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E_1934_Zeitung_Nr.096

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10 AUTOMOBIL-REVUfc 1954

10 AUTOMOBIL-REVUfc 1954 Tatra-Lizenz für Frankreich. Wie wir hören, haben die französischen Automobil- und Flugmotoren-Wefke Dietrich-Lorraine die Lizenz für den Bau des neuesten 8-Zylinder- Tatra-Typs erworben. Die Produktionsaufnahme wird spätestens Anfang 1935 erfolgen. Importhaus, Schweizer Vertretung grosser amerikanischer Fabriken von Autoölen ganz erstklassiger Marken, mit zahlreicher Kundschaft im Kanton Bern, sucht in BERN- STADT einen 11140 nydraulische Bremse mit Servoapparat. Durch einfachen Anbau eines Servoapparates lässt sich auch jede hydraulische Bremse in eine Servobremse umwandeln, wie das die untenstehende Skizze zeigt. Eine diesbezügliche Konstruktion war an der Olympiaschau Der mit dem Hauptbremszylinder kombinierte Unterdruck-Servoapparat. zu sehen. Normalerweise sind allerdings bei hydraulischen Bremsen die Kraftübertragungsverluste so gering, dass man auch ohne Servokraft auskommt. Die Kombination hydraulische Bremse Servoapparat dürfte also mehr nur für Schwerfahrzeuge in Frage kommen. -y- Versuche mit Butan als Brennstoff für Explosionsmotoren. Butan — C4H10 — ist ein Kohlenwasserstoff, welcher seit Jahren als Nebenprodukt in der amerikanischen Petroleumfabrikation bekannt ist und bis vor kurzem keine rechte Verwendung gefunden hat. Endlich gelang es Butan mit ca. 20 % Propan — C3H8 — einem andern Kohlenwasserstoff, gemischt für ortfeste Motoren verwendbar zu machen und bald darauf auch im Lastwagenbetrieb Eingang zu verschaffen Besonders die niedrigen Preise dieses Brennmaterials haben ihm dann rasch eine feste Kundschaft erworben. Allerdings wird mit dem zunehmenden Absatz auch der Preis wieder steigen, inzwischen hat sich jedoch gezeigt, dass dieser Betriebsstoff andere Vorteile gegenüber Benzin aufzuweisen hat und zwar verträgt es ohne zu klopfen wesentlich höhere Kompressionsverhältnisse und vergast viel leichter, so dass auch bei kaltem Motor das « Auswaschen » der Zylinderlaufflächen nicht eintreten kann. In der kalifornischen Universität hat man eine längere Reihe von Versuchen mit der Butan-Propan-Octan-Mischung gemacht, die im amerianischen Handel als wasserhelle, geruchlose Flüssigkeit zu haben ist. Diese Altbewährtes Schweizer fabrikar sicher bis-20°C. gebrauchsfertig Tr.1.20 per Liter tüchtigen Verkäufer der bei der. Automobil-Kundschaft gut eingeführt ist. — Durch direkte Reklame wird die Tätigkeit unterstiifzt; dank der vorzüglichen Qualität der Produkte Zukunftsstelle. Detaill. Offerten unt. Chiffre 14643 an die Automobil-Revue, Bern. Junger Mann der soeben eine Automobilfachschule besucht hat, sucht Stelle als Volontär in einer Garage, wo er sich weiter ausbilden und die deutsche Sprache erlernen könnte. 65515 Off. an Andrä Cuendet, Lehrer, Ciarens (Waadt). Versuche haben den Beweis erbracht, dass der neue Betriebsstoff in den meisten Fällen dem gewöhnlichen Benzin, welches keine Beimischungen zur Verbesserung der Klopffestigkeit enthält, überlegen ist. Va. des FaftavevsE Ein alter, ewig junger Rat. Lässt man den Wagen irgendwo stehen, so soll immer nicht nur die Handbremse gut angezogen, sondern auch ein kleiner Gang eingeschaltet werden, damit der Wagen nicht wegrollen kann, wenn sich — was ziemlich oft vorkommt — die Handbremse von selbst löst. -at- Die Zentralschmierung muss gereinigt werden ! Wenigstens drei- bis viermal im Jahre sollte man daran denken, die Zentralschmierung seines Wagens einer gründlichen Reinigung zu unterziehen. Es ist das eine ganz leichte Arbeit, die sich tausendfach lohnt, weil man dann sicher sein kann, dass alle SchmierstelJen richtig mit Oel versorgt werden, dass sie also nicht trocken laufen und Schaden nehmen können. Man nimmt diese Reinigung zweckmässig dann vor, wenn gerade einmal der Oelbehälter der Zentralschmierung leer geworden ist. Man füllt in diesem Falle den Behälter mit Petroleum voll und betätigt nun den Druckknopf mit dem Fuss so lange, bis alles Petroleum verbraucht ist. Zwischendurch überzeugt man sich, ob an allen Schmierstellen auch wirklich das Petroleum sauber und klar heraustropft. Erscheint an einer Schmierstelle kein Petroleum, so ist die zugehörige Leitung verstopft, man muss sie ausbauen, um sie mit Hilfe eines feinen Drahtes zu säubern. Erscheint aber an allen Schmierstellen Petroleum, dann kann man den Oelbehälter wieder mit Oel füllen. Der Druckknopf wird dann so-lange betätigt, bis aus den Schmierstellen reines Oel heraustronft. Und damit ist die ganze Arbeit beendet. -J- Das Gedächtnis auf dem Lenkrad. Es soll Menschen geben, deren Gedächtnis nur in Notizen besteht und die restlos alles vergessen, was sie nicht niederschreiben können. Ihnen, aber auch zahlreichen anderen Fahrern, dürfte der rechts skizzierte, am Lenkrad anklammerbare Notizblock gute Dienste leisten, der kürzlich in England patentiert wurde. Gerade in der kälteren Jahreszeit knöpft man nicht gerne Mantel und Rock auf, um zum Notizbuch zu gelangen, wenn i einen ein Geistesblitz durchzuckt. Mit Block ohne weiteres hinsehen kann, für grosste Sauberkeit sorgen : Unter der Haube! Gerade hier sollte man besonders sorgsam alles reinigen. Denn schliesslich ist der Motor und alles, was damit zusammenhängt, die Seele des Wagens. Und weiter kann der gerade hier sich ansammelnde Oelschmutz nicht nur die Ursache sein zu allen möglichen Störungen, er kann sogar zur Vernichtung des ganzen Wagens führen, wenn ein an sich harmloser Vergaserbrand ausbricht. Grösste Sauberkeit unter der Haube ist daher geboten l Wie aber bekommt man den « Oelfilm» am besten weg? Mit Waschbenzin. Aber Vorsicht damit, allergrösste Vorsieh'. Nicht nur weil Benzin, das mit der Gummiisolierung der elektrischen Kabel in Berührung kommt, diese langsam aber sicher zerstört; es kann sogar leicht zu einem Wagenbrand führen. Ohne dass man es merkt, ist oft ein Kabel defekt. Kommt es dann durch die Bewegungen beim Reinigen einem Metallteil zu nahe, kann Kurzschluss entstehen und ein Funken überspringen, der das Waschbenzin entzündet. Auch durch einen Reinigungspinsel, dessen Borsten in Blech gefasst sind, kann «Schluss» herbeigeführt werden, der vielleicht katastrophale Folgen hat. Wenn man unter der Haube mit Waschbenzin arbeiten will, ist es deshalb immer ratsam, vorher d'e Batterie abzuhängen. dieif «Auto-Bücherschau 1933», ein Nachschlagewerk für die im Jahre 1033 über den Automobilismus herausgegebenen deutschsprachigen Neuerscheinungen (mit Einschluss einiger der Motorverkehrswirtschaft verwandter Gebiete wie Treibstoffe, Strassenbau, Verkehrsfragen, Karten usw.), im Auftrag des Reichsverbandes der Automobilmdustrie E. V. zusammengestellt von Dr. E. W. Böhme (-RDA), Berlin, Verlag Klasing & Co., G.m.b.H., 1934, 56 S., gr. 8°, RM. 2.—. Soeben bringt der RDA eine sog. Autobücberschau 1933 heraus, die in handlicher Buchform zusammengestellt vom Bibliothekar des RDA, Dr. E. W. iBöhme, verlegt von Klasing & Co., das nützliche Nachschlagwerk für den Autofabrikanten, IngenieuT, Händler. Rechtswissenschaftler, Brennstoff-Chemiker, Fachjournälisten darstellt. Volkstümlich-propagandistische Reisebücher sind in der Broschüre von Dr. Böhme ebenso aufgeführt wie die Werbeschriften, die Atlanten, die Landkarten- Systeme der grossen Gummi- oder Brennstoffkonzerne, •wissenschaftliches, ebenso wie technisches, statistisches, sportliches oder handelspolitisches Material. Klare Uebersicht des Inhaltsverzeichnisses ermöglicht es, ohne Zeitverlust jenes Druckwerk und seine Bezugsmöslichkeit zu ermitteln, das gewünscht wird. Diese .Fachbibliographie wird jährlich fortgesetzt werden und damit Praktikern und Wissenschaftlern laufende Unter- «tützunr ihrer Arbeiten bieten. frastsdnutz rfntmtacinChem. Fabrik PARAA.G. Rapperswil, (Zeh.-See) TelephonH2 Junger, strebsamer Bursche sucht eine Lehrstelle in Autogarage als Auto- Mechaniker Der Eintritt könnte im Frühjahr 1935 erfolgen. Zürich wird bevorzugt. Offerten unter Chiffre 85544 an die Automobil-Revue. Bern. Zu verkaufen ein fabrikneuer Lastwagen, 3 T.,Fordson mit 3-Seiten-Wirz-Kippung, sofort abzugeben. J. Beble's Erben, Wetzikon. Telephon 978.267. Zu verkaufen Chrysler Modell 1931, Limousine, 4türfe, 16 PS, in sehr gutem Zustand. — Zu besichtigen bei Gross-Garage, Schaffhauserstrasse 116, Zürich 6. 65513 Zu verkaufen O.M. gutgepflegter Wagen, mit neuen Seitenteilen u. auswechselbarer Brücke. Ev. käme als Gegengeschäft neuerer FORD in Frage, Mod. 33/34 oder 34/35 oder Lieferung von jeder Gattung Schlachtvieh. Offerten unter Chiffre 65481 an die Automobil-Revue, Bern, Zu verkaufen 1 LIEFERUNGSWAGEN. IX—2 Tonnen 11088 OPEL mit grosser Brücke, 13 PS, mit 4-Radbremse etc., in prima Zustand, billig abzugeben. — .Ebenso 1 Zweirad- Anhänger 4 Tonnen, mit Simplexräder 38*7, automatischer Bremse etc. Würden an Zahlung für einen Teil Kohlen oder Eisen nehmen. — Offerten unter Chiffre 14626 an die Automobil-Revue. Bern. Pracht. Occaslon Inf. Nichtgebr. zu verkaufen prächt. Automobil NASH Innenlenker, 5 Plätze, Zustand wie neu, Modell 1931/32, 8 Zylinder, Doppelzündg., Zentralschmierung, 24 PS. 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Eine praktische Neuheit: der auf dem Lenkrad anklammerbare Notizblock. und Bleistift auf dem Lenkrad dagegen lassen sich auch noch im Schnellzugstempo Gedanken verewigen — wenn vielleicht auch nur in Form von Kreuzchen (deren Bedeutung man dann vergisst oder im Jenseits wiedererkennt). Warum also nicht? Schliesslich kann man sich ja anch noch vor Antritt der Fahrt das Endziel aufschreiben, wenn man gar zu vergesslich ist. -at- Ziindkerzenrelngung durch Sandstrahl. Die amerikanischen Tank- und Service-Stationen suchen sich bekanntlich ihre Kunden mit allen möglichen kleinen Hilfeleistungen warm zu halten. Das Qratis-Auffüllen des Kühlers, Abwischen der Windschutzscheibe, Pneuaufpumpen und andere kleine « coups de main » gehören schon lange zu den Selbstverständlichkeiten. Als neueste, sehr angenehm empfundene Gratiszugabe bieten nun manche Service-Stationen eine rasche Zündkerzenreinigung mit einem Sandstrahlgebläse an. Während der Kunde darauf wartet, dass der Benzintank aufgefüllt oder das Chassis abgeschmiert wird, hat sich ein dienstbarer Geist schon der Zündkerzen bemächtigt, die nun Stück für Stück einem Sandstahl ausgesetzt werden. Nach vollzogener Prozedur, die nur einige Minuten dauert, ist das Gesicht der Kerzen wieder so blank und sauber wie neu und wenige geschickte Handgriffe biegen auch noch die Elektroden auf den korrekten Abstand. Kurzsichtige Händler könnten glauben, dass durch diesen Kundendienst der Zündkerzenverkauf zurückgehen müsse. Das Gegenteil ist der Fall, denn praktisch wird gerade die erhöhte den Kerzen zugewandte Aufmerksamkeit häufiger als sonst zum Ersatz zweifelhafter Kerzen veranlassen, -th- Vorslcht bei der Relnigunt des Motors. Ein Fahrer, der seinen Wagen liebt und der auch wirklich Ordnung kennt, begnügt sich nicht, ihn äusserlich strahlend blank zu putzen, er wird auch dort, wo man nicht parfait etat, batterie, pneus neufs. Prix fr. 3000.- Limousine, 6 Zyl., 11 PS, 65528 Mlle de Tavel, St-Sulpice (Vaud). neu, 1934, mit 6 Monaten Garantie, weg. vorgerückter Saison. Preis gegen Per Zufall zu verkaufen umständehalber ein LASTWAGEN-CHASSIS, erste europ. Marke, 4 Tonnen Tragkraft, Rohöl-Motor, 23 PS, neuestes Modell, bar Fr. 6000.—. Dreiseiten-Wirzkipper, 3pl. Kabine, absolut fabrikneu, ungefähren, Brennstoffverbr. 20 1 per 100 km, Offerten gefl. unt. Chiffre 14644 an die m '° wird weit unter Katalogpreis abgegeben mit event. Automobil-Revue. Bern. Zahlungserleichterungen. Sehr günstige Gelegenheit für Transportunternehmen, Baugeschäfte etc. etc. — Schriftliche Offerten unter Chiffre 65531 an die Automobil-Revue, Bern. Zu verkaufen Chevrolet Limousine Zu verkaufen! 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Bern, Dienstag, 27.November 1934 III. Blatt der „Automobil-Revue" No.96 10 Gebote für den Automobilisten Kleiner Autoknigge mit umgekehrten Vorzeichen. I. Das Lenkrad mit beiden Händen zu halten, ist ein typisches Anfängerzeichen. Setze dich diesem Verdacht nicht aus! Sehr dekorativ ist es, die nicht gebrauchte Hand lässig aus dem Wagen baumeln zu lassen. Motorräder fahren sich bekanntlich am besten freihändig. II. Die Hupe sei deiner besonders intensiven Benutzung empfohlen. Sie ist dazu da. Am zweckmässigsten bedient man sie, wenn man sie kurz, aber energisch 5—6 mal hintereinander ertönen lässt. Dadurch vermeidest du die Gefahr, von Bekannten übersehen zu werden. Es empfiehlt sich ferner, dem Polizisten bei «Halt» durch dies abgehackte Signalgeben eine ernsthafte Rüge für seine boshafte Verkehrsbehinderung zu erteilen. Schliesslich willst du doch als gewissenhafter Mensch pünktlich beim Jass sein. III. Kleine improvisierte Landstrassen rennen sind einer der Hauptreize des Automobilismus. Mit 4 PS unter der Haube kan man ganz gut die Wettfahrt mit einem 4-Liter-Achtzylinder aufnehmen. Die moralische Unterstützung gibt dir das Beispiel von David und Goliath. Solltest du einen Chauffeur haben, so muss diese Regel das A und 0 seiner Dienstanweisung sein İV. Gelingt es dir ausnahmsweise nicht, den vor dir liegenden Sportwagen zu überholen, so lass wenigstens die hinter dir liegende Super-Maschine nicht vorbei. Die Strasse in ihrer vollen Breite dient dem Verkehr. Besser, dein Hintermann schluckt Stunden lang deinen Staub als du 2 Minuten den des Ueberholers. Kommt er trotzdem an dir vorbei, so mache deinem Unmut über diese Landstrassenflegelei kräftig Luft V. Kameradschaft der Landstrasse ist eine oberfaule Angelegenheit. Wer seinen Wagen nicht bedienen kann, wer zu wenig Benzin mitgenommen hat, wer am Baum oder im Graben gelandet ist — dem geschieht nur recht, und es liegt kein Grund vor, für solche Ignoranten Zeit und Mühe zu opfern. Aus pädagogischen Erwägungen empfiehlt es sich, im Vorbeifahren ein höhnisches Gesicht zu machen oder missbilligend den Kopf zu schütteln. Du verlangst ja auch keine Hilfe, wenn du mal eine Panne hast. Oder doch? VI. Die lästigen Verkehrsvorschriften straft man am besten mit Nichtachtung. Wo sollte es hinführen, wenn du all die vielen Schilder und Warnungstafeln beachten wolltest! Insbesondere die weltabgeschlossenen Insassen der Krankenhäuser und Schulen sind hocherfreut, wenn du durch fröhliches Hupen ein Zeichen der Aussenwelt zu ihnen dringen lässt Die Magd des Jürgen Doskocil. Roman von Ernst Wiechert (Fortsetzung aus dem Hauptblatt) «Was vergessen?» fragte er leise. Einen Augenblick knickte die Gestalt vor ihm zusammen. Dann deckte sie beide Hände vor das Gesicht und versuchte, sich mit einem jähen Sprung in das Dunkel zu werfen. Aber Jürgens Hand Hess nicht los. «Man muss dich in den Strom hängen», sagte er, «dass du abkühlst. Oder einen Ring durch die Nase wie beim Bullen auf der Domäne ... das nächste Mal, Freundchen, behältst du kein Glied ganz, verstanden?» Und er gab ihm einen Fusstritt, dass er aus dem Schacht des Lichtes wie in einen Abgrund stürzte. Hinter den fliehenden Füssen schloss das Schweigen sich wieder zu, und erst nach einer Weile, vom Dorfende her, erklang der Pfiff auf zwei Fingern, den Jürgen kannte. Er starrte in die Schwärze hinein, die sich gespalten zu haben schien, und von dort auf das rötliche Fenster, das wehrlos in der ungeheuren Nacht leuchtete. Einmal wird es der Richtige sein, dachte er noch, bevor er ins Haus ging. VII. Wagenpflege überlass ruhig den Pedanten, die auch darin zeigen, dass sie Menschen zweiter Klasse sind. Fingerdick muss der Dreck auf Kotflügeln und Motorhaube liegen, auch die Schutzscheibe muss von Spritzern überkrustet sein. Daran sieht man, dass du viel fährst. Durch den Sektor des Scheibenwischers siehst du immer noch genug. Man soll es deinem Wagen anmerken, dass er viele Tausend schwerer Kilometer hinter sich hat. Die ganze Stadt wird dich bewundern, wenn du einem solchem Wagen in ebenso schmutzigem Trenchcoat entsteigst, um in der eleganten Bar bei einem Flip nebenbei zu erzählen, gestern Abend in Paris sei es in der Moulin Rouge genau so langweilig gewesen. Caracciola wird platzen, wenn er dich sieht! Vergiss aber nicht, nach dem Aussteigen den etwas schwankenden Gang anzunehmen, wie du ihn bei Seeleuten und Automobilisten nach langer Fahrt oft gesehen hast. VIII. Bei Picknicks und Wochenendfahrten schimpfst du entweder über die unerträgliche Hitze oder die schauderhafte Kälte. Ist das Hotel, in dem du einkehrst, modern, so bemerkst du treffend, du seist nicht aus der Großstadt gekommen, um dich von demselben abgestandenen Komfort langweilen zu lassen. Ist es einfach eingerichtet, so hast du erst recht Grund zur Kritik, denn schliesslich willst du dich am Wochenende erholen und nicht über die kleinen Alltäglichkeiten des Lebens ärgern. IX. Autos bezahlen tun nur die Pedanten. Der Autohändler kann froh sein, dass er überhaupt einen Wagen weniger in seinem überfüllten Lager hat. Welche Reklame ausserdem, wenn du seine Marke fährst! Eigentlich müsste er noch Geld zugeben. Drängt der kleinliche Manichäer aber doch auf Bezahlung, so verkaufst du die lächerliche Klamotte einfach weiter; das tust du um so lieber, als du ja sowieso auf das neu herausgekommene hellblaue 8-Zylinder-Supersport- Kabriolett ein Auge geworfen hattest. Die Methode ist bewährt und unbedingt zuverlässig, an neuen Modellen fehlt es ja Gott sei Dank nicht. X. Die Grossen des Volants sind ausnahmslos deine Duzfreunde. Wenn du irgendeine Anekdote von «Karratsch» hörst oder liest, so hast du sie zufällig gerade miterlebt. Chiron hat sich die erdenklichste Mühe gegeben, dich für den Rennsport grossen Stils zu gewinnen. Wenn du freilich' wolltest!... aber wozu? Eine müde Geste mit der Hand drückt Genialität und Interesselosigkeit hinreichend aus. Hans Stuck hat dir einen rührenden Dankesbrief geschrieben, weil er deinen Tips für die Kurventechnik seinen Sieg im Grossen Preis der Schweiz ver- Ob sie Freundschaften im Dorf habe, fragte er nach dem Essen. Sie sah ihn verwundert au. Nein, sie habe keine Freundschaften. Sie gehe einkaufen, spreche ein paar Worte mit dem Krugwirt und komme zurück. «Sei vorsichtig», sagte er nach einer Weile, als er schon an einem neuen Netz knüpfte. «Verschliesse das Haus, wenn ich auf dem Wasser bin... sie sind hier wie die Stiere ...» Sie erwiderte nichts, aber als er lange danach aus dem Schatten seiner Brauen auf sie blickte, war sie errötet und das Blut stand noch unter ihren Haarwurzeln. Die Veränderung ihres Gesichts traf ihn gleich dem schweren Stoss einer Woge und wusch die schützende Decke von seiner dumpfen Verschlossenheit. Er erzitterte bis in die schweren Hände hinein, die an den Maschen des Netzes arbeiteten. Er sah ihren geneigten Scheitel und .sah, dass sie wie eine Heilige in der Armut seines Hauses und seines Lebens war. .Streicheln müsste man sie', dachte er, .streicheln, wie über eines Kindes Haupt... aber sie würde glauben, dass auch ich... ein schmutziges Wort habe ich gesagt ... von den Stieren...' Er stand schnell auf und hängte das Netz an den Holzpflock in der Balkenwand. Der Regen schlug an das Fenster. «Gut ist es für den Acker», sagte er, «warm wird das Korn liegen, wie bei einer Mutter.» «Ja», sagte sie, ohne aufzusehen. Er gine noch einmal vor das Haus, stand dankt. Nur musst du dich hüten, mit jemand zusammenzutreffen, der Stuck oder Caracciola oder Chiron wirklich kennt. Befolgst du diese Gebote gewissenhaft, so glaubst du vielleicht Anspruch darauf erheben zu dürfen, als Ueber- oder Edelautomobilist angesehen zu werden. Bedenke aber stets, dass sie nur für dich Geltung haben. Richten sich gewöhnliche Automobilisten danach, so musst du ihr Verhalten als anmassend, flegelhaft, snobistisch, kurzerhand als unerträglich bezeichnen.- Der reichste Kaufmann des Mittelalters «Einem tapferen Herzen ist nichts unmögliche Jacques Cceur Im Herzen Frankreichs, in dem entzückenden alten Bourges, dessen gotische Kathedrale in jeder Kunstgeschichte einen Ehrenplatz einnimmt, steht ein stattliches Schloss aus dem XV. Jahrhundert: das Palais Jacques Coeur. Darin lässt der französische Staat zur Zeit bedeutende Instandsetzungsarbeiten vornehmen- Wer war der Mann, der nicht einmal den Adelstitel in seinem Wappen trägt und dennoch vor 500 Jahren einen solchen Palast sich erbauen konnte? Vor dem Eingang zum Palais steht ein Denkmal. Es zeigt ihn im langen fallenden Gewände des Kreuzfahrers, das Schwert zur Seite, den Turban auf dem Kopfe. Die Haltung ist wahrhaft königlich, überlegen und zugleich gelassen. Die Augen scheinen die Welt zu umspannen, Mund und Kinn drücken sichere Energie aus. Der Adel einer seiner Kräfte bewussten Persönlichkeit, eines Renaissance-Menschen vor der Renaissance, liegt über dem Gesicht. Welches Schicksal hatte dieser heute fast unbekannte Mensch des Mittelalters? Der Beherrscher der Welt. Der Franzose Jacques Coeur war einmal — nur durch eigenes Können — der reichste Mann seiner Zeit. Der grösste Kaufmann des Mittelalters, von dem in seiner Heimat, dem Berry, das Wort umging: «Der König tut, was er kann — Jacques Coeur, was er will.» Der Kaufmann Jacques Coeur hatte mehr Angestellte, als der König von Frankreich Soldaten. Seine sieben Schiffe brachten Waren nach drei Erdteilen, sie landeten in den Häfen Frankreichs, Kataloniens, Italiens, Englands, Afrikas und Asiens. Er besass Blei-, Kupfer- und Silber-Bergwerke, mehr als dreissig Güter, zwei Häuser in Paris, zwei in Tours, sechs in Lyon, zahlreiche andere in anderen Städten Frankreichs Sein Palais in Bourges, das jetzt als «Monument historique» unter staatlichem Schutz steht, übertraf an Eleganz das Louvre in Paris und die königlichen Residenzen. Der König von Frankreich war in der Hand dieses Mannes, den er zu seinem Finanzminister ernannte und von dem er privaten Kredit aufnehmen musste, um seine Kriege weiterführen zu können. Der Aufstieg. Dieser Mann, Jacques Coeur, hat einen ebenso ungewöhnlichen Aufstieg wie Absturz im Dunkel des kleinen Hofplatzes und lauschte hinaus. Der Regen fiel in sein Haar und baute eine rauschende Wand um sein Gesicht. Das letzte Licht erlosch im Dorf. Er glaubte Schritte zu hören, ein atemloses Schleichen um das Haus, aber es war sein Blut, das zum Herzen floss. Niemand war da, nur der leise Ton, mit dem die 'Erde den Regen trank. So war es gewesen, wenn das Kind getrunken hatte, das nicht sein eigen gewesen war und das nun lange unter der Erde lag. Tropfen rannen nun wohl über den kleinen Sarg, langsam und dunkel wie in seinen Adern. Schön musste es sein, ein Kind zu haben, ein Hilfloses, um das man die Hände legen könnte... Er' erwachte erst, als die Tropfen aus seinem Haar über die Wangen flössen, umkreiste noch einmal das Haus, schlug ein heimliches Zeichen nach allen vier Winden und ging dann in seine Kammer. Bevor er sich niederlegte, verschloss er die Tür und hängte den Schlüssel unter den alten Kupferstich, den sein Grossvater erworben hatte und der Petri Fischzug darstellte. Von diesem Abend ab blieb der Regen über dem Land. Nebel stand über den Wäldern, und die Erde floss über, so dass der dunkle Strom nicht als ein Abgrund, sondern als eine Brücke erschien. Das Sommergetreide verdarb, auf den Winteräckern stand dunkles Wasser, die Kartoffeln begannen zu Aufstieg und Absturz von Jacques Coeur. erlebt. Er ist 1395 in Bourges als Sohn eines wohlhabenden Pelzhändlers geboren, erhält eine sorgsame Erziehung in der Absicht, ihn zum Geistlichen auszubilden, wendet sich aber weltlichen Geschäften zu, obwohl er bereits Titel und Rechte eines Klerikers trägt. 23 Jahre alt, heiratet er. Neun Jahre später, im Dienste eines Münzers, begeht er eine Unregelmässigkeit: Er lässt bei der Münzherstellung das Edelmetall unter der vorgeschriebenen Mindestmenge beimischen, wird verurteilt, aber gegen Zahlung einer Geldstrafe von weiterer Verfolgung freigesprochen. Von diesem Zeitpunkt an beginnt der phantastische Aufstieg von Jacques Coeur. «Wenn ein Mann, der sich einmal eine Verfehlung hat zuschulden lassen kommen, sich wiederaufrichtet» — so schreibt einer seiner Biographen, M. Dufey — «so wird er grösser, indem er aus seinen Fehlern lernt.» Bereits im Jahre 1432 unternimmt Jacques Coeur einen kaufmännischen Eroberungszug in die Levante, gründet eine Handelsniederlassung in Damaskus, die erste französische Firma im Orient, und errichtet nach seiner Rückkehr eine Filiale in Montpellier, denen weitere in Marseille, Tours, Bourges und anderen Städten folgen- « Le petlt roi de Bourges.» Drei Jahre später muss der unglückliche Karl VII., König von Frankreich, vor den Engländern nach Bourges flüchten, dem letzten Zufluchtsort, der ihm geblieben ist. Um sich die Hilfe von Jacques Coeur zu sichern, ernennt er ihn zum Leiter der Münze von Bourges und Paris. Jacques Coeur, der «kleine König von Bourges», wie ihn seine Warmereguüerun Preis 24r/28*-Fr faulen, ehe sie in die Keller kamen. Aus den ertrinkenden Wohnungen der Erde stand das Getier auf und floh in die Scheunen der Menschen, wo es die ärmlichen Vorräte zerstörte. Zuerst standen die Menschen vor ihren Türen, sahen nach den Wolken und warteten. Dann sah man sie um die Mittagszeit auf den Feldern stehen, die Hand in eine Garbe stecken, eine triefende Kartoffelstaude aus der Erde ziehen. Und dann blieben die Dörfer schweigend, dunkel, tot. Die Krähen sammelten sich in den welkenden Bäumen über den Höfen, ein Hund strich über die Felder und kratzte die letzten Mäuse aus ihren Löchern. Es war, als sei der Regen bitter und vergiftet. Nicht nur wuchs das Moos auf den feuchten Dächern, nicht nur. bedeckten sich die Eggen und Pflüge, die noch immer wartend,auf den Feldern standen, mit Rost, sondern auch in die Seele der Menschen frass sich langsam und zerstörend der erste Hauch des kommenden Schicksals ein. Garben verschwanden von den Feldern, Kartoffeläcker wurden des Nachts von Unbekannten geerntet. Speicherschlösser wurden mit Gewalt geöffnet, und an den frühen Abenden hob sich mitunter der Lärm eines Streites, der Hass einer Schlägerei über das dunkle Dorf, vom Heulen der Weiber, vom Gebell der Hunde begleitet (Fortsetzung folgt.)