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Taxi Times München - Juni 2015

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Als die Münchner Regionalredaktion der Taxi Times zum

ersten Mal zusammengetreten ist, haben wir uns ein

hohes Ziel gesteckt. Unsere Aufgabe ist es, ein redaktionell

unabhängiges Magazin zu machen, das seinen

Schwerpunkt auf den Münchner Raum legt. Dabei haben

wir als Leser hauptsächlich Taxi fahrer und –unter nehmer

im Blick, vergessen aber nicht, dass unser Heft auch von

vielen Politikern und von anderen Menschen, die dem

Taxi gewerbe verbunden sind, gelesen wird. Dabei wollen

wir ebenso vielseitig wie ausgewogen berichten und zu

den Punkten, die die Zukunft des Gewerbes maßgeblich

mitbestimmen, Stellung beziehen und Kante zeigen.

Für unsere ersten beiden Münchner Hefte haben wir

viel Lob geerntet. Themen auswahl, Inhalt und Darstellung

treffen offenbar genau den Wunsch der Leser. Allerdings

haben uns nach der zweiten Ausgabe auch

kritische Leserbriefe erreicht. Wir wären partei isch, zu

unter nehmer freund lich und würden dabei immer nur

die selben Unternehmer zu Wort kommen lassen. Das

war allerdings mehr der Not geschuldet: Viele angesprochene

Unternehmer wollten sich öffentlich nicht zum

Thema Mindest lohn äußern, weshalb wir mit denen

gesprochen haben, die das zugelassen haben.

Wir nehmen Kritik dieser Art immer sehr ernst. Eine

Leserbriefschreiberin kommt in dieser Ausgabe in einem

Interview ausführlich zu Wort. Auch die anderen kritischen

Leserbriefschreiber sind ein geladen, in einer der

nächsten Ausgaben ihren Standpunkt zu vertreten. Wir

nehmen unsere Unab hängigkeit sehr ernst und sprechen

deshalb auch grundsätzlich mit jedem, der dazu bereit

ist. Das Taxigewerbe kann von diesem Meinungsaustausch

nur profitieren.

4 Christian Majer

5 Oğuz Lüle

TITELTHEMA

6 Gutachten: 38 Prozent im Schatten?

AUSLANDSFAHRTEN

10 Taxifahrer als Schlepper?

ISARFUNK TAXIZENTRALE

16 Quality Check

17 MyTaxi-Rabatt

TAXIVERBAND MÜNCHEN

18 Gutachten aus TVM-Sicht

19 Tarif antrag

FLUGHAFEN

20 Gutachten/Klimaschutz

21 Gefahr aus dem Osten

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22 E-Mobility in München

23 Erfahrungen mit dem E-Taxi

RUBRIKEN

9 Nachschau Taxi-Wiesn,

Hotel Adagio, Helios Kliniken

11–13 App-Anbieter: Offener Brief, Hailo, Uber, MyTaxi

14 Interview: Josefa Hubl

24 Politik: FDP (JuLis), EU-Kommission

25 Adressen: Brandner Kaspar

26 Nach Redaktionsschluss: Urteil gegen Uber-Fahrer,

UberX, Neue Vermittlungsgebühr bei MyTaxi,

Letzte Meldung

TAXI JUNI / 2015

3


PERSONALIEN

PERSONALIEN

Fahrräder für alle:

Am Wörth hof

werden am

2. August wieder

Fahr räder verteilt.

Der Integrations aktivist mit

den markanten Gesichtszügen:

Wörthhof-Chef Oğuz Lüle.

Die Mercedes-Benz Niederlassung München hat in Christian Majer

einen taxi erfahrenen Verkaufs chef für das Flottengeschäft.

Christian Majer auf der

Mercedes-Benz Taxi-Wiesn 2015.

DER NEUE FÜR DAS

FLOTTENGESCHÄFT

DER MANN

VOM WÖRTH HOF

Es gibt Taxi-Kollegen, die sich durch ein besonders starkes soziales

Engagement auszeichnen. Nachtfahrer Oğuz Lüle gehört dazu.

Die Mercedes-Benz Niederlassung München hat einen neuen Verkaufsleiter

PKW-Flotte. Einen, der sich mit dem Taxigewerbe auskennt.

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Wer am 25. April auf der Taxi-

Wiesn in der Mercedes-Benz

Niederlassung in der Landsberger

Straße mitfeierte, der hatte eine gute

Gelegenheit, ihn persönlich kennen zulernen.

Christian Majer, der seit Anfang des

Jahres Verkaufsleiter für das PKW-Flottengeschäft

bei Mercedes-Benz in München

ist und damit auch für den Taxi verkauf verantwortlich,

bescherte seinen Gästen einen

zünftigen Tag mit echtem Oktober fest-Flair.

Doch nicht dem ganzen Taxigewerbe ist

nach Feiern zumute. Das Engagement der

Daimler AG in Gewerbe- und Zentralen-

Konkurrenten wie MyTaxi oder moovel verärgerte

einige Taxi zentralen und -Unter ­

nehmer in der Vergangenheit. Christian

Majer weist auf die Vorteile der Kooperationen

hin: „Mit der Mobilitäts-Plattform

moovel wollen wir intelligent vernetzte,

intermodale Mobilität neu definieren und

den Kunden den besten Weg von A nach B

aufzeigen. Auch carpooling.com, an dem

Daimler einen Minderheits anteil hält, leistet

mit der Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten

einen Beitrag, Menschen von

A nach B zu bringen“, so Majer weiter.

„Carpooling.com lotet darüber hinaus

Op tionen der innerstädtischen Mobilität

aus. Taxis und Chauffeur-Services spielen

hierbei auch eine wichtige Rolle.“

Das MyTaxi-Engagement sieht Chris tian

Majer ähnlich: „Letzt endlich ist MyTaxi

auch Teil des Taxi gewerbes und stellt eine

moderne Form der Taxi zentrale dar“, so

Majer. „Die hohe Zahl an Fahrern, die sich

bei MyTaxi registriert haben, zeigt, dass

dies auch bei vielen Taxi gewerbe treibenden

gut ankommt.“ Christian Majer

weiß, worauf es beim Taxi geschäft an ­

kommt. Als langjähriger Verkaufsleiter der

Mercedes-Benz Niederlassung Augs burg

kennt er die Wünsche und Bedürfnisse der

Taxi branche genau. „Wir machen seit Jahren

guten Taxi service“, sagt er. „Und das

wird auch so bleiben.“

tb

FOTOS: Daimler AG

FOTOS: Michael Lucan / pixeldost.de, Tom Buntrock

Dialog und Verständnis, mehr Demokratie und Frieden

für alle Menschen, mit allen Menschen.“ So fasst Oğuz

Lüle sein Lebensmotto zusammen. Sein Lebens werk

ist der Wörth hof, ein freies und unabhängiges Kultur zentrum.

Die Finanzierung fällt nicht immer leicht, auch deshalb, weil

Lüle Fördergelder strikt ablehnt. „Wenn es mit dem Geld mal

wieder knapp wird“, erzählt Lüle, „dann setze ich mich wieder

für ein paar Nacht schichten ins Taxi.“

Über das Leben von Oğuz Lüle könnte man einen Film drehen.

Er hat als Flucht helfer politische Gefangene in der Türkei

befreit. Er selbst verdankt seine Freiheit dem SPD-Europaabgeordneten

Jannis Sakellariou, dem es gelang, ihn aus türkischer

Militär haft zu retten. Wenn Lüle heute auf seine

bewegte Vergangenheit zurückschaut, dann gelingt ihm das

ohne Hass. „Was die Menschen brauchen, ist Dialog und Verständnis

und nicht Hass und Vergeltung.“

Raum für Dialog bietet der Wörth hof. „Der Wörth hof ist

für Menschen, die anderen Menschen begegnen und andere

Kulturen verstehen lernen wollen“, sagt Oğuz Lüle. So bietet

das freie Kultur zentrum Platz für alle: vom Kinder ballett für

die ganz Kleinen bis zur Best-Agers-Party für Reifere; vom

klassischen indischen Tanz bis zu heißen Salsa-Rhythmen,

Flamenco und Bauchtanz.

Eine der zahlreichen Projekte, die Lüle betreibt, ist die

Aktion „Räder für alle“. Seit einigen Jahren werden Fahrräder

an Menschen verteilt, die sich keines kaufen können. Dieses

Jahr findet die Radl-Verteilung am 2. August um 16 Uhr im

Wörth hof in der Wörth straße 10 statt. „Wir benötigen für

unsere Aktion noch weitere Räder“, sagt Lüle. „Möglichst im

fahr baren Zustand. Und natürlich holen wir Räder auch gerne

im Stadt gebiet ab.“ Denn auch Mobilität ist ein Stück Teil habe

und Integration. „Nur wer mobil ist, der kann an unserer

Gesellschaft teilnehmen.“ tb

Wahre Größe ist,

den Durchblick nicht nur zu haben,

sondern ihn auch zu erklären.

Teil eines großen Ganzen zu sein, eröffnet uns viele

Möglichkeiten.

Zum Beispiel, Ihnen noch mehr Sicherheit zu geben,

nach wissenschaftlich neuesten Erkenntnissen optimal

behandelt zu werden.

Eins wird uns dabei immer das Wichtigste sein:

Den Patienten als Mensch in den Mittelpunkt zu stellen.

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4 TAXI JUNI / 2015

5


TITELTHEMA

TITELTHEMA

BAUSTELLE

TAXISTANDPLÄTZE

In den letzten Jahren fielen zahlreiche

Taxistellplätze in München

Verlegungen und Umbaumaßnahmen

zum Opfer. Prominenteste

Beispiele sind der Pasinger

Bahnhofsplatz, der Max-Joseph-Platz

und der Harras – der zumindest

1 300 TAXIS

IN DER

SCHATTEN­

WIRTSCHAFT?

Gutachten über die Funktionsfähigkeit des

Taxigewerbes in der Landeshauptstadt München.

Am 2. Februar 2014 beauftragte

das Kreisverwaltungsreferat

(KVR) der Landeshauptstadt

München die Firma Linne + Krause aus

Hamburg mit der Erstellung eines Gutachtens

zur Feststellung der Höchstzahl der

zuzulassenden Taxikonzessionen zum Verkehr

mit Taxis. Linne + Krause hat bereits

über 40 Gutachten dieser Art in ganz

BAUSTELLE TAXITARIF

Deutschland erstellt, darunter für Städte

wie Hamburg, Köln, Düsseldorf und

Aachen. Darüber hinaus ist das Hamburger

Unternehmen nach eigenen Angaben führend

in Entwicklung und Betrieb von

Fiskal taxameter-Systemen.

Das Gutachten über die Taxisituation

in München liegt seit März dieses Jahres

vor. Es betrachtet das Taxigewerbe aus den

Während der MVV mindestens einmal

im Jahr seine Preise erhöht, tut man

sich mit der Anpassung des Taxitarifes

immer schwer. Gerade Mehrwagenunternehmer

beklagen, dass die

Tariferhöhungen, wenn sie dann einmal

kommen, kaum Inflation und Kostensteigerung

auffangen. Viele Einzelunternehmer

hingegen befürchten, dass

höhere Taxipreise Kunden abschrecken

könnten, und lehnen sie deshalb ab.

Auch wenn die Mehrwagenbetriebe

mehr Taxis auf die Straße bringen als

die Einzelunternehmer, sind sie in der

Minderheit. 290 Betriebe mit mehreren

Taxis stehen 1 530 mit nur einem Fahrzeug

gegenüber. Das spielt eine bedeutende

Rolle, zum Beispiel bei Wahlen

oder Abstimmungen innerhalb der Taxi-

München eG. Der Taxiverband München

hat bereits letztes Jahr einen eigenen

Tarifantrag eingereicht, der aber in der

Taxikommission keine Mehrheit fand. In

diesem Antrag wurde eine Erhöhung

von durchschnittlich zwölf Prozent

gefordert. Der Taxi-München eG ist das

zu viel. Sie ist der Meinung, dass sieben

Prozent völlig ausreichen. Auch lehnt

die Genossenschaft eine Kopplung des

Taxitarifs an den MVV-Tarif sowie einen

Kreditkarten- und Flughafen zuschlag –

wie vom TVM angeregt – ab.

verschiedensten Blickwinkeln. Es werden

zahlreiche Nachfragefaktoren bewertet,

wie Tourenaufkommen, Kundenstruktur,

Demografie, Konjunktur, Regionalwirtschaft

und Verkehr. So wurden laut Gutachten

2012 und 2013 ungefähr 3,65 Mil lionen

Funktouren vermittelt. Gerechnet auf die

Einwohnerzahl gehört München damit

eher zu den schwachen Standorten für

Funkvermittlung in Deutschland. In Hamburg

werden mehr als 7 Millionen Funkaufträge

vermittelt – bei gerade einmal

einem Fünftel mehr Einwohner. Und in

Düsseldorf werden bei nur 600 000 Einwohnern

fast annähernd so viele Fahrten

über Funk vermittelt wie in München.

Eine Erklärung dafür könnte sein, dass

laut Gutachten jährlich 4 Millionen Kunden

ihr Taxi über eine der 170 Rufsäulen

bestellen. Das stellt eine Münchner Besonderheit

dar, denn in anderen Großstädten

spielen Rufsäulen bei der Vermittlung fast

keine Rolle mehr. Auch erfahren wir aus

dem Gutachten einiges über die Kundenstruktur.

Mit 38 Prozent sind Privatpersonen

am stärksten vertreten, gefolgt von

35 Prozent Geschäftsleuten, 10 Prozent

Kranken- und Behindertenfahrten und

8 Prozent Touristen.

Starke Beachtung findet der Mindestlohn.

So steht im Gutachten: „Ein Ereignis

von geradezu paradigmatischer Bedeutung

ILLUSTRATION: Alexey Dubovskiy / Fotolia, MONTAGE: Raufeld Medien

erlebt das Taxigewerbe zurzeit mit der Einführung

des Mindestlohns von 8,50 €/Std.

In kaum einer Niedriglohnbranche ist die

,wirtschaftliche Fallhöhe‘ so hoch wie im

Taxigewerbe. Mehr als alle konjunkturellen

Einflüsse überschattet derzeit der

Mindestlohn die Zukunftsaussichten der

Branche.“

Doch noch stärker als der Mindestlohn

soll die Schattenwirtschaft die Funktionsfähigkeit

des Taxigewerbes gefährden.

»In keiner Branche

ist die Fallhöhe so

hoch wie im

Taxigewerbe.«

Laut Linne + Krause konnten 41 Prozent

der befragten Unternehmen keine betriebswirtschaftlich

plausiblen Zahlen vorlegen.

Deshalb werden diese Taxibe triebe als

„semiprofessionell“ im Gutachten aufgeführt.

Am deutlichsten träte Semiprofessionalität

bei einer Problemgruppe von

mittelgroßen Betrieben mit bis zu sieben

Fahrzeugen auf.

Das Gutachten kommt zu dem Schluss:

Die Funktionsfähigkeit des Münchner

Taxigewerbes ist gefährdet. Doch gehe

im jetzigen Umfang gerettet werden

konnte. Jüngst wurde das Standplatzangebot

in der Parkstadt

Schwabing um drei Stellplätze

reduziert. Ein Platz in der Lyonel-

Feininger-Straße wurde zugunsten

der Schulwegsicherheit gestrichen,

zwei weitere in der Domagkstraße

machten einer Einfahrt Platz. Ersatz

ist nicht geplant, obwohl die Stände

in der Parkstadt Schwabing schon

vorher regelmäßig überfüllt waren.

Das Streichkonzert könnte weitergehen.

Baustellenbedingt wurde der

Stand am Partnachplatz verkürzt,

der Stand Geiselgasteig aufgehoben.

Zusätzlich erschweren kurzzeitige

Standplatzbeschränkungen das

Geschäft: Von den Großveranstaltungen

in der Ludwig- und Leopoldstraße

sind gleich mehrere Standplätze

betroffen und auch während

des G-7-Gipfels ist mit mehreren

Standplatzaufhebungen zu rechnen.

Übrigens: Der jetzige Umbauplan

des Münchner Hauptbahnhofes sieht

nur noch 25 Taxiplätze in der Bayerund

15 in der Arnulfstraße vor – und

keinen mehr am Bahnhofsplatz!

6 TAXI JUNI / 2015

7


TITELTHEMA

MELDUNGEN

Der Stadt München

liegt ein aktuelles

Gutachten über das

Taxigewerbe vor.

Jetzt ist es an der

Politik, die richtigen

Schlüsse daraus zu

ziehen und Entscheidungen

zu treffen.

NEWSTICKER

RÜCKBLICK:

MERCEDES TAXI-WIESN

Neueröffnung: Das Ensemble Adagio Access

und ibis budget am Olympiapark in München.

BAUSTELLE BUSSPUREN

Mit der Freigabe von Busspuren für

das Taxi tat sich die Landeshauptstadt

München schon immer schwer. Die Spuren,

die jetzt auch von Taxis genutzt

werden dürfen, sind handverlesen. So

wäre es zum Beispiel sinn voll, wenn

auch die Busspur auf der Wittelsbacherbrücke

Richtung Westen freigegeben

würde oder es dem Taxi erlaubt wäre,

die Leonrodstraße am Platz der Freiheit

auch in nordöstlicher Richtung zu

verlassen. Wichtige Voraussetzung für

die Mitbenutzung von Busspuren ist

es, die Regeln einzuhalten, Busse nicht

zu überholen, an Haltestellen nur im

Schritt tempo vorbeizufahren und vor

diese Gefährdung nicht von der Nachfrageseite

aus, sondern von der Angebotsseite.

Linne + Krause kommt zu dem Schluss,

dass 2 700 Taxis für München ausreichend

wären – damit wären derzeit 700 Taxis

zu viel auf der Straße. Von einer gänzlichen

Freigabe der Taxilizenzen rät der

Gut achter dringend ab: „In den wenigen

deut schen Städten und Kreisen ohne

Begren zung der Konzessionszahl (z. B.

Hamburg, Berlin, Wiesbaden, Kiel) ist es

in den letzten Jahren zu massiven Wettbewerbsverzerrungen

gekommen – verbunden

mit einer Verdrängung ehrlicher

Unternehmer.“

Das könne nur mit einer kontrollierten

Marktbereinigung gelöst werden. Hier

wird das „Hamburger Modell“ empfohlen.

Das aber birgt Gefahren: Die zunächst

unkontrollierte Deregulierung des Hamburger

Taximarktes wurde begleitet von

einem Abdriften des Gewerbes in die

Schattenwirtschaft sowie von einem drastischen

Qualitätsverfall. Der Marktanteil

»Strengere Regeln

bei Konzessionsübertragung

und -verlängerung«

„semiprofessionell“ betriebener Taxis lag

2004 bei knapp 60 Prozent! Hier wird bei

der Verlängerung oder Neuerteilung von

Taxikonzessionen vermehrt Wert auf die

persönliche Zuverlässigkeit der Antragsteller

gelegt. „Betriebe, die anlässlich der

allem die Lichtzeichenanlagen für Busse

zu be achten. Einige Taxifahrer begehen

hier un wissentlich einen Rotlichtverstoß,

der den Führerschein kosten kann.

Gerade wegen dieser Regeln ist es zu

begrüßen, dass in München bisher nicht

geplant ist, Busspuren für Elektrofahrzeuge

freizugeben. Die Bundesregierung

hatte dies zwar beschlossen, die

Umsetzung aber den lokalen Behörden

überlassen. In diesem Punkt nützt

die konservative Haltung des KVR dem

Taxigewerbe, während es auf der

anderen Seite schadet, wenn das Taxi

nicht als vollwertiges ÖPNV-Mitglied

wahrgenommen wird.

Wiedererteilung oder Übertragung ihrer

Konzession keine plausiblen betrieblichen

und steuerlichen Angaben vorlegen, erhalten

keine bzw. nur noch eine mit Auflagen

verbundene Wiedererteilung.“

Leider zeigt das Gutachten erhebliche

Schwächen. So wurden zwar alle möglichen

Nachfrage- und Angebotsfakto ren

sowie viele Betriebskosten aufgeschlüsselt

und zur Beurteilung des Taxigewerbes

herangezogen, eine wichtige

Ver gleichs größe fehlt allerdings völlig:

die Entwicklung des Taxitarifs. Auch eine

veränderte Angebotssituation durch

schwindende Taxistellplätze wurde ignoriert.

Außerdem ist es fraglich, ob unzureichend

ausgefüllte Fragebögen mit

Steuerhinterziehung gleich gesetzt werden

dürfen. Auf Nachfrage erklärten

einige betroffene Unternehmer, die ihre

Steuererklärung aus schließlich vom

Steuer berater machen lassen, sich die

Kosten für die Beantwortung des Fragebogens

gespart und deshalb den Bogen

selbst ausgefüllt zu haben.

Auch den vom Gutachter gezogenen

Schlüssen können sich nicht alle Gewerbevertreter

in München anschließen. So

scheint ein Widerspruch darin zu liegen,

dass das Hamburger Modell als Lösung

empfohlen wird, während an anderer Stelle

vor den Gefahren gerade für die ehrlich

arbeitenden Unternehmer gewarnt wird.

Das ist zumindest erklärungswürdig. Der

Gutachter regt an, in drei bis vier Jahren

ein neues Gutachten zu erstellen. Bleibt zu

hoffen, dass die unklaren Punkte bis dahin

aufgearbeitet werden. So bietet das Gutachten

vielleicht eine Diskussionsgrundlage

– eine wirkliche Entscheidungshilfe

für Stadtrat und Behörden sieht, unserer

Meinung nach, anders aus.

tb

FOTO: Landeshauptstadt München/muenchen.de

FOTOS: Daimler AG, Tom Buntrock, Adagio/Christian Boehm

Zünftig ging es zu auf der Mercedes-Benz Taxi-Wiesn in der Niederlassung

Landsberger Straße. Auch wenn die aktuellen

Mercedes-Modelle im Vordergrund standen, so ließen Verpflegung

und Rahmenprogramm nichts zu wünschen übrig. So gab

es ein breit gefächertes Wiesn-Imbiss-Angebot vom Brathendl

bis hin zu Käs spatzn. Für Süßmäuler gab es Kaiserschmarrn mit

Puderzucker oder Apfelmus. Für die richtige Wiesn-Stimmung

sorgte dann das Musikprogramm mit Livemusik. Fast das ganze

Mercedes-Verkaufs team und auch viele Taxler erschienen in

Tracht, was die „Oktoberfest im April“-Illusion perfekt machte.

Abgerundet wurde das Angebot von zahlreichen Messeständen,

an denen man sich vom NGD-Mercedes bis zum Leihfahrzeug

über alle Belange des Taxigewerbes

informieren konnte. Für Taxifahrer,

-unternehmer, Angehörige und

Freunde des Gewerbes war die

Mercedes Taxi-Wiesn eine willkommene

Gelegenheit, sich wieder

mit Kollegen und Spezln zu

unterhalten – und sich dabei die

neuen Mercedes-Taxis anzuschauen.

Auf dieser Veranstaltung kam

jeder auf seine Kosten! tb

HELIOS KLINIKEN

IN UND UM MÜNCHEN

Einige den Taxifahrern bereits vertraute Kliniken firmieren jetzt

unter dem Namen Helios. So wurde aus dem Krankenhaus in

Altperlach in der Schmidbauerstraße 44 die Helios Klinik München

Perlach, genauso, wie aus dem altbekannten Pasinger Krankenhaus

das Helios Klinikum München West wurde. Hier wird

die Adresse Steinerweg 5 beibehalten, momentan funktioniert

die Anfahrt aber baustellenbedingt nur über die Maria-Eich­

Straße. Auch in Dachau gibt es eine Namensänderung: In der

Krankenhausstraße 15 steht jetzt Helios Amper-Klinikum Dachau

über der Tür. Die Helios Kliniken sind ein Netzwerk von 111

unterschiedlichen Krankenhäusern und bieten Kompetenz in

allen Bereichen der Patientenversorgung: von der ambulanten

und stationären Akutmedizin über die Rehabilitation und Prävention

bis hin zur Altenpflege.

tb

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NEUES ADAGIO-HOTEL

IM NORDEN

Der Hotelkonzern Accor hat eine neue

Marke nach Deutschland gebracht: Adagio

Access. Das erste Haus am Münchner

Olympiapark feierte im Mai offizielle Eröffnung.

Bereits seit Ende 2014 ist das Hotel

gut gebucht, Accor bewertet dies als vollen

Erfolg. Unter dem gleichen Dach ist auch

ein Accor-Haus der Marke ibis budget

untergebracht. „Wir freuen uns sehr, mit

dem Konzept Adagio Access nun auch in

Deutschland starten zu können“, betont

Vangelis Porikis, Director Central & Northern

Europe Aparthotels Adagio. „Wir

schließen hier eine Lücke, indem wir für

Businessnomaden eine attraktive Lösung

für Langzeitaufenthalte anbieten. Das

Aparthotel Adagio Access München City

Olympiapark hat die Adresse Am Oberwiesenfeld

20 und wird über die Moosacher

Straße zwischen der Lerchenauer

Straße und der Landshuter Allee angefahren.


Quelle: AHGZ, tb

8 TAXI JUNI / 2015

9


AUSLANDSFAHRTEN

APP-ANBIETER

OFFENER BRIEF

AN MYTAXI

VOM 19. MAI 2015

SCHLEUSER,

SCHLEPPER,

TAXIFAHRER?

Generalverdacht gegen Taxifahrer? Im deutschösterreichischen

Grenzland führte das Vorgehen

der Bundespolizei jetzt zu einem Taxi-Boykott.

Sonntagmorgen im April, die B 20

bei Mitterfelden. Eine zivile Schleierfahndung

der deutschen Bundespolizei

entdeckt ein voll besetztes Taxi aus

Österreich und zieht es aus dem Verkehr.

Nur wenige Minuten vorher hatte der Salzburger

Taxifahrer einen Funkauftrag erhalten

und fünf Fahrgäste mit Fahrtziel Bad

Reichenhall im Ortsteil Liefering abgeholt.

Kurz nach der Grenze war die Fahrt dann

zu Ende und der Fahrer musste ein stundenlanges

Verhör über sich ergehen lassen.

Grund: Seine Passagiere aus Afghanistan

und Pakistan hatten keine Papiere – und

damit keine Aufenthaltserlaubnis für

Deutschland. Der Fahrer sah sich dem Vorwurf

der Schleuserei ausgesetzt.

Die Bundespolizei rechtfertigt ihr Vorgehen

gegen den Fahrer. Der hätte zwar

selbst gültige Papiere gehabt – aber auch

Beamte

des Bundesgrenzschutzes

bei einer

Per sonenkontrolle. Im Gegensatz

zum Taxifahrer haben

sie das Recht, Ausweise und

Ein reise visa zu kontrollieren.

1 500 Euro in bar. Die Polizei mutmaßte,

dass es sich dabei um den Schleuserlohn

handeln könnte. Außerdem hatte der Taxifahrer

ein Kampfmesser dabei – ein Verstoß

gegen das Waffengesetz. Nach einigen Stunden

mit Recherchen und Telefonaten wurde

er wieder freigelassen. Gegen ihn wird nun

nach Informationen des ORF auch keine

Anzeige erstattet.

Die vorläufige Festnahme des Taxifahrers

führte zu großem Unmut des Salzburger

Taxigewerbes, was schließlich in

einem Boykottaufruf endete, man solle

besser gar keine Fahrgäste mehr von

Österreich nach Deutschland befördern.

Darunter leiden aber auch deutsche

Geschäftsleute und Gastronomen im

Grenzland. Der Salzburger Taxi-81-11-

Chef Peter Tutschku will es aber nicht weiter

zulassen, dass seine Fahrer regelmäßig

verhaftet werden. Der Fall vom April war

nämlich nicht der erste. Bereits im Dezember

letzten Jahres wurde ein Salzburger

Kollege verhaftet, als er drei Personen

nach Rosenheim fahren sollte. Man hatte

ihm versichert, dass alle Passagiere gültige

Papiere besäßen. Im Mai wurde ein

Wiener Taxifahrer erst in zweiter Instanz

vom Schleuser vorwurf freigesprochen. Die

Fahrt sollte nach München gehen.

Doch der Schlepper verdacht gegen Taxifahrer

ist kein österreichisches Problem.

2008 und 2013 gingen Fälle durch die Presse,

in denen norddeutsche Kollegen der

Schlepperei nach Dänemark bezichtigt

wurden. In jedem Fall drohten Haftstrafen.

Die Bundespolizei empfiehlt: „Auch Taxifahrer

können nachfragen, ob die Fahrgäste

die für den Grenzübertritt erforderlichen

Papiere mitführen. Sollten sich Zweifel

über die Rechtmäßigkeit der geplanten Einreise

oder des beabsichtigten Aufenthalts

ergeben, empfiehlt die Bundespolizei –

alleine schon zur Vermeidung späterer

möglicher ,Unannehmlichkeiten‘, wie etwa

die Mitnahme zur Dienststelle, eine Durchsuchung

des Fahrzeugs, eine Vernehmung

»Im Zweifel

an eine

Polizeidienststelle

wenden.«

in der Dienststelle –, sich an eine Polizeidienststelle

zu wenden.“

Ob das in der Praxis funktionieren

kann, darf bezweifelt werden. Schließlich

gab es auch Fälle, in denen dem Taxifahrer

gefälschte Papiere gezeigt wurden. Die

Möglichkeit, ohne Polizei die Gültigkeit

zu überprüfen, ist gleich null. Doch die

österreichischen Taxifahrer stört noch

mehr. So würde gegen sie mit unnötiger

Härte vorgegangen, während Busfahrer,

die mit illegalen Fahrgästen erwischt werden,

nach der Angabe der Personalien

unbehelligt weiterfahren dürften. Jetzt

soll ein runder Tisch die Probleme zwischen

den deutschen und den österreichischen

Nachbarn klären. tb

FOTO: Bundespolizei

FOTO: Manfred Seeger/SynTAXA

Liebes MyTaxi-Team,

wir sind für einen offenen und fairen Wettbewerb,

auch im Taxigeschäft. Alle unsere

Fahrzeuge sind an die zwei etablierten Münchener

Taxizentralen angeschlossen, und

wir haben uns stets erfolgreich gegen zahllose

Versuche der beiden zur Wehr gesetzt,

um weder von der einen noch von der anderen

Seite vereinnahmt zu werden. Unsere

unternehmerische Freiheit entscheidet

letztendlich, wie bei einem guten Kaufmann,

mit wem wir zusammenarbeiten und

von wem wir die Fahrtaufträge beziehen.

Da erscheint plötzlich Ihr, mit Eurem zentralenunabhängigen

Vermittlungssystem.

Eine Handvoll unserer Fahrer war der

Ansicht, auf Euer Angebot nicht verzichten

zu können, um eine Lücke zu schließen

und längere Wartezeiten zu vermeiden.

Gut, wir haben mitgemacht. Dann kam

Euer Versuch, die Auftragsvergabe durch

einen variablen Anteil der Vermittlungsgebühren

von bis zu 30 Prozent „gerechter“

zu machen. Unsere Fahrer und viele

Kollegen fanden das gar nicht gut und

wehrten sich dagegen. Einige wendeten

sich von MyTaxi ab, da sie Euer Bestreben

der Gewinnmaximierung, trotz trickreicher

Methode, sofort durchschauten.

Nun also der jüngste Versuch, eine möglichst

marktbeherrschende Stellung auf

dem heiß umkämpften Taximarkt zu erreichen:

die Rabattaktion.

Kurzfristig freuen sich natürlich die Fahrer

und Unternehmer über eine Belebung des

Geschäftes. Aber durch diese wettbewerbsverzerrende

Aktion werden nicht neue Kunden

gewonnen, sondern von den etablierten

und bewährten Zentralen abgeworben.

Diese Zentralen bemühen sich nicht

nur um smartphoneaffine Jungkunden und

Geschäftsleute, es werden auch Aufträge

von älteren Kunden, die auf das Taxi angewiesen

sind, vermittelt. Oder komplizierte

Aufträge, die eine persönliche Betreuung

durch die Dispo erfordern und daher

arbeitsintensiver sind, werden gewissenhaft

abgearbeitet.

Eure Rabatt aktion verstößt nicht nur

gegen die Tarifpflicht und einen fairen

Wettbewerb. Die Kosten dafür werden alle

angeschlossenen Fahrer und Unternehmer

leider auch in Form höherer Vermittlungsgebühren

bezahlen müssen, falls Ihr eine

marktbeherrschende Stellung auf dem

Taximarkt erreichen solltet. Erheblich

Leidtragende werden hierbei auch die eben

erwähnten älteren und/oder kranken Fahrgäste

sein. Man kann nur hoffen, dass es

nicht so weit kommen wird!

Gerne verzichten wir auf die von Euch

in Aussicht gestellten 50 Prozent Ermäßigung

der Provision und werden diese auf

Euer Konto rücküberweisen. Wir fordern

Euch auf, solche oder ähnliche Aktionen

Verkehrsmedizinisches Untersuchungszentrum

Medex Plus GmbH – Betriebsärztlicher Dienst

Dr. med G. Kirchhoff

Alle Untersuchungen zum Ersterwerb oder zur Verlängerung von

Führerscheinen für Fahrgast- und Personenbeförderung (Taxi/Mietwagen),

Lastwagen (Klasse C) und Omnibusse (Klasse D)

Unsere

Untersuchungszeiten:

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Montag von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr und

Mittwoch und Freitag von 8:00 Uhr bis 13:00 Uhr.

Telefonische Voranmeldung erspart Wartezeit.

Tel: 089 / 509 144

Fax. 089 / 506 094

Manfred Seeger, dienstältester Geschäftsführer

bei SynTAXA, wendet sich zusammen

mit seinen Kollegen Verena und Marcus

Pistorius mit einem offenen Brief an MyTaxi.

zukünftig zu unterlassen und sich einem

fairen Wettbewerb zu stellen. Ansonsten

werden wir unsere Zusammenarbeit mit

Euch einstellen.

Es bleibt die Hoffnung, dass Ihr als

Daimlertochter nicht in die Fußstapfen von

Uber & Co steigen werdet und durch Eure

Profitgier nicht das gewachsene und

bewährte Taxigewerbe vernichtet.

Zu Eurer Information besteht unsere

Flotte aus 15 E-Klassen aus dem Hause

Daimler, mit einer Laufzeit von 2,5 Jahren.

Kann es sein, dass ein Fahrzeughersteller,

der derart vom Taxigewerbe profitiert, es

mit eigenem Geschäftsgebaren kaputt

macht? Möglicherweise müssen wir uns

zukünftig an anderen Herstellern orientieren,

was wir eigentlich nicht wollen!

Freundliche Grüße

Manfred Seeger, Verena Pistorius,

Marcus Pistorius

Geschäftsführer,

SynTAXA Taxibetriebs GmbH

München

E-Mail: info@zemba.de

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10 TAXI JUNI / 2015

11


APP-ANBIETER

APP-ANBIETER

Uber verspricht, zukünftig

seine Geschäfte in

Deutschland legal zu führen.

Wir bleiben skeptisch.

Der Anspruch:

Taxi, schnell und

leicht bestellt.

Doch was MyTaxi

kann, können viele

Zentralen-Apps

inzwischen auch.

Als das Urteil aus Frankfurt schließlich rechtskräftig ist, wird es

still um Uber. Der App-Anbieter aus den USA will jetzt nur noch

Mitfahrzentrale sein und bei allen zukünftigen Aktivitäten die

geltenden Gesetze einhalten. So hat Uber auf seiner Webseite die

Angebots palette erweitert: Neben UberTAXI und UberBLACK gibt

es jetzt auch UberLUX, UberSUV und UberX. UberLUX und

UberSUV sind Variationen des altbekannten UberBLACK, Mietwagen

mit Chauffeur also. Deren Vermittlung wäre legal, wenn

Uber sich auch an die gesetzlich vorgeschriebene Rückkehr pflicht

für Mietwagen halten würde.

UberTAXI gibt es – laut Webseite – in ausgewählten Städten

außerhalb Deutsch lands. Nach Informationen, die Taxi Times

München aus Berlin und Hamburg vorliegen, haben sich dort

bereits 400 beziehungs weise 200 Taxi fahrer bei Uber verdingt,

Fahrer, die offenbar ausgeblendet haben, dass sie der Intim feind

TOTGESAGTE

LEBEN LÄNGER:

DAS UBER-UPDATE

ihres Auftrag gebers sind. Hellhörig macht das Angebot UberX.

Der Erklärtext auf der Uber-Webseite dazu: „Die Option für den

täglichen Gebrauch. Besser, schneller und günstiger.“ Besser,

schneller, günstiger als wer? Die Antwort darauf bleibt uns Uber

schuldig. Auch über das Konzept gibt es wenige Informationen.

Die Webseite zeigt dazu lediglich ein schnittiges, schwarzes

Fahrzeug.

Tatsache ist, dass Uber vermehrt Fahrer mit Personenbeförderungsschein

sucht oder Anwärtern den P-Schein bezahlen möchte.

Jetzt brauchen die Fahrer für ihren Privatwagen nur noch eine

Mietwagenkonzession, und alles sieht legal aus. Über Rückkehrpflicht

wollen wir hier nicht reden. Auch nicht darüber, dass die

Fahrer sich selber sozialversichern müssten. Wenn sie wollten.

Aber legal Steuern könnten sie dann zahlen. Wir haben den Eindruck,

hier soll uns ein X für ein POP vorgemacht werden. tb

UBERPOP IST TOT!

KOMMT JETZT HAILO?

Kaum scheint die eine Gefahr, wenn nicht gebannt, so doch zumindest

in Schach gehalten, schon kommt der nächste Anbieter, der

sich ins Taxi-Vermittlungs geschäft einmischen will: Hailo. Der

App-Anbieter ist inzwischen kein Unbekannter mehr. Hailo gibt

es bereits in Großbritannien, Irland, Spanien, Singapur und Japan.

Während Uber versucht hat, sein Geschäft über Privat fahrer zu

machen, konzentriert sich Hailo auf Taxis, gibt sich also als

Touren vermittler, der „das Gewerbe komplett umkrempeln möchte“.

So zumindest die Aussage der Firma.

Der Dreh: Hailo ist für Besteller und Taxi unternehmer vollkommen

kostenlos. Die Vermittlungs gebühr sollen ausschließlich die

Fahrer übernehmen. Und die täten das bereits mit Freude, um

eine höhere Auslastung zu erzielen. Wir wünschen uns diese Idee

zurück auf den Müll haufen der Geschichte, wo sie – unserer Meinung

nach – hingehört.

tb

Hier zahlen die Fahrer die Zeche:

In London hat Hail mit dieser

Geschäfts idee bereits Fuß gefasst.

FOTOS: Fotolia / drubig-photo, Fotolia / B. Wylezich, Montage: Moritz Federlein, Hailo

FOTOS: MyTaxi, Jörn Napp / cab.

IST MYTAXI EIN

FREUND DES

TAXIGEWERBES?

Es waren einmal zwei plietsche Jungs

aus Hamburg, die nachts im Regen

vor dem Münchner P1 standen und

kein Taxi bekamen. Von keiner der beiden

Funk zentralen hatten sie die Telefonnummer.

Wie wäre es denn, wenn man über all

in Deutschland – vielleicht sogar überall

auf der Welt! – nur auf einen Knopf auf

dem Bildschirm eines Smartphones drücken

müsste, und dann kommt ein Taxi?

So wurde die Idee zu MyTaxi geboren. Jetzt

braucht man nur noch frisches Geld, was

im Falle der beiden Hamburger Jungs die

Daimler AG und die Telekom beisteuerten,

in millionenschweren Geld-Paketen.

Eine schöne Geschichte. Und ersetzt

man München durch Paris, Hamburg durch

San Francisco und Daimler und Telekom

durch Google und Goldman Sachs, hat man

die Geschichte, wie Uber entstanden ist.

Oder sein soll. Wahr an der Geschichte von

Sven Külper und Niclaus Mewes ist, dass

die beiden Hamburger einen Trend erkannten

und sie sich diese Erkenntnis in kürzester

Zeit nutzbar machten. Tatsächlich

lief zu dieser Zeit – im Jahr 2009 – das Taxigewerbe

gerade Gefahr, den Anschluss an

die digitale Gesellschaft zu verlieren.

Zum Freund des Taxigewerbes macht

das Külper und Mewes allerdings noch

nicht. Im Gegenteil: Die beiden App-Entwickler

traten gerade in der Start phase den

Taxi zentralen gegen über recht großspurig

auf. Während man in Hamburg damit Werbung

unter Fahrern und Unternehmern

machte, sie hätten jetzt endlich die Chance,

das Monopol der Zentralen zu zerstören,

wurde der Öffentlichkeit gegen über immer

behauptet, man sei zu jeglicher Zusammenarbeit

mit den alt eingesessenen Vermittlungszentralen

bereit.

Das Gegenteil ist der Fall. Die „kreativen

Zerstörer“ sprachen davon, alle Taxizentralen

in Europa überflüssig zu machen

beziehungsweise app-zu-schaffen. Später

ruderte man zurück, schließlich bräuchte

man ja auch Zentralen vor Ort, die das

ganze zeit- und vermittlungs intensive

Geschäft übernehmen: Kranken-, Senioren-

und Behindertenfahrten. Nur, davon

kann keine Zentrale überleben.

»Die Rabatte

von MyTaxi

sind wettbewerbswidrig.«

Murat Arslan,

Stuttgarter Taxi-Auto-Zentrale

Die Wirklichkeit: Protest gegen MyTaxi

in Hamburg. Hier setzen sich Anfang

2014 Taxifahrer und Unternehmer gegen

die neue Provisionsregel zur Wehr.

Sein wahres Gesicht zeigte MyTaxi aber

erst, als die Touren plötzlich versteigert

wurden. Bis zu 30 Prozent des Fahr preises

sollten die Fahrer blind auf die Aufträge bieten.

Bei einer Fahrt zum Flughafen sind das

mal eben 20 Euro – und mehr, als Unternehmer

und Fahrer daran verdienen. Die

Reduzierung auf ein Maximal gebot von

15 Prozent ändert nichts am Sündenfall,

mindert allen falls die Folgen. Bisher waren

die Vermittlungsgebühren für die Taxiunternehmer

immer klar kalkulierbar. Jetzt

stellen die Gebühren ein unkalkulierbares

Risiko dar. Viele Unternehmer legten daraufhin

ihr Maximalgebot und das ihrer Fahrer

auf drei Prozent fest. Zum Leidwesen

der MyTaxi-Macher, denn die Umstellung

auf das Gebotssystem sollte ja mehr, nicht

weniger Geld in die Kassen spülen. Bleibt

abzu warten, mit welchem Schach zug das

Unter nehmen in Zukunft gegen steuern will.

Denn Geld braucht MyTaxi. Die Investoren

möchten ihre Rendite, der Betrieb

muss aufrecht erhalten werden, und irgendwie

müssen auch die Kosten aus der letzten

Rabatt aktion wieder rein gebracht

werden. Die Eröffnung, die Rabatt aktion

gäbe es wegen des Bahnstreiks, war clever,

letzt lich aber nur ein Marketing-Gag. Auch

die Erklärung, man sei im Kampf gegen

Uber zu diesem Schritt gezwungen, dürfte

eine Schutzbehauptung sein. Denn der primäre

Gegner von MyTaxi ist nicht Uber,

sondern das sind die Zentralen, die inzwischen

über ihre eigenen und leistungsstarken

Vermittlungs-Apps verfügen.

Ob das Taxi gewerbe auf seine Zentralen

verzichten kann – diese Frage beantwortet

sich von selbst. Nicht alle Zentralen haben

sich diesen Angriff auf ihr Geschäft gefallen

lassen. Die Stuttgarter Taxi-Auto-Zentrale

hat vor dem Stuttgarter Landgericht

eine einstweilige Verfügung erwirkt. Die

Rabatte von MyTaxi seien wettbewerbswidrig,

meint Zentralen chef Murat Arslan.

Das Gericht gab ihm recht. Denn laut

Personenbeförderungsgesetz dürften die

festgelegten Taxi tarife weder über- noch

unter schritten werden. Auch, wenn der

Rabatt inzwischen nicht mehr angeboten

wird, das letzte Wort ist hier noch nicht

gesprochen.

tb

12 TAXI JUNI / 2015

13


INTERVIEW

INTERVIEW

GESCHÄFTSFÜHRERIN DER PHOENIX

VERTRIEBS GMBH, JOSEFA HUBL

„DER MINDESTLOHN IST

NICHT DAS PROBLEM!“

Josefa Hubl ist zwölf Jahre in der Nacht

und drei Jahre am Tag in München Taxi

gefahren. Durch Zufall ist sie vor zwei

Jahren wieder mit ihrem alten Taxiunternehmen,

der Phoenix Vertriebs GmbH,

in Verbindung gekommen. Ihr alter Chef

wollte wissen, ob Sie schon ihr eigenes

Taxi hat oder bei ihm als Nachfolgerin

seines ausscheidenden Geschäftspartners

einsteigen möchte. „Ich habe

es mir lange und gut überlegt und bin

trotz des sicher bevorstehenden Mindestlohns

eingestiegen“, erzählt sie Taxi

Times München-Redakteur Florian Osrainik.

Damals kam die Diskussion mit

dem Mindestlohn auf. Wenn sich die

Gelegenheit ergibt, fährt sie noch Taxi,

um den Kontakt zu den Kunden nicht zu

verlieren. Von einer Tariferhöhung hält

die Chefin von 50 Fahrern mit 15 Fahrzeugen

nichts. Sie möchte mehr konstruktive

Diskussionen in der Branche und

nicht wegen abweichender Meinung

mundtot gemacht werden. „Ich sage ja

nichts Schlimmes, will nur zum Nachdenken

über andere Lösungswege anregen“,

sagt sie. Problem und Herausforderung

sieht sie nicht im Mindestlohn,

Uber und der Stellenwert des Taxis sind

für sie die Probleme der Branche.

TAXI TIMES: Wie funktioniert

der Mindest lohn?

JOSEFA HUBL: „Es geht nicht nur darum,

wie er funktioniert, sondern darum, wie

er leichter funktionieren könnte. Es geht

darum, dass alle meinen, der Mindestlohn

sei nur finanzierbar, wenn man den

Tarif erhöht. Und da ist der Knackpunkt.

Ganz im Gegenteil. Wenn ich jetzt den

Preis erhöhe, dann ist das ein falsches

Signal für die Fahrgäste. Es geht darum,

dass man endlich die Situation für Taxis

verbessern sollte. Es gibt Chaos und

Staus und wir dürfen nicht alle Busspuren

nutzen. Warum gibt es keine Taxispur

zum Flughafen während der Hauptverkehrszeiten

oder bei Messen? Je schneller

der Fahrgast an sein Ziel kommt, desto

günstiger wird für ihn die Taxifahrt. Denn

der Kunde zahlt den Stau mit. Wenn man

sich an so viele Vorschriften und Gesetze

zu halten hat, dann wäre es gut von

der Politik, wenn man auch einige Rechte

zugesprochen bekäme.“

»Ein bisschen mehr

Unterstützung

vonseiten der

Politik könnte nicht

schaden.«

Das ist die Verkehrspolitik der Stadt.

„Da muss man ansetzen. Es gehört alles

zusammen. Wenn man die Taxis schneller

macht, dann steigen auch mehr Leute auf

das Taxi um. Will man den Individualverkehr

in der Innenstadt nicht reduzieren?

Es ginge einfacher, wenn man mit dem

Taxi schneller durch die Stadt käme.

Nach jahrelangem Hin und Her hat die

Politik den Mindestlohn durchgesetzt.

Wir sollen ihn anwenden. Doch in den

Personen transport mischt sich mit Uber

illegale Konkurrenz. Hier werden Gesetze

missachtet. Kann das wirklich sein?“

Uber fährt trotz Verbot.

„Ja, ich habe es selbst gesehen. Ist derjenige,

der sich an die Gesetze hält, der Dum me?

Uber wartet nur auf das Freihandels abkommen.

Und wenn es so weit ist, dann

können wir unsere Taxis pink anmalen

und machen, was wir wollen? Armer

Fahrgast, arme

Zukunft.“

Ist der Mindestlohn

ein Problem für euch?

„Nein! Ich wusste, dass der

Mindestlohn für uns kein Problem

ist, da viele Fahrer schon vorher

auf den Mindestlohn gekommen

sind. Das Thema Mindestlohn ist nicht

wirklich ein Problem, sondern das ganze

Drumherum.“

Sie meinen die Arbeitszeitaufzeichnung?

„Die kostet einfach nur Zeit. Wir haben

schon vor der dem Mindestlohn ein wunderbares

System entwickelt. Das ist wirklich

nur ein Zeitproblem. Man erstickt in

Bürokratie.“

Verraten Sie mir, was ihr macht?

„Wir haben tägliche Schichtzettel, Arbeitszeitzettel,

die bei uns jeder Fahrer ausfüllt.

Anfang, Ende, Pause, Datum, Uhrzeit

der Schicht, und dann wird gegengezeichnet.

Wir sagen den Fahrern auch, dass sie

erscheinen müssen. Das funktioniert bei

uns, alle machen mit. Das Problem ist,

dass die Fahrer dem Zufall draußen so

ausgeliefert sind, dass sie manchmal länger

arbeiten wollen oder das Auto schon

nach drei Stunden abstellen.“

Haltet ihr die Fahrer, die den Mindestlohn

nicht einfahren?

„Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich

sie halten möchte, weil ich es verwerflich

finde, wenn man diese Fahrer rauswirft.

Diese Fahrer haben jahrelang so gearbeitet.

Jeder Fahrer ist anders. Was bei mir funktioniert,

das funktioniert bei einem anderen

nicht. Ich bin nach zwölf Jahren in der

Nacht in den Tag eingestiegen. Ich wusste

nichts vom Tag. Ich habe feste Schüler­

FOTO: Florian Osrainik

fahrten

angenommen

und versucht, Stammkunden

aufzubauen, um den Tag

bes ser auszunutzen. Stammkundschaft

ist etwas Persönliches und passiert im

richtigen Moment. Beim Taxi kommt die

Arbeit nicht vorbei, und deshalb ist nicht

der Mindestlohn das Pro blem, sondern die

Gegebenheiten für das Taxigewerbe im Allgemeinen.

Da setzt keiner an!“

Ich würde den Mindestlohn auch nicht

als Problem bezeichnen. Die Fra ge ist,

wie man damit umgeht, da das Taxigewerbe

eine spezielle Branche ist.

„Ich bin überzeugt, dass es, solange der

Sprit preis so günstig ist, keine Preiser höhung

geben darf, weil der Kunde preis wert

fahren will. Sicherheit und Personenbeförderungsschein

sind der neuen Generation

wohl egal, Hauptsache billig. So sollten wir

eine goldene Mitte finden. Die Illegalen

endlich stoppen, bessere Fahrt für Taxis

in der Stadt und vielleicht einen Kurzstreckentarif,

dann hätte man weniger

• Verkehrsunfallabwicklung

• Verkehrsrecht

• Bußgeldsachen

• Zivilrecht

• Strafrecht

Leerkilometer. Denn

die kosten richtig.“

Wenn Sie den Fahrpreis

senken, dann

würden Sie ziemlich

alleine dastehen.

„Das weiß ich. Gesenkt

wird sowieso nicht. Ich

sage nur, dass es ein

Si gnal wäre. Aber wenigstens

nicht erhöhen. Mich

stört, dass sich niemand aus

unserem Gewerbe dafür einsetzt,

dass sich verkehrspolitisch

etwas für das Taxi verbessert und

wir nicht als Abfallgewerbe behandelt

werden. Wir müssen als geprüfte

Unter nehmer mit gewarteten Autos

wahr genommen werden. Wir sind das

Personenbeförderungsgesetz. Wir absolvieren

eine Ortskundeprüfung, gehen zum

Gesundheits check, müssen uns einem

Eignungs test unterziehen, diese Untersuchungen

regelmäßig durchführen lassen

und viel Geld dafür bezahlen. Ein bisschen

mehr Unterstützung vonseiten der Politik

könnte nicht schaden.“

Der Mindestlohn kam zum 1. Januar

2015, aber die Verkehrspolitik in

München lässt sich nicht von heute

auf morgen ändern.

„Nein, und wenn man nicht anfängt, dann

wird es nie besser. Aber das sollten wir.

Bald. Sehr bald.“

Und die Wartezeiten? Gibt es in

München zu viele Taxis?

„Ja, aber man kann nicht einfach hergehen

und schnell mal 500 Lizenzen

einziehen. Man sollte verkehrspolitisch

etwas machen und die Arbeitszeiten für

Taxifahrer differenzierter und flexibler

betrachten.“

Wie sollte diese Flexibilität aussehen?

„Das liegt doch auf der Hand. Der Fahrer

steigt ein, steht die ersten zwei Stunden am

Stand – und ich muss mindestens 8,50 Euro

pro Stunde zahlen. Man braucht eine Ausnahmeregelung

für unser Gewerbe.

Im Umgang mit Wartezeiten, also was

die Arbeitszeit betrifft?

Flexiblere Arbeitszeiten wären der vernünftigste

Vorschlag. Und wenn wir im

Verkehr schneller vorankämen, wäre das

effektive Arbeitszeitnutzung.

Nehmt ihr für die Fahrer bewusst

Mehrkosten in Kauf?

„Ja, und das bleibt so! Ich werde auch in

Zukunft keinem kündigen, weil er den

Mindestlohn nicht bringt. Ich rede mit

den Fahrern. Einige haben sich auch verbessert.

Zu den schlechten Zeiten stellen

unsere Fahrer das Auto ab und machen

Pause. Sie bemühen sich, aber wenn es

manche nicht schaffen, dann zahle ich

eben drauf. Mein Geschäftspartner sieht

das genauso.“

Das geht doch nur bis zu einem

gewissen Grad!

„Es sind nicht so viele, vielleicht drei oder

vier Fahrer. Es geht nicht um Tausende

von Euro, es geht um ein paar Hundert

Euro! Das geht nicht an die Substanz.

Noch nicht. Ich hoffe, dass uns die Politik

ein bisschen unterstützt, damit unser

ganzer Aufwand auch von Nutzen ist.

Wenn man einem Fahrer kündigt, weil

er den Mindestlohn nicht verdient, dann

hätte man ihm schon vor Einführung des

Mindest lohns kündigen müssen, weil er

zu schlecht war. Zeiten des Umbruchs

sehe ich als Chance.“

Das Gespräch führte Taxi Times München-

Redakteur Florian Osrainik.

Leopoldstr. 30

D-80802 München

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Fax. 089 55 06 67-129

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14 TAXI JUNI / 2015

15


ISARFUNK

ISARFUNK

Auch 2015 findet

der IsarFunk

Quality Check

wieder im ADAC

Prüfzentrum

München in der

Ridlerstraße 35 statt.

PROZENTE

AUF ALLES,

AUSSER

TIERNAHRUNG

IsarFunk-Marketingleiter

Jürgen Dinter kommentiert

die Rabattaktion bei

MyTaxi aus Zentralensicht.

Jürgen Dinter,

Marketingleiter und

Kundenbetreuer

bei IsarFunk, weiß

aus seinem direkten

Kontakt mit Kunden

genau, was einer

„virtuellen“ Taxizentrale

an Dienstleistung

fehlt.

MIT QUALITÄT

GEGEN UBER & CO

Am 9.6.2015 ruft IsarFunk alle Fahrzeuge zum Quality Check.

Damit hebt sich die Münchner Taxizentrale deutlich von App-Anbietern

wie Uber ab.

Zeit für den Frühjahrsputz in der

IsarFunk-Flotte! Am 9.6.2015 werden

über 400 an die IsarFunk

Taxizentrale angeschlossene Fahrzeuge

auf ihren Zustand geprüft. Ort ist das

ADAC Prüfzentrum München in der Ridlerstraße

35. Beim Quality Check geht es

sowohl um den äußeren Eindruck als auch

um ein gepflegtes Inneres. Nur Fahrzeuge

ohne sichtbare Unfallschäden, wie Beulen

oder Kratzer, und ohne große Abnutzungserscheinungen,

wie zerschlissene Sitze,

bekommen die Noten „gut“ oder sogar

„sehr gut“. Fahrzeuge, die diesen Ansprüchen

nicht genügen oder größere Mängel

vorweisen, werden von der Vermittlung

ausgeschlossen, was in der IsarFunk­ Flotte

allerdings so gut wie nie vorkommt.

„Mit diesem Qualitätsvorsprung setzen

wir uns deutlich von Mitbewerbern wie Uber

ab“, sagt Jürgen Dinter, Marketing leiter bei

IsarFunk. Uber hat in München für sein

Geschäftsmodell vermutlich aufgrund von

Fahrer- beziehungsweise Fahrzeugmangel

auch Autos in Dienst gestellt, die bei einer

Taxizentrale keine Chance auf Aufträge

hätten. So fiel einem IsarFunk-Fahrer ein

UberPOP-Fahrzeug auf, über dessen gesamte

Frontscheibe ein Sprung mäanderte. „In

unseren Augen ist so ein Auto nicht verkehrssicher

und gehört nicht auf die Straße“,

so Jürgen Dinter weiter, „schon gar

nicht in der Personenbeförderung!“

Mit der jährlichen Qualitätsoffensive

setzt sich IsarFunk auch deutlich von Mitbewerbern

wie MyTaxi ab. „Wir setzen nicht

auf Rabatte, für die letztlich die an uns angeschlossenen

Unternehmer aufkommen

müssten“, erklärt Jürgen Dinter. „Wir punkten

lieber mit Qualität und Zuverlässigkeit.“

Außerdem kann nur eine eingesessene

Zentrale helfen, wenn es um beratungsintensive

Aufträge geht, wie Kranken-,

Behinderten- oder Seniorenfahrten. „Wir

haben als Zentrale weiterhin ein offenes

Ohr für die Wünsche und Bedürfnisse unserer

Kunden“, ergänzt Jürgen Dinter.

Es ist nicht der erste Check der Fahrzeugflotte

bei IsarFunk. Die Taxizentrale

setzt dieses Mittel zum Erhalt des Qualitätsstandards

bereits seit Jahren erfolgreich

ein. Der IsarFunk Quality Check

2015 findet deshalb wieder auf dem Gelände

des ADAC statt. Zahlreiche Anbieter und

Sponsoren nutzen die Gelegenheit, mit

Fahrern und Unternehmern ins Gespräch

zu kommen, darunter namhafte Hersteller

und Händler wie die Daimler AG, die

MAHAG, Toyota DIT, Mobilerreifen24.de,

erdgas mobil und die Stadtwerke München.

Auch die Taxi Times wird mit einem kleinen

Stand vor Ort sein. Die Fahrerinnen

und Fahrer können sich auf ein Catering

von Daimler freuen. Außerdem gibt es pro

Fahrzeug noch ein nützliches Präsent von

den Helios Kliniken. Der Check selbst wird

von Angestellten der Taxizentrale und Mitgliedern

des Aufsichtsrates nach neutralen

Kriterien vorgenommen.

„Wir wollen mit unserer Flotte glänzen“,

sagt Christian Hess, Geschäftsführer

von IsarFunk. „Nur dann, wenn wir die

Erwartungen unserer Fahrgäste voll und

ganz erfüllen, werden wir uns auf dem

Markt behaupten. Dabei darf es für den

Fahrgast kein Glücksspiel sein, ob er ein

ordentliches Taxi bekommt. Das können

wir unseren Kunden aber nur dann garantieren,

wenn alle an unsere Taxizentrale

angeschlossenen Fahrzeuge tipptopp in

Ordnung sind.“

tb

FOTO: ADAC / IsarFunk

FOTO: Tom Buntrock / IsarFunk News

Wieder einmal macht die Daimlertochter MyTaxi von sich reden.

Taxifahren kostet dort für Payment-Kunden nur die Hälfte – zumindest

vorübergehend. Ziel der Aktion sei es, Kunden für die Nutzung

des bargeldlosen Zahlungssystems „Bezahlen per App“ zu interessieren,

so Niclaus Mewes, Boss von MyTaxi. Es darf davon ausgegangen

werden, dass Mewes sein Ziel zunächst erreicht. Dafür ist

das Angebot zu verführerisch. Einige Kunden haben sicher die App

heruntergeladen und fahren richtig billig. Der Fahrer kann entspannt

bleiben. Er bekommt den vollen Fuhrlohn.

Müssen die Zentralen nun in Schreckstarre verfallen?

Ich meine: Nein! Ein Blick in die kurze Geschichte von MyTaxi

offenbart eine ganze Reihe von unüberlegt wirkenden Aktionen.

Angefangen vom vollmundigen „Wir schaffen Sie app!“ in Richtung

der Taxizentralen über die unausgegorenen Vertragsbedingungen

bis hin zum denkwürdigen Start des Bietersystems mit

bis zu 30 Prozent Provision.

Letzteres ist meines Erachtens das deutlichste Zeichen für

Aktionismus bei Mytaxi. So war es für Mewes und Co anfangs ein

Leichtes, Taxiunternehmer für das Prinzip „eine feste Gebühr pro

Auftrag“ zu begeistern. Dabei hatte man wohl vergessen, dass in

auftragsschwachen Zeiten einerseits weniger Geld in die Taschen

von MyTaxi gespült wird, andererseits aber die Marketingmaschine

weiter bezahlt werden muss – und die Gehälter der

Geschäftsführung natürlich. Flugs wurde das Bietermodell eingeführt.

Nicht wenige Zentralisten halten das bis heute für den

schwersten Fehler der App-Macher. Auch hier wurde wieder

zurückgerudert und das Provisionslimit gesenkt.

Nun soll mit Dumpingpreisen neue Kundschaft gezogen werden.

Dabei werden hohe Summen investiert. Ein Akt der Verzweiflung?

„20 Prozent auf alles, außer Tier nahrung!“ Mit solchen Slogans

hat sich seinerzeit die Baumarkt kette Praktiker „totrabattiert“.

Ist MyTaxi bereits auf der Verliererspur?

Reaktionen aufgebrachter MyTaxi-Kunden zeigen, wo die

eigentlichen Defizite liegen. Seit jeher kümmern sich die Hamburger

mehr um das Marketing als um die Dienstleistungsqualität.

Die sollen Fahrer und Besteller unter sich ausmachen. Smart.

Und natürlich preiswert. Wird MyTaxi auch hier zurückrudern?

Kuriose Ansätze dafür gibt es: So lässt MyTaxi Köln in einer dortigen

Taxizentrale die Fahrer zu Dienstleistern ausbilden. Man

fragt sich: Können sie oder dürfen sie es nicht selbst machen?

Oder ist ihnen professionelles Qualitätsmanagement zu teuer?

Die Empfangsmitarbeiterin eines Hotels deutet auf den gelben

MT-Bestellknopf: „Das Ding fasse ich nicht mehr an. Ich hatte

solchen Ärger mit den Fahrern.“ Insbesondere bei Stornierungen

erlebe sie beängstigende Szenen. Das halte sie nervlich nicht länger

aus. Daher bestellt sie nun bei IsarFunk.

Mein Fazit: Schreckstarre? Nein. Nicht, wenn die Qualität

stimmt.

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16 TAXI JUNI / 2015

17

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TAXIVERBAND MÜNCHEN

TAXIVERBAND MÜNCHEN


GUTACHTEN ZUR

FUNKTIONSFÄHIGKEIT

DES TAXIGEWERBES

Wer den Münchener Taximarkt kennt, findet nichts Überraschendes.

Erste Auswertung des Gutachtens aus Verbands-Sicht.

Das Wichtigste zuerst: Es gibt

nichts wirklich Neues in der südlichsten

Großstadt Deutschlands.

Die Stadt München hat zur Über prüfung

der Funktions fähigkeit des Münchener

Taximarktes erstmals ein pro fessionelles

Gutachten erstellen lassen. Die Funktionsfähigkeit

muss nach Personenbeförderungsgesetz

immer dann geprüft werden,

wenn die Behörden keine neuen Taxikonzessionen

genehmigen. Und zwar im

Rahmen des sog. Beobachtungs zeitraumes

einmal jährlich. In früheren Jahren haben

die Be hörden die Steuer erklärungen der

Unter nehmen angefordert, um aus diesen

Daten Rück schlüsse über das Funktionieren

des Marktes schließen zu können. Die

Abgabe der Daten war für die Unternehmen

freiwillig, entsprechend gering war

der Rücklauf, in jedem Fall zu wenig für

eine echte und reelle Betrachtung des

Taxi marktes. In den letzten fünf Jahren

galt die Regel, dass immerhin eine Konzession

pro Jahr vergeben wurde und

dadurch die Funktions fähigkeit nicht

geprüft werden musste.

Nun also wird wieder ein Beobachtungszeitraum

eingeführt, um auch künftig

bei der Praxis bleiben zu können, dass

keine Konzessionen neu ausgegeben werden.

Dafür wurde dankenswerter weise versucht,

für München erstmalig verlässliche

Zahlen aus den Münchener Taxi betrieben

zu bekommen. Die Teilnahme an der Befragung

war verpflichtend, etwa die Hälfte der

Münchener Einzel unternehmen wurde

befragt und vollständig alle Betriebe, die

mehr als ein Taxi betreiben.

Eine ganze Reihe der nun vorliegenden

Ergebnisse war vorhersehbar:

› Dass es in München zu viele Taxifahrzeuge

gibt, erlebt jeder in leidvoller Erfahrung

während der langen Wartezeiten auf

den nächsten Fahrgast. Dass dies selbstverständlich

nicht zu den Oktoberfestzeiten

gilt, haben auch die Gutachter anerkannt.

› Dass ca. 40 Prozent der Münchener

Unternehmer sich durch kreative Buch ­

»Am drittgrößten

bayerischen

Bahnhof ist Taxi

schlicht unsichtbar.«

haltung hervortun und damit zu einer

massiven Markt verzerrung beitragen, ist

für nahezu jeden, der sich mit Taxi

beschäftigt, nichts Überraschendes. Interessant

zu beobachten wird sein, wie die

Genehmigungs behörde auf diese Daten

reagieren wird.

› Dass viele Unternehmer ihren schlechten

Verdienst und die geringen jährlichen

Gewinne nur dadurch schönigen können,

dass sie sich insbesondere beim Fahrzeugkauf

massiv verschulden, ist zwar wohl

jedem bekannt, wurde aber bisher nie

wirklich ausgesprochen.

› Das Fazit des Gutachtens, dass der Taximarkt

in München nicht „funktions fähig“

ist, war zu erwarten.

Insofern ist gut, dass nun schwarz auf weiß

einige Dinge formuliert sind, die zwar allgemein

bekannt sind, aber doch nie

berück sichtigt wurden.

Ein paar Ergebnisse aus dem Gutachten

sind zudem höchst interessant und werden

sicher sowohl in den Standplatz diskussionen

ausführlich besprochen werden als

auch in die Arbeit der Verbände und Zentralen

mit einfließen:

› Besonders schlecht schneidet die Stadt

München im Vergleich zu den anderen bisher

ca. 40 untersuchten Städten bei der

praktischen Umsetzung des Taxis als

ÖPNV ab. In nahezu allen anderen Städten

werden den Taxis Sonderrechte wie z. B.

die Mitbenutzung der Bus- und Straßenbahnspuren

in wesentlich größerem Rahmen

ermöglicht, als dies in München je

der Fall war. Andere Sonder rechte wie z. B.

die Einfahrt mit oder die Abholung von

Fahrgästen in Fußgänger zonen werden

anders wo als selbst verständlicher Teil der

Arbeit angesehen und von Fahrgästen

erwartet. Die Tatsache, dass das Taxi laut

PBefG eine Ergänzung und Verdichtung

des öffent lichen Nahverkehrs darstellt,

wird in anderen Städten von den Stadtpolitikern

und Behörden sichtbar anerkannt

und in lokalen Verkehrsregeln

FOTO: Martin Gapa/pixelio.de

FOTO: Florian Bachmann

geordnet. Als Parade beispiel für die Ignoranz

der Stadt München bei diesem Thema

wird die Neu gestaltung des Pasinger

Bahnhofs von den Gut achtern besonders

hervorgehoben. Am drittgrößten bayerischen

Bahnhof ist Taxi schlicht unsichtbar.

Daran ändern auch die nachträglichen

Schön heits korrekturen durch die Verwaltung

nichts.

› Das Gutachten geht auch auf die aktuellen

Herausforderungen durch den Mindestlohn

ein, auch wenn hier keine

Bewertung vorgenommen wird, da das

nicht Bestandteil des Auftrags war. Dennoch

errechnen die Gutachter, dass für den

Auswertungszeitraum die durchschnittlichen

Löhne an angestellte Fahrer bei

ziemlich genau acht Euro pro Stunde lagen.

Es muss dann natürlich schon die Frage

gestellt werden, wie denn – bei unveränderten

Rahmen bedingungen – die Löhne

an die gesetzlichen Vorschriften angepasst

werden können. Die Verweigerung einer

angemessenen Tarif anhebung hilft nur

denen, die durch ihre kreative Buchhaltung

ohnehin schon mit einem Bein im Gefängnis

stehen. Die ehrlichen Unternehmer werden

durch diese Wettbewerbs verzerrung

aus dem Markt gedrängt.

› Bedenklich findet das Gut achten die

hohen wöchentlichen Einsatz zeiten der

allein fahrenden Unternehmer von

60 Stunden und mehr. Konkret wird natürlich

die Beeinträchtigung des öffentlichen

Verkehrs interesses angesprochen, denn

wer übermüdet fährt, stellt ein Risiko für

alle dar. An diesem Punkt müssen sich die

Einzel unternehmer aber auch mal fragen

lassen, warum sie so vehement gegen eine

vernünftige Tarif erhöhung sind. Schließlich

wäre eine geringere durchschnitt liche

Arbeits zeit ein wesentlicher Gewinn für

die Lebens qualität. Laut Gutachten gibt es

sehr wohl einige Städte, in denen der Taximarkt

funktioniert und der artig lange

Arbeits zeiten nicht existieren. fb

Betriebs- und Verkehrsmedizinisches Untersuchungszentrum

des BDF – Überbetrieblicher Dienst Dr. Hingerle GBR

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Geschäftsführender

Vorstand des

Taxiverbandes

München TVM,

Florian Bachmann.

Die Mitglieder der Taxikommission sind mehrheitlich

der Meinung, nicht ausreichend über

die Auswirkungen der Einführung des Mindestlohns

im Taxi informiert zu sein und nicht

genug Informa tionen über die wirtschaftlichen

Rahmenbedingungen eines Taxi unternehmens

zu haben. Deswegen sollen Aufstellungen über

die Kosten struktur sowohl eines Einzelunternehmens

als auch von Mehrwagenbetrieben erstellt werden. Für

die nächste Sitzung der Taxikommission, die für Herbst geplant

ist, soll dann ein angepasster Taxi tarif von den Behörden vorgelegt

werden. Eine Entscheidung über einen erhöhten Taxi tarif soll also

noch dieses Jahr von der Kommission getroffen werden.

Aus diesem Grunde arbeitet der Taxiverband München derzeit

an den von den Stadträten gewünschten Kostenmodellen. Den

konkreten Kosten eines Unternehmens werden die Einnahmemöglichkeiten

gegenübergestellt. Damit ist eine realitäts nahe

Gewinn ermittlung darstellbar. Die Rahmen bedingungen werden

dem Gut achten entnommen, die realen Kosten aus den Buchhaltungen

verschiedener Betriebe zusammengefasst.

Gleichzeitig wird der Taxiverband die Anregungen und Informationen

aus dem Gutachten aufnehmen und in einem geänderten

Tarif antrag zusammenfassen, der in Kürze bei der Behörde

eingereicht wird. Wenn wir also nach 2013 einen Taxitarif bekommen,

der es möglich macht, die gesetzlichen Regelungen einzuhalten,

dann hilft das dem gesamten Münchener Taxigewerbe.

Allen Pressemeldungen der letzten Wochen zum Trotz werden

wir alles daran setzen, dass noch in diesem Jahr ein Tarif in Kraft

gesetzt wird, der es den Betrieben mit Personal erlaubt, die

Mindest löhne ohne freie Interpretation der Arbeitszeit gesetze und

Pausenregelungen zu bezahlen. Frau Nahles hatte bereits beim

Beschluss des Mindest lohnes die Behörden dazu aufgefordert,

Anpassungen an den Taxitarif großzügig zu genehmigen. Offensichtlich

hat diese Aufforderung den Weg von der Hauptstadt bis

nach München nicht geschafft.

fb

hingerle.indd 1 07.02.14 15:02

18 TAXI JUNI / 2015

19


FLUGHAFEN

FLUGHAFEN

Im Taxigutachten für die Stadt München findet der Flughafen besondere

Erwähnung. Vom Flughafen gehen im Jahr 600 000 Touren ab,

geschätzt ebenso viele Fahrten führen zum Flughafen. Damit generiert

er 1,2 Millionen Aufträge für das Taxigewerbe im Jahr.

Dem Taxigewerbe kommt dabei zugute, dass der Münchner

Flughafen mit knapp 40 Millionen Passagieren im Jahr zu den

größten Airports in Europa zählt. Im Deutschlandvergleich liegt

er momentan hinter Frankfurt auf Platz zwei. So viele potenzielle

Fahrgäste ziehen Taxifahrer an: 22 Prozent der Münchner

Taxi unternehmen geben an, sich überwiegend am Flughafen

bereitzustellen.

Trotz des hohen Passagieraufkommens liegt die Quote der Fluggäste,

die nach der Ankunft ins Taxi umsteigen, sehr niedrig. Nur

zwölf Prozent der Passagiere erreichen oder verlassen die Terminals

per Taxi. Zum Vergleich: In Köln sind es 21, in Berlin-Tegel

SAUBERER

FLUGHAFEN

Von den zahlreichen Fluggästen nutzen nur

zwölf Prozent das Taxi. Das ergibt das Gutachten

von Linne + Krause über die Funktionsfähigkeit

des Taxigewerbes in der Landeshauptstadt

München im Kapitel zum Flugverkehr.

GUTACHTEN:

MUC FÖRDERT

TAXIUMSATZ

oder Hamburg-Fuhlsbüttel sogar knapp 40 Prozent. Zu den Minuspunkten

laut Gutachten zählen daher die Lage des Flughafens und

das breite Angebot an anderen Transportmitteln. So ziehen

13 Prozent Linienbus oder Bustransfer vor und 32 Prozent nutzen

die S-Bahn. Die meisten Flugreisenden aber fahren entweder selbst

zum Flughafen oder lassen sich bringen oder abholen. Dafür stehen

am Airport 30 000 Parkplätze zur Verfügung. Wie viele Kunden

Mietwagenangebote nutzen – mit oder ohne Fahrer –, erfasst das

Gutachten nicht.

Zusätzlich erschwert der zu Fachmessen im 30-Minuten-Takt

verkehrende Messe-Shuttle das Taxigeschäft. Auch wenn das

Gutachten hierzu keine Zahlen erfasst hat, dürfte den Kollegen

durch die gute Anbindung der Messe der eine oder andere lukrative

Hafenstich entgehen. Welche Konsequenzen das Taxigewerbe

aus den Zahlen zieht, bleibt abzuwarten.

tb

Während man hierzulande

gewohnt ist, von Rekord zu

Rekord zu fliegen, könnten

die wichtigsten deutschen und europäischen

Airports bald über sinkende Fluggastzahlen

klagen. Der Grund: Bereits in

zweieinhalb Jahren soll in Istanbul ein

moderner und gigantischer Flughafen in

Betrieb genommen werden, der sich zum

bedeutendsten Drehkreuz im internationalen

Flugverkehr entwickeln könnte.

Deutschlands Drehkreuz Nummer eins,

der Frankfurter Flughafen, steht schon jetzt

unter dem Druck ausländischer Fluglinien

mit Heimatflughäfen im Nahen Osten. Gerade

die Ölförder staaten können es sich erlauben,

ihre prestigeträchtigen Airlines nach

Belieben zu fördern – und ihre Petrodollars

in große Flughäfen investieren.

Frankfurt hat mit einem anderen Problem

zu kämpfen: dem Platz. So hat die

Betreibergesellschaft Fraport angekündigt,

noch in diesem Jahr mit dem Bau eines

umstrittenen dritten Terminals in Frankfurt

zu beginnen. Nur mit einer dritten

Sein neuer Flughafen

könnte

Frankfurt und

München Fluggäste

kosten:

Temel Kotil, Chef

der türkischen

Flug gesellschaft

Turkish Airlines.

GEFAHR AUS DEM OSTEN

Während der Orient expandiert, hat der Okzident mit Problemen

wie Bürgerbegehren und Nachtflugverbot zu kämpfen.

Münchens OB

Dieter Reiter

legt sich fest:

keine dritte

Startbahn ohne

neuen Bürgerentscheid.

Startbahn und nur mit einer Aufhebung

des strengen Nachtflugverbots könne man

auf Dauer wettbewerbsfähig bleiben. Sonst

liefe man Gefahr, sich von Istanbul oder

Dubai den Rang ablaufen zu lassen. Selbst

bei Zuwächsen von nur zwei bis drei Prozent

im Jahr hätte man ohne Flughafenausbau

bereits 2021 die Kapazitätsgrenze

überschritten.

Ähnliches könnte auch München drohen.

So sieht Münchens Oberbürgermeister

Dieter Reiter nur dann eine Chance für

eine dritte Startbahn in München, wenn

die bereits bestehenden Start- und Landebahnen

nachweislich nicht mehr ausreichten.

Selbst dann müssten die Bürger

erneut entscheiden. Es soll zwar jeder die

Chance bekommen, bei geänderter Sachlage

sein Projekt erneut zur Diskussion

zu stellen, eine Zustimmung der Landeshauptstadt

zu dem Milliardenprojekt gegen

den erklärten Willen der Münchner Bürger

schloss Reiter jedoch kategorisch aus.

Das könnte der Konkurrenz in die

Hände spielen. Das alte Drehkreuz der türkischen

Fluggesellschaft Turkish Airlines,

der Atatürk-Flughafen in Istanbul, könnte

Frankfurt schon in diesem Jahr überflügeln.

Bereits 2014 fehlten Istanbul nur drei

Millionen Passagiere, um Frankfurt mit

seinen 60 Millionen Fluggästen einzuholen.

Temel Kotil, Chef der Turkish Airlines,

sieht die Chancen seines Flughafens

im Transit. Die Lage Istanbuls am Übergang

von Europa nach Asien sei für viele

Umsteiger ideal. Das neue Flughafenprojekt

ist ehrgeizig: Die neue Anlage soll am

Ende der Ausbauphasen über vier Terminals

und sechs Landebahnen verfügen.

Bei Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer

des Flughafenverbandes ADV, lässt das die

Alarmglocken läuten. Er richtete einen dringenden

Appell an die Bundesregierung:

Wettbewerbsverzerrende Regulierungen

wie die Luftverkehrsteuer oder aus ufernde

Nachtflugbeschränkungen könnten nicht

länger hingenommen werden, erforderliche

Ausbauvorhaben wie die notwendige dritte

Bahn am Flughafen München seien endlich

anzugehen.

tb

Bereits zum fünften Mal in Folge erhält der Münchner Airport

ein Zertifikat für seine erfolgreichen Bemühungen zur Verminderung

von CO 2

-Emissionen. Bei der Initiative „Airport Carbon

Accreditation“, die vom europäischen Flughafendachverband

ACI Europe ins Leben gerufen wurde, erreichte der Münchner

Airport das „Level 3“, die zweithöchste von vier möglichen

Bewertungsstufen. Das Zertifikat wird an Flughäfen verliehen,

die durch effektive und nachhaltig wirksame Schritte zur Verminderung

der CO 2

-Emissionen beitragen und andere Partner

am Flughafen – insbesondere die Luftverkehrsgesellschaften –

in diese Bemühungen einbinden.

Der Klimaschutz ist ein zentrales strategisches Unternehmensziel

der Flughafen München GmbH (FMG): So soll das weitere

Wachstum am Münchner Airport bis zum Jahr 2020 bezogen

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (links) und

Flughafenchef Dr. Michael Kerkloh (rechts) vor

dem Stand der FMG auf der Air Cargo Europe im Rahmen

der 15. transport logistic in München.

auf das Basisjahr 2005 CO 2

-neutral gestaltet werden. Ein weiterer

Erfolg, den Dr. Michael Kerkloh, Vorsitzender der Geschäftsführung

der FMG, seiner Bilanz hinzufügen kann. So viel Engagement

freut nicht nur die Umwelt – auch Bundesverkehrsminister Alexander

Dobrindt dürfte mit der Entwicklung zufrieden sein. tb

FOTOS: Werner Hennies / FMG (oben), Alex Tino Friedel / FMG

FOTOS: Turkish Airlines (links), Konrad Ferterer / SPD München (rechts)

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20 TAXI JUNI / 2015

21


ELEKTROMOBILITÄT

ELEKTROMOBILITÄT

WATT IHR

VOLT

30 MILLIONEN

FÜRS

STROMERN

Zuschüsse für E-Autos und

Hunderte neue Ladepunkte.

Die Stadt München investiert

viel Geld in die Elektromobilität.

Ladestation Blumenstraße.

Typ-2-Stecker.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ursprünglich wollte das

Plenum des Stadtrates das „Integrierte Handlungs programm

zur Förderung der E-Mobilität in München“ (IHFM) am

6. Mai verabschieden. Aber weil noch einige Änderungsanträge zu

bearbeiten waren, wurde der Beschluss bis nach Redaktionsschluss

dieser Ausgabe verschoben. Doch nach Überraschungen sah es nicht

aus. Nach den Vorarbeiten von Umweltausschuss, Wirtschaftsausschuss

und Kreisverwaltungsreferat gelten unter anderem diese Eckpunkte

als ausgemacht:

Für gewerblich genutzte Elektrofahrzeuge wird es Zuschüsse von

der Stadt geben. Taxiunternehmer können mit 4000 Euro Förderung

pro Wagen planen. Außerdem soll die öffentliche Ladeinfra struktur

deutlich ausgebaut werden. Wer sich zu Hause eine Ladestation einrichten

will, kann einen Teil der Kosten der Stadt in Rechnung stellen.

Das Netz an öffentlichen Lademöglichkeiten für Elektroautos in

der Stadt ist tatsächlich noch sehr ausbaufähig, dennoch gibt es

schon jetzt mehr Tankmöglichkeiten, als viele denken. Allein die

Münchner Stadtwerke betreiben zurzeit rund ein Dutzend Ladestationen,

die man mit dem weitverbreiteten Stecker vom Typ 2 – auch

„Mennekes-Stecker“ genannt – nutzen kann. Viele funktionieren

außerdem mit Schuko steckern. Diese Ladestationen bieten zwei

gewaltige Vorteile: Erstens stellen sie ausschließlich Strom zur Verfügung,

der aus Wasserkraft gewonnen wird. Das heißt: Elektroautos,

die hier aufgeladen werden, produzieren weder beim „Tanken“

noch während der Fahrt CO 2

. Zweitens bekommt man den SWM-

Strom beinahe kostenlos. Lediglich für die benötigte Tankkarte werden

einmalig 49 Euro fällig.

Außerdem gibt es auf die ganze Stadt verteilt mehrere Dutzend

weitere Möglichkeiten, sein Elektroauto aufzuladen, oft kostenlos,

in manchen Fällen zu moderaten Preisen. Viele Ladesäulen findet

man in öffentlichen Parkgaragen, auf den Parkplätzen von Großmärkten

oder bei Autohäusern. Hier beispielhaft ein paar Adressen, die

leicht zu erreichen sind und die jeder Taxifahrer kennt: Das Pschorr-

Parkhaus am Altheimer Eck stellt auf dem Parkdeck U3 rund um die

Uhr acht Lademöglichkeiten für Typ-2-Stecker zur Verfügung. Das

Laden kostet, zusätzlich zur Parkgebühr, einen Euro pro Stunde. Die

jeweils drei Schuko-Anschlüsse an den V-Märkten in der Balan straße

(Tiefgarage) und im Euro-Industriepark (Parkplatz) sind zwischen

7 Uhr und 20 Uhr für Kunden umsonst. Das Nissan-Autohaus in der

Zamdorfer Straße 90 bietet während der Öffnungszeiten eine kostenlose

Schnell ladestation (!) für jedermann (also nicht nur für Nissan-

Fahrer). Wenn die Säule nicht gerade besetzt ist, muss man sich nur

am Empfang melden – und schon kann’s losgehen.

Lademöglichkeiten während des Einkaufs oder des Essens gibt es

auch, zum Beispiel bei den hagebaumärkten in der Lerchenauer Straße

und der Hofmannstraße und bei

fünf McDonald’s-Restaurants.

»Um E-Mobilität

zukunftsfähig

zu machen,

müssen wir

die Rahmenbedingungen

verbessern.«

Oberbürgermeister

Dieter Reiter

Eine Lade säule – echt wahr –

habe ich auch auf dem Parkplatz

vom Laufhaus Vitalia im Euro­

Indus triepark gesehen. Nicht

recherchiert habe ich, ob der

Strom extra kostet oder im Preis

inbegriffen ist.

Es gibt also jetzt schon einige

Möglichkeiten, die Tagesreichweite

durch Zwischendrin-Laden

zu erhöhen (mehr dazu im nebenstehenden

Text), aber zusätzlich

ist natürlich eine „Heimatsteckdose“

nötig, um den Fahrzeugakku

jederzeit zuverlässig vollladen zu können. Dazu sollte man sich

an den Elektromeister seines Vertrauens wenden. An den Kosten der

Einrichtung beteiligt sich, wie gesagt, die Stadt.

rb

FOTOS: Mennekes, SWM

FOTO: Frank-Achim Schmidt

ELEKTRO-TAXI – SCHON

BEREIT FÜR DEN ALLTAG?

Taxler fahren nicht in die Arbeit. Fahren ist ihre Arbeit.

Reicht eine Akkuladung für eine komplette Taxischicht?

Taxi Times München-Redakteur Robert Biegert testete im vergangenen Jahr zehn Monate

lang einen Nissan Leaf im Rahmen des Projekts „E-Plan München“.

Das war auch für mich die spannendste

Frage, als ich im Juni

2014 im Rahmen des Projekts

„E-Plan München“ einen Nissan Leaf als

Testfahrzeug übernommen habe. Zehn

Monate lang habe ich das Elektroauto im

regulären Taxibetrieb bewegt, allerdings

im Wechsel mit meinem eigenen Wagen,

einem Verbrenner.

Und das ist schon ein Hinweis auf die

Antwort: Nein, in der Regel reicht eine

Akkuladung nicht für eine ganze Schicht,

wenn man nicht gerade in einem Tesla

unterwegs ist. Es gibt keine pauschale

Antwort auf die Frage, wie viele Kilometer

weit man zum Beispiel mit den 24 Kilowattstunden

kommt, die der Energiespeicher

des Nissan fasst. Bei mir waren es

im Alltagsstadtverkehr bei mildem, trockenem

Wetter, das heißt: ohne Klimaanlage,

150 bis 160 Kilometer. Bei Kälte,

starker Hitze oder Dauerregen hat die Klimaanlage

so viel Energie gefressen, dass

90 bis 100 Kilometer das höchste der

Gefühle waren. Ein anderer wichtiger Faktor

ist die Geschwindigkeit: Auf der Autobahn

schmilzt die Restreichweite wie

Butter in der Sonne.

Aber Akkureichweite bedeutet ja nicht

automatisch Tagesreichweite. Entscheidend

ist, wie effizient es dem Fahrer

gelingt, die häufigen Standzeiten, die es in

jeder Taxischicht gibt, zum Nachladen zu

nutzen. Im Rahmen des Projekts war ich

da eingeschränkt, weil ich aus methodischen

Gründen nur fünf bestimmte Ladestationen

benutzen durfte. Mit der

stadtweiten Ladeinfrastruktur aber, die es

jetzt schon gibt, und erst recht mit der, die

in nächster Zeit neu entstehen wird, eröffnen

sich viel bessere Perspektiven. An

einer einfachen Ladestation lassen sich in

einer Stunde etwa 30 zusätzliche Kilometer

gewinnen, an den noch seltenen Schnellladestationen

dauert es sogar nur eine

halbe Stunde, den Akku wieder bis 80 Prozent

zu füllen.

Wenn ich zwei Wünsche frei hätte,

ginge einer an die Industrie: Baut Akkus

mit größerer Kapazität! Tesla hat bewiesen,

dass es geht. Die Stadtpolitiker würde ich

bitten: Errichtet und fördert eine flächendeckende

Ladeinfrastruktur! Wenn beide

Wünsche in Erfüllung gegangen sind,

spricht nichts mehr gegen die Alltagstauglichkeit

von Elektrotaxis.

EIN GEDANKENEXPERIMENT

Stellen wir uns mal vor, Elektromotoren

wären schon seit Jahrzehnten der Standardantrieb

für Autos und jetzt käme jemand

auf die Idee, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren

auszurüsten. Was wären die

Gegenargumente? Zum Beispiel: Es ist doch

eine dumme Idee, einen wertvollen und

endlichen Rohstoff wie Erdöl mit großem

Aufwand zu raffinieren und ihn dann in

Motoren zu verbrennen, wenn dabei klimaschädliche

und gesundheitsge fährdende

Abgase entstehen. Der Wirkungs grad dieser

neumodischen Verbrennungsmotoren

ist nicht einmal halb so hoch wie der von

Elektromotoren.

Autos mit Verbrennungsmotoren bräuchten

im Vergleich zu unseren wartungsarmen

Elektroautos viele Teile und Stoffe, die Geld

kosten und gewartet, beziehungsweise ausgetauscht

werden müssen.

Oder – um es in den Worten von Kaiser

Wilhelm II. zu sagen: „Ich glaube an das

Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende

Erscheinung.“

rb

22 TAXI JUNI / 2015

23


POLITIK

TAXLERTIP

Landesvorsitzender

der JuLis Lukas Köhler:

Die FDP ist kein

Feind des Taxigewerbes.

Rechts zur Erde, links

zum Paradies. Nun

wähle ein jeder selbst.

DAS SOLLTEN

SIE IHREN

FAHRGÄSTEN

ERZÄHLEN

IST DAS PBEFG

IN GEFAHR?

Gleich nach dem juristischen Sieg über

UberPOP beunruhigte die Meldung das

Gewerbe, Uber hätte gegen die Bundesrepublik

Deutsch land Beschwerde bei der

EU-Kommission in Brüssel eingelegt. Die

Sorge: Die EU-Kommission könnte das

zum Anlass nehmen, das nationale Per sonen

beförderungs gesetz zu kassieren und

damit Uber den Weg in den deut schen

Markt ebnen. Geht das überhaupt? Taxi

Times München fragt nach bei Steffen

Schulz, Presse sprecher der Vertretung der

Europäischen Kommission in München.

„Was die EU-Kommission bei so einer

Beschwerde macht“, erklärt Schulz, „ist, zu

prüfen, ob ein nationales Gesetz gegen EU-

Recht verstößt.“ Das wäre zum Beispiel

der Fall, wenn Dienst leister aus den Nachbar

staaten mit besonderen Auflagen davon

abgehalten werden, ihre Dienste hierzulande

anzubieten. „Im Moment prüfen

wir die Beschwerden und analysieren die

Taxi märkte in der EU. Das heißt nicht

automatisch, dass die Kommission die

Regu lie rung des deutschen Taximarktes

kippen wird“, sagt Schulz. Und weiter: „Es

gibt zur zeit keine europäischen Regelungen

im Be reich des Taxigewerbes. Deshalb verschwindet

das PBfG mit Sicherheit nicht

über Nacht.“

tb

LIBERALISIERUNG

DES TAXIMARKTES?

Ein Gastbeitrag von Konstantin Kuhle, dem Bundesvorsitzenden

der Jungen Liberalen, im „Handels blatt“ sorgte für Kritik aus dem

Taxigewerbe. Freigabe der Tarife, P-Schein für jedermann ohne

Gesundheitsprüfung oder Nachweis der Ortskunde, Vorschriften

die Taxi farbe, die Anzahl der Türen oder den verpflichtenden Einbau

einer Alarm anlage betreffend seien zu streichen. Für uns

klang das stark nach einem „Lex Uber“, einem Gesetz ganz nach

dem Gusto von Travis Kalanick und Konsorten.

Deshalb hat die Münchner Redaktion der Taxi Times bei Lukas

Köhler, dem Landes vorsitzenden der Bayerischen JuLis, nachgefragt,

was es mit den Forderungen der „Jungen Wilden“ innerhalb

der FDP auf sich hat. „Die Aussagen von Konstantin Kuhle beziehen

sich auf einen Beschluss der Jungen Liberalen vom letzten

Bundeskongress im Oktober letzten Jahres“, erfahren wir von Köhler.

„Wir haben uns intensiv mit dem Taxi gewerbe beschäftigt und

sind der Überzeugung, dass es den Kunden wie dem Gewerbe am

meisten nützt, wenn der Taxi markt in Deutsch land liberalisiert

wird.“ Mit einem „Lex Uber“ hat das gar nichts zu tun. „Es geht

uns nicht darum, einen Anbieter einseitig zu begünstigen“, so

Köhler weiter. „Wir wollen Chancen gleichheit für alle!“ Und die

sei nur dann zu gewährleisten, wenn ineffiziente Gesetze beseitigt

werden, während man sich gleichzeitig um die Einhaltung tatsächlich

notwendiger Gesetze kümmert. Ein gutes Beispiel dafür

sei die Forderung der Julis, dass alle Fahrer ihren steuerlichen

Pflichten nach kommen. „Ein Direktsteuer abzug beim Vermittlungsdienst

ist unserer Meinung nach das Mittel der Wahl“, sagt

Köhler. „So eine Regelung könnte richtungs weisend für die gesamte

Share conomy sein.“

tb

EU-Vertretungs sprecher Steffen Schulz:

„Dass die EU-Kommission einer Beschwerde

nachgeht und dabei ein nationales Gesetz

überprüft, ist ein ganz normaler Vorgang.“

FOTOS: Sanjar Khaksari (oben), Europäische Kommission, Vertretung München (unten)

FOTOS: Helmut Hack

ZWISCHEN HIMMEL

UND ERDE …

… gibt es mehr Dinge, als wir mit unserem Verstand

erkennen können. Behauptet zumindest Laotse.

Er konnte den Brandner Kaspar in

Untergiesing nicht kennen, und

dennoch scheint er ihn zu beschreiben.

In dem kurz vor der ersten Mondlandung

eröffneten Lokal in der Som merstraße

befindet man sich genau an der Schnittstelle

zwischen Himmel und Erde. Der

zweigeteilte Raum präsentiert einerseits

die irdische Heimat des Brandner Kaspar

im ländlichen, einfachen Stil, wo er den

Boandlkramer unter den Tisch trinkt, so,

wie Franz von Kobell in der literarischen

Vorlage die Szenerie beschreibt, und

gewährt im anderen, größeren Teil des

Gast raums Einblick ins himmlische Paradies,

das in der bayerisch-katholischen

Vorstellung nicht unbedingt von Askese

und dezenter Zurück haltung geprägt ist.

Ganz im Gegenteil ist es ein barocker Himmel

voller Lebens lust und Lametta in

Ein Paradies wie früher in Großmutters

Stube. Der Brandner

Kaspar blieb bekanntlich lieber

in der eigenen.

Bausch und Bogen. Hunderte sexy Barbie-

Engel umtanzen dort spiegelnde Discokugeln,

aus einer Nische schenken zwei

Rauschgold engel Nektar und Ambrosia ans

himmlische Volk aus, und von weit oben

erschallt ein stilistisch bunt gemischtes

Hosianna und Hallelujah. Frohlocken

allent halben. An güldenen und silbernen

Tafeln sitzen die himmlischen Heer scharen

umringt von kitschigen Heiligen bildern,

wie sie früher bei Großmutter die Stube

schmückten, und blicken mitleidig herab

auf das Erdengeschöpf auf seiner Holzbank.

Wenigstens hat er Kerschgeist, der

ihn wärmt, den armen Sünder.

PFORTE INS PARADIES

Falls der Einblick ins Paradies, den der

vom Kerschgeist beschwipste Boandlkramer

dem Brandner Kaspar gewährt hat,

nur halb so spektakulär betörend und die

Sinne verwirrend war wie die detailverliebte

Dekoration von Wirtin Dagmar

Brandner, kann man nachvollziehen,

warum der grantige Vor alpen-Witwer aus

der volks tümlichen Sage es vorzog, dort zu

bleiben. Zu unser aller Erleuchtung ist die

Untergiesinger Pforte ins Paradies dagegen

keine Einbahnstraße, freitags und samstags

kann jeder Sterbliche ab 20 Uhr einen

unverbindlichen Blick hineinwerfen. Er

sollte der Wirtin aber vorher telefonisch

Bescheid geben oder postalisch eine Reservierung

einreichen – E-Mails gibt es im

Himmel ebenso wenig wie SMS –, sonst

kann es geschehen, dass er wie an allen

anderen Tagen vor verriegelten Türen

steht. So verlockend ein zeitweilig geöffneter

Himmel auch ist, auf seiner Kehrseite

hat er zu allen anderen Zeiten geschlossen.

Hier begegnet der

Boandlkramer dem

Brandner Kaspar

zum ersten Mal. Eine

Begegnung, von der

mindestens einer

einen fetzen Rausch

heimbringen wird.

Was die Barbies und eine Handvoll muskulöser,

lendenbeschurzter Kens dann

machen, bleibt der Spekulation überlassen.

KERSCHGEIST MUSS SEIN

Man kann sogar den gesamten Himmel

für sich und seine Freunde, die Familie

oder Kollegen mieten. Und das kostet

nicht die Welt! Gegen eine geringe Gebühr

stellt Frau Brandner überdies Geschirr

und Besteck fürs mitgebrachte Büfett. Der

Kerschgeist geht nie zur Nei ge, die irdische

Last fällt von einem. Reich ist, wer

weiß, dass er genug hat, würde Laotse

dazu sagen.

hh

Brandner Kaspar

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24 TAXI JUNI / 2015

25


NACH REDAKTIONSSCHLUSS

ERSTER UBER-FAHRER

VERURTEILT

UBERX STARTET

AUCH IN MÜNCHEN

„Bild“ berichtet am 18. Mai darüber, dass in Hamburg ein

Uber-Fahrer zu einer Geldstrafe von 1 350 Euro ver urteilt

wurde. Das Gericht blieb damit deutlich unter den vom

Kläger – dem Rechts amt der Wirtschafts behörde – geforderten

7 650 Euro. Dem Fahrer konnten drei Fahrten ohne

Personenbeförderungs schein nach gewiesen werden – dies

wurde vor knapp einem Jahr vom Hambur gischen

Oberverwaltungs gericht bei Uber­ Fahrten ausdrücklich

verboten. Laut Wirtschafts behörde stehen noch 20 weitere

Verfahren gegen Uber-Fahrer ohne P-Schein an. tb

Nach Angaben von Uber Deutschland startet noch im

Mai das neue Produkt UberX. Alle Fahrer und Fahrzeuge

sollen nach Unternehmens angaben über die

notwendigen Legitimationen verfügen. Die Fahrer

sind – wie bei UberPOP, das komplett eingestellt wird –

selbst ständig und arbeiten auf eigene Rechnung. Hamburg,

Frankfurt, Düsseldorf und München sind die

ersten UberX­ Städte. Berlin soll in einigen Wochen

folgen. Wie genau die Rückkehr pflicht für Mietwagen

eingehalten wird, wird sich zeigen.

tb

FOTO: spd.de

NEUE VERMITTLUNGSGEBÜHR

BEI MYTAXI

Der App-Anbieter informiert seine Fahrer,

dass zum 1. Juli eine neue Vermittlungsgebühr

erhoben wird. Statt einer variablen

Gebühr von 3 bis 15 Prozent sollen es

einheitlich 7 Prozent vom Fahrpreis sein.

Die Vermittlung erfolge dann nur nach

Nähe zum Fahrgast – nicht mehr nach

Bewertung, Zahlungsbereitschaft und

Außenwerbung. Abrechnung und Auszahlung

sollen bereits zum 1. Juni wöchentlich

erfolgen. 75 Prozent der Fahrer

„Dienstleistung ist ein

Grundbedürfnis der

Bevölkerung“: Der

SPD-Politiker Carsten

Sieling setzte sich im

Bundes finanz ausschuss

für 7 % MwSt. im Taxi ein.

hätten sich bei einer Abstimmung für das

fixe Preismodell mit 7 Prozent entschieden.

Nach Fahrerinformationen standen

auch Preismodelle von 3 bis 15 Prozent –

also wie gehabt – und von 5 bis 10 Prozent

zur Wahl. Laut Branchenkennern war

die Sieben-Prozent-Variante für die Fahrer

„die kleinstmögliche zu schluckende

Kröte“. Immerhin wurde so der Fahrgastversteigerung

eine klare Ab sage erteilt.


tb

LETZTE

MELDUNG

„Hallo Taxi“ berichtet in einer Blitzmeldung,

dass der SPD-Politiker Carsten

Sieling Ministerpräsident des Landes

Bremen wird. Bisher saß Sieling im deutschen

Bundestag. „Hallo Taxi“ weiter:

„Sieling hatte sich in den vergangenen

Jahren bereits einen Namen als Kenner

des Taxigewerbes gemacht. Möglicherweise

steht ein Votum der Mitglieder der Bremer

SPD noch aus. Da Sieling, der dem

linken Spektrum der Partei zugerechnet

wird, der einzige Kandidat ist, wäre mit

seiner Wahl aber mit großer Wahrscheinlichkeit

zu rechnen. Bremen war das erste

Bundesland mit einem landeseigenen

Mindestlohn.“ Vor allem dem norddeutschen

Taxigewerbe ist Sieling kein Unbekannter.

So setzte er sich zum Beispiel für

den Erhalt des ermäßigten Mehrwertsteuer

satzes im Taxi ein.

tb

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IMPRESSUM

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München ist Jürgen Hartmann 100 %

Vielen Dank, dass Sie

da waren!

• über 1.000 Besucher bei der

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• unser Team im Taxi-Center ist mit

unseren Leistungen im Verkauf

und Service gerne für

Sie da!

Anbieter: Daimler AG, Mercedesstraße 137, 70327 Stuttgart – Partner vor Ort: Mercedes-Benz Niederlassung München, Landsberger Straße 382,

Verkauf – Unsere Taxibeauftragten beraten Sie gern: Nilüfer Celik 0 89 12 06 14 36, Michele J. Cocco 0 89 12 06 14 48,

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Thomas Fischer, Robert Humpl, Thomas Golob – Terminvereinbarung unter 0 89 12 06 14 20; www.taxi-mit-stern.de


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