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Taxi Times München - August 2017

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AUGUST 2017 3,50 €

www.taxi-times.taxi

MÜNCHEN

DER TVM UNTERSTÜTZT DAS KVR

KAMPF GEGEN

ILLEGALE

KONKURRENZ

ORTSKUNDE

Gesetz durch die

Hintertür

AUFTRAGSVERMITTLUNG

Auf die digitale Zukunft

vorbereitet

DAS DIESEL- DILEMMA

123 Kilometer

schlechte Luft


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Nur solange der Vorrat reicht.

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Touran Trendline 2.0 TDI SCR, 81 kW (110 PS), 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, DSG

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automatisch beheizt, Scheinwerfer-Reinigungsanlage, Seitenscheiben hinten und Heckscheibe abgedunkelt, zu 65 % abgedunkelt,

Vordersitze beheizbar, Warnleuchte für Waschwasserstand, LED-TAXI-Dachzeichen (Fa. Hale) ohne stillem Alarm, Lederlenkrad,

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in Kunstleder, Vorbereitung für Taxameter, USB-Schnittstelle und Multimediabuchse AUX-IN u. v. m.

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Effektiver Jahreszins: 1,99 %

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48 Monate

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48 mtl. Finanzierungsraten à 398,99 € 1,2

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Das Angebot gilt nur bei gleichzeitiger Inzahlungnahme Ihres Gebrauchtwagens (ausgenommen Audi, Porsche, SEAT, ŠKO-

DA) mit mindestens 4 Monaten Zulassungsdauer auf Ihren Namen. Nähere Informationen erhalten Sie bei uns. 2 Ein Angebot

der Volkswagen Bank GmbH, Gifhorner Str. 57, 38112 Braunschweig, für die wir als ungebundener Vermittler gemeinsam

mit dem Kunden die für die Finanzierung nötigen Vertragsunterlagen zusammenstellen. Das Angebot gilt für gewerbliche

Einzelabnehmer mit Ausnahme von Sonderkunden für ausgewählte Modelle. Bonität vorausgesetzt. Nähere Informationen

erhalten Sie unter www.volkswagenbank.de und bei uns. Abbildung zeigt Sonderausstattungen gegen Mehrpreis.

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MAHAG Automobilhandel und Service GmbH & Co. oHG

Volkswagen Zentrum München

Schleibingerstr. 12-16, 81669 München

Ihre Ansprechpartner:

Bernd Obkirchner

Tel. 089 / 48001-166

Johannes Huber

Tel. 089 / 48001-578


LIEBE LESERINNEN UND LESER,

die Diskussion um den Diesel und die wegen seiner überhöhten

Schadstoffwerte drohenden Fahrverbote ist aktuell

von großen Emotionen geprägt. Kein Wunder – schließlich

wird uns allen immer mehr bewusst, dass unsere dritte und

von der Politik unabhängige Gewalt im Staate, die Richter,

aus rein sachlichen Aspekten Fahrverbote für nötig erachten

und aktuelle Rechtsverfahren mit entsprechenden Urtei len

enden. Wir fassen den aktuellen Stand bis zum Zeitpunkt

unseres Redaktionsschlusses ab Seite 21 zusammen.

Zur großen Emotionalität trägt aber auch die Erkenntnis

bei, dass die Dieselmodelle in dieser Form eigentlich keine

Zukunft haben. Dementsprechend rasant hat sich der Wertverlust

entwickelt, auch wenn ein erfahrener An- und

Verkäufer gebrauchter Taximodelle es für unseren Bereich

als noch nicht so tragisch ansieht (Seite 20).

Der Frust ist auch deshalb so groß, weil die Konzernmanager

als Hauptverantwortliche bisher so wenig Einsicht

zeigen. Sie verkaufen uns jahrelang wissentlich Fahrzeuge

mit falschen Schadstoffwerten und glauben nun, sich mit

Software­ Updates und Kaufprämien (die im Übrigen nur für

Privatkunden gelten) freikaufen zu können.

ES GEHT UM WIRTSCHAFTLICHE EXISTENZEN

Es geht nicht nur um verspieltes Vertrauen, es geht um wirtschaftliche

Existenzen. Die Verkäufer in den Mercedes­

Niederlassungen und bei den VW-Autohäusern müssen mit

Gehaltseinbußen rechnen, sofern ein Teil Ihres Gehalts, was

in der Branche durchaus üblich ist, aus Verkaufsprovisionen

besteht. Taxi Times könnte dieses Magazin ohne Mercedes

und Volkswagen als Werbekunden in dieser Form nicht mehr

herausbringen. Es wären 923 zusätzliche Abonnenten nötig,

um die dadurch entstehende finanzielle Lücke aufzufüllen.

Und bei den Münchner Taxibetrieben stellt sich generell

die Frage, ob Fahrverbote sich überhaupt kompensieren

lassen. Sie würden eher das radikale Aus vieler Betriebe

bedeuten. Auch deshalb, weil Investitionen in alternative

Antriebe nicht von heute auf morgen finanziell gestemmt

werden können.

OFFEN GEGENÜBER ALTERNATIVEN

Umso wichtiger ist es, dass die Politik, in diesem Fall die Stadt

München mit ihrem E-Taxi-Projekt, den Umstieg auf Elektromobilität

und Wasserstoff fördern will (Seite 24).

Auch das wird nicht von heute auf morgen passieren, aber

der Startschuss ist gefallen. Und jeder verantwortungsbewusste

Taxiunternehmer, die Taxizentralen und die Verbände

müssen sich gegenüber dieser Antriebsalternative

offen zeigen. Der zweite Vorstand der Taxi München e. G. hat

kürzlich in einem Beitrag in der „Süddeutschen Zeitung“

genau das Gegenteil verkündet. Ein fatales Signal.

INHALT

TITELTHEMA – TAXIVERBAND MÜNCHEN

6 Der Kampf gegen illegale Konkurrenz

8 Wie eine Beschwerde aussehen muss

WETTBEWERB

10 Ortskunde wegfall durch die Hintertür

11 Lockerung des Eich rechts

RECHT UND VERSICHERUNG

12 Aussteigen bitte: Halten in zweiter Reihe

VERSICHERUNG

13 Schutz bei Pannen und Unfällen

SERVICE

14 Ersatzteile: Ist günstiger trotzdem gut?

ISARFUNK TAXIZENTRALE

16 Gut gerüstet für den digitalen Wandel

18 Höchste Zeit für das Inklusionstaxi

ANTRIEB

20 Wertverfall eines gebrauchten Taxis

21 Schlechte Luft auf 123 Kilometern Länge

24 Zwei Millionen Euro für Münchner E-Taxis

MEDIEN

26 Eine alte Uber-Kamelle auf münchen.tv

26 Impressum

– die Redaktion –

TITELFOTO: Taxi Times

TAXI AUGUST / 2017

3


NEWS

NEWSTICKER

NEUES HOTEL IN DER

PARKSTADT SCHWABING

Die schwer verletzte Taxifahrerin wurde aus dem umgekippten Bus-Taxi

herausgehoben und noch auf dem Taxi versorgt.

Mit dem Motel One Parkstadt Schwabing in

der Anni-Albers-Straße 10 hat die Hotel kette

Anfang August ihr achtes Hotel in München

eröffnet. Zu einer offiziellen Eröffnungs feier

hat das Management für den 14. September

um 18 Uhr eingeladen. Das Hotel hat insgesamt

434 Zimmer, die zu einem Preis ab

79 Euro buchbar sind. Spezielle Eröffnungsangebote

gibt es nicht, für den Zeit raum

während der Wiesn waren bis zum Zeitpunkt

unseres Redaktionsschlusses noch

Zimmer frei.

jh

ROCK ANTENNE AUF

MÜNCHNER FREQUENZ

Auf der UKW-Radiofrequenz 94,5 gibt es

ab 1. September einen Senderwechsel. Das

bisher dort platzierte Aus- und Fortbildungsradio

M 94,5 muss dem kommerziellen Sender

Rockantenne weichen. Rockantenne ist

ein Ableger des privaten Radiosenders

Antenne Bayern und sein Name ist Programm.

AC/DC, Van Halen, Metallica, Bryan

Adams und viele weitere Interpreten der

lauten Klänge rocken nun also auch rund

um die Uhr die Landeshauptstadt. jh

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SCHWERER UNFALL

IN DER MAXVORSTADT

Anfang August stießen am späten Abend ein schwarzer Skoda und

ein Großraumtaxi an der Kreuzung Arcis- und Gabelsbergerstraße

mit einer solchen Wucht zusammen, dass das Taxi umkippte und auf

der Fahrerseite liegen blieb. Dabei hatte vor allem die Kollegin im

Bus-Taxi Glück im Unglück, denn vier Unfallzeugen waren vom Fach

und konnten so professionelle Erste Hilfe leisten.

Vor Ort waren ein Arzt, ein Medizinstudent, ein Polizist und ein

Berufsfeuerwehrmann. Sie waren nicht im Dienst, konnten aber bis

zum Eintreffen der Feuerwehr und des Rettungsdienstes erste Maßnahmen

ergreifen. Sie hoben beispielsweise die 61-jährige Kollegin

aus dem Fahrzeug und versorgten Sie auf dem Taxi. Sie erlitt bei dem

Unfall schwere Verletzungen an beiden Beinen. Der Skoda-Fahrer

wurde bei dem Unfall nur leicht verletzt.

nu

TAXIWÄSCHE FÜR 3,50 EURO

Sauberkeit gehört zum guten Image Münchner Taxis. Diese Imagepflege

muss auch gar nicht teuer sein, wenn man an der richtigen

Waschstraße wäscht. Etliche Pächter gewähren Rabatt auf das günstigste

Standardwaschprogramm – am besten vorher an der Kasse

nach fragen. Wenn dann aber gerade eine Aushilfe Dienst hat, kann

es passieren, dass man auch mal keinen Rabatt bekommt.

Einen garantierten Festpreis für 3,50 Euro pro Wäsche bekommen

Taxis bei Waschanlagen des Unternehmens IMO. Es betreibt in der

ganzen Bundesrepublik klassische Waschstraßen, in denen man in

der Regel während des Waschvorgangs im Auto sitzen bleibt. Der

Bruttopreis versteht sich inklusive manueller Vorwäsche und Wäsche

mit Schaum und Trocknung. Die anschließende Nutzung des Saugers

ist gratis.

Um den speziellen Taxipreis nutzen zu können, muss eine Smart-

Wash-Vignette an der Frontscheibe angebracht sein, die vor dem

Einfahren eingescannt wird. Sie ist bei allen teilnehmenden IMO­

Autowaschstraßen erhältlich. In München sind dies die Stationen in

der Kistlerhofstraße 255, in der Ingolstädter Straße 59, in der Triebstraße

11 e und in Dachau in der Newtonstraße 10. Kleiner Wermutstropfen:

Die Betreiber der IMO-Waschanlagen lassen keine Taxis mit

Dachwe rbung zu.

jh

FOTOS: Taxi Times, Berufsfeuerwehr München

4 AUGUST / 2017 TAXI


T6 Caravelle Trendline 2.0 l TDI BMT

110 kW (150 PS), 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe

Kraftstoffverbrauch l/100 km:

innerorts: 6,6; außerorts: 5,5; kombiniert: 5,9

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auf 4 Jahre bei Bestellung bis 31.12.2017

Lackierung: Hellelfenbein

Ausstattung:

· Radstand: 3.400 mm

· Klimaanlage

· Licht & Sicht

· Mobiltelefon-Schnittstelle

· Sitzheizung

· Alarmanlage für Taxi mit Vorbereitung für passiven Alarm

· elektrische Fensterheber und elektrisch verstell- und

beheizbare Außenspiegel

· Funkvorbereitung Taxi/Funkmietwagen mit Antenne

· Geschwindigkeitsregelanlage (Tempomat)

· Kraftstofftank mit 80 l Tankvolumen

· Radio „Composition Audio“

· Sitzbezüge in Kunstleder

· Taxameter Microtax-06 (Fa. HALE)

· Vorbereitung für Taxi-Dachzeichen (Fa. Kienzle)

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36.378,- € netto

43.290,-€ brutto

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Volkswagen PKW oder nicht Volkswagen Konzernprodukts. Das Fahrzeug muss mind. 3 Monate auf Sie zugelassen sein. 3 Ein Finanzierungsangebot der Volkswagen Bank GmbH, Gifhorner Str. 57, 38112

Braunschweig. Für Laufzeiten von 12 bis 48 Monaten. Bonität vorausgesetzt. Angebot gilt bis 31.12.2017. 4 Am Ende der Laufzeit haben Sie die Wahl: Sie können das Auto zurückgeben und ein neues aussuchen,

es bequem weiter finanzieren oder das Auto kaufen. Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen sowie Effizienzklassen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz.

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Volkswagen Nutzfahrzeugzentrum München

MAHAG Automobilhandel und Service GmbH & Co. oHG

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Julian Schöllhammer

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TAXIVERBAND MÜNCHEN

DER KAMPF GEGEN DIE

ILLEGALE KONKURRENZ

Zusammen mit dem KVR geht der Taxiverband München (TVM)

verstärkt gegen die schwarzen Schafe aus der Mietwagenbranche vor.

Dazu ist die Mitarbeit vieler Kollegen nötig.

Warum macht denn keiner was dagegen? Was machen

denn die da oben für uns?“ Das ist ganz häufig die

vorwurfsvolle oder auch verzweifelte Frage von Kollegen,

wenn es um das Thema Uber, Blacklane oder Clever Shuttle

geht. Vor allem die Fahrzeuge, die für Uber arbeiten und Aufträge

dieser App-Vermittlung übernehmen, kann man im Stadtgebiet

nicht mehr übersehen.

Egal, ob morgens um sechs Uhr vor irgendwelchen Hotels in München,

am Nachmittag in der Nähe diverser Firmen oder am Abend

und in der Nacht vor den Diskotheken – die meist schwarzen Limousinen

stehen irgendwo am Straßenrand, oft sogar in zweiter Reihe,

auf den Straßen herum. In vielen Fällen sitzt der Fahrer im Fahrzeug

und starrt gebannt auf das Handy – in der Hoffnung, dass der

nächste Auftrag über die Uber-, Blacklane-, myDriver- oder eine

der anderen Mietwagen-Apps bald kommt.

UNERLAUBTE BEREITSTELLUNG UND VERSTOSS

GEGEN DIE RÜCKKEHRPFLICHT

Inzwischen hat sich aber unter vielen Taxikollegen herumgesprochen,

dass der Taxiverband München schon seit längerer Zeit aktiv

ist und viele verschiedene Versuche unternimmt, um möglichst

effektiv gegen diese unerlaubte Bereitstellung und die damit verbundenen

Verstöße gegen die Rückkehrpflicht vorzugehen. Drei

dieser Wege wollen wir hier vorstellen.

Grundlegend ist eines nötig: Wir haben immer wieder in Gesprächen

mit den Kollegen betont, dass wir ohne sie nichts erreichen

können, und sie gebeten, uns alle Beobachtungen zu melden. Viele

dieser Kollegen haben dies mit einer wunderbaren Regelmäßigkeit

auch übernommen. Wir hoffen aber, dass der Kreis derer, die uns

entsprechende Beobachtungen melden, noch deutlich größer wird,

dann wir können noch wesentlich mehr erreichen.

DONNERSTAGMORGEN, 6 UHR, INNERHALB DES ALTSTADTRINGS

Manch ein Kollege, der sich bereits zu früher Morgenstunde

am Taxistand des Hotels Vier Jahreszeiten aufgestellt hatte,

staunte nicht schlecht, als plötzlich das gut vorbereitete und

hoch aktive Kontrollteam des KVR sichtbar für alle Anwesenden

bei ankommenden oder wartenden Limousinen

Kon trollen durchführte. Auch im Tal, am Promenadeplatz

und in diversen Seitenstraßen, wurden Fahrzeuge kontrolliert,

die ziemlich offensichtlich zur Personenbeförderung

unterwegs waren. Durch das Wissen um typische Kennzeichen

– von aufmerksamen Kollegen gesammelt und vom

TVM an das KVR übergeben – konnte manches Fahrzeug

ganz gezielt überprüft werden. Wir würden uns sehr wünschen,

dass sol che Kontrollen in unregelmäßigen Abständen

noch deutlich häufiger durchgeführt würden. Wir hoffen

außerdem, dass das dafür notwendige Personal bald dafür

zur Verfügung gestellt wird. Denn es werden ja nicht nur

Verstöße festgestellt, sondern diese Kontrollen haben auch

eine abschreckende Wirkung.

fb

FOTOS: Taxi Times

6 AUGUST / 2017 TAXI


TAXIVERBAND MÜNCHEN

Denn tatsächlich ist der Nachweis eines Verstoßes gegen das Personenbeförderungsgesetz

(PBefG) alles andere als einfach. Um

eine Beobachtung möglichst „gerichtsfest“ zu bekommen, sind

Zeitaufwand und Aufmerksamkeit gefordert, die verständlicherweise

nicht jeder aufbringen will (siehe Kasten). Damit ein Bußgeld

des KVR auch vor Gericht Bestand hat, müssen die Verstöße

beweissicher sein.

DURCH VIELE MELDUNGEN WERDEN MUSTER

DEUTLICH

Und so funktioniert dann eben der eine Weg: Durch die Masse an

Meldungen, die wir bekommen und in einer Excel-Liste zusammengefasst

haben (mindestens Kennzeichen, Uhrzeit, Datum, Ort

und möglichst genaue Beschreibung der Beobachtung), konnten

wir Regelmäßigkeiten und Muster, was Einsatzorte, häufige Kennzeichen

und Uhrzeiten betrifft, feststellen. Das allein macht natürlich

noch keinen Verstoß aus. Aber die Regelmäßigkeiten geben

Aufschluss über das Verhalten mancher Fahrer bzw. über Fahrzeuge

und die Herkunft einiger Unternehmen. Denn eine große Zahl dieser

Fahrzeuge sind nicht in München zugelassen, die Zulassungen

erstrecken sich über den gesamten oberbayerischen Raum. Fahrzeuge

mit Zulassungen in Dingolfing, Landshut, Unterallgäu oder

woher auch immer sind keine Seltenheit. Um solche Muster zu

erarbeiten, benötigen wir die Hilfe möglichst vieler Kollegen. Es

gibt bei uns im Büro auch entsprechende Formblätter, auf denen

nur die wichtigen Fakten eingetragen werden müssen.

Wir haben eine erste Sammlung dem KVR als zuständige

Genehmigungsbehörde übergeben – und dieses hat in mühevoller

Arbeit jedes einzelne Kennzeichen dieser Liste überprüft. Immerhin

konnten so schon ein paar häufig aufgefallene Namen von

Unternehmen ausgewertet werden. Nur mit Hilfe dieser Daten

konnte dann eine durch das KVR gut geplante und vorbereitete

Kontrolle zusammen mit dem Taxiverband an typischen und auffälligen

Plätzen durchgeführt werden. Diese Kontrolle hatte in

unseren Augen einen sehr positiven Effekt und hat sicher auch

schon zum einen oder anderen Bußgeldbescheid geführt.

TESTFAHRTEN FÜHREN ZU ÜBERRASCHENDEN

ERGEBNISSEN

Weitere dieser Kontrollen sollen durchgeführt werden, nur steht

dem KVR dafür leider zu wenig Personal zur Verfügung. Obwohl

die notwendigen Stellen bereits genehmigt sind, konnten sie bislang

noch nicht besetzt werden. Dabei wäre es immens wichtig,

dass mit entsprechendem Personal weitaus mehr Kontrollen durchgeführt

würden. Denn wenn diese erst bekannt sind, wird die

unerlaubte Bereitstellung vielleicht schon bald zurückgehen und

die Rückkehrpflicht eher eingehalten.

u

Was macht ein weißer BMW in

der Prannerstraße 1 in zweiter Reihe?

Sein Fahrer fleht das Smartphone förmlich an, es

möge ihm doch schnell einen Fahrtauftrag senden.

Das Warten in der Prannerstraße 1 kann ganz schön

zermürbend sein.

TAXIVERBAND MÜNCHEN E. V. (TVM)

Rosenheimer Straße 139

81671 München

Telefon / Verband: +49 (0)89 / 45 05 41 13

Telefon / Taxischule: +49 (0)89 / 49 00 44 94

E-Mail: info@taxiverband-muenchen.de

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Presserechtlich verantwortlich für

diese Seite: Florian Bachmann

Redaktion: Florian Bachmann

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TAXI AUGUST / 2017

7


TAXIVERBAND MÜNCHEN

Das Bereitstellen ist nur Taxis erlaubt.

Mietwagen müssen zum Betriebssitz zurückkehren.

Die Praxis sieht anders aus …

halten keinen Hinweis auf irgendeine enthaltene Mehrwertsteuer.

Das hat dazu geführt, dass in einem Fall der nachgewiesene Verstoß

nicht nur an das zuständige Landratsamt, sondern auch an das

Finanzamt zur Prüfung weitergegeben wurde.

Was wir natürlich auch immer wieder gemacht haben, waren Testfahrten.

Wie lange braucht das Fahrzeug, bis es bei uns, also beim

Kunden, ist? Wo kommt es her? Wo ist der Betriebssitz? Kann es

sein, dass ein Fahrzeug in fünf Minuten von Landshut zu einer

Adresse in München anfährt? Und was erzählt uns der Fahrer zu

diesem Thema? Mit den Beschreibungen solcher Fahrten kann man

Verstöße gegen das PBefG treffend formulieren und beweisen.

Sofern ein legales Geschäft betrieben wird, sind die Unternehmen

als Mietwagen– bzw. Limousinenservice angemeldet. Damit verbunden

sind nahezu alle diese Fahrzeuge von der Verpflichtung

befreit, einen Wegstreckenzähler zu nutzen. Man bekommt als

Kunde einen Preis angeboten, den man akzeptiert und nach dem

zunächst abgerechnet wird. In einem dieser Fälle wurde uns dieser

Preis allerdings im Nachhinein um einige Cent reduziert. Von

einem Festpreis, der ja Voraussetzung zur Befreiung eines Wegstreckenzählers

ist, kann also keine Rede sein. Außerdem wird

einem nach einer Fahrt von Uber im Auftrag des durchführenden

Unternehmens eine Rechnung zugestellt. Diese Rechnungen ent­

DER VERSCHLEPPTE KLAGEWEG

Immerhin hat sich ein mutiges Ehepaar in München gefunden,

das den finanziell riskanten Weg der Klage gegen Uber beschritten

hat. Um das Prozessrisiko auf Kostenebene halbwegs erträglich

zu machen, hat der Taxiverband München zugesichert, sich an

den Kosten zu beteiligen. Das, was in München andere Taxiorganisationen

finanziell ohne weiteres schultern könnten, übernimmt

ausgerechnet der Verband, der sich aus den Beiträgen der

Mitglieder und durch Schulungsangebote finanzieren muss. Die

Mitgliedschaft im TVM ist bekanntlich freiwillig und bringt keine

wesentlichen finanziellen Vorteile. Die Mitgliedschaft in Taxizentralen

dagegen schon.

Die Klage gegen Uber wurde bereits im August 2016 eingereicht.

Inhaltlich wird Uber vorgeworfen, durch die App­

Vermittlung gegen Vorschriften des PBefG zu verstoßen. Aufgrund

ähnlicher Gerichtsverfahren wurde Uber in allen anderen deutschen

Städten verboten und vermittelt derzeit einzig und allein

noch in München. In Berlin versucht sich Uber nach dem erreichten

Verbot mit Hilfe einer veränderten Vermittlungsform wieder

in den Markt einzumischen. Durch geschickten Umgang mit Fristverlängerungen

und die Anwendung sämtlicher Verzögerungstaktiken

hat hier in München bis heute kein Gerichtstermin

stattgefunden. Immerhin ist jetzt für Oktober 2017, leider erst

nach dem Oktoberfest, ein Termin festgesetzt worden. Ob der dann

allerdings tatsächlich stattfinden wird, lassen wir erst mal noch

mit einem Fragezeichen stehen. Wir hoffen natürlich, dass spätestens

dann auch in München Ubers illegale Vermittlungen eingestellt

werden müssen.

fb

WAS BRAUCHT EINE VOLLSTÄNDIGE BESCHWERDE / MELDUNG?

Damit ein Verstoß gegen das Personenbeförderungsgesetz

– egal, ob durch Taxi oder Mietwagen – zu einem

rechtskräftigen Bußgeldbescheid führen kann, muss der

Verstoß natürlich beweisbar sein.

Als Ergebnis vieler Gespräche mit dem KVR haben

wir die wichtigsten Fakten zusammengetragen.

• Kennzeichen und – wenn möglich – Fahrzeugtyp;

bei Taxis: Kennzeichen und/oder Ordnungsnummer

• Datum und Uhrzeit der Beobachtung bzw. des Vorfalls

• Ort, Straße, wenn möglich mit Hausnummer, oder Kreuzung

• Beschreibung des Vergehens, z. B. unerlaubte Bereitstellung/nicht

erlaubtes Halten, Verstoß gegen die Rückkehrpflicht

oder dergleichen. Hier ist wichtig, dass man sich

einige Minuten Zeit nimmt und zumindest während eines

Zeitraums von fünf Minuten das Fahrzeug beobach tet.

Das ist gerade direkt vor Hotels oder am Flughafen nicht

sehr schwierig. Ist das Fahrzeug geparkt und der Fahrer

im Wagen bzw. in der Nähe, möglichst ausführlich die

Beobachtungen beschreiben.

• Woran macht der Beschwerdeführer fest, dass es sich um

einen Mietwagen handelt? Wurde das Fahrzeug schon

des Öfteren gesehen und eventuell dabei beobachtet,

dass Personen aufgenommen oder abgeladen wurden?

Wenn ja, wann und wo? Wurde das Fahrpersonal direkt

ange sprochen? Wurden die Fahrgäste dabei gesehen,

wie sie einen Mietwagen bestellten?

• Woran wird festgemacht, dass es sich um einen

Verstoß z. B. gegen die Rückkehrpflicht oder die

Auftragsannahme am Betriebssitz handelt? Wurde

das Fahrpersonal dabei beobachtet, wie es z. B. durch

die Benutzung eines Smartphones einen Fahrtauftrag

bestätigte? Oder wurde das Fahrzeug in Anwesenheit des

Fahrers über einen längeren Zeitraum bereitgehalten?

• Wenn möglich Zeugen – am besten Fahrgäste des betreffenden

Mietwagens – mit Namen und Adressen benennen.

Man selbst muss natürlich bei jeder Beschwerde

auch seinen eigenen Namen und seine Adresse angeben.


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FOTO: Taxi Times


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Partner vor Ort: Betrieb München-Milbertshofen, Frankfurter Ring/Ecke Ingolstädter Straße 28, 80807 München,

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WETTBEWERB

ANTI-TAXI-GESETZ

DURCH DIE HINTERTÜR

Die geplante generelle Abschaffung der Ortskundeprüfung

für Mietwagenfahrer wird sich wohl nicht mehr verhindern lassen.

Zu raffiniert war die politische Vorgehensweise.

Was haben

Olaf Lies

und Joachim

Herrmann gemeinsam?

Beide sind Verkehrsminister,

der eine in Niedersachsen,

der andere in

Bayern. Ansonsten weisen

beide Politiker doch

ziemliche Unterschiede

auf. Nicht nur bei ihrer

Parteizugehörigkeit (SPD

und CSU), auch bei ihrer

Fürsprecher des Taxigewerbes:

Haltung gegenüber dem

Olaf Lies.

Taxigewerbe. Während

sich der eine (Lies) als Fürsprecher des Taxigewerbes das Wohlwollen

der Branche sichert, erntet der andere (Herrmann) als unverantwortlicher

Ignorant ungläubiges Kopfschütteln.

Beginnen wir im Norden Deutschlands: Dort hat das Ministerium

von Olaf Lies (SPD) im Bundesrat die Bundesregierung

aufgefordert, Hürden bei der Inbetriebnahme von E-Taxis zeitnah

aus der Welt zu schaffen.

Wie das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit

und Verkehr in einer Pressemitteilung erklärt, sei der Hintergrund

der Forderung die neue Mess- und Eich verordnung, die bei der

Neuzulassung von Elektro fahrzeugen als Taxis Probleme bereitet

und dafür sorgt, dass momentan nicht viele neue E-Taxis auf die

Straße kommen.

Und im Süden? Hier hat Verkehrsminister Herrmann (CSU)

tatenlos dabei zugesehen, wie sein Ministerium im Mai alle bayerischen

Führerscheinstellen anwies, „im Vorgriff“ auf eine zu

erwartende Venczel_02-2016.qxp_Layout Gesetzesänderung der 1 03.02.16 Fahrerlaubnisverordnung 16:15 Seite (FeV)

Verkehrsmedizinische

Untersuchungen in Schwabing

Dr. Josef Venczel

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Alle med. Untersuchungen

für den Erwerb und die

Verlängerung des P-Scheins

schon mal auf die Ortskundeprüfung für Mietwagen in Orten mit

mehr als 50.000 Einwohnern zu verzichten (Taxi Times München

berichtete ausführlich in seiner Juni-Ausgabe).

Dieser Verzicht soll durch eine Änderung des § 48 FeV rechtskräftig

werden. Es wäre nur eine kleine Randnotiz, denn die

gesamte 12. Änderungsverordnung der FeV behandelt in erster

Linie Anpassun gen, die aufgrund der Medizinisch-Psychologischen

Untersuchung (MPU) notwendig sind. Im ursprünglichen

Änderungsentwurf des Bundesverkehrsministeriums war eine

Änderung des § 48 FeV gar nicht vorgesehen. Bis der Bundesrat

mehrheitlich für die Aufhebung der Ortskunde für Krankenwagenund

Mietwagenfahrer gestimmt hat. Was vor wenigen Wochen

also erst einmal nur der

Beschluss einer Expertengruppe

des Bund-

Länder-Fachausschusses

war, ist nun der politische

Wille der 16 Bundesländer.

Auch Niedersachsen

soll zugestimmt haben.

Durch die Korrekturwünsche

des Bundesrats

liegt der Ball nun wieder

beim Bundesverkehrsminister

Alexander

Ignorant des Taxigewerbes:

Dobrindt (CSU). Akzeptiert

dieser den Ergän­

Joachim Herrmann.

zungsbeschluss des

Bundesrats nicht, ist der komplette Entwurf nicht umsetzbar.

Diese politische Blöße wird man sich nicht geben, kommt doch

Dobrindt aus derselben Partei und genau dem Bundesland, das

aktuell sogar schon vor einer offiziellen Änderung die Ortskunde

als nicht mehr notwendig betrachtet.

Man wird also wohl durch die Hintertür eine Regelung einführen,

ohne sich über die Konsequenzen für die Taxibranche Gedanken

gemacht zu haben. Wie wenig man auf eine Diskussion mit

dem Taxigewerbe erpicht war, zeigt sich am deutlichsten anhand

der bayerischen Vorgriffsregelung. Das ist eine politische Vorgehensweise,

die mit den Grundzügen einer Demokratie eigentlich

nicht mehr zu vereinbaren ist. Kein Wunder, dass man dahinter

sogar Absichten vermutet, die wie Verschwörungstheorien klingen

(siehe nebenstehender Beitrag).

Vielleicht wird man ähnlich wie beim Eichgesetz irgendwann

merken, dass man einen § 48 FeV besser so gelassen hätte, wie er

derzeit (noch) gültig ist. Sollte Niedersachsens Verkehrsminister

Olaf Lies dann noch im Amt sein, kann er ja über den Bundesrat

eine Initiative zur Umkehrung starten. Joachim Herrmann wird

das dann nicht mehr kümmern. Er strebt ja bekanntlich höhere

Weihen als zukünftiger Bundesinnenminister an. jh

FOTOS: Thiemo Jentsch, CDU

10 AUGUST / 2017 TAXI


WETTBEWERB

ELEKTROMOBILER

NEUSTART MIT RÜCKSTAND

Endlich! Seit Anfang August können auch wieder Taxis geeicht

werden, die über kein werkseitiges Taxipaket verfügen. Der Start in

bestimmte E-Taxi-Konzepte kann jetzt erfolgen – allerdings nur aus

der zweiten Reihe.

Bundeswirtschaftsministerin

Brigitte Zypries (SPD).

Während ganz

Deutschland

am 2. August

(leider vergeblich) auf

konkrete Ergebnisse des

Diesel gipfels wartete, kam

die aus Taxisicht wirklich

positive Meldung aus dem

Bundeswirtschaftsministerium.

„E-Autos sind

ein wichtiger Bestandteil

einer nachhaltigen,

klimafreundlichen Mobilität.

Gerade die große

Taxiflotte in Deutschland

bietet hier einen wichtigen Hebel“, verkündete die Bundeswirtschaftsministerin

Brigitte Zypries. „Mit der heutigen Änderung

der Mess- und Eich verordnung erleichtern wir es deshalb Taxiunternehmen,

E-Taxis einzusetzen.“

Jene „Zweite Verordnung zur Änderung der Mess- und Eichverordnung“

hatte am selben Tag das Bundeskabinett beschlossen.

Sie enthält die Maßgaben der Bundesratsinitiative von Olaf Lies

(siehe Bericht auf Seite 10) und definiert Wegstreckensignalgeber

für Taxameter als Teilgerät. So können einerseits Kfz-Hersteller

von vornherein einen konformitätsbewerteten Wegstreckensignalgeber

mit einer geeigneten Schnittstelle für den Anschluss eines

Taxameters im Fahrzeug verbauen. Andererseits erhalten aber

auch Taxi unternehmen die Möglichkeit, in einem Fahrzeug einen

konformitätsbewerteten Wegstrecken signalgeber eines beliebigen

Herstellers nachzurüsten.

München) Personenbeförderungen zu sehr günstigen Preisen mit

Elektro mietwagen an, bei denen die Fahrgäste im Gegenzug damit

rechnen müssen, gemeinsam mit anderen Gästen gefahren zu

werden, wobei dann auch Abweichungen von der kürzesten Route

entstehen können.

Die notwendige politische Unterstützung erhielt Clever Shuttle

zum einen durch seine Nähe zum Verkehrsministerium (am Unternehmen

ist die Deutsche Bahn und seit Kurzem auch Daimler

beteiligt), zum anderen auch unter dem Deckmantel der umweltfreundlichen

Elektromobilität. Ein Trumpf, den innovative Taxizentralen

und Betriebe zwei Jahre lang nicht ausspielen konnten.

Nun wird sich zeigen, ob man aus der zweiten Start reihe noch

nach vorne fahren kann. jh

Ballnath

Assekuranz

FOTO: Bundesregierung

WETTBEWERBSVORTEIL FÜR BRANCHEN FREMDE

Der Beschluss war überfällig, denn spätestens seit Herbst 2016

war es nahezu unmöglich, Taxis eichrechtlich zuzulassen, die über

kein werkseitiges Taxipaket verfügten. Das betraf leider auch fast

alle Elektro modelle, sodass sich die Taxi branche am notwendigen

Wechsel auf die Elektromobilität gar nicht beteiligen konnte.

Stattdessen musste man zusehen, wie immer mehr branchenfremde

Mobilitätsanbieter dank politisch verordneter Sondergenehmigungen

Share-Taxi-Konzepte ausprobieren konnten. Solche

Ausnahmeregelungen waren beispielsweise der Verzicht auf den

Einsatz eines Wegstreckenzählers und die Aufhebung des Verbots

der Einzelplatzvermietung für Mietwagen.

Während also die Taxibranche aufgrund eichrechtlicher Zwänge

kaum Alternativen zum Diesel hatte, konnten Konkurrenz betriebe

unbehelligt einen neuen Markt erschließen – allen voran das

Unternehmen Clever Shuttle. Das Unternehmen bietet (auch in

Taxi-Versicherung vom Spezialisten

Versicherungsvergleich

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TAXI AUGUST / 2017

11

TN-2015_v2.indd 1 24.06.15 09:54


RECHT

WENN ES

DIE VERKEHRSLAGE

ZULÄSST ...

Muss man eine Strafe für das »Halten in zweiter Reihe« bezahlen,

wenn man nur einen Fahrgast aus- oder einsteigen lässt?

Die Antwort ist ein klares »Es kommt darauf an«.

Immer wieder beklagen sich Kollegen über Strafzettel wegen

unerlaubten Haltens in zweiter Reihe. Kollege Yusuf K. schreibt

etwa: „Ich habe in der zweiten Spur gehalten, habe einen Kunden

rausgelassen und 25 Euro Strafe bekommen. Meinen Einspruch

haben die nicht akzeptiert. Jetzt sind wir bei 53 Euro.

Wo sollte ich den Kunden sonst rauslassen? Soll ich noch

mal Einspruch einlegen?“

Rechtsanwalt Michael Bauer meint dazu gegenüber

Taxi Times: Der Kollege kann Einspruch einlegen. Wenn

er einen gnädigen Richter findet, kann das Verfahren

eingestellt werden – oder auch nicht.

Taxis dürfen, „wenn es die Verkehrslage zulässt“, in

zweiter Reihe halten, um Fahrgäste ein- oder aussteigen

zu lassen (§ 12 Abs. 4 S. 3 StVO). Entscheidend ist demnach,

„ob es die Verkehrslage zulässt“. Das mag einer eng

sehen, ein anderer eher leger. Wenn ja, dann darf kurz angehalten

werden, eventuell der Fahrgast auch im Haus abgeholt werden;

wenn nein, dann muss eine „zulässige Stelle“ – z. B. eine Hauseinfahrt

– in der Nähe gesucht und dem Fahrgast ein kleiner Fußweg

zugemutet werden.

BEWERTET WIRD DER EINZELFALL

Es gibt also kein absolutes Recht für Taxis, beliebig in zweiter Reihe

stehen zu bleiben. Kommen solche Fälle vor Gericht, weil ein Taxifahrer

ein Verwarnungsgeld und auch einen Bußgeldbescheid nicht

akzeptiert, dann wird ein Richter immer eine Einzelfallentscheidung

treffen. Er prüft dann, ob einerseits die Verkehrs lage an diesem

Ort – und wohl vor allem auch zu dieser Zeit – es zugelassen

hätte, einen Fahrgast ein- oder aussteigen zu lassen, und ob es in

für den Fahrgast zumutbarer Nähe eine weniger den Verkehr behindernde

Möglichkeit zur Abwicklung des Ein- oder Aussteigevorgangs

gegeben hätte. In diese Abwägung kann auch einfließen,

ob der Fahrgast etwa gehbehindert war oder eher sportlich.

Wenn der Polizeibeamte als Zeuge aussagt, dass 10

bis 15 Meter weiter eine große Parklücke frei gewesen

wäre, dann schaut es für den Taxifahrer regelmäßig eher

schlecht aus. Ein Tipp an dieser Stelle zur Vermeidung von

Ärger: Der Taxifahrer sollte möglichst frühzeitig mit dem

Fahrgast, wenn der sein Ziel kennt, klären, wo dieser

ohne Behinderung für andere aussteigen kann, und ihm

erklären, dass es „bessere“ Stellen gibt, als im Verkehrsfluss

anzuhalten und andere zu behindern.

Die Aussteigezeit lässt sich auch gut verkürzen, wenn

vor Fahrtende schon an einer roten Ampel geklärt ist, ob

eine Quittung ausgestellt werden soll und diese schon vorbereitet

werden kann. In diesen Fällen, wie auch sonst, gilt für

Taxifahrer § 1 Abs. 2 StVO, wonach sich jeder Verkehrsteilnehmer

so verhalten soll, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder

mehr als nach den Umständen unvermeidbar behindert oder

belästigt wird.

Von Rechtsanwalt Michael Bauer, www.anwalt-bauer.de

HINWEIS

Fast keine Rechtsschutzversicherung zahlt bei

Verstößen im ruhenden Verkehr. Dazu zählt üblicherweise

das Halten und Parken.

FOTO: Fotolia / PixelPower

DIE TAXI TIMES APP

DIE TAXIWELT IN IHRER HAND

Mit der Taxi Times App haben Sie Zugriff auf alle Neuigkeiten aus der

Taxiwelt. Wir versorgen Sie mit allem Wissenswerten und das topaktuell.

Die Nachrichten sind in Deutsch, Englisch und Türkisch abrufbar. Die

App gibt es zum kostenlosen Download für iOS und Android.


VERSICHERUNG

KEINE KOSTEN

BEIM LIEGENBLEIBEN

Unfall oder Panne? Abschleppen und Verdienstausfall können teuer

werden. Außer man ist gut versichert.

Der Name für diese Risiko abdeckung lautet „Taxi­

Schutzbrief“ und dessen Leistungen sind speziell auf die

Bedürfnisse eines Taxi unternehmers bzw. seines Fahrers

ausgerichtet. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass man sich

im Pannenfall oder in der Unfall situation zunächst einmal darum

kümmern kann, dass die Fahrgäste mit einem Kollegen weiterfahren

können. Die Kosten übernimmt die Schutzbriefversicherung.

Wenn das Taxi dann auch noch länger

ausfallen sollte, besteht Anspruch auf ein Leih taxi. Für

wie lange und bis zu welcher täglichen Maximalsumme,

ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich.

Taxi-Schutzbriefe bieten alle in München innerhalb

der Taxi branche bekannten Versicherer bzw.

Makler an: Crasselt in gewohnter Zusammenarbeit

mit der VdK Signal Iduna, der

FVO Versicherungsmakler hat ein

Produkt der Roland­ Gruppe, und

Ballnath greift auf die ERGO

zurück.

Die Preise sind mit

149 Euro bei Crasselt

und 150 Euro bei FVO nahezu identisch.

Auch die Leistungsmerk male weisen bei beiden

eine hohe Übereinstim mung auf. Neben

den oben genannten Punkten sind das unter anderem Pannen-

& Unfallhilfe inklusive Ad-hoc-Reparaturen, Abschlepp- &

Bergungsservice zur nächsten autorisierten Fachwerkstatt

und Erstattung der Beförderungskosten für den Fahrer

zum Betriebssitz.

SCHÜTZT BIS NACH ISTANBUL

Der Schutzbrief empfiehlt sich vor allem bei Taxis,

dessen werk seitige Mobilitätsgarantien bereits abgelaufen sind.

Passiert die Panne oder der Unfall ausgerechnet bei der Fernfahrt

oder dem Einzelunternehmer während seiner Urlaubsreise innerhalb

Europas, übernimmt der Schutzbrief den Ersatzteile versand,

den Fahrzeugrücktransport und in hoffnungslosen Fällen auch

die Fahrzeugverschrottung.

Bei Ballnath wird bei Zwischenfällen außerhalb von 50 Kilometern

vom Betriebssitz auch ein Hotelzuschuss für

maximal drei Tage von 50 Euro pro Nacht erstattet.

Der Schutzbrief kostet dort mit 109 Euro

fast ein Drittel weniger, hat dafür aber

Leistungseinbußen, indem er beispielsweise

Taxikosten nur bis

50 Euro erstattet. Ein

Leihtaxi darf nur maximal

52 Euro pro Tag

kosten, ansonsten

muss man draufzahlen. FVO erstattet

150 Euro, Crasselt sogar 200 Euro. Dafür

darf der Abschlepper bei FVO bis

zu 300 Euro kosten, während bei Crasselt

schon ab 150 Euro und bei Ballnath

ab 200 Euro zugezahlt werden muss. Bei

Crasselt ist vor Kurzem die Selbstbeteiligung auf null gesetzt

worden (bisher 50 Euro), ebenso bei Ballnath. FVO hat

angedeutet, dass diese wahrscheinlich auch bei Roland

wegfallen wird.

Es sind Nuancen, die den Unterschied ausmachen

– und die absolut zu vernachlässigen sind in

Relation zu der Summe, die im Falle einer schweren

Panne oder eines verschuldeten Unfalls auf

einen zukommen. Wer das schon erleben

musste, kennt das Risiko und sorgt gerne vor.

Wer unfall- und pannenfrei durch seine Taxischichten

steuert, braucht auch keinen Schutzbrief. Wenn man es

nur vorher wüsste.

jh

FOTO: Raufeld Medien, Fotolia / Gerd Gropp

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TAXI AUGUST / 2017

13


ERSATZTEILE

1

2

IST GÜNSTIGER

AUCH GENAUSO GUT?

Der Online-Handel boomt – auch beim

Verkauf von Kfz-Ersatzteilen.

Aber besonders dann, wenn es um die

Sicherheit geht, ist nicht Geiz, sondern

Vorsicht geil. Ein Überblick.

3

4

Mit dem Verkauf von Ersatzteilen

für das Auto wird eine Menge

Geld verdient, besonders im

Internet. Und weil man im Netz vieles billiger

bekommt, beklagen sich nicht wenige

Kunden über die Reparaturrechnung, sei

sie nun von einer Markenwerkstatt oder

einer freien Werkstatt Ihrer Wahl. „Geht

das denn nicht günstiger?“ Ja, schon, aber

dazu wäre dann noch einiges zu sagen.

Zum Beispiel, welche Ersatzteile es auf dem

Markt für Autoteile gibt, wodurch sich diese

unterscheiden und welche Vor- und Nachteile

mit den verschiedenen Teilen

verbunden sind.

Da wären zum einen die

Original teile. Der Name verrät es

schon: Es geht um jene originalen

Teile, die beim Bau der Autos verwendet

werden. Sie können vom

Fahrzeughersteller – beispiels weise

von Mercedes-Benz, Toyota oder

Volkswagen – entweder selbst

produziert oder von einem

anderen Hersteller, einem

Kfz-Zulieferer, zugekauft und

dann mit dem Markenlogo des

Autobauers versehen werden. Am meisten

verdient der Fahrzeughersteller mit

den Originalteilen.

BOSCH UND MERCEDES

SIND MANCHMAL IDENTISCH

Die sogenannten Identteile unterschei den

sich davon lediglich dem Namen nach bzw.

durch das auf dem Teil abgebildete Logo,

da diese Teile absolut bau- und funktionsgleich

mit den Originalteilen sind. Die

Identteile werden vom Kfz-Zulieferer des

Fahrzeugherstellers gebaut. Nur steht hier

eben nicht der Markenname des Autobauers,

etwa Mercedes-Benz, sondern der des

Zulieferers, zum Beispiel der Firma Bosch,

auf den Teilen. Es sind die gleichen Teile,

die auch im Neufahrzeug verbaut werden,

da die Identteile auf denselben Maschinen

und nach den gleichen Kriterien wie die

Originalteile für den Fahrzeughersteller

gefertigt werden. Allerdings wurde der

Begriff des Identteils von der Gesetzgebung

überholt – diese Teile werden mittler weile

ebenfalls als Originalteile bzw. Originalersatzteile

bezeichnet. Nach Angaben des

ADAC besteht bei sachgerechtem Einbau

von Originalersatzteilen keine Gefahr des

Verlusts der Garantie oder Gewährleistung.

Bauteile, die in der Regel nicht sicherheitsrelevant

sind, wären laut ADAC etwa

Teile der Auspuffanlage, „Generatoren,

Klima kompressoren und Teile der Innenausstattung“.

Diese Bauteile wären auf

jeden Fall interessant, wenn man sparen

möchte und nach günstigen Gebrauchtteilen

sucht. Dagegen könne es laut ADAC

bei verwendeten Teilen, die vom Autohersteller

nicht als Originalersatzteil freigegeben

wurden, im Einzelfall durchaus zu

einer Verweigerung der Garantieleistung

kommen.

FOTOS: Hersteller

14 AUGUST / 2017 TAXI


ERSATZTEILE

Ein Unterschied zu den Original- und Identteilen

besteht, nicht nur dem Namen nach,

gegenüber den Nach bauteilen. Diese Teile

werden von Kfz-Teileherstellern gebaut. Der

Hersteller der Nachbauteile hat aber im Vergleich

zum Zulieferer, nichts mit dem

Bau der Original- und Identteile

für die jeweiligen Automodelle

zu tun. Die Nachbauteile

sind den Original- bzw.

Ident teilen nachempfunden

und

erfüllen dieselbe

Funk tion.

Dabei können

die

Teile von

hochwertiger,

aber auch von

minderwertiger

Qualität sein.

VORSICHT

VOR GARANTIEVERLUST

Bei sogenannten Austauschteilen

handelt es sich um Teile, die durch

Bearbeitung aller dem Verschleiß unterliegenden

Komponenten durch den

Hersteller oder einen Spezialisten erneuert

bzw. in den Neuzustand versetzt wurden.

Die Qualität des Austauschteils entspricht

laut ADAC der Qualität des entsprechenden

Neuteils. Das Sparpotenzial ist hier

besonders hoch: Es reicht von 10 bis zu 50

Pro zent, wenn man jeweils die unverbindliche

Preisangabe des Herstellers

zugrunde legt.

Zu guter Letzt wären da noch die Gebrauchtteile.

Bei diesen Teilen handelt es sich um

ausgebaute, aber unbearbeitete Stücke

eines Gebraucht- oder Unfallwagens, die

noch einsatzfähig sind. Für den Ein satz

von Gebrauchtteilen gibt es keine

verbindlichen Qualitätsstandards.

Diese Teile werden unter anderem

auch von den Fahrzeugherstellern

angeboten.

Einige Autohersteller

bieten aber auch

eine zweite Produktschiene

an. Laut ADAC

werden dabei

Ersatzteile in

zwei unterschiedlichen

Qualitätsstufen

und zu unterschiedlichen

Preisen verkauft.

5

Der Hersteller kann damit eine zeitwertgerechte

Reparatur vorschlagen – zum

Beispiel für ältere Autos, die noch ein oder

zweimal den TÜV schaffen müssen. Diese

günstigeren Teile sind zwar von geringerer

Qualität, erfüllen aber trotzdem die Anforderung

des Fahrzeugherstellers. So haben

Auspuffanlagen aus Stahl etwa eine geringere

Haltbarkeit als jene aus Edelstahl.

Zu den gängigsten Ersatzteilen zählen die

Bremsklötze + Scheiben, der Luftfilter für

den Motor, die Wasserpumpe, der Anlasser,

die Lichtmaschine, der Kupplungssatz

sowie der Katalysator.

Zusammenfassend lässt sich also sagen,

dass, je älter ein Fahrzeug ist, die günstigen

Alternativen für Ersatzteile zunehmend

infrage kommen, solange es sich dabei nicht

um sicherheitsrelevante Teile – etwa um

Bau teile der Bremse, Achsaufhängung oder

Len kung – handelt. Bei den neueren Fahrzeugen

sollten es aber vom Hersteller anerkannte

Ersatzteile sein, wodurch sich die

Rechnung für den Werkstattbesuch trotzdem

noch um einiges reduzieren lässt. Und auch

Nachfragen kostet in der Regel nichts. fo

1 Kupplungssatz

2 Katalysator

3 Wasserpumpe

4 Bremsscheibenklötze

5 Lichtmaschine

6 Motorluftfilter

6

WAS DIE EXPERTEN EMPFEHLEN

Bei den Alternativen zum Original ersatzteil ist die

mangelnde Transparenz bezüglich der Qualität das Hauptproblem.

Europas größter Verkehrsclub, der ADAC, rät

von Ersatzteilen über „Online-Börsen“ – insbesondere

„eBay oder ähnliche“ – ab, da die dort

vertrie benen Bauteile „oft in Fernost“

hergestellt werden und „hinsichtlich

der Qualitätsansprüche teils höchst

fragwürdig sind“. Dabei sollte man der

Formulierung „in Erstausrüster qualität“

keinen Glauben schenken. Lediglich bei

der Reparatur von älteren Autos und

wenn es sich nicht um sicherheitsrelevante

Teile, wie etwa Bremsen, handelt,

könnte man laut ADAC auf diese Ersatzteile zurückgreifen.

Der Verkehrsclub rät aber grundsätzlich zum „Kauf namhafter

Marken ersatzteile im seriösen Fachgeschäft“.

Auch der Verband der Automobilindustrie, der VDA, empfiehlt

„Ersatzteile von namhaften (Teile-)Herstellern“, da

diese auf Qualität achten würden und für Sachmängel ihrer

»Rabatte

oft zulasten der

Qualität.«

Robert Zächelein,

TE Autoteile München

Produkte geradestehen müssen. Bringt der Kunde selbst

ein gekaufte Teile mit in die Werkstatt, so weist der VDA

darauf hin, dass „Werkstätten zwar für den Einbau, aber nicht

für die Qualität“ der mitgebrachten Teile haften. Allerdings

erwähnt auch der VDA, dass industriell

wieder aufbereitete Teile eine sinnvolle

gehen

Alterna tive sein können. Robert Zächelein

von TE Autoteile München rät Autobesitzern

und Flotten betreibern ebenfalls

zu Ersatzteilen in Ausrüsterqualität. Da

könne man 30 bis 40 Prozent im Vergleich

zu denselben Teilen des Fahrzeugherstellers

sparen. Was darüber hinaus an

Rabatten zu holen wäre, ginge zulasten

der Qualität. Bei den Originalersatzteilen gäbe es keine Unterschiede.

Anders sei dies bei den Nachbauteilen – hier „gibt

es oft sehr große Unterschiede in der Haltbarkeit, teilweise

übertreffen diese Teile sogar die Haltbarkeit der Originalteile“.

Von überholten Teilen aus dem Internet solle man, wie die

Erfahrung zeigt, aber die Finger lassen, so Zächelein.

fo

TAXI AUGUST / 2017

15


ISARFUNK

»OK GOOGLE,

RUF MIR EIN TAXI!«

IsarFunk kann auf eine Vermittlungstechnik vertrauen,

bei der für die neuen digitalen Anforderungen bereits die

passenden Lösungen entwickelt wurden.

Mit diesem einfachen Fazit lässt

sich das diesjährige Eurocab-

Treffen aller fms-Zentralen zu ­

sam menfassen, bei dem – neben dem

wichtigen Erfahrungsaustausch mit anderen

Taxizentralen – auch immer die neuen

Technik-Features vorgestellt werden. Die

haben auch diesmal spektakulären Charakter,

wenn es beispielsweise um die Integration

von Taxibestellungen in Alexa oder

Google Home geht oder um die Komplexität,

mit der künftig Share-Taxi-Aufträge

abgewickelt werden können. Aber auch im

täglichen Vermittlungs- und Kommunikationsablauf

zwischen Zentrale, Fahrer und

Fahrgast versprechen neue CTI-Features

ein effizienteres Arbeiten. Nicht zuletzt

wurde die App taxi.eu noch bedienerfreundlicher

gestaltet.

Seit Anfang August ist das in USA schon

sehr erfolgreiche Google Home auch in

Deutschland erhältlich. Der smarte Lautsprecher

hört auf das Kommando „OK

Google“ und übernimmt dann Aufgaben

bzw. beantwortet Fragen. Ähnliche

Sprachassistenten gibt es auch von Amazon

(Alexa) und Apple (Siri). In nächster

Zukunft werden diese Programme nahezu

alle alltäglichen Fragen und Aufgaben

übernehmen, für die wir vor einem Jahrzehnt

noch eine Zeitung aufgeschlagen

haben oder seit einigen Jahren die entsprechende

Anwendung im Smartphone

bedienen. „Ok Google, wie wird das Wetter

heute in München?“ „14 Grad, ab nachmittags

Regen.“ „Wann beginnt der Kinofilm

‚Dampfnudelblues‘ im Mathäser-Kino?“

„Heute um 20 Uhr. Soll ich dir ein Taxi

bestellen?“

Solche Dialoge zwischen Mensch und

Maschine wirken surreal, aber sie werden

bald möglich sein. Und es ist auch keine

Vision, dass Alexa, Siri und Google Home

ihre Taxifrage spezifischer stellen: „Soll

Geschäftsführer und Vorstände zahlreicher

europäischer fms-Zentralen füllten

den Konferenzsaal beim Eurocab 2017.

ich dir bei taxi.eu ein Taxi bestellen?“. „Ja,

gerne“. Zwei Sekunden später ist dann

ein IsarFunk-Taxi unterwegs zur Abholadresse.

Die dafür nötige Schnittstelle hat

fms bereits entwickelt und deren Funktionalität

beim Eurocab während einer Live-

Vorführung eindrucksvoll demonstriert.

GEMEINSAM MIT 155 ZENTRALEN

IsarFunk vermittelt seine Fahrten seit seiner

Gründung mit dem fms-System und

setzt seit zwei Jahren voll und ganz auf

die systemeigene App taxi.eu. Die meisten

der etwa 150 an fms angeschlossenen

Zentralen aus elf Ländern nutzen die in

das System integrierte App-Lösung – entweder

unter dem Markennamen der eigenen

Zentrale oder im Netzwerk von taxi.eu.

Alle diese Apps wurden bisher 5,4 Millionen

Mal heruntergeladen. Damit ist man

die führende Taxi-App in Europa und hat

den neuen Anbietern auf diesem Markt ein

passendes Produkt entgegenzusetzen. Die

IsarFunk-Fahrer profitieren davon, weil

dadurch taxi.eu-Stammkunden bei Isar­

Funk landen, wenn sie als Gast in unserer

Stadt ein Taxi per App bestellen.

Die Taxibestellung ist mittlerweile Teil

der Digitalisierung und einer immer mehr

FOTOS: Taxi Times

16 AUGUST / 2017 TAXI


ISARFUNK

Die IsarFunk-Geschäftsführer Christian Hess (r.) und

Hermann Waldner beim Eurocab 2017.

Robert Abel (l.) und Michael Weiss, Geschäftsführer

von Austrosoft.

vernetzten Welt. „Die Kunden suchen nach

der stärksten Marke und der komfortabelsten

Bestellung“, sagte fms-Geschäftsführer

Michael Weiss beim Eurocab. Die taxi.eu-

App erfüllt diese Anforderungen.

Die Oberfläche wurde komplett überarbeitet

und ermöglicht den Kunden künftig

bei der Taxibestellung die Wahl unterschiedlicher

Fahrzeugtypen: vom klassischen

Taxi über das Umwelttaxi bis hin

zum „shared“ Taxi. „Der Kunde bestellt

ein Taxi mit der Bereitschaft, dieses zu teilen,

sofern sich ein zweiter Fahrgast findet,

dessen Strecke sich zur Kombination eignet,

und der zweite Kunde ebenfalls zum

Sharen bereit ist“, erläuterte Robert Abel

von fms. „Wird keine Kombination gefunden,

wird eine Einzelfahrt vermittelt.“

Wie funktioniert Share-Taxi für den

Fahrer? Der bekommt einen Auftrag mit

mehreren Abhol- und Zieladressen vermittelt.

In dem Moment, wo er die erste

Abhol ad resse erreicht, sendet er den Taxometerstand,

zum Beispiel den Starttarif

von 3,70 Euro. Das wiederholt der Fahrer

bei jeder weiteren Adresse. Das System

ordnet die unterschiedlichen Preise den

ein zelnen Fahrgästen zu. Jeder Fahrgast

hat genau den Anteil zu bezahlen, den

das System anteilig für ihn errechnet hat.

Der Fahrer braucht keine Berechnungen

durchzu führen, sondern ruft die Summen

im Display ab.

RECHENBEISPIEL SHARE-TAXI

Die Art und Weise, wie der Fahrpreis aufgeteilt

wird, ist parametrisiert. Der Grundtarif

und die gemeinsam zurückgelegte

Strecke werden zwischen den Fahrgästen

geteilt. Die Fahrtstrecke, bei der ein Fahrgast

alleine im Taxi gesessen hat, und

Zuschläge werden nicht aufgeteilt.

Am Beispiel einer Share-Taxifahrt mit

zwei Personen über 24 Euro könnte das so

aussehen: Der erste Fahrgast ist zum

Grundtarif von 3,70 Euro eingestiegen, den

Betrag wird er sich mit dem zweiten Fahrgast

teilen (jeder 1,85 €). Bei der zweiten

Abholadresse stehen 5,50 Euro auf dem

Taxameter. Diese 1,80 Euro Differenz zum

Grundtarif wird der zweite Fahrgast später

alleine zahlen. Gemeinsam geht es nun

zum Zielort des ersten Fahrgastes. Der

Taxameter zeigt 17,70 Euro an, den

gemeinsamen Fahrpreis über 12,20 Euro

teilen sich beide Fahrgäste. Der erste muss

nun 9,75 Euro bezahlen (1,85 € + 1,80 € +

6,10 €) und steigt aus. An der zweiten Zieladresse

sendet der Fahrer den Endpreis

über 24,10 Euro an das System. Die

Differenz zum Fahrpreis ab der ersten Zieladresse

(6,40 €) zahlt Nummer zwei

alleine – zuzüglich Anteil am Grundpreis

(1,85 €) und Anteil am Preis der gemeinsamen

Fahrt (6,10 €). Insgesamt sind das

also 14,35 Euro. Bezahlt werden kann

sowohl bar als auch mit Kreditkarte.

Zuschläge für telefonische Bestellung bzw.

Gepäckstücke wurden bei diesem Rechenbeispiel

nicht berücksichtigt.

Aktuell wird das Taxi-Sharing bei den

Hansa-Funk-Kollegen in Hamburg getestet.

Man wolle das sowie die Taxibestellung

über Alexa und Google Home bald auch in

der IsarFunk-Flotte nutzen, sagte deren

Geschäftsführer Christian Hess. „Isarfunk

freut sich, dass all diese Dinge nach ausführlichem

Test und vorheriger Infor mation

aller Vertragspartner bald auch in München

angeboten werden können. Es ist gut

zu wissen, dass sich IsarFunk im digitalen

Wandel hinter keinem Wettbewerber verstecken

muss. Im Gegenteil: Im Wettbewerb

mit externen Rosinenpickern wie mytaxi,

Uber, CleverShuttle und anderen werden

wir immer noch eine Schippe drauflegen

können“.

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TAXI AUGUST / 2017

17


ISARFUNK

FINANZIELLE

HILFE

VON DER

STADT

Das Berliner Inklusionsprojekt

Taxi für Alle“ soll

für München Vorbild sein.

Die Rollstuhlbeförderung von

Menschen mit Behinderung, das

sogenannte Inklusionstaxi für alle,

ist im Münchner Taxigewerbe

bisher nicht vorhanden. Dabei

gibt es etliche Gründe, das

Projekt endlich anzustoßen.

Münchner Bürger und Gäste, die auf den Rollstuhl angewiesen

sind, beklagen sich schon lange darüber, dass

eine spontane Beförderung mit einem speziellen Fahrdienst

oder mit dem Taxi bisher nicht möglich ist. In der Taxibranche

gibt es dafür kaum Fahrzeuge, bei den Fahrdiensten muss

man stets schon ein paar Tage vorher bestellen. Der spontane Kinobesuch,

die Annahme einer kurzfristigen Einladung zum Grillabend

von Freunden und der ungeplante Arztbesuch scheitern regel mäßig

am Fehlen entsprechender Beförderungsangebote.

Die IsarFunk Taxizentrale hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt,

geeignete Taxis für die auf einen Rollstuhl angewiesenen Bürgerinnen

und Bürger bereitzustellen. Dazu laufen seit einiger

Zeit konkrete Vorbereitungsmaßnahmen, die in erster Linie von

Horst Wiegand koordiniert und durchgeführt werden. Wiegand

ist Münchner Taxiunternehmer und wurde von IsarFunk zum

Inklusionsbeauftragten für Münchner Rollstuhltaxis bestimmt.

Sein langjähriges Engagement in der SPD im Landkreis Starnberg

kann nicht schaden, um das Projekt auch bei den Münchner

Stadtpolitikern ins Bewusstsein zu heben.

OBERBÜRGERMEISTER REITER WIRD INFORMIERT

Mit einem detaillierten Anschreiben an den Münchner Oberbürgermeister

Dieter Reiter und seine beiden Stellvertreter

Josef Schmid und Christine Strobel sowie an die Fraktionsvorsitzenden

aller Stadtratsparteien und die Mitglieder der Taxikommission

will Wiegand die Politiker über die derzeitige

Nichtverfügbarkeit eines zeitnahen Rollstuhl-Taxi-Service informieren

und Möglichkeiten, aber auch die Notwendigkeit für

ein erfolgreiches Projekt „Inklusionstaxi München“ aufzeigen.

Ohne politische Unterstützung wird es nicht gehen, denn allein

die Anschaffungs- und Umrüstungskosten für ein zur Rollstuhlbeförderung

umgebautes Inklusionstaxi betragen bis zu 6.500 Euro.

Dazu kommen ein höherer Zeitaufwand für weite Anfahrten sowie

für Hilfestellungen während des Ein- und Aussteigens der Fahrgäste.

Für Letzteres wird geeignetes Personal benötigt. Nur sozial

kompetente und leistungsstarke Fahrer werden dieser verantwortungsvollen

Arbeit gerecht und müssen entsprechend entlohnt

werden. Das lässt sich mit dem aktuellen Taxitarif nicht darstellen,

weshalb über Möglichkeiten eines Zuschlags diskutiert werden

muss. Unterstützung erhält das Taxigewerbe dabei unter anderem

von der AG Inklusionstaxi des Behindertenbeirates, die auch

bereits die Stadtratsfraktionen unterrichtet hat. Auch die Münchner

Gewerbevertretung, der Taxiverband München, steht hinter

dem Inklusionstaxi.

Um eine zeitnahe Beförderung der Rollstuhlfahrer gewährleisten

zu können, müssen beim Start des Projekts mindestens 50 Taxis

zur Verfügung stehen. Langfristig sollen zehn Prozent der 3.500

Münchner Taxis rollstuhltauglich sein. IsarFunk wird deshalb

parallel zu den Gesprächen mit Politikern und Sozialverbänden

auch mit den Taxiunternehmern in den Dialog gehen. Wenn beispielsweise

jeder Münchner Mehrwagenunternehmer ein Taxi zum

Inklusionstaxi umrüsten ließe, wäre ein Start denkbar.

Kompromisse in Bezug auf die alltäglichen Anforderungen

brauchen nicht gemacht zu werden. Etliche Kfz-Modelle lassen sich

so umrüsten, dass die Anzahl der ursprünglichen Sitz plätze für

Fahrten ohne Rollstuhl erhalten bleibt. Die Umrüstungen erfolgen

entweder werkseitig oder nach dem Kauf durch einen externen

Spezialisten. Zahlreiche Firmen im ganzen Bundesgebiet verfügen

in diesem Bereich über teils jahrzehntelange „Taxi-Erfahrung“.

Wer schon einmal die europäische Taximesse in Köln besucht hat,

konnte sich von den zahlreichen Lösungen und der damit verbundenen

Modellvielfalt überzeugen.

FOTOS: Taxi Times

18 AUGUST / 2017 TAXI


ISARFUNK

Hersteller und Spezialumrüster zeigten bei der Europäischen

Taximesse 2016 ihre Lösungen – hier einen Opel Vivaro.

Der IsarFunk-Taxiunternehmer Horst Wiegand wird das Projekt

„Inklusionstaxi“ betreuen.

Kein Wunder, sind doch Rollstuhlbeförderungen bei Taxibetrieben

im ländlichen Bereich längst ein wirtschaftlich lukratives Standbein.

Und nicht nur dort, auch im städtischen Bereich gibt es Vorbilder.

Der Fachbereich Verkehrswissenschaften der TU Berlin hat

in einer wissenschaftlichen Modellrechnung ermittelt, dass 250

dieser Fahrzeuge in Berlin ausreichen würden. Daraufhin wurden

die bisher deutlich höher liegenden Bedarfsschätzungen in Höhe

von 800 Inklusionstaxis auf 250 korrigiert.

Derzeit wird noch verhandelt, wie hoch die finanzielle Unterstützung

sein soll. Der Sozialverband hat einen Zuschuss der

Senatsverwaltung von 60 Prozent der Umbaukosten (maximal

10.000 Euro) vorgeschlagen, das Berliner Taxigewerbe schließt

sich dem an, will aber für die ersten 50 Taxis 80 Prozent Umbauzuschuss

(maximal 12.000 Euro), um das Projekt schnell zum

Laufen zu bringen.

Parallel dazu wurden in Berlin die ersten fünf Rollstuhl taxis

vor Kurzem pressewirksam vorgestellt. Sie sind bereits im Einsatz

und haben gut zu tun. München sollte sich dieser Entwicklung

nicht entziehen.

tt

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Presserechtlich verantwortlich für diese Seiten: Christian Hess

Redaktion: Karl-Heinz Mayer (khm), Essential Media

WARUM DAS INKLUSIONSTAXI SO WICHTIG IST

Die Entwicklung zum selbstfahrenden Auto ist nicht

mehr aufzuhalten. Alle großen Hersteller kooperieren

bereits heute mit Vermittlungsplattformen, um dem sich

wandelnden Mobilitätsverhalten gerecht zu werden.

In voraussichtlich sechs Jahren, so die Schätzungen

der Automobilindustrie, werden selbstfahrende Autos

marktreif sein.

Werden spätestens dann keine Taxifahrer mehr benötigt?

Nein, aber weniger. Fahrten zum Flughafen schafft

das Fahrzeug dann ohne Personal. Fahrten, bei denen

gesunde und mobile Menschen selbst ein- und aussteigen

können, brauchen keine menschlichen Helferlein mehr.

Aber überall dort, wo Menschen noch andere, echte

Men schen zur Unterstützung benötigen, da wird auch

das Taxi weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Das

Inklusions taxi ist so ein Geschäftsbereich.

Unsere nächsten Taxis müssen multifunktional sein und

das erfüllen, was London­ Taxis schon heute können:

sechs Fahrgäste transportieren, serienmäßig mit einer

Rollstuhlrampe ausgerüstet sein und über einen seniorenfreundlichen

Einstieg verfügen. Eigentlich unglaublich,

dass wir diesen Markt bisher nicht bedienen. hw

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TAXI AUGUST / 2017

19


ANTRIEB

TAXI-AN- UND VERKÄUFER

MICHAEL MUCH

»LIEBER

EIN WERKSTATT­

GEPRÜFTES

TAXI ZUM HALBEN

NEUPREIS«

Wer ist noch von der Abgas-Affäre

betroffen? Volkswagen inklusive Audi

sind längst überführt, bei Daimler ermittelt

seit Wochen die Staatsanwaltschaft.

Die Verdachtsmomente,

ebenfalls sogenannte Abschaltvorrichtungen

verwendet zu haben, werden

konkreter. Jetzt kommen auch

noch Kartellabsprachen hinzu. In den

Medien rätseln die Wirtschaftsredaktionen,

was die Skandale die Autohersteller

kosten könnten. Was es die unzähligen

Firmen und den Endverbraucher

kosten wird, ist kein Thema. Bei

uns schon. Wir haben mit Michael Much

gesprochen. Er betreibt ein Autohaus,

das sich auf den An- und Verkauf gebrauchter

Taxis spezialisiert hat.

TAXI TIMES: Herr Much, die Restwerte

der Diesel-(Firmen-)wagen verzeichnen

einen massiven Abwärtstrend. Der Bundesverband

freier Kfz-Händler rechnet

mit einem Wertverlust des Diesels von

bis zu 20 Prozent. Sind Ihre gebrauchten

Diesel-Taxis, die Sie aktuell zum

Verkauf anbieten, davon auch betroffen?

MICHAEL MUCH: Aktuell ist die Nachfrage

nach gepflegten, zulassungsfertigen

Gebrauchttaxis noch immer stabil.

Das mag man kaum glauben …

Wir vermuten, dass gerade wegen der

undurchsichtigen Zukunft der Dieselfahrzeuge

ein Unternehmer lieber ein

werkstattgeprüftes Taxi

zum halben Neupreis kauft, um

Planungssicherheit zu haben. Die hat

man – schenkt man den zahlreichen Presseberichten

Glauben – bei einem Neufahrzeug

aktuell nicht mehr.

Im privaten Gebrauchtwagenmarkt

spricht man von einer Schwemme an

schwer verkäuflichen Dieselmodellen.

Jeder will seinen Diesel verkaufen,

kaum noch einer einen Gebrauchten

kaufen. Trauen Sie sich eigentlich noch,

Angebote für einen W 212er mit Euro 5

abzugeben?

Wir geben für jedes gebrauchte Taxifahrzeug

ein Angebot ab. Junge, gepflegte

Gebrauchttaxis kaufen wir nach wie vor

zu guten Preisen an. Fahrzeuge, die nicht

mehr in Deutschland zum Einsatz kommen

„dürfen“, verkaufen wir ins Ausland.

Zu unveränderten Konditionen?

Hier sind die Exportpreise in der Tat

weiter unten als noch vor einem Jahr.

Leasingfirmen beklagen, dass der

Restwert nach Ablauf der Leasingzeit

aufgrund des drohenden Wertverlustes

kaum noch zu kalkulieren ist. Sie bieten

ebenfalls eine Finanzierung auf

Leasingbasis an. Aktuell immer noch?

Wir bieten seit 20 Jahren ein Finanzierungsmodell,

das Taxileasing in Kooperation

mit unserem Partner Lease Trend, an.

Der Restwert liegt bei 30 %, auf Wunsch

auch bei 20 % – ohne Kilometerbegrenzung.

Der Kunde entscheidet, ob er das

Taxi übernimmt oder an die Leasinggesellschaft

zurückgibt. Die meisten Taxiunternehmer

kaufen das Fahrzeug zum

Restwert – das ist bis heute so. Wir wollen

hier auch nichts zulasten unserer Kunden

verändern.

Schauen wir mal in die Glaskugel:

Welche Taximodelle werden Sie in

sieben Jahren an- und verkaufen?

Diesel-E-Klassen-Limousinen und T-Modelle,

Vitos und andere Kleinbusse. Vielleicht

schon die ersten gebrauchten

Elektrotaxis von Mercedes. Aber sind wir

doch mal realistisch: Wer sieht in sieben

Jahren ein flächendeckendes Elektrotankstellennetz

in Kommunen und Großstädten,

das die gewünschten E-Fahrzeuge

gleichzeitig laden kann? Was passiert mit

den rund 90 000 Kreuzfahrt- und Frachtschiffen?

Allein die 15 größten Schiffe der

Welt stoßen pro Jahr so viele Schadstoffe

aus wie 750 Millionen Autos, so der NABU

(Naturschutzbund Deutschland). Lassen

Sie uns dazu gerne in 2027 noch einmal

ein Interview machen.

Machen wir. Bis dahin danke für das

heutige Interview.

jh

FOTO: Taxi Times

20

AUGUST / 2017 TAXI


ANTRIEB

Ungesundes

München

123km

SCHLECHTE LUFT AUF

123 KILOMETERN LÄNGE

Abgasmanipulationen, Dieselfahrverbot, Kartellvorwürfe.

Die Politik bemüht sich um Schadensbegrenzung. Was bedeutet

das für das Münchner Taxigewerbe?

FOTOS: Fotolia / Regormark, Regierung von Oberbayern

Das ganze Dilemma des Dieselskandals wird deutlich,

wenn man die aktuelle Aussage einer gewissen Elzbieta

Bienkowska Satz für Satz analysiert: Die Dame ist EU-

Industriekommissarin und sie hat in einem Schreiben an die

Verkehrsminister gefordert, im Abgasskandal manipulierte Fahrzeuge

bis 2018 stillzulegen – es sei denn, sie werden bis Ende

des Jahres umgerüstet. Gleichzeitig warnt sie vor einem allgemeinen

Fahrverbot. „Politiker und Industrie können kein Interesse an

einem rasant kollabierenden Diesel-Markt infolge lokaler Fahrverbote

haben. Das würde der Industrie nur die Mittel entziehen, in

emissionsfreie Autos zu investieren.“

Besser als Frau Bienkowska kann man die Zwickmühle nicht

beschreiben, in der sich die Auto-Industrie und die ihr hörigen

deutschen (Unions-)Politiker derzeit befinden. Beim Versuch, die

rechtlich klar definierten Grenzwerte für den Maximal-Ausstoß

von Feinstaub und Stickstoffdioxid einzuhalten, hat man sich auf

die Messungen einer Auto-Industrie verlassen, deren versprochenen

Werte aber nur auf dem Prüfstand einzuhalten waren – teils

mit manipulierten Abgaseinrichtungen.

Das fällt den Kommunen und den verantwortlichen Politikern

jetzt auf die Füße, denn die im Stadtgebiet durchgeführten Schadstoffmessungen

brachten seit Jahren ganz andere Messungen zutage.

Bereits im Jahr 2012 führte dies zu einer Klage der Deutschen

Umwelthilfe e. V. (DUH), die in diesem Jahr mit einem rechtskräftigen

Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (BayVGH)

ihren Höhepunkt erlebte (Taxi Times München berichtete ausführlich

in seiner April-Ausgabe). Der Freistaat Bayern wurde verpflichtet,

für die Stadt München zeitnahe Vorbereitungen für ein

Dieselverbot zu treffen. Konkret bedeutet das, der Freistaat hätte

bis Ende Juni ein Verzeichnis aller Straßenabschnitte offiziell

bekannt geben müssen, in denen der Emissions-Grenzwert für

Stickstoffdioxid aktuell überschritten wird. Bis Ende August muss

der Öffentlichkeit zudem mitgeteilt werden, dass Verkehrsverbote

für Fahrzeuge mit Dieselmotor in den Luftreinhalteplan aufgenommen

werden sollen, welche zeitlichen und sachlichen Einschränkungen

für diese Verkehrsverbote gegebenenfalls geplant sind

und bei welchen Straßen von Verkehrsverboten abgesehen werden

soll. Zusätzlich wurde noch eine weitere Deadline gesetzt: Bis Ende

des Jahres muss man ein vollzugsfähiges Konzept veröffentlicht

haben.

OB REITER BEFÜRCHTET EIN DIESELVERBOT

Die neuen Zahlen waren nun allerdings so alarmierend, dass man

sie erst vor rund drei Wochen veröffentlichte. Münchens Oberbürgermeister

Dieter Reiter hat wohl schon deutlich vorher einen

Hinweis bekommen, denn er sorgte bereits im Juni mit einem

angedachten Dieselverbot für Schlagzeilen. Der von der EU zugelassene

Mittelwert von 40 Mikrogramm Stickstoffoxid pro u

TAXI AUGUST / 2017

21


ANTRIEB

Ein bald gängiges Verkehrszeichen in Deutschlands Großstädten?

Kubikmeter würde regelmäßig überschritten werden, auch abseits

der viel befahrenen Münchner Ring- und Einfallstraßen. Teilweise

würden die Werte bei bis zu 60 Mikrogramm liegen.

„Die Ergebnisse sind erschreckend, das hatte niemand so

erwartet. Aufgrund der alarmierenden Zahlen muss nun etwas

geschehen, und mir ist kein anderes adäquates Mittel als ein Fahrverbot

bekannt“, monierte Reiter vor einigen Wochen.

In der Tat lassen die nun veröffentlichten Zahlen alle Alarmglocken

läuten. Auf 123 Kilometern des Hauptverkehrsstraßennetzes

der Landeshauptstadt München treten Überschreitungen

des Luftqualitäts-Grenzwertes für Stickstoffdioxid (NO 2

) auf.

Lässt sich dem nur mit einem Dieselverbot beikommen? Je nach

geforderter Obergrenze wären damit in

München zwischen 133 000 und 170 000

Fahrzeuge von dem Verbot betroffen. Insgesamt

haben 295 000 der 720 000 in München

zugelassenen Autos einen Dieselmotor.

In Not- und Härtefällen sowie für Taxis und

den öffentlichen Nahverkehr sollten Reiters

Ansicht nach aber Ausnahmeregelungen

gelten.

SEEHOFER WÜNSCHT EINE

ROLLENAUFTEILUNG

Das klingt nach einem schwer kontrollierbaren

Bürokratiemonster und lässt sich so

kurz vor einer Bundestagswahl politisch

auch schwer verkaufen. Bayerns Ministerpräsident

Horst Seehofer hat die Luftreinhaltungs-Thematik

mittlerweile zur

Chefsache erklärt. Anfang Juli lud er zu

einem Treffen mit der Industrie und den

OBs von München, Augsburg, Regensburg,

Nürnberg, Würzburg und Ingolstadt.

Zudem waren Staatskanzleiminister Dr.

Marcel Huber, Wirtschaftsministerin Ilse

»Die Ergebnisse

sind erschreckend,

das hatte niemand

so erwartet.«

Münchens OB Dieter Reiter im Juni 2017

Aigner, Umweltministerin Ulrike Scharf und Innenminister

Joachim Herrmann geladen.

Das Gespräch wäre „sehr konstruktiv und zielorientiert“ verlaufen,

heißt es in einer Pressemitteilung der Bayerischen Staatsregierung.

Die Umweltgrenzwerte müssten im Interesse der

Bürgerinnen und Bürger unbedingt eingehalten werden. Möglich

sei das nur mit einem breiten Maßnahmenbündel, das die Umrüstung

von Euro-5-Diesel-Fahrzeugen, Kaufanreize zum Ersatz älterer

Diesel-Fahrzeuge, die Flottenumstellung städtischer

Nutzfahrzeuge und Taxis, die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs,

eine bessere Förderung der Elektromobilität und

intelligente Verkehrslenksysteme umfassen soll. So könnten allgemeine

Diesel-Fahrverbote noch vermieden

werden. Seehofer sieht bei dem ganzen

Abgasdilemma eine klare Rollenaufteilung

vor: „Staat, Kommunen und Wirtschaft

müssen gemeinsam und koordiniert handeln,

um Gesundheitsschutz, Mobilitätsinteressen

und Funktionsfähigkeit der

Städte in Einklang zu bringen. Dazu muss

jeder auf seiner Ebene die notwendigen

Maßnahmen ergreifen und vorantreiben.“

Wie eine solche Maßnahme aussehen

kann, zeigte kürzlich Daimler. Der deutsche

Autobauer will europaweit die Besitzer

von drei Millionen Dieselfahrzeugen

zu einem Werkstattbesuch auffordern. Die

Autos sollen ein Software-Update bekommen,

um den Ausstoß schädlicher Stickoxide

zu dezimieren. Betroffen sind laut

Hersteller angaben nahezu alle Fahrzeuge

der Abgasnormen EU 5 und 6 in Europa.

Daimler hatte sich mit dem Kraftfahrt-Bundesamt

(KBA) darauf geeinigt, bei bestimmten

Fahrzeugen freiwillig die Technik

anzupassen und den Ausstoß schädlicher

DIE WICHTIGSTEN

TAXITHEMEN

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FOTOS: DUH, Landeshauptstadt München

22 AUGUST / 2017 TAXI


ANTRIEB

In Sachen Diesel tappen

vor allem die Verbraucher

im Nebel ...

Stickoxide so zu reduzieren. Derzeit verhandeln Regierung und

Autokonzerne die Modalitäten einer Nachrüstaktion.

Ob solche Maßnahmen dauerhaft für bessere Luft sorgen, wird

nicht nur von Experten, sondern auch von jenen Verwaltungsrichtern

bezweifelt, die ähnlich wie in München in diversen Verfahren

Landesregierungen zu wirksamen Maßnahmen gegen überhöhte

Schadstoffwerte verpflichten sollen.

DOBRINDT VERWEIGERT DIE BLAUE PLAKETTE

Im Juli wurde beispielsweise in Stuttgart die Klage der Deutschen

Umwelthilfe gegen das Land Baden-Württemberg verhandelt. Der

zuständige Richter Wolfgang Kern legte dar, in welcher Zeitspanne

die einzelnen Dieselmodelle von den Autoherstellern nachgebessert

werden könnten und inwieweit sich die Schadstoffe

dadurch reduzieren ließen. Das Ganze sei, laut Kern, „von maximalem

Optimismus getragen“: Durch eine Nachrüstung ließen

sich die Schadstoffe laut Automobilindustrie um 50 % reduzieren.

Den Berechnungen des Landes Baden-Württemberg zufolge sei

aber beispielsweise am besonders belasteten Neckartor nur eine

Reduzierung der Schadstoffe um 9 % möglich.

Die Richter waren sich in ihrem Urteil einig: „Der Gesundheitsschutz

ist höher zu bewerten als die Interessen der Diesel-Fahrer.“

Fahrverbote seien schlichtweg das effektivste Mittel, um die Luftbelastung

mit giftigem Stickstoffdioxid zu dezimieren. Damit

wurde die Strategie der Landesregierung durchkreuzt, erst einmal

abzuwarten, welche Auswirkungen die von der Autoindustrie angekündigten

Nachrüstungen älterer Diesel real haben.

Einigkeit herrscht hinsichtlich der Idee der Blauen Plakette,

mit der ältere Dieselautos einfach aus Umweltzonen ausgesperrt

werden könnten. Für deren Einführung müsste jedoch der Bund

tätig werden – und der hat in Person von Verkehrsminister

Alexander Dobrindt diese Pläne bisher verhindert. jh, nu

ROTE KARTE VON DEN ZULASSUNGSSTELLEN?

FOTOS: nounproject / anbileru adaleru, Fotolia / Syda Productions

• Verkehrsunfallabwicklung

• Verkehrsrecht

• Bußgeldsachen

• Zivilrecht

• Strafrecht

Erlöscht bei Fahrzeugen, die weitaus

mehr Schadstoffe ausstoßen,

als sie offiziell angeben, nicht

automatisch die Betriebserlaubnis?

Die EU-Kommissarin Elzbieta

Bienkowska zielt in genau diese

Richtung, wenn sie die Stilllegung

der betroffenen Fahrzeuge fordert.

Auch die Deutsche Umwelthilfe

(DUH) schließt sich dieser Argumentation

an. Man habe die Messwerte

den nationalen sowie den

internationalen Behörden überlassen

und den Entzug der Typzulassungen

beantragt.

Zusätzlich reichte die DUH bei

den Verwaltungsgerichten Klagen

gegen die Kfz-Zulassungsbehörden

in zehn deutschen Städten mit

besonders hoher Stickstoffdioxid-

Belastung ein, darunter auch

München. Die Zulassungsstellen

müssten Betrugs-VW aus dem

Verkehr ziehen, die noch immer

mit illegaler Abschalteinrichtung

fahren und nicht nachgerüstet wurden.

Deren

Betriebsgenehmigung

sei längst

erloschen, argumentiert

die DUH,

die Fahrzeuge seien

außer Betrieb zu

setzen. Ob die Verwaltungsgerichte

die Klagen annehmen

und die Verfahren eröffnen,

ist noch offen.

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TAXI AUGUST / 2017

23


ANTRIEB

ZWEI

MILLIONEN

FÜR E-TAXIS

Mit einer hohen Fördersumme will

die Stadt München den Umstieg

auf Elektro-Taxis ankurbeln.

Stephanie Jacobs und Alexander Greipl

unterstützen Münchner Taxler beim Umstieg auf E-Taxis.

Öffentlich bekannt wurden die Summen bereits im Dezember

2016. Zum 1. September folgt nun der offizielle Startschuss.

Vor der versammelten Taxi- und Tagespresse

(fast alle Zeitungen berichteten, dazu noch Radio Arabella und

münchen.tv) verkündete Stephanie Jacobs, Umweltreferentin der

Landeshauptstadt München, Anfang August die Eckdaten der Förderung:

Jeder Taxi unternehmer erhält 20 Cent pro Besetztkilometer

eines nach dem 1. Januar 2017

zugelassenen Elektro- oder Wasserstoff­

Taxis. Dieser Zuschuss wird maximal

drei Jahre bzw. solange gewährt, bis

40 Prozent des Anschaffungspreises

erreicht sind oder der Fördertopf der

aktuell bewilligten zwei Millionen Euro

ausgeschöpft ist. Jacobs bezeichnet das

als Windhundprinzip – was heißen soll,

dass die schnellsten Taxibetriebe auch

garantiert in den Genuss der finanziellen

Unterstützung kommen.

Mit der Summe, so hat man es im Gesundheitsreferat ausgerechnet,

könnten rund 170 – und damit rund fünf Prozent – aller

Münchner Taxis gefördert werden. Im Durchschnitt könnte jedes

E-Taxi 11 764 Euro erhalten. Jacobs betonte auf Nachfrage von Taxi

Times explizit, dass die Förderung bis zur Höchstgrenze von

40 Prozent des Nettoanschaffungspreises unabhängig von der

Fahrzeugmarke sei. Die Netto anschaffungskosten setzen sich aus

Kraft_03-2017.qxp_Layout 1 28.03.17 14:33 Seite 1

»Die Fördersumme

reicht für eine

Wegstrecke von der

Erde bis zum Mond.«

Münchens Umweltreferentin Stephanie Jacobs

den Fahrzeugkosten in der Grundausstattung sowie den Kosten

für ein Taxipaket (ohne Geräte) zusammen. Ein E-Taxi für 60 000

Euro könnte also mit bis zu 24 000 Euro bezuschusst werden. Der

Unternehmer müsste es dafür schaffen, innerhalb von drei Jahren

120 000 Besetztkilometer zu fahren. 110 Kilometer pro Tag. Das

ist realistisch. Frau Jacobs spricht davon, dass man mit der Fördersumme

eine Wegstrecke „von der Erde bis zum Mond“ zurückgelegen

könne. Münchner Taxifahrer sind

da bescheidener. Ihnen reichen täg liche

Fahrten zum Flughafen.

Der Förderantrag ist beim Referat für

Gesundheit und Umwelt (RGU) in

der Bayerstraße 35 oder unter www.

muenchen.de/emobil erhältlich. Die

Stadt hat für die finanzielle Unterstützung

etliche Bedingungen formuliert. So

muss das Elektro-Taxi beispielsweise

mindestens drei Jahre in der Landeshauptstadt

München zugelassen sein. Es

werden nur Taxis gefördert, „deren Energiewandler ausschließlich

elektrische Aggregate sind und dessen Energie speicher von außerhalb

des Fahrzeugs wieder aufladbar sind“. Damit sind klassische

Hybridfahrzeuge ausgeschlossen.

Alternativ zu Elektro fahrzeugen werden auch „Brennstoffzellen ­

fahrzeuge ohne lokale CO 2 –Emissionen“ gefördert. Im Sprachgebrauch

spricht man hier auch von Wasserstoffantrieb. Toyota hat

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FOTO: Taxi Times

24 AUGUST / 2017 TAXI


ANTRIEB

mit dem Mirai ein solches Fahrzeug bereits mit einem Taxipaket

ausgestattet. Die Anschaffung eines Opel Ampera oder des für

2018 angekündigten neuen London­ Taxis würden dagegen nicht

unterstützt werden. Beide verfügen zur Reichweitenverlängerung

über einen sogenannten „Range Extender“, der von der LH München

explizit als nicht förderfähig definiert wird.

FISKALTAXAMETER MIT INSIKA IST PFLICHT

Spannend ist eine Bedingung, die sich Münchens ehrliche Taxibetriebe

seit Langem eigentlich vom KVR und der Finanzverwaltung

wünschen: der Einbau eines Fiskaltaxameters. Aus ihm wird

Fahrdatensatz ausgelesen, der zur Ermittlung der geförderten

Besetztkilometer dient. Die Stadt beschreibt den Ablauf folgendermaßen:

„Die ausgelesenen Fahrdaten aus dem Fiskaltaxameter

eines Kalenderquartals müssen innerhalb der ersten zwei Wochen

des darauffolgenden Kalenderquartals auf die Austauschplattform

des RGU hochgeladen werden. […] Die Fahrdaten müssen in Form

einer XML-Datei an das RGU geliefert werden. Die Datei muss

durch ein Fiskaltaxameter mit INSIKA-Verfahren aufgezeichnet

werden.“

Das INSIKA-Verfahren ist ein Signatur verfahren, das eine

unmani pulierbare Übertragung der Taxameterdaten verspricht.

Die Datenübertragung muss nach jedem Quartal innerhalb von

14 Tagen erfolgen – auch dann, wenn die Fördersumme bereits

ausgeschöpft ist. „Die weitere Datenübermittlung dient der Evaluation

des Förderprogramms“, heißt es dazu in der Förderrichtlinie.

Ausdrücklich ausgeschlossen werden von der Stadt „Doppelförderungen“.

Wer also bei der Anschaffung eines Elektro-Taxis

beispielsweise schon eine Unterstützung aus dem Fördertopf der

Bundesrepublik erhalten hat, geht leer aus. Frau Jacobs rät

Münchner Taxiunternehmern, lieber auf die Förderung der Stadt

zurückzugreifen, da hier mehr Geld zu erwarten sei.

Meldet ein Taxibetrieb während des Förderzeitraumes Insolvenz

an, wird die Förderung eingestellt. Als letzte Bedingung muss

an jedem geförderten E-Taxi eine Außenwerbung an den Türen

angebracht sein.

DER ADAC MISCHT AUCH MIT

Auf diesem Aufkleber wird auch das Logo des ADAC zu sehen sein.

Die Abteilung Südbayern des Automobilclubs plant das Projekt

„E-Taxi München“ bereits seit einem Jahr und war infolge dessen

auch auf das Umweltreferat zugegangen. Die daraus entstandene

Kooperation freut vor allen Dingen den Projektleiter Florian

Hördegen.

Alexander Kreipl, Leiter des Fachbereichs für Verkehr und Mobilität

beim ADAC Südbayern, blickt auf die siebenjährige Erfahrung

zurück, die man bereits mit der Initiative „Eco-Taxi“ sammeln

konnte. Das E-Taxi sei aus ADAC-Sicht der nächste konsequente

Schritt und ein wichtiger Mosaikstein in der Luftreinhalteproblematik.

Nach dem offiziellen Start will der ADAC nun den Kontakt zum

Taxigewerbe, aber auch zu den Firmenkunden intensivieren. Mit

Flyern und einer eigenen Homepage sollen die Kunden animiert

werden, bevorzugt E-Taxis zu bestellen. Der Taxifahrer eines

E-Taxis wird damit von zusätzlichen Aufträgen profitieren.

Trotz all dieser Verlockungen rechnen weder ADAC noch Experten

mit einem Run auf den Fördertopf. Zu groß sind noch die Vorbehalte

vieler Taxiunternehmer hinsichtlich erzielbarer

Reichweiten und taxitauglicher Modelle – auch wenn es hinsichtlich

des Eichrechts jetzt endlich Lockerungen gibt (siehe Seite 11).

Wichtig ist allerdings, dass bei allen Vorbehalten von den

Taxiverantwortlichen Unterstützung signalisiert wird. „Wir begrüßen

die Initiative zur Förderung der E-Taxis, schließlich haben wir

im Juli 2011 das erste E-Taxi Deutschlands eingeführt“, erklärt

Christian Hess, Geschäftsführer von IsarFunk gegenüber der

„Süd deutschen Zeitung“. Er verspricht, dass seine Zentrale darüber

nachdenke, den Betrieb eines E-Taxis noch attraktiver zu machen.

Destruktiv wird dagegen Reinhard Zielinski, Vorstandsmitglied

der Taxi München e. G., zitiert: „Es ist ein großzügiges Angebot,

aber leider unzureichend für das Taxigewerbe. Bevor wir nicht die

Infrastruktur haben, brauchen wir keine E-Taxis zu fördern.“

Dabei hat Stephanie Jacobs auch in dieser Hinsicht Fortschritte

versprochen. Aus einem weiteren Fördertopf sollen unter anderem

auch 200 Ladesäulen im ganzen Stadtgebiet errichtet werden. Und

speziell für das Taxigewerbe finanziert die Stadt drei Schnellladesäulen,

die dort aufgestellt werden sollen, wo sie am sinnvollsten

sind: an stark frequentierten Standplätzen. jh

Taxi Times München wird das Projekt sehr eng begleiten und in jeder

Ausgabe in einer eigenen Rubrik „E-Taxi“ alle für einen möglichen

Umstieg nötigen Informationen nennen.

EINE KONZESSION, ZWEI TAXIS

Das Problem mit der Reichweite und den langen Ladezeiten

hält aktuell noch viele Unternehmer von der Anschaffung

eines E-Taxis ab. Die Stadt kommt hier entgegen, indem

unter der Konzessionsnummer neben dem E-Taxi auch ein

Fahrzeug mit Verbrennermotor zum Einsatz kommen darf.

Natürlich nicht gleichzeitig, sondern alternierend.

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TAXI AUGUST / 2017

25


TAXI IN DEN MEDIEN

FERNSEHEN

ALS MARKETING­

PLATTFORM

Bei münchen.tv steht man nicht so auf Trans parenz

– eher auf dem Schlauch. Das zeigt ein

am 4. Juni 2017 ausgestrahltes Uber-Porträt.

münchen.tv-Chefredakteur Jörg van Hooven

Münchens lokaler Fernsehkanal

bezeichnet sich selbst als „Ihr

Partner für regionales TV-Marketing“.

Man müsse sich nur noch „über die

ideale Werbeform“ für sein Produkt, Dienstleistung

oder Unternehmen informieren,

um seine Kunden zu erreichen. Und wer

auf münchen.tv wirbt, hat eine „technische

Reichweite“ von 3,5 Millionen potenziellen

Zuschauern, so der Lokalsender. Da kann

der kalifornische Konzern Uber, der in den

letzten Jahren konstante Nettoverluste von

mehreren Hundert Millionen Dollar verzeichnete

(alleine im Jahr 2016 waren es

2,8 Milliarden) etwas Unterstützung für

seine Münchner Abteilung bestimmt gut

gebrauchen, dachte man sich wohl beim

Münchner Lokalfernsehen und wiederholte

am 4. Juni 2017 eine Sendung, die

im März 2016 erstmals ausgestrahlt wurde.

Dass es sich bei Uber aber um einen Konzern

handelt, dessen Geschäftsmodell auf

Missachtung nationaler Gesetzte beruht(e),

hat münchen.tv-Chefredakteur Jörg van

Hooven bei seinem Geplauder mit keinem

Wort erwähnt. Vielleicht wusste er aber

auch gar nichts von der Problematik um

Uber, spricht er doch von „Uber-Taxis“, während

Weigler – im Beitrag noch als Uber-

Chef für München tituliert, mittlerweile

aber für Uber Deutschland verantwortlich –

penibel darauf achtet, ausschließlich von

Mietwagenunternehmern zu reden. Man

möchte nun ja vollständig gesetzeskonform

operieren, seit man 2015 mit uberX startete,

der Vermittlung an „voll lizenzierte Mietwagenunternehmer“.

Dass 2015 UberPOP verboten wurde und

in Berlin auch der uberX sehr ähnliche

Dienst UberBLACK, geht im Beitrag völlig

unter. Wenigstens hat man kurz die Rückkehrpflicht

für Mietwagen erwähnt, wenngleich

der in der Sendung gerufene

Mietwagen um die Ecke bereitstand.

Was bleibt, ist die Frage, weshalb man

am 4. Juni 2017 noch eine Wiederholung

der Sendung brachte. Und wie kam man auf

die Idee, Uber vorzustellen, nachdem das

Unternehmen so lange illegal unterwegs

war?

Chefredakteur van Hooven schweigt.

Zu diesen Fragen wollte van Hooven auf

zweimaliges Nachfragen von Taxi Times

keine Auskunft erteilen. Dafür kam von

Uber eine Antwort: Die Initiative für den

Beitrag über Uber-München ging vom Sender

aus, gezahlt wurde dafür aber nichts,

teilt Uber mit.

Am Ende bleibt festzuhalten, dass man

bei münchen.tv zwar nicht viel von unangenehmen

Fragen hält, man das „Beförderungsunternehmen“

vom inzwischen

geschassten Uber-Gründer Travis Kalanick

aber gerne unkritisch vorstellt, da es „vor

allem gegenüber der Taxi-Lobby einen

schwierigen Stand hat“. Mit dieser Einschätzung

dürfte münchen.tv dann doch richtig

liegen, wie die Unternehmenszahlen und

Gerichtsurteile zeigen. fo

IMPRESSUM

Verlag

taxi-times Verlags GmbH,

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80807 München, Deutschland

Telefon: +49 (0)89 / 14 83 87 91

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Geschäftsführung: Jürgen Hartmann

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Handelsregister: Amtsgericht München

HRB 209524

Redaktion (tt)

V.i.S.d.P.: Jürgen Hartmann (jh),

Florian Bachmann (fb), Florian Osrainik (fo),

Nicola Urban (nu)

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Michael Bauer (mb)

Grafik & Produktion

Katja Stellert (Artdirektion),

Martina Jacob, Stephan Krause,

Raufeld Medien GmbH,

Paul-Lincke-Ufer 42/43, 10999 Berlin

Telefon: +49 (0)30 695 665 0

Anzeigenleitung, Online-Verkauf

und Vertrieb

Elke Gersdorf, e.gersdorf@taxi-times.taxi

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Druck

Chroma Druckerei, Przemysłowa 5,

68-200 Żary, Polen

Erscheinungsweise 6 x pro Jahr

Heftpreis 3,50 €, ISSN-Nr.: 2367-3850

Weitere Taximagazine aus dem Verlag:

Taxi Times DACH

Taxi Times Berlin

Die IsarFunk Taxizentrale GmbH & Co KG

und der Taxiverband München e. V. (TVM)

bekommen in Taxi Times München eigens

gekennzeichnete Mitteilungsseiten,

für deren Inhalte die beiden Genannten im

Sinne des Presserechtes selbst verantwortlich

sind.

FOTO: münchen tv

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Individuelle Preis- und Finanzangebote bei den teilnehmenden Lexus Vertragshändlern. Das Finanzierungsangebot entspricht dem Beispiel nach § 6 a Abs. 4 PAngV.

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