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E_1929_Zeitung_Nr.051

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Eine Interessante

Eine Interessante Aussprache. Besprechung der bernischen PolizeJdirektion mit dem Vorstand des Kantonalverbandes des A.C.S. Bern. Die versteckten Kontrollen und einige andere Angelegenheiten. Letzten Donnerstag fand eine Besprechung des Vorstandes de3 A. C. S. mit den bernischen Polizeibehörden statt. Hauptpunkt der Besprechung waren die versteckten Kontrollen. Unter dem Präsidium von Regierungsrat Stauffer und in Anwesenheit der Herren Raaflaub, Sekretär des Polizeidepartements, Wiesmann, kantonaler Automobilexperte, Polizeikommandant Krebs und Hauptmann Borer, Chef der Kantonspolizei, begannen die Verhandlungen mit den Vertretern der Automobilisten: Herrn Dr. Mende, Präsident des A. G. S. Bern und des Kantonalverbandea, Oberst Marbach, Christen und Herren; von der Sektion Seeland Herr Spychiger, von Les Rangiers die Herren Peter, Bussy, u. Dr. Carnat, von der Sektion Emmental Fürsprecher Schnell. Die Unterhandlungen dauerten mehr als 3ü Stunden. Der Standpunkt der Automobilisten ist unsern Lesern genügend bekannt und der Standpunkt der Behörden aus den Interviews mit den Herren Stauffer und Borer, welche wir vor acht Monaten in der A.-R. veröffentlichten. Der Standpunkt der Strassenbenützer wurde von Herrn Dr. Mende und Oberst Marbach vertreten, deren Ausführungen durch die übrigen Delegierten ergänzt wurden. Die versteckten Kontrollen, welche nach dem Boykott von 1924 aufgegeben worden waren, sind seit 2 Jahren zuerst durch die Gemeinden, dann durch den Kanton wieder eingeführt worden. Sie sind ein unwürdiges Mittel. Die Behörden erklären sie für unerlässlich. Aber warum geht es denn in Luzern, in Genf und in andern Kantonen ohne diese Kontrollen? Der Zweck einer nützlichen Kontrolle ist die Erziehung der Strassenbenützer. Dies ist besser als Bussen. Es scheint, dass das Bussensystem hauptsächlich aua finanziellen Gründen vom Staate beibehalten wird. Dazu kommt, dass die Kontrollen nicht etwa an gefährlichen Orten, sondern meistens an geradlinigen Strecken ausgeübt werden, mit Vorliebe beim Ausgang aus Ortschaften, wo der Automobilist in Versuchung kommt, etwas schneller zu fahren. Zudem ist die Vorschrift von 30 km Maximalgeschwindigkeit rückständig, verglichen mit den technischen Portschritten im Automobilbau, insbesondere der Vierradbremse, welche ein sicheres und rasches Anhalten erlaubt. Die Polizisten, welche man zu diesen Kontrollen verwendet, sind oft unerfahren und wenig zuverlässig. Das Kontrollsystem weist auch beträchtliche Mängel auf und Fehlergrenzen bis zu 30 Prozent sind nichts Aussergewöhnliches, wie der Fall von Frauenkappelen bewiesen hat. Der Angeschuldigte erhält erst viel später Kenntnis von seiner Uebertretung und kann daher keinen Gegenbeweis antreten. Zudem sind Irrtümer in der Kontrollnummer nicht ausgeschlossen. Angesichts der geringen Erfolge, welche die Geschwindigkeitskontrollen und bei dem kleinen Einfluss, den die Geschwindigkeit auf die Verursachung von Unfällen hat (die Statistik weist nach, dass nur in 10 bis 15 Prozent aller Fälle die Geschwindigkeit der ausschlaggebende Faktor ist), kann man AUTOMOBIL-REVUE sich fragen, ob diese Vorschriften nicht überhaupt unzeitgemäss sind. Die Kontrolle wäre viel nützlicher, wenn sie sich auf andere Verstösse gegen die Fahrvorschriften beziehen würde, wie unrichtiges Ueberholen, Schneiden einer Kurve, auf der falschen Seite fahren etc. Der Referent kommt zum Schluss, dass die versteckte Kontrolle keine andere Wirkung hat, als den Kanton Bern dem Boykott auszusetzen zum Schaden unserer Hotellerie und unseres Gewerbes. Eine Kontrolle im Sinne der Unterweisung und Erziehung zum vernünftigen Fahren könnte gute Dienste leisten. Sie müsste sich aber auf alle Strassenbenützer ausdehnen, auch auf Pferdefuhrwerke, Radfahrer und Fussgänger.. Antwort der Behörden. Der Vertreter der Polizei protestierte gegen die Ansicht, welche den geheimen Kontrollen einen fiskalischen Zweck zuschreibt. Die Polizisten erhalten keine Prämie für ihre Anzeigen, und die Rolle der Polizei beschränkt sich darauf, die Uebertretungen den Gerichten anzuzeigen. Die Gerichte sprechen die Busse aus, und zwar nach, den Gesetzen und nicht nach den Finanzbedürfnissen des Staates. Es ist eine Folge der Gewaltentrennung, dass der Vollzug der Bussen verspätet stattfindet. Man darf nicht vergessen, dass die Wiederaufnahme der versteckten Kontrolle bedingt wurde durch die wachsende Zahl der Unfälle, welche von 1200 im Jahre 1927 auf 200O im Jahre 1928 gestiegen sind. Seit einem Jahr konnte diese steigende Unfallkurve angehalten werden. Der Hinweis auf andere Länder ist nicht massgebend für uns, denn unsere engen und stark gewundenen Strassen verlangen eine schärfere Kontrolle. 90% • unserer Automobilisten "wissen nicht, dass man die Fährt der Strasse anpassen muss. (? Red.) Die Geschwindigkeitsüberschreitungen sind in unserem, Kanton die Ursache von 30% aller Unfälle, gegen 8% im Kanton Genf z. B. Polizeikommandant Krebs wie Hauptmann Borer hatten geglaubt, die versteckten Kontrollen aufgeben zu können. Aber angesichts der Erfolglosigkeit der öffentlichen Kontrolle musste man das alte System wieder aufnehmen., Zudem verlangen es die Gemeinden. Wenn wir die Kontrollen nicht von Kantons wegen durchführen, werden es die Gemeinden tun, und zwar mit weniger Genauigkeit und Gleichheit als die kantonale Kontrolle. Im Falle von Fiauenkappelen handelt es sich um eine Verhältnismässig geringe Marge zugunsten des Automobilisten, wobei die 13 Meter Toleranzstrecke über die kontrollierten 200 Meter hinaus vom Richter nicht berücksichtigt wurde. Dieser geringe Irrtum würde übrigens den 400 Fahrern nichts nützen, die wir im letzten Jahr wegen Geschwindigkeiten von 50 bis 90 km innerhalb den Ortschaften angezeigt haben. Die offenen Kontrolle^ wurden beibehalten^ Wir können aber nicht in sämtliche Ortschaften Polizisten stellen; dazu müsste man das Polizeikorps verdoppeln. Die offenen Kontrollen dienten zudem in vielen Fällen nur dem Spott der Automobilisten. Man hat Luzern zitiert, wo keine versteckten Kontrollen gemacht werden. Vielleicht geht es aber im Kanton Luzern so wie im Kanton Waadt, wo sich angesichts der sich häufenden, Unfälle eine Beunruhigung der Bevölkerung zeigt und wo im Grossen Rat dringende Massnahmen gegen die Autoraserei verlangt wurden. Was die Geschwindigkeitsvorschriften anbelangt, 60 sind sie nicht .übertrieben. Auch mit den modernen Bremsen ist es unmöglich, bei Geschwindigkeiten, die höher als die zugelassenem sind, innert nützlicher Frist anzuhalten,: Und wenn man, uns Rückständigkeit vorwirft, so ist auf das Reglement von New York aus dem Jahre 1927 zu verweisen, welches Geschwindigkeiten von 15, 12 und 8 Stundenkilometer, je nach der Oertlichkeit, vorschreibt. Unsere fliegende Kontrolle legt im Jahre über 80000 km zurück — ein Beweis dafür, dass wir überall kontrollieren. Diese Kontrolle umfasst auch die andern Strassenbenützer: Pferdefuhrwerke, Radfahrer und Fussgänger. Was die Fahrerprüfungen anbelangt, eo sind sie verschärft worden. Wir können! aber nicht über gewisse Grenzen hinausgehen, insbesondere können wir kein ärztliches Zeugnis verlangen. Ein Alkoholiker wird eben, wenn er nüchtern ist, sein Fahrexamen bestehen, können. Auch der Entzug der Fahrbewilligung hat seine Grenzen. Jedesmal, wenn eine solche Bewilligung entzogen 1 wird, erfolgen Eingaben von Behörden, welche darauf aufmerksam machen, dass der Bestrafte das Auto zu Erwerbszwecken 1 brauche., Schlußfolgerungen von Regierungsrat Stauffer. Nach diesen Ausführungen der Vertreter der Polizei versichert Regierungsrat Stauffer, dasa die bernische Regierung in keiner Weise gegen die Automobilisten eingenommen sei- Wir wissen, dass das Automobil zu einem unentbehrlichen Verkehrsmittel geworden ist, ober es ist schwierig, allen Strassenbenützern die Erfordernisse des Verkehrs verständlich zu machen. Wir haben hier gegen viel Unverstand zu kämpfen. Gerade von den organisierten Automobilisten erwarten wir vieL Sie sollen uns in unserer Aufgabe unterstützen. Andererseits sind wir gewillt, unsere Kontrollen auf das Notwendigste zu beschränken, und wir wünschen nichts mehr, als dasa wir sie ganz aufheben können* Das Verkehrsamt, welches geschaffen werden soll, wird uns in unsern Aufgaben helfen. Es soll in beständiger Fühlung bleiben mit den Strassenbenützexn» Die Atmosphäre der Entspannung, welohe durch diesen Meinungsaustausch ausgelöst wird, wird von allen Vertretern der Strassenbenützer voll anerkannt. Trotzdem müssen die Vertreter der Automobilisten darauf aufmerksam machen, dass sobald wie möglich eine Lösung der Frage der versteckten Kontrollen gefunden werden sollte, denn der Boykott des Kantons Bern ist bereits in vielen Fällen zur Tatsache geworden. Dr. Mende wendet eich gegen die Aeusserungen der Behörden, dass ein uniformierter Polizist lächerlich gemacht werde. Kein vernünftiger Automobilist wird dies tun. Und wenn es einem Flegel einfallen sollte, sich über den kontrollierenden Polizisten lustig zu machen, so gibt es Mittel, ihn dafür zu bestrafen. Auf jeden Fall ist dies kein Grund gegen eine offene Kontrolle. Zum Schlüsse kommt man noch auf das zukünftige Verkehrsreglement für die Stadt Bern zu sprechen. Herr Stauffer verspricht, den' Wünschen der Automobilisten betreffend Bezug der Taxen auf dem Automohilbureaui soweit als möglich entgegenzukommen. Der ÜG'ä wird 1 arar Mitarbeit immer bereif teein- und verdankt den Polizeibehörden, dass sie 1929 — N° öl ihm Gelegenheit gegeben haben, zu wichtigen, all# Strassenbenützer angehenden Fragen Stellung zu Die Gerichtsstandsfrage bei Automobildelikten. Aus dem Bandesgericht. Automobilunfälle enden nicht selten mit einem Strafverfahren wegen schwerer Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung und diese Vergehen sind im interkantonalen Aus-i lieferungsgesetz nnter den Auslieferungs-i delikten genannt. Ereignet sich der Unfall! ausserhalb des Wohnsitzkantons des Auto-i f ahrers, so muss daher der Kanton des Unf ailortes vor Einleitung des Strafverfahrens an den Wohnsitzkanton ein Auslieferungsbegehren! stellen und dieser kann die Auslieferung verweigern, wenn er sich verpflichtet, den, Angeklagten nach seinen Gesetzen beurteilen und bestrafen zu lassen- (Art. 1 Ausl.-Q.). Allerdings kann der Angeklagte auf das Auslieferungsverfahren Verzicht leisten, indem er, ausdrücklich -oder stillschweigend die Gerichtsbarkeit des Kantons-des Unfallortes anerkennt. Gemäss einem vor einigen Monaten ergangenen staatsrechtlichen Entscheide des Bundesgerichts ist jedoch eine solche Erklärung nur gültig, wenn der Betreffende Kenntnis hatte, dass ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet sei und welches Vergehens er angeklagt sei. (Nach einem Autounfall hatte der Friedensrichter eines waadtländischen Dorfes einer in der deutschen Schweiz wohnhaften und des Französischen nicht völlig mächtigen Autofahrerin einen solchen Verzicht unterbreitet. Das Bundesgericht erklärte ihn als unwirksam, da die Dame die • Tragweite der Erklärung nicht habe überblicken können und der Kanton Waadt durfte das Strafverfahren nicht ohne Stellung eines Auslieferungsbegehrens an den Wohnsitzkanton einleiten.) Als Gegenbeispiel mag der soeben vom Bundesgericht beurteilte Fall dienen, wo sich der Autofahrer allzuweit mit den Behörden des Unfallortes eingelassen hatte, um noch deren Gerichtsbarkeit bestreiten zu können. Nach einem Autounfall im Kanton Zürich, bei dem ein Fussgänger getötet wurde, gab der in St. Gallen wohnhafte Autofahrer bei der Einvernahme die Erklärung zu Protokoll* dass er jeder an seine Wohnadresse ge-» sandten Vorladung! der Zürcher Bezirksanwaltschaft Folge leisten werde. 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No 51 — 1929 Senn auch zwei Wochen später zwei Vorladungen Folge und wurde von der Bezirksanwaltschaft als wegen fahrlässiger Tötung [Angeklagter einvernommen. Erst als "der Staatsanwalt des Kantons Zürich Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhob, berief sich der Autofahrer vor der Anklagekaramer des Zürcher Obergerichts auf das Auslieferungsgesetz und behauptete, Zürich müsse erst ein lAuslieferungsigesuch an St. Gallen stellen, welchem er sich widersetzen werde. Die [Anklagekammer schritt über diese Einrede hinweg und überwies den Fall dem zürcherischen Schwurgericht. Ein beim Bundesgericht gegen diesen tJeberweisunigsbeschluss eingereichter staatsrechtlicher Rekurs des Angeklagten ist einstimmig als unbegründet erklärt worden, so dass das Verfahren im Kanton Zürich ohne tvorgängige Einleitung eines Auslieferungsverfahrens weitergeführt werden kann. Der Rekurrent musste schon bei der anlässlich seiner ersten Einvernahme zu Protokoll gegebenen Erklärung erkennen, dass ein Strafverfahren gegen ihn angehoben werde, denn er versprach, den Vorladungen der Bezirksanwaltschaft Folge zu leisten und als Grosskaufmann wusste er zweifellos, dass es sich dabei um eine Strafbehörde handle. Als er sich in der Folge zweimal als Angeschuldigter einvernehmen liess, konnte er noch weniger im Zweifel darüber sein, dass ein Strafverfahren eingeleitet sei und die Anklage auf fahrlässige Tötung laute. Durch sein Verhalten hat er in voller Kenntnis der Sachlage die zürcherische Gerichtsbarkeit stillschweigend anerkannt und damit auf das Auslieferungsverfahren gültig Verzicht geleistet. Er kann sich somit nachher nicht mehr auf das interkantonale Auslieferungsgesetz T. C. S. berufen. W. Mitgliederzunahme des T. C. S. Die Neuanmeldungen von Mitgliedern verteilen sich für den Monat Mai 1929 wie folgt: Automobilisten Motorradfahrer Radfahrer Junioren Total AUTOSEKTION ST. GALLEN - APPENZELL DES T. C. S. Die Automobilsektion Waldstätte des T. C. S. veranstaltet Sonntag den 23. Juni a. c. mit einem Extradampfer eine Rundfahrt auf dem> Vier- „waldstättersee, zu welcher„£äm.üiche" deatechschweizerischen Sektionen des T.G. S. freundlich eingeladen sind. Unsere Kommission hat beschlossen, ' an dieser Fahrt ebenfalls teilzunehmen und unsere Mitglieder hiezu einzuladen. Das Programm ist folgendes: Sonntag morgens 7 Uhr: Besannnlung beim Hotel «Schwanen», Wil. Fahrt über Zürich nach Baar {Besichtigung der Höhlgrotten) und nachher Weiterfahrt nach Luzern. Gemeinsames Mittagessen. Offizieller Parkplatz für die Teilnehmer auf dem HaJuptbahnhofplatz. Die Wagen stehen unter polizeilicher Bewachung. 2 Uhr 15 Abfahrt des Extradampfers. Musik an Bord. Fahrpreis pro Person Fr. 4.50. Kinder zahlen die Hälfte. Fahrt dem linken Ufer entlang bia Flüelen und Rückfahrt dein andern Ufer entlang. Ankunft in Luzern ca. 6 Uhr. Die Fahrt wird wenn immer möglich durchgeführt und nur bei ganz trostlosem Wetter nicht abgehalten. Bei zweifelhafter Witterung erteilt Auskunft Telephon 1133 St. Gallen (Fierz). Da wir der veranstaltenden Sektion über die Grosse der Teilnehmerzahl Mitteilung maichen müssen, werden diejenigen Mitglieder, welche an der Fahrt und am gemeinsamen Mittagessen teilzunehmen wünschen, ersucht, dies schriftlich dem Sekretär 0. Fierz, Waisenhausstrasse 15, St. Gallen, bis spätestens 18. Juni a. c. mitzuteilen. AUTOSEKTION ST. GALLEN-APPENZELL DES T.C.S. Gruppe: Vorderland und Rheintal. Bluestfahrt vom 2. Juni 1929. Der herrliche Morgen des 2. Juni lockte eine stattliche Anzahl Automobilisten zur Bluestfahrt um den Bodensee. Man sammelte sich beim Hotel Ochsen in St. Margrethen und stiess in Bregenz zu den andern Cluibgenassen aus dem obern Rheintal, -welche wegen Strassensperre Au-St. Margrethen über Lustenau fahren mussten; auch ein Mitglied von Appenzell schloss sich hier an. Insgesamt waren 17 Wagen mit 67 Personen beisammen. Die Fahrt führte durch fruchtbares Gelände am See mit vielen Reiben- und Hopfenpflanzungen nach Tettnang, wo ein gemütlicher Znünihalt gemacht wurde. Von da bis Ravensburg war es nur noch ein Katzensprung und wir kamen dort schon an, bevor der Braten recht lind war. Man hatte genügend Zeit, die schöne Stadt mit den vielen Türmen zu besichtigen; nicht umsonst wird diese das Schwäbische Nürnberg genannt. Nach etwas verspätetem Mittagessen ging die Weiterfahrt auf schönen Strassen über Markdorf nach Meersburg, wo ein vortrefflicher Wein gedeiht. Dominierend liegt das ßtädtchen auf einer Terrasse hoch über dem See und der Ausblick bot von da ein belebtes Bild des Bodenseeverkehrs. An der Autofähre herrschte ein Betrieb wie bei einer Landsgemeinde. Kein Wunder brauchten wir 4 Fähren zur Ueberfahrt, immerhin mag auch das Scharfe Eck dazu beigetragen haben, dass mitunter die Ersten die Letzten waren. Nach einem kurzen Halt in Konstanz genoss man eine schöne Fahrt durch den üppigen Thurgau und bewunderte zugleich den herrlichen Sonnenuntergang. Erst bei Zunachten langte die letzte Abteilung im Hotel Bär in Arbon an. wo uns die Kapelle Grabherr durch ihre künstlerischen Darbietungen einen genussreichen Abend verschaffte. Ja, es lag Rasse darin und manch älterer Knabe hat noch das Tanzbein geschwungen. Einige komische Geeangseinlagen von zwei lieben Gästen ergötaten köstlich und besonders das Italieniseh-iDeutsche «Röseli gomm su mir» und lösten, wahre Lachsalven aus. «Soldatenheimweh» Als die Musik den Schlussmarsch spielte, war es vielen noch zu früh, obwohl ich ohnedies nicht verraten darf, wie spät es war. Ob dann irgendwo in einem stillen Winkel des Rheintals noch später ein gemütlicher Hock den endgültigen Schluss bildete, ist mir nicht bekannt, aber ich hoffe, es seien alle so befriedigt nach Hause gekommen, wie der Berichterstatter: 0.. H. AUTO-SEKTION THURGAU DES T.C.S. Ortsgruppe Kreuzungen. Bluestfahrt ins Appenzellerland mit den Zöglingen der «Armenanstalt Bernrain». Von der Anstaltsleitung ist uns nachstehender Bericht eingegangen: Wie im vergangenen Jahr, so hatte der Tourlngclub der Ortsgruppe Kreuzungen wiederum die Freundlichkeit, die Kinder der Anstalt Bernrain mit einer Autotour zu beglücken. «Gömmer morn? Wird's acht schön? Wie vill Auto chämed? Wann fahred-mer ab?» So tönte es aus dem Munde der erwartungsvollen Kinderschar.- Der 28. Mai, ein prächtiger Frühlingstag, führte die stattliche Kolonne durch den im frischen Grün prangenden Thurgau nach Birg, Sulgen und Blschofszell. Da und dort guckten noch verspätete Blüten aus dem Grün. Auf einzelnen Wiesen waren die Bauern mit Heuen beschäftigt. Lange Blicke sandten sie den Vorbeifahrenden nach. «Ja, ja,» lachten die Buben, uns pressiert's halt nicht mit dem Heuet.» Auf hoher Zinne winkte das bekannte Städtchen Bischofszell mit seinen Türmen und Mauern. Das Thurtal verlassend erreichten wir bald Gossau und Herisau. Die Appenzeller warteten uns mit dem prächtigsten Garten auf. Baum an Baum stand in vollem Blütenschmuck. Auf schwindelnder Höhe überfuhren wir die Hundwilerbrücke und winkten jenseits den säubern, weitherum verstreuten Weilern zu. Von den Bergen war nicht viel zu sehen, aber das tat ja nichts, wir waren auf einer Bluestfahrt und nicht auf einer Bergfahrt. Htindwil, Stein, Teufen, Speicher und all die bekannten Dörfer sonnten sich mitten im Blütenparadies. In Vögelisegg besichtigten wir das Denkmal und frischten bei dieser Gelegenheit die geschichtlichen Kenntnisse auf. Der Gäbris winkte herüber, während fern, der Bodensee noch in zartem Blau träumte. Zum Abschied sangen die Kinder einige Lieder, worauf die Fahrt fortgesetzt wurde. Die St. Galler bescherten uns in gewohnter Weise mit einem erfrischenden Regen. Doch schon ausserhalb der Stadt lachte uns die Sonne wieder und geleitete alle wohlbehalten nach Rorschach. Vor dem Hotel «Lindenhof» zu Arbon wurde wieder Halt gemacht, diesmal nicht der Aussicht wegen, sondern im Interesse des nicht zu vergessenden Magens, der dann auch reichlich auf seine Rechnung kam. Während dem Imbiss dankte der Präsident der Aufsichtskommission, Herr Pfarrer Meyer, im Namen der Kinder und des Personals in kurzen, trefflichen Worten den Mitgliedern des Touringclubs, die in so zuvorkommender Weise den an solchen Freuden nuT spärlich bedachten Kindern einen prächtigen Nachmittag boten.-Eine Anzahl Lieder war ihr bescheidener, aber von Herzen kommender Dank. Der Heimweg führte über Romanshorn dem See entlang. Nur zu bald musste Abschied genommen werden! Kaum ausgestiegen, hob ein Wetteifern im Erzählen an, wer am meisten gesehen habe. Das Kostbarste und Eindrücklichste aber sind die alten Freunde, die die Kinder gefunden haben. Einen grossen, lieben Freund zu wissen, der Anteil nimmt am Werden des-Kindes, und der vielleicht ein andermal wieder kommt, ist und bleibt' ein; goldeair; ja heiliger Senate im KinderhfiKen. Darum «nochmals innigen Dank all euch. Guten und Lieben! AUTOSEKTION GRAUBÜNDEN DES T.C.S. In seiner letzten Sitzung hart der Vorstand deT Sektion Graubünden des T.'G.S. den Statutenentwurf bereinigt und die Einberufunjf der Generalversammlung zur Genehmigung der Statuten ataf den Monat September beschlossen. Als Ort der Versammlung ist Filisur eventuell Davos vorgesehen. Ferner wurde auf Vorschlag der Tourenkommission beschlossen, afuch im Laufe dieses Sommers eine Autochilbe abzuhalten. Letztes Ja;hr hatten wir diesen Anlass auf der Albulapaeshöhe bei «ahlreichem Besuch und grossein Erfolg gefeiert Alle Teilnehmer waren auf ihre Rechnung gekommen, 60 das3 wir dieses Jahr noch auf grösseren Aufmarsch rechnen können. Auf Wunsch unserer Glubfreunde des Oberlandes soll für die diesjährige Autochilbe ihr Gebiet berücksichtigt werden. Die Tourenkommission wird die TerrainveThältnisse „in Augenschein und dann die Organisation an die Hand nehmen. Für den Herbst ist dann eine grössere Tour vorgesehen. Weitere Berichte siehe Seit« 14. Stand der Alpenstrassen. Tcraristikbulletin vom 7, Juni 1929. Dem durchgehenden Verkehr eindi geöffnet: Bernina, Brünig, Flüela, Forclaz, Jaun, Julier, Lenzerheide, Maloja, Morgans, Moeses, Ofen, Pillon, San Bernardino, Simplon, Splügen, Wolfgang. Albulawird gegenwärtig durch Schneeräunmngsmamnschaften freigelegt. Oeffnet voraussichtlich Montag, den 10. Juni. Furka auf Unterseite offen bis Hotel «Galenstook» (2010 m), im Rhonetal fahrbar bis Gletsch. Ab Montag, den 10. Juni, wird die restliche Strecke durch Mannschaftsatifgebote in Angriff genommen und dürfte bia 15. Juni bis Hotel «BeMdere» (Rhonegletscher) fahrbar werden. Grimsel: Haslital (Bernerseite) gegenwärtig offen bis zum Sommerloch (1796 m), am Ende des Räterichsboden, zirka 6 km oberhalb Hotel ; Walliserseite unpassierbar. Grosser SU Bernhard, schweizerische Talseite Martigny—PasshShe (Hospiz) schneefrei. Klausen: Glarnerseite bis zur Klus am Ende des Urnerbodens fahrbar, Urnerseite bis Hotel «Klausenpasshöhe» echneefrei. Voraussichtliche Oeffnung Mittwoch, den 12. Juni Lukmanier: Bündnerseite frei, TessineTseite unterhalb Croce Grande durch Lawinenschnee gesperrt. Oberalp: Urnerseite offen 1 bis Hotel «Oberalpsee»; unfahrbar ist noch die Strecke Hotel «Oberalpsee» bis zur Passböhe (Lawinenschnee). St. Gotthard wurde Samsteg den 8. Juni dem durchgehenden Verkehr Andermatt-Airolo übergeben. Umbrail: gegenwärtig schneefrei bis Alp Muranza (2178 m). Durchgehende Oeffnune nicht vor dem 20. Juni. Italien: Mit Ausnahme des Stilfserjochs sind sämtliche italienischen Alpenstrassen dem Automobilverkehr .geöffnet. Otsterreich: Sämtliche österreichischen Älpenstrassea eind dem Automobilverkehr offen; die Schneefälle der letzten Tage eind auf die .• Fahrbarkeit der Tiroler Alpenstrassen ohne Einfluss ge- AUTOMOBIL-REVUE EN GROS ZÜRICH: SERVA-DEFAG: Pelikanstr. 9, Tel. Selnau29.62 ST.GALLEN: SERVA-DEFAG: Unt. Graben 11, Tel.52.91 GEIMEVE: PNEU-HOUSE: rue de Lausanne 57, Tel. M-Bl. 54. 12 DER NEUESTE WELTREKO RD WIEDERUM MIT MAGNETOS SCINTILLA DER RYANEINDECKER „FORTWORTH" BLEIBT 7 TAGE 4 Std UNUNTERBROCHEN IN DER LUFT.