unternehmen Mai 2017

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unternehmen Mai 2017

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 56 | Mai 2017 | 3,00 €

4 197821 303000 5 6

Ganz groß

im Bauen

Ob Bahnstrecken, Stromtrassen oder Glaserfasernetze:

Leonhard Weiss ist dabei. Firmenchef Volker Krauß

erklärt, wie gute Infrastruktur gelingt.

Firmengärten Den Mitarbeitern und der Umwelt zuliebe investieren SEITE 6

Gründen Mit Idealismus in die Selbstständigkeit: Imker Ralph Buck SEITE 38

Umfrage Wo und wie Führungskräfte am liebsten entspannen SEITE 46


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unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[inhalt]

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter

unternehmen [!]

langsam wird‘s unheimlich. Politische Unsicherheiten,

Trump und Terror hin oder her:

Die Wirtschaft im Südwesten wächst. Und

das – mit einer kurzen Delle durch die Finanzkrise

– seit rund 17 Jahren. Doch Vorsicht!

Dieser Erfolg ist kein Selbstläufer, er

muss jeden Tag aufs Neue erarbeitet werden.

Das zeigt unser Titelinterview mit Volker

Krauß, dem Chef des Bauunternehmens

Leonhard Weiss (Seite 10) ebenso wie unsere

Porträts über die Firmen Kleemann (S. 26)

und Meißner Sicherheitstechnik (S.42). Es

ist die Mischung aus Qualität, Innovation

und Kundenorientierung, die die Unternehmen

stark macht. Mittelfristig bergen zwei

Themen Risiken. Wie die Firmen den Schritt

ins digitale Zeitalter meistern (S. 20) und

unser Wirtschaftsmodell. Das schafft Wohlstand

für viele, aber längst nicht für alle –

und nährt damit einen gefährlichen Spaltpilz.

Ich wünsche Ihnen anregende Lektüre.

Ihr Alexander Bögelein

[spezial]

6 Wohlfühlen in grünen Oasen Warum

alle von Firmengärten profitieren

32 Konjunktur aus der Kiste Der starke

Standort Ulmer Norden

49 Mehr nachdenken, bitte! Ökonomie

auf dem Prüfstand: Makronom.de

[titelthema]

10 Ein leidenschaftlicher Baumeister

Volker Krauß im Gespräch

[finanzieren]

20 Der Roboter als Leiharbeiter Lohnt

sich Leasing für digitale Investitionen?

[machen]

24 Raummodule reloaded Stapelprofi

Jakob Eberhardt aus Blaubeuren

26 Die kriegen alles klein Der Recycling-

Spezialist Kleemann aus Göppingen

30 Handwerker mit sicherem Durchblick

Kupil aus Ehingen setzt auf IT

42 Geschäfte in luftiger Höhe Furchtlos –

Meißner Sicherheitstechnik aus Ulm

44 Mit einem Wisch zur Spitze Bettina

Reichhart verknüpft ihr Dessous-

Fachgeschäft mit der Onlinewelt

[gründen]

38 „Bienen sind der Hammer!“ Raphael

Buck aus Vogt – Idealist und Herr über

250 Völker

[führen]

40 Wie Führungskräfte ein Team bilden

Motivations- und Leistungsplus am

Beispiel Settele aus Neu-Ulm

[leben]

46 Wo die Seele vor Anker geht …

Umfrage unter Führungskräften zu ihrer

Art, Kraft zu tanken

[namen & nachrichten]

4 Mit Gutschein und Jobticket

4 „Der Wohlstand kommt bei den

meisten nicht an“

5 Erfolg klebt an Uzin Utz

29 Kaufprämien nicht bekannt

36 ZF beliefert Foton

50 Liebherrs Riesen-Rolle

50 Impressum

32 20

38 44

46

3


[namen & nachrichten] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Mit Gutschein und Jobticket

Ulms City-Manager Henning

Krone freut sich: „Die Aktion

läuft super.“ Seit einem halben

Jahr gibt das Ulmer City Marketing

zu jedem verkauften Einkaufsgutschein

ein Gruppentagesticket

für den Nahverkehr für

bis zu fünf Personen aus – im

Wert von 16,50 Euro. Ziel war

und ist es, dass die Innenstadt

trotz der vielen Baustellen gut erreichbar

bleibt und der Autoverkehr

ein bisschen abnimmt.

Mehr als 50.000 Gutscheine sind

bisher verkauft worden. Die Resonanz

auf das ÖPNV-Ticket

nimmt zu. Im März seien 1200

Tagestickets der Donau-Iller-

Nahverkehrsgesellschaft (DING)

eingelöst worden, sagt Krone. Die

Aktion lässt sich das City Marketing

mit seinen rund 360 Mitgliedern

einen sechsstelligen Betrag

kosten. Allerdings sponsert

DING das Angebot kräftig.

Noch bei einem anderen Thema

kooperieren DING und Ulmer City

Marketing: dem Jobticket. Der

Verkehrsverbund hat die Bedingungen

für die Arbeitgeber vereinfacht.

Bestellung und Bezahlung

laufen nun über die

Mitarbeiter. Arbeitgeber müssen

lediglich einen Rahmenvertrag

abschließen. Pro Arbeitgeber

müssen es allerdings 20 Tickets

sein. Aus diesem Grund tritt das

Ulmer City Marketing als ein Arbeitgeber

auf, damit auch kleine

Händler ihren Mitarbeitern etwas

Gutes tun können. „Die deutlich

rabattierte Jahreskarte

macht die Arbeitsplätze in einem

Unternehmen attraktiver und

hilft, offene Stellen zu besetzen“ ,

sagt Markus Zimmermann von

DING, der auf eine rege Beteiligung

von Firmen hofft. Bisher

bieten 12 Arbeitgeber 1000 Beschäftigten

ein Jobticket.

Firmen könnten einen Schritt

weiter gehen und die Ticket-Kosten

ganz oder teilweise übernehmen.

Bis zu der Freigrenze von 44

Euro ist dieser Sachbezug für Mitarbeiter

steuerfrei. [!] AMB

In Ulm soll die zweite Straßenbahnlinie bis zum Sommer 2018 fertiggestellt

sein. Firmen können ihre Mitarbeiter bei der ÖPNV-Nutzung unterstützen.

„Der Wohlstand kommt bei den meisten nicht an“

Matthias Weik und Marc Friedrich

sind Bestseller-Autoren. Sie

haben mehr als 350.000 Bücher

verkauft und zweimal das Wirtschaftsbuch

des Jahres geschrieben.

Vor allem aber können sie

darauf verweisen, dass sie mit ihren

Prognosen nicht falsch lagen.

In ihrem zweiten Buch, „Der

Crash ist die Lösung – Warum der

finale Kollaps kommt und wie

Sie Ihr Vermögen retten“, sagten

sie unter anderem die EZB Leitzinssenkung

und die Minuszinsen

für die Banken voraus. Auch

mit der Absenkung des Garantiezinses

der Lebensversicherungen

lagen sie richtig. Jetzt haben die

beiden 41-jährigen Ökonomen in

Göppingen mit DM-Gründer

Götz Werner ihr viertes Buch vor

500 Interessierten vorgestellt. Ihre

Botschaft: „Es läuft etwas gewaltig

schief.“ Der Wohlstand

komme bei den meisten Menschen

nicht an, eine Krise jage die

nächste, der Euro und die EU

wankten bedenklich – trotz oder

gerade wegen der absurden Summen,

die die Europäische Zentralbank

in die Märkte pumpe. Den

Südländern Europas gehe es nach

Die NWZ-Journalisten Joa Schmid (li.) und Helge Thiele (re.) rahmen die

Buchautoren ein: (von li.) Marc Friedrich, Götz Werner und Matthias Weik.

wie vor schlecht, Schulden wür

den durch Schulden beglichen,

die Nullzinspolitik und der Niedriglohnsektor

würden viele Deutsche

über kurz oder lang in die

Armut treiben. „Es hat sich nichts

zum Guten verändert. Europa ist

auf dem Holzweg, der Euro zerstört

Europa“, meinen Friedrich

und Weik. Daher müsse etwas

passieren: „Sonst knallt‘s“. So lautet

auch der Titel des Buches.

Dass die Autoren auch ihr neues

Buch in Göppingen exklusiv vorstellten,

liegt an ihrer Verbundenheit

zur Region: Ihr Vermögensberatungsbüro

hatten Weik

und Friedrich ursprünglich in

Göppingen, dann in Stuttgart

und jetzt in Lorch. [!] SU

4


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[namen & nachrichten]

Erfolg klebt an Uzin Utz

Die Ulmer Uzin Utz AG hat ehrgeizige

Wachstumspläne. Der

Hersteller von Produkten zum

Bodenverlegen baut im Donautal

für 18 Millionen Euro eine Fabrik

für Fliesenkleber samt Forschungslabor.

Gefertigt werden

soll dort vom Jahresanfang 2018

an Trockenmörtel der Marke Codex.

an. Während sich die Marke

Uzin an Boden-, Parkett-, und Estrichleger

richtet, sind die Codex-

Produkte für professionelle Fliesen-

und Natursteinleger. Das

Ausmaß der Pläne zeigen zwei

Zahlen: Weltweit produzierte die

Uzin Utz AG im vergangenen

Jahr mehr als 171.000 Tonnen

Trockenmörtelprodukte weltweit,

die Jahreskapazität der neuen

Fabrik beträgt 60.000 Tonnen.

Ein weiteres neues Werk soll an

der Westküste der USA entstehen,

da das Werk im Bundesstaat

Delaware im Osten seine Kapazitätsgrenze

erreicht hat.

2016 erzielte das börsennotierte

Familienunternehmen das beste

Ergebnis seiner 105-jährigen Geschichte

und schüttet eine Rekorddividende

von 1,30 Euro je

Aktie aus. Das Ergebnis vor Steuern

erhöhte sich fast um ein Drittel

auf 25 Millionen Euro. Der

Umsatz stieg um 8 Prozent auf

273 Millionen Euro. Bis 2019 soll

dieser auf 400 Millionen Euro

steigen. Das Unternehmen beschäftigt

1100 Mitarbeiter, davon

arbeiten 424 in Ulm. Für die

Tochtergesellschaft Codex arbeiten

70 Beschäftigte. [!] JAF

66 Prozent mehr

Körperschaftssteuer

Leitet das Finanzamt

Ulm,

Wolfram Rieder.

Die gute wirtschaftliche Situation

im Südwesten spiegelt sich

auch im Steueraufkommen in

den Regionen Ulm und Göppingen

wider. Im Zuständigkeitsgebiet

des Finanzamtes Ulm (knapp

400 Mitarbeiter), das zu den zehn

größten der

65 Ämter in

Baden-Württemberg

gehört,

stieg das

Steueraufkommen

laut

Amtschef

Wolfram Rieder

um 6,4

Prozent auf

2,15 Milliarden

Euro. Größter Posten ist die

Mehrwertsteuer mit 802 Millionen

Euro, gefolgt von der Lohnsteuer

(801 Millionen Euro), die

die abhängig Beschäftigten bezahlen.

Die Einkommenssteuer

(Gewerbetreibende, Landwirte

und all jene Arbeitnehmer mit

weiteren Einkunftsquellen) stieg

um 19 Prozent auf 258 Millionen

Euro. Die Körperschaftssteuer

kletterte sogar um 66 Prozent auf

88 Millionen Euro. Die Grunderwerbssteuer

nahm um 50 Prozent

auf 46 Millionen Euro zu.

Im Bezirk des Finanzamtes Göppingen

wuchs das Steueraufkommen

auf 1,3 Milliarden Euro. Davon

entfielen auf die Lohnsteuer

(541 Millionen Euro), Umsatzsteuer

(451), Einkommensteuer

(152), Köperschaftssteuer (53)

und Grunderwerbsteuer (32).

In Ulm, Biberach und Ehingen

sind 61 Betriebsprüfer für 1160

große und 5000 mittelgroße Betriebe

zuständig. Die 36 Steuerfahnder,

die für acht Ämter zwischen

Ulm und Überlingen tätig

sind, erzielten Nachforderungen

von 61 Millionen Euro. Außerdem

wurden rechtskräftig 13 Jahre

Haft verhängt. [!] KÖ/AMB

Der Bodenspezialist Uzin Utz investiert in Ulm 18 Millionen Euro.

120.000 Beschäftige

in 18.652 Betrieben

Die Zahl der Handwerksbetriebe

zwischen Ostalb und Bodensee

ist 2016 um 242 auf 18.652 gestiegen.

Die Handwerkskammer

Ulm listet 3761 (plus 168) zulassungsfreie,

3441 (plus 80) handwerksnahe

und 11.450 (minus 6)

zulassungspflichtige Betriebe

auf. Letztere verringerten sich in

Hilfe für Firmen

beim Energiesparen

Die baden-württembergische

Landesregierung will kleinen Firmen

beim Energiesparen helfen.

Mit dem Projekt „Regionale Kompetenzstellen

Netzwerk Energieeffizienz

(KEFF)“ , das auf sieben

Jahre angelegt ist, sollen diese

sensibilisiert werden und erhalten

bei einer kostenlosen Initialberatung

Anhaltspunkte, welche

den Kreisen Heidenheim (um

16), Ostalb (15), Bodensee (11)

und Biberach (1). In den Kreisen

Alb-Donau (plus 19), Ravensburg

(13), Ulm (5) stieg die Zahl der zulassungspflichtigen

Firmen. Insgesamt

erwirtschafteten 120.000

Mitarbeiter einen Umsatz von

rund 12 Milliarden Euro. [!] JAF

Maßnahmen am lohnendesten

sind. Zielgruppe sind Firmen mit

bis zu 250 Mitarbeitern. Die Keff-

Stelle Donau-Iller ist bei der IHK

Ulm angesiedelt: 0731/173-170;

Die Energieagentur Ulm berät

Handwerksbetriebe: 0731/173-

270. Keff-Stelle bei der IHK Region

Stuttgart: 0711/2005-1506.

keff-bw.de/de. [!]

JAF

5


[rubrik] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

AMA Instruments / Foto: Conné van d‘Grachten

Wohlfühlen in

grünen Oasen

Ob Dach, Fassade oder Innenhof – von schön

gestalteten Firmengärten profitieren alle Beteiligten:

Mitarbeiter, Besucher, die Natur und nicht zuletzt

umweltbewusste Unternehmen, die sich damit

eine ökologische Visitenkarte geben.

Foto: BGL

Foto: BGL

Foto: Optigruen

Harald Gallinger und sein Team passen auf, dass die Luft rein ist.

Denn der Geschäftsführer der AMA Instruments GmbH entwickelt

und fertigt mit seinen Mitarbeitern analytische Geräte

zur kontinuierlichen Messung von organischen Luftschadstoffen. Dazu

gehört zum Beispiel das krebserregende Benzol aus unseren Kraftstofftanks.

Weltweit überwachen Umweltbehörden mit den Produkten

vom Eselsberg, ob die Grenzwerte eingehalten werden. Denn diese

giftigen Substanzen gefährden Menschen, Tieren und Pflanzen.

Die Fauna hat es Harald Gallinger besonders angetan, wie die Firmenbesucher

bereits vor dem Betreten des Betriebes in der Lise-Meitner-

Straße unter anderem an der blühenden Wildblumenwiese erkennen

können.

„Da wir als Unternehmen mit unseren Produkten indirekt einen wichtigen

Beitrag zum Schutz von Mensch und Natur leisten, waren uns

bei der Gestaltung der Außenanlagen natürlich auch ökologische Gesichtspunkte

wichtig“, erläutert der Geschäftsführer. Daher ließ er vor

dem modernen Firmensitz eine Vielzahl einheimischer Stauden und

Gehölze anpflanzen.

NÜTZLICHE KLEINE SEEN

Auch für Reiner Bierig sind so genannte Firmengärten die natürlichsten

Visitenkarten, die es für ein Unternehmen geben kann. „Wer seine

Außenanlagen mit Pflanzen und Blumen gestaltet, verzückt Augen

und Sinne der Menschen und fördert auf diese Weise sein Image“, sagt

der Geschäftsführer des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau

Baden-Württemberg e.V.. Er ist sicher: „Unternehmer, die ihren

Firmensitz grün anlegen, sind besondere, erdverbundene Menschen.“

Davon profitieren nicht nur die Pflanzen- und Tierwelt,

sondern mitunter auch die unmittelbaren Nachbarn des Firmengrundstücks.

Dank der oftmals angelegten Muldensysteme laufen bei

Starkregen die Keller auch in der Umgebung nicht mehr voll.

Der Grund: Die Kombination eines zum Beispiel begrünten Firmendachs

mit einer Zisterne entlastet die Kanalisation und vermindert die

Schön, erholsam, nützlich: (von oben) AMA Instruments (Ulm), zwei Beispiele

des Galabau-Verbands und der Parkplatz des Servicezentrums der

Deutschen Rentenversicherung in Karlsruhe.

6


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[spezial]

Großteil der Aufträge kommt von Privatleuten

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Bitte nutzen Sie an den Vortragsabenden unseren Eingang Ecke

Bahnhofstraße/Freihofstraße

Foto: © reichdernatur / Fotolia.com

´Die Landschaftsbauer im Südwesten stehen auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament.

Eine wachsende Zahl an Unternehmen

legen Wert auf begrünte Außenanlagen,

in denen Mitarbeiter entspannen und

heimi sche Gräser wachsen können. Von

diesem Trend profitieren auch die Fachbetriebe

für Landschaftsbau und Gartengestaltung.

„Die Mehrzahl der Betriebe

kann auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurückblicken.

Mehr als 80 Prozent unserer

Mitgliedsfirmen beurteilten ihre Lage mit

sehr gut und gut“, sagt Thomas Heumann,

Vorstandsvorsitzender des Verban

des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau

Baden-Württemberg e.V.. Insbesondere

private Auftraggeber investieren.

Auf sie entfallen 60 Prozent des Umsatzes,

der Anteil der öffentlichen Hand liegt

bei 18 Prozent, Kunden aus gewerblichem

Wohnungsbau und der Industrie sorgten

für jeweils 9 Prozent des Umsatzes. SL

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Entnahme von Grundwasser. Denn das Trinkwasser wird durch so

genanntes Brauchwasser ersetzt.

„Sinnvoll angelegte Firmengärten ermöglichen ein gut funktionierendes

Regenwasser-Management, mit dem bis zu 90 Prozent der Niederschlagsmenge

zurückgehalten werden kann. Auch wenn sich dabei

kleine Seen auf dem Dach bilden, macht das nichts aus. Im Gegenteil,

bei uns in der Geschäftsstelle kommen hin und wieder sogar zwei Enten

angeflattert“, erzählt Verbandsgeschäftsführer Bierig.

GERINGERE GEBÜHREN DANK GRÜNEM DACH

Doch nicht nur Vögel fliegen auf begrünte Dächer. Denn hoch droben,

lässt es sich für Mitarbeiter gut entspannen. Oftmals haben Angestellte

und Arbeiter in den Pausen freien Zugang zu den bepflanzten Dachanlagen,

die aufgrund ihres ökologischen Mehrwerts immer häufiger

von der Stadt oder der Gemeinde gefördert werden. „Firmen mit entsiegelten

Dachanlagen zahlen weniger Niederschlagswassergebühren,

die für die Entsorgung von Regenwasser anfallen“, erklärt Bierig.

Denn: Je mehr Regenwasser auf einem Grundstück versickern kann,

desto geringer sind die Gebühren. Oder umgekehrt: Je stärker die Versiegelung

und Ableitung in den Kanal ist – zum Beispiel in Gewerbegebieten

oder kommunalen Flächen – desto höher sind die Abgaben.

Egal, ob über den Dächern der Stadt oder in einem bepflanzten Innenhof

oder auf einer sonnenbeschienenen Terrasse – der Firmengarten

muss zum Unternehmen passen. „Es ist existentiell wichtig, dass die

jeweilige Nutzung auf die Funktion abgestimmt ist, die bei jedem Be-

7

4

6

7

20.11.17 | René Borbonus

Klarheit

Wissen, was zählt – und darüber reden

8

19.06.17 | Thomas Baschab

Geht nicht, gibt’s nicht!

Herausforderungen annehmen

5

18.09.17 | Prof. Dr. Jens Weidner

Hart, aber unfair?

Machtspiele schnell durchschauen!

23.10.17 | Monika Matschnig

Wirkung

Authentizität, Souveränität, Präsenz

11.12.17 | Peter Brandl

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[spezial] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Durchatmen und Kraft tanken in den Arbeitspausen: Schön gestaltete Außenbereiche und Dachgärten motivieren die Mitarbeiter.

Foto: DDV

Verbandsgeschäftsführer

Reiner Bierig.

trieb im Vordergrund stehen muss“, so Reiner Bierig. Und da steht für

den Geschäftsführer das harmonische Miteinander sowie der Austausch

innerhalb der Belegschaft im Vordergrund: „Durch einen naturnah

angelegten Außenbereich kann man auch die interne Kommunikation,

die Zufriedenheit in einem Team sowie die Motivation jedes

einzelnen Mitarbeiters fördern. Denn wer acht Stunden oder mehr auf

einen Bildschirm blickt, muss ab und zu in

einer schönen Umgebung durchatmen

können. Diese Entspannung, die sich die

Beschäftigten üblicherweise in ihrer Freizeit

holen, kann die Firma so auch während

der Arbeitszeit bieten.“

Für den in Leinfelden-Echterdingen sitzenden

Verband ist dies ein wichtiges Anliegen.

Aus diesem Grund beteiligt er sich

auch an dem Projekt „Grüne Nachbarschaft“,

einem Zusammenschluss von Bietigheim-Bissingen,

Freiberg am Neckar, Ingersheim,

Ludwigsburg, Remseck am

Neckar und Tamm. Diese sechs Kommunen

setzen sich für eine gemarkungsübergreifende, zukunftsorientierte

und nachhaltige Entwicklung von Natur und Landschaft ein.

In diesem Jahr loben sie zum ersten Mal den Wettbewerb „Firmengärten

– grün und gut“ aus. Teilnehmen können alle Unternehmen, die in

den Mitgliedskommunen der „Grünen Nachbarschaft“ ansässig sind

– unabhängig von der Betriebsgröße und vom Umfang der gestalteten

Anlage. Eine Jury aus Fachleuten und Kooperationspartnern wird die

eingereichten Projekte nach den Kriterien „Gestalterische Qualität“,

„Soziale Aspekte“ und „Ökologische Funktionen“ bewerten. Im Herbst

findet dann eine öffentliche Preisverleihung statt. Durch die Teilnahme

am Wettbewerb kann eine Firma nach den Worten Bierigs nicht

nur ihr Engagement für Natur, Umwelt und Gesellschaft einer breiten

Öffentlichkeit präsentieren. Im besten Fall motiviere das gute Beispiel

auch andere Firmen, Gleiches zu tun.

POSITIVES IMAGE – AUCH BEI BESUCHERN

Klar ist, dass durch eine grüne Außenanlage nicht nur die Blumen

sprießen und die Kreativität der Mitarbeiter beflügelt wird. Sie zieht

auch Kunden und Geschäftspartner in ihren Bann. Und zwar von Anfang

an. Reiner Bierig: „Mit einem liebevoll gestalteten Firmengarten

kann man die Chance nutzen, bei Besuchern einen bleibenden positiven

ersten Eindruck zu hinterlassen.“

So sieht das auch Harald Gallinger: „Unsere zentrale und grün bepflanzte

Außenterrasse ist direkt von unseren Schulungs- und Besprechungsräumen

aus zugänglich. Gerade bei Produktschulungen, Präsentationen

und Seminaren nutzen unsere Kunden in den Pausen sehr

gerne diesen Bereich. In einer angenehmen und lockeren Atmosphäre

entstehen interessante Gespräche, die über das rein geschäftliche oft

weit hinausgehen. So festigen wir die gute Beziehung zwischen uns

und unseren Kunden auf natürliche Weise.“

So trägt ein gemütlicher Plausch an der Wildblumenwiese wohl oftmals

auch dazu bei, dass sich Harald Gallinger und sein Team auch in

Zukunft dafür einsetzen können, dass die Luft rein ist. Am Eselsberg

und auf der ganzen Welt. [!]

STEFAN LOEFFLER

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unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[titelthema]

Ein leidenschaftlicher

Baumeister

Das Mega-Bahnprojekt Nürnberg – Erfurt ist nur eine von 3500 Baustellen, an

denen das Familienunternehmen Leonhard Weiss (Göppingen/Satteldorf) mitwirkt.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Volker Krauß, über die

Branche, Erfolgsrezepte, Fehler bei der Auftragsvergabe und die Lust am Bauen.

Sie leiten eines der zehn größten deutschen Bauunternehmen.

Wann haben Sie das letzte Mal privat

etwas gebaut?

Bauen ist meine Leidenschaft, ich bin handwerklich

begabt – und kann das auch privat nicht lassen.

Was heißt das?

Erst vor kurzem habe ich für und mit meinen Kindern

zusammen zwei Häuser gebaut, nicht nur als Manager,

sondern mit der Hand am Arm, also alles von Grund auf

selbst gemacht.

Was bauen sie sonst noch?

Auch unser eigenes Haus haben meine Frau und ich

bereits fünf Mal umgestaltet. Daneben haben wir ein

schönes Wochenendgrundstück, an dem ich immer

wieder arbeite. Ganz aktuell baue ich zwei Hochsitze

für meine Jagd. Ein, zwei Baustellen habe ich immer am

Laufen.

Schlägt da Ihre Frau nicht die Hände über dem Kopf

zusammen?

Gar nicht. Wir machen das seit 34 Jahren sehr erfolgreich

zusammen. Sie hat die Ideen, ich setze sie um.

Wie viel Freude machen Ihnen die 3500 Baustellen,

an denen Leonhard Weiss beteiligt ist?

Ich freue mich über jede Baustelle, auf der ein gelbes

Schild steht. Es ist mir sehr wichtig, neben meiner Bürotätigkeit

auch immer wieder draußen zu sein. Vor

allem bekomme ich dort Feedback von der Mannschaft

und behalte den Bezug, zu dem was wir tun.

Wie oft kommen Sie zu solchen Besuchen?

Zu selten. Aber ich nehme mir eine Mindestzahl vor.

Rund 15 Termine im Jahr sind realistisch. Es gibt auch

Themen – wie Arbeitssicherheit – die regelmäßige Begehungen

erfordern.

Wie groß ist die Bandbreite der Projekte?

Das Auftragsspektrum von Leonhard Weiss startet bei

1000 Euro und übersteigt deutlich mehr als 100 Millionen

Euro. Unsere Tätigkeiten reichen von der Hofeinfahrt

bis zur Flughafenrollbahn. Beispielsweise haben

wir die Landebahn am Stuttgarter Flughafen befestigt.

Wer dort landet, kann beruhigt sein. Die hält.

Auf welche Projekte sind sie besonders stolz?

Auf viele. In Baden-Württemberg gehört in jedem Fall

die Messe Stuttgart dazu. Im Straßenbau waren die Arbeiten

an den Schweizer Autobahnen N1/N7 ein Highlight.

Sicher auch für die Schweizer selbst. Aktuell sind

wir stolz darauf, auf der Bahn-Neubaustrecke zwischen

Ulm und Stuttgart tätig zu sein. Wir kümmern uns um

die Bereiche Kirchheim und Merklingen auf der Albhochfläche.

Bei Stuttgart 21 waren Sie eher zurückhaltend…

Stuttgart 21 muss man als zweigeteiltes Projekt sehen.

S21 im Stadtkessel besteht zu einem hohen Anteil aus

Tunnelbau. Diese Sparte bedienen wir nicht. Daher

war unser Interesse an diesen Aufträgen gering, anders

bei der Strecke Wendlingen – Ulm. Dort haben wir uns

beworben und sind mit zwei Losen aktiv und voll im

Plan.

Wie ist das vergangene Jahr gelaufen?

Alle drei Geschäftsbereiche, also Straßen- und Netzbau,

Ingenieur- und Schlüsselfertigbau sowie Gleisinfrastrukturbau,

waren gleichermaßen erfolgreich. Wir

Zur Person

Volker Krauß, 57, arbeitet

seit 28 Jahren

für Leonhard Weiss,

seit sechs Jahren als

Vorsitzender der Geschäftsführung.

1989

war er als Abteilungsleiter

im Lei tungs bau

eingestiegen. Krauß

ist in Schwäbisch Hall

gebor en und aufgewachsen.

Der studierte

Bau in ge nieur

(Hoch schule für

Technik, Stuttgart)

baut das Adrenalin eines

Arbeitstages auf

der halb stün digen

Fahrt nach Hause ab,

und bei seinen Hobbys,

beispielsweise

beim Holz machen im

Wald. Zuhause empfangen

Krauß (verheiratet,

zwei Kinder,

zwei Enkel) seine

Ehefrau und sein Labrador,

der ihn auch

auf der Jagd begleitet.

Seine Kinder mit

deren Familien wohnen

nahe bei den

Großeltern. Zudem

ist Krauß kirchlich

engagiert.

Im Baugewerbe ist Standfestigkeit gefragt: Volker Krauß leitet seit sechs Jahren das Familienunternehmen Leonhard Weiss.

11


[titelthema] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Volker Krauß muss sich auch

mit dem Thema Minuszinsen

auseinandersetzen: „Es gibt

erste Banken, die uns angesprochen

haben.“

sind um etwa acht Prozent gewachsen. Das entspricht

dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Im Jahr 2011

haben wir noch 930 Millionen Euro erwirtschaftet,

2016 lag der Umsatz bei 1,2 Milliarden Euro. Natürlich

spielt uns die aktuell gute Marktsituation in die Karten.

In welchen Bereichen ist die Nachfrage am größten?

Das lässt sich schwer sagen. Der Jahresumsatz des Bauhauptgewerbes

umfasst etwa 100 Milliarden Euro. Damit

liegt unser Marktanteil bei nur etwas mehr als ein

Prozent. Nachfrageschwankungen sind daher schwer

zu beurteilen. Der Markt ist sehr kleinteilig.

Wie verändert sich die Nachfrage?

Zuletzt gab es deutlich höhere Investitionen in die Infrastruktur

– sowohl im Straßen- als auch im Schienenbau.

Hier wird die Nachfrage weiter zunehmen. Darüber

freuen wir uns. Auch im Automotive-Bereich wird

viel investiert.

Welche Trends sehen Sie für die nahe Zukunft?

Künftig wird es Impulse aus dem Bau der Stromtrassen

geben. Dieses Geschäft ist aber noch nicht richtig angelaufen.

Die neuen Trassen kommen ja erst noch. In der

Telekommunikation hingegen boomt schon jetzt der

Ausbau der Glasfasernetze. Daran sind wir stark beteiligt.

Zudem investiert auch die öffentliche Hand vermehrt

in Schulen, Universitäten und Krankenhäuser.

Woher kommt diese Investitionsfreude der öffentlichen

Hand?

Das dürfte mit dem hohen Steueraufkommen zusammenhängen.

Die finanzielle Lage gibt es her.

Und in der Wirtschaft?

Geldanlagen an Kapitalmärkten sind aufgrund der

dauerhaft niedrigen Zinsen keine Alternative. Die Konjunktur

läuft gut. Bevor der Schwabe für sein eigenes

Geld bezahlt, investiert er lieber. Wir haben gute Zeiten,

um vorhandene Mittel in echte Werte umzusetzen.

Muss Leonhard Weiss Minuszinsen bezahlen?

Es gibt erste Banken, die uns angesprochen haben und

mit denen wir aktuell verhandeln. Ich gehe davon aus,

dass sich diese Entwicklung im gesamten Bankensektor

fortsetzen wird.

Wie bewerten Sie das?

Letztendlich werden sparsam haushaltende Firmen

wie wir doppelt bestraft. Wir finanzieren alles aus eigenen

Mitteln und müssen für unser Erspartes noch bezahlen,

während andere günstige Kredite bekommen.

Das verzerrt den Wettbewerb.

Erklären Sie mal an einem konkreten Fall, was

Leonhard Weiss auszeichnet.

Das beste Beispiel dafür ist die Baustelle der Bahn-Neubaustrecke

von Nürnberg nach Erfurt im Zuge des Verkehrsprojektes

Deutsche Einheit Nummer 8 (VD 8.1).

Dort konnten wir der Deutschen Bahn eine Komplettleistung

anbieten: Tief-, Ingenieur- und Gleisbau sowie

alle Nebengewerke kamen aus einer – aus unserer –

Hand. Bis zu 500 Mitarbeiter haben dort gleichzeitig

auf einer Baustelle gearbeitet. Innerhalb eines halben

Jahres entstand so eine Bauleistung von mehr als 100

Millionen Euro. Das war sensationell. Solche Komplettleistungen

inklusive Planung gehören zu unseren

Stärken.

Können so etwas andere große Bauunternehmen

nicht auch?

Es gibt momentan wenige Firmen, die eine solche Leis-

12


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[titelthema]

tung erbringen können. Meist sind Arbeitsgemeinschaften

und entsprechende Schnittstellen nötig. Oder

aber der Kunde vergibt die Aufträge in Losen. Dieses

Vorgehen funktioniert allerdings selten reibungslos

und führt oft zu Komplikationen oder sogar zu Baustopps.

Das zeigen Negativ-Baustellen wie der Berliner

Flughafen oder die Elbphilharmonie.

Wie kommt es zu solchen Pannen-Baustellen?

Das liegt an vielen Ursachen, sonst wäre es ja einfach,

den Fehler zu finden und zu korrigieren. Angefangen

bei mangelnder Planungsleistung über Schnittstellenproblematiken

bis hin zum Ausfall einzelner Firmen

spielt vieles eine Rolle. Zudem steigt das Risiko, wenn

ein Bauvorhaben in verschiedenen Losen vergeben

wird.

Warum steigt das Risiko bei der Vergabe in Losen?

Das Interesse eines Komplettanbieters ist es, das Gesamtprojekt

erfolgreich abzuschließen. Bei Teillosen

steht für die beteiligten Unternehmen ihre Teilleistung

im Vordergrund, andere Bereiche interessieren meistens

nicht.

Was macht Schnittstellen so problemanfällig?

Nehmen Sie eine große Straßenbaustelle von A nach B.

Dort gibt es eine Brücke, die maßgeblich für den weiteren

Baufortschritt ist. Leider wird diese nicht fertig,

weil ein Unternehmer sich überschätzt hat oder wegen

Insolvenz ausfällt. Die Brückenarbeiten müssen neu

vergeben werden, man kommt in Zeitverzug. So einfach

kann eine kleine Brücke ein großes Bauprojekt ins

Straucheln bringen.

Themenwechsel: Vom Konkurrenzdruck in der

Fehler in der Planung und die

Vergabe in zu vielen Teillosen

machen Baustellen anfällig

für Pannen, sagt Leonhard-

Weiss-Chef Volker Krauß.

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13


[titelthema] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Die Zukunft auf dem Bau gehört

dem Building Information

Modeling (BIM). Hier verknüpft

Software 3D-Planung,

Kalkulation und Termine.

Branche hört man in Zeiten des Baubooms nicht

mehr viel. Wie umkämpft sind die Aufträge?

Trotz des hohen Bauvolumens ist der Wettbewerb

hoch. Viele Firmen sind – wie wir – stark gewachsen.

Daher sind Projekte hart umkämpft. Das gilt für regionale

Bauvorhaben, bei denen 15 bis 20 Bieter wetteifern,

genauso wie für große Projekte, bei denen wir auf

europäischer Basis in Konkurrenz stehen.

Wie sehr machen Wettbewerber aus Osteuropa den

deutschen Unternehmen zu schaffen? Das war ja

vor Jahren einmal eine riesige Sorge der Branche.

Angesichts des wachsenden Bauvolumens hat sich keine

ernstzunehmende Konkurrenzsituation ergeben.

Welche Rolle spielt das Thema Innovation?

Die Baubranche hat in Sachen Technologie stark zugelegt.

Wie in allen Branchen beschäftigt das Thema Digitalisierung

auch den Bau sehr. Im Bereich der Datenvernetzung,

Maschinensteuerung

und Prozessoptimierung ist viel

passiert, trotzdem bleibt viel zu tun.

Digitales

Bauen:

GPS-Daten

steuern die

Fahrzeuge

Wie geht Leonhard Weiss mit der

Digitalisierung um?

Wir geben vor allem darauf Acht,

dass wir uns nicht verlaufen. Jeder

spricht von der Digitalisierung,

aber es gibt keine Standardlösung.

Letztendlich muss jedes Unternehmen

für sich entscheiden, welche Vernetzungen die

eigenen Prozesse unterstützen. Hauptprozess im Baubereich

ist Building Information Modeling (BIM). Dabei

handelt es sich um modernes Planen in 3D – verknüpft

mit Kalkulationsdaten und Terminen.

Setzen Sie diese Technologie bereits bei Projekten

wie der Bahnstrecke Nürnberg – Erfurt ein?

Noch nicht. Die Auftraggeber sind momentan noch in

der Entwicklungsphase. Vorreiter ist an dieser Stelle

der Ingenieurbau. In diesem Bereich laufen aktuell

fünf Projekte mit BIM.

Welcher Gedanke steckt hinter BIM?

Dabei werden alle relevanten Daten eines Projektes digital

modelliert, kombiniert und erfasst. So kann eine

optimierte Planung, Ausführung und Bewirtschaftung

von Gebäuden erfolgen und Kollisionen von Aufgaben

vermieden werden.

Wie verändert sich der Maschinenpark im digitalen

Zeitalter?

Maschinen werden mittlerweile über Vermessungstechnologien

wie GPS gesteuert, um so genannte Planungsniveaus

herzustellen. Was wir früher auf den

Baustellen von Hand vermessen

haben, passiert heute automatisch.

Die Geräte bekommen die

Modelle eingespielt und planieren

dann vollautomatisch die jeweiligen

Profile. Für den Geräteführer

erleichtert das vieles – Koordinierung

und Kontrolle werden zu seinen

Hauptaufgaben.

Ein anderes wichtiges Thema

für Baufirmen ist die Logistik…

Das ist auch für uns ein wesentlicher Bereich. Seit einiger

Zeit haben wir für die Transportlogistik eine neue

Software im Einsatz. So wissen wir immer, wo sich unsere

Lkw befinden, ob sie beladen oder leer sind. Das ist

14


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[titelthema]

eine wichtige Voraussetzung dafür, die Disposition

und andere Baustellenprozesse zu optimieren.

Wie rentabel arbeitet Leonhard Weiss?

Wir veröffentlichen die Rendite nicht. Wir setzen uns

Ziele, die wir in den vergangenen Jahren stets übertroffen

haben. Dabei gilt die Formel Ergebnis vor Umsatz.

Sprich: Umsatzwachstum darf nicht zu Lasten des Ergebnisses

gehen. Das schaffen wir – daher sind wir mit

der Rendite aktuell sehr zufrieden.

Was ist die Basis dieses Erfolgs?

Man muss sein Geschäft beherrschen. Das beginnt damit,

die richtigen Projekte auszusuchen. Diese müssen

kapazitäts- und leistungsmäßig zur Mannschaft passen.

Erste grobe Fehler entstehen oft schon an dieser

Stelle. Entscheidend sind zudem Kalkulation und Arbeitsvorbereitung.

Man muss perfekt auf eine Baustelle

vorbereitet sein.

Was ist dafür nötig?

Dafür braucht es in erster Linie fähige Mitarbeiter, die

wir glücklicherweise haben und zweitens unsere Unternehmer

im Unternehmen, die Verantwortung übernehmen.

So bleiben Risiken, die zweifellos vorhanden

sind, beherrschbar. Auf diese Weise haben wir fast ausschließlich

erfolgreiche Projekte und kaum Verlustbaustellen.

Wo heben sie sich noch von der Konkurrenz ab?

Wir arbeiten mit eigener Wertschöpfung, also mit eigenen

Leuten. Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern,

die sehr stark über Kontingente oder mit Nachunternehmern

agieren. Damit hängt unser Wachstum auch

von den Möglichkeiten zur Gewinnung neuer Mitarbeiter

ab.

Arbeiten Sie gar nicht mit Nachunternehmern zusammen?

Ganz ohne Nachunternehmer geht es natürlich nicht.

Im Bereich Hoch- und Ingenieurbau arbeiten wir – wie

auch unsere Wettbewerber mit leistungsfähigen Nachunternehmern

zusammen.

Die Qualität der Infrastruktur ist seit einigen Jahren

ein großes Thema. Reicht Ihrer Meinung der

Verkehrsetat von Bund und Ländern, um marode

Brücken und anderes zu sanieren?

Da gibt es verschiedene Gutachten. Demnach sind

wohl 7,5 bis 8 Milliarden Euro Bundesmittel jährlich

Leonhard Weiss hat klare

Grundsätze: Ertrag geht vor

Wachstum. „Zudem arbeiten

wir zum Großteil mit eigenen

Leuten“ , betont Krauß.

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15


[titelthema] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Mitten durch Zapfendorf baut Leonhard Weiss die ICE-Neubaustrecke. Das rechte Bild zeigt Arbeiten am Enztal-Viadukt bei Vaihingen.

Finanzstark und engagiert in der Ausbildung

Die Leonhard Weiss GmbH & Co. KG gehört

zu den Großen der deutschen Bauzent.

Der Bauspezialist hat zwei Haupts­

Ingenieurbau, entfallen jeweils 40 Probranche.

Die Wurzel des Familienunternehmens

sind der Schienenbau und Niederlassungen bundesweit und ist in

tandorte, Göppingen und Satteldorf, 18

reichen in das Jahr 1900 zurück. Auf diesen

Bereich entfallen heute 20 Prozent Unternehmen ist bankenunabhängig und

elf europäischen Ländern vertreten. Das

des Jahresumsatzes von 1,2 Milliarden finanziert die Projekte mit Eigenkapital.

Euro. Die Deutsche Bahn ist der größte Leonhard Weiss beschäftigt rund 4700

und wichtigste Kunde. Auf die anderen Mitarbeiter und verfügt über eine firmeneigene

Akademie. 2016 erhielt beiden Bereiche, Straße und Netze sowie

Leonhard

Weiss eine Reihe von Auszeichnungen:

Bester Arbeitgeber Branche Bau, Bester

Ausbildungsbetrieb in Bergbau und Bauindustrie,

Deutscher Brückenbaupreis

und den Bauma-Innovationspreis. Der

Geschäftsführung gehören an: Volker

Krauß, Dieter Straub, Marcus Herwarth

sowie drei Gesellschafter der vierten Generation:

Ralf Schmidt, Stefan Schmidt-

Weiss und Alexander Weiss. AMB

allein für den Straßenausbau und -erhalt nötig. Davon

sind wir weit entfernt. Laut Politik sollen die Summen

hochgefahren werden. Ob es so weit kommt, hängt

auch davon ab, ob die Maut-Regelung auf europäischer

Ebene durchgeht. Dann kämen wir in einen Finanzierungskreislauf:

Straße finanziert Straße.

Wie groß ist Ihre Hoffnung, dass die Maut das Auftragsvolumen

erhöht?

Groß, vorausgesetzt diese Maut-

Mittel bleiben zweckgebunden.

Wir hoffen auf eine nachhaltige Lösung.

Während der Wirtschaftskrise

2009 und 2010 wurden die Mittel

kurzfristig hochgefahren. Dafür hat

die Branche ihre Kapazitäten aufgebaut

und musste diese später wieder

abbauen. So etwas ist schade.

Eigene

Bagger und

Baustellen

für die

Lehrlinge

Was sind die Folgen, wenn Bund und Länder die Sanierung

von Straßen auf die lange Bank schieben?

Der Zustand einer maroden Straße verschlechtert sich

exponentiell: Schnell ist nicht nur der Straßenbelag,

sondern auch der Untergrund beschädigt. Je länger

Bund und Länder Sanierungen hinausschieben, umso

höher fallen die Kosten aus. Dazu kommen Sach-, Geldund

Personenschäden, die durch Staus, Unfälle und

sonstige Behinderungen im Straßenverkehr entstehen.

Bekommen Sie eigentlich noch genügend Nachwuchs

für die Ausbildung?

Leider hat die Baubranche nicht das beste Image. Daher

besteht das Problem vor allem darin,

junge Talente überhaupt für

diesen Bereich zu begeistern. Bisher

gelingt uns das sehr erfolgreich.

Wir haben die vergangenen

Jahre immer bis zu 100 Auszubildende

in 17 Ausbildungsberufen

gewinnen können. Momentan

kommen etwa acht Bewerbungen

auf eine freie Stelle. Eine nach wie

vor gute Quote. Allerdings strengen

wir uns auch an. Beispielsweise haben wir ein eigenes

Ausbildungszentrum, in dem wir zusätzlich und

intensiver als die Berufsschule ausbilden. Wir wurden

zuletzt als Top-Arbeitgeber und Top-Ausbildungsbetrieb

ausgezeichnet.

16


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[titelthema]

Mit welchem Ziel betreiben Sie diesen Aufwand?

Wir wollen 80 Prozent unserer künftigen Führungskräfte

aus der eigenen Belegschaft heraus entwickeln.

Daher ist die Ausbildung ein wichtiger Faktor für uns.

Sie haben den Azubis zwei kleine Bagger gekauft ...

Ja, als kleines Highlight. Die zwei Bagger müssen sie

selbst disponieren, warten und arbeiten damit auf den

Lehrlingsbaustellen.

Was sind Lehrlingsbaustellen?

Oft sind das soziale Projekte für die Radio7-Aktion Drachenkinder,

wie zum Beispiel der Bau von Außenanlagen

oder Spielplätzen. Den jungen Leuten macht es

großen Spaß, auf diesen Übungsbaustellen Verantwortung

zu übernehmen und mitzuarbeiten, natürlich unter

Aufsicht ihrer Ausbildungsleiter.

Was ist der Hintergrund?

Wir führen die jungen Leute auf diese Weise langsam

an ihre künftigen Einsätze heran. Für sie ist es schöner,

ihre eigene Übungsbaustelle zu haben, als gleich im

operativen Prozess eingebunden zu werden. Hier sind

die Anforderungen immens hoch. Daran scheitern

auch viele.

Sie sind 1989 bei Leonhard Weiss eingestiegen: Wie

hat sich das Baugeschäft in dieser Zeit verändert?

Das Bauen an sich hat sich kaum verändert, wohl aber

die Rahmenbedingungen. Gesetze, Auflagen und Vorschriften

haben extrem zugenommen, der Genehmigungsprozess

ist aufwendiger. Bei einem Projekt in

Kirchheim haben wir derzeit einen einjährigen

Baustillstand, weil eine besondere Eidechsenart gefunden

wurde. Um trotz Umweltbestimmungen – Lärm,

Das Bauunternehmen steckt

viel Engagement in die Ausbildung.

80 Prozent der künftigen

Führungskräfte sollen

aus der eigenen Belegschaft

kommen.

17


[titelthema] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Er würde liebend gerne die

A6 zwischen Heilbronn und

Crailsheim ausbauen: Volker

Krauß im Gespräch mit Alexander

Bögelein, Redaktionsleiter

unternehmen[!]

DAS INTERVIEW FÜHRTE

ALEXANDER BÖGELEIN,

REDAKTIONSLEITER

UNTERNEHMEN [!]

DOKUMENTATION:

RONJA GYSIN

FOTOS:

GIACINTO CARLUCCI

Staub, Abgase – ausführen zu können, müssen wir großen

Aufwand betreiben. Aber so ist es. Wir setzen uns

mit den Bestimmungen auseinander. Wir begreifen das

als Chance und suchen für unsere Auftraggeber nach

optimalen Lösungen.

Wie hat sich das Verhältnis zwischen Auftraggebern

und Auftragnehmern entwickelt?

Schriftverkehr und Streitpotenzial

haben enorm zugenommen, ebenso

der Stress zwischen beiden Seiten.

Woran liegt das?

Das hat mehrere Ursachen: Mangelnde

Planung und Kompetenz auf

beiden Seiten. Man versteht sich

nicht mehr so gut wie früher. Was früher per Handschlag

beschlossen wurde, muss heute mit 25 Unterschriften

abgesegnet sein. Es ist schade, dass das eigentliche

Bauen in den Hintergrund gerät und wir uns mit

diesen Nebensächlichkeiten so intensiv auseinandersetzen

müssen.

Sind diese Konflikte auch ein Mittel, um den Preis

zu drücken?

Nachforderungen gab es schon immer. Das ist auch

Deutlich

mehr Stress

und Streit

zwischen

beiden Seiten

nichts Schlimmes. Aber man muss sich einigen können.

Heutzutage klaffen zwischen den Preisvorstellungen

oft so große Lücken, dass ein Gutachter oder Richter

entscheiden muss. Häufig sind die Budgets so eng,

dass der Kunde ein Problem mit der Überschreitung

seiner Projektkosten hat.

Welches Bauprojekt würden Sie

gerne noch verwirklichen?

Mein größter Wunsch wäre es, den

Ausbau der A6 von Heilbronn

nach Crailsheim ausführen zu

dür fen. Völlig unrealistisch ist dieser

Wunsch nicht. Denn die

Strecke ist mittlerweile im Bundesverkehrswegeplan

in den vordringlichen

Bedarf aufgenommen

worden und soll als privatfinanziertes

Projekt kommen. Allerdings müssen wir auch

noch die Ausschreibung gewinnen.

Und wenn Sie das nicht tun?

(lacht) Wenn ich jeden Tag von meinem Schreibtisch

in Satteldorf aus (der im fünften Stock mit direktem

Blick auf die A6 steht, Anmerkung der Redaktion) meinem

Wettbewerber zuschauen müsste, wäre das nur

schwer zu ertragen. Dann müsste ich vielleicht meinen

Schreibtisch drehen.

18


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inkl. FordSYNC2 mit Touchscreen(20,3 cm Bildschirmdiagonale),

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( € 330,82 brutto) ( € 342,72 brutto)

Kraftstoffverbrauch (in l/100 km nach VO (EG) 715/2007und VO (EG) 692/2008 in der jeweilsgeltenden Fassung):

FordMondeo: 4,8(innerorts), 3,7(außerorts), 4,1(kombiniert); CO 2

-Emissionen: 107g/km (kombiniert).FordS-MAX:

5,6(innerorts), 4,6(außerorts), 5,0(kombiniert); CO 2

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wie z.B. Taxi,Fahrschulen,Behörden). 2 Das Technik-Service-Paket enthältWartungs- und Inspektionsarbeiten sowie anfallende Verschleißreparaturen in vereinbartem Umfang und die Kosten für HU/AU. DieHU wirdvon einer amtlich anerkannten Prüforganisation (z. B.

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Edition 2,0-l-TDCi-Dieselmotor 88 kW (120 PS)(Start-Stopp-System), €288,- netto (€ 342,72brutto)monatliche Leasingrate, €0netto (€ 0,00brutto)Leasing-Sonderzahlung, bei 36 Monaten Laufzeit und 45.000 km Gesamtlaufleistung.

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19


[finanzieren] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Der Roboter als Leiharbeiter

Die Digitalisierung erfordert große Investitionen und hohen Kapitaleinsatz. Leasing gewinnt vor diesem Hintergrund

an Bedeutung. Die Finanzierungsform lässt Firmen an der technischen Entwicklung teilhaben und schont die Liquidität.

Robotergrafiken S. 20/23: © Alexander Limbach / Fotolia.com

Wenn die Produktionsmitarbeiter der

Spieß GmbH in Reutlingen Hilfe benötigen,

rufen sie Sawyer. Meist

dauert es nur wenige Minuten, bis der elektronische

Kollege auftaucht. Sawyer ist ein kollaborierender

Roboter, der über künstliche Intelligenz

verfügt. Kaum größer als ein

normaler Kühlschrank, bewegt er sich mit

Hilfe von Sensoren und zweier Kameras eigenständig

durch die Produktionshalle. Mit

seinem schlanken, beweglichen Roboterarm

erledigt er Standardaufgaben oder arbeitet seinen

menschlichen Kollegen zu. „Weil wir uns

unsicher waren, ob sich der Einsatz einer

solch neuartigen Maschine auf Dauer rechnet,

haben wir Sawyer geleast“, erzählt Geschäftsführer

Rainer Eberle, der aus Sorge um

die Neugier von Wettbewerbern seinen richtigen

Namen ebenso wenig nennen will wie

den Namen seiner Firma.

Das Besondere an dem Vertrag: Eberle zahlt

nur für die effektive Nutzung des Roboters.

Ein Telemetrie-Modul in Sawyer sammelt dazu

in Echtzeit die Daten über Einsatzzeiten

und Tätigkeiten und übermittelt sie an die

Leasinggesellschaft. Die errechnet daraus eine

Rate, die sich am Verschleiß der Maschine

orientiert. Den Vertrag kann Eberle nach

sechs Monaten jederzeit vorzeitig kündigen,

sollte sich herausstellen, dass Sawyer zu wenig

genutzt wird. Oder er wird durch ein technisch

leistungsfähigeres Modell ersetzt.

Noch bieten nur wenige Leasinggesellschaften

so viel Flexibilität. Aber nutzungsabhängige

Zahlungsmodelle liegen im Trend, beobachtet

Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des

Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen

(BDL).

FLEXIBLE RATEN

Denn die Anbieter stehen unter Druck. Sie

müssen mit neuen Ideen ihre Kunden halten.

Der Markt ist umkämpft. Die niedrigen Zinsen

und immer neue Vorschriften drücken auf

die Margen und Erträge der Leasingfirmen.

Dazu konkurrieren die Banken mit günstigen

Krediten. Dank der Digitalisierung

bekommt Leasing neuen

Charme. In vielen Maschinen

stecken heutzutage

Mess-Sensoren, die registrieren,

wie intensiv der Gegenstand

genutzt: Wird es Zeit für eine

Wartung oder den Austausch eines Ersatzteils,

verschickt die Maschine per Datenleitung

eine Nachricht an den Service-Techniker.

Diese neue Datenwelt nutzen Leasingfirmen,

um gegen die klassische Kreditfinanzierung

von Banken zu punkten. Davon profitieren

die Unternehmen, die in digitale Projekte investieren.

Statt starrer Raten und fester Laufzeiten,

die einen fiktiven Restwert des Investitionsgutes

am Ende des Vertrages

unterstellen, können sie flexible Laufzeiten

nutzen und bezahlen Finanzierungsraten,

die sich an der tatsächlichen Nutzung des

Leasinggegenstandes orientieren. „Die bis-

20


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[finanzieren] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

herige Erfolgsformel ‚Pay as you earn‘ entwickelt

sich so zum ‚Pay-per-Use‘“, sagt Johannes

Anschott, Vorstandsmitglied der Commerz

Real und bei der Fondsgesellschaft unter anderem

verantwortlich

für das Leasinggeschäft.

Leasing kommt

Firmen bei digitalen

Sprunginvestitionen

auch von

der Grundkonzeption

entgegen. „Bei

digitalen Investitionsgütern

wollen

Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer

BDL. men gar nicht un-

viele Unternehbedingt

Eigentümer

werden, sondern sich die Möglichkeit

offenhalten, an der technischen Entwicklung

zu partizipieren und ihre Anlagen auf dem

neuesten Stand halten“, sagt Markus Klintworth,

Generalbevollmächtigter bei der VR

Leasing Gruppe. Dazu steht Leasingkunden

die Möglichkeit offen, zusätzlich umfassende

Full-Service-Verträge abzuschließen. „Viele

Firmen wollen eine komplette Dienstleistung

aus Finanzierung, Wartung, Service technischem

Kundendienst und bei Bedarf weiteren

Service-Bestandteilen – und dafür eine Rate

zahlen, die alles abdeckt“, sagt BDL-Geschäftsführer

Fittler. Dabei können die Kunden nicht

zuletzt das Know-how nutzen, das viele Leasinganbieter

bei der Konzeption und dem Betrieb

von Maschinen und digitalisierten Produktionsanlagen

mittlerweile besitzen. Für

viele Unternehmen ist das ein entscheidendes

Kriterium.

Dazu kommen die generellen Vorteile von

Leasing. So schonen Unternehmen mit dieser

Finanzierungsform ihre Liquidität. Statt mit

einem Kauf Kapital zu binden, zahlen sie eine

monatliche Rate, die sie als Betriebsausgabe

von der Steuer absetzen.

Zudem hat

der Unternehmer

Planungssicherheit

über die Laufzeit

des Vertrages.

Außerdem muss

der Leasinggegenstand

nicht aktiviert

werden,

Markus Klintworth,

VR Leasing Gruppe.

wenn einige Regeln

beachtet werden

(siehe Kasten).

„Auf diese Weise schont der Unternehmer seine

Bilanz, was sich mit Blick auf bestehende

Kredite und sein Rating als vorteilhaft erweisen

kann“, erläutert Klintworth. Zudem erweitern

Firmen so auch den Finanzierungsrahmen

ihrer digitalen Investition.

Achtung Finanzamt!

MEHR SPIELRAUM

„Die Leasinggesellschaften tun sich häufig in

der Bewertung eines Assets im Zuge einer Finanzierung

leichter als Banken, die bei der

Bewertung von Sicherheiten starre Regeln haben

und höhere Sicherheitsabschläge vornehmen

müssen“, sagt Mathias Schöferle, Direktor

Unternehmenskunden für die Region

Ulm/Alb-Donau bei der Volksbank Ulm-Biberach.

So können bei einer IT-Investition nicht

nur die Hardware, sondern auch die Software

und sogar die Schulungs- und Implementierungskosten

per Leasing finanziert werden.

„Daher haben auch Firmen mit etwas schlechterer

Bonität mit Leasing mehr Möglichkeiten

zu finanzieren“, weiß Schöferle. Auch, weil die

Besicherung bei diesem Finanzierungsinstrument

einfacher ist. Wichtig ist, dass das Leasingobjekt

eine Drittverwendungsfähigkeit

hat. Die schauen sich die Leasinggesellschaften

sehr genau an, bevor sie das Geschäft abschließen.

Doch die Grenzen für eine spätere

Vermarktung sind vergleichsweise weit gesteckt.

Auch sind die Bearbeitungszeiten bei

einem Leasingantrag im Optimalfall kurz.

„Genauso wie bei anderen Finanzierungsformen

auch, können wir beim Leasing dank

online-basierter, automatisierter Prozesse bei

Finanzierungswünschen bis 200.000 Euro nahezu

in Echtzeit eine Entscheidung treffen“,

verspricht Klintworth. „Dafür gibt der Bankberater

der Genossenschaftsbank vor Ort die

Informationen zum Leasingobjekt in ein Online-Tool

ein. In der Regel erhält er in nur wenigen

Minuten eine Entscheidung, die er sei-

Das Finanzamt schaut genau hin und fordert mitunter, den geleasten Gegenstand zu aktivieren.

Damit der Fiskus mitspielt und die Leasingraten

als Betriebsausgaben anerkennt,

sollten das Umdeutungsrisiko beachtet

werden. Das bedeutet, dass der

geleaste Gegenstand auf Drängen des Finanzamtes

vom Leasingnehmer aktiviert

werden muss, obwohl er dies gegebenenfalls

wegen der steuerlichen Konsequenzen

gar nicht tun möchte. Hierbei gibt es

im Wesentlichen zwei Fälle:

Spezialleasing: Bei sehr speziellen

Leasing-Objekten – beispielsweise eine

auf das Unternehmen zugeschnittene IT-

Landschaft – entscheidet das Finanzamt,

dass das Objekt nur vom Leasingnehmer

wirtschaftlich genutzt werden kann. In

dem Fall wird von Spezialleasing gesprochen

und das Leasingobjekt steuerlich

dem Leasingnehmer zugerechnet, weil es

keinen Drittmarkt gibt. Infolgedessen besteht

für das Leasing-Unternehmen keine

Chance auf einen Wiederverkauf.

40-90-Regel: Die Grundmietzeit eines

Leasing-Objektes muss in einem plausiblen

Verhältnis zur Nutzungsdauer liegen:

Beträgt die Grundmietzeit eines Objekts

weniger als 40 Prozent oder mehr als 90

Prozent der üblichen Nutzungsdauer,

wird das Objekt dem Leasing-Nehmer als

Eigentum zugeschrieben.

LU

22


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[finanzieren]

Mathias Schöferle, Volksbank

Ulm-Biberach.

nem Kunden noch

im Gespräch mitteilen

kann.“

Allerdings hat Leasing

auch Nachteile,

auf die es beim

Abschluss zu achten

gilt. Unter Berücksichtigung

aller

Kosten ist diese

Finanzierungsform

häufig teurer

als ein reiner Bankkredit.

Dafür gewinnen Firmen Flexibilität.

Ein genauer Blick in den Leasingvertrag ist

wichtig: Mitunter müssen Leasingnehmer

zahlen, bevor die Ware geliefert ist oder immer

noch, nachdem sie wieder abgegeben

wurde. Durch solche Klauseln halten manche

Anbieter die Raten optisch niedrig. Fair sind

Verträge, die eine Produktnutzung während

der gesamten Vertragslaufzeit erlauben. Eine

vorzeitige Rückgabemöglichkeit ist nicht vor-

gesehen. Selbst die Schließung einer Betriebsstätte

oder die Aufgabe eines Geschäftsbereichs

entbinden den Leasingnehmer nicht

von seinen vertraglichen Pflichten, es sei

denn es sind Sonderkündigungen vereinbart.

VERSTECKTE KOSTEN

Ein Augenmerk gilt auch den Nebenkosten.

Manche Gesellschaften verlangen einen Kostenersatz

für die Bonitätsprüfung. Bis zu 150

Euro sind üblich. Für Unternehmen lohnt es

sich, diese Nebenkosten zu vergleichen. Zum

Konditionenvergleich gehört

auch, darauf zu achten,

wann die Raten fällig

sind.

Firmen, die einen kündbaren

Vertrag unterschreiben,

sollte ndies gleich zum Abschluss

pro forma zum Stichtag

tun, an dem keine Abschlusszahlung

oder Vorfälligkeitsentschädigung fällig

ist. Sonst verlängern sich die Verträge automatisch.

Zu guter Letzt gibt es immer wieder Streit um

den Zustand des Leasinggutes bei der Rückgabe.

Was „übliche Gebrauchsspuren“ und eine

„nutzungstypischer Abnutzungszustand“ ist,

müssen oft genug die Gerichte entscheiden.

Auch hier gilt, dass sich eine optisch niedrige

Rate schnell als Makulatur erweisen kann,

wenn der Leasingnehmer am Ende noch einmal

für die Wartung und Generalüberholung

des Investitionsgutes zahlen muss. [!]


THOMAS LUTHER

„Unkompliziert

und loyal“

Gemeinsam wachsen

Oliver Schmid, Geschäftsführer der BOSIG-Gruppe

aus Gingen mit Roman Heilig, Firmenkundenbetreuer:

„Bankgeschäfte sind Vertrauenssache. Hier machen wir

keine Kompromisse. Daher sind wir bereits seit mehr

als 10 Jahren Kunde der Volksbank Göppingen.“

Partner des Mittelstandes

Jetzt informieren unter:

www.volksbank-goeppingen.de

23


[machen] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Raummodule reloaded

Von wegen einfache Kiste. Lässt man sie machen, dann verwandelt die Firma Jakob Eberhardt aus Blaubeuren ihre

Module in ansprechende Architektur oder schafft Kunden mit temporären Platzproblemen eine Lösung.

Aus dem Kindergarten, der in der Halle

von Eberhardt steht, wird in Bälde eine

Mensa. Der Besucher staunt über die

Metamorphose, doch für die Mitarbeiter in

der Produktion der im Blaubeurer Ortsteil

Asch ansässigen Familienfirma ist dies nichts

Besonderes, sondern Alltag. Denn in ihrem

Betrieb dreht sich fast alles um Raummodule

– und damit um flexibles Bauen.

Raummodule lassen sich in Gebäude fast aller

Art verwandeln, in Kindergärten, Schulen,

Wohnheime oder Verwaltungstrakte, in Nasszellen,

Sanitär- oder Aufenthaltsbereiche oder

Lounges. Bei Events kann man sie einsetzen,

aber auch auf Baustellen oder als temporäre

Büros verwenden. Ihren Einsatzzweck können

sie ein paar Tage, aber auch Monate und

Jahre erfüllen oder dauerhaft – so wie das

Economy-Hotel, das Eberhardt jüngst in Ulm

als Referenzprojekt entwickelt hat. Wegen der

hochwertigen Fassadenverkleidung ist bei

diesem von außen nicht mehr ablesbar, dass

es in Baukasten-Form errichtet worden ist.

VORTEIL ZEITERSPARNIS

Aus Containern? Diese Frage löst beim Firmenchef

Christian Eberhardt womöglich eine

allergische Reaktion aus. Raummodule

sind hochwertig, erfüllen alle möglichen Bestimmungen

und können sich sogar in ästhetisch

ernstzunehmende Architektur verwandeln,

sofern dies der Bauherr wünscht. In

gewöhnlicher Form lassen sie sich als normierte

Stapelware einsetzen, im Erscheinungsbild

Plattenbauten dann nicht unähnlich.

Aber sie werden meist wieder abgebaut,

mal früher, mal später.

Großer Pluspunkt, so Eberhardt, ist der Zeitgewinn:

„Bei einer bis zu hundertprozentigen

Vorfertigung reduziert sich die Arbeit auf der

Baustelle auf ein Minimum.“ Die Module werden

per Tieflader nacheinander angeliefert,

verschraubt, und das war’s dann auch schon

fast. Denn Produktion oder Umrüstung erfordern

einen gewissen Vorlauf, der von der Auftragslage

abhängig ist.

Der tragende Stahlrahmen wird in der eigenen

Schweißerei produziert. Die Wände bestehen

aus Sandwitch-Paneelen. Es gibt sie im

Standard-Maß 6 mal 3 mal 2,75 Meter oder in

individueller Größe. Optik und Ausstattung

werden flexibel nach den Kundenwünschen

ausgerichtet, je nachdem was sich Unternehmen

und Kommunen vorstellen.

Diese können kaufen, leasen oder mieten. Der

Kauf-Anteil betrage etwa 60 Prozent. Miet-

In Asch werden die Raummodule fertig montiert.


Fotos: Marc Hörger/Matthias Kessler

24


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[machen]

Firmenchef Christian

Eberhardt.

Module sind meistens

zwischen 18

und 36 Monaten

im Einsatz, so der

Firmenchef. Dann

werden sie abgebaut,

umgerüstet

und bei einem

neuen Kunden

aufgestellt. 2500

solcher Module

sind derzeit bei

den Kunden montiert.

Die Nachfrage sei bisher immer so groß

gewesen, dass sich stets zeitnah eine passende

Nachnutzung ergab. „Wir mussten noch nie

ein Raummodul verschrotten“, sagt Eberhardt.

Das schone Ressourcen. Die Auslieferungen

erfolgen in einem Radius von 400 Kilometern.

Bei weiteren Strecken würden die

Transportkosten zu stark zu Buche schlagen.

Vereinzelt fänden Raummodule aber dennoch

einen Weg sogar bis nach Übersee.

Das Familienunternehmen wächst beständig

und kam zuletzt auf jährliche Zuwachsraten

von 10 bis 15 Prozent. Im vergangenen Jahr

erwirtschafteten 70 Mitarbeiter einen Umsatz

von 13 Millionen Euro.

ERWEITERUNG GEPLANT

Es sind die Früchte eine klaren Fokussierung,

die der geschäftsführende Inhaber nun ernten

kann. Seit 1990 in dieser Funktion, entwickelt

Christian Eberhardt, Enkel des Gründers, den

Ansatz des „Container-Gebäudes“ in Modulbauweise

konsequent weiter. Vater Karl hatte

1980 die Grundlage dafür gelegt mit der Einführung

des „Euro-Container“.

Nach dem Umbau der Firmenhallen im Jahr

2015 plant Eberhardt, den Verwaltungstrakt

zu erweitern, selbstredend gemäß dem Modulkonzept.

Übrigens hatte auch der jetzige

Trakt ein Vorleben. Er diente lange Jahre in

Frankfurt als Bankgebäude, bevor er umgerüstet

in Asch zum Einsatz kam: Raummodul reloaded.

[!]

THOMAS VOGEL

Als Zimmerei auf

der Alb gestartet

Die Jakob Eberhardt GmbH & Co KG

wurde von ihrem Namensgeber 1932 in

Weidenstetten auf der Schwäbischen

Alb als Zimmerei gegründet. 1937 erfolgt

der Umzug an die Blaubeurer

Straße in Ulm. Der Gründer kehrt aus

dem Krieg nicht zurück. Die Familie

baute bis 1948 den zerstörten Betrieb

wieder auf. Ihr Chef wird Eberhardts

Sohn, der erst 20-jährige Karl, der ein

findiger Entwickler ist. 1960 bringt er

im Zuge der anrollenden „Reisewelle“

Campinganhänger“ auf den Markt.

1963 steigt er in den Bau von Baustellenwagen

ein, die bis heute ein Nebenprodukt

darstellen. Daraus werden bis

1980 die Euro-Container mit vorgefertigten

Wand-, Boden- und Dachelementen

entwickelt, welche die Grundlage

des Raummoduls und damit des

heutigen Geschäftserfolgs sind. THV

„Zuverlässig

und engagiert“

Anzeige

Voba GP II

Gemeinsam wachsen

Gerd Wiedmann mit Sven und Marc Gassenmayer,

Geschäftsführer der Firma KURIS Spezialmaschinen

GmbH in Reichenbach i.T. mit Gerhard Spaun,

Firmenkundenbetreuer:

„Verlässlichkeit und Regionalität sind uns wichtig. Daher

sind wir auch als internationaler Anbieter von Lege- und

Zuschneidetechnologie Kunde der Volksbank Göppingen.

Und das schon seit 2005.“

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25


[machen] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Die kriegen alles klein

Ob in Europa oder Australien: Geht es um die Arbeit in Steinbrüchen, den Abriss von Gebäuden und das Recyceln von

Materialien sind die Kolosse der Kleemann GmbH aus Göppingen gefragt. Das Unternehmen wächst rasant.

Dass der Name Kleemann einmal für Maschinen

stehen würde, die mühelos

Gestein zerkleinern, sortieren und formen,

hätte Gründer Ferdinand Kleemann sicher

nicht zu träumen gewagt. 1857 eröffnete

der Schwabe eine Feilenhauerei in Stuttgart-

Obertürkheim. Schnell mauserte sich das Unternehmen

zum ersten Industriebetrieb der

Gegend und eroberte mit Futterschneidmaschinen,

Landwirtschaftsgeräten oder Kreissägen

neue Geschäftsfelder.

Mithilfe dieses Innovations- und Erfindergeistes

trotzt das Unternehmen jeder Krise. Heute,

160 Jahren später, stellt Kleemann mobile

Sieb- und Brechanlagen im Premiumsegment

her. Die tonnenschweren Maschinenkolosse

finden ihre Einsatzgebiete quer über den Erdball

verstreut. Trotzdem – und gerade deswegen

– bleibt das Traditionsunternehmen seiner

schwäbischen Heimat treu.

MITTEN IM MECHATRONIK-PARK

„Unsere Mitarbeiter sind unser größtes Kapital“,

betont Rüdiger Kaub, der seit Januar 2016

die Geschäfte leitet.

Aktuell beschäftigt

das mittelständische

Unternehmen 500

Mitarbeiter. Viele

der langjährig Angestellten

haben

bereits ihre Ausbildung

bei dem Zerkleinerungsspezialisten

absolviert.

Als die bisherige

Werksfläche in

Geschäftsführer

Rüdiger Kaub.

Göppingen-Faurndau 2007 nicht mehr ausreicht,

fällt die Entscheidung den Standort

Göppingen zu halten, leicht. Kleemann zieht

2010 in den Stauferpark. Das im Osten der

Kleemann wird in naher Zukunft sein Werksgelände

im Göppinger Stauferpark erweitern.

26


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[machen]

Im Göppinger Stauferpark entstehen die Brecher, die großes Gestein in kleine Kiesel verwandeln.

Stadt gelegene Gewerbegebiet beherbergt 100

Unternehmen und hat sich das Profil eines

„Mechatronikparks“ verpasst. Hier sitzt auch

das Landesnetzwerk Mechatronik Baden-

Württemberg.

In enger Abstimmung mit der Wirtschaftsförderung,

die sich ebenfalls für Göppingens

neusten Stadtteil entschieden hat, fördert die

von der Stadt ausgegründete Businesspark

Göppingen GmbH gezielt die Ansiedlung von

Elektronik, Mechanik und IT. Vor allem aber

bietet der Stauferpark den Technologiespezialisten

Platz. Auf mehr als 20 Hektar hat Kleemann

50 Millionen Euro in die Erweiterung

der modernen Fertigungshallen, Produktionsanlagen

und Bürogebäude investiert. Weitere

Büroflächen und Schulungsbereiche sollen

bis 2020 folgen. Ebenso wie ein eigenes Entwicklungszentrum

für den Prototypenbau.

Der Hintergrund: Kleemann verzeichnet jährliche

Wachstumsraten von bis zu zehn Prozent.

Ein Ende der Erfolgswelle ist nicht in

Sicht. Im Gegenteil. Der Bedarf für Steinbrecher

und Siebe wird laut Kaub weiter zunehmen.

Nicht nur in Steinbrüchen und Kieswerken

kommen die Schwergewichte zum

Einsatz. „Ein großer Teil unserer Maschinen

recycelt“, so Kaub. Wird in der Stuttgarter Innenstadt

ein Gebäude abgerissen, zerkleinern

sogenannte Prallbrecher den Bauschutt, sortieren

die Materialien und bereiten diese für

ein zweites Leben auf. Straßenasphalt kann

beispielsweise zu drei Vierteln aus Recycling-

„Regional und

partnerschaftlich“

Gemeinsam wachsen

Marianne und Gerhard Priel, Geschäftsführer

der Firma Schlagwerk GmbH in Gingen

mit Rupert Ströbele, Firmenkundenbetreuer:

„Auch wenn wir europaweiter Marktführer für

innovative Percussioninstrumente sind, setzen wir

zu 100 % auf unseren Standort Gingen an der Fils.

Selbstverständlich ist auch unsere Hausbank regional.

Und das bereits seit 1993.“

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27


[machen] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Vorteil gegenüber der Konkurrenz: Läuft die Lizenz zum Abbau in Steinbrüchen ab, werden die Kleemann-Kolosse zum nächsten Standort transportiert.

material bestehen. Kleemann setzt auf mobile

Brechtechnik. Kaub: „Läuft etwa die Abbaulizenz

für den Steinbruch ab, können mobile

Anlagen zum nächsten Auftrag transportiert

werden.“ Vorteile, die sich mehr und mehr

durchsetzen. Selbst in traditionell stationären

Märkten wie China und Spanien.

400 TONNEN SCHWER

32 verschiedene Maschinentypen gehören

zum Sortiment. 2016 sind nach Kaubs Worten

580 Brecher vom Band gegangen. Deren Preise

fangen bei 150.000 Euro an und steigen je

nach Größe und Funktion auf bis zu 4,5 Millionen

Euro. Spitzenreiter ist die 30 Meter lange

und zehn Meter hohe Brechanlage Mobicat

MC 160 PRR, die mit 400 Tonnen Eigengewicht

ein echter Koloss ist.

Das sind Ausmaße, die hin und wieder zu

Komplikationen führen. „Einmal sollten wir

eine ähnlich große Anlage auf eine kleine Insel

in den Philippinen liefern“, erinnert sich

Altgeschäftsführer Gerhard Schumacher. Das

Problem: Schiffe, die groß genug waren, um

den Technikgiganten zu transportieren,

konnten am Zielort nicht anlegen. „Also haben

wir die Anlage stückchenweise zum Kunden

gebracht – Transportfahrzeuge und Aufbaumannschaft

inklusive“, erzählt der

Ingenieur, der sich heute um die Unternehmensentwicklung

kümmert.

Wo Kleemann in Zukunft stehen soll, weiß

die Geschäftsführung genau: Ganz oben. „Wir

wollen Weltmarktführer werden“, sagt Kaub.

Um den aktuellen Marktanteil von zehn Prozent

auszubauen und an Konkurrenten wie

Terex (USA) oder Metso (Finnland) vorbeizuziehen,

seien Kosteneffizienz und Service die

größten Stellschrauben. „Am Standort

Deutschland sind Löhne und Gehälter teuer“,

sagt Schumacher, „deshalb müssen wir an anderen

Stellen – insbesondere in der Logistik –

effizienter arbeiten als die Konkurrenz.“ Serienfertigung

heißt das Zauberwort. Durch

mehr Volumen und sinkende Einkaufspreise

bleibe Kleemann wettbewerbsfähig.

Zusätzlich arbeitet die Firma am internen

Wissenstransfer. „Ziel muss sein, dass jeder

Mitarbeiter unserer 55 internationalen Vertriebsniederlassungen

und Händler die Maschinen

in- und auswendig kennt“, sagt Kaub.

Aufgrund der massiv einwirkenden Kräfte

müssen die Maschinen regelmäßig gewartet

und Verschleißteile getauscht werden. „Funktioniert

das schnell und unkompliziert – egal

ob in Indien oder in Australien – ist das ein

eindeutiger Vorteil gegenüber anderen Herstellern.“

[!]

RONJA GYSIN

300 neue Stellen

bis zum Jahr 2020

Die Kleemann GmbH wurde im Jahr

1857 in Stuttgart-Obertürkheim gegründet.

Die ersten mobilen Brechanlagen

– die Basis für das heutige Geschäftsmodell

- produzierten die

Schwaben in den 1920er Jahren. Am

Standort Göppingen beschäftigt Kleemann

aktuell 500 Mitarbeiter. Bis

2020 sollen es 800 Angestellte sein.

2016 erwirtschaftete der Maschinenbauer

einen Umsatz von 222 Millionen

Euro Jahresumsatz. Dabei können

Kunden die Sieb- und Brechanlagen

kaufen oder auch für einen befristeten

Zeitraum mieten.

Seit zehn Jahren gehört Kleemann zur

Wirtgen-Group, einem international tätigen

Unternehmensverbund der Baumaschinenindustrie

(Windhagen/

Rheinland Pfalz) . Das Netzwerk besteht

aus den Marken Wirtgen, Vögele,

Hamm, Kleemann und Benninghoven

mit ihren Stammwerken in Deutschland

sowie lokalen Produktionsstätten

in Brasilien, Indien und China. 55 gemeinsame

Vertriebs- und Serviceniederlassungen

ermöglichen weltweite

Kundenbetreuung und Support. GYS

28


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[aus den hochschulen]

Experten seltener

Erkrankungen

auf der Spur

Experten zu seltenen Erkrankungen

sind rar und schwer

auffindbar. Anlaufstellen oder

Verzeichnisse fehlen. Andreas

Pflugrad, wissenschaftlicher

Mitarbeiter am Institut für Informatik

der Hochschule Ulm,

hat eine Software entwickelt,

die diesen Missstand behebt.

Das System analysiert automatisch

internationale Fachartikel

und filtert Schwerpunkte und

Institutszugehörigkeit der Autoren

heraus. Bisher finden Ärzte

Experten zu mehr als 4200

seltenen Leiden. Künftig sollen

auch Patienten das Verzeichnis

nutzen können.

Angebot der

DHBW an

Unternehmen

Wirtschaft, Technik, Sozialwesen,

Informatik oder Gesundheit

– die DHBW Heidenheim

bietet einen großen Pool an Experten.

Um diese mit ihren

Kompetenzen, Projekten und

Schwerpunkten vorzustellen,

erscheint nun das Magazin

„DHBW Heidenheim: Regionale

Kompetenz in Theorie und Praxis“.

„Damit wollen wir Unternehmen

darin bestärken, bei

Fragestellungen oder Forschungsinteressen

mit uns in

Kontakt zu treten“, sagt Prof. Dr.

Andreas Mahr, Prorektor Forschung.

Online-Ausgabe: dhbwheidenheim.de/kompetenz.

Fachwerkstruktur

aus dem

3D-Drucker

18 Monate Arbeit haben sich

gelohnt: Einem Studententeam

der Hochschule Ravensburg-

Weingarten ist es gelungen, ultraleichte

Fachwerk strukturen

Foto: © zinkevych / Fotolia.com

Kaufprämien nicht bekannt

Seit Sommer 2016 subventioniert der Bund Elektrofahrzeuge

mit einer Kaufprämie. Doch kaum einer weiß das. Das ist das

Ergebnis einer Studie von Valerie Bernhard, Energiewirtschaft-

Studentin an der HS Biberach. Der Großteil der 216 Befragten

(17 bis 72 Jahre) hörte zum ersten Mal von dem Angebot. Das

sei zwar ein Anreiz. wesentlich für die Kaufentscheidung seien

aber größere Reichweiten und komfortables Aufladen.

per 3D-Drucker herzustellen.

Das Verfahren könnte die Industrie

revolutionieren. „Wir

können Kunststoffstrukturen

ausdrucken, die bei gleichem

Gewicht eine um den Faktor 20

höhere Steifigkeit aufweisen als

konventionelle Kunststoffe“, erklärt

Martin Eichenhofer, der

die dreiköpfige Projektgruppe

leitet. Im Inneren des Druckkopfes

verschmelzen dabei innerhalb

weniger Sekunden

Thermoplast- mit Carbonfasern.

So entsteht nach dem Erstarren

ein hochsteifer Fachwerkstab.

Davon könnten die

Luft- und Raumfahrtindustrie

und die Autoindustrie profitieren.

Setzt sich das Verfahren

durch, können Anwender Materialkosten

senken und Prozesse

beschleunigen.

Umweltwissen

per Augmented

Reality

Naturerlebnisse kombiniert mit

3D-Animationen sollen die Umweltbildung

an der Iller fördern.

In Kooperation mit den

Bayerischen Elektrizitätswerken

arbeitet ein Team der HS

Kempten an interaktiven Plakaten

für die Aussichtsplattform

Legau. „Riesige Touchdisplays

könnten Ausflügler künftig

über Renaturierung oder Wasserkraft

informieren“, sagt Forschungsleiter

Prof. Dr. Klaus Ulhaas.

Per Fingerdruck sollen

virtuelle Elemente – etwa 3Danimierte

Fische – das reale Bild

ergänzen. In drei Jahren will das

Team einsatzfähige Lösungen

präsentieren.

Eltern können

Kinder

mitbringen

Familie gehört dazu. Deshalb

gibt es an der HS Ravensburg-

Weingarten seit dem Sommersemester

einen Eltern-Kind-Arbeitsplatz.

„Fällt die Betreuung

aus, können Beschäftigte und

Studierende trotzdem an die

Hochschule kommen: Sie bringen

ihre Kinder einfach mit“, so

Hochschul-Kanzler Henning

Rudewig. Neben einem PC-Arbeitsplatz

sorgen Wickeltisch,

Spielsachen und Krabbelteppich

dafür, dass sich Kids und

Erwachsene wohlfühlen.

Olaf Jacob

Vizepräsident

der HNU

Mehr als 15 Jahre lang war er

Dekan der Fakultät Informationsmanagement.

Jetzt wählte

der Hochschulrat Professor Dr.

Olaf Jacob zum Vizepräsidenten

der Hochschule

Neu-

Ulm (HNU).

Damit bildet

der promovierte

Betriebswirt

für die kommenden

zwei Jahre

mit HNU-

Präsidentin

Mit großer Mehrheit

gewählt:

Olaf Jacob.

Prof. Dr. Uta M. Feser, Vizepräsidentin

Prof. Dr. Julia Kormann

und Kanzler Marcus Dingel das

Leitungsgremium. Jacob lehrt

seit der Gründung im Jahr 1994

an der Hochschule.[!] GYS

29


Fensterelemente sind heute häufig größer als früher. Das ist in der Fertigung, vor allem aber in der Montage eine Herausforderung.

Fotos: Marc Hörger

Handwerker mit sicherem Durchblick

Der deutsche Fenstermarkt ist hart umkämpft, die Anforderungen wachsen. Das Familienunternehmen Kupil hat in den

vergangenen Jahren sein Profil geschärft und ist – auch dank moderner IT-Struktur – erfolgreich.

Das Thema Sicherheit beschäftigt viele

Hausbesitzer und besorgt sie. Zwischen

2007 und 2015 hatte sich die Zahl der

Einbrüche in Baden-Württemberg auf 13.500

pro Jahr mehr als verdoppelt. Häufig reichen

Einbrechern einfache Mittel wie ein stabiler

Schraubenzieher, um in Sekundenschnelle

Fenster aufzuhebeln. 2016 sank zwar die Zahl

der Wohnungseinbrüche um zehn Prozent

auf rund 11.100, die der Einbruchsversuche in

der gleichen Größenordnung auf rund 4890.

Die Sensibilisierung der Bevölkerung sei dennoch

deutlich gestiegen, sagt Patrick Philip

Hilker, der mit seinen Brüdern Christoph und

Johannes den Ehinger Fenster- und Haustürenhersteller

Kupil führt. „Die meisten Besucher

unserer Ausstellung haben sich vorab

über Einbruchschutz informiert und werden

durch unsere geschulten Verkaufsberater auf

die Möglichkeit einzusetzender Widerstandsklassen

beraten“, erzählt Hilker.

KONKURRENZ AUS DEM OSTEN

Angesichts des höheren Sicherheitsbedürfnisses,

des Baubooms und des riesigen Sanierungspotenzials

könnte man fast meinen, die

Bedingungen für Fensterbauer seien ideal. Es

gibt bundesweit ein Sanierungspotenzial von

mehr als 300 Millionen Fenstereinheiten. Das

ist etwas mehr als die Hälfte des Fensterbestandes

in Deutschland. Doch zum einen beträgt

die Sanierungsquote nach Angaben des

Fensterverbandes pro Jahr weniger als ein Prozent.

Zum anderen haben die deutschen Fensterbauer

beinharte Konkurrenz. In Osteuropa

gibt es etliche Unternehmen, die mit EU-Fördermitteln

riesige Produktionskapazitäten

aufgebaut haben und an deutsche Händler

und Montagebetriebe liefern. „Das schüttelt

den Markt ganz schön durcheinander. Der

Preisdruck ist eine Riesen-Herausforderung“,

sagt Hilker.

Das Ehinger Unternehmen, das am Stammsitz

produziert, setzt daher auf Regionalität, Rundum-Sorglos-Pakete

für die Kunden, Service

und Vertrauen. Letzteres ist laut Hilker besonders

bei Privatkunden wichtig, weil die Monteure

bei der Fenstersanierung beispielsweise

30


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[machen]

in die Schafzimmer kommen. „Viele Kunden

Kunden wollen die Sicherheit, dass auch jemand

kommt, wenn Fenster eingestellt oder

die Elemente gewartet werden müssen. Da

haben wir den Vorteil, dass wir einen eigenen

Kundendienst haben“, sagt Hilker.

Seit 40 Jahren in der Hand der Familie Hilker

Jochen Hilker hat im Jahr 1977 das damals

insolvente Unternehmen Kupil

übernommen. Heute beschäftigt der

Ehinger Fenster- und Haustürbauer rund

100 Mitarbeiter, jeweils etwa ein Drittel in

Verwaltung, Produktion und Montage und

verfügt über Niederlassungen in Ravensburg

und Stuttgart.

Heute leiten seine Söhne Christoph, Patrick

Philip (Vertrieb, Marketing) und Johannes

(Metallbau, Fassade, Haustüren)

das Unternehmen. AMB

HAUSTÜR MIT FINGERSCAN

Die Bandbreite der Aufträge reicht vom Toilettenfenster

über die Haustür mit Finger-Scan

bis hin zu Großprojekten. Rund 30 Prozent des

Umsatzes erzielt der Mittelständler mit Projekten,

deren Auftragssumme zwischen

50.000 und 200.000 Euro liegen. Dabei ist der

Preis nur einer von mehreren Faktoren. „Bauträger

legen Wert auf eine gute Logistik und

Termintreue auf den Baustellen. Schiebtüren,

die bis zu 200 Kilo wiegen, werden mit Raupenfahrzeugen

oder Kränen eingesetzt.“

Das wirft auch ein Schlaglicht auf eine andere

Veränderung im Fenstermarkt: „Architekten

planen sowohl im Neu- als auch im Altbau

heutzutage mit größeren Fenstern, weil die

Isolierwerte deutlich höher sind als früher“,

erläutert Hilker.

Ohnehin habe die Komplexität des Produktes

„Fenster“ enorm zugenommen: die Anforderungen

an Wärme-, Schall und Brandschutz,

Sicherheit, Beschattung, Absturzsicherung

und intelligente Steuerungen seien hoch.

„Wir haben uns zu einem Komplett-Lösungsanbieter

entwickelt“, sagt Hilker. Mittlerweile

laute die Anforderung: „Die Öffnungen in der

Wand müssen nach den Bedürfnissen des Bauherren

geschlossen werden.“

Damit wachsen aber auch die Anforderungen

an die Mitarbeiter – vom Verkäufer über den

Techniker bis hin zum Monteur. Um Nachwuchs

zu gewinnen, setzt Kupil unter anderem

auf Schulpartnerschaften und Führungen

von Schulklassen durchs Unternehmen.

„Wir gehen auch auf Hochschulen zu, bieten

duale Studienplätze (Informatik) in Zusammenarbeit

mit der DHBW Heidenheim sowie

Ausbildungsplätze für Glaser/Fensterbauer

an“, sagt Hilker.

EIGENE SOFTWARE ENTWICKELT

Und wozu bildet ein Fenster- und Haustürbauer

Informatik-Bachelors aus? Das Ehinger Unternehmen

hat in den vergangenen Jahren eine

eigene IT-Abteilung aufgebaut. „Wir haben

bestimmte Anwendungen, die müssen in den

Niederlassungen und auf den Baustellen verfügbar

sein“, erklärt Hilker. Falls es auf der

Baustelle Fragen gibt, schickt der Monteur per

Smartphone Daten an den Techniker in der

Zentrale, um das Problem schnell zu lösen.

„Wir haben viel in IT und unsere Serverlandschaft

investiert und eine Software für uns

Vertriebschef Patrick Philip Hilker.

entwickelt“, sagt Hilker. Etliche selbst gestrickte

Lösungen seien durch standardisierte

Prozesse ersetzt worden.

Auch in Sachen Unternehmenssteuerung

hilft die IT: „Vor zehn Jahren wusste man am

Monatsende, was man für Rechnungen geschrieben

hat. Unser Ziel heute ist es, täglich

zu wissen, wo das Unternehmen steht“, berichtet

Hilker: Welche Angebote sind offen?

Wie war in der Vergangenheit zum gleichen

Zeitpunkt die Zahl der Aufträge, wie hoch die

Abschlusswahrscheinlichkeit, wie gut der Deckungsbeitrag?

All diese Daten haben Hilker

und seine Brüder auf einem so genannten

Dashboard verfügbar, um den Durchblick zu

behalten.

„Die Zeiten“, so Hilker, „sind schnelllebiger

geworden, die Reaktionszeiten deutlich kürzer.

Da braucht man auch als Handwerksbetrieb

geeignete digitale Werkzeuge, um eine

fundierte Grundlage für Entscheidungen zu

haben“. [!]

ALEXANDER BÖGELEIN

31


Starker Standort, schöne Industrie-Architektur: der Ulmer Norden. Die Bilder zeigen (von li.) die Kathrein-Niederlassung (Antennen und Satellitentechnik),

Konjunktur aus der Kiste

Vor 20 Jahren ließen sich die ersten Betriebe zaghaft im Gewerbegebiet Ulm-Nord nieder. Mittlerweile sind es bereits

mehr als 70 Unternehmen mit 3000 Arbeitsplätzen. Die Grundstücke sind begehrt – auch wegen der guten Infrastruktur.

Zu Beginn dominierte hier die Farbe

Gelb. Denn in diesem Ton sind die Lkw

und Arbeitsbühnen der Firma Schirmer

gehalten, die sich als erstes Unternehmen

im Gewerbegebiet Ulm-Nord niedergelassen

hat. Das war vor genau 20 Jahren. „In den Anfangszeiten

führte noch ein landwirtschaftlicher

Weg durch unser Grundstück“, erinnert

sich Geschäftsführer Heinz Schirmer, der

1997 im süd-westlichen Teil des Gebietes ganz

bescheiden mit einer Halle und einem kleinen

Containerbüro anfing. Heute ist die damals

aus drei Mitarbeitern bestehende Firma

auf 20 Beschäftigte gewachsen. Der Miet-

Fuhrpark für Hub-Arbeitsbühnen, Teleskopstapler

und Minikräne umfasst aktuell mehr

als 200 Maschinen.

Das ist gut und

auch schlecht,

denn längst fehlt

es der Firma auf ihrem

Grundstück

an dringend benötigtem

zusätzlichen

Raum.

Das vor zwei Jahrzehnten

neu geschaffenen

Gewer-

Liegenschaftsamt Ulm.

Ulrich Soldner leitet das

begebiet wächst

und wächst noch heute. Das Gelände zwischen

der B10 und der A8 hatte die Stadt Ulm schon

lange Zeit vor der Erschließung ins Auge gefasst.

„Mitte der 90er-Jahre benötigten wir dringend

neue Gewerbeflächen, jedoch konnten

wir den dazugehörigen Bebauungsplan erst

erstellen, als wir alle Grundstücke erworben

hatten. Dieser Prozess zog sich jedoch in die

Länge“, sagt Ulrich Soldner, Abteilungsleiter

des Ulmer Liegenschaftsamtes und Geschäftsführer

des Stadtentwicklungsverbands Ulm/

Neu-Ulm.

CHANCE FÜR KLEINE FIRMEN

1995 war es endlich soweit und das 31 Hektar

große Gebiet konnte erschlossen werden.

Heute findet man hier einen bunten Branchenmix

aus produzierendem Gewerbe,

Großhandel, Handwerk und Dienstleistungs-

32


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[spezial]

Schirm Göbel (oben), Mayser (Sicherheitstechnik), den Containerbahnhof, Mayser, Spedition Schlumberger und Bäckerei Staib.

Fotos: Volkmar Könneke

firmen. „Wir haben uns von Anfang an bei der

Auswahl der Unternehmensrichtungen bewusst

kein Korsett angelegt. In Ulm-Nord

durften alle ansiedeln, außer Industriebetriebe“,

erläutert Soldner. Um Firmen, die weniger

Flächenbedarf hatten oder nur anmieten

wollten, gerecht zu werden, wurde zudem der

kleingliedrig erschlossene Gewerbepark Lerchenhof

bei Jungingen ausgewiesen.

Anfangs war die Nachfrage verhalten, doch

das änderte sich. Im Jahr 2005 wurde der Containerbahnhof

von Neu-Ulm in den Ulmer

Norden verlagert. Das war die Basis für eine

rasante Wachstumsgeschichte. Im vergangenen

Geschäftsjahr setzte das Terminal der

Bahntochter Deutsche Umschlaggesellschaft

Schiene-Straße (DUSS) bereits über 100.000

Einheiten um.

125 EURO PRO QUADRATMETER

Mit dem Containerbahnhof wurden benachbarten

Gewerbegrundstücke mit einem

Schlag noch begehrter. Ulrich Soldner: „Im

Zuge der Verlagerung des DUSS-Betriebes in

den Ulmer Norden haben sich neben den klassischen

Gewerbebetrieben auch Logistiker

und deren Dienstleister mit einem größeren

Flächenbedarf angesiedelt.“ Um der nun gesteigerten

Nachfrage nach Grundstücken, vor

allem aber auch Logistikflächen, gerecht zu

werden, wurde das Gewerbegebiet um weitere

Flächen ergänzt.

Heute spricht man schon lange nicht mehr

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33


[spezial] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

wie das Gewerbegebiet Himmelweiler auf

Dornstadter Gemarkung. Die Grundstückspreise

liegen zwischen 100 und 125 Euro pro

Quadratmeter, inklusive Erschließungs- und

Entwässerungsbeträge. In Ulm-Nord haben

sich zwischen 1997 und 2014 mehr als 70 Unternehmen

angesiedelt, die dort rund 3000

Arbeitsplätze bieten. Zwischenzeitlich sind

sämtliche sofort verfügbaren Flächen auf Ulmer

Gemarkung verkauft beziehungsweise

vergeben.

Firmen, die sich langfristig für eine Fläche interessieren,

wenden sich an den Stadtentwicklungsverband

Ulm/Neu-Ulm, der gemeinsam

mit Dornstadt dafür sorgt, dass man es als Unternehmen

bei Grundstücksfragen von Anfang

an mit nur einem Ansprechpartner zu

tun hat. „Es gibt kein Konkurrenzdenken zwischen

den Städten, die bei der Abwicklung als

gemeinschaftlicher Partner auftreten. Für die

Betriebe, die Flächen suchen, ist dies ein großer

Vorteil“, erläutert Ulrich Soldner, der auf

dieses einzigartige Verfahren stolz ist: „Ich

kenne in Deutschland kein ähnliches Beispiel,

wo nach diesem Muster verfahren wird.“

Das Luftbild führt vor Augen, warum die Gewerbegebiete im Ulmer Norden so begehrt sind. Sie liegen

direkt an der A8: Das hat auch die Ewm Schweißtechnik GmbH angezogen (unten).

nur vom Gebiet Ulm-Nord, sondern von den

Gewerbegebieten im Ulmer Norden. Zu den

Ulmer und Neu-Ulmer Gewerbeflächen zählt

seit einigen Jahren auch das Gebiet Mergelgrube,

das nördlich der Autobahn in unmittelbarer

Nähe zum Containerbahnhof liegt, so-

EINZIGARTIG IN DEUTSCHLAND

Auch Dornstadts Bürgermeister Rainer Braig

schätzt die enge Zusammenarbeit mit dem

Stadtentwicklungsverband, der einst von

Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner und

Neu-Ulms Rathauschefin Dr. Beate Merk vorangetrieben

wurde. „Durch die zentrale Leitung

ergeben sich für interessierte Betriebe

kurze Wege“, erklärt Braig.

Die Frage ist, wie lange noch? Denn die mehr

als 8000 Einwohner zählende Stadt im Norden

Ulms stößt mit ihrem Gewerbegebiet

Himmelweiler, auf dem der Quadratmeter für

95 Euro zu haben ist, schon jetzt an Grenzen.

Nach den Worten Braigs sind nicht mehr viele

Flächen frei und eine Erweiterung des Gebietes

ist momentan nicht geplant. Auch Dornstadts

Bürgermeister sieht im Containerbahn-

34


we care about your IT assets & processes

unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[spezial]

Dornstadts Bürgermeister

Rainer Braig.

hof ein deutliches

Plus für das Gewerbegebiet.

Minuspunkte bekommt

jedoch der

Öffentliche Nahverkehr:

„Wir sind

hier im Ulmer

Norden an einem

Punkt angekommen,

an dem das

Angebot an attraktiven

Buslinien

deutlich ausgebaut werden muss“, bemängelt

der Dornstadter Bürgermeister.

Davon würden natürlich auch die Arbeiter

und Angestellten profitieren, die in einem Betrieb

arbeiten, der auf den Ulmer Gemarkungen

liegt. Im Gegensatz zu Himmelweiler ist

hier eine Vergrößerung noch möglich und

wird auch angestrebt. „Die Erweiterung unserer

Gewerbegebiete um noch einmal 60 Hektar

nördlich der A8 sowie im Gewann Stockert

wird mit Nachdruck vorangetrieben“, sagt

Liegenschaftsamtleiter Soldner. Die Stadt

Ulm ist nach seinen Worten deshalb ständig

im Gespräch beziehungsweise in Verhandlungen

mit den Eigentümern der hierfür erforderlichen

Grundstücke.

ANSCHLUSS AN A8 BIS 2018

Auch der längst fällige Autobahnanschluss an

das Gewerbegebiet ist nun in trockenen Tüchern,

die Ulmer Stadträte stimmten vor wenigen

Wochen zu. Die neuen Auf- und Abfahrten

sollen Ende 2020 fertig sein. Heinz

Schirmer hört dies gerne: „Wir konnten uns

vor 20 Jahren nicht vorstellen, dass sich das

Unternehmen in diesen Dimensionen entwickelt.“

Sicherlich hat auch der günstig gelegene

Standort zu dieser positive Entwicklung

beigetragen. Beide, das Unternehmen der ersten

Stunde sowie das Gewerbegebiet Ulm-

Nord, suchen nun für sich Lösungen, damit

dem Wachstum auch in Zukunft keine Grenzen

gesetzt sind. [!] STEFAN LOEFFLER

Wirtschaftsförderung

aus einer Hand

Zwei Städte, ein Ziel. Unter diesem

Motto steht der Stadtentwicklungsverband

Ulm/Neu-Ulm, der im Jahr 2000

als grenzüberschreitende Einrichtung

zur Wirtschaftsförderung gegründet

wurde. Mit ihm wollten Ulms OB Ivo

Gönner und seine Neu-Ulmer Kollegin

Dr. Beate Merk die damalige Konkurrenz

der Städte überwinden. Der

Zweck verband stärkt noch heute die

Wettbewerbsfähigkeit, nutzt die Flächenentwicklungspotentiale

gemeinsam,

sichert so Arbeitsplätze und stärkt das

regionale Bewusstsein. Kernaufgaben

des Verbandes, der seinen Sitz in der

Augsburgerstraße in Neu-Ulm hat, sind

beispielsweise die Grundstücksvermittlung

und -vergabe, die Standortentwicklung

und Wirtschaftsförderung

aus einer Hand sowie ein gemeinsames

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35


[namen & nachrichten] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Baubeginn auf

Biberacher

Postareal

Von Herbst 2017an wird auf

dem Postareal in Biberach nach

zwei Jahren Unklarheit mit einem

neuen Konzept gebaut. Ein

Supermarkt mit 950 Quadratmetern

Verkaufsfläche und eine

Bäckerei im Erdgeschoss, darüber

bis zu 58 Wohnungen mit

jeweils 40 Quadratmetern für

Senioren und pflegebedürftige

Menschen. Diese entstehen in

Zusammenarbeit mit der Firma

Binova Immobilien aus Kressbronn.

10 bis 15 Millionen Euro

sind für das Großbauprojekt

veranschlagt. Investor ist die

Wilhelm Geiger GmbH & Co.

KG aus Oberstdorf, der das Projekt

bis 2018 abschließen will.

Winterhalter

investiert

15 Milionen Euro

Im Herbst 2018 soll das neue

Logistikzentrum der Firma

Winterhalter Deutschland

GmbH am Stammsitz in Meckenbeuren

bezugsfertig sein.

Rund 15 Millionen Euro investiert

das inhabergeführte Unternehmen

in das neue Großprojekt.

Auf einer Grundfläche von

10.000 Quadratmetern entsteht

ein Neubau für Versand und Logistik

sowie Büro- und Sozialräume.

Die Winterhalter

Deutschland GmbH ist Spezialist

für gewerbliche Spülsysteme.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete

sie mit weltweit

1.300 Mitarbeitern einen Umsatz

von 280 Millionen Euro.

Baywa spart dank

neuer LED und

Photovoltaik

ZF beliefert Foton

Foton, einer der größten Nutzfahrzeughersteller in China, ist

künftig mit ZF-Technologie unterwegs ist. Für das automatische

Getriebesystem Traxon ist Foton der erste Kunde im

Reich der Mitte. ZF erwirtschaftete 2016 mit 137.000 Mitarbeitern

an 230 Standorten einen Umsatz von 35,2 Milliarden Euro.

Als erster Baywa-Standort

Deutschlands ist der Obstgroßmarkt

in Kressbronn am Bodensee

klimaneutral. Die Baywa

stellte unter anderem die

Leuchtmittel auf LED um, installierte

Schnelllauftore gegen

Kälteverluste und installierte

eine Photovoltaik-Anlage. Ziel

ist laut Vorstandsvorsitzendem

Klaus Josef Lutz die Klimaneutralstellung

aller Obst-Standorte

in Deutschland, den Niederlanden

und Neuseeland. In Kressbronn

werden jährlich rund

60.000 Tonnen Kernobst sortiert

und verpackt. Mit 71 Prozent

erwirtschaftet das Segment

Agrar den größten Teil des Umsatzes

des internationalen Handels-

und Dienstleistungskonzerns.

Dieser betrug 2016 rund

10,9 Millionen Euro.

Ausbau des

Flughafens steht

nichts im Weg

Spätestens im Frühjahr 2018

soll der 17 Millionen teure Umbau

des Allgäu Airport Memmingen

beginnen. Geplant ist

unter anderem eine Verbreiterung

der Start- und Landebahn

von 30 auf 45 Meter sowie die

Einführung eines zuverlässigeren

Instrumentenlandesystems.

Trotz der Beschwerden zahlreicher

Bürger stehen dem Ausbau

keine rechtlichen Hindernisse

mehr im Weg. Es steht allerdings

noch eine Entscheidung

der EU aus, ob die Maßnahmen

zu zwei Dritteln vom Freistaat

Bayern gefördert werden dürfen.

Der Regionalflughafen

zählte im vergangenen Jahr

997.714 Passagiere.

In Sachen

Informatik auf

Platz neun

Der Studiengang Wirtschaftsinformatik

der Hochschule Ravensburg-Weingarten

belegt in

einem aktuellen Ranking der

Zeitschrift „Wirtschaftswoche“

den neunten Platz. 540 Personalverantwortliche

aus ganz

Deutschland wurden von der Beratungsgesellschaft

Universum

dazu befragt, welche Absolventinnen

und Absolventen ihre Erwartungen

am besten erfüllen.

Zum Wintersemester 2016/2017

hatte die Hochschule 80 Wirtschaftsinformatik-Plätze

zu vergeben,

auf die 387 Bewerbungen

kamen. Mit insgesamt 3700 Studierenden

hat sich die Anzahl in

den vergangenen zehn Jahren

mehr als verdreifacht.

Vetter macht

Platz für 300

Wohnungen

Rund 300 Wohnungen und ein

neuer Kindergarten sollen in

den nächsten Jahren auf einem

30.000 Quadratmeter großen

Gelände entlang der Wangener

Straße in Ravensburg entstehen.

Die Planungen dazu laufen.

Möglich wurde dies durch

den Umzug der Firma Vetter

aus dem Rinker-Areal. Es ist das

größte Konversionsprojekt in

der Geschichte der Stadt. Investor

ist die H2R GmbH. Dahinter

stecken die rund 300 Mitarbeiter

große Bad Saulgauer Reisch

GmbH und die Rhomberg Bau

GmbH aus Bregenz, die im

Wirtschaftsjahr 2015/16 im Bereich

Bau & Ressourcen einen

Umsatz von 234 Millionen Euro

erwirtschaftete.[!] RIZ

36


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[namen & nachrichten]

Besseres

Raumklima in

Messehallen

Pünktlich zur Outdoor-Messe

im Juni soll es in den zwölf Hallen

der Messe Friedrichshafen

deutlich

kühler werden.

Dann

wird die

technisch

optimierte

Kühlanlage

Macht es kühler:

Messechef Klaus

Wellmann.

in Betrieb

genommen.

Die Messe

investierte

dafür 5,5

Millionen Euro. Damit will

Messechef Klaus Wellmann die

Aufenthalts- und Arbeitsqualität

verbessern. Bisher lagen die

Temperaturen im Inneren der

Halle nur wenige Grade unter

der Außentemperatur. Die Messe

Friedrichshafen gilt als Europas

Marktführer in Sachen Freizeit-Themen.

Nostalgiebahn

Öchsle wird

rollstuhlgerecht

Mehr als 40.000 Fahrgäste haben

die Öchsle-Bahn 2016 genutzt.

Für die neue Saison wurde

der ein Wagen umgebaut.

Dieser verfügt jetzt über sechs

Rollstuhl-Plätze, eine breitere

Abteiltüre und eine ausfahrbare

Rampe. Zuvor war das 93 Jahre

alte Fahrgestell auf Vordermann

gebracht und die Bremsanlage

erneuert worden. Der Betrieb

ruht mittlerweile auf drei

Säulen: Die Öchsle Bahn AG

mit knapp 2000 Aktionären

(unter anderem der Landkreis

Biberach), die Öchsle-Bahn Betriebsgesellschaft

gGmbH und

der Verein – Öchsle Schmalspurbahn

e.V.

Sanomed

liebäugelt

mit Umzug

Dem Familienunternehmen Sanomed

, das 100 Mitarbeiter beschäftigt,

wird es zu klein an

seinem Firmensitz in Neu-Ulm.

Daher will der Hersteller von

Nahrungsergänzungsmitteln,

die in der Sport-, Gesundheitsund

Kosmetikbranche gefragt

sind, ins 20 Kilometer entfernte

Vöhringen umziehen. Dort ist

ein 50.000 Quadratmeter großes

Gelände frei, das Sanomed von

der Stadt Vöhringen kaufen und

einen zweistelligen Millionenbetrag

investieren will – unter

anderem in eine größere Produktion,

Forschungslabore und

ein Verwaltungsgebäude. Die

Verhandlungen laufen noch.

Artfliesen

expandiert

nach Ulm

Das Nürtinger Unternehmen-

Artfliesen hat in Ulm seinen

fünften Standort eröffnet und

verspricht sich davon weiteres

Wachstum. Auch soll es Synergieeffekte

mit der Filiale in Heidenheim

geben. Zuletzt erwirtschafteten

70 Mitarbeiter einen

Jahresumsatz von 30 Millionen

Euro. Der Fliesenspezialist ist

auch in Lindau und Fellbach

vertreten. Eine weitere Verkaufssausstellung

ist im Stuttgarter

Norden geplant.[!] RIZ

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37


[gründen] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Imker Raphael Buck mit einer Bienentraube. Der Mai ist entscheidend für die Größe seines Betriebs. Die Arbeitstage sind bis zu 18 Stunden lang.

„Bienen sind der Hammer!“

Raphael Buck ist ein Idealist. Zu seinen Bienenvölkern hat der 28-jährige Existenzgründer ein liebevolles Verhältnis.

Sie produzieren für den Bioland-zertifizierten Berufsimker aus Vogt Honig, Propolis und Wachs.

Raphael Buck arbeitet emsig. Fast so emsig

wie seine knapp zehn Millionen Bienen.

Das muss er auch. Denn 2017 wird

das erste Jahr sein, in dem der Agrarbiologe

sich hauptberuflich der Imkerei widmet. Und

das Leben als Berufsimker ist kein Honigschlecken.

Allein die Suche nach geeigneten

Standplätzen nimmt viel Zeit in Anspruch.

Hat der 28-Jährige ein Waldstück entdeckt, in

dem es „honigt“, fährt er mit einem Glas Honig

zum nächsten Hof, stellt sich vor und

fragt, ob er seine Bienen abstellen darf. Ein bis

drei Wochen bleiben sie dort. Dann ist der

Honigtau meistens versiegt und ein neuer

Standort muss her.

Das Umstellen der Bienenstöcke erledigt er

zwischen Dämmerung und Morgengrauen,

wenn alle Bienen „zuhause“ sind. Rauf auf den

Hänger, schnell zum nächsten Standort, runter

vom Hänger. Eine Plackerei ist das. Gerade

in der heißen Phase der Schwarmkontrolle im

Mai sind 16- bis 18-Stunden-Tage keine Seltenheit.

„Was man in diesen vier Wochen im Mai

leisten kann, das bestimmt deine gesamte Betriebsgröße“,

sagt Raphael Buck.

UNENDLICH LEBENSFÄHIG

Ist es das wert? Ja, findet er. „Honig ist das einzige

landwirtschaftliche Erzeugnis tierischen

Ursprungs, für das man das Tier nicht ausbeuten

muss. Je besser es den Bienen geht, desto

mehr Honig sammeln sie. Das tun sie völlig

freiwillig. Und wenn ich als Imker gut bin, ist

ein Volk unendlich lebensfähig.“

Raphael Buck kommt aus Vogt, einem kleinen

Ort zwischen Allgäu und Oberschwaben. Vor

der Haustür der Bodensee, auch das Tannenhonig-Paradies

Schwarzwald ist nicht allzu

weit entfernt – eine perfekte Ausgangslage.

Noch während seiner Schulzeit hat er den ersten

Imker-Kurs belegt und mit einem Bienenvolk

angefangen. Später finanzierte er sich

sein Studium mit der Imkerei. Vor zwei Jahren

kam ihm zum ersten Mal der Gedanke, dass

aus dem Hobby mehr werden könnte.

38


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

Mittlerweile kommt nämlich eine ganze

Menge theoretisches Wissen von seiner Arbeit

an der Landesanstalt für Bienenkunde der

Universität Hohenheim hinzu. So stand er

nach dem Ende seines Studiums 2016 vor der

Entscheidung: Entweder Doktorarbeit und

Bienenforschung oder Berufsimker. Die Wahl

fiel auf die Praxis – mit dem Ziel von momentan

250 auf 400 Bienenvölker aufzustocken.

Im Schnitt erntet er jährlich 40 bis 50 Kilo Honig

pro Volk.

NEUE VERTRIEBSWEGE

Ganz klar ist: Als Berufsimker braucht Raphael

Buck andere Vertriebswege als damals, als

er seine Honiggläser im Heimatort an den

Haustüren der Nachbarn verkauft hat.

Sein Vorteil: Raphael Buck ist Biolandzertifiziert.

Das schraubt den Honigpreis

in die Höhe. Statt Privatpersonen sollen

nun der Großhandel und vor allem Bio-

Supermärkte oder Hof-Läden die Hauptabnehmer

werden. Um die sieben Euro pro

Kilo gibt‘s vom Großhändler, ungefähr zehn

Euro vom Lebensmittel-Einzelhandel. Da Honig

ohne große Energiekosten ewig lagerfähig

ist, muss er nicht zu schlechten Preisen verkauft

werden. Auch andere Imker oder Firmen,

die personalisierte Geschenke suchen,

sind gute Kunden. Nächstes Ziel: Bio-Alpenrosen-Honig.

Der wäre dann so selten, dass ihn

kaum jemand außer ihm im Sortiment hätte.

„Verdienen muss man am Honig“, sagt Buck.

Aber auch Nebenprodukte bringen Geld: „Firmen

wie Weleda suchen händeringend nach

Bioland-Wachs für ihre Naturkosmetik“, erklärt

er. Auch der Verkauf von Propolis und

Pollen ist möglich. Eine gute Zuchtkönigin

kann 200 Euro einbringen, ein Bioland-Bienenvolk

bis zu 250 Euro. „Weil ich meine Bienen

gern habe, verkaufe ich sie aber nur sehr

ungern“, sagt der Agrar-Biologe. „Nur an Leute,

von denen ich weiß, dass sie meine Bienen

gut behandeln und sie nicht sterben lassen.“

Raphael Buck mag ein Idealist sein, aber er ist

alles andere

als naiv. Mindestens

70.000 Euro Umsatz

plant er für 2017. Einiges davon

wird er wieder investieren. Allein die Winterfütterung

mit regionalem Bioland-Rübenzucker

kostet 10.000 Euro. Wichtig war es

ihm, keine Kredite aufzunehmen. Das hat

funktioniert, weil seine Imkerei langsam gewachsen

ist. Viele seiner Maschinen hat er

von gespartem Geld gebraucht gekauft. Momentan

stehen sie im Keller seiner Eltern. Die

helfen mit, wenn er Honig schleudert und

abfüllt. „Ein modernes Betriebsgebäude zu

bauen, das wird irgendwann die größte Hürde

sein,“ sagt er. Dann wird es wohl nicht mehr

ohne Kredit gehen.

Die Imkerei ist für Raphael Buck freilich nicht

irgendein Beruf, es ist seine Leidenschaft. „Ich

würde den Job auch machen, wenn Bienen

keinen Honig geben würden. Es macht einfach

Spaß, mit ihnen zu arbeiten. Bienen sind

der Hammer.“ [!]

JULIA RIZZOLO

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Bundesweit rund

500 Berufsimker

Nach Rindern und Schweinen ist die

Honigbiene das wichtigste Nutztier in

Deutschland. 120.000 Imker gibt es

schätzungsweise, nur ein Bruchteil davon

übt diese Tätigkeit hauptberuflich

aus. Der Deutsche Berufs- und Erwerbs

imkerbund geht von rund 500

Berufsimkern aus. Im Schnitt verbraucht

jeder Deutsche etwa ein Kilo

Honig pro Jahr. Weit über die Hälfte davon

wird importiert. 425 Imker dürfen

das Bioland-Siegel tragen, 96 aus Baden-Württemberg.

Der Landesverband

Württembergischer Imker hat 12.461

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[führen] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Wie Führungskräfte ein Team bilden

Motivation und Leistung in Unternehmen lassen sich durch professionelle Führung erhöhen. Das betrifft auch die

Entscheidungsträger untereinander. Ein Beispiel aus der Praxis von Settele Spezialitäten und Feinkost aus Neu-Ulm.

ben von zehn machten Dienst nach Vorschrift.

Wie lange Mitarbeiter im Unternehmen bleiben

und wie produktiv sie in dieser Zeit sind,

hängt laut Gallup in erster Linie vom Führungsverhalten

des direkten Vorgesetzten ab.

Beim sechsten Personalforum der SÜDWEST

PRESSE Ulm erläuterte Hoffmann mit Eliane

Müller, Personalleiterin des Neu-Ulmer Unternehmens

Settele, wie sich Motivation und

Leistung im Unternehmen durch professionelle

Führung steigern lassen. Während Hoffmann

eine grundsätzliche Einordnung zum

Thema gab, berichtete Müller, wie der Hersteller

von Schwäbischen Spezialitäten seine

Führungskräfte unterstützt. Die ersten Schritte

reichen zehn Jahre zurück: Dazu gehörten

Weiterbildung, externe Seminare zu den Themen

Motivation und Führung sowie die gemeinsame

Definition von Zielen.

Mit dem Erfolg war die Personalleiterin nicht

zufrieden. Gruppenbildung und Ellbogenmentalität

seien ein Thema geblieben. „Wir

haben in der Gruppe beschlossen, die Beziehungen

zwischen den Führungskräften zu

verbessern“, erzählte sie. Müller nutzte dazu

ein Programm namens „KVP Spezial“. Unter

diesem Titel hatten Führungskräfte bereits

früher das Führen von Feedbackgespräche

mit Mitarbeitern geübt – intern und unterstützt

von Petra Hoffmann. „Das gab ihnen die

Möglichkeit, Gelerntes zu vertiefen und über

Bedenken und Ängste mit einer externen Person

zu sprechen“, erklärte Müller.

Eliane Müller ist seit mehr als 18 Jahren Settele-Personalleiterin.

Fotos: Marc Hörger

Viele Führungskräfte fühlen sich wie

ein Sandwich: Sie stehen zwischen den

Ansprüchen ihrer Chefs und Mitarbeiter

und sind damit häufig Getriebene. Oft genug

kommen Machtspiele zwischen den Abteilungen

hinzu. „Führungskräfte sind oft in

permanenter Zeitnot und in Gefahr, im Hamsterrad

des Tagesgeschäfts zu rotieren“, sagt

Führungskräfte-Coach Petra Hoffmann. Die

Qualität der Mitarbeiterführung bleibe mitunter

auf der Strecke. Erst jüngst hat das Beratungsunternehmen

Gallup seine jährliche

Untersuchung zum Engagement von Mitarbeitern

vorgestellt. Fazit: „Schlechte Chefs

kosten die deutsche Volkswirtschaft jährlich

bis zu 105 Milliarden Euro.“ 15 Prozent der

Mitarbeiter hätten innerlich gekündigt, sie-

NICHT ALLE WAREN BEGEISTERT

„Von dem Angebot auf der Beziehungsebene

zu arbeiten, waren nicht alle Führungskräfte

begeistert. Da gab es auch Vorbehalte und

Ängste“, erinnerte sie sich. „Doch letztlich waren

alle bereit.“ Der Auftakt ging ans Eingemachte:

Jeder der zwölf Führungskräfte sollte

seine Stärken und Schwächen benennen. Jeder

konnte dem anderen ein Feedback geben.

Die Teilnahme war freiwillig. Als Vorbereitung

erklärte Hoffmann in einem Workshop,

wie Kritik wertschätzend geäußert wird und

übte das. Alle Teilnehmer waren aufgefordert,

bei den Feedbacks darauf zu achten, dass die

Regeln eingehalten werden. „Denn das Ziel

war es, dass die Führungskräfte gestärkt aus

der Runde gehen“, sagte Müller. Die Feedbackrunde

verlief erfolgreich, in der Folge gab es

einige Vier-Augen-Gespräche. „Das Angebot

diese Gespräche zu moderieren, nahm keiner

an,“ sagte Müller.

Nach ihren Worten profitiert das Unternehmen

noch heute von den Ergebnissen der

Feedbackrunde (nur eine Führungskraft

nahm nicht teil), die vor zwei Jahren stattfand.

„Natürlich gibt es immer noch Meinungsverschiedenheiten.

Aber das Vertrauensverhältnis

ist gewachsen, Probleme werden früher

40


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[führen]

In Neu-Ulm stellen die Settele-Mitarbeiter Spätzle und andere schwäbische Spezialitäten her.

angesprochen, Lösungen schneller und im

Konsens gefunden“, sagt Müller. Wenn jemand

seine Schwächen angesprochen habe –

zum Beispiel aufbrausend zu sein – und diese

reflektiere, könne die Gruppe besser damit

umgehen. Neben einem Jahresworkshop habe

jede Führungskraft, einmal im Jahr auch

die Möglichkeit zu einem Einzelcoaching.

„Das wird sehr gut angenommen“, sagt Müller.

Ihr grundsätzliches Anliegen in der Personalführung

ist es, eine Kultur der Wertschätzung

zu leben und Mitarbeitern auch mit

kleinen Anerkennungen im Alltag zu zeigen:

„Ich sehe dich als Menschen.“ [!] AMB

Schwäbische Kost

für Deutschland

Die Bandbreite der Settele Schwäbische

Spezialitäten & Feinkost GmbH &

Co. KG reicht von Spätzle über Maultaschen

bis hin Dampfnudeln, die die

260 Mitarbeiter am Firmensitz in Neu-

Ulm herstellen. Das 49 Jahre alte Unternehmen

beliefert täglich mehrere

tausend Lebensmittelmärkte, Großhändler

und Großkantinen in ganz

Deutschland.

Das Personalforum der SÜDWEST

PRESSE richtet sich seit drei Jahren an

Personalfachleute aus regionalen Unternehmen.

Der nächste Termin: Dienstag,

19. September, Thema: Konfliktmanagement

in Unternehmen. „Dabei

wollen wir ein neues, interaktives Format

ausprobieren“, sagt Projektleiterin

Rebecca Stadelmaier. Sie gibt nähere

Infos unter 0731/156-619;

r.stadelmaier@jobs.swp.de AMB

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[machen] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Geschäfte in luftiger Höhe

Ob Windräder oder Achterbahnen: Bei ihren Einsätzen kennen die Mitarbeiter der Meißner Sicherheitstechnik aus Ulm

keine Furcht. Das Unternehmen hält zwölf Patente und ist mit maßgeschneiderten Lösungen für Kunden erfolgreich.

Außendienst-Mitarbeiter der Firma

Meißner Sicherheitstechnik müssen

vor allem eines sein: schwindelfrei. In

vielen Situationen sind ein klarer Kopf und

eine professionelle Furchtlosigkeit unabdingbar.

Auch eine gewisse Lust am Klettern schadet

nicht. Denn die Einsatzorte sind beispielsweise

monumentale Windräder oder die

Gerüste von Achterbahnen. Wem hier

schummrig und schlottrig würde, brächte

sich womöglich in Lebensgefahr.

Die Mitarbeiter des Ulmer Familienunternehmens

sind dann zur Stelle, wenn turnusmäßige

Wartungsarbeiten an solchen Anlagen fällig

werden. Bevor die eigentlichen Monteure

anrücken, überprüfen sie, ob die Sicherheitseinrichtungen,

ob Verschraubungen und

Schweißnähte, noch in Ordnung sind. Durch

ein ausgetüfteltes Kontrollsystem samt Dokumentation

der Daten sollten Betriebsunfälle

so gut wie ausgeschlossen sein.

IN AKUTER GEFAHR

Dabei machen die betreffenden Meißner-Mitarbeiter

durch ihre Überprüfungen nicht nur

den Weg für die nachfolgenden Fachkräfte

frei, sondern schulen diese auch. Aus diesem

Grund ist auf dem Betriebsgelände ein mächtiges

Gerüst aufgebaut, das Übungen unter

Echtbedingungen ermöglicht. Etwa das Szenario,

dass in luftiger Höhe eines Überlandleitungsmasten

ein Arbeiter ohnmächtig

wird. Bewegungslos hängt er in seinem Sicherungsgurt.

Er ist zwar nicht abgestürzt, aber

dennoch in akuter Lebensgefahr: „wegen des

Blutstaus und der Gefahr eines nachfolgenden

Schlaganfalls“, erläutert Stefan Liebler,

Betriebsleiter und verheiratet mit Caroline

Liebler, der geschäftsführenden Gesellschafterin.

Einem Kollegen des Verunglückten bleiben

nach seinen Worten nun vielleicht 15 bis

20 Minuten, um diesen zu retten, sprich: ihn

Den Einsatz in schwindelerregenden Höhen üben

die Mitarbeiter in Ulm. Fotos: Marc Hörger

42


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[machen]

abzuseilen und unten am Boden in eine sichere

Position zu bringen. Das dazu notwendige

Rettungsabseil-Gerät stammt selbstredend

ebenso aus dem Katalog des Hauses Meißner

wie die maßgeschneiderten Auffanggurte, die

Halteseile, die Bandfalldämpfer und die Auffanggeräte

für den normalen Einsatz beziehungsweise

den Notfall. Meißner bietet ein

ganzes Set an Sicherheitstechnik an.

SERVICE-APP ENTWICKELT

Die Eigenprodukte, also die Hardware für die

Sicherheit, bilden nach wie vor das größte

Standbein der Firma und stehen für knapp die

Hälfte ihres Umsatzes. Über dessen Höhe freilich

schweigt Liebler sich aus, die Konkurrenz

sei schließlich aufmerksam. Dass Meißner

noch 2010 beim „Hundertjährigen“ erst knapp

20 Mitarbeiter beschäftigte, heute aber schon

rund 30, ist ein Indikator für die Geschäftsentwicklung.

Meißner Sicherheitssysteme gibt es in horizontaler

und in vertikaler Auslegung. Zu der

ersten Variante gehören die Absicherung von

Arbeiten auf Flachdächern, aber auch – schienengeführt

– auf den Auslegern von Hochspannungsleitungsmasten

oder auf Achterbahnen.

Die zweite Variante ist der Steigschutz

etwa für Einsätze auf Holzmasten oder auf

hohen Leitern.

Ein gutes Dutzend Patente steckt in den Gerätschaften

und Komponenten. Der umfängliche

Produktkatalog rührt zum einen aus der

107-jährigen Firmengeschichte her, zum andern

von der Tüftlerleidenschaft des heutigen

Betriebsleiters in Zusammenarbeit mit dem

Produktionsleiter Serkan Apaydin. Für Stefan

Liebler ist die ständige Innovation auch ein

Schutz gegen die nach seinen Angaben laufend

auftretenden Plagiatsfälle.

Unter das Kapitel Innovation fällt auch die

Entwicklung einer eigenen Service-App. Diese

ermöglicht Mitarbeitern per Smartphone

direkt mit dem Kunden und dem Innendienst

zu kommunizieren und damit papierlos und

ohne Zeitverlust den Zustand der Sicherheitseinrichtungen

von untersuchten Anlagen

mitzuteilen.

Die auf Anwender und Anwendungen maßgeschneiderten

Systeme schaffen zudem

Wachstum. Vor einem Jahr trat Meißner in das

Geschäft mit Windkraftanlagen ein – mit dem

Aufbau eines Service-Stützpunktes in Cottbus.

Dieser trägt heute nach den Angaben von

Firmenchefin Caroline Liebler bereits ein

Drittel des Umsatzes bei.

Leiten das Familienunternehmen: Caroline und Stefan Liebler.

Der Rundgang durch die Firma führt zu einer

Vitrine mit historischen Lederbearbeitungsgeräten

und damit zu ihren Wurzeln, die in

einer Sattlerei liegen. Und in die Näherei. Dort

treffen Moderne in Gestalt von Kunststoffgewebe

und Tradition in Gestalt von Leder aufeinander.

Tatsächlich seien nach wie vor auch

Werkzeugtaschen aus dem Naturmaterial gefragt.

Etwa von der Bundesmarine, die ihr Segelschulschiff,

die Gorch Fock, damit ausrüste.

Die Kundenliste liest sich wie ein

Who-is-who der Wirtschaft. Darunter sind

Energiekonzerne, Mobilfunkbetreiber, Photovoltaikanlagenbauer,

Windkraftunternehmen,

auch Freizeitparks wie Legoland oder

der Europapark in Rust.

Durch die breite Aufstellung ist das Familienunternehmen

wenig krisenanfällig. Die immer

strikteren Anforderungen der Berufsgenossenschaften

spielen Meißner ebenfalls in

die Hände. Liebler hat deshalb Handwerkskunden

ebenfalls auf dem Radar und würde

aber auch einen Hobbygärtner nicht wegschicken,

„der eine Sicherung fürs Bäumeschneiden

braucht“. [!]

THOMAS VOGEL

Familienfirma in

vierter Generation

Die Meißner Sicherheitstechnik

GmbH wurde 1910 in Potsdam-Babelsberg

von Artur Meißner als Sattlerei

gegründet. 1927 brachte er „Meißner’s

Sicherheits-Riemen“ auf den Markt,

gedacht zum Einsatz auf Telegrafenmasten.Das

war der erste Meilenstein

auf dem Weg zum Hersteller von persönlicher

Sicherheitsausrüstung gegen

Absturz. Sohn Diethard Meißner siedelte

die Firma noch vor dem Mauerbau

nach Ulm um. Regina Meißner, Enkelin

des Gründers, und ihr Ehemann,

der Metallfachmann und Oldtimer-

Liebhaber Hermann Glöckler bauten

das Produkt-Programm aus. Mehrere

Umzüge wurden notwendig, zuletzt im

Jahr 2000 an den heutigen Standort in

der August-Nagel-Straße in Ulm-Einsingen.

Tochter Caroline, mittlerweile

geschäftsführende Gesellschafterin,

mit ihrem Mann Stefan Liebler bilden

die vierte Generation.

THV

43


Die Idee von Bettina Reichhart: Zuhause die Vorauswahl im Internet treffen, dann die ausgewählten Stücke im Laden anprobieren.

Fotos: Marc Hörger

Mit einem Wisch zur Spitze

Bettina Reichhart hat sich von der Dating-App Tinder inspirieren lassen: 10.000 Euro hat die junge Geschäftsfrau

investiert, um die Vorteile des Online-Shopping mit ihrem Dessous-Fachgeschäft in Ulm zu verknüpften.

Nadja Schiele, 29, wischt. Nein, sie putzt

nicht. Sie sitzt mit ihrem Handy da.

Seit der Dating-App „Tinder“ hat Wischen

eine weitere Bedeutung: Mit einer

Handbewegung entscheiden die Nutzer, ob

ihnen angezeigte Profile sympathisch sind –

also nach rechts „gewischt“ oder aussortiert

und damit nach links gewischt werden. „It’s a

match!“, ploppt auf, wenn das für gut befundene

Gegenüber das eigene Foto auch mag. Nadja

tindert eifrig, ihr Freund berät sie.

Sie schaut sich Bikinis und BH an und wischt

hin und her. Denn das Tinder-Prinzip hat sich

Bettina Reichhart zunutze gemacht und ihre

eigene App basteln lassen. So verknüpft die

29-Jährige die Online-Welt mit ihrem Laden

„Secrets, feine Wäsche für jede Größe“ in Ulm.

Dorthin ist sie im Sommer 2016 vom 22 Kilometer

entfernten Langenau gezogen. „In Ulm

erreiche ich mehr Kunden“, begründet die gelernte

Bankkauffrau diesen Schritt. Vor sechs

Jahren hat sie sich selbstständig gemacht,

weil sie selbst öfters Probleme hatte, modische

BH mit größeren Cups zu finden. In Ulm

teilt sie sich nun einen Laden mit der erfahrenen

Antje Boshkow (52), die sich unter dem

Namen „Schwerelos“ auf Strümpfe, Funktionsunterwäsche

und Körper formende Unterbekleidung

spezialisiert hat.

Kennengelernt hatten sich die beiden Frauen

über eine IHK-Netzwerkveranstaltung. Die

beiden vertreten sich und können so Öffnungszeiten

bis um 19 Uhr anbieten. „Ein

Pluspunkt ist auch, dass wir alles für drunter

anbieten. Antje

Boshkow verkauft

etwa Sport-Shirts

und Sport-Kompressionsstrümpfe

– ich den passenden

Sport-BH“,

sagt Reichhart.

Fast 10.000 Euro

hat die 29-Jährige

in die Hand genommen,

um ih-

Bettina Reichhart.

Bra-Fitterin

ren Dessous-Finder

von zwei frisch gebackenen Informatikern

der Hochschule Aalen programmieren zu lassen.

Ein dreiviertel Jahr lang bastelten die Informatiker

an Reichharts Tinder-Version. Nun

44


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[machen]

kann man die Anwendung über ihre Internetseite

nutzen. Etwa 40 Frauen haben so bereits

einen Anprobetermin gebucht. Die Chefin ist

zufrieden. Ihre Idee macht sie über Facebook,

ihren Blog und Anzeigen bekannt.

Als Nadja Schiele ihren BH tindert, muss sie

wählen, ob er im Laden bereits verfügbar sein

soll oder ob ihr „In Kürze“ reicht. Sie will das

Date am nächsten Tag. Dann soll sie sich für

eine Kategorie entscheiden: BH, Sport-BH,

Still-BH, Bikini, Badeanzug … 955-BH-Modelle,

warnt die Zahl in Klammern. Körbchengröße,

Brustumfang, klick, das Angebot verkleinert

sich, das erste Foto erscheint: Eine Frau posiert

mit einem blauen BH vor einem hölzernen

Tor. „Schön, auf dem Bügel kann ich mir das

immer so schlecht vorstellen“, sagt Schiele.

AKTIVE KUNDENANSPRACHE

So wie die junge Frau shoppen viele Menschen

vom Sofa aus. „Dann bestellt man sich

viele BH zur Auswahl und muss den großen

Rest zurückschicken“, sagt Bra-Fitterin Bettina

Reichhart, wie die Fachverkäuferin offiziell

heißt. „Die Leute wissen oft nicht, wie das

Rückenband richtig sitzen muss, wann sich

der BH unschön unterm Oberteil abzeichnet,

bei welcher Brust die Träger besser weiter innen

sitzen. Im Laden sind die Kunden oft sicher,

nur dieses oder jenes Modell passe. Dann

schmuggle ich ein anderes mit in die Kabine

und sie sind überrascht, wie gut es ihnen

steht.“

Einfach nur im Laden zu sitzen und auf Kundschaft

zu warten, das reiche heute nicht mehr.

„Man muss online auch abdecken“, betont

Reichhart. Zusätzlich stellt sie Hebammen ihre

Still-BH vor, referiert in Sport-Studios über

Zu wenige Webseiten sind mobil optimiert

Das Geschäft von Bettina Reichhardt ist eines von rund 600 in Ulm.

In Ulm gibt es rund 1200 Gewerbetreibende

und Firmen in handelsnahen Branchen.

Das reicht von der Tupperverkäuferin

bis zum Kaufhaus. Josef Roell,

Handelsexperte der IHK Ulm, schätzt die

Zahl der stationären Geschäfte auf 600.

Bei einer Untersuchung, wie gut der Ulmer

Handel online aufgestellt ist, zeigte

sich: 795 wurden über Google gefunden,

409 über Google maps, der nach Roells

Sport-BH, bietet Mädels-Abende an, Late-

Night-Shopping und Modenschauen.

Nadja Schiele hat mittlerweile ihre Favoriten

gelistet. Ihr Wunsch nach einem Anprobetermin

erscheint auf Reichharts Handy. Bestätigt.

Am nächsten Tag warten die Auswahl und eine

Tasse Kaffee in der Kabine. Zuerst ist ein

Worten einfachsten Art der Werbung.

649 waren über Online-Branchenbücher

sichtbar. 518 hatten eine eigene Homepage,

112 eine Webseite über ihre Zentrale.

„Das sind erfreuliche Zahlen“, sagt Roell.

181 hatten einen Webshop. Allerdings

hatten nur 162 der 518 ihre Webseiten für

Smartphones optimiert. „Das ist viel zu

wenig“, sagt Roell. Denn das Smartphone

sei der wichtigste Einkaufshelfer. AMB

Eisblauer dran. Dann der nächste… Ihr Match

ist am Ende statt eines BH ein raffinierter

knall-orangener Bikini. Der hatte Zuhause

nicht zu ihren Topfavoriten gehört. „Aber ich

dachte, ich nehme den halt auch mit in die

Auswahl.“ Live war es Liebe auf den ersten

Blick. [!]

ISABELLA HAFNER

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45


[leben] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Wo die Seele vor Anker geht ...

Termine, Hektik, Stress! Wer kennt das nicht? Stefan Loeffler hat bei sechs Führungskräften nachgefragt, wie sie

nach einem turbulenten Arbeitstag ein paar Gänge zurückschalten, Kraft tanken und wo es sie in ihrer Freizeit

hinzieht. Hoch im Kurs: Familie, Segeln, Tauchen,Wellness und ein Mädels-Wochenende.

1) Nach einem turbulenten Arbeitstag: Wie entspannen

Sie am besten?

2) Wie sieht für Sie das optimal verlängerte Wochenende

aus und wo verbringen Sie es?

3) Welcher Ort/welches Land reizt Sie am meisten für

einen Jahresurlaub – und warum?

4) Eine Fee schenkt Ihnen einen Aufenthalt von bis zu

einem Jahr an einem Ort Ihrer Wahl – wie entscheiden

Sie sich?

5) Mit welchem Urlaubsort verbinden Sie besonders

schöne Momente?

Die schönsten Momente im Urlaub

verbindet Jens Gassner

immer mit seinen Kindern. Der

Fachberater für das Gesundheitswesen

ist bei der Steuerberatungsgesellschaft

Helmer und

Partner in Senden tätig.

Fotos:

Segelboot: © Andrew Bayda / Fotolia.com

Skifahrer: © Alexander Rochau / Fotolia.com

Montage: mediaservice ulm

1) Mit zwei kleinen Kindern kommt man am Ende eines langen Arbeitstages

schnell auf andere Gedanken und kann den Stress hinter

sich lassen. Am späteren Abend lese ich dann gerne noch die Tageszeitung.

2) Im Winter verbringe ich die verlängerten Wochenenden gerne in

den Bergen beim Skifahren. Im Sommer bin ich immer auf dem

Wasser beim Segeln.

3) Porto Pollo in Sardinien. Hier finde ich die optimale Kombination

aus Sport, Strand und gutem Essen.

4) Ich würde mich für Port Grimaud in Südfrankreich entscheiden.

5) Die schönsten Momente im Urlaub sind immer fest mit meinen Kindern

verbunden. Das sind Dinge wie Windsurfen mit meiner Tochter

oder die ersten Schritte meines Sohnes im Sandstrand.

46


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[leben]

Eva-Maria Rühle, die geschäftsführende

Gesellschafterin des

Gesundheitszentrums Schwäbische

Alb in Bad Urach und stellvertretende

Landesvorsitzende

des Hotel- und Gaststättenverbands,

würde gerne mal wieder

den Westen Kanadas besuchen.

Martin Roschmann würde

gerne einmal um die Welt

reisen. Der Bankkaufmann

und Betriebswirt ist Filialleiter

der Baden-Württembergischen

Bank in Ulm.

1) Bei einem Spaziergang entlang des Brühlbachs zum Bad Uracher

Wasserfall oder bei einem guten Gespräch und einem schönen Glas

Wein im Kreise von Freunden.

2) Da dies sehr selten der Fall ist, da es in meinem Beruf kein typisches

Wochenende gibt, ist das oft ein Städtetrip, eine kurze Auszeit am

Bodensee oder auch auf einer Insel der Balearen.

3) Ich mache dort Urlaub, wo ich etwas für meine Gesundheit tun

kann. Das kann Österreich, die Schweiz oder auch Sri Lanka sein.

Aber mich interessieren grundsätzlich alle schönen Reisedestinationen,

fremde Länder, fremde Kulturen und Genüsse.

4) Ich würde mich für Kanadas Westen entscheiden. Dort habe ich

schon fünf Jahre gelebt, ich würde gerne einmal wieder für eine längere

Zeit dort sein.

5) Besondere Momente verbinde ich mit Davos, dem Schnee, dem Skifahren

und dem „Einkehrschwung“.

1) Ich habe meine Laufklamotten immer im Geschäft dabei. Nach einem

stressigen Tag entspanne ich am besten mit einem 7- bis 10-Kilometer-Lauf

an der Donau. So komme ich schnell zurück ins innere

Gleichgewicht.

2) Mit Familie oder Freunden in den Bergen wandern oder Skifahren

oder auf einem Städtetrip.

3) Südfrankreich. Ich liebe das Land, die Menschen und die Art zu leben,

wie sie für diese Region typisch ist. Den Sommer findet man

dort schon im Mai und Juni – einfach traumhaft.

4) Ich würde eine Weltreise unternehmen. Es gibt noch so viele Orte,

die ich noch nicht gesehen habe.

5) Entlang der Amalfi-Küste mit Ausflug nach Capri und mehrtägigem

Aufenthalt in Positano. Beeindruckende Landschaften mit herzlichen

und leidenschaftlichen Menschen, gepaart mit gutem Essen

und Trinken.

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47


[leben] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

Christian Gaus entspannt am

besten in der Natur – zusammen

mit seiner Familie. Beruflich

ist er geschäftsführender

Gesellschafter des Büros Gaus

& Knödler Architekten in

Göppingen.

Faruk Begovic taucht leidenschaftlich

gerne unter. Auf den

Malediven. Der Hobbysportler

ist seit acht Jahren geschäftsführender

Gesellschafter von

Saturn in Senden.

1) Im Sommer idealer Weise bei einer Runde Golf. Ansonsten genieße

ich es mit den Kindern und der Familie Abend zu essen und die Kinder

dann ins Bett zu bringen.

2) Dazu gehören für mich: Zeit für die Familie, viel Natur, Wandern,

gutes Essen, Zeit füreinander, gemeinsame Spiele, zusammen Lachen

und auch immer etwas Sport. Am liebsten sind wir in den Bergen

oder am Meer.

3) Da meine Frau Niederländerin ist, zieht es uns immer wieder ans

Meer. Dieses Jahr fahren wir nach Dänemark. Uns interessieren immer

die Umgebung, die Kultur und die Mentalität der Menschen.

4) Australien und Neuseeland. Ein Jahr mit der Familie gemeinsam auf

Reise, in einem Wohnmobil durch ein fremdes Land.

5) Wir sind sehr gerne in Südtirol auf der Seiser Alm. Im Sommer zum

Wandern, zum Segelfliegen und um einfach die Seele baumeln zu

lassen. Im Winter haben die Kinder dort das Skifahren gelernt.

1) Nach der Arbeit mache ich vier Mal in der Woche Sport im Fitness

Studio und gehe mehrmals in der Woche joggen. Sonst entspanne

ich mich in meinem Garten.

2) Auch an den Wochenenden mache ich viel Sport, bin gerne zu Hause,

verbringe viel Zeit beim Grillen mit meiner Familie und meinen

Freunden.

3) Mich reizt Kroatien sehr, hier verbringen wir Jahr für Jahr unseren

Sommerurlaub mit der Familie und unseren Freunden. Wir sind oft

auf unserem Boot und in vielen Buchten, die zum Schwimmen einladen.

4) Da ich Unternehmer bin, entscheide ich mich gegen das Geschenk.

5) Mit den Malediven und der Insel Ellaidhoo. Da ich ein leidenschaftlicher

Taucher bin und hier bereits viele tolle Erlebnisse hatte, kehre

ich jährlich auf die Insel zurück.

Für Dr. Katja Faul ist der Wellness-Kurzurlaub

mit ihren

„Mädels“ ein besonderer Höhepunkt

im Jahr. Die Steuerberaterin

leitet seit 2016 den Standort

des Wirtschaftsprüfungsund

Beratungsunternehmens

KPMG in Ulm/Neu-Ulm.

Fotos:

Taucher: © Wojciech / Fotolia.com

Wanderausrüstung: © Alexander Raths / Fotolia.com

1) Mit Buch und Zeitung in der Therme.

2) Am, im oder auf dem Wasser. Im Sommer auf dem Segelboot, das

fast so alt ist wie ich. Es gibt also über den Winter auch regelmäßig

etwas zu restaurieren und zu basteln.

3) Immer wieder gerne nach Ägypten ans Rote Meer zum Tauchen.

4) Für ein lässiges Jahr in Queensland, Australien.

5) Bad Kötzting. Seit vielen Jahren treffen wir uns im Sommer im Bayerischen

Wald zum „Mädels“-Wellnesstrip. Inzwischen hat es uns

privat und beruflich in verschiedene Ecken des Landes verschlagen.

Deshalb ist die gemeinsame Zeit immer ein Highlight.

48


unternehmen [!] Ausgabe 56 | Mai 2017

[spezial]

Die Themen auf makronom.de sind anspruchsvoll, die witzige Bildsprache soll auflockern. Die Selbstbeschreibung des Magazins hat Gründer Philipp Stachelsky

mit dem Graffiti „Who is chasing the money“ bebildert, das den Bauzaun der EZB in Frankfurt schmückte.

Foto: Lieven Van Melckebeke

Mehr nachdenken, bitte!

In einer Zeit, in der viele Menschen sich ihre Meinung zu Themen in Sekundenschnelle bilden, setzt Philipp Stachelsky

auf Analyse: In seinem Magazin für Wirtschaftspolitik Makronom.de zählt das große Ganze, nicht das kleine Isolierte.

Er betreibt ein Online-Magazin, doch auf

den schnellen Klick ist er nicht aus. Philipp

Stachelsky geht es ums Grundsätzliche.

„In Deutschland gibt es kein Medium, das

konsequent die Ereignisse aus makroökonomischer

Sicht beurteilt“, sagt Stachelsky. In der

Hochphase der Griechenland-Krise und bei der

Berichterstattung über die Geldpolitik der Europäischen

Zentralbank seien viele Ar ti kel

sehr emotional und mit einem starken po li tischen

Fokus gewesen. Die makroökono mi sche

Sicht komme zu kurz. Das will er mit seinem

Magazin für Wirtschaftspolitik ändern.

Der 31-Jährige hat Politik und Geschichte studiert,

später volontierte er bei einem Berliner

Finanzverlag, wälzte Lehrbücher, belegte im

Internet Kurse bei Top-Ökonomen wie dem

Nobelpreisträger Robert Shiller. Schließlich

hing er seinen Job als Redakteur an den Nagel

und gründete makronom.de. Sein Konzept beruht

auf qualitativ guten Inhalten, Glaubwürdigkeit

und einer Vielzahl von Gastautoren.

„Die Leute schätzen die Breite des Angebots

und dass bei uns weniger vereinfacht wird.“

Sein Ansatz: „Wir laden Ökonomen, Politiker,

Journalisten und interessierte Laien dazu ein,

sich mit Gastbeiträgen an uns zu wenden. Wir

folgen bei der Auswahl keiner Glaubensrichtung,

wie sie leider oft in der Volkswirtschaftslehre

anzutreffen ist.“

Seit dem Start vor 16 Monaten hat Makronom

rund 120.000 Menschen erreicht. Zuletzt waren

es 32.000 Nutzer pro Monat, Tendenz stark

steigend. Der mit Abstand meist geklickten

Artikel kam bisher von Peter Bofinger.

ANGESEHENE AUTOREN

Der Professor für Volkswirtschaft an der Universität

Würzburg und einer der fünf Wirtschaftsweisen

hat auf einer Länge von acht

Din-A4-Seiten die Theoriegeschichte des

Ordo-Liberalismus erörtert. Mehr als 10.000

Menschen lasen den Aufsatz im Netz. Stachelsky

war über diese Zahl überrascht, 5000

bis 10.000 Klicks für einen Artikel seien schon

gut. Im Interesse an dem Bofinger-Aufsatz

sieht er sich bestätigt. „Es gibt Menschen, die

sich für Hintergrundwissen und umfassende

Analyse interessieren.“

Musste er anfangs

noch Autoren

in Telefonaten

gewinnen, so kommen

diese nun auf

ihn zu, auch aus

New York, Oxford

und Pretoria. Investiert

haben er

und sein Geschäftspartner

Feras Darwich vor

Makronom-Gründer

Philipp Stachelsky

allem eigene Zeit sowie 500 Euro. Ihre Internetseite

haben sie selbst programmiert und

vom Ersparten gelebt. Inzwischen, so Stachelsky,

gibt es erste Einnahmen durch Werbekunden,

Beratungstätigkeiten für Webseiten

und die Vermarktung von Texten. An der

konzeptionellen Ausrichtung will er nichts

ändern: „Wir verstehen uns als offene Diskussionsplattform.

„Was für uns zählt ist, dass

Argumente fundiert vorgetragen werden –

egal von wem.“ www.makronom.de [!] AMB

49


[namen & nachrichten] Ausgabe 56 | Mai 2017 unternehmen [!]

René Mick bleibt

Vorsitzender des

LCS Schwaben

Der Firmenchef der Luible Logistik

GmbH aus Leipheim, René

Mick, ist

als Vorsitzender

des

Logistik-

Clusters

Schwaben

bestätigt

Unternehmer und

LCS-Vorsitzender:

René Mick.

worden. Zudem

im Vorstand

sind:

Otto Sälzle

(IHK Ulm),

Peter Lintner, (IHK Schwaben),

Ralph Ehmann (IWL AG, Ulm)

sowie die Unternehmer Ulrich

Gruber (Sulzberg) und Erwin

Stöhr (Rottenacker). Harald Seifert

und Michael Finsterwalder

haben ihre Ämter abgegeben.

Dem Cluster gehören rund 90

Firmen aus den IHK-Bezirken

Ulm und Schwaben an.

Genussrechte

der TWS

sind gefragt

Die Technischen Werke Schussental

haben ihren Umsatz im

vergangenen Jahr um 12 Prozent

gesteigert. Das Jahresergebnis

legte um neun Prozent auf

3,5 Millionen Euro zu. Auf großes

Interesse stieß die Ausgabe

von Genussrechten, die mit 3,2

Liebherrs Riesen-Rolle

Prozent verzinst werden. Bisher

hat die TWS in zwei Trachen

8,5 Millionen Euro eingesammelt.

Die Stadtwerke aus Ulm/

Neu-Ulm dagegen haben bei einem

Umsatz von 443 Millionen

einen Verlust von 9,6 Millionen

Euro verbucht. Dabei belastete

allein die Beteiligung am Kohlekraftwerk

in Lünen die SWU

mit 8,7 Millionen Euro. Um die

Zukunft abzusichern, mussten

die Städte Ulm und Neu-Ulm

im Zuge der Krise insgesamt 67

Millionen Euro Kapital zuschießen.

Die Verluste der SWU summieren

sich seit dem Jahr 2012

auf 85 Millionen Euro.

Honold Logistik

optimistisch

für dieses Jahr

Die Honold Logistik Gruppe

Pate aus Neu-Ulm hat im Jahr

2016 ihren Umsatz um zwei

Prozent auf 234 Millionen Euro

gesteigert. Honold investierte

stark und schuf allein in

Deutschland 70.000 Quadratmeter

an Logistikflächen. Das

Unternehmen beschäftigt 1210

Mitarbeiter in den europäischen

Gesellschaften und erwartet

für 2017 ein kräftiges

Wachstum.

Zehn Meter im Außen-Durchmesser misst die

bisher größte Rollendrehverbindung des Komponentenwerks

Biberach der Liebherr International

GmbH. Das 40 Tonnen schwere Großlager

kommt in Schiffs- und Offshorekränen

zum Einsatz. Zwölf Monate hatte die Entwicklung

und Fertigung gedauert. Der Umsatz des

in elf Sparten tätigen Familienunternehmens

sank im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf

rund 9 Milliarden Euro. Weltweit arbeiten

42.300 Beschäftigte in den mehr als 130 Gesellschaften

der Firmengruppe.

Noerpel-Gruppe

investiert in Ulm

Millionen

Die Noerpel-Gruppe investiert

einen zweistelligen Millionenbetrag

in eine Logistikanlage

und Montage für Husquarna

(Gardena) in Ulm, in der rund

100 Mitarbeiter arbeiten

werden. Bisher lagert Noerpel

nur Gardena-Fertigware, in

Zukunft auch Halb- und Rohware

und wird diese just-intime

der Produktion von

Schlauchwagen zur Verfügung

stellen. [!]

[impressum]

Verlag/Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77, 89073 Ulm

Geschäftsführer:

Thomas Brackvogel

Redaktion

Alexander Bögelein (verantw.)

a.boegelein@swp.de

Anschrift wie Verlag

Anzeigen

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(verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Gestaltung

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Fotos Giacinto Carlucci (Titel +

Titelinterview), Marc Hörger,

Volkmar Könneke, Matthias

Kessler, Werkfotos, Getty Images,

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14. Juli 2017

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