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E_1929_Zeitung_Nr.012

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Xf Was ich jungen Männern, die ins Geschäftsleben eintreten wollen, rate. Von Henry Ford. auch den Heisst angestelltsein zugleich Ehrgeiz und die Initiative verlieren? Lautet die Antwort hierauf «ja», so ist der Anfang schon verkehrt. Bis vor einer Anzahl von Jahren machten sich die meisten Männer selbständig, weil es in der Regel sehr schwer war, eine entsprechende Karriere auf irgend eine andere Art und Weise zu machen. Heute trifft dies nicht mehr zu- Anstellung bietet für jeden Mann eine Laufbahn, eine Tatsache, die von denjenigen, die sich mit diesem Problem befasst haben, nur zu häufig übersehen wurde; ausserdem hat der junge Mann heute dabei grössere Mögkeiten, schöpferisch tätig zu sein, als er es bei seiner Selbständigkeit fertig bringen würde. Je mehr sich die Industrie ausdehnt, um so grösser die Möglichkeit für Betätigung und um so stärker die Nachfrage nach tatkräftigen Männern. Ohne das persönliche Element dabei zu berücksichtigen, wollen wir uns einmal der Geschäftswelt zuwenden und feststellen, wie sie sich zusammensetzt. Aus Privatunternehmungen und grossen Konzernen. Privatunternehmungen tragen zum grössten Teil Konkurrenzcharakter. Konzerne beruhen dagegen auf Gemeinschaftsarbeit. In ihnen herrscht ein Geist, der sich auf gemeinsamen Interessen aufbaut. Es ist die Konzentrierung der Gedanken und Kräfte vieler Männer. Wenn dies also zutrifft, so befindet sich derjenige Mann, der von einem grossen Konzern angestellt ist, in einer vorteilhafteren Lage, seine Kräfte zu verwerten. In einem Privatunternelimen werden diese Kräfte zersplittert. Die Gelegenheiten, eine Stellung und Verantwortung zu erwerben, sind im Abhängigkeitsverhältnis grösser als bei der Selbständigkeit. Das ist natürlich, da es in einem Konzern wesentlich mehr Plätze auszufüllen gibt und die Belohnungen daher auch grösser sind. Das Geschäft gedeiht entsprechend der Tatkraft und dem Verstand der Männer, die es hervorbringt. Jeder grosse Konzern braucht in erhöhter Zahl energischere Männer als das kleine Unternehmen. Natürlich gehen mit dem grösseren Bedarf auch grössere Chancen Hand in Hand, Die Sache liegt in der Tat heute so: Anstellung liegt mit dem Privatunternehmen im Kampfe um den besten Mann. Unabhängigkeit und gute Aussichten bilden heute nicht mehr den Reiz des Privatunternehmens allein, sondern werden im gleichen Masse auch in den grossen Konzernen mit zahlreichen Angestellten gefunden. Der Gedanke, dass die Industrie dem Mann die Initiative nimmt, ist noch keinem Industriellen gekommen. Es gibt tausend Möglichkeiten für Angestellte, die für andere arbeiten, vorwärts zu kommen, und schliesslich tun wir ja alle das gleiche: arbeiten für andere. Die Entwicklung der Industrie ist fast unbegrenzt, und es ist Raum genug für jeden. Wer aber schneller als die anderen geht, kommt rascher ans Ziel. Und noch eine andere Erwägung: Als Angestellter ist leicht Arbeit zu finden, sie ist stets vorhanden. Die Notwendigkeit dagegen, ein eigenes Unternehmen zu beginnen, ist nicht immer gegeben, oder es mögen auch die Mittel dazu fehlen. Wer ein eigenes Unternehmen beginnt, muss vor allen Dingen Kapital haben. Das braucht nicht stets in Gestalt des Geldes zu sein. Auch eine Idee kann Kapital bedeuten; Erfahrung, Kenntnisse sind Kapital. Natürlich ist etwas Geld nötig, aber wichtiger als das ist die Idee, wichtiger als Geld ist Erfahrung. Kann ein Mann die grösste Erfahrung in seinem eigenen Unternehmen sammeln oder dadurch, dass er für andre arbeitet, die bereits einen Ueberschuss an Erfahrung besitzen? Will jemand ein eigenes Geschäft gründen und hofft, dabei Erfolg zu haben, so muss er Erfahrung besitzen oder sie erwerben, während er sein Geschäft entwickelt. Dies Verfahren kann mitunter dem neuen Betrieb recht teuer zu stehen kommen. Doch es gibt einen Weg, diese Erfahrung zu erhalten, ohne dass es eigene Kosten und Gefahren verursacht. Dadurch nämlich, dass man für einen anderen arbeitet — darauf achtet, wie andere arbeiten, verstehen lernt, weshalb dies so und jenes so gemacht wird. Dadurch, dass man die eigene Tatkraft gebraucht, bestehende Methoden verbessert und neue Systeme erfindet. Es macht keinen Unterschied, ob ein Mann in seinem eigenen Geschäft beginnt oder bei einem anderen: die Hauptsache ist, er muss einen ordentlichen Anfang machen und seinen Beruf von Grund auf lernen. Die meisten wirtschaftlichen Krisen in der Industrie entstehen dadurch, dass Männer an der Spitze stehen, die ihre Arbeit nicht kennen. Das heisst in anderen Worten, die meisten wirtschaftlichen Krisen der Industrie könnten einfach dadurch vermieden werden, dass man Männer zur Leitung bestimmt, die ihr Geschäft verstehen und die Industrie kennen. Man wählt einen Chirurgen für eine Operation aus, weil man meint, er sei Fachmann auf seinem Gebiet. Wer einen Direktor zur Leitung eines Unternehmens braucht, muss nach denselben Grundsätzen verfahren, falls er den Fortbestand des Unternehmens sichern will Wer in leitender Stellung steht, muss sein Geschäft von Grund auf kennen. Es gibt nur einen Sinn für das Vorhandensein der Industrie : Die Herstellung dessen, was das Publikum braucht Wenn das aber der Hauptzweck der Industrie ist, so müssen auch Männer an der Spitze stehen, die etwas von dem Herstelhingsprozess und nicht nur von der Buchhaltung verstehen. Wer daher ein Unternehmen erfolgreich führen will, muss wissen, wie alles hergestellt wird, muss selber an der Herstellung mitgearbeitet haben. Wer dies niemals getan hat, steht von Anbeginn im Hintertreffen, denn andere müssen ihm erklären, wie er sein Ger schäft zu leiten hat, während er es selbst am besten wissen sollte. Wer selber mitarbeitet, macht eine treffliche Lehrzeit durch, die für ihn von ungeheurem Nutzen sein wird. Wer für andere arbeitet, wird die Augen offen Die fliegende Herzogin. Dieser Tage kam auf dem holländischen Flugplatz Schiphol die Herzogin von Bedford mit ihrem Moth-Flugzeug an, das von Kapitän C. Barnard gelenkt wurde. Ausser diesem Apparat besitzt die Herzogin eine Fokker-Maschine, die «Prinzessin Xenia», mit der sie schon grosse Flüge unternommen hat, so von London nach Karachi und zurück. Die Heimreise wurde in der* Rekordzeit von viereinhalb Tagen vollbracht. Trotz ihrer dreiundsechzig Jahre ist die Herzogin von Bedford noch eine grosse Sportlerin. Sie fliegt gern und lenkte auf der Luftreise nach Karachi ihren Fokker mehrere Stunden lang ganz allein. Auch auf anderen Sportgebieten ist sie nicht unbekannt. Im Scharfschiessen ist sie eine Meisterin und auf dem Eise zeigt sie als Kunstläuferin bedeutende Geschicklichkeit. Im Weltkrieg leitete sie ein eigenes Spital mit zweitausend Betten und jetzt hat sie in Bedford ein Krankenhaus mit fünfzig Betten, die speziell für Krebskranke reserviert sind. Vor kurzem hat sie auch ein Rekonvaleszentenheim eröffnet. Nach einem Besuch der Fokker-Fabrik flog die Herzogin nach London zurück. Eine Hutkomödie Im englischen Unterbaus. Im englischen Unterhaus spielte sich dieser Tage eine Komödie ab. Wenn die Mitglieder des Parlaments sich an den Vorsitzenden mit einer Frage wenden, müssen sie ihr Haupt bedecken. Das ist jahrhundertealte Tradition- Als kürzlich der weibliche Unterhausdeputierte Suzan Lawrence aufstand, um den Vorsitzenden zu sprechen, rief man ihr, da sie im Saal natürlich ohne Hut war, von verschiedenen Seiten scherzend zu: «Hut! Hut!» Der Abgeordnete Cecil Wilton machte aus Papier rasch einen Zweispitz, eilte zu Frau Lawrence hin und setzte ihr ihn mit einer Verbeugung aufs Haar. Die Abgeordnete riss den Papierhut indigniert vom Kopf, aber im selben Moment reichte ihr ein anderer Abgeordneter emen alten Filzhut, den sie ebenfalls entrüstet zurückwies. Da sie also ohne Kopfbedeckung war, nahm der Vorsitzende von ihr keine Notiz and .leistete die Abstimmung ein, ohne ihr das Wort Der vorsichtige Auto-Vermieter! halten und aus den Fehlern, die seine Arbeitgeber machen, lernen. Ich rate daher jedem, erst einmal für andere zu arbeiten, selbst wenn er die Absicht hat, später sein eigenes Geschäft zu gründen. Er wird dann wesentlich besser zur Leitung seiner eigenen Angelegenheiten befähigt sein. Grosse Vorteile bieten sich dem jungen Manne, der in einen Konzern eintritt, wo ihm alle Hilfsmittel zur Verfügung stehen, wo er unbegrenzte Möglichkeiten zum Lernen hat. Für ihn ist es viel besser, als wenn er in seinem eigenen Unternehmen zu lernen beginnt, wo er erst die nötigen Grundlagen schaffen muss, die Zeit und Geld kosten. Jedes Unternehmen muss langsam aufgebaut werden. Es muss wachsen und zwar auf natürlichem Wege. Wer das aber erreichen will, muss verstehen, Verbesserungen einzuführen, je weiter er vorwärts kommt und muss mit der Zeit Schritt halten. Männer, und vor allem junge Männer, werden leicht ungeduldig. Sie sollten es nicht werden. Die Zeit ist einer der wichtigsten Faktoren; die Zeit bringt zur Reife, was wir begonnen haben. (Anglo American N. S., Copyright) Bunte Chronik aus aller Welt gegeben zu haben. Darauf verliess Frau Lawrence empört den Saal und die Abstimmung fand unter lärmenden Zwischenrufen, die von den Bänken der Arbeiterpartei ausgingen, statt. Ein «nie versagender Wetterprophet». Die Wettervoraussagen unserer Meteorologen sind zum Aerger aller Sporttreibenden, aber auch vieler anderer Leute, nicht immer zuverlässig und eintreffend. Auch in Chile, wo das Netz der Wetterbeobachtungsstationen noch nicht sehr ausgebaut ist, somit die Voraussagen einen viel geringeren Grad von Wahrscheinlichkeit erreichen können, scheint man diese Erfahrung gemacht zu haben. Das Bedürfnis nach zuverlässigen Wettervoraussagen ist dort allem Anschein nach sehr gross, denn eine chilenisch« Firma vertreibt neuerdings massenhaft einen «nie versagenden Wetterpropheten», den sie mit grösser Reklame in den Zeitungen ankündigt. Es handelt sich hierbei um einen ebenso seltsamen wie zuverlässigen Apparat, den die Bewohner des südlichen Teiles von Chile schon seit über 100 Jahren kennen und benutzen. Er besteht aus der abgeworfenen Schale einer dort einheimischen Krabbenart, die von der betreffenden Firma nur hübsch verarbeitet und verziert wird. Die leere Muschel ist bei gutem Wetter vollständig weiss; ist Regen oder Sturm im Anzüge, so erscheinen rote Flecken auf der zarten Färbung, und droht der Regen ausdauernd zu werden, dann wird die ganze Muschel rot und bleibt so, bis wieder trokkene Witterung in Aussicht steht- Dieses natürliche Barometer soll seine Besitzer niemals täuschen. Worauf diese prophetische Gabe der Krabbenschale beruht, ist noch nicht vollkommen geklärt. Es mnss in der Schale ein Mineralstoff enthalten sein, ähnlich den uns bekannten, den Feuchtigkeitsgehalt der Luft derart angebenden Kobaltverbindnmgen, dass sie bei trockener Luft blau sind und bei steigender Luftfeuchtigkeit immer mehr rötlich werden. Sie versagen aber bei kaltem Wetter, wo bekanntlich die Luftfeuchtigkeit immer gesteigert ist. ohne dass es zu Niederschlägen kommt. Bei dem chilenischen Produkt soll nicht das Anzeigen eines augenblicklichen Feuchtigkeitsgehaltes, sondern eine wirkliche Voraussage den Wert des «Wetterpropheten» bedingen. 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N° 12 - 1929 ÄUTOMOBTL-REVUE 17 Einige Winter - Neuheiten Kaffeemaschinen-Kühleraufsatz (während BepaTa- Die als Schneepflug verwendbare Stoss-Stange. (Mit turen eine Tasse heissen Kaffee im Augenblick!) einem Griff herunterklappbar und marschbereit). Das Autogesicht. ihm mit Leib und Seele hingebenden Menschen gewisse Eigenheiten aufzuprägen. Warum auch nicht, jedenfalls eine einleuchtende Argumentation! Beweist doch das Studium der Gesichtszüge — Physiognomik heisst diese Wissenschaft, auf die sich besonders Lavater verstand! — dass z. B. zwischen Beruf und Gesichtsausdruck ganz bestimmte Beziehungen bestehen. So gibt es Schelmen- und Spitzbubengesichter, Advokatenges-ichter, Pastorengesichter, Kasernen- Zuchthausgesichter, Dr. P. 0. Pfuffer sagt es. Ergesichter, Amtsgesichter, «Bitte, recht freundlich! Die Ohren .natürlich' hängen lassen! So ist's recht! Wunderbar entwickelt, diese Ohren! Fehlte der Rüssel nicht, die Aehnlichkeit wäre verblüffend!» (Ein Zukunftsmensch vor dem Objektiv.) Der Zukunftsmensch — das ist der Mensch mit Radioohren. Das Radioohr — ein riesiges Ohrengewächs — wird kommen. Es muss kommen. schwört Stein und Bein darauf. Das Radioohr, sagt er, liege in der menschlichen Entwicklungslinie. Die täglichen Anstrengungen, denen unser Grossstadtohr ausgesetzt sei, die beständigen Reizeinwirkungen, die unablässige Irritation Hessen diesem Organ einfach keine andere Möglichkeit als die der Betriebsvergrösserung, der Ausdehnung zu Riesenschalltrichtern- In einigen Jahrhunderten — die Natur macht eben keine Sprünge, schon gar nicht, wenn man sie beim Ohrwickel packt! — sei das menschliche Ohr zu einem grossen Hängelappen ausgewachsen, deshalb imstande, die Radiowellen direkt aus dem Aether aufzufangen. Auf Grund seiner grösseren Radioerfahrungen, die Dr. Pfuffer als amerikanischer Arzt uns etwas rückständigen Europäern gegenüber zweifellos besitzt, muss er wohl Bescheid wissen! Radioohren? Autler, ziehe kein schief Gesicht! Auch dein «Gesichtswurf» wird sich den veränderten Beziehungen zur Aussenwelt anpassen, sagt dir doch eine andere wissenschaftliche Lehre, dass sich die Weiterentwicklung der Sinne vom Menschen nicht in organischer Entfaltung, sondern in technischer Richtung vollziehe, derart, dass durch die Erfindung von Apparaten und Mechanismen die Kraft der Sinne fortgesetzt gesteigert werde. Sei guten Mutes, Autler! Radioohren brauchen eine lange Wachstumszeit! Erst am dritten oder vierten Glied — schon Adam wollte im Paradies das Gras wachsen hören! •— wird sich die sündhafte Neugier der Väter •rächen. Erst der Uebermensch späterer •Jahrhunderte wird elephantenartige Radioohren haben. Das Autogesicht aber kommt schneller. Es würde schon da sein, wäre das Auto lange genug in Gebrauch, um — wie ein englischer Physiognomiker sagt — dem sich Engelsgesichter, Teufelsgesichter, «Wochentags- und Kurrentgesichter», Wochenendgesichter, Ferien- und Feiertagsgesichter, süsse und saure, heitere und grimme Gesichter, Fuchs- und andere rassige menschliche Tiergesichter. So wird, je nachdem, ein Reiter-, Stallmeister-, Jockey- oder... Rosstäuschergesicht bekommen, wer beständig mit Pferden zu tun hat, wie umgekehrt eine sich in ähnlichen Gesichtszügen Wahlverwandtschaft besteht zwischen Hunderasse und Hundeliebhaber- Die ersten Anzeichen des typischen Autogesichtes will man in einer tiefen Furche entdeckt haben, die sich mit der Zeit, vom Nasen- bis zum Mundwinkel hinziehend, wie mit dem Zirkel gezogen, als charakteristische Autofalte, also in jener Partie des Gesichtes, welche die Stärke der Willensenergie anzeigt, eingräbt und als eine Folgeerscheinung der starken Willenskpnzentration, wie sie andauerndes schnelles Autofahren bedingt, bezeichnet wird,, Aus dieser Furche will der Physiognomiker bei jungen, d. h. in der Sturm- und Drangperiode lebenden Aütlern auf besonders passionierte Fahrer schliessen. Zeige mir deine Autofalte, und ich sage dir wie du fährst! Ein weiterer charakteristischer Zug markiert sich, wie man sagt, in der Partie um die Augen als «eine Art Anspannung» in gewissen Linien,' die sich infolge des angestrengten scharfen Geradeausblickens beim Autofahren einstellen* Apropos — den Autler durch blosses Tragen einer Autobrille markieren zu wollen, wird fürder riskanter sein; die mangelnde Autofurche um den Mund und die fehlenden Augenfalten bringen es an den Tag. Ein drittes Kennzeichen des typischen Autogesichts wird sich ums Kinn herum «einfahren», indem sich hier allmählich eine be- Der elektrische Wärmestrailer im Reserverad. (The Humorist). stimmte «angespannte Linie» ausprägt, wie sie etwa auch dem Boxergesicht charakteristischen Ausdruck verleiht. Das kommt davon, wenn der Autler selbst am Steuer sitzt. Der grosse Energieaufwand, welchen die Tätigkeit am Steuer bedingt, ist es, welcher seine Spuren in der Partie ums Kinn hinterlässt. Wie sollte auch nicht das feste Aufeinanderpressen der Lippen dem Munde, das häufige Vorschieben des Kinns den ständig gestrafften Kinnbacken, der ganzen unteren Gesichtspartie folglich allmählich einen charakteristischen Ausdruck verleihen? Und die Frau am Volant? Wird sie — eine Schicksalsfrage fast! — im Autogesicht auch so aussehen, wie sie gern aussehen möchte? Wird sie sich als Auto-Amazone gefallen? Diesen neuen Frauentyp — in einzelnen Repräsentantinnen des schwachen Geschlechts da und dort schon zu sehen! — prophezeit der englische Arzt Dr. Williams auf Grund spiegelnde Art vonseiner Beobachtung, nach welcher Mädchen, die einen Sport treiben, der nur für Männer berechnet sei, in ihrer Erscheinung auch einen immer stärkeren männlichen Ausdruck erhalten, so dass allmählich ein Geschlecht von richtigen Amazonen heranwachse. Derselben Meinung ist der bekannte Londoner Porträtmaler Alfred Praga, wenn er erklärt: «Der •moderne Sport hinterlässt seine deutlichen Zeichen auf den Gesichtern der Frauen. Die Mädchen von heute haben entweder ein Automobilgesicht oder ein Tanzgesiclit oder ein Sportgesicht. Man kann dar- £ äus gleich sehen, wofür die Dame sich hauptsächlich interessiert. Die eifrige Beschäftigung mit Sport ruft in den Zügen des Mädchens harte, eckige Linien hervor, die kein Lippenstift und keine Schminke verdecken können- Unter den vielen Hunderten von Damen, die ich jedes Jahr sehe und male, entdecke ich überhaupt kaum noch frische jugendliche, echt weibliche Züge. Finde ich doch einmal ein richtiges Mädchengesicht, ist es gewöhnlich bei einem Mädchen, das eben aus der Schule kam und noch nie anstrengendem Sport gehuldigt hatte.» Beobachtungen, die auch ein Physiognomiker machte. Da die glätteren, meist von keiner Berufstätigkeit gezeichneten weiblichen Gesichtszüge, wie er sagt, einprägsamer seien, hinterlasse auch das ständige Autofahren bei Frauen deutlichere Spuren als beim Manne. Zeichen der Ermüdung prägten sich dem, Automatischer Wegweiser mit Beleuchtung. Antlitz der Frau schon deshalb leichter ein, weil die Geistes- und Willensanstrengung der Automobilistin grösser sei als die des Aut- lers- Und dagegen gäbe es keine Waffen? «Das Autogesicht», sagt derselbe Physiogno-* miker, «ist noch nicht ganz scharf markiert, aber es tritt doch immer klarer in die Erscheinung, und wir wollen nur hoffen, dass dem Antlitz eine neue eigenartige Note, keine Entstellung verliehen wird!» Eine Mahnung an unsere Zeit, welcher das gesunde Ideal der Antike — der Rekord als Faktor des Sportes war ihr unbekannt! —- jene Sorge um die Wahrung des höchsten Schönheits-* ideals, Harmonie, verloren gegangen ist, sich endlich wieder auf die Gesetze der inneren Aesthetik, wie sie die attische Arena in ihre*; harmonischen Körperkultur beseelten, zu besinnen! Was man in Romanen alles- lesen kann. (Siehe A.-R. Nr. 10.) Der holden Romanschreiberin geht es halt mit den Automobilen wio es ihrem Kritiker A. S. mit' den Flugzeugen geht. Wenn man einen gewöhnlichen Flugzeugmotor anlassen will, so überzeugt man sich tatsächlich von der richtigen Stellung der Benzinhahnen, lässt den Propeller Einigemal durchdrehen, schaltet die Magnete (den «Kontakt») ein und. dreht rasch den Anlasser. Der Anlasser ist in diesem Fall nichts anderes als eine von Hand angetriebene Dynamomaschine,; die::.an Stelle der bei nicht laufendem Motor ^ebenfalls stillstehenden Magnete- die Zündspannung liefert. Wenn das Gemisch richtig; war, so springt der Motor an, und der Tourenzähler beginnt zu zeigen, wenn er nicht defekt ist. Vor dem Start prüft man, wenn man vorsichtig ist, auch die Steuerungen. Die ganze mühselige Prozedur kommt nicht Gott sei Dank nur in Romanen vor, sondern täglich auf dem Flugplatz. Grüezi! du. Das Problem. «So tief in Gedanken, Kollege?» fragt ein Arzt den anderen, «was für Probleme wälzen Sie denn?» «Hm, das Töchterchen meiner besteu Patientin muss geimpft werden, und die Mutter will durchaus, es soll an einer Stelle des Oberkörpers gemacht werden, wo man es nachher nicht so sieht.» | Albrecht-Schläpfer&Oie. neben Botel du Paro am = Erstes ZUR ICH I Linthescher Pl atz Spezialgeschäft für nichst Hatmtbahnh. 3 Wolldecken pd©©k©n Autodecken Kfililerdecken a Fr. 5.— 6.50 7.50. Hauti .Heivetia-mascninen* Einzige Schweizermarke Kleine monatliche Zahlungen. Verlangen Sie die Graciszusendung des neuen Pracbtkataloges, Schweb. Nähmaschinen-Fabrik A.-G., Luzern 8. Wir verkaufen zu Liquidationspreisen neue und gebrauchte Präzisions-Zog- nnd LeitspindelrtrelilJäiike in diversen Grossen, mit Prismawangen und Nortongetriebe. Argovia A.-G., Meilingen (Aarg.) onschone Die Speisen sorgfältig kauen und gut dorchspeicheln, dam täglich ein Gläschen •Bitter! 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