Aufrufe
vor 10 Monaten

E_1933_Zeitung_Nr.031

E_1933_Zeitung_Nr.031

10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 81 Zu Abb. 1 und 2 RtP fnostaten und der Jalousie ist als Doppelhebe! ausgebildet. Im ersten Fall wirkt auf den Hebel ausser dem Thermostaten noch ein kleiner Kolben ein* dessen StellutiK von dem im Umlaufsystem des Motors herrschenden Oeldruck abhängt. Bei laufendem Motor hält der Kolben den obern Hebelarm links fest. Der Thermostat regelt dann die Einstellung der Jalousie so wie wir es bis heute gewohnt sind, je nach der Wassertemperatur. Sowie man jedoch den Motor abstellt, verschwindet der Oeldruck und eine Feder drückt den Kolben 'und damit 4en obern Hebelarm nach rechts zurück, wodurch unabhängig von der Lage des Thermostaten die Jalousie geschlossen wird. In der Anordnung, wie sie Skizze 2 zeigt, fst die Abhängigkeit zwischen dem Motorlauf und der Jalousieeinstellung dadurch herbeigeführt, dass an Stelle des Oeldruckkolbens eine unter dem Einfluss des Saugrohr- Unterdruckes stehende Membran die Lage des Doppelhebels bestimmt. In der Wirkung Maschinengewehrstände vorhanden. Am 4. Dezember war der erste Spantring der « Akron» durch den Leiter der Marineluftschiffahrt, Admiral Moffett, mit einem goldenen Niet verschlossen worden. Mit 11 Passagieren an Bord hat «Akron» im September 1931 seinen ersten Probeflug unternom- besteht jedoch zwischen den beiden Anord- J men. Mit einem Stab von Ingenieuren und Facharbeitern war Dr. Karl Arnetein, der langjährige Cozette, Neuilly (Seine). Die spezifische Leistung schiedener Grosse liefert die Societe du Carburateur nungen kein Unterschied. | Mitarbeiter des Grafen Zeppelm für den Bau verantwortlichter der von Viertaktmotoren zurück. der Zweitaktmotoren steht im allgemeinen noch hin- Die dritte Skiz-ze zeigt eine Anordnung, die in England schon handelsmässig herge-> Bald nach den ersten Fahrten begannen öffentliche Angriffe gegen die «Akron» und ihre Kon- Anfrage gerne zur Verfügung. at. Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen auf • stellt wird. Bei laufendem Motor treibt das trukteure. Der demokratische Abgeordnete McClintic erklärte im Marineausschuss des Repräsenfa- unter Druck stehende Oel die Metallkapsel E auseinander und ermöglicht dadurch, dass tkmsbauses, es sei zu befürchten, dass das Schiff, der stabförroige Thermostat auf die Jalousie falls es in schwere Wetterlage käme, genau so zugrunde gehen würde wie das englische Armeeluft- einwirken kann. Stellt man den Motor ab, sebiff cR,101». Auch habe die «Akron» nicht so zieht sich die Kapsel wieder zusammen, bei P entsteht Spiel; der Thermostat verschiebt sieh nach links und die Jalousie fällt ZU. Tedvn f|>reclisa Antwort 8618. «Adler-Trumpf». Zuschrift weitergeleitet. Red. Frage 8637. «Bohrung» von Schiebermotoren. Wie misst man bei Schiebermotoren die « Bohrung »? Ist hior als « Bohrung » der Innendurchmesser des Zylinders zu betrachten, oder vielmehr der Innendurchmesser des Schiebers, in welchem der Kolben läuft? S. H. in G. Antwort: Als «Bohrung» gilt bei einem Motor mit zylindrischen Schiebern der Innendurchmesser des Schiebers, auf dem der Kolben läuft. Dieser Durchmesser ist ja auch massgebend für den Zylinderinhalt des Motors und damit ebenfalls für dessen Leistung. at- Frag« 8638. Luftschiff Akron. Können Sie mir einige nähere Angaben über Gr8s&e, Leistung, Baujahr usw. des verunglückten amerikanischen Marinelüftschiffes «Akron» machen? F I. in Z. Antwort: Die «Äkron »• hatte eindn Gaeinhalt von 184000 Kubikmetern, gegen 103 000 des « Grafen Zeppelin ». Die Kraftquelle des Schiffes bestand aus acht in seinem Inneren untergebraphten Maybachöiotoren von je 560. PS. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 Stunden- Kilometern hatte die « Akrotf > einen Aktionsradius von fast 18 000 Kilometern. Sie führte fünf Flugzeuge mit sich, die von einem Trapezgestell aus starten und durch eine Fangkonstruktion wieder herangeholt werden konnten. Durch 16 schwere Maschinengewehre konnte sie sich verteidigen. Sogar auf der obersten Hülle waren Abb. 3 -S. -v.jlt die erhoffte Geschwindigkeit erreicht. Neue Versuche seien zu unternehmen, ehe die « Akron » auf grösßere Fahrten angesetzt werde. Der Marineausschuss vernahm -zuerst den Admiral Moffett, der eine beruhigende Aussage machte, sodann den Kommandanten der « Akron », Charles E. Rosendahl. Moffett gab zu, dass Geschwindigkeitsdifferenzen zu verzeichnen seien und Höchstgeschwindigkeit sowie maximale Flughöhe unter den verlangten Punkten blieben. Dor Generalsekretär der. Maschinenbauer-Gewerkschaft behauptete Verwendung minderwertigen Materials. Commander Rosendahl indoss beharrte dabei, dio •« Akron » eei das beste Luftschiff, das je konstruiert und gefahren wurde. Frage 8639. Selbstbau eines Rennwagens. Ich beabsichtige, mir einen kleinen, leistungsfähigen Rennwagen von 750—1100 cem Zylinderinhalt, Wagen mit Vorderradantrieb, zu bauen. Ich bin mir noch im Unklaren über die Art des Motors, ob 2- oder 4-Takter, mit oder ohne Kompressor, sowie über die Vorderradantriebsart. Könnten Sie mir Ratschläge erteilen oder Firmen nennen, welche mir Angaben machen können? K. B. in B. Antwort: Wir müssen Sie schon bitten, uns die gewünschten Angaben etwas zu spezifizieren. Einen Rennwagen mit 750—1000 cem Zylinderinhalt und Vorderradantrieb, Viertakt- oder Zweitaktmotor, kann man auf: dutzenderlei verschiedene Arten bauen. Sie möchten den Wagen jedenfalls BO gebaut haben, dass er zwangsläufig an jedem Rennen gewinnt- Dazu ist es aber mit Ratschlägen und Angaben nicht getan. Jede Automobilfabrik möchte das ebenfalls, und doch ist es noch keiner gelungen, den Rennwagen zu bauen, der niemals unterliegt. Ganz allgemein können wir Ihnen nur raten, den Wagen möglichst leicht zu bauen und einen Motor auszuwählen, der in bezug auf seinen Zylinderinhalt die grösste Bremsleistung abgibt. Wenn dann die Konstruktion trotzdem noch fest genug ist, um den Beanspruchungen standzuhalten und sich nicht unterwegs in Wohlgefallen aufzulösen, wenn die Probleme der Strassenhaltung einigermassen befriedigend gelöst sind und ein guter Fahrer hinter dem Lenkrad sitzt, dann dürfte der Wagen schon einige Aussichten auf Rennsiege haben. Die höchsten spezifischen Leistungen, d. h. die höchste Leistung pro Zylinderinhalt, wurde bis jetzt mit Viertakt-Kompressormotoren erreicht, und zwar ist man in einzelnen Fällen schon bis nahe an 100 PS pro Liter gekommen. Von im Handel erhältlichen Motoren ist uns jedoch keiner bekannt, der pro Liter mehr als 50 PS leistet. Die englische Firma J A. P fabriziert einen luftgekühlten 1000- ccm-Zweizylindermotor für Sportzwecke, der 45 Brems-PS abgibt. Durch Zusammenbau mit einem Kompressor Hesse sich dieser Motor violleicht noch auf bbtrßO VS bringen. ,-Einbaufompressoren ver- Frage 8640. Versteifung der Federwirkung durch Oeldruck. Um die Strassenlage meines Wagens zu verbessern, ohne auf dessen weiche Federung verzichten zu müssen, gedenke ich folgende Einrichtung zu treffen: Vom Motor wird eine kleine Oeldruck-Zahnradpurnpe ständig angetrieben. In jede der vier Federn des Chassis wird ein Druckzylinder mit Kolben eingebaut (ähnlich wie hydraulische Stossfänger), die paarweise, d. h. entweder die beiden rechten oder die beiden linken, mit der Oelpumpe in Verbindung gebracht werden können und dann die darüber befindliche Seite dor Karosserie etwas anheben. Der Einlass des Drucköls wird automatisch durch einen Dreiweghahn besorgt, der mit dem Lenkgestänge zwangsläufig verbunden ist, derart, dass beim Einschlagen der Vorderräder (Kurvenfahren) die beiden aussenliegenden Zylinder Drucköl erhalten, so dass der Wagen sich leicht nach einwärts neigt. Beim Geradeausfahren zirkuliert das Oel drucklos durch die entsprechende Oeffnung des Dreiweghahns. Beim Langsamfahren würde die Einrichtung nicht wirken, aber dann ist dies auch nicht nötig. Was halten Sie von einer solchen Einrichtung? 0. S. in Z. Antwort: Durch eine Einrichtung, wie Sie sie beschreiben, scheint es ohne weiteres möglich, das Auswärtshängen der Karosserie Ihres Wagens beim raschen Kurvenfahren zu vermeiden. Das subjektive Sicherheitsgefühl der Wageninsassen würde dadurch bestimmt erhöht. Durch die künstliche Versteifung der Federung käme vielleicht auch eine merkliche Verbesserung der Strassenbaltung des Wagens zustande. Immerhin versprechen wir uns in diesem Punkt nicht allzu viel. Unseres Erachtens wäre es vorteilha/fter, die Vorrichtung so zu gestalten, dass die Versteifung der Federung auch unabhängig vom Kurvenfahren möglich ist. Ein Wagen mit weicher Federung lässt gowöhnlich an Strassenhaltung auch bei Gera.deausfahrt mehr oder weniger zu wünschen übrig, wenn rasch gefahren wird. Aus diesem Grund sind auch in den letzten Jahren die vom Führersitz aus verstellbaren Stossdämpfer aufgekommen. So oder anders müssten Sie aber in Ihrem System noch eine Nachgiebigkeit vorsehen, damit sich plötzlich auftretende Stösse nicht starr auf den Wagenaufbau übertragen oder sogar zum Bruch irgend eines Organes führen. Eine solche Nachgiebigkeit Hesse sich beispielsweise erreichen, indem in die Oeldruckleitungen federbelastete Sicherheitsventile eingebaut würden, durch die beim Auftreten von Ueberdrücken das Oel entweichen und wieder zur Pumpe zurückfliessen kann. at. Die Generalvertretung, der CIAU führt nur ORIGINAL-ERSATZTEILE FIAT 503 schöner, geschlossener Vierplätzer, in sehr gutem Zustand, stets gut gepflegt u. sehr sorgfältig gefahr., sofort zum sehr günstigen Preis von Fr. 2300.- zu verkaufen. — Offerten unter Chiffre 13271 an die 10770 Automobil-Revue, Bern. Cohduiteinterieure^places.mallearr., 6, roues, moteur 6 cylindres, 12 CV Frs. 5200. - Conduite Interieure, 4 places, toit ouvrable, 6 roues, moteur 6 cyl., 12 CV Frs. 4900. - AGENCE LANCIA W. RAMSEIER, AMERICAN-GARAGE GENEVE Wenden Sie sifch daher direkt an uns! Best assortiertes Lager aller Modelle. Preisermässigung! BAUMBERGER & FORSTER - ZÜRICH Löwenstrasse 17 - Telephon 56,848 - Wir reparieren nur Hupmobile und Lancia VOISIN Telephone : 26.330 - 26.338 - 26.339 wird auch Sie verblüffen! BUICK 6 Zyl., Mod. 28, 4/5pl. Limousine, wenig gefahren, in einwandfreiem Zustd., wird aus Privathand verkauft zu sehr günstigen Bedingungen. Ev. Zahlungserleichterungen. Offerten unter Chiffre 58277 an die Automobil-Revut. Btrn A vendre FIAT 503 mod. 1928, 8 CV, 4 pl., cabriolet decapotable, excellent etat. Prix fr. 1800. S'adr. ä Rivier, case Stand 27, Geneve. 58136 Cabriolet decapotable D. K. W. mod. 1932, 4 HP, roues independantes, 3 pl avec spider amenage. Roulö 6700 km, etat de neuf. Assurance payee. A vendre pour cause double emploi Fr. 2400.-. — Faire öftres ä G. Rusillon, m

Bern, Freitag, 7. April 1933 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 31 April Von Richard von Schaukai. Und ist der Tag auch schneeverhüllt, gar eisig angekommen: doch war die Luft schon lenzerfüllt, und zärtlich angeglommen. Im Ofen saust der Wirbelwind, die Finger sind verklommen: doch übers Herz ist hoffnungslind ein Frühüngshauch geschwommen. Was ist ein Stall? oder: Grossvater kommt nach New-York. Von Quiquerez. «Da lasst mich einmal sitzen und in Ruhe euch angucken, schön der Reihe nach, Enkelchen! Das ist nett, dass eure Eltern uns allein gelassen haben ... passt nur auf, wie rasch wir uns befreunden werden ... Ich soll euch etwas erzählen? Einverstanden. Aber was denn bloss? ... Von eurem Vater? Wie er noch ein Kind war? Ach, da gäbe es viel zu erzählen! Also, Heinrich war ... ja, ja, ich weiss schon: Henry, gewisse. aber damals hiess euer Vater noch ganz simpel Heinrich und war ein richtiger dummer Läusbub! Dass der einmal über das grosse Wasser gehn und in Wallstreet noch eine Nummer werden könnte, — also, _wenn mir das jemand prophezeit hätte! Du " ieber Himmel! Was meint ihr, was es für Mühe gekostet hat, euern Vater, als er so zehn oder zwölf Jahre alt war, früh aus dem Rett zu bringen! Freilich: Kinderchen, bei uns auf dem Lande, da heisst es, um 4 Uhr früh 'raus aus den-Federn! Um 4 Uhr, ich denke nicht daran, euch einen Raren aufzubinden ... zuerst musste er in den Stall... ein Stall? Was ist das? Aber, Kinderchen ... ein Stall! Ein ganz gewöhnlicher, einfacher Rufe aus dem Dunkel Roman von Karl Strecker. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) «Sagen wir also: Du hast nur aus Neugier die kurze Zeit, als ich damals hinausgegangen jvar, benutzt, um mein Portemonnaie zu .urchsuchen — es lag in meiner Tischschublade, vergiss das nicht! Also harmlos war die Sache keineswegs.. Und als du dabei den Schein vom Leihamt fandest, hast du es gleich.dem Vater gepetzt.» «Du hattest doch jedenfalls den versetzten Ring entwendet...» «Nein, es war nichts anderes als ein heimliches Ausleihen. Ein Zusammentreffen unglücklicher Zufälle. Ich hatte Peter Benrath mein ganzes Taschengeld geliehen, er war ja sicher. Er konnte aber sein Versprechen nicht halten, es mir zum Geburtstag von Käthe zurückzugeben. Ich musste damals Käthe, die ja mehrere Anbeter hatte, auch dich, ein Geburtstagsgeschenk machen —» «Du musstest!...» Stall. Ihr wisst das alle nicht? ... Ruth? ... Ethel? ... Jim? ... Ein Stall, nun, das ist so eine Art Haus, worin die Tiere wohnen, die Kühe zum Reispiel... Kühe??? Lasst mich einmal ein bisschen ausschnaufen. Kühe... ich soll euch sagen, was das ist! Kühe?? Hm ... Ruth, bist doch die Aelteste, erzähl' mal deinen Geschwistern, was Kühe sind. Du weisst das auch nicht?... Aber, Kinderchen, ich meine doch die Tiere, die uns... nein, ich bin sprachlos... ganz gewöhnliche, einfache Kühe! Diese grossen, braunen Tiere mit zwei Hörnern an der Stirne, mit den braunen Glotzaugen, mit dem Schweif, — die Tiere, die uns Milch geben ... aber, Ethel, was sagst du da! Milch wird doch nicht in der Fabrik gemacht... Milch wird doch gemolken... Was das heisst: gemolken??? nen, das verspreche ich euch. Ich mache euch einen Vorschlag: heute sollt ihr., mir etwas erzählen ... einverstanden? Von euerm Vater? Grossartig! Wie er mit Jack Diamond die Papiere gekauft hat? ... Was für Papiere? ... Briefpapiere? ... Ach so, auf der Börse! Ich verstehe!... Und wie die beiden es angestellt haben, dass die Papiere aufs Doppelte ...?? Schön, Kinderchen, zu ... > einverstanden... ich höre Die goldene Zeit der Automaten Von einem Denker ist unser Jahrhundert als die Zeit der Automaten benannt worden. Indessen scheint diese Benennung nur bildlich, nicht aber wörtlich zu stimmen. Die wirkliche Glanzzeit der Automaten liegt weit hinter uns, um die Wende des 1.8. Jahrhunderts. Damals gab es eine fast unglaub- Kinder, Kinder! Rutsch mal bisschen von meinem Knie herunter, Jim, mir ist heiss geworden bei euch in New York.. • liche Hausse an allerlei Automaten. Es war Ja ... na, ja, wartet nur, sofort! Sofort insbesondere der französische Mechaniker will ich euch erklären, was das heisst: gemolken ... Also, passt mal auf... diese und automatische Menschen, die alle mög- Jacques Vaucanson, der automatische Tiere Tiere, diese Kühe, übrigens auch die Zie-lichegen ... die kennt ihr auch nicht?... also ihm ist der Wiener Wolfgang v. Kempelen Künste verstanden, gebaut hat. Neben bleiben wir bei den Kühen, wenn die ihre nicht zu vergessen, dessen schachspielender Euter voll mit Milch haben... ja, Euter, Automat, der berühmte Schachtürke, sogar Euter... na, lassen wir das! Bleiben wir Napoleon in helles Erstaunen versetzt hat. bei Heinrich ... das heisst, bei Henry ... (Uebrigens sah man vor einigen Jahren einen wie der also nicht in den Stall wollte, melken wollte er nicht, die Eier suchen wollte spieler», der diese Maschinen-Menschen in grossartigen französischen Film «Der Schach- er auch nicht... Was sagst du, Eihel? ... ganz unerhört eindrücklichen Bildern zeigte.) Warum er sie suchen musste?... wer sie Angeblich soll der grösste aller Strategen auf versteckt hatte? Die Hühner selbst, Kinder ... wenn sie die Eier legen, dann su- Kempelens matt gelegt worden sein. Wäh- dem Schachbrett von dem listigen Automaten chen sie sich Verstecke, wo sie in Ruhe rend die beiden Namen noch heute unvergessen sind, erinnert man sich kaum mehr an brüten können ... Aber! Das ist doch die Höhe! Was das heisst, brüten? ... Ethel... den Schweizer Mechaniker Pierre Jacques Jim... Ruth... Ethel...?! Droz, der als einer der genialsten Uhrmacher, Einen Augenblick mal, Kinderchen .,. die je gelebt haben, auf Nachruhm Anspruch Passt mal auf, ich bin heute etwas müde, erheben kann. Die spielerische Tendenz jener von der langen Reise, müsst ihr wissen. Zeit, Automaten zu ersinnen, hat er mit der Morgen werde ich viel besser erzählen kön- 'Uftrniächerkünst geschickt verbunden. Er ist «Jung und bis über die Ohren verliebt, wie ich war, musste ich es eben, und ich hatte damals keine Bedenken, den alten Ring unserer Mutter, den sie schon jahrelang nicht mehr trug, aus der Kommode zu entleihen. Kein Hahn hätte danach gekräht, denn schon am nächsten Tage erhielt ich von Benrath das Geld zurück und hätte den Ring eingelöst. Der einzige Mensch aber, den die ganze Sache allein was anging, hatte nur ein nachsichtiges Lächeln für —» «O ja,» unterbrach ihn Richard und der alte Neid und Hass war wieder in ihm erwacht, «das glaube ich! Mutter hatte ja für dich immer nur ein nachsichtiges Lächeln. Du warst ja immer der Liebling, das Muttersöhnchen, das nie etwas Schlimmes tat' —» «Dass du damals gleich zu unserem Vater liefst, mein teurer Zwillingsbruder, war die niederträchtigste Schurkerei! Unser hartköpfiger alter Herr war ja unbeirrbar im Glauben an seinen guten Leumund. Nicht ob etwas Schlimmes geschehen war, sondern ob die Leute etwas davon erfuhren, galt ihm als die Hauptsache. Weisst du,» er senkte die Stimme, «was du damals getan hast? Das Schlimmste, was man einem Menschen, zumal einem jungen Menschen antun kann, du hast ihn mit seinen Wurzeln aus dem Erdboden gerissen und auf fremdes Brachland geworfen.» Er hielt einen Augenblick inne und sah vor sich hin. «Jung und lebensfroh stand ich damals vor dem Abiturientenexamen — und plötzlich sah ich mich in einer Fremde, deren - Sprache ich kaum verstand. Dort neuen Halt suchen zu müssen, ohne jede Hilfe, jahrelang immer wieder zurückgeworfen ins Nichts — denk' dich da hinein, und du wirst einsehen, dass du an mir mehr als einen Mord begangen hast.» «Nein, nein!» rief Richard und hob wie zur Abwehr seine Hand. «Das bestreite ich. An alledem bin ich' nicht schuld!» Georg sah ihn kalt an. Tiefe Stille. Nur das schwere eintönige Ticken der hohen Standuhr in der Ecke hörte man, den furchtbaren Atem der Zeit, der mit eherner Gleichgültigkeit die Minuten abmass und die Unabwendbarkeit aller Schicksale mechanisch festzulegen schien. Richard drehte unwillkürlich den Kopf nach der Uhr, die wie eine Schildwache in „Ecke des guten Beispiels " Was guter Wille vermag. Im letzten Sommer war ich mit meinem Wagen in Italien. Auf der Heimreise wollte ich über Stresa nach Lugano. Meine Frau fand nun au} der Karte einen Weg, der von Stresa nach Ponte-Tresa eine hübsche Abkürzung bildet. Ich hatte allerdings sofort Bedenken wegen den engen Strossen und malte mir schon zum voraus aus, wie eine Kreuzung mit einem andern Wagen sich gestalten würde. Meine Frau war aber so stolz auf ihre Entdeckung, dass sie mich damit beruhigte, auf dieser kleinen Strasse werde uns sicher kein anderes Fahrzeug begegnen. Ich fuhr also los, und siehe da, nach einer halben Stunde Fahrzeit begegneten wir einem grossen Auto, mit dem ein Kreuzen unmöglich schien. Da hatten wir ja unsere Bescherung! Links und rechts war ein kleines Bord, und in den angrenzenden Wiesen stand hohes Gras. Ein Ausweichen schien nicht möglich. Ich dachte schon ans Rückwärtsfahren, da ich den kleineren Wagen hatte. Doch der Fahrer des anderen Wagens war schon ausgestiegen, suchte rasch' eine Verflachung des Bordes und trampelte im Gras herum, um zu kontrollieren, ob der Boden hart genug und ein Einsinken nicht möglich sei. Die Prüfung schien ihn zu befriedigen. Lachend deutete er mir, dass ich ohne Gefahr über die Wiese fahren könne. Er war, für mich sehr besorgt und überzeugte sich genau, ob ich ja richtig über das Bord hinwegkomme. Dieses Entgegenkommen hat uns sehr angenehm berührt, um so mehr, als wir auf der gleichen Reise auch das Beispiel von zwei Hartköpfen erlebt hatten, wo keiner dem andern Platz machen wollte. 0. B. in W. auch der eigentliche Erfinder der Musikuhr. Er stellte eine Wanduhr her, die die Stunden mit einem harmonischen Glockenspiel angab, der Ecke stand. Ein unbestimmtes Gefühl der Furcht beschlich ihn bei dem strengen Gleichmass dieser Geisterstimme, die eisern das Geschehen im Takt hielt und alles überdauern wird. Ein fast fatalistisches Gefühl überkam den Schlossherrn, dass alles nach unabwendbaren Gesetzen sich vollziehen müsse, und dass auch sein Schicksal schon nach Sekunden festgelegt sei bis in jede Einzelheit... Er räusperte sich und begann mit veränderter Stimme: «Du kannst dir denken, wie überrascht und erschrocken ich bin.» Schon im selben Augenblick fragte er sich, ob es nicht unklug sei, so zu beginnen. «Sieh, ich wusste ja gar nichts von dir. Und du wirst mir das eine glauben, Georg. Soviel Anteil nehme ich wahrhaftig an dir, meinem Zwillingsbruder, dass ich gern wissen möchte, wie es dir ergangen ist. Erzähle doch, bitte!» Georgs Blick wurde dunkel. «Ich glaube gern, dass dir eine kurze Gnadenfrist am Herzen liegt. Vielleicht könntest du mich noch umstimmen, wie? Und vielleicht ergäbe sich während der Erzählung ein Augenblick, wo du meine Unachtsamkeit benutzen und dich irgendwie retten könntest? Aber täusche Kein Verladen des Wagens. - Interessantes Tourengebiet. - Das grosse Festprogramm im Kursaal und allen Vergnügungsstätten. Ermässigte Weekend- und Osterarrangements. Pauschalpreise in allen Hotels Auskünfte in den Reisebüros und im Off. Verkehrsbüro Montreux. Telephon 63.384. liliiiiiiili