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E_1933_Zeitung_Nr.100

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10 AUTOMOBIL-REVUE, 1953

10 AUTOMOBIL-REVUE, 1953 - No 100 ELECIRO-PISTOL =!> patentamtU gischdtit d. h. Batterien, die von Fadi* leuten ais verbraucht und demnach wertlos erklärt wurden? Dann schicken Sie dieselben uns oder einem unserer Depositäre/ wir werden sie — falls keine mechanischen Fehler vor« handen sind — vermittelst «Acculight» regenerieren. Sie riskieren dabei nichts. Hufschmid 'S) Hofacher, # Bern Murtenst rasse Nr. 36 • Telephon Nr 20.030 WETZIKON liefert Ihnen als Spezialität innert 3 bis •4. \A/r>rhf»n Möbelkasten AUTOBESITZER! KALTE. UND WÄRMERISSE können nach dem „Kaltschweiss"-Verfahren Ut einer Stunde repariert werden. Ji. U.S4+*f^ Werke für Metallisierung Tel. 62.315 ZÜRICH Wir fabrizieren selber und bauen als Spezialität: Grosstanks (ür Benzin und Oel, Tankanlagen für Private wie für die Industrie, Depotanlagen, Tankwagen,, Säulen, Abfüllstationen etc. Eine reiche Erfahrung, erstklassige, refne Schweizerarbeif, wie interessante Preise sind typische Merkmale unseres Unternehmens. Lehmann & Cie. Zofingen Kesselschmiede auch wenn er so aussieht, ist kein Grund zum Verzweifeln er wird von uns wieder wie neu hergestellt. L. Chytil-Straub - Rorschach CHYRO Kühlerfabrik TEL.34.109 SCHWEISSEN SCHWIERIGER GUSSTUCKE unsere SPEZIALITÄT Würgler, Mann & Co., Zürich Albisrieden Maschinenfabrik niat$er ranze • • Gebr. Grell, Rheirif elden Spezialwerkstätte für Automobil-Zahnräder Telephon 99 VieruncizwanzigjährigeTätigkeit auf einem Spezialgebiet verlangt einerseits Liebe und Hingabe zum Beruf»verschafft andererseits reidie Erfahrungen. Wir haben beides — Ihre Wagen sind deshalb bei uns in fachkundigen Händen. eniiaions Auto-Garagen erstellt m zweck massiger und bestbewährter Ausführung nia en VE NT ILATORENFABRIK Wanner & Co. A.-G. v Horgen ist nach den neuen Vorschriften des Automobilgesetzes gebaut. Einbau von automatischen und Westinghouse- Bremsen Vwl. Sit Offarte u. R«f«renzan JoH. Knupp, St. Gallen-W KONSTRUKTIONS - WERKSTÄTTE Telephon 626 Verlag, Administration, Druck und Glicherie • HALLWAG A.-G Hailersche Buchdruckerei und Wafnersche Verlagsanstalt, Bern. Ein Beweis für die Qualität... erbringt Ihnen die Tatsache, dass. amerikanischen Automobil fabriken 66 «/„ aller AC-ZÜNDKERZEN als Original - Ausrüstung einbauen. Darunter befinden sich: Buick, Cadillac, Chevrolet, Chrysler. Dodge, Essex, La Salle, Packard, Pontiao usw.; bei den Europäer-Wagen: Ansaldo, Bugatti, Citroen, Talbot. Da die A C - Kerzen mehr den je verlangt werden, tun Sie gut daran, stets genügenden Vorrat zu haben, damit Sie die Wünsche Ihrer Kundschaft immer erfüllen können. General-Vertretung für die deutsche Schweiz und den Kanton Tessin: WEWERKA Spezlalhaus Tür Auto-Ersatzteil» ZÜRICH Tel. 41.626, Dufourstr. «4 BASELTel. 47.977, Leonhardstr. 34 BERN Tel. 28.600, Mühlemattstr. 62

Bern, Dienstag, 5. Dezember 1933 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 100 Weihnachten in unserer Zeit Festliche weisse Landschaft berettet dieses Jahr auf Weihnachten vor. Mit dem früh gefallenen Schnee hat sich auch jene alte, durch Tradition und Reichtum des Gefühls geheiligte Zeit der Vorweihnachts-Stimmung Wieder eingefunden. In dem frühen Dämmern des Abends beginnen Ahnungen vom Feste lebendig, zu werden, das dieser ganzen Jahreszeit unsterblichen Zauber verliehen hat. Die Kinder wissen es und die Erwachsenen glauben es zu wissen: an Weihnachten kommt das Märchen zu den Menschen. Jene zauberische Verwandlung, da ein überirdisch Uchter .Strahl aus den Himmeln in die Tiefe bricht und alle armen Wunden überdeckt — wie haben wir sie alle bitter nötig! Die Neunmalklugen und die Seelenkranken, die Berauschten ihrer eigenen Phrasen und die gierig Raffenden — diese ganze, in ihrem Innern aufgewühlte Menschheit unserer unbegreiflichen Zeit! Viele werden über das Märchen sich zum lachen zwingen — andere aber spüren, dass der Boden der Wirklichkeit in einem Masse zu wanken begonnen hat, das keine Hoffnung auf spätere neue Beruhigung mehr duldet. Das Wort vom «geistigen Umbruch unserer Zeit*, das ist in einer erschütternden Grosse wehr; wir gehen neuen Zielen entgegen und werden es zu dulden haben, mit in das Chaos, aus dem eine neue Welt erstehen so]}, Mneingerissen zu werden* Die Zeit i&t sä gross wie schwer, sie kennt nur eines nicht mehr, die satte, selbstverständliche ZttfHBdenheit. Jeder — auch der Letzte — bekommt in irgendeiner Form zu spüren, dass wir auf einer Schwelle stehen. In nie gekanntem Masse wird der suchende Blick zu ewigen^ Halten hingelenkt. Das Licht dieser kommenden Weihnacht wird über unendlicher Verwirrung, hier über Glück, dort über Not, aufgehen. Die Menschen wird es nicht bessern können. So schnell geht das nicht. Es kann ihnen nur tröstendes, mahnendes Zeichen dafür sein, dass jene Welt, der sie in so furchtbarer Weise entfremdet worden, näher als je gekommen ist. Aus der Krise unserer Zeit heraus beginnt man sie wieder zu ahnen — manchmal mit schmerzender Deutlichkeit. Unsere ganze Epoche ist ein einziges Weihnachten — wo tiefster Niedergang und unendlicher Irrtum in neuen Aufstieg übergeht. Die Kunde der Weihnacht ist im Ohr der modernen Menschheit gleich dem trostvollen Lied einer höheren Welt, eines besseren Lebens. Der Klang des Weihnachtsmärchens, das schwer von Bedeutung ist, wird auch das kommende Fest erfüllen. Die zarten Flammen die am Weihnachtsabend das tiefste Dunkel ertöten, sie müssen weiter brennen und sich ausbreiten — herrliches Licht der Zukunft in aller Not der Gegenwart! bo. Wardm Weihnachten? Von Hermann Aellen. Eine massige Frage! werden viele denken. Mit nichten! Das ist doch keine Selbstverständlichkeit, dass wir gehetzten Menschen der neuen Zeit doch immer noch die Müsse und Besinnung finden, um einen Abend im Jahre Christi Geburtstag beim Lichterbaum und in der friedsamen Beschaulichkeit einer stiUen Stunde im Familienkreise zu feiern, mit dem Herzen, nicht aus rechnendem Verstande. Oder freuen wir uns nur darum noch der Weihen dieser Nacht, weil es Gewohnheit ist, weil wir um nichts anderes seit der Kindheit wissen, weil es schon immer so war — und weil wir nur zu bequem sind, um an der bald 2000jährigen Ueberlieferung des Christentums zu rütteln? Nein doch! Ich glaube nicht daran, es wäre zu schmählich! Und ich habe Gründe für meine Gläubigkeit in die Menschen, die aus innerem Bedürfnis die alten Weihnachtsbräuche lieben und die Seele Feiertag halten lassen, wie immer schon. Denn ich überlege mir vor allem eines: man klagt so viel über die Aniireligiosität mmm Weihnachtswunsch Ich trage manch heimlich Wünschlein im Herzen, Sie bleiben Wünsche, ich werd' es verschmerzen; Doch wenn mir Knecht Ruprecht begegnen würde Mit seiner schweren Weihnachtsbürde, Ich sagt' es ihm offen ins Gesicht: Der alte Weihnachtsmann bist du nicht! Du stapfst so gewohnheitsverdrossen daher, Als ob das Schenken ein Mühwerk war. Deine Gaben sind lieb, deine Gaben sind fein — und die VeräuSserhchung unserer Zeit. Glaubt man aber, dass Weihnachten nur der Bibelund Dogmagläubige feiern kann und will? Die Hoffnung besteht: in jedem Menschen, mag er sich auch das ganze, betriebsame Jahr hindurch von schalen Lebensgenüssen betören lassen, wenn es weihnachtet, wenn er aus Kinderaugen Vorweihnachtsfreuden verräterisch erglänzen sieht, lebt alte Weihnachtserinnerung selig auf und will sie erneuern. Hand aufs Herz! Ist da einer, der sich seine Kindheitsfreuden am Lichterbaum trüben lassen will und seiner Familie grausam vorenthalten möchte, was er selbst zu tiefst einmal empfunden und Zeit seines Lebens als Gewinn bewahrt? Ich kann und kann nicht an solche Niedertracht des Denkens glauben. Weihebedürftige Menschen sind wir geblieben, mag es auch manchmal den Anschein haben, dass wir gesinnungsloser, unruhiger, oberflächlicher und genusssüchtiger geworden sind. In jedem denkenden Menschen, der nicht völlig sich selber verloren hat, muss die Weihnachisbotschaft «Friede auf Erden», das heisst doch auch 'Friede mit dir selbst», auf einen Abend wenigstens, nicht unberührt lassen. Ja, ich bin gar geneigt za glauben, dass, jemehr wir glauben, uns von den seelischen Von Alfred Huzsenbereer. 0, traf doch das Wunder mit dir herein! Du kannst nimmer spassen mit unsern Buben, Es fehlt dein Lachen in unsern Stuben. Was ist nur mit deinem Stern geschehn? Wir möchten ihn wieder strahlen sehn! Wir möchten uns freu'n zutiefst in der Seelen, Jedes Fenster müsst' es der Nacht erzählen, Dass Gott unsre kranke Zeit geheilt, Und dass ein Hauch allen Kummer zerteilt. Knecht Ruprecht — sag' es dem heiligen Kind, Wie bitter lang wir schon wartend sind! Weihnachtsfreuden der Jugendzelt zu entfernen, um so brennender der Wunsch in uns wird, noch einmal von Herzen mit den gläubigen Kindern am Lichterbaum stehen zu dürfen. Wir fürchten höchstens, dass wir Neunmalweise nicht mehr die Inbrunst des Gefühls aufbringen. Wir können nicht das ganze Jahr mit Weihegedanken herumgehen, wir schwachen, von Lebensnotwendigkeiten eingepferchten Menschen — würden wir es dennoch tun, gäbe es sicherlich eine üble Gewohnheit und kein Erleben. Stumpf werden muss, was sich verbohrt. Aber spitz und wach bleiben wird, was wir ersehnen! Und das Seltene ist noch immer wertvoller gewesen als das Tägliche! Einmal im Jahre aber kommt dieses Seltene, dieser einzige heilige und geheiligte Abend über uns. Und dann erleben wir ihn um so tiefer und inniger, weil wir um unsere Unruhe und unsere Sehnsucht nach einem Ruhepol in der Erscheinungen Flucht schmerzlich wissen oder doch ahnen, auch wenn wir uns täglich mit leeren, kleinen Freuden betrügen. Weihnacht-Feierstunde unserer Seele! Warum noch Weihnacht? Well wir mehr denn je heilsbedürftig sind und seelisch uns, ertüchtigen müssen, wollen wir das Kreuz unseres schwer gewordenen Erdenlebens durch weitere Jahre willig tragen. Weihnacht wird sein und Andacht vordem Lichterbaum kann nicht versinken, solange Kinder gläubig um uns sind und so lange es noch fühlende, liebende, sehnsüchtige Menschen gibt! Die Pelzstiefelchen Weihnachtserzählung von K. H. WaggerL*) Der Mann, dem diese seltsame Geschichte widerfuhr, hiess Josef Unrein. Es war am Heiligen Abend, kurz nach Einbruch der Dunkelheit. Josef ist Dienstmann, er hat den ganzen Tag über auf seinem Platz in der engen Gasse gestanden, in der bitteren Kälte und in dem grausam ziehenden Wind. Josef steht immer auf diesem Platz, seine fadenscheinige Gestalt gehört schon zum Ganzen des abseitigen Winkels der grossen Stadt,' und die Vorübergehenden beachten ihn längst nicht mehr. Die Leute im Viertel sind arm, sie schreiben keine zärtlichen Briefchen und schenken einander nichts. Am schlimmsten aber ist, dass Josef gar nicht für seinen Beruf taugt, weil er so hässlich ist. Die Mägde kreischen auf. wenn sie die Türe öffnen und die Fratze seines Gesichtes wie einen Spuk aus dem Dunkel kommen sehen. Josef hat freilich ein gutes Herz, aber das kann niemand sehen. Er bemüht sich, sanft und, leise zu sprechen, er zieht auch den Kopf ein und geht auf den Zehenspitzen, um den bösen Eindruck seinesr 'Gesichte 1 « eia wenig zu mildern. Aber das macht ihn mär noch furchtbarer, dieses demütige Flüstern und dieser schleichende Gang, es sieht aus, als plane er immer irgend etwas Schlimmes, ein Verbrechen von ausgesuchter Hinterlist. Nein, niemand mag mit diesem Dienstmann zu tun haben, die Frauen schlagen ihre Augen vor ihm nieder, wenn sie vorübergehen, und alle Hunde kläffen ihn an. Abends wäscht er Gläser in einer Bierstube. Er bekommt dafür eine Schüssel! mit warmem Essen und zuweilen erlaubt ihm der Kellner, unter dem breiten Schanktisch zu schlafen, auf dem Flaschenstroh, zwischen Kisten und Fässern. Nun, es ist Weihnacht, an diesem Abend gibt es nichts in der Schenke zu tun. Niemand setzt sich an so einem Abend zum Biertisch, es ist vielleicht überhaupt kein Mensch in der Welt so niedrig, dass er nicht irgendwo ein wenig Wärme fände, ein festliches Licht, und darum weiss Josef