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E_1929_Zeitung_Nr.089

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Das «Katzenauge» Im

Das «Katzenauge» Im Strassenverkehr. Für die Ausarbeitung des neuen eidgenössischen Verkehrsgesetzes wird vom Justizund Polizeidepartement der Entwurf des am (lr.) Ueber den ungeahnten Aufschwang, 15. Mai 1927 vom Volke verworfenen Bundesgesetzes zugrunde gelegt, zu dem sich die in- den der Autotourismus in den letzten Jahren genommen hat, zu diskutieren, hiesse Eulen teressierten Kreise in dem bekannten « Questionnaire » zu äussern haben. Dass wir trotz- nach Athen tragen. Für ein Land wie den Kanton Graubiinden, dessen wichtigste Erwerbsquelle der Fremdenverkehr verkörpert, dem nicht bloss zu einem « Bundesgesetz über den Automobil- und Fahrradverkehr > gelangen werden, sondern zu einem allgemeinen bedeutete diese Entwicklung einen immensen volkswirtschaftlichen Gewinn, an dem direkt Verkehrsgesetz für sämtliche Strassenbenützer, das wird bei gutem Willen möglich oder indirekt der grösste Teil der am Verkehr interessierten Kreise partizipiert. Daran gibt sein. Wenigstens ist dies von den Gegnern es nichts zu deuteln und zu rütteln, dass das der Initiative als Hauptargument gegen diese Automobilwesen heute mitbestimmend geworden ist für die volkswirtschaftliche Pro- feierlich versichert worden, wobei die bekannte ständerätliche Motion ebenfalls nicht sperität Graubündens. Nur blinde Voreingenommenheit oder fanatischer Hass können ausser acht zu lassen ist. Wenn wir uns heute eine Aeusserung zu sich dieser Einsicht verschliessen. Die Entwicklung der Dinge bis zum heutigen Tag Artikel 16 gestatten, der in der alten Fassung lautet: hat jenen voll und ganz recht gegeben, die im Jahre 1926 dem Automobilgesetz zur Annahme verhalfen. « Jedes Automobil muss vom Beginn der Dämmerung an Lichter führen », Für einen Kurort wie St. Moritz, im Brennpunkt der grossen Alpen- und Passstrasssn und gleichzeitig Artikel 50, Alinea 2, erwähnen: gelegen und dank dieser Lage geradezu prädestiniert als Drehscheibe des Autotourismus « Vom Eintritt der Dämmerung an muss jedes Fahrrad beim Gebrauch mit Licht in Alt fry Rätien, musste es besonderes Interesse bieten, den Automobilverkehr statistisch versehen sein », so glauben wir beides zusammenzufassen und zu erfassen, dessen Einwirkungen auf die die «Beleuchtungspflicht» auf alle Fahrzeuge auszudehnen mit dem Vorschlag, den Struktur der Frequenzziffern nachzugehen und seine Bedeutung als neue Komponente 'Artikel 16 etwa in folgender Weise umzuändern: des wirtschaftlichen Gesamtbildes zu durchleuchten. Tatsächlich hat denn auch die Gemeindeverwaltung St. Moritz seit 1926 schon « Jedes Fahrzeug muss vom Beginn der Dämmerung an beleuchtet sein.» derartige Erhebungen durchgeführt. Nehmen Wir stellen uns vor, dass damit im Gesetz alles Nötfge gesagt ist und dass dann in Sommers vor und stellen sie mit denjenigen wir die Ergebnisse des eben vergangenen der Verordnung die Arten der «Beleuchtung» früherer Jahre in Parallele : präzisiert werden. Eigentliche Lichter für Motorfahrzeuge, 3117 Privatautomobila Fahrräder und Pferdefuhrwerke werden absolut verlangt werden müssen. Für den Rad- St. Moritzer Hotels an. Gegenüber dem Vor- kamen während des Sommers 1929 in den fahrer wird hinzutreten müssen die Vorschrift jahr stellt diese Zahl ein Plus von 683 Wagen für die Führung einer roten reflektierenden oder 28,5 % dar. Der Sommer 1928 wies im Linse hinten am Fahrrad, wie dies in Deutschland seit dem 1. Juli 1929 allgemein durchge- auf. Eine prozentual noch stärkere Steige- Vergleich zu 1927 eine Zunahme um 20 % führt wurde. Wer in letzter Zeit auf deutschen Strassen gefahren ist, empfindet diese Moritz durch das Privatauto zugeführt würrung verzeichnet die Zahl der Gäste, die St. Vorschrift als segensreich, zugleich aber den. Mit 9176 Personen übertrifft sie diejenige auch als genügend in dem Sinne, dass ein des Vorjahres um 2671 und ist, in Prozenten hinteres eigentliches Licht am Fahrrad (wie ausgedrückt, um 33 % angewachsen, dieweil es gelegentlich bei uns gefordert wurde), der Sommer 1928 in dieser Hinsicht «nur» eine Vermehrung um 25 % registrierte. Proportional dieser Zunahme in der Zahl der Gäste bewegte sich auch das Total der; Logiernächte, die ausschli^sSlich auf das; Konto des Automobilverkehrs zu buchen sindj in aufsteigender Linie, Für den Sommer1929^ figuriert es in der Statistik mit insgesamt 50 800 Logiernächten. Gemessen am Vorjahre durchaus zwecklos und überflüssig ist, vorausgesetzt allerdings, dass auch bei uns die Vorschrift ähnlich straff gefasst wird wie in Deutschland. Dort heisst es, dass dieses Leuchtzeichen, kurz « Katzenauge » genannt, nicht grösser als fünf Zentimeter im Durchmesser sein soll und an der Rückseite derart angebracht sein muss, dass es für ein normalsichtiges Auge auf eine Entfernung von 150 m in einem Streuwinkel von je 30 Grad nach beiden Seiten von der Längsrichtung des Rades deutlich erkennbar ist. Zugelassen sind Woss Rückstrahler, die mit einem Prüfzeichen einer von der obersten Landesbehörde bestimmten Prüfstelle und ausserdem mit dem Namen und Sitz des Herstellers versehen sind, woit man zu erreichen sucht, dass nicht Kenügend wirksame Katzenaugen aus dem Verkehr verschwinden. Soviel uns bekannt ist, sind die schweizerischen Radfahrervereinigungen mit solchen Vorschriften durchaus einverstanden. Wir möchten aber hinsichtlich anderer Fahrzeuge noch weiter gehen und, abgesehen von den eigentlichen Lichtern, das Katzenauge auch Mir Motorfahrzeuge vorschreiben, und zwar ÜUS folgenden Gründen: Es kann der Fall eintreten, dass ein Automobil infolge einer Panne an der elektrischen Anlage nachts ohne Licht auf der Landstrasse stehen bleibt und damit nicht bloss sich selbst bzw. den Führer, sondern auch den übrigen Strassenverkehr gefährdet. Oder es wird ein Automobil in einer Stadtstrasse ohne Licht stationiert, wie es z. B. mehrere Schweizer Städte gestatten und was in Zukunft verallgemeinert werden dürfte. Wird hier zu einem gewissen Zeitpunkt die öffentliche Strassenbeleuchtung ausgelöscht oder tritt Dunkelheit ein infolge einer Störung an der städtischen Leitung, so steht das Automobil als ein Gefährdungsobjekt im Finstern da. Trägt der Wagen dagegen vorn (z. B. an den Stossstangen) oder hinten ein Katzenauge, so wird diese Gefahr vermieden. Die Kosten für das Katzenauge, das vielleicht 50 Rappen kostet, spielen keine Rolle und rechtfertigen sich, wenn in zehn Jahren auch nur ein einziges Unglück verhütet wird. Dasselbe muss aber auch für das Pferdefuhrwerk verlangt werden: Katzenauge vorn (z. B. an der Deichsel) und hinten, und auch für Handkarren darf aus demselben Grunde das Katzenauge gefordert werden. Nun hoffen wir aber, dass auch der Fussgänger vom neuen Verkehrsgesetze erfasst werde. Nach diesem Satze glauben wir das Hohngelächter Seiner Majestät des Fussgängers zu vernehmen! Katzenaugen für den Fussgänger im Stadtverkehr? Gewiss nicht. Aber wenn ich als Fussgänger genötigt wäre, für Tae in der Dunkelheit eine Strecke auf Strassen ohne Fussgängerwege zurück-, zulegen, so würde ich an einer Doppelschnur', auf Brust und Rücken ein Katzenauge führen. Verstehen kann das nur derjenige, der nachts: in irgend einer Form auf der Landstrasse j verkehrt. Aber so optimistisch bin ich nicht,, auch die leiseste Hoffnung zu hegen, dass derartiges im neuen Verkehrsgesetz Raum findet. Das bleibt einer viel spätem Zeit vorbehalten — nach vielen, vielen tödlichen Unfällen. Ich weiss, dass ich mich mit diesen letzten Zeilen lächerlich mache, genau wie- vor 25 Jahren, als ich in der «Automobil-Revue»' den Satz verbrach, das Pferdefuhrwerk werde in absehbarer Zeit von den Alpenstrassen verschwinden und ausschliesslich durch das Motorfahrzeug ersetzt werden. 0 Das Nachtfahrverbot, das bekanntlich im Kanton Bern nicht nur die Motorlastwagen, sondern auch die Gesellschaftsautos betrifft, fängt nun noch gerade auch im Publikum sowie in der Tagespresse an, ablehnend beurteilt zu werden und der Ruf: « Abfahren » mit diesem Dekret, wird auch von Nichtautomobilisten bereits öffentlich laut. Die Wechsel-Wirkungen zwischen Stadt und Land sind besonders zur Winterszeit lebhaft; wird in der Bundesstadt ein grösseres Konzert oder Theater veranstaltet, ein interessanter Vortrag etc., so konnten mittels Autobus auch diejenigen Landbewohner solche Anlässe besuchen, welche nicht in Reichweite AUTOMOBIL-REVUE 1929 — N° 89 Wie das Auto den Fremdenverkehr fördert Eine St. Moritzer Automobilstatistik. Es taget... bedeutet diese Ziffer eine Vermehrung um rund 12400 Logiernächte oder 32%. Und last but not least! An der Gesamtzahl der Logiernächte, wie sie sich aus der Statistik des Kurvereins St. Moritz für den Sommer 1929 ergibt, hat der Autotourismus 16 % beigesteuert (14% im Sommer 1928). Was nichts anderes heisst als : in St Moritz entfallen gegenwärtig rund ein Sechstel aller Logiernächte auf den Autotourismus, auf jenen Verkehr also, dem sich Graubünden bis vor vier Jahren sozusagen hermetisch verschlossen hatte. Mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit offenbaren diese trockenen, nüchternen Zahlen die Tatsache, dass das Automobil heute für den Kurort St. Moritz und, etwas weiter gefasst, wohl auch für den ganzen Kanton, eine eminente Rolle als Faktor des Wirtschaftslebens spielt. Wer sich bisher noch der Behauptung gegenüber skeptisch verhielt, dass das Motorfahrzeug berufen sei, den wirtschaftlichen Organismus Bündens zu befruchten, den mag die St. Moritzer Automobilstatistik eines andern belehrt haben. Darüber hinaus aber erfüllt sie auch eine nicht zu unterschätzende andere Aufgabe: als Wegweiser für die Zukunft zu dienen. Sie deutet Richtung und Charakter der von Behörden und Verkehrsinteressenten einzuschlagenden Pfade, deren gemeinsames Ziel sich ungefähr in die Worte Hesse : formulieren weitere Förderung des Autotourismus durch entsprechende Massnahmen, vor allem durch Ausbau und Modernisierung der Strassen. Und in dieser Hinsicht hat St. Moritz seinen Weitblick, seine richtige Erfassung der Situation längst bewiesen. Mit einem Kostenaufwand von 800000 Franken wurde das gesamte Gemeindestrassennetz, soweit es der Durchgangsverkehr beansprucht, den Bedürfnissen des Automobilismus angepasst, Parkplätze und gross dimensionierte Garagen erstanden, die Hotels wetteifern darin, den Automobilisten jede Bequemlichkeit zu bieten. In jüngster Zeit erst hat die Gemeindeversammlung wieder einen Kredit von 200,000 Franken für die Korrektion der Strasse Sompläz-Cämpfef. bewilligt, einender letzten Etappen im St!.'Moritzer ; Stfässenbauprograrnm. ManJwt- in St Moritz die Zeichen der Zeit verstanden und ist gewillt, mit ihr zu schreiten. einer passenden Bahnverbindung wohnen, z. B. fährt der letzte Zug von Bern nach Biei um 23 Uhr 15, der für Konzert- und Theater schluss meist zu früh liegt." Von der Bielerrichtung her ist daher längst ein regelmässiger Autocar-Dienst für den Besuch derartiger Anlässe in Bern eingerichtet worden, der tadellos funktionierte und zu bescheidenen Preisen die bundesstädtischen Anlässe belebte. Damit ist es nun Schluss, denn nach dem Schildbürger-Dekret muss jeder Autobus-Verkehr nach 23 Uhr stilliegen. Das will nun vielen vernünftigen Personen nicht einleuchten, besonders nachdem sie sehen, dass ein solcher Abderiten-Streich in der übrigen Welt nirgends zu beobachten ist. Wem wird es in Zürich, Basel, Genf, oder gar in einer ausländischen Grossstadt einfallen, die Interessen einer grossen Bevölkerungszahl auf diese Weise zu schädigen? 30 Bieler-Bürger haben nun bei der bernischen Regierung protestiert, sie wollen diese Dekrets-Vorschrift nicht unbesehen hinnehmen und verlangen Abänderung. Die Dekrets- Vorschrift bringt Wohl den Bahnen Nutzen, schädigt im übrigen aber den ganzen Kanton, der auf ein ungehemmtes Verkehrswesen angewiesen ist, aufs schwerste. Also es taget auch bei den Nichtautomobilisten! Das Berner-Tagblatt, das sich ebenfalls im Interesse der Bundesstadt mit dieser Sache beschäftigt, schreibt am Schluss seiner Ausführungen sehr treffend: «... es wird allerdings nichts anderes übrigbleiben, als das Dekret zu ändern. Der Stadt Bern kann es nicht gleichgültig sein, ob mehr oder weniger fremde Besucher ausbleiben. > H. R. Die Offenhaituns der Alpenstrassen zu Winterbeginn. Ausserordentlich früh hat heuer der Winter mit seinem strengen Regime Einzug gehalten. Es gibt wohl nicht viele Jahre, wo schon am 10. Oktober verschiedene der schweizerischen Alpenstrassen wie Oberalp, Furka etc. so viel Neuschnee hatten, das sie mit dem Auto nicht mehr passierbar waren. Es ist zwar anzunehmen, dass bei Wiedereintritt etwas wärmerer Witterung etliche dieser Strassen wiederum für kürzere Zeit dem Verkehr geöffnet werden können. Es ist letzteres allerdings eine Erscheinung, die jeden Winter früher oder später wiederkehrt, dass Bergstrassen einige Tage unpassierbar, dann aber wieder schneefrei oder doch mit Schneeketten passierbar werden, und die Erfahrung zeigt, dass verschiedene unserer Alpenstrassen, normale Witterungsverhältnisse vorausgesetzt, bis lange in den November hinein offen gehalten werden könnten, wenn die nötigen Strassenarbeiter für die periodische Freimachung der Strasse aufgeboten würden. Vor drei, vier Jahren hat sich in sehr verdienstvoller Weise der Besitzer des Gotthardhospizes, Herr Lombardi, der möglichst langen Offenhaltung der Gotthardstrasse im Vorwinter angenommen und damals die interessierten Sektionen des A.C.S. und T.C.S. veranlassen können, die für diese Arbeiten nötigen Geldmittel beizusteuern. Es ist dann dank diesen Arbeiten auch möglich gewesen, die- Gotthardstrasse damals etliche Tage länger dem Verkehr offen zu halten, als dies sonst der Fall gewesen. Es fragt sich nun, ob dieses sehr verdienstvolle Vorgehen heute nicht wieder befolgt und die interessierten Kantone zur Vornahme der notwendigen Schneeräumearbeiten angehalten werden sollten. Dass A. CS. und T.C.S. keine Lust haben, alljährlich hiefür namhafte Beiträge zu leisten, versteht sich wohl von selbst. Die in Betracht kommenden Beträge sind aber nicht derart hoch, dass sie von den betreffenden Kantonen nicht getragen werden könnten, zumalen ihnen ja ihr sonst im Winter nicht allzu sehr beschäftigtes Strassenpersonal sowieso zur Verfügung steht. Selbstverständlich hätte man sich bei diesen Schneeräumungsarbeiten auf die wichtigsten, nicht allzu hoch gelegenen Uebergänge zu beschränken. Es kämen hiefür wohl in Betracht die Gotthardroute, dann Lenzerheide-Juüer-Maloja - Route, Oberalproute, Simplonroute und Pillon- oder Col des Mosses-Pass. Schon wenn dieses Strassennetz in den Oktober- und Novembermonaten schneefrei und für das Automobil passierbar gehalten werden könnte, wäre für den Automobilverkehr viel gewonnen; könnten doch dadurch die zeitraubenden und kostspieligen Eisenbahntransporte durch die drei Alpentun' nels vermieden werden. Es sei bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, dass man im Ausland auf diesem Gebiet schon längst initiativ vorgegangen ist. In Frankreich wird die «Route dTiiver des Alpes » den ganzen Winter hindurch offengehalten, Oesterreich sorgt dafür, dass der Fernpass, abgesehen von Tagen starken Schneefalles, den ganzen Winter hindurch passierbar ist, und der Brenner ist bekanntlich schon seit Jahren alle Winter dem Verkehr geöffnet, so dass dort der Eisenbahntransport nur ausnahmsweise nötig ist. Wer macht bei uns den Anfang? s. Bevnea 1 Nofizen Wer ist der Motorradfahrer? Das Polizeikommando des Kantons Bern teilt uns mit: Sonntag den 13. Oktober 1929 fuhr der 1856 geborene Hofbauer, Jakob, Handlanger in Bern, von Zimmerwald kommend, per Velo nach Kehrsatz hinunter. Bei der letzten starken Kurve vor Kehrsatz verlor der Velofahrer aller Wahrscheinlichkeit nach die Herrschaft über sein Fahrzeug und prallte, nachdem er kurz zuvor einen Sidecar überholt hatte, der ebenfalls Richtung Kehr* satz fuhr, mit einem Automobil zusammen, das von Kehrsatz gegen Zimmerwald fahr. Der Radfahrer ist tot! Der Sidecar-Fahrer, der von Hofbauer überholt worden ist, muss Zeuge des Zusammenstosses gewesen sein. Das Polizeikommando des Kantons Bern bittet den betreffenden Motorradfahrer, im Interesse der Sache sich beim nächsten Polizeiposten zu melden und dort Angäben zu machen. &•» N

S K> O » T E I C H E S Der Grosse Preis von Frankreich gelangt 11930 am 21. September auf dem Circuit von Pau zum Austrag. SeSn erstes 500 - Meilenrennen - Handycup veranstaltete letzten Samstag der British Driver-Club in Brooklands. Das Rennen wurde von Barclay-Clement auf Bentley in 4 Std. 39' 10" vor Dun-Fee-Davies, ebenfalls auf Bentley, gewonnen. Don und Eyston waren zur Aufgabe gezwungen. Die Rennbahn von Montlhery ist reparaturbedürftig. Die vollständige Renovierung der Piste bedingt eine Summe von mindestens 2V£ Millionen französischen Franken. Eine Expertise soll nunmehr prüfen, ob die Totalrevision nötig ist oder ob man sich mit einer Teilrevision begnügen kann. Montlhery ist Frankreichs Weltrekordbahn. Automobilsfernfahrt nach Barcelona. Zu der in den Tagen vom 14. bis 18. Oktober stattfindenden Automohilsterniahrt haben sich total 37 Konkurrenten angemeldet. Die Anmeldungen verteilen, sich auf die einzelnen Abgangsorte wie folgt: Riga 13, Oslo 1, Stockholm 1, Konstantinopel 1, Warschau 1, San Sebastian 4, Prag 1, Berlin 2, Lissabon 1, Amsterdam 2, Neapel 1, Frankfurt a. M. 1, Stuttgart 1, Zürich 2, Strassburg 1, Mailand 3 und Toulouse 1. "Weitester Startort ist Riga, dessen Konkurrenten 3392 km zurücklegen. Es folgen dann Oslo, Stockholm, Konstantinopel etc. Vom kürzesten Startort, Toulouse, aus beträgt die Totaldistanz noch 344 km. Für den Abgangsort Zürich, wo die Abfahrt am 17. Oktober erfolgt, sind gemeldet: Herr O. R. Lüecher, St. Moritz, auf La Salle und Frau Klotz auf Buick. Die Fahrt geht von Zürich aus über Lyon, Perpignan nach Barcelona, d. h. über total 1111 km. Die Abfahrtskontrolle in Zürich wird von der Sektion Zürich des A. G. S. durchgeführt. e. Die Coppa Leonard!. Als Muster eines Aufomobiltages, wobei das Nützliche mit dem Angenehmen verbunden war, kann der am 13. Oktober stattgefundene Raid von Rom-Castelli Romani gelten. Mittelpunkt, war das jetzt schon zum zehnten Mal organisierte Rennen um die Coppa Leonardi, ein Schnelligkeitsrennen auf Bergpfaden, an dem sich diesmal auch internationale Kämpen von Ruf beteiligten, Stuck mit Austro-Daim- 1er und Graf Arco Zinneberg auf Mercedes- Benz, ferner mehrere Bugatti. Von italienischen Wagen konkurrierten mehrere Alfa iRomeo und Maserati. Um dieses Rennen gruppiert© sich ein Sportfest für die ganze Bevölkerung der Albanerberge-, jedes der reizenden Städtchen (Albano, Qrottaferrata, Marino, Rocca di Papa) feierte mit Wettbewerben um die schönste Karosserie, die Schnelligkeit, um Amateurfahrten für Damen, für Mitglieder des römischen Automobilclubs, Rennen der Motorräder am Albanerberg: alles gipfelnd in einem grossen Festessen in Marino. So werden diese Städtchen, die einst, und noch vor wenigen Jahren, fast so entlegen waren wie Ostia, immer mehr in den römischen Kreis hineingezogen, werden Vorstädte Roms. Stand der Alpenstrassen. Touristikbulletin des A.C.S. vom 11. Oktober 1929. Der kalte Witterungsumschlag der ersten Oktoherwoohe hat die Fahrbarkeit der in- und ausländischen Passstrassen verschiedentlich beeinflusst. 'Am 11. Oktober 1929, morgens, war .die Situation folgende: Schweiz. Albula: dünne Schneeschicht am Kulm, ohne Ketten fahrbar. Bernina: Strasse durchgehend schneefrei. Brünig: schneefrei. Flüela: auf Davoser Seite bis TsohujrRen schneefrei, für Weiterfahrt Ketten notwendig. (Während einigen Tagen nicht zu empfehlen.) Forclaz: schneefrei. Furka: vereinzelte Schneewehen bis zu 20 cm Höhe, mit Schneeketten noch fahrbar. Grimsel: im Haslital bis Grimselhospiz ohne Ketrten gut fahrbar, ab Hospiz bis Passhöhe teilweise Schneeschicht bis 20 cm Höhe. Grosser St. Bernhard: schneefrei. Julier: trotz kleineren Schneefällen Strasse schneefrei. Klausen: dünne Schneeschicht von zirka 5 cm Höhe, ohne Ketten fahrbar. Oberalp: Schneehöhe teilweise 20 cm. Ofen: durchgehend ohne Ketten fahrbar. Pillon: schneefrei. San Bernardino: schneefrei. St. Gotthard: Strasse schneefrei. Simplon: schneefrei. Splügen: schneefrei. Umbrail: ohne Ketten fahrbar,. Wolfgang: Strasse apor. O esterreich. Arlberg: eingeschneit (40 cm Schneehöhe). Italien. Trotz kleineren Schneefällen sind die italienischen Hochstrassen noch all© ohne Schneeketten fahrbar. ' Frankreich. Gegenwärtig sind noch alle französischen Passstrassen ohne Schneeketten passierbar. Es empfiehlt sich jedoch, wegen der unbeständigen Wetterlage bei Passfahrten Schneeketten mitzunehmen. Automobilstrasse Mailand-Turin. Die Gesellschaft für den Bau der Automobilstrasse Mailand-Turin hat ihr Aktienkapital von einer halben Million Lire auf 30 Millionen Lire erhöht. Die Clubnachricnten muesten infolge Platzmangel auf die nächste Nummer vorschoben werden. Die A. I. A. (Association Internationale des Automobil-Clubs Reconnus) begann letzten Mittwoch in Paris ihren diesjährigen Jahreskongress, der infolge des 25, Jahrestages der Gründung dieses grössten internationalen Automobilverbandes unter festlichen Auspizien steht. ; Wir haben das Programm der mehrere Tage dauernden Sitzungen bereits mitgeteilt. Als erste Kommission tagte die internationale Tourismus-Kommission. Am Nachmittag des ersten Tages besuchten die Kongressisten das Schloss von Vaux le Vicomte. Am Donnerstag trat die Sportkommission zusammen und am Abend des gleichen Tages wurde der Kongress von der Stadt Paris im Rathaus offiziell empfangen." Von grosser Bedeutung sind diesmal die Verhandlungen im Bureau Permanente der Internationalen Vereinigung der Automobilfabrikanten. Neben den üblichen Beratungen über Normalisierungen, Zölle usw. laufen Verhandlungen zur Bildung einer Einheitsfront gegen die amerikanische Gefahr. Die im vorigen Jahre zum. ersten Male von Italien angeregten Bestrebungen sind diesmal von Belgien wieder aufgenommen worden. Die Verhandlungen werden streng vertraulich geführt. Wie wir aber erfahren, hat Belgien bereits einen fertigen Vertragsentwurf vorgelegt, der eine Abschaffung der Automobilzölle zwischen den europäischen Staaten vorsieht. Nach juristischen Gutachten ist das Fallen der Automobilzölle in Europa möglich. Auch will Belgien internationale Sachverständige veranlassen, Gutachten darüber abzugeben, ob ein solcher Zusammenschluss mit Rücksicht auf die amerikanische Meistbegünstigung möglich ist. Belgien führt als günstigen Präzedenzfall die Verhältnisse an, die bei der Bildung der Vereinigten Staaten von Amerika selbst vorgelegen hatten. Die internationale Kommission für Verkehr und Zölle in der Association internationale de l'Automobile hat zahlreiche Fragen geprüft, die das Triptyk betreffen. Die französische Zollverwaltung hat eine Reform des Passierscheines vorgeschlagen. Die Kommission hat beschlossen, eine Anfrage an alle Clubs zu richten, ob eine solche Reform angebracht ist, die eine grosse Bedeutung für die Entwicklung des internationalen Automobil-Tourenverkehrs haben kann. AUTOMOBIL-REVUE Die Jubiläumstagung der A.LA.C.R. Es wurden Fortschritte festgestellt hinsichtlich der Ausdehnung des Triptyk-Verfahrens auf Automobilwohnumgen, Anhänger und tragbares Radiogerät. Die Clubs werden aufgefordert, ihre Bemühungen fortzusetzen, dass diese Fahrzeuge und Apparate in gewöhnliche Triptyks für Tourenwagen einbegriffen werden können. Man hat ferner die Frage der automatischen Regelung der Triptyks nach Ablauf eines Jahres sowie die der Gültigkeit der in einem Lande zugelassenen Verlängerung der Grenzpassierscheinhefte für alle Länder aufs neue erörtert und beschlossen, die Einberufung einer Zollkonferenz zu veranlassen und die Lösung dieser Frage zu beschleunigen. Da in mehreren Ländern ausländische Automobilisten den internationalen Fahrausweis auf Grund ihres nationalen Führerscheins erhalten können, in einige Länder man sogar lediglich mit seinem nationalen Führerschein gelangen kann, ist es wünschenswert, dass die Clubs sich bemühen, diese Möglichkeit in allen Ländern herbeizuführen. Ferner will man sich bemühen, der in einigen Ländern bestehenden Möglichkeit, Reisegepäck ohne Fahrkarte aufzugeben, internationale Verbreitung zu geben. Die Schweiz organisiert eine Europa- Bergmeisterschaft ? In der Sitzung der internationalen Sportkommission kam man auf einen Plan zu sprechen, der den Lenkern des schweizerischen Automobilsportes schon längst am Herzen liegt: die Schaffung einer Bergmeisterschaft von Europa. Die « Automobil-Revue» hat diesen Wettbewerb wiederholt unterstützt und auf dessen grosse Bedeutung hingewiesen. Bekanntlich spielt die Beteiligung der Schweiz an dieser Meisterschaft eine dominierende Rolle, kann doch unser Land mit keinem geringeren Rennen als dem Klausen mit von der Partie sein. Die internationale Sportkommission hiess den Gedanken einer internationalen Bergmeisterschaft gut und beauftragte die Schweiz, ein Reglement auszuarbeiten. Auf Vorschlag Deutschlands wird es inskünftig gestattet sein — immer die Genehmigung der Vollsitzung vorbehalten — unmittelbar vor dem Rennen einen Fahrerwechsel vorzunehmen und statt Sand auch Metallballast zu verwenden. Die Weltmeisterschaft wurde für das laufende Jahr Der Hudson-Motor gilt als Standard vorzüglicher Leistung und unverwüstlich langer Lebensdauer. ist eine Glanzleistung der modernen Automobilindustrie. Die Beschwingtheit des Wagens, seine weiche Bremsfähigkeit, wie auch Gediegenheit und Komfort der Ausstattung entsprechen höchsten Anforderungen. 14 Karosseriemodelle Fr. 13.800 bis 19.300 - Probefahrt unverbindlich! Bugatti zuerkannt. Bugatti siegte durch Chiron im Grossen Preis von Frankreich, dem einzigen Grand Prix, der nach der Verbrauchsformel ausgetragen wurde und deshalb allein zur Klassierung der Weltmeisterschaft in Betracht kam. Die Rennformel der verflossenen Sportsaison für Grands Prix erfährt keine Aenderung, bleibt also eine Brennstoff-Verbrauchsformel. Es wird aber inskünftig gestattet sein, 70 Prozent Benzin- Benzolgemisch mit 30 Prozent Benzol zu mengen. Die Vorschriften für die Karossertemasse erfuhren Abänderungen. Auch neue Startbestimmunigen wurden erlassen. Die Schweiz stimmberechtigt. Bisher war die Schweiz in der internationalen Sportkommission wohl vertreten, aber lediglich mit beratender Stimme, da nur Länder, die einen eigenen Grand Prix organisieren, in der obersten internationalen Sportbehörde Stimmberechtigung besitzen. Die internationale Sportkommission hat nun dem schweizerischen Vertreter die Stimmberechtigung gegeben und damit die Regel durchkreuzt. Man hat dies vielleicht im Hinblick auf die Rolle getan, die die Schweiz im internationalen Automobilismus mit ihrem Klausenrennen spielt, vielleicht aber in der vagen Hoffnung, das auch wir eines Tages einen Grand Prix besitzen werden. Die Schweiz darf am Ende einer so glänzenden Sportsaison wie der diesjährigen sagen, dass sie der Stimmberechtigung würdig ist und es zu sein immer bestrebt sein wird. Unsere Daten gesichert. In der Vollversammlung der A. I. A. wurden die Termine für die grossen internationalen Rennveranstaltungen pro 1930 festgesetzt. Die vom A. C. S. unterbreiteten Daten' wurden genehmigt. Sie lauten wie folgt: 23. März: Kilometer-Lance. 9. und 10. August: Klausenrennen. 17.—24. August: St. Moritzer Automobil» woche. Die internationale Alpenfahrt. schon totgesagt für 1930, erfährt durch die geplante Beteiligung Frankreichs neuen Lebensimpuls. Sie wird vom 30. Juli bis 4. August dauern. Da beabsichtigt ist, die Organisation der Schweiz zu übergeben, darf man die Stellungnahme des A. C. S. mit grossem Interesse erwarten. Noch dieser Tage wurde vor einer nationalen Alpenfahrt gemahnt. Mit der Beteiligung Frankreichs ist eine Prüfung, die durch die gesamten Alpen führt, gesichert. Treffen die Organisatoren Massnahmen gegen die bisherige Raserei, steht einem Erfolge nicht3 im Weg©. Baron de Zuylen, seit der Gründung der A. I. A. Leiter des Weltverbandes, wurde anlasslich der Jubiläumstagung von allen Clubs herzlich gefeiert. De Zuylen erhielt Tausende von Glückwünschen der Regierungen und hochstehender Persönlichkeiten des Automobilismus aus allen Richtungen der Windrose. Stände am Pariser Salon Whippet. Der amerikanische Whippet-Wagen Ist ein ausgesprochener Tourenwagen, der sich in unserem Gelände vorzüglich ©ingeführt hat. Zwei Momente sicherten ihm die Beliebtheit: einmal die sorgfältige Bauart und ihre kleinen Ausmasse, dann die bescheidene Preislage. Der Whippet-Stand begegnete am Pariser Salon einem grossen Interesse ,das sich sowohl auf das Vierzylinder-Modell wie auf den Sechszylinder wandte. Die Geschmeidigkeit der Whippet-Motoren und ihre Rasse würde den bescheidenen Benzinverbrauch kaum ahnen lassen. Die günstige Gestaltung von Bohrung und Hub hat in erster Linie eine hervorragende Betriebsgebarung des Wagens gesichert. Wichtig für Passfahrten ist auch der grossdimensionierte Kühler, welcher zusammen mit der Wasserpumpe, dem Ventilator und dem Thermostaten eine einwandfreie Umlaufregulierung und einen optimalen Temperaturausgleich auch bei grosser Hitze und bei maximaler Beanspruchung besorgt. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Anordnung der Lenk- und Schaltorgane im Führersitz. Whippet wendet das sogenannte Pingerspitzen-Schaltsystem an. Durch dieses System werden die Manipulationen häufig vereinfacht und gestatten dem Fahrer eine bessere Konzentration auf den Verkehr. Die Standardkarosserien der Marke, die man im Salon^an hübschen Modellen prüfen kann, zeichnen sich durch «ine tiefe Lage und durch ihre breiten Türen aus. Trotz der geringen Ausmasse konnten die Sitzplätze bequem angeordnet werden. Berücksichtigt man die bescheidene Preislage, so ist man erstaunt, einen derartig komfortablen und im Betrieb billigen Wagen zu erhalten. (Weitere Standbesprechungen auf Seite 4.)