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E_1933_Zeitung_Nr.104

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u AUTOMOBIL-REVUE

u AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N°104 heutigen Modezeitschriften spielten, weshalb auch Exportschwierigkeiten entstanden. Auch die Puppenkleider sind uralt. Puppenhäuser und Puppenstuben kamen dagegen erst viel später auf und hier errang vor allem Deutschland eine nicht unbeträchtliche Berühmtheit. Der Preis dieser Spielzeug-Häuser betrug oft Hunderte von Talern. Im Inventarverzeichnis eines bayerischen Fürsten, um das Jahr 1560, ist ein solches Haus erwähnt. Es hatte vier Stockwerke, einen Hof und eine Front von 15 Fenstern. Unten waren Wagenremise, ein Pferde- and Kuhstall, ein Speicher und ein Keller. Im ersten Stock waren Bäckerei, Ankleideraum und Bad, im zweiten Salons und zwei Schlafzimmer, im dritten eine Kapelle, ein Oratorium und die Kinderzimmer untergebracht. Da dieses Haus nicht nur möbliert, sondern auch bewohnt ist, gibt es uns ein getreues Abbild privaten Lebens im Mittelalter. Im Badezimmer sieht man eine Messingwanne und alle Badegeräte, im benachbarten Raum befindet sich ein Sofa, und auf einem Tischchen liegt Wäsche. Der Keller ist überreichlich mit Fässern und mit Geräten zum Weinabziehen versehen. Die Küche weist eine vollständige Sammlung aller üblichen Geschirre auf. Selbst eine Zinnwanne zur Fischzubereitung und silberne Pastetenschüsseln fehlen nicht. Im Hofe sieht man einen viereckigen, mit Bronzefiguren geschmückten Brunnen und eine marmorne Zisterne. Ein Tor führt in den Garten, wo inmitten von Hecken und Sträuchern Bänke stehen. Im Tanzsaal des ersten Stockwerks setzen die Ausmasse in Erstaunen. Das Fürstenpaar sitzt unter einem gestickten Baldachin, umgeben vom Hofe, der den tanzenden Paaren zuschaut. Der kleinere, mit schweren Wandteppichen bekleidete Raum dient für Empfänge. Auf zahlreichen Konsolen und Etageren sieht man überaus schöne Miniatur - Schmuckgegenstände. In der Mitte steht wieder das Fürstenpaar und neben ihm eine englische Dogge, drei Pudel, ein Papagei und ein Hofnarr. Im Schlafzimmer stehen wunderbare Betten mit einem kostbaren Himmel. Auf den Tischchen sieht man Kopfbekleidungen, Hemden, seidene Tücher, Pantoffeln, Bürsten, Kämme usw. Am Kamin steht ein Sessel, darin sitzt der Fürst, der sich mit einem Fächer gegen die Hitze des Feuers schützt. In der Kaoelle sieht man alle zur katholischen Andachtsübung nötigen Geräte, und in der verglasten Loge betet das Fürstenpaar. Im Wohnzimmer stehen Spinnräder aus Elfenbein, winzige Webstühle und Handarbeitsschatullen. Im Germanischen Museum in Nürnberg stehen fünf solcher Häuser aus verschiedenen Epochen. Lange Zeit belieferte Deutschland fast ausschliesslich die ganze Welt mit Puppen. Erst 1862 begannen die Franzosen mit der Fabrikation von Puppenköpfen aus Porzellan. Die Modelle stammten aus Künstlerhand. Die Augen waren aus Emaille, und Menschenaugen täuschend ähnlich. Sie schlössen und öffneten sich. Auch Arme und Beine waren beweglich. Die Haare stammten vom Fell tibetanischer Ziegen und konnten gekämmt, aber auch in verschiedenen Farben angeheftet werden, da der Hinterkopf aus Kork und nicht aus Porzellan bestand. . Schliesslich schuf die Mechanik wahre Puppenwunder: sprechende, sich verneigende, fächelnde, schwimmende und Klavier spielende Puppen. In Indien besitzen die Puppen nicht Menschengestalt. Trotzdem sind sie sehr beliebt. Sie bewohnen einen besonderen Raum im Hause, sind reich angezogen und werden wie Kinder gepflegt. Wenn eine Puppe zerschellt, trauert das ganze Haus, «heiratet» sie, so wird dieses Fest feierlich begangen. Aehnlich schätzen auch die Japaner die Puppe, die sogar eines ihrer grossen Jahresfeste den Puppen weihten. An diesem Fest reissen die Frauen schon am frühen Morgen blühende Birkenäste ab und schmücken mit ihnen das schönste Zimmer der Wohnung, wo inmitten buntfarbiger Chrysanthemen eine Ausstellung aller Puppen untergebracht ist, die die Kinder seit der Geburt erhielten. Wie schon die alten Römer das Zweckmassige mit dem Angenehmen zu verbinden verstanden und z. B. Gewichte in Form von Puppenfiguren kannten, so auch .unsere Zeit. Bekannt sind u. a. die Tee- und Zimmer- Puppen, die vor allem in der Hand von wirklichen Künstlerinnen zu erstaunlichen Kunstwerken wurden. So lebt die Puppe also trotz aller Wandlung des Zeitgeschmacks als eines der verbreitetsten Spielzeuge fort und wird sich immer mit den Menschen und seinen Anschauungen wandeln, aber niemals ganz verschwinden. K. Weihnachtlicher Büchertisch Der Amerika-Johann. Roman von Felix Möschlin. 333 Seiten. Montana-Verlag, A.-G., Horw- Luzern -.— Man muss es freudig begrüssen, dass Möschlins unglaublich lebendige, in bestem Sinne schweizerische Werke in einem Augenblicke in endgültig bereinigter Form nochmals erscheinen, in dem zur Besinnung auf die eigene Art aufgerufen wird. Der Amerika-Johann ist vor mehr als 20 Jahren erstanden, und er wirkt auch jetzt so unveraltet, so lebensnah wie nur je. Mit Beschämung registriert man, wie sehr man diese Werke eines Mannes vergessen hatte, der doch heute noch mitten im kulturellen Leben unseres Landes steht, und mit warmem Herzen für Fortschritt und menschliche Freiheit kämpft. Die Geschichte des Amerika-Johannes ist die Tragödie der Wurzellosigkeit, der Abwendung von den tragenden Kräften der Heimat. Ob es nun auch hoch in Schweden oben ist, wo durch den Einfluss eines geschäftsgerissenen, amerikatüchtigen Schnorrers die Bauern ihre Heimat für den schäbigen Lohn billigen Fabriktandes und modern übertünchter Zivilisation verkaufen — diese Geschichte vom Zerfall des Arteigenen zugunsten einer bodenlos oberflächlichen Neu-«Kultur» ist so aktuell aus nur möglich. Und wenn Möschlin erzählt, wie diese gleichen innerlich haltlos gewordenen Bauern, die aus den Zusammenhängen, in denen sie aHein wachsen können, herausgerissen sind, nachher wieder das Alte zu einem gespenstischen Scheindasein erwecken, weil auch das wieder Geld durch die Touristen bringen soll — dann kann man flieh mir mit Nachdenklichkeit an ähnliche solche Versuche auch bei uns erinnern, das wahrhafte Volkstum zu einem traurigen Theaterdasein zu erwecken. Der Verfall echter Sitten bildet das grosse Hauptthema, zwischen dem zahlreiche erschütternde Einzelschicksale gestaltet sind. Die Geschichte etwa des Skog-Anders und seiner Maja, des alten Pellas-Jerk und der Jung-Kerstin sind so bezwingend geformt, dass man unwillkürlich an den grossen Sänger des Nordens denkt; Knut Hamsun. Ueberhaupt — es ist die ganze Welt Hamsuns in diesem herrlich Teichen Buch, aber doch nach eigenen Gesetzen gestaltet. Das schweizerische Schrifttum hat wenige Romane von solcher echter Kraft des Gefühls und dichterischer Grosse. bo. Wir und das Auto. Denkmal einer Maschine. Von Eugen Diesel. Mit 239 zum Teil ganzseitigen Bildkompositionen. 160 Seiten. Biographisches Institut A.-G., Leipzig. — Ein Bilderbuch von betörendem Reiz! Der interessante deutsche Dichter-Ingenieur Eugen Diesel, der über die geistigen Hintergründe unserer technischen Gegenwart schon manches bedeutende Wort fand, hat sich von dem Wunderwesen « Auto > bezaubern lassen. Was erst als eine Art von Auto-Epos vor seiner Seele stand, wurde dann zu einem Photo-Buch edelster Art, das in seiner sachlichen Weise für dieses neue Verkehrsmittel wirbt. Man braucht sich bloss die Mühe zu nehmen, die hauptsächlichsten Titel aufzuzählen, unter denen die Bilder zusammengefasst sind, um eine Ahnung von diesem Werke zu vermitteln: Entwicklung des Autos (erste Versuche, Autos in Massen, Durchbruch zum modernen Wagen), das Auto in der Geschichte (Weltkrieg usw.), Fabrikation (der Triumph des Autos), die Vollendung, vom Werk in die Welt (Ausstellung), Fahrerlebnis und Reise (Fahrgefühl, Strassen im Nebel, Strassen bei Nacht, Passstrassen, Städte, Landschaft, Uebersee), Alltag, Arbeit, Beruf, Verkehr, Garage, Werkstatt, Organisation der Betriebsstoffe. Autokult (Bewunderung und Sehnsucht, geliebter Besitz, Mondänität, vergangene Mondänität, Schönheitskonkurrenz), Auto und Kind (die Sehnsucht), Autoschrullen, der Unfall, das Ende der Laufbahn, die Züchtung des Autos (Rennen vor dem Krieg, Zuverlässigkeitsfahrten, Alpenfahrten, Bahnrennen, Rennwagen, Fahrer, das Ueberauto). Man sieht — der ganze Begriffskomplex, der heute das Auto umschliesst, ist in diesem sehr vornehm ausgestatteten Bande enthalten. Die Bilder sind von begeisternder Schönheit, der Beitext ist in gepflegtestem Stil gesehrieben. Die von Diesel verfasste Einleitung bemüht sich, das seelische Menschheits-Erlebnis «Auto» richtig einfühlend zu deuten. Wie sehr geschickt dies getan wird, zeige nur der folgende Abschnitt: « Eines Tages war daa Auto eben wirklich ganz und gar da, war unzweifelhafter Besitz des Menschen geworden, eine neue Epoche war angebrochen. Der Idee des Menschen hat sich in Wirklichkeit die Idee des selbstfahrenden Wagens hinzugesellt.» bo. Heinrich Hauser: Ein Mann lernt fliegen. Mit 75 Bildern nach Aufnahmen des Verfassers. — Heinrich Hauser wird manchem unserer Leser schon durch seine «Letzten Segelschiffe», das «Schwarze Revier», die «Feldwege nach Chicago» oder sein «Noch nicht» bekannt sein. Wie jene Bücher, ist auch sein neuestes Werk in erster Linie ein präziser Tatsachen-Bericht, eine Reportage besten Stils. Mit minutiöser Genauigkeit hat Hauser seinen ganzen Werdegang als Pilot niedergeschrieben, den Wunsch, fliegen zu können, die erste Bekanntschaft mit Maschine und Fluglehrer, die ersten Instruktionen, seine Anfängerrunden und die damit verbundenen gemischten Gefühle, die Fehler, die Entdeckungen, die Genugtuungen, Depressionen, die Freuden und den Aerger, die keinem angehenden Flieger erspart sind. Unwillkürlich macht der Leser alles mit. Je weiter er in der Lektüre fortschreitet, um so mehr fühlt er sich eins mit der Maschine, bis er zuletzt den ganzen Flugkursus selbst miterlebt zu haben glaubt Wie scharf gesehen und wie wahrheitsgetreu das neueste Werk Hausers ist, weiss niemand besser als der, welcher seihst Aehnliches erlebt hat, und immer wieder fassen Flieger ihr Urteil über Hausers Buch in dem einfachen Sata zusammen: Genau so ist es, genau so haben auch wir empfunden! Der Text ist durch ausgezeichnete Photographien s-eschmückt. —s. K. DEHNE - BERN vormals Demme & Krebs. A.-G. Dampfbrennerei und Spirituosenfabrik Dalmaziweg43, Tel. 21.887 Gegründet 1864 empfiehlt seine CognaoSj erstklassige Marken Rhums, hochfeine Qualitäten Malaga - Portwein© - Sherry Rhum-Punchu.Arrac-Punch Original-Süssliköre, franz. u. holt. Provenienz - Sirups etc. Grosses Lager in gutgepflegten Burgunderweinen. Prompte Bedienung. DÜBENDORF MEISTER, Keramik Geschenke von künstlerlscnem Wert Warum sollten Sie den Versuch nicht auch selbst einmal machen? Sie erhalten Maag-Klingen, die in der Schwei? hergestellt werden, in allen grösseren einschlägigen Geschäften. Hch. Jenny & Co., Zürich wleumlraili 7. Telephon 26.807 PFLANZEN -TOPF E Als vorteilhafte Geldanlage empfehlen wir Ihnen unsere Clichefabrik der Hallwaq Weihnachten und ein* SMITH PREMIER PORTABLE Marktsasse ig L'raniastrasse 35 Elisabethenstrasse 54 Seevorstadt 70 a Rite de Lausanne 14 Hirsehengraben 15 St. Leonhardstrasse 49 OENEVE- LAUSANNE Besser können Sie nicht achenken. Unter 7 Modellen, von Fr. 815.- an aufwärts, finden Sie bestimmt dte Kiemmaschine die Ihrer Bfirse und den Wünschen des Beschenkten entspricht. — Wir liefern auch in Miete oder gegen bequeme Monatsraten. — Verlangen Sie unverbindlich nähere Auskunft durch SMITH PREMIER Sehreibmaschinen A6. BERN Tel. ZUERICH Tel. BASEL Tel. BIEL Tei. FRIBOURG Tel. LUZERN Tel. ST. 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N« 104 - 1933 Weihnachtsgeschenke aus dem Modereich Konfektionierte Kleider in Wfßl'e und Seide wenden sich an Frauen und Kinder. An die Frauen überdies die fertigen Jupes und die eleganten, modischen Seidenblusen. Letztere sind aus karriertem Taffet oder aus schwerem Satin und werden gerne zur Teestunde und für allerlei abendliche Gelegenheiten gewählt. Damit können wir, besonders wenn wir im ganzen mit weniger Kleidern auskommen sollen, viel Abwechslung schaffen. Für alle diese Artikel lassen wir uns manchmal mit Vorteil in den Geschäften Qeschenkbons geben; denn gewöhnlich •wählen die Frauen ihre Kleider oder Blusen gern selber oder die Sachen sitzen nicht wie sie sollten. Unbedenklich können wir dagegen Unterwäsche, hübsche Nachthemden oder Unterröcke kaufen. Hier werben feinste Kunstseidenartikel, wie auch wollene oder wollene mit Seide gemischte um die Gunst der Frauen. So elegant wie gegenwärtig war namentlich die Wollwäsche noch nie. Nachthemden werden zu koketten Kleidern, und die Tagwäsche folgt den Körperlinien, wie es die Hüftgürtel und die Korselets unserer sich immer mehr vervollkommenden Korsettindustrie tun. Schöne Farben überall! Hellblau dürfte momentan sehr verbreitet sein «und ist kleidsam. Aelteren Leuten werden die gitterartig oder sonstwie phantasievoll gestrickten Bettjäckchen ebensoviel Freude machen wie den Jungen. Seidenwäsche in farbigen Reinseidengeweben sind immer eine Zierde des Weihnachtstisches und werden wirklich schick herausgebracht. Dann wenden wir uns den Strümpfen zu, den hauchdünnen, seidenen wie den wärmen^ den, den Sportstrümpfen samt den Unterziehstrümpfen, die im Winter unentbehrlich sind. Strümpfe, deren richtige Grosse im allgemeinen leicht zu ermitteln ist, sind ein stets auch AF Nr. 102. /Os\aD begehrtes Geschenk. Dann das Heer der Echarpen, seidene und wollene, gewobene und gestrickte, alle Farben, vielerlei kräftige Karos, Streifen und Schattierungen sind hier vertreten. Dazu kommen die heute so vielfältigen Kopfbedeckungen, wie Berets oder auch Hüte. Hier muss man schon die Trägerin selbst wählen lassen. Ein willkommenes Geschenk sind auch Wollstrangen zum Stricken. Daran denken wir vielleicht weniger. Und wir können mit diesen schönen Wollsorten, die jetzt bei uns fabriziert werden, manche Weihnachtsgabe selbst herstellen. Bleiben noch Schuhe und Handschuhe als begehrtes Geschenk. Samt allerlei willkommenen Ledersachen, wie Gürteln, Geldbeutel, Handtaschen und anderen ledernen Kleinigkeiten. Hausschuhe, Schuhe fürs Boudoir aus Satin mit Schwan besetzt. Abendschuhe sind kleine Luxusgaben, die stets Freude machen. Geschenke dürfen überhaupt nicht das graue Kleid der Sorge tragen. Sie sollen den Beschenkten nicht mit Bedürftigkeit umgeben. Doch da fallen mir gleich die — Tränen und damit die Taschentücher ein, mit denen in eigenen Spezialgeschäften ein wahrer Kultus getrieben wird. Wie ansprechend sehen sie aus, seidenbebändert, in einer schönen Geschenkpackung. Herren, Damen und Kinder freuen sich damit. Im allgemeinen kommen wohl die Frauen an Weihnachten besser weg, was Beschenktwerden anbetrifft. Wenigstens, was die Gaben der Mode anbelangt. Alles sieht viel liebenswürdiger aus, duftiger, während über der Herrengarderobe eine gewisse Strenge liegt. Die Stoffe haben wir schon erwähnt. Bleibt die Konfektion mit ihren vielerlei Modellen. Beispielsweise haben auch Herren, namentlich junge Leute, gerne ein paar Mäntel. Vielleicht einen, der zu ihrem Knickerbocker, den sie sich schenken lassen, pasxt. Denn das Assorti hat, wie die aufgehellten, lebhafteren Farben, auch den Herrenanzug ergriffen. Seitdem unsere Theater Gesellschaftstollette für Premieren vorschreiben, rückt für viele der Smoking, wenn nicht der Frack, in den Vordergrund. Und es ist gut, wenn auch der Herr einmal wörtlich den Alltag auszieht und auf ein paar Stunden Toilette macht. Die Ergänzung oder Neuanschaffung des Gesellschaftstenues gehört deshalb zu den dankbaren Weihnachtsgaben. Also einmal die Frack- und Smokinghemden, samt" Bindern, die Hemd- und Manschettenknöpfe für abends, die Taschenuhr mit dem Breloque aus Gold und schwarzem Seidenband her! Dann vielleicht Abendschuhe, ferner dazu passende Seidensocken. Und für abends ein weisses. reinseidenes Foulard! Wie auch AUTOMOBIL-REVUE 15 schöne Handschuhe, die die schweinsledernen für einmal ausschalten, die zum Autofahren dienen. Handschuhe sind ein beliebtes Geschenk. Namentlich die Peccaries, aber auch die waschbaren, sämischen, ferner die gefütterten Nappas. Für das Interieur werden jetzt vielfach Hausjacken und namentlich Schlafröcke aus breit gestreifter, dunkler Seide getragen, die wirklich kleidsam sind. Es gehören natürlich Hausschuhe dazu aus Lack mit Absätzen, in weichem Leder oder wärmende in Wolle. Diese lassen sich mit Vorteil schenken. Einem jungen Mann legen wir, wie dem jungen Mädchen, einen Skianzug oder eine Schlittschuhausrüstung vor. Wobei die Pullover an die Reihe kommen. Diese sind ein recht gangbarer Geschenkartikel, auch als ärmelloses Modell. Wer vergässe die Krawatte, von denen schon bei den Seidenstoffen die Rede war? Und wisst ihr, dass Wollschals für den Herrn gegenwärtig obligatorisch sind? Welche Auswahl hat da die Industrie herbeigebracht! Und wie vielseitig ist sie in Skisocken, in langen schottischen Strümpfen, wie in Socken für den täglichen Gebrauch. Hier gehen wir nie fehl, wenn wir etwas davon schenken. Das gleiche gilt von Mützen, BSrets basques und von Hüten. Und junge Leute freuen sich, wenn sie einen Zylinder erhalten. Denn er wird zwar oft verlacht — Angströhre getauft — aber er ist doch unerlässlich. Für jeden passen Wäschestücke als Geschenk. Farbige Wäsche beherrscht die Tagesmode. Daneben meldet sich wieder feine Weisswäsche, die zu dunklen Anzügen sehr gut passt. Weiche Silkings, sonstige feine Popelinegewebe, Panamastoff für Sport, feine Wollsachen in Form von Polohemden sind, in schöner Ausführung, nicht bloss einheimische Erzeugnisse, sondern auch willkommene Weihnachtsspenden. Wobei Kragen nicht zu vergessen sind, angefangen bei den sportlichen Fassonen bis zu den, zu den Tanzanzügen benötigten, steifen Kragen mit gebrochenen Ecken, die neben die übrigen Modelle treten. Im übrigen lassen sich den Herren natürlich schöne Ledersachen schenken, Brieftaschen, Portemonnaies, Zigarettenetuis, obschon darin das silberne Etui den Vorrang hat. Vergessen wir zum Schluss die Gamaschen nicht, noch die neue Hülle für den Autokühler. (Schluss.) E. Seh. Büchertisch Meine indische Ehe. Von Frieda Hauswirth. 360 Seiten. Rotapfelverlag, Erlenbach-Zürich. — Wer den englischen Büchermarkt etwae genauer verfolgt, weiss, dass vor einiger Zeit das Buch « Meine indische Ehe », Aufsehen erregt hat. Vor kurzem hat der Rotapfelverlag eine ausgezeichnete deutsche Uebersetzung dieses Werkes von Frieda Hauswirth herausgegeben und damit die Bekanntschaft mit einem in jeder Beziehung ungewöhnlichen Buche vermittelt Fried« Hauswirth ist eine Schweizerin, die seinerzeit einen Hindu auf einer amerikanischen Universität kennen lernte und später mit ihm nach seiner Heimat übersiedelte. Das Buch ist nun die Frucht ihres langjährigen Aufenthaltes in Indien, das sie nicht nur am Rande erlebte, sondern in dessen Sittan, Auffassungen und Geheimnisse sie mit den wachen Sinnen einer Frau eindrang. Die Literatur über Indien ist unermesslich gross, aber fast immer fehlt ihr das persönliche Erlebnis. Die Begegnung zwischen Europa und Indien spiegelt sich in dem Leben dieser Schweizerin, die die indische Gesellschaft genau kennen lernte. Sie betrat den ihr ziemlich fremden Boden voll Begeisterung und Freude, um menschliche Schranken der Ungerechtigkeit niederreissen und Duldsamkeit und gegenseitiges Verständnis fördern zu können. Es war ihr mit anderen Worten darum zu tun, mit den eigenen schwachen Kräften an der Versöhnung zwischen Europa und Indien — zwei Gegenpolen —• mitzuarbeiten. Das Elend und der Wirrwar der Kasten lastete schwer auf ihrer Seele. Was in dieser Frau, deren tapfere Haltung man das ganze Buch hindurch immer wieder IU bewundern Gelegenheit findet, unter schweren Kämpfen, die indessen auch wieder von schönen Erinnerungen abgelöst werden, zum Bewusstsein kommt, ist ein tief menschliches Erlebnis: Sie ahnt, dass auch dieses Land aus eigenen Kräften heraus sich selber helfen muss, und dass alles Eingreifen von fremder Hand, auch wenn es mit Liebe geschah, diesem ringenden Körper nur Sohaden bringen kann. Das Buch klingt in einer gans leisen Resignation aus, die nur schwach zu spüren ist; eben der Erkenntnis der tiefen Unmöglichkeit, selbst entscheidend helfen zu können. Man wird aus diesen kurzen Andeutungen heraus schon ahnen, wie überaus schätzenswert das Werk ist. Die interessante Art der Erzählung und das Geschick, die eigenen Erlebnisse sehr lebendig gestalten zu können, erhöhten seinen Reiz, so dass als ein gutes Schweizerbuch von Herzen empfohlen werden darf. bo. Das treue Eheweib. Novellen von Georg Britting. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München. — Georg Britting hat sich seinerzeit mit dem merkwürdigen Roman c Lebenslauf eines dicken Mannes, der Hamlet hiess », über ein ausserordentliches dichterisches Talent ausgewiesen. Mit seinen neuen Novellen erfüllt er alle Hoffnungen, die das deutsche Schrifttum in ihn setzte. Sie sind von einem ganz erstaunlichen Grade menschlicher und künstlerischer Reife. Für den Eingeweihten bedeutet der neue Britting um so mehr eine Ueberraschung, als dies« sich von der lyrischen Haltung abgewandt und nun der reinen Epik ergeben hat. Seine Novellen haben die Zurückhaltung und die Stärke der besten deutschen Erzählungen. Mit schöner Straffheit wird die sich stets steigernde Handlung gestaltet, um dem unausweichlichen Ende entgegenzuführen. Das Erschütternde daran ist das Schicksalshafte, das sich über allem ausbreitet und dem die Gestalten gleich einem lähmenden Zwang unterliegen. Dieses Schicksal bricht über sie gleich einem blind waltenden Naturereignis herein und reisst sie im blinden Strome mit sich fort. Das Walten einer fremden Macht Wesen gegenüber, die keinen faustischen Trieb nach Erkenntnis in sich tragen, kommt wohl am Teinsten in den Novellen «Waldhorn», «Treues Eheweib», «Gespann des Vetters» zum Ausdruck. Zu visionärer Grosse steigert sich der Kampf zweier Hengste miteinander, die sich in wildem Rasen gegenseitig zerfleischen. Britting hat hier eine Szene von atemberaubender Eindringlichkeit gestaltet. Wenn die Sprache auch scheinbar gleichmässig dahinfliesst, so ahnt man doch aus ihrem Rhythmus ein lei- Park- Platz: Gemüsebrücke ''~,iiMt"ffl/% Tafel-Service und dazu das passend« Besteck (20 Mustsr am Lager), Kaffee-, Tee- und Moccaservice, Bowlen, Hort d'ceuvre-Platten, Cremeservice, Servierboys, Toilettegarnituren, Vasen, Schalen und all die vielen Meinen Geschenke, ** viel Freude machen und doch nicht viel kosten. umrmann Zeitgemäss tiefe Preise. MARKTGASSE'TRAM RATHAUS •Wiais*i_l ß/tiA Woll- Decken Auto- Decken OERUKON-ZÜRICH - Ueberlandstr. 3 Gasthaus z. MARKUS Telephon Nr 68.101 Waidrarten verschiedene Lokalitäten für Gesellschaftsanlasse und Hochzeiten. Sitzungssaal Zimmer mn »Hess. Wasser Bestge' Küche. Ausen Weine Garage. FRAU L BROTSCH früher Hailauer Weinstube. £Tr-HAUS-BESTAUB AN i POXY-BAR ZÜRICH - Tel. 56.707 Badenerstrasse - |VIOllerstrasse Das Restaurant, In dem Sie vorzüglich Speisen. Mittag- und Abend-, sowie spezielle Festtag-Menus. Die moderne Bar Zürichs mit den preiswerten Drinks. Erwachsene eine Schokolade, wie keine andere — warum — wieso? Probieren Sie, denn das lässt sich nicht beschreiben! Magenleiden Die bewährten Magenpulver von D. Schüepp sind ein sicheres Mittel zur Beseitigung selbst veralteter Fälle von Magenleiden. Verdauungsstörungen oder chronischen Magenkatarrh bezeichnet man gewöhnlich als Magenleiden, und die meisten Menschen sind heutzutage damit belastet. Die vorkommenden Beschwerden äussern sich verschiedenartig. — Nach dem Essen werden die meisten voll gegen die Brust hin, es liegt ihnen schwer auf dem Magen, bekommen Kopfweh über den Augen, Schwindel, manche glauben, sie könnten einen Schlag bekommen, sind überdrüssig, sehr schnell bös und aufgeregt, so dass sich Herzklopfen einstellt. In der Regel ist wenig Appetit vorhanden, hat man aber nur weniges genossen, so bringt man nichts mehr hinunter. Auch gibt es solche, welche alle 2 Stunden Hunger haben, und doch nehmen ihre Kräfte ab. Auoh kommt öfters Erbrechen vor. — Gewöhnlich ist harter Stuhlgang, auch Abweichungen vorhanden, saures Aufstossen oder Magenbrennen, manchmal Rücken- und Unterleibsschmerzen und gewöhnlich kalte Füsse. Viele glauben irrtümlich, sie seien lungenleidend, indem ihnen das vorhandene Magengas das Atmen erschwert. Durch diese Verdauungsstörungen werden die genossenen Speisen unverdaut fortbefördert, so dass das Blut zu wenig Nährstoffe erhält und hiedurch Blutarmut und Bleichsucht entsteht. Auch die vielen Schlaganfälle, welche ein frühes Ableben herbeiführen, rühren von diesen Verdauungsstörungen. Die Mittel sind ohne Berufsstörung zu nehmen. Preis einer Kurp. Fr. 6.75 Erhältlich durch: Apotheke J. FREY, HEIDEN 28 (Appenzell). # Ihr Aussehen # gewinnt durch eine Behandlung im Salon Dittli, Zürich Weinbergstr. 17 Tel. 43.020 • Ein Versuch wird Sie Dberzeugen I A ^^