielvorstellungen

• Eigener Klassenraum für den Fachbereich SHK

• Anschaffung bzw. Erneuerung der Präsenzbibliothek für Lehrer und Schüler

• Kontaktaufnahme mit den Kollegen aus dem Fachbereich Kälte- und Klimatechnik, da die

Auszubildenden in Zukunft verstärkt mit Lerninhalten aus dem Bereich Klimatechnik

konfrontiert werden

• Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen zur fachlichen Qualifizierung

• Weitere Mitarbeit in der Regionalgruppe Süd zur Umsetzung des neuen

lernfeldorientierten Rahmenlehrplans im Unterricht

• Weiterer Ausbau der Werkstatt- und Demonstrationsausstattung, insbesondere für die

Lernfelder Be- und Entwässerung sowie Gasinstallation.

Evaluation

Formulierte Ziele (2001 - 2004) Aktueller Stand (Nov. 2004)

1. Entwurf eines modifizierten

fachpraktischen Lehrplans mit der

Zielsetzung einer besseren Verknüpfung

von Theorie und Praxis

2. Weiterer Ausbau der technischen Anlagen

im Praxisbereich

3. Sicherung des zweiten Berufsschultags

für alle Fachstufenklassen

4. Verstärkt fachbezogener Unterricht schon

im ersten Ausbildungsjahr

5. Ausbau der Verbindung von Theorie und

Praxis

6. Verstärkte Kooperation von

Handwerkskammer,

Ausbildungsbetrieben,

Prüfungsausschüssen und Berufsschule

7. Verstärkte Vermittlung von Inhalten im

Bereich der Nutzung regenerativer

Energien

8. Umsetzung der neuen Rahmenlehrpläne

für den fachtheoretischen und

fachpraktischen Unterricht

9. Teilnahme an

Fortbildungsveranstaltungen der Lehrer

zur fachlichen Qualifizierung

10. Ergänzung der Lehrmittelsammlung

26

Es existiert ein neuer Rahmenlehrplan für den Beruf des

Anlagenmechanikers SHK, der von unserem Kollegium an die

Gegebenheiten unserer Schule angepasst wurde. Durch die

lernfeldorientierte Struktur ist eine bessere Verzahnung von

Theorie und Praxis gegeben.

Die bis dato nur als Demonstrationsobjekte vorhandenen

Kesselanlagen wurden in Schülerprojekten zu einem voll

funktionstüchtigen Heizungslabor ausgebaut. Die

vorhandenen Montagewände werden zur Zeit modifiziert und

erweitert.

Ist in diesem Jahr umgesetzt.

In diesem Jahr war es möglich eine eigene Klasse für die

Auszubildenden im 1. Lehrjahr zu bilden, fachbezogener

Unterricht ist dadurch von Anfang an möglich.

Vgl. Ziel Nr. 1

Es besteht reger Austausch zwischen den Ausbildungspartnern

sowie dem Prüfungsausschuss.

In Schülerprojekten wurde umgesetzt:

Erstellung und Inbetriebnahme von Anlagen zur Nutzung von

Sonnenenergie (Photovoltaik und Thermosolar) auf dem

Dach des Schulgebäudes.

Planung und zum Teil Ausführung von Arbeiten zur

Inbetriebnahme der schuleigenen Anlage zur

Regenwassernutzung.

Bau eines solarbetriebenen Kühlschranks.

Seit dem 01.08.2003 gelten die verbindlichen Rahmenlehrpläne

für den Anlagenmechaniker SHK, welche an

unserer Schule umgesetzt werden. Außerdem nehmen die

Kollegen regelmäßigen an Treffen der Regionalgruppe Süd

SHK teil, die sich mit der Umsetzung der neuen Lehrpläne im

Unterricht beschäftigen.

Kollegen aus dem Fachbereich haben in den vergangenen

zwei Jahren verschiedene Lehrgänge besucht, unter

Anderem der Firmen Buderus, Vaillant, Weishaupt. Weiterhin

nahmen die Lehrkräfte an einer Fortbildungsmaßnahme zum

Thema Gebäudemanagement teil. Fachmessen werden

regelmäßig besucht.

Die Lehrmittelsammlung konnte wegen Mittelkürzungen nicht

erweitert werden.


SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.1.7 Ausbildung Heizungsbauer - Unterabteilung Zentralheizungs- und

Lüftungstechnik

Bestandsaufnahme

• Zwei bis drei Klassen mit stark schwankenden Schülerzahlen.

• Klassenstärken bis 30 Schüler

• Die Vorbildung der Schüler erstreckt sich über alle Schulformen, beginnend bei Schülern ohne

Schulabschluss über Sonder-, Haupt- und Realschüler bis hin zu Abiturienten, wobei die Mehrzahl

der Schüler Abschlüsse der Haupt- und Realschule besitzt.

• In der Grundstufe (1. Ausbildungsjahr) werden die Schüler mit anderen Auszubildenden aus dem

handwerklichen Metallbereich gemeinsam unterrichtet, ab der Fachstufe werden fachtheoretischer

und fachpraktischer Unterricht speziell für diese Berufsgruppe angeboten.

• Im zweiten Ausbildungsjahr stoßen Auszubildende der Berufsschule in Schlüchtern zu den Fachstufenklassen

in Gelnhausen.

• Personelle Situation im Lehrerbereich: Zwei Lehrer im Theorie- und (seit November 2001) ein

Fachlehrer im Praxisbereich.

• Die Schüler haben an unterschiedlichen Wochentagen einen Hauptberufsschultag, praktischer

Unterricht kann seit November 2001 für alle Jahrgangsstufen angeboten werden.

• Für den theoretischen Unterricht steht ein fester Klassenraum zur Verfügung, der mit entsprechenden

Arbeitsmaterialien ausgestattet ist.

• Für den praktischen Unterricht steht ein Bankraum im Werkstattbereich zur Verfügung, ausgestattet

mit praxisrelevanten Werkzeugen.

• Kesselanlagen und Wärmeerzeuger modernster Bauart als Demonstrationsobjekte sind vorhanden.

• Zweimal pro Jahr (im Sommer und Winter) werden an den Beruflichen Schulen in Gelnhausen die

Zwischen- und Gesellenprüfungen für Zentralheizungs- und Lüftungsbauer organisiert, wobei

sowohl der theoretische als auch der praktische Prüfungsteil in der Schule abgehandelt werden,

Organisation und Durchführung liegen maßgeblich bei den zuständigen Lehrern.

Zielvorstellungen und Zeitplanungen

Im 2. Schulhalbjahr 2001/2002:

• Entwurf eines modifizierten fachpraktischen Lehrplans mit der Zielsetzung einer besseren

Verknüpfung von Theorie und Praxis

• Weiterer Ausbau der technischen Anlagen im Praxisbereich

• Sicherung des zweiten Berufsschultags für alle Fachstufenklassen

Im Schuljahr 2002/2003:

• Verstärkt fachbezogener Unterricht schon im ersten Ausbildungsjahr

• Ausbau der Verbindung von Theorie und Praxis

• Verstärkte Kooperation von Handwerkskammer, Ausbildungsbetrieben, Prüfungsausschüssen und

Berufsschule

• Verstärkte Vermittlung von Inhalten im Bereich der Nutzung regenerativer Energien

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Langfristig anstehende Aufgabenstellung:

Das Berufsbild des Zentralheizungs- und Lüftungsbauers steht vor einem grundlegenden Wandel.

Dieser Wandel ist durch erste Entwürfe und die Festlegung wichtiger Eckpunkte durch die

Sozialpartner schon auf den Weg gebracht. Die Berufsbilder der Gas- und Wasserinstallateure sowie

der Zentralheizungs- und Lüftungsbauer sollen neu geordnet und zu einem Beruf zusammengefügt

werden (mögliche Berufsbezeichnung „Installateur- und Heizungsbauer“).

Auf Bundesebene werden die Sachverständigengremien im Jahr 2002 die Arbeit aufnehmen. Ziel ist

es, bis zum Frühjahr 2003 einen Erlass einer neuen Ausbildungsordnung und einen neuen

Rahmenlehrplan vorzulegen. Zum 1. August 2003 kann dann die Neuordnung dieser Berufe in Kraft

gesetzt werden.

Für die Beruflichen Schulen in Gelnhausen stellt dies eine grundlegende Veränderung dar, wobei die

Zusammenlegung der beiden Berufe als sinnvoll und deutlich praxisnäher gesehen wird. Allerdings

ergeben sich daraus eine Fülle von Aufgaben für die Zeitspanne von Anfang 2002 bis August 2003:

• Umsetzung der neuen Rahmenlehrpläne für den fachtheoretischen und fachpraktischen Unterricht

• Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen der Lehrer zur fachlichen Qualifizierung

• Ergänzung der Lehrmittelsammlung

• Ausbau der Werkstatt- und Demonstrationsausstattung insbesondere im Ausbildungsbereich der

Gas- und Wasserinstallation

Evaluation

Ein Jahr nach Verabschiedung des Schulprogramms wird der Fachbereichssprecher bzw. die

Abteilungsleitung eine Fachbereichskonferenz einberufen.

Verfasser: Aul, Mans, Nau, Schott

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.1.8 Bankkaufleute

Vorbemerkung:

Die Schülerinnen und Schüler stehen im Mittelpunkt der Schule. Die Beruflichen Schulen Gelnhausen

wollen ihnen und anderen am Schulleben beteiligten Personen einen Erfahrungsraum bieten, in dem

sie ihre jeweiligen Ziele und Aufgaben angemessen umsetzen können.

Ziel ist es, sowohl die berufliche als auch die gesellschaftliche Handlungskompetenz der Schülerinnen

und Schüler zu stärken und damit einen Beitrag zur ganzheitlichen personalen Förderung eines jeden

zu leisten.

Der Berufsschulunterricht ist deshalb so zu gestalten, dass

• er für die Lernenden integrierend und orientierend wirkt,

• gemeinsame Praxisfelder erfolgreich von allen Beteiligten bearbeitet werden,

• die Lernenden ihre Fragen, Probleme und Erfahrungen in den Unterricht einbringen und den

gemeinsamen Lernprozess mitgestalten können,

• einerseits eine Atmosphäre der Vertrautheit und andererseits der notwendigen Distanz, der

kommunikativen Beziehung und der gemeinsamen sachlichen Arbeit entsteht,

• die persönliche und berufliche Entwicklung der Lernenden stabilisiert und gefördert wird.

Bestandsaufnahme

Die Schüler kommen aus Ausbildungsbetrieben, die ihren Sitz in Städten und Gemeinden der Altkreise

Gelnhausen und Schlüchtern innerhalb des Main-Kinzig-Kreises haben. In den vergangenen Jahren

hatte in der Regel etwa die Hälfte der Schüler die allgemeine Hochschulreife vor Beginn ihrer

Ausbildung erworben, während die andere Hälfte sich aus ehemaligen Realschülern, ehemaligen

Schülern der Fachoberschule und vereinzelt auch aus Berufsfachschülern zusammensetzte.

Die Ausbildungsbetriebe haben zurzeit Probleme, geeignete Auszubildende für den Ausbildungsberuf

Bankkauffrau/-kaufmann zu finden. Es zeigt sich im Unterricht, dass ein Teil der Berufsschüler sowohl

die notwendigen intellektuellen Voraussetzungen als auch die erforderliche Arbeitshaltung vermissen

lässt.

Die Klassenstärke hat sich in den letzten Jahren auf ca. 15 bis 20 Schüler eingependelt, da etliche

Banken im Raiffeisen-Verbund fusionierten. Es wird daher pro Jahrgang eine Klasse gebildet.

Die Dauer der Ausbildung beträgt grundsätzlich drei Jahre. In der Regel haben allerdings etwa 2/3 der

Auszubildenden zweieinhalbjährige Ausbildungsverträge und das andere Drittel der Schüler dreijährige

Ausbildungsverhältnisse vereinbart.

Eine Zusammenarbeit mit abgebenden Schulen findet nicht statt; wir halten sie nicht für erforderlich.

Unterrichtliche Voraussetzungen

Personelle Voraussetzungen

Die zur Verfügung stehenden Lehrerstunden decken derzeit den erforderlichen Umfang gemäß

Rahmenstundentafel nicht ab. Zurzeit werden etwa 10 % des Stundensolls nicht erteilt; die Fächer

Politik, Religion und Sport werden als eigenständige Fächer nicht unterrichtet.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Sachliche Voraussetzungen

Die Mittelzuweisung zur Anschaffung von Lehrbüchern je Berufsschüler reicht nicht aus. Aufgrund

ständiger fachlicher Veränderungen müsste eigentlich alljährlich die Fachliteratur ausgetauscht

werden. Den Schülern wird empfohlen, sich ein Lehrwerk zur Bankbetriebslehre selbst anzuschaffen.

Inhaltliche Voraussetzungen

Der Unterricht orientiert sich seit 1999 an dem Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz, der in

zwölf Lernfelder aufgeteilt ist. Bei der Umsetzung der Lernfelder soll auf Handlungsorientierung des

Unterrichtes besonderer Wert gelegt werden.

Problematisch dabei ist die zeitliche und teilweise inhaltliche Divergenz des schulischen

Rahmenlehrplanes mit dem Ausbildungsrahmenplan der Betriebe. Im Hinblick auf die

Zwischenprüfung wird das Lernfeld 6 in das erste Ausbildungsjahr vorgezogen.

Die Lehrer des Fachbereichs treffen sich einmal jährlich zum Erfahrungsaustausch mit den Ausbildern

der Betriebe.

In der Regel bestehen unsere Schüler die Abschlussprüfung überwiegend mit guten oder

befriedigenden Ergebnissen; allerdings erhält die Schule im Rahmen der Abschlussprüfung keine

Rückmeldung von Seiten der IHK über die Ergebnisse unserer Schüler im Vergleich zu anderen

Ausbildungsschulen.

Zielvorstellungen

Um die im Rahmen der Bestandsaufnahme formulierten Voraussetzungen zu verbessern, streben wir

folgende Ziele an:

Personelle Ziele

Die Zuweisung an Lehrerstunden muss in dem Umfang erfolgen, dass 12 Wochenstunden Unterricht

je Klasse erteilt werden können. Wöchentlich sollte ein Unterrichtstag mit acht und ein weiterer mit

acht Unterrichtsstunden 14-täglich eingerichtet werden. Die im Bankenbereich tätigen Lehrer bilden

ein Team, das die Verteilung der Lernfelder selbst organisiert. Anzustreben ist, dass der Klassenlehrer

mit mindestens vier Stunden pro Woche eingesetzt ist. Inhaltliche und organisatorische Absprachen

sollten regelmäßig stattfinden.

Sachliche Ziele

Es sollte im Kernbereich der Schule ein Fachraum für Bankklassen eingerichtet werden. Die

Ausstattung dieses Raumes sollte eine Tafel, eine Pinnwand (oder eine Leiste), einen OHP und einen

PC umfassen. Für den gesamten Berufsschulbereich der kaufmännischen Abteilung sollte zusätzlich ein

Beamer zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sind zwei Schränke erforderlich, in denen

Lehrmaterialien, Gesetzestexte etc. aufbewahrt werden können. Dort sollte für jeden Schüler je ein

Ordner mit den Abschlussprüfungen bzw. Zwischenprüfungen der letzten vier Jahre zur Verfügung

stehen.

Inhaltliche Ziele

Zukünftig sollte das Unterrichtsfach Religion zumindest in der Grundstufe, das Fach Englisch in den

ersten 1,5 Jahren mit je einer Wochenstunde durchgängig unterrichtet werden. Den Schülern soll

dadurch die Teilnahme an dem KMK-Fremdsprachenzertifikat Englisch ermöglicht werden. Darüber

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

hinaus sind politische und ethische Werte im Fachunterricht zu berücksichtigen. Das Prinzip der

Handlungsorientierung wird beibehalten.

Externe Lehrveranstaltungen

Zur Vertiefung der politischen Bildung sollte nach der schriftlichen Abschlussprüfung im November

bzw. Anfang Dezember eine Studienfahrt nach Berlin durchgeführt werden. Sie dauert drei oder vier

Tage und schließt einen Samstag ein. Zum Ausgleich ausfallender betrieblicher Ausbildungsstage

werden ein bzw. zwei Schultage verwendet.

Während des Aufenthaltes in Berlin ist ein Besuch des Reichstages einschließlich einer Plenarsitzung

verpflichtend in das Programm aufzunehmen.

Zusammenarbeit mit den Betrieben

Wie bisher soll einmal pro Schuljahr, jeweils im März, ein Treffen mit den Ausbildern der Betriebe in

der Schule stattfinden. Wünschenswert wäre, gemeinsam mit den Ausbildungsbetrieben Projekttage

zu bestimmten Fachthemen durchzuführen. Die Schule könnte von der Fachkompetenz der Betriebe

profitieren, wenn es gelänge, Referenten zu bestimmten Themen in die Schule einzuladen.

Zusammenarbeit mit der IHK Hanau

Es ist anzustreben, dass die schulischen Leistungen in die Ergebnisse der Abschlussprüfung einfließen.

Dies erscheint schon allein deshalb sinnvoll, weil beim derzeitigen Prüfungsverfahren das Ergebnis vor

allem von einer schriftlichen Prüfung von viereinhalb Stunden Dauer an einem Vormittag bestimmt

wird. Dies widerspricht unserem pädagogischen Grundverständnis. Abgesehen davon sollten die

Lehrer im Bankenbereich weiterhin aktiv am Prüfungswesen der Kammer teilnehmen.

Evaluation

Die Lehrer im Bankenbereich beabsichtigen, zur Kontrolle ihrer eigenen Unterrichtstätigkeit am Ende

eines jeden Schuljahres eine Überprüfung durchzuführen. Methode dieser Überprüfung ist die

Auswertung von Fragebögen, die die Schüler ausfüllen (interne Evaluation).

Die Fachbereichskoordinatorin lädt schulintern zur Fachbereichskonferenz Bank ein, extern findet die

Evaluation durch Treffen zwischen den Ausbildern der örtlichen Kreditinstitute und Mitgliedern des

Fachbereichs statt.

Darüber hinaus wird ein „Benchmarking“ anhand der Prüfungsergebnisse (IHK–Durchschnitt)

vorgenommen.

Evaluation vom 17.11.2004

1. Personelle Ziele

Zurzeit werden 11 Wochenstunden Unterricht je Klasse erteilt; ansonsten wurden alle personellen

Ziele erreicht.

2. Sachliche Ziele

Mittlerweile ist ein Fachraum für Bankklassen im Kernbereich der Schule vorhanden. Benötigt

werden weiterhin eine Pinnwand, ein PC und ein weiterer Schrank.

3. Inhaltliche Ziele

Das Fach Religion wird nach wie vor nicht erteilt.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Im Fach Englisch haben die Schüler erstmalig im Dezember 2004 ihre berufsbezogenen Englischkenntnisse

im Rahmen der KMK-Fremdsprachenzertifizierung nachgewiesen.

Studienfahrten mit den Abschlussklassen haben alljährlich stattgefunden. Neben Berlin waren

allerdings auch München und Hamburg Zielorte der Studienfahrt.

4. Zusammenarbeit mit den Betrieben

Treffen mit den Ausbildungsbetrieben finden alljährlich statt.

Projekttage wurden bisher nicht realisiert.

5. Zusammenarbeit mit der IHK

Nach wie vor fließen die schulischen Leistungen nicht in die Ergebnisse der Abschlussprüfung ein.

In zwei von vier Prüfungsausschüssen ist die Schule vertreten.

Die Evaluation des eigenen Unterrichtes ist teilweise durchgeführt worden.

Eine vergleichende Betrachtung der Prüfungsergebnisse vor dem Hintergrund des IHK-

Durchschnittes war bislang aufgrund organisatorischer Probleme der IHK nicht möglich.

Claudia Abend, Petra Klepitko-Dietz, Gustav Honzen

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.1.9 Bürokaufleute

Bestandsaufnahme

Schülerinnen und Schüler

Zurzeit werden ca. 114 SchülerInnen in fünf Klassen unterrichtet. In der Grundstufe liegt die Klassenstärke

bei 27 Schülern, in der Fachstufe beträgt die Schülerzahl ca. 23 SchülerInnen. Es existiert momentan

nur eine Grundstufenklasse, da die angebotenen Ausbildungsplätze reduziert wurden.

Ein großer Teil der SchülerInnen besitzt den Mittleren Bildungsabschluss. Einige von ihnen haben die

Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung oder die Fachoberschule für Wirtschaft und Verwaltung

besucht und bereits dort Kenntnisse der Ökonomie sowie fachpraktische Inhalte erworben. Etwa

ein Sechstel der Auszubildenden legt die IHK-Prüfung vorzeitig ab. Zugenommen hat die Anzahl der

UmschülerInnen, die in der Regel erheblich älter sind als der Klassendurchschnitt. Ebenfalls ist die Anzahl

der Jugendlichen ohne Ausbildungs- oder Arbeitsverträge erheblich angestiegen. Zum ersten Mal

wurde diese Schülergruppe den Fachstufenklassen zugewiesen. Die betriebliche Ausbildung erfolgt in

der Regel in mittelständischen Betrieben.

Curricularer Rahmen

Im Jahr 1999 sind ein neuer Grundstufenplan und bereits zwei Jahre zuvor ein neuer Fachstufenplan

in Kraft getreten. Beide Pläne sind lernfeldorientiert und haben die in Lehrgänge gegliederten Pläne

abgelöst. Die neuen Pläne decken jedoch den inhaltlichen Anforderungskatalog sowohl der Zwischen-

als auch der Abschlussprüfung nicht vollständig ab. Die Kolleginnen und Kollegen erachten die Vorbereitung

der Auszubildenden auf die IHK-Prüfungen als ein wesentliches Ziel der schulischen Ausbildung.

Daher hat die Fachgruppe Bürokaufleute ein schulinternes Curriculum erarbeitet, das sowohl

den neuen Rahmenlehrplänen als auch dem Stoffplan der IHK Rechnung trägt.

Der zu Beginn des Schuljahres 2004/2005 erarbeitete schulinterne Unterrichtsplan wurde von der

Fachkonferenz einstimmig beschlossen; er sieht auch eine Abdeckung der Fächer Deutsch, Englisch,

Politik und Religion vor. Das Fach Sport entfällt weiterhin, da hierfür keine Unterrichtsstunden zur Verfügung

stehen.

Personelle Situation und Unterrichtsversorgung

Den Unterricht in den Klassen der Bürokaufleute erteilen 13 KollegInnen, davon drei Fachlehrerinnen

für arbeitstechnische Fächer und zwei Referendare. Zurzeit weist die Unterrichtsabdeckung im

berufstheoretischen und allgemeinbildenden Bereich noch Lücken auf. Im fachpraktischen Bereich

wird der Unterricht nach Plan abgedeckt.

Raumsituation

Der fachtheoretische Unterricht findet größtenteils in den neu gestalteten Räumen im Bau C statt,

während in dem EDV-bezogenen Unterricht nicht gewährleistet ist, dass jeder Schüler an einem PC

arbeiten kann. Hiervon ist insbesondere die Grundstufe mit 27 SchülerInnen betroffen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Zielvorstellungen

� Nach einer Umgestaltung der Fachräume (DV-Räume) soll den Bürokaufleuten im Rahmen des

Unterrichts eine weitere Qualifizierungsmaßnahme zur Zertifizierung nach dem ECDL oder nach

der VHS-Zertifizierung angeboten werden.

� Einrichtung eines Fachraumes für den Fachbereich Büro, ausgestattet mit

- PC mit Internetanschluss, transportabler Beamer

- Videogerät

- Schrank bzw. Regalen zur Aufbewahrung von Lehrbüchern und einer Präsenzbibliothek

� Ausstattung der entsprechenden Klassenräume im Bau C mit beweglichem PC, Beamer,

Internetzugang

� Die Klassengrößen in der Grundstufe sollen 20 SchülerInnen nicht überschreiten, in den

Fachstufen 15 SchülerInnen, gerade auch im Hinblick auf den fachpraktischen Unterricht!

� Die IHK und das KM sollen auf eine Abstimmung der zu unterrichtenden und der zu prüfenden

Inhalte hinwirken.

� Die Verzahnung von Kammerprüfungsergebnissen (in Form eines Abschlusszeugnisses) mit

entsprechender Anrechnung der schulischen Leistungen wäre dringend notwendig.

� Die Unterrichtsabdeckung des schulinternen Curriculums vom Mai 2004 (siehe Anlage) sollte auch

für die Fächer Deutsch, Englisch, Politik, Religion und Sport gewährleistet sein.

� Bereits in der Grundstufe sollte EDV-Unterricht erteilt werden.

� Bildung von Lehrerteams, um Abstimmung bezüglich der Lernfelder zu ermöglichen (max.

2 Fachtheorie und 1 Fachpraxis).

� Die Klassen sollten drei Jahre eine(n) KlassenlehrerIn haben (keinen Lehrerwechsel).

� Der/die RechnungswesenlehrerIn sollte ebenfalls nur in Ausnahmefällen gewechselt werden. Hier

ist Kontinuität besonders wichtig.

� Es sollten 80 Stunden Deutsch unterrichtet werden, um den SchülerInnen einen Mittleren

Bildungsabschluss zu ermöglichen (optional => Vorbildung entscheidend).

� Es sollte ein pädagogischer Tag pro Schuljahr zur Abstimmung der Lernfelder, Lehrerteams zur

Fortbildung etc. stattfinden.

Das übergeordnete Ziel für die KollegenInnen ist nach wie vor, die SchülerInnen auf die für ihre

Zukunft äußerst wichtigen Kammerprüfungen vorzubereiten, um ihnen auf dem Arbeitsmarkt

überhaupt eine Chance einzuräumen.

Evaluation

Die aus Praxis- und Theorielehrern bestehende Fachgruppe Bürokaufleute wird zu Beginn eines neuen

Schuljahres von der Fachgruppenleiterin einberufen und stellt fest, inwieweit die formulierten Ziele

hinsichtlich Abstimmung der Prüfungsinhalte, Unterrichtsabdeckung, Klassengrößen sowie der

sächlichen Voraussetzungen realisiert wurden.

Darüber hinaus findet eine externe Evaluation in Form der IHK-Prüfungen statt. Deshalb sollten die

IHK-Ergebnisse der Abschlussprüfung der Schule, ausgewertet nach Bundes- und Landesebene sowie

Kammerbezirk, zur Evaluation zur Verfügung stehen.

Die Fachgruppenkonferenz, die sich mindestens einmal pro Schulhalbjahr zusammenfindet, überprüft

den Zielerreichungsgrad.

erstellt 2004-11-17

Krüger-Kühner, Carola-C., Koordinatorin;

Groß, Inge; Höhn, Gerlinde; Scheuermann, Gunther; Straub, Wilfried

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.1.10 Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel Verkäufer/Verkäuferin

Bestandsaufnahme

Schüler und Schülerinnen:

Derzeit werden ca. 175 Schüler und Schülerinnen in sieben Klassen unterrichtet. Beide

Ausbildungsberufe werden gemeinsam beschult.

Als Vorbildung bringen die meisten Schüler und Schülerinnen den Hauptschulabschluss, einige den

mittleren Bildungsabschluss mit. Abiturienten und Absolventen der Fachoberschule sind kaum

vertreten.

Die Regelausbildungszeit für Kaufleute im Einzelhandel beträgt drei Jahre, die für Verkäufer/innen

zwei Jahre. Etwa zehn Prozent der Auszubildenden verkürzte in der Vergangenheit ihre Ausbildung

aufgrund überdurchschnittlicher Leistungen um ein halbes Jahr.

Die betriebliche Ausbildung erfolgt in der Regel in Filialbetrieben des Lebensmitteleinzelhandels, in

Warenhäusern der Region bzw. in einem großen Möbelfachgeschäft.

Unterrichtliche Voraussetzungen

Personelle Voraussetzungen

• Obwohl elf Lehrer und Lehrerinnen derzeit im Einzelhandelsbereich unterrichten, kann der laut

Rahmenstundentafel festgelegte Unterricht nicht ausreichend abgedeckt werden. Es wird aber

stets Wert darauf gelegt, dass der Fachunterricht gemäß Lehrplan erteilt wird.

Sachliche Voraussetzungen

• Die Raumsituation ist relativ unbefriedigend. EDV-Räume stehen für Einzelhandelsklassen nicht

ausreichend zur Verfügung. Eine Mittelstufenklasse muss an beiden Schultagen in der Außenstelle

in Höchst beschult werden.

• Die Mittelzuweisung für die Anschaffung von Lehrbüchern ist noch nicht ausreichend. Derzeit kann

jedes Schuljahr nur ein Klassensatz angeschafft werden, obwohl alle Klassen mehrere

verschiedene fachspezifische Lehrbuchsätze bräuchten.

Inhaltliche Voraussetzungen

• Der Unterricht für das zweite und dritte Ausbildungsjahr richtet sich nach der alten Ausbildungsordnung.

Für das erste Ausbildungsjahr ist die neue Ausbildungsordnung verpflichtend, sodass der

Unterricht lernfeldorientiert nach dem im Sommer 2004 verabschiedeten Rahmenlehrplan erfolgt.

Zielvorstellungen

• Die IHK und das KM sollen auf eine Abgleichung der zu unterrichtenden und der zu überprüfenden

Inhalte hinwirken.

• Die vollständige Unterrichtsabdeckung mit zwölf Unterrichtsstunden pro Woche ist zu

gewährleisten, sodass auch die Fächer Deutsch, Politik, Religion und Sport in allen Klassen

unterrichtet werden können.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

• Die Klassengrößen in der Grundstufe sollen 20 Schüler und Schülerinnen nicht überschreiten, in

den Fachstufen 15 Schüler und Schülerinnen.


• Bereits in der Unterstufe sollte EDV-Unterricht erteilt werden.


• Es sollte ein Fachraum mit folgender Ausstattung eingerichtet werden:

o PC mit Internetanschluss

o Videogerät

o Mobiliar zur Aufbewahrung einer Präsenzbibliothek

Evaluation

Die Kollegen und Kolleginnen im Einzelhandel treffen sich in regelmäßigen Abständen, um die

Umsetzung des neuen Rahmenlehrplans in den Unterricht zu erarbeiten.

Die externe Evaluation erfolgt in Form der IHK-Prüfung.

S. Burkart; P. Hartung; M. Seibert; K. Steigerwald; Ch. Zech

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2.1.11 Teilzeitberufsschule Friseure (Berufsfeld Körperpflege)

Bestandsaufnahme

• Die Schülerinnen/Schüler kommen aus Ausbildungsbetrieben, die ihren Sitz im Main-Kinzig-Kreis

haben. Die Betriebsgröße liegt oft unter fünf Angestellten.

• Unsere Schülerinnen/Schüler besitzen in der Regel den Hauptschulabschluss (ca. 80 %). Der Rest

hat Realschulabschluss oder keinen Schulabschluss.

• Die Klassenstärke hat sich in den letzten Jahren auf ca. 20 - 25 Schülerinnen/Schüler eingependelt.

Es wird daher pro Jahrgang eine Klasse gebildet.

• Die Dauer der Ausbildung beträgt drei Jahre, in Ausnahmefällen 2 1/2 Jahre.

• Eine Zusammenarbeit mit abgebenden Schulen findet nicht statt, außer gelegentlichen Kontaktaufnahmen

an Tagen der offenen Tür der Beruflichen Schulen Gelnhausen.

Unterrichtliche Voraussetzungen

Personelle Voraussetzungen

Die zur Verfügung stehenden Lehrerstunden decken derzeit den erforderlichen Umfang gemäß

Rahmenstundentafel nicht ab. Zurzeit werden etwa 15 % des Stundensolls nicht erteilt; das Fach

Sport wird nicht unterrichtet.

Sachliche Voraussetzungen

Der Unterricht findet in den 2001 renovierten Fachräumen statt. Die Räume sind seitdem heller und

freundlicher geworden, technische Voraussetzungen haben sich zum Teil gebessert (z. T. neue

technische Geräte).

Es stehen zwei Fachräume zur Verfügung, wobei der überwiegend für Unterricht mit

fachtheoretischem Inhalt genutzte Raum für die Anzahl der Schüler/Schülerinnen zu klein ist.

Die Mittelzuweisung zur Anschaffung von Lernmitteln und Lehrbücher je Berufsschüler reicht nicht

aus. (20,00 € pro Schüler, das entspricht zwei Tuben Haarfarben pro Jahr). Auf Grund ständiger

fachlicher und modischer Veränderungen müssten eigentlich jährlich die Lernmittel erneuert und

teilweise die Fachliteratur ausgetauscht werden.

Inhaltliche Voraussetzungen

Der Unterricht orientiert sich seit 01.02.2004 an dem Rahmenlehrplan des Hessischen

Kultusministeriums. Bei der Umsetzung der Lernfelder wird auf Handlungsorientierung des Unterrichts

besonderen Wert gelegt. Problematisch ist dabei der im Unterricht benötigte Zeitrahmen und die am

Hauptschultag zu große Klassenstärke, um dieser gerecht zu werden. Handlungsorientierter Unterricht

mit 25 und mehr Schülerinnen ist nicht umsetzbar.

• Die Lehrer des Fachbereichs treffen sich regelmäßig mit Ausbildern der Innungsbetriebe und dem

Vorstand der Friseurinnung zum Erfahrungsaustausch.

• Absprachen in Bezug auf praktische Prüfungstermine, Prüfungsabläufe, Organisation aber auch

betriebliche Belange konnten bisher gut geklärt werden.

• Durch Veröffentlichungen des Fachverbandes "Lehrer im Berufsfeld Körperpflege" erhalten wir

regelmäßig Rückmeldung über das Abschneiden unserer Schülerinnen/Schüler im Vergleich zu

anderen Innungsbezirken.

Die im Friseurbereich tätigen Lehrer bilden ein Team und organisieren die Verteilung der Lernfelder

selbst. Inhaltliche und organisatorische Absprachen finden regelmäßig statt.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Zielvorstellungen

Folgende Voraussetzungen müssten erfüllt werden:

Zeitsituation:

Wöchentlich sollte ein Unterrichtstag mit 8 Unterrichtsstunden und vierzehntäglich ebenfalls mit acht

Unterrichtstunden erteilt werden können. Dies ist vor allem wegen der Umsetzung des nach

Lernfeldern aufgeteilten Rahmenlehrplanes zwingend geboten.

Erweiterung des Unterrichtsangebots

Zukünftig sollte das Fach Englisch in den Fächerkanon mit einer Stunde wöchentlich aufgenommen

werden. Die Erweiterung der fremdsprachlichen Kommunikationsfähigkeit ist Voraussetzung für

berufliche Mobilität in der Europäischen Union (vgl. Hessischer Rahmenlehrplan Berufsfeld

Körperpflege Grund- und Fachstufe Friseurin/Friseur vom 1. Februar 2004, Seite 5).

Das Prinzip der Handlungsorientierung soll beibehalten werden. Bei entsprechendem Leistungsstand

kann das Abschlusszeugnis dem Realschulabschluss gleichgestellt werden. Dies erscheint besonders

wichtig, da wir 80 % Hauptschüler unterrichten.

Das Unterrichtsangebot muss erweitert werden, um den aktuellen Anforderungen des modernen

Friseurbetriebes gerecht zu werden.

Externe Schulungen sollten angestrebt werden, wie z. B. Haarverlängerung (Extension), Laserbehandlung,

apparative Kosmetik, Nageldesign, Nagelmodellage. Dies kann über Fachfirmen bzw. Innungsbetriebe

erfolgen. Räumliche Voraussetzungen sind in unserem Fachbereich gegeben, finanzielle

Möglich-keiten müssen abgeklärt werden.

Raumeinrichtung - Erneuerung der Lernmittel

• Aus technischen Gesichtspunkten sind Neuerungen im Bereich der Handpflege nötig.

• Ein Lichthärtungsgerät für Nagelmodellage muss angeschafft werden. Regelmäßig erneuert

werden müssen auch die Übungsköpfe.

• Die Computer unseres Fachbereichs müssen mit aktuellen Programmen ausgerüstet werden

(derzeit Windows 95, veraltetes Frisurenberatungssystem).

• Internetanschluss in den Unterrichtsräumen ist nicht vorhanden.

• Die Arbeit mit elektronischen Medien ist im Lehrplan als methodische Voraussetzung zugrunde

gelegt. (vgl. Hessischer Rahmenlehrplan Berufsfeld Körperpflege für die Grund- und Fachstufe

Friseurin/Friseur vom 1. Februar 2004, Seite 7).

Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer

Es ist anzustreben, dass die schulischen Leistungen in die Ergebnisse der Zwischen- und Abschlussprüfung

einfließen, damit das Prüfungsergebnis nicht allein von der Handwerkskammerprüfung

abhängt. Dies würde unserem pädagogischen Grundverständnis entsprechen.

Fortbildungsmaßnahmen für Lehrerinnen/Lehrer im Berufsfeld Körperpflege

Den Lehrerinnen/Lehrern sollte es ermöglicht werden, mindestens jährlich einmal bei den haar- und

hautkosmetischen Betrieben, wie z. B. WELLA, GOLDWELL, ALCINA, BIOMARIS und anderen

Fortbildungsseminare zu belegen. Die Kosten sollten zumindest teilweise übernommen werden. Die

Freistellung vom Unterricht sollte problemlos und rechtzeitig erfolgen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Evaluation

Am Ende eines Ausbildungsjahres sollen die Schülerinnen/Schüler der Körperpflegeklassen ihre

fachpraktischen und fachtheoretischen Kenntnisse an mehreren Praxistagen selbstständig erproben.

Hierzu gehören z. B. das Beratungsgespräch, computerunterstützte Frisurenerarbeitung, kosmetische

Behandlungen, Nageldesign, Farb- und Stilberatung , Frisurengestaltung, Dauerwelle, Färbung und

Schnitt. Dies kann am Medium (Übungskopf) sowie an bekannten oder unbekannten Modellen

erfolgen.

erstellt am 17.11.04 von:

Walter Müller und Marlene Michel

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.1.12 Fachbereich Elektrotechnik

Schulform: Berufsschule und Berufsfachschule

Bestandsaufnahme

Schülerinnen und Schüler

Im Fachbereich Elektrotechnik werden in der Berufsfachschule gegenwärtig 51 und in der

Teilzeitberufsschule 69 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

In der Berufsfachschule sind die Schülerinnen und Schüler bezüglich ihres Abstraktions- und

Leistungsverhaltens und ihrer Leistungsbereitschaft differenziert einzuschätzen.. In der

Teilzeitberufsschule ist die Leistungsbereitschaft mit Einführung der Lernfelder und der Schaffung

eines Fachzusammenhanges zur betrieblichen Ausbildung merklich gestiegen. In den Klassen herrscht

ein angenehmes Lernklima. Aggressionen oder Anfeindungen sind nicht zu beobachten.

Curricularer Rahmen

Im Schuljahr 2003/2004 sind durch die Neuordnung der Elektroberufe neue Rahmenlehrpläne in Kraft

getreten. Die Gliederung der neuen Rahmenlehrpläne nach Lernfeldern erfordert weitreichende

Veränderungen im unterrichtlichen Bereich. Eine wesentliche Änderung ergibt sich auch durch die

neue Form der Abschlussprüfung. In der Ausbildungsordnung der einzelnen Elektroberufe ist

festgelegt, dass die bisherige Zwischenprüfung, jetzt: 1. Teil der Gesellenprüfung, mit einem Anteil

von 40 Prozent in das Gesamtergebnis eingeht.

Die Veränderungen haben auch Auswirkungen auf den Unterricht in der Berufsfachschule. Auch wenn

für diese Schulform noch keine amtlichen Rahmenlehrpläne nach dem Lernfeldkonzept vorliegen, so

sind diese jedoch in einer zur Erprobung freigegebenen Version verfügbar und werden entsprechend

umgesetzt.

Personelle Situation und Unterrichtsversorgung

Der Theorie- und Fachpraxisunterricht wird zurzeit von 6 Kollegen erteilt, darunter ein Fachlehrer für

arbeitstechnische Fächer. Es werden pro Klasse in der Teilzeitberufsschule wöchentlich 11 Stunden

Unterricht erteilt; davon zwei Stunden mit aufgeteilten Lerngruppen und der Möglichkeit während

dieser Zeit an Projekten zu arbeiten.

In der Berufsfachschule werden die allgemeinen Lerninhalte in Klassen unterrichtet, die sich

ausschließlich aus Schülerinnen und Schülern des Berufsfeldes Elektrotechnik zusammensetzen. Im

Fachpraxis-Unterricht werden die Klassen der beiden Jahrgangsstufen aufgeteilt und getrennt

unterrichtet. Neben dem vierstündigen Theorieunterricht hat der Fachpraxis-Unterricht mit 8 Stunden

pro Woche einen hohen Stellenwert.

Innerhalb des Kollegiums besteht eine hohe Bereitschaft zur fachlichen Fort- und Weiterbildung. So

haben zwei Kollegen des Fachbereiches in der überregionalen Arbeitsgruppe zur Umsetzung der

neuen Lernfeldstruktur im Berufsfeld Elektrotechnik mitgearbeitet.

Raum- und Ausstattungssituation

Der Unterricht wird in zwei Theorie- und zwei Fachpraxisräumen erteilt. Daneben stehen zwei

Sammlungs- und Vorbereitungsräume zur Verfügung. Die Ausstattung wurde in den letzten Jahren -

insbesondere in Bezug auf neue Technologien - modernisiert (EIB-Komponenten, Spezialmessgeräte

oder Kleinsteuerungen wurden zum Teil mit Unterstützung des Fördervereins der Schule beschafft).

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Zudem wurde den Anforderungen im Bereich der neuen Medien Rechnung getragen, indem zwei

fahrbare PC-Arbeitsplätze und ein Beamer zum Einsatz in den Klassenräumen zur Verfügung stehen.

In allen Räumen des Bereichs wurden Netzwerksteckdosen installiert, wodurch jederzeit eine

Verbindung zum Internet hergestellt werden kann.

Zielvorstellungen

• Jährliches Treffen mit den Ausbildungsbetrieben (Information über die aktuelle Arbeit und zukünftige

Planungen im Bereich Elektrotechnik, Vorstellung der neuen Lernfeldstruktur und

des neuen Prüfungskonzepts)

• Teilnahme am jährlichen Erfahrungsaustausch Schule – Ausbildungsbetrieb - Handwerkskammer-

Innung

• Aufbau eines funktionalen Kommunikationsnetzwerkes Schule-Ausbildungsbetrieb

(z. B. über E-Mail oder Internet-Datenbank)

• Feste Einplanung von Teamsitzungen in den Wochenplan zur konsequenten Umsetzung des

Lernfeldkonzeptes

• Kooperation in gemeinsamen Projekten mit dem Berufsbildungs- und Technologiezentrum

(BTZ), also der überbetrieblichen Ausbildungsstätte.

• Durchführung von schulischen Projekten - sowohl schulformübergreifend (BFS und BS) als

auch berufsfeldübergreifend (z. B. mit den Bereichen Kraftfahrzeugtechnik oder Kälte-

Klimatechnik)

• Mitarbeit am Projekt "Philipp-Reis-Telefon"

• Planung von Projekttagen im Hinblick auf die Anforderungen der neuen Gesellenprüfung

• Integration der bestehenden Anlagen zur alternativen Energieerzeugung in das Unterrichtskonzept

und Ausbau auf weitere Technologien (z. B.: Kraft-Wärme-Kopplung oder Brennstoffzelle)

• Anschaffung von Anlagen und Systemen der Telekommunikations- und Datentechnik (z. B.

ISDN-, VoIP- und Netzwerkkomponenten)

• Aufbau eines Systems zur inhaltlichen und zeitlichen Koordination der kollegialen Fort- und

Weiterbildung

Evaluation

In der ersten Woche nach den Herbstferien eines jeden Jahres erfolgt die Evaluation der Ziele in einer

Konferenz aller im Bereich Elektrotechnik unterrichtenden Lehrkräfte.

Entsprechend dem jeweiligen Erreichungsgrad werden entweder die bestehenden Ziele ausgeweitet

oder abgeändert. Im Falle nicht erreichbarer Zielvorstellungen werden alternative Möglichkeiten

erarbeitet.

Klaus Landsberger; Stefan Amberg; Steffen Sünkel; Boris Weppler

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.1.13 Arbeitsgruppe Metallbauer

Bestandsaufnahme

• Drei bis vier Klassen mit stark schwankenden Schülerzahlen, jeweils pro Ausbildungsjahr eine

Klasse, ggf. auch MO-Klassen bei geringer Schülerzahl

• Klassenstärken bis zu 30 Schülern

• Bis zu vier und mehr unterschiedliche Berufe werden in den Metallbauerklassen unterrichtet:

Konstruktionsmechaniker, Teilezurichter, Metallbearbeiter, Anlagenmechaniker und Metallbauer

verschiedener Fachrichtungen.

• Die Vorbildung der Schüler erstreckt sich von Schülern ohne Schulabschluss, Sonder- und Haupt-

bis zu Realschülern, wobei die Mehrzahl der Schüler den Hauptschulabschluss besitzt.

• In der Grundstufe (1. Ausbildungsjahr) werden die Schüler mit anderen Auszubildenden aus dem

handwerklichen und industriellen Metallbereich gemeinsam unterrichtet, ab der Fachstufe werden

fachtheoretischer und fachpraktischer Unterricht speziell für diese Berufsgruppe angeboten.

• Im ersten Ausbildungsjahr findet kein spezieller fachpraktischer Unterricht statt, dieser wird im

Rahmen einer allgemeinen Metallgrundausbildung gegeben.

• Ab dem zweiten Lehrjahr findet nur bei entsprechender Lehrerverfügbarkeit für die Schüler ein

vierzehntäglicher Unterricht im Umfang von 6 Stunden statt (2. Berufsschultag).

• Bevorzugt werden in der fachpraktischen Unterrichtsversorgung zurzeit nur das dritte und vierte

Ausbildungsjahr.

• Im zweiten Ausbildungsjahr stoßen Auszubildende der Berufsschule Schlüchtern, gemäß dem

neuesten Schulentwicklungsplan, zu den Fachstufenklassen in Gelnhausen.

• Die personelle Situation im Lehrerbereich ist durch eine starke Fluktuation gekennzeichnet: Fünf

Lehrer sind im Theorie- und ein bis drei Fachlehrer im Praxisbereich eingesetzt.

• Die Schüler haben an unterschiedlichen Wochentagen einen Hauptberufsschultag, fachpraktischer

Unterricht wird für die Schüler vierzehntäglich angeboten.

• Für den theoretischen Unterricht steht ein Fach-Klassenraum zur Verfügung, der mit entsprechenden

Arbeitsmaterialien ausgestattet ist. Dieser Raum wird auch von anderen Berufgruppen (Anlagenbauer,

Kfz) sowie Vollzeitklassen genutzt. Die Fachklassen der Metallbauer müssen daher auch

auf andere Räume ausweichen.

• Für den praktischen Unterricht steht ein Bankraum zur Verfügung; dieser wird auch von anderen

Schulformen (BFS, BVJ, EIBE, Verfahrensmechaniker) genutzt. Es existieren drei weitere Fachräume

(Schmiede, Blechbearbeitung/Lager, Schweißerei) deren Ausstattung unverhältnismäßig viele

oder wenige Schülerplätze bereithalten.

• Der Unterricht in Steuerungs- und NC-Technik sowie in EDV findet nur in eingeschränktem Maße

statt.

• Die Klassen- und Fachräume sind nicht für Gruppenarbeit ausgestattet.

• Eine angestrebte Teamarbeit der Kollegen untereinander ist durch die bestehenden schulischen

Strukturen behindert.

• Seit März 2004 liegen in schriftlicher Form den Kollegen auch die neuen Rahmenlehrpläne für das

Metallbauerhandwerk vor. Diese Rahmenlehrpläne verlangen eine vollständige didaktische , methodische

und auch inhaltliche Umstrukturierung mit entsprechender Anpassung der Rahmenbedingungen

der Lehrerarbeit.

• Die Prüfungen für die Metallbauer finden zweimal pro Jahr (im Sommer und Winter) an den

Beruflichen Schulen in Gelnhausen statt (Zwischen- und Gesellenprüfung); sowohl der theoretische

als auch der praktische Prüfungsteil werden in der Schule durchgeführt. Organisation und Durchführung

liegen in den Händen des Gesellenprüfungsausschusses, zu dem zwei Kollegen gehören.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Zielvorstellungen und Zeitplanungen

für die kommenden drei Schuljahre:

Im Vordergrund steht zurzeit ausschließlich die Umsetzung der neuen Rahmenlehrpläne. Hierbei

werden die langfristigen Ziele nach Möglichkeit umgesetzt.

• Sicherung des zweiten Berufsschultags für alle Fachstufenklassen

• Anpassung der Ausstattung (Unterrichtsräum/Geräte und Maschinen an die neuen RLP

• Anpassung der unterrichtlichen Lernsituationen an die Anforderungen der neuen Rahmenlehrpläne

(Schwerpunkt: Entwicklung der sozialen, methodischen, kommunikativen Kompetenzen bei den

Schülern)

• Entwicklung geeigneter Lernsituationen gemäß der Rahmenlehrpläne

• Konkretisierung der Zusammenarbeit, Koordination zwischen Fachpraxis und Theorie zur

Umsetzung der o. g. Ziele

• Kriterien für eine den Rahmenlehrplänen angepasste Notengebung entwickeln

Für die Zukunft langfristig anstehende Aufgabenstellungen

• Verstärkt fachbezogener Unterricht schon im ersten Ausbildungsjahr

• Ausbau der Verbindung von Theorie und Praxis

• Kooperation zwischen Handwerkskammer/Prüfungsausschuss, Ausbildungsbetrieb und

Berufsschule

• Verstärkte Vermittlung von Inhalten im Bereich der Nutzung regenerativer Energien

• Umsetzung der neuen Rahmenlehrpläne für den fachtheoretischen und fachpraktischen Unterricht

• Gestaltung der Räume im Sinne der RLP, um teamorientiert und im Sinne des selbstständigen

Lernens tätig werden zu können. Dazu gehören: - Handbibliothek mit Basisfachliteratur, PC-Ausstattung,

Internetzugang, Laborausstattung usw.

• Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen der Lehrer zur fachlichen Qualifizierung

• Stärkere Beachtung der neuen Prüfungsinhalte gemäß der neuen Prüfungsordnung für Metallbauer

• Laufende Ergänzung und weiterer Aufbau der Lehrmittelsammlung.

• Ausbau der Werkstatt- und Demonstrationsausstattung

• Aufbau eines langfristigen Konzeptes zur Umgestaltung der Räume für die Bearbeitung von

Lernsituationen gemäß der neuen RLP (vgl. Skizzen)

Evaluation

Der Fachbereichssprecher bzw. die Abteilungsleitung stehen im ständigen Kontakt mit dem Gesellenprüfungsauschuss.

Die Bilanz der jeweiligen Prüfungskampagnen wird veröffentlicht und dient als

Kriterium für weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Unterrichtsstandards.

Schillinger/Kunze

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.1.14 Fachbereich Kraftfahrzeugtechnik

Beschreibung des Ist-Zustandes

Im Fachbereich Kraftfahrzeugtechnik werden über 3,5 Ausbildungsjahre insgesamt ca. 130 Auszubildende

in den Berufen Kraftfahrzeugmechaniker und Kraftfahrzeugmechatroniker mit dem Schwerpunkt

PKW-Technik ausgebildet. Die Auszubildenden werden in sieben Klassen in Teilzeitform von insgesamt

sechs Kollegen beschult.

Der Unterricht umfasst 11 Wochenstunden und erfolgt in zwei Theorieräumen sowie in der Kfz-

Werkstatt unserer Schule. Die beiden Theorieräume sind - außer mit der üblichen Ausstattung - mit

zahlreichen kraftfahrzeugtechnischen Anschauungsgegenständen ausgestattet. Das sind im wesentlichen

mehrere Schulungs- und Simulationsgeräte, Elektrosteckplatten, Messgeräte, Bildtafeln und Originalbauteile

aus Kraftfahrzeugen.

Die Kraftfahrzeugwerkstatt besteht aus insgesamt 6 Räumen, worin sich vier funktionsfähige Pkws

und mehrere auf bewegliche Gestelle montierte Motoren befinden. Zwei der Fahrzeuge werden mit einem

Diesel und zwei mit einem Benzinmotor angetrieben. Die Werkstatt ist mit einem stationären Rollen-Leistungsprüfstand,

einem Bremsenprüfstand, einem Stoßdämpferprüfstand (Schocktester) und

zwei Hebebühnen ausgestattet. Darüber hinaus befinden sich dort weitere Geräte und Maschinen, wie

eine Reifenmontiermaschine, ein Reifenwuchtgerät, ein Lichttestgerät, drei Diagnosegeräte von drei

verschiedenen Herstellern, ein Abgas-Testgerät für Benzin- und Dieselmotoren, ein Batterietestgerät

sowie zahlreiche Kleingeräte. Für den praktischen Unterricht steht den Auszubildenden ein umfangreiches

Werkzeugsortiment sowie mehrere technische Informationsquellen in Form von Handbüchern,

elektronischen Datenträgern und das Internet zur Verfügung.

Alle sechs Lehrer, die im Kfz-Fachbereich unterrichten, sind noch mehr oder weniger in anderen Schulformen

eingesetzt. Ebenso sind sie noch in mindestens einen anderen Fachbereich (bis zu drei) eingebunden.

Zu den ausbildenden Betrieben bestehen unterschiedlich starke Kontakte, die von den jeweiligen Voraussetzungen,

wie Anzahl der Auszubildenden, Mitgliedschaft der Ausbilder im Prüfungsausschuss und

gegebenen Situationen geprägt werden.

Seit dem Schuljahr 2003/2004 gilt für uns das Lernfeldkonzept und damit wurde der Beruf des Kraftfahrzeugmechanikers

durch den neuen Beruf des Kraftfahrzeugmechatronikers ersetzt. In mehreren

Veranstaltungen des HELP und in mehreren Sitzungen des eigenen Fachbereichs erfolgte dazu die

Umstrukturierung der Unterrichtsinhalte für die Lernfelder 1 bis 4. Diese werden seit Schuljahresbeginn

2003/2004 im Unterricht umgesetzt.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Ziele Evaluation

- Anpassung der gegenwärtigen Unterrichtsorganisation

an die Einführung des Lernfeldkonzeptes

- Die Lernsituation für die Schüler verändert

sich durch die Einführung der Lernfelder.

Schüler sollen projektorientiert arbeiten und

präsentieren.

- Die Lehrer in diesem Fachbereich unterrichten

überwiegend nach dem Klassenlehrerprinzip.

Jeder Kollege unterrichtet in 3,5

Ausbildungsjahren alle Lernfelder.

- Überarbeitung der Lernfelder 1 – 4

- Planung der gegenwärtigen Lernfelder 5 – 8

- Zusammenarbeit mit den Betrieben fördern

Verfasser: Walter Mirow: Arnold Flach; Andreas Straub

- Zwischenprüfung am Ende des Schuljahres

2004/05 des ersten Jahrganges Kfz-Mechatroniker

- Nach Abschluss eines Lernfeldes Ermittlung der

vergangenen Lernbedingungen unter Durchführung

einer Umfrage bei den Schülern.

- Nach Abschluss eines Lernfeldes berät die

Fachbereichskonferenz über das Ergebnis.

- Die Lernfelder 1 – 4 sollen bis Ende des Schuljahres

2004/2005 auf Praktikabilität durch die

Fachbereichskonferenz überprüft werden

- Die Lernfelder 5 - 8 sollen am Ende des Schuljahres

2004/2005 konzeptionell mit Erstellung

von Lernzielkontrollen konkretisiert werden.

- Im Rahmen des M+E-Qualifizierungsnetzwerkes

des HeLP sollen informelle Treffen und

gemeinsame Fortbildung mit Ausbildern der

Betriebe stattfinden.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.1.15 Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik

Bestandsaufnahme

In der Grundstufe werden zurzeit 62 Auszubildende in zwei Klassen unterrichtet. Die

46 Auszubildenden in der Mittelstufe sind auf zwei Klassen aufgeteilt, die der Oberstufe in drei

Klassen. Hier werden insgesamt 56 Auszubildende in vier Schwerpunkten unterrichtet. Die acht

Auszubildenden mit dem Schwerpunkt „Herstellen von Bauteilen“ werden in einer Landesfachklasse

unterrichtet. Die Schwerpunkte „Herstellen von Formteilen“ sowie „Herstellen von Mehrschicht-

Kautschukteilen“ und „Herstellen von Halbzeugen“ werden gemeinsam in zwei Klassen unterrichtet.

Der Unterricht in allen Jahrgangsstufen findet geblockt im 3-Wochen-Rhythmus statt. Die Vorbildung

der Schüler ist sehr heterogen. Sie erstreckt sich über alle Schulformen, wobei die Mehrzahl der

Schüler Abschlüsse der Haupt- und Realschule besitzt.

Personelle Situation im Lehrerbereich: sieben Theorielehrer und drei Fachlehrer im Praxisbereich.

Für den theoretischen Unterricht steht nur für die Oberstufe ein fester Klassenraum zur Verfügung,

der mit den entsprechenden Arbeitsmaterialien ausgestattet ist. Die Unter- und Mittelstufe haben

keinen festen Klassenraum und werden in verschieden Räumen, die zum Teil in anderen

Schulgebäuden sind, unterrichtet.

Für den Fachpraktischen Unterrichtet stehen zur Verfügung:

• ein Bankraum für die manuelle Kunststoffverarbeitung

• Prüflabor mit grundlegenden Geräten zur Prüfung der kunststoff- und kautschukspezifischen

Eigenschaften

• Steuerungs- und Regelungstechnik-Raum mit sieben Schüler-Arbeitsplätzen, um Steuerungen und

Regelungen aufzubauen

• Technikum mit drei Spritzgießmaschinen für Thermoplaste, zwei Spritzgießmaschinen für Elsatomere,

ein Laborwalzwerk, ein Laborextruder, eine Laborpresse, eine Mühle sowie diverse Klein-

und Zusatzgeräte

• Fünf, von der Ausstattung und Leistung zum Teil veraltete PC´s mit Internetanschluss und

Lernprgramme zur Kunststoffverarbeitung

Im fachpraktischen Unterricht sind die Klassen geteilt. Durch die unterschiedlichen

Ausbildungsschwerpunkte in einer Klasse ergeben sich zum Teil Gruppenstärken, die aus

Sicherheitsgründen nicht gemeinsam an den dazu zur Verfügung stehenden Maschinen unterrichtet

werden können. Dadurch müssen die Schüler in zwei Räumen parallel unterrichtet werden, was

Schwierigkeiten bei der Schüleraufsicht bereitet.

In den Grundstufenklassen ist auf Grund der großen Klassenstärke mangels Arbeitsplätzen im

Bankraum nur bedingt Fachpraxisunterricht möglich.

Der Steuerungs- und Regelungstechnikunterricht findet in der Mittelstufe mit ganzer Klassenstärke

statt. Dadurch können nicht alle Schüler an den Schülerarbeitsplätzen die Schaltungen aufbauen, da

nur sieben Arbeitsplätze für je zwei Schüler zur Verfügung stehen.

Die Mittelzuweisung zur Anschaffung von Lehrbüchern je Berufsschüler reicht nicht aus. Aufgrund

ständiger fachlicher Veränderung müsste eigentlich alljährlich die Fachliteratur ausgetauscht werden.

Die Verbrauchsmittelzuweisung für den fachpraktischen Unterricht ist zu gering. Nur mittels

großzügiger Materialspenden durch Industrieunternehmen kann die Durchführung gewährleistet

werden. Aufgrund der momentanen gesamtwirtschaftlichen Situation ist diese Materialbeschaffung zur

Unterrichtssicherung mit Problemen behaftet. Trotz intensiver Kontaktpflege sinkt die Bereitschaft die

Schule mit Materialien zu unterstützen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

In den Fachräumen häufen sich Wartungsarbeiten (Spritzgießmaschinen, EDV-Geräte). Dies ist im

Hinblick auf Ausbildung, Prüfungen sowie Außenwirkung des Fachbereiches nicht wünschenswert.

Zweimal pro Jahr (im Sommer und Winter) werden an den Beruflichen Schulen in Gelnhausen die

praktischen Zwischen- und Abschlussprüfungen für die Verfahrensmechaniker organisiert und

durchgeführt. Organisation und Durchführung liegen maßgeblich bei den zuständigen Lehrern.

Messebesuche und Betriebsexkursionen werden zurzeit nicht mit den Schülern durchgeführt.

An den notwendigen Lehrerfortbildungen in der Industrie kann im Regelfall nicht teilgenommen

werden, da eine Kostenerstattung der oft sehr teuren Veranstaltungen nicht oder nur zum Teil erfolgt.

Langwierige Genehmigungsverfahren erschweren die oft kurzfristig ausgeschriebenen Lehrgänge. Die

für die Lehrerfortbildung in Hessen zuständige Institution bietet keine fachspezifischen Fortbildungen

im Kunststoff- und Kautschukbereich an.

Kontaktpflege zu den ausbildenden Betrieben wird zum großen Teil durchgeführt. Durch den großen

Einzugsbereich (Odenwald, Rheingau, Gießen, Bergstraße, Fulda, Wetterau, Vogelsbergkreis) ist es

jedoch nicht möglich, alle Ausbildungsbetriebe regelmäßig flächendeckend zu besuchen. Der

Fachbereich organisiert in unregelmäßigen Abständen Ausbildertreffen, die bei den betroffenen Firmen

auf unterschiedliche Resonanz bezüglich der Teilnahme stoßen.

Zielvorstellungen

• Die Klassengrößen in den Grundstufen sollen 20 Schüler nicht überschreiten, da die Klassenräume

und der Bankraum, trotz Klassenteilung im Fachpraxis-Unterricht hierfür nicht ausgelegt sind.

• Grund- und Mittelstufen sollten zukünftig von der Abteilungsleitung einem festen Klassenraum

zugeteilt werden, um die Medien des Fachbereichs nutzen zu können.

• In den Fachstufen sollte auf Grund der unterschiedlichen Ausbildungsinhalte die Klassenzusammensetzung

in den verschiedenen Schwerpunkten erfolgen. Die Klassenstärke sollte aus Sicherheitsgründen

(Ausbildung an Maschinen ) 20 Schüler nicht überschreiten.

• Jährliche Ausbildertreffen zum Schuljahresbeginn sollten durch den Fachbereich organisiert

werden, um Informationen über Neuerungen (Organisation, Lehrplanänderungen usw.)

auszutauschen.

• Die Ausbildungsbetriebe sollten zur Kontaktpflege in regelmäßigen Abständen (spätestens alle drei

Jahre) besucht werden. Auf Grund der Vielzahl von Ausbildungsfirmen (59 Firmen im aktuellen

Schuljahr) sollte eine Aufteilung der zu besuchenden Firmen in der Fachbereichskonferenz

festgelegt werden. Firmen die erstmalig ausbilden, sollten unmittelbar nach Beginn des

Schuljahres besucht werden.

• Weiterer Ausbau der technischen Anlagen im Praxisbereich (z. B. Extruder für die

Thermoplastverarbeitung, weitere Arbeitsplätze Steuerungstechnik)

• Die Abteilungs- bzw. Schulleitung sollte durch erhöhte Zuweisung von Verbrauchsmitteln die

fachpraktische Ausbildung sichern (Abhängigkeit von Materialspenden verringern bzw.

ausschließen).

• Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen der Kollegen zur fachlichen Qualifizierung. Die

komplette Kostenübernahme durch den Dienstherren sollte im Vorfeld geregelt sein.

• Pro Schuljahr und Klasse sollte mindestens ein Messebesuch (z. B. K–Düsseldorf, Fakuma

Friedrichshafen) und alternativ zwei Betriebsbesichtigungen durchgeführt werden.

Evaluation

Die hier formulierten Ziele werden zu Beginn eines jeden Schuljahres einer Überprüfung in der

Fachbereichskonferenz unterzogen und ggf. den geänderten Bedingungen angepasst.

17. November 2004, Martin Kunzmann; Manfred Krack

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.1.16 Englischunterricht als integratives Element im Stundenplan der

kaufmännischen Berufsschulen

Die Umsetzung der Zielkonzeption eines berufsorientierten Fremdsprachenunterrichts in der

Berufsschule ist an eine Vielzahl von Bedingungen schulinterner und –externer Natur geknüpft. So

müssen zunächst einmal die Lehrpläne die stets fortzuschreibende Anpassung erfahren, dass

berufliches Englisch die Regel in den kaufmännischen Berufsschulklassen sein sollte. Die Lehrpläne für

das Fach Englisch sollten hier und heute die Realität des Schülers am Arbeitsplatz integrieren. Ein

Zögern in der Aktualisierung und Fortschreibung der Lehrpläne für die einzelnen Ausbildungsberufe

oder gar administrative Trägheit hilft uns in der Beantwortung der Frage nach der Verwirklichung des

Berufsbezugs im Fremdsprachenunterricht nicht weiter. Auch in den allgemeinbildenden Fächern muss

sich die Einsicht durchsetzen, dass die Lerninhalte durch einen für die Schüler stets erkennbaren

Berufsbezug charakterisiert sein müssen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen stimmig sein,

um auf die beruflichen Anforderungen der Schüler am Arbeitsplatz schulisch reagieren zu können.

Schulinterne Curricula können nur Mittel der zweiten Wahl sein, werden aber unumgänglich, sollte der

Gesetzgeber nicht stringent in dieser Frage handeln.

Transferiert man das bisher Gesagte in die Realität des Schülers am Arbeitsplatz, so ist der Schluss

berechtigt, dass eine rein allgemeinbildende Ausrichtung des Fremdsprachenunterrichts in der

kaufmännischen Berufsschule der adressatenspezifischen Zielkonzeption dieser Bildungseinrichtung

nicht länger gerecht wird und mit Blick auf die Arbeit anderer Aus- und Weiterbildungsträger, etwa der

IHK, auch nicht mehr zulässig ist. Die Schule mss auf die ständig stärker werdende

Konkurrenzsituation reagieren. Eine Maßnahme wäre, das Fach Englisch innerhalb der Stundentafel

zeitlich und inhaltlich stärker zu gewichten. Die Zuordnung der Fremdsprachen, hier sei nicht nur an

das Fach Englisch zu denken, in den berufsbezogenen Bereich ist durchaus logisch, da sie der

Tradition des Sprachunterrichts entspricht. Durch die Lehrpläne müssten die Fremdsprachen

aufgewertet werden, das Stundensoll innerhalb der Stundentafel genau beschrieben und ähnlich wie

bei Fachstufenlehrgängen mit einer Zahl X an Wochenstunden verbindlich erteilt werden. Um den

berufsorientierenden Charakter des Faches Englisch in der kaufmännischen Berufsschule nach innen

und nach außen stärker zu dokumentieren, wäre es ohnehin sinnvoller, anstatt von Englisch zukünftig

von Wirtschaftsenglisch als eigenständigem Schulfach zu sprechen, ohne in den Fehler zu verfallen,

Wirtschaftsenglisch beispielsweise mit Handelskorrespondenz gleichzusetzen.

Nach der gängigen, fachwissenschaftlichen Meinung ist Wirtschaftsenglisch oder berufsbezogenes

Englisch in der Schule ein berufsbezogener Unterricht, der direkt auf berufliche Anforderungen in

Handel, Industrie oder Verwaltung vorbereitet. Als Indikatoren hierfür werden häufig berufsspezifische

Komponenten aufgelistet, die über die Berufsbezogenheit hinausgehen und statt dessen

berufsausbildenden Charakter besitzen. Diesem Anspruch kann der Englischunterricht in der

kaufmännischen Berufsschule nicht gerecht werden. Nach unserem heutigen Verständnis ist

berufsbezogener Englischunterricht Orientierung eines Unterrichts an Themen, die sich aus der

Wirtschaftswelt rekrutieren oder der sich mit seinen Inhalten an die Erfordernisse eines speziellen

Berufsfeldes anlehnt und zugleich berufliche als auch allgemeine Bildung vermittelt. In keinem Fall

sollte daran gedacht werden, dem Unterricht einen berufsausbildenden Charakter zu geben oder ihn

in Anlehnung an die Lehrplandirektiven im Fach Wirtschaftlehre des betreffenden Berufsfeldes zu

betreiben. An die Vermittlung wirtschaftwissenschaftlicher Inhalte gemäß einzelner Lehrgänge in der

Fremdsprache ist nicht zu denken; sowohl die fremdsprachliche Kompetenz der Kursteilnehmer als

auch die fachwissenschaftliche Grundbildung vieler Fremdsprachenlehrer würde dieses Vorgehen mit

Recht ad absurdum führen. Dies hieße, Spezialisierung zu betreiben, die nicht Aufgabe des

Englischunterrichts ist, sondern im Fach Wirtschaftslehre in der Schule oder in betrieblicher

Unterweisung erfolgen müsste. Berufsbezogener Englischunterricht in der kaufmännischen

Berufsschule ist daher Orientierung am beruflichen Umfeld statt Spezialisierung in der beruflichen

Ausbildung.

In jedem Fall ist die Umsetzung der oben angesprochenen Punkte ein hohes Ziel, dessen Erreichen

sich die beruflichen Schulen verschrieben haben. Die Notwendigkeit der Vermittlung berufsbezogener

Inhalte im Fremdsprachenunterricht der kaufmännischen Berufsschulen wird gesamtgesellschaftlich

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

begrüßt, die Akzeptanz hierfür ist hoch. Die beruflichen Schulen in Gelnhausen stellen sich der

Herausforderung, suchen nach neuen Möglichkeiten und bauen, wie noch zu zeigen ist, diesen Bereich

kontinuierlich aus.

Ist-Zustand

Seit mehreren Jahren werden Büro-, Bank- und ehedem auch Industriekaufleute gemäß der o. g.

Zielvorstellungen im Fach Wirtschaftsenglisch unterrichtet. Aufbauend auf der Erkenntnis, dass

vormals erteilter einstündiger Unterricht in der Mittelstufe nur Rudimente in der fachsprachlichen

Anwendung hinterlassen hat, ist die Schule dazu übergegangen, im Bereich der Büro- und

Bankkaufleute den Sprachunterricht auszubauen. Der Unterricht wird zurzeit bereits in der Grundstufe

begonnen und läuft kontinuierlich über 1,5 Jahre, was zu einer Entspannung der Situation geführt hat,

aber längst noch nicht jenen Idealzustand widerspiegelt, dessen Erreichung wünschenswert wäre.

Gemäß Vereinbarung mit der Abteilungsleitung werden die Schüler am Ende der gesamten

Sprachausbildung benotet. Eine Zwischenbenotung zu den offiziellen Zeugnisterminen entfällt, dies

allein aus jenem Grund, damit der Endnote eine höhere Bedeutung und Aussagekraft – speziell mit

Blick auf Wirtschaftsenglisch - zukommt.

Die inhaltliche Vermittlung beruht auf einem schulinternen Curriculum, das von dem

Sprachenkoordinator Neue Sprachen der Schule entwickelt wurde. Hier werden neben beruflichen

fremdsprachlichen Grundkomponenten übergreifend in allen Berufsbildern auch spezielle

branchenspezifische Elemente vermittelt. Während beispielsweise der Bürokaufmann/-kauffrau „office

structures“ im Unterricht bearbeitet, beschäftigt sich sein Pendant in einer Bank mit Themen wie

„financing“ oder „investment“. Die genannten Schwerpunkte sind exemplarisch, das gesamte

Spektrum unterrichtlicher Inhalte resultiert aus den täglichen Bedürfnissen des jeweiligen

Berufsfeldes.

Hinsichtlich organisatorischer Voraussetzungen divergieren unterrichtliche Realität und institutionelle

Voraussetzungen der Schule. Längst ist kein kontinuierlicher Lehrereinsatz über den gesamten

Zeitraum der fremdsprachlichen Ausbildung einer Klasse gewährleistet, da die personellen

Gegebenheiten von Schuljahr zu Schuljahr neu auf dem Prüfstand stehen und je nach Situation

adaptiert werden müssen.

Aufgrund finanzieller Restriktionen und daraus resultierenden Sach- und Ausstattungszwängen

ist die praktische Umsetzung einer adäquaten fremdsprachlichen Ausbildung

eingeschränkt. So mangelt es stets an kompletten Klassensätzen geeigneter Lehrbücher,

ganz zu schweigen von neuester fachsprachlicher Software für den Unterricht, wie sie u.

a. vom Hueber-Verlag angeboten wird.

Generell gesehen jedoch bedeuten Defizite nicht, dass der fachsprachliche Untericht an den

Beruflichen Schulen in Gelnhausen innovative Entwicklungen negiert. So beteiligt sich die Schule an

der KMK-Fremdsprachenzertifizierung in unterschiedlichen Berufsbildungsgängen. Es nehmen bereits

die Bankauszubildenden expressis verbis an dieser Weiterqualifizierungsmöglichkeit teil, bei den

Bürokaufleuten ist es in naher Zukunft angedacht. Geeignete Kollegen fördern diese Entwicklung,

leisten jenem neuen Programm bereits Vorschub und führen erste Klassen in die angebotenen

Zentralprüfungen. Näheres zu dieser Bildungsoption erfährt der interessierte Schüler von der Schule,

aus Publikationen des Hessischen Kultusministeriums und den neuen Medien.

Zielvorstellungen

Grundsätzlich müsste ein Zustand erreicht werden, der schulinterne Konfliktpunkte vermeidet. Hierzu

zählt eine reibungsfreie Organisation der Unterrichtsabläufe. So geht es in diesem Falle nicht nur um

eine Verbesserung der o. a. Defizite bei der Personalplanung des fremdsprachlichen Unterrichts,

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

sondern um eine Neugewichtung des Stellenwerts der Fremdsprachen in der beruflichen Ausbildung

allgemein, sowohl institutionell als auch schulintern.

So ist es ein Hindernis, wird der Englischunterricht in den Nachmittagsstunden erteilt. Hinsichtlich der

Motivation und der Konzentration der Schüler besteht hier dringend Handlungsbedarf hin zu einer

allseits akzeptierten Verlegung auf die Vormittagsstunden. Dies hätte auch den Vorteil, eine

sechsstündige, fachtheoretische Unterweisung durch grundlegend andersartige Inhalte in der fremden

Sprache aufzulockern. Hierdurch erfährt die Fremdsprache zusätzlich eine Aufwertung, die aufgrund

ihres jetzigen Status gern als „Randstunde“ gesehen wird.

Erstrebenswert wäre die Integration der Auszubildenden im Einzelhandel in das fachsprachliche

Ausbildungsprogramm der Schule, da die Notwendigkeit fremdsprachlicher Kenntnisse und

Fertigkeiten auch in diesem Berufsbild gegeben ist. Zudem müsste grundsätzlich darüber nachgedacht

werden, ob nicht auch Sprachausbildung in weiteren Fremdsprachen (z. B. Französisch oder Spanisch)

für Schüler mit bestehenden Grundkenntnissen angeboten werden müsste. Leider liegt es nicht in den

Händen der Schule darüber zu befinden, schon gar nicht in denen der kaufmännischen Abteilung.

Sollten aber von Seiten des Kultusministeriums derartige Überlegungen angestellt werden, so

sprechen wir die Empfehlung aus, sich an solchen Programmen zu beteiligen. Die kaufmännische

Abteilung bietet hierzu die fachsprachlichen Voraussetzungen.

Die Schule bietet leider nicht die Möglichkeiten der praxisrelevanten Überprüfung und Anwendung

erlernter Strukturen. Aus diesem Grunde könnte man sich Kontakte und Absprachen mit den

Ausbildungsbetrieben vorstellen, so dass Auszubildende ihre erworbene fachsprachliche Kompetenz in

realita unter Beweis stellen könnten, exemplarische Situationen durchlaufen und danach Schule und

Betrieb einen Prozess der Evaluation in die Wege leiten.

Zur Erreichung aller genannten Ziele wird empfohlen, dauerhaft die Funktion eines

Fachsprachenkoordinators für die kaufmännische Berufsschule einzurichten, zumal weitere, inhärente

Aufgaben für diese Tätigkeit anstehen, zu nennen wäre hier die interdisziplinäre Verknüpfung

ausbildungsrelevanter Inhalte in den Fächern Deutsch und moderne Fremdsprachen.

Evaluationsmöglichkeiten

Externe Evaluationsmöglichkeiten bieten die Ergebnisse der KMK-Zertifikatsprüfungen, das Feedback

mit den beteiligten Ausbildungsbetrieben und ein möglicher, weitergehender Austausch involvierter

Schulen.

Neue Verfahren der internen Evaluation werden sinnvoll, wenn unterstellt wird, dass sich der

fachsprachliche Unterricht vom klassischen Englischunterricht durchaus unterscheidet. So ist z. B. die

Klassenarbeit nicht mehr einzig und allein zur Überprüfung von Schülerleistungen das Mittel erster

Wahl. Hier bieten sich auch mit Blick auf die in der Abschlussprüfung geforderte Projektorientierung

differenzierte Möglichkeiten, wie beispielsweise das Rollenspiel, die Präsentation bis hin zum

Kolloquium an.

Für die neu zu bildende Fachkonferenz werden turnusmäßige Reflexionsrunden empfohlen, mit dem

Ziel, Unterrichtsinhalte und -konzepte zu entwickeln und curriculare Vorgaben zu überprüfen, zu modifizieren

und für den weiteren Gebrauch zu aktualisieren.

Schulintern darf der fachsprachliche Unterricht der kaufmännischen Berufsschule nicht

als losgelöst vom schulischen Kontext betrachtet werden, sondern es ist der Kontakt

zu anderen Abteilungen und deren Fachkollegen zu suchen, um Parallelitäten aufzuzeigen

und daraus resultierende Synergien zu nutzen.

Eine zusätzliche Ebene der Evaluation ist an unserer Schule noch nicht in der Praxis erprobt worden.

Hierbei ist an Exkursionen mit Berufsschulklassen, getragen von Schule und Ausbildungsbetrieb, ins

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Ausland zu denken. Dies reicht von losen Kontakten bis hin zu echten Betriebspraktika oder der

Realisierung von Projekten in Unternehmen des Ziellandes. Über einen etwaigen Nutzen dieses

Vorhabens kann aber erst nach Durchführung berichtet werden.

Mögliche Ergebnisse aus den unterbreiteten Vorschlägen werden im Zuge der dauerhaften

Überprüfung des Unterrichtsgeschehens gesichert und zu einem späteren Zeitpunkt auf ihre Effizienz

hin analysiert und dargestellt.

17.11.2004

StR Karl-Heinz Kleinjung, Koordinator Neue Sprachen Berufsschule

StRin Maike Schneider

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.2 Vollschulische Berufsausbildung – die Fachschulen und die

Berufsfachschule für Sozialassistenten

2.2.1 Fachschule für Kunststoff- und Kautschuktechnik

Ist-Zustand

Die Ausbildung hat zum Ziel, Fachkräfte mit beruflicher Erfahrung zu befähigen, Aufgaben im mittleren

Funktionsbereich der kunststoff- und kautschukverarbeitenden Industrie zu übernehmen. Die

Ausbildung erfolgt in Vollzeitform und dauert zwei Jahre, mit je einer Klasse im 1. und 2. Studienjahr.

Analyse der Unterrichtsorganisation auf der Basis des gültigen Rahmenlehrplans

Erstes Studienjahr

• Alle Fächer werden im Klassenverband unterrichtet.

• Die Orientierung der Inhalte erfolgt mit fachbezogener Ausrichtung.

• Die Studierenden, die keine spezifischen Vorkenntnisse im Bereich der Kunststoffverarbeitung

mitbringen, erhalten im Rahmen eines Wahlfaches eine fachpraktische Unterweisung im Umfang

von 40 Unterrichtsstunden.

• Die allgemeinen Kompetenzen werden im ersten Studienjahr vermittelt. Dadurch können die

erworbenen Fähigkeiten in der restlichen Ausbildungszeit angewendet werden, z. B. zur Erstellung

von Referaten, Präsentationen und der Projektarbeit.

Zweites Studienjahr

Allgemein

• Im fachrichtungsbezogenen Anwendungsbereich werden theoretische und praktische Inhalte

vermittelt.

• Bei Inhalten mit Schülerübungen erfolgt aus sicherheits- und ausstattungstechnischen Gründen

eine Klassenteilung. Dies betrifft die Fächer: Verfahrenstechnik und Maschinen, Konstruktionstechnik

und Qualitätsmanagement.

Wahlfächer

• Das Fach Berufs- und Arbeitspädagogik II schließt mit der Ausbildereignungsprüfung ab. Es

wird zurzeit nicht unterrichtet, da die gesetzliche Ausnahmeregelung (5 Jahre) zu einer geringen

Nachfrage führte.

• Das Fach Qualitätsmanagement ermöglicht durch Zusatzunterricht und zertifizierter Abschlussprüfung

die Qualifikation zum Qualitätsassistenten.

Wahlpflichtfächer

• Die Studierenden erhalten die Möglichkeit die Fachhochschulreife durch Zusatzunterricht im

Fach Mathematik und Ablegung einer Abschlussprüfung in diesem Fach zu erlangen.

• Alternativ muss das Fach Unternehmensführung und Existenzgründung gewählt werden.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Projektarbeit

• Ziel der Projektarbeit ist unter anderem die Erprobung des erworbenen Wissens. Die Studierenden

sollen dabei eigenständige Problemlösungen erarbeiten, die als schriftliche Hausarbeit

dokumentiert werden. Inhalte sind Problemstellungen aus der Praxis, d. h. betriebsnahe Aufgabenstellungen,

die überschaubar und geeignet sind, Wissen anzuwenden.

• Die Projektarbeit beginnt unterrichtsbegleitend in der letzten Schulwoche vor den Weihnachtsferien.

Vor den Osterferien erfolgt eine dreiwöchige Freistellung der Studierenden vom regulären

Unterricht zur praktischen Durchführung und Ausarbeitung. Nach den Osterferien erfolgt

die Abgabe der Projektarbeit.

• Die Projektarbeiten werden nach Korrektur im Rahmen einer Präsentation vorgestellt.

Leistungsbewertung

• Die Leistungsbewertungen erfolgen durch Klausuren, Referate, Hausarbeiten, Bewertung von

fachpraktischen Übungen und allgemeiner Mitarbeit.

• Eine schriftliche Abschlussprüfung muss laut Rahmenlehrplan in folgenden Fächern abgelegt

werden: Verfahrenstechnik und Maschinen, Konstruktionstechnik, Automatisierungstechnik

und Qualitätsmanagement.

• Die Studierenden müssen in mindestens einem Fach, das im zweiten Ausbildungsabschnitt unterrichtet

wurde, mündlich geprüft werden.

• Die Bewertung der Projektarbeit erfolgt auf der Grundlage der erstellten Ausarbeitung und deren

Präsentation. Dabei findet die Beurteilung durch die betrieblichen Betreuer bei der Bewertung

Berücksichtigung.

Pädagogischer Ansatz

Zur Sicherstellung des Praxisbezugs werden

• Dozenten aus der Kunststoff- und Kautschukindustrie im Rahmen von Lehraufträgen in den

Unterricht eingebunden. Dies erfolgt im ersten Studienjahr im Fach Werkstofftechnik, im zweiten

Studienjahr in den Fächern Verfahrentechnik und Qualitätsmanagement sowie Maschinen

• Fachvorträge durch Firmen und Institute durchgeführt

• Betriebsbesichtigungen in den Bereichen:

• Werkzeugtechnik (Fa. Günther, Ewikon),

• Konstruktionstechnik (Fa. HASCO, Strack),

• Verfahrenstechnik (Arburg, Fischer, Dunlop, Veritas, WOCO, Kendrion)

durchgeführt

• Fachmessen besucht (K-Messe, FAKUMA, Euromould, Motek)

• Projekte zur Erlernung bestimmter Arbeitstechniken (z. B. Laminiertechnik durch Bootsbau)

durchgeführt.

• Seminare zur Erlernung von Präsentations- und Arbeitstechniken durchgeführt.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Allgemeine pädagogische Ziele sind

• Erlernen geeigneter Kommunikationstechniken und die Vermittlung von Sozial-, Methoden-

und Handlungskompetenz.

Räumliche und sächliche Ausstattung

• Beide Technikerklassen verfügen über keinen festen Klassenraum.

• Fachräume sind in den Bereichen Automatisierungstechnik, Konstruktionstechnik (CAD), Qualitätsmanagement,

Verfahrenstechnik und Maschinen vorhanden.

• Die o. g. Räumen verfügen über eine hochwertige Ausstattung, finanziert aus schulischen Mitteln,

Firmenspenden und Spenden des Fördervereins zur kunststoff- und kautschuktechnischen

Berufsausbildung e. V. Ergänzung, Erweiterung und Instandhaltung werden im wesentlichen

finanziert durch jährlich neu zu beantragende Spenden des Fördervereins.

Zielvorstellungen

• Schulung des Kollegiums im theoretischen und fachpraktischen Bereich zur Anpassung an die

technische Entwicklung.

• Befragung der Absolventen zur Anpassung der schulischen Ausbildung an die industriellen Anforderungen.

• Eigene Unterrichtsräume für die Fachschule.

• Erweiterung der technischen Ausstattung, durch Anschaffung eines Kunststoffextruders sowie

Erneuerung veralteter Maschinen und Geräte.

• Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Betrieben in Form von Kooperation und Vergabe

von Projektarbeitsthemen.

• Steigerung des Bekanntheitsgrades durch gezielte Werbung und Informationsveranstaltungen

für Interessenten.

Evaluation

Abgelaufene Evaluation

• Die Projekte Bootsbau und Qualitätsassistent wurden bereits auf Durchführbarkeit und Ergebnis

hin überprüft.

• Für das Bootsbauprojekt wurde das Projekt Methodenkompetenz eingeführt, da die Bauphase

durch schulische Umbaumaßnahmen nicht durchführbar war.

• Das Qualitätsassistentenprojekt wurde weiterhin erfolgreich durchgeführt. Alle 100 Teilnehmer

haben die zertifzierte Abschlussprüfung erfolgreich bestanden.

• Die Projektarbeit wird in Teamarbeit von mehreren Studierenden absolviert. Dadurch konnte

der fächerübergreifende Ansatz realisiert werden.

Künftige Evaluation

• Jährliche Besprechung in der Fachkonferenz über durchgeführte Fortbildungsmaßnahmen.

• Nach einem Jahr werden die Absolventen über ihre Tätigkeit befragt, um die vermittelten

Kompetenzen zu überprüfen und notwendige Veränderungsmaßnahmen festzulegen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

• Nach Abschluss der schulinternen Umbaumaßnahmen soll die Abteilungsleitung eigene Klassenräume

zur Verfügung stellen.

• Die Fachkonferenz entscheidet jährlich über den Ausstattungsbedarf der einzelnen Fachräume,

erstellt Prioritäten und beantragt dies beim Förderverein.

Die Fachkonferenz überprüft, ob im zweiten Studienjahr mindestens drei Betriebsbesichtigungen

durchführt wurden, die von der Fachkonferenz genehmigt worden sind.

Ulrich Geiger/Achim Wamser

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.2.2 Fachschule für Sozialpädagogik

Beschreibung des Ist-Zustandes

Ausbildungsziel, Gliederung und Abschluss

Ziel der insgesamt dreijährigen Ausbildung an der FSP ist die Befähigung, Erziehungs-, Bildungs- und

Betreuungsaufgaben zu übernehmen und in allen sozialpädagogischen Bereichen als staatlich

anerkannte Erzieherin oder staatlich anerkannter Erzieher selbstständig und eigenverantwortlich tätig

zu sein. Die Ausbildung soll eine berufliche Handlungskompetenz vermitteln, die Fach-, Methoden- und

Sozialkompetenz verknüpft.

Die vollschulische Berufsausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher gliedert sich in eine überwiegend

fachtheoretische Ausbildung von zwei Jahren an der Fachschule für Sozialpädagogik (erster und

zweiter Ausbildungsabschnitt), die mit einer theoretischen Prüfung abschließt und einem

anschließenden einjährigen Berufspraktikum in sozialpädagogischen Einrichtungen (dritter

Ausbildungsabschnitt), das mit einer methodischen Prüfung endet. (1)

Ausbildung nach der Rahmenstundentafel vom 27.01.2003

Die Ausbildung erfolgt in den drei Ausbildungsabschnitten nach der Rahmenstundentafel, die sowohl

Lernbereiche, fachpraktische Ausbildung als auch Wahlpflicht- und Wahlfächer umfasst.

Folgende Lernbereiche und die damit verbundenen Inhalte sind verpflichtender Bestandteil der

Erzieher/innen-Ausbildung: Gesellschaft und Kultur, sozialpädagogische Theorien und sozialpädagogische

Praxis, Medien sozialpädagogischen Handelns sowie sozialpädagogisches Handeln in Form der

sozialpädagogischen Praxis.

Seit August 2004 sind neue Lehrpläne des HKM für die FSP verbindlich. Bei diesen muss man

allerdings einen signifikanten Widerspruch zwischen Stofffülle und geforderten Methoden feststellen.

Zu letzterem Lernbereich gehören vor allem die fachpraktische Ausbildung (Block- und/oder

Begleitpraktika, aber auch die Wahlpflichtfächer, die in Form von Projektarbeit eine vertiefende

Auseinandersetzung mit sozialpädagogischen Arbeitsfeldern im zweiten Ausbildungsabschnitt

ermöglichen sollen. Hierzu gehören jeweils die sozialpädagogische Arbeit mit Kindern/mit

Jugendlichen/mit behinderten Menschen sowie die sozialpädagogische Arbeit in der Erziehungshilfe

und im interkulturellen Bereich.

Darüber hinaus sind den anderen Lernbereichen Fächer zugeordnet, die hier nicht aufgeführt sind

(siehe Rahmenstundentafel in der FS-VO vom 10. Februar 1999).

Die Fachhochschulreife kann durch Teilnahme am Zusatzunterricht und einer Prüfung in Mathematik

erlangt werden. Aufgrund der bestehenden Nachfrage kann zurzeit ein eigener Kurs für die FSP

angeboten werden. (1)

Einbindung der FSP in die Abteilungsstruktur der sozialpädagogischen und medizinischtechnischen

Abteilung

Die FSP ist eingebunden in die Abteilungsstruktur der o. a. Abteilung (siehe auch den

Geschäftsverteilungsplan).

Es hat sich in den vergangenen Jahren deutlich für alle Beteiligten gezeigt, dass es mit nur einer

Abteilungsleiterstelle kaum möglich ist, die vielfältigen organisatorischen, administrativen und fachlichpädagogischen

Aufgaben in dieser Abteilung vor dem Hintergrund der heterogenen Schulformen mit

ihren spezifischen Aufgaben trotz Unterstützung durch die Schulformkoordinatorinnen und

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

-koordinatoren erfüllen zu können. Es bleibt viel zu wenig Zeit für zentrale inhaltliche und fachlichpädagogische

Aufgaben, wie sie gerade in der FSP, aber auch in der BFS für Sozialassistenz anfallen.

(1)

Kooperation zwischen Berufsfachschule für Sozialassistenz und FSP

Sozialassistentinnen- und Erzieherinnenausbildung sind noch nicht so miteinander verzahnt wie

es notwendig wäre. Eine Kooperation zwischen den beteiligten Lehrkräften findet punktuell

statt. Seit dem Schuljahr 1004/05 beschäftigt sich eine AG mit diesem Thema.

Die Studierenden der FSP und ihre Heterogenität

Zurzeit werden ca. 120 Studierende und Erzieher/innen i. A. ausgebildet. Dies ermöglicht pro

Jahrgang zwei Klassen bzw. vier bei den Erzieher/innen i. A. einzurichten.

Auffallend ist die Heterogenität der Studierenden in Bezug auf ihre Bildungs- und Berufsabschlüsse,

ihre unterschiedliche Lebenssituation und Altersstruktur. Die heterogene Zusammensetzung der

Studierenden spiegelt sich auch in der gesamten fachschulischen Ausbildung wider, wenn es um die

notwendige Motivation, Leistungsbereitschaft und -fähigkeit und die geistige Beweglichkeit der

Studierenden geht. Aus diesem Grund ist bei der Klasseneinteilung auf eine gleichmäßige Verteilung

zu achten. (1)

Das Fachschulkollegium

In der FSP arbeiten ca. 13 Kolleginnen und Kollegen. Größtenteils sind diese auch noch in den

anderen Schulformen der Abteilung, teilweise darüber hinaus auch in Schulformen anderer

Abteilungen unterrichtlich eingesetzt. Daraus ergeben sich Konsequenzen bezogen auf die eigentlich

notwendige Zusammenarbeit im Fachschulkollegium, das Engagement sowie die Identifikation mit

dieser Schulform.

Aufgrund der Altersstruktur des Kollegiums ist eine mittelfristige Personalentwicklungsplanung für die

Abteilung bzw. für die FSP von großer Bedeutung. (1)

Raumsituation

Bis auf vier, weitgehend der FSP fest zugeordnete Klassenräume für die vier Klassen im ersten und

zweiten Ausbildungsabschnitt verfügt die Fachschule über keine weiteren eigenen Fachräume. Die

Bibliothek wird von der BFSOZ und der FSP gemeinsam genutzt.

Fachräume für Bewegung, Gestalten, EDV sowie ein Multifunktionsraum für Medienarbeit (Musik,

Spielerziehung, Theater etc.) werden ebenfalls mit anderen Schulformen der Abteilung geteilt.

Daneben nutzt das Kollegium der FSP weitere der Abteilung zustehende Funktionsräume, wie ein

kleines Nebenzimmer und den neuen Kopierraum mit einem Schreibtisch und einem PC. Notwendige

Gruppenarbeitsräume, Lehrer-Arbeitsplätze/-zimmer sowie ein Beratungszimmer fehlen gänzlich. Die

Raumgestaltung und deren Auswirkung auf den Menschen ist ein Element der sozialpädagogischen

Ausbildung. Hieraus resultiert die Forderung nach festen Klassenräumen mit Gestaltungsmöglichkeiten.

Entsprechend der Fachräume in anderen Abteilungen (Computerräume; Werkstätten etc.) sind

solche Klassenräume dann auch weniger disponibel für die allgemeine Benutzung als „neutrale"

Klassenräume. Es geht also nicht um „arbeitsscheue Kuschelpädagogik" (mit Deckchen, Teeküche

etc.) sondern um einen professionellen Umgang mit dem Raum. Hierzu ist natürlich die Übernahme

von Verantwortlichkeiten durch die Studierenden nötig. (1)

Kooperationspartner

Hierzu gehören alle nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) i. d. F. vom 08.12.1998

arbeitenden sozialpädagogischen Einrichtungen, die als Lernort sozialpädagogischer Praxis an der

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Ausbildung der Erzieher beteiligt sind und sich im Main-Kinzig Kreis, in der Stadt Hanau, im Wetterau-

und Vogelsbergkreis sowie in der Stadt Frankfurt/Main befinden. Da die FSP für das gesamte

sozialpädagogische Arbeits- und Berufsfeld einschließlich der Arbeit mit behinderten Menschen

ausbildet (Breitbandausbildung) ergibt sich hier ein sehr differenziertes und vielschichtiges Bild, was

den jeweiligen Grad und die Intensität der Kooperation in Abhängigkeit von den institutionellen

Gegebenheiten vor Ort anbetrifft.

Weitere Kooperationspartner sind das Jugendamt des MKK mit seiner Zentralstelle für

Kinderbetreuung und seinem Jugendbildungswerk, das Medienzentrum Gelnhausen im Rahmen der

Medienprojekte, das Behinderten-Werk Main-Kinzig e. V., die Pädagogische Frühförderstelle, die

Frankfurter Sozialschule in Wiesbaden-Naurod mit ihren Angeboten für die Erzieher im

Berufspraktikum, die Frauenhäuser in Wächtersbach und Hanau sowie der Internationale Bund (IB)

mit seiner Behindertenhilfe Main-Kinzig in Gründau-Gettenbach.

Bereits seit 1995 arbeiten Kollegen und Kolleginnen aus der FSP und den unterschiedlichen

sozialpädagogischen Arbeitsfeldern in wechselnden Arbeitsgruppen kooperativ zusammen. Ziel dieser

Zusammenarbeit ist die gemeinsame Verbesserung der fachlichen Standards und damit der Qualität

der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern in den beiden Lernorten. (1)

Beirat an der FSP

Im Januar 2000 wurde an der FSP ein Beirat installiert, der sich aus vier Vertretern der

sozialpädagogischen Praxis, drei gewählten Lehrkräften der Fachschule sowie dem seinerzeit

zuständigen Abteilungsleiter zusammensetzt.

Aufgabe dieses Beirats ist u. a. die Erzieher-Ausbildung an den beiden Lernorten zu fördern und durch

das Zusammenwirken von FSP und sozialpädagogischer Praxis, Erkenntnisse über neuere

Entwicklungen auszutauschen und Empfehlungen für die fachlich-inhaltliche Weiterentwicklung der

Ausbildung auszusprechen. Darüber hinaus wirkt der Beirat, insbesondere im Rahmen des

Auswahlverfahrens, bei der Beurteilung der Eignung von Ausbildungsstätten sowie im

Prüfungsausschuss für die methodische Prüfung beratend mit. Außerdem soll er die FSP bei der

Gewinnung und Auswahl von Fachkräften aus der Praxis für die Mitwirkung in der fachschulischen

Ausbildung beraten.

Ein Arbeitsschwerpunkt ist die Unterstützung der FSP bei der Erarbeitung von Qualitätsstandards für

die fachpraktische Ausbildung, um fundiertere Aussagen für die Eignung/Nichteignung von

Praktikumsstellen gemeinsam treffen zu können. (1)

Die Ausbildungspraxis an der FSP

Inhaltliche und methodische Gesichtspunkte

Da es sich bei der Ausbildung von Staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern um eine

Ausbildung für einen "Beziehungsberuf" handelt, in dessen Mittelpunkt Menschen unterschiedlichen

Alters und in unterschiedlichen Lebenssituationen stehen, versucht die Ausbildung an der FSP

folgende qualifikatorische Kompetenzen anzubahnen: Ganzheitlichkeit im pädagogischen Handeln,

Kommunikationsfähigkeit, Beratungs-, Planungs- und Handlungskompetenz, Fähigkeit zur Selbst- und

Fremdkritik sowie Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz. Dabei steht im Mittelpunkt der Ausbildung

nicht nur die Vermittlung und selbständige Erarbeitung fachlicher und methodischer Inhalte, sondern

auch persönlichkeitsbildende Aspekte im Sinne der Entwicklung von personaler Reife.

Dies bedeutet konkret: Ermöglichung exemplarischen Arbeitens mit fächerübergreifender Thematik,

u. a. auch im Rahmen von Projekten, Anbieten von Gruppenarbeit, die Erfahrungen mit

Gruppenprozessen ermöglicht, Fördern des eigenständigen Erarbeitens von fachlichen Inhalten zu

unterschiedlichen Gegenstandsbereichen der Ausbildung, Auseinandersetzung im Lernprozess mit der

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

eigenen Geschlechterrolle in Bezug auf das künftige Erziehungsverhalten, Ermöglichen kreativer

Lernprozesse im Feld der medienpädagogischen Angebote der FSP. (1)

Einführungswoche

Die Einführungswoche ist fester Bestandteil für die neu aufgenommenen Studierenden zum

Schuljahrsbeginn; ihre Planung und Ausgestaltung wird federführend von den jeweiligen zukünftigen

Klassenlehrer/-innen durchgeführt. In dieser Einführungswoche lernen die Studierenden ihr neues

schulisches und außerschulisches Umfeld kennen. Sie können hier themenbezogen, in

klassenübergreifenden Arbeitsgruppen mit Hilfe verschiedener Medien unter Einbeziehung

persönlichkeitsbildender Aspekte, eigenständige Arbeitsformen ausprobieren und kennen lernen.

Neben den notwendigen ausbildungs- und berufsbezogenen Informationen soll diese Seminarwoche

auch dem gegenseitigen intensiven Sich-Kennenlernen dienen. Die Studierenden setzen sich mit den

Anforderungen an den Beruf der Erzieherin/des Erziehers auseinander und werden an einem

Praxisinformationstag von Praxisvertretern über die unterschiedlichen sozialpädagogischen

Arbeitsfelder informiert. Durch das Hospitieren in einem sozialpädagogischen Arbeitsfeld lernen sie

dieses unmittelbar kennen. Im Rahmen von Begrüßungsaktivitäten an der FSP werden die

Studierenden der neuen Unterstufe von den Studierenden der Oberstufe willkommen geheißen. (1)

Beratungsgespräche zu den Ausbildungsleistungen und zur beruflichen Eignung

Fester Bestandteil der FSP sind die nach dem ersten Schulhalbjahr stattfindenden Beratungsgespräche

für die Studierenden hinsichtlich ihres Ausbildungsstandes und ihrer beruflichen Eignung. Dieser

Zeitpunkt ist deshalb gewählt, weil schon Beurteilungen aus dem ersten Blockpraktikum

(Orientierungspraktikum) vorliegen. (1)

Medienprojekte

Die Ausbildungsverordnung sieht zwei Projekte im zweiten Ausbildungsabschnitt im Rahmen des Lernbereichs

III (Medien sozialpädagogischen Handelns) vor. Die beiden Projekte können völlig

eigenständig sein aber auch inhaltlich aufeinander aufbauen; sie werden klassenübergreifend in

Projektgruppen durchgeführt. Derzeit sind aufgrund der Lehrerstundenzahl zwei gleichgroße

Projektgruppen möglich. Betreut werden sie von je zwei Kollegen/ -innen mit je 4 Stunden. Insgesamt

stehen jeder Projektgruppe 6 Wochenstunden zur Verfügung, wovon aber nur 4 Stunden aufgrund der

o. a. Lehrerstundenzahl fachlich begleitet werden können. Das ist zu wenig, da auch bei weitgehend

selbstständigem Arbeiten der Studierenden während der gesamten Zeit Beratung durch die Projektbegleitung

möglich sein muss.

In diesem Zusammenhang ist auf die unzureichenden räumlichen Möglichkeiten hinzuweisen, die die

Projektarbeit erschweren. Da für beide Projektgruppen alle Fachräume (Klassenraum mit Bühne,

Gymnastik-, Werk-, Musik- und Computerraum) nutzbar sein müssen, diese Räume aber am

Projekttag auch noch von anderen Schulformen der Abteilung beansprucht werden, führt dies

regelmäßig zu Schwierigkeiten und erheblichen Einschränkungen. Hier ist dringender Handlungsbedarf

gegeben.

Die Projektergebnisse selbst werden von den Studierenden auf unterschiedliche Art und Weise

vorgestellt und veröffentlicht. (1)

Wahlpflichtbereich und –angebot

Entsprechend der Rahmenstundentafel im Lernbereich IV (Sozialpädagogisches Handeln) stehen im

zweiten Ausbildungsabschnitt den Studierenden je Wahlpflichtfach drei Unterrichtsstunden zur

Verfügung. Die Studierenden sind verpflichtet aus fünf arbeits- und berufsfeldbezogenen

Schwerpunkten je zwei zu wählen, die dann in Form von Projektarbeit in Theorie und Praxis erarbeitet

werden.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Auch hier besteht eine intensive Zusammenarbeit mit dem Lernort sozialpädagogische Praxis

hinsichtlich notwendiger Hospitationen und der Durchführung von vorbereiteten Aktivitäten mit dem

jeweiligen Klientel.

Der zeitliche Umfang der Wahlpflichtfächer ist nicht ausreichend, um sich vertiefend mit den zwei

gewählten Arbeitsfeldern auseinander setzen zu können. Nicht zuletzt liegt dies daran, dass im

zweiten Ausbildungsabschnitt auch das zweite Blockpraktikum (Vertiefungspraktikum), die

Studienfahrten und die theoretische Abschlussprüfung liegen. Deshalb wäre es sinnvoll, die

Wahlpflichtfächer schon im zweiten Halbjahr des ersten Ausbildungsabschnitts im Sinne einer arbeits-

und berufsfeldbezogenen Schwerpunktsetzung anbieten zu können. (1)

Fachpraktische Ausbildung (Blockpraktika und Berufspraktikum)

Die beiden Blockpraktika (Orientierungs- und Vertiefungspraktikum) bilden das Fundament der

fachpraktischen Ausbildung.

Laut Ausbildungsverordnung sind 460 Zeitstunden "in mindestens zwei sozialpädagogischen

Einrichtungen abzuleisten, die sich hinsichtlich der Konzeption und der Zielgruppe unterscheiden."

(siehe § 6 der FS-VO).

Die Studierenden wählen für beide Praktika jeweils eine Einrichtung aus, die von der Lehrkraft des

Faches "Sozialpädagogische Konzepte und Strategien" für die Durchführung des Praktikums

genehmigt wird. Diese Lehrkraft ist für die gesamte formale Abwicklung des Praktikums

verantwortlich.

Zum vierwöchigen ersten Blockpraktikum (Orientierungspraktikum) im ersten Ausbildungsabschnitt,

das dem Orientieren, Beobachten und der Überprüfung der Berufswahl dienen soll, kommen jeweils

zwei Vorbereitungs- und Nachbereitungstage hinzu. Am zweiten Tag findet ein Treffen mit den

Praxisanleiterinnen statt, was sich als sehr positiv für die Zusammenarbeit zwischen

sozialpädagogischen Einrichtungen und der Fachschule herausgestellt hat.

Die mit diesem Praktikum verbundenen Ziele beziehen sich auf das Entwickeln einer tragfähigen

Vorstellung bezüglich der eigenen Berufsrolle, auf die Kontaktaufnahme zu den Klienten (Kinder,

Jugendliche, Erwachsene mit/ohne Behinderung) und auf das Erforschen des jeweils ausgewählten

Arbeitsfeldes (Kontextanalyse).

In diesem Praktikum wird der Klassenverband in zwei arbeitsfeldbezogene Großgruppen aufgeteilt. Die

Vor- und Nachbereitung wird jeweils in den beiden Klassen von je zwei Lehrerinnen und Lehrern in

kooperativer Weise übernommen. Während des ersten Praktikums werden die Studierenden in der

Regel einmal von einer Lehrkraft besucht, die an der sozialpädagogischen Praxis beobachtend

teilnimmt. Diese Beobachtungen und eine Reflexion des zurückliegenden Praktikumverlaufs sind

anschließend Gegenstand eines gemeinsamen Gesprächs der Lehrkraft mit dem/der Studierenden und

der Praxisanleitung.

Entscheidet die Praxisanleitung im Sinne eines „nicht ordnungsgemäß abgeleisteten Praktikums“, muss

die/der Studierende die Unterstufe wiederholen.

Da die derzeitige Verordnung kein qualitatives Bewerbungs- und Auswahlverfahren vorsieht und sich

nur auf formale Aufnahmekriterien beschränkt, erhält die Frage nach der Eignung zum Beruf der

Erzieherinnen und Erzieher einen besonderen Stellenwert im Orientierungspraktikum. Hierzu sind noch

keine entsprechenden Verfahren und endgültigen Auswahlkriterien entwickelt worden.

Für das zweite Blockpraktikum (Vertiefungspraktikum) im zweiten Ausbildungsabschnitt sind fünf

Wochen vorgesehen, in dessen Mittelpunkt die eigene Person (Ich-Gruppe-Team), das Klientel und

sein soziales Umfeld sowie die sozialpädagogische Institution stehen. Auch hier sind jeweils zwei Vor-

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

und Nachbereitungstage vorgesehen, wobei auch wieder an jeweils einem Tag die Praxisanleiterinnen

eingeladen sind.

Zielsetzung ist

• das Erkennen der eigenen Rolle als angehende Erzieherin/angehender Erzieher im Beziehungsgeflecht

von Klientel, Team und Institution.

• das Entwickeln und Erproben von Handlungsstrategien auf der Grundlage der Analyse von

Gruppenprozessen

• das Kennenlernen und Erfassen von Struktur, Organisation und Arbeitsweise der jeweiligen

Institution.

Das Vertiefungspraktikum wird in klassenübergreifenden und an den sozialpädagogischen

Arbeitsfeldern orientierten Praktikumsgruppen durchgeführt. Die fachliche Begleitung und Betreuung

liegt primär in den Händen der Kolleginnen und Kollegen, die die Fächer „Sozialpädagogische

Grundlagen“ und „Sozialpädagogische Strategien und Konzepte“ unterrichten.

In diesem Praktikum sind statt Einzelbesuchen wöchentliche Kleingruppentreffen (3 - 4 Studierende)

reihum in unterschiedlichen sozialpädagogischen Einrichtungen vorgesehen, in deren Mittelpunkt das

Kennenlernen der besuchten Einrichtung, Erfahrungsaustausch und Reflexion stehen. An einem dieser

Treffen nimmt die jeweils für diese Gruppe zuständige Lehrkraft teil, so dass auch hier eine direkte

Rückkoppelung zur Fachschule besteht. Einzelbesuche sind möglich.

Unabhängig von den Blockpraktika werden derzeit auch noch einzelne Praxistage vor und nach den

Blockpraktika erprobt.

Wie sich unschwer erkennen lässt, setzt die jährlich wiederkehrende Planung, Durchführung und

Auswertung der Blockpraktika ein hohes Maß an organisatorischer Abstimmung, Absprache und

Kooperation unter den jeweils beteiligten Kollegen voraus, so dass hier ein dringender

Handlungsbedarf gegeben ist, hierfür schulorganisatorisch Koordinierungsstunden einzuplanen, zumal

auch intensive Abstimmungen mit den Praxisanleiterinnen in den Einrichtungen notwendig sind.

Zurzeit ist festzustellen, dass die Kollegen - auf ihre Gesamtstundenverpflichtung bezogen -

Mehrarbeit auf sich nehmen. (1)

Berufspraktikum

Die Studierenden absolvieren nach erfolgreicher Ablegung ihrer theoretischen Prüfung ein in der Regel

einjähriges Berufspraktikum (dritter Ausbildungsabschnitt) in sozialpädagogischen Einrichtungen. Das

Berufspraktikum wird mit einer methodischen Prüfung abgeschlossen. Die Studierenden der beiden

Oberstufenklassen werden in vier arbeits- und berufsfeldbezogene Gruppen eingeteilt. Diese werden

von jeweils einer Lehrkraft betreut. Es findet einmal wöchentlich Begleitunterricht statt, der

gegebenenfalls auch geblockt werden kann.

Während des Berufspraktikums werden die Erzieherinnen i. A. mindestens zweimal von der Lehrkraft

in der sozialpädagogischen Praxis besucht. Diese Praxisbesuche beinhalten eine Hospitation sowohl zu

spontanen Aktivitäten als auch zu geplanten Vorhaben. Danach finden Auswertungsgespräche statt,

an denen alle drei am Ausbildungsprozess beteiligten Personen anwesend sind.

Inhaltlicher Schwerpunkt des Begleitunterrichts ist die gemeinsame Reflexion der Praxiserfahrungen

unter theoretischen und persönlichkeitsbildenden Aspekten.

Das Berufspraktikum erfolgt nach einem Ausbildungsplan, der zwischen der FSP und der jeweiligen

Ausbildungsstelle vereinbart und nach Bedarf gemeinsam fortgeschrieben wird. Entsprechend der hier

zu berücksichtigenden Phasen - Orientierung, Erprobung sowie Verselbständigung - sind von den

Erzieherinnen im Laufe des Jahres drei schriftliche Berichte anzufertigen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Im Rahmen der erforderlichen kontinuierlichen Kooperation zwischen der FSP und der

sozialpädagogischen Praxis finden in der Regel zwei Praxisanleitungs-Treffen statt, in denen es u. a.

um den fachlich gebotenen Austausch, um Aufgaben der Praxisanleitung, Anforderungen an die

Erzieherin im Berufspraktikum sowie um deren Beurteilung hinsichtlich der Zulassung zur

methodischen Prüfung geht.

Darüber hinaus nehmen die Auszubildenden an einer berufsbezogenen Seminarwoche teil, die im

Rahmen der Kooperation von Fachschule und Frankfurter Sozialschule veranstaltet wird. Das Thema

lautet: "Gespräche führen und leiten lernen". (1)

Zielvorstellungen (3)

zur Weiterentwicklung der Erzieher-Ausbildung an der Fachschule

Vorrangig werden hier Zielvorstellungen formuliert, die im Rahmen der schulischen Möglichkeiten

auch in einem überschaubaren Zeitraum erreicht werden können.

Medienprojekte

Um die notwendige fachlich-inhaltliche Begleitung der Medienprojekte über die gesamte Projektzeit für

die Studierenden im zweiten Ausbildungsabschnitt sicherzustellen, müssen künftig je 6 Lehrerstunden

eingeplant werden. Darüber hinaus muss über Möglichkeiten nachgedacht werden, wie die Kollegen,

die die Medienprojekt-Gruppen begleiten, für die notwendige Vor- und Nachbereitung entlastet

werden können.

Es soll die Bildung von "Zweierteams" angestrebt werden, die von ihren fachlichen und persönlichen

Kompetenzen her über einen längeren Zeitraum zusammenarbeiten können.

Zuständig für das Erreichen der genannten Ziele sind neben der Fachkonferenz "Medien" die

Schulformkonferenz und die Abteilungsleitung. Als Realisierungszeitraum wird von mindestens einem

Jahr ausgegangen.

In Zusammenarbeit mit den anderen Schulformen der Abteilung soll ein Raumnutzungskonzept

erarbeitet werden, das die derzeitigen Raumnutzungsprobleme lösen hilft. Hierbei muss sichergestellt

werden, dass die für die Medienprojekte benötigten Fachräume am Projekttag mit erster Priorität für

die Projektgruppen reserviert werden.

Zuständig sind hier die Schulformkoordinatoren, die Abteilungsleitung (Stunden-/Raumplanung) sowie

die Abteilungskonferenz.

Die Projektergebnisse sollen künftig in einem angemessenen Rahmen vorgestellt/veröffentlicht werden

(u. a. Ausstellung, Theateraufführung, Videovorführung, ...). Da dies auch eine Möglichkeit der

Darstellung der Arbeit der FSP ist, sollte dieser Rahmen breit genutzt werden. Um grundsätzlich die

mit den Medienprojekten verbundenen finanziellen Aufwendungen absichern zu können, wird

angestrebt, für jedes Projekt einen Pauschalbetrag vorzusehen.

Die Fachkonferenz "Medien" wird hier einen entsprechenden Vorschlag für die Schulform-

/Abteilungskonferenz erarbeiten. Erstmalig soll die angestrebte Pauschalbetragsregelung für die

Medienprojekte ab dem Schuljahr (2002/2003) gelten.

Wahlpflichtbereich und –angebot

Um mehr Zeit zu haben (siehe Ist-Beschreibung) sollen hierzu in einer (im kommenden Schuljahr)

einzurichtenden Arbeitsgruppe, bestehend aus den Kollegen, die diese Fächer unterrichten, erste

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Überlegungen angestellt bzw. Vorschläge für die Schulformkonferenz erarbeitet werden, wie die

Wahlpflichtfächer schon ab dem zweiten Schulhalbjahr des ersten Ausbildungsabschnitts angeboten

werden können. Angaben zum Realisierungszeitraum können zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht

gemacht werden, da die anzustrebende Lösung auch Auswirkungen auf die Rahmenstundentafel

haben wird.

Fachpraktische Ausbildung (Blockpraktika und Berufspraktikum)

Für die Gewährleistung einer intensiveren Begleitung/Betreuung der Studierenden in ihren beiden

Blockpraktika (Vor- und Nachbereitung, Praxisbesuche etc.) durch die hierfür eingesetzten Kollegen,

wird ein größeres Zeitkontingent einschließlich der damit verbundenen Stundenanrechnung

angestrebt. Vor- und Nachbereitung sollen optimiert sowie Möglichkeiten des „Team-Teaching“

eröffnet werden.

Darüber hinaus ist an eine schulinterne Qualifizierung für diejenigen Kollegen gedacht, die nicht in den

sozialpädagogischen Grundlagenfächern ausgebildet sind, aber gleichwohl Einzelbesuche durchführen.

Zusätzlich sollen die Blockpraktika durch ca. 14 über das Schuljahr verteilte Praxistage ergänzt

werden. Diese sollen u. a. bezogen auf das erste Blockpraktikum (Orientierungspraktikum) die Wahl

des Arbeitsfeldes durch die vorherige Erkundung unterschiedlicher Arbeitsfelder erleichtern bzw.

fundieren. Dabei sollen diese Praxistage jeweils an verschiedene Fächer angebunden und dort auch

inhaltlich integriert werden. Eine Arbeitsgruppe soll gebildet werden, die sich um die Planung eines

pädagogischen Tages kümmert, an dem mit der notwendigen Entwicklungsarbeit begonnen werden

kann. Wünschenswert wäre in diesem Zusammenhang ein Austausch mit anderen hessischen

Fachschulen über dort realisierte Varianten der fachpraktischen Ausbildung, aber auch ein inhaltlicher

Input außenstehender Fachkräfte. Von der tatsächlichen Realisierung her ist mit einem Zeitraum von

mindestens zwei Jahren zu rechnen.

Für das Berufspraktikum soll die Zusammenarbeit der begleitenden Kollegen untereinander und mit

den Praxisanleitern intensiviert und weiter entwickelt werden. Hierzu sollen Hospitationsmöglichkeiten

für die Lehrkräfte in Praxiseinrichtungen in Absprache mit den Trägern eröffnet sowie neue

Kooperationsformen mit den Praxisinstitutionen erprobt werden. Auch hierfür sollten Zeitkontingente

seitens der Schule zur Verfügung gestellt werden.

Um zukünftig mehr qualifizierte Erzieher als Praxisanleiter zu bekommen, muss die FSP entsprechende

Fortbildungsangebote entwickeln und institutionalisieren; dies gilt sinngemäß auch für weitere

Fortbildungsangebote für Erzieher in der Praxis (erheblicher Bedarf !).

Die Realisierung dieses Schwerpunktes in den nächsten Jahren soll gemeinsam von den Kollegen im

Berufspraktikum, der Schulformkoordination, der Abteilungsleitung sowie interessierten Kollegen aus

dem "Netzwerk sozialpädagogische Lernorte in Verbindung" angegangen werden.

Weiterhin sollen Überlegungen angestellt werden, in welcher Weise das Aussprechen der staatlichen

Anerkennung als Erzieherin/Erzieher über das Zeugnis der methodischen Prüfung hinaus erfolgen soll

(Zeitpunkt, Rahmen, Form).

Bildung von Kernteams in der FSP

Angestrebt werden soll, dass an der FSP künftig die Erzieher-Ausbildung vorrangig von Kernteams

geleistet wird, die weitgehend uneingeschränkt, ohne eine zusätzliche Unterrichtsverpflichtung in einer

anderen Schulform der Abteilung, den notwendigen Fachunterricht, die fachpraktische Ausbildung und

das Berufspraktikum abdecken können. Allerdings müssen hierfür die genaueren Rahmenbedingungen

und die persönlich-fachlichen Kriterien im Rahmen von Schulformkonferenzen noch erarbeitet werden.

Dass diese Kernteambildung - auch in qualitativer Hinsicht - zur Verbesserung der Ausbildung an der

FSP beiträgt, ist auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht von der Hand zu weisen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Mitbedacht werden muss aber hierbei in jedem Falle die vorgesehene Verzahnung mit der BFS für

Sozialassistenz.

Weiterhin besteht auch Handlungsbedarf in Feldern, die teilweise über die Möglichkeiten der FSP

hinausgehen bzw. Entscheidungen von außen erforderlich machen.

Zu nennen sind hier die Raumplanung für die FSP zusammen mit den anderen Schulformen der

Abteilung; Teilung der Abteilung in zwei Abteilungen (1. FSP, BFS-Soz. und BFS

sozialpädagogisch/sozialpflegerisch; 2. BFS medizinisch/technisch und die Teilzeitberufsschule

Körperpflege) mit je einer Abteilungsleitung; Öffentlichkeitsarbeit der FSP; Bücher und Medien;

Qualifikation der Kollegen und Weiterbildung; Konzeptentwicklung/Ausbildungscurriculum; Verzahnung

mit der Berufsfachschule für Sozialassistenz.

Evaluation (4)

Überprüfung der Zielvorstellungen zur Weiterentwicklung der Erzieher-Ausbildung an der Fachschule:

Grundsätzlich sollen die aufgeführten Zielvorstellungen (Soll-Zustand) nach ihrer tatsächlichen und

konkreten Umsetzung in die Erzieher-Ausbildung, verbunden mit einer jeweiligen Erprobungsphase mit

anschließender Auswertung, überprüft werden. Hinsichtlich der Zeitdauer der jeweiligen

Erprobungsphase können zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine genauen Angaben gemacht

werden. Allerdings wird sich die Überprüfung (Evaluation) in Abhängigkeit von der jeweiligen

tatsächlichen Umsetzung in einem Gesamtzeitraum von einem bis zu vier Jahren nach Verabschiedung

des Schulprogramms durch die schulischen Gremien und der Genehmigung durch das Staatliche

Schulamt bewegen.

Für die Durchführung der Überprüfung sind jeweils die Gremien/Kollegen zuständig, die auch die

jeweilige Zielvorstellung zu verantworten haben. Hinzu kommen die Schulformkoordination und die

Abteilungsleitung sowie die Schulformkonferenz für entsprechende Beschlüsse. Dabei legen die

vorgenannten Gremien/Kollegen auch fest, auf welche Weise und mit welchen Methoden überprüft

wird.

Anmerkungen:

1 Revision 01, 2004-11-17

2 Neu 2004-11-17

3 Revision begonnen, Widersprüche mit der Beschreibung des Istzustandes sind möglich, da Ziele der ersten

Fassung bereits realisiert oder verändert wurden, der Text aber noch nicht aktualisiert ist.)

4 (Rev. begonnen, Text noch nicht aktualisiert)

64


SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.2.3 Berufsfachschule für Sozialassistenz

Analyse des Ist-Zustandes für das Schuljahr 2004/2005

Gesetzliche Grundlagen

Der Ausbildung zur "Staatlich anerkannten Sozialassistentin/zum Staatlich anerkannten Sozialassistenten"

liegt die "Verordnung über die Ausbildung und Prüfung an den Berufsfachschulen für Sozialassistenz

vom 29. Juli 2000" zugrunde.

Ziele der Ausbildung

In § 13 der AV werden folgende Ziele formuliert:

• "Vermittlung von Basisqualifikationen für eine weiterführende Ausbildung an Fachschulen"

• Vermittlung von "Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die erforderlich sind, um in

sozialpädagogischen und sozialpflegerischen Institutionen nach Anweisung und - in begrenztem

Umfang - verantwortlich tätig zu sein".

• Befähigung der Schüler/innen "zu verantwortlichem Handeln bei der Mitgestaltung im Beruf und in

der Gesellschaft"

Gliederung der Ausbildung

• Die Ausbildung dauert 2 Jahre.

• Im ersten Ausbildungsjahr werden überwiegend theoretische Grundlagen vermittelt. Zur Orientierung

absolvieren die Schüler/innen zwei 3-wöchige Praktika.

• Schwerpunkt Sozialpädagogik: In den Praxisstellen wird mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet.

• Schwerpunkt Sozialpflege: In den Praxisstellen wird mit jungen Erwachsenen bis hin zu

Senioren/innen gearbeitet.

• Im zweiten Ausbildungsjahr können die Schüler/innen zwischen dem sozialpädagogischen und

sozialpflegerischen Schwerpunkt wählen.

• Die Schüler/innen arbeiten durchgängig 3 Tage in der Woche an einer Praxisstelle und haben zwei

Tage Unterricht in der Schule.

• Die Schüler/innen werden von Lehrkräften der Schule an der Praxisstelle betreut und durchlaufen

innerhalb des schulischen Unterrichts im Stundenplan ausgewiesene Praxisreflexion.

• Die Zusammenarbeit von Schule und Praxisstellen mit dem Ziel einer kontinuierlichen Betreuung

und Ausbildung der Schüler/innen nimmt einen hohen Stellenwert ein.

• Die Ausbildung endet mit einer schriftlichen, praktischen und mündlichen Prüfung.

Vermittlung von grundlegenden Kompetenzen

Personale Kompetenz

• Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung und Selbsteinschätzung

• Reflexion von eigenen Einstellungen, Haltungen, Wertvorstellungen und Normen (Kindheitsmuster)

• Kritische Reflexion des eigenen Menschenbildes

• Motivation zu eigenverantwortlichem, prozessorientiertem Lernen

• Fähigkeit, Lernprozesse eigenständig zu initiieren.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Soziale Kompetenz

Fähigkeit,

• Beziehungen aufzubauen und zu gestalten (Beziehungsfähigkeit)

• kooperativ im Team zu arbeiten

• Konflikte konstruktiv zu lösen

• sich mit der sozialen und gesellschaftlichen Realität kritisch auseinander zu setzen

• in Institutionen demokratisch zu handeln (Partizipationsfähigkeit)

• adressaten- und zielorientiert zu kommunizieren (Dialog- und Argumentationsfähigkeit)

• Menschen und soziale Situationen realistisch und sensibel wahrnehmen zu können (Beobachtungs-

und Wahrnehmungsfähigkeit).

Sach- und Fachkompetenz

• Orientierung über mögliche Arbeitsfelder im sozialpädagogischen bzw. sozialpflegerischen Bereich

Fundierte Grundlagen für eine weitere Ausbildung in diesen Bereichen werden vermittelt. Die

Ausbildung befähigt nicht zum eigenverantwortlichen Arbeiten, deshalb ist eine anschließende

Ausbildung dringend angeraten. Die erworbene Fachkompetenz befähigt nur zum Arbeiten unter

Anleitung.

Methodische Herangehensweise

Grundsatz:

Vermittlung von Methoden, die die Schüler/innen im Rahmen ihrer praktischen Arbeitstätigkeit selbstständig

umsetzen können, insbesondere

• fächerübergreifendes Arbeiten

• projektorientiertes Arbeiten

• Austausch mit externen Institutionen

• Exkursionen

• eigenverantwortliches Lernen, z. B. Methodentraining

In den 11er-Klassen wird seit März 2004, bzw. September 2004 ein dreiteiliges Methodentraining

nach Klippert durchgeführt

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Stärken und Schwächen der Schulform

Stärken

• Möglichkeiten der Entscheidungsfindung. Es gibt zwei Schwerpunkte der Ausbildung

(sozialpflegerisch und sozialpädagogisch). Im ersten Ausbildungsjahr wird in beiden

Schwerpunkten ausgebildet. Es finden zwei Praktika in jeweils einem der Schwerpunkte statt.

• Sammeln von Prüfungserfahrungen als Basis für weitere Ausbildungen.

Schwächen:

• Im zweiten Ausbildungsjahr werden 2 Tage in der Schule und 3 Tage in der Praxis im gewählten

Schwerpunkt ausgebildet. Für die Praxistätigkeit wird keine Aufwandsentschädigung gezahlt, da es

sich um eine schulische Berufsausbildung handelt. Einige Einrichtungen zahlen freiwillig etwas. Wir

wünschen eine verbindliche einheitliche Regelung durch den Gesetzgeber. Dies war im Schulversuch

gegeben. Der Erwerb eines Berufsabschlusses ist kontraproduktiv im Hinblick auf die unbedingt

erforderliche berufliche Weiterbildung (Erzieherausbildung, Fachoberschule Sozialwesen). Die

Vergabe eines Halbjahreszeugnisses im 1. Ausbildungsjahr ist durch die beiden Praktika sehr

schwierig. Da im zweiten Halbjahr kein Halbjahreszeugnis erteilt wird, wäre dies besonders für das

1. Ausbildungsjahr erforderlich, parallel zur Zeugnispraxis im dualen System.

• Fehlende interne und externe Kleingruppenfortbildung der Lehrkräfte im Bereich Gestaltung.

Angestrebt: Freistellung der Lehrkräfte für entsprechende Veranstaltungen.

• zu große Klassen

• Einzelnoten, Anzahl und Form der Leistungsnachweise widersprechen den pädagogischen und

methodischen Intentionen der AO.

Arbeitsbedingungen an unserer Schule

Raumsituation

• Unpassende Klassenraumgrößen

• Vorhandene Fachräume: 2 Küchen; 1 Werkraum

1 Gymnastik-/Bewegungsraum

1 Sozialpflegeraum

1 Bibliothek wird für Arbeitsgruppen und Besprechungen genutzt

1 Medienraum mit Bühne (wird auch als Musikraum genutzt)

1 kleiner und 1 großer EDV-Raum

1 Fachbibliothek

Ausstattung

• Technische Medienausstattung wird aus dem Bestand anderer Schulformen genutzt

• Zusammenarbeit mit Praxisstellen zu bestimmten Themenkomplexen, z. B. Raumgestaltung,

Leseförderung

Zusammenarbeit mit externen Stellen

• Nutzung der technischen Ausstattung und Beratung durch Mitarbeiter der Kreisbildstelle

• keine/wenig Zusammenarbeit mit abgebenden Schulen

• gute Zusammenarbeit mit Praxisanleitern

• guter Info-Austausch mit den von uns betreuten Praxisstellen

• gemeinsame Projekte mit Altenpflegeeinrichtungen

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Darstellung bestehender besonderer Aktivitäten und Initiativen

• Zirkus/öffentlicher Auftritt am Hessentag

• Theater

• Musical

• Darstellendes Spiel: Puppen, Schwarzes Theater

• Jahreszeitenfest

• Entfaltung der Sinne

• Gesundes Frühstück/Kochbücher gestalten

• Wahrnehmungsbilderbücher gestalten

• Teilnahmebescheinigung für einen Erste-Hilfe-Kurs

• Zusammenarbeit mit der WfbM

Zielvorstellungen

Raumsituation

• fest zugewiesene Klassenräume

• kleinere Lerngruppen in Medienfächern

Ausstattung

• Verbesserung der Ausstattung mit Fachbüchern

• Grundausstattung im Medienbereich speziell für diese Schulform:

Kassettenrecorder in genügender Anzahl

Videorecorder

Kameras (1 Fotoapparat, 1 Video-Kamera )

Internet-Zugang durch Nutzung des EDV-Raums während des Projektes

Die Ausstattung im Medienbereich hat sich durch die Zusammenarbeit mit externen Stellen etwas

verbessert.

Zusammenarbeit mit externen Stellen

• Info-Gespräche führen

• Gestaltung von ansprechendem Info-Material

• Erweiterung des bestehenden Arbeitskreises "Netzwerkgruppe Berufsfachschule für Sozialassistenz"

• Zusammenschluss der Arbeitskreise BFS und Fachschule

• Fortbildung mit externen Einrichtungen (z. B. Senckenberg-Museum, Museum für Weltgemeinschaft)

• Der früher durchgeführte Erfahrungsaustausch mit anderen BFS für Sozialassistenz (HELP in

Weilburg) wird vermisst.

• Gesundheitserziehung in den verschiedenen Einrichtungen

• Zusammenarbeit mit der Schulform Werkstatt für Behinderte WfbM

3 Schülerinnen hospitieren an 2 aufeinanderfolgenden Schultagen. Nach der Hospitation findet

eine Reflexion statt. Ein Fragebogen zur Reflexion und Rückmeldung ist in Arbeit

Unterrichtsorganisatorische Aspekte

• Bildung eines "Kernteams" von Kollegen, die überwiegend in dieser Schulform unterrichten

• Unterrichtung durch Teams in einem Lernbereich, z. B. Sozialpflege

• Entwicklung eines Curriculums in Bezug auf die gewünschte weitere Fachschulbildung der

Schüler/innen

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

• Regelmäßige Teamsitzungen zur inhaltlichen Absprache und zielorientiert in Bezug auf die Projekte

• Entwicklung des Themenbereichs "Kommunikation – Kommunikationsstörungen"

• Im Fach Bewegungserziehung sind die Gruppen mit 25 bis 27 Schülern zu groß. Es ist beabsichtigt,

aus 2 Klassen 3 Lerngruppen zu bilden. In den übrigen Mediengruppen sind die Gruppengrößen in

den 12er Klassen gut.

• Qualitätssteigerung von Beurteilungen in Klasse 12, speziell Beurteilungen aus der Praxis

• Erstellung von standardisierten Beurteilungsbögen für beide Praxisschwerpunkte. Diese sollen als

Zwischenbeurteilungen über den Entwicklungsstand der Schülerinnen von den Praxisanleiterinnen

an die Schule weitergeleitet werden.

• Zur Abdeckung der verbindlichen Stundentafel jetzt und in Zukunft ist die Ausbildung zweier Fachlehrer

für die Bereiche Pflege und Gestalten dringend erforderlich.

• Abschaffung des Halbjahreszeugnisses der Klasse 11

• Erhöhung der Transparenz von Informationen durch Installation einer Info-Wand und Anlage/

Pflege eines Ordners über wesentliche Informationen dieser Schulform

Evaluation

Grundsätzliches

• Zum Beginn eines neuen Schuljahres findet ein Treffen zwischen der Schulformkonferenz und der

Abteilungsleitung statt, zu dem der Schulformkoordinator bzw. die Abteilungsleitung einlädt. Hier

werden Ist- und Soll-Zustand gegenübergestellt.

Bei diesen Treffen werden zusätzlich Themen, die sich im Lauf des vergangenen Schuljahres

ergeben haben und für die Klärungsbedarf besteht behandelt und gegebenenfalls bei der

Aktualisierung der Zielvorstellungen berücksichtigt.

Evaluation für das Schuljahr 2004/2005

• Klassenstärke und Klassenraumgröße sind bisher nicht aufeinander abgestimmt.

• Infolge mangelnder Flächen in den Klassenräumen können keine pädagogisch sinnvollen Anordnungen

von Tischen und Stühlen vorgenommen werden (U-Form, "Kugellager"

• Ein Flyer wurde erstellt.

• Eine Powerpoint-Präsentation wurde erarbeitet.

• Die Grundausstattung mit Fachbüchern ist mittlerweile ausreichend .

• Es wurden standardisierte Beurteilungsbögen für beide Praxisschwerpunkte entwickelt. Diese

werden als Zwischenbeurteilungen über den Entwicklungsstand der Schülerinnen erstmals im

Februar 2005 von den Praxisanleiterinnen an die Schule weitergeleitet.

• Info-Wand und Anlage des Ordners stehen noch aus.

• Abstimmungen über Inhalte verschiedener Unterrichtsfächer sind weitgehend erfolgt.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.3 Der Weg zum mittleren Bildungsabschluss – die Berufsfachschulen

2.3.1 Berufsfindung in der kaufmännischen Berufsfachschule

Diese Ausarbeitung basiert auf den mehrjährigen Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen, im Rahmen

des Lernfeldes 1 „Berufsfindung im Berufsfeld der zweijährigen Berufsfachschule“, um die Schülerinnen

und Schüler auf den künftigen Ausbildungsberuf vorzubereiten.

Die Arbeitsgruppe sieht die Berufsfindung in der Schule als Ergänzung zu Betriebspraktika.

Die Schüler sollen

• eine eigene Standortbestimmung zur Berufsfindung vornehmen und

• ihre Selbsteinschätzung mit einer Fremdeinschätzung in Einklang bringen,

• sich klar werden über Motive und Umsetzungsmöglichkeiten ihrer Berufswünsche,

• in die Lage versetzt werden, sich adäquat zu bewerben und vorzustellen,

• Möglichkeiten der Informationsbeschaffung kennen und nutzen lernen,

• ihre Sozial-, Methodenkompetenz und Fachkompetenz erweitern und

• die Berufs- und Arbeitswelt im Rahmen eines Betriebspraktikums erfahren.

Ist-Zustand

• Manche Schüler wurden bei der Wahl dieser Schulform bislang offensichtlich nicht umfassend

beraten. Daher stimmen die Berufswünsche der Schüler häufig nicht mit ihren Möglichkeiten (auch

Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung) überein.

• Die Schüler sind vielfach nicht in der Lage, sich adäquat zu bewerben. Dies betrifft die Vorauswahl

der Ausbildungsstellen, die schriftliche Form der Bewerbung, das erfolgreiche Bestehen von Eignungstests

und das Führen von Vorstellungsgesprächen.

• Innerhalb der Berufsfindung im Berufsfeld sind Kontakte zu Ausbildungsbetrieben geknüpft, die

noch erheblich ausgebaut und intensiviert werden müssen.

• Die Sozial-, Methoden- und Fachkompetenz der Berufsfachschüler entspricht teilweise noch nicht

den Erwartungen, die der Ausbildungsmarkt an sie stellt.

Zielvorstellungen

Um den Ist-Zustand zu verbessern, hat sich die Arbeitsgruppe zur Durchführung von acht Berufsfindungstagen

entschlossen. Diese Berufsfindungstage sollen im zweiten Halbjahr des ersten Ausbildungsjahres

in einem zeitlich überschaubaren Rahmen von vier Wochen in Form von Projekttagen

gestaltet werden. Die Schüler werden über den gesamten Verlauf der Berufsfindungstage von einem

Tutor und einem Fachlehrer (Berufstheorie-, Berufspraxis- oder Deutschlehrer) begleitet, die den

Gruppenprozess unterstützen. Die Öffnung der Schule nach außen durch das Einbeziehen von Referenten

der Krankenkassen, der Ausbildungsbetriebe sowie Auszubildende verschiedener Berufsfelder

und/oder Schüler weiterführender Schulformen ist wesentlicher Bestandteil dieser Berufsfindungstage.

An diesen Tagen soll der feste Stundenrhythmus aufgelöst werden, um sich den inhaltlichen und methodischen

Schwerpunkten anzupassen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Ergänzend zu diesen Berufsfindungstagen empfiehlt die Arbeitsgruppe die Durchführung eines

14-tägigen verbindlichen Betriebspraktikums innerhalb der Sommerferien am Ende des ersten Ausbildungsjahres.

Die Praktikumsplätze sind von den Schülern eigenständig zu finden und zu organisieren.

Schüler und Praktikumsbetriebe erhalten einen Feedback-Bogen. Die Auswertung und der Erfahrungsaustausch

über dieses Praktikum erfolgt gemeinsam mit den Schülern in der ersten Woche des zweiten

Ausbildungsjahres.

Themenschwerpunkte der Berufsfindungstage:

• Vornehmen einer eigenen Standortbestimmung im Blick auf die Berufsfindung

(z. B. mithilfe des Heftes Berufsdiagnostik der Otto-Bennecke-Stiftung und Materialien des Arbeitsamtes)

• Selbstständige Informationsbeschaffung (Internetrecherche, Stellenausschreibungen sowie Vorbereitung,

Durchführung und Reflexion eines BIZ-Besuchs)

• Auseinandersetzen mit entsprechenden Berufsbildern

• Durchführen von Eignungstests

• Aktive Teilnahme an Referentenvorträgen

• Durchführung von Bewerbungsgesprächen in Rollenspielen (auch mithilfe von Videoaufzeichnungen

und deren Auswertung)

• Erstellen von Bewerbungsmappen (auch Online-Bewerbungen)

• wahlweise Betriebsbesichtigung oder Präsentation der Ergebnisse der Berufsfindung

Forderungen

• Gewährleisten der organisatorischen Rahmenbedingungen durch die Schulleitung

• Freistellung der Tutoren und der beteiligten Lehrkräfte

• Bereitstellen von Sachmitteln (Moderationsmaterial, Bewerbungsmappen, Disketten, usw.)

Evaluation

Die Abteilungsleitung lädt jährlich am Ende der Jahrgangsstufe 11 die an den Berufsfindungstagen beteiligten

Kolleginnen und Kollegen zur Evaluation ein.

17. November 2004

Marion Teschke; Ruth Ebert; Helma Johanns

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.3.2 Zweijährige Berufsfachschule - sozialpädagogischer und medizinischer

Fachbereich

Vorbemerkung

Ziel der Berufsfachschule sozialpädagogischer und sozialpflegerischer sowie medizinisch-technischer

und krankenpflegerischer Berufsrichtung ist es, Hauptschulabsolventen durch zweijährigen Vollzeitunterricht

einen Mittleren Bildungsabschluss zu ermöglichen. In diesen beiden Berufsrichtungen der Berufsfachschule

werden sowohl allgemeinbildende als auch berufsbezogene Inhalte vermittelt, die den

Schülern gute Startvoraussetzungen im entsprechenden Berufsfeld bieten sollen.

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass mehr als die Hälfte aller Absolventen mit den erworbenen

fachtheoretischen und fachpraktischen Kenntnissen eine Ausbildung oder weiterführende Schulformen

im jeweiligen Berufsbereich beginnen konnten.

Bestandsaufnahme

Die Schüler kommen mit einem guten Hauptschulabschluss aus Gemeinden des Main-Kinzig-Kreises

und angrenzenden Kreisen. Die Zugangsvoraussetzungen sind in der Verordnung vom 17.02.2000 geregelt.

Die Klassenstärke hat sich in den letzten Jahren bei ca. 25 Schülern eingependelt. Voraussetzung für

den Mittleren Bildungsabschluss ist das erfolgreiche Ablegen einer schriftlichen, praktischen und gegebenenfalls

mündlichen Prüfung am Ende des zweiten Schuljahres. Die Lehrpläne der Berufsfachschule

sind in einigen Fächern, wie z. B. Mathematik und Englisch, stark veraltet. Der Lehrplan im Fach Mathematik

stammt z. B. aus dem Jahr 1979.

Die Stundenzuweisung entspricht nicht dem tatsächlichen Bedarf, da die erforderliche Klassenteilung

im fachpraktischen Unterricht bei der Lehrerzuweisung nicht berücksichtigt werden kann.

Raumsituation

Es herrscht immer noch Raumknappheit, wodurch den einzelnen Klassen kein eigener Klassenraum

zugeordnet werden kann. Viele Unterrichtsräume sind für große Klassen und Gruppenarbeiten zu

klein. Erschwerend wirkt sich aus, dass die Unterrichtsräume der Abteilung auf vier Gebäudekomplexe

verteilt sind.

Ein angemessenes Lehrerzimmer (A 13) und ein Beratungszimmer/Medienraum (A 11) stehen der Abteilung

nun zur Verfügung.

Eine Vernetzung mit den anderen Abteilungen der Schule durch einen PC mit Einblick in die aktuelle

Stundenplansituation ist nur im allgemeinen Lehrerzimmer oder im Sekretariat möglich.

Die Medienausstattung wurde in den letzten Jahren im Bereich der Projektionstechnik verbessert, aber

bei Zeichengeräten für die Tafel und Materialien für Schülerversuche, insbesondere in der Biologie,

besteht weiterhin Ergänzungsbedarf.

Traditionell findet eine enge Abstimmung der Unterrichtsinhalte sowie eine fächerübergreifende Zusammenarbeit

durch die betroffenen Kollegen statt.

Problemfälle bzw. pädagogische Fragestellungen werden in kurzfristig anberaumten Teamsitzungen

besprochen und geklärt.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Aktivitäten

In den Klassen BF 10 (Unterstufe) und BF 11 (Oberstufe) findet jeweils ein fächer- sowie schulformübergreifendes

Projekt statt (z. B. Erste-Hilfe-Kurs in Zusammenarbeit mit gewerblichen Berufsschulklassen

sowie Theateraufführungen in Verbindung mit den Fächern Werken und Spielerziehung).

Im Rahmen des Faches Deutsch wird ein Bewerbungstraining mit externer Begleitung durchgeführt.

In der vorletzten Schulwoche der Unterstufe ermöglichen wir den Schülerinnen und Schülern ein einwöchiges,

allgemeinorientiertes Praktikum, damit sie sich ihrer Berufswünsche vergewissern können.

Ein dreiwöchiges, berufsorientiertes Praktikum mit jeweils eintägiger Vor- und Nachbereitung findet

nach den Herbstferien in der Oberstufe statt.

Eintägige Exkursionen, z. B. zu Messen (Spielzeugmesse, Buchmesse, Gesundheitsmesse), zu Ausstellungen

(Explorer) und in großtechnische Betriebe (Kohlekraftwerk), werden durchgeführt. Nach Möglichkeit

wird eine mehrtägige Studienfahrt (z. B. nach Stuttgart oder London) angeboten.

Kooperation

• Zusammenarbeit mit der Krankenpflegeschule bzw. den Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen

• Besuch von und Zusammenarbeit mit sozialpädagogischen Einrichtungen (z. B. Behindertenwerkstätten)

• Zusammenarbeit mit dem Ortsverband des DRK

Zielvorstellungen

Allgemein

Es soll eine statistische Auswertung über die weiteren Ausbildungswege der Absolventen erstellt werden,

die belegt, wie viele Schülerinnen und Schüler die gewählte Berufsrichtung fortsetzen. Im Zusammenhang

mit den ausgefüllten Formularen der „Anmeldung zum Besuch der Berufsschule“ erstellt

der Klassenlehrer für die jeweilige Berufsfachschule eine anonyme Statistik. Diese ist im Lehrerzimmer

(A 13) zugänglich zu machen.

Räumliche Bedingungen

Wünschenswert ist für das Lehrerzimmer A 13 ein mit dem Schulnetz verbundener PC. Die Arbeitsgruppe

beauftragt eine Kollegin, die bis zum Ende des Schuljahres 2004/2005 klären soll, welche

technischen Voraussetzungen gegeben sind oder geschaffen werden müssen, um den Raum A 13 mit

dem Schulnetz zu verbinden.

Die Arbeitsgruppe beauftragt einen weiteren Kollegen, die jeweiligen Räume auf fehlendes Zeichengerät

zu überprüfen und im nächsten Anschaffungsetat Ergänzungsmaterial zu bestellen.

Personelles

Fachtheoretische und fachpraktische Fächer sollen so in den Stundenplan eingebaut werden, dass

Projekte einfacher umgesetzt werden können.

Stundenzuweisungen müssen dem tatsächlichen Bedarf entsprechen, d. h. geteilte Klassen im fachpraktischen

Unterricht müssen bei der Lehrerversorgung berücksichtigt werden.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Aktivitäten

In der Unterstufe soll der Klassenlehrer einen Besuch im BIZ der Arbeitsagentur für Arbeit in Hanau

organisieren.

Die Fachlehrerin für Krankenpflege soll mit der Oberstufenklasse einen Schulsanitätsdienst ab dem

zweiten Schulhalbjahr 2004/2005 ins Leben rufen. Die Klasse erhält hierzu zusätzlich zwei Stunden pro

Woche Unterricht im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft. Dort werden die Erste-Hilfe-Kenntnisse der

Schülerinnen und Schüler aufgefrischt und durch einen San.A- Lehrgang des DRK ergänzt. Ab Februar

2005 soll der Sanitätsdienst an den Beruflichen Schulen Gelnhausen aktiv werden.

Kooperation

In folgenden Bereichen sind Besuche geplant:

• Chemiefirma Degussa in Hanau (BFM)

• Einrichtungen der Jugendbetreuung (BFS)

• moderne Fabrikationen am Beispiel der Firma Opel in Rüsselsheim und der Firma Hassia in Bad

Vilbel (BFM/BFS)

• Durch eine Stadtführung soll die historische und kulturelle Bedeutung Gelnhausens verdeutlicht

werden.

Information

Ergänzend zu den offiziellen Informationen der Schule soll mit den Schülern ein Infobeitrag zu diesem

Zweig der Berufsfachschule für die Internetseite gestaltet werden. Dieses Projekt kann fächerübergreifend,

z. B. in Deutsch und EDV, in der Unter- und Oberstufe durchgeführt werden.

In diesem Zusammenhang sollen ebenfalls Artikel in der Lokalpresse veröffentlicht werden.

Evaluation

Räumliche Bedingungen

Ein Stillarbeitsraum in der Abteilung ist nicht mehr erforderlich, da für die Schule inzwischen der Raum

V 5 und der Bereich vor der Bibliothek zur Verfügung stehen.

Mit der Verlegung des Lehrerzimmers in den Raum A 13 ist ein angemessenes Lehrerzimmer für die

Abteilung eingerichtet worden.

Personelles

Der bestehende Stundenplan des Schuljahres 2004/2005 gewährleistet die gewünschte Projektarbeit

in den fachtheoretischen und fachpraktischen Fächern.

Nach wie vor entsprechen die Stundenzuweisungen nicht dem tatsächlichen Bedarf, da geteilte Lerngruppen

im fachpraktischen Unterricht bei der Lehrerversorgung nicht berücksichtigt werden.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Aktivitäten

Die Einschulung der Unterstufen am ersten Schultag wurde weiterhin durch die Klassenlehrer gestaltet,

hierbei erfolgte zeitweilige Unterstützung durch andere Kollegen. Schülerinnen und Schüler der

Oberstufen stehen an diesem Tag nicht zur Verfügung, da ihr Schulbeginn erst auf den nächsten Tag

fällt.

Die Praktikumstermine der Berufsfachschule mit der Berufsfachschule für Sozialassistenz und der

Fachschule für Sozialpädagogik sind in den Abteilungskonferenzen abgestimmt und festgelegt worden.

Hierdurch kommt es nicht mehr zu Überschneidungen bezüglich der Praktikumsplätze im sozialpädagogischen

Bereich.

Kooperation

Ein Besuch der Chemiefirma Degussa in Hanau (BFM) hat noch nicht stattgefunden.

Ein Austausch mit dem Jugendzentrum in Meerholz-Hailer (ev. Gemeindezentrum) und dem Jugendzentrum

Schlüchtern hat mit der Oberstufe (BFS) stattgefunden.

Stadtführungen zur historischen und kulturellen Bedeutung Gelnhausens wurden bisher nicht bei allen

Klassen durchgeführt.

Verfasser des Beitrags: H. Bieber; A. Sprenger; M. Nickel

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.3.3 Kooperation zwischen unterschiedlichen Schulformen

Analyse des Ist-Zustands

Die beiden Zielgruppen sind eine Berufsfachschulklasse medizinisch-technischer und

krankenpflegerischer Bereich im zweiten Ausbildungsjahr und eine Teilzeitklasse

Kraftfahrzeugmechaniker in der Fachstufe 1.

Die Berufsfachschulklasse 10 BFM, die aus 16 Mädchen und zwei Jungen im Alter zwischen 15 und 17

Jahren besteht, wurde bisher wie üblich in Vollzeitform geführt. Neben den allgemeinbildenden

Fächern wurde die Klasse entsprechend den Vorgaben des Rahmenlehrplans fachbezogen

unterrichtet. Dazu gehörte in der Vergangenheit eine umfangreiche Ausbildung in den Erste-Hilfe-

Maßnahmen in theoretischer und praktischer Form.

Die Klasse 11 Kf A ist eine reine Jungenklasse mit 18 Schülern im Alter zwischen 17 und 20 Jahren.

Die Schüler sind alle als Auszubildende im 2. Ausbildungsjahr in Kfz–Werkstätten in Gelnhausen und

Umgebung beschäftigt. Neben dem Hauptberufsschultag findet 14-täglich ein zweiter Berufsschultag

statt, an dem die Auszubildenden mit bestimmten, fachbezogenen Techniken in Form von

Demonstrationsunterricht vertraut gemacht machen.

Projektbeschreibung

Lerngruppe 1: Klasse 10 BFM 16 Schülerinnen und 2 Schüler

Lerngruppe 2: Klasse 11 Kf A 18 Schüler

Beginn 2. März 2001: Aktuell im Schuljahr 2004/2005

Themenfindung

Das Projekt kam überwiegend auf Anregung der Schülerinnen und Schüler aus den beiden Klassen

zustande, wobei wir als Pädagogen nur unwesentliche Hilfestellung bei der Themenfindung und

Projektplanung gegeben haben.

Der Leitgedanke der medizinischen Fachgruppe war die Erstversorgung bei Arbeitsunfällen in der Kfz–

Werkstatt und die Durchführung entsprechender Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Als Leitgedanke standen in der Kfz-Klasse die Fragen: „Was sollte ein junger Mensch zu Beginn seiner

Autofahrerkarriere alles über seinen fahrbaren Untersatz wissen? Was sollte man in bestimmten

Situationen selbst am Auto tun können? “

Planungsphase

Mit Hilfe einer geeigneten Moderationsmethode haben sich insgesamt mehrere Untergruppen gebildet,

die sich dann mit detaillierten Themen zu diesem Leitgedanken beschäftigt und konkrete Planungen

innerhalb der einzelnen Gruppen vorgenommen haben.

Die einzelnen Gruppenthemen lauteten wie folgt:

11 KF A

Pannenhilfe: Radwechsel, Glühbirnenwechsel, Starthilfe, Abschleppen

Airbag, Gurt und Feuerlöscher: Umgang und Gefahren

Unfall: Verhalten beim Unfall, Schäden und Reparaturen, Versicherungen

Technikwissen: Bedeutung von Kontrolleuchten, Flüssigkeitsstände prüfen, etc.

Wartung und Kosten: Luftfilter, Reifendruck und Scheibenwischwasser

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

10 BFM

Vergiftung und Stromunfälle

Hand- und Armverletzungen

Fuß- und Beinverletzungen

Amputation, Schock

Wirbelsäulenverletzungen

Kopfverletzungen und Verbrennungen

Durchführungsphase

Die einzelnen Gruppen haben zu ihren Themen unterschiedliche Vorbereitungen getroffen :

Informationsbeschaffung durch verschiedene Medien

Beschaffung von unterschiedlichen Verbandsmaterialien und Anschauungsobjekten, wie Wundmodelle

etc.

Beschaffung und Vorbereitung von Bauteilen, Werkzeugen und Autoteilen

Erstellung von Infoblättern und Informationstafeln

Vorbereiten von Erste-Hilfe-Maßnahmen

Vorbereiten von Wartungstätigkeiten

Erarbeiten der einzelnen Präsentationen

Um einen ersten Einblick in das Arbeitsfeld der Auszubildenden im Kfz-Bereich zu ermöglichen, steht

zu Beginn der Unterrichtsreihe die Informationsphase im Vordergrund. Gekennzeichnet ist diese Phase

durch eine Werkstattbesichtigung an den Beruflichen Schulen. Während der Besichtigung schildern die

Auszubildenden Aufgaben und Gefahren in einer Lehrwerkstatt. Ziel dieser ersten Begegnung ist ein

Kennenlernen sowie die Interessenermittlung der Lerngruppe 2, um Themengebiete bedürfnisorientiert

auf Vorerfahrungen abzustimmen. Hierzu dient ein entsprechend vorbereiteter Fragebogen

der Lerngruppe 1.

Präsentationsphase

Die Präsentation der Erste-Hilfe-Themen soll in Form eines Stationenlernens am 18. Mai 2001

stattfinden. Da die Schüler ihre Gruppenergebnisse in einer anderen Klasse vorstellen wollen, sind sie

sich der Ernsthaftigkeit und Sinnhaftigkeit ihrer Leistungen besonders bewusst. Diese Erkenntnis führt

zu einer besonders hohen Motivation.

Die Präsentation der Kfz-Themen findet am 1. Juni 2001 in der Kfz-Werkstatt und in den

Nebenräumen statt. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler der Partnerklasse aktiv mit einbezogen

werden und auch bestimmte Tätigkeiten am PKW selbst durchführen.

Reflexion

Die Reflexion des Projektes stellen wir uns in drei Stufen vor. Einmal als Kurzreflexion direkt nach den

beiden Präsentationen innerhalb der eigenen Lerngruppen und gemeinsam mit der Partnerklasse. Als

gemeinsamer Abschlusstermin lässt sich vermutlich aus stundenplantechnischen Gründen nur ein Tag

nach den Sommerferien festlegen.

Zielvorstellungen

In dieser Unterrichtsreihe stehen das Üben kommunikativer Fähigkeiten und repräsentativer Methoden

gleichberechtigt neben dem systematischen Erwerb von Fachkenntnissen.

Es werden verschiedene methodische Kategorien genutzt, um Schlüsselqualifikationen insbesondere

im Bereich der Kommunikation zu fördern.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Förderung der Teamfähigkeit

Entwicklung von Problem- und Konfliktlösungsstrategien

Verbesserung der Ausdrucks-, Argumentations- und Darstellungsfähigkeit

Entwicklung der Fähigkeit zur Analyse komplexer Handlungs- und Entscheidungsprozesse

Förderung der Kritik- und Urteilsfähigkeit

Wissen in handlungsbezogenen Anwendungssituationen überprüfen und festigen

Durch die Übernahme der Expertenrolle sollen die Schüler ein positives Selbstwertgefühl entwickeln

und ihr Selbstbewusstsein stärken.

Durch die gemeinsame Verantwortung sollen sich die Schüler als Team erleben und Teamfähigkeit

üben. Neben der Fachkompetenz sollen die Schüler insbesondere Sozialkompetenz (Fähigkeit im

Umgang mit anderen Menschen) und Methodenkompetenz (Fähigkeit zur selbsttändigen Aneignung

neuer Kenntnisse und Fähigkeiten) erwerben.

Einige fachliche Inhalte des Projektes sind für die Schüler Neuland. Durch unsere Hilfestellung, durch

verfügbare Medien und durch den Willen, sich selbständig mit neuen Technologien/Fachgebieten

auseinander zu setzen, wurden diese Inhalte Bestandteile der Zusammenarbeit und der späteren

Präsentation.

Durch den wichtigen Patientenkontakt bzw. Kundenkontakt erlangen die Schüler kommunikative bzw.

soziale Kompetenzen. Die Zusammenarbeit mit Kollegen in der Arztpraxis bzw. Werkstatt erfordert

Teamfähigkeit. Sie müssen in der Lage sein, unter Nutzung vorhandener Medien sich selbstständig

benötigte Informationen zu beschaffen.

Nicht zuletzt versprechen wir uns bei dieser Zusammenarbeit durch das Kennenlernen von Menschen

(Partnerklasse), Eigenverantwortlichkeit bei der Durchführung und Präsentation viel Freude für die

Schüler und somit eine höhere Lernmotivation.

Das Projekt soll auf jeden Fall mit Folgeklassen fortgesetzt werden.

Evaluation

Die Reflexion des Projektes wurde in den folgenden drei Stufen durchgeführt:

Kurzreflexion nach der Präsentation der Gruppe BFM in Form einer kurzen Reflexionsrunde, in der sich

nach bestimmten Moderationsregeln jede Gruppe über positive und negative Erfahrungen äußerte.

Auch wurde eine Reflexion von Außenstehenden mit einbezogen und zwar die Presse und zwei

Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz.

Kurzreflexion nach der Präsentation der Gruppe Kfz in Form einer kurzen Reflexionsrunde in der Kfz-

Werkstatt, in der sich nach bestimmten Moderationsregeln jede Gruppe über positive und negative

Erfahrungen äußerte.

Gesamtreflexion in Form einer 4-stündigen Zusammenkunft mit gemeinsam vorbereitetem Frühstück.

Dabei stellten Fotos, die Videoaufzeichnung des gesamten Projektes und das erstellte Projekttagebuch

eine wesentliche Grundlage dar.

Anmerkung

Das gesamte Projekt wird seit 4 Jahren regelmäßig mit der Klasse 10 BFM und einer Klasse aus dem

gewerblichen Bereich durchgeführt und ist inzwischen fester Bestandteil einer abteilungs-übergreifenden

Zusammenarbeit. Abgesehen von der immer weiter zu verbessernden internen Evaluation soll hier die externe

Kontrolle durch den Ausbildungsleiter des Kreisverbandes Gelnhausen des DRK noch einmal besonders

hervorgehoben werden.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.3.4 Deutsch in der kaufmännischen Berufsfachschule

Ist-Zustand

• Ab dem Schuljahr 2004/2005 haben die Schülerinnen und Schüler, wenn sie von der Hauptschule

kommen, eine (zentrale) Abschlussprüfung abgelegt. Trotzdem werden häufig Schwächen in der

Lese- und Schreibkompetenz beobachtet.

• In vielen Klassen liegen unterschiedliche Ausgangsvoraussetzungen vor. Neben Schülerinnen und

Schülern, die die Hauptschule abgeschlossen haben, finden sich auch solche, die von der

Realschule oder vom Gymnasium kommen.

• Für einen großen Teil der Schülerinnen und Schüler ist Deutsch nicht die Muttersprache, in

manchen Familien wird wenig oder kein Deutsch gesprochen. Eine besondere Problemgruppe

bilden die Schülerinnen und Schüler aus Migrantenfamilien, die nach Abschluss der Schulpflicht

nach Deutschland kommen und nach der Absolvierung relativ kurzer Sprachkurse zum Besuch der

Berufsfachschule zugelassen werden.

• Die Schülerinnen und Schüler, die in dieser Schulform den Mittleren Bildungsabschluss erwerben

wollen, haben häufig wenig gute Erfahrungen damit gemacht, mit Sprache etwas bewirken zu

können.

• Während die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit audiovisuellen Medien geübt sind, fehlt es

häufig an Techniken und Erfahrungen bei der Informationsaufnahme durch Sachtexte.

• Durch wenig Umgang mit literarischen Texten haben die Schülerinnen und Schüler oft Schwierigkeiten,

sich in fiktionale Handlungssituationen einzufühlen.

• In der kaufmännischen Berufsfachschule hat die Einführungswoche zu Beginn der Klasse 10 eine

gute Grundlage zum Umgang mit Lernschwierigkeiten und anderen pädagogischen Problemen

geschaffen.

• Es gibt eine abteilungsübergreifende Fachgruppe Deutsch (für die verschiedenen Berufsfachschulen)

mit einem relativ festen Team von Lehrerinnen und Lehrern.

Zielvorstellungen

• Umgang mit Texten und Stärkung der Sprachkompetenz sind die grundlegenden Lernziele

o Situations- und addressatengerechte Kommunikation („Sprechen und Zuhören“) wird geübt in

verschiedenen Situationen und mit verschiedenen Mitteln (z. B. Simulationsspiel, Diskussion,

Vortrag, szenische Darstellung eigener Erlebnisse usw.). Gezielte Übungen sollen die Wahrnehmung

nonverbaler Faktoren der Kommunikation (Körpersprache, Gestik, Mimik) stärken.

o Eigenverantwortlich gestaltete Schreibprozesse werden gefördert. Die Schülerinnen und

Schüler sollen befähigt werden, addressaten-, situations- und zielbezogen Texte zu

produzieren (z. B. Inhaltsangabe, Protokoll, Bewerbungsschreiben, sachlicher Brief), wobei die

zentralen Schreibformen (z. B. informierende, argumentierende, interpretierende und

appellierende Texte) berücksichtigt werden sollen. Auch kreatives und produktives Schreiben

(z. B. Weiterschreiben einer Geschichte, fiktiver Tagebucheintrag) sollen angeregt werden.

Dabei sind die Grundregeln der Rechtschreibung und Zeichensetzung sicher zu beherrschen.

o Die Schülerinnen und Schüler sollen literarische, Sach- und Gebrauchstexte kennen,

unterscheiden und verstehen lernen. Beispiele unterschiedlicher literarischer Formen werden

mit Hilfe von Erschließungsfragen und -methoden zugänglich gemacht. Ausgewählten Sach-

und Gebrauchs-texte, aber auch audiovisuellen Medien werden gezielt und reflektiert

Informationen entnommen.

o Texte und mündliche Äußerungen werden auf ihre sprachlichen Gestaltungsmittel hin

untersucht

• Das Hauptgewicht ist dabei auf Texte zu legen, die sich auf die eigenen Erfahrungen und Probleme

der Schülerinnen und Schüler beziehen (lassen) und ihrer Verarbeitung dienen können.

Durch präventive, kreativpädagogische Unterrichtselemente sollen die Schülerinnen und Schüler

lernen, Sprache als Problemlösungsinstrument zu gebrauchen, statt auf Notlösungen, wie

Schwänzen, Stören, Apathie und Aggressivität zurückzugreifen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Dazu sind weiterhin Kooperationen unter den Kollegen und Fortbildungen nötig: Zum Zweck des

Erfahrungsaustausches und der Planung eventueller gemeinsamer/paralleler Unterrichtsvorhaben

finden Konferenzen der in dieser Schulform unterrichtenden Deutschlehrerinnen und –lehrer statt.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.4 Der Zugang zu den Fachhochschulen – die Fachoberschule

2.4.1 Fachoberschule – fit für die Zukunft

Diese Zusammenstellung basiert auf der mehr als einjährigen Arbeit der FOS-Kommission der Beruflichen

Schulen Gelnhausen.

Ziele:

• die Studierfähigkeit an einer Fachhochschule erlangen

• eine berufliche Qualifizierung erreichen, die fachspezifisch ist und im Rahmen der Allgemeinbildung

über die mittlere Reife hinausgeht

• den Eintritt in die gehobene Laufbahn des öffentlichen Dienstes ermöglichen

Ist-Zustand

(+)

• Der Informationsbedarf ist durch neu entwickelte Informationsblätter (für Praktikumsbetriebe,

abgebende Schulen sowie SchülerInnen und Eltern) verbessert worden.

• Zu Beginn der Jahrgangsstufe 11 findet eine Einführungswoche mit lernmethodischen, kommunikativen

und sozialen Inhalten und Zielen statt.

• Die Verzahnung zwischen Schule und Praktikumsbetrieben hat sich durch getroffene Maßnahmen

im Rahmen der Neuordnung des Betriebspraktikums (Praktikumsbetreuung, regelmäßige Ausbildertreffen,

Praktikumsbericht bzw. Präsentation) wesentlich verbessert.

• Nach den ersten Halbjahreszeugnissen wird vom Klassenlehrer mit den einzelnen SchülerInnen eine

gezielte Beratung durchgeführt.

• Am Ende der Jahrgangsstufe 11 wird der 2. Praktikumsbericht in Form einer Präsentation an einem

festgelegten Tag durchgeführt.

(-)

• Die Erwartungen der SchülerInnen stimmen vielfach nicht mit den Zielen überein.

• Die FOS wird häufig als Warteschleife im Rahmen der Ausbildungsstellensuche missbraucht – bedingt

durch die angespannte Arbeitsmarktsituation für Jugendliche.

• Die Standards (Fach- und Sozialkompetenz) der Klasse 11 entsprechen teilweise noch nicht den

Erwartungen, die an SchülerInnen der Klasse 12 gestellt werden.

• Die räumliche Situation und die materielle Ausstattung (z. B. Bücher, Arbeitsmaterialien, EDV) ist

nach wie vor unzureichend.

• Es gab bislang nur in Ansätzen einen festen Lehrerstamm in der FOS und wenige Teams.

Dieser Zustand führt zu einem Konflikt mit den o. g. Zielen.

Zielvorstellungen

Informationsbedarf

• Wir werden künftig die oben genannten allgemeinen Ziele, insbesondere die Studierfähigkeit, bei

den abgebenden Schulen stärker herausstreichen.

• Am Tag der offenen Tür stellen SchülerInnen die FOS in eigenen Projekten vor.

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Diskussion um Standards

• Inhaltliche Ungleichgewichte zwischen den Klassen 11 und 12 werden durch Anhebung der Standards

in Klasse 11 derzeit abgebaut.

• In Fachkonferenzen werden solche Standards festgelegt bzw. fortgeschrieben.

• Ziel ist hierbei, Transparenz und einheitliche Maßstäbe für Notengebung und mündliche Prüfung

zu erreichen.

Fahrten

• Studienfahrten sollen deutlicher in den Unterricht eingebunden werden. Kooperationen mit Fachhochschulen

werden ausgebaut.

• Studienfahrten sollen nach Möglichkeit in Kooperation der Klassen stattfinden.

• Bereits jetzt werden mehrtägige FH-Erkundungsfahrten an die FH-Birkenfeld durchgeführt.

Besondere Bildungsangebote

Besondere Bildungsangebote (Wirtschaftsenglisch, zweite Fremdsprache, Zusatzangebote in EDV,

spez. Wirtschaftslehre usw.) sind wünschenswert, auch um das Profil unserer FOS zu schärfen.

Teambildung

Teambildung soll bei der Stundenplangestaltung zunehmend berücksichtigt und gefördert, um Voraussetzungen

für projektorientierten und fächerübergreifenden Unterricht zu schaffen.

Forderungen

• Klassenlehrerstunde in Klasse 11 und 12

• eigene Deputatstunden für die FOS

• Bessere Sachausstattung durch das Land Hessen, z. B. der EDV, aktuelle Bücher (u. a. Gesetzestexte)

• Zusätzliche Lehrerstunden für besondere Bildungsangebote

• Keine Zusammenlegung von Klassen nach Klasse 11

• Keine Klasse 12 über 20 SchülerInnen

• Keine Unterrichtskürzungen

• Abgebende Schulen sollen Eignungsfeststellung (Gutachten) am Bildungsziel der FOS (zukünftige

Studierfähigkeit) ausrichten

Evaluation

• Praktikumsbesuche und -berichte dienen der Überprüfung des Einsatzes und der Ausbildung der

SchülerInnen im jeweiligen Betrieb bzw. jeweilige Behörde.

• In regelmäßigen Ausbildertreffen findet eine Überprüfung der Kooperation von Schule und Betrieb

statt.

• Mit Hilfe von Fragebögen jeweils zu Beginn und Ende Jahrgangsstufe 11 und zum Abschluss der

Jahrgangsstufe 12 erheben wir Daten zur Vorbildung, Praktikumsplätzen und -berichten, zu schulischen

Inhalten und beruflichen Perspektiven.

• Zwischen Abteilungsleiterin Frau Battenberg und den Klassenlehrer(innen) findet ein ständiger

Austausch und eine entsprechende Fortschreibung bezüglich der Inhalte sowie der Organisation

statt.

Verfasser: Balles, Battenberg, Schleiff

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2.5 Die allgemeine Hochschulreife mit beruflicher Ausrichtung -

das Berufliche Gymnasium

2.5.1 Geschichte

Ist-Zustand

• Das schulinterne Curriculum läuft 2006 wegen des Zentralabiturs (2007) und des neuen Lehrplans

aus.

• Neuer Lehrplan (gültig ab 2004, zunächst für die Jahrgangstufe 11):

Im Schuljahr 2005/2006 gibt es letztmalig einen gemeinsamen, schulinternen Abiturvorschlag, wie

er seit 2001 praktiziert wird.

Trotz Erhöhung der Stundenzahl (BG 12 dreistündig ab 2005, BG 13 ab 2006)ve rschärft sich das

Problem, einerseits den inhaltlich überfüllten Stoffplan zu erfüllen, andererseits den Ansprüchen

auf Erweiterung der Methodenkompetenz der Schüler/innen (z. B. Präsentationen) gerecht zu

werden.

• Von einigen Geschichtslehrern wird die Lokal- und Regionalgeschichte für den Unterricht unter

dem Aspekt der „Geschichte zum Anfassen“ genutzt. Gerade in Bezug auf die Themen der

11. Jahrgangsstufe bietet sich hier die interessante Geschichte Gelnhausens bestens an.

• Der Bücherbestand für die Themen der Jahrgangsstufe 12 ist derzeit ausreichend, nicht jedoch für

die Jahrgangsstufen 11 und 13. Insbesondere Material für die Nachkriegsgeschichte fehlt.

• Powerpoint-Präsentationen sind momentan nur unter unverhältnismäßig hohem Aufwand zu

realisieren. Auf der nächsten Prioliste wird entsprechende Hardware bestellt.

• Seit 2002 finden jährlich für die Jahrgangsstufe 13 Exkursionen zur Gedenkstätte Buchenwald

statt.

Zielvorstellungen

• Vergleichsarbeit in Jahrgangsstufe 12.1:

Ab dem Schuljahr 2005/2006 wird die erste Klausur in der Jahrgangsstufe 12.1 als Vergleichsarbeit

eingeführt. Thema: Französische Revolution.

• Mit dem jetzigen Personalstand kann der Unterricht künftig nicht mehr abgedeckt werden. Angesichts

der erhöhten Stundentafel und bevorstehender Pensionierungen besteht ab 2006 der Bedarf

an zusätzlichen Lehrerstellen.

• Sollte die EBA-Maßnahme für unsere Schule auslaufen, stünde eine große Anzahl frei werdender

Lehrerstunden zur Verfügung, die für Geschichte genutzt werden müssten.

• In der Jahrgangsstufe 11 soll ein besonderer Schwerpunkt auf dem Aspekt der „Geschichte zum

Anfassen“ gelegt werden. Auch in der Qualifizierungsphase soll diesem Aspekt Bedeutung beigemessen

werden.

• Exkursion Buchenwald:

2005 soll eine eintägige Exkursion auf freiwilliger Basis stattfinden. Ab 2006 findet die Exkursion in

der Jahrgangsstufe 12.2 verbindlich für alle im Frühsommer statt. Außerdem soll die Möglichkeit

einer zweitägigen Fahrt nach Weimar geprüft werden (Fachtag).

• Zukünftig beabsichtigen wir, Kriterien zur internen Evaluation des Unterrichts zu erstellen.

Evaluation

• Die Fachgruppe Geschichte will sich halbjährlich treffen und hierbei den bisherigen Ablauf und das

Sich-Bewähren des neu erarbeiteten Curriculums besprechen, sich austauschen.

• Das schulinterne Curriculum hat sich bewährt, gemeinsame Abiturvorschläge wurden erstellt.

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2.5.2 Deutsch

Ist-Zustand

Die Wochenstundenzahl im Fach Deutsch beläuft sich im Beruflichen Gymnasium derzeit auf vier

Stunden in der Klasse 11, auf vier Stunden in den Grundkursen der Qualifikationsphase und auf fünf

Stunden in den Leistungskursen.

An Sonderveranstaltungen gibt es im Fachbereich Deutsch seit 1984 die Theatergruppe der

Beruflichen Schulen, in der eine Reihe von Lehrern - auch aus anderen Fachbereichen – mitwirken und

die vom Kreis unterstützt wird. Andere Veranstaltungen wie Dichterlesungen, Zeitzeugenvorträge,

Fortbildungsveranstaltungen, Theaterbesuche und Exkursionen finden nur sporadisch und sicher zu

wenig statt. Ein Budget, aus dem sie finanziell unterstützt werden könnten, gibt es nicht.

Seit der Renovierung von Bau B gibt es vier Deutsch-Fachräume im zweiten Stock. Aber ein

erheblicher Teil des Deutschunterrichtes findet noch in anderen, teilweise weit entfernten Räumen

(Bau C) statt.

Die Versorgung mit Büchern ist unzureichend, da diese teilweise veraltet sind und die Schülerzahl im

Beruflichen Gymnasium stark gestiegen ist. Die Versorgung mit Video- und Audiorecordern ist

mittlerweile ausreichend. Trotzdem kann es zu Engpässen kommen, da ja auch in anderen Fächern

die Geräte genutzt werden.

Zielvorstellungen

Der Deutschunterricht soll vorrangig in den Deutsch-Fachräumen stattfinden, die noch mit weiteren

Stelltafeln, Pinnwänden und je einem PC mit Internetzugang, Soundcard und Drucker auszustatten

sind.

Die Kreativität der Schüler soll stärker gefördert werden. Dazu sind produktions- und handlungsorientierte

Unterrichtsinhalte und Methoden wie szenisches Interpretieren und Rollenspiele heranzuziehen.

Um das Realisieren und um sprachliche Kompetenz individuell fördern zu können, sollten Klassen und

Kurse maximal 25 Schüler haben. Um unsere Methodenkompetenz zu erweitern, wollen wir

fachbezogene pädagogische Tage durchführen.

Sonderveranstaltungen wie Dichterlesungen wollen wir regelmäßig durchführen. Dafür müssten

finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Fächerübergreifende Projekte streben wir grundsätzlich an, insbesondere eine Kooperation mit der

Theatergruppe und den Ergänzungskursen Kunst und Musik.

Voraussetzungen dafür sind: die Intensivierung des Informationsaustausches über geplante

Unterrichtsinhalte, eine gemeinsame Zeitschiene für die beteiligten Kurse und - soweit erforderlich -

auch die Durchbrechung des starren Stundentaktes. Team-teaching sollte ebenfalls möglich sein.

Dafür sind auch regelmäßige Koordinationsstunden im Rahmen der Unterrichtsverpflichtung nötig. Die

Neuordnung der Bücherbestände wird fortgeführt, die Übersicht über die Ausgabe neu organisiert. Die

Bestände werden regelmäßig überprüft und aktualisiert. Die Mittel für den Kauf von Büchern und

Unterrichtsmaterial müssen erhöht werden.

Evaluation

Im Rahmen der Koordinationsstunde werden unsere Zielvorstellungen einmal jährlich überprüft.

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2.5.3 Politik und Wirtschaft im Beruflichen Gymnasium

Ist-Zustand

Dieser Ist-Zustands-Bericht ist das Ergebnis des Erfahrungsaustausches der seit langem eingesetzten

Kollegen im Fach Politik und Wirtschaft im Beruflichen Gymnasium.

Es wird von unserer Seite festgestellt:

Aus der Sicht der SchülerInnen erfährt der Unterricht im Fach PoWi einen ungenügenden Stellenwert.

Dies kommt zum Ausdruck, wenn immer mehr Schülerinnen von der Möglichkeit, dieses Fach nach der

Jahrgangsstufe 12 abwählen zu können, Gebrauch machen. Ebenso unterstreicht die Einbringungspflicht

nur eines Kurses aus den Stufen 12/13 die u. E. zu geringe Bedeutung des Unterrichtsfaches

PoWi im Gesamtfächerkanon der Beruflichen Schulen.

Nicht nur in der PISA–Studie, sondern auch von einer Vielzahl gesellschaftlicher Gruppen, wird nicht

erst seit heute ein eklatanter Mangel an politischer Bildung bei SchülerInnen festgestellt. Insbesondere

die Vertreter der Arbeitgeberseite mahnen jetzt - nachdem sie in den 80iger Jahren einen Überfluss

an politischer Bildung in den Schulen kritisierten - eine stärkere politische und ökonomische

Grundbildung bei ihren künftigen MitarbeiterInnen an.

Darüber hinaus erfordern strukturelle Veränderungen in allen Teilbereichen der Gesellschaft eine

wesentlich stärkere Akzentuierung politischer und ökonomischer Bildung in unserem Bildungssystem.

Seit Jahren müssen wir bei neu aufgenommen SchülerInnen einen erheblichen Mangel an politischer

Bildung und Diskursfähigkeit feststellen. Der Unterricht im Fach PoWi hat daher neben dem

geforderten Bildungsauftrag wesentlich die Aufgabe der Kompensation dieser eklatanten Mängel.

Der Abstand der SchülerInnen zu politisch handelnden Institutionen sowie zu gesellschaftspolitischen

Aktivitäten wird zunehmend größer, weil SchülerInnen durchaus ein sehr gutes Gefühl dafür entwickeln,

dass die die Institutionen repräsentierenden Personen ihre persönlichen Interessen denen der

Gesamtgesellschaft immer häufiger voranstellen. Politischer Unterricht hat daher die Aufgabe, den

SchülerInnen vertrauensbildende Maßnahmen in ihre Fähigkeit und die Effektivität aktiver politischer

Partizipation zu vermitteln, um nicht zum „Laberfach“ – wie es von SchülerInnen häufig bezeichnet/

empfunden wird – zu verkommen.

Bei unserer täglichen Arbeit fallen evidente Defizite in der Beherrschung methodischer Kompetenzen –

fehlende Sprachstruktur, defizitärer Medieneinsatz – sowie enorme Mängel im geografischen und

politischen Basiswissen auf. Soweit die politische Grundbildung im Rahmen eines integrativen

Unterrichtsansatzes von den abgebenden Schulen vermittelt wurde, geschah dies immer öfter zu

Lasten politischer Inhalte, womit das Fach häufig in der unterrichtlichen Praxis zu seinem eigenen

Nachteil „umfunktioniert“ wurde. Dieser Sachverhalt entspricht Erfahrungen, die uns durch Schüler

und Schülerinnen über ihren erlebten politischen Unterricht wiederholt mitgeteilt wurden.

In diesem Zusammenhang müssen wir konstatieren, dass zwischen beiden sehr bedenkliche

gruppendynamische Disparitäten entstanden sind: In Bezug auf die Verwendung kommunikativer und

methodischer Techniken beim Umsetzen und Vermitteln politischer Inhalte sind die Frauen den

Männern – nicht zuletzt auf Grund unterschiedlicher inhaltlicher Kenntnisse – so stark überlegen, dass

die Diskussion über geschlechtspezifische Benachteiligung im politischen Unterricht nicht nur neu

aufgenommen, sondern auch zu methodischen und gruppendynamischen Konsequenzen für die

Gestaltung von Politikunterricht führen muss. Wir kritisieren den Umstand, dass in nahezu allen

Schulformen unserer Beruflichen Schulen selbst die für das Fach Politik und Wirtschaft obligatorische

Mindeststundenzahl nicht erteilt wird, resp. nicht erteilt werden kann. Besonders auffällig ist die

Nichtvergleichbarkeit der Leistungen von SchülerInnen des Beruflichen Gymnasiums mit nur zwei

Wochenstunden PoWi – Grundkurs gegenüber SchülerInnen allgemein bildender Gymnasien, an denen

dreistündige Grundkurse angeboten werden.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Zielvorstellungen

Notwendige Maßnahmen auf der Basis oben beschriebener Herausforderungen (Ist-Zustand) und

neuer Veränderungen in den Ausgangsbedingungen unterrichtlicher Arbeit, halten wir folgende

Optionen für dringend erforderlich:

• Aufwertung des Unterrichtsfaches Politik und Wirtschaft (bzw. Politik) in allen Schulformen der

Beruflichen Schulen auch in der dualen beruflichen Ausbildung. Daraus folgt zwingend:

1. Erhöhung der Pflichtstundenzahl für das Unterrichtsfach PoWi

2. Bessere pädagogische Versorgung durch fachspezifisch ausgebildete Kollegen und

Kolleginnen.

• Stärkere Würdigung des PoWi-Unterrichts an unserer Schule durch eine Ausweitung der

Pflichtstundenzahl im Beruflichen Gymnasium von derzeit zwei Pflichtstunden auf zukünftig

mindestens drei Pflichtstunden pro Woche.

• Zukünftige Kurszusammensetzung in den Jahrgangsstufen BG 12 und 13 - wegen der derzeit

unvermeidlichen Themenüberschneidung mit einem Leistungskurs Wirtschaftslehre in der

Jahrgangsstufe 12 - nach den spezifischen Fachrichtungen (WL, Ernährung und Datenverarbeitungstechnik).

• Zuweisung von Unterrichtsräumen, in denen vorwiegend PoWi–Unterricht erteilt werden kann (vgl.

die bereits vollzogene Zuweisung in anderen Fachbereichen) zwecks Aufbau eines Materialarchivs

und im Unterrichtsraum ständig verbleibender Medien.

• Stärkere Vernetzung unterrichtlicher Inhalte in den jeweiligen Schulformen, insbesondere der

Fachoberschule. Mit Hilfe einer „Koordinatorenstelle Politik“ für alle an unserer Schule bestehenden

Schulformen mit entsprechender Unterrichtsentlastung.

• Implantierung von zusätzlichen Beratungsangeboten – insbesondere für die männlichen Lernenden

– während der Erstellung von Referaten, Hausarbeiten und Präsentationsleistungen bei gleichzeitiger

Unterrichtsentlastung der betroffenen KollegInnen.

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2.5.4 Wirtschaftslehre

Ist-Zustand

Wirtschaftslehre wird an unserer Schule als Kernfach in verschiedenen Schulformen sehr differenziert

unterrichtet. Inhalte aus Volks- und allgemeiner Betriebswirtschaftslehre sowie aus speziellen

Betriebswirtschaftslehren werden je nach Schulform nach prozessorientierten Lernfeldern oder nach

eng abgegrenzten Kursen unterrichtet.

Unterricht im Fach Wirtschaftslehre wird als Kernfach erteilt:

• in der kaufmännischen Berufsschule (Bank-, Büro- und Einzelhandelskaufleute)

• in der kaufmännischen Berufsfachschule in Kombination mit Fachpraxis

• in der Fachoberschule Wirtschaft (Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung)

• in der Fachoberschule Wirtschaft (Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik) in Kooperation mit

Rechnungswesen und Datenverarbeitung

• im beruflichen Gymnasium

Wirtschaftslehre am beruflichen Gymnasium (wirtschaftswissenschaftliche Richtung)

Evaluation der bisherigen Zielvorgaben

Durch gezielte Befragungen der Fachkolleginnen und Fachkollegen wurde die Erreichung der

gesetzten Ziele überprüft. Die Lehrerinnen und Lehrer fördern durch verstärkte Einbeziehung

individual- und globalökonomischer Konflikte zum einen die intrinsische Motivation der Schülerinnen

und Schüler und zum anderen setzen sie auch den bildungspolitischen Erziehungsauftrag verstärkt

um. Die Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler sind dadurch erhöht worden. Das Erkennen

von Problemen und die Entwicklung von Lösungsmodellen substituiert reine Wissensreproduktion. Die

Einbeziehung insbesondere von ethischen, gesellschaftlichen, technischen und politischen Inhalten,

öffnet Möglichkeiten zu fächerverbindendem Unterricht.

Die Selbstevaluation des Unterrichts wird von vielen Kolleginnen und Kollegen praktiziert. Die Lehrerinnen

und Lehrer des Fachbereichs nutzen differenzierte Verfahren. Neben dem geforderten Polaritätenprofil

kommen auch offene Fragebogen und Evaluationsgespräche mit den Schülerinnen und Schülern

zum Einsatz.

Neue Zielvorgaben

Die erfolgreiche Umsetzung der bisherigen Ziele soll weiter geführt werden. Allerdings wird diese

durch die Vorgaben der neuen Verordnung über die gymnasiale Oberstufe und das berufliche Gymnasium

deutlich erschwert. Das Zentralabitur verhindert die stoffliche Schwerpunktbildung. Inhalte, die

sich eher für die Wissensreproduktion eignen, müssen wieder verstärkt in den Unterricht einfließen,

wenn die Chancengleichheit der Schülerinnen und Schüler, mit denen aus anderen Schulen erhalten

bleiben soll. Mit großer Sorge sehen wir, dass das Niveau des Unterrichts und auch der Abschlussprüfung

im Fach Wirtschaftslehre sinken wird. Das Kollegium des Fachbereichs will dennoch durch den

weiteren Einsatz eines konfliktorientierten Ansatzes dem entgegenwirken.

Die Kolleginnen und Kollegen einer Jahrgangsstufe legen zu Beginn jedes Schuljahres gemeinsame

Unterrichts- und Qualitätsstandards fest. Durch die kontinuierliche Überarbeitung der Standards kann

der Unterricht koordiniert auf aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen abgestimmt werden. Externe Expertinnen

und Experten (z. B. von der Schuldnerberatung) sollen unterstützend in den Unterricht eingebunden

werden. Die Fachgruppe fördert auch die Durchführung der Einführungswoche mit dem

systematischen Basistraining (SYBA). Dort vermittelte Methoden setzen die Kolleginnen und Kollegen

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im Unterricht konsequent ein.

Die Lehrer und Lehrerinnen hoffen darüber hinaus, dass der sich in Überarbeitung befindende

Rahmenlehrplan auch unserem gesellschaftspolitischen Erziehungsauftrag gerecht wird. Eine

Reduktion auf bloße Inhalte wäre kontraproduktiv und zwänge die Kolleginnen und Kollegen zu

verstärkten Anstrengungen, die gerade durch die kürzlich angeordnete Arbeitszeitverlängerung nicht

immer möglich sein können.

Trotz alledem bleibt der Schüler und bleibt die Schülerin als Mensch, Staatsbürger, Mitbürger und am

Wirtschaftsprozess teilnehmendes Individuum und nicht lediglich als Prüfling im Mittelpunkt.

Die Kolleginnen und Kollegen werden an externen und internen Fortbildungen teilnehmen, sofern sie

nicht in der unterrichtsfreien Zeit auf eigene Kosten stattfinden.

Evaluation

Die Kolleginnen und Kollegen verpflichten sich, ihren Unterricht durch adäquate Evaluationsmethoden

zu überprüfen. Die Ergebnisse besprechen sie mit Fachkolleginnen und Fachkollegen. Eine Offenlegung

der Ergebnisse soll nicht erfolgen. Ziel soll die Fortentwicklung des eigenen Unterrichts und nicht

die Bildung eines schulinternen oder externen Rankings sein.

Eine Messung des Erfolges nur an Noten lehnen wir ab. Der unterrichtliche Erfolg muss im

Zusammenhang mit den Lehr-/Lernbedingungen und den persönlichen Voraussetzungen der

Schülerinnen und Schüler gesehen werden. Die Evaluation kann nur eine Momentaufnahme sein. Wir

sind uns bewusst, dass sich der eigentliche Lernerfolg erst im späteren Privat- und Berufsleben

manifestieren wird.

Verfasser: Buchholz; Erdmann; Pfeiffer; M. Schäfer

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2.5.5 Fremdsprachen des Beruflichen Gymnasiums

Bestandsaufnahme

1. Erfahrungen haben gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler im Beruflichen Gymnasium völlig verschiedene

Eingangsvoraussetzungen mitbringen. Der koordinierten kompensatorischen Vorbereitung

auf die Qualifikationsphase kommt daher verstärkte Bedeutung zu.

2. Die Kriterien der Leistungsmessung basieren auf der Verordnung über die Bildungsgänge der Abiturprüfung

in der gymnasialen Oberstufe und dem beruflichen Gymnasium vom 13. Mai 2004.

Schulintern hat dieses Kernthema bei Fachkonferenzen einen besonders hohen Stellenwert und es

werden regelmäßig Musterkorrekturen durchgeführt.

3. Die Unterrichtsarbeit an unserer Schule fördert die interkulturelle Kompetenz der Schülerinnen

und Schüler in besonderem Maße. Dies geschieht darüber hinaus durch die Verpflichtung von

Fremdsprachenassistenten, regelmäßige Exkursionen der Leistungskurse nach London, jährliche

Besuche des englischsprachigen Schultheaters und häufige Besuche des English Theatre in Frankfurt.

4. Interdisziplinäre Kooperation ist und bleibt auch in Zukunft als fester Bestandteil des Englischunterrichts

verankert. Zentrale Elemente des Fremdsprachenunterrichts sind fächerübergreifende

Projekte in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen Deutsch (z. B. Shakespeare-Jahrmarkt, Schultheater-AG),

Religion (gemeinsames Lektüreprojekt), Wirtschaftslehre, Politik und Geschichte (bilinguale

Zusatzangebote).

5. Spanisch wird ab der 11. Jahrgangsstufe mit drei Wochenstunden als neue Fremdsprache für Anfänger

angeboten. Hierbei werden vertiefte Grundkenntnisse der spanischen Sprache sowie eine

Einführung in die spanische und die mittel- und südamerikanische Landeskunde vermittelt. Der

Unterrichtsgang fördert insbesondere die praktische Sprachfertigkeit und orientiert sich dabei am

Buch "Caminos 1". Als schriftliche Leistungsnachweise werden vier Klausuren pro Schuljahr durchgeführt.

6. Prüfungen: Spanisch ist an unserer Schule kein Abiturprüfungsfach. Schülerinnen und Schüler haben

jedoch die Möglichkeit sich in dem dreijährigen Spanischunterricht auf Sprachprüfungen, wie

das Europäische Sprachzertifikat oder das Diploma de Español Lengua Extranjera (DELE), welches

das Instituto Cervantes im Namen des spanischen Kultusministeriums vergibt, vorzubereiten. Diese

beiden Sprachdiplome dienen zum amtlichen Nachweis guter spanischer Sprachkenntnisse. Wer

"Caminos 1" komplett durchgearbeitet hat, ist in der Lage, die Grundstufenprüfung des DELE-

Zertifikates, des Certificado Inicial de Español, abzulegen.

Zielvorstellungen

1. Die Unterrichtsarbeit in der Jahrgangsstufe 11 soll sicherstellen, dass die Schülerinnen und Schüler

einheitliche und adäquate Voraussetzungen für den Übergang in die Qualifikationsphase erwerben.

Mit Hilfe eines einheitlichen Einstufungstests zu Schuljahresbeginn soll der Kompensationsbedarf

ermittelt werden.

2. Eine einheitliche Klausur (Festlegung eines Themas einschließlich des themenspezifischen Vokabulars

sowie von Redemitteln zur Textstrukturierung und Meinungsäußerung) wird im Laufe der Jahrgangsstufe

11 in Kooperation geplant, durchgeführt und evaluiert. Damit soll eine größere Transparenz

für den Übergang in die Qualifikationsphase gewährleistet werden.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

3. Im Hinblick auf das anstehende Landesabitur soll auch in der Qualifikationsphase die Unterrichtsarbeit

verstärkt koordiniert und anhand von jeweils einer einheitlichen Vergleichsklausur in den

Grund- und Leistungskursen der Jahrgangsstufe 12 überprüft werden.

4. Wir bemühen uns weiterhin um die Initiierung eines Austauschprogramms mit den Vereinigten

Staaten, Großbritannien, Südamerika, Frankreich oder mit einem anderen europäischen Land, in

dem eine der an unserer Schule unterrichteten Sprachen als Muttersprache oder als lingua franca

gesprochen wird. Dieser Punkt stellt sich als sehr schwierig dar, da es im Ausland sehr wenige

Schülerinnen und Schüler in der Altersgruppe 16 – 20 gibt, die an einem Austauschprogramm interessiert

sind.

5. Die Erprobung eines Bausteins business and economics in den Grundkursen der Jahrgangsstufen 12

und 13 soll auf seine Praktikabilität hin geprüft werden (Landesabitur, unterrichtliche und curriculare

Voraussetzungen).

Evaluation

Eine regelmäßige Evaluation findet im Rahmen der Fachkonferenzen statt.

Diese findet ihren Niederschlag in der Übernahme von bereits erreichten Zielen in die Bestandsaufnahme

und in der Formulierung von neuen Zielvorstellungen, die zum einen aus dem Ist-Zustand erwachsen,

zum anderen Schritte hin zur Umsetzung neuer Ideen darstellen.

Claudia Greiner; Irmagard Herget

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2.5.6 Mathematik im BG

IST-Zustand

Vorkenntnisse und Grundlagen der Schüler und Schülerinnen beim Eintritt in das BG

• Die Vorkenntnisse und Rechenfertigkeiten der Schüler und Schülerinnen, die in die Jahrgangsstufe

11 eintreten, variieren, je nach Schulform der abgebenden Schule, sehr stark.

• Darüber hinaus gehen die Schüler und Schülerinnen der abgebenden Schulen beim Übergang zum

Teil noch immer von falschen Erwartungen aus. Viele erhoffen sich im Beruflichen Gymnasium einen

besseren Notendurchschnitt als an anderen Gymnasien.

• Verschiedene Kompensationsversuche scheitern aufgrund mangelnder Bereitschaft und vor allem

der Fähigkeit der Schüler und Schülerinnen, Themenbereiche selbstständig aufzuarbeiten.

Ausstattung/Versorgung/Curriculum

• Renovierte und neu möblierte Mathematikräume (B 018, B 024; B 027; B 026)

• Computerräume: Computer sind inzwischen schulintern vernetzt und einheitlich mit Mathematiksoftware

ausgestattet. Aufgrund sehr veralteter Rechner treten allerdings regelmäßig Probleme

auf, so dass ein kontinuierlicher Einsatz der Räume nicht gewährleistet ist. Auch die Stofffülle im

Hinblick auf das bevorstehende Landesabitur schränkt die Häufigkeit der PC-Nutzung ein.

• Campuslizenzen für diverse Programme sind vorhanden

• z .T. wird der erforderliche Unterricht immer noch durch das Leisten von Überstunden abgesichert

• Häufig wechselndes Lehrpersonal erschwert kontinuierliches Arbeiten; immer wiederkehrende Absprachen

erfordern einen hohen Zeitaufwand.

• teilweise fehlende Literatur zur Abiturvorbereitung in Mathematik

• Die Anzahl der Formelsammlungen für den Einsatz in allen Kursen und Klassen im BG sind nicht

ausreichend.

• Schulinterne Curricula, die auf den Lehrplänen für den gymnasialen Bildungsgang in Mathematik

beruhen, wurden z. T. schon überarbeitet.

• Die Zusammenarbeit und Koordination mit den Fachgruppen Chemie und Physik ist nicht zuletzt

auf Grund zahlreicher Besprechungen und Fachkonferenzen gut.

• Trotz guter Absprachen ist fächerübergreifendes Lernen und Projektarbeit aufgrund der Vorgaben

in den Lehrplänen kaum oder nur schlecht möglich.

Zielvorstellungen und deren Evaluation (�)

Vorkenntnisse und Grundlagen der Schüler und Schülerinnen beim Eintritt in das BG

• Informationsmaterial über notwendige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme am

Mathematikunterricht der 11. Klasse wird für abgebende Schulen bereitgestellt:

• Handzettel für Schüler und Schülerinnen am Tag der offenen Tür

• Rundbrief an abgebende Schulen

• Hyperlink auf der Matheseite der Schulhomepage

• Schulübergreifende Mathematikkonferenz mit Lehrern und Lehrerinnen der abgebenden

Schulen

� Dokumentation und Überprüfung der verteilten Informationen

� Schülerbefragungen zum Nutzen der Informationen zu Beginn des Schuljahres

� Die Fachkonferenz Mathematik lädt vor Beginn eines neuen Schuljahres Kollegen und

Kolleginnen der abgebenden Schulen ein.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

� Aktualisierung der Homepage erfolgt fortlaufend

Ausstattung/Versorgung/Curriculum

• Anschaffung weiterer Geräte zur Lehrerdemonstration – (fest installierte Beamer und Laptops in

jedem Fachraum)

• kontinuierliche Verbesserung des Bücherbestandes

� Die Ausleihe und der Rücklauf der Mathematiklehrbücher erfolgt zusätzlich zum Bücherpass

fachbereichsintern.

� Mit Hilfe der Bücherlisten wird der Bücherbestand halbjährlich dokumentiert.

• Bereitstellung von Mathematiksoftware (CD-ROM, Campuslizenzen) in der Bibliothek zur Ausleihe

für Installation auf dem Privat-PC der Schüler und Schülerinnen.

� Die Höhe der Ausleihquote und damit das Interesse an diesem Angebot wird über die

Bibliothek erfasst.

• Der Fachbereich veröffentlicht auf der Homepage des Fachbereichs aktuelle Informationen für

Schüler und Schülerinnen:

o Anforderungen zur Abiturprüfung

o Übungsaufgaben zur Abiturvorbereitung

o digitale Formelsammlungen

o Vorbereitungsaufgaben für Mathewettbewerbe

o Unterrichtsmaterialen

• Aufnahme aller für den Fachbereich Mathematik wichtigen Informationen im Vademecum

„Mathematik“ – Leitfaden für alle Kollegen und Kolleginnen:

o Gestaltung der Computerräume

o Sammlung

o Regeln für Klausuren und Prüfungen

o Kursthemen – schulinterner Lehrplan

o Kollegen und Kolleginnen des Fachbereichs

• Stärkere inhaltliche Synchronisation der Mathematikkurse durch schulinterne Lehrplangliederungen

und Stundenverteilungen (siehe Vademecum)

• Formale Kriterien für das Anfertigen von Hausarbeiten, Präsentationen/Referaten u. a. im Hinblick

auf das 5. Prüfungsfach.

� Der Inhalt des Vademecums „Mathematik“ wird an dem jährlich stattfindenden Fachtag

evaluiert und aktualisiert.

� Zur Sicherstellung des Informationsflusses und der Informationsgleichheit erhält jeder Kollege

und jede Kollegin ein Exemplar in digitalisierter Form.

� In regelmäßigen Fachkonferenzen wird die zeitliche Realisierbarkeit und inhaltliche Umsetzung

in den Parallelkursen abgestimmt. Vergleichsarbeiten liefern die Kontrollbasis (LK-Klausuren

immer parallel, GK eine pro Schuljahr)

• Anforderungen an das SYBA-Training:

� Innerhalb des im Beruflichen Gymnasium vorgesehene Methodentrainings (vgl. dazu Abschnitt

III, Beitrag Nr. 5) sollten Arbeitstechniken des naturwissenschaftlichen Unterrichts

Berücksichtigung finden:

� Referate (Literaturrecherche/Strukturierung/Visualisierung)

� Experimentelle Vorgehensweisen

� Stundenprotokollierung/Versuchsprotokollierung

� Analysieren von Aufgabenstellungen

� Spezialistengruppen für einzelne Themenbereiche/Methodenbereiche zur Entlastung der

Tutoren

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• Mathematikwettbewerbe:


(1) Erhöhung der Teilnehmerzahl am Wettbewerb in der 11. Klasse

(2) Regelmäßige Teilnahme am Tag der Mathematik mit mindestens zwei Teams aus den Kursen

des BG 12 (LK und GK gemischt)

(3) Mathematikaufgabe des Monats

(4) Mathematikarbeitskreis für interessierte Schüler und Schülerinnen und Lehrer und Lehrerinnen

o Motivation für Schüler und Schülerinnen durch Anrechnung als zusätzliche schriftliche Leistung

(nur Wettbewerb Klasse 11)

o Spaß am Umgang mit Mathematik durch Bereitstellung verschiedener anspruchsvoller

Aufgaben (Matheseite - Schulhomepage)

o Erstellung von Zertifikaten (AG Schulklima)

Die Ergebnisse der Wettbewerbe werden auf der Homepage veröffentlicht.

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2.5.7 Physik und Chemie

IST- Zustand

Räumliche und personelle Ausstattung/Versorgung

• Ausstattung der Physiksammlung verfügt nur über einen Gerätesatz für Klassendemonstrationen

• Es sind keine bzw. kaum Möglichkeiten für Schülerübungen in Physik vorhanden.

• Ausstattung mit Computern

1. Es fehlt ein Raum, in dem die vorhandenen Computer von einem ganzen Kurs gleichzeitig genutzt

werden können. Zurzeit wird ein Sammlungsraum zweckentfremdet, der sich aber als Unterrichtsraum

nicht eignet.

2. Die Ausstattung mit Programmen ist minimal und veraltet.

3. Die Computer sind für moderne Anwendungen nicht ausreichend; z. B. sind multimediale Präsentationen

mit den vorhandenen Geräten nur schwer bzw. überhaupt nicht möglich. Es fehlt z. B

an Beamern, portablen Computern und entsprechenden Druckern, Scannern usw.

Unterrichtsmaterialien

• Es fehlt Literatur zur Abiturvorbereitung (insbesondere für die Abiturprüfungsform "Präsentation").

• In der Chemie liegen Klassensätze unvollständig vor.

Schulcurriculum

• Schulinterne Curricula, die auf den Lehrplänen für die gymnasialen Bildungsgänge beruhen, liegen

für die Fächer Mathematik, Physik und Chemie in schriftlicher Form vor.

• Das selbstständige, experimentelle Arbeiten der Schüler im Physikunterricht ist auf Grund fehlender

Geräte nicht möglich.

• Die Zusammenarbeit und Koordination in den Fachgruppen Chemie, Physik und Mathematik ist

nicht zuletzt auf Grund zahlreicher Besprechungen und Fachkonferenzen gut.

• Fächerübergreifendes Lernen und Projektarbeiten sind derzeit aufgrund der Vorgaben der Rahmenlehrpläne

kaum oder nur schlecht möglich.

Zielvorstellungen

Angestrebte Veränderungen des IST-Zustandes unter Evaluationsgesichtspunkten

• Zwecks Präsentationsvorbereitungen werden für die Schüler in der Bibliothek alljährlich in Form

neuer Bücher Materialien über denkbare Themen angeschafft, damit die Schüler eine Vorstellung

über den Grad der Erwartungen an eine Präsentationsprüfung vermittelt bekommen.

• Geplant ist die Anschaffung weiterer Gerätesätze zur Lehrerdemonstration sowie Geräte zur Durchführung

von Schülerexperimenten mit Hilfe der zugewiesenen Geldmittel aus dem Investitionsetat

oder aus Sondermitteln über die Fachbereichsleiter.

• Angestrebt ist die kontinuierliche Verbesserung des Bücherbestandes über den jährlichen Etat der

Lernmittelfreiheit und über Sponsoren (z. B. Fond der chemischen Industrie).

• Es wird die Einrichtung eines Computerraums für die Naturwissenschaften gewünscht, der nahe

der bereits vorhandenen naturwissenschaftlichen Räume angesiedelt ist. Realisierbar wäre dies

über den zu erwartenden Rückgang der Schülerzahlen in den nächsten Jahren.

• Die schulinternen Fachcurricula für Physik und Chemie werden fortlaufend mittels Fachkonferenzen

aktualisiert und stehen dann protokolliert in Ordnern der Fächer Physik und Chemie zur Verfügung.

• Die Vereinheitlichung der formalen Kriterien für das Anfertigen von Hausarbeiten wird in der

nächsten Fachkonferenz angegangen und auf Bedarf den Schüler/innen mitgeteilt. Darüber hinaus

werden die Kriterien in den Curricula-Ordnern hinterlegt.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

• Die Schüler/innen werden mit Blick auf die möglichen Präsentationsprüfungen mit Hilfe von Präsentationen

im Unterricht vorbereitet und anhand einheitlich formulierter Kriterien beurteilt. Die

Kriterien über die Beurteilung der Präsentation und des Präsentationsvolumens, der in den nächsten

Fachkonferenzen zum Gegenstand gemacht wird, finden sich im Curricula-Ordner.

• Um möglichst rasch und umfassend Erfahrung in Präsentationsprüfungen zu sammeln, ist anzustreben

an solchen Prüfungen und auch deren Vorbereitung - auch außer Haus - teilzunehmen.

Hier wäre die Möglichkeit des Besuchs von Fortbildungsveranstaltungen mit dieser Thematik durch

Vertreter der Fachbereiche in den nächsten Wochen und Monaten erwünscht.

• Zur Einarbeitung neuer Kollegen und Kontrolle von Vereinbarungen, die in den jeweiligen Fachgruppen

getroffen worden sind, sind diese verschriftlicht worden und im sogenannten Vademecum-Physik

und Vademecum-Chemie jederzeit nachlesbar. Diese Niederschriften sind in den Ordnern

der Fachgebiete aufbewahrt.

Evaluation

Jährlich treffen sich die Fachgruppen Mathematik, Physik, Chemie und Biologie unter Leitung der

Fachbereichsleiter, um festzustellen, inwieweit die Zielvorstellungen bereits verwirklicht werden konnten,

um gegebenenfalls die Ziele neu zu modifizieren.

Dr. Adam; Schallmayer; Dr. Wüst

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.5.8 Biologie

Bestandsaufnahme

Das Fach Biologie wird an den beruflichen Schulen nur in zwei Schulformen (Berufliches Gymnasium

und Berufsfachschule) und hier wiederum nur in ausgewählten Klassen unterrichtet (BG Ernährung,

BF Medizintechnik und BF Sozialpädagogik). Am Anfang wurde Biologie nur in den Klassen der

Berufsfachschule unterrichtet. Es waren keine Fach- bzw. Sammlungsräume vorhanden. Der

Unterricht und die Vorbereitung fand in normalen Klassenräumen statt. Am BG Ernährung existiert das

Fach erst seit 9 Jahren.

Mit der Aufstockung des Gebäudes C im Jahr 2001 entstanden neue Räume, die eine Möglichkeit zur

Zusammenfassung des Fachunterrichts mit einem zentral gelegenen Sammlungsraum ergaben. Leider

sind die räumlichen Gegebenheiten an der Schule noch so begrenzt, dass eine ausschließliche Nutzung

für Biologie-Unterricht nicht möglich ist.

Die Zusammenlegung der Sammlung in Raum C 132 kommt den Erfordernissen des experimentellen

Biologie-Unterrichts wesentlich entgegen.

Seit Ende 2002 wird die Sammlung nun schrittweise erweitert. Eine Erstausstattung hat es nie

gegeben. Durch Sonderzuweisungen konnte eine für die Bedürfnisse des Biologie-Unterrichts

(Leistungskurse) einigermaßen akzeptable Sammlung eingerichtet werden. Optimale Bedingungen, vor

allem für praktischen Unterricht, sind noch nicht erreicht.

Die Versorgung mit Lehrkräften ist gut. Die allgemein zurückgehenden Schülerzahlen könnten

zukünftig auch im Fach Biologie das bestehende Kursangebot einschränken.

Neue Chancen bietet diesbezüglich auch der Einzug einer Dependance des Forschungsinstituts

Senckenberg in das benachbarte Gebäude der ehemaligen Milchwirtschaftlichen Anstalt. Näheres dazu

kann momentan aber noch nicht ausgeführt werden.

Zielsetzungen und Konkretisierung der Umsetzung

1. Dauerhafte Etablierung des Biologie-LK. z. B. über mehr Werbung an den abgebenden Schulen

oder Öffnung des Faches für andere Fachrichtungen des Beruflichen Gymnasiums.

2. Erweiterung der Sammlung und angrenzender Unterrichtsräume für Schülerexperimente

(Besondere Lernleistung).

3. Schaffung eines Internet-Zugangs für die Sammlung bzw. die angrenzenden Unterrichtsräume.

4. Fertigstellung des Schulcurriculums (existiert bereits für ausgewählte Halbjahre). Kollegen

sprechen sich ab, wer welche Teile übernimmt. Anschließend muss die Fachgruppe über alle

Vorschläge beraten. Wichtig sind die Abstimmung mit Chemie und vor allem mit dem Fach

Ernährungslehre, um Überschneidungen im Lehrplan zu vermeiden.

5. Anschaffung eines mobilen Computers (Standort: Sammlung)

6. Möglichkeit zur zentralen Präsentation (Beamer), auch als Anforderung für das 5. Prüfungsfach

7. Präsentationsmöglichkeiten außerhalb der Bio-Fachräume (z. B. fest installierte Posterwände im

Gang, die nicht mehr heruntergerissen oder beschmiert werden können).

8. Einrichtung zweier Etatposten Verbrauchsmaterial: BG und BFS

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

9. Anschaffung weiterer Modelle zur Veranschaulichung humanbiologischer Organfunktionen für den

unterrichtlichen Schwerpunkt der Berufsfachschule.

10. mindestens halbjährliche Einberufung von Fachbereichskonferenzen

Evaluation

• Ausarbeitung eines Schülerfragebogens, der den Schülerinnen und Schülern jedes Jahrgangs

vorgelegt werden soll. Die Auswertung erfolgt im Fachgremium.

• Die Mitglieder des Fachbereichs erfassen und dokumentieren die Umsetzung der o. g. Ziele.

Verfasser: Eifler; Dr. Teschner; Winicker

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2.5.9 Datenverarbeitungstechnik

Bestandsaufnahme

Schüler

Zurzeit besuchen ca. 30 Schüler pro Jahrgang das Berufliche Gymnasium Datentechnik; insgesamt ca.

90 Schüler (mit steigender Tendenz; es liegen zurzeit 40 Anmeldungen für August 2001 vor).

Weiterhin existiert eine einzügige IT-Klasse (d. h. bisher nur 1. Ausbildungsjahr) mit 15 Schülern. Bei

der jährlichen Erweiterung um eine IT-Klasse ist mit mindestens 140 - 160 Schülern dauerhaft zu

rechnen (3 x 40 BG + 3 x 15 IT).

Ausstattung

Es existieren zurzeit zwei IT-Fachräume mit jeweils 12 Rechnern, ein weiterer Fachraum ist geplant.

Personal

Mit der derzeitigen Lehrerzahl ist der Unterrichtsbedarf (bei ca. 90 Schülern) knapp abgedeckt. Bedarf

an mindestens einem weiteren Kollegen wird ab Winterhalbjahr 2001/2002 entstehen.

Software

Standardsprache im Programmierunterricht sowohl der BG- als auch der IT-Klassen ist C bzw. die

objektorientierte Erweiterung C++. Weiterhin wird diverse Simulationssoft- und Hardware zur

Erarbeitung der Grundlagen der Rechnerarchitektur verwendet.

Für die hardwarenahe Programmierung (derzeit 8051er Mikroprozessoren) steht das

Entwicklungssystem WrKit zur Verfügung. Da dies auch in einer kostenlosen Demoversion existiert, die

für den Umfang von Hausaufgaben und kleineren (schultypischen) Projekten ausreicht, ist die

Versorgung der Schüler mit der entsprechenden Technik ebenfalls gesichert.

Allgemeines

Das Berufliche Gymnasium Datentechnik und die IT-Berufe unterscheiden sich in ihren Zielen. Das

BG Datentechnik ist eher am Grundlagenverständnis interessiert (wissenschaftsorientiert), während

die IT-Berufe stärker anwendungsorientiert arbeiten müssen.

Bei den IT-Berufen sind derzeit kaufmännische und technische Inhalte noch unzureichend verzahnt,

an einer weiteren Integration (auch im Rahmen von gemeinsamen Projekten) wird gearbeitet. Die

Systemadministration der Rechnernetzwerke in den IT-Fachräumen wird derzeit ausschließlich von

den Lehrern ohne Hilfe von außen geleistet.

Die gesamte Ausstattung deckt die (derzeitigen) Grundbedürfnisse noch ab, reicht aber nicht für die

weitere Schülerentwicklung aus. Einzelne Fächer wie Netzwerktechnik und "Öffentliche Netze" im

Bereich WAN/LAN können derzeit nicht abgedeckt werden.

Der Unterricht wird bereits ansatzweise mit modernen Medien wie Digitalkameras, Beamer,

Präsentationssoftware usw. durchgeführt.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Zielvorstellungen

Lehrmaterialien, also Unterrichtsmanuskripte und Übungsaufgaben, sollten verstärkt ins Internet

gestellt werden bzw. allgemein auf elektronische Medien (LAN-HDD, CD, Internet ...) verlagert

werden. Zudem ist der Einsatz neuer Medien und Methoden anzustreben. Eine Stärkung der

Medienkompetenz (bei Schülern und Lehrern) soll sowohl passiv als auch aktiv (Medien benutzen,

aber auch selbst erstellen) gestärkt werden.

In Projektarbeit sollten der kaufmännische und technische Bereich kombiniert werden (z. B.

Netzwerkinstallation und zugehörige Kostenkalkulation). Dabei ist auch die Zusammenarbeit mit

IT-Firmen bzw. ganz allgemein mit der Wirtschaft zu verstärken.

Schüler sollten in die Systemadministration eingebunden werden. Weiterhin ist ein hauptamtlicher

bzw. freigestellter System-Operator wünschenswert bis notwendig oder eine Einbeziehung der

Systembetreuung in die normale Arbeitszeit.

Die Konzeption und Planung der EDV-Ausstattung und Methodik sollten immer eigenständig und

unabhängig abteilungsintern geplant werden, da gerade der IT-Bereich neuen Entwicklungen

(Wissenschaft/Markt) flexibel folgen muss.

Evaluation

Bei Erreichen der Vollzügigkeit der IT-Berufe (3 Klassen in zwei Jahren) wird eine IT-Fachkonferenz

überprüfen, ob die Ausstattung (Material, Personal) noch den Anforderungen genügt. Es ist geplant,

die Umsetzung der methodischen Ziele im Schuljahr 2002 zu verstärken und permanent zu

überprüfen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

2.5.10 Fächerübergreifender und fächerverbindender Unterricht im Beruflichen

Gymnasium

Bestandsaufnahme

Fächerübergreifender Unterricht

Je nach Fach und Thema, eher voluntaristisch und unkoordiniert, eher zufällig in Kursthemen explizit

angesprochen, abhängig von Qualifikation und Interesse der jeweiligen Lehrkraft.

Fächerverbindender Unterricht:

Nur in Ausnahmefällen findet im Rahmen der normalen Stundenplangestaltung fächerverbindender

Unterricht statt, ohne weitergehende organisatorische Unterstützung durch die Schul- und

Abteilungsleitung. Es hängt vom Engagement und der Qualifikation einzelner Lehrkräfte ab, ohne

Teilnahmeverpflichtung des Großteils der im BG Unterrichtenden. Folge: Meist fehlende Kontinuität,

eingeschränktes Themenangebot, große Arbeitsbelastung der beteiligten Lehrkräfte, teilweise

zusätzlich und unentgeltlich zur Pflichtarbeit.

Bisher fehlt von Seiten der Schul- und Abteilungsleitung die Möglichkeit, die rechtlichen Vorgaben

umzusetzen und die dafür benötigten organisatorischen, personellen, räumlichen und inhaltlichen

Voraussetzungen zur Verfügung zu stellen. Zu prüfen wäre jedoch zunächst, welche objektiven

Bedingungen einer Umsetzung der rechtlichen Vorgaben im Wege stehen und welche

Abhilfemöglichkeiten denkbar und realistisch sind.

Es wäre sicher verhängnisvoll, wenn die Umsetzung dieses Konzepts im Kollegium nur als zusätzliche

Arbeitsbelastung empfunden würde und nicht als Chance, Schule für alle Beteiligten interessanter und

persönlich erfüllender zu gestalten und zu erfahren.

Umsetzung der rechtlichen Vorgaben

• Bildung einer Vorbereitungsgruppe, bestehend aus Abteilungsleitung, den Fachbereichsleitern und

interessierten Kolleginnen und Kollegen:

• Information über rechtliche Vorgaben

• Ermittlung des Ist-Zustands

• Benötigte organisatorische, personelle, räumliche, sächliche, finanzielle Ressourcen

• Be- und Entlastungen des Kollegiums, Planung des weiteren Vorgehens

• evtl. Information des BG-Kollegiums durch Abteilungs- und Fachleitung in Fachbereichskonferenzen,

wobei Be- und Entlastungen des Kollegiums durch das neue Konzept offen dargelegt werden

sollten, ebenso die Lernchancen, aber auch zusätzlichen Belastungen für Schülerinnen und

Schüler

• evtl. Fachkonferenzen: Vorschläge für fächerverbindende Projekte in BG 12 und 13 (themen- oder

kursbezogen).

• evtl. Schulformkonferenz: Koordination der Vorschläge, Beschluss über Aufgabenfelder übergreifende

Projekte

• evtl. Beschluss der Schulkonferenz über die vorgeschlagenen Projekte

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Umsetzungsbeispiel: Theater-AG

Ist-Zustand

Die Theatergruppe unserer Schule setzt seit ihrer Gründung 1984 Kerngedanken des

fächerübergreifenden und fächerverbindenden Unterrichtskonzepts um. Dies liegt eher in der Natur

der Sache als an Lehrplanvorgaben, weshalb sich die Theatergruppe als Kernzelle des neuen Konzepts

geradezu anbietet; verfügen doch die seit Jahren beteiligten Lehrkräfte über eine Fülle von

Erfahrungen im Bereich der fächerverbindenden Kooperation. Jedoch sind hier auch die schon oben

genannten Anmerkungen zu bedenken. Wir sehen im Projektunterricht die Chance, das über den

Unterricht hinausgehende Engagement von Kolleginnen und Kollegen endlich einmal als Bestandteil

der Dienstpflicht anzuerkennen, nach außen zu dokumentieren, ihre pädagogisch notwendige Tätigkeit

zu honorieren.

Zum Projekt 2000: Arthur Miller – Hexenjagd

Zusätzlich zu ihrer normalen Dienstverpflichtung arbeiteten Kolleginnen und Kollegen in folgenden

Bereichen mit:

Bühnenbild und Requisite

Werbung, Finanzen, Logistik

Maske, Frisuren, Kostüme

Die beteiligten Schülerinnen und Schüler (insgesamt 60 Personen) stammen aus dem BG, der

kaufmännischen BFS, der ozialpädagogischen BFS, BAS, FOS und sind Ehemalige.

Arbeitsbereiche Darstellendes Spiel

Werbung/EDV Licht Maske

Bühnenbild Ton Kostüme

Requisite Finanzen

Maske Organisation

Fächerverbindende Kombinationen:

Deutsch und Englisch: 1999 gestalteten Englisch-Kurse aus dem BG 12 das Foyer der Stadthalle GN

mit Informationstafeln zu Leben und Werk William Shakespeares. Die Theatergruppe führte

Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ auf. Ein weiterer Englisch-Kurs stimmte die Zuschauer in

historischen Kostümen und mit „altenglischen Verhaltensweisen“ auf den Theaterabend ein.

Deutsch-Ergänzung und Englisch: In diesem Jahr wird die von der Theatergruppe geplante

Aufführung von Millers „Hexenjagd“ dadurch unterstützt, dass alle Englisch-Kurse der

Jahrgangsstufe 12 Millers Drama im Unterricht behandeln.

Deutsch-Ergänzung und Religion: In einigen Religionskursen wird das Thema der Hexenverfolgung

und die Rolle der Kirchen im derzeitigen Unterricht behandelt.

Fazit: Diese schönen „Synergieeffekte“ sind ungeplant entstanden.

Wie viel mehr könnte daraus entstehen, wenn es vorher gemeinsam geplant würde?

Weitere Kooperationsmöglichkeiten zwischen der Theatergruppe und Fachbereichen oder Fächern

unserer Schule: (auch abteilungsübergreifend, schulrechtlich eine Innovation, z. T. aber von uns seit

Jahren schon praktiziert). Siehe Folgeseite.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

• Deutsch-Ergänzung und Fachbereich Friseure: Maske, Frisuren

• Deutsch-Ergänzung und Deutsch: Eine Jahrgangsstufe erarbeitet das gleiche Drama (Chance:

Gemeinsamer Abiturvorschlag)

• Deutsch- Ergänzung und Schreiner: Bühnenbild, Möbel

• Deutsch-Ergänzung und Maler: Farbgestaltung und Umsetzung

• Deutsch-Ergänzung und Schneider: Kostümentwurf und Realisation

• Deutsch-Ergänzung und WL: Marketing, Werbekampagne, Finanzierung

• Deutsch-Ergänzung und Technik: Beleuchtung, Ton

• Deutsch-Ergänzung und Geschichte oder Politik: Hintergründe

• Deutsch-Ergänzung und EDV: Planung, Layout und Realisierung von Plakat, Programmheft,

Eintrittskarte, Flyer, Werbung im Internet

• Deutsch-Ergänzung und Kunst: Kreative Vorschläge für Bühnenbild, Kostüme, Requisiten,

ästhetisches Gesamtkonzept des optisch Sichtbaren

• Weitere Fächerkombinationen sind, je nach ausgewähltem Theaterstück, sinnvoll und möglich.

Mittlerweile sind weitere Projekte durchgeführt worden:

2001: Nikolai Gogol: Der Revisor

2002: Bertold Brecht: Der gute Mensch von Sezuan

2003: Curt Goetz: Das Haus in Montevideo

2004: Shakespeare: Viel Lärm um nichts

2005: Pygmalion

Verantwortlich: Volker König

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2.6 Förderung der Berufsreife - besondere Bildungsgänge

2.6.1 Werkstatt für Behinderte

Vorbemerkungen

Personenkreis

In der Schulform WfB werden Abgänger der Schule für praktisch Bildbare, der Schule für Lernhilfe

sowie behinderte Menschen aus Rehabilitationseinrichtungen unterrichtet, die mit der Arbeit im

Arbeitstrainingsbereich in einer Werkstatt für Behinderte begonnen haben.

Bestandsaufnahme

Organisation und inhaltliche Angebote

• Lehrerteam besteht aus eine Fachlehrerin Hauswirtschaft/Textiltechnik, einer Diplompädagogin

(seit längerem erkrankt) und zwei Sonderschullehrerinnen

• Bildung von drei Klassen auf der Basis einer in den letzten drei Jahren sich einpendelnden

Schülerzahl von ca. 25 Schülern pro Jahrgang

• im Schuljahr 2000/2001 Beschulung von zwei Klassen in der Berufsschule und Beschulung von

eine Klasse in der WfB in Altenhasslau (vier stark körperbehinderte Schüler/innen, die einen

Pflegeaufwand benötigen, der zurzeit in der Berufsschule nicht geleistet werden kann)

• Besetzung der Klassen in der Berufsschule mit jeweils zwei Kolleginnen, in der WfB mit einer

Lehrkraft

• Erteilung von 6 Unterrichtsstunden pro Klasse

• Geplantes Angebot von 2 inhaltlichen Schwerpunkten (Hauswirtschaft/Textiles Gestalten und ein

handwerklicher Schwerpunkt wie z. B. Holz/Farben/ Metall) scheiterte an Nichtbereitstellung eines

Fachlehrers aus dem gewerblichen Bereich

• Derzeit Angebot des Schwerpunktes Hauswirtschaft/Textiles Gestalten in einer Klasse und

allgemeinbildende Inhalte ohne konkreten Bezug zu einem Berufsfeld in der zweiten Klasse

• Im Schwerpunkt Hauswirtschaft/Textiles Gestalten arbeiten eine Fachlehrerin und eine

Sonderschullehrerin im Team. Hier werden die pädagogischen Prinzipien weitgehend umgesetzt.

Die Arbeit in Projekten hat begonnen:

- Produktion von Weihnachtsartikeln und Verkauf

- Möglichkeiten der Verarbeitung von Getreide und Verkauf der Produkte im Lehrerzimmer

Im Schwerpunkt Allgemeinbildender Unterricht arbeiten eine Diplompädagogin und eine

Sonderschullehrerin im Team zusammen. Die unterrichtlichen Inhalte ergaben sich aus zufälligen

räumlichen Gegebenheiten, die dann aber sinnvoll und geplant genutzt werden konnten. So werden in

dieser Klasse zuzeit Inhalte im Bereich Informatik (Grundkenntnisse im Umgang mit dem Computer

und verschiedenen Programmen, auch Spielen) vermittelt; es werden Angebote aus dem Bereich der

Psychomotorik gemacht und in einem dritten Schritt der Erhalt und die Vertiefung von Kulturtechniken

gefördert.

Die in der WfB unterrichtete Klasse (alles Abgänger der Schule für Lernhilfe) arbeitet zurzeit

schwerpunktmäßig an differenzierten Aufgabenstellungen im Umgang mit dem Computer (Gestaltung

von Texten, Erstellen von Tabellen und Formularen, die u. a. auch in der Arbeit in der WfB benötigt

werden).

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Reflexion der Arbeit

Die Arbeit mit den Schülern wird von allen Kolleginnen bewusst im Sinne der vorher genannten

allgemeinen Vorgaben aus dem Rahmenlehrplan geplant und durchgeführt. Es finden seit diesem

Schuljahr regelmäßige Besprechungen nach jedem Unterrichtstag statt, innerhalb derer inhaltliche und

organisatorische Absprachen getroffen werden und auch Gespräche zur Entwicklung einzelner Schüler

stattfinden. Die Besprechungen dauern ca. 30 – 45 Minuten.

Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen

• Informell gute Kontakte zu den die Schüler betreuenden Mitarbeitern in den WfBs. Dabei steht der

Austausch über die Situation und Befindlichkeit der einzelnen Schüler im Vordergrund. Absprachen

über Unterrichtsinhalte sind in Anfängen vorhanden.

• wenig Kontakt zu den abgebenden Schulen

• In regelmäßig stattfinden Fortbildungsveranstaltungen besteht Kontakt zu anderen Berufsschulen

mit dieser Schulform.

Zielsetzungen

Grundsätzlich kann an der Weiterführung der begonnenen Entwicklung gearbeitet werden.

Herauskommen soll dabei das Folgende:

Äußere Organisation

Grundsätzlich sollen alle Schüler/innen aus den WfBs an der Berufsschule unterrichtet werden.

Organisatorische Schwierigkeiten sollen nicht hingenommen, sondern an ihrer Auflösung gearbeitet

werden (Stichworte: Integration, Normalisierung, Bereitstellung von lebensnahen Lernsituationen, die

integratives Verhalten schulen können).

• Bildung von Klassen, die von jeweils 1 Fachlehrer/in und einem Sonderschullehrer/in unterrichtet

werden

• Fortführung der Durchführung eines Berufsschultages für alle Schüler am selben Wochentag mit

6 Unterrichtsstunden

• Einplanung der Teambesprechungszeiten in den Stundenplan, um diese zu institutionalisieren und

der Beliebigkeit zu entziehen

Inhaltliche Schwerpunkte und Unterrichtsorganisation

Angebot von zwei fachpraktischen bzw. berufsbezogenen Schwerpunkten. Ein Schwerpunkt ist

Hauswirtschaft/Textiles Gestalten (schon vorhanden), ein zweiter sollte entweder Holzbearbeitung

oder Metallbearbeitung oder Farbentechnik und Gestaltung sein. Für die Unterrichtung der

fachpraktischen Inhalte müssen entsprechende Fachräume zur Verfügung stehen.

Unterrichtung der zwei Schwerpunkte an einem Schultag zwecks freier Einwahl der Schüler/innen und

Durchlässigkeit der Gruppen (Möglichkeit des Gruppenwechsels und freie Wahl der Projekte).

Zusatzangebote in den Bereichen Informatik und Psychomotorik, die parallel zum fachpraktischen

Unterricht von dem jeweiligen Sonderschullehrer/in in Kleingruppen durchgeführt werden. Einplanung

der für den Zusatzunterricht benötigten Fachräume im Stundenplan.

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Organisation der Unterrichtsplanung

• Gewährleistung eines individualisierten Lernangebots auf der Basis von persönlichen Förderplänen

• Erstellung von Förderplänen für jedes Projekt

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

WfBs: Regelmäßige Gespräche über Entwicklung der Schüler mit Leitern der Arbeitstrainingsbereiche;

regelmäßige gegenseitige Information über Lerninhalte in den Arbeitstrainingsbereichen und der

Berufsschule; gemeinsame Festlegung von Förderzielen; Schaffung von Wegen für spontane

Informationen.

Abgebende Schulen: Schaffung von Kontakten bezüglich Information über Lernziele der Schule,

bereits angebotene Lerninhalte und Leistungsschwerpunkte der Schüler, institutionalisiertes

„Übergabegespräch“.

Andere Berufsschulen: Regelmäßiger Austausch über Entwicklungen im Bereich dieser Schulform,

gemachte Erfahrungen und ggf. Entwicklung gemeinsamer Ziele oder Bildung von

Ausbildungsschwerpunkten.

Fachschule für Sozialpädagogik: Knüpfung von Kontakten, die über die Zufälligkeit hinausgehen und

gemeinsame Planung von Unterrichtsvorhaben oder Begegnungstagen.

Die nächsten Schritte

In Absprache mit den entsprechenden Abteilungsleitern Bereitstellung eines Fachlehrers aus den

Bereichen Holz/Farben oder Metall, der bereit ist, unter den Maßgaben dieser Schulform zu arbeiten

und damit Bildung des 2. Unterrichtsschwerpunkts.

Kontaktaufnahme mit den abgebenden Schulen, aus denen für das nächste Schuljahr die Schüler zu

uns kommen und Einladung zu einem gemeinsamen „Übergabegespräch“ in die Schule. Dazu sollen

auch die Leiter der Arbeitstrainingsbereiche aus den WfBs eingeladen werden. Beginn der

regelmäßigen Erstellung von Förderplänen für die Schüler.

Evaluation

Überprüfung, ob Schritte ausgeführt wurden, im Rahmen einer Schulformkonferenz.

Protokollierung der dabei gemachten Erfahrungen.

Aus Erfahrungen resultierend Festlegung der nächsten Schritte.

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2.6.2 Besondere Bildungsgänge BVJ/EIBE

Ist-Zustand

Personelle und räumliche Situation in den Besonderen Bildungsgängen

Äußere Voraussetzungen seitens der Lernenden und der Lehrenden

Zurzeit besuchen 85 Schülerinnen und Schüler die Besonderen Bildungsgänge in Teilzeitform

(Berufsvorbereitungsjahr) und erfüllen hier ihre Vollzeitschulpflicht. Bezogen auf die letzten drei Jahre

entspricht dies einem Zuwachs von etwa 20 %. Die geschlechterspezifische Verteilung ist konstant;

der Mädchenanteil beträgt 30 %. Auch der Ausländeranteil mit ca. 25 % ist nahezu unverändert. Rund

20 % der Schülerinnen und Schüler sind Übersiedler.

Etwa 20 % der Schülerinnen und Schüler haben vor dem BVJ eine Schule für Lernhilfe absolviert, die

übrigen die Hauptschule. Den Hauptschulabschluss haben lediglich 25 % erreicht, zum Teil kommen

die Schüler aus der Jahrgangsstufe 6.

Die zunächst eher lockeren Kontakte zu den abgebenden Sonderschulen, der Brentano-Schule in

Linsengericht und der Schule für Lernhilfe in Birstein-Hettersroth, sind seit zwei Jahren intensiviert

und institutionalisiert worden. Eine entsprechende Kooperation mit Hauptschulen existiert bisher

jedoch nur ansatzweise. Das Frauenzentrum in Gelnhausen arbeitet mit einer Gruppe von

Schülerinnen in Projekten zur Persönlichkeitsentwicklung. Etwa 30 Betriebe stellen Praktikumsplätze

zur Verfügung.

Das Hessische Schulgesetz, die Verordnung über Besondere Bildungsgänge an beruflichen Schulen

und die Verordnung über den arbeitstechnischen Unterricht an beruflichen Schulen sind im

wesentlichen die gesetzlichen Grundlagen. Die Schülerinnen und Schüler sind daher organisatorisch in

sechs Klassen zusammengefasst, die im fachpraktischen Unterricht geteilt werden. Zwei Klassen sind

in das Programm zur Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt (EIBE) des Hessischen

Kultusministeriums zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit durch Qualifizierung mit Unterstützung

des Europäischen Sozialfonds aufgenommen.

26 Kolleginnen und Kollegen, davon zehn Fachlehrerinnen bzw. Fachlehrer, die die Berufsfelder Metall,

Holz, Gestaltung und Hauswirtschaft vertreten, sind im Berufsvorbereitungsjahr eingesetzt. In den

BVJ-Klassen werden durchschnittlich 30 Wochenstunden erteilt. Im Fachpraxisunterricht erteilt jede

Lehrkraft in ihrer jeweiligen Lerngruppe mindestens vier, in der Regel jedoch sechs

Unterrichtsstunden. Im Theoriebereich ist eine ähnliche Stundenzahl lediglich den Klassenlehrern

vorbehalten. Aus stundenplantechnischen Gründen sind etliche Kolleginnen und Kollegen mit nur zwei

Wochenstunden in einer Lerngruppe eingesetzt. Lediglich ein Theorie- und zwei Fachlehrer haben eine

sonderpädagogische Zusatzausbildung absolviert, eine Kollegin ist ausgebildete Sonderschullehrerin.

Im vergangenen Jahr hat der Verein zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern der Beruflichen

Schulen Gelnhausen (VUS) eine Sozialarbeiterin beschäftigt, die auch mit einem geringen Anteil ihrer

Stelle in das BVJ eingebunden war. Diese Stelle konnte in diesem Schuljahr nicht neu besetzt werden.

Es ist trotz intensiver Bemühungen auch nicht gelungen, einen Sozialarbeiter bzw. eine

Sozialarbeiterin im Rahmen der EIBE-Maßnahme einzustellen.

Seit Herbst 1999 existiert eine Arbeitsgemeinschaft BVJ, die sich im wesentlichen aus den

Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern der BVJ-Klassen zusammensetzt. Diese Gruppe hat die

Koordination und Weiterentwicklung der BVJ-Arbeit zum Ziel. Sie hat aber auch die Funktion des

„Auffangens“ von Kollegen, die einer Unterstützung bedürfen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Räumliche Situation

Aufgrund der extrem räumlichen Enge an unserer Schule sind für die sechs BVJ-Klassen lediglich ein

Unterrichts- und ein Sammlungsraum fest reserviert. Die Klassen sind im Theorieunterricht ausnahmslos

Wanderklassen und über alle Gebäudeteile der Schule verteilt untergebracht. Im Berufsfeld Gestaltung

müssen die beiden Kollegen mit ihren BVJ-Gruppen in Metall- bzw. Holzwerkstätten ausweichen,

da lediglich eine Malerwerkstatt eingerichtet ist.

Einen weiteren räumlichen Engpass stellen die vorhandenen PC-Räume dar. Momentan kann von

BVJ/EIBE nur ein Raum mit sieben Arbeitsplätzen genutzt werden, in dem auch auf Grund seiner

geringen Größe nur Gruppen bis zu acht Schülern unterrichtet werden können.

Darüber hinaus reicht die Kapazität des Werkraumes nicht aus, den Bedarf für den gestalterischen

Unterricht zu decken.

Zielvorstellungen

Förderung und Weiterentwicklung

Individuelle Förderung

• Förderung von Motivation und Ausdauer

• Bewusstmachen individueller Stärken und Akzeptieren individueller Schwächen

• Entdecken und Erproben neuer individueller Möglichkeiten, vor allem auch sprachlicher und nicht -

sprachlicher Ausdrucksmöglichkeiten

• Erfolgserlebnisse ermöglichen

Soziale Förderung

• Förderung der Konfliktfähigkeit

• Sensibilisierung für andere Menschen, andere Kulturen und individuelle Eigenarten des Gegenübers

• Kommunikationstraining

Wissen

• Leistungsbezogene Kurse in Deutsch und Mathematik

• Vermittlung von Basiswissen

• Informations- und kommunikationstechnische Grundbildung

• Grund- und Aufbaukurs Englisch

Erarbeitung realistischer Berufsorientierung und Berufsfindung

• Analysieren von Chancen und Möglichkeiten am regionalen Arbeitsmarkt (Betriebserkundungen,

Besuche beim Arbeitsamt, etc.)

• Beratung im Umgang mit Behörden und Formularen

• Hinführung zur betrieblichen Praxis

• Gemeinsame Ermittlung individueller Stärken und Herausfiltern der geeigneten Berufsrichtung,

insbesondere im fachpraktischen Unterricht; Erarbeitung der für den gewünschten Beruf notwendigen

Fähigkeiten und individuelle Überprüfung.

• Bewerbungstraining

• Nach vorheriger Anleitung selbstständige Suche eines geeigneten Praktikumsbetriebes, nur bei

Schwierigkeiten Hilfestellung durch Sozialarbeiter oder Lehrkräfte (Ziel: Selbsttätigkeit und

Eigenverantwortung)

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Praktika

Zwei unterschiedliche Modelle sind denkbar:

a) Dauerpraktikum: 2 - 3 Tage pro Woche (im Falle, dass ein Wunschberuf feststeht)

b) mehrwöchige Praktika (240 - 320 Stunden) zu feststehenden Terminen

Die Praktika werden betreut von den Sozialarbeitern und/oder den zuständigen Lehrkräften. Auf eine

enge Zusammenarbeit mit den Lehrkräften der Eingangsklassen der betreffenden Fachrichtungen ist

zu achten. Hospitationen in den entsprechenden Klassen sind zu ermöglichen.

Schlussfolgerung

Grundsätze für einen Unterricht mit benachteiligten Schülern

Orientierung an Interessen und Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler

• vierwöchige Orientierungsphase (berufliche Schwerpunktorientierung und Gruppenbildung),

• Erstellen individueller Förderkonzepte

• Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten, abgebenden Schulen, Jugendwerk, Gewerbe- und

Industriebetrieben, dem Arbeitsamt u. a.

• leistungsbezogene Lerngruppen in Deutsch und Mathematik (Parallelgruppen, so dass ein Wechsel

jederzeit möglich ist, auch Förder- und Stützkurse für Sprachanfänger bzw. Schüler mit besonderem

Förderbedarf)

• Projektunterricht mit unterschiedlicher Dauer; die Projekte sollten an der realen Arbeitswelt

orientiert sein

• Die Schüler sollten möglichst mehrere Projekte in verschiedenen Berufsfeldern durchlaufen. Ziel ist

u. a. die Identifikation mit dem Produkt; es vermittelt Anerkennung und Selbstvertrauen.

• Zertifikation von Teilqualifikationen, die in den Projektmodulen erlangt wurden

• regelmäßige Reflexion des jeweiligen individuellen Leistungsstandes (gemeinsame Besprechungen

in der Gruppe oder im Einzelgespräch)

• Erwerb von Schlüsselqualifikationen (Training von sozialen und kommunikativen Kompetenzen.)

• Förderung von Eigenständigkeit und Eigenverantwortung durch zunehmende Übernahme von

Aufgaben

Personelle Voraussetzungen

• festes Lehrerteam

• Sozialarbeiter

• Supervision

• regelmäßige Fortbildungen

Enge Zusammenarbeit aller beteiligten Kolleginnen und Kollegen

• wöchentliche Fixtermine für Klassenlehrerbesprechungen bzw. Klassenkonferenzen

• regelmäßige Besprechungen aller unterrichtenden Lehrkräfte

• enge Zusammenarbeit mit der Sozialarbeiterin/dem Sozialarbeiter

• Koordinationsstunden für die im Bereich unterrichtenden Lehrer

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Sonstige Voraussetzungen

• drei Klassenräume in direkter Nähe zueinander, um einen leistungsbezogenen Unterricht zu

ermöglichen

• situationsabhängige Flexibilität in zeitlicher und räumlicher Gestaltung des Unterrichts

• Sammlungsraum in direkter Nähe der Klassenräume zur Ermöglichung flexibler

Unterrichtsgestal-tung (situationsbezogener Ansatz)

• Dokumentation und Präsentation der durchgeführten Projekte (PC, Laptops, Vitrinen,

Stellwände)

• Telefon- und Internetanschluss (für Elterngespräche und Kontakte mit den

Praktikumsbetrieben)

• abgegrenzte Räumlichkeit für Beratungs- und Elterngespräche

Evaluation

Zu Beginn eines jeden Schuljahres wird ein standardisierter Test durchgeführt. Dieser besteht aus

mehreren Teilen, die teils auf typischem Schulwissen beruhen, teils psychomotorische Fähigkeiten

(unter anderem im Hinblick auf eine Berufsorientierung) abfordern und teils Schlüsselqualifikationen -

soweit dies überhaupt möglich ist - “abprüfen”.

Ursprünglich war dieser Eingangstest zur Klasseneinteilung gedacht. Im Rahmen der Entwicklung des

Gesamtkonzeptes hat der Test mittlerweile “nur” noch die Funktion einer zielgruppenorientierten

Input-Evaluation. Es sollen in erster Linie die nicht-schulwissenstypischen Fähigkeiten zum Tragen

kommen.

Eine Output-Evaluation durch sogenannte “Einstellungstests” schließt sich beim Abschluss der

Schulform im Fach Arbeitslehre an. Zum Zwecke der Prozessorientierung werden ähnliche Tests auch

im Laufe des Schuljahres durchgeführt.

Speziell bezüglich der Praktika wurde im Rahmen der klassischen In/Output-Evaluation ein auf

prozessorientierter bzw. intrinsischer Evaluation beruhender Evaluationsbogen entwickelt. Hierbei soll

vor allem die Entwicklung von Schlüsselqualifikationen evaluiert werden.

Im Schuljahr 2000/2001 wurde eine “Vorab”-Makro-Evaluation eingeführt, die allein auf statistischen

Methoden beruhte. Hierbei wurde untersucht, wann beziehungsweise in welchen Fächern Schüler zu

schwänzen beginnen; da wir - die ständige BVJ-Arbeitsgruppe - davon ausgingen und -gehen, dass

das Schwänzen insgesamt den Faktor Unzufriedenheit anzeigt. Zwar mag es, wie in jeder statistischen

Auswertung, Abweichungen geben, insgesamt ist es sicherlich als Faktor zu sehen. Die nur allzuoft

verwendete Methode der Evaluation mittels eines Fragebogens am Ende des Schuljahres erschien von

vornherein fragwürdig. Die Faktorenanalyse bezüglich des Messwertes Zufriedenheit brachte zwar

einige abfragbare Gesichtspunkte zu Tage, allerdings ist grundsätzlich die Frage zu stellen, ob hier

eine formelle Vorgehensweise zu wirklich greifbaren und vor allem objektiveren Ergebnissen führt

oder sie eher ein pseudo-objektives Ergebnis vorgaukelt. Letzteres erschien eher wahrscheinlich,

sodass einem parlamentarischen Verfahren der Vorzug gegenüber einem demographischen gegeben

wurde.

Insgesamt soll durch gleichzeitige Durchführung von validierenden Maßnahmen (Messung In- und

Output) sowie statistischer Erhebungen ein Zusammenhang zwischen der subjektiven Zufriedenheit

und objektiven Kennwerten erfasst werden. Ist dieser Zusammenhang klar, so sollen die subjektiven

Gesichtspunkte nur noch als sekundäre Kontrollfaktoren dienen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Eine Evaluation wäre keine, wenn keine Regelung “controlling” folgen würde. Obwohl die Maßnahmen

hierzu durch organisatorische Faktoren (beispielsweise temporäre Verfügbarkeit von Lehrkräften zur

Veränderung des Stundenplans aufgrund des Einsatzes in anderen Schulformen) beschränkt sind,

wurden diese Faktoren einerseits minimiert andererseits konnten sie durch die relativ große Anzahl

der Klassen (ehemals 6, derzeit - Schuljahr 2001/2002 - nur 5) und nicht zuletzt durch die

Förderungen von EIBE (zusätzliches Stundenkontingent) umgangen werden.

Elementaren Anteil hieran hat die organisatorische Einteilung in eine - fast - eigene Abteilung und die

Installation der Arbeitsgruppe, von der alle Veränderungen zunächst erfahrungsorientiert, später

evaluationsorientiert ausgingen und -gehen.

Die ständige Arbeitsgruppe ist somit als Qualitätszirkel zu verstehen, da sie als Ziel - nach DIN 9000 -

“die Optimierung der Arbeitsprozesse und die qualitative Verbesserung des Produkts hat.” (Anm. d.

Verf.: im Bildungsbereich ist Produkt als die Fähigkeit Anforderungen zu bewältigen zu verstehen) In

der ersten Sitzung der Arbeitsgruppe hieß es: „Verbessern wir die Situation der Schüler, so verbessern

wir auch unsere eigene.”

Fortschreibung des Schulprogramms am 17.11.04

Gruppe EIBE/BVJ

Schwerpunkt 1: Neue Projekte

• Theatergruppe von Herrn Schilling Roger und Frau Verhoefen (Beitrag wird von Herrn

Schilling nachgereicht)

• Musikprojekt von Herrn Freund

Vermittelt wird: Bodypercussion, Rhythmusgefühl mit Trommeln (hierfür wird noch der

angebo-tene Fahrradkeller schallisoliert gebraucht), einfache Modelle der Liedbegleitung

(Gitarre), Singen als Erfahrungsschatz, Zukunftsmusik: Musik und Computer (Hip Hop)

• Gemeinschaftsprojekt: Kunst und Lyrik von Frau Schäfer und Herrn Dr. Kühneweg

(Genaueres wird von Frau Schäfer nachgereicht)

Schwerpunkt 2: Bezug auf Ist-Zustand und Ziele im Schulprogramm

Oben genannte Projekte sind alleine möglich durch persönliches Engagement der Kolleginnen und

Kollegen. Die dafür notwendigen Rahmenbedingungen, betreffend Räume, Personal und Geld sind

bislang von der Schulleitung nicht bereitgestellt worden.

• Die einzigen Klassenräume C 109 und C 108 müssen hierfür zweckentfremdet werden (als PC-

Raum, bzw. Zeichenraum mit Staffeleien), so dass allgemeinbildender Unterricht beinahe nicht

mehr möglich ist.

• Die Lehrerstunden sind nicht ausreichend für den Grundunterricht mit 5 Tagen pro Woche,

geschweige für die notwendige Doppelbesetzung für die Projekte

• Für sozialdienstliche Tätigkeiten, wie sie vermehrt auch im BVJ notwendig werden, ist nur in

den EIBE-Klassen gesorgt.

• Förderung und Weiterbildung

• Leistungsbezogene Kurse in Deutsch und Mathematik wurden in der Form der

Binnendifferenzie-rung realisiert, da es aus Gründen mangelnder Rahmenbedingungen nicht

möglich war, ein angedachtes Kurssystem durchzuführen (fehlende Räumlichkeiten und

Lehrer).

• Vermittlung von Basiswissen, wie Lesen und Schreiben konnte aus oben genannten Gründen

nicht zufriedenstellend vermittelt werden.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

• Informations- und kommunikationstechnische Grundbildung war durch die Schaffung und

Betreuung des EDV-Kombi-Raumes C 109 und durch persönlichen Einsatz der Herren Heberling

und Strobel möglich und wird auch gern von anderen Schulformen (BG) genutzt, da dieser EDV-

Raum meist in technisch einwandfreiem Zustand ist.

• Der Englischunterricht, für den kein Kollege mit Fakultas zur Verfügung stand, wird von Herrn

Strobel nach eigenständiger Fortbildung durchgeführt.

• Aus Mangel an finanziellen Mitteln sind die Kooperationen LUZIE (Jugendamt Hanau) und

Frauenzentrum Gelnhausen eingestellt worden

• Die Arbeitsgemeinschaft BVJ, die sich im Wesentlichen aus den Klassenlehrern des BVJ zusammensetzte,

wurde aus Gründen fehlender Durchsetzungsfähigkeit (nicht existierender Abteilungsleiter)

gegenüber der Schulleitung auf Eis gelegt.

• Die im Konzept genannte Zusammenarbeit mit dem VUS (Verein zur Unterstützung von Schülerinnen

und Schülern) für die EIBE-Maßnahme ist ersetzt durch die FAW (Fortbildungsakademie der

Wirtschaft in Hanau).

• Die Zahl der Unterrichtsstunden pro Woche hat sich von 30 auf 24 reduziert.

• Im Berufsfeld Gestaltung konnte ein provisorisch Maler-Übungsraum eingerichtet werden, der sich

jedoch nicht für oben genannte Projekte eignet.

• Realistische Berufsfindung im BVJ zeigt sich mittlerweile angesichts sozialpolitischer Veränderungen

zunehmend schwieriger.

Schwerpunkt 3: Bezug auf Schlussfolgerungen

• Eine vierwöchige Orientierungsphase war zeitlich nicht integrierbar (z. B. wegen der Praktika) und

auch nicht mehr notwendig, da die pädagogische Arbeit der Klassenlehrer die Schülerinnen und

Schüler ausreichend integrierte.

• Das Erstellen individueller Förderkonzepte bleibt weiterhin ein Ziel.

• Die Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten, Betrieben und Institutionen wird weiterhin

angestrebt.

• Förderkurse werden - wie angesprochen - für Schüler mit geringen deutschen Sprachkenntnissen

durchgeführt.

• Die Zertifikation von Teilqualifikationen war wegen zu hoher Schülerfluktuation nicht möglich.

Koordinator: Benno Strobel

Anwesende: Strobel; Pastau; Buth; Schaper; Freund; Winkler

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

3 Schulformübergreifende Schwerpunkte

3.1 Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und ganzheitlichen

Bildung – Ethik und Religion an einer beruflichen

Schule

Vorwort

Religions- und Ethikunterricht an beruflichen Schulen?

Die Gesellschaft fordert die Vermittlung moralischer Maßstäbe, die Wirtschaft die Förderung von

Teamfähigkeit, die Politik die Motivierung zu Toleranz und Respekt vor dem Anderen, unsere

Kulturschaffenden die Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe und die Kirchen die Ermunterung

zu religiösem Leben und verantwortlichem Handeln in Kirche und Gesellschaft.

Wer erzieht in welchem Fach die Schülerinnen und Schüler, wer befähigt sie dazu, in religiösen und

Glaubensfragen verstehend, tolerant und gemeinschaftsfähig zu sein? Der Religions- und

Ethikunterricht auch an den Beruflichen Schulen Gelnhausen ist nicht nur wichtig, sondern

unverzichtbar. Denn Religions- und Ethikunterricht vermitteln in unserer weltanschaulich

pluralistischen Gesellschaft nicht nur mögliche Orientierungshilfen. Im Zuge der Globalisierung von

Märkten und Kommunikation muss man auf einen Konflikt gerade religiös geprägter Kulturen und

Gesellschaften vorbereitet sein - im eigenen Land und in der Welt. Unsichere Menschen werden leicht

radikal und neigen zu vereinfachten Antworten. Sich selbst und den anderen verstehen, Identität und

Verständigung sind die Voraussetzungen für ein gemeinsames Handeln. Religions- und Ethikunterricht

leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Friedensfähigkeit zwischen den Religionen.

In Zeiten mit sich wandelnden Werten, Gewaltdiskussionen und Drogenproblemen bieten wir einen

geschützten Raum, auch Probleme des täglichen Lebens zu thematisieren. Diese Möglichkeit bietet

kein anderes Fach an der Schule.

Schülerinnen und Schüler geraten in dieser Lebensphase leicht in eine Krise, gerade weil traditionelle

Werte sich in einer leistungsbezogenen Ellenbogengesellschaft schnell verändern. Auch die Familie ist

häufig nicht mehr in der Lage, den Heranwachsenden gültige Normen und Wertvorstellungen zu

vermitteln. Konkurrenz- und Leistungsdruck, aber auch die neuen Medien führen oft zur Isolation und

dem Gefühl, nur auf sich gestellt zu sein.

Der Religions- und Ethikunterricht an den Beruflichen Schulen Gelnhausen will menschliche Reifung

und Solidarität ermöglichen. Er möchte die Schülerinnen und Schüler bei der Suche nach der eigenen

Identität unterstützen und ihnen die religiöse Dimension ihres Lebens eröffnen. Sie sollen fähig

werden, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und zu lernen, sich in einer Welt voller Veränderung

zu orientieren und verantwortlich zu handeln.

Religions- und Ethikunterricht erfüllen im Rahmen der Schule einen unverzichtbaren gesellschaftlichen

Auftrag. So versuchen wir persönliche und soziale Kompetenzen zu vermitteln, die auch und gerade

im späteren Berufsleben wichtig sind. Denn auch hier müssen Entscheidungen persönlich verantwortet

werden. Dazu ist es nötig, auf ein Wertesystem zurückgreifen zu können, das Zuversicht und Mut

vermittelt. Auch Gemeinschaftsfähigkeit muss gelernt und eingeübt werden. Die Vermittlung dieser

Kompetenzen ist unverzichtbar für unseren schulischen Erziehungs- und Bildungsauftrag. Sie gehören

zum eigenständigen und unverwechselbaren Beitrag des Religions- und Ethikunterrichts.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Bestandsaufnahme

Der Religionsunterricht findet bei uns zwar vorwiegend, aber nicht ausschließlich im eigenen

Klassenraum statt. Manchmal veranstalten wir auch ein religiöses Wochenende, und alle zwei Jahre

bieten wir die Teilnahme an Rüstzeiten bzw. Tagen religiöser Orientierung an.

Auf Grund unserer multireligiösen Schülerschaft wird der Religionsunterricht an der Berufsschule, der

Berufsfachschule und an der Fachoberschule grundsätzlich konfessionsübergreifend erteilt. Am

Beruflichen Gymnasium gibt es katholische und evangelische Kurse sowie Kurse für Ethik. In der

Berufsfachschule und der Fachoberschule können die Schüler bei den Unterrichtsinhalten, d. h. bei der

Themen- und Stoffwahl, mitbestimmen. Teilweise ist dies auch im Bereich des Beruflichen

Gymnasiums möglich.

Aufgrund des starken LehrerInnenmangels in den Fächern Religion und Ethik fällt meist in den

Teilzeitklassen der Unterricht komplett aus.

Religions- und Ethikunterricht sind keine verlängerte Konfirmandenzeit und auch kein Gottesdienstersatz,

sondern ordentliche Lehrfächer, so dass hier ebenso wie in anderen Fächern Klausuren

geschrieben und Leistungen erbracht werden müssen. Allerdings haben beide Fächer den Anspruch,

den einzelnen Schüler bzw. die Schülerin in ihrer Individualität, d. h. in ihren Stärken und Schwächen,

in ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten zu sehen und zu fördern. Es geht darum, sie zur kritischen

Teilnahme an der kulturellen Entwicklung zu befähigen und Lebensförderndes von

Lebensschädigendem zu unterscheiden. Es geht um Ablehnung oder Zustimmung, um die

unausweichliche eigene Positionierung zum Orientierungswissen, das die Religionen bereithalten und

mit dem wir immer wieder konfrontiert werden. Hier ungebildet schweigen zu müssen, heißt, sich

auszuschließen aus der kulturellen Kommunikationsgemeinschaft.

Zielvorstellungen

Da in unserer hektischen und schnelllebigen Zeit Möglichkeiten der Besinnung und Stille

immer wichtiger werden, ist mittelfristig eine AG

� „Entspannung und Meditation für Schüler“

vorgesehen. Dazu wird ein Raum benötigt, der von seiner Ausstattung her zur Besinnung einlädt.

Weiter könnte dieser als “Meeting Point“ für SchülerInnen und LehrerInnen dienen, um dort zwanglos

miteinander ins Gespräch zu kommen.

Um den Missstand des Unterrichtsausfalls zu beheben und wenigstens den Mindestbedarf für die

Grundstufen der Teilzeitberufsschule, die Berufsfachschule (Klasse 10) und das BVJ abzudecken

(33 Stunden), fordern wir den verstärkten Unterrichtseinsatz von Kollegen mit den o. g. Fächern bzw.

� Neueinstellung von Kollegen mit der Fakultas für das Fach Religion/Ethik.

Familiäre wie gesellschaftliche Probleme wirken sich auch auf die Schule aus. Nicht zuletzt deshalb

halten wir die

� Einstellung eines Schulseelsorgers

als Ergänzung zur Arbeit der Beratungslehrer für angemessen und sinnvoll.

In unserer Schule begegnen sich Schüler und Schülerinnen aus unterschiedlichen Kulturen und

Religionen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

� Gespräche mit regionalen Vertretern des Judentums und des Islams

sowie die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Exkursionen zu Synagogen, Moscheen,

jüdischen Friedhöfen etc. sollen den Blick erweitern für die Denk- und Lebensweise anderer. Diese

kennen und achten zu lernen, gehört zum Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule.

Persönliche Nähe und seelsorgerliche Zuwendung machen – mehr als bei andern Fächern -

zwingend notwendig.

� kleine Klassen

Die Fachgruppe „Religion/Ethik“ setzt sich mindestens einmal pro Schuljahr mit inhaltlichen

und pädagogischen Schwerpunkten auseinander. Sie stärkt die Motivation und

Teamfähigkeit der in diesen Fächern Unterrichtenden.

Evaluation

Die Mitglieder der Fachkonferenz Religion/Ethik stehen in ständigem Kontakt, um die Zielvorstellungen

des Schulprogramms zu überprüfen und zu aktualisieren. Der Leiter dieser Fachgruppe wird zum

Schuljahresende diesbezüglich zu einer Fachkonferenz einladen.

Hans-Hartmut Grünke

Gerhard Dietz

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

3.2 Orientierungshilfe und Unterstützung in schwierigen Lern-

und Lebenssituationen – Beratungskonzept und Verein zur

Unterstützung von Schülerinnen und Schülern (VUS e. V.)

Ist – Zustand - Welche Aufgaben hat der Verein?

Der aus 42 Mitgliedern bestehende gemeinnützige Verein zur Unterstüzung von Schülern und

Schülerinnen der Beruflichen Schulen Gelnhausen (VUS) hat gemäß seiner Satzung das Ziel, Schüler

der Beruflichen Schulen zu unterstützen, die in soziale Notlagen geraten sind. Der VUS finanziert sich

aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Bußgeldern, die bei Gerichtsverhandlungen angefallen sind und

durch Schulveranstaltungen.

Der VUS unterstützt Schülerinnen und Schüler unserer Schule, die z. B. eine Wohnung suchen oder

Geldmittel für ihr notwendiges Selbstständig-Werden benötigen, mit zinslosen Darlehen, die erst bei

einer künftigen Erwerbstätigkeit von den Schülerinnen und Schülern zurückgeführt werden müssen.

Der VUS verlangt bei der Vergabe von Darlehen - anders als eine Bank - keine Sicherheiten und baut

sehr stark auf das Vertrauen der Jugendlichen. Allerdings werden die Darlehen nur auf Empfehlung

der Beratungslehrer unserer Schule gewährt. Die enge Koppelung von Beratungsarbeit und

finanzieller Unterstützung gehört zu den Besonderheiten des VUS und ist diesbezüglich einzig in

Hessen! Freilich kann der VUS nur in einem bescheidenen Rahmen helfen, z. B. Überbrückungsgelder,

Kautionen oder anteilige Anwaltskosten übernehmen. Aber viele Jugendlichen sind dankbar, wenn

wenigstens in bescheidenem Rahmen geholfen werden kann.

Der VUS kann auch als Träger für die Einstellung eines Sozialarbeiters/einer Sozialarbeiterin zur

Verfügung stehen, was in der Vergangenheit auch wahrgenommen wurde.

Durch Schulfeste, Auktionen, Aktionstage u. ä. wirbt der VUS nicht nur für sich selbst, sondern

leistet auch einen Beitrag zur Schulkultur und zur Verbesserung des Schulklimas.

Zielvorstellungen - Was soll in Zukunft erreicht werden?

• Vermehrung des Mitgliederbestandes

• Erhöhung der Bereitschaft für ehrenamtliches Engagement der Mitglieder

• Vernetzung der VUS-Arbeit mit andern Gruppierungen und Vereinen mit sozialer Zielsetzung

• Verbesserte Werbung für den Verein und Verstärkung seiner Akzeptanz im Rahmen unserer Schule

• Erschließung weiterer Geldquellen und Gewinnung weiterer Spenden

Evaluation - Wie stellt der VUS die Erreichung unserer Ziele fest?

In einer Mitgliederversammlung im Frühjahr 2003 überprüfen die Mitglieder des VUS die Erreichung

der o. g. Ziele, diskutieren über eventuelle Probleme und regen weitere Verbesserungen der VUS-

Arbeit an.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

3.3 Beratung, Betreuung und Begleitung als Hilfe an unserer

Schule – das B-Team

Vorbemerkung

Derzeitige gesellschaftliche Entwicklungen sowie veränderte Familienkonstellationen führen bei

Jugendlichen zu einer starken Vereinzelung in der Wertorientierung, d. h., dass sie durch Erwachsene

geringe Orientierungsmöglichkeiten für die alltägliche Lebensbewältigung erhalten.

Und: Hinter jeder Sucht steckt eine Sehnsucht.

Diese Sehnsucht manifestiert sich in der Suche nach Sinn. Die Schüler/innen unserer Schule sind in

dem Alter, in dem diese Sinnfrage in den Lebensmittelpunkt rückt. Kommen negative Vorerfahrungen

oder plötzliche Schicksalsschläge hinzu, kann, unter bestimmten Umständen, diese Frage teilweise

nicht mehr positiv beantwortet werden und löst eine vorübergehende oder dauerhafte Lebenskrise

aus. Hier setzt unser präventives Beratungskonzept an.

Bestandsaufnahme

Unser Beratungskonzept

Seit mehreren Jahren gibt es an unserer Schule ein Beratungs- und Betreuungsprojekt für Schüler, die

sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Diese Arbeit wird vom Beratungs-Team geleistet, das

sich zurzeit aus drei Kolleginnen und Kollegen zusammensetzt.

Unsere Beratungsarbeit

• hilft dabei, eigene Bedürfnisse zu erkennen und Lebensziele zu entwickeln

• befähigt dazu, mit Krisen konstruktiv umzugehen und zum persönlichen Wachstum zu nutzen

• hilft, die eigenen Kräfte und Potenziale zu erkennen und weiterzuentwickeln

• stärkt das Ich-Bewusstsein und das Selbstwertgefühl

• trägt dazu bei, im Schulalltag eine Atmosphäre des Vertrauens und des Angenommenseins zu

schaffen

Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Einzelberatung

Wir bieten zunächst in Krisensituationen Gespräche an, um in akuten Konfliktsituationen bei der

Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten zu helfen. Dieses präventive Vorgehen hat sich bewährt.

Einzelne Schülerinnen bzw. Schüler hätten ohne Gespräche und Unterstützung den Schulabschluss

bzw. die Versetzung nicht erreichen können.

Zusammenarbeit mit außerschulischen Gremien

Oft ist es notwendig, andere Institutionen (z. B. Sozialamt, Jugendamt, Familienberatung) in die Arbeit

einzubinden. Daher ist es wichtig, die Außenkontakte zu anderen Beratungsstellen zu pflegen.

Schwerpunkte unserer außerschulischen Gremienarbeit sind die regelmäßige Zusammenarbeit mit der

Jugend- und Drogenberatung in Gelnhausen und die Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt

in Hanau.

Arbeit mit dem Kollegium und der Schulgemeinde

Die Akzeptanz und Unterstützung der Beratungsarbeit durch das Kollegium und die Schulleitung sind

in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Dies führen wir zurück auf regelmäßige

Informationsveranstaltungen für neue Kolleginnen und Kollegen; das Bereitstellen von Material für den

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Unterricht; Teilnahme an oder Hilfe bei der Vorbereitung von Elternabenden; Klassenbesuche;

Angebote bei Projekttagen oder der Projektwoche; Balint-Gruppe und Informationsveranstaltungen,

zuletzt durch die Beratungsstelle „Lawine“ über sexuellen Missbrauch.

Fester Bestandteil unserer Arbeit ist in den letzten Jahren die Zusammenarbeit mit dem Aktionstheater

„RequiSIT“ geworden, das wir jährlich für Vorführungen engagiert haben.

Für junge Mädchen fand im Rahmen einer Projektwoche ein Selbstverteidigungskurs statt.

Öffentlichkeitsarbeit

• Dazu gehören die Vorbereitung und Durchführung von Ausstellungen im Foyer unserer Schule

(teilweise in Zusammenarbeit mit der Barmer Ersatzkasse).

• Pressearbeit und auch die wechselnde Plakatierung in den verschiedenen Häusern der Schule

Um eine Transparenz für die Schulgemeinde zu gewährleisten, berichten wir regelmäßig in der

Gesamtkonferenz über unsere Arbeit. Die Kooperation mit der Schulleitung ist wichtig, um ein

einheitliches Beratungskonzept für alle Abteilungen unserer Schule aufrechterhalten zu können. Um im

System Schule nachhaltig erfolgreich beraten zu können, ist es unverzichtbar, dass Kolleginnen,

Kollegen, Schulleitung und die Elternschaft die Grundgedanken unseres Beratungskonzeptes kennen

lernen und mittragen.

Ein weiteres wichtiges Standbein unserer Tätigkeit ist der Schulverein „VUS“, der unsere Arbeit auch

materiell unterstützt. Er leistete in der letzten Zeit vermehrt finanzielle und logistische Unterstützung.

In verschiedenen Situationen war es uns daher möglich, bei Schüler/innen in sehr angespannten

Situationen zinslose Darlehen zur Überbrückung finanzieller Krisen bis hin zur Bewilligung von BaFöG

bzw. Sozialhilfe zu gewähren.

Hilfen bei Entschuldungen sowie die Vorfinanzierung von Mieten und Kautionen wurden ebenfalls vom

„VUS“ übernommen. Die Unterstützung durch den VUS ist an die Empfehlung eines

Beratungslehrers/einer Beratungslehrerin des B-Teams gebunden.

Rahmenbedingungen

Zu den Rahmenbedingungen unserer Arbeit gehört, dass wir im Team arbeiten. Diese Arbeitsform ist

für uns unabdingbar, da die Beratung ohne kollegialen Austausch nicht möglich wäre. Um die

Kontinuität zu gewährleisten, wurden, in Absprache mit der Schulleitung, die „Kriterien zur Mitarbeit

im B-Team“ entwickelt. Hierin sind die Anforderungen an einen Beratungslehrer/eine

Beratungslehrerin an unserer Schule und die Bedingungen der Berufung festgelegt. Sollte ein Mitglied

des Beratungsteams ausscheiden, wird die Stelle durch Aushang im Lehrerzimmer ausgeschrieben.

Fester Bestandteil unserer Arbeit ist die regelmäßige Supervision. Sie findet ca. fünf Mal pro Halbjahr

statt.

Entscheidend für die Entwicklung unserer Arbeit ist die regelmäßige Aus- und Weiterbildung. Dies

geschieht im Rahmen der Fortbildungsveranstaltungen des Staatlichen Schulamtes. Außerdem

nehmen wir in größeren Abständen an Kursen für Beratungslehrer/innen anderer Bundesländer teil, da

es in Hessen ein solch qualifiziertes Angebot – Fortbildungskurse für Beratungslehrer/innen mit

Selbsterfahrungsanteilen – nicht gibt.

Für die Beratungsgespräche steht uns in der Schule ein Raum zur Verfügung, den wir uns mit dem

Personalrat teilen und in dem auch Elterngespräche stattfinden. Dadurch ist es in der Vergangenheit

immer wieder zu Überschneidungen gekommen. Diese Situationen sind immer sehr unbefriedigend.

Die Beratungslehrer/innen bieten an zwei Tagen feste Sprechzeiten an. Zusätzlich finden die

Beratungen nach Absprache statt.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Nachdem es in den ersten Jahren der Beratungstätigkeit zu Problemen mit der Zuteilung der

Entlastungsstunden kam, ist es nunmehr, dank der Unterstützung durch die Schulleitung, gelungen,

eine angemessene Stundenentlastung festzuschreiben. Die Verteilung dieser Entlastung unter den

Beratungslehrern bleibt dem Team überlassen und erfolgt nach der jeweiligen Arbeitsaufteilung.

Dennoch reicht die Freistellung noch nicht aus, um alle ursprünglich vorgesehenen Arbeitsfelder zu

besetzen, so dass wir Kürzungen bei der Schwerpunktbildung (z. B. Arbeit mit ausländischen

Schüler/innen - an unserer Schule eigentlich ganz besonders wichtig) vornehmen mussten.

Präventionsmaßnahmen auf Grund der Erfahrungen in der Einzelberatung

Um das System Schule mitgestalten zu können, arbeiten wir in folgenden schulischen Gremien und

Arbeitsgruppen mit:

• SV, Cash-flow

• Projektgruppe für die Organisation eines neuen kaufmännischen BVJ

• Mediation und Gewaltprävention

• Spielebörse

• Methodentraining

• Entwicklungsziele für die nächsten zwei Jahre

Verbesserung der Rahmenbedingungen

Die neun Entlastungsstunden für die Beratungslehrer sollen festgeschrieben und von der Verknüpfung

mit anderen Aufgaben (Sicherheitsbeauftragter, Politiksammlung) gelöst werden. Jedes Mitglied des

B-Teams soll zwei Beratungsstunden im Stundenplan erhalten. Die dritte Stunde kann dann aus dem

Schuldeputat bzw. aus der Zuteilung des Staatlichen Schulamtes erfolgen.

Für die Beratungsarbeit soll ein eigenes Beratungszimmer gefunden werden, das ausschließlich für die

Beratung genutzt wird. Dieser Raum sollte nicht im Verwaltungsgebäude bzw. beim Lehrerzimmer

gelegen sein, da dort keine Anonymität der Ratsuchenden gewährleistet werden kann.

Die Beratungslehrer/innen sollen an einer Fortbildungsmaßnahme zu Methoden der systemischen

Beratung teilnehmen.

Aktivitäten in der Schule

Die Zusammenarbeit mit der SV und den Verbindungslehrern soll intensiviert werden. In einer

Schülervollversammlung soll das Beratungskonzept vorgestellt werden. Außerdem soll mit den SV-

Vertretern ein mittelfristiges Konzept zur Verbesserung der Schulatmosphäre (Cafeteria!) erarbeitet

werden.

Die Präsenz bei der Elternvertretung soll verstärkt werden. Gemeinsam mit dem Schulelternbeirat soll

überlegt werden, wie die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule verstärkt werden kann.

Die Arbeitsgruppen „Spielebörse“ und „Gewaltprävention“ sind eine Ergänzung zur Arbeit der

Beratungslehrer. Deshalb soll die Arbeit der Gruppen gestärkt und ein Auseinanderfallen verhindert

werden.

Die von der Gesamtkonferenz beschlossene Durchführung der Projektwoche ist wichtig und verbessert

die Schul- und Lernatmosphäre. Allerdings sollte sie in Zukunft themen- und handlungsorientiert

vorbereitet werden. An der dafür nötigen Vorbereitung soll ein Mitglied des B-Teams teilnehmen. Im

Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit sollen weitere Ausstellungen im Foyer der Schule bzw. im Raum V 3

stattfinden. Hierzu soll die Barmer Ersatzkasse um Hilfe gebeten werden.

Das Aktionstheater RequiSIT oder ein anderes Mitmach-Theater sollen einmal im Schuljahr engagiert

werden. Bei der Größe unserer Schule ist es sinnvoll, zwei Tage für die Vorführungen vorzusehen. Der

Selbstverteidigungskurs für Mädchen soll erneut und regelmäßig durchgeführt werden. Da die

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Teilnehmerzahlen sehr begrenzt sind, soll dieser ebenfalls einmal im Schuljahr stattfinden. Es soll

überprüft werden, ob es ein adäquates Angebot für Jungen gibt.

Langfristige Ziele

Das Beratungskonzept soll ausgebaut und erweitert, die Möglichkeiten der Einzelberatung verbessert

werden (systemischer Ansatz). Über Landeszuschüsse soll ermöglicht werden, dass eine Stelle für

einen Schulsozialarbeiter an der Schule eingerichtet wird. Arbeitgeber kann der VUS sein, die

Finanzierung wird über Sonderprogramme gesichert.

Evaluation

Mit Hilfe von Fragebögen und einer Zusammenstellung der stattgefundenen Veranstaltungen und

Gespräche verschafft sich das B-Team zwei Jahre nach Verabschiedung dieses Schulprogramms einen

konkreten Überblick über die Beratungstätigkeit.

Folgende Fragen können Grundlage einer Überprüfung sein:

• Ist ein Sprechzimmer für die Beratungsarbeit gefunden worden ? Entspricht es den

Anforderungen?

• Nehmen Mitglieder des B-Teams an einer Fortbildung in systemischer Beratung teil?

• Konnte die Zusammenarbeit mit der SV und den Elternvertretern intensiviert werden?

• Welche Ausstellungen und Vorstellungen wurden organisiert?

• Welche neuen Impulse konnten im Beratungskonzept verwirklicht werden?

• Konnte eine dauerhafte und ausreichende Entlastung für die Mitarbeiter im B-Team

festgeschrieben werden ?

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

3.4 Lernen und Lernen lassen – Projektarbeit als pädagogische

und organisatorische Herausforderung

Vorbemerkung

Mitglieder der Schulgemeinde der Beruflichen Schulen Gelnhausen sehen Projektarbeit als einen

unterstützungswürdigen Teil ihrer gemeinsamen Arbeit an. Die Festschreibung dieses Aspektes im

Schulprogramm soll dazu dienen, Projektunterricht an dieser Schule zu fördern, indem bestehende

Schwierigkeiten analysiert, Lösungswege aufgezeigt und Mitwirkungsmöglichkeiten in Projekten

angeboten werden.

Kriterien für Projektarbeit

Die Arbeitsgruppe einigt sich darauf, dass an dieser Stelle eine konkrete Definition des Projektbegriffes

nicht erfolgen soll. Projektarbeit, gleich welcher Art, ist erwünscht und sollte von der Schulleitung und

bei der Stundenplanung berücksichtigt werden.

Weiterhin weist die Arbeitsgruppe darauf hin, dass Projektunterricht allen Interessierten u.a. die

Möglichkeiten bietet,

gemeinsam mit Schülern und Kolleginnen und Kollegen zu arbeiten,

fächerübergreifend, schulformübergreifend oder abteilungsübergreifend zu wirken,

mit Externen zu kooperieren,

Schülerinnen und Schülern ein besonderes Maß an Mitsprache, Entscheidungskompetenz,

Verantwortung und Aktivität zu ermöglichen.

Bestandsaufnahme

Teilergebnisse einer Umfrage

Wie sieht die aktuelle Arbeit aus ?

Die Umfrage ergab, dass etwa die Hälfte der Kollegen z.Z. ein Projekt betreut bzw. weiterführen will.

Die bereits durchgeführten bzw. bestehenden Projekte kommen aus den unterschiedlichsten

Schulformen und Fächern und sind zumeist schulform- oder fächerübergreifend angelegt. Dies stellt

eine gute Basis für die weitere Projektarbeit dar.

Der überwiegende Teil der Kolleginnen und Kollegen greift auf die Hilfe und Einbeziehung externer

Personen oder Institutionen zurück. Die Ergebnisse der Projektarbeiten werden in unterschiedlichster

Weise vorgestellt. Von konkret innerhalb und außerhalb der Schule erstellten Gegenständen (Booten,

Bücher, Presse) über öffentliche Präsentationen (Aufführungen, Ausstellungen, Pressekonferenzen,

speziellen Abschlussveranstaltungen usw.) bis hin zur Erörterung im Klassenplenum sind viele

Möglichkeiten vertreten.

Welches sind die Intentionen der Projektleiter und wie definieren

sie Projektarbeit ?

Bei den wichtigsten Beweggründen für Projektarbeit werden unterschiedliche Prioritäten gesetzt: Von

eigener Neugierde über neue Lehrpläne und damit verbundenen Optionen, angenehmer

Arbeitsatmosphäre mit selbständig und verantwortungsbewusst handelnden Schülern, bis hin zur

Methodenfreiheit ist vieles vertreten. Projektarbeit erscheint auch sinnvoll, um Fertigkeiten und

Fähigkeiten bei Schülern (und Lehrern) zu erkennen bzw. weiter zu entwickeln, die im regulären

Unterricht nicht oder nur schwer zur Geltung kommen können.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Folgende Stichwörter werden u.a. mit Projektarbeit verbunden: ganzheitliches, fächerübergreifendes

Lernen, Einbringen von Schülerideen, hohe Lernmotivation, Innovation, Verlassen des üblichen

Rahmens, Ausprobieren unbekannter Wege, Teamarbeit, Handlungsorientierung.

Was erschwert die Durchführung von Projekten ?

Als häufigstes Problem für die Durchführung von Projektarbeit werden Schwierigkeiten beim

Koordinieren der Lehr- und Klassenpläne bei fächerübergreifenden u./o. schulformübergreifenden

Projekten genannt. Stundentakt, Stundentafel, Lehrplanvorgaben und eine Überlastung allgemein sind

weitere Gründe. Raum- und Kostenprobleme werden eher seltener erwähnt, dann aber mit

Nachdruck. Projektbeteiligte vermissen Rückzugsmöglichkeiten während der Projektarbeit oder

beklagen mangelndes Durchhaltevermögen von Schülerinnen und Schülern (auch von beteiligten

Kolleginnen und Kollegen) vor allem, wenn ein Projekt über längere Zeiträume läuft. Als Hemmnis für

die Durchführung von Projekten wird auch die steigende Arbeitsbelastung bzw. mangelnder Ausgleich

durch Entlastungsstunden angesehen.

Zielsetzungen

Zusammenfassung der Beratungen zu Rahmenbedingungen für Projektarbeit

Organisatorische Rahmenbedingungen

Hier werden Forderungen gesammelt und diskutiert, die in der Zukunft die Durchführung von

Projektunterricht an unserer Schule erleichtern sollen.

Grundlage der Aussprache sind folgende, z.T. aus einer Befragung abgeleitete Punkte:

Schaffung von Räumen

Wie in der Bestandsaufnahme festgestellt, fehlen Räume, die die Durchführung von Projekten

unterstützen (Lagerung, Medienausstattung, Arbeitsflächen etc.). Die Arbeitsgruppe bringt im

Schulprogramm die Forderung ein, dass nach Beendigung der baulichen Maßnahmen eine adäquate

räumliche und materielle Ausstattung in jedem der drei Schulbauten (A, B und C-Bau) eingerichtet

wird.

Zentrale Präsentationsmöglichkeiten

Anhand von aktuellen Beispielen an der Schule wird gezeigt, dass Medien zur Durchführung und

Präsentation von Projekten zwar existieren, jedoch nicht zentral vermerkt und allgemein unzugänglich

sind. Dies liegt zum einen an den deutlich abgegrenzten Zuständigkeiten einzelner Personen oder

Abteilungen, aber auch am Fehlen zentraler Lagermöglichkeiten. Dadurch werden wahrscheinlich

Medien/ Materialien oft doppelt angeschafft und an verschiedenen Orten gelagert.

Die Gruppe fordert die Einrichtung eines zentralen Medienbeauftragten (wie an anderen Schulen

selbstverständlich !), der nicht nur einen Überblick über Art und Menge der Materialien /Medien

besitzt, sondern auch für deren technische Überwachung zuständig ist. Die Einrichtung einer solchen

Stelle könnte z.B. durch die Budgetierung der Schulen möglich gemacht werden.

Zusätzlich wird gefordert, eine Medienliste der gesamten Schule zu erstellen und öffentlich zu machen.

Zur Verbesserung der Präsentationsmöglichkeiten wird weiterhin die Anschaffung von Vitrinen und

Schaukästen angestrebt.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Entlastungsstunden

Die Gruppe stellt fest, dass es Entlastungsstunden für besondere Projekte bereits gibt, wenn auch

nicht in direkter Form. Das Bonuspunktesystem sieht Vergünstigungen auch für solche Fälle vor.

Leider ist momentan nicht geklärt, wer und in welchem Umfang solche Bonuspunkte für Projekte

erhalten kann.

Mehr Spielräume in den Curricula

Auch wenn sich einzelne Kolleginnen und Kollegen durch die aktuellen Curricula eingeschränkt sehen,

werden die Lehrpläne eher nicht als Hemmnis für Projektarbeit angesehen. Die Lehrpläne sind

„dehnbar“, und wer Projekte durchführen will, wird Spielräume in ihnen finden.

Im Zweifelsfall wäre es jedenfalls wünschenswert, wenn sich Schulleitung und Kollegen vor die

Projektbeteiligten stellten.

Weiterführende Ideen und Anregungen

In der folgenden Auflistung werden Punkte besprochen, die in der Arbeitsgruppe neu angedacht und

diskutiert wurden.

Übersicht zu laufenden Projekten

Die Arbeitsgruppe fordert, eine aktuelle Aufstellung der laufenden Projekte zu erstellen und im

Schulprogramm zu präsentieren, damit Kollegen die Möglichkeit haben, sich an laufenden Projekten zu

beteiligen. Es soll ein methodischer Ansatz diskutiert werden, wie ein Überblick über laufende Projekte

erhalten und öffentlich gemacht werden soll.

Beurteilungskriterien

Die Beurteilung der Schülerleistungen in Projekten kann - nach Meinung der Arbeitsgruppe- als

Hilfestellung für das Kollegium erweitert werden. Umstritten war die Möglichkeit einer Zeugnisanlage.

Während einige Mitglieder der Ansicht waren, dass der vorhandene Raum auf den Zeugnisformularen

für eine Beurteilung der Arbeit im Projekt ausreiche, plädierten andere für eine Anlage zum Zeugnis

mit detaillierten Angaben. Es sollen Möglichkeiten einer weitergehenden Beurteilung eingeräumt

werden.

Checkliste (Formblattentwicklung)

Es stellt sich die Frage, wer am Ende „grünes Licht“ für ein bestimmtes Projekt gibt. Wie kann man

eine Verbindung zu den verantwortlichen Personen im Schulamt herstellen ? Hierfür soll ein Formblatt

entwickelt werden. Dadurch soll eine praktische Unterstützung und eine rechtliche Absicherung für

Projektinteressierte und Projektbeteiligte angeboten werden.

Finanzierung

Ein wichtiger Aspekt zur Durchführung von Projekten ist deren Finanzierung. Von den Mitgliedern der

Arbeitsgruppe werden verschiedene Vorschläge diesbezüglich eingebracht.

So könnte ein bereits früher praktiziertes Verfahren wiederbelebt werden, die sog. Elternspende. Sie

könnte auf Antrag durch die Schulkonferenz für ein bestimmtes Projekt gewährt werden.

In diesem Zusammenhang wäre es interessant zu wissen, welche Geldtöpfe überhaupt an der Schule

existieren, aus denen Mittel in Projekte fließen könnten. Von vielen weiß man evtl. gar nichts. Gibt es

z.B. Möglichkeiten durch den Förderverein?

Heftig umstritten dagegen ist die Möglichkeit des Sponsorings. Hierfür würde sich aufgrund der ersten

Eindrücke im Kollegium der Schule wohl kaum eine Mehrheit finden lassen.

Gefordert wird, einen schulinternen Etat für sehr kostenintensive Projekte zu schaffen. Über den

Verteilungsmodus müsste dann jedoch intensiver nachgedacht werden.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Fortbildung

Überlegungen zu einer schulinternen Fortbildung im Bereich Projektarbeit werden angestellt.

Interessierten soll eine Möglichkeit geboten werden, sich mit Projektarbeit zu beschäftigen. Hier

könnten Projektleitertreffen einen Ausgangspunkt bilden.

Evaluation

Die Arbeitsgruppe setzt sich folgende Schwerpunkte zur Überprüfung der angedachten und geplanten

Maßnahmen zur Projektarbeit.

Schaffung einer zentralen Projektinformationstafel

Erstellung eine Checkliste für Projektbeteiligte

Räumliche Maßnahmen für Projektunterricht in allen Gebäudekomplexen (A, B und C-Bau)

Erstellung einer Medienliste der gesamten Schule

Schaffung von geeigneten Finanzierungsmöglichkeiten

Einberufung eines zentralen Projektleitertreffens

Die Projektgruppe erachtet es als notwendig, dass sich eine Person zentral um die Umsetzung der

oben genannten Punkte kümmert und mit einer entsprechenden Zahl von Entlastungsstunden

ausgestattet wird.

Die Gruppe beschließt, sich ein Jahr nach Abgabe des Schulprogramms erneut zu treffen und die oben

genannten Punkte auf ihre Durchführung zu überprüfen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

3.5 Gegenseitiges Kennenlernen und Methodentraining – das

neue Einschulungskonzept SYBA

Bestandsaufnahme

Lernvoraussetzungen zu Beginn des BG

Die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums an den Beruflichen Schulen Gelnhausen

kommen i. d. R. von allen Schulen des Altkreises Gelnhausen, die einen mittleren Bildungsabschluss

vergeben.

Eine gewachsene Klassengemeinschaft besteht daher nicht, Ängste und Hemmungen können die

Folgen sein.

Außerdem werden häufig von Lehrerseite beklagt:

• die dürftige Lesefähigkeit und Lesebereitschaft vieler Schüler,

• ihre geringe Ausdauer und Konzentration,

• ihre Unsicherheit und Unselbständigkeit bei komplexen Arbeitsaufträgen,

• ihre mangelnde Eigeninitiative und Problemlösungsfähigkeit,

• ihre geringe Gesprächsbereitschaft und Gesprächskompetenz,

• ihre Unfähigkeit anderen zuzuhören,

• ihre mangelnde Teamfähigkeit,

• ihre dürftige Ordnungsliebe,

• ihr rasches Vergessen des Lernstoffes sowie – last but not least –

• ihre überwiegend geringe Motivation.

Diese Aufzählung trifft natürlich nicht auf alle Schüler zu, aber einzelne oder ähnliche Mängel können

Lehrer im Unterrichtsalltag punktuell stets beobachten.

Hinzu kommt, dass sich die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Elemente unserer Gesellschaft

immer rasanter entwickeln, weltweite Verflechtungen und Abhängigkeiten entstehen, die immer

schwieriger zu durchschauen sind.

Wissen von heute ist morgen bereits überholt.

Von unseren Schülern wird ein lebenslanges Lernen erwartet. Die Schule der Zukunft darf sich nicht

ausschließlich auf individuelles, fächerspezifisches Wissen beschränken, sondern muss unbedingt auch

Schlüsselkompetenzen vermitteln, damit die Schüler diesen Herausforderungen gewachsen sind.

Um den oben angesprochenen Problemen wirkungsvoller zu begegnen, wurde im Schuljahr 2000/01

erstmals eine andere Form der Einschulung erprobt.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Zielsetzungen

Syba zu Beginn des Schuljahres 2000/01 und in Zukunft

Zu Beginn des Schuljahres 2000/01 wurde erstmalig von den Tutoren mit der gesamten

Jahrgangsstufe 11 ein Trainingsseminar im Landschulheim „Wegscheide“ bei Bad Orb in der ersten

Schulwoche durchgeführt, um Grundlagen für einen besseren Start ins BG und das Fundament für ein

verbessertes Lernen zu legen.

Inhalte des Seminars waren und werden zukünftig sein:

Spiele und Übungen zum gegenseitigen Kennenlernen,

Methoden der Informationsgewinnung, -erfassung, -verarbeitung und –aufbereitung,

Methoden der Arbeits-, Zeit- und Lernplanung,

Gesprächs- und Kooperationstechniken sowie effektive Lern- und Arbeitstechniken.

SYBA – Bestandteil des Schulprogramms

Die Rückmeldungen durch die beteiligten Schüler, deren Eltern, der beteiligten Lehrer sowie der in

den Klassen anschließend unterrichtenden Kollegen waren ohne Einschränkungen positiv.

Aufgrund erfreulicher Erfahrungen wird das Methodentraining SYBA künftig fester Bestandteil der

Einschulungsabläufe im Beruflichen Gymnasium Gelnhausen sein.

Es findet in der ersten Schulwoche an drei oder vier aufeinanderfolgenden Schultagen in einem

Landheim in der näheren Umgebung von Gelnhausen statt.

Das Methodentraining wird von den Tutorinnen und Tutoren geleitet, die in einer schulinternen

Veranstaltung fortgebildet und vorbereitet werden.

SYBA ist eine verpflichtende Schulveranstaltung für alle Schüler (auch für die Wiederholer der

Jahrgangsstufe 11). Die Kosten sind von den Eltern zu übernehmen. Das Methodentraining ersetzt

weitere mehrtägige Veranstaltungen in der Jahrgangsstufe 11.

Evaluation

Grundlage der Evaluation ist ein gemeinsam in der Tutorengruppe entwickelter, standardisierter

Fragebogen, der sowohl von den Lehrern als auch von den Schülern ausgefüllt wird. Die Auswertung

der Fragebögen und die Erörterung der Ergebnisse erfolgt bei einem erneuten Treffen der Tutoren.

Zielsetzung des Treffens war es, nach der Analyse konkrete Hinweise für die zukünftige Form der

Einschulung und die damit verbundenen Aufenthalte im Schullandheim zu geben.

Es hatte sich innerhalb kürzester Zeit ein harmonisches Klassenklima entwickelt; die Schüler konnten

ihre Ängste und Vorbehalte gegenüber der neuen Schule verringern. Auch im Hinblick auf die

Arbeitshaltung, den Umgang miteinander und im Unterrichtsverhalten konnten deutliche

Verbesserungen gegenüber früheren Jahrgängen beobachtet werden.

Das Konzept dieses Systematischen Basistrainings erscheint allen Beteiligten übertragbar auch auf

andere Schulformen zu sein.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Die Evaluation erfolgte nicht nur im Schüler- und Kollegenkreis, sondern auch unter Einbeziehung des

pädagogischen Leiters auf der Wegscheide vor, während und nach dem Basistraining. Diese

Kooperation war hilfreich, die Rückmeldung sehr positiv.

Ausblick

Die Tutoren haben sich entschlossen, ihre Erfahrungen im Rahmen kollegialer Zusammenarbeit und

interner Lehrerfortbildung an die zukünftigen Tutoren weiterzugeben, inklusive einer Ortsbesichtigung.

Im Sommer 2005 wird zum fünften Mal ein 11er Jahrgang zur Einschulungswoche auf der Wegscheide

sein.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

3.6 Beitrag des Fachbereichs Sport zum Schulprogramm

Allgemeine Zielsetzung des Sportunterrichts

Laut Lehrplan Sport leistet der Sportunterricht " einen eigenständigen und nicht ersetzbaren Beitrag

zur Einlösung des ganzheitlichen Bildungs- und Erziehungsauftrages (...).

Seine Unverzichtbarkeit ist vor allem durch die pädagogisch orientierte Förderung von Körper und

Bewegung begründet. Dies bedeutet, dass alle Schülerinnen und Schüler in der Vermittlung körper-

und bewegungsbezogener Fertigkeiten, Fähigkeiten, Kenntnisse und Einsichten zum verantwortlichen

Umgang mit dem eigenen Körper geführt und ihnen ein Weg zu ihrem Sport und zu

lebensbegleitendem Sporttreiben eröffnet werden soll."

Ist-Zustand

Theoretisch müsste an unserer Schule für 3227 Schülerinnen und Schüler Sportunterricht angeboten

werden. In der Praxis erhalten aber weniger als die Hälfte Sportunterricht, in der Teilzeitberufsschule

entfällt der Sportunterricht vollständig. Gründe für die schlechte Unterrichtsabdeckung sind fehlende

Hallenkapazitäten und unzureichende Zuweisung von Lehrerstunden für das Fach Sport.

Eine Abiturprüfung im Fach Sport ist aufgrund der Abiturverordnung für Berufliche Gymnasien nicht

möglich.

Sportstätten

Sportunterricht findet an folgenden Sportstätten statt:

� schuleigene Sporthalle (25 auf 12,5 Meter), für große Klassen nur bedingt geeignet

� kleiner Gymnastikraum

� Großsporthalle an der Realschule zweimal wöchentlich insgesamt sechs Schulstunden

� Herzbachhalle (mindestens 30 Minuten Fußweg) zweimal wöchentlich insgesamt vier Schulstunden

� Hallenschwimmbad (in der Regel eine Bahn) dreimal wöchentlich insgesamt sechs Schulstunden

� Freibad (Fußweg 30 min)

� Sportplatz (gemeinsame Nutzung mit Gymnasium und Realschule) bei gutem Wetter, Fußweg (10

min).

Ausstattung:

Die Ausstattung mit Sportgeräten differiert je nach Halle, teilweise müssen Materialien transportiert

werden, zeitgemäße Turngeräte sind in keiner Halle vorhanden. Die Schule verfügt über acht Kanadier

und drei Kajaks, die in Zusammenarbeit mit der Fachschule für Kunststoff- und Kautschuktechnik und

einem Projekt des Berufsvorbereitungjahres an der Schule gebaut wurden. Für alle Boote steht die

entsprechende Ausrüstung (Paddel, Schwimmwesten) zur Verfügung. Die Boote müssen zur Zeit

privat gelagert werden, jeder Einsatz ist mit erheblicher Vorbereitungszeit verbunden.

Ausrüstungen für Tischtennis (11 Platten), Badminton , Flag-Football, Baseball und Step-Aerobic sind

vorhanden. In der schuleigenen Turnhalle steht ein großes Trampolin zur Verfügung.

Besondere Aktivitäten des Fachbereichs:

� Bereich Kanu-Kajak:

Die Boote wurden und werden nicht nur im Sportkursangebot, sondern auch im Rahmen von

Klassenfahrten, Projektwochen und der Erlebnispädagogikausbildung an der Fachschule für

Sozialpädagogik eingesetzt. Dabei ist kritisch anzumerken, dass es erhebliche Hindernisse für den

Einsatz gibt: Sperrung der Kinzig in der Sommerzeit, Zeitaufwand für den Transport und die

Bereitstellung der Boote. Teilweise müssen Boote aus Vereinsbeständen bzw. den mobilen

Kanueinheiten des Landes Hessen ausgeliehen werden (nächste Standorte in Fulda, Gießen oder

Raunheim).

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

� Fortbildung:

Im Fachbereich Sport wird jedes Jahr eine schulinterne Fortbildung, zum Teil mehrtägig,

durchgeführt. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Natur- und Erlebnissport sowie Trend- und

Lifetimesportarten.

Zielvorstellungen

1. Unabdingbar für eine Verbesserung des Unterrichtsangebotes ist die Erweiterung der räumlichen

Möglichkeiten, d.h. die geplante Großsporthalle in der Nähe der Schule muss innerhalb eines

absehbaren Zeitraums gebaut werden. Ohne weitere Hallenflächen können keine weiteren Angebote

gemacht werden.

2. Schulsportfeste:

Organisation von Sportfesten für Jahrgangsstufen oder Schulformen wird angestrebt. Im laufenden

Schuljahr soll mit einem Turnier oder einem Sporttag für die Berufsfachschule begonnen werden .

Aufgrund der Größe der Schule sind Sportfeste für die gesamte Schule nicht mehr organisierbar, wie

die Erfahrungen aus der Vergangenheit gezeigt haben.

3. Wintersportwochen:

Eine Wintersportwoche (Skilauf alpin, Snowboard, Langlauf, Eislauf, Rodeln) soll wieder angeboten

werden. Aus pädagogischen Gründen und um die Kosten gering zu halten sollen diese Wochen nur mit

eigenem Personal durchgeführt werden. Qualifizierte Sportlehrkräfte mit der entsprechenden

Lehrbefähigung sind in ausreichender Zahl an der Schule vorhanden. Termine für Wintersportwochen

sind denkbar zum Halbjahreswechsel, zum Schuljahr 2005/06 soll eine Wintersportwoche angeboten

werden.

4. Gesundheitsorientierte präventive Sportangebote für die Teilzeitberufsschule:

In der Teilzeitberufsschule soll zumindest in Form von zeitlich eingegrenzten Lehrgängen

Ausgleichssport mit gesundheitsorientiertem Schwerpunkt angeboten werden. Dazu muss die

Sportstunde im Stundenplan ausgewiesen werden. Angestrebt wird diese Maßnahme für das Schuljahr

2005/2006.

5. Schüleraustausch mit Tschechien:

In der Planung für das laufende Schuljahr ist ein Schüleraustausch mit Tschechien mit dem

Schwerpunkt Natur- / Erlebnissport und Ökologie.

Evaluation

Die Umsetzung der Zielvorstellungen soll jeweils zum Beginn eines Schuljahres im Rahmen einer

Fachkonferenz erfolgen. Besondere Methoden sind dazu nicht erforderlich.

Verfasser des Beitrages:

H. Wickenhöfer (Gruppenkoordinatorin)

H. Baumann

F. Koog

D. Schmidt

J. Schwinghammer

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

3.7 Der Weg zur Umweltschule– die AGENDA-Gruppe

Ist-Zustand

In unserer Tätigkeit beschränkten wir uns bisher auf die Bereiche Abfallentsorgung und

Energieeinsparung. Um ein Bild von unserer Gesamtsituation zu bekommen, haben wir den Ist-

Zustand vor Ort dokumentiert. In fast allen Klassenräumen wird die Abfalltrennung praktiziert. Hierzu

sind farblich unterschiedliche Eimer und Aufkleber eingeführt worden. Beteiligte Berufsschüler

besuchten alle Klassenräume und erklärten den entsprechenden Klassen den Sinn und Zweck der

getrennten Sammlung. Regelmäßige Schreiben von der Schulleitung an alle Lehrkräfte unterstützt

unser Bemühen.

Eine Begutachtung der Müllcontainer ergab, dass die vorhandenen Behältnisse wie Restmüll- bzw.

Papiercontainer und Tonnen für den Grünen Punkt auch weitgehend sammelrichtig genutzt werden.

Diese stehen auch heute noch sehr deplaziert auf dem knappen Parkraum vor und hinter den

Schulgebäuden, ein Altglasbehälter existiert derzeit noch nicht. Nicht immer findet eine korrekte

Zuordnung aus den Behältnissen der Reinigungskräfte in die entsprechenden Container statt.

Aufgrund der bisher getroffenen Maßnahmen ist die Menge an Restmüll zurückgegangen und die

gesammelte Papiermenge gestiegen. Die Containergrößen konnten für unseren Bedarf noch nicht

optimiert werden, das kann aber durch einen kürzeren Abfuhrzyklus des Entsorgungsunternehmens

kompensiert werden

Ein System für Energiemanagement im Stromverbrauch ist in der Schule eingesetzt. Diese Energiekontroll-

und Spitzenlastbegrenzung ermöglicht ein abwechselndes Ausschalten stromzehrender Geräte

wie beispielsweise den Elektroherden. Des weiteren wurden in vielen Klassen überflüssige Leuchtstoffröhren

entfernt, da die restliche Beleuchtung ausreicht und diese täglich stundenlang mit eingeschaltet

waren. Bewährt hat sich ebenso das Beschriften der Lichtschalter. Somit wird ein irrtümliches

Anschalten vermieden. Im Zuge der Sanierung des C-Traktes der Schule wurden im gesamten Treppenhaus

in den Fluren und einigen Räumen Lichtschalter durch Bewegungsmelder ersetzt.

Nach einer Beratung durch Schüler des Ausbildungsberufes Haustechnik veranlasste der Pächter der

Schulcafeteria den Bau einer Warmwasser-Solaranlage auf dem Vordach seiner Küche. An sonnigen

Tagen bezieht der Betreiber sein Spülwasser über diese Anlage und spart Strom. Die seit fünf Jahren

betriebene 3000 Watt-Photovoltaikanlage auf dem Dach der Schule konnte um weitere 3000 Watt

verdoppelt werden. In der Turnhalle wird durch eine Regenwassernutzungsanlage in der Toilette

Trinkwasser eingespart.

Zielvorstellungen und weitere Tätigkeiten des Arbeitskreises Agenda

In mehreren praxisbezogenen Aktionen und Maßnahmen soll für eine nachhaltige, zukunftsfähige

Entwicklung im Gemeinwesen, im Wirtschaften und in der Umwelt unseres Tätigkeitsbereiches Sorge

getragen werden. Ausgehend von der Situation vor Ort werden in einer „lokalen Agenda“ an der

Schule diese Ziele langfristig entwickelt und verbessert. Langfristige Ziele sind die Förderung eines

nachhaltigen Energie-, Verkehrs-, Wirtschafts- und Konsumverhaltens aller Mitglieder der

Schulgemeinde, sowie die Förderung von verantwortungsbewussten Handeln eines jeden Einzelnen.

Wichtige Teilziele sind:

- Schüler und Lehrkräfte sind stärker für eine Abfalltrennung in den Klassenräumen zu motivieren.

- Verbesserte Zuordnung der Abfälle und Wertstoffe in die richtigen Behältnisse und Container.

Das Personal der privaten Reinigungsfirmen sollte durch eine Einweisung geschult werden.

- Verstärkung der ökologischen und gesunden Angebote der Schul-Cafeteria und in den Getränkeautomaten

der Schule. Den Betreiber der Cafeteria sollte in seinem Angebot einen gewissen

Anteil an Mehrweg-Getränkeverpackungen führen.

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

- alle Kopierer und Tintenstrahldruckerpatronen sollen möglichst von einem ortsnahen professionellem

Wiederbefüller bezogen werden.

- Alte, nicht mehr benötigte CDs und DVDs, sollten für das Recycling gesammelt werden.

- Alle Abfallbehälter auf den Schulhöfen sollten durch in drei Trennbereiche aufgeteilte Behälter

ersetzt werden.

- Eine jährliches Projekt und /oder eine Ausstellung zur Förderung von bewusstem Einkaufen

bzw. bewusstem Konsum sollte stattfinden.

- Teilnahme an Ausschreibungen und Wettbewerben im Umweltbereich.

- weitere Einsparbereiche wie beispielsweise der Wasserverbrauch sollten untersucht werden.

Evaluation der Ziele

Die zu erreichenden Ziele sind in den meisten Bereichen durch Verbrauchs- und Kostendaten zu

erfassen und auf Einsparungen hin zu überprüfen. Durch Fragebögen und andere geeignete Mittel

können auch Einstellungsveränderungen und Konsumverhalten Einzelner bzw. Gruppen der

Schulgemeinde überprüft werden. Die Teilnahme zu landes- und bundesweiten Ausschreibungen und

Wettbewerben wie beispielsweise die Ausschreibung „Umweltschule in Europa“ kann das Fortkommen

im Umweltbereich dokumentieren und bestätigen.

Für den AK Agenda

Peter Sachs

Reinhard Reitz

Dietmar Schott

Holger Sommer

Thomas Kramer

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

3.8 Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung –

Organisation und Verwaltung der Bücherei in Eigenregie

Bestandsaufnahme

Die Schulbibliothek bietet Schülern und Lehrern Literatur zur Information und auch zur Unterhaltung,

will Schüler zur wissenschaftlichen Arbeitsweise hinführen und Leseförderung betreiben.

Die Schulbibliothek besteht seit ca. 11 Jahren und umfasst etwa 5500 Medieneinheiten, davon ein

sehr großer Teil Altbestand. Neben der eigentlichen Bibliothek mit Verwaltungsecke gibt es einen

Leseraum mit Arbeitstischen und zwei PC-Arbeitsplätzen, die noch 2002 ans Internet angebunden

werden sollen.

Die Bibliothek führte jahrelang aufgrund sehr begrenzter Öffnungszeiten ein Schattendasein. Denn im

Gegensatz zu allgemeinbildenden Schulen stehen in einer beruflichen Schule Eltern kaum für

Bibliotheksaufgaben zur Verfügung. Um so wichtiger ist es, interessierte Schüler und Lehrer für die

Mitarbeit zu gewinnen. Ab dem Schuljahr 1999/2000 ist es uns gelungen, ein Bibliotheksteam

aufzubauen. Zur Zeit arbeiten ein Lehrerteam, bestehend aus 4 Personen, und ein Schülerteam mit 8

Personen mit unterschiedlichen Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten zusammen. Die

Katalogisierung mit der neuen Bibliothekssoftware wird z.B. von zwei Lehrkräften und zwei

Schülerinnen geleistet, die Betreuung der neu installierten Verwaltungs-EDV liegt fast ausschließlich in

Schülerhand. Andere Schüler und Lehrkräfte übernehmen Aufsicht und Ausleihe.

Schüler konnten dazu gewonnen werden, ihre Freistunden der Bibliothek zur Verfügung zu stellen.

Somit wurde es ermöglicht, die Öffnungszeiten wesentlich zu erweitern. So ist jetzt sichergestellt, dass

während aller Pausen und täglich zumindest für eine Doppelstunde die Bibliothek zugänglich ist. Dabei

übernehmen gerade Schüler ein hohes Maß an Eigenverantwortung, müssen sie doch in ihrer

Aufsichtszeit Beratung und Ausleihe abwickeln.

Zielvorstellungen

Zielvorstellung ist, die Bibliothek zu einem echten Informations- und Kommunikationszentrum der

Schule werden zu lassen. Dazu bedarf es noch weitergehender Maßnahmen im kurzfristigen Zeitraum:

Die Öffnungszeiten müssen weiter ausgebaut werden, so dass die Bücherei über die gesamte

Unterrichtszeit zugänglich ist. So kann sie zum einen während des Unterrichts jederzeit für

Recherchen genutzt werden, andererseits auch als Arbeitsraum während Freistunden oder als

Rückzugsmöglichkeit.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen noch mehr Personen zur Mitarbeit animiert werden,

beispielsweise müssten noch mehr Lehrkräfte, vor allem für die Beratung, gewonnen werden. Denkbar

und wünschenswert ist auch die Einrichtung einer Bücherei-AG, deren Mitglieder für alle anfallenden

Bibliotheksarbeiten qualifiziert werden.

Der Etat für die Bücherei muss erhöht werden, um die Aktualisierung und Erweiterung des Bestandes,

auch mit neuen Medien, wenigstens ansatzweise zu erreichen. Hier gilt es auch Sponsoren- und

Spendengelder zu akquirieren.

Die EDV-Ausstattung der Schülerarbeitsplätze muss verbessert werden, leistungsfähige Rechner für

die Internetrecherche müssen angeschafft werden, ebenfalls mindestens ein OPAC-Platz.

Die Öffentlichkeitsarbeit muss intensiviert werden, es müssen verstärkt z.B. Führungen für Klassen

angeboten werden. Die Bücherei muss sich auf der Homepage der Schule darstellen und bei Schülern

und Lehrern noch mehr ins Bewusstsein gerückt werden. Aber auch über die Schule hinaus muss die

Arbeit der Bibliothek bekannt gemacht werden.

Mittel- und langfristig müssen wir an eine Erweiterung der Fläche denken, weitere Regale können

nicht mehr aufgestellt werden, auch können wir nicht ausreichend Arbeitsplätze für Schüler zur

Verfügung stellen, um die Bücherei zu einem Ort für Unterricht zu machen bzw. für mehr Schüler zu

einem Lernort in Freistunden. Denkbar ist hier zunächst die Einbeziehung der Galerie, später könnte

noch eine Erweiterung unters Dach realisiert werden. Mit einer solchen räumlichen Erweiterung wäre

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

eine vielseitige Nutzung möglich, es könnte z.B. ein Internet-Café betrieben werden, man könnte

Leseecken einrichten und Rückzugsmöglichkeiten schaffen - die Bibliothek könnte zu einem Zentrum

der Schule werden.

Ebenfalls mittel- bis langfristig ist eine Vernetzung mit den anderen Gelnhäuser Bibliotheken

anzustreben (Stadtbibliothek und Grimmelshausenschule).

Nach Abschluss der Katalogisierung sollte es mittelfristig möglich werden, den Bestand auf der

Schulhomepage zu präsentieren.

Evaluation:

Mit den Mitteln der Bibliotheksstatistik ist es leicht möglich, die Nutzung der Bücherei zu überprüfen,

z.B. die Zahl der Entleiher, Anzahl der Ausleihen, Art der ausgeliehenen Literatur. So kann jährlich

festgestellt werden, ob und in welchem Umfang der angestrebte Ausbau stattfindet.

Zudem werden in Teambesprechungen die genannten Ziele immer wieder überprüft und neuen

Entwicklungen angepasst.

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3.9 Elternbeitrag der Klassen des BVJ/EIBE zum Schulprogramm

Situationsbeschreibung:

Die Schülerinnen und Schüler der BVJ/Eibe-Klassen kommen aus unterschiedlichen Schulformen, im

Wesentlichen aus der Hauptschule und der Sonderschule (Schule für Lernhilfe). Sie sind keiner

bestimmten sozialen Schicht unserer Gesellschaft einzuordnen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie keinen

Ausbildungsplatz gefunden haben bzw. das zehnte Pflichtschuljahr absolvieren. Unterschiedlich ist die

Motivation der Jugendlichen für das eine Jahr, in dem sie zusammen sind.

Ziele:

Ziel des einen gemeinsamen Jahres sind im Wesentlichen drei Kernpunkte:

Vorbereitung für den Übergang in ein Ausbildungsverhältnis

Heranführung an den Hauptschulabschluss

Soziales Lernen - Achtung gegenüber den Nächsten im Betrieb, wie Vorgesetzte und Gleichgestellte

Umsetzung zur Erreichung der Ziele:

Vordringlich ist eine Klärung der Eignung und Neigung der Jugendlichen, damit sie für Berufe

vorbereitet werden können, die ihnen nicht nur auf Grund ihrer Fähigkeiten entgegenkommen,

sondern die auch während der Ausbildung Freude machen. Hierzu ist der Unterricht in den

Hauptfächern, wie Deutsch und Rechnen unbedingt erforderlich. Aber auch andere Fächer wie Physik,

Naturlehre, Englisch in der Umgangssprache, Anwendungen am PC sollten angeboten werden.

Abgerundet werden sollte der Unterricht durch Angebote wie Sozial- und Gesellschaftslehre, Religion

bzw. Ethik.

Neben der theoretischen Ausbildung ist als zweite Säule die praktische Unterweisung anzuführen. Vor

allem durch die Praktika in Betrieben sollten die Jugendlichen in die Berufs- und Arbeitswelt eingeführt

werden. Hier soll die Möglichkeit geschaffen werden, die eigenen praktischen Fähigkeiten mit den

Wunschvorstellungen zu vergleichen. Das Kennenlernen von Arbeitsabläufen ist mit dem gleichen

Stellenwert zu betrachten wie das Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten. Soweit möglich

sollte es Ziel beim Praktikum sein alle Möglichkeiten auszuschöpfen, inwieweit eine spätere

Übernahme in einen Ausbildungsplatz möglich ist. Unumgänglich ist die Betreuung durch die

Klassenlehrer und Fachlehrer.

Elternarbeit:

Unverzichtbar ist das Engagement der Eltern, sei es ihre Kinder direkt oder indirekt bei ihren

Lernzielen zu unterstützen, zu beraten und motivieren. Auch das Gespräch mit den Lehrern ist

unabdingbare Voraussetzung für die Entwicklung der Kinder. Nur gemeinsam besteht die Chance, den

Jugendlichen eine optimale Vorbereitung für die spätere Ausbildung zu geben.

Ein weiterer Punkt ist das Engagement im Klassenelternbeirat. Hier die gemeinsame Durchsetzung der

Rechte der Eltern zu sichern und auch Pflichten zu übernehmen.

Öffentlichkeitsarbeit

Gerade für unsere Jugendlichen ist die Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig. Besteht nicht bei ihnen

besonders die Gefahr, dass sie von der Gesellschaft unterbewertet werden, ihre tatsächlichen

Fähigkeiten nicht erkannt werden und sie somit am unteren Ende der Bewerber für den Ausbildungs-

und Arbeitsmarkt stehen. Hier gilt es das Machbare herauszustellen und Betrieben, Kammern und

Verbänden zu vermitteln. Wichtig ist die Vermittlung, dass unsere Jugendlichen auch eine Leistung

bringen können, die für die Wirtschaft und Gesellschaft unverzichtbar ist. Auch unsere Kinder haben

ein Recht auf Ausbildung und Teilhabe am wirtschaftlichen und kulturellen Leben. Zum anderen muss

deutlich gemacht werden, dass jeder junge Mensch, der einen Ausbildungsplatz bzw. einen

Arbeitsplatz hat, ein Problemfall weniger ist. Dadurch können Leistungen der Sozial- und Arbeitshilfe

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

nicht nur eingespart werden, sondern es werden sogar Beiträge und Steuern abgeführt. Nicht zu

verkennen ist die Steigerung des Selbstwertgefühles unserer Kinder mit der Chance, dass auch sie

sich als verantwortliche Staatsbürger fühlen und Aufgaben in Ehrenämtern übernehmen und so

Verantwortung für andere übernehmen.

Daher sollte intensiv dafür geworben werden in unsere Kinder zu investieren. Ansprechpartner sind

die Kommunen und die Arbeitsämter, entsprechende Einrichtungen zur besonderen Förderung zu

schaffen. Aber im wesentlichen ist die Zusammenarbeit mit Ausbildungsbetrieben zu suchen.

Allgemeines

Abgerundet werden sollten die vorstehend genannten Ziele durch die Stärkung des

Selbstbewusstseins der Eltern und Jugendlichen durch Seminare, Elternabende und sonstige

Veranstaltungen.

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3.10 EDV-Gesamtkonzept (Stand 2004)

Ist-Zustand

1. Kaufmännische Abteilung

EDV-Räume im BAU B

durch die Umbaumaßnahmen im Bau B wurden in allen Räumen die entsprechenden Netzwerk-

Anschlüsse (Internet, Intranet) vorgesehen. Die Anbindung ans Netzwerk erfolgt sukzessiv. Die

Verbindung der Switche im B-Bau mit dem Server im Verwaltungs-Trakt erfolgt derzeit über eine 100

Mbit-Leitung. Durch die hohe Auslastung wird kurzfristig die Umstellung auf eine 1 GBit-Leitung

angestrebt.

Anzahl der EDV-Räume: 4 (+2 ohne Computer)

B123-B124-B B125-127 (B119-B120 ohne Computer)

Der Bau B ist komplett vernetzt. Mobile Rechner können in jedem Klassenzimmer mit dem Netzwerk

verbunden werden. Voraussetzung ist die vorherige Freigabe am Netzwerk und die Installation eines

Schüler- bzw. Lehrertools.

Anzahl der Schülerarbeitsplätze:98

Unterrichtliche Inhalte:

Betriebssysteme

Textverarbeitung

Tabellenkalkulation

Datenbanken

Kommunikationssysteme

Programmierung

Schulformen:

BG für Wirtschaft: BG 11-BG 13

Fachoberschule für Wirtschaft: FOS 12

Fachoberschule Wirtschaftsinformatik: FOW 11/12

Berufsfachschule: BFS 11/12

Teilzeitberufsschule: Büroberufe, Einzelhandel, Bank

Bürokaufleute BÜ 10/11/12

Bankenklassen: BK 10/11

Softwareausstattung:

OFFICE - 2000

WIN 2000 / Windows XP professional

diverse Sprachprogramme (Englisch)

Rechnungswesenprogramme

Marketing interaktiv

diverse Mathematikprogramme

Programmiersprachen (Java, Visual Basic)

Entwicklungsstand und -ziele:

Die Räume der kaufmännischen Abteilung wurden an das gemeinsame Netz der Schule

angeschlossen. Das gemeinsame Netz ersetzte die bisherigen Insellösungen. Dadurch konnten

Synergie-Effekte erzielt werden. Durch gemeinsame Nutzung der Ressourcen aller Abteilungen

konnten steigende Schülerzahlen etwas abgemildert werden.

Ziel bleibt die gemeinsame Softwareverteilung über das Netzwerk, um Einzelplatzinstallationen zu

vermeiden. Die Ausstattung der Räume mit Rechnern ist derzeit ausreichend. Eine Erneuerung in den

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SCHULPROGRAMM BERUFLICHE SCHULEN GELNHAUSEN 2. FASSUNG 2005

Räumen B122 und B124 wird 2006 nötig sein, wobei zukünftig die einzelnen Räume jeweils mit

baugleichen Rechnern ausgestattet werden sollen.

2. Gewerblich/technische Abteilung I. Bau C

Im Zuge der Werkstattaufstockung vom Gebäude C wurden bauseits alle Räume mit Netzwerk-

Anschlüssen versorgt.

EDV-Räume im Bau C (Hard- und Software) FB: EDV-gew, FOS, Kaufm.

Anzahl der EDV-Räume: 4 (C121, C124, C126, C130)

Anzahl der Arbeitsplätze 50

Inhalte:

C++ - Programmierung

Java

Javascript

Textverarbeitung

EXCEL

Kommunikationssysteme

CAD 2D/3D

CAD/CAM (CNC-Technik)

Internettechniken, z.B. HTML-Programmierung

SPS

Datenbanken ACCESS, SQL

Einfache IT-Syteme, Digitaltechnik, Steuerungstechnik

Netzwerktechnik

Schulformen:

BG-Datentechnik : BG11-BG13, FOS, BS, BFS, z.Zt. Noch IT

Techniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik : 01FSG/ 02FSG

Teilzeitberufsschule: Metalltechnik

Elektroberufe

Softwareausstattung:

OFFICE - 2000 AutoCAD 2000 (2D)

EXPLORER WIN 95-2000

BORLAND 5.0 FRONTPAGE

HTML ACCESS-2000

Mechanical 4.0 (2D+3D) INVENTOR (3D)

DLOG –CNC WrKit 5

JBuilder

Digitalsimulation Logo, Steuerungstechnik

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Alle Räume sind mit einem Server verbunden, T-DSL-Anschlüsse sind vorhanden, dies ermöglicht

umfangreiche Recherchen im Internet, die über einen Router koordiniert werden. Austausch von

Schülerarbeiten und Aufgabenstellungen über das interne Kommunikationssystem und extern über

Freemail.

Der Bau C ist wie alle anderen über einen Lichtwellenleiter mit dem gemeinsamen Knotenpunkt im

Bau V (z.Zt. Sekretariat) verbunden.

Für die Fernprogrammierung der Fertigungsmaschinen (Kunststoff, Schreiner, KfZ) wird weiter ein

ISDN-Zugang benötigt.und einige weitere Räume sind noch zu vernetzen. In den Klassenräumen in

Bau C liegen die Netzzugänge in der Decke und müssen betriebsbereit gemacht werden.

Klassenräume in Bau A und einige weitere Räume sind noch zu vernetzen.

3. Gewerblich/technische Abteilung III. Bau C

EDV-Räume im Bau A/C (Hard- und Software)

Anzahl der EDV-Räume: C106 / A45

Anzahl der Arbeitsplätze 24

Unterricht wird erteilt

Inhalte:

C106 FB: Nahrung/Gestaltung/Holz

CAD 3D (Anbindung an CNC-Maschine)

Textverarbeitung

EXCEL-Tabellen

Fassadengestaltungsprogramm

Abrechnungswesen

Hotelgeschäfte (Registrierung/Empfang/Service)

ganzheitliche Abrechnungssysteme

Küchenverwaltung

(Nährwertberechnung-Menügestaltung-Kostenrechnung)

Klassen:

Hotel- und Restaurantfachleute Ga10-13

Köche Kö 10-12

Bäcker Bä 10-12

Bäckereifachverkäufer/Innen BäV 10-12

Fleischer Fl 10-12

Fleischereifachverkäufer/Innen Flv 10-12

Schreiner Holz 10-12

Softwareausstattung:

Vellum 3D mit Verknüfungsmodul zur CNC-Maschine

Hotelverwaltungsprogramm Velhotel

OFFICE-Paket 2000

COREL-DRAW 7

Matchware Mediator 7 Pro (Schullizenz)

A45 FB: Kälte- und Klimatechnik

Materialverwaltung

Programme zur Auswahl von Kälte- und Klimageräten

Zeichnen von Fließbildern

Berechnungen im hx-Diagramm


Berechnungen im h-logp-Diagramm

Textverarbeitung

EXCEL-Tabellenkalkulation

Klassen:

Landesfachklassen für

Kälteanlagenbauer/Innen Kä 10-13

Softwareausstattung:

Berechnungsprogramme:

Rohrleitungen

hx-Diagramm

Programme zur Auslegung von Kälte und

Klimaanlagen

4. Sozialpädagogische/ medizinische/ krankenpflegerische Abteilung:

Ein Anschluss über einen Lichtwellenleiter führt zu einem gemeinsamen Knotenpunkt im Bau V (z.Zt.

Sekretariat). Peer to Peer-Netz

EDV-Raum: A117

Anzahl der Arbeitsplätze: 21

Unterricht wird erteilt:

Inhalte:

BFS: WIN-EXCEL-WORD-WWW

BFS Sozialassistenz: Informationstechnische Grundbildung (WIN-EXCEL-WORD-WWW-POWERPOINT,

Vertiefung)

Fachschule für Sozialpädagogik:

AV-Medien(Videobearbeitung, Schnitttechnik, Digitaler Videoschnitt, Videokamera, Digitale

Fotobearbeitung, Tonbearbeitung)

Schulformen:

Berufsfachschule

Berufsfachschule für Sozialassistenz

Fachschule für Sozialpädagogik

5. Bibliothek

In der Bibliothek stehen den Schüler zwei Office-Schülerarbeitsplätze mit Internetanschluss

für Recherchen zur Verfügung.

Außerdem gibt es einen Bibliothekscomputer, der speziell für die Ausleihe bestimmt ist.

Nachschlagewerke sollen im Intranet über den CD-Server realisiert werden.

Ein Netz-Anschluss führt zu einem gemeinsamen Knotenpunkt im Bau V.

6. Allgemeines

Die Verwaltung ist aus Datenschutzgründen durch ein separates Netz verbunden, das keine

Schnittpunkte zum Schülernetz hat.

Auch der Internetzugang ist getrennt und abgesichert.

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Beide Server und die zentrale Technik stehen in Raum V105 in getrennten Serverschränken.

Eine Absicherung gegen Netzstörung (USV) ist installiert. Zur Organisation der Schüler – und

Lehrerzugänge wurde LANIS installiert. Der Internetzugang ist über 2 DSL-Kanäle gebündelt. Er wird

über ein Jugendschutzfilter geführt.

Zielvorstellungen

Intranet:

von jedem Klassenraum, selbstverständlich auch von jedem EDV-Raum

soll der Zugriff auf das Internet, die Bibliothek mit allen Nachschlagewerken,

auf Stundenpläne, Konferenztermine, Stoffverteilungspläne etc.

möglich sein.

Um dies in der Schulgemeinde zu etablieren sind folgende Prioritäten zu beachten:

• alle Internetanschlüsse auf T-DSL anpassen;

• schulformübergreifendes Netzwerk vervollständigen

• das LANIS-Netz muss noch stabilisiert werden

• durch die fortgeschrittene LAN-Struktur hat der gesponserte Internetzugang eine zu geringe

Bandbreite, Verbesserungen sind erforderlich

Ausstattungsmodalitäten für den Präsentations-Unterricht in den „normalen“ Unterrichtsräumen: wie

Computerwagen: Computer + Beamer Drucker + Digitalkamera sind wegen neuen Prüfungsinhalte

(Präsentationen von Projektarbeiten speziell in Metall- und Elektroberufen) wichtig.

schulformübergreifend:

hohes Niveau der Ausstattung kann nur durch ständige, finanzielle Ressourcen gewährleistet werden,

Systeme in der EDV-Branche veralten schnell,es besteht Schulungsbedarf im Bereich der allgemeinen

Computer – und Medienschulung. Durch neue Lehrpläne sind Schulungsmaßnahmen notwendig –

Mittel sind zur Verfügung zu stellen.

weitere Investitionen sind nötig:

Netzwerkausstattung ergänzen: Router, Server, Clients, Analysegeräte, Präsentationshardware:

Beamer, Multmedialen Ausstattung (Digitaler Videoschnittarbeitsplatz).

Stundendeputate für Kollegen gestalten:

Für Wartung und permanente Hard- und Softwareanpassung ist eine

ganze Planstelle (IT-Fachmann) erforderlich. Für 2006 ist eine Teilzeitkraft angekündigt.

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4 Anhang

Hinweise für Leserinnen und Leser unseres Schulprogramms

Wir präsentieren dieses Schulprogramm bewusst in einer ungebundenen Form, um den

Prozesscharakter zu verdeutlichen. So besteht auch die Möglichkeit, jederzeit weitere Beiträge

aufnehmen, Ergänzungen einfügen und einzelne Artikel gesondert entnehmen zu können.

Die Einzelbeiträge sind in Bestandsaufnahme, Zielsetzungen und Evaluation gegliedert. So

versuchen wir u.a. auch, dem deutlichen Unterschied zwischen einer reinen Informationsschrift und

einem auf Reflexion der schulischen Arbeit ausgerichteten Schulprogramm gerecht zu werden.

In einem von der AG-Schulprogramm nach eingehenden Diskussionen gesteckten Grobrahmen hatten

die Verfasser der Artikel Gestaltungsfreiraum, was sich z.B. an der Art der Formulierungen und

teilweise auch der Formatierungen, dem Voranstellen von Vorbemerkungen, der Präzisierung von

Zielvorstellungen und dem Grad detaillierter Angaben zur Evaluation zeigt. Insbesondere auf dem

Hintergrund einer so heterogen strukturierten Schule wie den Beruflichen Schulen Gelnhausen

erscheint es uns nur logisch, diese Freiheit zuzulassen, im kreativen, fachspezifischen Sinn zu nutzen

und die formalen Vorgaben auf ein praktikables Mindestmaß zu begrenzen.

Da davon ausgegangen werden kann, dass die Leserinnen und Leser dieses Schulprogramms

überwiegend mit der Materie vertraut sind, haben wir im Text Abkürzungen verwendet. Im Anhang

befindet sich zusätzlich ein alphabetisch geordnetes Abkürzungsverzeichnis.

Um die Lesbarkeit der Texte zu erleichtern, haben wir darauf verzichtet, durchgängig die weibliche

und die männliche Form zu benutzen. Wir bitten um Verständnis, wenn z.B. auch aus Gründen der

Textformatierung und unerwünschter Wiederholungen nur eine Form verwendet wird.

Wir sind uns bewusst, dass es aufgrund der oben angesprochenen Eigenständigkeit und

Schwerpunktsetzung in den Arbeitsgruppen z.T. zu inhaltlichen Überschneidungen und Wiederholungen

im Gesamttext gekommen ist.

Impressum:

Mitglieder der AG-Schulprogramm:

Hartmut Bieber, Helmut Bös, Hartmut Eifler, Herbert Faller, Arnold Flach, Wilfried Franz, Irmgard Hanselmann,

Gerlinde Höhn, Gustav Honzen, Dr. Ulrich Teschner (Personalratsvertreter), Martin Kunzmann, Roger Schilling,

Achim Schuchardt

Leitung der AG-Schulprogramm und Gesamtkoordination:

Hartmut Eifler

Verantwortlich:

Gustav Honzen (Schulleiter)

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Erläuterungen zur Entstehung des Schulprogramms

Die Arbeit am vorliegenden Schulprogramm begann im November 1998 mit der Bildung einer

Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus einer anfänglichen Zahl von 12 Kolleginnen und Kollegen. Diese

wurde zuvor von der Gesamtkonferenz als geeignetes Gremium zur Koordination der Arbeit am

Schulprogramms beschlossen. In regelmäßigen Sitzungen wurden Wege zur Erstellung des

Schulprogramms beraten und verwirklicht. Die Besetzung der AG erfolgte auch unter Beachtung der

Parität der verschiedenen Abteilungen und Schulformen der Schule. Sitzungsleitung, Protokollführung

usw. erfolgten nach dem Rotationsprinzip.

Als erste Maßnahme zog die AG externe Kräfte vom HELP hinzu, von denen sich die AGSP eine

kompetente Unterstützung versprach. Die von eingeladenen Moderatoren geleitete Großveranstaltung

unter Beteiligung des gesamten Kollegiums blieb jedoch ohne greifbare Ergebnisse. Die Erwartung,

Hilfe und Motivation zu bekommen, konnte leider nicht erfüllt werden, führte aber in der

Arbeitsgemeinschaft zu intensivem Nachdenken über neue Wege, Beiträge zum Schulprogramm zu

erlangen. Die Artikel kommen seitdem aus den verschiedenen Schulformen und Abteilungen, z.T. aus

bestehenden Arbeitskreisen heraus und unter Beteilung der gesamten Schulgemeinde.

Auf Wunsch der meisten Mitglieder änderte die AG im Frühjahr 2000 ihre Organisationsstruktur. Ein

Leitungsteam, bestehend aus zwei Personen, übernahm die Koordination der wesentlichen Abläufe.

Der AG erschien es im Hinblick auf die Heterogenität der Schule sinnvoll, schulformspezifische und

schulformübergreifende Themen voneinander zu unterscheiden. Ein Konsens wurde im Gremium auch

herbeigeführt im Hinblick auf die zeitliche Grobplanung zur Erstellung des Schulprogramms sowie in

organisatorischen Fragen, die einen effizienten Kommunikationsablauf ermöglichten (Kontaktpersonen

aus der AG-Schulprogramm und Ansprechpartner in den einzelnen thematischen Arbeitsgruppen).

Die AG Schulprogramm sah es als ihre Pflicht an, das Kollegium umfassend und immer wieder

aktualisiert über Konzeption, Arbeitsweise und Fortgang der Arbeit am Schulprogramm zu informieren.

Hierzu erschien eine Stellwand als geeignetes Medium. Darüber hinaus haben Interessierte die

Möglichkeit, sich in einem im Lehrerzimmer zugänglichen Ordner über Stationen und Inhalt der Arbeit

am Schulprogramm anhand der regelmäßig geführten Protokolle Einblick zu verschaffen.

Zur besseren internen Identifikation mit der Arbeit am Schulprogramm wurde ein LOGO erstellt,

welches einerseits das Auf und Ab in der Vorbereitungsphase symbolisiert, andererseits den Versuch

abbildet, mit der Arbeit die unterschiedlichen Teile der Schule enger zu verbinden. In diesem LOGO

findet der Prozesscharakter des Schulprogramms ebenfalls seinen Ausdruck .

Zur redaktionellen Bearbeitung der Beiträge und zur Erstellung des Gesamtprogramms wurde im

Herbst 2000 ein Redaktionsausschuss aus 4 Kolleginnen und Kollegen gebildet. Er übernahm im April

2001 den wesentlichen Teil der Fertigstellung. Der Redaktionsausschuss arbeitete weitgehend

unabhängig, aber in regelmäßigem Kontakt zur AGSP.

Im Herbst 2003 wurden erste Planungen für eine Fortschreibung des Schulprogramms angestellt.

Nach personellen Veränderungen in der AGSP konnten die Vorbereitungen im Frühsommer 2004

konkretisiert werden. Kernstück der Fortschreibung bildete ein Pädagogischer Tag am 17. November

2004. Der Redaktionsschluss für die vorliegende Ausgabe war der 31. Januar 2005. Eine regelmäßige

jährliche Fortschreibung im Herbst (weniger Belastungen durch Prüfungen etc.) wurde von der AG-

Schulprogramm nach den positiven Erfahrungen des Pädagogischen Tages als sinnvoll erachtet.

Die überarbeiteten Beiträge ersetzten teilweise die alten komplett. In anderen Fällen wurden nur

einzelne Teile aktualisiert. Schließlich wurden einige Beiträge auch gar nicht überarbeitet (personelle

und zeitliche Engpässe). Diese sollen jedoch in einer neuen Fortschreibungsphase vorrangig

aktualisiert werden.

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Verzeichnis der Abkürzungen

AGSP/SP = Arbeitsgemeinschaft Schulprogramm/Schulprogramm

BF = Berufsfachschule

BFM = Berufsfachschule medizinisch technischer Zweig

BFS = Berufsfachschule

BG/BGD/BGE = Berufliches Gymnasium

BIZ = Berufsinformationszentrum

CAD/CAM = Computer-Aided–Design/ Computer-Aided–Manufacturing

CNC = Computerized numerical control

DIFLEX = Differenzierende Lernkonzepte als Beitrag zur Flexibilisierung und

Regionalisierung beruflicher Bildung

EDV = Elektronische Datenverarbeitung

EIBE = Eingliederung in die Beruf- und Arbeitswelt

FH = Fachhochschule

FOS = Fachoberschule

Gast = Gastronomie-Klassen

GeBIT = Gelnhäuser Berufsinformationstage

GNZ = Gelnhäuser Neue Zeitung

HELP = Hessisches Landesinstitut für Pädagogik

HKM = Hessisches Kultusministerium

HO10/HO11/HO12 = Holzklassen

HoFa / ReFa /SyGa = Hotelfachkräfte / Restaurantfachkräfte/ Systemgastronomen

MKK = Main-Kinzig-Kreis

MNT = Mathematik-Naturwissenschaften-Technik

OPAC = Online-Public-Access-Catalogue

RASP = Redaktionsausschuss Schulprogramm

SSA = Staatliches Schulamt

SV = Schülervertretung

SYBA = Systematisches Basistraining

VOGO = Verordnung über die gymnasiale Oberstufe

VUS = Verein zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern

WAN/LAN = Wide-Area-Network / Local-Area-Network

WrKit = Computerprogramm (integriertes Entwicklungssystem)

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