Haftpflicht - Nassau Versicherungen

nassauversicherungen

Haftpflicht - Nassau Versicherungen

NASSAU MAKLERINFO

März

2011

Der Spezialist für individuelle

Versicherungslösungen

Im MediaPark 5 50670 Köln T +49 221 16795-0 F +49 221 16795-10 E info-de@nassau.eu www.nassauversicherungen.de


Editorial

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

uns alle hält die Japan Katastrophe derzeit in Atem. Die Auswirkung

auf die Versicherungsmärkte wird spürbar sein. Viele Rückversicherer

haben bereits angekündigt, dass sie ihre prognostizierten Ergebnisse

für 2011 nicht erreichen werden. Ein mögliches Vorzeichen eines Umschwungs

zu einem härteren Markt.

Über eine Kehrtwende auf anderen Ebenen haben wir Sie Anfang des

Jahres informiert. Die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG hat

die Nassau Verzekering Maatschappij N.V. gekauft. Die Transaktion

wird voraussichtlich im Laufe des zweiten Quartals abgeschlossen sein

und danach wird mit der Integration der Nassau in den HDI-Gerling

Konzern begonnen. Wir werden Sie selbstverständlich über die

Neuigkeiten auf dem Laufenden halten. Vorläufig ist für Sie wichtig,

dass Ihre gewohnten Ansprechpartner in den Nassau Standorten

Köln, Hamburg und München erhalten bleiben.

Wir freuen uns, Ihnen heute die erste Nassau Maklerinfo 2011 zu

präsentieren.

Sie erfahren von Holger Witthaus, Senior Underwriter Haftpflicht,

Interessantes über die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung von

Haus-, Grundstücks- und Wohnungseigentumsverwaltern.

Die Abteilung Produktentwicklung und Special Lines informiert Sie

über zwei neue Produkte. Mit der Entwicklung des Nassau Event

Covers und des Nassau Film Covers wurde die Produktpalette der

Nassau Versicherungen um einen interessanten Versicherungszweig

erweitert.

Von der Abteilung Krisenmanagement erwartet Sie dieses Mal ein

Artikel über die Historie und das Deckungskonzept der Produktschutzversicherung

und unsere Schadenabteilung informiert Sie, wie ein

umfassender Versicherungsschutz helfen kann, Deckungslücken zu

vermeiden.

Weiterhin stellt Ihnen das Regionalbüro Nord die neue Kollegin

Andrea Goldbaum vor und zu guter Letzt informieren wir Sie über

unsere Corporate Social Responsibility Aktivitäten.

Viel Lesevergnügen wünscht Ihnen

Ihr

Arnold A. Pit

Hauptbevollmächtigter

März 2011

Nassau Maklerinfo

Themen der 9. Ausgabe

Haftpflicht SEITE 3

Erkenntnisse aus dem Dialog

mit unseren Kunden

Holger Witthaus

Senior Underwriter

Haftpflicht

Regionalbüro Nord

Produktentwicklung & SEITE 6

Special Lines

Nassau Versicherungen bietet zwei

neue Cover im Medienbereich an

Christina Mertens

Versicherungsbetriebswirtin (DVA)

Senior Underwriter

Event & Film

Krisenmanagement SEITE 8

Die Produktschutzversicherung

Wolfgang Dinzen

Mitglied der Geschäftsleitung

Direktor Krisenmanagement

Schadenmanagement SEITE 15

Ein umfassender Versicherungsschutz

hilft Deckungslücken zu vermeiden

Alla Buchmiller

Rechtsanwältin

Junior Claims Specialist

Schadenmanagement

Regionalbüro Nord SEITE 18

Underwritingteam verstärkt

Thomas Pache

Dipl.-Ing./Dipl.-Wirtschaftsing.

Leiter Regionalbüro Nord

Corporate Social SEITE 19

Responsibility

Nassau Versicherungen unterstützt

wünschdirwas e.V.

Martina Swienty

B.A. Kulturwirt

Account Management & Marketing

Impressum SEITE 20

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Haftpflicht

Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

von Haus-, Grundstücks- und Wohnungseigentumsverwaltern

weiter verbessert

Erkenntnisse aus dem Dialog mit unseren Kunden

Holger Witthaus

Senior Underwriter

Haftpflicht

Regionalbüro Nord

In Branchenkreisen ist es allgemein bekannt, dass die „ganz normale“ Rechtsfortbildung durch Urteile, wie die

des Kammergerichts Berlin, Beschluss vom 13.10.2006 (Aktenzeichen: KG 3 U 3/06), das Risiko von Hausverwaltern

auf Schadenersatz in Anspruch genommen zu werden, immer weiter erhöht.

Im vorliegenden Fall führte eine Hausverwaltung Vermietungen im Auftrag des Vermieters durch. Sie benutzte

dafür Mietverträge mit Schönheitsreparaturklauseln, welche gemäß Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs

unwirksam waren. Da der Vermieter in Folge dessen keinen Anspruch auf Schönheitsreparaturen gegen die

Mieter durchsetzen konnte und sämtliche Arbeiten auf eigene Kosten durchführen lassen musste, wurde der

Schadenersatzforderung gegen seine Hausverwaltung stattgegeben.

Dies ist nur ein Beispiel für geänderte Rechtsprechung, die neben einer Vielzahl zu beachtender, regional unterschiedlicher

Regelungen und Verordnungen zu einer verschärften Haftungssituation führt.

Für viele hieraus entstehende Haftpflichtansprüche bietet unser Deckungskonzept für Haus-, Grundstücks- und

Wohnungseigentumsverwalter bereits Versicherungsschutz. In den vergangenen Monaten sind wir in unseren

ständigen Dialogen mit Maklerhäusern vermehrt auf weitere Haftungs- bzw. Deckungsszenarien angesprochen

worden und haben unser Konzept entsprechend angepasst:

▪ Seit rund einem Jahr sind die Banken nicht mehr verpflichtet, bei Überweisungen Kontonummer und Empfängernamen

abzugleichen. Entstehen aufgrund derartiger Fehler Vermögensschäden, so hat die Bank dafür

nicht mehr einzustehen. Da die Tätigkeit eines Hausverwalters eine Vielzahl von Überweisungen mit sich

bringt und ein entsprechendes Haftungsrisiko darstellt, versichern wir derartige Schadenersatzansprüche

aufgrund von Überweisungsfehlern nunmehr als festen Bestandteil unseres Deckungskonzeptes.

Ergänzt wird dieser Versicherungsschutz um Überweisungsfehler, wenn zwar an den richtigen Empfänger

überwiesen wurde, der Überweisungsbetrag jedoch fehlerhaft ist.

▪ Etwaige Fehler im Zusammenhang mit der Versicherung der verwalteten Immobilien können in einem Schadenfall

(z. B. Brand-, Wasserschaden, …) hohe Schadenersatzforderungen von Eigentümerseite gegen den

Verwalter nach sich ziehen.

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Haftpflicht

Hier bieten wir in unserem Konzept – ebenfalls standardmäßig – Versicherungsschutz für Ansprüche wegen

Pflichtverletzungen beim Abschluss und der nicht ordnungsgemäßen Erfüllung oder Fortführung von Versicherungsverträgen

für verwaltete Objekte,

– soweit die Beendigung eines Versicherungsvertrages auf einer fahrlässigen Nichtbezahlung der

Versicherungsprämie beruht oder

– soweit diese Ansprüche auf Pflichtverletzungen (Tun oder Unterlassen) innerhalb von zwei

Monaten nach Übernahme des Verwaltungsmandats durch den Versicherungsnehmer beruhen.

Gegen eine Zuschlagsprämie kann dieser Grund-Versicherungsschutz wie folgt deutlich erweitert werden:

Versicherungsschutz für Ansprüche wegen Pflichtverletzungen beim Abschluss und der nicht ordnungsgemäßen

Erfüllung oder Fortführung von Versicherungsverträgen für verwaltete Objekte. Voraussetzung für den

Versicherungsschutz ist, dass die Pflichtverletzung im Rahmen der versicherten Tätigkeit erfolgt und diese

Tätigkeit nicht der Versicherungspflicht gemäß §§ 34 d, 34e GewO unterliegt.

▪ Und „last but not least“ haben wir die Nachhaftungszeit von drei auf fünf Jahre ausgedehnt.

Die Highlights unseres Deckungskonzeptes:

▪ Versicherungsschutz auch für öffentlich-rechtliche Ansprüche

▪ 5 Jahre Nachhaftungszeit

▪ Einschluss von Überweisungsfehlern

▪ Einschluss Überwachung des Versicherungsschutzes (Basisklausel)

▪ Erstattung von Abwehrkosten bei Vorwürfen wegen wissentlicher Pflichtverletzung

▪ Mitversichert ist die gesamtschuldnerische Inanspruchnahme von Verwaltungsbeiräten

zusammen mit dem Hausverwalter

▪ Versicherungsschutz, sofern der Verwalter als Organ einer Wohnungseigentümergemeinschaft

(Teilrechtsfähigkeit der Wohnungseigentümergemeinschaft) in Anspruch genommen wird

▪ Mitversicherung von Ansprüchen im Zusammenhang mit dem Erstellen von Bestätigungen

und Nachweisen über haushaltsnahe Dienstleistungen i. S. v. § 35a EStG

▪ Mitversichert ist die Auferlegung von Prozesskosten nach § 49 Abs. 2 WEG

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Haftpflicht

▪ Mitversichert ist die nach § 5 Abs. 1, 2 Nr. 2 Rechtsdienstleistungsgesetz rechtlich

zulässige Erbringung außergerichtlicher Rechtsdienstleistungen

▪ Einheitlich niedriger Selbstbehalt in Höhe von 250 EUR je Versicherungsfall

▪ kein Gebührenselbstbehalt

Fakultative Deckungserweiterungen:

▪ Einschluss der Immobilienmaklertätigkeit

▪ Einschluss der Überwachung des Versicherungsschutzes (erweiterte Klausel)

▪ Erhöhung der Jahreshöchstleistung

▪ Variable Selbstbehalte

Parallel zu den skizzierten Deckungsverbesserungen haben wir auch unseren Tarif nochmals deutlich attraktiver

gestaltet.

Ferner sind die Deckungsverbesserungen selbstverständlich auch bereits in unserem Kombiprodukt aus

Betriebs- und Vermögensschadenhaftpflicht für Immobilienverwalter berücksichtigt.

Holger Witthaus, Senior Underwriter Haftpflicht

Mattentwiete 5, 20457 Hamburg

T + 49 40 4321880-12, F + 49 40 4321880-10, E hwitthaus@nassau.eu

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Produktentwicklung &

Special Lines

Veranstaltungen und Filme sind einer

Vielzahl von Risiken ausgesetzt.

Christina Mertens

Versicherungsbetriebswirtin (DVA)

Senior Underwriter

Event & Film

Nassau Versicherungen bietet zwei neue Cover im Medienbereich an

Der Nassau Event Cover

Als Veranstalter trägt man oft Risiken, die außerhalb des eigenen Einflussbereiches liegen, insbesondere dann,

wenn es sich um die Durchführung großer Events im Musik- oder Sportbereich handelt.

Nassau Versicherungen steht dem Veranstalter für dieses Risiko mit dem Nassau Event Cover zur Seite. Der

Nassau Event Cover wurde speziell auf die Bedürfnisse und Risiken von Veranstaltern, Werbe- und Eventagenturen,

Messe- und Ausstellungsorganisatoren für gewerbliche Veranstaltungen jeder Art zugeschnitten. Durch

diese Deckung sichern wir den Versicherungsnehmer gegen Vermögensschäden und die damit verbundenen

finanziellen Nachteile ab, wenn die Veranstaltung:

▪ ausfällt,

▪ abgebrochen,

▪ verschoben oder

▪ in der Durchführung geändert wird.

Durch besondere Vereinbarungen kann der Versicherungsschutz um den Ausfall von Einnahmen, Wetterrisiken

mit Gefahr für Leib und Leben, Absagen aus Pietätsgründen oder aufgrund von Attentatsdrohungen erweitert

werden.

Im Zusammenhang mit den Vorbereitungen, der Durchführung sowie der Nachbereitung von Veranstaltungen

kann es zu Personenschäden oder zu Beschädigungen von Sachwerten Dritter kommen. Mit unserem Nassau

Event Cover bieten wir Schutz vor derartigen materiellen Folgen.

Für besondere Deckungserweiterungen, die speziell auf das Bedürfnis eines Veranstalters zugeschnitten sind,

stehen Ihnen unsere erfahrenen Spezialisten gerne zur Verfügung.

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Produktentwicklung &

Special Lines

Der Nassau Film Cover

Die Herstellung von Kino- und Fernsehfilmen ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Deutschland. Institutionen

der Filmförderung, Banken und Finanziers stellen dem Produzenten Liquidität zur Verfügung. Dafür müssen die

Filmproduzenten entsprechenden Versicherungsschutz nachweisen.

Wir bieten dem Versicherungsnehmer mit unserem Nassau Film Cover einen Komplettschutz in Form eines

Baukastenprinzips, welchen der Filmproduzent auf die Bedürfnisse seiner Produktion abstimmen und individuell

anpassen kann.

Durch den Nassau Film Cover sichern wir den Versicherungsnehmer gegen finanzielle Verluste, die infolge von

Unterbrechungen und Störungen während Fernseh-, Film- oder Fotoproduktionen entstanden sind, ab.

Wir bieten folgende Versicherungen im Bausteinprinzip an:

▪ Personenausfallversicherung

▪ Filmmaterialversicherung

▪ Sachausfallversicherung

▪ Apparateversicherung

▪ Requisitenversicherung

▪ Produktionskassenversicherung

Außerdem können wir dem Versicherungsnehmer mit unserer Nassau Film Haftpflichtversicherung Deckung für

Ansprüche Dritter gegenüber dem Filmproduzenten im Hinblick auf Personen- oder Sachschäden bieten. Der

Nassau Film Cover ist auf die besonderen Bedürfnisse und Risiken, die sich aus der Herstellung von Film- und

Fotoaufnahmen ergeben, zugeschnitten.

Weitere Deckungserweiterungen können nach Absprache mit unseren Spezialisten vereinbart werden.

Christina Mertens, Senior Underwriter Event & Film

Im MediaPark 5, 50670 Köln

T +49 221 16795-49, F + 49 221 16795-649, E cmertens@nassau.eu

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Krisenmanagement

Es besteht ein hohes Risiko für Unternehmen im

Lebensmittelsektor, kontaminierte Zwischenprodukte

über die Zulieferungskette zu erhalten.

Die Produktschutzversicherung

Wolfgang Dinzen

Mitglied der Geschäftsleitung

Direktor Krisenmanagement

Im Rahmen des Dioxinskandals ist die Produktschutzversicherung wieder in den Fokus der Medienberichterstattung

getreten. In der Regel beinhalten Produktschutzversicherungen einen Dioxin-Ausschluss bzw. einen

Krebs-Ausschluss, weshalb – sofern Dioxin zu einer Erhöhung des Krebsrisikos führt – die Dioxinfunde in Lebensmitteln

nicht den Versicherungsfall auslösen. Gleichzeitig zeigt sich, wie hoch das Risiko für Unternehmen

im Lebensmittelsektor ist, über die Zulieferungskette kontaminierte Zwischenprodukte zu erhalten, aus denen

kontaminierte Endprodukte entstehen, welche wiederum für den Verbraucher gefährlich sind und schließlich zu

einem Produktrückruf oder Verkaufsverbot führen.

Neben dem Rückruf und seinen unmittelbaren Kosten ist der entgangene Gewinn (loss of profit) eines der großen

Risken, denen sich das betroffene Unternehmen ausgesetzt sieht. In der Regel entsteht der entgangene

Gewinn, weil das Verbrauchervertrauen in das Produkt erschüttert wurde und der Kunde auf andere Produkte

ausweicht bzw. weil die großen Retailer gnadenlos Auslistungen vornehmen. So entstehen schnell Verluste in

Millionenhöhe. Aus diesem Grund stellen wir in dieser Ausgabe der Nassau Maklerinfo die Produktschutzversicherung

NTripleP der Nassau Versicherungen auch im Kontext ihrer Historie erneut vor.

Historie

Die Produktschutzversicherung hat ihren Ursprung in den USA und wird dort seit den 80iger Jahren von spezialisierten

Versicherern angeboten. Allgemein wird der Fall „Tylenol-I“ in den USA aus dem Jahre 1982 als die Ersttat

angesehen, in deren Folge die Versicherungswirtschaft die Produktschutzversicherung entwickelte. Im Fall

„Tylenol-I“ wurde das Schmerzmittel Tylenol von Johnson & Johnson 1982 von einem Erpresser mit Zyanid versetzt

und zurück in die Verkaufsregale gestellt. Insgesamt sieben Menschen starben. Der Hersteller Johnson &

Johnson musste das Produkt vom Markt nehmen und verlor 30% der Marktanteile. Der Gesamtschaden für das

Unternehmen wurde zwischen USD 500 Mio. und USD 1 Mrd. beziffert. Der Erpresser konnte bis heute nicht

ermittelt werden.

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Krisenmanagement

Zulassung in Deutschland

Produktschutzversicherungen, welche als Baustein auch die Lösegeldversicherung im Rahmen der Deckung für

Produkterpressung enthalten, sind in Deutschland erst seit 1998 zugelassen.

In einer Pressemitteilung vom 19. Juni 1998 gab das BAV (Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen)

bekannt, dass es seine Ansicht hinsichtlich der Vereinbarkeit der Allgemeinen Lösegeldversicherung mit den

guten Sitten (§138 BGB) und dem „ordre public“ (§6 EGBGB) ändere und jetzt davon ausgehe, dass eine Vereinbarkeit

mit diesen Prinzipien vorläge. Mit dem Rundschreiben R 3/98 teilte das BAV mit, unter welchen Voraussetzungen

Versicherungsgesellschaften diese Art der Versicherung betreiben dürfen. Zuvor hatte das BAV die

Zulassung der Allgemeinen Lösegeldversicherung in Deutschland immer untersagt und die geschäftsmäßige

Vermittlung der Allgemeinen Lösegeldversicherung als eine Ordnungswidrigkeit im Sinne der §144 a Abs. 1 Nr. 1

VAG betrachtet. Das BAV ging seinerzeit davon aus, dass die Vermittlung der Allgemeinen Lösegeldversicherung

gegen den „ordre public“ verstoße, den Strafverfolgungsanspruch des Staates untergrabe und Betrugsdelikte

gefördert werden könnten.

Zielgruppe des Versicherungskonzeptes

Die Produktschutzversicherung in Deutschland, auch als CPI (Contaminated Product Insurance) bezeichnet,

richtete sich primär an Unternehmen aus der Getränke- und Lebensmittelindustrie. Inzwischen wird die Produktschutzversicherung

auch für den „Non Food“ Bereich angeboten. Zielgruppe sind Produzenten und/oder

Händler.

Beschreibung der Kontaminationsfälle

Nachstehend eine Darstellung zu den verschiedenen Produktkontaminationen:

Vorsätzliche Produktkontamination

Die vorsätzliche Produktkontamination umfasst die Fälle der Produktsabotage und die Fälle der Produkterpressung.

Bei der Produktsabotage ist das Ziel des Täters allein die Schädigung des Unternehmens. Bei der Produkterpressung

handelt der Täter mit Bereicherungsabsicht und will eine Lösegeldforderung durchsetzen. In

Deutschland gibt es die meisten Fälle der Produkterpressung, gefolgt von Japan und Australien. In der Regel

erfolgt die Einschaltung der Öffentlichkeit erst, wenn aufgrund der Produkterpressung eine Gefahr für den Konsumenten

besteht.

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Krisenmanagement

Phasen der Produkterpressung

Eine Produkterpressung kann mehrere Monate dauern. Bei den Tätern handelt es sich in der Regel um überdurchschnittlich

ausgebildete Einzeltäter. Häufig sind es selbständige Kleinunternehmer, die überschuldet sind

und in der Produkterpressung den einzigen Ausweg sehen, ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern. Die Produkterpressung

kann man in drei Phasen unterteilen:

Phase I: Der Täter nimmt Kontakt mit dem Unternehmen auf, stellt seine Forderung und bekräftigt dies mit dem

Androhen eines schädigenden Ereignisses.

Phase II: Der Täter tritt in eine „Dialogphase“ mit dem Unternehmen und die Einzelheiten der Geldübergabe

werden festgelegt.

Phase III: Geldübergabe

Interessant ist, dass in etwa 50% der Produkterpressungsfälle ein Abbruch in Phase I erfolgt. Während der Phase

II beträgt die Abbruchrate 25%. Demnach erreichen nur 25% der Produkterpressungsfälle das Stadium der

Geldübergabe. Der Umstand, dass nur ¼ der Fälle letztlich vom Täter ausgeführt werden bedeutet nicht, dass

ein Schadenpotential für das Unternehmen nur in diesen Fällen besteht. Abhängig vom Ablauf der Produkterpressung

kann bereits in Phase I ein öffentlicher Rückruf erfolgen, der in der Folge auch zu einem beträchtlichen

Einkommensverlust des Unternehmens führen kann.

Versehentliche Produktkontamination

Die versehentliche Produktkontamination ist die Folge von unbeabsichtigter Kontamination, die aufgrund von

Qualitätsmängeln und ungenügender Qualitätsüberwachung eintritt. Fälle von versehentlicher Produktkontamination

können in allen Stadien der Produktion, als auch bei der Lagerung bzw. Auslieferung erfolgen. Darüber

hinaus werden auch viele Fälle der versehentlichen Produktion durch Kontaminationen in der Zulieferungskette

ausgelöst.

Es werden folgende Fallgruppen der versehentlichen Kontamination unterschieden:

Physikalische Kontamination

Fremdkörper aller Art im Produkt, z. B. Glassplitter, Metallteile, Plastikteile oder Steinchen.

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Krisenmanagement

Chemische Kontamination

Rückstände von z. B. Reinigungsmitteln oder Lösungsmitteln im Produkt; Fremdstoffe aus Verpackungen, welche

durch Migration das Produkt kontaminieren; Verunreinigungen während der Produktion, z. B. Austritt von

Maschinenöl und schließlich Kontaminationen durch Zusatzstoffe, wie z. B. Nitrat, Nitrit oder Chlorkohlenwasserstoffe.

Biologische Kontamination

Das Auffinden von bakterieller Kontamination durch Infektions- und Intoxikationserreger, Schimmelpilze, Hefe

(Mykotoxine) und die gentechnische Kontamination durch unbeabsichtigten Einsatz von genveränderten Stoffen.

Insolvenzrisiko Produktkontamination

Als direkte Folge einer Produktkontamination können Verbraucher/Konsumenten erkranken und im schlimmsten

Fall sterben, d. h. es besteht die Gefahr, dass durch die Produktkontamination ein Personenschaden eintritt.

Als sekundäre Folge besteht das Risiko, dass dem Unternehmen das Kundenvertrauen entzogen wird, seine Produkte

nicht mehr gekauft werden und es letztlich aus dem Marktkreislauf ausscheidet. Die Kontamination kann

sich somit zu einem Existenzrisiko für das Unternehmen entwickeln. Die entstehenden Kosten aufgrund einer

Produktkontamination lassen sich in zwei Kategorien aufspalten:

Sofort fällige Kosten

Bei den sofort fälligen Kosten handelt es sich um die Kosten, die unmittelbar aufgrund des Rückrufes entstehen,

wie z. B. Informationskosten (Anzeigekosten, Einrichtung Call Center), Transportkosten, Sammellagerkosten,

Untersuchungs- und Aussonderungskosten, Vernichtungskosten und Wiederherstellungskosten. Diese Kosten

zeichnen sich dadurch aus, dass sie vorhersehbar, d. h. kalkulierbar sind.

Langzeitkosten

Zu den Langzeitkosten gehören der „loss of profit“ und die Kosten für die Werbemaßnahmen. Der „loss of profit“

ist nicht direkt vorhersehbar und damit schwer vorab kalkulierbar, weil er dadurch bestimmt wird, wie das

Krisenmanagement des Unternehmens vorgeht. Risiken können beispielsweise darin bestehen, dass Abnehmer

ihre Lieferverträge kündigen, Kunden das vormals kontaminierte Produkt nicht wieder kaufen oder Marktanteile

durch Wettbewerber übernommen werden.

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Krisenmanagement

Deckungsinhalt des Versicherungskonzeptes

Seitdem die Produktschutzversicherung in Deutschland zugelassen ist, wurde auch vom GDV ein entsprechendes

Verbandsmodell entwickelt, welches über die Jahre kontinuierlich fortgeschrieben wurde. Eine Darstellung

des Verbandskonzeptes wird in dieser Sektion nicht erfolgen. Vielmehr soll kurz dargestellt werden, welche

Deckungsinhalte im Allgemeinen die Produktschutzversicherung in Deutschland enthält.

Produktschutzversicherungen sind sogenannte „first party“, d. h. Eigenrisikoversicherungen. Faktisch ist die

Produktschutzversicherung eine Kaskoversicherung, die den Eigenschaden des Versicherungsnehmers deckt.

Dieser Grundsatz wird nur an der Stelle durchbrochen, sofern es sich um einen Drittrückruf handelt. In diesem

Fall enthält die Produktschutzversicherung ein Haftpflichtelement. Ist ein gedeckter Drittrückruf erfolgt, erstattet

die Produktschutzversicherung dem Versicherungsnehmer die versicherten Kosten, die der Dritte (der

den Rückruf durchführte/veranlasste) gegenüber dem Versicherungsnehmer geltend macht.

Versicherungsfall

Die Produktschutzversicherung kennt verschiedene Versicherungsfälle. Den Versicherungsfall „vorsätzliche Produktkontamination“

(Produktsabotage/Produkterpressung), den Versicherungsfall „versehentliche Kontamination“

und den Versicherungsfall „negative Medienberichterstattung“. Die beiden letzteren werden nachstehend

weiter ausgeführt.

Versehentliche Kontamination

Versicherungsfall ist jede versehentliche Kontamination die innerhalb eines definierten Zeitraumes (in der Regel

360 Tage) zu einem Personenschaden führen würde, bzw. der Rückruf, der aufgrund einer gesetzlichen Rückrufverpflichtung

erfolgt. Die gesetzliche Rückrufverpflichtung kann sich aus §823 Abs. I BGB analog oder aus

Spezialgesetzen ergeben.

Negative Medienberichterstattung

Der Versicherungsfall „negative Medienberichterstattung“ ist gegeben, wenn in den Medien behauptet wird,

dass eine Produktkontamination der versicherten Produkte beim versicherten Unternehmen vorliegt, tatsächlich

liegt aber keine Produktkontamination vor.

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Krisenmanagement

Versicherte Kosten

Die Produktschutzversicherung deckt sowohl sofort fällige Kosten als auch Langzeitkosten, die dem versicherten

Unternehmen bei einer versicherten Produktkontamination entstehen. Folgende Kostenpositionen sind in

der Regel eingeschlossen:

▪ Rückrufkosten

▪ Untersuchungs- und Laborkosten

▪ Sortierkosten

▪ Vernichtungskosten

▪ Dekontaminierungskosten

▪ Wiederherstellungskosten

▪ Kosten und Gebühren für Krisen- und/oder Medienberater

▪ Kosten für Werbemaßnahmen

▪ Wiedereinlistungskosten

▪ Entgangener Gewinn

▪ Entgehender Gewinn

Zusammenfassung

Mittlerweile zählt die Produktschutzversicherung nicht mehr zu den Nischenprodukten. Gab es vor einigen

Jahren nur eine handvoll Anbieter, so sind in den letzten Jahren viele neue Mitbewerber in den internationalen

Markt eingetreten. Zur Zeit gibt es ca. 12 Anbieter im Bereich Produktschutzversicherungen. Hierbei handelt es

sich nicht nur um Nischenanbieter – wie Nassau Versicherungen – sondern die Tendenz geht dazu, dass auch

die großen Industrieversicherer dieses Produkt verstärkt anbieten.

Es zeigt sich auch, dass die klassische Rückrufkostenversicherung den potenziellen Versicherungsnehmern

keinen ausreichenden Versicherungsschutz bietet, da sowohl der Bereich Krisenberatung (garantierter Zugang

zum Krisenberater), als auch der Bereich „loss of profit“ in der Rückrufkostenversicherung nicht abgedeckt ist.

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Krisenmanagement

Bei Nassau Versicherungen besteht das Angebot der Produktschutzversicherung aus unterschiedlichen

Deckungskonzepten, wie der NTripleP für Unternehmen im Bereich Getränke und Lebensmittel mit einem Umsatz

ab EUR 75 Mio., der Nassau Recall Protect Policy für Unternehmen bis EUR 75 Mio. Umsatz, der Nassau

Product Protect Policy für Futtermittelhersteller und die auf den AHB basierte Nassau Rückrufkostenversicherung.

Letztere ist weitergehend als das GDV-Rückrufkostenmodell, da Nassau Versicherungen einen 24-stündigen

Zugang zum Krisenberater als Serviceleistung anbietet.

Mit diesen Deckungskonzepten zeichnet sich Nassau Versicherungen als Spezialist für Produktschutzversicherungen

aus.

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Schadenmanagement

Worauf man bei der Absicherung berufs-

spezifischer Risiken achten sollte; hier am

Beispiel der Haftung eines Hausverwalters.

Alla Buchmiller

Rechtsanwältin

Junior Claims Specialist

Schadenmanagement

Ein umfassender Versicherungsschutz hilft Deckungslücken zu vermeiden

Kaum eine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) kommt ohne einen Verwalter aus. Die Möglichkeit, einen

Verwalter zu beauftragen, ist im Wohnungseigentumsgesetz ausdrücklich vorgesehen und im Einzelnen geregelt.

Die Pflichten eines Verwalters sind sehr umfangreich und sollten vertraglich geregelt sein. Neben der Einberufung,

Organisation und Moderation einer Eigentümerversammlung sowie der Umsetzung der gefassten Beschlüsse,

gehört insbesondere die Instandhaltung und Instandsetzung der Immobilie, das Einziehen von Zahlungen

der Wohnungseigentümer, die Verwaltung der gemeinschaftlichen Gelder sowie die Gefahrenabwehr

zu den Hauptaufgaben bzw. Pflichten eines Verwalters. Unterlaufen dem Verwalter bei der Ausführung dieser

Aufgaben ein oder mehrere Fehler, stellt sich schnell die Frage nach der Haftung.

Generell haftet der Verwalter gegenüber der WEG und in bestimmten Fällen auch gegenüber Außenstehenden,

wenn er seine Aufgaben oder Pflichten verletzt und dadurch ein Schaden entsteht. Manche Schäden können

umfangreiche finanzielle Forderungen dem Verwalter gegenüber zur Folge haben und begründen damit Vermögensrisiken.

Ein ausreichender Versicherungsschutz dient sowohl der Absicherung des Verwalters, als auch der

WEG. Denn wenn einer dritten Partei durch ein Verschulden des Verwalters ein Schaden entsteht, haftet meist

zunächst die WEG als Auftraggeberin des Verwalters. Im Wege des Regresses nimmt die WEG dann den Verwalter

in Anspruch.

Eine klassische Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung ist zunächst eine sinnvolle Absicherung der beruflichen

Tätigkeit eines Verwalters. Sie deckt jedoch nur reine Vermögensschäden ab. Unter Vermögensschäden

versteht man Schäden, die weder Personen- noch Sachschäden sind, noch sich aus solchen von dem Versicherungsnehmer

verursachten Schäden herleiten. Die Verursachung von reinen Vermögensschäden stellt den Regelfall

dar, dessen mögliches Spektrum weit reicht. Dennoch sollte man sich auch Haftungsrisiken vor Augen

führen, die durch eine klassische Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung nicht gedeckt sind, deren Absicherung

aber, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen, dringend empfohlen wird.

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Schadenmanagement

Kein Deckungsschutz in der klassischen Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Vermögensschäden,

die aus einem Personen- oder Sachschaden resultieren

Vermögensschäden, die aus einem Personen- oder Sachschaden resultieren, deckt eine klassische Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

nicht ab. Für die Frage der Versicherungsdeckung kommt es dabei nicht darauf

an, wie eine WEG den mit einer Klage gegen ihren Verwalter geltend gemachten Schaden (Vermögens- oder

Sachschaden) klassifiziert. In einem von dem KG Berlin kürzlich veröffentlichten Beschluss v. 29.10.2010 – 6 U

204/09 – sprach das Gericht sich dafür aus, dass es für die Klassifizierung des Schadens allein auf seine rechtliche

Einordnung ankomme.

Der Entscheidung des KG Berlin lag folgender Fall zugrunde: Ein Hausverwalter nahm seinen Versicherer auf

Deckung aus der klassischen Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung in Anspruch. Bedingungsgemäß gewährte

der Versicherer üblicherweise Versicherungsschutz nur für reine Vermögensschäden. Grundlage der Inanspruchnahme

des Versicherers war ein vorausgegangenes Verfahren, in welchem der Verwalter gegenüber der

WEG auf Schadenersatz verurteilt worden war. Den Schaden bezeichnete die WEG als einen Vermögensschaden,

da der Hausverwalter durch eine nicht ausreichende Veranlassung der Überprüfung der Wasserleitung es versäumte,

ein defektes Wasserrohr auszutauschen. Dadurch sickerte Trinkwasser ungenutzt in das Erdreich und

verursachte schlussendlich eine erhöhte Wasserrechnung, für die die WEG aufkommen musste und im Schadenersatzprozess

bei ihrem Hausverwalter Regress nahm.

Grundsätzlich stellen durch einen Verwalter verursachte Forderungen, für die letztendlich die WEG aufkommen

muss, einen Vermögensschaden der WEG dar. Nicht aber in dem vom KG Berlin zu entscheidenden Fall. Hier

entschied das Gericht, dass der Versicherer zu Recht die Deckung verweigerte, da der Vermögensschaden, den

die WEG von ihrem Verwalter erstattet verlangte, sich von einem Sachschaden (in das Erdreich versickertes

Wasser) ableitete und daher nicht versichert war. Denn das aus dem defekten Rohr ausgetretene Wasser wurde

im Zeitpunkt des Austretens unbrauchbar. Dies begründet einen Sachschaden in Form des Verderbens oder der

Vernichtung. Nach allgemeiner Auffassung in Rechtsprechung und Literatur liegt eine Vernichtung und damit

ein Sachschaden vor, wenn die Sache mit dem Abhandenkommen zugleich vernichtet wird oder dies die adäquate

Folge ist, wie gerade bei dem Versickern von flüssigen, in Behältern gefassten Sachen im Erdreich, wenn eine

Rückgewinnung nicht möglich ist.

Die Entscheidung des KG Berlin zeigt, dass die Klassifizierung des Schadens doch komplexer sein kann, als es

auf den ersten Blick den Anschein hat. Damit bestand eine Deckungslücke in dem Versicherungsschutz des Verwalters.

Für den der WEG entstandenen Schaden musste der Verwalter selbst aufkommen.

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Schadenmanagement

Prozesskostentragungspflicht gemäß § 49 Absatz 2 WEG ist in der klassischen Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

nicht versichert

Gemäß § 49 Absatz 2 WEG können dem Verwalter auch dann, wenn er nicht Partei des Rechtsstreits gewesen

ist, Prozesskosten auferlegt werden, soweit die Tätigkeit des Gerichts durch ihn veranlasst wurde und ihn ein

grobes Verschulden trifft. Muss der Verwalter aufgrund dieser Regelung Prozesskosten tragen, sind diese nicht

von einer klassischen Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung umfasst, da die Kostentragungspflicht für die

Prozesskosten einen nicht gedeckten Eigenschaden des Verwalters darstellt. In diesem Bereich kann daher auch

eine nicht zu unterschätzende Deckungslücke entstehen.

Praktische Relevanz genießt die Ersatzpflicht nach § 49 Absatz 2 WEG insbesondere in Beschlussanfechtungsverfahren.

Hierzu ein dem Beschluss des LG Berlin vom 14.05.2010 – 55 T 89/09 – nachgebildeter Beispielfall:

Bei der Abstimmung über seine Entlastung rechnet der Hausverwalter Ja-Stimmen hinzu, die auf eine GmbH

entfallen, obwohl deren Geschäftsführer zu diesem Zeitpunkt bereits die Eigentümerversammlung verlassen

hat. Der Hausverwalter nimmt an, dazu berechtigt zu sein, da der Geschäftsführer zuvor erklärte, Ja-Stimmen erteilen

zu wollen. Auf Grundlage der Mehrheit der Ja-Stimmen ergeht ein Beschluss der WEG, dem Verwalter die

Entlastung zu erteilen. Ohne die Stimmen der GmbH wäre die Mehrheit nicht erreicht worden. Ein Miteigentümer

erhebt später eine Anfechtungsklage gegen die WEG auf Aufhebung des Beschlusses. Obwohl der Verwalter

in einem solchen Fall nicht Partei des Rechtsstreits wird, hat er durch seine Handlung (Hinzurechnen der Ja-

Stimmen) dennoch den Rechtsstreit veranlasst. Es handelt sich demnach um einen typischen Anwendungsfall

von § 49 Absatz 2 WEG, in dem Fehler des Verwalters zur Anfechtung eines Beschlusses führen. Der Verwalter

muss die Prozesskosten des Anfechtungsverfahrens tragen. Prozesskosten umfassen die Gerichtskosten sowie

die Rechtsanwaltskosten, die, wenn beide Parteien anwaltlich vertreten waren, vom Verwalter auch doppelt zu

tragen sind. Ein Versicherungsschutz in diesem Bereich ist daher sehr sinnvoll.

Versicherungslösung der Nassau Versicherungen

Nassau Versicherungen folgt der Philosophie, ihren Kunden maßgeschneiderte Spezialversicherungskonzepte

anzubieten. Auch im Bereich der Immobilienwirtschaft bietet Nassau Versicherungen eine auf die Risiken

der Hausverwalter zugeschnittene Versicherungslösung an. Im Rahmen der innovativen branchenspezifischen

Kombinationsdeckungen deckt Nassau Versicherungen die o. g. aktuellen haftungsrelevanten Problemfelder

der Rechtsprechung bzw. des Wohnungseigentumsgesetzes (vgl. hierzu auch Maklerinfo 4/2009 und 4/2010).

Sprechen Sie uns darauf an, wir freuen uns!

Nassau Maklerinfo März 2011 - Im MediaPark 5, 50670 Köln - www.nassauversicherungen.de

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Regionalbüro Nord

Underwriterkapazität

weiter ausgebaut

Underwritingteam verstärkt

Thomas Pache

Dipl.-Ing./Dipl.-Wirtschaftsing.

Leiter Regionalbüro Nord

Seit Januar 2011 haben wir unsere Personalkapazität im Regionalbüro Nord für Sie ausgebaut.

Mit Andrea Goldbaum steht Ihnen nun ein weiterer Senior Underwriter vor Ort

zur Verfügung.

Als Rechtsanwältin mit jahrelanger Erfahrung in der Assekuranz, sowohl auf Makler- als

auch auf Versichererseite, ist Andrea Goldbaum zukünftig vornehmlich Ihre Ansprechpartnerin

für das Underwriting des Bereiches Krisenmanagement.

In unserem zweiten Jahr des Regionalbüros Nord in Hamburg kommen wir mit dieser

Verstärkung unseres Teams wieder einen Schritt auf unserem Weg voran, Sie als unsere Kunden im Norden

optimal betreuen zu können. Wir freuen uns darauf, unseren Service weiter für Sie auszubauen.

Ihr Team des Regionalbüro Nord

Mattentwiete 5, 20457 Hamburg

T + 49 40 4321880-0, F + 49 40 4321880-10, E info-de@nassau.eu

Nassau Maklerinfo März 2011 - Im MediaPark 5, 50670 Köln - www.nassauversicherungen.de

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Account Management &

Marketing

Der Verein wünschdirwas e.V. erfüllt seit

über 20 Jahren Herzenswünsche

Nassau Versicherungen unterstützt wünschdirwas e.V.

Martina Swienty

B.A. Kulturwirt

Account Management & Marketing

Auch 2010 engagierte sich Nassau Versicherungen für wünschdirwas e.V.. Zu diesem Zweck haben wir erneut

auf den Versand gedruckter Weihnachtskarten verzichtet und den so eingesparten Betrag dem gemeinnützigen

Verein gespendet.

Wünschdirwas e.V. erfüllt seit über 20 Jahren Herzenswünsche schwer kranker Kinder und Jugendlicher mit der

Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer. Der Gedanke dabei ist, dass ein unvergesslicher Tag dazu beitragen

kann, neuen Lebensmut und neue Energie zu schöpfen. Wünschdirwas e.V. arbeitet bundesweit mit Ärzten und

Therapeuten aus über 60 Kinderkliniken zusammen. Insgesamt wurden dadurch bereits mehr als 5.000 Herzenswünsche

erfüllt. Mit der Hilfe vieler Spender konnte im Ostfriesischen Hinte ein Ferienhaus eigens für die

schwer erkrankten Kinder und ihre Familien gebaut werden. In direkter Nähe zur Nordsee bekommen sie die

Gelegenheit, einen gemeinsamen Urlaub zu verbringen und sich in angenehmer Atmosphäre zu erholen. Viel

Platz zum Spielen und viele Sehenswürdigkeiten findet man natürlich auch im kinderfreundlichen Ostfriesland.

Im vergangenen Jahr konnten mehr als 300 Wünsche realisiert werden. Der 14-jährige Julius heizte im Aston

Martin über den Nürburgring, Paul genoss eine Sonderführung durch den Zoo, Marie-Ann blickte hinter die Kulissen

eines Zirkus und der 15-jährige Julian traf den Kultsänger Peter Fox.

Um die Mitarbeiter der Nassau Versicherungen zu ermutigen, den Kindern weitere Wünsche zu erfüllen, haben

wir bereits 2009 eine besondere Aktion ins Leben gerufen. Während der Adventszeit wird im Foyer des Unternehmens

ein Weihnachtsbaum aufgestellt. Das Besondere an diesem Baum ist, dass er mit Sternen geschmückt

wird, die auf der Vorderseite den Namen und Wunsch eines Kindes und auf der Rückseite die Kontonummer des

wünschdirwas e.V. enthalten. So bekommen unsere Mitarbeiter die Gelegenheit, sich ein Kind und einen persönlichen

Wunsch auszusuchen, für das sie gerne spenden möchten. Wir freuen uns, auch mit dieser Aktion wieder

viele Wünsche erfüllen zu können und erwarten gespannt die vielen positiven Wunschberichte.

Weitere Informationen zum Verein wünschdirwas finden Sie unter www.wünschdirwas.de.

Nassau Maklerinfo März 2011 - Im MediaPark 5, 50670 Köln - www.nassauversicherungen.de

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Impressum

IMPRESSUM

Nassau Versicherungen

Niederlassung Deutschland der

Nassau Verzekering Maatschappij N.V.

Rotterdam, Niederlande

Im MediaPark 5

50670 Köln

T +49 221 167 95-0

F +49 221 167 95-10

E info-de@nassau.de

www.nassauversicherungen.de

Redaktion/Konzeption

Account Management & Marketing

Ursula Heidbrink

Abteilungsleiterin

Martina Swienty

Andrea Thoma

Annalisa Weyerstraß

Für den Inhalt dieses Newsletters ist

Nassau Versicherungen, Köln verantwortlich.

Hauptbevollmächtigter für Deutschland:

Arnold A. Pit

Sie erhalten diesen Newsletter als Geschäftspartner

der Nassau Versicherungen. Wenn Sie eine weitere

Zustellung nicht wünschen, können Sie sich unter der

folgenden Adresse aus dem Verteiler abmelden:

makler-info@nassau.eu

Unter dieser E-Mail-Adresse nehmen wir auch gern

Ihre Wünsche und Anregungen entgegen.

Hinweis

Trotz sorgfältiger Prüfung der Informationen kann

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werden.

Sämtliche Informationen sind daher ohne Gewähr.

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Nach Zustimmung der Redaktion können Texte

nachgedruckt werden - Belegexemplare erwünscht.

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nicht gestattet.

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