Aufrufe
vor 9 Monaten

E_1933_Zeitung_Nr.064

E_1933_Zeitung_Nr.064

10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 64 lieh herbeigeführte Ueberreicherung des Gemisches mit Luft sehr erwünscht sein. Zudem lässt sich damit eine merkliche Brennstoffersparnis erzielen. Im allgemeinen leidet die Leistungsfähig-, keit einer Maschine mehr unter einem zu brennstoffreichen als einem zu brennstoffarmen Gemisch. Viele Fahrer lassen sich jedoch, dadurch täuschen, dass sie nur auf das «Durchziehen» des Motors achten und nicht, auch auf- die Geschwindigkeit. In Wirklichkeit « zieht» nämlich ein brennstoffüberfütterter Motor nur bis zu einer gewissen Tourenzahl besser, von da an aber bedeutend weniger als eine andere, mit korrektem Gemisch betriebene Maschine. Beim Fahren in einem kleinem Gang kommt der Unterschied besonders gut zur Geltung. Man hat dann bei einem solchen mit Brennstoff überfütterten Motor oft direkt das Empfinden, als ob ein Regler, wie er bei Lastwagenmotoren angewandt wird, die Tourenzahl oberhalb einer gewissen Grenze automatisch abdrosselte. Bei Vergasern mit mehreren Düsen entspricht gewöhnlich jeder Düse ein gewisser Geschwindigkeitsbereich. Bis zu beispiels- «weise 20 km arbeitet die erste Düse allein, von da bis 40 km geben die erste und die Abstimmung herausfinden. Neu ist nur zu beachten, dass der Lauf des Motors im Bereich aller dreier Düsen gleichmässig wird. dass eine Veränderung d'er Leerlaufvorrichtung meist auch eine Veränderung der Hauptdüsen notwendig macht. m. l» M l*t sdhe nke «Schnellantrieb» eines Steckschlüssels. Das schonendste Werkzeug zum Anziehen oder Lösen von Muttern ist immer noch der Steckschlüssel. Hat man zahlreiche gleiche Muttern mit einem Steckschlüssel zu behandeln, so lohnt sich die Anfertigung der beistehend skizzierten, aus einem Stück Rundeisen zurechtgebogenen Leier, die mit dem Steckschlüssel durch einen Splint verbunden wird. at Tedi «•» >4&d* Frage 8790. Motorlauf und Servobremse. Trete ich bei meinem Wagen bei leerlautendem Motor das Bremspedal nieder, so nimmt die Motortourenzahl einen Moment läng merklich zu. Ein Mechaniker zweite gemeinsam Brennstoff ab, und behauptete, dass die Veränderung der Tourenzahlmit der Servobremse zusammenhänge, die das Va- schliesslich kommt noch die dritte dazu. Mit etwas Gefühl kann man unter Berücksichtigung der oben angegebenen Regeln und das zu erklären? L- in M. / kuum im Ansaugrohr des Motors ausnützt. Wie ist Antwort- Der Zylinder des Brems-Servoapparates ist über ein Ventil, das gewöhnlich Merkzeichen auch hier leicht die richtige geschlossen ist. mit dem Ansaugrohr des Motors verbunden. Drückt man nun das Bremspedal nieder, so wird damit das Ventil geöffnet. Zwischen dem Ansaugrohr und dem Bremszylinder entsteht sofort ein Druckausgleich, wobei die im Zylinder befindliche Luftmenge in das Ansaugrohr überströmt. Wenn das dem leerlaufenden Motor vom Vergaser gelieferte Gemisch etwas benzinreich ist, entsteht nun durch die neu hinzutretende Luftmenge 'ein Gasgemisch, das zwar benzinärmer, aber wahrscheinlich doch noch brennbar ist. Die Gasmenge ist dabei auf alle Fälle grösser geworden, und .der Motor kann also, bis dieses Gasquantum aufgebraucht ist, einen Moment lang schneller laufen. Frage 8791. Stossdämpfer mit Fernregulierung. Slossdämpfer mit Fernregulierung. A = Stossdätnpfer. C = Kabel-Spannvorriehtung. fähigen Konstruktion begründet. Vor ca. drei Jahren hat nun aber dieser Stossdämpfer eine vielversprechende Auferstehung gefeiert Bei den teureren-Wagen, bei denen man es wirklich auf bestmögliche AbfederungseigenBchaften ankommen lassen •wollte, waren die fefneinstellbaren Stossdämpfer damals schon häufig anzutreffen. Es kann iein Zweifel bestehen, dass der während, der Fahrt verstellbare Stossdämpfer dem bisherigen unverstellbaren Stossdäimpfer überlegen jst. Nur durch die Verstellbarkeit ist man überhaupt in der Lage, die Federung den verschiedenen Geschwindigkeiten, Strassenbesohaffenheiten und Wagenbelastungen einigermassen anzupassen. Beim bisherigen unvorstellbaren Stossdämpfer konnte höchstens eine Kompromiss-Einstellung gefunden werden; man stellte die Dämpfer meist auf mittleres Tempo und mittlere Wagenbelastung ein, wobei sich dann bei geringeren Geschwindigkeiten der Wagen « hart», bei hohen Geschwindigkeiten noch zu « weich > fuhr. Frage 8792. Einpassen von Pleuellagern. Ich diskutierte kürzlich mit zwei Mechanikern über das Einpassen von Pleuel- und Kurbelwellenlagern. Der eine behauptete, die Lager müssten so fest angezogen werden, dass nach fertiger Arbeit der Motor nur noch schwer vori Hand angedreht werden könne. Der andere aber ist der Meinung, die Lager seien nur so stark anzuspannen, dass die schräg gestellte Pleuelstange mit daran befestigtem Kolben nach beendeter Arbeit noch gerade von selbst heruntersinke. In den Fabriken werde das immer so gemacht. Der erste Mechaniker hält das für falsch und behauptet, das Bewegen der Pleuelstange müsse dann immer noch einige Kraft erfordern, sonst sei die Abnützung zu rasch. Was ist richtig? E. F. Antwort: Normalerweise werden Pleuellager nach dem Eintouchieren nur gerade so stark angespannt, dass die waagrecht gestellte Pleuelstange noch nicht heruntersinkt, dass sie sich mit einigem Schwung aber noch 1—2mat um den KuTbelza.pfen . Einstellen der Leerlaufvorrichtung. Die Gemischregulierung von Vergasern mit Leerlaufvorrichtung erfolgt meist nicht fc was die Leerlaufvorrichtung selbst anbetrifft, durch Auswechseln von Düsen, sondern sukzessives Verändern der Gemischluft mittels einer konischen Nadel, die durch Verdrehen eines Knopfes von aussen verstellt werden kann. Im Gegensatz zur Einstellung des eigentlichen Vergasers geht man hier am besten von einem brennstoffarmen Gemisch nes "Wagens dadurch weitgehend verbessern zu herumwerfen lässt. Sicher ist es falsch, das Lager Ein Mechaniker vermeint die Stiassenhaltung mei- aus und reguliert so viel nach, bis der Motor bei geschlossenem Gashebel regelmässig Führersitz aus in ihrer Wirkung reguliert werden noch mit Gewalt bewegt werden kann. Das über- können, dass er. Stossdämpfer einbaut, die vomso stark anzuspannen, dass die Pleuelstange nur können. Ich habe aber solche Stossdämpfer noch schüssige Material wird ja dann doch in wenigen läuft. Die erste, grobe Einstellung wird dabei vorteilhafterweise bei Bergabfahrt an ganz von ihrem Wert überzeugt. Ich würde T v.orhaupt so lange läuft. Bei zu stark gespannten La- nie angewandt gßvsshen und bin deshalb noch nicht Betriebsstunden abgerieben, wenn der Motor über- einem längeren Gefälle vorgenommen, weil gängig dem Einbau von Stossdämpferh gerne IMe gern kann aber aueh leicht ein Anfressen eintreten. sor bei eingeschaltetem Gang, der Motor Meinung boren. •• H. .0. Der häufig anzutreffenden Praxis des zu starken Anziehens neuer Lager liegt allerdings oft die nicht immer wieder stillsteht und von neuem Antwort- Im Prinzip ist der vom Führersitz aus verstellbare Stossdämpfer seit mehreren Jahren bekannt. Dass er sich nicht ebensolange schSri Fläche gleichmässig tragen zu machen. Viel siche- gute Absicht zugrunde, das Lager auf der ganzen angeworfen werden muss. Nicht zu übersehen ist aber schliesslich, eingeführt hat, lag nur im Mangel an einei^amiWs reri'.iind" mechänlscE korrekter erreicht man das t iMOSER"-Anhänger mit nur 1 Tonne Eigengewicht bei 4 Tonnen Nutzlast | M ^ Ä Ä Kippvorrichtungen E.MOSER, Anhängerfabrik, BERN Ki"hii;-9rTtr\retr9eCÄ im . Talanhnn 99 SRI aber durch sorgfältiges Eintouchieren des Lagers. Allerdings erfordert ein genaues Eintouchieren wieder grosse Kunstfertigkeit und Geduld. Trotzdem erfordert auch bei korrekt eintouchierten Lagern das Durchdrehen einen ziemlichen Kraftaufwand, der aber auch bei einem mittelgrossen Motor nicht so gross sein soll, dass er nicht von einem Mann zu überwinden ist. Frage 8793. Hersfellen von destilliertem Wasser. Auf welche einfache Art und Weise kann destilliertes Wasser hergestellt werden? E. B. Antwort: Indem man Wasser in einem Gefäss erhitzt und den entstehenden Wasserdampf durch Abkühlung kondensiert. Im allgemeinen benützt man hierzu besondere Destillier-Anlagen, die je nach dem gewünschten Quantum des Destillates in der Grosse schwanken. Sie bestehen aus einem Destilliergefäss,. einem Kühler und der Vorlage. Für kleine Mengen destillierten Wassers benützt man in der Regel Glasapparate; handelt es sich um grössere Mengen, so kommen Apparaturen aus Metall zur Verwendung. Das Erhitzen erfolgt im ersten Fall mit Gas oder Spiritus, im letzteren durch Dampf, direkte Feuerung usw. Das destillierte Wasser ist frei von den gelösten Bestandteilen des gewöhnlichen Leitungs- oder Brunnenwassers. Immerhin wäre es wissenswert, zu welchem Zwecke es dienen soll, denn je nachdem muss es mehr oder weniger rein sein. Für manche Zwecke genügt schon destilliertes Wasser, das durch Kondensation von Dampf aus dem Dampfkessel entsteht. Es enthält aber immer Spuren von Oel und auch Salze des Wassers, die von den mitgerissenen wässerigen Anteilen des Dampfes stammen. ' Im Durchschnitt lohnt sich die Anlage einer Destillier-Einrichtunjr nicht. Man kauft besser das destillierte Wasser von Fabrikanten, die es im Grossen herstellen und dafür eingerichtet sind. Der geringe Mehrpreis gegenüber der eigenen Destillation macht sich schon bezahlt, wenn man ihn in' Vergleich setzt zu den Anschaffungskosten für die Anlage, welche, nicht völlig ausgenützt, brachliegendes Kapital darstellt. Frage 8794. Undichte Brennstoffbehälter. Können Sie mir angeben, wie die gefährliche Arbeit der Reparatur undichter Brennstoffbehälter am besten besorgt werden kann? H. Z. Antwort Undichte Bminstoffbehälter dürfen bekanntlich nur untor Anwendung grösster Vorsichtsmassregeln durch Lötung, repariert werden. Der Behälter muss ausgebaut, ausgetrocknet, ausgewaschen und mit Wasser, Stickstoff oder Kohlensäure gefüllt werden, wenn man nicht riskieren will, dass während des Lötvorganges eine Explosion eintritt, die oft von ganz ungeheurer Gewalt ist. In manchen Fällen kann aber nicht so lange auf das Fahrzeug verzichtet werden, als es diese umständliche Reparaturmethode verlangt, und man ist zu einer behelfsmässigen Reparatur veranlasst, wenn man den Defekt nicht überhaupt auf sich belassen will. Als ein Abdichfungsmittel, das auch grössere Undichtigkeiten auf ziemlich lange Zeit hinaus zu beheben vermag, hat sich eine Mischung aus 2 Teilen Fischleim, 1 Teil Glyzerin und 7 Teilen Wasser erwiesen. Auf der zu reparierenden Stelle ist das Gemisch warm aufzutragen. Hat die Undichtigkeit grössern Umfang, so überdeckt man sie vorerst mit einem gut passend zurechtgebogenen Stück Blech und streicht erst dann das Dichtungsmittel darüber. Beiallen OccaswnSfezufen ist die Houptsacho, gerade dasjenige • Objekt zu finden, das Ihren eigenen Anforderungen am besten entspricht. Das können Sie umso besser, je grösser die Auswahl ist, die Ihnen zur Verfügung stehl, KeuFgesudi« in der «Automobil' Revue > — durch sogenannte < Kleine Anzeigen » —* ziehen in der Regel sehr viele Angebote, wodurch Sie Gelegenheit haben, dasjenige zu finden, das Ihnen am besten zusagt. Darum i Gut kaufen - durch grosse Quswahl Grojse ChiswahlcLwc/icLie Chttomoöil-Reüue Zu verkaufen 1 WILLYS KNIGHT 5-Plätzer, fabrikneu, zwei Reserveräder, sehr geräumig, kann gut geändert werden f. 6-Plätzer, wird billiger abgegeben, es wird auch ein älterer Wagen in Tausch genommen. Seltene Gelegenheit! 59879 Emil Kuhn, Autos, WH (St.Gall.). Tel. 4.02. III Zu verkaufen Mod. 1932, 580 cem, 2 Zylinder, offener Zweisitzer, mit Verdeck, Farbe dunkelblau, neu. 59851 1 dito, jedoch Cabriolet, mit 2 Notsitzen, gefahren, in sehr gutem Zustande. Anfragen an Maschinenfabrik Gräflichen A.-G., Gränichen bei Aarau. WC Tourlng 8 Zylinder, 26 Steuer-PS, grosser, offener Touren«- wagen. Preis Fr. 2300.— Postfach Zürich/Fraumünster 1066. 10593 LASTAUTO zu verkaufen Rohöl-Saurer, 5 t 1931, Dreiseitenkipper,.55/60 PS, in sehr gutem Zustande, mit allem Zubehör und Nr. für 1933. Anfragen: Tel. 38.763, ! Zürich. 59894 DYNAMO und ANLASSER Neu-Wlcklung Reparaturen sind Vertrauenssache. Bekannt erstklassige Arbeit zu massigen Preisen macht Ihnen die Spezlal- Werkstätte, Wehntalersfr. 23 ZÜRICH (Milchbück). — Telephon 62.632, Umgehender Versand nach der ganzen Schweiz. WP Vermindert sich bei strenger Fahrt die Leistung des Motors, so schreiben Sie uns. beheben jede Ueberhitzung des Motors sowie daa typische Klopfen, •wodurch bei Personen- und Lastwagen 10 °/o Mehrleistung und 10 °/o Brennstoff-Ersparnis erzielt werden. Garantie. Sie erhalten Auskunft und Referenzen unter Chiffre Z 2649 an die Automobil- Revue', Bureau Zürich. ' FORD 4 Zyl., 17 PS, Coupe, 2- plätzig, mit Notsitzen, kpl. ausgerüstet, wie neu. Preis Fr. 2500.— LA SALLE Limousine, 7plätz., 8 Zyl., 24 PS, schöner Reisewagen, kompl. ausgerüstet, 6fach bereift. Preis Fr. 6500.— BUICK 4 Zyl., 12 PS, Torpedo, 4/5-PIätzer, mit neuem Verdeck, passend für kleines Brückli, sehr guter allgemeiner Zustand. Preis Fr.1150.— CITROEN-Sport 2rPlätzer, mit Super-Culasse, sehr rassiger Wagen, in prima Zustand. Preis Fr. 1440.— 4/5-Plätzer-Limousine Amerikaner, 6 Zylinder, viertürig, Modell 1930, wegen Anschalfung eines Cabriolets; sorgfältig gefah- C. Caspar, Zurieh 2 Seestr. 485. Tel. 54406. ren, durch Borufsmechaniker gepflegt. Expertise durch neutralen Fachmann kann jederzeit vorgenommen werden. — Offerten unter Chiffre 14022 an die Automobil-Revue. Bern. LANCIA- LAMBDA 8. Serie 13 HP, Limousine, Chassis, mit Ciel sehr vorteilhaft langes ouvert zu verkaufen Offerten unter Chiffre 14024 an die 10829 Automobil-Revue, Bern. Im Abschleppen 8 durch längste Erfahrung und beste Ausrüstung überlegen, Orion Automobil-Werkstätten, Hardturmstr. 185, Zürich I Zu verkaufen Chem.Tabrik Baden M.Bürii Telephon: i60 OCCASIONS WAGEN am vorteilhaftesten bei der Generalvertretung WERNER RlSCH ZÜRICH

Bern, Dienstag, 1. August 1933 IV. Blatt der „Automobil-Revue" No. 64 Das Land Lemuria ist entdeckt Mit Scheinwerfer und Taucherhelm nach der Stätte der Sintflut. Schon seit langem nahm die Wissenschaft an, dass zwischen Amerika und Asien im Indischen Ozean ein versunkener Erdteil liege, dessen ehemalige Existenz bereits den alten Griechen bekannt war. Durch neueste geographische Forschungen ist das Vorhandensein dieses Erdteils, den alte griechische Schriftsteller als Land Lemuria bezeichneten, für erwiesen anzusehen. Zurzeit rüsten englische Wissenschaftler eine grosse Expedition aus, um praktische Forschungen nach dem versunkenen Erdteil zu unternehmen. Was uns heute Atlantis bedeutet, das war für die alten Griechen vor rund dreitausend Jahren Lemuria. Damals schon ein versunkenes Paradies mit wunderbaren Früchten und jener Ueppigkeit von Fauna und Flora, wurde dieses Land in der Dichtung der Alten der Sitz der Götter, und in der Ueberlieferung nahm Lemuria den Rang eines Wunderlandes ein. Erst allmählich geriet dieses sagenhafte Land in Vergessenheit. Nach 15,000 Jahren wiederentdeckt. Nun scheint es durch die moderne Wissenschaft dieser Vergessenheit wieder entrissen zu werden. In London machte Professor Stanley Gardiner aufsehenerregende Mitteilungen über neueste Forschungen, die ergeben haben, dass dieses sagenhafte Land Lemuria wirklich bestanden hat. Geographische Beobachtungen ergaben, dass die Inselkette zwischen Indien und Madagaskar einen letzten Rest des untergegangenen Erdteils darstellt und die Fauna und Flora dieser kleinen und kleinsten Inselchen die gleiche ist, wie vor 15 000 Jahren in dem Erdteil Lemuria. Der Erdteil soll die Grosse Australiens genabt haben. Die biblische Geschiehte von der Sintflut gewinnt an Wahrscheinlichkeit; denn man nimmt an, dass vor fünfzehntausend Jahren eine Naturkatastrophe von ganz gewaltigem Ausmass die Erdoberfläche wesentlich verändert hat, so dass riesige Landstrecken versunken sind. Es besteht auch die Möglichkeit, dass der Erdteil vulkanischer Natur gewesen ist und durch starke Ausbrüche sich selbst zum Untergang gebracht hat. Das ist sogar wahrscheinlich, denn noch heute ist die dortige Inselwelt stark vulkanisch. Ausgangspunkt aller Kulturen. Professor Stanley Gardiner ist der Ansicht, dass Lemuria der Ausgangspunkt aller Kultur gewesen sei. Wenn man auch annehmen darf, dass durch die mündlichen Ueberlieferungen manches übertrieben und manches erfunden ist, so ist doch die Theorie, dass von Rufe aus dem Dunkel Roman von Karl Strecker. (Fortsetzung aus dem Haüptblatt.) «Von Schuld kann natürlich gar keine Rede sein. Allerdings sind meine Mutter und Otto Ihretwegen sehr hart aneinandergeraten. Mama konnte ihn ja nie recht leiden, schon wegen seiner anmassenden Art und seiner Anschauungen, die sie für überspannt hält. Und als er irgend eine abfällige Bemerkung über Sie machte —» «Was warf er mir denn vor?» «Direkt vorgeworfen hat er Ihnen nichts. Er machte nur eine dunkle Andeutung. Er führte Ihren langen Aufenthalt in Amerika als Entschuldigungsgrund dafür an, dass Sie glaubten, mit Geld könne man alles erreichen. Er schien da einen bestimmten Fall im Auge zu haben, über den er sich nicht näher äussern wollte.» Georg lachte kurz auf. «Da ist er sehr im Irrtum. Teilen Sie denn seine Ansicht über mich?» Anni schüttelte den Kopf. «Ich kenne Sie ja eigentlich seit meiner Kindheit, Herr Nicola.» «Wieso? Ich war ja gar nicht da.» «Doch! Sie waren immer da — als ,Onkel Georg'.» Georg kniff die Lippen zusammen. «Ihr Bild,» fuhr Anni arglos fort, «das Mama, glaub' ich, nach einer Photographie hatte vergrössern lassen, hing ja in Mamas Stube. Und sie hat oft so lieb von Ihnen gesprochen.» Anni errötete. Ob für ihre Mutter oder wegen des Wortes «lieb», das sie gebraucht hatte? fragte sich Georg, dem das Herz schneller schlug. Wie um rasch darüber hinwegzukommen, dem versunkenen Erdteil alle Kulturen ausgegangen sind, nicht von der Hand zu weisen. Wir wissen, dass die indische Kultur eine der ältesten Kulturen überhaupt ist. Die Lage Lemurias in der unmittelbaren Nähe Indiens lässt ohne weiteres den Schluss zu, dass diese beiden Kulturen sich berührt und •ergänzt haben, wobei angenommen werden darf — auf Grund geographischer Erkenntnisse —, dass die indische Kultur mehr von der älteren lemurischen übernommen hat. Der deutsche Forscher Wegener hat eine Theorie von der Kontinuierlichkeit der Kontinente aufgestellt. Nach dieser Theorie haben ursprünglich alle Kontinente ohne Einschnitte und Meerdurchzüge zusammengehört. Erst später veränderte sich die Oberfläche der Erde durch vulkanische Bewegungen und Einschüsse von Wasser. Länder versanken, wurden auseinandergerissen und gaben der Erde ein völlig neues Gepräge. Keine Wissenschaft war bisher imstande, diese Zusammenhänge vollständig zu klären. Allen diesbezüglichen Versuchen trotzte die ungemein schwierige Materie, trotz aller Hilfsmittel der modernen Technik. Und wenn neue Erkenntnisse theoretischer Natur als Endergebnis langjähriger Untersuchungen auftauchten, so war es kaum möglich, sie bis zum einwandfreien Beweis fortzuführen. Der Gelehrte und der Forscher aber liessen nicht nach. Expedition in den Indischen Ozean. Nachdem es nun gelungen ist, die genaue Lage des versunkenen Erdteils Lemuria festzustellen, rüstet die englische Regierung eine Expedition nach dem Indischen Ozean aus, die unter Führung des Obersten Seymour Sewell die Forschung nach dem versunkenen Wunderland aufnehmen wird. Zu diesem Zweck wird eine Ausrüstung beschafft, wie sie wohl noch zu keiner Expedition gebraucht wurde. Wissenschaftler und Tauchtechniker nehmen an ihr teil, um nach Möglichkeit den^ ganzen Fragenkomplex an Ort und Stelle zu klären. Die Expedition, welche im August England verlassen und sich durch den Suezkanal nach der bezeichneten Stelle im Indischen Ozean begeben wird, plant ihre' Forschungen auf einer der kleinen Inselgruppen zu beginnen, die als Reste des versunkenen Erdteils angesprochen werden. Hier wird festzustellen sein, welche Einzigartigkeiten vorhanden sind, die nirgend anders vorkommen und darum Wesenszüge Lemurias sind. Geologen werden genaue Untersuchungen über die Art der Erdbeschaffenheit auf den Inseln anstellen, um dadurch einen Anhaltspunkt zu gewinnen. Man hofft, zu wesentlichen Erkenntnissen zu gelangen und genau feststellen zu können, wo diese Erdart sich fortsetzt. Schatzgräber im Taucherhelm. Endlich aber will man durch Taucherarbeit direkt nach Spuren des verschwundenen Landes im Meere suchen. Die besten Taucher Englands werden sich zur Verfügung stellen, und die neuesten Tauchmethoden sollen angewandt werden. So wird man ein Instrument gebrauchen, das eine Verbindung von Fernglas und Scheinwerfer ist und dem Taucher ermöglicht, sich in gewaltigen Tiefen zu orientieren. Das ist natürlich schon sehr wesentlich, denn bisher scheiterte jede Taucherarbeit an der Unmöglichkeit der Lichtbeschaffung in grösseren Tiefen. Um grösste Tiefen zu erreichen, wird man ein sogenanntes « Taucherhaus » anwenden, das ein vollkommenes Häuschen darstellt, welches aus Stahl besteht und den Taucher vor dem immensen Wasserdruck schützt. Von diesem Stahlhaus aus ist der Taucher radiographisch mit dem Leitschiff verbunden. Man darf nun natürlich nicht annehmen, dass etwa ein Taucher « das Land Lemuria » findet. Ihre Arbeit besteht vielmehr darin. Hinweise zu finden, auf Grund derer die Wissenschaft weiterarbeiten kann. Gelingt es nämlich, an dieser Stelle etwa Spuren einer unbekannten oder vergangenen Kultur zu entdecken, dann ist mit ziemlicher Sicherheit der Beweis für das ehemalige Vorhandensein des Erdteils erbracht. Der Tagesfilm Der Zeigefinger der Filmdiva. Welches Wertverhältnis besteht zwischen dem Kopf Bernard Shaws und dem Zeigefinger der Filmschauspielerin Käthe v. Nagy? Für Shaws Kopf hat kürzlich ein begeisterter Verehrer (ein höchst geschmackvoller jedenfalls!) 5000 Pfund ge- ^ b6tfenJ"J|5en beschädigten Zeigefinger ihres Filmstars Käthe v. Nagy stellt die Ufa, wie man kürzlieh aus einem Gerichtssaalbericht erfuhr, mit 150 000 Mark in Rechnung. Der Zeigefinger der jungen Dame wird also höher bewertet wie der Kopf eines der glänzendsten Schriftsteller der Gegenwart. Nun ist dieser Zeigefinger, wie die Filmenthusiasten wissen, sehr niedlich und sehenswert. Aber man begeht gewiss keine Todsünde gegen die einer hübschen Filmschauspielerin schuldige Galanterie, .wenn man in der Relation ihres Zeigefingers zu Shaws Kopf sozusagen eine Preistreiberei erblickt. fuhr Anni fort: «Und dann hat sie so oft davon gesprochen, was Sie drüben hätten leiden müssen in all den schweren Kämpfen, bloss um leben zu können.» «Das, liebes Fräulein Anni, ist manchmal in Wirklichkeit nicht ganz so schlimm, wie es für den Fernstehenden aussieht. Meist lässt einen die Notwendigkeit, sich mit allen Kräften zu rühren, gar nicht zur Besinnung kommen. Es ist wie bei einem Zweikampf auf Tod und Leben. Da empfindet man das Furchtbare des Augenblicks gar nicht. Da heisst es nur: Los! Vorwärts! Deck dich! Ruhe! Jetzt schlag zu! und so weiter.» Anni hatte angespannt zugehört, und der Ausdruck ihrer grossen Augen wurde dabei so lebendig, dass Georg von ihrer Schönheit wie berauscht war. Und um dies Glück ihrer Blicke so lange wie möglich auszukosten, geriet er ins Erzählen, was sonst gar nicht seine Art war. Er berichtete von seinen Kämpfen und Krisen drüben, und fand, durch die sichtliche Anteilnahme des schönen Mädchens befeuert, eine so lebendige Form der Schilderung, dass er sich selber darüber wunderte und immer mehr fortgerissen wurde. Er hatte in der Tat genug Merkwürdigkeiten erlebt, und was er erzählte, hätte auch in weniger lebendiger Darstellung schon interessiert. Er musste, während er sprach, mit innerem Lächeln an die Szene denken, wo der Mohr die aufhorchende Desdemona mit der Erzählung seiner Abenteuer gewinnt. Wenn das sogar einem Mohren gelingt... Unwillkürlich machte er bei diesem heimlichen Lächeln eine Pause. Anni vermutete einen anderen Gedankengang als Grund seines Schweigens. Sie fragte: «Und bei alledem haben Sie immer an meine Mutter gedacht?» «Nicht immer,» bekannte er leise. «Ich sagte ja schon, oft kommt man gar nicht zur Besinnung in solcher Lage. Aber der Gedanke an sie hat mich dennoch nie verlassen. Er begleitete mich sozusagen im Geheimdepot meines Wesens.» «Und als Sie meine Mutter nun wieder sahen?» fragte Anni und schämte sich sogleich ihrer mädchenhaften Neugier. «Da war das grosse Wunder geschehen.» «Welches Wunder?» fragte sie stockend. «Da sah ich sie, unberührt von den Jahren, so wie sie einst gewesen und so wie sie In meiner Erinnerung weitergelebt. Nicht um Monate gealtert. War das nicht ein Wunder, Anni?» Sie war von Glut übergössen. Aber die Art, wie sie jetzt nachdenklich und verlegen den Blick auf den Boden richtete, brachte ihn zur Besinnung. Er durfte so nicht fortfahren, durfte es jetzt nicht zur Entscheidung kommen lassen. Und doch fühlte er ein ungestümes Drängen in sich, demgegenüber sein Wille mehr und mehr die Macht verlor. Dis Entschiedenheit, mit der er so oft in Gegenwart Annis seine Liebe zu ihr wie eine gefährliche Flamme unterdrückt hatte, wurde gelähmt durch den Gedanken: Wäre es nicht doch möglich? Sie hat sich von Wermstedt getrennt. Sie ist jetzt frei. Und hat sie mich nicht mit leuchtenden Augen angesehen? Hat sie mir nicht mehr als herzlich die Hand gedrückt? Der Unterschied der Jahre ist schon in mancher Ehe dem Glück nicht hinderlich gewesen. Und er wollte sie glücklich machen. Er konnte es. Es war ein grosses Lebensziel: Sie auf den Händen zu tragen, ihr jeden Wunsch zu erfüllen... «Warum erzählen Sie nicht weiter?» fragte Anni. «Ja, richtig — ich überlegte nur —, mir ist natürlich im Laufe der Zeit manches entfallen. Also — wo war ich doch stehen eeblieben?» Der Falter Hermann Hesse. In meinen Becher mit Wein ist ein Falter g&* flogen, Trunken ergibt er sich seinem süssen Verderben, Rudert erlahmend im Nass und ist willig za sterben; Endlich hat ihn mein Finger rettend heraus' gezogen. So ist mein Herz, von deinen Augen verblendet, Selig im duftenden Becher der Liebe versunken. Willig zu sterben, vom Wein deiner Blicke betrunken, Wenn nicht ein Wink deiner Hand mein Schicksal vollendet. Dabei hat na die Künstlerin keineswegs den Verlust ihres ganzen Zeigefingers zu beklagen. Sie hat sich peinlicherweise nur die Spitze ihres Zeigefingers weggeschossen, als sie beim Kölner Sechstagerennen den Startschuss abgab. Wenn man den von der Ufa für diese Fingerspitze geforderten Schadenersatz als Beniessungsgrundlage annimmt — wieviel wäre für den ganzen Zeigefinger der Käthe v. Nagy berechnet worden 1 Und wieviel wäre erst für ihren Kopf — in diesem Fall spricht man besser im Diminutiv: für ihr reizendes Köpfchen — gefordert worden? Es ist überhaupt nicht auszudenken, und man käme zu einer astronomischen Ziffer. Ja, die Dichter stehen heute neben den Filmstars tief im Kurs, und neben Käthe v. Nagy kann sich Bernard Shaw verstecken. Neben einer Greta Garbo aber wäre er wohl mit freiem Auge überhaupt nicht wahrzunehmen. Vierhundertzwanzig Autos gestohlen. In New-York wurde eben eine Diebsbande dingfest gemacht, die einen, schwunghaften Handel mit gestohlenen Autos trieb. In aller Welt werden jetzt die Wagen dieser Bande gesucht. Iin letzten Jahre haben sie nach allen möglichen Ländern ihre gestohlenen Autos geliefert. Bis jetzt sind ihnen vierhundertundzwanzig Autodiebstähle nachgewiesen worden. Bin Transport mit vierunddreissig Autos wurde in Trenton beschlagnahmt; er war für Oslo bestimmt. Die meisten Wagen haben sie nach Schanghai und Persien geliefert. Die Polizei schätzt ihre Beute auf zweieinhalb Millionen Dollar. «Bei Ihrer Anstellung auf dem Mississippidampfer.» «Richtig. Ja, da habe ich eine gehörige Sommerreise gemacht.» Während er von den Eindrücken dieser Schiffsfahrten erzählte, von den Landschaften, die er gesehen, kam ihm plötzlich ein Gedanke. Er wusste später nicht, war es Berechnung oder nur harmloser Einfall gewesen, als er sagte: «Wenn Sie eine Karte da haben, Fräulein Anni, kann ich Ihnen die Reiselinien zeigen.» «Aber gewiss!» Sie holte einen Handatlas herbei und schlug Amerika auf. Sie stand vor dem Sofa am Tisch. Er erhob sich und trat neben sie. «Nun?» lächelte Georg, sich an ihrer Seite vorbeugend, «zeigen Sie mal, wo der Mississippi ist. Richtig, da. Wir fuhren nun» — er neigte sich neben ihr über die Karte, auf der sie mit dem Zeigefinger den Lauf des Stromes verfolgte, und legte seinen Finger neben den ihren. «Ich kam von Chikago nach St. Louis und fuhr von da bis Neuorleans. Nein, St. Louis ist hier,» lächelte er und schob ihren Finger mit dem seinen an die rechte Stelle. Die Berührung ihrer Hand brachte sein Blut in Wällung. Er fühlte die Wärme ihrer Wange neben der seinen. Ihr Haar streifte leise seine Stirn, der Duft ihrer Nähe flutete berauschend zu ihm herüber und nahm ihm die Besinnung. Plötzlich fasste er ihre Hand, umschlang mit dem anderen Arm ihren Körper und sie aufs Sofa zurücklehnend, bedeckte er Gesicht und Mund mit glühenden Küssen. «Liebe, liebe einzige Anni!» stammelten dazwischen seine Lippen. (Fortsetzung siehe Seite 16.)