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E_1936_Zeitung_Nr.092

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10 Automobil-Revue —

10 Automobil-Revue — N° 92 in Nordfrankreich leitend, nach Paris kam. Wir wissen ferner aus den Briefen der Madame Recamier, dass er sie im Sommer 1818 zufällig in Aachen traf, wo Juliette zur Kur weilte, und dass er ihr dort aufs neue Beweise seiner unveränderten Treue und Zuneigung gab, obwohl seit jenen Tagen in Coppet zehn Jahre verstrichen waren, und obwohl Juliette die Vierzig überschritten hatte. Ja, Prinz August war auch jetzt noch so leidenschaftlich, dass Madame Recamier ihn bat, Aachen zu verlassen und ihr nach Paris vorauszufahren. Als sie fünf Wochen später endlich nachkam, hatte er freilich so lange nicht warten können, und sie hat ihn wohl niemals wiedergesehen. Aber noch im Jahre 1843 versicherte er ihr, «dass weder die Zeit noch die Entfernung die zärtliche Freundschaft habe abschwächen können, die ihn durch die schönsten Erinnerungen seines Lebens an sie binde.» Dieser Brief ist einer der letzten. Im Juli desselben Jahres starb Prinz August auf einer Inspektionsreise in Bromberg, Er war unvermählt geblieben. Im Jahre T810 hatte Frau von Stdel ihr Werk Ober Deutschland beendet. Um die Genehmigung der Zensur zu erlangen, wandte sie sich an Juliette, damit diese bei den massgebenden Persönlichkeiten ihren Einfluss geltend mache. Aber Napoleon verfolgte seine alte Gegnerin mit unversöhnlichem Hass. Die Bemühungen der Madame Recamier waren erfolglos. Die Genehmigung wurde nicht nur verweigert, sondern die ganze französische Ausgabe des Werkes zerstört, der Verfasserin aufs neue der Aufenthalt in Frankreich verboten und ihr Verkehr in Coppet streng überwacht. Aber auch für Juliette hatte ihre treue Freundschaft böse Folgen. Napoleon sprach bei einem Feste unverholen aus, dass er jeden als seinen Feind betrachte, der sich im Salon der Madame Recamier zeige. Unter diesen Verhältnissen war es allerdings eine Tollkühnheit, dass Juliette, gleichzeitig mit Marhieu Montmorency, es unternahm, ihre trostbedürftige und fast verzweifelte Freundin in ihrer Verbannung aufzusuchen. Sechsunddreissig Stunden war sie unter dem Dache der Frau von Stael, lange genug, dass die Spione des Kaisers von ihrem Besuche Kenntnis' erhielten. Noch auf der Rückreise erreichte sie bereits die Massregeluhg, dass ihr der Aufenthalt innerhalb 40 Meilen im Umkreise von Paris verboten sei. Das gleiche Schicksal ereilte Montmorency. (Schluss folgt.) Irrgang Endlose Wege ging ich durch die Lande, Nie fand ich geöffnet ein gastliches Tor. Wo säumst du, Geliebte, die mich erkor, Wo weilst du. Ersehnte im Brautgewande, Die jede Nacht durch meinen Traum gegangen.. Am Tage versankest du im grellen Licht Der herzlosen Städte, die mich gefangen..* Dich suchte ich lange, geliebtes Gesicht. Erwartest du noch in Sehnsucht den Fernen, Der einst an dir stumm vorübergeschritten; Mit gesenkter Stirne, ein verträumtes Kind.«« Versunken suchten wir das Los in den Sternen, Und haben schmerzvoll die Jahre durchlitten: Zwei Herzen, die einander verfallen sind. Johannes Vincent Venner. 3OOO Kakteenraupen erobern zwei Erdteile Die bisher geschilderten abenteuerlichen Ueberführungen des Kautschukbaumes, des Fieberrindenbaumes und der Alpakas und Vikugnas von ihrem heimatlichen Kontinent nach anderen Erdteilen Feinde der australischen Melonen, Tomaten, Trauben und Kartoffeln waren. Diese Untersuchung wurde erst hinter dem engen Gazedraht der australischen Station vorgenommen. Bis dahin galten waren geniale Schachzüge im Kampf um dendie zukünftigen Retter der australischen Erde als Rohstoff. Heute wird dieser Kampf nicht mehr an besonders gefährliche Fracht. den Grenzen der Urwälder weitergeführt, sondern in den Laboratorien der Industrie und der Wissen- * Die entscheidende Ueberfahrt. schaff, wo die Meister des Mikroskops gnd der Retorte zu neuen Stoffen vordringen, die die Welt noch nicht kennt. Aber damit haben die geheimnisvollen Schiffsladungen von lebenden Wesen, die über das Schicksal von Ländern und Völkern entscheiden, noch nicht aufgehört, die Ozeane zu überqueren. Die Welt im Kakteenkrieg. In Australien; in Südafrika, auf Ceylon, auf Hawaii — überall in den Tropen rüstet sich-der Mensch zu einem grossartigen Vernichtungsfeldzug gegen das überhandnehmende Unkraut der grossen Kakteen, der Stechbirnenpest, wie der Australier sagt. In Australien, wo die Gefahr am dringendsten war, ist man, nachdem der Kampf mit Hacke, Feuer und Gift sich als unzureichend erwies, zuerst auf den Gedanken gekommen, die natürlichen Feinde der Kakteen aus ihrer südamerikanischen Heimat herüberzuholen und auf den hartnäckigen Landesfeind loszulassen. In Australien waren vor wenigen Jahren 30 Millionen Morgen Land dadurch verdorben, in Südafrika schon 8 Millionen Morgen. Allein die Grosse dieser Zahlen gibt den merkwürdigen Insektentransporten, die hier als Hilfstruppen des Menschen über den Pazifik und den Atlantik geholt wurden, einen Schimmer von Romantik. Die gefährliche Fracht der «Sonoma». Die «Sonoma» fährt vermutlich heute noch im regelmässigen Liniendienst zwischen San Franzisko und Sidney. Dieser Dampfer war ausersehen, die von den australischen Fachleuten in langjähriger Arbeit in Texas, Florida, Mexiko und Argentinien gesammelten und auf ihre Kakteenfeindschaft hin geprüften Insekten von einem Kontinent zum anderen zu überführen. Die Ueberfahrt der ungewöhnlichen Fracht geschah in luftigen, tragbaren, treibhausähnlichen Transportkosten, in denen in sterilisiertem feuchten Torfmoos die Kakteensprosse eingepflanzt waren, auf denen wiederum die Insekten sassen. Zuerst stellte man die Kästen in den Kühlraum, und sämtliche Tiere gingen ein. Später liess man sich ein Deck, und der zweite Offizier von der «Sonoma» wurde allmählich ein Spezialist im Festzurren der Kästen bei bewegter See und im Schattengeben unter' der Aequatorsonne des Pazifik, denn in vier Jahren wurden auf diese Weise 205 Transportkästen frachtfrei von San Franzisko nach Sidney geschickt. Uebrigens war bei all diesen Insekten noch nicht sicher festgestellt, ob all diese Kakteenfeinde nicht auch Schalter mit 4 -5,facher «^ E Wärme-Regulierung I^L Beachten Sie diesen grossen jj£ Vorteil beim Heudssen, und wählen Sie nur Marke SOLIS Schluss unserer Artikelserie „Schachzüge um Rohstoffe" Aber wenn der zweite Offizier von der «Sonoma» gehofft hatte, bei einem ähnlich folgenschweren Transport Zeuge und Mithelfer zu sein, wie ihn einst die Entführung der Kautschuksamen auf der «Amazonas» darstellte, dann sah er sich durch die Tücke des Zufalls bitter enttäuscht. Dieser eine, grosse und entscheidende Transport ging nämlich als einzige Sendung nicht von San Franzisko, sondern von Buenos Aires über den Atlantik, Kapstadt und den Indischen Ozean nach Australien, und das war so gekommen: Schon 1914 hatte einer der wissenschaftlichen Kundschafter Australiens sich einen erklärten KpJ^. teenfeind im botanischen Garten von BahiaiyprK gemerkt, einen hübschen kleinen Schmetterling, der seine Eier an die Kakteensprosse legte, damit die Raupen es- sich später im saftiggrünen Kakteenfleisch so wohl sein Hessen wie die Maden'iw Speck. Eine australische Argentinien-Expedition hatte das begehrte Insekt nicht wiederfinden können. Erst 1924 wurde der Schmetterling bei Concordia in der Provinz Entre Rios wieder entdeckt. Die Hauptstation der Australier auf dem amerikanischen Kontinent war in Uvalde in Texas, mehr als 10,000 Kilometer von der Fundstelle des Schmetterlings entfernt, dessen Raupen den Kakteenkrieg zugunsten des Menschen entscheiden sollten. Wije leicht also hätte dieser eine von den 143 von den Australiern in Erwägung gezogenen Kdkteenfeinden vergessen werden können! Aber nun hatte man ihn, und bereits im Mai 1924 traten 3000 Raupen des Schmetterlings Cactoblastis cactorum die historische Ueberfahrt nach Afrika und Australien an. Dabei überliess man bei einem kurzen Aufenthalt in Kapstadt 250 Tiere der südafrikanischen Regierung. Dieser kleine Transport wurde zum Ausgangspunkt für die Befreiung ganz Australiens und Südafrikas, denn bei dieser einen Lädung'von 3000 Raupen ist es geblieben. deutschen Ostseeküste liegen heute die wichtigsten Fundstätten des Bernsteins. Die Küste Samlands-, der Halbinsel bei Königsberg, wird nach den besonders häufigen Bemsteinfunden als Bernsteinküste bezeichnet. Da das spezifische Gewicht das Bern- 3000 Raupen tun ihre Pflicht. steins nur wenig grösser als das des reinen Wassers ist, schwimmt der Bernstein bisweilen auf dem Milliarden von Eiern wurden 1927 in den schlimmsten australischen Kakteenfeldern angesetzt. Heute kann man die Vermehrung der salzigen Meerwasser; sonst wird er nahe dem Strand durch Schöpfen oder von Kähnen aus Schmetterlinge ruhig sich selbst überlassen. Zweimal im Jahr fallen Billionen von Raupen im Gross- durch Stechen gewonnen. Auch durch Grabungen gelangt man zu Bernsteinfunden; diese Gewinnung angriff über die Kakteen her, und nach wenigen ist auch die ertragsreichste. Aus dem Bernsteinbergwerk bei Palmnicken zum Beispiel stammt der Wochen liegen ganze Felder und Wälder davon in kümmerlichen Ueberresten am Boden. Es gibt in Grossteil der Welterzeugung. Heute wird Bernstein fast ausschliesslich im Tagbau gewonnen; die ganz Australien kein einziges Stechbirnenfeld mehr, das nicht schon von der Kakteenmotte verseucht ist. Millionen Morgen Land sind schon von Blaue Erde liegt unter mehreren Erdschichten, wie Humus, Sand, Braunkohle und Triebsand. Grosse der Kakteenplage gereinigt,' Bei dem übrigen Teil Bagger schöpfen die Blaue Erde aus der Tiefe, ist die Säuberung nur noch eine Frage der Zeit. die Erde wird gewaschen; sodann wird der Bernstein ausgelesen oder ausgesiebt. In Südafrika hat man vor einigen Wochen zum ersten Male 300,000 Schmetterlingseier, die Nachkommenschaft jener 250 südamerikanischen Raupen vom Jahre 1924, in den gefährdetsten Gegenten des Bernsteins angeführt. Von der grössten Im Handel werden etwa 200 verschiedene Sorden des Ostens ausgesetzt. Heute sind es zwar Sorte, Fliesen genannt, wiegt das Stück etwa zwölf nur einige Morgen Kakteengestrüpp, die von den Dekagramm,- die kleinsten Sorten, die sogenannten Knibbeln, wiegen kaum, sieben Zehntelgramm. aus diesen Eiern entschlüpften Raupen vernichtet sind. Im Herbst aber werden schon'30 Millionen, Nach Grosse, Farbe und Dichtigkeit richtet sich im nächsten Frühjahr sogar 3 Milliarden Raupen auch der Handelspreis, der zwischen 5 bis 400 die Kakteenpest angreifen. Schon plant man in Schilling für das Kilogramm schwankt. Australien, ein anderes gefährliches Unkraut durch ein anderes Insekt zu vernichten. Vielleicht wird sie also schon gesammelt, vielleicht kreuzt sie schon den Ozean — die nächste lebend« Schiffladung, die das Gesicht der Welt verändert, abenteuerliche, geheimnisvolle, seltsame Fracht) LB. Bernstein, der brennende Stein Wenn das Geld knapp ist, müssen so manche Dinge unverkauft im Schaufenster liegen bleiben, so sehr sie auch den Käufer anlocken mögen. Die moderne Schmuckindustrie hat dem Geldmangel der Welt Rechnung getragen und den billigen Zierschmuck als modern erklärt. Nun gibt nicht mehr der Wert des Materials dem Schmuck seine Bedeutung, sondern die künstlerische und meist in der Tat auch geschmackvolle Ausarbeitung. Zu den vielen Materialien, aus denen Zierschmuck hergestellt wird, gehört ganz besonders der Bernstein. t So feiert der Bernstein nach vielen Jahren wieder eine Renaissance, die um so mehr zu begrüssen ist, als die Mannigfaltigkeit seiner Farben und Formen der Phantasie der Zierschmuckkünstler ein reiches Arbeitsfeld ermöglicht. Schon in vorgeschichtlicher Zeit hatte man 'kleine Figuren, Hals- und Armketten, Knöpfe und Amu- haare, Vogelfedern, Schnecken, Krebse, Spinnen, Tausendfüssler und Skorpione findet man im lette aus Bernstein angefertigt. Das Altertum Bernstein eingeschlossen und für immer konser- Als Kuriosum sei angeführt, dass man sogar schrieb dem Bernstein geheime Kräfte zu undviert. verwendete Berrtsfeinamulette zum Schütze vor Krankheiten und vor bösen Geistern. Vielleicht trug dazu auch bei, dass man beim Reiben des Bernsteines unbekannte,/ mystische Erscheinungen wahrnahm, die wir als elektrische Erscheinungen längst kennen. Der Bernstein ist kein Stein; er ist das Harz kieferartiger Nadelhölzer, die vor vielen Jahrtausenden im Norden Europas, in Skandinavien wuchsen. Damals, im Zeitalter des Tertiärs, auch Braunlcohlenzeit genannt, senkte sich das Harz, das aus den Bäumen auf den Waldboden geflossen war, im Laufe der Jahre tiefer und kam schliesslich samt dem Waldboden unter den Meeresspiegel zu liegen. Das Harz würde zerwascheri und dann in der sogenannten Blauen Erde abgelagert. Jahrtausende vergingen; es kam die Eiszeit. Das Diluvialeis und das Meer drangen in die Erdschichtungen ein und trugen den Bernstein südwärts in das Diluvium der Ostseeküste. An der In rundlichen oder scheibenförmigen Stücken wird der Bernstein gefunden; er kann durchsichtig wie Glas sein, er kann durchscheinen oder trüb sein. Die Farben sind mannigfaltig; helles, fast weisses Gelb; sattes, volles Gelb und Rotbraun findet sich; äusserst selten aber sind die Farben Grün und Blau. Der Bernstein glänzt fett und hat Von Dr. Josef Robert Harrer. einen muscheligen Bruch. Sein Name stammt vom niederdeutschen Worte «bernen», das «brennen» bedeutet. Bernstein, also Brennstein! Er verbrennt mit einer hellen Flamme und verbreitet dabei angenehmen Duft. Sehr häufig findet man im Bernstein Tiere jener fernen Erdepoche eingeschlossen. Tausende Arten von Gliedertieren haben sich so unversehrt der Nachwelt erhalten; an Fliegen und Mücken zählt man bis heute 650 verschiedene Arten. Alle diese kleinen Tiere haben vor undenkbar langer Zeit im Harz ihr Grab gefunden; Erdformationen gingen dahin. Und das kleine zarte Tierchen wurde unversehrt bewahrt; es hat den Anschein, als brauchte man das Käferchen nur aus dem Bernstein zu lösen, und es müsste sofort weite'rkriechen. Auch Pflanzenreste (190 Arten), Säugetier- eine Eidechse und einen Floh im Bernstein gefunden hat. Für Schmuck- und Gebrauchsgegenstände wird der von der Verwitterungskruste befreite Bernstein auf verschiedene Art bearbeitet. Er wird geschnitten, auf der Drehbank gerundet oder gefeilt; durch Polieren erhalten dann die Stücke ihren weichen Glanz. Und dann wandern die Zigarren- und Zigarettenspitzen, die glatt polierten oder mit Facettenschliff versehenen Bernsteinkorallenketten, die Figuren und Anhänger in alle Welt, weit bis in den Sudan und den fernen Orient. Und auch die Mädchen unseres Landes tragen die schönen Ketten aus Bernstein, die in der Sonne so mild leuchten und so sanft durch die Finger gleiten. .. Bernstein, nur Bernstein! Nein, Bernstein, der zum Nachdenken anregt; Bernstein, der uns von unserer alten Mutter Erde erzählt und von ihrer Vergangenheit; Bernstein, der aus dem Schoss der Erde kommt wie sein stolzester Bruder im Reiche des Schmuckes: der Diamant. Kommende Ereignisse I Basel: Bif 22. November: Jubiläumsausstellung Hr. Müller, Mail« Laroche und jüngere Basler Porträtzeichnungen (KunsthaUe). 14.NOT.: A.C.S.-BaH. 20. Nov.: Konzert d. Basler Trio, BeethoTen-Abend (Xcmr serratoriumssaal). Barn! 14./1S. NOT.: Schubert-Konzert, veranstaltet Ton dar Berner Liedertafel (Franz. Kirche). 18. NOT.: Bemer Waldlauf (Sportplatz Neufeld). 18./17. NOT.: Symphoniekonzert d. Bern. Musikges. Leitung;: Luc Balmer als Gastdirigent. Solist: Alex. Kipnia, Bass. (Kasino.) 21. NOT.: Jahresfeier der Auto-Sektion d. T. C. 5. Frfbourg: 22. NOT.: Concert avec le concours de Mme Mariatt Anderson (chant). Genera: 18. NOT.: Concert de l'Orchettre romand sous la direc tion de M. Fr. von HoessHn, Bayreuth (Victoria-Hall). 20. NOT.: Concert Tinayre-Cellier (Conservatoire). 21. NOT.: Redtal du Quatuor Lener (Conserratoire). T ffWif"Tti 16. NOT.: Concert symphonique, dir. M. Fr. Ton Hoesslin, Bayreuth (Theatre munieipaß. 18.NOT.: Concert du Quatuor Lenei (NouTeaux Concarts). Lngano: Bis 30. NOT.: Golfnettspiele. Linn: 19. NOT.: Populäres Symphoniekonzert (Stadttheater). Bis 6.Dez.: Ausstellung innerschweiz. Malerei und Plastik des XV. u. XVI. Jahrh. aus öffentl. u. priv. Besitz (Kunstmuseum). NneUW 19. Nov.: Concert da musique de chambre avec 1« concours du trio Busch-Serldn. Rorscfcach: IS. NOT.: Crosses Konzert, veranstaltet von den Männerchoren Frohsinn und Helvetia. St. Gallaat Bis 22. NOT.: Kunstmuseum: Ausstellung E. Ammann (Basel), E. Schlauer (Uttwil), E. Schenker (Bern). VeTey: 16. NOT.: Concert Ad. Busch, Tioloniste, Rud. SerHst, pianiste. Wintarthur: Bis 22. NOT.: Kunstmuseum: Ausstellung Fred Stauffer, Hermann Burte-Strübe, Emma Sulzer-Forrer, loh. T. Tschamer. Ztxich: 19. NOT.: Liederabend Heinrich Schlusnns (Tonhalle). 20. Nov.: Klavierabend Max Geiger (Tonhalle). 22. Nov.: Konzert d. Reinhart Chors und d. Stadtorchesters Winterthux: Missa solemnis v. los. Haydn Bir 22. Novi Kunsthaus: Ausstellung der Küastlezrareirii- : «rang Zürich.' Craphiscs.es Kabinett.

N° 92 — Automobil-Revue 11 M a r g r e t Halm: Ein Herr in grosser Verlegenheit « Ein Herr Dr. «Holzapfel wünscht den Herrn Direktor zu sprechen, » meldete die Sekretärin ins Privatbureau des Chefs einer Uhrenfabrik, «Holzapfel? Kenne ich nicht! Was will er? » fragte der Chef. « Er komme in einer dringlichen Angelegenheit, » erwidert die Sekretärin. «Er ist sehr aufgeregt, es scheint, als ob etwas » « Na, da lassen Sie ihn herein, wir werden ja hören. » Wenige Minuten später steht ein sehr gut gekleideter Herr mit ausgezeichneten Manieren vor dem Chef des Hauses, sichtlich bemüht, einer starken Erregung Herr zu werden. « Womit kann ich » « Holzapfel ist mein Name. Dr. Holzapfel! Ich habe die Ehre mit Herrn Direktor ? » «Jawohl, der bin ich, doch ich entsinne mich nicht — — » « Ganz richtig, ganz richtig, das glaube ich gern! Dafür wird sich einer Ihrer Vertreter um so besser erinnern können, wem er heute vormittag den Mantel und Brieftasche mit vierhundertfünfzig Franken gestohlen hat. Jawohl, ich denke, der Herr weiss das genau!» « Wie bitte — ich glaube, Sie müssen sich da in einem grossen Irrtum befinden —, das heisst —, ich glaube Ihnen selbstverständlich gern, und was Sie da erzählen, ist furchtbar! Aber einer meiner Vertreter — —, das ist wohl ausgeschlossen! » > Der Chef der Firma hatte sich schon während der Erzählung des Fremden hoch aufgereckt. Zum Teufel —, da hatte jemand mit diesem armen Mann einen schlechten Scherz getrieben. Scheussliche Situation! Doch aus unserem Hause — nein — das — das war unmöglich! « Nichts ist ausgeschlossen, mein Herr, » fiel Dr. Holzapfel ihm ins Wort. «Wer weiss heute, wen er vor sich hat? Niemandem — nie — mandem — sage ich Ihnen, kann man heutzutage noch trauen, und wenn Sie einen Menschen vor sich sitzen haben, der Ihnen den anständigsten Eindruck von der Welt mächt, so kann es der gerissenste Gauner sein. Mir wenigstens ist es so ergangen. Lassen Sie sich erzählen: < Ich sass gestern abend in Innsbruck im Wartesaal, wo ich noch ein Glas Wein getrunken habe, da ich noch eine Stunde Zeit hatte, bis mein Zug fuhr. Da sitzt ein Herr am Tisch. Wir kamen ins Gespräch, wie es so geht, und es stellte sich heraus, dass wir die gleiche Strecke fuhren. Ich wollte nach Basel und bis Zürich konnten wir zusammen reisen. Man unterhielt sich gut mit diesem Manne, und es war mir recht, ja, sogar sehr angenehm. Unterwegs erzählte er mir dann, dass er Vertreter Ihrer Firma sei und schon seit fünfzehn Jahren für Sie reise. Der Mann hat einen sehr vertrauenserweckenden Eindruck gemacht. Als wir in der Frühe im Zürcher Bahnhof ankamen, ging ich zum Frühstück, und mein Begleiter verabschiedete sich. Kurz vor Abgang des Zuges stand er plötzlich wieder vor mir. Er habe von. seiner Firma —'von Ihnen also — einen dringenden Auftrag, nach Deutschland zu fahren, und da er wusste, dass er mich wohl hier noch treffen würde, so könnten wir zusammen weiterfahren und unsere anregenden Gespräche fortsetzen. Auch ich war erfreut, denn, wie gesagt, der Mann hatte mir gefallen! Er machte einen äusserst gediegenen Eindruck, und ich hätte ihm jede Gefälligkeit erwiesen, die er von mir erbeten hätte. Er schien sich jedoch in einer recht guten Lage zu befinden. Er hatte bereits, wie er mir erzählte, auf dieser Reise einen ansehnlichen Posten Ihrer Erzeugnisse absetzen und neue Aufträge erlangen können. Ich habe selten einen Menschen mit solcher Zufriedenheit von Beruf und Firma sprechen hören — die meisten nörgeln doch über den Chef und die schlechten Zeiten —, und das war ein Grund mehr, diesen Mann namens Berger sympathisch zu finden. Sie müssen wissen, ich bin sonst sehr verschlossen und nicht so leicht geneigt, Vertrauen zu empfinden. Ich habe meine schlechten Erfahrungen. Man weiss für gewöhnlich, wie gesagt, nie, was hinter einem Menschen steckt, und wenn er einen noch so zuverlässigen und offenen Eindruck macht. Es heisst viel, wenn ich Ihnen erkläre, dass ich mich gefreut hätte, wenn es nicht nur bei Reisebekannt- einer üblichen und flüchtigen schaft geblieben wäre...» Auch Ihnen kann er gelingen! Bestellen Sie sofort G E F A - L O S E , denn am ezem er ist die Ziehung der helle Verzweiflung widerspiegelte, doch auch Entschlossenheit, bis zum Aeussersten um sein Recht zu kämpfen. « Sie* verzeihen, mein Herr. » Nun war auch die Stimme des Fabrikanten ernst und sehr bestimmt geworden. « Was Sie da sagen, ist eine doppelte Zumutung, die ich nicht gehört haben will. Ich sagte soeben, dass nur Herren meiner engsten Familie für uns unterwegs sind. Es erübrigt sich also, auf das erstere überhaupt einzugehen. Dass ich, das heisst meine Firma, für einen Schaden haftet, den Sie erlitten haben, das erscheint mir denn doch etwas mehr als grotesk. Wie kämen wir dazu? Davon kann gar keine Rede sein. Ich habe volles Mitgefühl für Ihre Lage, gewiss, ich gebe zu, es ist ganz scheusslich, was Sie da erzählen, » fuhr der Fabrikant, der sich ange- Warum sollten nicht auch Sie unter den glücklichen Gewinnern sein ? 3 / 4 MILLIONEN GEWIN NSUMME Lospreis Fr. 10.—. Zehnerserie mit mindestens einem sichern Treffer, Fr. 100.—. Postcheckadresse: Lotteriebureau G E F A, Grenchen Va 1821. Briefadresse: Postfach37, Grenchen. Diskrete Zustellung der Lose nach allen Kantonen, auch gegen Nachnahme. Für Porto 40 Rp., für Ziehungsliste 30 Rp. beifügen. Tel. 85.766. Auch erhältlich bei den solothurnischen Banken und der Basellandschaftlichen Kantonalbank. — Auszahlung der Treffer nach allen Kantonen der Schweiz ohne jeglichen Abzug. die grosse Volks- und Arbeitsbeschaffungslotterie will ich stets wandern, nd keiner andern. In Ich erfolgreich, omm'ichan'sZW' Verlangen Sie ausführlichen Gratisprospekt oder unverbindliche Vorführung durch den Generalvertreter: Die Frage, welchen Komponisten er höher schätze, verträgt Toscanini nicht im geringsten. Eines Tages ereignete ea sich in New York, dass mehrere Damen ihn wieder mit derselben Frage bestürmten. Toscanini antwortete ausweichend. Da aber die Damen — meist sehr reich und einflussreich — ihm keine Ruhe gaben, erklärte er schliesslich: « In diesem Jahre, meine Damen, habe ich an Wagner etwa 10.000 Dollar verdient. An Beethoven etwas weniger.. Offenbar ist Wagner der gröseere Musiker. » und diskret erfolgt der Versand meines illustr. Kataloges Nr. 6 über sämtliche Sanitäts- u. Gummiartikel, Frauendouchen etc. S. Recla-Bücheli, Chur, Martinsplatz 6. T St Der Direktor bemüht sich mit aller Höflichkeit und Anteilnahme, die Ungeduld über Dr. Holzapfels langatmige Ausführungen zu verbergen und ihn mit keinem Wort zu unterbrechen. Obwohl er nicht recht weiss, wieso er dazu kommt, diesen Mann sich anzuhören. Der Direktor bemüht sich, die Ungeduld zu verbergen, 5 Modelle ab Fr. 190.- W. Häusler-Zepf, Ölten Um Toscanini # Gratis # Zeichnung Wohnlieh Dr. Holzapfel fährt fort: « Und dann geschieht das Unglaubliche! Sie werden sich meine Enttäuschung vorstellen können und meine Fassungslosigkeit über die folgenden Ereignisse, die ich niemals, aber auch gar nicht in dieser Gesellschaft für möglich gehalten hätte. Von dem Schaden, der mir dadurch entstanden und der mich in die ärgste Verlegenheit gebracht hat, ganz zu schweigen! Wie Sie mich hier sehen, stehe ich gänzlich mittellos und ratlos vor Ihnen. Sie müssen mir zu meinem Recht, zu meinen Sachen wieder verhelfen! Kurz und gut, die überaus peinliche Angelegenheit mit Ihrem seltsamen Reisenden spielte sich heute früh folgendermassen ab: Wir haben in aller Herzlichkeit eben noch über persönliche Dinge gesprochen. Wir sind allein in dem Coupe und freuen uns darüber. Kurz vor Baden habe ich für einige Minuten das Coupe verlassen und kam erst zurück, als der Zug schon angefahren war. Doch was sehe ich da, — der Herr, mein Reisebegleiter seit gestern abend, ist nicht mehr da —, muss in Baden ausgestiegen sein, und zwar unter Mitnahme meines Mantels, in dem sich eine Brieftasche mit vierhundertfünfzig Franken und all meinen Papieren befand. Hätte ich nicht in der Westentasche noch ein wenig Kleingeld gehabt, ich hätte nicht einmal bis hierher zurückfahren können. Es hat gerade noch dazu gereicht. Und nun bin ich hier und frage Sie: wer ist dieser saubere Herr Berger? Wer ist der Herr, wo ist der Herr, und vor allem: wo ist meine Brieftasche und mein Mantel?» «Ich muss sehr bedauern, mein Herr, Sie sehen mich völlig ahnungslos! Einen Herrn dieses Namens kenne ich nicht, und da wir hier im Hause drei Chefs sind, die zur Familie gehören, ist immer einer von uns unterwegs, so dass wir sonst keine Reisenden beschäftigen. Sie sehen also, dass das Ganze mit uns nichts zu tun haben kann. » «Aber mein Herr, Sie werden sich doch hier nicht herausreden wollen! Der Mann hat mir ausdrücklich den Namen Ihrer Firma genannt! Ich irre mich auf gar keinen Fall,, und er hat mir sogar sehr viel von Ihrem Hause erzählt, das ein Aussenstehender ganz unmöglich wissen könnte. Mein Gott, wem bin ich da in die Hände gefallen? Ist man denn völlig schutzlos jedem Gauner ausgeliefert? Herr — es ist ein Reisender Ihres Hauses gewesen! Ihren Namen hat er genannt! Wie käme er dazu? Sie sind mir verantwortlich für den erlittenen Schaden. » Nun war der Fremde aufgesprungen und hatte einen sehr heftigen Ton angenommen. Ein tiefes Rot hatte seinen Nacken überzogen, und in seine Augen war ein Glanz getreten,