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E_1930_Zeitung_Nr.071

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Luftfahrt Wie ich auf

Luftfahrt Wie ich auf der «Klemm» fliegen lernte. mein lang ersehnter Wunsch endlich in Erfüllung und schon finde ich es als etwas ganz Selbstverständliches, wenn ich jede Woche ein paarmal in die Lüfte steige. • Und nun lasse ich mein Tagebuch sprechen, das ich vom ersten Flugtage an gewissenhaft führte: Montag, 6. Juni. Mein Fluglehrer, einer der besten Akrobatikflieger der Armee, nahm mich heute zum ersten Schulflug unter seine Fittiche. Um mir einen Begriff vom Fliegen zu geben, teilte er mir mit, dass ich vorläufig nur mitfühlen, also die Hand leicht aufs Steuer, d. h. auf den Knüppel legen solle. Also einsteigen, anschnallen, Vollgas und schon hebt sich unsere leicht beschwingte Klemm vom. Boden. Ein herrliches Gefühl. Ich habe meine Rechte leicht auf dem Knüppel, die Linke am Gashebel und die Füsse auf dem Seitensteuer und «fühle» mit, d. h. ich fühle gar nichts, denn das Ganze kommt mir äusserst spanisch vor. Aber eines ist sicher: ich geniesse ! Plötzlich werde ich aus meiner Ruhe gerissen. Der Fluglehrer hat den Motor gedrosselt, sanft gleiten wir zur Erde und landen, ohne dass ich etwas spüre. Knapp sechs Minuten dauerte der Spass. Kaum habe ich mich von meiner ersten Freude erholt, da gibt auch der Lehrer schon wieder Vollgas und nun muss ich wohl oder übel beginnen und mir Mühe geben, mitzufühlen und was zu lernen. Die erste Kurve fliegt noch der (Lehrer und dann heisst's, laut vorheriger Instruktion, geradeaus fliegen, Richtung Schuh- Indu- Jeder umsichtig handelnde Kaufmann, strielle und Gewerbetreibende besucht die Wiener Herbstmesse 7.—14. September 1930. (Aus meinem Flug-Tagebuch.) Fliegen lernen? Im Volke wird das Fliegen vielfach als eine überaus schwere und waghalsige Tätigkeit angesehen. Dass dem nicht so ist, veranschaulicht das nachstehende Tagebuch In kurzen Worten will ich voranführen, dass der Wunsch, zu fliegen, schon früh in mir wach wurde. Schon als Kantonsschüler in den Jahren 1905—1907 beschäftigte ich mich eifrig mit der damals noch recht spärlichen Flugliteratur. Meinen ersten Flug machte ich aber erst im Jahre 1916 mit einem Waffenkameraden; das war ein grosses Ereignis, das noch heute frisch in meiner Erinnerung steht. Als wir dann im Jahre 1927 den Zürcher Flug-Club ins Leben riefen, da ging Luxus- und Gebrauchsartikelmesse, Schuhmesse, Möbelmesse, Reklamemesse, Ausstellung « Christliche Kunst», Textil- und Bekleidungsmesse, Pelzmodesalon, Technische Messe, Internationale Rädioausstellung, Eisen- und Patentmöbelmesse, Bureauausstellung, Nahrungs- und Genussmittelausstellung, Französische Sonderausstellung, Strassenbaumesse, Ausstellung technischer Neuheiten und Erfindungen, Griechische und indische Kollektivausstellungen, Land- u. forstwirtschaftl. Musterschau, Weinkost etc. Fahrpreisermässigungen auf schweizerischen, österreichischen undausländischen Bahnen sowie Schiffahrtslinien. IJ^~ Kein Passvisum. Messeausweise und alle Auskünfte bei der Oesterreichischen Handelskammer in der Schweiz, Zürich, Bahnhofquai 7 (Poatfach Hauptbahnhof). 46455 Die «Detroit Aircraf Corporation» in Detroit-Amerika baut das im büde gezeigte Segelflugzeug Serienweise zum Preise von 725 Dollar. Es wiegt mit den .Schwimmkästen 270 Pfund und wird mittels eines Motorbootes gestartet. Es erhebt sich vom Wasserspiegel, sobald das vorgespannte Motorboot eine Geschwindigkeit von zirka 60 Std./km erreicht hat. fabrik Brütisellen. Nur ruhig Blut, denke ich. Das Flugzeug gondelt in der Luft wie eine Nussschale im Meer. Nach rechts und links zu sehen getraue ich mich noch gar nicht. Die Sache kommt mir sehr merkwürdig vor und ich bin froh, wie der Fluglehrer die Führung wieder übernimmt und landet. Dienstag, 7. Juni. mit neuem Zugschalter Fr. 20.—. Amerikanische Autobestandteile Dutourstr.24 — Tel. L. 16.26 Dreidimensionalen. «Kleinere Ausschläge, nicht nervös werden, sich nicht verkrampfen, der Apparat fliegt von selbst», das sind die Ermahnungen des Fluglehrers. Ja, er hat gut reden ! Sonntag, 19. Jura. 6 Uhr 20 bis 6 Uhr 45. Es geht schon besser, der Apparat macht mit mir schon nicht mehr so ganz was er will. Ich fange an, Gefühl zu bekommen, mache wunschgemäss kleine Ausschläge, liege aber vielfach noch bedenklich schief in der Luft und beim Gleitflug, da bin ich viel zu steil, ich «steche» zu stark. Oft lässt der Fluglehrer das Steuer Frühe Tagwache. 5 Uhr 10 bis 5 Uhr 45 fünf Flüge gemacht. «Bei Start und Landung mitfühlen, wenn ich ans Steuer klopfe geradeaus fliegen, «Richtung Schuhfabrik», war das Losungswort. Alles geht gut, der Fluglehrer klopft, wo ist denn diese verd... Schuhfabrik? Doch da entdecke ich sie. Siefrei und hält für Augenblicke die Hände in die Höhe. Das gibt Mut! Auch zur Zeit und in der richtigen Höhe den Motor drosseln soll entwischt mir aber immer nach rechts, warum, erklärte man mir nachträglich. Das komme von der Drehrichtung des Propellers; man müsse mit dem rechten Fuss dagegenhalten. Sonntag, 12. Juni. 7 Uhr 40 bis 8 Uhr 25. Diese verflixte Schuhfabrik, ich drücke wie besessen auf das rechte Pedal, damit sie ja nicht wieder rechts an mir vorbeirutscht. Doch plötzlich pfeift's mir ums linke Ohr, .so dass ich naiv glaube, ein starker Wind habe eingesetzt. Der Fluglehrer greift ein, es war wohl höchste Zeit. Nachträglich sagte er mir: «Sie haben die schönste Glissade gemacht.» Ich denke: «Wie ist's möglich, in acht bis zehn Stunden Fliegen zu lernen? Du musst doch speziell untalentiert sein.» Dienstag, 14. Juni. • 20 Uhr 15 bis 20 Uhr 35. Immer noch geradeaus fliegen. Das ist eben nicht so leicht wie beim Autofahren; wir bewegen uns ; im Fahre mit Luft Das Sparventil HANS RUDOLF KANNE Dufourstr. 48. Zürich 8 mröwmfimvm Ein Hydro-Secjel-Flugzeug Grosses Zahnrad-Lager für alle amerikanischen Automobile ich nunmehr selbständig, um damit das Distanzenschätzen zu lernen. Freitag, 8. Juli. 5 Uhr 30 bis 6 Uhr 40. Fünf Schulrunden. Es geht schon ordentlich. Auch der Fluglehrer scheint zufrieden zu sein, denn er meint: E. Wewerka, Zürich 8 «Nun haben Sie's bald raus.» Mein Kamm steigt, nun lern ich's doch noch. Ich fliege aber noch fest Berg- und Talbahn und Schlangenlinien. Auch die Schuhfabrik ist sesshafter geworden. Schon kurz nach dem Start überlässt mir der Lehrer das Steuer. Das Landen allerdings, das ist eine Sache für sich. Wie sagt der Pilot: «Fliegen heisst landen», oder: «das Fliegen wäre leicht, wenn der Boden nicht wäre». Mittwoch, 13. Juni. Wir probieren ein paar Kurven, sie sind wohl nicht sehr vorbildlich, aber der Apparat hat nachher doch wenigstens eine andere 6 Zyl., 10,1 Steuer-PS. Typ Stuttgart 200 zu stark ermässiqten Preisen. CABRIOLETS - LIMOUSINEN TORPEDOS - CHASSIS 1930 — N° 71 Richtung, wenn auch eine ganz unrichtige. Es muss alles gelernt sein. Samstag, 16. Juli. «Heute starten SieU, war das Losungswort. «Sie wissen doch, wie man's macht!> Ich hatte keine Ahnung und doch kamen wir in die Luft. Es war wohl das Verdienst des Lehrers, der aus Versehen oder Vorsicht mithalf. Das Landen scheint mir noch nicht zu liegen, ich ziehe zu spät oder steche zu irüh oder halte den Apparat nicht gerade. Doch auch das lernte ich und so kam eines Tages der grosse Moment in der Fliegerlaufbahn, der Moment, da der Lehrer nach ein paar guten Landungen unvermittelt aussteigt und sagt: «So, jetzt fliegen Sie allein, es ist alles ganz einfach und viel leichter als am Doppelsteuer.» Und es war ein grosses Ereignis auch für mich, wie die Maschine so leicht vom Boden ging und wie ich so allein, ganz mein eigener Herr und Meister, in der Luft schwebte. Allerdings machte ich folgsam die übliche Platzrunde und dachte eigentlich gar nicht an den kommenden letzten Moment, an die Landung. Aber auch die ging glatt von statten und voller Stolz meldete ich mich bei meinem Fluglehrer. Und heute bin ich wohlbestallter, brevetierter Sportflieger, habe meine eigene Klemm- Salmson und freue mich auf jeden kommenden Flug wie ein Kind auf sein Spielzeug. /. Tschudi, Zeh. Das Flugzeug im Schulunterricht. Das Kommando des Fliegerwaffenplatzes Dübendorf hat dem Technikum Winterthur ein älteres Flugzeug für den Anschauungsunterricht zur Verfügung gestellt. Auch die Thurgauer Kantonsschule hat sich bekanntlich schon eines solchen Entgegenkommens erfreuen können. So wird dem modernsten Verkehrsmittel jedenfalls mehr genützt als durch die sensationelle Unfallberichterstattung der Tagespresse. Walter Mittelholzer am Flugmeeting Willisau. Am nächsten Sonntag startet Walter Mittelholzer am Flugmeeting Willisau, der grössten Veranstaltung dieser Art in der Zentralschweiz, dreimal zu Akrobatikflügen. Am Vormittag wird auf dem Flugfeld ein Ballon gefüllt, dem sich eine Fuchsballonjagd anschliesst, ausgeführt durch den Touringclub Sektion Waldstätte. Der Start des Ballons erfolgt unter Führung von Herrn Oberst Santschi. Nebst Fallschirmabsprüngen, einem Tagesfeuerwerk, Schätzungswettbewerben, Alpenflügen, Konzerten etc. wird auch die erste Flugpost des Kantons Luzern zur Durchführung gelangen. Die Bund- und Alpenflüge werden durch die Alpax, Bern und die Aviatik beider Basel ausgeführt. ^•••••••••••••••••••••••a Kleine MERCEDES - BENZ MERCEDES-BENZ-AUTOMOBIL A.-G. • Badenerstr. 119 ZÜRICH Tel. Uto 16.93 Moderner 5-T.-Lastwagen % Komplettes Lager in i Vortreffliche Gelegenheit Umständeh. billig zu verkaufen: 1 Car alpin Marke FIAT neueres Modell, 18 Sitzplätze, Allwetterkarosserie m. 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N° 71 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE Der Fahrlehrer muss fünf Jahre Fahrpraxis haben! Unsere Diskussion: Um die Verantwortlichkeit des Fahrlehrers Mit Interesse habe ich die Artikel über die Verantwortlichkeit des Fahrlehrers gelesen und finde dieses Thema sehr wichtig. Ich fahre seit mehr als 20 Jahren Auto und habe schon Hunderte von Fahrstunden gegeben* aber immer mit einem gewissen Angstgefühl, denn ich musste mir sagen, wenn mein Schüler jemanden zu Tode fährt, habe ich doch die grössere Verantwortlichkeit. Es gibt Kantone, wie schon erwähnt wurde, wo nicht jedermann Fahrstunden geben kann; z. B. habe ich schon gesehen, dass Leute, die mit Ach und Krach schliesslich eine zAveite oder dritte Prüfung bestanden hatten, sofort anfingen, Fremden Fahrstunden zu geben, wobei sie doch selber noch absolut nicht sicher waren am Steuer. Da sollte Abhilfe geschaffen werden. Ich wäre der Meinung, dass nur Autolenker, die mindestens fünf Jahre, ohne selbstverschuldeten Unfall, ein Auto geführt haben, berechtigt sein sollten, Fahrstunden zu geben. Durch diese Bestimmung würde sich eine starke Sondierung unter jenen Fahrlehrern ergeben, die eben nur eine ungenügende Fahrausbildung und vor allem eine absolut unzureichende Fahrpraxis aufweisen können. Vielleicht Hesse sich dieser Vorschlag noch näher präzisieren, aber geschehen muss unbedingt etwas in dieser Richtung. Im weitern sollte aber eine Versicherung obligatorisch gemacht werden, durch die der Fahrlehrer ebenso wie sein Schüler gegen Unfälle gedeckt wären. Um dem Schüler mehr Fahrsicherheit zu geben, finde ich es notwendig, dass er auch hie und da allein einige Meter fahren muss, d. h. im Beisein des Fahrlehrers. Passiert nun aber in diesen Momenten ein Unglück, so kann man doch nicht den Fahrlehrer verantwortlich machen, der ja sein Möglichstes getan hat, um einen selbständigen Autolenker auszubilden. Der angehende Autoführer soll ja am Prüfungstag und nachher auch allein im Auto fahren, daher ist es Pflicht des Fahrlehrers, seinen Schüler recht bald auch im Alleinfahren einzuüben^ Der heutige und iijimer noch steigende Strassenverkehr von Motorfahrzeugen und die steigende Ziffer der Unglücksfälle verlangen auch straffere Gesetze. Es darf einfach nicht mehr vorkommen, dass Leute am Lenkrad sitzen, die nicht einmal eine provisorische Bewilligung haben, ja sogar sich allein auf die Strasse wagen in ihrem eigenen Auto, ohne Fahrlehrer und sogar ohne provisorische Bewilligung, wie> man das in einzelnen Kantonen noch sehen kann. Es ist auch unstatthaft, dass Fahrer mit gekauften Fahrbewilligungen, z. B. wie in England, einfach hierher kommen und ein Auto führen dürfen. Auch da sollte mehr Kontrolle sein, und jeder Automobilist muss es sich zur Pflicht machen, Führer und Führerinnen, die mit ihren Papieren nicht in Ordnung sind, zur Vervollständigung der Ausweise anzuhalten oder dann anzuzeigen. Dadurch könnten viele Unglücksfälle vermieden werden, weil eben alle Leute, die überhaupt nicht oder noch nicht ans Lenkrad gehören, nicht andere Strassenbenützer gefährden. C. G. in G. Publikum kontra Auto. Sehr hübsch ist, was in Winterthurer Blättern der Quartierverein Töss den Trambenützern zu sagen hat. Es wird in einer langatmigen Mitteilung zuerst darauf aufmerksam gemacht, dass bei der Endstation Gerwe das Publikum (offenbar dank den Bemühungen des Quartiervereins) direkt vom Gehweg in das Tram einsteigen darf, anstatt, wie bisher, die Strasse überqueren zu müssen. Dagegen hat geWiss der Automobilist am allerwenigsten etwas einzuwenden. Es ist ja tatsächlich verwunderlich, dass eine solche Verfügung nicht schon längst getroffen wurde. Nun geht aber der Quartierverein noch ein Sohrittchen weiteT und informiert das Publikum, dass «alle Verkehrsvehikeb (hätte «Fahrzeuge» nicht gelangt?) gehalten seien, haltenden Strassenbahnzügen auf keinen Fall vorzufahren, ausgenommen an Endstationen. Gestützt darauf lädt der genannte Verein das Publikum ein, darauf zu achten, «dass dieser gesetzlichen Regelung von Seiten der Fahrzeuglenker Nachachtung verschafft wird» und bittet die Oeffentlichkeit, dazu überzugehen, die Fehlbaren zu verzeigen. . Da liegt also der Hase im Pfeffer! Das Publikum soll die «fehlbaren » Automobilisten « vertätschen »!. Diese Taktik scheint uns von zwei Gesichtspunkten aus verfehlt. Erstens ist das* «Vertätschen> an und für sich nichts Schönes, wie wir aus der Schule wissen. Zweitens ist es gerade dasselbe Publikum, das den Automobilisten überwachen soll, welches selbst am wenigsten Verkehrsdisziplin zu halten versteht. Was würde wohl herauskommen, wenn die Automobilisten jeden Verstoss von seiten des Publikums unverzüglich zur Anzeige bringen wollten (vorausgesetzt solche Verstösse wären überhaupt strafbar)? Dann würde der betreffende Verein wohl aus einem andern Loch pfeifen und die Automobilisten jener Kleinlichkeit beschuldigen, die er selbst an den Tag gelegt hat. Das Tram zum Schrittmacher des Automobils zu machen, wie dies in vielen Schweizerstädten geschieht, halten wir für eine verfehlte Taktik. Irgendwie und Irgendwo muss das Auto dem Tram eben vorfahren, denn man kann doch nicht verlangen, dass das Motorfahrzeug bei jedem Halt des Trams einen unfreiwilligen Aufenthalt nimmt. Da das Vorfahren bei stillstehendem Tram verboten ist, kann es nur dann erfolgen, wenn sich beide Fahrzeuge in der gleichen Richtung bewegen. Ein solches Vorfahren ist aber nicht so ohne. Je nach der Geschwindigkeit blockieren die beiden nebeneinanderfahrenden Fahrzeuge die Strassenhälfte mehr oder weniger lange, auf alle Fälle drei- bis fünfmal länger als bei stillstehendem Tram. Bei diesem System wird also die Gefahr der Strasse durchaus nicht in dem Masse herabgemindert, wie es sich der Laie gern vorstellt. Das einzig Richtige scheint zu sein, dass bei den Haltestellen der Strassenbahn Verkehrsinseln erstellt werden, so dass der Trambenützer ruhig ein- und aussteigen kann. Wo solche Verkehrsinseln die Strasse zu.sehr einengen, .sollten weisse Linien (bzw. Metallplatten) auf dem Pflaster eine Art Verkehrsinsel abgrenzen, die dann nicht befahren werden darf, wenn ein Tram dort anfährt oder stillsteht. Solange aber kein Tram dort ist, wäre das Ueberfahren der weissen Linie gestattet, es sei denn, es hätten, sich dort bereits Trampassagiere angesammelt. - ZwiäUig kommt*-uns -gerade—heute- eine Nummer einer ersten englischen Verkehrszeitschrift in die Hände, in der das Vorfahren an haltenden Strassenbahnwagen besprochen wird. Da in England nirgends ein Vorfahrverbot besteht, handelt es sich nicht darum, zu entscheiden, ob das Vorfahren anzuraten sei, sondern nur, wie vorgefahren werden soll. Zwei Lösungen werden vorgeschlagen: Entweder fahre man ganz nahe am Trattoir, so dass zwischen Auto und Tram eine Sicherheitszone bleibt, in der Leute ein- und aussteigen können ohne behindert zu werden. Als mindestens ebenso gute Lösung wird (man höre und staune!) das Linksvorfahren empfohlen, natürlich nur, nachdem man sich vergewissert hat, dass genügend Raum frei ist. Und bei uns wird das Linksvorfahren in vielen Städten als Verfehlung geahndet, auch wenn der Automobilist nachweisen kann, dass die Strasse auf jener Seite absolut frei war! Man sieht, dass auch in dieser Beziehung starre Polizeivorschriften dem Befund von erfahrenen Verkehrsfachleuten absolut widersprechen. Dem Fahrer wird bei uns geradezu zugemutet, gegen sein besseres Wissen und Können sich an Regeln zu halten, die zwar einer gewissen prinzipiellen Berechtigung nicht entbehren, die aber zu starr sind, um den ändernden Notwendigkeiten des Verkehrs zu genügen. Man vergesse nicht, dass nur der Verkehr selbst, nicht die Polizei, der beste Lehrmeister sein kann. Mf. Zur Förderung der Automobfltouristik in Polen. Eine der wichtigsten touristischen Organisationen Polens, der Touring-Club, gründet© vor kurzem ein© eigene Automobil- Sektion. Alle Arten des Motorsportes, in Polen und im Ausland, sollen durch diese Neugründimg gefördert werden. Im besondern soll auf den polnischen Autostrassen ein' Netz von Stationen für Automobile und Motorräder gegründet werden, wo die Fahrzeugbesitzer sich mit Benzin werden versorgen können, im fernem die Wagen reparieren und nötigenfalls Ersatzstücke zu beschaffen Gelegenheit haben sollen. Als weitere Aufgabe wird von der Sektion di© Regelung der Unterkunftsfrag© und di© Organisation von Sportmeetings vorgesehen. Da di© Sektion grosse Vorteil© für ihre Mitglieder gewährt, erfreut sie sich eines grossen Zuspruches seitens der polnischen Automobilkreise. F. Auto-Occasions A-G ZÜRICH - BADENERSTR. -STADTGRENZE TELEPHON UTO 60.10 Jedermann seinen Typ! AMILCAR AUSTRO-DAIMLER B. M. W. BUICK CHANDLER CHEVROLET CHRYSLER CITROEN CITROEN-Lieferwaqen DELAGE DIATTO DODGE DONNET-ZEDEL DONNET-SIX ESSEX F. N. 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