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E_1930_Zeitung_Nr.071

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Das Kilometer-Rennen.

Das Kilometer-Rennen. (Von unserm bi-Berichterstatter.) St. Moritz, den 20. August 1930. Mit dem heutigen Tag hat der eigentliche Vollbetrieb bei der hiesigen Automobilwoche eingesetzt. Freilich haben die Vorbereitungen zum Rennen keineswegs das geschäftige und mondäne Bild in der Engadiner Metropole so verändert, wie dies beispielsweise in Linthal vor dem Klausen der Fall ist. St. Moritz ist eben nicht nur während der Autowoche ein internationales Zentrum, zu,dessen Rahmen das Automobil und die vielsprachige Gesellschaft gehört wie der See. Nur das zeitweise Aufheulen eines Kompressors, die behende Passage eines Rennwagens, der sich geschickt und vielleicht mit reichlich Tempo durch die Strassen schlängelt, erinnert daran, dass in Samaden die technische Abnahmekommission unter Ing. Brüderlin amtet und den ganzen Margen hindurch die gemeldeten Maschinen auf Herz und Nieren prüft, soweit es das Reglement eben erfordert. Der eine oder andere Fahrer macht rasch vorher noch einen Abstecher auf die Shell-Strasse zu einem morgentlichen und letzten «Probegalopp > Die in reichlichem Fahnenschmuck prangende offene Tribüne beweist, dass die St. Moritzer, trotz des erdenklich unfreundlichen Sommers, immer noch zu den Wetteroptimisten gehören. Sie haben für heute glücklicherweise auch recht behalten, wenngleich der Wind kräftig durch die Latten pfiff und Mäntel eine willkommene Ergänzung der Ausrüstung bildeten. Bei heisser Wurst und wärmenden Getränken stellte die fürsorglich durch" die Herren Dr. Amstutz und Locher betreute Presse immerhin mit Befriedigung fest, dass es sich dieses Jahr doch weit besser im Freien schauen und geniessen lasse als im letzten Sommer. Rennen der Tourenwagen. Buchwald, der als Erster in der Kategorie Tourenwagen startet, macht seinem festgebenden Heimatkanton alle Ehre. Nicht nur wurde er mit seiner längsten Fahrt als Sieger in der Sternfahrt proklamiert, sondern er legt sich mit seiner B. M. W.-Maschine auch am Rennen tüchtig an den Laden und holt sich den ersten Preis seiner Klasse und verbessert seine letztjährige Zeit um mehr als drei Sekunden. Nachdem in einer Anzahl von Klassen jeweilen nur Solofahrer starten, können wir füglich davon absehen, sie einzeln hier Revue passieren zu lassen, es sei firrivee Ziel ^17 ts In dem ihm scheinbar angeborenen imponierenden Rennstil absolviert Chiron den Hinweg und hat dabei ordentlich gegen den Wind anzukämpfen. Mit 19,4 Sekunden erzielt er die weitaus beste Hinfahrt, aber bei einem flüchtigen Vergleich mit dem bestehenden Rekord kommen bereits die ersten Zweifel auf, ob Chiron diesen zu unterbieten vermöge. Rasch geht es bei den Presseleuten an ein Rechnen und Spekulieren. Auf 18,6 steht die Bestzeit des Mercedes- Champions Rosenberger. Also muss Chiron seinen zweiten Kilometer unter 18 Sekunden hinter sich bringen, wenn er den Rekord Rosenberger egalisieren oder gar unterbieten will. Mit äusserster Spannung wird er auf seiner Rückfahrt erwartet und verfolgt 18 Se- künden hat er dazu; benötigt und blieb damit im Mittel um eine unscheinbare Zehntelssekunde hinter dem absoluten 1929er Rekord zurück. Ei*n Tropfen Enttäuschung mischt sich beim Publikum in den Freudenbecher ob diesem Tagessieg, denn nachdem die beiden andern Kategorien mit neuen Bestzeiten aufgewartet hatten und Chiron uns von Jahr zu Jahr sehr verwöhnt, rechnete man bei ihm ohne weiteres mit einem Rekord. Der Kampf um Höchstleistungen hat das Publikum nun einmal so verzogen, dass Resultate ohne Rekorde nicht mehr restlose Anerkennung finden, wenngleich sie punkto menschlicher Leistung nicht minder zu bewundern sind, sintemal wenn Differenzen von einer Zehntelssekunde in Frage stehen. Vollauf befriedigt über die restlos gut verlaufene Tagung strebte man Pontresina und, St. Moritz entgegen, in der Erwartung neuer kommender Genüsse, dieweil sich Arbeiter schon an den Abbruch der erstellten Hilfsbauten und Umzäunungen machten. Sie erinnerten augenfällig daran, dass das zweite Kilometerrennen auf der Shellstrasse eben bereits wieder der Vergangenheit angehört! (Resultate siehe Seite 5.) Organisation. (Von unserm Ir.-Berichterstatter.) Es mag sein, dass das «windige», etwas kühle Wetter den Besuch des Rennens beeinträchtigte, immerhin: mit 2000 Personen ist die Zahl der Zuschauer eher zu niedrig als zu hoch gegriffen. Die festlich herausgeputzten Tribünen waren gut besetzt und am Drahtzaun, der den Parcours gegen das Publikum hin absperrte, standen die Schlachtenbummler bis nach Pontresina hinauf Spalier. Bekannte Gesichter aus dem A. C. S. und aus automobilsportlichen Kreisen tauchen auf, auf der Ehrentribüne begrüssen wir den Zentralpräsidenten des A.C.S., Herrn Dr. Mende mit seiner Familie, und Herrn Prahl vom A. C. Baden-Baden. Eine muntere und betriebsame Gesellschaft bevölkerte die Pressetribünen, Journalisten aller Sprachen sitzen da zusammen zu löblichem Tun, bewaffnet mit Startliste und Bleistift. Und die Organisation sucht es ihnen so leicht als möglich zu machen. Kaum ist der Wagen vorbei, das Geheul des Motors in der Ferne verhallt, verkündet der Lautsprecher — viersprachig, notabene! — die gefahrene Zeit. Und auf den beiden Zeittafeln findet jeder Schwarz auf Weiss nochmals die Bestätigung dessen, was er aus dem Lautsprecher vernommen hat. Ueberhaupt.— die Organisation! Sie gibt derjenigen des Vorjahres, die von kompetenter Seite mit 'dem Prädikat « mustergültig > belegt wurde, in nichts nach. Alles klappt wie aus einem Guss. Absperr- und Polizeidienst, Chronometrage, Bekanntgabe der Resultate durch Lautsprecher und Zeittafeln, Telephon, Abfertigung der Wagen — der ganze weitverzweigte Apparat funktionierte wieder glatt und reibungslos. Auch die berittenen Ordnungstruppen jenseits des Bahndammes fehlen nicht. Die gegenwärtige Arbeit, welche das Organisationskomitee unter der Leitung der Herren Hans Bon, C. Troeder und P. Conrad geleistet hat, zeitigt ihr© Früchte. Ueber die Shellstrasse nur ein Wort: Wo man hinhört, findet sie begeistertes, ungeteiltes Lob, bei Fahrern, Gästen, wie bei den Leuten von der Feder. Sie präsentiert sich aber auch in tadellosem, einwandfreiem Zustand, glatt wie ein Billard, bis in die letzte Kleinigkeit mit Sach- und Fachkenntnis aufgebaut, die fertige Rennbahn und eine Piste, wie man sie sich idealer nicht denken kann. St. Moritz hat das erstemal bei einem Automobilrennen in der Schweiz das Wagnis, unternommen, einen Totalisatorbetrieb einzurichten. Sei es, dass diese Neuerung dem Publikum noch nicht geläufig ist, ihm fremd und ungewohnt erscheint, sei es, dass es an Wettlust gebrach, der Betrieb am Toto geht etwas flau. Gewiss, es wurde und wird gesetzt, aber alles in allem genommen bleibt der Umsatz doch hinter den Erwartungen zurück. Vielleicht, dass die kommenden Konkurrenten etwas mehr Schwung in die Geschichte bringen. Nachstehend noch die Resultate des Totobetriebes des Kilometerrennens (auf einen Einsatz von 10 Fr. berechnet) : Rennwagen: Chiron Sies Fr. 28.—, Platz Fr. 12.— Bouriat Platz Fr. 12.— von Morgen Platz Fr. 12.— Sportwagen: Burgsaller Sieg Fr. 110.—, Platz Fr. 12.— Rosenstein Platz Fr. 12.— Escher Platz Fr. 12.— Tourenwagen: Graf Arco Sieg: Fr. 12.—. Platz Fr. 12.— Zwimpfer Platz Fr. 20.— Leutenegsrer Platz Fr 16.— Für die Schönheitskonkurrenz am Nachmittag waren bis Mittwochabend rund 60 Nennungen eingegangen. Offiziell eingeschrieben haben sich unter den Fabriken : Renault, Mercedes, Wanderer, Martini, NAG. Für die Geschicklichkeitsprüfung vom Donnerstag liegen insgesamt 46 Nennungen vor, 17 für Tourenwagen, 16 für Sportwagen und 13 fül Rennwagen.

71 - 1930 AUTOMOBIL-REVirE Sport im Ausland 24. August 1930 — ein Tag der Europäischen Bergmeisterschaft! Der Kampf um die Europäische Bergmeisterschaft der Automobile, der vor zwei Wochen mit dem Klausen seinen Höhepunkt erreicht hat, geht schon langsam dem Ende entgegen. Der Schauinsland bei Freiburg hat letzten Sonntag den fünften Lauf gesehen, und nächsten Sonntag werden gleich zwei weitere Rennen um die Europäische Bergmeisterschaft ausgetragen, die jedoch, ausser dem gleichen Reglement, ziemlich ohne Berühiung sind (und über deren zeitliche Kollision man sich streiten kann); der eine Lauf geht in Frankreich, der andere in Polen vor sich. Die Teilnehmer an der Bergmeisterschaft können nun wählen; je nachdem ihnen der Mont Ventoux oder die Tatra-Strecke mehr zusagt, werden sie ihre Dispositionen treffen. Nach diesem Doppel rennen folgt dann noch in Oesterreich, am 14. September, das Semmering-Rennen, am 21. September in Ungarn das Schwabenbergrennen und als Endlauf am 29. September das Rennen von Feleac in Rumänien. Jedenfalls ist den Organisatoren der Europäischen Bergmeisterschaft die Großzügigkeit in der Wahl der Bergstrecken nicht abzusprechen... Das Mont-Ventoux-Rennen. Das Mont Ventoux-Rennen im südfranzösischen Departement Vaucluse hat die Ehre, in Frankreich als einziger Lauf für die Bergmeisterschaft gewürdigt zu werden. Die Strecke des vom A. C. de Vaucluse organisierten Rennens führt von Bedoin aus nach dem Mont Ventoux, sie kommt sowohl infolge ihrer Länge als auch wegen ihrer Schwierigkeiten wohl dem Klausenpass vergleichsweise am nächsten. Das Rennen beginnt 206 m über Meer und endet neben dem Observatorium auf dem Mont Ventoux, das 1895 m hoch gelegen ist. Die effektive Höhenüberwindung ist demnach mit 1689 m recht gross. Während der ersten 6 km der 21.6 km langen Rennstrecke ist die Steigung nicht sehr ausgeprägt, sie gibt aber nachher den Fahrern um so mehr zu schaffen; einzelne Strecken weisen eine Steigung von bis 13% auf. Der Steigungsdurchschnitt ist 9%. Die Strecke ist bedeutend steiler als die Klausenrampe, auch ist die Strasse in einem schlechteren Zustande, der an den Fahrer ungemein grosse Anforderungen stellt. An Kurven ist die Strecke ärmer; der gegenwärtige Rekord von Lamy auf Bugatti mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 78,84 Kilometern ist denn auch höher als der neue 'Klausenrekord von Chiron. ' Das Mont Ventoux-Rennen wird dieses 'Jahr bereits zum 23. Mal ausgetragen. Es hat eine grosse Geschichte hinter sich und spielt in der Entwicklung des französischen Automobilsportes eine führende Rolle, was der Franzose schon durch den Ehrentitel bezeugt, den er den Rennen gibt: «Le roi des courses de cöte de la France!» Die Nennungsliste weist bereits eine grössere Anzahl von vorzüglichen Fahrern auf. Im Rahmen des Rennens findet, wie letztes Jahr, eine Sonderbewertung der geschlossenen Wagen der Sportkategorie statt. Die Konstrukteure legen auf die Durchführung dieses Versuchs sehr grosses Gewicht. Das Tatra-Rennen. Das am gleichen Tag stattfindende Rennen in Polen — organisiert durch den Krakauer 'A. C. — ist in bezug auf seine Schwierigkeiten mit dem Mont Ventoux-Rennen nicht zu vergleichen. Die Prüfungsstrecke ist 7,5 km •lang und weist eine durchschnittliche Steigung von 5% auf. Das Charakteristikum der sonst harmlosen Strecke sind ein paar kritische Haarnadelkurven. Der Bugatti-Fahrer Jan Ripper, ein Pole, hält Iner den Rekord mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 77.7 km. Ziemlich sicher wird diesem Rekord 'das Lebenslicht ausgeblasen. Im Zusammenhang mit dem Rennen wird ein Rally nach Zakopane, dem Beginn der eigentlichen Kennstrecke, ausgeführt, bei dem die Teilnehmer mit Erinnerungsplaketten beschenkt werden. Infolge seiner besonderen Lage wird das Rennen bedeutend mehr Polen als Westeuropäer am Starte sehen. bo. Die englische Tourist Trophy. Am nächsten Samstag findet in Irland die englische Tourist Trophy statt. Bekanntlich sind in England die Strassenrennen verboten, so dass die ganze Rennveranstaltung nach Irland verlegt werden musste. Das durch den Royal Automobile Club of England auf der prächtigen Rundstrecke von Ulster organisierte Rennen beginnt am Samstag morgen um 11 Uhr. Das Rennen wird dieses Jahr zum erstenmal nach einem andern Handycap ausgefahren. Neben einer Zeitvergütung wird der Ausgleich auch durch eine Vergütung an Bahnrunden erfolgen. Die Teilnehmer sind in 8 Klassen eingeteilt. An Nennungen sind 40 Anmeldungen eingegangen, u. a. 3 Mercedes, 4 Bentley, 4 0. M. und 6 Alfa Romeo. Caracciola, Earl Howe und Campbell werden die Farben Mercedes verteidigen. Die Bentleys werden gefahren von Birkin, Wood, Hall und Dunfee, für die Alfa Romeo-Wagen sind u. a. gemeldet Varzi, Campari, Nuvolari und Kaye Don. mb. Grosser Preis von Monza. Der Grosse Automobilpreis von Monza wird dieses Jahr am 7. Sept. ausgefahren. Das Rennen ist mit Preisen im Gesamtbetrage von 500,000 Lire bedacht und wird zum erstenmal auf der vergrösserten Rundstrecke von 7,2 km durchgeführt werden. Die klassische Rundstrecke im königlichen Park von Monza ist auf der Ostseite um etwa 1,5 km verlängert worden: dadurch haben die Zuschauer Gelegenheit, die Teilnehmer nicht nur zwei-, sondern dreimal in der gleichen Runde zu sehen. Das Rennen wird nach dem Eliminationssystem durchgeführt: für jede der vier Klassen (750 bis 1100, 1100 bis 2000, 2000. bis 3000 und über 3000 cem) wird ein Vorrennen stattfinden, und zwar auf 14 Runden zu je 7,2 km. Für das Schlussrennen, das auf 35 Runden ausgetragen wird, werden zugelassen: der Erste, Zweite, Dritte und Vierte der Gruppe 2 (1100 bis 2000 cem), der Gruppe 3 (2000 bis 3000 cem) und der Gruppe 4 (über 3000 cem) und ferner der Erste und Zweite der Gruppe 1 (750 bis 1100 cem), wenn sie eine mittlere Stundengeschwindigkeit von 110 km erreicht haben. Die Organisation liegt nicht mehr in den Händen des A. C. von Italien oder von Mailand, sondern in denjenigen der neugegründeten Gesellschaft «Societä Autodromo di Monza ». Alle Vorbereitungen sind schon getroffen, damit sich diese gewaltige Veranstaltung reibungslos abwickeln kann. Die bereits eingegangenen Anmeldungen für den Grossen Automobilpreis von Monza •lassen einen vollen sportlichen Erfolg bereits heute erwarten. Alfa Romeo hat drei Rennwagen gemeldet, die von Varzi, Nuvolari und Borzacchini besetzt werden, während von den drei angemeldeten Talbot-Wagen einer wahrscheinlich von Arcangeli gefahren wird. Ferner ist den Organisatoren die Meldung von Rudolf Caracciola auf Mercedes-Benz zugegangen und diejenige des Berliner Bugatti-Fahrers von Morgen, dem Sieger des deutschen Bergrekordes in Freiburg i. Br. Die Meldungen aus Frankreich dürften in' nächster Zeit einlaufen; aus England hat bereits die Bentley-Fabrik (Siegerin im 24- Stundenrennen von Le Mans) zwei Meldungen abgegeben: ein Wagen wird von Birkin gesteuert werden. Wie man hört, wird auch eine amerikanische Beteiligung erwartet, die dem Rennen einen universalen Charakter geben würde. r. 8. Internationales Bergrenrien am Oberjoch. Am 7. September 1930 findet auf der Jochstrasse bei Hindelang in den Allgäuer Alpen zum achten Male das offene internationale Bergrennen statt, welches unter der Bezeichnung « Oberjochrennen» von der Allgäuer Sportgemeinschaft « Oberjoch» im A.D.A.C., Sitz Kempten veranstaltet wird. Der Sportsanlass umschliesst das Hauptrennen für Lizenzfahrer, den Sonderlauf für Ausweisfahrer und eine Plakettenzielfahrt. Die zu befahrende Rennstrecke von Hindelang zum Oberjoch ist 7 km lang, von 6—8 Proz. durchschnittlicher Steigung und 310 m Höhenüberwindung und befindet sich in tadellosem Zustand. Sie enthält 105 Kurven mit 15 Kehren, stellt somit ein Gelände dar, das in Bezug auf sportliche Ansprüche, die an die Fahrer gestellt werden, nur von wenigen andern internationalen Rennstrecken erreicht wird. Die Beteiligung der Fahrzeuge stieg von 89 im Jahre 1923 auf 161 im Jahre 1929 an. Zum diesjährigen Rennen sind alle vorschriftsmässig ausgerüsteten Touren-, Sportund Rennwagen zugelassen. Erster Nennungsschluss ist der 25. August, zweiter Nennungsschluss mit um die Hälfte erhöhtem Nenngeld der 31. August. Zur Verteilung kommen hohe Geld- und Naturalpreise. Ausserdem werden Siegerplaketten in Gold, Silber und Bronze- für jede Klasse verteilt. Über alle Einzelheiten der Organisation unterrichtet die Allgäuer Sportgemeinschaft « Oberjoch », Paul Scherer, Kempten, Wiesstr. 37. P. Die Automobilwoche von Comminges. Die Automobilwoche von Comminges, die letzten Sonntag mit dem Kampf um den Grossen Preis von Comminges zu Ende ging, begann mit einer Regelmässigkeitsfahrt agi der 22 Motorräder und 14 Automobile teilnahmen. Als nächste Veranstaltung der vom A. C. du Midi organisierten Autowoche fand ein Kilometer lance-Rennen statt, bei dem der bekannte Bugatti-Rennfahrer Dreyfus mit neuem Rekord siegte. Das Bergrennen auf den Pass von Peyresourde musste wegen der Die durchwegs uerstärkte Konstruktion dieser letzten Schöpfung des grössten Gummiproduzenten der Welt trägt speziell den erhöhten Anforderungen Rechnung, die das moderne Automobil heute an die Bereifung stellt. Alle Teile dieses heruorragenden Qualitätsreifens, besonders aber das massiue, überaus zähe Lauiband mit dem griffigen Gleitschutzprofil, sind derart uerstärkt, dass sie auch den härtesten Beanspruchungen zuuerlässig standhalten. Der neue uereinigt in sich aüe Vorzüge, welche absolule Gewähr bieten für seine anerkannt unübertrefflichen Rekordleistungen! Der neue „ROYAL" „ROYAL" ist in allen Garagen und Spezialgeschäften erhältlich. schlechten Witterung verschoben werden und konnte erst letzten Freitag durchgeführt werden. Sieger wurde Lehoux auf Bugatti, der die 13 km in 9 Min. 59 Sek. erledigte und somit seinen eigenen auf dieser Strecke aufgestellten Rekord schlug. Klassensieger wurden ferner Betmale (Salmson), Vie (Peugeot), Chauvain (Bugatti), Czaikowsky (Bugatti), Bibal (Oldsmobile), Louet (Bugatti). Den Höhepunkt der Autowoche von Comminges brachte der Grosse Preis von Comminges, der auf einer Rundstrecke bei Comminges ausgetragen wurde. Klarer Sieger wurde hier der Bugattifahrer Michel Dore, der die beste Zeit fuhr. Die Resultate. Regelmässigkeitsfahrt. Wagen mit 750 cem Inhalt: 1. G. Vie (Peugeot). — 1100 cem: 1. Bessieres (Amilcar). — 1500 com: 1. Sences (Mathis). — 2 Liter: 1. Lormand (Stuäebaker). Kilometer lance. 750 cem Sport: 1. G. Vie (Peugeot), 48 Sek. 4/10 (Mittel 74.380 km), neuer Rekord. 1100 cem Sport: 1. Foch (Salmson), 33 Sek. 7/10 (Mittel 106,509 km).. 1500 cem Sport: 1. Chauvain (Bugatti), 30 Sek. 5/10 (Mittel 117,647 km), neuer Rekord. 1500 cem Rennwagen: 1. Michel Dore (Bugatti), 21 Sek. 4/10 (Mittel 168,224 km), Rekord. 2 Liter Rennwagen: 1. Dreyfus (Bugatti). 17 Sek. 9/10 (Mittel 201,124 km), neuer Rekord, beste Tageszeit. 2. Lehoux (Bugatti), 18 Sek. 2/10. 3. Etancelin (Bugatti). 3 Liter Sport: 1. Czaikowski (Bugatti). 21 Sek. 6/10 (Mittel 166,666 km), neuer Rekord). 5 Liter Sport: 1. Biba] (Oldsmobile), 31 Sek. 2/10 (Mittel 115,385 km). Rekord. Rundstreckenrennen. Ueber 1560 cem: 1. Miquel (Bugatti), 394,5 km in 3:13:27 (Stundenmittel 122,357 km); 2. Lenormand (Bugatti), 3:21:33. — Bis 1500 cem: 1. Michel Dore (Bugatti), 315,6 km in 2:32:39 (Stundenmittel 124,048 km); 2. Czaikowski (Bugatti), 2:33:09. — Bis 1100 cem: 1. Scaron (Amilcar), 263 km in 2: 17:23 CStundenmittel 114,861 km). Stauprojekte im Reusstal und Strassenbau. Wie wir erfahren, hat die Generaldirektion der Bundesbahnen zum Stauseeprojekt der zentralschweizerischen Kraftwerke in Luzern ein Gegenprojekt ausarbeiten lassen, das vom grossen Stausee Andermatt absieht und sich auf den hintern Teil des Urserentales beschränkt. Die Andermatter Hessen sich nicht so schnell ihres Bodens und ihrer Heimat berauben, weshalb man wohl oder übel zu einem Gegenprojekt greifen musste, wollte man sich nicht den Zorn der Urner Eidgenossen auf den Buckel laden. Nach dem neuen Projekt käme nun die Staumauer westlich von Hospenthal zu stehen und würde von da bis Realp ausgedehnt. Die Länge des Stausees erreicht 5% km, die Breite 600—700 m. Die Ortschaft Realp musste nach diesem Projekt etwas höher und mehr westwärts verlegt werden. Doch werden die Realper jedenfalls auch noch ein Wörtlein mitsprechen. Im Fernern ist beabsichtigt, dass in einem oberhalb der Meienschanze vorgesehenen Wasserschloss, in das auch die Meienreuss eingeleitet würde, die gesamten Wasseradern vom Pizzo Centrale bis Sustenhorn zusammengefasst und vereint in einer 1600 m langen Druckleitung nach dem Südende des Pfaffensprungs geführt, wo die Zentrale errichtet würde. Die Kosten für dieses Projekt sind « nur > auf 127 Millionen Fr. berechnet. Für die Bundesbahnen und die Eidgenossenschaft jedenfalls ein© Bagatelle. Dafür gedenkt man aus dem Werke 440 Millionen Kilowattstunden herauszupressen. Sollte das Projekt je einmal verwirklicht werden, so wäre jedenfalls der Zeitpunkt gekommen, eine Strasse ins Göscheneralptal zu bauen, die jedenfalls zu einer gerne befahrenen Touristenstrasse würde und im fernem die längst notwendige Güterstrasse ins Meiental auszubauen. In Anbetracht der bereits gewaltigen Energiemengen, welche unsere Kraftwerke zu liefern im stände sind und der daraus sich ergebenden Ausfuhr billigen Stromes, womit wir die ausländische Industrie instandstellen, die eigene infolge billiger Kraft besser zu konkurrenzieren, darf die Frage wohl erhoben werden, ob diese gewaltigen Summen für Ausbau und Neuanlage von Strassen nicht lukrativer verwendet würden. Winterthurer Strassenbau. Schon vor e!- nigen Jahren wurde in Winterthur die Kanalisation für die Technikumsstrasse neugeschaffen, auch die Zürcherstrasse ausserhalb Töss wurde einem gründlichen Ausbau unterzogen. Nachdem nun diese Arbeiten beendet sind, und damit der Strassenbaufond für weitere Bauten im Dienste der Strassenmodernisierung frei geworden ist, verlangt der Winterthurer Stadtrat einen weitern Kredit von 300,000 Fr., der für die Herrichtung der Technikunmstrasse dienen soll. Diese Strasse soll als wichtige Verbindung nach der Ostschweiz zu einer Autostrasse ausgebaut werden. bo. D