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E_1935_Zeitung_Nr.008

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16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE .1935 - N°8 DIE NEUE SKI-MODE Die Ski-Mode wird timgekrempelt. Unser Bild zeigt ein Modell, bestehend aus wp.isser Flanellhose und «Contre de Rocher»-Jacke. dreissig Jahren (Aus der Automobil-Revue 1906.) Automobilistische Perspektiven. (Au« einem Vortrag «Tätigkeit und Aufgaben eines Automobil-Verbandes.) — «... Vor wenigen Jahren fuhren wir auf unsern Wagen noch als Sportsleute. Wir hätten uns dania.ls nicht träumen lassen, dass binnen wenigen Jahren das Automobil sich die ganze Welt erobern •nürde. Ja, wir stehen heute mitten in der wichtigsten Epoche des Automobilismus, im Zeitpunkte, wo das Automobil als zuverlässige Präzisionsmaschine seinen Triumphzug ins praktische Leben unturnommen hat. Und nicht mehr als reiner Sportgegenstand kommt das Automobil zu uns, nein, a'.ß praktischer Wagen des Handels, der Industrie, des Verkehrs. Der heutige Handelsmann hat gelernt, welche eminenten Vorteile ihm der Kraftwagen zu bieten vermag, er steht im Begriff, seine Pferde durch Automobile zu ersetzen, welche ihn zu seinen Kunden bringen, welche seinen Runden die Waren ins Haus senden und welche seine Magazine füllen. Der Ingenieur, der Unternehmer, der Baumeister, sie haben nicht nur nötig, stundenlang in der dunklen Karosse zu sitzen, um die Orte ihrer Tätigkeit zu erreichen: sie setzen sich ins flinke Auto und gewinnen viele kostbare Stunden. Der Arzt beginnt seine Patienten im Automobil zu besuchen und kann dadurch manche Not schneller und gründlicher lindern. Hunderte von Gegenden, welche bisher aus Mangel an Verkehr arm waren, schaffen sich durch das Automobil Anschluss an die Welt und sichern damit ihren Einwohnern Verdienst und Reichtum. Und auch der Großstädter hat eingesehen, dass er im privaten oder öffentlichen Automobil viel rascher vorwärts kommt, als mit der Strassenbahn, welche an ihre Geleise gebunden ist und sich im dichten Verkehr nur mühsam Bahn bricht... Binnen wenigen Jahrzehnten wird das Automobil eine Bedeutung erlangt haben, welche derjenigen der Eisenbahnen kaum viel nachstehen dürfte. Selbst eine gefährliche Gegnerschaft, wie ein Teil der Presse und kurzsichtige Regierungen, welche dem Automobil im vergangenen Jahre den Kampf aufzwang, ist heute schon zum grössten Teil besiegt, und in nicht ferner Zeit werden alle unsere Strassen dem Automobil geöffnet sein .. Daa Automobil wird sich vom «Wagen der Zukunft» zum «Wagen der Gegenwart» entwickeln, zu Nutz und Frommen des Schweizerlandes. » Joseph Viktor Widmann an die Automobilisten. « Joseph Viktor Widmann, der Berner Dichter und Erfinder des in kurzer Zeit zum geflügelten Worte avancierten Ausdruckes vom «Volksfeind Automobil» und den «Anarchisten auf der Landetrasse», hat in äusserst geschickter Weise für den Kamelienkranz zu danken gewusst, den ihm die dankbare Sektion des A. C. S. anlässlich der Aufführung des Widmannschen Dramas «Oenone» im Zürcher Stadttheater auf offener Bühne überreichen liess. Sein an die Sektion gerichteter Brief ist so köstlichen Inhaltes, und er dokumentiert, wenn auch vielleicht ungewollt, dass der sonst so liebenswürdige Borner im Grunde genommen gar nicht der Wetterer gegen das Auto ist, mit dessen Mantel er sich .seinerzeit bei Abfassung «einer Todesurteile gegen den «Volksfeind» umkleidete. Widmann schreibt noch von Zürich aus, also unniittelibar nach der Aufführung: 'Sehr geehrte Herren! Sie dürfen nicht glauben, dass ich den Kran« mit der ironischen Widmung der orangengelben Schleife nicht etwa nach Bern mitnehme. Denn erstlich habe ich Humor genug, um einen guten Witz zu würdigen, auch wenn sich s,eine Spitze gesen mich richtet. Und einigermassen fand ich diese in eine keineswegs unartige Form versteckte liusheit cewissermassen im antiken Stil des Theaterabends: Die ritterlichen Sportsjünglinge im alten Athen oder Theben würden vorkommenden Falls ganz ähnlich gegen einen Autor vorgegangen eein, der ihre Lieblingsbeschäftigung würde angetastet haben. Ich darf mir aber auch die ironische Anspielung auf meine fortschrittliche Gesinnung in Sachen des Automobilwesens so gefallen lassen, als ob sie nicht spöttisch, sondern ernst gemeint wäre, denn so fortschrittlich foieh ich hierin tatsächlich, dass meine ganze Sympathie dem Automobil der Zukunft gilt, dae dem. noch etwas anfechtbaren Automobil der Gegenwart durch Beseitigung Ton allerlei Uebelständen, von denen ich nur den fatalen Benzingeruch nenne, gewiss beträchtlich überlegen sein wird. Für dieses Automobil der Zukunft empfinde ich geradezu eine zärtliche Zuneigung und versichere Sie — ohne Scherz — dass mir eine günstige Entwicklung des Automobilwesens überhaupt am Herzen liegt, dies besonders auch im Hinblick auf die von Jahr zu Jahr immer lästiger werdende UeberfüllUng, ja Vollpfropfung der Eisenbahnwaggong mit Reisenden. In diesem Sinne also war es mir ein Vergnügen, Ihren Kranz entgegenzunehmen. Und dass mir überhaupt solche spontane Kundgebungen, di« in ihrem ungewöhnlichen Abweichen vom herkömmlieh Philiströsen etwas jugendlich Fröhliches halben, die Laune nicht verderben können, werden Sie vielleicht schon diesen Zeilen anmerken. Mit Hochschätzung, Josef Viktor Widmann.» ftüchviüsch Alja Rachmanova: Geheimnisse um Tataren und Götzen. Verlag: Anton Pustet, Salzburg, 168 S. — Ein .ganz entzückendes Büchelchen! Von der Rachmanova, die ihre Tagebücher über den Bolschewismus herausgab? Gewiss. Und zudem soll dies dae erste Buch einer «Jugendbücherei» sein. Wer da -vermutet, es sei in dem läppischen Stil geschrieben, in dem Jugendbücher gewöhnlich abgefasst sind, irrt gar sehr. Ein frischer, offener Mensch schreibt nicht solch, heute sonst übliches, zuckersüsses Zeu?, das die Jugend schlankweg als Verlogenheit ablehnt. Auch die andere Klippe ist glücklich vermieden: kindliche Erlebnisse durch du» Brille des reifen Beobachters zu betrachten und pedantische Lehren daran anzuknüpfen. Dies Büchlein ist eben von einem jungen, allem Leben gegenüber offenen Menschen geschrieben, der immer da ist, wo wirklich etwas passiert: «Erlebnisse einer jungen Russin aus dem Ural». Das geht richtig asiatisch her und zu, vermag also aufs allerbeste die heute immer stärkere Sehnsucht nach Kenntnis anderer Länder und Menschen befriedigen. Eine neue Welt, diese Tataren, Bojaren, Chinesen mit ihrer völlig anders gearteten Seelenverfassung. Nur so sind die hier berichteten seltsamen Ereignisse möglich, grenzenlose Naivität, Grausamkeit. Güte, Frömmigkeit, Vertiertheit. Welche Möglichkeiten im Menschen vorhanden sind, hier wird es offenbar. Zudem erscheint dies vorliegende Buch gerade in einem Augenblick höchster Spannung und Aufmerksamkeit gegenüber den russischen Ereignissen. Man kann auf keine schönere Weise die Westeuropäer mit östlicher Mentalität bekanntmachen, als durch dies Büchlein — weit entfernt davon, nur für die Jugend bestimmt zu seinl Ein wirkliches Verdienst erwirbt eich v wer die Lehrer, Bibliotheksleiter usw. darauf aufmerksam macht. Aber dae Büchlein wird, das ist gewiss, sich selber sehr rasch den richtigen Zugang eröffnen. G. Robert Bory: Franz Uszt und Maria d'Agoult Jh der Schweiz. Carl Reissner-Verlag. Dresden 1934, 155 S. — Ein Liebesroman aus der Romantik. Man l^gi das schöne iBuch ungern aus den Händen, irame.r wieder um woben von der 'Stimmung der Rcftiäorttik, gepackt von der Grosse freier Menschen, '• die; alles Spiessertum unter sich lassend, an Mu- Morgen gibt's Ungarisches Gulasch! Direkt schwärmen kann mein Mann von diesem Nationalgericht seit seinem Budapester Aufenthalt. Er behauptet zwar, wir Hausfrauen könnten es doch nie richtig zubereiten; immer brächten wir etwas ganz anderes auf den Tisch. Da wollen wir doch einmal sehen: Man nimmt dazu Rindfleisch, zerschneidet es in Würfel und röstet es mit Zwiebeln... ja, aber würzt man nun mit Pfeffer oder Paprika? und sind nicht auch weitere Gewürze notwendig... vielleicht auch Tomaten? Wenn man das doch sicher wüsstel Liebe Hausfrau, Sie haben recht: auf „gut Glück" und nach unsern einheimischen Kochbüchern treffen Sie's doch nicht. Aber Sie können die einzig richtige Zubereitung nebst den Original-Rezepten der berühmtesten Spezialitäten und Nationalgerichte der ganzen Welt mit einem Male kennen lernen und zwar durch das kürzlich erschienene Buch: ,,373 Kochrezepte aus 26 Ländern« von Lilla Deeley. Für uns Hausfrauen bedeutet diese kulinarische Forschungsexpedition durch alle Erdteile eine wahre Fundgrube delikater Genüsse; nicht allein für den täglichen Tisch, sondern auch wenn Gäste kommen, welchen Sie mit den fremden Gerichten manche Überraschung bereiten können. Also für den nächsten Einkauf vormerken: 373 Kochrezepte aus 28 Ländern von Lilla Deeley. (Preis Fr. 3.80) erhältlich in allen Buchhandlungen oder direkt beim Verlag: A HALLWAG BERNA Der neue aerodynamische Wagen in der alten Garage! Die Automobil-Steuerung, welche sich ein Schiffsoffizier bauen liess. sik, Malerei, Architektur, kurz, an alle schonen Künste sich hingeben. Im ersten Teil schildert der Verfasser Ankunft und Leben zweier grosser Menschen in Genf: Franz Liszt und Marie d'Agoult. Die Gräfin d'Agoult, eine der interessantesten der revolutionären Frauen der vierziger Jahre hat ihre glanzvolle, gesellschaftliche Stellung, ihre Familie dahingegöben, um mit dem jungen Liszt in eine unsichere Zukunft zu fliehen, allem Skandal zum Trotz. Keine Phantasien, nein glutvolle Wirklichkeit einer tiefen, tragischen Liebe, deren glücklichste Zeit wir hier miterleben. Aus anschaulichen zeitgenössischen Tagebuch-Berichten und zahlreichen Briefen von Liszt, Marie d'Agoult, George Sand und anderen, entsteht das getreue Bild dieses eigenartigen und leidenschaftlichen Liebesbundes der Romantik. Das Kind des HerzensBundes ist keine andere als Cosima, die Gattin Richard Wagners, die Mitschöpferin und Herrin von Bayreuth. Der zweite Teil bringt eine schöne Anzahl unveröffentlichter Briefe aus Familienbesitz, und bietet so einen Einblick in die Art. wie sich die Menschen der Romantik an die Welt hingaben: geistvolle Freundschaften, ernstes Sichbemühen um die Wissenschaft, Großzügigkeit und Ernst in der Hingabe an die Kunst, schwungvollen lebendigen Lebensstil und trotz allem Reisen eine edle Ruhe. G. TOPSENSPRECHSAAL TEL 28222 BERN Frage 971. Wie gelange ich im März von Zürich nach Lugano r* Ich möchte Mitte März mit meinem Wagen nach Lugano fahren und bin mir noch nicht ganz im klaren, welche Routen mir da zur Verfügung stehen. Sind JuJier und Gotthard zu dieser Zeit schon fahrbar? H. R. in Z. Antwort: Um nach Lugano zu gelangen, stehen Ihnen zu dieser Jahreszeit zwei Möglichkeiten offen: einmal die Julierroüte und dann der .Verlad durch den Gotthardturinel. Bei der Fahrt über den Julier rauss allerdings ein ziemlich langes Stück italienisches Gebiet durchfahren werden. Der Julierpass ist übrigens den ganzen Winter hindurch fahrbar, da er bei Schneefall jeweils durch Schneepflüge offengehalten wird. Es besteht aber auch die Möglichkeit, nach Göschenen zu fahren und von dort aus den Wagen nach Airolo zu verladen. TLuhtiag, zu unsexei JfotgMlfsaklioto Im Zusammenhang mit unserem abschhessenden Bericht über die erfolgreiche Berghilfsaktion dieses Winters, wiesen wir darauf hin, das« bei uns immer noch eine Anzahl von unerledigten Bittbriefen liegen. Daraufhin meldeten sich in hochherziger Weise nachträglich noch einige Spender, die die Briefe zur direkten Erledigung einverlangten. Es sind dies: Frau Spreng, Oeschberg, Frau H. Niederhäuser, Basel, Frau Muntwyler, St. Moritz. Frau Besse, Basel. . H. Burk, St. Gallen, E. Brauchli, Wilen-Herisau. K. Strasser, Däniken, Dr. Arnet, Rodersdorf. Frau Waldmeier, Dietlikon, H. Sidler, Bern, J. Brennwald, Bätterkinden, Gebr. Wälti; Romanshorn. Ferner sind uns in liebenswürdiger Weise kurz nach Abschluss unserer Aktion auch noch zwei Pakete mit Kleidern, Schuhen und Wäsche zugestellt worden, die wir umgehend weiterleiteten. Eine hochr herzige Spende ging uns kürzlich noch von den Gebr. Wälti, in Romanshorn zu, die uns Fr. 100.— übermittelten. Insgesamt gingen so für die Aktion an Barspenden Fr. 640.— ein. Wie wir schon in dem abschliessenden Bericht betont haben, wurde der grösste Teil dieses Geldes für die Beschaffung von Unterwäsche für Knaben und Mädchen und von Schuhen verwendet. Zwei uns nachträglich zugekommene dringende Bittibriefe konnten wir nun gleichfalls noch erledigen, indem diesen beiden nötleidenden Familien mit dem Rest des Gelries zwei guterhaltene Betten verschafft wurden. Ferner haben wir damit noch einigen armen Bergfamilien das 60 dringend benötigte Schuhwerk kaufen können. Wir danken an dieser Stelle nochmals allen Gebern aufs herzlichste. Im übrigen möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass immer noch einige dringende Gesuche bei uns liegen, deren Erledigung nicht mehr möglich war. Wir richten an die Leser, die sich bis jetzt noch nicht beteiligt haben, die höfliche Bitte, sich dieser paar armon Familien noch anzunehmen. Wir sind gerne bereit, auf Wunsch einen Bittbrief zur Verfügung zu stellen, damit der in Frage kommenden Familie auf direktem Wege noch etwas geholfen werden kann.

N»8- 1935 AUTOMOBIL-REVUE u S» '«»«ksaaal Anfrage 483. Occasionskauf. Im Oktober 1933 kaufte ich einen Occasionswagen amerikanischer Herkunft. Der Kaufvertrag war unterschrieben und per Einschreibbrief wurde ich aufgefordert, den Wagen abzuholen. — Als ich nach 6 Tagen denselben holen wollte, wurde mir mitgeteilt, dass mit einem andern Interessenten ebenfalls ein Vertrag abgeschlossen gewesen sei, und dieser hätte den Wagen vor drei Tagen abgeholt. Daraufhin führte man mir eine deutsche Marke vor, Modell 1930, während der Amerikaner aus dem Jahr 1929 stammte. Wir einigten uns auf den deutschen Wagen, und zahlte ich dafür bar Fr. 1150.—, während der Rest von Fr. 150.— im Oktober 1934 hätte berahlt werden sollen. Anlässlich einer Reparatur stellte sich heraus, dass auch dieser Wagen ein 1929er Modell war, worauf ich der Garage mitteilte, den Restbetrag wegen falschen Verkaufsangaben nicht zu bezahlen. Muss ich dem Verlangen des Verkäufers entsprechen und den Restbetrag ebenfalls noch bezahlen, oder kann ich Zahlung verweigern? F. 0. in S. Antwort: Nach Art 197 O.R. haftet, der Verkäufer dem Käufer für die zugesicherten Eigenschaften der Kauf sache. Wenn Ihnen also der Verkäufer zugesichert hat, der Wagen sei ein Modell 1930 und es zeigt sich, dass das nicht zutrifft, so können sie Minderung des Kaufpreises verlangen. Wir raten Ihnen, die Zahlung der Fr. 150.— en verweigern. Da der Verkäufer Sie offenbar absichtlich getäuscht hat, wird er es kaum wagen, legen Sie Klage einzureichen. Anfrage 484. Zusammenstoss. Am 5. September hatte mein Chauffeur folgenden Zusammenstoss: Derselbe hatte am genannten Tage, zirka 15 Uhr, einen Zusammenstoss mit einem mit Schutt geladenen, 6plätzigen Personenwagen. Mein Chauffeur-, der stadtkundig ist und diese gefährliche Kreuzung sehr gut kennt, hat Signal gegeben und euch nach rechts geachtet, ohne jedoch etwas zu sehen. Mein Chauffeur hat, als er das Personenautomobil entdeckte, sofort gestoppt und den Wagen auf 3,80 m gestellt Die Polizei hat den Tatbestand aufgenommen und den Unfall photographiert, und ist zum Schluss gekommen, dass mein Chauffeur das Vortrittsrecht nicht respektiert, der andere das Fährzeug nicht beherrscht habe. Wer ist für diesen Unfall haftbar? 0. S. in B. Antwort:.Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass sich Ihr Chauffeur der Widerhandlunfen gegen die Verkehrsvorschriften schuldig gemacht tat, da er bei einer unübersichtlichen Kreuzung, (parkierendes Auto, Kiosk) nicht die rechte Stra&senhälfte innehielt und ausserdem das Vor- • .trittsrecht missachtete. Nach Art. 27 M.F.G. ist der ^Führer des von links kommenden Motorfahrzeuges in besonderem Masse zur Vorsieht verpflichtet, da er bei jeder Kreuzung gewärtigen muss, dass ein vortrittsberechtigtes Fahrzeug auftaucht. Dadurch, dass Ihr Chauffeur die Busse angenommen hat, ist der Fall für ihn strafrechtlich erledigt. Es besteht allerdings noch die Möglichkeit, den Führer dos andern Automobils einzuklagen und sich dann im Strafverfahren ihm gegenüber als Privatkläger zu stellen. Efn"~Sölches > Vorgehen ist aber'nur dantf'gerechtfertigt, wenn Sie Ihre Behauptung, das andere Fahrzeug habe eine Geschwindigkeit von 60—65 km gehabt..beweisen können. - Ein anderer Fehler kann meines Erachtens dem andern Fahrzeugführer nicht zur Last gelegt werden, denn er hat seine Strassenseite vorschriftsgeimäss befahren. Auch wenn ein Fahrzeug den Vortritt hat, wie bei Herrn M. der Fall ist, wird der Führer doch nicht von der Vorsichtspflicht entbunden; auch er bat alles zu tun, um eine Kollision zu vermeiden. Wenn Sie nun beweisen könnten, dass Herr M. es an der nötigen Vorsicht fohlen Hess, indem er ein übersetztes Tempo innehielt, könnten Sie gegen ^hn vorgeben. Da das Verschulden Ihres Chauffeurs festgestellt und das Urteil rechtskräftig geworden ist, könnten Sie aber, auch wenn Herr M. ein Verschulden trefc jfen würde, nicht ihren gesamten Schaden von ihm ersetzt erhalten. * Hsancl«»! u. Indusfvie Durch Nacht und Nebel. Die Bedeutung, die das Automobil für den Verkehr in den letzten Jähren gewonnen bat und in Zukunft noch weiter erhngen. wird, ist nicht zuletzt den vielen technischen Fortschritten zu verdanken, die es heute als eine Selbstverständlichkeit erscheinen lassen, dass selbst grösste Strecken ohne irgendwelche Störungen zurückgelegt werden können. Wer sich aber in seinem Handeln hierauf eingestellt hat, will auch nicht durch die nächtliche Dunkelheit und durch Nebel behindert «ein. Er will seinen Wagen immer voll ausnützen können und bedient sich daher für Fahrten in der Nacht des künstlichen Lichtes. Es braucht sich niemand zu beklagen,, dass ihm auf dem Gebiete der Beleuchtung nicht genügend technische Mittel zur Verfügung stehen, denn die modernen Autolampen sind den zahlreichen Anforderungen in jeder Weise gewachsen. Ein jeder muss «ich allerdings der kleinen Mühe unterziehen, einmal nachzuprüfen, ob beispielsweise in seinen Scheinwerfern auch wirklich moderne Lampen brennen, Eine moderne gasgefüllte Auto-Scheinwerfer- Lampe hat zwei Leuchtkörper. Der eine liefert das Fernlicht, mit dem anderen wird das abgeblendete Licht erzeugt Auch das abgeblendete Licht besitzt noch eine so grosse Reichweite, dass man ohne wesentliche Verminderung der Geschwindigkeit an einem begegnenden Fahrzeug vorbeifahren kann. Neuerdings werden die bekannten Osram-Bilux- Lampen auch mit einer Gelbfärbung und einer schwarzen Kolbenkuppe für Fahrten im Nebel geliefert Das gelbe Licht der Bilux-Ambra-Lampen wird als weniger ermüdend empfunden, und durch den Farbengegensatz zwischen dem weissen Ferriund dem gelben Abblendlicht werden die Augennerven gerade in dem wichtigen .Augenblick der Begegnung geschont. Die schwarze Kolbenkuppe bewirkt noch ein übriges, nämlich, dass die nach vorn oder oben verlaufenden Lichtstrahlen, die ja bekanntlich bei Nebel den Eindruck einer undurchsichtigen Wand hervorrufen, so gut wie vermieden werden. Die Strahlen werden fast nur nach unten gerichtet so dass man die Fahrbahn auch bei Nebel.gut übersehen kann. Bilux-Ambra-Lampen mit Gelbfärbung und der schwarzen Kuppe haben jedenfalls eine wesentliche Verbesserung der Beleuchtung für die.Nebelzeil gebiacht Die Firma H. Schmidt & Co., Bern, welche seit vielen Jahren im Automobilhandel tätig ist, ha.t ah tt. Januar 1935 insofern eine Aenderung erfahren, als der Anteil-eines Gesellschaften abgelöst wurde und dieeer austritt. Wichtiger aber als diese mehr finanztechnische Mutation, ist die Tatsache, dass Herr Heinrich Schmidt nach wie vor den ganzen Betrieb persönlich führt und überwacht Er gehört zu den Automobilfachleuten, die von der Pike auf gedient und die ganze Entwicklung des Motorfahrzeuges in unserem Lande jn ihrem iBeruf mit-; gemacht haben. • Die Besitzer von Wagen der Marken Hupmobile, Buick, Cadillac und La Salle werden daher mit Interesse und Genugtuung erfahren, dass Herr Schmidt die; Alleinvertretung für Bern und ein weiteres Gebiet fortführt Das vorzügliche Ersatzteillager, ein geschultes Personal und vorab die reiche Erfahrung und Fachkenntnis, des, Prinzipals bieten Gewähr für wirklichen Kundenservice und i erstklassige Bedienung. V«»»!««»!«» Juristen diskutieren Verkehrsprobleme. Wie gut der Einfall des Vorstandes des Bernischen Juristen-Vereins war, einen seiner Diskussionsabende dem Problem der Verkehrsregelung und Verkehrssicherheit zu widmen, zeigte schon der aussergewöhnlich starke Besuch seiner Sitzung vom 21. Januar. Richter, Anwälte, Vertreter der Polizeiund Verwaltungsbehörden und der grossen Verkehrsverbände waren erschienen, um den sehr interessanten Ausführungen des bernischen Strassen* Verkehrsdirektors, Herrn Dr. Mühlemann, und von Herrn Oberrichter Blumenstein zu folgen und sich an der darauf •folgenden Aussprache zu beteiligen. Das Referat Dr. Mühlemann's — da der Strassen-i Verkehredirektor im letzten Augenblick in den Militärdienst einberufen worden, war, las es Oberrichter Blumenstein an seiner Stelle-vor — wirkte deshalb sehr sympathisch, da es eine absolute Unvoreingenommenheit, strikteste Objektivität, verriet. Die Motorisierung des Strassenverkehrs, so führte er aus, ist eine Tatsache, mit der man sich abfinden muss, ob man will oder nicht. Anpassung an die neuen Verhältnisse ist das Gebot der Stunde, auch wenn es allerlei Opfer kostet: durch Schaden erst wird man. klug. Genaue Untersuchungen haben ergeben, dass 90% aller Unglücksfälle der Schuld der Strassenbenützer zuzuschreiben, also vermeidbar sind. Dafür verantwortlich aber ist die Gesamtheit der Strassenbenützer, > also die Gesamtheit der Bür- Namentlich nicht« sollte Jangs&tner gefahren werden. Auch bei Kreuzungen muss das Tempo so weit herabgesetzt werden, dass, 1 ein Anhalten, vor der Mitte der zu kreuzenden Strasse möglich ist Das gilt: für den Fahrer von rechts; ebensosehr wie für den von links. • '•>. .Den Gerichten kann, inan eher den Vorwurf machen, sie seien zu lax, als: sie seien zu •streng. Es' sei ihm immer aufgefallen, 1 dass die automobilisti-' sehen Sachverständigen ;inj ihren Forderungen a än die Automobilisten weiter: gehen und "in der Beurteilung von Fehlern strenger sind. / • Wenn man einen Einblick in die' Vielzahl der-Un- • fälle habe, so komme man ganz von selbsj"dazu, 4©n : Automobilisten zu predigen: Fähre keinen einzigen.: Meter, ohne sicher zu sein.' Woiu auch'so-schnellfahren: Man kommt immer noch früh .genug ans falsche Ziel. An der darauffolgenden Diskussion wurde hatrpt-' sächlich pro und kontra Geschwind igkeitsmaximä' gesprochen. Prof. Delaquis hielt ein glänzendes Plädoyer'für die Regelung, wie sie das neue Schweiz. Verkehrsg-osetz getroffen hat Dr. Rothmund bemerkte, dass er seine Untersuchungen über die Wirkungen der neuen Regelung, für die er sich einst stark eingesetzt habe, noch nicht bee'ndet habe, dass er aber noch immer der Meinung sei, dass sie die bessere sei. Nicht an ihr liege der Fehler, sondern an der Durchführung. ' ^ Mehrfach wurde von andern Diskussionsrednern darauf hingewiesen, dass die Automobilisten ent-< täuscht hätten: Sie hätten sich der grossen Freiheit, "die das neue Verkehrsgesetz ihnen brachte, für unv würdig bewiesen; Ohne Zweifel habe sich die Qualität der Fahrer .-verschlechtert So betrüblich diese Feststellung für uns klingen mag, es liegt sicher wenigstens ein Kern Wahrheit, in ihr. Mehr denn je möchten wir deshalb allen Fahrern ans Herz legen: Fahre vorsichtig — du gefährdest nicht nur dich, sondern auch die andern.; Fahre anständig — nicht nur du wirst nach deinem Verhalten beurteilt, das Ansehen des Automobilismus im ganzen hängt davon ab. — laufenden Jahres hat die 'Sportkommission eine gemischt sportlich-touristische Veranstaltung nach ger. Es.geht nicht ans eine einzelne Gruppe, z. B. Schlegwegbad auf Sonntag, den 17. Februar 1935 die Motorwagenfahrer, herauszugreifen und ihnen auf das Programm gesetzt. In der Ausführung die Schuld oder auch nur die vorwiegende'Schuldzuzumessen. Emme und Aare stark an die, vor bald «wei Jahren •wird sich der Abstecher ins tBirrmoos «wischen Wie weit gefährden die Motorfahrzeuge die Oeffentlichkeit? Die Statistik muss mit Vorsicht ange- .flott verlaufene Winterfahrt nach Guggisberg .anlehnend Wer jene Pflotschfahrt durch Schnee und wendet werden. Für Bern besteht eine gewisse Regen mitmachte, weiss worum e«9 geht Dankbar Stabilität, d. h. die Unglücksfälle haben im gleichen Verhältnis zugenommen wie die Zähl der verkehren-' den Fahrzeuge. Erst, die Jahre 33 und 34 weisen eine disproportionale Steigerung der Unfälle auf. Drei Gründe werden dafür angegeben. Die Aenderung des Vortrittsrechtes, vollständigere* Meldung an die'Polizei und Aufgäbe der tSeschwindigkeits-* maxima, Ohne : sich über die scltwebende Frage der Wiedereinführung der zahlenmassig fixierten Geschwindigkeitsvorschriftan "'festlegen zu wollen, gibt der Referent seiner Ansicht Ausdruck, dass stit Einführung des Bundesgesetzes rücksichtsloser SEKTION ZÜRICH. Eine besonders interessante Filmmatinee harrt der Mitglieder am 4. Februar. ?E* ist dem Vorstand gelungen, den bekannten deutschen Forscher Dr. Burkert «u einem Filmvortrag am Cinema Apollo (10.30 Uhr) in Zürich zu gewinnen, an dem er seinen neuen Grönland-Grossfilm «Im Eispalast des Wettergottes > vorführen wird. Ein besonders interessanter Vortragsabend ist für den 28. Februar vorgesehen. Der Generalinspektör für das deutsche Strassenwesen, Herr Dr. Todt, Berlin,, hat sich in zuvorkommender Weise bereit erklärt, in Zürich einen Lichtbildervortrag über den Bau der deutschen Autobahnen und der deutschen Hochalpenstrasse zu halten. Zu diesem in der Eidg. Technischen Hochschule in Zürich stattfindenden Vortrat werden auch die Mitglieder der Sektion Zürich des Schweiz. Ingenieur- und Architekten- Vereins eingeladen, ferner alle interessierten kantonalen und städtischen Behörden, -Delegationen der Verkehrsverbände etc. Der Lichtbildervortrag dürfte allseits grösstem Interesse begegnen, da der Vortragende eine Autorität auf dem Gebiete modernen Strassonbaues ist und der Bau der deutschen Autohahnen wohl das imposanteste Strassenwerk der heutigen Zeit darstellt Uoher 50 Damenmilglleder fanden sich am 22 Januar zur Besichtigung der Chocolat-Fabriken Lindt erfreuen. Autosektion Aargau. UNTERSEKTION WIGGERTAU Der Vorstand hat die Generalversammlung der Untersektion auf Samstag al>end, den 16. Februar, festgelegt in der «Eggenscheide» Oftringen. Zur Behandlung kommen neben den üblichen Vereinsgeschäften die periodische Wahl des Vorstandes. Es stellen sich sämtliche Herren .wieder zur Verfügung, so dass dieses Traktandum ebenfalls rasch erledigt werden kann. Ein interessantes Tourenprogramm bedarf der Bestätigung der Versammlung. Ansohliessend wird jedem Besueher eine zünftige Wurst mit Kartoffelsalat serviert werden; es soll dies überleiten zum zweiten, gemütlichen Teil. Statutengemäss sind Anträge, welche eine Aenderung der Statuten oder des Regimentes betreffen, in nert 14 Tagen dem Vorstand einzureichen, ansonst solche an der Generalversammlung nicht behandelt verden können. ,Wif bitten, den 16. Februar zum Besuch vorzumerken: S D.A.O, SEKTION BERN. Tätiekeitsprogramm für den Monat Februar 1935: . ,.,;.., , ,:1. Februar: Generalversammlung; 8. Februar: Zusammenkunft im ClublöTcalr 15. Februar: Delegiertenversammlung und Vorstandssitzung; 22. Februar: Reiseplauderei über Amerika, Ton Frau Dr. Dehrit-VogeL Pro Götthard. Die am 18. Januar in Bellinzona abgehaltene öffentliche Versammlung der Vereinigung Götthärdstrasse, über die bereits kurz berichtet worden ist, war vor allem dazu bestimmt' das Interesse der tessinischeir Regierungs-, Verkehrs- und Hotelierkreise an den Verbandsbestrebungen zu heben und deren weitere Förderung auch in finanzieller Hinsicht sicherzustellen. Beide Ziele dürften erreicht worden sein, denn - einerseits-hat d^e Tessiner Regierung in Aussicht gestellt den 1Ö34 bewilligten Beitrag von 10 000 Fr. auf F.r. .12000.— zu erhöhen und der für fünf Jahre «vorgesehenen »Vereinbarung für die frühzeitigere Oßffnung der Strasse zuzustimmen, anderseits haben die Vertreter von Lugano, Locarno, Bellinzona, der Verkehrs- und Hotelierverbände namhafte" Subventionen für die nächsten Jahre in Aussicht gestellt, da man, nachdem die Julier-Mäloja- Route durchgehend das ganze Jähr offen gehalten wird, im Tessjn die Wichtigkeit der möglichst lan-- gen Offenhaltung ;der Gotthardroute in weiten Kreisen erkannt ha£. ' Von- besonderem -Interesse war in der anschliessenden Diskussion das Votum des Herrn Staatsrates Martignoni, der"*eich mit der möglichst frühzeitigen Oeffnung- der Götthärdstrasse im Frühjahr und. deren möglichst späten Schliessung im Herbst Aleht zufrieden geben wollte und ift einem eindrucksvollen Votum der ganzjährigen 0 f - f e n" h-a HuTt g. der @ o tthardroute das Wort redete: Dies im Hinblick auf den enormen Aufschwung des AutotouriKmus und die überaus günstige, Lage der Gotthardstrasse als wichtiger Nord- Süd-Uebergäng. Bekanntlich liegt hierfür schon ein generelles Projekt vor, das eine Durchtunnelung (Tunnellänge 3,2 km) des oberen Bergteiles unter : Vermeidung des lawinengefährlichen Val Tremolo" vorsieht Herr, Martignoni verlangte die sofortige Weiterverfplgung dieser Studien und die Ausarbeitung eines maßgebenden Detail-Projektes, da dieses Verkehrsproblem für den Kanton Tessin von allergrösster Wichtigkeit sei. Es ist zu erwarten, dass die. Tessiner Regierung diese Projektstudien nun, weiter, verfolgt und die Frage der ganzjährigen Offenhaltung der Gotthardstrasse in den nächsten •Jahren in ein neues Stadium tritt. Wie Staatsrat; MarÜgnöni ausführte, sei dieses Verkehrsprojekt, technisch iselir' wohl durchführbar, wodurch die Schweiz die kürzeste, ganzjährig fahrbare Nord-. Süd-Verbindung erhielte. V KANTONAL-BERNISCHER AUTOFAHRLEH- RER-VERBAND, BERN. Generalversammlung. Der Kantonal-iBernische Autofahllehrer-Verband hat nach einjährigem Bestehen seine Generalversammlung abgehalten. Jahres- und Rechnungsbericht wurden gutgeheissen und dem Vorstand für seine geleistete Arbeit der Dank ausgesprochen, wobei speziell die grosse Arbeit und die unermüdlichen Bemühungen des Sekretärs M. Spoerry lobend anerkannt wurden. Als Vorstandsmitglieder für das Jahr 1935 wurden gewählt: S> Urwyler, Präsident; P. Balmer, Vize- auch, diesmal eine Regelmässigkeitsfahrt in derpräsident; M. Spoerry, Sekretär; W. Klesinger, Kassler; G. Mathys, A. Wittwer und W. Iseli, Beisitzer. .eigentlichen Berpätreeke die sportliche Note des „winterlichen Rendez-tous unterstreichen und frei* Rückblickend auf das vergangene Jahr konnte gestellte Schlittol- und Ahfahrtskönknrrenzen den festgestellt werden, dass durch den kollegialen Geist .Nachmittag ausfüllen. Selbstverständlich soll auch und gegenseitiges -Weiterausbilden die Mitglieder des JÜT geselliges Znsammensein bei Musik und Tan« Verbandes eine Bereicherung ihrer Erfahrungen und Kenntnisse erfahren haben. Eine besondere Erwähnung verdienen die verschiedenen Vorträge, die durch kurrenz vom Anlass profitleren können. Eine ausfuhrliche Einladung wird die Mitglieder beizeiten seren Versammlungen gehalten wurden. Vertreter von Behörden, und Berufsverbänden in un- über das Drum und Dran in Kenntnis setzen für Wie bisher 'wurde auch an der Generalversammlung speziell betont und den Mitgliedern eindring- heute dürfte die Voranzeige und die Datumansage ii lich in Erinnerung gerufen, dass sich der Fahrlehrer von heute seiner moralischen Verantwortung stets bewusst sein soll und seine Schüler durch seriöse und gründliche Ausbildung zum praktischen Automobilisten erziehe. Der Verband erachtet es als seine Pflicht, allfälligen Unkorrektheiten eines Fahrlehrers aufs entschiedenste entgegenzutreten, im Interesse der Allgemeinheit sowie des Berufes selbst gefahren wird. Wie lassen sich die Unglücke verhüten? Eine [e genügend Zeit übrig bleiben, so dass auch die zahl- Autoteuristen und Gegner jeder Musa-Kon- gewisse Naturanlage" der Menschenr*6clretn"t'"ein-lff^jfeichegrosse Rolle zu spielen. Es gibt unfalldisponiertb und unfallgefeite Personen. (Wie Hesse es sich sonst erklären, dass gewissen Fahrern jahrzehntelang nichts passiert, andere, selbst bei vorsichtigstem Fahren, immer wieder etwas anstellen?) Leider lässt sich bei den heute üblichen Fahrprüfungen diese" Pra|disposition nichtf feststellen^; Der einzelne Führer j sollte ;sic^ selber Rechenschaft :d,arv über ablegen/bb er dife Eignung zur ^Führung eines Fahrzeuges hat öder; nicht Im üorigen sollten —„ so peinlich es sein mag, Mitmenschen zu denunzieren — Leute, denen die Unfähigkeit eines Fahrers auffällt der Polizei Anzeige erstatten. Es ist der einzige Weg, um rechtzeitig Fahrer, die für die Mitmenschen eine grosse*' Gefahr 'darstellen, 'aus dem Strassenverkehr zu eliminieren. .•>-, ..^. Für die Fahrtauglichkeit wichtig sind vor allem gute Augen und Ohren. Die Wahrnehmung allein genügt aber nicht Sie muss in körperliche Reaktionen (Vorsichts- und Gefahrsreaktionen) umgesetzt werden. Die Reaktion-darf aber nicht hastig und nervös sein. Nur bis zu- einem gewisses Grade kann hier Schulung und Uebung Abhilfe schaffen. ^ Ermüdung vermindert wesentlich sowohl ^Vahrnehmungs- als Reaktionsfähigkeit Bei Ermüdungserscheinungen deshalb anhalten und ausruhen. Die schädliche Wirkung des Alkohols ; in "die* ser Beziehung dürfte sattsam bekannt« sein. . Ueber die Grenzen der Sinneswahrnehmung sollte der Fahrer aufgeklärt werden. So werden z. B. kleine Gegenstände am Wege bei einer Geschwindigkeit über 100 St/km nicht mehr erkannt, wird die Schnelligkeit entgegenkommender Fahrzeuge regelmässig unterschätzt eingezäunte Wege schmaler erscheinen, als sie wirklich sind, offene dafür breiter usw. . . ... Oft liegt der Grund eines Unglücks darin, dass der oder die Fahrzeugführer die Fahrvorschriften nicht kannten. Man kann aber nur dann erwarten, dass die Fahrer die Regeln beherrschen und sozusagen automatisch befolgen, wenn diese wenig zahlreich und einfach sind. Zweifellos hat man in der Schweiz in dieser Richtung des Guten zu viel getan und allzu oft .Neuerungen eingeführt. So viele Kreisschreiben sind im Laufe, der Jahre erlassen worden, dass sich selbst die 1 Gerichte nicht mehr auskennen. Vorbildlich ist in dieser Beziehung die neue deutsche Verkehrsordnung, dje nur 35 Paragraphen aufweist. Auf keinem änderen Gebiet vielleicht spielt übrigens da» Gewohnheits-, recht eine so grosse Rolle. In England hat sich die Strassenverkehrsordnung sogar auschliesslich aus der Gewohnheit entwickelt. In einem zweiten Referate weist Herr Oberrichter Blumenstein darauf hin, dass man nicht einzig von einer Gesinnungsänderung der Strasr senbenützer eine Besserung erwarten könne. Der, Mensch bleibt im grosfeen: ganzen immer das gleiche unvollkommene" Wesen, dass durch' Gewalt erzogen werden muss. Das wirksamste Mittel wären wohl häufige Kontrollen an gefährlichen Stellen, in Kurven, an Kreuzungsstellen usw. Die-Fehlbaren sollte man in ein Zentralregister eintragen und ihnen nach nutzloser Verwarnung die Bewilligung enttlehen. Aus seiner Erfahrung als Richter ist Oberrichter Blumenstein viur U&berzeugung gekonnmen, dass immer noch ru schnelles Fabren die häufigste und gefährlichste Süpdd dies 'Automobilisten'.,. sei. Da aber jede Lage eine verschiedene Geschwindigkeit zulasse, ist er im Prinzip gegen die Wiedereinführung der zahlenmässig fixierten Geschwindigkeitsgrenzen. Immerbin tritt er für eine absolute Beschränkung innerorts ein," A. C. S. SEKTION BERN. Winterfahrt nach Schlegwegbad. Als- erete sportliche Veranstaltung des wird er sich jene« ungezwungenen Zusammenseins erinnern und nach einjährigem Unterbruch erwartungsvoll Ausschau halten. . Die «Wettbewerbsbedingungen » sind auch simpel einfach. Irgendeine autosportliche Konkurrenz^ deren Ausführung im Bereiche jedes Automobilisten liegt, wird in die Anfahrtsraute einbezogeh. Wahrscheinlich wird T. C. S. dl