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E_1929_Zeitung_Nr.036

E_1929_Zeitung_Nr.036

Der Strassenverkehr —

Der Strassenverkehr — Bundessache. Ein einer bekannten Pressezentrale entstammender Artikel versucht unter diesem Titel unsern Bürgern klar zu machen, dass die Quintessenz der Verkehrsinitiative darin liege, die Gesetzgebung und damit die Oberhoheit über den Strassenverkehr aus den Händen der Kantone in diejenigen des Bundes übergehen zu lassen. Die Initianten verfolgen nichts weniger als die Verwirklichung des «auf den ersten Blick bestechenden Gedankens». Von einer Antastung der kantonalen Hoheitsrechte ist nicht die Rede. Im Gegenteil will ja die Initiative den Kantonen die Mittel in die Hand geben, um ihre Souveränitätsrechte auch wirklich ausbauen zu können. Es ist wohl unbestritten, dass der Souverän, in diesem Falle der Kanton, nicht nur das Recht hat, aus seinen Steuerzahlern möglichst viel Gold herauszupressen, sondern dass er diesen Steuerzahlern gegenüber auch Pflichten besitzt, Pflichten, die er sich selber und seinem Volke gegenüber schuldig ist. Zu diesen Pflichten gehören wohl nicht in letzter Linie der Bau und Unterhalt der Strassen. In dem oben zitierten, vielfach sich widersprechenden Artikel gibt der Verfasser selber zu, dass die in der Zukunft aus dem Benzinzoll fliessenden Mittel bei weitem nicht ausreichen, um die Strassen den Anforderungen des modernen Verkehrs anzupassen, es seien hierzu bedeutende Zuschüsse aus dem kantonalen Fiskus erforderlich. Gerade darin aber liegt unsere Quintessenz der Verkehrsinitiative. Der einzelne Steuerzahler ist derart bereits in der Tinte und die kantonalen Kassen sind von flüssigem- Gelde derart unbeschwert, dass neue Zuschüsse eine absolute Unmöglichkeit bilden, ohne die Steuerschraube noch zwei oder dreimaj fester anzuziehen. Es muss deshalb für eine rechtzeitige Entlastung der kantonalen Steuerzahler gesorgt werden und dies will die Initiative durch das Begehren ermöglichen, der Bund habe den sämtlichen Benzinzoll an die Kantone abzuliefern. Wenn auch im Text der Initiative nicht ausdrücklich festgestellt wurde, dass der Bund zur Verbesserung des Strassennetzes «besondere grosse Mittel» durch Anleiben oder Subventionen zur Verfügung zu stellen habe, so ist doch durch die Anforderung des ganzen Benzinzolls ausgesprochen der Gedanke enthalten, den Kantonen durch vermehrte Zuschüsse Anleihen zu ermöglichen, ohne den Steuerzahler neuerdings zu schröpfen. Es ist demnach eine bewusste Irreführung von Seiten der betreffenden Artikelfabrik, wenn behauptet wird, der Bund solle zwar befehlen, aber habe nichts zu bezahlen. Gerade das Gegenteil ist der Fall, der Bund soll nichts in die kantonalen Hoheiten hinein zu befehlen haben, dafür aber dasjenige Geld auf den Tisch legen, das den Kantonen rechtmassig zukommt. Was die Initianten bezwecken, ist nicht eine schablonenhafte, sondern eine gerechte, vernünftige und alle Teile des Volkes umfassende Regelung des Verkehrs. Die Behauptung, es werde dem Kanton das Recht gewahrt, im Rahmen einer eidgenössischen Gesetzgebung über das Strassenwesen Vorschriften zu erlassen, ist falsch. Die Initianten, welche bei der Abfassung der Initiative auf unsern föderalistischen Staatsgedanken Rücksicht genommen haben, wollen nicht so weit gehen. Die Kantone sollen nach wie vor ihre kantonale Strassen-Gesetzgebung behalten, dem Bunde wird einzig das Recht eingeräumt, sich am Bau gewisser Durchgangsstrassen zu beteiligen und sie eventuell kraft seiner grössern Mittel zu fördern. Heute komm© man uns nicht mit dem Gespenst eines «.eidgenössischen Strassenvogtes». Davon kann kein© Rede sein. Die schweizerischen Motorfahrzeugbesitzer haben an ihren 22 kantonalen Strassenvögten bereits genug, sie begehren keinen neuen. Eines ist jedoch immer wieder zu •bedenken : der Verkehr lässt sich nicht durch kantonale Schlagbäume hintanhalten. Es gibt Fragen, welche die Kantone von sich aus nicht mehr zu lösen vermögen. Ihnen in der Lösung dieser Aufgaben zu helfen, ist elementarste und schönste Aufgabe des Bundes. Wo sachliche Gründe vorhanden waren, hat man sich nicht gescheut, wichtige Aufgaben dem Bunde zu übertragen. Der letzte Fortschritt auf diesem Gebiete liegt in der Ausarbeitung eines schweizerischen Strafrechtes. Der zunehmende Verkehr in früheren Jahrzehnten brachte uns den schweizerischen Schienenstrang. Wir wollen das nämliche nicht für die Strassen. Aber eines darf mit gutem Recht gefordert werden: eine Vereinheitlichung der Strassenverkehrs-Gesetzgebung und eine grössere und gerechtfertigte Unterstützung der Kantone durch ,den Bund auf dem Gebiete des Strassenwesens. Wer deshalb der Strassenverkehrsinitiative ein Ja gibt, handelt nicht nur fortschrittlich, sondern auch im Sinn und Geist echten Schweizertums. -t. Der Weltbestand an Automobilen zu Beginn des Jahres 1929. In den letzten Jahren hat die Entwicklung des Motorwesens einen solchen Aufschwung genommen, dass auch der' Laie diesem Problem seine Aufmerksamkeit zuwendet. Es wird viel über die Entwicklung des Automobils in technischer Beziehung geschrieben. Man hört viel von sportlichen Erfolgen, dabei besteht aber allgemein eine Unkenntnis über die zahlenmässige Entwicklung der Motorfahrzeuge in den verschiedenen Ländern. Es ist zwar bekannt, dass seit Ende des Krieges der Bestand an Motorfahrzeugen eine gewaltige Zunahme erfahren hat; wie gross diese Zunahme ist, wissen aber die wenigsten Leute. Wir wollen versuchen, an Hand der amtlichen Statistiken verschiedener Länder einen Ueberblick über den Weltbestand an Motorfahrzeugen zu geben. Die Gesamtzahl an Automobilen (Personenwagen, Lastwagen, Omnibusse und SpezialWagen) betrug am 1. Januar 1929 insgesamt 31929952 Einheiten. Dies bedeutet im Vergleich zum Bestand am 1. Januar 1928 eine Zunahme von 2 291417 oder 8,6% im Laufe des Jahres 1928. Es ist noch eine grössere Zunahme gegenüber dem Jahre 1927 festzustellen, jedoch wird der Mehrbedarf der früheren Jahre nicht mehr erreicht. Ob diese Erscheinung ihre Begründung in der allmählichen Sättigung der Welt mit Motorfahrzeugen oder in der alljährlich verbesserten Qualität der Erzeugnisse findet, ist schwer zu entscheiden. Die Frage der Preisgestaltung der einzelnen Wagen, die Reifenfrage, die Frage des Betriebsstoffes, besonders in wenig erschlossenen Erdteilen u. a. m., sind die Faktoren, welche für die Verbreitung des Kraftwagens in der Welt ausschlaggebend sind. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Ueberblick über den Bestand und die Zunahme der Motorfahrzeuge in den fünf Erdteilen von 1928 bis 1929; über den Bestand an Personenwagen, an Lastwagen und das Verhältnis der Personenwagen zu den Lastwagen. Tab.i Amerika. Europa . Australien Asien Afrika . 24,814,323 3,613,377 633,149 348,406 229,190 Man ersieht auch aus dieser Tabelle, dass die Zunahme der Automobile in den vier ausseramerikanischen Weltteilen relativ grösser ist, als die Zunahme in Amerika. In* .etzten Jahre betrug der Anteil der vier ausseramerikanischen Weltteile an der Zunahme der Motorfahrzeuge ein Viertel. Die Uebersättigung des amerikanischen Marktes mit Automobilen tritt hier deutlich in Erscheinung und erklärt auch die energischen Bestrebungen amerikanischer Automobilfirmen, ihren Absatz nach den ausseramerikanischen Erdteilen auszudehnen. Interessant ist auch, dass Europa im Verhältnis zu der Zahl der Personenwagen am meisten Lastwagen besitzt. In den vier andern Erdteilen ist die Zahl der Personenwagen, welche auf einen Lastwagen fallen, bedeutend grösser. Am 1. Januar 1929 betrug dei Anteil Amerikas am Motorfahrzeugbestand der Welt für Amerika 82,3%, für Europa 13,2%, für Australien 2,2%, für Asien 1,3% und am geringsten ist der Anteil des schwarzen Erdteils mit 1% des Weltbestandes. Es wird viele interessieren, wie die verschiedenen Arten von Motorfahrzeugen auf der Erde verbreitet sind. Nach wie vor ist dem Personenwagen der Vorzug gegeben, jedoch enthalten viele Statistiken in den Zahlen der Personenwagen auch die Omnibusse. Der Anteil der Personenwagen auf einen Lastwagen zeigt in den verhältnlsmässig noch wenig automobilreichen Erdteilen fast das gleiche Bild (siehe Tabelle I). Der Wiederaufstieg Europas ist auch im Jahre 1928 zu bemerken und steigert sich von 16,2 auf 17% oder um 605,000 Einheiten gegenüber dem Bestand im Jahre 1927. Der Bestand verteilt sich auf 2,901,614 Personenwagen, 1,030,889 Lastwagen und 111,791 Omnibusse. Die Betrachtung dieser Zahlen wird dadurch erschwert, dass keine absolute Trennung nach dem Verwendungszweck der Automobile in den einzelnen Ländern durchgeführt ist. Am 1. Januar 1929 hat auch Frankreich die erste Million Einheiten an Motorfahrzeugen überschritten. Es kann jetzt 1,108,900 Motorfahrzeuge für sich buchen. Grossbritannien hat auch in diesem Jahr seinen Bestand AUTOMOBn.-RFVUC 1929 - N" 38 weiter vergrössert und weist die stattliche Zahl von 1,372,109 Wagen auf. Dann folgt das deutsche Reich, welches am 1. Juli 1928 über 473,145 Personenwagen, Lastwagen und Omnibusse verfügte, nach einer Schätzung einer amerikanischen Quelle bis zum 1. Januar 1929: 545,100 Einheiten. Diese drei Länder umfassen 71,8% des europäischen Bestandes an Motorfahrzeugen. Erst in weitem Abstand folgt Italien mit 172,000 Einheiten. An fünfter Stelle ist Spanien mit 156,501 Motorfahrzeugen zu nennen. Den Automobilbestand einiger anderer europäischer Länder zeigt die nachfolgende Tabelle: Die vier automobilreichsten Tabelle II Länder Europas Der wichtigste Erdteil im Bestände der Welt ist Am'erika, desse Anteil an Motorfahrzeugen sich rasch dem Sättigungsgrade annähert. Einschliesslich der Vereinigten Staaten ist für Amerika am 1. Januar 1929 der Bestand von insgesamt 26,308,342 Einheiten zu nennen, davon entfallen 22,764,298 auf Personenwagen und 3,416,996 auf Lastwagen. Für Omnibusse wird der Anteil mit 96,111 Einheiten angegeben. Im Vergleich mit dem Bestand am 1. Januar 1928 ist eine Zunahme von 6% einschliesslich der Vereinigten Staaten und 16,2% ohne diese festzustellen. Weitaus an erster Stelle befinden sich die Vereinigten Staaten mit 24,5 Millionen Kraftfahrzeugen. In sehr weitem Abstand folgt Kanada mit 1,061,828 Einheiten. Argentinien mit 299,839 und Brasilien mit 155,000 Einheiten erschöpfen die Reihe der Länder mit einem Bestände von über 100,000 Wagen. Der» Wel'bestand an Personen- und Lasfwaaen Motorfahrzeuge 1928 1929 26,308,342 4,218,986 707,609 416,743 278,172 Land *'« W- Iw» I K wagen wagen Innlnra ljMra England. . . 946,000 320,537 105,362 1,372,109 Frankreich . 78530 323,700 — 1,108,900 Deutschland . 387,700 131,400 26,000 645,100 Italien . . . 137,000 35,000 — 172,000 22,764,000 2,902,000 678,000 318,000 224,000 3,417,000 1,031,000 131,000 86,000 Personenfahrzeuge Personenwagen auf ein Lastwagen 6,6 2,8 4,4 3,1 4,6 Die Vereinigten Staaten stehen nicht nur an erster Linie im Bestände der Welt, sondern sie besitzen auch prozentual den weitaus grössten Anteil aller Motorfahrzeuge. Die Automobilzählung vom 1. Januar 1929 ergibt eine Quote von 4,9 Einwohner auf ein Motorfahrzeug. Das zweite Land Amerikas mit einem bedeutenden Automobilbestand ist Kanada. Es gehört mit einem Bestand von 1,061,828 Einheiten zu den vier Ländern der Welt, die einen Bestand von mehr als einer Million Motorfahrzeugen aufweisen. Die Zunahme im Automobilbestand einiger Tabelle in europäischer Staaten Dänemark . • p Niederlande • • Schweiz. . . . Tschechoslowakei . Irland, Fst. . . Norwegen . . • Rumänien . . . Oeaterreich . Polen . . . . Portugal . . . Griechenland . . Ungarn. . . . Jugoslawien . . Türkei . . . . Lastwagen 48,000 Land 1928 1929 83,094 74,000 53,000 33,000 44,304 33,100 18,777 25,163 18,878 20,000 17,300 12,850 10,480 6,400 88,898 85,600 61,000 49,151 46,500 36,027 29,200 28,230 27,000 25,621 18,700 16,200 10,800 8,800 Jahre 1928 beträgt 122,349 Stück. Ein Beweis wie Kanada bestrebt ist, den Automobilverkehr zu heben, zeigt sich darin, dass die Provinz Quebeck bei einem Bestand von 123,641 Personen- und 21,747 Lastwagen in den nächsten sechs Jahren einen Betrag von 17 Millionen Dollar für den Ausbau und die Renovierung der Strassen ausgesetzt hat. Gr. verkehr mit Gesellschaftswagen. Unter Hinweis auf die Gefahr, welche die grossen Automobilbusse und Gesellschaftwagen auf den Alpenstrassen mit geringeT Fahrbabnbreite für den Verkehr bedeuten, bat der urnerische Regierungsrat der Oberpostdirektion empfohlen, den Betrieb im Kanton Uri nur mit Gesellschaftswagen, mit nicht mehr als 23 Sitzplätzen zu bewilligen. r. Zur Strassenverkehrslnitlatlve. Der Touring-Club Solothurn für die Initiative! Nach einer Mitteilung im «Radsport», dem offiziellen Organ des Schweiz. Radfahrerbundes, ist die Sektion Solothurn des T.C.S. nach einem Referat von Herrn Klus, geschlossen für die Unterstützung der Strassenverkehrsinitiative eingetrdeten. Der Touring-Club des Kantons Solothurn gehört also auch zu den Sektionen des T. C. S„ welch© der Parole der Zentralleitung nicht Gefolgschaft leisten. mg. Zum zweiten Salon. Offizielles Communique. Anlässlich der zweiten Serie des Internationalen Automobil- u. Rad-Salons in Genf, vom 27. April bis 5. Mai dieses Jahres, und der 1. Internationalen sportlichen und touristischen Flugzeugausstellung haben die S. B. B. den Reisenden Ermässigungen zugestanden. Die einfachen, von der S.B.B. und einigen anderen Bahnverwaltungen vom 25. April bis 5. Mai ausgegebenen Billette berechtigen zur freien Rückfahrt innert vier Tagen, frühestens am 27. April und spätestens am 7. Mai; selbstverständlich haben die Reisenden ihre Billette im Salon abstempeln zu lassen. Der Zuschlag für Schnellzüge wird für den Hinund Rückweg erhoben. Es ist angebracht, an die beiden grossen Sportanlässe zu erinnern, die mit der Saloneröffnung zusammenfallen. Zuerst wird Sonnabend, 27. April, ab 18 Uhr, die Ankunft der Schweiz. Motorrad-Sternfahrt stattfinden. Am nächsten Tage, Sonntag, 28. April, wird das schöne Donzelle-Wettrennen abgehalten, das vom Standpunkt des Schweiz. Motorfahrens mit Recht als einer der wichtigsten Anlässe gilt. Der Automobil-Salon stiftete übrigens drei silberne Pokale für die Organitoren dieses berühmten Rennens, das noch einmal alle Motorfahrer nach La Plaine bringen wird. Diesen zwei Sportanlässen sind die interessanten Evolutionen anzufügen, welche von den Vorführungsflugzeugen der Luftfahrt-Ausstellung über Genf ausgeführt werden. Die Oeffentlichkeit wird auf dem Flugplatze von Cointrin einen Einblick in die Tätigkeit dieser sportlichen und touristischen Apparate gewinnen, deren Bauart an verschiedenen Ständen des Salons im Detail veranschaulicht wird. Nach dem Interesse, welches die in- nnd ausländische Presse der Veranstaltung widmet, kann man der zweiten Serie des internationalen Automobil- und Flugzeug-Salons in Genf eine gute Prognose stellea Die zweite Serie des Salons wird sich in erster Linie nicht an die Fachleute, sondern an alle Personen wenden, die an der Touristik und am Automobilismus- und Flugzeugwesen im allgemeinen Interesse nehmen. Diese zweite Ausstellung wird vor allem die wirtschaftliche Bedeutung des Motorfahrzeuges als Beförderungsmittel zeigen und dazu die in grossem Aufschwung begriffene Motorradindustrie durch Vorführung ihrer Erzeugnirse veranschaulichen. Auf dem Gebiete des Motorradwesens wird die schweizerische Motorrad-Sternfahrt und das berühmte Donzelle-Rennen die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Wie wir hören, hat der Vorstand der welschen Sektion des schweizerischen Aeroklubs in Lausanne beschlossen, Donnerstag, den 2. Mai dem Salon einen offiziellen Besuch abzustatten, mg. Verkehr Ein ständiger Autoverkehr soll nunmehr zwischen Baden und Wettingen über die neue Hochbrücke eingerichtet werden. ry. Die Engelberger Autostrasse. Der Nidwaldner Landrat empfiehlt der Landsgemeinde den Antrag, wonach die Strasse nach Engelberg für grosse Automobile mit über 23 Sitzplätzen zu sperren sei, zur Ablehnung. -ie.- Für die Einführung und den Batrieb einer Automobilverbindung Arbon—Neukirch—Amriswil, ist aus Behördemitgliedern dieser Gemeinden und von Roggwil ein Aktionskomitee gebildet worden, das bei der Oberpostdirektion ein Konzessionsgesuch einreichen wird. Der Betrieb würde voraussichtlich von den interessierten Gemeinden übernommen werden. rm. lieber die schlechten • Strassenyerhältnisse Im Surbtal wird allgemein geklagt I Ea ist unbeschreiblich, was für einen Anblick die Strassen an vielen Stellen bieten; in der Mitte hat sich die Strasse stellenweise gesenkt, an anderen Stellen ist sie arg zerrissen, so dass ein Befahren derselben mit Fahrzeugen sehr gefährlich ist I Dringende Abhilfe tut hier wirklich not I Der Kanton Aarjau bat ja aus dem Benzinzoll auch seinen Anteil zum Strassenausbau erhalten ! ry. Ein Teil der wichtigen schwyzerischen Durchgangsstrasse Richterswil-Lachen-Reichenburg ist nach dem Zembitverfahren im letzten Sommer, im Dorfe Bach, ausgebaut worden. Dieses Betonstrassenstüek, als einziges im Kanton Schwyz, ist vom kantonalen Baudepartement abgenommen worden und soll nun innerhalb der nächsten Jahre auf seine Haltbarkeit und Dauerhaftigkeit geprüft werden. Soviel man bis jetzt feststellen konnte, hat dieses Strassenstück den überaus strengen Winter gut überstanden und es haben ihm weder die Kälte noch der Schnee und die starke Benutzung etwas anhaben können. rr.

36 - 1929 AUTOMOBTL-REVUE SPORTLICHES Eine Genier Autavia findet zum ersten Mal während der zweiten Serie des Genfer Salons am Montag, den 29. April statt. Ausgangspunkt ist der Flugplatz Cointrin. Der Start erfolgt um 10 Uhr. Die Veranstaltung äst ausschliesslich den Sektionen Genf und Waadt des A. C. S. reserviert Das Chantepoulet-Bergrennen, vorletzten Sonntag über 1200 m ausgetragen, wurde von Tersen auf Bugatti gegen die scharfe Konkurrenz von Bussienne auf Sizaire und Montier auf Montier-Spezial entschieden. Mit I'IIVB" stellte er einen neuen Streckenrekord auf. Neuer 200 Meilen-Rekord. Der Rekordfahrer Kaye Don hat in Brooklands mit einem Sunbeam für die 200 Meilen-Distanz die neue Zeit von 1 St. 43 Min. 28 63/100 Sek. aufgestellt. Stnndenmittel 115,96 km. Gleichzeitig fuhr er 260 km in 1 St. 4 Min. 4020/100 Sek., was 115,29 Stundenkilometern entspricht. Segrave's Verzicht Major Segrave, dei sich nunmehr Sir Henry Segrave nennt, teilt seinen endgültigen Entschluss mit, keine Rekordfahrten mehr zu unternehmen. «Zweimal habe ich Glück gehabt,» erklärte er der Presse, «ich habe das Gefühl, dass mir beim dritten Mal etwas passiert.» Den schrecklichen Tod seines Rivalen Lee Bible führt er darauf zurück, dass der Amerikaner den Fuss zu schnell vom Accelerator genommen und dadurch die Gewalt über das Fahrzeug verloren habe. Der Prinz von Wales hob anlässlich des grossen Festbankettes des Royal-Automobilclubs in seiner Rede besonders hervor, dass kein Mensch sich auch nur annähernd ein Bild machen könne von den Gefahren, die bei einer derartigen Rekordfahrt im Verborgenen lauern. Die Geschwindigkeit war so gross, dass selbst die Kameraleute mit ihren Spezialapparaten dem Fahrzeug nicht mehr folgen konnten. Bradley, der Repräsentant der Rennbahn von Indianapolis in Europa erklärte dieser Tage, dass für das diesjährige 500-Meilen- Rennen, dem grössten Preis des amerikanischen Automobilkalenders, ein Lot von 40 Konkurrenten gemeldet sei. Es befinden s'ich zwei Europäer darunter: der Franzose Chiron auf Delage und der Italiener Comotti auf Talbot. De Paolo soll sich, entgegen der Meldung in der Freitagnummer, mit einem iMillerwagen beteiligen, ebenso Durant mit einem neuen Rennwagen. Die 40 Konkurrenten sollen in einem Vorlauf auf 33 ausgeschieden werden. Die 500 Meilen werden dieses Jahr zum letzten Mal unter der 1500- ocm-Formel ausgefahren. Vom nächsten Jahr an wird eine neue Sportwagenformel regieren. Captain Campbell hat am Freitag, wie von Kapstadt gedrahtet wird, am Verneuk-Pan- See eine erste Probefahrt auf der für ihn eigens hergerichteten Weltrekordpiste unternommen und eine Schnelligkeit von 345,930 Kilometer erzielt. Campbells Wagen «Blue Bird» hat dabei seine volle Kraft noch nicht ausgegeben, so dass die Bedienungen für den Sturz des neuen Weltrekordes von Segraves, lautend auf 372 Kilometer, nicht ungünstig sind. Wie gemeldet wird, entging Campbell bei seiner Versuchsfahrt einem Unglück. Als der Wagen mit 210 Std./Meilen über die Strecke jagte, stiess er plötzlich auf eine Unebenheit und wurde brüsk aus der Bahn geschleudert. Campbell hatte jedoch die Geistesgegenwart, die Schleuderbewegung abzufangen und den Wagen wieder auf die Strecke zu bringen. Trotz dieses Vorkommnisses erklärte Campbell, mit der Bahn im allgemeinen zufrieden zu sein (was sich schon aus der erreichten Geschwindigkeit ergibt). Der erste Rekordangriff. Wie wir kurz vor Redakionsschluss erfahren, unternahm Campbell am letzten Samstagnachmittag, nachdem am Vormittag ein starker Wind jeden erfolgreichen Versuch verunmöglichte, die erste offizielle Rekordfahrt. Er erreichte in der Hinfahrt eine Geschwindigkeit von 361,345 km, im Rücklauf indessen nur 341,928 km. Das Mittel von 351,631 km steht also noch beträchtlich unter der Leistung Segraves von 372 Stundenkilometern. Da der Abbruch der Rekordversuche nicht gemeldet wird und es wenig wahrscheinlich ist, dass Campbell nach den ge- Gurnigel-Rennen. Freitag, den 19. April fand unter dem Vorsitz des Herrn Thommen die erste Sitzung des Organisations-Komitees für das Gurnigel-Rennen statt, das bekanntlich am 30. Juni durchgeführt wird. Das Komitee erledigte so weit möglich die ersten organisatorischen Fragen und besprach die Arbeit des weiteren Vorgehens für die Vorbereitungen des Rennens. Ein ziemlich gerütteltes Mass von Arbeit wartet des Präsidenten und seiner Mitarbeiter. Die vorzügliche Organisation des Rennens im Jahre 1927 aber lässt uns auch für dieses waltigen und kostspieligen Vorbereitungsarbeiten von der Verfolgung seines Zieles ab- Jahr einen vollen Erfolg voraussehen, besonders da die Herren, die sich in Hebenswürdiger Weise dem Komitee zur Ver- Versuchen zu rechnen. Die günstigen Resulsehen wird, ist in nächster Zeit mit weiteren fügung stellten, alle Gewähr für ein gutes tate des Trainingslaufes lassen, wie wir schon Gelingen bieten. L. erwähnten, unbedingt auf bessere Zeiten schliessen. Bekanntlich spielen bei so grossen Schnelligkeiten die geringsten Beeinflussungen eine entscheidende Rolle. Dass Campbell mit besonders schwierigen klimatischen Verhältnissen zu rechnen hat, ist bereits früher hervorgehoben worden. v. 50 Nennungen für Indianapolis. Schlägt Campbell Segrave? «Le Tour de France.» Letzten Samstag morgen fand in der Bannmeile von Paris der Start zur « Tour de France» des Motocycle-Club de France statt. An dieser Zuverlässigkeitsfahrt ran etwa 4200 km nehmen sowohl Motorräder wie Automobile teil. Unter den insgesamt 90 Konkurrenten (Automobile und Motos) sind von den französischen Automobilmarken insbesondere Amilcar, Peugeot, Dormier und Citroen zu nennen, während Amerika durch Essex, Chrysler, Graham- Paige, Deutschland durch zwei Mercedeswagen vertreten sind. Die Etappen der Fahrt sind, so eingeteilt, dass zwischen zwei Fahrtagen Je ein Ruhetag liegt. Die Tagesstrecken betragen durchschnittlich 500 km. Die erste Tagesfahrt geht von Paris nach Nancy (292 km) und von Nancy nach Colmar (214 km). Für die verschiedenen Klassen sind folgende Durchschnittsgeschwindigkeiten festgesetzt worden : 1. Motorräder bis 175 cem, Beiwagen bis 50 cem, Automobile bis 500 cem : 40 km; 2. Motorräder bis 250 cem, Beiwagen bis 600 cem, Autos bis 750 cem : 44 km; 3. Motorräder bis 350 cem, Beiwagen bis 1000 cem, Autos bis 1100 cem : 49 km; 4. Motorräder bis 500 cem, Beiwagen über 1000 cem, Autos 1500 cem und darüber • 50 km. Ein Ideenwettbewerb für de« Bahnhofausbau? Wie in einer Sitzung des Zürcher Ingenieur- und Architektenvereins bekanntgegeben wurde, ist dieser Verband mit dem Vorschlag an die Behörde gelangt, einen Ideenwettbewerb für den Bahnhofumbau auszuschreiben, der eventuell neue Gesichtspunkte und Vorschläge zeitigen würde. Es besteht alle Aussicht, dass dieser Proposition stattgegeben wird. So verdienstvoll das Interesse ist, das der vorgenannte Verein an der ganzen Angelegenheit nimmt, so scheint es uns doch fraglich, ob wirklich noch grundlegende Neuerungen und Varianten durch diesen Wettbewerb zutage gefördert werden könnten, ganz abgesehen von der Möglichkeit einer weiteren Verschleppung des Entscheides. Die bereits bekannten Projekte der SBB und von Professor Guhl sind derart ausgearbeitet und weitreichend, dass das eine von ihnen sicher als Grundlage dienen kann und es sich nach einmal getroffener Entscheidung nur noch darum handeln könnte, gewisse Details abzuändern. Neue Ausschreibungen werden nur zu neuen Diskussionen führen und. vielleicht weiter vom Ziel wegführen als dies bereits beim heutigen Stand der Dinge der Fall ist Z. Das Atitomobil-Abzahlangsgeschätt in Zürich. Ueber die mit Eigentumsvorbehalt getätigten Abzahlungsgeschäfte geben die Zürcherischem Statistischen Nachrichten regelmässig Auskunft. Das letzte Bulletin, das sich mit dem letzten Quartal 1928 befasst, weist inbezug auf die Zahl der Geschäfte keine Besonderheiten auf. Es waren 128 Verträge eingetragen gegenüber 118 im Vorjahre, wovon 108 Personenautos und nur 20 andere Automobile betreffen. Die Forderungsbeträge für Personenautos belaufen sich auf total 710,100 Fr., was einer durchschnitlichen Forderung von 6667 Fr. entspricht. Es ist dies gegenüber der Vergleichsperiode des letzten Jahres ein bedeutender Mehrbetrag, bezifferte sich doch damals der Durchschnitt auf rund 5580 Fr. pro Wagen. Ein ähnliches Verhältnis zeigt sich auch bei den übrigen Automobilen, wo die Forderung von durchschnittlich 10,865 auf 12,830 Fr. anstieg. Die Erklärung dafür findet sich leicht, wenn man die Geschäfte betrachtet, welche in den einzelnen Preiskategorien getätigt worden sind. Alle Verkäufe mit Forderungen bis zu 5000 Fr. sind zahlenmässig geringer als das letzte Jahr. Dagegen stellen die Geschäfte mit höheren Forderungen pro viertes Quartal 1928 67 Prozent aller Transaktionen dar, gegenüber nur rund 50 Prozent im Vorjahre. Der Kredit wird also mehr und mehr für den Ankauf neuer Wagen in Anspruch genommen, währenddem Occasionsgeschäfte wahrscheinlich wieder mehr zu Barzahungen führen, wenn kein Umtausch damit verbunden ist Die geleisteten Anzahlungen stellen über 29 Prozent der Forderungen dar. Das Abzahlungsgeschäft bewegt sich demnach auf sehr solider Basis und stehen diese Anzahlungen merklich über dem Ansatz, der in andern Ländern üblich ist. Da auch die Periode, über welche sich die Abzahlungen verteilen, eine verhältnismässig kurze ist, sind die Risiken zweifelsohne keine bedeutenden, und das ganze Geschäft kann als sehr konsolidiert betrachtet werden. Die Automobilgeschäfte stellen, was die Beträge anbetrifft, etwa einen Drittel sämtlicher Abzahlungsverkäufe dar, machen aber der Zahl nach nur etwa 7 Prozent aller Transaktionen aus. Umbau des Berner Bahnhofplatzes. Zurzeit sind im neuen Berner Gymnasium die 67 Projekte des Wettbewerbes zur Neugestaltung des Bahnhofplatzes ausgestellt. Nach dem Urteil der Juri kommt für den Ankauf lediglich ein einziges Projekt in Betracht Wegleitend für den Umbau sind die Erfordernisse des neuzeitlichen Verkehrs. Die Das spezielle Plakat des Flug-Salons. Strassenbahn- und Autobuslinien sollen konzentriert werden, der Durchgangsverkehr aui bestimmte Adern verwiesen und der Fussgängerverkehr auf besondere neu zu erstellende Ring - Trottoirs und Schutzinseln geleitet werden. Selbstverständlich hat die Solothurn - Bern - Bahn, die aus dem gegenwärtigen Bahnhofplatz ein Manöverierungsfeld für ihre Wagen gemacht hat, zu verschwinden. Ebenso Tramhäuschen und Denkmal auf dem Bubenbergplatz. (Für Historiker und «Kunstfreunde»: Das Denkmal wird ein Plätzchen in einer ruhigeren Gegend zugewiesen erhalten!), Eine Kritik des Projektes ist heute noch verfrüht. Auf alle Fälle erhält man die Ueberzeugung, dass die Sache grosszügig aufgefasst wird. Immerhin wäre es vor der definitiven Festlegung des Gestaltungsplanes begrüssenswert, die Verkehrsverbände, namentlich unserer automobilistischen Sektionen des A. C. S. und T. C. S. in beratendem Sinne herbeizuziehen. v. Klein Der bernische Grosse Rat, der am 13. Mai zur ordentlichen Frühjahrsession zusammentritt, wird unter aoderm auch die Dekretsentwürfe über das Strassenverkehrsamt zu behandeln haben. Ohne den Verhandlungen vorgreifen zu wollen, darf jedoch betont werden, dass die Schaffung eines solchen Amtes nicht mehr länger auf sich warten lassen sollte. Es ist deshalb zu hoffen, dass der Grosse Rat sich über die Schaffung dieser neuen Amtsstelle wird einigen können, -t A, C. S, Das Zentralkomitee des A. C. S. beschloss in seiner Samstagsitzung in Lausanne' die Propagandaaktion der Strassenliga zu Gunsten der Verkehrinitiative mit allen gesetzlichen Mitteln zu unterstützen und nicht nur den Mitgliedern des A. C. S. zu empfehlen, Ja zu stimmen, sondern sie zu veranlassen, für die Annahme der Initiative persönliche Propaganda zu betreiben. Das Zentralkomitee studierte und genehmigte das Redaktionsreglement des offiziellen Organs, das von der Zentralleitung und der Firma Hallwag A.-G. unterbreitet worden war. Des weitern wurde der Rechnungsbericht des Geschäftsjahres 1928 genehmigt Schlussendlich ist das Programm der nächsten in Zürich am 26. Mai stattfindenden und mit dem 25. Jubiläum der Sektion Zürich des A. C. S. zusammenfallenden Delegiertenversammlung in grossen Zügen entworfen worden.