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E_1934_Zeitung_Nr.010

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6 AUTOMOBIL-REVUE

6 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N» 10 Luftfahrt Zeppelindienst 1934. Wie die Hamburg- Amerika-Linie mitteilt, ist soeben der Fahrplan für den Zeppelindienst nach Südamerika endgültig festgelegt worden. Die erste Abfahrt von Friedrichshafen wird danach am Sonnabend, den 26. Mai erfolgen. Am 31. Mai soll das Luftschiff in diesem Jahr seine erste Fahrt von Rio de Janeiro nach Deutschland antreten. Dieser ersten Rundreise werden zunächst in vierwöchigem Abstand zwei weitere Fahrten erfolgen, bis am 21. Juli der Fahrplan zu einem 14tägigen Dienst erweitert wird. Während der Monate August/Oktober wird jeden zweiten Sonnabend eine Zeppelinverbindung von Europa nach Südamerika und jeden zweiten Donnerstag von Südamerika nach Europa bestehen. Zwischen Rio de Janeiro und Buenos Aires wird die Syndicato Condor Ltda im unmittelbaren Anschluss an das Luftschiff einen Sonderflugdienst durchführen. K.K. Das Luftrennen England-Australien. Für das zum 100jährigen Jubiläum des Staates Victoria am 20. Oktober zur Durchführung gelangende Flugzeugrennen England-Australien gibt der organisierende englische Königliche Aeroclub soeben nähere Reglementsbestimmungen bekannt. Die Konkurrenz wird in zwei Formen ausgetragen, als reines Geschwindigkeitsrennen und als Handicap- Rennen. An beiden Konkurrenzen dürfen die Teilnehmer eine Gesamtreisezeit von 16 Tagen nicht überschreiten. Der Wert der von Sir MacPherson Robertson gestifteten Preise beträgt 15,000 Pfund. Der Sieger der Geschwindigkeitskonkurrenz hat Anrecht auf 10,000 Pfund und einen goldenen Becher im Wert von 500 Pfund Sterling, der Sieger des Handicap-Rennens auf 2000 Pfund Sterling. Die Konkurrenzen stehen Teilnehmern jeder Nation und mit irgendwelchen Flugzeugen offen, sofern die reglementarischen Bestimmungen erfüllt werden. Vorgeschriebene Landeplätze und Kontrollstellen sind Bagdad, Calcutta, Singapur, Darvin und Charleville. Die Bewertung in der Handicap-Konkurrenz geschieht nach der Formel: worin L die Nutzlast, W das Fluggewicht, P die Maximalleistung des Motors, A den Flächeninhalt bedeuten. Bei der Berechnung der Geschwindigkeit wird die reine Flugzeit zwischen den Kontrollstellen in Anrechnung gebracht, so dass den Konkurrenten beliebig viel Zeit zur Nachprüfung ihrer Maschinen auf den Zwangslandeplätzen zur Verfügung steht. Das Reglement gestattet das Tanken in der Luft und den Nachtflug, wenn die Maschine dazu entsprechend ausgerüstet ist. Allgemein umfasst die vorgeschriebene Ausrüstung u. a. Schwimmgürtel für die gesamte Besatzung und Nahrungmittel für mindestens drei Tage. Von bekannten Grossen haben sich bis jetzt zur Teilnahme das Ehepaar Mollison, Capt. Percival, Neville Stack, Jones, Cathcart, Mercendale, Nelson, Kingsford-Smith, Wiley Post, Roscoe Turner, Weddell, Doolittle und James Hazlip angemeldet. -s. Schwingungsdämpfer gegen Flügelbrüche. Als Ursache von Unfällen neuer Schnellflugzeuge wurden in den letzten Monaten auffallend häufig Flügelbrüche festgestellt, die ihrerseits durch Flattersehwmgungen ausgelöst worden waren. In zahlreichen Fällen traten dabei die Flügelschwingungen so überraschend und stark auf, dass die Katastrophe nicht mehr vermieden werden konnte. Mehr als bisher wird sich deshalb die Wissenschaft mit der Bekämpfung dieser Erscheinungen zu befassen haben. Die Vornahme von Verstärkungen führt, wie es die Erfahrungen aus andern Gebieten erwarten Hessen, nicht immer zum Ziel, indem dadurch die Schwingung lediglich in einen andern Geschwindigkeitsbereich verschoben wird. Eine Lösung, die mehr Aussicht auf vollständige Beseitigung der Schwingungsgefahr zu bieten scheint, besteht in der Anwendung besonderer Schwingungsdämpfer, wie sie ähnliph im Automobilbau auch zur Vernichtung von Kurbelwellenschwingungen und zur Verbesserung der Fahreigenschaften Verwendung finden. Gleichzeitig müsste der starre Anschluss und Aufbau des Flügels eventuell aufgelockert werden. -s. Sicherung des Kanal-Flugverkehrs durch Kurzwellen. Das königl. britische Luftfahrtministerium hat _ in Gemeinschaft mit - dem französischen eirien Kurzwellen-Funkbetrieb zwischen den Flughäfen in Lympne und St. Inglebert eingerichtet, der am 25. Januar 1934 eröffnet wurde und die Sicherheit des Verkehrs über den Kanal, besonders auch für Privatflugzeuge, bedeutend erhöht. Diese hatten bisher meistens keine Funkeinrichtungen und konnten daher bei Notlandungen keine Hilfe herbeirufen. Die Aus- Das dreimotorige Expre&s-Postfhigzeug « Postjäger », das, von einer holländischen Sportflugaeugfabrik gebaut, für einen neuen Schnellpostverkehr Europa-Indien bestimmt war, nach einem ersten Indienflug, auf dem es über 300 km/St. Durchschnittsgeschwindigkeit erreichte, nun aber anscheinend wieder zurückgezogen wurde. (Photo « Interavia ».) rüstung mit der neuen Kurzwelleneinrichtung lässt sich bequem durchführen. Die ausgestrahlte Energie ist kleiner als die einer Taschenlaterne. Die Antenne ist nicht länger als 1 Zoll bei einer Wellenlänge von 17,5 cm, welche zur Zeit die kürzeste ist. die im Geschäftsverkehr Verwendung findet. Die von der Standard-Mikrowellenanlage gesandten Signale werden von einer besonderen Ultra-Kurzwellenröhre in Schwingungen umgewandelt, durch eine Reflektoranlage in einen dünnen Strahl zusammengezogen und dem Empfänger zugeblinkt. Diese unsichtbaren Strahlen sind von Wettereinflüssen unabhängig und können nur von den in ihrer Richtung liegenden Apparaten empfangen werden, welche entsprechend gebaut sind. Die beiden Stationen liegen in Sichtweite von einander und beherrschen den Kanal. Beide sind mit Fernschreibern ausgerüstet, welche die drahtlosen Nachrichten gleichlautend verzeichnen. Temperatur-Umkehr der Atmosphäre. Seit zwei Jahren führt der Wetterdienst der Vereinigten Staaten in enger Zusammenarbeit mit den Piloten der Luftverkehrsgesellschaft United Air Lines die Erforschung der Temperaturverhältnisse in grösseren Höhen durch. Normalerweise nimmt die Temperatur der Atmosphäre mit zunehmender Höhe ab, und zwar bis zu einer Höhe von ca. 4000 Meter um je 0,5 Grad C pro 100 Meter. Nun wurde wiederholt die Beobachtung gemacht, dass die Temperatur mit der Höhe erheblich anstieg; so kam es z. B. vor, dass in Chicago die Temperatur am Boden —11 Grad C, in 1370 Meter Höhe jedoch +3 Grad C betrug. AehnHche Erscheinungen über die Temperaturumkehr wurden in verschiedenen andern Teilen des Landes festgestellt. Die Piloten der United Air Lines suchen in der kalten Jahreszeit bei ihren Flügen auf der transkontinentalen Strecke die in den grösseren Höhen vorhandenen warmen Luftschichten auf. Neuer Entfernungsrekord in Vorbereitung. Die Inhaber des Entfernungsweltrekordes, die Franzosen Rossi und Codos, scheinen einen neuen Angriff auf ihren eigenen Rekord von 9106 km vorzubereiten. Das Rekordflugzeug Bleriot 110 hat in der Zelle Abänderungen erfahren und einen stärkeren Hispano-Motor erhalten und soll für die Zeit des Vollmondes im Monat Februar für einen Flug in Richtung Südamerikas bereit sein. Italienische Flugzeugfabrik in China ? Wie aus Schanghai gemeldet wird, empfing der chinesiche Kriegsminister den italienischen Major Bernardi, der im Auftrag der italienischen Flugzeugwerke Caproni reist, um mit der chinesischen Regierung über die Errichtung einer italienischen Flugzeugfabrik in China zu verhandeln. + Sommerflugplan 1934. Für den Sommerflugplan 1934, der am 1. Mai in Kraft tritt, sind im internationalen Luftverkehr grundlegende Verbesserungen vorgesehen. Die beiden grossen Durc gangslinien Genf—Bern—"Zürich—Stuttgart—Berlin (Swissair/Luftharusa) und Zürich—Basel—Mannheim—Frankfurt—Köln—Amsterdam (Swissair/Lufthansa), die bisher mit einer Reisegeschwindigkeit von ca. 165 km/Std. betrieben wurden, sollen wesentlich verschnellert werden, und zwar auf ca. 235 km/Std. durch den Einsatz grösserer, konfortabler und schnellerer Flugzeuge. Die Reisezeit Zürich—Berlin wird z. B. nur noch 3 Std. 40 Min. im Gegensatz zu 5 Std. 10 Min. betragen. Von Basel nach Amsterdam wird man nur noch 3 Std. 35 Min. brauchen, bisher waren es &% Stunden. ' ACHTUNG! Neue konstruierte hydr.-pneumat. Autoheber von 3—10 Tonnen, Modell T; ferner Kompressor-Anlagen (vollautomatisch) für Garagen, Spritzwerke und sämtl. Industriezwecke, liefert zu billigem Preis. HUPMOBILE, Coupe, 6 Zyl., 2/4-PL, Fr. 2600.— Verlangen Sie deshalb heute noch Spezial-Offerte FIAT 514, 4türig, Fr. 2200.- von den Fabrikanten. 11083 FIAT 503, Limousine, 2 Reserveräder, Hintertüre, Gebr. 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N° 10 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE Verkehrsprobleme der Stadt Zürich. Auf Einladung des Zürcher Verkehrsvereins sprach letzten Freitagabend in der «Schmidstube» der Vorstand des Bauwesens I, Stadtrat Baumann, über obiges Thema. Im Zusammenhang mit der von uns veröffentlichten Abhandlung in Nr. 6 der «Automobil-Revue» (Das Auto in der Stadt Zürich) vermittelt das Expose des Vortragenden ein klares und übersichtliches Bild von der stadtzürcherischen Strassenbaupolitik, speziell im Hinblick auf die dem Auto im Verkehrsleben der Stadt zukommende Rolle. Seit etwa 20 Jahren sind die Strassen Zürichs in einer planmässigen Umgestaltung begriffen, die auf weite Sicht berechnet, vor allem durch die veränderte Technik des Verkehrs zu einer dringenden Notwendigkeit geworden ist. Im Jahr 1905 zählte man 114 Autos und 60 Motorvelos, 1932 dagegen 8954 Autos, oder 81mal mehr, und 2187 Motorräder, oder 36mal mehr. Diesen Verkehr durch Polizeiposten regeln zu wollen, wäre aussichtslos. Die Anforderungen entstehen aus der Natur der Sache. Bei diesem Problem handelt es sich also um etwas Naturnotwendiges, weshalb man auch nicht darum herum kommt, den motorisierten Verkehr zu regeln. Vorerst ging der Referent auf die Strassen in der City ein. Auf Grund eingehender Untersuchungen beträgt die schmälste Fahrbahnbreite für Einbahnverkehr 3,65 m. Die zweite normale Strassenbreite ist diejenige von 6 m, welche bereits einen Verkehr in zwei Richtungen erlaubt. Als weitere Stufe ist diejenige von 8,50 m zu betrachten, d.h. die dreispurige Fahrbahn mit Abstellstreifen oder mittlerer Vorfahrbahn. Die Norm für die stadtzürcherischen Hauptverkehrslinien schreibt eine Breite von minimal 11 m vor, wobei in die Mitte der Fahrbahn die Geleise der Strassenbahn verlegt werden können, so "iss ausserhalb der Tramlinie noch zwei Greifen von je 3,50 m zur Verfügung stehen. Der Referent warnt vor der Anlage zu schmaler Strassen, wobei er auf das Beispiel der Bahnhofstrasse verweist, welche früher oder später beidseitig um je 50 cm verbreitert werden muss. Im weitern kam der Referent auf die zweite Kategorie der vom Strassenbauprogramm erfassten Verkehrslinien, auf die Ausfallstrassen, zu sprechen; so soll die Seestrasse durch den Ausbau der Mythenquaistrasse entlastet werden. Durch diese Linie (Quaibrücke, Mythenquai, Gelände der Züga, seeseitig der S. B. B. bis Bahnübergang Wollishofen) können die unhaltbaren Zustände am Bahnübergang Wollishofen beseitigt werden, indem nach Erstellung dieser Strasse 75 bis 80 Prozent der Wagen die direkte Stadtroute benützen. Nach dem Ausbauprofil der Mythenquaistrasse ist eine Fahrbahnbreite von 8,50 m vorgesehen mit je zwei 1,5 m breiten Radfahrerstreifen (rechter Streifen stadtwärtiger Verkehr, linker Streifen stadtauswärts). Ueberdies ist durch einen Grünstreifen, 7,5 m von der Fahrbahn getrennt, die Erstellung eines seeseitig gelegenen Fussgängerweges geplant. Richtung Sihltal soll ein neuer Strassenzug Brunau, Höcklerbrücke, Maneggbrücke nach Adliswil erstellt werden. Dem Stadtrat dürfte der ganze Ausbau auf einmal, bei einer Breite von 8,5 m, beantragt werden. Die Birmensdorferstrasse, als weitere Ausfallstrasse, ist zurzeit zum Teil ausgebaut. Das gleiche gilt für die Badenerstrasse wie auch für die Hardturm-Industriestrasse, über welche der zweitstärkste Verkehr der Schweiz rollt. Unbefriedigend ist hingegen der Ausbau der Strasse über Höngg am rechtserjgen Limmathanggebiet. Ihr Ausbau kommt sehr teuer zu stehen und wird noch einige Geduld erfordern. Zum grossen Teil vollwertig ausgebaut sind auch Schaffhauser-, Universitäts- und Winterthurerstrasse, während die Strasse nach Affoltern ins Glatt-Tal zum Teil noch einiger Ergänzungen bedarf. Als heikles Problem ist die Hauptausfallstrasse nach dem rechten Seeufer zu bezeichnen, wozu die Bellerivestrasse vorgesehen ist, indem Mühlebachstrasse wie Dufourstrasse dafür nicht geeignet sind. Ihre Totalbreite soll in Zukunft 12 m betragen, doch besteht einstweilen für die Anstösser kein Grund zur Beunruhigung. Zu mehr als der Hälfte dürften dennoch die Ausfallstrassen ausgebaut sein. Zurückkommend auf die Strassenverhältnisse in der Stadt erinnerte der Referent daran, dass die sich aus diesen ergebenden Schwierigkeiten sehr bedeutende seien. In der inneren Stadt gibt vor allem das Problem der Verbindung zwischen Bahnhof und See zu denken, wo bereits drei Strassen vorhanden sind, keine aber auch nur annähernd den Bedürfnissen zu entsprechen vermag; speziell wird der Limmatquai streckenweise verbreitert und neu bebaut werden müssen. Bei diesem Strassenzug sind verschiedene alte Gebäulichkeiten zu schützen. Die Niederlegung des Wasserhauses hinter dem Helmhaus würde die Durchführung des Personenverkehrs durch die Helmhaushalle ermöglichen und zugleich die Wasserkirche besser in Erscheinung treten lassen. Linksseitig der Limmat müssen «Meise» und «Schipfe» erhalten bleiben, wogegen eine Verbreiterung der Storchengasse beabsichtigt ist. Wichtiger ist hingegen die Idee der Aufhebung des Schanzengrabens, um an dessen Stelle bis zum Bahnhof eine Strasse zu erstellen. Was das Projekt der Untertunneilung des Lindenhofes anbetrifft, dürfte dies kaum zur Ausführung gelangen, da man wegen der Ueberbauung der Uraniastrasse noch nicht durchwegs einig ist. Neben diesen Strassenzügen ist aber auch an die Querverbindungen der City zu denken. Unter diesen beabsichtigt die Stadt die grosszügige Linienführung von der Sihlbrücke über die Uraniabrücke nach dem Zähringerplatz und unter Durchbrechung verschiedener Häusergruppen zum Heimplatz auszuführen. Der Regierungsrat hat jedoch das Projekt abgelehnt, weil zu wenig Rücksicht auf Privatinteressen genommen worden sei, was im Stadthaus aber nicht als stichhaltig angesehen werde. Bedeutende und zum Teil sehr schwierig zu lösende Aufgaben stellen verschiedene Plätze. Während der Paradeplatz heute ziemlich den Ansprüchen genügt, kann dies beim Bahnhofplatz nicht behauptet werden, doch hängt hier eine durchgreifende Sanierung von den endgültigen S. B. B.-Bahnhof-Umbauprojekten ab. Im Studium begriffen ist die Regelung der Verkehrsverhältnisse am Leonhardsplatz, welcher entweder mehr in den Berg hinein, oder auf die Limmat hinaus verlegt werden soll. Dem Bürkliplatz glaubt der Referent eine gute Note verleihen zu können. In nächster Zeit sollen Bellevue- und Escher- Wyss-Platz in Angriff genommen werden, für die verschiedene Projekte vorliegen. Dass derartige Umbauten nicht nur Zeit, sondern auch Geld kosten, braucht kaum mehr des nähern erörtert zu werden. Für den Bau, die Erhaltung und Reinigung der Strassen gibt Zürich jährlich im Durchschnitt 8 bis 9 Mill. Fr. aus. Daran werden vom Kanton vergütet 1,681 Mill. Fr., und zwar 1,034 Mill. Fr. aus Motorfahrzeuggebühren, 150 000 Fr. für Neubauten und 493 000 Fr. für Umbauten; das sind rund 15 Prozent der Gesamtausgaben. Stadtrat Baumann betonte, dass die Stadt die im neuen Verkehrsgesetz des Kantons Zürich vorgesehene Kürzung der Beiträge nicht ohne weiteres hinnehmen könne. Sie werde sich deshalb zur Wehr setzen und hoffe, erhebliche Aenderungen im Gesetzesentwurf noch durchbringen zu können. Wenn alles nichts helfen sollte, sähe sich die Stadt genötigt, ihr Strassenbauprogramm zu reduzieren. Zum Schluss bemerkte der Referent, dass kein Projekt in der Stadt Zürich zur Verwirklichung gelange, ohne dass dasselbe den Verkehrsverbänden vorgelegt worden sei. In der Diskussion beleuchtete Polizeiadjunkt Hartmarin die Strassenverkehrspolitik speziell vom Standpunkt seines Interessengebietes aus, indem er die Strasse heute als das spezielle Arbeitsfeld der Polizei bezeichnet, so dass diese an der Regelung der Verkehrsverhältnisse einen wohllegitimierten Anspruch habe. Im weitern kamen verschiedene Auffassungen und Wünsche der Fussgänger und Automobilisten zum Wort, so z.B. die Fragen der Parkierungsplätze und der Strassenbeleuchtung. - my. Zur Lage der Motorwagenindustrie. Wir haben schon vor Monaten auf den Rückgang in der Zahl der polizeilich angemeldeten Lastwagen schweizerischer Konstruktion und auf die unabwendbar gewordenen Betriebseinschränkungen in einheimischen Fabriken hingewiesen. Der Geschäftsgang hat sich seither derart verschlechtert, dass in einzelnen Werkstätten nur noch 25—36 Stunden in der Woche gearbeitet werden kann, und dass ein Abbau der Arbeitslöhne unumgänglich zu sein scheint. Was ein weiterer Niedergang unserer Motorwagenindustrie für die Betriebe, für die betroffenen Arbeiter und ihre Familien, aber auch für den öffentlichen Haushalt bedeuten würde, sollte auch von denjenigen erkannt werden, die selber weitgehend auf die Solidarität der einheimischen Abnehmerschaft angewiesen sind. So haben, wie uns mitgeteilt wird, einheimische Mostereien und Obstverwertungsgenossenschaften in den letzten Monaten und in einer Reihe von Fällen Lastwagen fremdländischer Fabrikation angeschafft, ebenso Betriebe anderer Branchen, deren Existenzfähigkeit heute völlig vom Inlandmarkt abhängig ist. Muss es uns noch viel schlechter gehen, bis wir zur Einsicht kommen, dass ein momentaner materieller Vorteil oft gleichbedeutend ist mit dauernder Schädigung anderer