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E_1930_Zeitung_Nr.087

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Deutschland, während

Deutschland, während die Zahl der Gesamtbevölkerung bloss um 14% wuchs, um beinahe 43 % zu. Die städtische Industrie hat also nicht nur für den gesamten natürlichen Zuwachs der städtischen Bevölkerung und für die durch die Maschinen freigesetzten Arbeiter ausreichend neue Arbeitsmöglichkeit geboten, sondern noch einen grossen Teil der zugewanderten Landproletarier aufgesogen. Eine zweite ebenfalls noch nicht überwundene Anschauung ist die, dass die erzielten Resu'tate nicht dem grössern Aufwand an Energie und Arbeit entsprechen, die die Technik bedingt. Alle Fortschritte der Technik bedeuten natürlich Umwege, grössere Vorbereitungen, Zins und Minuten kostendes Mittelglied zwischen Absicht und Erfolg, bedeuten Vermehrung des äussern wirtschaftlichen Apparates, der Kapitalaufwendungen usw. Es wurde vielfach befürchtet, dass die kompliziertere Methode zu viel Reibung verursache, ein zu schwieriges hemmendes Zusammenwirken vieler Personen zu selber Zeit, oder nacheinander erfordert (der Erste, der die Behauptung aufstellte, dass nach Einführung einer Maschine das Bruttoprodukt geringer ist als vorher, war der englische Frühsozialist Ricardo). Wenn aber die Mechanisierung eines einzelnen Vorganges zu viel Kapital und Personen erfordert, so ist es eben keine technische Errungenschaft, kein kunstgerechtes Verfahren mehr, sondern bloss ein verfehlter Versuch dazu. Es wäre nun allerdings möglich, dass die wahren Fortschritte, die wahren Errungenschaften der Technik, nur nach so viel Fehlversuchen zustande kommen könnten, dass die Gesamtbilanz eine negative wäre. Dies widerspricht aber ganz einfach den Tatsachen. Es kann wohl kaum ernstlich bestritten werden, dass Wohlstand und Lebenshaltung überall ausserordentlich gestiegen sind. Es gab eine Zeit, wo der Besitz eines leinenen Hemdes, von seidenen gar nicht zu sprechen, Zeichen überragenden Luxuses war. Noch vor 50 Jahren hatte das kaiserliche Palais in Berlin kein Badezimmer. Und zwar sind es nicht nur die obern Schichten, die über mehr Güter des täglichen Verbrauches, des Behagens und des Luxus verfügen. Was vor Tausend Jahren Gegenstand des höchsten Luxus war, ist heute allgemeines Gebrauchsgut, jedenfalls Gebrauchsgut jedes bessergestellten Arbeiters geworden. Früher folgte jeder lokalen Missernte eine Hungersnot, wie sie heute nur noch in abgelegeneren Gebieten vorkommt. Wir brauchen aber gar nicht bei einzelnen Beispielen zu bleiben. Ein Blick in die Welt genügt, um festzustellen, dass die Kooperation, das gemeinsame Vorgehen in der Beschaffung und Verwaltung von Wertdingen, grösser ist denn je und es ist ein elementarer Satz der Volkswirtschaftslehre, dass die einzelne Beschaffungsleistung umso grösser wird, je mehr die Kooperation an Umfang «Na, dem Manne mit den goldenen Zähnen,» antwortete er. «Na, ja, das stimmt eben nicht,» erklärte ich. «Gib mal den Brief her.» Er sah mich argwöhnisch an. «Fällt mir ja gar nicht ein,» sagte er. «Sie wollen mich wohl in die Patsche bringen? Der wird nicht aufgemacht.» «Aber es ist doch Geld drin,» sagte ich. «I, keine Spur,» entgegnete er, den Umschlag betastend. Das würd' ich doch fühlen. » «Na, dann halt's doch mal gegen 's Licht,» meinte ich, denn die Sonne schien ganz hell. «Da werden wir ja sehen, wer recht hat.» Er tat es und die Handschrift war so deutlich, als ob es auf der Aussenseite geschrieben gewesen wäre. Es war auch von ihrer Hand, wenn's auch nicht unterschrieben war. «Sie muss mehr davon haben,» konnte ich lesen. «Wo wohnt denn der Mann mit den goldenen Zähnen?» fragte ich, und dabei gab ich mir Mühe zu lächeln und gleichgültig auszusehen. «Das sag' ich nich,» meinte der Junge. «Hier is was nich richtig, lassen Sie mich los!» gewinnt. Je grösser die einzelne Leistung ist, umso grösser wird natürlich wiederum die Gesamtleistung, und je grösser die Gesamtleistung, umso bedeutender ist der Reichtum der Wirtschaftsgesellschaft. Es bedarf nun keiner grossen Ueberlegung und keiner komplizierten Ableitung mehr, um zu zeigen, dass gerade die Fortschritte der Verkehrstechnik die weitaus grösste Wirkung gehabt haben. Die Menschen, die Güter, die Nachrichten bewegen sich heute so leicht auf tausend und zehntausend Kilometer, wie ehedem auf zehn und hundert. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Gütern aller Art, die Beeinflussung und Verknüpfung in geistiger und wirtschaftlicher Beziehung, ist unendlich gestiegen. Die geographische Arbeitsteilung, der Welthandel, die grossen Märkte, das alles sind Folgen der Ueberwindung der Distanzen durch die Technik. Wenn man noch bedenkt, dass sich der Kreisinhalt verhundertfacht, wenn der Radius sich verzehnfacht, d. h. dass man ein hundertmal so grosses Gebiet beliefern kann, wenn man mit demselben Aufwand eine bloss zehnmal grössere Strecke zurückzulegen vermag als früher, so wird man ohne grosse Mühe ermessen, was In der Sitzung vom letzten Donnerstag begann die Expertenkommission die Behandlung des Kapitels über die Haftpflicht. Bundesrat Häberlin erklärte gleich zu Beginn der Verhandlungen, dass die Kausalhaltung des Automobilbesitzers prinzipiell nicht in Frage gezogen werden könne. Es handle sich bloss um die nähere Ausgestaltung des übernommenen Haftprinzips. Zur grossen Ueberraschung aller äusserte sich der erste Delegierte, der das Wort ergriff, Bundesrichter Dr. Bolla, dahin, dass er das neue Haftprinzip für rechtswidrig halte. Er verwies auch auf die Schwierigkeiten, die eine Unterscheidung zwischen schwerem und leichtem Verschulden bereiten würde. Er kam zum Schluss, dass die Haftung des Automobilbesitzers nicht das Mass überschreiten dürfe,- dem auch die Eisenbahnen unterworfen sind. Sein Standpunkt fand lebhaften Beifall bei Herrn Bratschi, Vertreter der Eisenbahnen, der auf die Unzweekmässigkeit einer speziellen Haftung hinwies, in der wir noch keinerlei Erfahrung und Praxis besitzen, während bei der Haftpflicht der Eisenbahnen durch ausgebaute Kommentare und langjährige Praxis alle Zweifel aufgeklärt worden seien, so dass dem Richter ihre Anwendung viel leichter falle. Man erinnert sich vielleicht, dass die Delegierten der Strassenliga in ihrem. Gegenentwurf eine, entsprechend der im Obligationenrecht aufgestellten Haftung des Tierhalters, durch Zulassung eines Entlastungsbeweises abgeschwächte Haftpflicht für den Automobilisten vorgeschlagen, hatten. Da ihre Vertreter in der Expertenkommission, die Herren Rob. von Stürler und Andre Guinand, aber sahen, dass durch gemeinsames Vorgehen eine Mehrheit für die Abänderung des Departementsentwurfes/ zu-: gewinnen sei, stimmten sie dem Vorschlag Bolla-Bratschi zu. Eine der Haftpflicht der Eisenbahnen entsprechende Regelung fand dann bei der Abstimmung in der Tat auch die Zustimmung einer grossen Mehrheit der Delegierten. Der Automobilist soll also nach dem Vorschlage der Expertenkommission bei Sachschaden nicht nach dem Verursachungsprinzip, sondern bloss wie bisher für Verschulden haften; ferner soll er sich ganz allgemein bei Mitverschulden des Geschädigten, und nicht nur beim Vorliegen eines schweren Verschuldens, wie es der Departements-Vorentwurf vorsah, von seiner Haftpflicht befreien können. Endlich wurde bestimmt, dass nicht der Besitzer, sondern, wie es schon der Gesetzesentwurf von 1926 vorsah, der Halter des Motorfahrzeuges Haftpflichtträger sein soll (der Departementsentwurf lässt nämlich in Art. 31 den Besitzer haften, was uns bei der Besprechung der Haftpflicht in Nr. 84 der A.-R. in der Hitze des Gefechts entgangen war). Die Frage des Gerichtsstandes wurde entsprechend der Bestimmung des Departementsentwurfes geregelt: Wohnort des Er riss sich los und lief davon, noch einmal zurückschauend, um zu sehen, ob ich ihm folgte. Ich ging nach Hause, und ich war eben in mein Zimmer gekommen, als das Telephon klingelte und ich gleich darauf Mrs. Estabrooks sanfte Stimme hörte, die sehr leise sprach. Ich schlich mich hinaus und beugte mich über das Treppengeländer, um zu horchen. Es war ohne weiteres zu hören, dass die Aermste in Angst war. «Wer war es?» fragte sie. «Hat der Junge irgend was erzählt? Wie lange ist's her?» Eine Pause entstand. «Begreifen Sie denn nicht, wie schrecklich es wäre, wenn irgend jemand davon erführe?» begann sie von neuem. «Glauben Sie, dass sie beobachtet wird? Ja? Von Detektivs! Ich muss jetz aufhören — adieu!» Das war alles, was ich gehört habe. Eine Woche lang ging sie danach ruhelos umher, von Zimmer zu Zimmer, wie ein gefangenes Tier, lauschte auf jeden Ton und hielt sich den Kopf mit beiden Händen, als fürchte sie, dass er zerspringt. Sie sass wohl eine Weile in irgend 'nem Stuhl, sprang dann aber plötzlich auf, als ob der Platz, den sie sich zum Ausruhen gewählt hatte, glühendheiss sei. So lange ihr Mann zu Hause war, nahm sie AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N° 87 die modernen Verkehrsmittel für die Kooperation der Völker und damit für die Bereicherung der Menschheit geleistet haben. Es war also keine leere Phrase, wenn wir sagten, dass das Auto eine jener technischen Errungenschaften sei, die die Menschheit zu Wohlstand und Kultur führt, die aus dem armen, den Mächten der Natur unterworfenen Menschen eine Art Beherrscher der Welt macht. W. Zum kommenden Bundesverkehrsgesetz Abschluss der Expertenberatungen Beklagten oder, im Falle er Ausländer ist, der Ort, wo sich das Unglück ereignete. Im Artikel 41 des Departementsentwurfes heisst es: «Für Sachschaden kann ein Betrag bis zu 100 Fr. von der Versicherungsdeckung ausgenommen werden.» Dieser Text wurde dahin abgeändert, dass es dem Versicherungsnehmer offenstehen wird, entweder einen Betrag bis zu 100 Franken oder dann 10 % des Schadens von der Versicherungsdeckung auszunehmen. Im Verlaufe der Verhandlungen wurde mehr als einmal die Frage gestellt, welche Erhöhung der Prämien die neuen Bestimmungen zur Folge haben werden. Es konnte jedoch darauf noch keine bestimmte und endgültige Antwort erteilt werden. Man weiss aber, dass die «Winterthur» zum Beispiel aus den Haftpflichtversicherungen, die sie in ihrem Portefeuille hat, ein Defizit von 1,5 Millionen Franken erlitten hat und dass sie, bloss um dieses Defizit auszugleichen, an eine Erhöhung der Prämien bis zu 40 % denkt. Wohl verstanden, in dieser Berechnung ist die vorgesehene Verschärfung der Haftpflicht nicht inbegriffen. Pessimisten sehen eine totale Erhöhung der Prämien bis zu 80 % voraus. Die Versicherungsgesellschaften hätten gerne das direkte Klagerecht des Geschädigten gegen den Versicherungsgeber aus dem Entwürfe ausscheiden sehen. Eine ganz entschiedene Mehrheit der Kommission erklärte sich aber für diese Bestimmung. Es erhob sich sodann die Frage, welches in diesem Falle der Gerichtsstand sei, ob der Wohnsitz des Versicherten oder der Sitz des Versicherers. Die Sache wurde nicht vollständig aufgeklärt. v Rechtsanwalt Guinand, der leider schon am Donnerstag nach Paris zu einer Sitzung der A. I. A. hatte verreisen müssen, hatte den Vorschlag hinterlegt, den Artikel 45, die Bestimmung über die Versicherungspflicht des Ausländers, zu strei chen. Der grössere Teil der Delegierten erklärte sich jedoch gegen diesen Vorschlag. Bundesrat Häberlin führte zu dieser Frage aus, dass die Automobilisten jener Länder, die für die Einfahrt unse- rer Wagen keinerlei Abgabe verlangen, wie z. B. Italien, Belgien und, bis zu 14 Tagen, auch Deutschland, unter denselben Bedingungen frei in die Schweiz werden einfahren können. Wo aber von den Schweizern beim Eintritt Abgaben erhoben werden, muss es sich auch die Schweiz vorbehalten, eine bestimmte Summe zu fordern, die zur Sicherung der Haftpflichtansprüche verwendet wird. Der Abschnitt über die Strafbestimmungen gab zu keinerlei grundlegender Diskussion Anlass. Es wurden insoweit Aenderungen vorgeschlagen, als eine besondere Sanktion für das Fahren im betrunkenen Zustande postuliert wurde. Für Führer bespannter Fuhrwerke wird die sich mächtig zusammen, als fürchte sie, er könnte aus ihren Augen irgend etwas Furchtbares lesen. Dann erhielt sie mit einemmal irgend eine Botschaft von draussen her. Danach pflegte sie ganz ruhig zu werden und erleichtert ihre schönen Hände zu falten. Sie können sich wohl denken, dass ich auf etwas Absonderliches vorbereitet war. Als es dann aber wirklich kam, da war es so verblüffend, dass ich nur immer glaubte, ich erlebte das alles im Traume. Es war an einem späten Nachmittag, als ich aus meinem Zimmer herunterkam und sah, wie Mrs. Estabrook unten an der Wohnungstür stand und durch einen Spalt mit jemanden draussen im Hausflur redete. Ich konnte das Flüstern von Stimmen vernehmen, und mir schien, die andere Person war ein Mann. Ich kann sehr schlau sein, wenn's darauf ankommt, und so ging ich nicht näher, sondern schlich zurück und durch den oberen Hausflur an ein Vorderfenster. Nach ein paar Augenblicken hörte ich unten die Tür schliessen und jemanden die Stufen hinuntergehen. Ich hatte das Gazefenster ein wenig in die Höhe geschoben, so dass ich mich hinauslehnen konnte, um zu sehen, wer es war, der da fortging. Ich weiss nicht, warum ich mir einbildete, gleiche Strafe verlangt wie für betrunkene Radfahrer, Die erhöhte Busse bis zu 100 Franken soll beim Nichtmitführen eines Ausweises gegenüber dem Führer eines Motorfahrzeuges nur bei wiederholtem Rückfall ausgesprochen werden können. Zu den Anwendungsbestimmungen wurden ebenfalls einige Wünsche ausgesprochen, z. B., dass der Bundesrat im Gesetz verpflichtet werden soll, auch für Anhängewagen die Nutzbereifung vorzubringen. Ferner regte die Kommission an, die Regelung der Bundesbeiträge für den Strassenbau, wie das im frühern Entwurf der Fall war, grundsätzlich auch in den neuen Entwurf aufzunehmen. Eine erregte Debatte wurde über die Bestimmung des Artikels 63 geführt, der die Regelung aller im Gesetz nicht bestimmten Punkte der bundesrätlichen Vollziehungsverordnung überlässt. Es wurden zwar gegen die in Abschnitt 2 des Artikels aufgezählten Punkte, selbst gegen die vielumstrittene Vorschrift eines Geschwindigkeitsmessers, keinerlei Einwände erhoben. Herr Monteil (A.S.P.A.) kritisierte aber, dass das Begehren der Strassenverkehrsliga, der Bundesrat möchte eine ständige Fachkommission bestellen, die bei allen Fragen des Verkehrswesens beizuziehen sei, nicht aufgenommen worden sei. Der Geschäftsführer der A.S.P.A. erinnerte daran, dass bei der Besprechung des verworfenen Gesetzes von der Mitarbeit einer solchen Kommission gesprochen wurde. Als dann das Gesetz von den Rednern angenommen worden war und die Liga an die damals gegebenen Versprechungen erinnerte, hiess es, dass eine solche Mitarbeit im Gesetz ja nicht vorgesehen sei. Durch diese Erfahrung gewitzigt, sei es also jetzt der Moment, durch eine dahingehende Bemerkung im Text des neuen Gesetzes die Existenz einer solchen Kommission zu sichern. Bundesrat Häberlin widersetzt sich energisch diesen Vorschlägen. Wir wünschen keine Nebenregierung, erklärt er kategorisch. Diese entschlossene Opposition lässt den Vorschlag der Verkehrsliga nicht durchdringen. Wären die Herren Primault, Guinand und noch einige andere nicht gezwungen gewesen, den Verhandlungen fern zu bleiben, so wäre die Abstimmung vielleicht anders ausgefallen. Immerhin darf dieser Entscheid zu keinerlei Missstimmung Anlass geben. Wenn nämlich Bundesrat Häberlin keine solche Kommission will, so ist es nicht nur aus dem erwähnten Grunde, sondern zum grossen Teil auch im Interesse der Strassenbenützer selbst, weil eine solche permanente Kommission gezwungenermassen schliesslich im Departement selbst aufgehen müsste. Er bleibt aber bei seiner schon früher geäusserten Ansicht, dass zur Prüfung der bundesrätlichen Vollziehungsverordnung eine grosse Expertenkommission einberufen werden muss, und dass der Bundesrat jedesmal, wenn eine Revision dieser Verordnung notwendig geworden sein wird, die Ansicht der Experten einholen soll. Die Sitzung der Expertenkommission wurde in derselben TJeberzeugung gegenseitigen Vertrauens, die bei der Eröffnung herrschte und die während des ganzen Verlaufs der Verhandlungen nicht erschüttert wurde, geschlossen, und es unterliegt keinem Zweifel, dass die Fühlungnahme zwischen den Behörden und den Vertretern der an der Regelung der Verkehrsverhältnisse interessierten Kreise die glücklichsten und fruchtbarsten Erfolge erzielt hat. W. ich müsste den Betreffenden kennen. Ich hatte das peinliche Gefühl, es müsse jemand sein, den ich schon früher irgendwo gesehen hatte. Der Name Monty Cranchs kam mir unwillkürlich auf die Lippen, trotz meiner alten Enbildung, dass ich ihn damals, wenigstens auf dieser Welt, zum letztenmal gesehen hätte. Daher war es beinahe Ueberraschung für mich, als ich erkannte, dass der Mann so verschieden von ihrem Vater war wie Butter von Gerste. Er war lang und hager, hatte eine blasse, ungesunde Gesichtsfarbe und eine sonderbare. Art, sich unruhig nach rechts und links umzuschauen, wobei er sich mit beiden Händen das Kinn hielt. Seine Züge freilich konnte ich nicht ordentlich erkennen. Aber einmal wandte er den Kopf, vielleicht um sich das Haus anzusehen. Er hatte goldene Zähne — eine ganze volle Reihe goldner Zähne! Am Ende also war er der Mann, den der Messengerboy gemeint hatte — derjenige, an den Mrs. Estabrook heimliche Botschaften schickte! Sicher war, dass ich ihn nie zuvor gesehen hatte, und sicher war auch, er hatte irgend was in seinem scheuen Blick und in der unteren Hälfte seines Gesichts, was kein Verlangen in mir weckte, ihn wiederzusehen. (Fortsetzuni; im .)

ft° 87 — 1930 Statistische Streiflichter zu Zürichs Motorfahrzeugwesen Das Automobiljahr 1929. Das statistische Bureau des Kantons Zürich lässt soeben einen Separatabdruck aus Heft 66 seiner statistischen Mitteilung erscheinen. Derselbe befasst sich eingehend mit der «Statistik über den Verkehr mit Motorfahrzeugen im Kanton Zürich 1929». Obschon die eingehende und interessante Bearbeitung dieser Materie im Vergleich zu den allerdings mehr summarischen Ergebnissen der eidgenössischen Motorfahrzeugstatistik (im Juli veröffentlicht) ziemlich spät erscheint, möchten wir es nicht unterlassen, noch einige Streiflichter zu den aufschlussreichen Ergebnissen zu publizieren. Die Bedeutung dieser Arbeit ist ja keineswegs herabgesetzt, wenn auch durch die späte Erscheinungsweise die Aktualität in einigen Punkten leiden muss. Sorgfältige Bearbeitung- des emsig zusammengetragenen Materials verleiht dieser statistischen Enquete einen hohen praktischen Wert. Verkehrsbewilligungen 1929. Schon die eidgenössische Statistik, die von uns in Nummero 57 besprochen wurde, ergab die Tatsache einer Verlangsamung der relativen Zunahme an Motorfahrzeugen. Auch bei den zürcherischen Ergebnissen lässt sich diese Tempoverminderung klar erkennen. Im Jahre 1929 wurden 22,581 Verkehrsbewilligungen erneuert oder neu aufgestellt, während im Vorjahre die entsprechende Zahl 19,898 betrug. Es ergibt sich für das Jahr 1929 eine Vermehrung der Bewilligungen um 2683 oder um 13,5 Prozent. Im vorangehenden Jahr stellte das statistische Bureau des Kantons Zürich eine Vermehrung von 19,7 Prozent fest. Woher mag nun diese Tempoverminderung herrühren? Wir können die Vermutung, es handle sich um eine Sättigung des Motorfahrzeugverkehrs, nicht voll unterstützen. Wir ziehen viel eher in Betracht, dass diese Veränderung in erster Linie auf vermehrten Ersatz der abgehenden Vehikel zurückzuführen ist, ein Vorgang, der in den nächsten Jahren ständig an Bedeutung gewinnen wird. Die andere Möglichkeit wäre die, einer zeitweisen aber vorübergehenden Sättigung im Zusammenhang mit den Wandlungen im Erwerbsleben, im Import, sowie in der Verkehrswirtschaft überhaupt. Die genaue wirtschaftsstatistische Untersuchung über diese Annahmen steht aber noch aus. Die Kategorien. Die absolute Zahl der Motorwagen im Kanton Zürich verteilt sich nach Massgabe der unten stehenden Tabelle auf die verschiedenen Kategorien. Zahl •/. Zunahme In»/. 1927/28 In V. Personenautos 8,886 69,7 1030 13,1 19,8 Lieferungswagen 1,021 8,0 173 20,4 13,7 Lastwagen 2,110 16,6 304 16,8 13,2 Traktoren 289 2,3 38 15,1 7,7 Spezialwagen 39 0,3 9 30,0 25,0 Wechselnde Wagen (Kollektivnummern) 397 3,1 60 17,8 8,7 Total 12,742 100 1614 14,5 17,8 Vom Totalbestand der Motorwagen, die Ende Dezember 1929 in Verkehr gestanden sind (12,742) entfallen rund 70 Prozent auf Personenautomobile. Die Lastwagen verzeichnen rund 17 Prozent Bestandesanteil. Interessanter Weise stellen sich die Spezialwagen mit 30 Prozent bei den relativen Zunahmeziffern an erste Stelle, gefolgt von den Lieferungswagen mit 20,4 Prozent und von Lastwagen mit 16,8 Prozent. Absolut genommen stehen, was leicht zu erraten ist, die Personenautomobile an der Spitze der Zunahmeziffern. Die Lastfahrzeuge haben aber ein relativ rascheres Anwachsen zu verzeichnen. Die stärkste Bestandeszunahme hat die Stadt Zürich zu verzeichnen, wenn man die relative Vermehrung in der Hauptstadt, mit derjenigen in der Stadt Winterthur und derjenigen aller Landsgemeinden vergleicht. Die Differenzen sind aber, wie uns die nachfolgende Tabelle beweist, nicht sonderlich gross: Zunahme In •/. des Bestandes von 1928 Wagen Personen Lieferung- Traktor. Insgesamt wagen u. Lastwagen Stadt Zürich 15,6 14,9 17,2 14,3 Stadt Winterthur 13,7 12,1 17,1 20,0 Landgemeinden 13,1 10,8 19,1 15,1 Kanton 14,5 13,1 18,0 15,1 Die MotorfahrzeugzHfern 1929. Die Stadt Zürich, mit 8989 verkehrsberechtigten Motorfahrzeugen, marschiert selbstredend bei der Motorfahrzeugdichte mit 26 Einwohnern auf ein Motorfahrzeug an der Spitze, während der Bezirk Hinwi! mit 42 Einwohnern auf ein Motorfahrzeug am Schluss der Kolonne sich befindet. Für den ganzen Kanton Zürich, der auf Ende 1929 genau 19 248 Motorfahrzeuge notierte, ergibt sich eine durchschnittliche Motorfahrzeugdichte von 1 Motorfahrzeug auf 30 Einwohner. Wie wir bereits früher feststellten, behauptet der Kanton Zürich hinter dem Kan- ton Genf (Motorfahrzeugdichte 15) den zweiten Rang unter allen Kantonen. Herkunft der Motorwagen. Interessante Aufschlüsse über die innere Struktur des Bestandes an Motorfahrzeugen im Kanton Zürich erteilt die Zusammenstellung der zürcherischen Motorwagen nach Herstellungsländern und Fabrikmarken. Einer überragenden Vorzugsstellung ei'frou+en sich die Vereinigten Staaten von Nordamerika, welche mit 64 Marken nicht weniger als 5836 von 12345 Wagen (Totalbestand) geliefert haben. Das amerikanische Kontingent beträgt 47,3 Prozent. In bedeutendem Abstand folgt Frankreich mit 60 verschiedenen Marken und 2155 Wagen, gleich 17,5 Prozent des Gesamtbestandes. Die nächsten Plätze sind von Italien (12,5 Prozent), der Schweiz (11,3 Prozent) und Deutschland (7,8 Prozent) belegt. An die 90 Prozent sind ausländische Marken. Die Statistik verzeichnet 245 verschiedene Marken schweizerischer oder ausländischer Provenienz. Berufsklassen und Auto. Von der Gesamtzahl der im Verkehr zirkulierenden Wagen entfallen 2929 oder 23 Prozent auf juristische Personen und 9813 Wagen oder 77 Prozent auf Einzelpersonen. Der Bestand der Wagen juristischer Personen nahm um 16 Prozent zu, derjenige der Einzelpersonen um 14 Prozent. Die Zunahmen sind auf die Berufskategorien ,wie folgt verteilt: Industrielle und Kaufleute 6,9 Prozent, Gewerbetreibende 9,4 Prozent, höheres Personal in Industrie, Handel und Verwaltung 56,8 Prozent, Angestellte und Arbeiter 43,8 Prozent, wobei die beiden letzten Verhältniszahlen sich aus verschiedenen Berufsarten zusammensetzen. Eine über die relative Zunahmezahl hinausgehende Vermehrung weisen folgende Kategorien auf: Oeffentliche Verwaltung, inklusive Anstalten, 28,7 Prozent, Aerzte und Tierärzte 17,1 Prozent, sowie Personen ohne Beruf 17,3 Prozent. Das Bild dieser Verteilungsangaben wurde allerdings durch statistische Umschichtungen teilweise verändert, so dass ein Vergleich mit früheren Ziffern AUTOMOBIL-REVUE etwas gewagt wäre- Als erfreuliche Tatsache können wir wiederum eine starke Vermehrung des Automobilbestandes der Gewerbetreibenden feststellen. Das ist uns ein Beweis mehr für die eminent wirtschaftliche Rolle des Automobils im heutigen Erwerbsleben. Wer sich die Vorteile eines Wagens zu sichern weiss, erhöht seinen Umsatz und damit auch seinen Verdienst. Ueber die weiteren Ergebnisse der zürcherischen Statistik werden wir in einer kommenden Nummer sprechen. La. Bedenkliche Gesinnung hat neuerdings ein Autoführer an den Tag gelegt, als er auf einer Fahrt von Wollishofen nach Adliswil einen Passanten umfuhr und diesen schwer verletzt liegen liess. Ausserhalb Wollishofen liess er dann seinen Wagen stehen und liess sich von einem Bekannten in dessen Wagen nach Hause bringen, wohl in der Absicht, die Beschädigungen oder Spuren des Unglücks am eigenen Wagen später beheben zu lassen. Glücklicherweise haben Passanten die Kontrollnummer des Wagens feststellen können, so dass die Kantonspolizei zur Verhaftung schreiten konnte. In den vergangenen Monaten haben sich derart feige Fluchten leider mehrere Male wiederholt, wobei es glücklicherweise in verschiedenen Fällen gelang, den Fehlbaren zu eruieren. Wir müssen im Interesse des Ansehens der Automobilisten verlangen, dass solche Leute mit aller Schärfe von den Gerichten zur Verantwortung gezogen werden und dass ihnen der Fahrausweis wenn nicht für immer, so doch auf Jahre entzogen wird, damit sie Gelegenheit haben, ihre bedenkliche Gesinnung zu ändern. Anderseits soll der Fahndungsdienst der Polizei so ausgebaut werden, dass es rasch möglich wird, die Täter ausfindig zu machen. Zu diesem Zwecke wäre eine weitere Motorisierung der Polizei nur zu begrüssen. Es ist der Strassensicherheit, den Automobilisten und dem Publikum viel mehr gedient, wenn dafür gesorgt wird, dass solche Missetaten, die erfreulicherweise noch als Einzelfälle auftreten, nicht etwa zu einer schlechten Sitte werden, als wenn ängstlich über Konkordat und Geschwindigkeit gewacht wird. Die Automobilisten, als eine Kategorie von Strassenbenützern, verabscheuen und verurteilen derartige Fluchtversuche durchwegs und es wird Sache der Verbände sein, unter ihren Mitgliedern einen freiwilligen Dienst zu organisieren, welcher der Polizei bei .ihren Erhebungen behilflich ist. oder durch am Pariser Salon Ist der 5-Liter- Motor. Zu seinen beliebten Eigenschaften — Solidität und gediegene Schönheit — bringt Horch 8 damit ein unerhört gesteigertes Beschleunigungs- und Bergsteigevermögen. sofortige prompte Aktion die Arbeit der Behörde wesentlich vereinfacht. Die Engländer bezeichnen Fahrer, die sich auf der Strasse unanständig aufführen, als road hog, Strassenschweine. Der Ausdruck ist wohl für Leute, die wissentlich einen Passanten liegen lassen, nicht zu scharf. Allerdings muss erneut davor gewarnt werden, dass die Öffentlichkeit in Fällen, wo ein Mensch auf der Strasse verletzt gefunden wird, ohne weiteres ein Automobilist als der Schuldige betrachtet und dessen Absicht, sich der Verantwortung zu entziehen, als gegeben angenommen wird. Durch Selbsthilfe und Cooperation mit den Behörden und Polizeiorganen wird es den pflichtbewussten Automobilisten vielleicht möglich sein, dieses Odium von den Automobilisten als Klasse fernzuhalten. z. Sp» «h« Michel Dore, der bekanntlich am Grossen Preis der Tschechoslowakei auf dem Masarykring schwer verunglückte, soll sich auf dem Wege der Gesundung befinden. Die letzten Nachrichten sprechen von einer zunehmenden Besserung des Allgemeinbefindens, x. Deutschland meldet das Kesselbergrennen für die Europa-Bergmeisterschaft. Da die Schweiz, wie bereits gemeldet, das Bernina- Rennen für die Europa-Bergmeisterschaft vorschlug und Deutschland (nicht den Freiburger-Bergrekord), sondern das Kesselberg- Rennen anmeldete, sind bedeutende Verschiebungen im internationalen Sport-Terminkalender zu erwarten. lt. Raid Paris-Nizza. Der bekannte Raid Paris-Nizza, der vom « Automobile Club de Nice et de la Cote d'Azur» veranstaltet wird, findet nächstes Jahr vom 14.—17. März statt. Anschliessend an die Ankunft der Teilnehmer in Nizza werden in der französischen Fremdenstadt mehrere Tage hindurch grosse antomobilistische Veranstaltungen durchgeführt : 18. März: Brems- und Beschleunfgungsversuche; 19. März : Schnelligkeitsprüfung über 500 m; 22. März : Bergrennen vom Turbie ; 26. März : Schönheitskonkurrenz. Vom 16. März bis 23. März findet im Zusammenhang mit dem Raid in Nizza auch eine Aiitomobilausstellung statt. An Preisen sind 200,000 Fr. in Bargeld, wertvolle Becher und Speziaipreise ausgesetzt. bo. Startet Rudoli Caracciola für Alfa Romeo? Der deutsche Mercedes-Benz-Rennfahrer hat seiner Marke in der vergangenen Saison wiederum eine erstaunliche Reihe Sporterfolge eingeheimst, die sowohl für die Fahrtüchtigkeit Caracciolas als auch für die hervorragenden Wagen der Marke Mercedes- Benz sprechen. In der Bergmeisterschaft von Europa hat sich Caracciola als Bester in der Kategorie Sportwagen klassiert. Zu unserer Verwunderung gibt nun die «B. Z. am Mittag» bekannt,, dass Caracciola gegenwärtig mit der Turiner Firma Alfa Romeo verhandle, die auch 1931 ein rennfreudiges Programm durchführen wolle. Es heisst darin ferner, dass Caracciola alle Rennen auf eigene Rechnung habe bestreiten müssen, was wohl mit dem Beschluss des Reichsverbandes der Automobilindustrie zur Nichtbeschickung der Rennen zusammenhängen kann. In der gleichen Meldung wird ferner verlautbart, Caracciola gedenke zugleich die Berliner Vertretung von Alfa Romeo zu übernehmen. Wir geben die Meldung mit allen Vorbehalten wieder. Dass der obenerwähnte Beschluss des deutschen Reichsverbandes der Automobilindustrie weitere Konsequenzen ziehen werde, stand uns zum vornherein fest. Wir haben indessen bis jetzt nur feststellen können, das die Organisation deutscher Rennen mehr Mühe verursachte, weil sich eben nur Einzelfahrer meldeten. Die obige Nachricht kommt uns doch sehr überraschend. Wir erwarten daher mit Interesse die Aufklärung dieser Angelegenheit. lt. Aus den B«~B««»cl Die Bildung einer parlamentarischen Töuristikgruppe findet Beifall. Die diesjährige Generalversammlung des Vereins zur Förderung der Interessen von Montreux und Umgebung hat eine Resolution angenommen, in der sie die Bildung einer Touristikgruppe in den eidgenössischen Räten lebhaft begrüsst und dem Wunsche Ausdruck gibt, dass die an das Schweizerische Touristikbureau erteilte Bundessubvention eine starke Erhöhung erfahre. -1. Neue Uferstrasse In AbbazJa. Von dei Hauptstrasse Cantrida-Preluca bis nach Volosca ist eine neue Strasse dem Meer entlang gebaut worden, die durch landschaftlich prachtvolle Gegenden führt. Sie is' schattig angelegt, zeigt reizende Ausblicke aufs Meer und dürfte von Automobilsten besonders gerne befahren werden. Lr B