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E_1931_Zeitung_Nr.085

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Sportlich 30-Tage-Fahrt

Sportlich 30-Tage-Fahrt auf dem Nürburg-Ring. 15. Oktober bis 14. November. Gestern Donnerstag begann unter der Kontrolle des Allgemeinen Deutschen Automobil- ,., Clubs (A.D.A.C) und des Automobil-Clubs von Deutschland, (A.v.D.) eine 30tägige Autoprüfimg unter der Devise: «Das Auto — das wirtschaftliche Hilfsmittel.» Damit soll, wie wir bereits in letzter Nummer erwähnt haben, der breiten Oeffentlichkeit gezeigt werden, dass die modernen Personen- und Last- Hvagen für die Beförderung zeitsparend, zuverlässig und wirtschaftlich arbeiten. Mit .Absicht wurde hier ein Gegensatz zu anderen sportlichen Veranstaltungen konstruiert. Veranstalterin dieser Dauerprüfung ist die Deutsch-Amerikanische Petroleumgesellschaft XD.A.P.Q.) „.. Die Durchführung wurde wie folgt angeordnet: Es werden nur geschlossene Personenwagen zugelassen mit einem maximalen Zylinderinhalt von 2100 ccm, d. h. Fahrzeuge, ~die für die breite Volksmenge zum Ankauf in Betracht kämmen. Eine neutrale Kommission wählte Wagen aus der normalen Serienproduktion der Fabriken aus. Die Personenwagen wurden in vier Gruppen nach dem Zylinderinhalt eingeteilt: Gruppe A: Wagen bis 1000 ccm, Gruppe B: Wagen von 1001 bis 1200 ccm, Gruppe C: Wagen von 1201 bis 1600 ccm, Gruppe D: Wagen von 1601 bis 2100 ccm. Die Einteilung der Lastwagen erfolgte nach der Tragfähigkeit in Wagen bis 3 Tonnen und in Wagen von 3 bis 5 Tonnen. Für jede Gruppe sind Durchschnittsgeschwindigkeiten vorgeschrieben. Für die Gruppe A lauten diese beispielsweise: 1. bis 3. Fahrtag höchstens 25 km, 4. bis 8. Fahrtag 32 km, ab 9. Fahrtag 36 km. Alle Wagen sind mit einem Fahrer und einem Unparteiischen besetzt, die in drei Ablösungen ihren Dienst versehen. Die Gruppe C führt überdies 60 kg und Gruppe D 120 kg Ballast mit. Die Lastwagen unterliegen besonderen Beladungsvorschriften. Während der Fahrt werden noch spezielle Prüfungen vorgenommen über Betriebsstoffverbrauch, Oelverbrauch, Oelzustand, Reifenverbrauch,. Reparaturkosten, Bremsprüfun? und allgemeine Prüfung. An der Fahrt beteiligen sich folgende Fahrzeuge: D. K. W., B. M.W., Brennabor, Opel (drei Fahrzeuge), Stoewer, Hanomag, Wanderer. Mercedes-Benz (drei Fahrzeuge), Ford (zwei Fahrzeuge), \dler, Hansa-Lloyd, M. A. N., Büssing-N. A. G. (zwei Fahrzeuge). Die Organisation und die Aufmachung die- ser dreissigtägicen Autoprüfung versprechen interessante Ergebnisse, die zweifellos für den Nutzen und die Bedeutung des heutigen Automobilbaues eine Lanze einlegen werden, lt. V^QPSL^IIIB* Durchgehende Winterpostkurse über den St. Bernhardin. Aus Graubiinden kommt die erfreuliche Kunde, dass es gelungen ist, ständige Winterpostkurse über den St. Bernhardinpass schon für den nächsten Winter einzuführen. Vorläufig werden auf der Strecke Splügen-Minterrhein einerseits, dann auf der Strecke Mesocco-San Bernardino anderseits Winterpostautokurse eingeführt. Den Verkehr von Hinterrhein nach San Bernardino, also über den eigentlichen Pass übernimmt die Pferdepost. Dieses weitgehende Entgegenkommen der Oberpostverwaltung hat nicht nur die direkt interessierten Talschaften, sondern auch in ganz Graubiinden sehr sympathisch berührt. Zudem wurden weder vom Kanton noch von den in Frage kommenden Gemeinden irgendwelche finanzieren Garantien verlangt. Die definitive Führung der Kurse in spätem Jahren hat die Postverwaltung davon abhängig gemacht, dass die Verluste im ersten Jahr nicht über 38,000 Fr. und im zweiten Jahr nicht über 35,000 Fr. gehen dürfen. Hoffen wir, dass sich die Zeiten bis in zwei Jahren so weit bessern, dass durch einen gesteigerten Ve r kehr ein möglichst günstiges Ergebnis gezeitigt werden kann. Mit ein grosses Verdienst am Zustandekommen der winterlichen Postkurse am Bernhardinpass haben die Nationalräte Dr. Meuli und .1. Vonmoos, die persönlich bei Bundesrat Pilet-Oolaz vorsprachen und dort warm für die Verbesserung der winterlichen Verkehrsbedingungen zwischen Rheinwald und Misox eintraten. Durch das grosszügige Entgegenkommen der Postverwaltung ist nun wirklich eine praktische und tatkräftige. Hilfe für die auch in jenem Gebiet um ihre Existenz kämpfende Gebirgsbevölkeriinjr. zustande gekommen. Lr. AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N» 85 Traktionsänderung der rechtsufrigen Thunerseebahn? Das Gutachten Remy. Im Dezember des Jahres 1930 erschien das « Gutachten Zipfel-Zehnder » über die Möglichkeit und die finanziellen Folgen einer Traktionsänderung bei der Rechtsufrigen Thunerseebahn, Teilstrecke Thun-Interlaken, das in hervorragender Weise und mit reichhaltigem Zahlenmaterial die Vor- und Nachteile der Traktionsänderung schilderte und ein Ersatz des Bahnbetriebes durch einen schienenlosen Autobus- oder Trolleybusbetrieb empfahl. Vor einigen Tagen nun tauchte ein weiteres Outachten auf, ausgearbeitet von Ingenieur Remy, Bahndirektor in Bulle, das durch die Verwaltung der Rechtsufrigen Thunerseebahn eingefordert worden war. Dieses zweite Gutachten beschränkt sich darauf, rein persönliche Ratschläge und Urteile zu geben, die auf Betrachtungen an Ort und Stelle, aus Besprechungen mit den Verwaltungsorganen der Rechtsufrigen und aus dem Studium des ersten Gutachtens hervorgegangen sein mögen. Ingenieur Remy verzichtete darauf, dem ersten Gutachten neues Zahlenmaterial entgegenzustellen. Sein Gutachten gipfelt in dem Satze : Von einer Aendcrung des Traktionssystems auf der Strecke Thun-Interlaken ist abzuraten. Herr Remy fordert, man müsse eine Kompromisslösung suchen, die der Bahn die Möglichkeit gebe, den Betrieb zum grössten Nutzen des Reisepublikums weiterzuführen. Er erwartet für die Bahngesellschaft Hilfe durch Staat und Gemeinden. Gleichzeitig spricht er die Hoffnung aus. die Bahngläubiger werden freiwillig zur Abschreibung eines wesentlichen Teiles ihrer Darlehen ihre Hand bieten. Herr Remy schliesst dann seine Folgerungen, die wir nur auszugsweise kennen, indem er nochmals seiner persönlichen Ueberzeugung Ausdruck gibt, dass man mit dem Verzicht auf den Bahnbetrieb und dessen Ersetzung durch ein anderes, wesentlich weniger leistungsfähiges Verkehrsmittel einen schwerwiegenden, in seinen Folgen nicht übersehbaren Fehler beginge. Wir enthalten uns heute einer Beurteilung dieser Behauptungen und stellen nur fest, dass die Direktion der Rechtsufrigen Thunerseebahn der kantonalen Bau- und Eisenbahndirektion und der Oeffentlichkeit nach wie vor einen Voranschlag über die Kosten der Geleisekonsolidierunz schuldet. Während diese Zeilen in Druck gehen, findet eine Konferenz der Interessenten statt, an der sich auch die Verfasser der beiden Gutachten treffen, die über das weitere Vorgehen Beratungen zu pflegen hat. lt. KLEINE CHRONIK Konferenzen der Automobil-Konstrukteure In London. Das internationale permanente Bureau der Automobilkonstrukteure wird dieses Jahr seine Generalversammlung am 21. Oktober in London abhalten. Auf der Traktandenliste stehen eine Anzahl Fragen, welche sich mit der Normalisierung, den Bremskonstruktionen und den allgemeinen Reglementen für Ausstellungen befassen. Es wird neuerdings auch die Frage eines internationalen Automobilkongresses ventiliert werden. Ein solcher Kongress hätte bereits vor zwei Jahren in Paris stattfinden sollen, doch konnte man sich damals über dessen Organisation nicht einigen. Man hofft nun, besonders in französischen Kreisen, dass diese Tagung doch für das Jahr 1932 angesetzt ntiil in Frankreich durchgeführt werden könne. z. Treibstoffverzollung bei Fahrten nach Deutschland. Bis heute musste das Treiböi im Hauptbehälter, das dem Motor unmittelbar zugeführt werden konnte, nicht verzollt werden. Seitdem aber die Zölle für Mineralöle in Deutschland eine beträchtliche Erhöhung erfuhren, wurde mit der Zollfreiheit für diese Treibstoffe ziemlich Missbrauch getrieben. Seit dem 12. Oktober ist deshalb die Freimenge von Treiböl vom Reichsfinanzministerium auf 20 Liter festgesetzt worden. Wenn von Deutschland eine Fahrt ins Ausland angetreten wird, rein nur um zu tanken, dann fällt auch die Zollbefreiung für diese 20 Liter dahin. Der aus Deutschland ausfahrende Automobilist kann aber bei der Ausfahrt eine Bescheinigung für die Menge des von ihm ausgeführten Treiböls erhalten, was ihm dann erlaubt, bei der Rückkehr eine gleiche Menge wieder einzuführen. Für den grossen internationalen Reiseverkehr sind weitere Zollerleichterungen vorgesehen. Strassenverkehrsamt des Kantons Bern. Die Büro des kantonalen Strassenverkehrsamtes (inkl. Expertenabteilung) sind Montag den 19. und Dienstag den 20. Oktober 1931 wegen Reinigungsarbeiten geschlossen. 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N"85 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE Aus «l< Verkehrsdisziplin und Polizei. Man schreibt uns. Wer die Sicherheit dos Babnverkohrs gefährdet, auch wenn diese GefäJmlmicr nur den leisesten Schimmer der Unfallmöglichkcit in sich birgt, verfällt der Strafe. Die Praxis beweist dies. Wer die Sicherheit des Strassonverkehrs gefährdet ... den Rest kennen wir auch. Unsere Verkehrspolizei würde sich unserer Sympathie noch im vermehrtem Masse zugänglich machen, wenn sie an einem SausM-Sonntasabend ihre Tätigkeit auf die offene Landstrasso verlegen würde. Unrichtiges Tempo oder Trunkenheit des Wagenlenkors sind strafbar. Ullrichtico Fahrtechnik aber vorfällt erst bei Eintreffen eines Uniul'oreignis«es der Strafe. Muss man aber dieses Unfallereisnis erst abwarten? Wäre es nicht möglieh, durch Aufstellen eines Postens alle diejenigen Fahrer endlich empfindlich zu strafen, welche unübersichtliche Kurven schwach rechts, in der Mitte oder sogar schneidend nehmen? Was nützt es mir. wenn diese Fahrer erst nach eingetretenem Unfall bestraft werden, wenn ich mit meiner Familie mit uebrochenen Gliedern 40 Meter tief in einer Schlucht liege. Gestern ist es uns trut gegangen. Der Randstein hat uns vor solchem Unglück bewahrt. Der andere Wajren'enker hat eingedenk seines verbrecherischen Verhaltens noch vermehrtes Tempo zugelegt. Das nächste Mal werde ich einen solchen Kerl bestirtunt einholen und dasjenise besorgen, was die Verkehrspolizei besorgen müsste. Wie wäre PS mit dnr Gn*i"rfnTi