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E_1934_Zeitung_Nr.002

E_1934_Zeitung_Nr.002

erfolgen kann, so wird

erfolgen kann, so wird der Ungeduld gleich hörbarer Ausdruck verliehen und es muss gut gehen, wenn es nicht noch eine schriftliche Reklamation absetzt. Wie in den beiden eingangs zitierten Artikeln festgestellt wurde, ist die jetzige Statistik deshalb als unvollständig anzusprechen, als die Inhaber von Triptyks und Freipässen nur anlasslich ihres ersten Grenzübertrittes registriert werden, währenddem diese Dokumente vielfach, zu zahlreichen Einreisen innerhalb ihrer Gültigkeitsdauer benutzt werden. Bei allen übrigen Zollausweisen erfolgt die Zählung bei jedem Uebertritt auf' Schweizergebiet. Das in unsern Spalten durch Verkehrsfachleute vertretene Postulat ging nun dahin, die Statistik so zu ergänzen, dass auch Triptyk- und Freipass-Inhaber gleich behandelt, d. h, bei jeder Einreise registriert würden. Demgegenüber macht die Zollverwaltung folgende Bedenken geltend: Für die bisher veröffentlichten Zahlen konnte die Oberzolldirektion jede Verantwortung übernehmen, indem diese auf kontrollierbaren Unterlagen beruhen, die sich in ihren Händen befinden. Da Triptyk und Freipass aber während ihrer Gültigkeitsdauer im Besitze des Inhabers bleiben und keinerlei Souchen abgetrennt, noch irgendwelche Eintragungen in den Registern der Grenzbureaux erfolgen, so müss ; hier die Statistik ausschliesslich auf Zählungen abstellen, welche die Grenzorgane einzeln zu machen hätten, ohne dass hiefür Kontrollbelege vorhanden wären. Damit würde die absolut wissenschaftliche Zuverlässigkeit der Zählung ebensowenig erreicht, wie beim jetzigen System. Im weiteren ist, abgesehen von der durch diese Sonderzählungen verursachten Mehrarbeit, die sich hauptsächlich an schönen Sonntagen, wo mehrere Tausend Fahrzeuge die Grenze wechseln, fühlbar machen muss, zu berücksichtigen, dass die damit verbundenen Eintragungen in hiefür geeignete Zähllisten doch wiederum Zeit beanspruchen, besonders dann, wenn solche im Bureau erfolgen miissten. Normalerweise können aber Triptykinhaber, die zu wiederholten Malen nach der Schweiz kommen, im Wagen sitzen bleiben und in wenigen Sekunden abgefertigt werden. Diese speditive Erledigung der Kontrolle wäre nicht mehrmögneh und Reklamationen aller Art wären ztt befürchten. In bezug auf die rein materielle Seite der Angelegenheit ist zudem zu sagen, dass die Statistik ja vor allem über den Touristenverkehr Aufschluss geben soll. Die Automobilisten, welche als Grenzanwohner oder als Geschäftsreisende regelrnässig in unser Land kommen, fallen nicht unter diese Gruppe und können daher sicher vernachlässigt werden, da sie für die Verkehrswerbung nicht in Frage kommen. Diese Kategorie von ausländischen Automobilisten benutzen nun mehrheitlich Freipass und Triptyk, also gerade die Ausweise, welche nicht analog erfasst werden wie die übrigen Zollpapiere. Grenzpassierscheinheft und provisorische Einreisekärte kommen ' fast ausschliesslich für die eigentlichen Autotouristen in Frage. Mit einer restlosen Erfassung aller Uebertritte mittels Triptyk und Freipass wäre den Kreisen, welche an der Statistik des Autotourismus ein Interesse haben, also gar nicht in erheblichem Masse besser gedient. Die Verkehrspropagända stellt sich ja auf die Touristen und Vergnügungsreisenden ein und fragt dagegen weniger nach den Automobilisten, die regelmässig, oft sogar täglich, aus rein geschäftlichen Gründen bei uns ein- und ausfahren. Wenn im übrigen von seiten der Oberzolldirektion eine Aenderung des bisherigen Zählungsmodus auf Grund einer' internationalen, Vereinbarung vorgeschlagen wurde, so deshalb,, weil erst dann die Möglichkeit besteht, die Ergebnisse unseres Reiseverkehrs mit denjenigen anderer Länder zu vergleichen. Zudem ist bei der Bewertung von Frequenzzifferri, die uns aus anderen Ländern zugehen, eine gewisse Vorsicht am Platze, indem die Erhebungen dort keineswegs etwa so durchwegs lückenlos und präzis gemacht werden, wie man dies auf Grund der jewei- Ien der Oeffentlichkeit übergebenen Zahlen etwa vermuten könnte. Oberzollinspektor Häusermann erklärte sich gerne bereit, den Wünschen und Interessen der Verkehrsverbände so weit wie möglich Rechnung zu tragen. Es soll daher in der Statistik künftig eine Unterteilung in den Ergebnissen stattfinden, indem einmal die Grenzanwohner von den eigentlichen Touristen getrennt aufgeführt werden. Dann wird versuchsweise die Zahl der Einreisen pro Triptyk ebenfalls zu erfassen gesucht, wobei diesen Angaben aber nur mehr die Bedeutung .einer Schätzung nicht einer absolut akkuraten Zählung zukommen können. Je nach den auf diese Weise erhältlichen Zahlen wird es sich dann zeigen, ob die Angaben für die Praxis verwendbar und für diese von besonderer Bedeutung sind. Schlüssendlich sei noch eine Berichtigung angebracht. Anlässlich unserer Unterredung erfuhren wir nämlich, dass die provisorische Einreisekarte ein von der Zollverwaltung geschaffener Ausweis ist. Er wurde erstmals nur im Genfer Grenzgebiet ausgegeben und kam zur Anwendung, als der französische Franken gegenüber der Schweizer Valuta sehr stark abfiel, weshalb es den französischen Automobilisten zu teuer erschien, die für einen ganzjährigen Ausweis geltenden Gebühren zu entrichten. Nach den bei Genf gemachten günstigen Erfahrungen erfolgte dann die Anwendung auf dem Gebiete der ganzen Eidgenossenschaft. Die ursprüngliche Gültigkeitsdauer von 3—5 Tagen wurde auf 10—£0 Tage verlängert. Die Einführung dieser Einreisekarte wurde durch die Verkehrszentrale sehr gefördert, doch gebührt das Lob, in dieser Sache die Initiative ergriffen zu haben, der Zollverwaltung. Ueber die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Inhaber der verschiedenen Ausweise konnte uns Herr Häusermann ebenfalls hoch einige interessante Angaben machen: Sie beträgt beim Triptyk 7—3 Tage, beim Grenzpassierscheinheft 8—9 Tage, bei der provisorischen Einreisekarte Jedoch nur 1,5—2 Tage. Diese Zahlen werden bei künftigen Schätzungen der wirtschaftlichen Bedeutung des Autotourismus für unser LäHä mit Vorteil Berücksichtigung finden. " " Es Ist erreicht! Als noch im Verlauf des letzten Jahres von bahnamtlicher Seite erklärt wurde, dass vor- 'äufig an eine Herabsetzung der Taxen für die Tunneltransporte nicht zu denken sei, musste man annehmen, dass die Erledigung dieser, von den Automobilisten so dringend verlangten Angelegenheit, noch lange auf sich warten lasse. Noch anfangs Dezember brachen wir an dieser Stelle eine Lanze für die endliche Herabsetzung der enorm hohen Transportkosten von Automobilen durch die Tunnels. Die Ueberraschung war deshalb um so grösser, als plötzlich von der schweizerischen Verkehrszentrale die Meldung an die Presse gelangte, dass die Tunneltaxen schon ab 1. Janauar 1934 ganz wesentlich gesenkt würden. Wir anerkennen restlos dieses grosse Entgegenkommen der SBB, das sich sicherlich dahin auswirken wird, dass die Frequenz im Autoverlad tn diesem Jahre sehr stark steigern wird. Wenn wir an die letzten Jahre zurückdenken, so sind die Frfolge in der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse besonders am Gotthard doch ganz bedeutend. Noch vor zwei, drei Jahren war man gezwungen, im Winter seinen Wagen schon in Erstfeld verladen zu AUTOMOBIL-REVUE 1934 — müssen, da7,u kamen die ganz unmöglichen urnerischen Sonntagsgebühren in Erstfeld und Göschenen; weiter die hohen Transportkosten der SBB und die relativ geringe Zugszahl, die für den Verlad zur Verfügung stand. Demgegenüber stellen wir nun fest, dass heute 1. die Gotthardstrasse den ganzen Winter bis nach Göschenen fahrbar ist; 2. die Sonntagsgebühren für den Verlad von Automobilen in Erstfeld und Göschenen dahingefallen sind; 3. die Gepäcksguttarife von Göschenen nach Airolo, die ja praktisch in erster Linie für den Verlad von Automobilen in Frage kamen, von Fr. 41.60 auf Fr. 25 herabgesetzt wurden; 4. eine grössere Zugszahl, als bis heute, für den Automobilverlad zur Verfügung steht. Mehr als 20 Jahre lang haben wir in der «Automobil-Revue > für die Erreichung all dieser Postulate gekämpft. Schon 1912 wurde vorgeschlagen, Einheitstaxen einzuführen, die z. B. für Motorräder 5 'Fr., für Kleinautos 10 Fr. und für grosse Wagen 20 Fr. betragen sollten. Dass heute diese Forderungen zu einem schönen Teil erfüllt sind, ist erfreulich konstatieren zu dürfen. Wie wir erfahren, sollen auch die Verladeeinrichtungen sowohl in Göschenen wie in Airolo erweitert werden. Besonders tn Zeiten grossen Verkehrs, wie z. B. an Ostern, zeigten die Rampenverhältnisse an den in Frage kommenden Bahnhöfen doch manche Mängel. Es ist anzunehmen, dass bei den gesenkten Tunneltaxen auch der Transport von Automobilen per Bahn im Sommer, also zu Zeiten, in denen die Strasse für den Fahrverkehr offen ist, bedeutend zunehmen werde. Besonders bei schlechtem Wetter wird sich der eine oder andere Automobilist doch entschliessen, seinen Wagen in Göschenen. resp. Airolo, zu verladen. im Monat November 1933 Die Neuerung hat uns auch einen Schritt einer ganzjährigen Nord-Süd-Verbindung näher gebracht, da es ja leider im Kanton Graubünden infolge einer gerade in heutiger Zeit unverständlichen Interessenpolitik noch nicht möglich war, eine ganzjährige fahrbare Nord- Süd-Verbindung zu schaffen. So tritt nun an diese Stelle, wenigstens aushilfsweise, doch die Gotthardroute. Sollten sogar noch weitere Erleichterungen bei dieser Route geschaffen werden können, so zweifeln wir nicht daran, dass die Möglichkeit besteht, überhaupt den grössten Teil des Nord-Sttd- Verkehrs auf die Gotthardlinie zu lenken. Etwas verspätet freilich kam die Senkung der Taxen am Gotthard. Wir glauben kaum, dass die Vereinigung « Pro Gotthardstrasse > ihre Anstrengungen für frühere Oeffnung des Passes, also zu mindestens auf Pfingsten, und für spätere Schliessung einstellen wird. Wäre die Taxensenkung z.B. vor 2 Jahren eingetreten, so wäre es doch fraglich gewesen, ob die genannte Vereinigung sich so energisch für eine möglichst lange Offenhaltung der Strasse eingesetzt hätte. Heute wird sie in diesen Bestrebungen kaum mehr nachlassen, so dass der grosse Pfmgstverkebr durch den Gotthard den SBB verloren gegangen sein dürfte. Es ist aber doch erfreulich, zu Beginn des Jahres feststellen zu dürfen, dass es in dter Schaffung von Erleichterungen bei tmsera autotouristischen Verhältnissen Schritt für Schritt vorwärts geht. Es wird unsere ganz besondere Sorge sein, an dieser Stelle darauf hinzuwirken, dass kein Stillstand eintritt, und dass zu dem schon erreichten noch ein mehrere's hinzukommt. Hoffen wir, dass die neue zielbewusste Leitung der schweizerischen Verkehrszentrale, zusammen mit den sämtlichen an der Hebung unseres Automobilyerkehrs interessierten Kreisen auch weiterhin von Erfolgen begleitet sei. Lr. Unser Motorfahrzeug-Aussenhandel Weiterhin schrumpfender Import und zunehmende Exportumsätze. Die Entwicklung unseres Aussenhandels weist für den Monat November. 1933 eine Befestigung auf gegenüber der vorjährigen Parallelperiode. Die Importe verzeichnen einen Rückgang um 92 000 Fr., während sich die Exporte um 198 000 Fr. erhöht haben. Der Mehrwert unserer Umsätze erreichte somit die Ziffer von 105 000 Fr. Unsere Importe sind von 612 auf 587 Einheiten zurückgegangen, dem wohl ein Mehrgewicht von rund 50 000 kg gegenübersteht, wogegen wertmässig ebenfalls ein Rückschlag (92 0O0 Franken) zu verzeichnen ist. An der Lieferung der im Monat November importierten 564 Automobile und Chassis waren die Vereinigten Staaten mit 178 (295), Frankreich mit 125 (98), Deutschland mit 111 (90), Grossbritannien mit 87 (30), Italien mit 60 (6l), Belgien mit 2 (2) und Oesterreich mit 1 (0) Einheiten beteiligt. Zu bemerken ist, dass sechs Automobile wieder in die. Schweiz eingeführt wurden (2 aus Deutschland und 4 aus Frankreich), die zur Reparatur in die entsprechenden Herkunftsländer geschickt worden waren. .Diese Fahrzeuge sind in den Einfuhrzahlen dieser Länder enthalten. Exportiert wurden 7 (4) Einheiten, die zusammen mit den Ersatzteilen ein Gewicht von 195 427 (92 073) kg und einem Wert von 1,02 gegen 0,82 Mill. Fr. entsprechen. Die einzelnen Zollkategorien verzeichnen für den Monat November folgende quotenmässige Beteiligung an den Importen and Exporten: Einfuhr Ausfuhr • 1933 1932 a 1.41% 2.15% b 0.09% 0.0D% e 7.96% 9.13% d 36.36% 41.72% e 22.55% 23.56% f 26.81% 20.17% g 0.19% 0.39% h — 0.004% i 0.22% 0.28% k 4.18% 2.47% 1 0.23% 0.03% 1933 1932 2.84% 0.008% 4.05% — 1.46% — 1.46% — 50.20% 43.00% 0.02% — 43.26% 51.94% 0.75% 1.01% Liste der Zollkategorien: a) Motor-Zwei- und Dreiräder, ohne Lederübe»" zug (Position 913 a); b) Motor-Zwei- und Dreiräder, mit Lederübewuf (Pos. 913 b); c) Automobile und Chassis im Stückgewicht tatter 800 kg (Poa 014 a); d) Automobile und Chassis im Stückgewicht scben 800 und 1200 kg (Pos. 914 b); e) Automobile und Chassis ino Stückgewicht echen 1200 und 1600 kz (Pos. 914 c); f) Automobile und Chassis im Stöckgewicht übe» 1600 kg (Pos. 914 d); g) Karosserien aller Art für Automobile (Porition 914 e); h) Elektrokarren (Pos. 914 f); i) Traktoren ohne Karosserie (Po«. 914 g); k) Elektrische Apparate 1 zum Anlassen, zur Zündung, zur Beleuchtung und Fahrsichemng fflf Motorfahrzeuge und Fahrräder, Scheibenwischer und andere Apparate, sowie Teile TOB solchen (Pos. 924 c); I) Kilometerzähler für Motorfahrzeuge fPosiHon 924 d); (Fortsetzung auf Seile 7.) das ja selber. Das genügt, um Sie vor die Gewehre zu stellen. Und Ihren Freund dazu! Sie können leugrien — Sie können gestehen — das ist alles ganz gleichgültig. Ihr Fall und der Ihres Freundes — das alles liegt so klar, dass wir gar keine Umstände machen werden!» «Bitte! Wenn Sie Ihr Vaterland dadurch zu retten glauben, dass Sie eine wehrlose 1 Frau und einen unschuldigen Mann hinmorden lassen — tun Sie es!» «Ich werde mfch nicht genieren!» Der Major Hess Mercedes in ihre Zelle zurückführen. Sie war ganz ruhig; die einzige Befürchtung, die sie hegte, war, dass man sie tage- und wochenlang mit Verhören quälen würde. Gegen Eberhard, das hatte sie aus den Worten des Majors deutlich herausgefühlt, hatte man keine Beweise. Konnte auch keine Beweise haben. Vielleicht erschossen sie ihn trotzdem. Aber von ihr würden sie nicht das geringste erfahren, das ihn belasten konnte. Man erzählte schauerliche Dinge von Torturen, die angewandt wurden, um Verdächtige zu einem Geständnis zu bewegen — vielleicht war etwas Wahres daran. Dieser Major hatte ausgesehen, als ob er vor der Folterung nicht zurückschrecken würde. Aber nichts, sollte sie beugen können — nichts gegen Eberhard über ihre Lippen kommen. Als Eberhard sich wieder in seiner Zelle befand, überlegte er. Hatte Mercedes wirklich nicht geleugnet, dass sie die gesuchte Spionin war? Möglich! Denn in dieser Frau war, seit er sie .kannte, eine grosse Gleichgültigkeit gegen das Leben gewesen. Diese Gleichgültigkeit hatte mit Heroismus nichts zu tun; sie entsprang einer Hoffnungslosigkeit, die ihr ein ruheloses Schicksal anerzogen hatte. Wenn sie zugab, Ata Bari zu sein, dann war sie rettungslos verloren, auch wenn man ihr nicht beweisen konnte, dass sie während ihres jetzigen Aufenthaltes in Paris oder während der Schweizer und Bukarester Zeit mit dem deutschen Generalstab in Verbindung gestanden hatte. Und wie stand es mit ihm? Einen Augenblick hatte er das Empfinden, als wäre es ein höchstes,, letztes Glück, zusammen mit Mercedes sterben zu dürfen. Aber so barmherzig waren die Franzosen nicht! Sie würden einander nie mehr sehen — nie mehr! Aber sterben, sterben — nicht mehr denken müssen! Was hielt ihn ab, dem Major zu sagen — «Machen Sie keine Umstände! Ich bin der deutsche Graf Hatzberg und habe Ihrer Nation Schaden getan, soviel ich konnte!» — Fürchtete er sich im tiefsten Innern doch vor dem Tode? Vor dem Ausgelöschtwerden? Nein — das war es nicht. Ganz gewiss nicht. Aber da kam immer der Gedanke wieder, dass sein Leben gar nicht ihm allein gehörte. Der Herr darüber hiess «Dienst! Pflicht!» Es galt den Versuch, sich zu retten. Freilich, — der Versuch würde zwecklos sein. Aber trotzdem! Eberhard hatte sich wieder auf die Holzpritsche geworfen; er fühlte sich vom Fieber geschüttelt, müde, hungrig. Es mochten bald sechsunddreissig Stunden sein, dass er keine Nahrung mehr zu sich genommen hatte. Vielleicht gehörte der Hunger zu den Mitteln, mit denen man Verdächtige zu einem Geständnis brachte. Man fand keine Beweise gegen ihn. Wäre auch nur das geringste vorhanden gewesen, der Major hätte es ihm hart auf hart vorgehalten. Aber wenn Mercedes zugegeben hatte, dass sie Ata Bari war, dann war er entweder ein Trottel oder ihr Mitschuldiger in den Augen des Richters. Und in diesem Zwei fel.sf alle war es sehr wahrscheinlich, dass man lieber an seine Mitschuld glaubte als an seine Dummheit. Wieder erlosch langsam das Feuer an der Decke; wieder kam die Nacht. Eberhard fror; er wickelte sich in die dünne Decke, obwohl sie sicher voller Ungeziefer war. Er sah Mercedes mit verbundenen Augen vor den Gewehrläufen stehen, hörte das Kommando, hörte die Schüsse krachen. Sie fiel, den schönen Körper von Kugeln zerrissen! Sie fiel für ihn. Niemand wusste um ihren Heldentod; niemand kümmerte sich darum. Kämpfenn im Dunkel, niemand gibt ihr den ehrenden Nachruf. Eine Leiche mehr in einem Massengrab, wenn sie nicht den Medizinern überliefert wird — im Dunkel jagte dies Leben —, die Nacht hat es eingeschluckt. Und ein armes, liebendes Herz ist von Stahlmantelgeschossen durchschlagen, zarte dunkle Augen sehen nie mehr das Licht und ein süsser Mund wird kein liebes Wort mehr sagen können! (Fortsetzung im sAutler-Feierabend».)

No 2 - 1934 Sportnachrichten Vor der XIII. intern. Sternfahrt nach Monte Carlo In zwei Wochen werden die Teilnehmer an der diesjährigen internationalen Sternfahrt nach Monte Carlo von allen Himmelsrichtungen Europas her dem berühmten Riviera-Kurort Monte Carlo entgegenstreben. Zum 13. Male findet diese grösste und zugleich schwierigste Sternfahrt in Europa statt, und es scheint geradezu, als wollte der grossartige Erfolg dieser neuen Veranstaltung das Wort über die Unglückszahl 13 Lügen strafen. Wie schon gemeldet, steht das Jahr 1934 mit der Rekordzahl von 161 Konkurrenten unerreicht da. Die Fahrer rekrutieren sich wieder aus aller Herren Länder. Die Engländer, denen dieser Rallye ganz besonders ans Herz gewachsen ist, sind selbstverständlich wieder besonders stark vertreten und schicken ihre besten Langstreckenspezialisten über den Kanal. Der Nennungserfolg der Monte Carlo- Fahrt darf als ein neues Zeichen für die grosse Popularität der sportlich-touristi- (Aero 1.500 cc.): 97. K.. Talsky (Praga (1.500 oc.); 101. Mme L. Schell-L. Schell (Delahaye); 126. H Stoffel (Peugeot 1.500 cc); 134. W. E. Belgrave-M T. Lacroze (M. G. 1.500 cc.); 145. A. Regresse (Citroen); 149. H. Marin (Mathis); 151. D. M. Healey (Triumph 1.500 cc.); 152. J. C. Ridley (Triumph 1.500 cc). Bukarest (16 Fahrer) via Jassy-Warschau-Prag- Strassburg, 3.772 km; am 20. Januar, 13 h. 52 bis 15 h. 07 : 19. G. E. Stott (Alvis); 40. C. Brown (Riley 1.500 cc.); 54. MUes Hustinx-des Forest (Peugeot 1.500 cc.); 56. E. Mutsaerts (Ford); 68. J. Blaivie (Pontiac); 88. R. Mathe-Dumaine (Essex- Terraplane); 95. V. Formanek (Aero 1.500 cc.); 103. Cdt A. Bsrlesco (Ford); 105. Ch. de Cortanze (Peugeot 1.500 cc.); 107. P. Bussienn« (Mathw); 116. H. Stenfeldt Hansen (Ford); 132. Curt Graf (Steyr); 137. A. Kurz-P, Kurz (Steyr); 144. J. Gauthier (8ar Citroen); 160. A. R. Prat-J. Boudot (Ford); 161. A. Joanidi (Lancia). Umea (24 Fahrer) via Stockholm-Kopenhagen- Hannover-Brüssel, 3.784 km; am 20. Januar, 13 h. 52 bis 14 h. 07: 8. Mme M. Mareuse-Mlle Gonnot (Peugeot 1.500 cc.); 12. Mlle E. Stackelber» (Hupmobile); 22. Mrs M. W. Stanton (Riley 1.500 cc); 26. N. Black (Hudson-Essex); 30. J. A. Tan Beeck Calkoen (Ford); 32. Miss D. C N. Champney AUTOMOBIL-REVUE Die Ausrüstung des Langstreckenfahrers, wie sie ein englischer Humorist den Teilnehmern an der Monte Carlo-Sternfahrt vorschlägt. Langstreckenfahrten gewertet werden, ^und auch so erhält der im letzten Oktober 'V"ifasste Beschluss der internationalen Sport- Kommission, in Zukunft auch die Sternfahrten im internationalen Sportkodex aufzunehmen, eine weitere Rechtfertigung. Die Verteilung der Fahrer auf die verschiedenen Startorte unterscheidet sich von der des letzten Jahres nicht wesentlich. Die neuartige Bestimmung, nach der die verschiedenen Strecken entsprechend ihrer Länge und ihrer Schwierigkeiten mit Punkten bewertet werden, hat sich somit bewährt und bringt eine gewisse Regelmässigkeit in die Folge der einzelnen Fahrten. Ihrer gewohnten Sympathien erfreuen sich die skandinavischen Startorte Umea und Stavanger sowie das estländische Tallinn und das schottische John o'Qroats. Auffallen muss, dass trotz den vielen Schwierigkeiten, die auf diesen Strecken jedesmal anzutreffen sind, wieder 25 Fahrer von Athen und 16 von Bukarest ausgehen. Beide Routen biev^-n jedes Jahr derartige Hindernisse, dass ,.ian alle jene Piloten, die sich trotzdem bis gegen den Balkan vorgewagt haben, nur bewundern kann. Wahrscheinlich werden es wieder nur wenige sein — wenn nicht überhaupt gar keine — die zur rechten Zeit in Monte Carlo einlaufen. An der diesjährigen monegaskischen Sternfahrt sind nicht weniger als 58 verschiedene Automarken vertreten. Ford steht mit 26 Wagen an der Spitze, an zweiter Stelle folgt Peugeot mit 11 Fahrzeugen, Riley schliesst sich mit 10, Triumph mit 7, Citroen mit 6 und M. G., Chrysler, Alvis und Singer mit je 5 Wagen an. Mit 4 Fahrzeugen sind Mathis und Hudson-Essex vertreten, mit 3 Hotchkiss, Lagonda und Chevrolet, mit 2 ! Amilcar, Bugatti. Delage, Mercedes, Fiat, Clement-Talbot, Sunbeam, Invicta, Rover, ^uto-Union, Auburn, D. K. W., Talbot, Delahaye, Pontiac, Aero, Austin, Renault, Steyr und Railton, und mit einem Fahrzeug Chenard, Studebaker, Aries, Praga, Lancia, Hupmobile, Frazer-Nash, N. A. 0., Buick, ' A. C. Itala, Salmson, B. M. W., Adler, Vale- Special, Z. Andre, Bentley, Standard, Dervy, Wolseley, Dodge, Alfa Romeo und Walter. Die meisten Fahrer haben sich bereits nach ihren weit entfernten Startorten aufgemacht und lernten auch schon die ersten Tücken der Witterung im Januar kennen. Starke Vereisungen der Strasse und hoher Schnee haben sich sehr hindernd auf das Fortkommen einzelner Konkurrenten ausgewirkt. Die vollständige Nennliste nach Startorten geordnet. Athen (25 Fahrer) via Belgrad - Wien - Strassburg, 3.786 km; am 20. Januar, 7 h. 21 bis 7 h. 46 • 4 Gas-Trevoux (Hotchkiss); 5. G. de Lavalette-H. Naas (Peugeot. 1.500 cc); 7. Dr J. J Sprenger van Eijk-A J Wieleman (Ford); 11. J H van der Meulen (Ford); 17. M. Chauvierre-Lanciano (Chenard-Walcker); 20. F de Ribetro Ferreira (Railton-Terraplane); 29. Lord de Clifford (Lagonda); 37 Jacques Bignam (Renault); 41 R. S. G. Riley-H Gardiner (Riley 1.500 cc); 47. van der Heyden-F Habnit (Studebaker); 49. K Bryde Jr (Austin); 51. Dr P. Sifflet- J. Franqueville (Aries)- 52. H. E. Symons-M. T). Scott (Hudson-Eßsex^l; 59. R Carriere-H. Avril (Peugeot 1.500 cc); 63. E. A. Chazel (Peugeot 1r w> (.(••>: 85. J W. Whalley (Ford): 96. B. Turek j i (Riley 1.500 cc.); 43. T. G. Griffiths (Riley 1-600 oc); 44. A. Sebag-Montefiore (Frazer Nash 1.500); 46. M. T. Minshall (Singer 1.500 cc); 48. Pr. Narischine-F. Theüusson (Pontiac); 62. E. Mary (Ford); 74. Mrs G. Molander (Chrysler); 91. R. Zetterlund (Ford); 92. L. Fallai (Ford); 93. F. Eck (Ford); 112. G. Malmquist (Chrysler); 125. C. Karlquist (Chevrolet); 127 V. Linders (Ford); 131. M. Klinke (N. A. G.); 146. A. Perrot (Delahaye) 147. K. W. Hole (Singer 1.500 cc); 153. J. Hobbs (Triumph 1500 cc.); 154. Miss M. Allan (Triumph 1.500 cc); 162. V. E. Borggild (Buick). Tallinn (21 Fahrer) via Warschau-Berlin-Brüssel-Paris, 3.780 km; am 20. Januar 10 h. 10 bis 10 h. 30: 1. M. Vasselle (Hotchkiss); 10. H. T. van Marken (Talbot); 14. H. Hechel-A. Kock (D. Frosfschufzscheiben ROYAL T Modell 1934 für Personen- und Vorte le: Schalter am Rahmen, abnehmbare Kabel, geringer Stromverbrauch, 100°/- Schweizer-Präzisionsarbeit. Die Kotflügel warner ROYAL sind Schweizer-Fabrikat Erhältlich in allen guten Garagen Bezugsquellennachweis durch Das Ausland als Beispiel: Befürwortern eine» durchgehenden Aushaus •unseres gesamten Strassennetzes vrird immer wieder entgegengehalten, die Strassen des Schweizerischen Mittelstandes befinden sich bereits in tadellosem Zustand. Di« beiden obigen Bilder zeigen, wie das Ausland uns auch auf dem Gebiet der Ueberlandstrassen zu überflügeln beginnt, von den Alpenstrassen schon ganz zu schweigen. Die obere Aufnahme zeigt, wie man im amerikanischen Staate Illinois das Problem der Kreuzungen gelöst hat. Das untere Bild vermittelt einen Ausschnitt von deT Autostraese bei Bonn in Deutschland. (c£i Patent angem \ Lastwagen Frostschutzscheiben ROYAL Q Modelle: 6od 12Volt:400mmX 100 mm 410mmX 170mm 12 Volt: 610 mm X 220 mm und Spez.-Geschäften den Fabrikanten : K.W. 1.500 cc); 21. P. Michez (Alfa Romeo); 42. T. A. Sangster (Riley 1.500 cc); 67. P. J. Glerum (Ford); 71. Miss C. Labouchere (Singer 1.500 cc); 84. A. Zimmermann (Auburn); 86. Miss E. M. Riddel-comtesse H. Moy (A. C.); 89. E. A. C. Cornelius- Strubben (D.K.W. 1.500 cc); 104. L. Goudard (Citro8n); 110. Malaret-Lavillaugonet (Talbot); 113. de Lodotechinkoff (Amilcar 1.500 cc); 115. Mlle G. Y. Luzeaux (Citroen); 117 L. Desloge (Peugeot 1.500 cc); 119. J. Beck jr (Triumph 1.500 cc); 130. H. Mefferth-H. Vogt (Auto Union 1.500); 133. R. Schirtner (Itala); 139. Ing. P. Hiska (Essex Terraplane); 143. L. Westen Doll (Chrysler); 156. U. Frank Rosenthal-R. Graf von Platen (B.M.W. 1.500 cc). Stavanger (19 Fahrer) via Oslo-Kopenhagen- Hannover-Brüssel, 3.700 km; am 20. Januar, 9 h. 20 bis 9 h. 38 : 2. Mme G. RouauH-J. Quinlin (Salmson 1.500 cc); 15. F. S. Barnes (Singer 1.500 cc); 23. Odd Berg (Riley 1.500 cc); 27. Mmes M. Leblanc-M. J. Narinovitch (Peugeot 1.500 cc); 28. J A. Thoenes (Rover); 38. 0. W. Johannessen-Teig Olsen (Chevrolet); 50. Ole Berner (Adler 1500 cc); 57. C. Lahaye-R. Quatresous (Renault); 65. J. C. S. Nyenbandring de Boer-N. Went (Ford); 72. Mlle I. Darre Brandt (Chrysler); 73. P. Bergan-Cederwall Larsen (Austin); 76. C. J. Kingsley Scott (Triumph 1.500 cc); 114. J. Vial-D. Porthault (Hotchkiss); 120. R. Husem-H. Larsen (Fiat 1.500 cc); 129 P. Ruth-Paasche (Ford); 148. C. Hansberger (Mathis); 157 A. Deston (Z. 1.500 cc); 158. Mme Rusken Lassen (Chevrolet); 159. Nany (Peugeot 1.500 cc). John O'Groal* (25 Fahrer) via London-Boulogne-Nantes-Toulouse; 3.382 km; am 20. Januar, 23 h. 07 bis 23 h. 31 : 9. Maj. D. E. M. Douglas Morris (Invicta 1.500); 18. S. C. R. Davis (Railton Terraplane); 24. S. Gootnick (Mercedes); 25. J. Kingston-Whittaker (M. G.), 31. G. R. Brocklebank (M. G.); 35. Miss F. Taylour (Rover); 39. R. R. Pelham-Burn (Riley); 45. W. P. Maidens (Riley); 53. D. E. Harris (Singer); 55. Ch. J. Yoyce (Clement Talbot); 58. R. P. Gardner (Lagonda); 60. J. A. Driskell (Ford); 61. D. H. Murray (Delage); 66 R. C. Porter (Andre V. 6); 69. Maj. und Mrs. Montague-Johnstone (Triumph); 70. C. B. Morgan (Vale Special); 75. J. A. G. Howarth (Riley); 83. F. H. Winter (Alvis); 87. L. Martin (Clement Talbot); 99. A. C. Scott (Bentley); 102. 3. H. Light (Standard S S); 111 H. R. G. Howard (M. G.); 123. T. V G. Selby (Chrysler); 124. J. Charterg (Lagonda); 136. Cpt. F E. Nord (Mercedes-Benz). Aberdeen (3 Fahrer) via London-Boulogne-Nantes-Toulouse; 2.990 km; am 21 Januar, 8 h. 55 bis 8 h. 57 : 6. Squ. Ldr. J. Fullerton (Sunbeam); 33. A. N. Clintock (M. G. 1.500 cc); 135. W. A. Scott Brown (Alvis 1 500 cc). Valencia (10 Fahrer) via Lissabon-Sevilla-Bayonne. 2.986 km; am 21. Jan., 10" h. 11 bis 10 h. 20: 34. V Santo d'Andrade (Ford): 77. M Accarie-B Gregoire (Amilcar 1.500 cc); 79. Mrs G. M. Stewart (Derby); 94. "C. Schade (Wolsley); 100. H. Knapp (Walter); 121. R. Blanc (Bugatti); 138 Doi na M. de Noronha la Caze (Mathis); 140. J. Vilar Freitas (Ford); 141 B. de Souza Amorira (Ford). 142. G. Coulhurst-Holroy (Ford). Glasaow (1 Fahrer) via London-Boulogne-Nan-