21.08.2017 Aufrufe

BOLD TRAVEL No.08

EXPLORE THE NORTH: CAMPING AM POLARKREIS | IM GESPRÄCH: SAMUEL L. JACKSON | HAWAII: 24 STUNDEN BIG ISLAND | ISRAEL | THAILAND: ARTGERECHT | MAURITIUS | ROADTRIP: OMAN


EXPLORE THE NORTH: CAMPING AM POLARKREIS | IM GESPRÄCH: SAMUEL L. JACKSON | HAWAII: 24 STUNDEN BIG ISLAND | ISRAEL | THAILAND: ARTGERECHT | MAURITIUS | ROADTRIP: OMAN

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BOLD TRAVEL SPECIAL | ONLY FOR TABLETS EU 8.99 EUR | CH 10 BOLD CHF THE MAGAZINE No. 08 | 1

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THE MAGAZINE

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TRAVEL SPECIAL

EXPLORE THE NORTH: CAMPING AM POLARKREIS | IM GESPRÄCH: SAMUEL L. JACKSON

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INHALT BOLD TRAVEL SPECIAL | 7

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BOLD TRAVEL SPECIAL | ONLY FOR TABLETS EU 8.99 EUR | CH 10 CHF No. 08

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TRAVEL SPECIAL

THE MAGAZINE

EXPLORE THE NORTH: CAMPING AM POLARKREIS | IM GESPRÄCH: SAMUEL L. JACKSON

HAWAII: 24 STUNDEN BIG ISLAND | ISRAEL | THAILAND: ARTGERECHT | MAURITIUS | ROADTRIP: OMAN

BOLD TRAVEL SPECIAL | No. 08

Titelbild:

BOLD Archiv

SAMUEL L. JACKSON

IM GESPRÄCH

8

EXPLORE THE NORTH

CAMPING AM POLARKREIS 14

Die Lofoten sind eine der beeindruckendsten

Landschaften der nördlichen

Hemisphäre und BOLD machte sich mit

dem neuen Volkswagen California dorthin

auf den Weg, um auf der Inselgruppe

vor der Küste Norwegens das einzigartige

Polarlicht mit eigenen Augen zu sehen ...

START MOVING

FASHION

20

ARTGERECHT

THAILAND

30

In Chiang Saen, teilen sich zwei Luxus-

Hotels ein großes Areal, das auch für Elefanten

ein Zuhause ist. Das Anantara Golden

Triangle Elephant Camp & Resort und Four

Seasons Tented Camp – beide wollen dazu

beitragen, den vom Aussterben bedrohten

asiatischen Elefanten zu erhalten ...

TROPENTRAUM

MAURITIUS

34

Bereits der Anflug ruft Tropenträume wach.

Am frühen Morgen ragen aus dem Nebel

Mauritius Berggipfel heraus. An der Küste

leuchten die Strände im Morgenrot und

der Indische Ozean changiert von Türkis

bis Aquamarinblau ...

LAND DER SEHNSUCHT

ISRAEL

42

ALOHA HAWAII

24 STUNDEN BIG ISLAND

50

BOLD reiste zum entfernten Hawaii, um

sich die Insel der Inseln vor Ort anzuschauen

und einen der schönsten Plätze des

Planeten mit dem neuen Lexus LC 500 zu

entdeckten ...

ROADTRIP

IM LAND DES WEIHRAUCHS 58

IMPRESSUM

68


SAMUEL

L. JACKSON

IM GESPRÄCH

INTERVIEW & AUTOR: P. HEIDMANN

Samuel L. Jackson ist nicht nur einer der fleißigsten Schauspieler Hollywoods,

sondern für viele auch der mit Abstand coolste. Vom Erfolg ganz zu

schweigen, schließlich haben seine Filme zusammengenommen bislang fast

fünf Milliarden Dollar eingespielt. Nach „xXx – Die Rückkehr des Xander

Cage“ und „Kong: Skull Island“ ist „The Killer’s Bodyguard“ schon Jacksons

dritter Film in diesem Jahr – und für den 68-jährigen die perfekte Gelegenheit,

sein Image als cooler Fiesling mal wieder aufs Korn zu nehmen.


10 | BOLD THE MAGAZINE LIFESTYLE | IM GESPRÄCH

„King of Cool“ ist eine der Bezeichnungen,

die am häufigsten fallen, wenn die Sprache

auf Samuel L. Jackson kommt. „Spätstarter“

wäre allerdings genauso zutreffend. Denn der

große Durchbruch als Schauspieler ließ für

den Amerikaner, der als Sohn einer alleinerziehenden

Mutter in Chattanooga im

Bundesstaat Tennessee aufwuchs, mehrere

Jahrzehnte auf sich warten. Dabei entdeckte

er sein Interesse für den Beruf als Schauspieler

durchaus früh: Noch während seines

Bachelor-Studiums in Atlanta wechselte

er sein Hauptfach von Meeresbiologie zu

Schauspiel, nachdem er am College auf eine

Theatergruppe gestoßen war.

Viel hätte aber nicht gefehlt, und aus Jacksons

Karriere wäre überhaupt nichts geworden.

Nach einer Protestaktion auf dem Campus

wird der bürgerrechtsbewegte Student wegen

Freiheitsberaubung verurteilt und für zwei

Jahre suspendiert. Außerdem wäre er um

ein Haar während des Vietnamkriegs als

Soldat eingezogen worden. „Meine Einberufungsnummer

war die 14 – und die wurde

nicht gezogen“, erinnert sich Jackson. „Aber

viele Jungs in meinem Umfeld hatten nicht

so viel Glück. Einer meiner Cousins verlor

in Vietnam sogar sein Leben.“ Stattdessen

übernimmt er 1972 seine erste Kinorolle in

dem Blaxpoitation-Film „Together for Days“,

steht für diverse Fernsehproduktionen vor

der Kamera und versucht sich – zunächst in

Atlanta, dann am Broadway in New York –

am Theater. Drogen- und Alkoholprobleme

kosten ihn allerdings manches Engagement,

und noch in den achtziger Jahren muss sich

Jackson überwiegend mit Kleinstjobs über

Wasser halten: eine Mini-Rolle in „Der Prinz

von Zamunda“ hier, drei Jahre als Lichtdouble

bei der „Bill Cosby Show“ dort. Bis Spike Lee

auf ihn aufmerksam wird und ihm Nebenrollen

in „Do the right Thing“, „Mo’ better

Blues“ und „Jungle Fever“ gibt. Mit Lees

Unterstützung im Rücken und einer Entziehungskur

hinter sich, wird in den neunziger

Jahren endlich ein größeres Publikum

auf Jackson aufmerksam, der damals längst

mit seiner früheren Kommilitonin La

Tanya Richardson verheiratet und Vater

einer Tochter ist. Beim Festival in Cannes

bekommt er für „Jungle Fever“ einen Preis,

für Spielberg übernimmt er eine Rolle in

„Jurassic Park“, und auch in „Die Stunde der

Patrioten“ oder „Menace II Society“ ist er mit

von der Partie. Und dann kommt es bei „True

Romance“ zur folgenreichen Begegnung mit

Quentin Tarantino.

Die Rolle des Auftragskillers Jules in „Pulp

Fiction“ schreibt der aufstrebende Kultregisseur

Jackson auf den Leib – und sie macht ihn

mit 44 Jahren über Nacht zum Star. Oscar-

Nominierung (seine bis heute einzige!) inklusive.

Mit Tarantino arbeitet er anschließend

immer wieder zusammen, sei es bei „Jackie

Brown“ oder „Kill Bill“, „Django Unchained“

oder zuletzt „The Hateful Eight“. Doch längst

wollen sich auch andere eine Scheibe von

Jacksons Coolness abschneiden: George

Lucas führt ihn als Mace Windu ins wiederbelebte

„Star Wars“-Universum ein, er spielt

in Kultfilmen wie „Tödliche Weihnachten“,

„Unbreakable“ oder „Deep Blue Sea“ mit,

und mit Filmen wie „Eve’s Bayou“ oder der

Zeichentrickserie „Afro Samurai“ versucht

sich Jackson immer wieder auch als Produzent.

Seit gut zehn Jahren ist der erklärte Fan

des Wortes „Motherfucker“ fester Bestandteil

des Marvel-Universums. Nach seinem

Einstand als S.H.I.E.L.D.-Chef Nick Fury in

„Iron Man“ unterschrieb er einen Vertrag

für neun weitere Filme; der nächste folgt im

kommenden Jahr „Avengers: Infinity War“.

Dass Jackson auch diese Rolle seinem Image

als „King of Cool“ zu verdanken hat, versteht

sich von selbst. Zumindest gestalteten die

Zeichner der Comic-Reihe „Ultimate Avengers“

Fury nach seinem Antlitz, so lässig

fanden sie den Schauspieler, lange bevor er

die Rolle selbst übernahm. Doch nicht alles

wird zu Gold, was der Ex-Veganer anfasst.

Filme wie „Snakes on the Plane“ klangen

auf dem Papier lässiger, als sie es im Kino

dann waren, und etliche seiner zweitklassigeren

Filme („Reasonable Doubt“, „Kite“,

„Cell“, „Barely Lethal“) wurden überhaupt

nur auf DVD veröffentlicht. Anders als dem

Kollegen Nicolas Cage kann gelegentlicher

Trash Jacksons coolem Image allerdings nicht

das Geringste anhaben. Wie sollte er auch?

Selbst seine Stimme ist schließlich längst

so legendär und unverwechselbar, dass er

damit Animationsfilme wie „Die Unglaublichen“

oder Dokumentationen wie „I am Not

Your Negro“ ebenso veredelt wie Games wie

„Grand Theft Auto: San Andreas“ – und Gott

in Audiobuchversion des Neuen Testaments

ebenso spricht wie den Erzähler des Buchs

„Go the Fuck to Sleep“. Höchste Zeit also, mit

dem Fußball-Fan beim Interview-Termin in

New York ein paar Worte zu wechseln.

Mr. Jackson, in „The Killer’s Bodyguard“

spielen Sie einen der gefährlichsten Auftragskiller

der Welt. So richtig unsympathisch ist

der allerdings nicht, oder?

Naja, wir sprechen hier ja auch von einer

Actionkomödie, nicht von einem ernstge-


LIFESTYLE | IM GESPRÄCH

BOLD THE MAGAZINE | 11

meinten Drama. Außerdem finde ich es immer

wichtig, dass man als Zuschauer auch für

solche Figuren etwas übrig hat. Gerade wenn

ich besonders verachtenswerte Figuren spiele –

so wie zum Beispiel damals in „Jackie Brown“,

versuche ich denen auch irgendwie was Sympathisches

abzugewinnen. So dass man zwar

keinen Zweifel daran hat, dass man da ein echt

gefährliches Arschloch vor sich hat. Aber sich

trotzdem vorstellen kann, dass es ganz cool und

lustig sein könnte, mit ihm abzuhängen.

Lustig geht es ja in „The Killer’s Bodyguard“

auf jeden Fall zu. In welcher Szene mussten

Sie am meisten lachen?

Wenn man mit Ryan Reynolds dreht, passiert

einem das natürlich öfter. Aber das absurdeste

war vermutlich, mit einer Gruppe singender

Nonnen in einem Bus zu sitzen. Die Szene

mit Lionel Richies „Hello“ hat auch viel Spaß

gemacht. Den Song hatte ich mir extra für den

Film gewünscht – und deswegen sogar persönlich

bei Lionel angerufen. Dass wir das Lied

dann ausgerechnet für eine große Kneipenprügelei

einsetzen, habe ich ihm natürlich nicht

verraten.

Apropos Prügelei: Haben Sie eigentlich den

Ehrgeiz, so viele Stunts wie möglich selber zu

machen?

Wenn es nicht unbedingt sein muss, eigentlich

nicht. Ich habe seit vielen Jahren meinen

persönlichen Stuntman. Kiante Elam ist zwar

jünger als ich, aber sieht mir einigermaßen

ähnlich. Und er kommt aus einer echten

Stuntfamilie. Sein Vater war einer der ersten

schwarzen Stuntmen überhaupt, und seine

Brüder sind nun auch in dem Business. Außer

Kiante hatte ich dieses Mal auch noch einen

Kerl namens Remy als Unterstützung, der all

die Parkour-Sachen übernehmen konnte. Denn

einen Salto kann ja nun wirklich niemand von

mir verlangen.

In „The Killer’s Bodyguard“ ist Ryan

Reynolds Ihr Beschützer. Haben Sie in echt

auch einen ständigen Bodyguard?

Nur bei Bedarf. Die meiste Zeit kann ich gut

darauf verzichten. Am meisten gebrauchen

könnte ich einen Bodyguard eigentlich immer,

wenn ich in Deutschland bin. Nirgends sind die

Autogrammjäger aggressiver drauf.

Ist das schon das Brenzligste, was Sie bisher

erlebt haben?

Richtig Schiss hatte ich, als ich das erste Mal

nach Johannesburg kam. Das war kurz nach

dem Ende der Apartheid – und damals ging

es in Südafrika ein bisschen zu wie im Wilden

Westen. Am Flughafen holten mich fünf Kerle

mit einem kugelsicher gepanzerten Auto ab, die

für meine Sicherheit zuständig sein sollten. Ihre

erste Ansage war: Wenn wir versuchen, dich

zu Boden zu werfen, leiste keinen Widerstand.

What the fuck? Ich sollte doch eigentlich nur

ein bisschen Pressearbeit machen und wusste

plötzlich gar nicht mehr, wie mir geschieht.

Heute gelten Sie längst als „King of Cool“.

Lebt es sich eigentlich gut als die personifizierte

Coolness?

Ich will mich zumindest nicht beschweren. Im

Laufe der Zeit habe ich mich an dieses Label

gewöhnt. Und es gibt ja wahrlich schlimmere

Images. In meinem eigenen Leben habe ich

mich allerdings noch nie als sonderlich cool

empfunden. Außer es ist cool, dass ich weiß,

wer ich bin, was ich kann und kein Blatt vor

den Mund nehme. Dieses Image ist aber eher

einer jener Fälle, wo einen die Öffentlichkeit

gleichsetzt mit den Rollen, die man spielt.

Mich stört das aber, wie gesagt, nicht sonderlich,

deswegen muss ich auch nicht auf Teufel

komm raus dagegen ankämpfen.

Wann fing das denn eigentlich an, dass Sie

als cool galten?

Das verdanke ich wohl in erster Linie Tarantinos

„Pulp Fiction“ beziehungsweise meiner

Rolle darin. Vorher war ich einfach nur einer

von vielen Schauspielern. Aber dieser Jules

Winnfield war nun einmal ein verdammt

cooler Motherf**ker. Seine Körpersprache,

sein Aussehen, sein Sätze – da entstand beim

Publikum ein bestimmtes Bild. Und danach

kamen noch ein paar weitere Filme, in denen

ich lässige oder unerschütterliche Kerle gespielt

habe, also hat sich das verfestigt.

Sind Sie nun auf diesen Typ Mann für immer

festgelegt?

Eigentlich nicht, auch wenn man ihn mir vielleicht

besonders oft anträgt; und ich spiele

nicht ausschließlich Männer, die immer alles

im Griff haben – durch nichts aus der Ruhe

zu bringen sind. Denken Sie an „The Champ“,

da spiele ich einen Obdachlosen, der auf der

Straße lebt. In „187 – Eine tödliche Zahl“ war

ich damals einen Lehrer ohne das geringste

bisschen Selbstbewusstsein, und in „Black

Snake Moan“ ein alternder Gitarrist. Das sind

eben nur nicht die Filme, mit denen mich die

meisten Menschen assoziieren.


Fotos: Twentieth Century Fox

12 | BOLD THE MAGAZINE LIFESTYLE | IM GESPRÄCH


LIFESTYLE | IM GESPRÄCH

BOLD THE MAGAZINE | 13

Viele dieser Filme hat kaum jemand

gesehen, einige kamen gar nicht erst ins

Kino, etliche waren auch nicht besonders

gut. Warum lehnen Sie sich nicht

entspannt zurück und picken sich nur

die Rosinen unter den Angeboten heraus,

sondern drehen lieber einen Film nach

dem anderen?

Ich bin nun einmal Schauspieler, also muss

ich doch auch schauspielen. Ein Maler steht

doch auch morgens auf, um zu malen. Aus

finanzieller Sicht könnte ich es mir ohne

Frage leisten, weniger zu arbeiten. Aber in

mir brennt auch nach all den Jahren noch

die Leidenschaft für diesen Beruf – und die

bleibt unbefriedigt, wenn ich nur zuhause

sitze und die Füße hochlege. Wenn ich es

mir aussuchen kann, möchte ich einfach

jeden Tag meines Lebens kreativ sein, egal

ob auf einer Broadway-Bühne oder vor einer

Kamera.

Selbst wenn das bedeutet, dass Sie auch

mit Regisseuren arbeiten müssen, die weit

entfernt von der Klasse eines Tarantinos

sind?

Sicher, das gehört doch dazu. Tarantino ist

einmalig darin, Dialoge zu schreiben, die aus

meinem Mund einfach großartig klingen.

Davon werden Sie sich auch in seinem

nächsten Film „Django Unchained“ wieder

überzeugen können. Wir haben eine großartige

Arbeitsbeziehung, die auf unserer

gemeinsamen Liebe fürs Kino basiert. Aber

weder würde es Sinn machen, mein Leben

lang nur alle paar Jahre mit ihm zu drehen,

noch kann ich von anderen Filmemachern

erwartet, dass sie so sind wie er.

Aber es muss doch ziemlich mühsam sein,

mit Regisseuren zu arbeiten, die nicht nur

nicht wie Tarantino, sondern womöglich

schlicht untalentiert sind, oder?

Um mal eine Sport-Metapher heranzuziehen:

Mit einem guten Regisseur spielt man im

Sturm, bei einem schlechten zieht man sich

in die Verteidigung zurück. Und glauben Sie

mir: ich habe schon mit vielen schlechten

Regisseuren gearbeitet. In solchen Fällen wird

man zum stillen Beobachter und zieht einfach

sein Ding durch. Denn natürlich habe ich

auch ohne Zutun des Regisseurs eine gewisse

Vorstellung davon, wohin ich mit einer Rolle

will. Da muss man dann einfach zusehen,

dass man sich nicht durch die Unfähigkeit

anderer von seinem Weg abbringen lässt.

Klingt fast, als würden Sie keinen Ihrer

schlechteren Filme bereuen ...

Das tue ich auch nicht. Ich fand meine eigene

Leistung eigentlich noch immer gut, ganz

egal, was ich mit dem Regisseur erlebt habe.

Außerdem sehe ich jeden meiner Filme als

Sprungbrett für etwas Neues, für das nächste

Projekt an. Eines führt immer zum anderen.

Deswegen trauere ich auch keinen Rollen

hinterher, die ich nicht bekommen habe.

Bestenfalls mache ich manchmal drei Kreuze,

wenn ich einen richtig schlechten Film sehe,

den ich um ein Haar gedreht hätte und es

dann zum Glück doch nicht getan habe.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.KillersBodyguard-Film.de


EXPLORE THE NORTH

CAMPING AM POLARKREIS

AUTOR: J. M. BRAIN | FOTOGRAF: D. SCHAPER

Einer Sage nach sollen die Lofoten entstanden sein, als Gott ein Schäufelchen

Urmaterie übrig hatte, sie ins Meer warf und sprach: „Mag es werden,

was es wolle“. Herausgekommen ist eine der beeindruckendsten Landschaften

der nördlichen Hemisphäre und BOLD machte sich mit dem neuen

Volkswagen California dorthin auf den Weg, um auf der Inselgruppe vor der

Küste Norwegens das einzigartige Polarlicht mit eigenen Augen zu sehen.

Allradantrieb und 4Motion lassen den California auch bei widrigen Straßenverhältnissen

gut aussehen.

„Von Kopf bis Fuß“ wurden bei den California-Sondermodellen farbige

Akzente und hochwertige Details eingearbeitet. Das zentrale Element des

neuen Designs zeigt sich im Aufstelldach, wahlweise in Strawberry Red,

Glacier Blue oder in klassischem Alpin Grey erhältlich. Der wandelbare

Innenraum inklusive aufklappbarem Doppelbett lässt auch bei Minusgraden

keine Wünsche offen und macht jedes Camping zum „Glamping“.


16 | BOLD THE MAGAZINE MOTION | EXPLORE THE NORTH


MOTION | EXPLORE THE NORTH

BOLD THE MAGAZINE | 17

Von Bodø, der Hauptstadt der Provinz Nordland, nördlich des Polarkreises,

geht es durch eine bizarr-eindrucksvolle Winterlandschaft nach Unstad.

Die Bucht von Unstad ist das Surfer-Paradies Nordeuropas. Im Herbst

und Winter türmen sich hier die gewaltigsten Wellen auf. Also rein in den

Neopren und ab ins Wasser, bei 5 Grad Wassertemperatur ein – in jedem

Fall – besonderes Erlebnis.


18 | BOLD THE MAGAZINE MOTION | EXPLORE THE NORTH


MOTION | EXPLORE THE NORTH

BOLD THE MAGAZINE | 19

Das elektrohydraulische Aufstelldach hebt und senkt sich im neuen

California per Knopfdruck und schafft so eine weitere komfortable

Liegefläche von 1,20 x 2,00 Metern. Platz-Angebot, Variations-Möglichkeiten

und Stauraum wurden beim California hervorragend gelöst und bieten

einen Komfort auf höchstem Niveau – und so genießen wir das nächtliche

Schauspiel am Nachthimmel entspannt aus der ersten Reihe.


START MOVING

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FOTOGRAFIN: B. LEUERMANN

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22 | BOLD THE MAGAZINE LIFESTYLE | START MOVING


LIFESTYLE | START MOVING BOLD THE MAGAZINE | 23

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LIFESTYLE


CONNECTIVITY

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26 | BOLD THE MAGAZINE LIFESTYLE | START MOVING


LIFESTYLE | START MOVING

BOLD THE MAGAZINE | 27

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URBAN


Kleid Patrizia Pepe

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CULTURE


ARTGERECHT

THAILAND

AUTOR: M. WINCKLER

In Chiang Saen im hohen Norden Thailands, rund 260 Kilometer von der

Grenze zu China entfernt und eine Stunde mit dem Auto nördlich der

Provinzhauptstadt Chiang Rai, markiert auf einem Aussichtspunkt eine auf

Stein gemalte Landkarte das wegen des früheren Opiumanbaus berüchtigte

Goldene Dreieck: Thailand grenzt hier im Westen an Myanmar (Burma) und

im Osten an Laos. Der mächtige Mekong wälzt seine schlammige Fluten

durch die gebirgige Region, deren größtenteils gerodete Wälder einst die

Heimat zehntausender Elefanten war.

Am Fluss Ruak, einem kleinen Nebenarm des Mekong, teilen sich zwei

Luxus-Hotels ein großes Areal aus Bambuswald, Dschungel und Weideflächen,

auf denen Elefanten grasen. Das Anantara Golden Triangle Elephant

Camp & Resort und Four Seasons Tented Camp wollen dazu beitragen, den

vom Aussterben bedrohten asiatischen Elefanten zu erhalten. Ein umstrittenes

Geschäft, wie fast alle Projekte, die den direkten Kontakt zwischen

Touristen und Elefanten ermöglichen.


32 | BOLD THE MAGAZINE TRAVEL | THAILAND

Zum Four Seasons gelangen die Gäste

in einem schmalen Boot. An der Anlegestelle

führt ein Ranger die Kunden

steile Stufen hinauf zur nach allen

Seiten hin offenen Rezeption, deren

von Elefantenskulpturen geschmückte

Holzterrasse den Blick freigibt auf die

von Bäumen bestandenen Berge in

Myanmar und Laos. Gegenüber dem

Hotelterritorium am sandigen Ufer des

Ruak auf der burmesischen Seite findet

sich täglich zum Sonnenuntergang

eine Wasserbüffelherde zum Baden ein.

Die Gäste wohnen in luxuriösen, weit

auseinander liegenden Zelten, die mit

antikem, handgearbeiteten Mobiliar

ausgestattet sind und deren Terrassen

über einem grünen Abgrund zu

schweben scheinen. Nur 15 solcher

Zelte mit Fernblick gibt es auf dem

Gelände. Abends führt ein Ranger die

Gäste vom Restaurant, das weder Fenster

noch Türen hat, oder der Dschungelbar,

zu welcher der Besucher am anderen

Ende des Areals über eine Hängebrücke

gelangt, mit einer Petroleumlampe zu

ihrem Domizil. Der nächtliche Spaziergang

treibt einem den Schweiß auf die

Stirn, man hört Vogellaute, kreischende

Affen, ein Knacken im Unterholz - die

scheuen Dschungelbewohner sind

nachtaktiv.

Im Anantara Resort wohnen Urlauber

in dreigeschossigen Gebäuden, deren

Architektur der urwüchsigen Landschaft

angepasst ist. Geräumige Zimmer und

Suiten sind im traditionellen Thai-Stil

eingerichtet. Von den Balkonen und

Terrassen sowie dem Infinitypool reicht

Weisheit. Für das Königshaus sind sie

ein Symbol der Macht. Im historischen

Park der alten Reichsstadt Sukhothai

(13.-15. Jahrhundert) etwa bilden Elefantenskulpturen

aus Stein den Sockel

eines Chedis. Landesweit begegnet der

Reisende in Tempelanlagen solchen

Zeugnissen der engen Verbindung von

thailändischem Buddhismus und der

Verehrung von Elefanten. Der weiße

Elefant ist den Thai heilig. Er war einst

das Wappentier von Siam, wie Thailand

früher bezeichnet wurde. Nur der König

hat Anspruch auf weiße Elefanten, zur

Arbeit durften sie nie eingesetzt werden.

Elf weiße Elefanten besitzt der König

angeblich heute.

Um 1900 sollen 100.000 Elefanten in

Thailand gelebt haben, 1950 rund

50.000. Heute lebten in Thailand 1.500

bis 2.500 Tiere auf mehrere Bestände

verteilt in Freiheit, sagt Roberts. Ihr Überleben

in den Naturreservaten müsse

gesichert, ihr Wachstum ermöglicht

werden. Dazu müssten Wilderei, die in

Thailand das Überleben der Elefanten

allerdings weitaus weniger gefährde

als in Afrika, und illegale Waldrodung

bekämpft werden, fordert Roberts. Nur

noch ein Fünftel der Fläche Thailands ist

mit Dschungel, dem natürlichen Lebensraum

des Elefanten, bedeckt. Ende des

19. Jahrhunderts waren es 70 Prozent.

Etwa 3.500 Elefanten seien heute unter

menschlicher Obhut, davon immer noch

800 als Arbeitselefanten in der legalen

und illegalen Holzindustrie, wozu es

Roberts zufolge überhaupt keine Rechtder

Blick bis zu den Bergen des Mekong

und Elefanten auf einer Weide.

22 Dickhäuter mit ihren Mahouts leben

auf dem Gelände. Die Golden Triangle

Asian Elephant Foundation arbeitet

mit den Hotels zusammen, „die notleidenden

Elefanten ein möglichst artgerechtes

Überleben sichern“, sagt Stiftungsgründer

John Roberts. Der

Stiftung gehört außerdem ein 18.000

Hektar großes Waldgebiet in Kambodscha,

in dem wilde Elefanten leben. Die

Organisation fördert darüber hinaus

ein Forschungsprojekt, das untersucht,

inwieweit Elefanten an Autismus

leidenden Kindern helfen können.

Das Elefantencamp des Anantara und

Four Seasons rette Dickhäuter, die zuvor

auf den Straßen Bangkoks bettelten, in

Cabaretshows des Rotlichtviertels von

Pattaya aufgetreten oder in schlecht

geführten Camps missbraucht worden

seien, sagt Roberts. Die Kombination

aus Luxushotels und Elefantendomizil

sei der Beweis dafür, dass Tourismus

und artgerechte Elefantenhaltung sich

nicht widersprechen, sondern sehr gut

funktionieren könnten, betont Roberts.

„Die Gäste lernen über Elefanten und

Mahouts und sichern deren Existenz.“

Nicht mehr das Reiten im Nacken eines

Elefanten, sondern ein Spaziergang mit

den Dickhäutern sei sehr beliebt und

würde heute gefördert, fügt der Stiftungschef

hinzu.

Thailänder verehren Elefanten seit Jahrhunderten

als Symbole für Glück und


TRAVEL | THAILAND

BOLD THE MAGAZINE | 33

fertigung mehr gebe. Seitdem in Thailand

1989 die Rodung des Dschungels

verboten wurde, stehen viele Mahouts

und ihre Elefanten vor einer existenzbedrohenden

Situation. Domestizierte

Elefanten könnten in Thailand schon

deswegen nicht ausgewildert werden,

weil ihr natürlicher Lebensraum extrem

reduziert sei und immer wieder Konflikte

entstünden zwischen Bauern, die landwirtschaftliche

Anbaugebiete vergrößerten,

und Elefanten, die auf Raumund

Nahrungssuche die Ernte oder

Teile davon vernichteten, sagt Roberts.

Das Überleben des thailändischen

Elefanten könne nur sichergestellt

werden durch den Schutz der Naturreservate,

in artgerechten Camps und

durch den Tourismus.

Ein radikaler und kompromissloser

Elefantenboykott durch die Tourismusindustrie,

wie von manchen Tierschutzorganisationen

gefordert, sei der falsche

Weg. Viele Elefanten in Thailand hätten

nur im Tourismus eine Überlebenschance,

betont Roberts. Tourismusunternehmen

müssten dafür sorgen, dass ihre

Kunden nur Camps besuchten, in denen

die Dickhäuter artgerecht lebten. Missstände

müssten beseitigt werden, unterstreicht

Roberts. „Wo sollen die Dickhäuter,

die im Tourismus schon zuhause

sind, sonst hin?“, fragt der Experte. Zur

Zeit gebe es keine Alternative.

Tierschutzorganisationen wie der World

Wild Fund for Nature, Pro Wildlife oder

Peta lehnen jeden direkten Kontakt

zwischen Touristen und den Dickhäu-

tern wie Elefantenreiten, -trekking oder

zirkusähnliche Vorführungen strikt ab.

Einzig das Beobachten von Elefanten aus

der Ferne in Naturparks oder der Besuch

von seriösen Auffangstationen, in denen

die Tiere im Gruppenverband artgerecht

und ohne Ketten gehalten werden, ist

aus ihrer Sicht legitim.

Die Tourismusbranche in Deutschland

hat inzwischen auf die Situation reagiert.

Auch wurde sie vermutlich aufgeschreckt

von tödlichen Unfällen beim Elefantenreiten.

Thailändische Medien berichten

von mehreren Fällen jährlich. So hat

DER-Touristik im Januar eine Tierschutzrichtlinie

beschlossen, die verbindliche

Kriterien und Standards für alle Produktangebote

mit Tierbegegnungen festlegt.

„Wir nehmen die Kritik der Tierschutzorganisationen

sehr ernst und werden alle

Tiereinrichtungen auf Einhaltung der

Kriterien überprüfen und unser Angebot

sukzessive anpassen“, sagt die Nachhaltigkeitschefin

von Europas drittgrößtem

Reisekonzern, Ulrike Braun. Elefantenreiten

etwa werde künftig nicht mehr

angeboten.

Tui hat nach eigenen Angaben seit 2015

alle nicht elefantenfreundlichen Ausflüge

wie Elefantenreiten und -shows aus dem

Programm gestrichen. Es werden nur

noch Ausflüge angeboten, bei denen die

Elefanten in einem natürlichen Lebensraum

unter professioneller Führung beobachtet

werden können, wie in Nationalparks

oder in Stationen, die keinen direkten

Kontakt zwischen Besuchern und Tieren

anbieten.

In Thailand unterstützt Tui bei Chiang

Mai den Elephant Nature Park, wo misshandelte

und verletzte Elefanten Zuflucht

finden. Touristen besuchen die Dickhäuter

in ihrem natürlichen Lebensraum, lernen

über ihr Verhalten und nehmen an „tierfreundlichen

Exkursionen“ teil.

Thomas Cook, Europas zweitgrößter

Reisekonzern, hat seit Oktober 2015 das

Reiten auf Elefanten oder Shows mit

den Dickhäutern aus dem Programm

genommen. „Damit bekennen wir uns

deutlich zum Schutz von Elefanten“, sagt

die Nachhaltigkeitsbeauftragte Friederike

Grupp.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.thailandtourismus.de

www.helpingelephants.org

EINREISE:

Deutsche Staatsangehörige

erhalten bei der Einreise ein vier

Wochen gültiges Visum.

EMPFEHLUNG HOTEL:

Four Seasons Tented Camp

www.fourseasons.com

Anantara Golden Triangle

Elephant Camp & Resort

www.goldentriangle.anantara.com

BESTE FLUGVERBINDUNG:

www.thaiairways.com

www.bangkokair.com


TROPENTRAUM

IM INDISCHEN OZEAN

MAURITIUS

AUTOREN: Z. KHAWARY & M. WINCKLER | FOTOGRAF: C. PAUL

Bereits der Anflug auf Mauritius ruft Tropenträume wach. Am frühen Morgen

ragen aus dem Nebel Berggipfel heraus, deren schroffe und kantige Flanken

von grünem Pflanzenwuchs wie Moosen und Flechten, Büschen und Sträuchern

überzogen sind. An der Küste leuchten Strände im Morgenrot, der

Indische Ozean changiert von Türkis bis Aquamarinblau. Ausgeprägte

Jahreszeiten gibt es auf der Insel nicht und daher auch keine starken

Klimaschwankungen. Die angenehmsten Monate sind April, Mai und Juni

sowie September, Oktober und November. Die Zyklonsaison herrscht von

Dezember bis März.


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Le Morne,

durch Banyan Tree gesehen


TRAVEL | MAURITIUS

BOLD THE MAGAZINE | 37

Eineinhalb Stunden dauert die Fahrt

vom Flughafen durch eine Landschaft

aus Zuckerrohrplantagen und kleinen

Dörfern mit tamilischen Tempeln, deren

Fassaden mit farbigen Götterskulpturen

aus dem hinduistischen Pantheon

geschmückt sind. Erstes Ziel unserer

Reise ist der äußerste Südwesten, wo

eine Halbinsel ins Meer ragt, deren

markanteste Erscheinung der Le Morne

Brabant ist, ein mehr als 550 Meter aufragender

Felskoloss.

Der Aufstieg ist kein Spaziergang,

sondern eine anstrengende Klettertour,

die den Wanderer mit einer grandiosen

Aussicht auf die immergrüne

Ebene und das weite Meer belohnt. Der

Monolith schützt den flachen Küstenstreifen

mit seinem feinen pulvrigen

Sand vor den Winden aus Süd und Ost,

die andernorts die Fluten aufpeitschen

und für erfahrene Kitesurfer ideale

Bedingungen schaffen – wie etwa an

der Südseite des Bergs oder am Küstenabschnitt

südlich vom Hotel Shandrani,

wo sehr oft eine steife Brise weht. Beim

Luxusresort St. Regis am Fuße der Felswand

ist das Wasser meist ruhig, hervorragend

geeignet zum Schwimmen, für

Kinder zum Planschen und für Wind- und

Kitesurf-Anfänger.

Die Wellen brechen sich mehrere

hundert Meter vor der Küste an einem

Riff mit schönen Korallenbänken. Das

Riff umgibt bis auf wenige Abschnitte

die gesamte Insel und schützt die

Lagune auch vor Haien. Auf der nahegelegensten,

160 Kilometer entfernten

Nachbarinsel La Réunion, die von den

Berggipfeln auf Mauritius bei klarem

Wetter zu sehen ist, erstrecken sich die

Reviere der Raubfische bis in unmittelbare

Küstennähe, sodass der Badetourismus

in den vergangenen Jahren fast

zum Erliegen gekommen ist.

„Was für ein Glück, dass wir auf Mauritius

das Riff haben“, sagt St.-Regis-Sprecherin

Ovani Omanee. Es gebe mehrere

schöne Wanderrouten auf Mauritius,

aber der große Teil der Besucher käme

wegen der weißen Strände, wo sie sicher

schwimmen, schnorcheln und surfen

könnten. „Ohne Badefreuden würde, wie

auf La Réunion, der Tourismus einbrechen,

die nach Zuckerrohranbau und

Textilherstellung drittwichtigste Devisenquelle

der Insel“, fügt Omanee hinzu.

Die Mauritianerin indischer Herkunft

führt uns durch die tropische Gartenanlage,

in der sich die salzhaltige Luft mit

dem Duft von Vanille und Frangipaniblüten

mischt. Die Gäste leben am Strand

in zweigeschossigen Villen mit großzügigen

Terrassen und Veranden. Die

weiße Kolonialarchitektur harmoniert

mit den Kokospalmen, grünen Rasenflächen,

farbenprächtigen Blüten und

Blautönen des Meers. Im Erdgeschoss

des Hauptgebäudes mit Boutique, Bibliothek

und Billardraum wird das Frühstück

auf einer langen Terrasse am großen Pool

serviert. Im Nebengebäude ein Restaurant,

dessen Chefkoch authentische

indische Küche mit kreolischem Einfluss

kreiert. Außerdem gibt es ein im Thai-

Stil errichtetes südostasiatisches Restaurant,

das von einem Wasserbecken


38 | BOLD THE MAGAZINE TRAVEL | MAURITIUS

mit Lotusblüten umgeben ist, und

ein Meeresfrüchterestaurant. Vom St.

Regis fährt man mit dem Auto rund 20

Minuten ins Hochland zum Black River

Georges Nationalpark in der Nähe des

Ortes Chamarel. Die Lakaz Chamarel

Exclusive Lodge, ein Boutique-Hotel mit

14 Bungalows, inmitten des unberührten

Urwalds mit Hunderten von Pflanzenarten

und mehr als ein Dutzend endemischer

Vogelarten, ist Ausgangspunkt

für Wanderungen oder Mountainbike-

Touren, die Panoramaaussichten über

den Wald hinweg auf die Küste bieten

oder einen Blick in die tiefe Schlucht des

Black River. Der Küchenchef des Hauses

weiht in die Geheimnisse der kreolischen

Küche ein und bereitet einen Red

Snapper zu, während sich zum Sonnenuntergang

zahllose Vögel auf den

Bäumen ringsum niederlassen und ein

vielstimmiges Konzert zwitschern.

Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung

von 1,2 Millionen Menschen

auf Mauritius sind indischer Abstammung,

davon drei Viertel Hindus und

ein Viertel Muslime. Rund ein Drittel der

Einwohner sind Christen, die zum großen

Teil afrikanischer Herkunft sind, davon

haben viele ihre kulturellen Wurzeln

auf Madagaskar, der größten Insel der

Region. Nur etwa vier Prozent sind Nachfahren

von Franzosen, welche die Insel

ab 1715 besiedelten. Die Briten lösten

die Franzosen als Kolonialmacht 1810

ab, erst 1968 wurde die Insel unabhängig

und ist heute eine stabile Demokratie.

17 Großgrundbesitzer betreiben

den Zuckerrohranbau, besitzen Raffi-

nerien und Destillerien, in denen ein

ausgezeichneter Rum gebrannt wird.

Die Augen ermüden schnell, wenn man

kreuz und quer über die Insel fährt, wo

sich links und rechts der Straße bis zum

Horizont oder zum Fuße eines Bergs

die Monokultur erstreckt. Auf der Hälfte

der Gesamtfläche der Insel und auf

dem größten Teil der landwirtschaftlich

nutzbaren Fläche wird Zuckerrohr

angebaut.

„Französische Zuckerbarone kontrollieren

nach wie vor den wichtigsten Wirtschaftszweig

des Landes, die Hindus

haben die politische Macht“, sagt Francis

Longueve, Direktor der Maradiva Villas

Resort & Spa in Flic en Flac im Westen

der Insel. Auf dem Weg zu diesem edlen

Luxusrefugium blühen im November

und Dezember die Flamboyantbäume

feuerrot. Die Gäste wohnen im Maradiva

in individuellen Villen, die einen

großen Innen- und Außenwohnbereich

mit kleinem Pool haben. Der Infinitypool

am Meer mit Beachbar zählt zu den

schönsten der Insel.

Der weiße, makellose Strand, teils von

Kokospalmen bewachsen, schlängelt

sich rund acht Kilometer an der Küste

entlang. In den ineinander übergehenden

Orten Flic en Flac und Wolmar

gibt es viele Restaurants und Geschäfte,

Apartmenthäuser und preisgünstige

Hotels in der zweiten und dritten Reihe

hinter der Küstenstraße, während Luxushotels

die Grundstücke direkt am Strand

unter sich aufteilen. So erholen sich am

Strand von Flic en Flac sowohl Touristen

aus dem Luxussegment als auch Gäste

von Mittelklassehäusern und Rucksackreisende.

Diese Mischung belebt den Ort

auf angenehme Weise, von Massentourismus

aber ist hier wie auf der ganzen

Insel noch keine Spur zu finden. Und es

bleibt Mauritius zu wünschen, dass die

Insel davon verschont bleibt und so ihren

Charme bewahrt. Die Menschen auf

Mauritius sind herzlich und gastfreundlich,

aber nie aufdringlich. „Sicher haben

wir auch auf Mauritius soziale Ungleichheiten“,

sagt Pierrot Barbe, Manager des

Hotels The Residence in Belle Mare an

der Ostküste. „Aber die unterschiedlichen

Bevölkerungsgruppen leben friedlich auf

engstem Raum zusammen, auch wenn

es kaum Vermischungen wie Ehen gibt.“

Es flammten aber auch keine gewalttätigen

Konflikte zwischen den Gruppen

auf, auch wenn Politiker vor wichtigen

Wahlen teilweise ethnische Konflikte zu

schüren versuchten, ergänzt der Hotelchef.

Die Anlage mit mehreren Gebäudekomplexen

liegt an einem wundervoll

geschwungenen Strand. Im Frühstücksrestaurant

mit Meerblick erzählen

Schwarzweißfotos die koloniale Vergangenheit

der Insel. Im À-la-carte-Restaurant

kommt der Gast in den Genuss

eine der besten kreolischen Küchen der

Insel. Barbe schickt uns auf eine Katamaran-Tour.

Wir fahren die von Kokospalmen

bestandene Ostküste entlang,

vorbei an Plattformen im türkisfarbenen

Meer, auf denen Paragleiter abheben,

und hinein in einen smaragdgrünen

Seitenarm des Meers zu einem kleinen

Wasserfall. Die Crew, ungezwungen

aufmerksam, grillt das Mittagessen an


TRAVEL | MAURITIUS

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Von oben:

Mauritius Küstenlinie


TRAVEL | MAURITIUS

BOLD THE MAGAZINE | 41

Bord, reicht Bier und Wein, scherzt und

lacht mit den Gästen und zieht sich

während eines Inselstopps zur Siesta

zurück: Mauritianische Lebensweise

und Gastfreundschaft. Unser Tipp: Das

Nira Spa des Shanti Maurice zählt mit

einer Fläche von fast 7.000 Quadratmetern

und 25 Behandlungsräumen zu den

größten und umfassendsten Wellnessoasen

der Insel. Das Sega Ritual sorgt

nicht nur für Entspannung des Körpers,

sondern soll auch den Geist von den

Lasten des Alltags befreien.

Im Norden der Insel, in Belle Mare,

befindet sich das Long Beach Hotel

an einem der längsten, breitesten und

schönsten Strände der Insel. Bei der

Umgestaltung des modernen Fünf-

Sterne-Hauses hat der Architekt auf

traditionelle Baumaterialien gesetzt:

„Wir leben das Dolce Vita und bieten

ein reichhaltiges Programm an Aktivitäten

– von Segeln, Tauchen bis hin zu

Wanderungen, Yoga und Golf“, sagt

Hotelsprecher Clyde Vacher beim Abendessen

im Restaurant Chopstick, in dem

der Chefkoch authentische nordchinesische

Küche zubereitet.

Im Nordwesten zählt das Beachcomber

Trou aux Biches Resort & Spa

zu den schönsten und luxuriösesten

Anlagen von Mauritius. Strohgedeckte,

in landestypischer Architektur gebaute

Häuser für zwei bis vier Parteien sind

in Arealen mit eigenen Pools auf einen

großen tropischen Garten verteilt.

Villen für zwei Parteien stehen auf einer

Wiese unter alten Bäumen gleich am

Strand. Alle Restaurants haben direkten

Meerblick, der Strand lädt zu endlosen

Spaziergängen ein und das Wasser ist

kristallklar und angenehm warm.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.tourism-mauritius.mu

ANREISE:

Direktflüge mit Eurowings von

Köln/Bonn, Condor von Frankfurt,

mit Air Mauritius von Paris.

HOTEL EMPFEHLUNGEN:

St. Regis Mauritius Hotel

www.stregismauritius.com

Beachcomber Trou aux Biches

www.beachcomber-hotels.com

The Residence Mauritius

www.cenizaro.com

Long Beach Golf & Spa Hotel

www.longbeachmauritius.com

Maradiva Villas Resort & Spa

www.maradiva.com

Hotel Riu Le Morne

www.riu.com

Lakaz Chamarel

www.lakazchamarel.com

REISEVERANSTALTER:

www.tui.de


LAND DER SEHNSUCHT

ISRAEL

AUTOR & FOTOGRAF: H. G. TEINER

An der südöstlichen Mittelmeerküste gelegen, hat Israel Einiges zu bieten:

Den lebhaften Lifestyle in Tel Aviv, römische Altertümer in Masada, eine heilsame

Entspannung am Toten Meer, Beduinen in der Wüste und nicht zuletzt

die inspirierende Atmosphäre von Jerusalem. Im vergangenen Jahr reisten

rund drei Millionen Menschen nach Israel. Deutschsprachige Urlauber

stellen, nach den USA, Russland und Frankreich, die viertgrößte Besuchergruppe

dar. Israel liegt klar im Trend: BOLD besuchte einige Anziehungspunkte

dieses kulturell so anziehenden Landes.


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TRAVEL | ISRAEL

BOLD THE MAGAZINE | 45

Wir reisen vom Mittelmeer-Strand Tel

Aviv-Jaffas bis in das hoch gelegene Jerusalem,

dazwischen liegen das Tote Meer

und die Judäische Wüste. Das Urlaubsparadies

Eilat am Roten Meer und die Wüste

Negev mit ihren Sehenswürdigkeiten

hatte BOLD bereits in der Vergangenheit

besucht (BOLD THE MAGAZINE No. 20,

BOLD TRAVEL SPECIAL No. 5). Ein Besuch

in Israel ist immer auch eine Reise in die

Vergangenheit der Menschheit und des

Glaubens. Angesichts der vielfältigen steinernen

und schriftlichen Artefakte einer

gemeinsamen Geschichte aller heute

existierenden Glaubensauffassungen ist

Israel buchstäblich ein Land der Sehnsucht.

Auf Schritt und Tritt gibt es Gelegenheiten,

hinter der Tagespolitik die

geschichtlichen Zusammenhänge und

Menschen im Hier und Jetzt zu entdecken

und zu begreifen.

Die beste Einreisemöglichkeit nach Israel

stellt der Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv

dar, zu empfehlen ist hier eine direkte

Verbindung mit Germania Airlines. Die

junge, aufregende und bunt gemischte

Metropole Tel Aviv-Jaffa bietet ein vielseitiges

touristisches Angebot. Die zweitgrößte

Stadt des Landes, direkt am Mittelmeer

gelegen, zeigt sich als quirliger

Hotspot einer facettenreichen Gesellschaft

und eröffnet ungeahnte Möglichkeiten,

tagsüber und besonders nachts.

Das liberale Tel Aviv ist für seine Partyszene

bekannt, es gibt jede Menge Bars,

Clubs und Pubs zu erkunden, und eine

aufstrebende international orientierte

Kunstszene trägt zum einzigartigen

Flair Tel Avivs bei. Hier zählt das Leben

im Augenblick: vital, schön und kreativ!

Der 14 Kilometer lange Sandstrand lädt

Sonnenhungrige zum Entspannen ein.

Die Altstadt und die kleinen Gassen sind

weitere Anziehungspunkte: Die in den

1930er Jahren im Bauhausstil erbauten

Gebäude der Stadt zählen zum Weltkulturerbe

„Weiße Stadt“. Auf einer Erkundungstour

sind das Haaretz-Museum und

das Independence Hall Museum einen

Besuch wert. Entlang der Küstenstraße

werden auch Segway-Touren angeboten.

Der leichte Fahrtwind und die Aussicht

auf das tiefblau-smaragdgrüne Wasser

des Meers machen eine Tel Aviv-Tour zu

einem besonderen Erlebnis.

Shabbat Shalom: Für gläubige Juden

beginnt der Sabatt am Freitag, wenn die

ersten drei Sterne am Himmel stehen,

und endet ebenso am Samstag. Wir übernachten

in Nazareth, in Galiläa gelegen,

das zur Zeit Jesu ein jüdisches Dorf war.

Mit der Eroberung Palästinas durch die

Perser, im 7. Jahrhundert n. Chr., verbreitete

sich hier der Islam. So ist Nazareth

heute die größte arabisch geprägte Stadt

in Israel. In der Weißen Moschee, in der

Mitte von Nazareths altem Markt, versammeln

sich beim Freitagsgebet bis zu 3.000

Muslime.

Verkündigungsbasilika und Josephskirche

sind christlich geprägte Altertümer

Nazareths. An der Stelle der heutigen

Basilika soll Erzengel Gabriel der Jungfrau

Maria die Geburt Jesu angekündigt

haben. Maria wird im Christentum als

Mutter Jesu Christi besonders verehrt

und ist auch im Koran als jungfräuliche

Mutter Jesu erwähnt. Zu ihrem Andenken

wurde eine christliche Kirche erbaut und

später eine Kathedrale errichtet, die von

Mameluken zerstört wurde. Franziskaner

errichteten 1730 an dieser Stelle erneut

einen Sakralbau. Nach dem Durchschreiten

des Heiligen Tores der Basilika

eröffnet sich eine weiträumige Halle.

Der obere Teil ist reich geschmückt mit

Mosaiken, Fresken und Skulpturen, in der

unteren Basilika kann man einen Blick in

die Verkündigungsgrotte werfen.

Wir fahren stadtauswärts, um einem Teilstück

des Jesus Trails zu folgen. Dieser

Pfad führt den Wanderer auf 60 Kilometern

zu den wichtigsten christlichen

Orten der Gegend bis nach Capernaum,

einem ehemals kleinen Fischerdorf. In

Kana beispielsweise, hat Jesus auf einer

Hochzeit Wasser in Wein verwandelt.

Der nicht weit entfernte See Genezareth

liegt über 200 Meter tief unter dem

Meeresspiegel. Hier hatte der Gottessohn

derartige Wunder vollbracht,

dass Stumme redeten, Krüppel gesund

wurden, Lahme gehen konnten und

Blinde wieder sahen. Geschichte und

Geschichten sind hier auf Schritt und Tritt

allgegenwärtig. In der Wüstenlandschaft

nahe Tiberias, im Reitcenter von Vered

Hagalil, stehen Pferde für einen Ausritt in

die Abendsonne bereit. Wer sich, im steinigen

Gelände bergab, auf dem Rücken

der Tiere halten kann, kann dabei die

weite Aussicht auf den See Genezareth

genießen. Diesen auch heute noch unverbauten

Blick könnte auch Jesus Christus

bereits gehabt haben.


46 | BOLD THE MAGAZINE TRAVEL | ISRAEL

Auf dem weiteren Weg durch das Land

fahren wir am Jordan entlang. „Der Fluss

war bis 1967 auch die Grenze zu Syrien,

in der Ferne dahinter liegen die Golan-

Höhen“, erklärt Tour-Guide Danny Tamuz.

Wir überqueren den Jordan, der hier eher

ein Rinnsal ist, und nähern uns der West

Bank. Der Jordan endet am Toten Meer,

das mehr als 400 Meter unterhalb des

Meeresspiegels liegt. Der sagenhaft hohe

Salzgehalt liegt mit 25 Prozent weit über

dem des Atlantik (4 Prozent). Das Tote

Meer ist auch das an Mineralien reichste

Gewässer der Erde.

„Experience The Tranquility“, steht am

Eingang des Hotels Oasis Dead Sea.

In weißen Frottee gehüllt, geht es mit

dem Shuttle-Service zum hoteleigenen

Meeresufer. Eine entspannte Ruhe liegt

über der gesamten Szenerie: Über den

salzverkrusteten Einstiegsbereich geht es

in das grünblau schimmernde Nass hinein.

Die Menschen stehen hier entspannt im

Nass herum oder lassen sich, mit einem

Lächeln im Gesicht, von der salzigen Flüssigkeit

tragen. Über allem liegt ein fast

schon magischer Dunstteppich, der von

der Sonne mit mildem Licht durchstrahlt

wird. Das Gefühl, sich wie ein Korken vom

Wasser tragen und treiben zu lassen, und

das in einer riesigen, angenehm temperierten

Badewanne, ist überraschend:

Schwerelose Leichtigkeit – außen und

innen.

Für den Weg nach Masada warten zwei

allradangetriebene Fahrzeuge vor dem

Eingang unseres Hotels auf uns. Ali El

Atrache, ein waschechter Beduine und

Gesicht und bittet darum, das Tempo zu

mäßigen oder wenigstens auf den Beifahrersitz

zu wechseln. Eine Minute später

sitzt das Bleichgesicht neben dem Beduinen,

denn beim Tempo gibt es keine

Kompromisse. Gerührt und durchgeschüttelt

haben wir uns eine Teepause,

stilecht auf einem Teppich mitten in der

Wüste, mehr als verdient. „Hier wurden

auch Teile von Rambo III mit Sylvester

Stallone gedreht“, verrät uns Ali. Er weiht

uns auch in die Geheimnisse der Wüste

ein und demonstriert die verblüffende

Waschwirkung des Seifenkrauts, einer

unscheinbaren Pflanze vom Fahrbahnrand.

Die enge Beziehung zur Natur

ist jedoch auch hier im Verschwinden

begriffen, „von den ursprünglich nomadisch

umherziehenden Beduinen leben

in Israel mittlerweile neunzig Prozent

dauerhaft in den Städten“, erklärt Ali.

Masada befindet sich auf einem Tafelberg

und ist ein archäologischer Nationalpark

und Weltkulturerbe. Zu den Ausgrabungsstätten

gelangt man auf bequeme

Weise mit der Gondel, einem Fabrikat aus

der Schweiz. Die Festungsanlage wurde

zur Zeit von König Herodes dem Großen

erbaut, etwa 40 bis 30 Jahre vor Christus.

Herodes ist vor allem berüchtigt durch

den, ihm in der Bibel zugeschriebenen,

massenhaften Kindesmord in Bethlehem.

Allerdings starb er bereits vier Jahre vor

Christus. In jedem Fall war er ein jüdischer

Herrscher, der das Gebiet um Palästina

als Vasallenstaat Roms führte. Zu dieser

Zeit gab es zahlreiche religiöse Gruppierungen,

die im Widerstreit lagen. In

der jüdischen Gesellschaft beispielsunser

Driver, begrüßt uns mit einem

breiten Lachen und lädt uns ein, auf den

schmalen Seitenbänken des zerbeulten

und offenen Defenders Platz zu nehmen.

Diese robuste Blechkiste hat in ihrem

mehr als 20-jährigen Leben wohl schon

so Einiges mitgemacht, wir ahnen noch

nicht, dass es uns bald genauso ergehen

wird. Nach kurzer Fahrt auf Asphalt

biegen wir plötzlich rechts ab ins sandige

Gelände, nur eine Fahrspur markiert

unseren weiteren Weg. Unser Fahrer tritt

das Gaspedal durch! „Hoppa“, ruft Ali, als

wir auf der blattgefederten Ladefläche

des Defenders abheben und unsere

Köpfe unsanft mit den Überrollbügeln in

Berührung kommen.

In rasantem Tempo geht es auf der

sandigen Fahrspur voran, sämtliche

Hindernisse, wie am Wegesrand sich

anbietende steinige Rampen oder auch

steile Anstiege, werden wie selbstverständlich

mitgenommen. Oben angekommen,

bringt Ali das automobile Urgestein

zum Halten, es kippelt etwas und

wir schauen in einen steilen Abgrund

hinein. Ali dreht sich freundlich lachend

zu uns um und fragt „Habt ihr Kinder?“

Ohne die Antworten abzuwarten, ruft er:

„Dann schreibt ihnen noch schnell eine

Short Message!“ Und weiter gehts, der

Defender kippt über die Felskante, rutscht

den Steilhang hinab und wird kurz vor

dem Umkippen von einer gekonnten

Lenkbewegung des Beduinen abgefangen.

Wieder auf allen vier Rädern,

wird kräftig Gas gegeben, und die Fahrt

geht ohne Unterbrechung weiter. Mein

Gegenüber ist inzwischen ganz bleich im


TRAVEL | ISRAEL

BOLD THE MAGAZINE | 47

Weltkulturerbe: Die ehemalige

jüdische Festung Masada


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Felsendom in der

Altstadt von Jerusalem

Fotos: H. G. Teiner, S. Pavone, L. Spektor


TRAVEL | ISRAEL

BOLD THE MAGAZINE | 49

weise die Pharisäer, Sadduzäer und die

Essener. Oben auf den Befestigungsmauern

stehend wird schnell klar, warum

diese Festung für lange Zeit als uneinnehmbar

galt. „Die Juden rebellierten

hier gegen die Römer. Und als für die

Rebellen keine Hoffnung mehr bestand,

töteten sie sich und ihre Familien. Den

Tod zogen sie der Sklaverei vor“, berichtet

Guide Danny Tamuz über die tragische

Geschichte dieses Ortes.

Das letzte Ziel unserer Reise ist die Stadt

Jerusalem. Wir fahren durch palästinensisch

autonomes Gebiet, und vor uns

befindet sich Jericho. Auch Bethlehem

mit der Geburtskirche Jesus liegt in einem

palästinensisch autonomen Gebiet. Wir

passieren den Übergang West Bank und

fahren auf Jerusalem und den Ölberg zu.

Jerusalem liegt hoch oben in den judäischen

Bergen, hat 800.000 Einwohner

und ist die größte Stadt und der Regierungssitz

Israels. Unser Blick schweift

in Richtung Tempelberg: Der weithin

durch seine goldene Kuppel sichtbare

Felsendom thront über der Jerusalemer

Altstadt, er ist eines der Hauptheiligtümer

und der wohl älteste Sakralbau

des Islam. Gegenüberliegend, auch auf

dem Tempelberg gelegen, befindet sich

die al-Aqsa-Moschee. Hier treffen die

verschiedensten Kulturen und Glaubensrichtungen

direkt aufeinander – alte und

moderne Lebensweisen existieren nebeneinander,

wenn auch nicht immer miteinander.

Wir durchqueren das Kidrontal

und bewegen uns vom Ölberg hinab,

weiter auf die Stadt Jerusalem zu, biegen

rechts hinab und sehen den Eingang

einer kleinen Kirche. Dahinter führt

eine steile Treppe hinab in ein Kellergewölbe,

welches das Mariengrab beherbergt,

die Grabstätte von Maria, der

Mutter von Jesus. Die alte Krypta aus dem

4. Jahrhundert ist bis heute erhalten

geblieben. Das Gebäude wird heute

von vielen verschiedenen Glaubensrichtungen

genutzt: der Griechisch Orthodoxen,

der Armenisch Apostolischen,

der Syrisch-Orthodoxen, der Koptisch

Orthodoxen und der Äthiopisch Orthodoxen.

In der von einer hohen Mauer

umgebenen Altstadt ist das in vergangenen

Jahrhunderten kultivierte Nebenund

Miteinander deutlich zu sehen: mit

der Aufteilung in muslimische, jüdische,

christliche und armenische Viertel.

Jerusalem ist für Christen, Juden und

Muslime gleichermaßen eine heilige

Stadt – ein Ort der offenen Begegnung

und Auseinandersetzung, wie uns die

Geschichte lehrt.

In der Folge des Sechs-Tage-Krieges

von 1967 konnten Jüdisch-Religiöse

wieder den Boden an der Klagemauer

betreten, die frühere Westmauer des

Plateaus des ehemaligen zweiten Jerusalemer

Tempels. Hier hat bereits Jesus

gepredigt. An der Stelle des eigentlichen

jüdischen Tempels stehen heute die

Al-Aqsa-Moschee und der Felsendom.

Der Tempelberg ist einer autonomen

muslimischen Verwaltung unterstellt.

Jede Religion hat zur Zeit Zugang

zu ihren heiligen Stätten. In Jerusalem

ist alles sichtbar miteinander

verbunden und gleichzeitig spürbar

getrennt. Der Platz vor der Klagemauer

ist täglich rund um die Uhr zugänglich.

Die Klagemauer wird zur Andacht

genutzt: In den Ritzen, zwischen den

Felsstücken, stecken viele Zettel, mit

Gebeten, Wünschen und Danksagungen.

Jeder kann sich in diesem Bereich frei

bewegen. Männer sollen sich dabei

ihren Kopf bedecken, und die Bereiche

für Frauen und Männer liegen getrennt

nebeneinander. Die praktizierte Gläubigkeit

der orthodoxen Juden trifft

hier auf die Blicke der betrachtenden

Touristen: Der Intensität des Ortes tut

dies keinen Abbruch, eine Verbundenheit

mit dem Göttlichen wird hier in jedem

Fall spürbar.

Israel irritiert und verändert. Es öffnet

den Blick fürs Wesentliche und fürs Miteinander.

Bei uns hat diese aufregende

Reise durch Israel eines hinterlassen: das

Verlangen nach mehr Israel.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.goisrael.de.

www.go-jerusalem.de

www.sego.co.il

HOTEL EMPFEHLUNGEN:

Dan Hotels Israel

www.danhotels.com

Prima Hotels Israel

www.prima-hotels-israel.com

BESTE FLUGVERBINDUNG:

www.flygermania.com


ALOHA HAWAII

24 STUNDEN BIG ISLAND

AUTOREN: N. DEXTER & M. MAI

Es ist kurz nach 4 Uhr morgen. Tiefes Schwarz beherrscht die sternenklare

Nacht. Eine kleine Tischlampe brennt im angenehmen orangefarbenen

Licht, und der Deckenventilator zieht seine Kreise. Zu versuchen, wieder

einzuschlafen, wäre zwecklos, denn zu viel Vorfreude liegt in der Luft. BOLD

reiste zum entfernten Hawaii, um sich die Insel der Inseln vor Ort anzuschauen

und einen der schönsten Plätze des Planeten mit dem neuen Lexus

LC 500 zu entdeckten.


52 | BOLD THE MAGAZINE MOTION | ALOHA HAWAII

Wir sind spät angekommen. Es war bereits

dunkel, und so blieb die große Überraschung,

alles zu sehen und zu entdecken,

noch im Verborgenen. Die große Schiebetür

des Hotelzimmers lässt sich leicht

öffnen, sie führt auf die kleine Terrasse

direkt vor dem schönen, großzügigen

Zimmer – und eröffnet einen direkten Blick

zum Meer. Barfuß geht es durch den noch

angenehm warmen Sand des Strandes zum

Wasser. Erst mit den Zehenspitzen, dann mit

dem ganzen Fuß – doch stop! Es ist noch

dunkel und irgendwie unheimlich, jetzt

und allein ins große schwarze Wasser zu

springen. Also setzen wir uns in den Sand

und warten ab, bis die Sonne aufgeht –

zählen die Wellen und schauen einer Schildkröte

zu, wie sie laaaangsam zurück ins

Meer geht. An den Vögeln hören wir, dass

der Tag naht. Die Umrisse von Palmen und

farbenfrohen exotischen Pflanzen werden

klarer. Der Himmel leuchtet in einem hellen

Blau, und die Sonne taucht aus dem Meer.

Der sonnige Kona District erstreckt sich

über 60 Meilen (96 km) vom Kona International

Airport bis zur Kealakekua Bay an der

vulkanischen Westküste von Hawaii Island,

das auch Big Island genannt wird. Sie ist

die mit Abstand größte Hawaii-Insel und

beheimatet eine äußerst vielfältige Flora

und Fauna. Allein hier zählt man 11 der 13

Klimazonen. Das bedeutet, im Winter in

Badeshorts, mit Sonnenbrille am Strand

zu stehen, während man am Horizont auf

den über 4.000 Meter hohen, schneebedeckten

Vulkan Mauna Loa schaut – einen

der größten aktiven Vulkane der Erde. Oder

auf der einen Seite der Insel auf weniger als

zehn Regentage zu hoffen, während die

andere zu den regenreichsten Regionen

der USA gehört. Nach einer Joggingrunde

am Strand empfängt uns das Four Seasons

Resort Hualalai mit einem ausführlichen

Frühstück. Gestärkt und mit bester Laune

gehen wir zum Empfang und dem eigentlichen

Grund unserer kurzen Weltreise

entgegen – dem Lexus LC 500.

Das neue Sport-Coupé von Lexus ist auch

hier noch ein „Exot“, denn es ist brandneu

und noch nicht auf dem Markt. BOLD ist

eines der weltweit handverlesenen Medien,

das das Coupé testen darf. Der Portier

schließt gekonnt die Tür des Wagens und

entlässt uns, mit ein paar wertvollen Tipps,

in den Tag. Beim Start des Motors ertönt

ein tief-bullernder Sound, der selbst eher

introvertierteren Auto-Enthusiasten ein

zustimmendes Nicken abringt. Wäre da

nicht diese permanent geltende Geschwindigkeitsbegrenzung

auf der Insel, würden

wir wahrscheinlich schnell am Horizont

verschwinden. Doch heute nicht. Nicht

hier! In den 50er Jahren ereignete sich

auf der Insel eine 23-tägige Ausbruchsreihe

des Mauna Loa Vulkans. Als Resultat

entstand ein breites und noch heute weiträumig

sichtbares Lavafeld, auf welchem

das Hotel, als eine Art Oase, erbaut wurde.

So starten wir inmitten einer kunterbunten,

blütenreichen Flora und Fauna, um uns

wenige Meter entfernt auf einem kargen

Lavafeld wieder zu finden. Auf den kurvenreiche

Straßen des Kona Districts zeigt sich

schnell die beeindruckende Dynamik des

neuen Lexus LC 500. Die direkte Lenkung

lässt nur wenig Spiel, und die 343 kW

(467 PS) des 5,0-Liter V8-Motors, mit dem

weltweit ersten 10-Gang-Direktschalt-


MOTION | ALOHA HAWAII

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MOTION | ALOHA HAWAII

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Fotos: BOLD Archiv, M. A. Shaffer, Blue Hawaiian Helicopter Tours

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MOTION | ALOHA HAWAII

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Automatik-Getriebe, geben einem permanent

das Gefühl, über ein enormes Kraftreservoir

zu verfügen, das sich im Sprint

von Null auf Hundert in nur 4,7 Sekunden,

manifestiert. Bereits kurz nach dem Lavafeld

entwickelt sich die Landschaft in eine eher

für Irland typische Umgebung – großzügige

Wiesen und Felder, mit vielen Schafen

und Pferden. Den ersten Coffee-Stop legen

wir in der kleinen 9.000 Seelen-Gemeinde

Waimea ein. Lokaler, äußerst wohlschmeckender

Kaffee, und dazu ein aufgewecktes

Gespräch über unser rotes Geschoss lassen

uns einmal mehr die Zeit vergessen. „Wann

kommt er auf den Markt?“, „Was ist das für

ein Modell?“, „Was kann er?“: Unzählige

Fragen der Einheimischen prasseln auf uns

ein und geben uns zu verstehen, dass man

ihn wohl annehmen wird – den neuen

LC 500.

Weiter gehts in den Osten der Insel, wo die

Landschaft dem Schwarzwald sehr nahe

kommt und fließend in einen tropischen

Urwald übergeht. Riesige, tiefgrüne Bäume,

baumgroße Hibiskuspflanzen und eine lautstark-tierische

Geräuschkulisse. Was auffällt

ist die ansteigende Menge an Regenfällen.

War es auf der anderen Seite der Insel noch

eine Besonderheit, einen Regentag zu

erleben, ist es auf dieser Seite des Vulkans

tatsächlich der nasse Alltag. Der LC lässt sich

von diesen Begebenheiten kaum beeindrucken

und bewegt sich nach Abschaltung

des Sport-Modus weiterhin ruhig und

sicher durch die gefühlte neunte Klimazone.

Der nächste Stop liegt nahe der Kleinstadt

Hilo – auf der OK-Farm. Hier treffen

wir uns zum Lunch mit zwei Kollegen des

Herstellers. Inmitten von Bananen- und

Kaffee-Plantagen erfahren wir, wie auch

dieses Modell von der japanischen Tradition

beeinflusst wurde.

„Für mich ist der LC 500 wie eine Einladung

zum Tee in meinem Zuhause. Alles ist

perfekt. Das Wasser hat die richtige Temperatur,

die Anordnung des Teeservices ist

makellos, der Duft der frisch gebrühten

Pflanze erfüllt den Raum, und alle fühlen

sich wohl und sind glücklich“, sagt Mr. Koji

Sato, Chef-Ingenieur des neuen Lexus LC

500. Und führt weiter aus: „Genauso gehen

wir an das Fahrzeug heran. Der Einstieg ist

bequem, die Bedienbarkeit der Instrumente

ist einfach und leicht zugänglich. Die Haptik

der Oberflächen ist angenehm und interessant.

Alles bis hin zum Sound des Motors

gibt dem Fahrer und seinem Gast das Gefühl

des Wohlbefindens.“ Sein Kollege Mr. Tadao

Mori, Chef-Designer des LC 500, fügt hinzu:

„Die langgezogene Chromleiste, die von

der A-Säule bis zum Ansatz des Kofferraums

verläuft, soll an einen Samurai-Kämpfer und

sein kunstvolles Schwert erinnern.“

Für den Rückweg von Hilo zum Hotel

nehmen wir den Helikopter, und da Hawaii

auch als Drehort für „Jurassic Park“ bekannt

wurde, spielt der Pilot über die Headsets die

Titelmusik des Blockbusters. Eine durchaus

passende Beschallung, für die äußerst

eindrucksvolle Kulisse und ein gelungener

Abschluss unseres 24-Stunden-Roadtrips.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.lexus.de


ROADTRIP

IM LAND DES WEIHRAUCHS

AUTOREN: M. WINCKLER & K. SPECHT | FOTOGRAF: D. SCHAPER

Das Sultanat Oman ist das zweitgrößte Land der Arabischen Halbinsel. Die

Küste reicht von der Straße von Hormuz, der weltweit wichtigsten Öltankerroute,

am Ausgang des Arabischen (Persischen) Golfs, über den Golf von

Oman bis hin zum Arabischen Meer. Drei Viertel der rund vier Millionen

Einwohner des dünn besiedelten Landes leben in Städten. BOLD reiste von

der Hauptstadt Muscat, zum „Grünen Berg“ Al Jabal Al Akhdar, weiter zur

Küste – nach Salalah, und nutzte die Gelegenheit, sich vor Ort den neuen

Audi RS 3 genauer anzusehen.


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TRAVEL | OMAN

BOLD THE MAGAZINE | 61

Ende Mai herrschen in Muscat hohe

Temperaturen, das Thermometer zeigt

bereits am Morgen 30 Grad Celsius an. Im

Tagesverlauf wird es mehr als 40 Grad heiß,

glücklicherweise bei geringer Luftfeuchtigkeit.

Muscat mit rund eine Million Einwohnern

ist eine beschauliche Stadt. Die

einzelnen Bezirke des von Ausläufern des

Hajar Gebirges durchsetzten Gebiets gehen

nicht nahtlos ineinander über, sondern

sind verbunden durch gut ausgebaute

Straßen, die sich durch die schroffe Berglandschaft

winden. Ganz im Gegensatz zu

den himmelstürmenden Wolkenkratzern

aus Stahl und Glas im benachbarten Dubai

oder Abu Dhabi, ist Muscat von niedrigen

weißen Häusern und Villen, grünen Parks

und Gartenanlagen sowie einer weiten

Küste geprägt. Bei Neubauten sind maximal

12 Etagen erlaubt, und die Häuser müssen

einheitlich weiß gestrichen werden. Auch

sonst erinnert in Muscat wenig an eine

moderne arabische Metropole. Nirgendwo

sind große Leuchttafeln zu sehen, die für

westliche Luxusgüter werben. Gigantische

Shoppingmalls wie in Dubai gibt es nicht.

Statt großstädtischer Hektik und Dauerstau

herrscht fast ländliche Ruhe in der Kapitale.

Die Sultan-Qaboos-Moschee mit ihren vier

Minaretten ist eine der schönsten auf der

arabischen Halbinsel, die prächtigste des

Oman und gleichzeitig die einzige des

Landes, die auch von Nicht-Mohammedanern

betreten werden darf.

Auf beiden Seiten der Hafeneinfahrt

erheben sich die Anfang des 16. Jahrhunderts

von Portugiesen errichteten

Festungen Mirani und Jalali. Wenige Kilometer

entfernt befindet sich die historische

Hafenstadt Mutrah. Dort liegt die

riesige Yacht von Sultan Qaboos Al Said

vor Anker. An der Corniche weht eine

sanfte, die Hitze etwas mildernde Brise

und die Luft schmeckt nach Salz. Die

Straße ist gesäumt von aufwändig renovierten,

aus dem 19. Jahrhundert stammenden,

weiß glänzenden, Handelshäusern

mit filigranen hölzernen Balkonen,

Spitzbogenfenstern und Dachterrassen.

Auf dem Fischmarkt bieten Händler lautstark

ihren frischen Fang an. Der in traditioneller

Bauweise angelegte Mutrah Souq

– der schönste und größte des Oman, mit

seinen zahlreichen verwinkelten Gassen ist

eine Fundgrube für Antiquitäten, Silberschmuck

und Weihrauch, dem nachgesagt

wird, er sei der beste der Welt. In der

Antike bescherte der Handel mit Weihrauch

dem Wüstenland großen Reichtum.

Davon legen heute noch Orte wie Taqah,

Sumhuram, Mirbat oder Salalah Zeugnis

ab. Die Weihrauchstadt Salalah an der

Südküste, rund 160 Kilometer von Jemen

entfernt, wo ein von der Weltöffentlichkeit

viel zu wenig beachteter Krieg wütet,

werden wir zum Abschluss unserer Reise

besuchen, um uns dort nicht zuletzt den

neuen Audi RS 3 vor eindrucksvoller Kulisse

einmal näher anzuschauen. „Muscat ist das

Tor zum Oman“, gibt der Fremdenführer

uns noch mit auf den Weg. „Wir bewahren

den traditionellen Islam in seiner sanften

Form und der Tourismus wird hier

behutsam ausgebaut“ – er spreche vor

allem zahlungskräftige Gäste an, fügt er

hinzu und fährt fort: „Der Fremdenverkehr

soll die Abhängigkeit von Erdöl- und

Erdgasexporten, der Haupteinnahmequelle

des Oman, reduzieren.“


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Die Fahrt hinauf zum „Grünen Berg“ führt

über Serpentinen mit vielen Haarnadelkurven

vorbei an Dattelpalmenhainen,

ausgetrockneten Flussbetten und historischen

Festungen auf das Sayq-Plateau. Bald

ist weder ein Baum noch ein Busch oder

auch nur eine Distel entlang der Straße zu

sehen. Soweit das Auge reicht erstrecken

sich karge und schroffe Gebirgszüge. Doch

auf dem Sayq-Plateau in 2.000 Meter Höhe

gibt es in Hanglagen häufig Niederschläge,

so dass die Terrassenfelder ertragreich und

fast immer grün sind. Pfirsich-, Aprikosenund

Mandelbäume geben hier reichlich

Früchte, ab März blühen Millionen von

Rosen. Im August und September werden

Granatäpfel geerntet.

Auf diesem Plateau hat die thailändische

Anantara-Gruppe direkt am Rand eines

Canyons im Oktober vergangenen Jahres

ein Fünf-Sterne-Hotel mit Spa, Infinitypool

und sechs Restaurants, unter anderem

mit hervorragender arabischer und italienischer

Küche, eröffnet. Das Luxus-Resort

mit mehr als 100 Zimmern und Villen mit

Pools hat ein französisch-marokkanischer

Architekt im regionaltypischen Stil gebaut,

wodurch es sich harmonisch in die Landschaft

einfügt. Einige der Zimmer befinden

sich direkt am Rand des Canyons und

bieten von den Balkonen einen fantastischen

Blick. Wie aus der Zeit gefallen liegen

in der Schlucht mehrere Dörfer, deren

Bewohner bis auf wenige bereits lange

vor dem Hotelneubau wegen des Wassermangels

weggezogen sind. Eine geführte

Wanderung zu diesen Dörfern, vorbei an

Obstgärten, die mit einem ausgeklügelten

System offener Wasserläufe bewässert

werden, ist wie eine Reise ins alte Arabien.

Die wenigen verbliebenen Dorfbewohner

reagieren scheu, aber keineswegs abweisend

auf unangemeldete Besucher. Von

Muscat geht es mit dem Flugzeug nach

Salalah, Hauptstadt der Region Dhofar im

Süden am Arabischen Meer, wo Anantara

im November 2016 ein weiteres Luxushotel

an einem der schönsten Strandabschnitt

eröffnet hat. Hier nehmen wir den

neuen Audi RS 3 genauer unter die Lupe

und erkunden mit ihm die nähere Umgebung.

Fünfzylindermotoren haben bei Audi eine

große Tradition. In den 1980er Jahren

trieben sie den Erfolg der Marke im Motorsport

und auf der Straße entscheidend

voran. Nach jahrelanger Pause gaben sie

2009 ihr Comeback, als der 2.5 TFSI in den

Audi TT RS einzog. 2011 folgte die erste

Generation des RS 3 Sportback, 2013 der

RS Q3 und 2015 die zweite Auflage des

RS 3 Sportback.

Jetzt zeigt sich der RS 3 Sportback umfangreich

modifiziert. Gesellschaft bekommt

er von der neuen RS 3 Limousine, mit

der die Marke ihr Angebot international

ausweitet. Sie ist die erste kompakte

Audi-Limousine mit dem RS-Label und

zugleich die erste Audi-Limousine mit quer

montiertem Fünfzylindermotor. Mit ihrem

Hightech-Fahrwerk, dem neuen Fünfzylinder-Motor

und geschärfter Optik fahren

die Audi RS 3 Limousine und der Audi RS

3 Sportback an die Spitze ihrer Klasse.

RS-spezifische Details im Innenraum und

der unnachahmliche Sound des 2.5 TFSI

komplettieren das Fahrerlebnis.


TRAVEL | OMAN

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Salalah ist eine lebhafte Stadt mit 160.000

Einwohnern. Die Stadt ist für einen Wüstenstaat

sehr grün, Kokospalmenhaine und

Bananenplantagen hinterlassen einen

subtropischen Eindruck. Besonders von

Juni bis September verwandelt der vom

Indischen Ozean aufziehende Monsun die

Flora der Region Dhofar in ein farbenprächtiges

Meer, für die Menschen des Omans ist

es die schönsten Jahreszeit in der Region.

Auch die Mitarbeiter des Anantara-Resorts

im Gebirge bei Muscat schwärmten von

dieser Jahreszeit an der Südküste.

Das Al Baleed Resort Salalah by Anantara

befindet sich nur wenige Auto-Minuten

vom Souq und Stadtzentrum entfernt. Die

luxuriöse Anlage mit einem großen Infinitypool

liegt zwischen einer Lagune und

einem Privatstrand. Die Architektur ist hier

den Dörfern des Dhofar nachempfunden.

Es gibt ein mehrgeschossiges Hauptgebäude

mit Gästezimmern, der Lobby und

einem Restaurant. In einem Kokospalmengarten

stehen rund 100 Villen, die

meisten davon mit eigenem Pool und

Terrasse. Nur die Villen am Strand sind von

außen einsehbar, die meisten sind von

einer begrünten Mauer umgeben, die für

eine private Atmosphäre sorgt. Die Villen

sind zwischen 176 und 240 Quadratmeter

groß, luxuriös ausgestattet in einem zeitgemäßen

orientalischen Design. Drei Restaurants

bieten arabische, mediterrane und

südostasiatische Küche. Wer neben Bergen

und Meer die Wüste sehen möchte, kann

in dem Strandresort einen Ausflug in das

sogenannte Leere Viertel buchen – die

Rub Al Khali (größte zusammenhängende

Sandwüste der Welt), die sich auf Oman

und die Nachbarstaaten Saudi Arabien,

Vereinigte Arabische Emirate sowie Jemen

erstreckt. Mit dem neuen Audi RS 3 fahren

wir ins Hinterland des Dhofar, in Richtung

Norden ins Gebirge mit alten Weihrauchbaumbeständen

und zu Plateaus, die

einen wunderbaren Blick auf die Ebene

von Salalah freigeben. Richtung Westen

gelangen wir nach 40 Kilometern an eine

große Bucht mit einem hellen Sandstrand

vor türkisfarbenem Meer. Bei dem Fischerdorf

Mughsayl befinden sich die sogenannten

Blow Holes, aus denen je nach

Wasserstand ganz unerwartet bis zu zehn

Meter hohe Wasserfontänen aus dem

flachen Felsmassiv spritzen. Nur 14 Kilometer

weiter führt die „Zig-Zag-Road“ zur

wunderschönen Bucht von Al Fazayih vom

Gebirge herunter. Der weite, saubere, weiße

Sandstrand wirkt unberührt. Der Indische

Ozean changiert hier von Türkis bis

Aquamarinblau. Ein Bad in dem warmen,

klaren Wasser ist ein Höhepunkt der Reise

an die Südküste des Oman.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.audi.de

EINREISE:

Sechs Monate gültiger Reisepass,

Visum wird vor Ort erteilt.

EMPFEHLUNG HOTEL:

www.anantara.com

BESTE FLUGVERBINDUNG:

www.omanair.com


68 | BOLD THE MAGAZINE

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