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E_1928_Zeitung_Nr.013

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Die Leistungen von

Die Leistungen von Polizeihunden im Aufsuchen von Spuren auf Grund der Witterung werden häufig bezweifelt. Zahlreiche Erfolge beweisen jedoch die Nützlichkeit der Verwendung von Polizeihunden auch hierbei. Ein Beispiel: In einer Güterkasse war nachts eingebrochen, worden. Der Dieb hatte mit einem Brecheisen das Schalterfenster zur Güterkassc gewaltsam aufgebrochen und sich in den Kassenraum; gezwängt Fenster und Fenstcrwaml trugen deutliche Spuren des Einsteigcns. Acht Stunden nach dem Einbruch wurde der Diensthund «Otto> an der Einbruchstelle angesetzt und bekam Witterung. Nach einigen Sekunden zog er an, ging die Treppe hinunter auf die Strasse, die Bahnhofsausfahrt entlang bis zur Hauptstrassc und über die Bahnhofsbrücke am Bahnhof vorbei. Die Strasse war bereits stark begangen und teilweise mit Neuschnee bedeckt, die Nasenarbeit also recht erschwert. In einer Sackgasse verlor er die Fährte, wurde zur Abzweigstell© zurückgeführt und sing dann einen Weg von insgesamt 1000 Meter bis zu einem Hause, dessen Vorgarten mit einem eisernen Zaun abgeschlossen war. Hier verlangte «Otto» Einlass. Zwei Treppen hoch blieb er vor einer Tür stehen, fing an zn winseln und zeigte fortgesetzt mit Blick und Schnuppern nach der Einlasstür. Drei Obcrlandjäger wurden hinzugeholt. «Otto» ging sogleich bis ins Schlafzimmer, wo er auf den -noch im Bett befindlichen Wohnungsinhaber verwies. Die Haussuchung förderte das Brecheisen zutage, mit dem der iEinbruch ausgeführt worden war. Der Täter gestand. Für den Dienst bei der Reichsbahn als Schutz- oder Polizeihund kommt in erster Linie der deutsche Schäferhund und an zweiter Stelle der Airedale-Terrier in Frage. Vereinzelt werden auch Riesenschnauzer, Rottweilcr, Dobermannpintscber und Boxer verwendet. Modernes Wiegenlied. In Oesterreich existiert eine Lchrerzeitschriit, «Die Quello, in der kürzlich ein modernes Wiegenlied abgedruckt und zum Einsingen bestens empfohlen war» Es lautete: Da kam rücksichtslos um eine Kurve ein grosses Auto geschossen, tutete und hielt direkt auf sie zu, die doch mit stärkster Uebertragung bergauf rollten. Der Resedafarbene musste sich an den Rand drängen, Gertrud musste scharf aufpassen, nur mit halbem Blick konnte sie den sie fast streifenden Wagen mustern — Alles ging schnell wie der Blitz — dein fliegenden Holländer gleich sauste das fremde Auto vorüber — und da begann schon sie, nachdem sie die Fahrt verringert hatte, einen Versuch zum Wenden, wobei der Wagen auf der steilen Strasse ins Rutschen geriet »Was tun Sie —! Um •Gottcswülen — AUTOMOBIL-REVUE St "ULtXX* J53ixx© alltägliclie Geschichte. Von Paula Kistler. Ich heisse ihn herzlich willkommen und schüttle ihm die Hand. Er schaut mir wehmütig in die Augen. Müde und grau ist sein Blick. « Was ist dir passiert,» frage ich besorgt. «Nimm und lies,» erwidert er mit einer Stimme ohne Kraft. Schwer lässt er sich in einen Stuhl sinken. Er stöhnt leise. — Was er mir entgegenhält, ist die Illustrierte Auto- Revue. Und ich lese, lese, freudig bewegt seinen preisgekrönten Aufsatz über « Die Lyrik des Autofahrens ». Ich vernehme sein hohes Lied des Langsamfahrcns und vertiefe mich in seine Naturschildcrungen. Doch als ich aufblicke, sitzt er eingesunken, ein Elendshäufchen, im Stuhle. «Ich gratuliere dir, Freund Essig, zu deinem Preisgekrönten.» « Wart's ab, Theoderich. Da — da — nimm und lies! Das ist gleichsam das Postskriptum zu meinem Preisgekrönten, denn es betrifft dieselbe Spazierfahrt.» Erstaunt und immer erstaunter lese ich: «Verzeigt wegen Uebertretung der Verordnung betreffend den Motorwagenverkehr. Der Verzeigte ist anstatt mit der zulässigen Maximalgeschwindigkcit von 18 Kilometer mit einer solchen von 32,5 Kilometer gefahren und verfällt in eine Busse von Fr. 30.—. Im Nichtbezahlungsfalle tritt an Stelle der Busse eine Haftstrafe von drei Tagen, 4K Stunden.» « Aber lieber Freund Essig, du kannst doch gegen diesen Strafbefchl Berufung 'einlegen. Das ist doch die einfachste Sache von der Welt. Ich bezeuge dir gerne, wie lyrisch du fährst.» «Ich hab' ja schon Berufung eingelegt,» antwortete er mit hauchender Stimme. « Da nimm und lies! » «Der Strafbefehl besteht zu Recht. Die Kontrolle wurde mit der Stoppuhr gemacht (dieser Satz war zum besseren Verständnis rot unterstrichen). Untcrsuchungskostcn 5 Franken.» Ich fand kein Wort des Trostes. Stumm nur reichte ich ihm die Hand. OS « Siehst du Theoderich. Ich hab es dir ja damals schon gesagt, und wenn ich tausend Zungen hätte ... Und wie recht hatte ich mit der Behauptung, die Paradiesschlangc sei ein Reinnichts im Vergleich zur Ueberschlaitgc. Jene vertrieb nur zwei Menschen aus dem Paradies. Diese aber vertreibt die menschliche Gerechtigkeit.» Schwer erhob sich mein Freund Essig von seinem Stuhl. Mit schleppendem Schritte vcrliess er .mein Zimmer. — Ein gebrochener Mann. Und das hat mit ihrem Gifte die Stoppuhr allein getan! «- Am Telephon falsch verbunden za sein, kann zum Vergnügen werden. In der englische» Stadt Hüll verfiel eine Tcleplionistiu auf den jedenfalls recht originellen Gedanken, zusamen mit ihren Kolleginnen von der Telephonzentralc einen Tanzklub mit dem Titel «Falsch verbunden» zu gründen. Der Plan wurde mit grossem Enthusiasmus bcgrüsst, dass bald das offizielle Gründungsfest des Klubs veranstaltet werden konnte. Um ihrem Prinzip «Originalität» treu zu bleiben, luden die jungen Damen keine Freunde und Bekannte ein, sondern kamen überein, ihre Tanzpartner aus dem Tclephonbuch zu holen. Der Einwohner von Hüll, der im Laufe der Jahre die grösste Zahl von Klagen über den Telephondienst vorgebracht hatte, bekam eine gedruckte Speziaieinladung, die das Motto trug «Tanz mit dem Mädchen, das die Verbindung unterbricht» und die Aufforderung einmal die jungen Damen, die ihm das Leben so sauer machen, kennen zu lernen. Der Mann kam tatsächlich, sah sich die Telephondamcn au und amüsierte sich köstlich. Wer weiss, ob der Klub «Falsch verbunden» nicht mit der Zeit viele Eheverbindungen herstellen wird. Ein Dreiininutengespräch 2000 Franken. Der «Matin» berichtet, dass nächstens der Telcphonvcrkchr zwischen Paris sowie verschiedenen andern französischen Städten und. Ncw-York eingerichtet wird. Die Gespräche werden von England aus nach Amerika radiotclcphonisch gesandt. Sie kosten beim gegenwärtigen Kurs 2000 Franken für drei Minuten. Harmoniums - Violinen - Musikalien Mandolinen, Lauten, Gitarren, Konzert- und Gitarre- Zithern, Handorgeln, Mundharmonikas, Utensilien, Saiten Stimmungen, Reparaturen, TEILZAHLUNG, MIETE TELEPHON: SELNAU 1509 bremsen Sie doch,» schrie der Doktor, der den Zweck des Manövers gar nicht begriff und sich einbildete, sie habe die Gewalt über den Motor verloren. «Seien Sie doch ruhig,» schrie sie aufgebracht zurück, «ich will ja wenden und den beiden nach — das war ja Hans' Auto — und wir müssen sofort — » Der Doktor sah sein Abendessen in unerreichbare Ferne an einem fremden Orte gerückt. Und sie wäre wieder wie gestern mit einer Minestra aus unbeschreiblichen und unerkennbaren Zutaten zufrieden — « Daraus wird nichts,» sagte er mit fabelhafter Energie, «lass' sie laufen, wohin sie wollen — nach Rom, meinetwegen — aber jetzt hab' ich's satt! Den ganzen Tag auf den Rädern — was denken Sie sich denn eigentlich — es fällt mir nicht ein —» Sie laborierte immer weiter, fuhr ein Stückchen aufwärts, fand immer noch nicht genug Platz zum Wenden, rollte wieder abwärts, was den Manu im ihrer Seite von neuem mit Angst und Wut erfüllte, und nahm nicht die mindeste Notiz von seinem Verlangen. « Gertrud,» seine Stimme überschlug sich vor Zorn und sie musste heimlich lachen, «ich bestehe darauf, dass Sie meine Wünsche respektieren! Ich bin Ihnen doch nicht mit Haut und Haaren ausgeliefert, und war ich auch Ihr Gast, so habe ich doch damit nicht mein Selbstbestiinmungsrecht aufgegeben — » Es gelang ihr, den Wagen quer zur Strasse zu stellen und vorsichtig eine halbe Drehung zu machen. Es war also Luft für sie, was er sagte und wollte — diese eigensinnige Person bestand darauf, in der Dunkelheit dem verwünschten Wagen, der ihnen doch immer vor der Nase davonfuhr, nachzujagen, ganz gleich, ob er dabei zugrunde ginge oder nicht. Er erhob sich und griff mit den Armen an ihr vorüber und mit beiden Händen ins Lenkrad. Der Wagen drehte sich wie ein Kreisel. « Sind Sie verrückt,» schrie sie und wollte 1928 — N°l» iF-lxig^l A.BERTSCHIN6ER& Co., Zürich 1 Ecke Stelnmühlegasse-Slhlstrasse nächst 3elmoli ihn zur Seite stossen, zugleich dem Steuer wieder die alte Richtung gebend. Aber er war stärker als sie, er drückte sie zurück, die Hände glitten ihr vom Lenkrad, der Fuss vom Fussgashebcl, mechanisch versuchte sie Ku'pphmgs- und Bremspedal niederzutreten, aber bei dein nun hin- und hcrschleudcrndeii Wagen, vor allem durch seinen Körper behindert, verlor sie das sonst automatisch wirkende Gefühl für die Reihenfolge der Pedale, trat abwechselnd eins und das andere nieder und erreichte nur, dass dem Resedafarbeneu entschieden wie ihr selbst das Bcwiisstsein für seine Pflicht ausging: er stiuss und hüpfte, bis er allen Widerstand aufgab und mit immer schnellerer Fahrt abwärtsiiiul rückwärtsschoss... Was nun geschah, vollzog sicli so geschwind, dass Gertrud es nicht fassen konnte. Sie dachte nur: «Die Kurve —• sind wir schon darüber hinaus — oder konnut sie noch — überschlägt der Wagen sich, stürzen wir zur Seite ab — oder stossen wir auf Hans' Auto und sind alle verloren —». Es wirbelte in ihrem Kopf durcheinander, und der wahnsinnige Mensch, der immer noch vor ihr stand, drehte und drehte am Steuer, ohne sich um die Pedale zu kümmern. Sie stiess in mit letzter, verzweifelter Kraft mit Knien und Füsscn — und sie wusste nicht mehr: fuhren sie Sekunden, fuhren sie Minuten — sie wurden um eine Ecke geschleudert rard dann sagte es: Krach! Sie bekam einen furchtbaren Stoss, der sie in die Höhe warf, unwillkürlich streckte sie beide Arme aus, um sich irgendwo zu halten, fand aber nichts — dann lag sie auf etwas sehr Hartem, hörte aufgeregte Stimmen in der Nähe und blinzelte durch die Lider, nachdem sie zur Ueberzeugung gekommen war, dass sie noch lebe. Am Strassenrand gegenüber lag ihr Resedafarbencr, die vier Räder in die Lüfte gestreckt. Und wer stand da und versuchte den Doktor zu überschreien —? (Fortsetzung folgt.)

N* 13 — 1928 AUTOMOBIL-REVUE 15 Von Taxis und Damenknien. Pariser Auto-Gclickuiiissc hat ein Pariser Chronist, der sich die Mühe gab, einmal genau die Wagen zu zählen, die in jeder Minute an seinem Fenster vorbeifahren, in der « B. Z. am Mittag» bekanntgegeben: Er errechnete einen Durchschnitt von 45, zweitausendsiebenhundert in der Stunde. Er beobachtete dabei noch ein paar andere, sehr merkwürdige Dinge. Die grosse Mehrzahl der Wagen werden von ihren Besitzern, Männer in den besten Jahren, selber gesteuert. Es handelt sich um Inncniührungen; die hinteren Sitze sind fast immer unbesetzt. Der Führer ist sozusagen nie allein; neben ihm sitzt eine junge und hübsche Dame, die ihm voller Bewunderung zulächelt. Da die Sitze sehr tief und die Röcke sehr kurz sind, sieht man vom Fenster aus die Knie nebst Grenz- Partien; und in seiner Rechnung kam der Chronist auf 4500 Damenknie, die er in einer Stunde zu bewundern Gelegenheit hat. Sonstige psychologische Bemerkungen über den Pariser Autoverkehr: Wenn Damen steuern, sind sie allein im Wagen oder in Begleitung ihrer Mutter. Sie wollen ihren Gemahl oder Freund nicht der öffentlichen Verachtung preisgeben. Man erkennt in Paris die Menschen daran, wie sie Taxiwagen fahren. Wegen ihrer Billigkeit werden sie von allen Bevölkerungsklasseu ohne Unterschied benützt. Der gewöhnliche Mann setzt sich draussen neben den Führer. Er erweckt dadurch den Anschein, als ob er ein Bruder des Chauffeurs sei und gratis fahre. Er fürchtet den Steuerbeaintcn und seine Concierge. Er steigt deshalb auch immer in einiger Entfernung von seiner Wohnung aus. Vorsicht ist überall im Leben am Platze. Mau sieht in den Taxis viel weniger Damen als Herren. Die Pariserin will ihren eigenen Wagen haben. Ist dies unmöglich, so steigt sie noch lieber in die Autobusse, wo es wenigstens Gesellschaft gibt. Deshalb gibt es in den Autobussen dreimal mehr Damen als Herren. Nur in der Strassenbahn ist das Verhältnis der Geschlechter ungefähr das gleiche; weil es dort eine breite Plattform zum Rauchen gibt. Ausländer fahren in Paris ausscMiesslich Taxi. Deshalb lernen sie auch nie die Stadt so recht kennen. Paris würde daran gewinnen, wenn die Preise seiner Mietwagen verdreifacht wären. Disziplin auf der Stresse haben nur die Pariser Taxifahrer. Alle Automobilisten der ganzen Welt könnten an ihnen lernen. Der Basler Rücinhafcnvcriselir 1927. Für das Jahr 1927 ergibt sich ein Gesatntgülerumschlag von. 789 840 Tonnen gegenüber 273 230 Tonnen im Vorjahre 1926; davon entfallen ü;") 1.965 Tonnen auf den Bergverkehr gegen 230 9;J7 Tonnen im Vorjahre 1926 und 84175 Tonnen auf den Talverkchr gegen 36 273 Tonnen in 1.926. Auf den Kheinvorkebr entfallen 5.13 242 Tonnen gegen 207 572 Tonnen im Vorjahre 1926 und auf den Kanalvcrkchr 226 598 Tonnen gegen (55 058 Tonnen in 1926. Nach. Basel fuhren auf der Bergfahrt 463 Dampfer, 4 Gülerboole, 781 R'heinkähno und 983 Kuualkähne. Im Vorjahre .1926 waren es 209 Dampfer, 4 Güterboote, 303 Rheinkähno und 281 Kanalkähnc. Um iflr die bessere Familie zirka 12 Sorten, nur das Beste von rein Eier und Naturbutter hergestellt. Makrönli, Waffeln, Haselnussbiakuits, Baslerleckerli usw., versendet in Büoh- «en von 2 kg gegen Naohnahmo v. Ft. 10.— franko. Wer einmal bezogen, bestellt wieder! A. WIEDEMANN, Biskuitfabrik Horw bei Luzern. Wer ganz sicher sein will, für sein gutes Geld einen echten und doch preiswürdigen, feinen und alten Medizinal-Cognac zu erhalten, verlangt von seinem Lieferanten den seit Jahrzehnten bewährten COGNAC FINE CHAMPAGNE J. FAVRAUD & CIE. CHÄTEAU DE SOUILLAC Erhältlich durch alle Spezial-Geschäfte die Menge der Rhein-Borggüter nach Basel hinauf zu schleppen, erforderte es 443 Schleppzüge gegen 202 im Vorjahre 1926. Mit einem Güterumschlag von 739 840 Tonnen im Jahre 1927 hat der rasier Hafen unter den 43 namhafteren Rheinhäfen nunmehr den 14. Rang in bezug auf dio Gütorumschlagsmenge erreicht. Einen grösscren Güterverkehr zu Wasser weisen nur folgende Rheimhäfon auf: Strassiburg, Kehl, Karlsruhe, Mannheim, Ludwigshafen, Wesseling, Köln, Düsseldorf, Rheinhausen, Duisburg - Ruhrort, Ruhrort - Meiderich, Walsum und Schwelgern. Die Hafenverwaltung hat festgestellt, dass trotz des sehr guten Wasserstandes 1927 von insgesamt 774 Kähnen, die nach Basel gekommen sind, nur 6 über 800 Tonnen geladen hatten, während im Jahre 1926 von insgesamt 303 in Basel eingetroffenen Kähnen 27 über 800 Tonnen Ladung hatten. Kein einziger Kahn hatte im Jahre 1927 tiefer als 1,80 Meter abgeladen. .1924 waren es 47 Kähne und 1926 16 Kähne, die tiefer als 1,80 Meter eintauchten. Diese Zahlen zeigen die wesentliche Verschlechterung der Fa'hrwasserverhältnisse zwischen Strassburg und Basel. Sehr interessant ist die Verteilung des Hafenverkehrs nach seiner Bestimmung oder Herkunft. Der Lokalverkehr für das Wirtschaftsge-' biet von Basel-6tadt betrug insgesamt 57 000 Tonnen, also nicht ganz 8 Prozent des gesamten Hafenverkehrs. Weitaus der grössle Teil des Verkehrs ging nach der Schweiz oder kam von dort, nämlich insgesamt 643 000 Tonnen, also ca. 87 Prozent des gesamten Verkehrs. Von diesem Verkehr ist weitaus der grösste Teil von den S. B. B. weitergeleitet worden. Die Auto- Zu- und Abfuhr betrug ca. 11 000 Tonnen. Der internationale Transitverkehr nach Deutschland, Frankreich und Italien betrug ca. 19 000 Tonnen, also etwa 2%%. Was nun die Art der Güter anbelangt, welche den Wasserweg benützten, so vergleiche man folgende Tabelle: Güterumschlag im Basier Hafen 1927. Bergverkehr Total Tonnen Getreide, Mais, Hirse, Hafer etc. 263187 Zucker 1152 Erdnüsse 1219 Futtermittel 1108 Kolonialwaren 2 860 Erze, Mctallwaren, Blei, Badreifen 9 81G Kohle. Koks, Brikett 232170 Petrolpech 9 071 Chem. Produkte, Pyrit, Phosphate, Rohprodukte 27 649 Holz 13 291 Dorivativo vom Mineralöl 3 626 Mineralische Produkte 7 862 Steine 1297 FJüssigo Brennstoffe 49 092 Verschiedene Güter SO 665 Total 654065 Talverkuhr Total Touucn Asphaltcrde 0 962 Karbid 10265 Eisenerze 20 412 Metaliwaocen, Legierungen 1 21!) Kondensmilch 12t2 Erdnuwkuchcn 887 Steine 7150 Kali 4- 760 (ioniahlcuc Steine 254 Chemische Produkte 15 415 Abfallprodukte 6 363 Futtermittel 2 865 Düngmittel 2161 Holz «0 Verschiedene Güter 7 9.15 Total 84-875 Die Hauptmasse des Güterumschlags betrifft danach im Bergverkehr Getreide, Hafer usw., Kohle, Koks und Briketts und dann bereits in weitem Abstand flüssige Brennstoffe, chemische Produkte, wie Pyrit, Phosphate und Holz und im Talverkehr Eisenerze, chcmisdho Produkte, Metallwaren, Karbid und Asphaltcrde. D Die Dummen werden nicht alle. In der «Ncwyork Sun» erschien kürzlich ein Inserat folgenden Inhalts: «Bringt mir einen Dollar. Smith, New Bon Street 21.» Am folgenden Tage- erschien die zweite Aufforderung mit den Worten: «Ihr könnt den Dollar noch bis morgen einzahlen.» Und tags darauf brachte ein Inserat die letzte Mahnung: «Wenn ihr den Dollar nicht bis morgen gebracht habt, ist es zu spät.» Ein wissbegieriger Reporter, der dem Drange, die merkwürdige Sache aufzuklären, nicht zu widerstehen vermochte, begab sich nach der bezeichneten Wohnung, um Herrn Smith auszufragen. Er fand aber nur einen Sekretär vor,dcr sich zwar durchaus bereit fand, einen Dollar anzunehmen, sich im übrigen aber vollständig zugeknöpft verhielt. In der Folge stellte sich dann heraus, dass Herr Smith ein steinreicher Mann war, der mit einem Bekannten um einen ansehnlichen Betrag gewettet hatte, dass auf sein Inserat hundert Dummköpfe hereinfallen würden. Er hatte indessen die Zahl derer, die nicht alle werden, viel zu niedrig eingeschätzt. In Wahrheit betrug die Zahl der gedankenlosen Geldgeber nicht weniger als 1600! — ZÜRICH Soigmerte Spezialitäten-Küche Gesellschaftsessen SEILEB, Traiteur 11.35 Telephon Sein. 11.35 Ergrautes Haar erhalt seine frühere Farbe wieder durch Birken-Brillan tin e Kein neues Präparat, 40jähr. Erfahrung. Verborgt Wirkung und Zuverlässigkeit. Genoralde p o t: J.BaeP'SEPDen, Römerscbloss-Apoöiefce, ZOffCR 7 Telephon H. 6010 Asylstrasse 70 Der Passagier in der Hochbahn. Auf den Verkehrsmitteln der Weltstadt lernt man recht eigentlich Menschen und Leben kennen. Wer erinnert sich nicht an die Bilder, die man erlebt, wenn mau in der Untergrund- oder Hochbahn von Paris oder Berlin gefahren ist. Die folgende Skizze gibt ein solch bizarres Bild. Sie ist der «Naüoiml-ZeKung» entnommen : Am Potsdamer Platz steigt er ein. Er setzt sich neben mich. Er besteht nur noch aus Haut utid Knochen. Er hat blaue Ringe um die Augen. Dünne Arme hängen an ihm nieder. Er ist ein wandelndes Skelett. Die schweissigen Hände liegen schwer auf seinen gezeichneten Knien. Es übcrschleicht mich sogleich ein fatales Gefühl. Er schläft ein. Es ist schon spät, die Luft muffig und dumpf. Von Station zu Station wird die Last, die sich an mich gelehnt, schwerer und stofflicher. Ich wage es kaum, mich zu bewegen. Gleisdreieck. Es steigt eine junge, kecke Berlinerin ein. Sie stutzt erst einen Augenblick und überlegt sich. Es ist der einzige freie Platz. Schliesslich setzt sie sich neben den Schlafenden. Hie und da blickt sie mich, am Schlafenden vorbei, fragend an, besonders wenn an einer Kurve die Last gegen sie gedrängt worden. Ist die Kurve vorbei, sucht sie sich eine Handbreit Raum zu schaffen. Der Kopf des Schläfers fällt immer tiefer auf die Brust. Wieder suchen sich unsere Blicke. Ein prächtiges Girl, denke ich mir, hinter dem Rücken des Ausgemergelten. Die Fahrgäste tauschen hier und da Blicke. Ich blicke mich nach ihm um. Er hat nun die Augen leicht geöffnet. Sie haben den seltsamen Glanz eines Hypnotisierten. Die Luft wird stickig. Die Atmosphäre wird unheimlich. Die Fahrgäste tuscheln da und dort. Ich wäre längst gerne aufgestanden. Ich hätte den Zug verlassen, vor der Erreichung des Endziels. FEINSTE SCHUHCREME mit dem einfachsten, bequemsten Dosenöffner WAFFEN für Jagd, Sport u. Verteidl. ng, wiet Doppelbüchsen. ilSoge,BookbüotL3flint«n, Repetierbüohsen, Doppelflinten etc. m. HöohftWstongen liefert mit Aller Garantie W. Glaser, Bleioherwev 44, Zürich Z Gegr. 1866 GröMt. Spezialgeschäft der Schweiz. Entk» Reierenz«n im In* und Ausland. Illustr. Katalog gratis; DER rWNN. DESSEN NERVEN IN jDRONUMB CMC KOFFBN Es lähmt mich ein bängliches Gefühl, diesen Zustand zu verändern. Der Tote bannt mich — ich nehme wirklich an, er sei tot — und die Lebende bannt mich, die im Schütze des Toten mein Blut rascher strömen lässt. Der Zug schiesst in die Tiefe. Metallenes Dröhnen. Stahlgraue Luft. Wittenbergplatz. Ein Rucik. Der Wagen leert sich. Icli fühle, dass manche den Wagen verliessen, weil sie das fürchten, was jeden Augenblick festgestellt werden kann. Wir fahren weiter, der Tote, das Girl und ich. Ein merkwürdiges Trio. Am Zoo ist meine Kraft zu Ende, Ich ersuche die junge Dame, doch nach einem Beamten zu rufen. Der Beamte kommt. Er rüttelt den Schläfer leicht. Er rüttelt ihn stärker. Die Arme fallen dumpf auf den Sitz. Es kommt Hilfe. Man trägt ihn weg. Wir steigen ans harte Licht. Klebriger Regen. Ins nächste Cafe. Wir besprechen den grässlichen Fall. Wir reden über Tod und Leben, mehr aber über das Leben. Sie ist Tänzerin. Wir verabreden ein Rendez-vous für den folgenden Abend. Herrlich, wie sie in die Nacht schreitet, unter den wandernden Lichtreklamen hin, hart und doch gelöst in allen Gliedern. Der originellste Sammler der Welt ist jüngst gestorben. Es war dies, nach einer Notiz im «Bund», ein Schotte, der sich auf den verrückten Gedanken kapriziert hatte, Wasser aus allen Flüssen der Erde zu besitzen. Er schrieb einfach au irgeud einen Beamten, meistens den Lehrer eines Ortes, der an dem fraglichen Flusse lag, und sandte ihm nebst Rückporto eine kleine Flasche, in die das Flusswasser zu füllen war. In den meisten Fällen erhielt er die gewünschte Sendung, so dass sich in seinem Nachlass selbst das Wasser australischer und nordsibirischer Flüsse befunden hat.