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E_1929_Zeitung_Nr.042

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wirksam nur durch die

wirksam nur durch die Strasse aufgehalten werden. Sie bringt Verkehr und Verdienst. Heute kommen unsere Bergkantone mit dem Benzinzollviertel zu kurz. Ein eidgenössisches Strassenverkehrsgesetz ohne Einbezug sämtlicher Strassenbenützer ist undenkbar, weil ungerecht. Es handelt sich nicht darum, unsere Bundeshoheit auszudehnen, es kann sich auch nicht darum handeln, den dringenden Fortschritt auf spätere Jahre zu verschieben, sondern die Regelung des gesamten Strassenverkehrs auf einheitlichen Grundsätzen ist heute zur dringlichen Notwendigkeit geworden. Jetzt ist der Augenblick zu einer fortschrittlichen Tat da, morgen kann er schon verspätet ssin. Das Ausland wartet nicht auf uns. Es baut. Strassen erster, zweiter und dritter Klasse, staub- und kotfrei, mit Fahrradwegen und Fussgängersteigen versehen. Das Ausland weiss, dass heute das Geld tatsächlich auf der Strasse liegt. Das grosse Kapital eines Landes sind gute Strassen. Die Zeit der Hlrtenknaben-PoUtik ist vorbei Ės gilt, früh genug zum Rechten zu sehen. Es gilt, mit Wagemut und Tatkraft, mit Entschlossenheit und festem Willen grosse Probleme anzufassen und zu lösen. Mit kleinlichen Bedenken, mit Zaghaftigkeit, mit Kirchturmspolitik und egoistischer Kurzsichtigkeit kommen wir zu nichts. Deshalb frisch an die Tat und ein kräftiges JA der Strassenverkehrsinitiative. Aus unserm Postverkehrswesen. Im Berichte des Post- und Eisenbahndepartementes vom Jahre 1928 finden wir interessante Angaben über den gegenwärtigen Stand der verschiedenen Postverkehrszweige- Ganz besonders dürfte die Aeusserung über die gegenwärtig im Betriebe sich befindenden Reisepostlinien interessieren. Die Gesamtbetriebslänge der gegenwärtigen schweizerischen Reisepost beträgt 5023 Kilometer gegenüber 4324 Kilometer im Vorjahre. Sie ist also um rund 700 Kilometer ausgedehnt worden. Trotzdem bedeuten diese Linien für die eidgenössische Post Verlustposten. Das herausgewirtschaftete Defizit betrug Ende 1928 783,935 Franken. Rechnet man die Verlustbeiträge an die konzessionierten Reiselinien im Betrage von 156,555 Franken zu, so ergibt sich auf der Reisepost immerhin noch ein Gesamtverlust von 940,510 Franken. Naturgemäss gehen die Pferdeposten zurück. Im abgelaufenen Jahre sind 37 Jahreslinien mit 130 Kilometer und acht Winterlinden mit 26 Kilometer Streckenlänge in Autoposten umgewandelt worden, sodass zurzeit noch 65 Jahresilinien mit Einspännerbetrieb, sechs Sommerlinien mit einer Zweispännerpost und 60 Winterlinien, worunter 15 Zweispännerposten, bestehen. Mit diesen Posten wurden 56,477 Reisende befördert; an Einnahmen konnten 101,798 Franken verbucht werden. Die Betriebsläng© der Autolinien stieg auf 3532 Kilometer, d. h. auf 57% der Reiseposten überhaupt. Die Zusammenarbeit mit den schweizerischen Bahnstationen ist wei- E T © N Der Fall Cranmore Kriminal-Roman von V. Williams. Copyright 1925 by Georg Müller Verlag A.-G., München. (6. Fortsetzung) Aber er erklärte, dass er nicht gleich mitgehen könne. Da wäre noch einiges mit diesem «eher Manderton» zu besprechen. Er würde später in einem Auto nachkommen. So wurde es denn auch ausgemacht. Cranmore ab ihm den Hausschlüssel. Dann bat er Boulot, Dolores nach dem Wagen zu führen. Als sie draussen war, betrat er noch einmal, diesmal allein, das Zimmer, wo seine tote Frau lag. Nach kurzer Zeit kam er zurück und ging, ohne nach rechts oder links zu blicken, schwankend wie ein Blinder, durch den Laden auf die Strasse. Smith, der ihm die Tür offen hielt, sah, dass sein Gesicht von Tränen überströmt war. Zehn Minuten später herrschte wieder Ruhe in dem kleinen Laden. Die Photographen waren fort, und die Leiche war in die heisse, dunstige Aldonstrasse hinausgetragen worden. Auch Smith und der «Strohhut», den Manderton mit «Mallow» anredete, waren mit geheimnisvollen Aufträgen des Inspektors entlassen worden. Manderton und Boulot Die schweizerische Presse geniesst mit Recht den Ruf der Unkäuflichkeit. Die verantwortlichen Redakteure machen es sich zur hohen Aufgabe, ihre redaktionelle Selbständigkeit nach innen und aussen gegenüber Verlag und Parteien etc. zu wahren. Dabei ist klar, dass die Parteipresse nur dann ihre Aufgabe erfüllt, wenn sie auch wirklich das Sprachrohr ihrer Partei ist. Ebenso klar dürfte es sein, dass die Redaktionen in engster Verbindung mit ihren Verwaltungen zu arbeiten haben. Nun stehen wir vor der Abstimmung über die Strassenverkehrs- und über die Branntweininitiative. Beide Lager möchten in der Presse zu Worte kommen. In der Frage der Branntweininitiative ist denn auch den Befürwortern innerhalb der schweizerischen Presse ein sehr grosser Raum eingeräumt worden. Nicht ganz das gleiche lässt sich für die Befürworter der Strassenverkehrsinitiative sagen. Trotzdem die Frage eine rein volkswirtschaftliche ist und mit Parteipolitik in keinem Zusammenhang steht, hatten die Befürworter der Initiative recht Mühe, ihre objektiv und sachlich gehaltenen Meinungsäusserungen in der Tagespresse erscheinen zu lassen. Es gab, es sei dies betont, löbliche Ausnahmen. Der Zentralvorstand der Schweizerpresse erhebt nun auf Grund verschiedener Ereignisse energischen Protest gegen unzulässige Druckversuche auf die Presse von Seiten der Interessenten dieser Strassenverkehrsinitiative. Gestützt auf eingegangene Beschwerden von Zeitungsredaktionen über erneute Vorkommnisse derselben Art verwahrt sich der Zentralvorstand in einer zweiten Kundgebung nochmals feierlich gegen jegliche Einschüchterungsversuche. Er glaubt, dass durch unberechtigte Verstösse von wirtschaftlichen Gruppen die Grundlage unserer Referendums-Demokratie in Frage gestellt und die politische Presse in Ausübung ihrer wichtigsten Pflichten behindert werde. So sehr wir selber gegen eine geistige Bevormundung der Redaktionen, komme sie von welcher Seite es sei, uns auflehnen müssen, so ist es vielleicht doch gut, im Zusammenhang mit dieser Frage auf folgendes hinzuweisen : Die Grundlage unserer Referendumsdemokratie ist so lange nicht in Frage gestellt, als unsere Presse weitsichtig und tolerant genug ist, um bei rein wirtschaftlichen Fragen, die das Grundprinzip unserer Demokratie nicht tangieren, das Für und das Wider in ihren Spalten in objektiver Art und Weise auseinandersetzen zu lassen. Die grosse Aufgabe unserer schweizerischen Presse liegt unserer Auffassung nach nicht darin, dass sie unser Volk einseitig orientiert und beispielsweise nur den Standpunkt des Bundesrates und des Parlaments erläuternd zum Ausdruck bringt. Es ist bis jetzt sogar immer das schöne Vorrecht unserer Presse gewesen, sich nicht allzu gouvernemental zu gebärden und auch gegenüber Behörden und politischen Führern ihre Würde und ihre Selbständigkeit zu wahren. Getreu ihrem Ziel, zur Aufklärung und Belehrung des Volkes Wesentliches beizutragen, sollte sie es demnach nie unterlassen, in nicht politischen Abstimmungsfragen beide Teile zum Worte kommen zu lassen. Die Redaktion hat es dabei immer noch in der Hand, durch ihre persönliche Stellungnahme den Kurs zu wahren und nicht in den Ruf eines grundsatzlosen Blattes zu kommen. Wird aber einem Grossteil des Volkes, wie es gerade bei der Strassenverkehrs-Initiative sassen allein auf ihren Küchenstühlen hinter dem Ladentisch. Sie hatten die Einladung Mr. Ruddicks «zu einm Tropfen heissen Kakaos» angenommen, und bald darauf schälte sich der Drogist aus seinem Winkel mit einem Tablett, auf dem zwei dampfende Tassen standen. «Dürfte ich mir die Freiheit nehmen, Inspektor,» sagte er zögernd, «zu fragen, ob Sie schon eine Spur haben?» «Gehen Sie ins Bett und seien Sie kein Narr, Ruddick,» ermahnte ihn Manderton. «Wegen des Ladens brauchen Sie sich nicht aufzuregen. Ein Konstablef in Uniform wird die ganze Nacht draussen stehen.» Gehorsam verschwand der Drogist. Manderton sah zu Boulot hinüber, blies eine mächtige Rauchwolke aus seiner Pfeife, nahm einen Schluck Kakao, lächelte und setzte die Tasse wieder nieder. «Sie sind ein richtiger Bluffer, Boulot,» sagte er endlich. «Hatte Ihre Frau die Gewohnheit, Ateliers zu besuchen?» so haben Sie Cranmore gefragt. Mit solchen Ratereien werden Sie bei den Geschworenen nicht weit kommen. Die wollen für alles Beweise haben» lieber Freund !> Boulot zog die Augenbrauen in die Höhe. «Comment Ratereien? Sie wissen doch sicher auch, dass es sich um einen Ateliermord handelt!» AUTOMOBIL-REVUE 1929 - N° 42 Zu einem Protest. der Fall schien, das Recht der Pressfreiheit genommen und die Begründung seines Standpunktes verunmöglicht, nur deshalb, weil beispielsweise Bundesrat und Parlament eine andere Auffassung vertreten, dann allerdings läuft unsere Referendumsdemokratie die Gefahr, in ihren, erhabensten Zielen verfälscht zu werden ued zu einer Farce herabzusinken. Gerade in einem Augenblick jedoch, da nur zu oft im Parlament Gruppeninteressen unseren hohen Staatsgedanken zu verwischen drohen, ist es schönste Aufgabe unserer Presse, um so nachdrücklicher an der Oeffentlichkeit für unsere grundlegenden Freiheiten und Rechte einzutreten, die immer noch in Red und Gegenrede ihre Grundlage fanden. Auch wir lehnen unzulässige Druck- und Einschüchterungsversucihe mit aller Bestimmtheit ab. Dagegen muss man sich auch in die Lage der andern versetzen können. Um bei der Strassenverkehrs-Mtiative zu bleiben, möchten wir hier nur noch auf folgenden Umstand hinweisen : Die Entwicklung unserer Strassenverkehrsgesetzgebung kann in erster Linie auch unserer Automobilindustrie nicht gleichgültig sein. Sie hat heute einen schweren Existenzkampf auszufeehten. Die Konkurrenz ist gross und mächtig. Deshalb liegt es ihr am Herzen, dass sie sich mit dem ganzen Gewerbe, das bereits mit dem Automobil im Zusammenhang steht, durch eine grosszügige Strassenverkehrs-Gesetzgebung weiter entwickeln kann und ihre Existenz nicht bedroht wird. Es handelt sich heute tatsächlich um Existenzfragen, die nicht znletzt durch den Kampf der Bahnen keineswegs leicht zu nehmen sind. Wenn nun diese Wirtschaftsgruppen, die sich heute um das moderne Verkehrsvehikel konzentrieren, jährlich grosse Summen an den Inseratenteil der Presse vergeben und damit ihrerseits deren Bestand sichern helfen, so dürfen sie wenigstens den Anspruch erheben, auch im vorderen Teil des Blattes, sofern dies rächt in ultimativer Art und Weise geschieht und sofern ihre Sprache sachlich und objektiv ist, zum Worte zu kommen. Sperrt man ihnen den redaktionellen Teil des Blattes, um dafür den Inseratenteil für automobilistische Annoncen um so bereitwilliger zu öffnen, so ist es begreiflich, dass diese Leute letzten Endes verärgert und um die Gegenantwort nicht mehr verlegen sind. Wenn es deshalb tatsächlich" vorgekommen sein sollte, dass Wlrtschaftsgruppen sogenannte Druckversuche bei Redaktionen versucht haben, so sind wir der Auffassung* dass hier nicht ganz mit Recht von solchen die Rede sein karm. Solange Redaktionen nur um Aufnahme aufklärender Einsendungen ersucht werden, in einem Kampfe, da weder die Ehre noch der Bestand der betreffenden Partei in Frage steht, sollte sich jede Redaktion bewusst sein, dass die Presse nicht dazu da ist, gegen die Wirtschaft Stellung zu nehmen, sondern dass sie mit ihr zu arbeiten hat und dass nicht zuletzt das Blühen und Gedeihen unserer Volkswirtschaft und damit unseres Staates von der engen Zusammenarbeit zwischen Presse und Wirtschaft abhängt. Ueber allem aber steht unsere Gedankenund Pressefreiheit, die in dem Augenblick illusorisch wird, da man auf den Redaktionsstuben dem Gegenpart den Mund einfach zu verbinden versucht K. Manderton lachte. «Freilich — nachdem uns Mr. Ruddick mitgeteilt hat, dass unser Herr Maler hier um die Ecke wohnt.» Statt einer Antwort, griff der Franzose nach dem Messer, das noch immer auf dem Ladentisch lag. «Wollen Sie mir gefälligst sagen, was das ist?» Er wies auf einen kleinen, weissen Schmierfleck auf der Schneide. «Ich will's Ihnen selber sagen: es ist Chinesisch-weiss, wie's die Maler benützen. Was schauen Sie mich denn so an? Mon eher collegue, das scheint mir ausserordentlich schlagend für die fundamentalen Unterschiede unserer beiden Nationaltemperamente. Ich möchte darauf schwören, dass wir beide bald miteinander auf das gleiche Ziel lossteuern werden — aber auf verschiedenen Wegen! Sie gehen vom Lokalaugenschein aus, für mich war's eine Bestätigung . . .» «Bestätigung von was?» fragte Manderton, an seiner Pfeife ziehend.' «Von dem, was ich am Ellenbogen der Toten entdeckte ...» «Sie meinen die braune Schmiere?» Boulot rollte sich eine Zigarette und nickte. «Oelfarbe,» antwortete er. «Und mit dem Vergrösserungsglas fand ich Spuren davon auch auf ihrem kurzen Aermel. Als wie wenn sie eine Palette oder ein noch nasses Bild ter ausgebaut worden. Die direkte Gepäckabfertigung zwischen einigen grossen Alpenpoststationen und London wurde auf 60 weitere englische Städte ausgedehnt 57 ausländische Reisefirmen verkauften im abgelaufenen Jahre für 130,000 Franken Billette. Zur Abwehr der «Autokonkurrenz» beteiligte sich die Post ebenfalls an den von den Bundesbahnen und den meist bedrohten Privatbahnen unternommenen Massnahmen zur Förderung des Gesellschaftsverkehrs. Der Abonnentenverkehr zeigt eine starke Entwicklung- Es wurden 31,613 Kilometer-Abonnemente,. (im Jahre 1927 waren es noch 18,523), 106» Schüler-Abonnemente (1927: 472) und 6123' Arbeiter-Abonnemente (1927: 3581) verkauft* Die Zahlen beweisen zur Genüge, in welchi grossem Masse der Verkehr bereits von den Post bewältigt wird und wie stark dien Strasso wiederum in den Dienst des Reiseverkehrs gestellt wird. Wir halten deshalb den Zeitpunkt als gekommen, da die Post den Kantonen für die strenge Benützung ihrer Strossen einen angemessenen Kostenanteil entrichten sollte. Unter Unternehmer-'Autoposten versteht man den Fahrdienst von Unternehmern, die ihn mit Privatwagen und Privatpersonal, jedoch auf Rechnung und Gefahr der Postverwaltung besorgen. Es wurden im abgelaufenen Jahre 36 neue solcher Autoposten eingerichtet. Zurzeit stehen 217 im Betrieb; die Streckenlänge ist von 1384 Kilometer auf 1753 Kilometer gestiegen. Es sind gerade diese Unternehmer-Autoposten, welche den Verkehr in den abseits der Bahn liegenden Gegenden sehr stark gehoben haben und damit dazu beitrugen, diese Gegenden wirtschaftlich bedeutend zu heben. Die Unternehmer - Autoposten allein beförderten 1,078,946 Reisende auf Jahreslinien, 134,626 auf Sommerlinien, zusammen somit 1,213,572. Sie erzielten aus dem Reiseverkehr 1,352,903 Franken Einnahmen gegenüber 250,871 beim vorherigen Pferdebetrieb. erklärte im Jahre 1925 an!ässlich der Eröffnung des Genfer Automobilsalons, dass die Erhebung des Benzinzolles nicht eine egoistische fiskalische Massnahme des Bundes bedeute. Wir nehmen ihn beute beim Wort, Indem wir der Strassenverkehrsinitiative unser entscheidendes geben. Herr Bundesrat Musy Bei den Regieposten sind die Wagenlenker Bedienstete der Postverwaltung, der auch die Wagen gehörea Der erweiterte Fahrplan und die ermässigten Taxen bei der als Ersatz der Surbtalbahn geführten Surbtal-Autolinie zeitigten einen starken Verkehrsaufschwung. Die Reisendenzahlen vermehrten sich um 208%. Auf den Jahreslinien wurden zudem ausserhalb des fahrplanmässigen Betriebes 1815 Extrafahrten mit 96,984 Wagenkilometern und 124,283 Franken Gesamteinnahmen ausgeführt. Der Reisenden-Verkehr auf den Jafareslinien hat um 427,257 Reisende oder 27,2% zugenommen, sodass die Gesamteinnahmen auf 2,699308 Franken steigen, die aber jedoch noch von den Gesamtaasgaben um 552,148 Franken fibertroffen werden. Die Schweiz verfügt gegenwärtig über 25 Saisonlinien, die mit einer einzigen Ausnahme alle Alpenposten sind. Die Sommer-Alpenposten beförderten 294,606 Reisende und weisen eine Verkehrssteigerung von 15% auf. Ebenso bewährt hat sich die Durchgangs- damit gestreift hätte. Das brachte mich auf die Idee, das Messer noch genauer zu untersuchen ... et voilä: es ist als Palettenschar ber gebraucht worden. Sie können's deutlich an der abgewetzten Schneide sehen. Aber neuerdings war's nicht im Gebrauch. Das Weiss ist zu hart. Schauen Sie nur her. Uebrigens» — er warf einen scharfen Blick nach dem Engländer hinüber — «scheint es mir, als ob das Mädel das Messer wiedererkannt hätte.» «Miss Driscol?» «Allerdings! Sie kam her auf dieses furchtbare Gerücht hin, um etwas über ihre Schwester zu erfahren, unseren Freund Cranmore zu finden und zu hören, ob die schreckliche Geschichte wahr wäre. Sie sieht mich, wie ich das Messer in der Hand halte. Sie bleibt stehen. Sie blickt mich an, nicht Cranmore — sondern das Messer.» Manderton schüttelte zweifelnd den Kopf. «Von einem jungen Mädchen darf man doch erwarten, dass sie vor dem Messer erschrickt, mit dem ihre Schwester erstochen wurde. > «Vielleicht. Vielleicht haben Sie recht* «•Nachdem Sie schon so weit sind,» sagte 1 Manderton einwenig von oben herab, «können Sie mir vielleicht auch mitteilen, wo Mrs. Cranmore ermordet worden ist?» (Fortsetzung folgt.)

N° 42 — 1929 AUTOMOBIL-REVUE linie Schills - Landeck - Garmisch - Partenkirchen, die von durchgehenden schweizerischen und österreichischen Fahrzeugen befahren wurde. Auch auf diesem Gebiete wurden über den fahrplanmässigen Betrieb hinaus 807 Extrafahrten mit 75,389 Wageinkilometern ausgeführt. Im abgelaufenen Berichtsjahre wurden des fernem 33 neue Konzessionen an private Unternehmungen erteilt, so dass wir heute 90 konzessionierte Unternehmungen, die verschiedenen Stadtomnibus-Betriebe nicht inbegriffen, zählen können. Diese konzessionierten Autoposten beförderten 2,081,877 Reisende und weisen eine Betriebseinnahme für Reise-, Post- und Güterverkehr von 3,753,694 Franken auf. Wie man weiss, hat der Bundesrat durch Beschluss vom 10. Juni 1927 und gestützt auf das Postverkehrsgesetz regelmässige, öffentliche und gewerbliche Rundfahrten mit Reisenden als konzessionspflichtig erklärt. Es wurden im abgelaufenen Jahre 73 Konzessionen für 216 Rundfahrten erteilt, wovon 24 an ausländische Unternehmungen. Die obenerwähnten Zahlen sind ein Beleg mehr dafür, in welch starkem Masse die Motorisierung der Strasse ihre Fortschritte macht und wie auch die eidgenössische Post wacker mithilft, den Touristenverkehr in unserem Lande zu beleben, aber auch die kantonalen Strossen ohne irgend welchen Tribut in stärkstem Masse abnutzt, so dass einzig dieser Tatsache wegen der ganze Benzinzoll den Kantonen und nicht dem Bunde gehört! Diese Tatsache allein genügt, um der Strassenverkehrsinitiative zuzustimmen, -t. Grosse Sektionen des T. C. S. haben die Parole zur Unterstätzung der Strassenverkehrsinitiative ausgegeben. Sie wissen warum. Auch ihrer Auffassung nach gehört der ganze Benzinzoll auf die Strasse und ist ein schweizerisches Strassenverkehrsgesetz zur dringenden Notwendigkeit geworden. Darum legt ein Jeder Automobilist ata kräftiges JA in die Urne. Unfallberichterstattung! Das «Berner Tagblatt» vom 7. Mai bringt unter dem kriminellen Titel «Automobilverbrecher» folgende Agenturmeldung: Freiburg, 8. Mai. < Am Sonntagabend hat ein Radfahrer, welcher ohne Licht fuhr, einen- Polizisten, der ihn anhalten wollte, überfahren und sich aus dem Staube gemacht, ohne sich um sein Opfer zu kümmern. Der Polizist hat innere Verletzungen erlitten und befindet sich in bedenklichem Zustande. » Wenn man schon einen derartigen stereotypen Titel in der Setzschublade für Autounfälle bereit hat, sollte man doch wenigstens vom Verkehrswesen soviel verstehen, um ein zweirädriges Fahrzeug von einem vierrädrigen unterscheiden zu können! Und das sind die Gegner der Verkehrsinitiative! Die Bürgerpartei der Stadt Bern behandelte in ihrer letzten Parteiversammlung aucft die Frage der Strassenverkehrsinitiative. Nach einem erläuternden Referate von Redakteur Dr. E. Kleinert für und einem solchen von Fürsprecher Ed. von Steiger gegen die Initiative ergab die Abstimmung auf Verwerfung oder Stimmfreigabe ungefähre Stimmengleichheit. Herr Fürsprecher Baumgartner, Präsident des T. C. S. Bern, betonte als erster Votant, dass auch er der Auffassung sei, dass der ganze Benzinzoll auf die Strasse gehöre und dass der Bund in der Lage wäre, diese Summe den Kantonen zu verabfolgen. Dagegen halte er es für nicht unbedingt notwendig, dass alle Strassenbenützer in das kommende Strassenverkehrsgesetz miteinbezogen würden. Das Abstimmungsergebnis bewies deutlich, dass bei richtiger Aufklärung und bei einer nicht einseitigen Stellungnahme der Parteien das Schweizervolk sich ganz entschieden für die Initiative ausspräche. Wir danken übrigens der Leitung der Bürgerpartei dafür, dass sie als eine der wenigen die rühmliche Ausnahme machte, auch einen Befürworter der Initiative zum Worte kommen zu lassen. SPORTLICHES Tour de France. Die grosse französische touristische Dauerprüfung über 4400 km mit Tagesetappen von rund 500 km ist dieser Tage beendet worden. Ein strenges Reglement lag diesem Raid zu Grunde, der durch eine Reihe von Geschicklichkeitsprüfungen erschwert wurde. Von den 18 gestarteten Wagen schieden drei während den ersten Etappen aus, zwei weitere im übrigen Verlauf der Tour. Dreizehn Wagen beendeten die Fahrt, worunter elf ohne Strafpunkte — an den Schwierigkeiten der Strecke und der Prüfungen gemessen ein schönes Resultat. Wir geben nachstehend das Endklassement: 750 ccm: 1. Mme Leblanc (Peugeot), ohne Strafpunkte. 1100 ccm : 1. ex-aequo, Huberdeau (Rally); Givaudan (Rally, pneus Dunlop); Marechal. Alle ohne Strafpunkte. 2 Liter: 1. ex-aequo, De Lavalette (Peugeot); Cesure (Peugeot); MorilJon (Peugeot); Girod (Donnet); de Rovin (Citroen); Lemoine (Donnet), alle ohne Strafpunkte; 7. Landais (Donnet) 38 Strafpunkte. 3 Liier: 1. ex-aequo, Morel (Essex); Lamy (Essex). Alle ohne Strafpunkte. 5 Liter: 1. Roberts (Graham~Pai£e), ohne Strafpunkte; 2. Pesato (Chrysler), 36 Strafpunkte. Die Monzabahn vor Gericht. Dieser Tage sind dem Staatsanwalt die Akten der gerichtlichen Untersuchung über die Katastrophe am Grossen Preis von Europa, die, wie man sich erinnert, zwanzig Personen das Leben gekostet hatte, zugestellt worden. Das Gutachten der Sachverständigen stellt fest, dass die Sicherungen zum Schütze des Publikums auf der Monzabahn unzureichend sind. Sollte der Staatsanwalt das Ergebnis akzeptieren, ist damit zu rechnen, dass der Prozess gegen die Rennbahn-Leitung vor den obersten Gerichtshof kommt, da Crespi, der Vorsitzende des Organisationskomitees des Grossen Preises von Europa, dem Senat angehört. Stuck siegt auch am Hainbergrennen. Letzten Sonntag fand bei grossem Zuschauerandrang bei Göttingen das siebente Hainbergrennen für Motorräder und Automobile statt. Bei den grossen Wagen brillierten besonders Fischer auf Chiri-Biri, sowie die Mercedes-Benzwagen, welche trotz ihrer Länge die Kurven hervorragend bewältigten. Der Sieger, Hans Stuck, konnte seinen vorjährigen Sieg wiederholen und vermochte dabei seinen eigenen Rekord um 9 Sekunden zu verbessern. U.S Resultate: . Rennwagen: 1. Hans Stuck auf Austro-Daimler 2:10,6 (86,8 St.-km), neuer Streckenrekord. 2. Graf Hardenberg-München auf Amilcar 4:43,4. Sportwagen: 5000—8000 ccm: 1. Spandel-Nürnberg auf Mercedes-Benz 2:295. — 3000—5000 ccm: 1. Oesterreicher-Diesden auf Elite 3:10,2. — 2000 bis 3000 ccm: 1. Fritz Hoffmann-Frankfurt auf Austro-Daimler 3:25,2 etc. Zur Sicherung von Niveaukreuzungen. Der Bundesrat hat eine neue Verordnung über den Abschluss und die Signalisierung der Niveaukreuzungen der Eisenbahnen mit öffentlichen Strassen und Wegen erlassen. Für alle Niveaukreuzungen der S.B.B, und der übrigen der Bundesgesetzgebung unterstellten Eisenbahnen sind Warnsignale vorgeschrieben. Bei Barrierenanlagen werden Dreiecktafeln von 70 Zentimeter Seitenlänge mit rotreflektierenden Glaskörpern und Lichtanlagen vorgesehen. Als Ersatz von Barrierenanlagen müssen einheitliche Blinklichtsignale und Warnglocken oder Sirenen verwendet werden. Bei blosser Kenntlichmachung durch Warnsignale ist das grosse Kreuzsignal beidseits der Bahn rechts der Strasse aufzustellen. Ferner sind DistanzpfäMe und Vorsignale vorgeschrieben. Für das Ueberschreiten der Bahn haben sich die Strassenbenützer allgemein nach den Vorschriften der Art. 3 und 4 des Bahnpolizeigesetzes zu richten. Für das Ueberschreiten der Bahn mit Strassenfahrzeugen aller Art sind insbesondere die folgenden Bestimmungen massgebend: a) Bei bewachten, d. h. mit Barrieren oder mit optischer und akustischer Signalisierung versehenen Bahnübergängen (Art. 2, Ziffern 1 und 2) soll wenigstens 10 Meter vor der geschlossenen Schranke angehalten werden (Art. 4, Abs. 3, Bahnpolizeigesetz). Als geschlossene Schranke oder gesperrter Bahnübergang im Sinne des Gesetzes (Art. 3 und 4 Bahnpolizeigesetz) gelten bereits geschlossene oder noch in Schliess- oder Oeffnungsbewegung befindliche Barrieren, sowie optische und akustische Signalisierung des Niveauüberganges. b) Bei unbewachten, d. h. nur durch Kreuzsignale gekenntzeichneten Uebergängen haben sich die Lenker der Strassenfahrzeuge (Fahrzeuge aller Art) unter eigener Verantwortung selber zu vergewissern, ob ein Zug herannahe. Beim Herannahen eines Zuges, • eines Zugteiles oder einer einzelnen Maschine Kein Schleudern mit -PNEUS Beachten Sie die flache, breit aufliegende Lauffläche mit dem zähen, griffigen Gleitschutz-Profil und die Die bundesrätliche Botschaft \ vom 21. August zur Strassenverkehrsinitia* tive tropfte geradezu von besorgter, verständnisinniger, vom Wohlwollen zu den 25 Souveränitäten getragener föderalistischer Einstellung. Man glaubt sich in die Zeit der Mediation versetzt, aber es bleibt leider nur beim Worte. Vom notwendigen Geld, um diese Souveränitäten lebenskräftig zu erhalten, ist nicht die Rede. Man gibt schöne Versprechungen und isfi zur Tat nicht gewillt. Wir verzichten auf die; Worte und wollen die Tat. Deshalb stimme» wir für die Strassenverkehrsinitiative. dürfen die Geleise nicht überschritten werden (Art. 3, Bahnpalizeigesetz). c) Das Ueberschreiten der Geleise darf in allen Fällen nur im Schrittempo geschehen, (Art. 4, Abs. 2, Bahnpolizeigesetz). d) Bei Annäherung an einen Bahnübergang: ist die Fahrgeschwindigkeit rechtzeitig entsprechend herabzusetzen. Die Ostschweizerische Automobilausstellung in Frauenfeld ist nach mehrjährige!! Pause diesen Monat wieder zur Durchführung gelangt und ist die fünfte ihres Zei.-* chens. Bereits am vergangenen Sonntags konnte die Ausstellung, welche in der permanenten Festhütte glücklich untergebracht ist, bei regster Beteiligung eröffnet werden., Über die stattgehabte Automobilisten-Tagung; mit einem Referat und Vorführung von Filmen, berichten wir in der kommenden Nummer. Di© Veranstaltung, ander entgegen einert Genfer Meldung keine gebrauchten, sondern durchwegs fabrikneue Modelle ausgestellt sind, ist von zahlreichen ostschweizerischen Vertretern beschickt worden, welche die verschiedenen Typen von fünfzehn wohlbekannten Automarken zeigen. Ergänzt wird diese Schau von Personenwagen durch Lastwagen und Traktoren der International Harvester Co., sowie einige Stände der Brennstoff- und Zubehörbranche, welch letztere in einer Seitenhalle untergebracht sind. Auf der sehr geräumigen Bühne sind die Motorräder etabliert, die ebenfalls grösstem Interesse begegnen. Von den ca. 15 vertretenen Wagenmarken entfallen vier auf Europa. Der Stand der Citroen ist wohl am reich-* haltigsten dotiert, finden sich doch dort gegen ein Dutzend der verschiedensten Modelle. Der zweite Europäer, gleichzeitig ein neuer Gast in der Schweiz, ist die deutsche! Marke Röhr, welche ihren Platz durch die Ausstellung eines prächtig gearbeiteten Motors bereichert hat Die verbleibenden, amerikanischen Marken vertreten praktisch alle Klassen der Autanrobilkonstruktion: vom, preiswürdigen Gebrauchswagen bis zum luxuriös ausgegstatteten Gesellschafts- und Sportauto. Da mit einer Ausnahme alle Wa-s gen auch in Genf ausgestellt waren, können' wir von einer Wiederholung der technischer* Würdigung von Graham - Paige, Auburn, Chrysler, Reo, Victory Six, Dodge, Willys- Knight, Whippet, De Soto Roosevelt und; Gardner absehen. Es ist auf alle Fälle den Interessenten der Ostmark in Frauenfeld eine» günstige Gelegenheit geboten, ungezwungen: über eine Reihe bestbekannter Marken eine Uebersicht zu gewinnen und vor der Halle bereitstehende Vorführungswagen ermöglichen es, gleichzeitig auch praktische Erfahrungen über die Eigenschaften der vertretenen Konstruktionen zu sammeln. Da bereits?- die meisten Vertreter den Abschluss von Ge« Schäften melden können, zeigt es sich, dass' die Ausstellung ihren Zweck vollständig er-? füllt und einem bestimmten Bedürfnis en.t-i sprochen hat. b. ' Opel und Bianchi stellen je einen Wagenä aus, so dass die eigentlichen Gebrauchs-i wagen europäischer Provenienz ihren anw sehnlichen Teil zur Ausstellung beitragen. DEP AUTLCP STIMMT Man versucht den Fussgänger gegen die Strassenverkehrsinitiative aufzuhetzen. Frage: Wer aber schluckt den Staub, wenn wir schlechte Strassen besitzen? Antwort: Der Fussgänger! Darum: Bessere Strassen! Die Erfüllung dieser Forderung ermöglicht die Annahme der Strassenverkehrsinitiative! weltberühmte Handelsmarke der United States Rubber Company Bessere Reifen gibt es nicht! Erhältlich in allen guten Garagen und Spezial-Geschäften Zur sofortigen Vermittlung: Tel. No 10.80, 10.81 oder 10.82, ÖLTEN DER STRASSEN- VCDKEWR5- INITIATIVE: