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E_1935_Zeitung_Nr.097

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Die bunte Seite 3ie

Die bunte Seite 3ie &tofouutq. det £andscha(t von Leo Klpfer Was uns heute als selbstverständlich erscheint, ist oft genug sehr jungen Datums in der geschichtlichen Entwicklung. Im Sommer wie im Winter hinauszuziehen in die Berge, zum Wandern, und Skifahren, zur Klettertour und Schlittenfahrt, zu jeder Art von Sport, die den Körper stählt und den Kopf frei mach, das kennt man noch nicht lange. Sport ist zugleich Spiel und Kampf des Menschen mit der Natur, wie ja der Erwachsene nur an dem Spiel vollen Gefallen findet, das ein Stück Gefallen enthält. Der Eroberung der Landschaft durch den Sport ging ihre Gewinnung für die Anschauung voraus. Ein neues Landschaftsgefühl entstand in der Renaissance. Es steht in engster Verbindung mit dem neuen Kraftgefühl, dem gesteigerten Lebenswillen, der den Blick über den engen Kreis ständisch gebundener mittelalterlicher Verhältnisse hinausrichtet. Ueberwunden war die Auffassung, die im Leben des Menschen nur das Wandeln durch ein irdisches Jammertal sah, man entdeckte die irdischen Götter der Antike und die Schönheiten und Möglichkeiten des eigenen Lebens. Das Christentum hat in seinem Kampf gegen das Heidentum die Natur verpönt und entwertet. Wo man früher die heidnischen Götter im Wald und auf dem Berge, In der sprudelnden Quelle und im rauschenden Meer verehrt hatte, wohnten jetzt die bösen Geister des Aberglaubens und man mied solche Orte. In seiner berühmten Kulturgeschichte der Renaissance hat Jakob Burckhardt auch der «Entdeckung der landschaftlichen Schönheit» ein Kapitel gewidmet. Er zeigt dort, wie man sich zuerst in Italien, dem Geburtslande der Renaissance, sich aus dem Bann loste, die Natur «entsündigte» und von jeder dämonischen Einwirkung befreite. Als einer der ersten seit dem Altertum hat Dante, der Dichter der «Göttlichen Komödie», einen hohen Berg bestiegen, in der Absicht, den Fernblick zu geniessen. Auch Boccacio wird von der Landschaft mächtig ergriffen. Mit grösster Entschiedenheit bezeugt dann QieTtotw Fortsetzung von Stiie 1 dis «A. F.» Freude; Sorge kann urplötzlich in jeden Feierklang fallen, Menschlein, denke daran! Auch in der Giuseppina Feiertage fiel sie hinein, da die Kunde kam, sie sei Nonna geworden, indessen die Mutter des Kindes schwer krank in den Kissen liege und ihrer Hilfe bedürfe. Aber auch die Giuseppina war krank die ganze letzte Zeit, ohne es sich zu gestehen, eine seltsame Schwäche und Müdigkeit, vielleicht auch nur die Vorahnung und Bangigkeit um das Kommende hielt sie umfangen. Nun aber Peppino, der Sohn, sie rief, war kein Gedanke mehr an ihre Schwäche. Wie eine Junge betrieb sie rüstig ihre Reise, stand bald darnach am Bette der Kranken und mühte sich auch um das Kleine wie eine Mutter, die nichts anderes weiss denn nur dieses : Helferin zu sein, Balsam auf Wunden, Sonne im Dunkel. Und trug von da an selber die hellste Sonne im Herzen! Als erst noch der Sohn der Mutter das Kind zur alleinigen Wartung überliess, und die Wöchnerin bei deren Eltern langsam genas, war von Müdigkeit an der Giuseppina nichts mehr zu merken. Jeden Abend sass jetzt die Giuseppina mit dem Strampelbübchen vor dem Hause und sang es leise in den Schlaf, genau so, wie sie vor einem Vierteljahrhundert den Peppino behütet. Die Nachbarinnen kamen und fanden sie jung und munter, und die Maria vom Laden dachte auf dem Heimweg beinahe von Neid ergriffen: Es ist mit der alten, müden Giuseppina von damals seltsam, man weiss jetzt bei ihr wahrhaftig nicht mehr, ist sie Mutter dem Kinde oder Grossmutter schon, sicher beides zusammen, denn ich habe sie seit Jahren zum erstenmal wieder glücklich lächeln gesehen, über den Augen ihres Sohneskindes. Eigentlich musste man sich ärgern, da mir solche Gnade versagt ist, wüsste ich nicht, dass ich jetzt sicher in der Giuseppina wieder die alte gute Kundin auf Kaffee gefunden habe. O ja, die will wieder leben, und der Kaffee ist ihr Elixier des Lebens ! Die Maria hatte das richtige Gefühl für die grosse Wandlung, die in der Giuseppina vor sich gegangen war. Nur eines hatte sie nicht erkannt: Nicht der Kaffe hielt die junge Nonna am Leben, sondern die Seligkeit der mütterlichen Sorge, die sich fortsetzen soll über die Gattin zur Mutter und Grossmutter alle Tage. Und das Lieben selber ist in allen Müttern dieser Erde. Petrarca die Bedeutung der neuen Betrachtung und Eroberung der Landschaft. Burckhardt berichtet: «Die wahrste und tiefste Aufregung kommt über ihn bei der Besteigung des Mont Ventoux unweit* Avignon. Ein unbestimmter Drang nach einer weiten Rundsicht steigerte sich in ihm aufs höchste, bis endlich das zufällige Treffen jener Stelle im Livius, wo König Philipp, der Römerfeind, den Hämus besteigt, den Entscheid gibt. Er denkt: Was an einem königlichen Greise nicht getadelt werde, sei auch bei einem jungen Manne aus dem Privatstande wohl zu A ?*K»» AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 3. DEZEMBER 1935 — N° 97 entschuldigen. Planloses Bergsteigen war nämlich in seiner Umgebung etwas Unerhörtes, und an die Begleitung von Freunden oder Bekannten war nicht zu denken. Petrarca nahm nur seinen jüngeren Bruder und vom letzten Rastort aus zwei Landleute mit. Am Gebirge beschwor sie ein alter Hirte, umzukehren; er habe vor fünfzig Jahren dasselbe versucht und nichts als Reue, zerschlagene Glieder und zerfetzte Kleider heimgebracht; vorher und seitdem habe sich niemand des Weges unterstanden. Allein sie dringen mit unsäglicher Mühe weiter empor, bis die Wolken unter ihren Füssen schweben, und erreichen den Gipfel. Eine Beschreibung der Aussicht erwartet man nun allerdings vergebens, aber nicht, weil der Dichter dagegen unempfindlich wäre, sondern Im Gegenteil, weil der Eindruck allzu gewaltig auf ihn wirkt. Vor seine Seele tritt sein ganzes vergangenes Leben mit allen Torheiten; er erinnert sich, dass es heute zehn Jahre sind, seit er jung aus Bologna gezogen, und wendet einen sehnsüchtigen Blick in der Richtung gen Italien hin; er schlägt ein Büchlein auf, das damals sein Begleiter war, die Bekenntnisse des hl. Augustin — allein siehe, sein Auge fällt auf die Stelle im zehnten Abschnitt: «Und da Jrehen die Menschen hin und bewundern hohe Berge und weite Meeresfluten und mächtig daherrauschende Ströme und den Ozean und den Lauf der Gestirne und vergessen sich selbst darob.» Sein Bruder, dem er diese Worte vorliest, kann nicht begreifen, warum er hierauf das Buch schliesst und schweigt.» — Soweit Jakob Burckhardt. Hier sehen wir zwei Zeitalter aufeinanderstossen; die nach einem Leben der Abwendung von der weltlichen Wissenschaft der Heiden ganz nach innen gerichtete psychologische Betrachtung des Kirchenvaters Augustin und den nach aussen auf Leben und Schauen, auf die Eroberung der Erde durch die menschliche Tat eingestellten Willen des Renaissancedichters. Man musste wieder ja sagen zum Leben und ja sagen zu der Natur, die den Menschen umgibt. So empfand auch Petrarca. Ein Stück menschlichen Grössenwahns musste abgeschafft werden. Eine andere Form menschlichen Grössenwahns wurde allerdings dafür eingetauscht. Hatte man bisher die Landschaft überhaupt nicht gesehen, bewusst ausgeschlossen vom Denken und Gestalten, so wurde sie jetzt als Mittel zum Zweck betrachtet, als Schemel der Füsse des Menschen, der über sich selbst hinauswachsen und hinausgreifen will. Der Mensch von heute hat häufig das Staunen verlernt. Die Wunder der Technik, dass Getriebe der Großstadt, die Entdeckungen der Wissenschaft, die Dimensionen all der Dinge, die sich täglich um uns vollziehen, das sind ebenso viele Mittel der Abstumpfung. Auch Sport, wo er rein mechanisch als ein Wettrennen um die höchste maschinelle Leistung getrieben wird, bietet ausser dem Nervenkitzel und der Sensation nichts Besonderes. Aber Sport als ein Mittel zur Stählung der Kräfte, um den eigenen Horizont damit zu erhellen und auszuweiten, ist ein Jungbrunnen nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist und das Gemüt. In dieser Beziehung Ist der Bergsport in seinen verschiedensten Formen der schönste. Es ist so ein ganz eigenes Gefühl, nach einer harten Leistung, einem Kampf gegen sich selbst und die Schwierigkeiten des Berges, das Ziel erreicht zu haben. Etwas von der reinen Luft der Höhe zieht in die Seelen ein, die Wucht und Grossartigkeit eines Gebirgsmassivs, das wie für die Ewigkeit geschaffen scheint, lässt alles Allzumenschliche zurücktreten. Wie man fern unten im Tal als kleine Punkte die Häuser sieht, so schrumpft auch alles, was aus dem täglichen Trott herausgewachsen ist, zu seiner Nichtigkeit zusammen. Und was man verlernt hatte in den Tälern und Städten unten, das keimt leise und verschämt wieder im Herzen auf: das grosse Staunen darüber, wie schön die Welt ist und wie reich ein Menschenleben sein kann. Es ist ja nicht jedem gegeben, solche Empfindungen in Worte zu fassen. Das ist gut so, Besser hören mit PHILIPS! Fünf Apparate bietet das neue PHILIPS« Programm; angefangen vom hochqualitativen Volksempfänger „Philette" bis zum .Multi- Inductance" 536 A - jeder in seiner Preisklasse unübertroffen. 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Von den zahlreichen Bildern, in denen mehr oder weniger talentvolle Maler versucht haben, uns ihren Eindruck des Hochgebirges wiederzugeben, gilt fast ausnahmslos, dass die Grosse der Gestaltungskraft nicht an die Grosse des gewählten Objekts heranreicht Es ist schon gut so, dass es noch Dinge gibt, die nicht von eilfertigen Fingerchen und rührseligen Köpfchen in aller Selbstzufriedenheit verniedlicht werden können. So ist die Tat der Eroberung der Landschaft im Hochgebirge noch von jedem einzelnen selbst zu vollbringen. Hier denkt, empfindet oder schildert kein anderer für uns, das immer neue, erfrischende und erhebende Erlebnis muss durch eigene Anstrengung erkämpft werden. Das gibt ihm seinen ganz besonderen Reiz und die Art von Wintersport im Gebirge, die solches Erleben in den Mittelpunkt ihres Wollens stellt, ist ein immer wieder neu springender Quell der Erneuerung von Leib und Seele. &H TlomadetUappe oetfasst eüt (Bvuh Anta Pirak, ein typischer Nomadenlappe und einer der besten Märchenerzähler Lapplands, ist durch ein fesselndes Buch über seine Erlebnisse berührt geworden. Pastor Harald Grundström vom Jokkmokk-Gebiet hat in der Stockholmer Tageszeitung «Dagens Nyheter» erzählt, wie dieses Lappenbuch entstanden ist Die Lappen besitzen gewöhnlich keine Bücher ausser dem Neuen Testament und dem Gesangbuch. Sie pflegen die langen Winternächte am Feuer in ihren Hütten, den sogenannten Kaator, durch Märchen und Sagen alter Zeit zu verkürzen. Als Pastor Grundström Anta Pirak traf, wurde er von seinem ungewöhnlichen Erzählertalent betroffen. Nicht ohne Schwierigkeiten überredete er den Lappen, durch die Abfassung eines Buches seine Geschichten der Nachwelt zu erhalten. Viele Tage sassen der Pastor und Pirak in der Hütte der Wildnis und arbeiteten an dem Buche. Pirak lag im Bette und diktierte, Pastor Grundsfröm schrieb die Geschichten auf. Sie ernährten sich von Fischen, die sie in einem naheliegenden See fingen. Als sie ihre einzige Lampe zerschlagen hatten, mussten sie bei der Dunkelheit ausruhen. Pirak erzählte von seinem Nomadenleben und seinen verschiedenen Abenteuern, aber er gab auch Geschichten längst vergangener Zeiten wieder, die er von alten Leuten gehört hatte. Aber Pastor Grundström konnte Pirak nie bewegen, an Sonntagen zu arbeiten. In seiner Frömmigkeit und seiner Furcht vor «dem Schweigenden» schüttelte er nur den Kopf und wiederholte: «Marji paattujin» (das würde uns Unglück bringen). Auf diese Weise entstand das interessante und originelle Buch « Ein Nomade », das den Urheber in ganz Schweden berühmt gemacht hat (Kümo* Der Herr, dem die Stromlinien-Limousine «auf den ' Leib zugeschnitten» ist. Der Glaube. « Warum waren Sie eingesperrt ? » — c Meines Glaubens wegen. •» — « Wieso ? » — «Ja, ich glaubte, die Polizei wäre nicht in der Nähe. > Musik. « Ganz wundervoll, wie Ihre Tochter eben diese Beethoven-Sonate gespielt hat! » — < Nicht wahr ? Und dabei ist's nur eine ganz billige Ausgabe !» Poesie. Redakteur : « Sie sollten Ihre Manuskripte mit der Maschine schreiben, dann würden Sie bestimmt leichter etwas unterbringen ! > — Schriftsteller : « Herr, wenn ich Maschinenschreiben könnte, brauchte ich doch nicht Gedichte zu machen! >

N° 97 — DIENSTAG, 3. DEZEMBER 1935 AUTOMOBIL-REVUE 15 Die Seite der Frau Varianten des Spoxt=$enues Die Frauen vergessen so leicht, wieviel Freiheit und Gesundung sie dem Sport verdanken. Dies lehren uns alte Photographien und Zeitschriften. Was um 1905—10 als sportliches Jackenkleid galt, als Tourenanzug, kann als Urform unseres heutigen Strassentenues gelten. Dazu kommen noch all jene Reformbestrebungen, die die Frau vom Korsett, von einer viel zu schweren Kleidung und von dem staubaufwirbelnden, langen Rock befreiten, die ihr so etwas Hilfloses gaben. Hygiene und Sport stehen in enger Beziehung miteinander; beide haben das Tenue der Frau, vielfach auch das des Mannes, sehr verändert, wie sie weit hinein ins Wohnen eingegriffen haben Kurz vor dem Krieg schuf Paul Poiret seine ersten, wirklich eleganten, korsettlosen Kleider. Paris gewann Interesse an ebenmässigen Figuren, die freilich erst die damals heranwachsende Generation teilweise besass. Heute sind diese gesunden, durch nichts eingeengten Gestalten eine Selbstverständlichkeit Die Mode ergriff auch bald den Sportanzug, als das Skilaufen immer häufiger wurde und die Französin sich dafür zu interessieren begann. Zugleich wurden von der Schweiz aus, über New York, die ersten farbigen Skitücher lanciert Sie wurden mit Begeisterung aufgenommen. Seither besteht ein Sehnen nach Farbe bei Modeschöpfern und Frauen, das sich immer wieder, besonders stark jedoch diesen Winter, ankündigt Und so erleben wir jetzt eine starke modische Welle, wie sie zu Beginn der sportlichen Bewegung ebenfalls regsam war. Allerdings der Skianzug machte rasch einen Sprung ins Sachliche. Er zog zuerst mit kurzem, zum Knöpfen gearbeitetem Rock einher und einem dicken, weissen, darüber getragenen Pullover mit Rollkragen. Dazu kam eine ziemlich reizlose, aber praktische Windjacke. Es gibt vereinzelte Frauen, die heute noch an diesem Tenue hängen. Während des Krieges machten die ersten Skihosen, von Frauen getragen, in St. Moritz Sensation. Es wurde versucht, knappe, in die Taille gehende Skijacken dazu tragen zu lassen; sie wurden gekauft wie die kaum hüftlangen. Heute gelten allein die büftdeckenden Modelle als wirklich praktisch und für ernsten Sport passend. Was ja auch der Fall sein dürfte, abgesehen davon, dass die hüftlange Jacke viel kleidsamer, viel schlanker aussieht Dunkelblau und Braun sind die gebräuchlichen, auch wirklich allein praktischen Skifarben. Wie kräftige wollene Gabardines und besonders solid gewobene Skitücher — m beiden ist die Schweizer Fabrikation Meister — von keinem noch so sehr angepriesenen Gewebe ersetzt werden können. Es sei denn, dass Sportler, die Hochtouren machen, einen Anzug aus Segeltuchgewebe vorziehen. Der klassische Skianzug hat Kragen und Revers, diese hübsch und breit abgesteppt; sie sind zum Schliessen und Offentragen bestimmt. Ferner sehen wir wirklich kleidsame Taschen- und Gürtelpartien, die durch geschickten Schnitt miteinander verbunden werden. Zahlreiche, im Rahmen des streng Sportlichen bleibende Varianten gibt es dabei. Praktisch und dekorativ wirken verstärkte Achselpatten, wie auch jene neuen Göller aus Leder, die manchem Modell zur Zierde gereichen. Neben diesem praktischen Anzug taucht nun eine Menge neuer Modelle auf. Hier bestimmen die aufgehellten Farben den neuen Eindruck. Denn vom beinahe weissen bis zum zartgrauen oder sandfarbenen Anzug sind alle hellen Tönungen da, die reeignet sind, dem Kurortleben einen frischen, heiteren Ton zu geben. So gut vor Jahren der sportliche Tailleur zum Strassenanzug wurde, so wird der Skianzug heute zum Tagestenue der Sportplätze. Gerade die Pariserin gefällt sich darin; sie trägt ihn auch, wenn sie nicht einmal kleine Spaziergänge auf den Skiern unternimmt Denn sie hat rasch erkannt, dass sie vorteilhaft und jugendlich darin aussieht. Rücksichten auf die Strapazierfähigkeit diktieren die kräftigen Stoffe und die dunklen Farben des strengen Sportanzugs. Fallen diese Hemmungen, so darf die helle, die zu schonende Farbe einziehen, wie es sich dafür lohnt, den modernen Trotteurstoffen und halbsportlichen Geweben Eingang zu verschaffen. Und da jubelt die Mode, die auf all diese schönen Fischgrat-, Diagonal- oder sonstwie mit aparten Webebildern belebten Stoffe so versessen ist. Sie ruft überdies alle noppigen Neuheiten herbei, wie Cheviot und handgewobene Gewebe, die sich Pariser Modehäuser aus dem Wallis kommen lassen. Natürlich Erdflecke, Nässe, Anstreifen an Gestein können diese Salonanzüge nicht vertragen. Sie dienen zum Spazierengehen, zum Zuschauen bei Sportveranstaltungen; manche Frauen laufen auch Schlittschuh darin, schütteln und was dergleichen Wintervergnügen sind. Es sitzt sich damit bequem in tiefen Sesseln von Hotelhallen und auf sonnigen Terrassen. Und den Kurortteeräumen wird Besuch abgestattet und schliesslich darin getanzt. Da haben nun Knickerbockerschnitte, wie Ueberfallhosen, Daseinsrecht. Die Jacken können länger oder kürzer sein, die Kragenschnitte wechseln wie die wenig oder gar nicht übereinandergehenden Vorderteile oder die seitlich geschlossenen. Hier gibt es für abstechende Garnituren wie für Brandebourgs Raum, für breiteste, weiche Ledergürtel mit grossen Schnallen, für blanke Knöpfe und andere, etwas militärisch anmutende Details. Es werden auch Coraposes gezeigt, Hose und Jacke aus verschieden gemusterten Stoffen, oder zweifarbige Modelle, die Hose warm braunbeige, die Jacke rot oder taubenblau, ganz nach Wunsch und Teint der Trägerin. Dazu treten neue Skihemden aus Lapellageweben. einem Gemisch von Baumwolle und Wolle, das stark schweißsaugend ist. Es kommen abwechslungsreiche Pullover auf, Westen mit Knöpfen oder Schnürung. Es herrscht in allem viel Auswahl, und die Schweizer Industrie trägt sehr an. diesen glücklichen Ensembles bei. Sie tot dies ja auch mit dem Schuhwerk, das zu diesen Promenadenanzügen zweifarbig, in weichen, schönen Ledern gearbeitet wird. Was hier, in diskreter Farbigkeit entwickelt,- ersteht, geht modisch weit über die jetzt aufkommenden weissen Schnürbändel des strengen Skistiefels hinaus. Eingesetzte Schnürpartien und Ristriemen stechen farblich ib. Blau-Weiss, Schwarz-Weiss, Beige-Braun sind gangbare Zusammenstellungen und treten in Harmonie mit Mützen, Handschuhen, Echarpen und wie Jagdtaschen angehängten Taschen aus weichem Boxleder. Dem eigentlichen Sport dient der kräftige Skistiefel ans wasserdichtem Rindleder mit viereckiger Spitze, dessen Schaft abwechselnd einmal niedriger sein kann als bisher. Immerhin wird stets darauf gesehen, dem Schuh eine sehr gefällige Form zu geben. Es zeigt dies wohl am besten der kräftige Stromlinienstiefel mit'' schön gewölbter Spitze. Ein kräftiger Lederriemen~ mit seitlich angebrachter Schnalle gibt dem Fuss* noch besseren Halt. Stets handelt es sich beim sachgeraässen Skistiefel um gutes, weiches Lederfutter, niemals um eine Zwischenlage aus Oeltuch, die den Schuh untauglich zu Touren macht, da sie die Ausdünstung des Fusses verhindert. Die Lauf sohle besteht aus grubengegerbtem SohHeder, Kernleder gibt die starke Brandsohle; zur Laufsohle tritt noch eine zweite Sohle aus gleichem Material. Zwei Paar Strümpfe, am besten zuerst ein Paar seidene, dann leichte wollene und schliesslich darüber ein Paar Skisocken halten warm und schützen den Fuss vor Blasenbildung. Jedoch sollten sie genügende Fusslänge besitzen, wie die Stiefel, die dem Fuss mit diesen drei Paar Strümpfen noch genügend Bewerungsfreiheit lassen müssen. EL Seh. Spwiäicfiex 9tofe~ „Schmuck" Früher einmal war man gewohnt, Schmucknadeln und Agraffen ausnahmslos aus Metall herzustellen und verstand es, diesen Stücken durch farbenfrohe Emailauflagen eine lebhafte Note zu geben. Dem verfeinerten modischen Instinkt aber wollten diese Dinge nicht mehr recht zusagen, so dass die verschiedenen Werkstätten sozusagen als «künstlerische Improvisation» hölzernen Schmuck herzustellen begannen, der allerdings fürs erste nur durch die Eigenart der Schnitzerei wirken sollte. Späterhin erst ging man darauf über, die einzelnen Motive bunt zu bemalen und zu lackieren und entschied sich schliesslich für einen Primitivstil, der ausserordentlich gefiel; hölzerne Figurinchen als sportliche Anstecknadeln haben denn auch grössten Erfolg. Im Bilde zeigen wie eine Rodlerin, einen von rückwärts gesehenen, lustigen Skifahrer und eine flotte Schlittschuhläuferin. Qesückte Slandta&dhtn Jede Dame, die im Theater oder bei Abendgesellschaften ein einfarbiges dunkles Kleid trägt, wird bestrebt sein, diese einheitliche Aufmachung durch eine schöne und wirkungsvolle Handtasche zu ergänzen und zu beleben, so dass man in letzter Zeit sehr oft neuartigen Modellen begegnet, die m einer besondern Technik hergestellt sind. Ungemein effektvoll sind Theatertaschen mit Applikationen aus antikem Brokat auf einfarbigem Atlasgrunde, wobei der schöne Gesamteindruck oft noch durch Perlsticlcerei gefördert wird (Skizze links). FÜR KOSMETIK . U N D KORPERPFLEGE Mitteilung Herr M. G.. Zeh. Es wundert tms nicht, dass Sie plötzlich, seitdem Sie in die Schweiz zurückgekehrt sind, in vermehrtem Masse an Hautunreinigkeiten leiden, denn unser rauheres Klima und insbesondere unser stark kalkhaltiges Wasser macht ja ohnehin eine sorgfältige Hautpflege nötig, wenn man wirklich immer einen hervorragenden Teint haben will. Sicherlich begehen viele unserer Landsleute in der Haut- und Körperpflege genügend Unterlassungssünden und um so mehr freut es uns, dass Sie sich unsere letzten Mitteilungen zunutze machen wollen. Für weitere Ratschläge stehen wir Ihnen immer gerne zur Verfügung. Anfrage Frl. M. D„ An. Wir sind mit Ihnen darin vollkommen einig, dass ein blühendes Aussehen nnd Jugendfrische nicht in jedem Falle nur durch äusserliche Massnahmen zu erreichen sind, obschon diese äueserliche Pflege wirklich nie vernachlässigt werden darf. Ein wahrhaft famoses und lebenssprühendes Aussehen, wie Sie es gerne haben möchten, setzt natürlich auch ein inneres Kraftgefühl voraus, körperliche und seelische Verstimmung oder Abgespanntheit sind Feinde der Schönheit und Anmut. Aber dieser inneren Mattigkeit kann ja abgeholfen werden! Nehmen Sie zur Neubelebung Ihrer seelischen Kräfte und Energie Forsanose als Morgen- oder Abendgetränk, es wird Ihre Widerstandskraft heben und Ihnen neue seelische Spannune geben und Ihre rasche Ermüdbarkeit zum Verschwinden bringen. Dann wird Ihr Antlitz auch wieder jene Lebensfreude und Munterkeit ausstrahlen, die Sie bei vielen bewundern und trm die Sie bisher viele benieden haben. Dann werden Sie bewundert und benieden werden! Anfragt Fr*o B. A.-S, Wt Selbstverständlich ist der Besitz einer Lampe für «künstliche Höhensonne» etwas ganz Feines, nnd zwar für die ganze Familie. Es stimmt, dass diese Lampe die Wirkungen der richtigen Höhensonne auf den Bergen hervorbringt und sie wird deshalb ja ä?nch «ehr oft insbesondere für schwächliche Kinder und Erwachsene verordnet Die künstliche Höhensonne bräunt, sie regt den Stoffwechsel an und wirkt auch kosmetisch in vorzüglicher Weise. Ueber alles Nähere müssen Sie sich in einem guten Fachgeschäft -unterrichten lassen. Wir können Einen nnr sagen, dass diese künstliche Höhensonne wirk- Beh ultraviolettes Licht ist, dass sie Wirkungen hervorbringt wie die richtige Bergsonne und dass sie nicht nur awf medizinischem Gebiete vielfache segensreiche Anwendung findet, sondern dass man sie in besonderer Ausführung auch innerhalb der Familie dauernd zur Bestrahlung der ganzen Körperoberfläche verwenden kann. Für Firmennachwets stehen wir auf Wunsch zur Verfügung. Aber auch die eine ganz moderne Note •ertretenden Modelle finden grössten Beifall; hier sind es die aus schwarzem und weissem Atlas zusammengestellten Taschen, die uns immer wieder entzücken und die insoferne sehr stilvoll gearbeitet sind, als das weisse Feld mit Straßsteinen, das schwarze Feld aber mit Perlen bestickt wird, so dass die Wirkung zwar reich und vornehm, aber keineswegs laut oder marktschreierisch ist 'Die Herstellung einer solchen Tasche (zweites Bild) wird allen, die für kunstgewerbliche Arbeiten Begabung bekunden, grosso Freude bereiten! Für Franken oder auf Kredit: "k erste Fr. 16.40 in 18 Monatsraten ? *•*• Fr.23.60 in 12 Moaat traten.* Fr. 30.- MEDIATOR 6 Röhren-Apparat Mhr grosser Empfangsbereich Verbesserte Super-Oktode. Grosse Präzisions-Skala mit 00 Sender-Station»«. Wirksamer Fading-Ausgleich. Dnverbindl. Vorführungen 290, bei Barzahlung durch alle pten Konzessionäre. Generalvertretung für die Schweiz: J. RENAUD & CIE. A. 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