Taxi Times DACH - Juni 2018

taxitimes

JUNI / JULI 2018 4,80 €

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D – A – CH

Stefan Gelbhaar,

Bündnis 90 /Die Grünen

PBefG

Michael Donth,

CDU

IM DIALOG MIT DEM BZP

POLITIKER IM

KOMPETENZ-CHECK

Daniela Kluckert,

FDP

Taxi Times-Seminar zu Krankenfahrten

»DER FAHRGAST IST UNSER

VERBÜNDETER«

Daumenkino der Eskalation

UBER TRICKST

IN WIEN

Deregulierung und seine Folgen

DIE LEKTIONEN DER

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INHALT

FOTOS: Deutscher Bundestag Inga Haar / Achim Melde, Stefan Gelbhaar MONTAGE: Raufeld Medien

WENIGER GELD,

BESSERE ARGUMENTE

Es sind unruhige Zeiten im Taxigewerbe.

In Österreich sind beispielsweise

zum zweiten Mal

innerhalb weniger Wochen die

Wiener Taxilenker auf die Straße

gegangen. Der Protest richtet

sich weiterhin gegen Uber, jenes

Unternehmen, dem die Nutzung

der UberX-App gerichtlich per

einstweiliger Verfügung untersagt

wurde und die nur zwei Tage später trotzdem wieder online war.

Man schiebt sämtliche Verantwortung auf den Uber-Partner und

hofft darauf, dass die zuständigen Behörden mit der Kontrolle der

Rückkehrpflicht überfordert sind. Wir berichten auf Seite 11.

In Wien gibt es zwei Lager. Zum einen die protestierenden Taxilenker,

zum anderen die Gewerbevertreter aus der Wirtschaftskammer

und den beiden Taxizentralen, die politischen Druck mit Gesprächen

aufbauen. Vielleicht ist es ja eine stille Arbeitsteilung, auf die

sich beide Lager verständigt haben. Dann bluffen sie nach außen

wirklich gut, denn für den neutralen Beobachter entsteht der fatale

Eindruck, dass die Branche gespalten ist. Nun ja, der Zweck heiligt

die Mittel, solange man Erfolg hat. Der österreichische Verkehrsminister

will jetzt endlich die geforderte Änderung des Gelegenheitsverkehrsgesetzes

anpacken.

In Deutschland ist das anders. Hier will die Politik das Personenbeförderungsgesetz

(PBefG) ändern, während das Gewerbe völlig zu

Recht die Auffassung vertritt, dass nicht das Gesetz den Wettbewerb

verzerrt, sondern das Vollzugsdefizit bei den Behörden, weil diese

nicht willens sind bzw. politisch auch nicht in die Lage versetzt werden,

Wildwuchs durch Kontrollen und Sanktionen zu verhindern.

Umso wichtiger ist es, dass wir als Taxigewerbe uns mit denjenigen

Politikern auseinandersetzen, die sich mit der komplexen Materie

Taxi“ befassen. Drei von ihnen waren bei der BZP-Frühjahrstagung

(S. 5). Sie werden als Mitglieder des Verkehrsausschusses die möglichen

PBefG-Änderungen erarbeiten. Die positive Erkenntnis dieses

Tages war, dass die Taxibranche „im Wettkampf der Lobbyisten“

zwar weniger Geld hat, dafür aber die besseren Argumente. Und

genau deshalb müssen wir diese Argumente immer wieder betonen.

Gegenüber allen Politikern und auch gegenüber unseren Kunden.

Ein Appell, der übrigens auch beim Taxi Times-Seminar zur Sprache

kam, dort im Zusammenhang mit den Krankenfahrten (S. 19).

Eine spannende Lektüre und viele überzeugende Gespräche

wünscht Ihnen

Jürgen Hartmann (Chefredakteur)

INHALT

MELDUNGEN

4 Kassen-Nachschau auch bei Taximetern u. a.

GEWERBEPOLITIK

6 Drei Abgeordnete im Kompetenz-Check

RIDE UND TAXISHARING

8 Diverse News von vielen Anbietern

ÖSTERREICH

11 Uber in Wien: Achtung, Déjà-vu!

TAXI INTERNATIONAL

15 Brüssel: Taxi-Experten im Erfahrungsaustausch

16 Deregulierung: Lektionen aus den Niederlanden

TAXI TIMES-SEMINAR

17 Vorträge und Sponsoren

18 Krankenfahrten-Marketing: Tipps und Zahlen

Fahrzeuge

20 Fahrzeugmeldungen

21 Rolli-Umrüstungen für E-Taxis

KOMMENTARE

22 Wertlose Rückkehrpflicht: Plan B ist nötig

23 Behörden: Alles außer Kontrolle, oder was?

24 Religiös unrein: Beförderungspflicht bei Hunden

NOCH MEHR TAXI TIMES

26 Themen der Regionalausgaben Berlin und München

26 Impressum

TAXI JUNI / JULI / 2018

3


MELDUNGEN

NEWSTICKER

ANZEIGE

UNBEFRISTET DIGITAL

AUF DEM DACH

Im März 2017 startete in Hamburg

ein Feldversuch mit digitalen Dachwerbeträgern.

Da die damit verbundenen

Untersuchungen keine

sicherheitsrelevanten Beanstandungen

ergaben, hat die Hamburger

Behörde nun die Nutzung

ohne zeitliche Befristung erlaubt.

„Grundlage ist die uns erteilte

TÜV-Bescheinigung und das Gutachten

des Lichttechnischen Instituts

der Uni Karlsruhe, das die

Verkehrsgefährdung ausgeschlossen

hat“, berichtet Falk Röbbelen,

Geschäftsführer des Hamburger

Werbeunternehmens TAXi-AD,

gegenüber Taxi Times. Auf den

digitalen Dachwerbeträgern werden

Bilder bzw. Fotos GPS-gesteuert

und ortsabhängig eingespielt.

Ein Motivwechsel ist maximal alle

sechs Sekunden erlaubt. jh

VORSICHT

BEIM TÜRE-ÖFFNEN

Einen Tag nach dem BZP-Dialog mit Bundestagspolitikern (siehe nebenstehender

Bericht) war Präsident Michael Müller schon wieder knapp 300 Kilometer

weiter im Einsatz. Diesmal in Hannover und im Dienste der Fahrradsicherheit.

Gemeinsam mit Gunther Zimmermann (Bildmitte) vom Gesamtverband

Verkehrsgewerbe Niedersachsen e. V. und Eberhard Röhrig van der Meer

(rechts), Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC),

brachte Müller einen Aufkleber in Erinnerung, mit dem Fahrradunfälle beim

Aussteigen aus dem Taxi vermieden werden können.

Der Aufkleber, angebracht an der Innenseite aller Taxitüren, soll die Fahrgäste

daran erinnern, dass möglicherweise Fahrradfahrer am Taxi vorbeifahren

könnten. Er ist beim GVN erhältlich.

jh

BMF-ANWEISUNG:

KASSEN-NACHSCHAU

AUCH BEI TAXAMETERN

ANTENNENSYSTEME

®

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat in einem Schreiben vom 20. Mai

2018 klare Regelungen zur Kassen-Nachschau definiert, die für alle weisungsgebundenen,

nachgelagerten Finanzbehörden gelten. Weil darin sowohl Taxameter

als auch Wegstreckenzähler als Kasse definiert werden, unterliegen Taxi- und

Mietwagenunternehmer der Kassen-Nachschau.

Die Kassen-Nachschau wiederum ist ein „besonderes Verfahren zur zeitnahen

Überprüfung der Ordnungsmäßigkeit der Kassenaufzeichnungen und der ordnungsgemäßen

Übernahme der Kassenaufzeichnungen in die Buchführung“. Sie

wurde am 22. Dezember 2016 als § 146b in die Abgabenordnung (AO) aufgenommen,

als die Bundesregierung das „Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an

digitalen Grundaufzeichnungen“ verabschiedete. Seitdem war stets ungeklärt, ob

Taxameter und Wegstreckenzähler als Kasse einzustufen sind, also als ein Gerät,

das digitale Grundaufzeichnungen vornimmt.

Mit der nun erfolgten Einstufung dürfen sämtliche Taxameter und Wegstreckenzähler

ohne Voranmeldung während der Geschäftszeiten überprüft werden. Auch

die Geschäftsräume von Taxi- und Mietwagenbetreiben dürfen spontan besucht

werden.

Was das nun konkret für die Taxibranche bedeutet, berichtet Taxi Times ausführlich

in ihrer nächsten Ausgabe.

jh

FOTOS: Axel Emmert, TAXiAd

4 JUNI / JULI / 2018 TAXI


GEWERBEPOLITIK

PBEFG:

POLITIKER IM

KOMPETENZ-

CHECK

Michael Donth steht mit BZP-Präsident

Michael Müller (rechts) schon seit Jahren

im politischen Dialog.

Mit einem neuen Format gestaltete der Bundesverband

BZP seine diesjährige Frühjahrstagung.

In drei festen Zeitfenstern traten Politiker mit

den Gewerbe vertretern in den Dialog. Die

Fachkompetenz hatte eine große Bandbreite.

FOTO: Taxi Times

Wie steht Ihre Partei zu den

geplanten Änderungen des

Personenbeförderungsgesetzes?

BZP-Präsident Michael Müller wollte

das am 14. Mai von drei Politikern des

Deutschen Bundestags wissen, die als

Mitglieder des Verkehrsausschusses

über diese Frage

demnächst entscheiden werden.

Sie waren dafür extra

vom Bundestag und den dortigen

Haushaltssitzungen

ins nahe gelegene Tagungshotel

gekommen. Den Anfang

machte Michael Donth von der CDU. Mit

ihm ist der BZP seit Längerem in Kontakt

und das Wissen des CDU-Abgeordneten zu

den Problemen und Konsequenzen möglicher

PBefG-Änderungen ist erfreulich fundiert.

Donth bestätigte die klare Absicht

der Großen Koalition, das Personenbeförderungsgesetz

noch in dieser Legislaturperiode

einer Änderung zu unterziehen, trat

aber der Kritik von Michael Müller entgegen.

Müller hatte bemängelt, der ausgehandelte

Koalitionsvertrag sei in dieser Frage

wenig konkret formuliert und hinterlasse

zu viel Interpretationsspielraum.

»Wir werden sicherlich auf die

Weiterentwicklung in der Technik

eine Antwort geben müssen.«

Michael Donth

Ein Koalitionsvertrag sei keine Bedienungsanleitung,

die genau jeden Handgriff

vorschreibe, sagte Donth dazu. Er

solle vielmehr eine Basis bilden, auf der

drei Partner zusammenarbeiten. Insofern

sei er auch nicht bis ins letzte Detail ausgearbeitet,

weil innerhalb der Gremien nicht

alle Fachpolitiker mit an Bord seien, sondern

die Partei- und Fraktionsspitzen. „Von

daher ist das, was Sie, Herr Müller, jetzt

kritisch angemerkt haben, aus meiner Sicht

gut, weil es eben keine fertig formulierten

Gesetzesentwürfe sind.“

Donth ist ohne Zweifel einer dieser

angesprochen Fachpolitiker. Er

sitzt im Ausschuss für Verkehr

und Digitalisierung und wird

mit den Kolleginnen und Kollegen

aus den anderen Parteien

die Vorschläge für eine Novellierung

des PBefG erarbeiten. Donth

betonte, er und seine Partei

verfolgen eine feste Leitlinie: Man sehe

nicht nur die neu aufgekommenen modernen

Möglichkeiten und die neuen Plattformen,

sondern auch den Ausgleich zwischen

Stadt und Land. Man könne nicht nur die

attraktiven Bereiche bedienen, sondern

müsse auch Bereiche dazunehmen, die sich

nur in der Mischkalkulation finanziell u

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RUBRIK

Daniela Kluckert, FDP: „Man

muss zu einer gemeinsamen

Lösung kommen, die das Alte

bewahrt, aber gleichzeitig neue

Formen ermöglicht.“

darstellen lassen. Es dürfe keine Rosinenpickerei

geben, bei der sich die einen auf die

lukrativen Bereiche konzentrieren und die

anderen den „Kruuscht übernemma müsset,

wo sichs hinda und vorne net rechnet“,

wie es der aus dem schwäbischen Reutlingen

stammende CDU­Mann in seinem

Heimatdialekt ausdrückt. Soll heißen: nur

unlukrative Fahrten sind für das Taxigewerbe

zu wenig.

GESETZ HAT SICH BEWÄHRT

Das PBefG habe sich aus CDU­Sicht in

der Gänze durchaus bewährt, sagt Donth.

„Aber wir werden sicherlich auf die Weiterentwicklung

in der Technik eine Antwort

geben müssen.“ Aus Berichten seiner Vorgänger

wisse Donth jedoch, wie schwierig

das Austarieren der verschiedenen Wünsche

und Anforderungen der einzelnen

Interessenvertreter ist. 2013 musste das

PBefG im Bereich der Linienverkehre an

europäisches Recht angeglichen

werden. „Da ist jedes

Wort und jedes Komma austariert,

wodurch mal eben kleine

Änderungen des PBefG nicht

möglich sind.“

Bei der jetzt geplanten

Novellierung ist es daher auch

nicht zielführend, mikroskopisch

kleine Änderungen vorzunehmen.

Das kann nur in der breiten

Diskussion erfolgen, in die auch die Verbände

und deren Fachwissen einbezogen

werden, verspricht Donth. „Insofern wird

die Änderung des PBefG nicht die allererste

Maßnahme sein, die aus dem Koalitionsvertrag

fertig sein wird.“ Dass sie aber kommt,

kann nicht bezweifelt werden, das sieht

auch Stefan Gelbhaar so. Der aus Berlin

stammende Politiker ist für die Partei Bündnis

90/Die Grünen erstmals im Bundestag

vertreten. Gelbhaar war vorher allerdings

schon Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus

und dort eng mit dem Thema Verkehr

vertraut. Von dort stammt auch das fundierte

„Praxis­ und Basiswissen“, das Müller

dem noch jungen Politiker am Ende von

dessen Ausführungen bestätigte.

Gelbhaar sieht das Taxigewerbe vor

großen Herausforderungen, die aber

auch Chance sein können. Im ländlichen

»Ich finde es wichtig, dass

wir die Debatte endlich einmal

richtig anfangen und einen

großen Wurf machen.«

Daniela Kluckert

Bereich sei der Rückgang an Mobilitätsangeboten

ein echtes Problem, während die

vielen Konkurrenten in den Städten eine

Marktverdrängung betreiben, „die vielen

Taxiunternehmen zur Existenzbedrohung

geworden ist. Da wird natürlich viel

sensibler reagiert, wenn hier durch das

PBefG weitere Einschnitte drohen“, zeigt

der Grüne Verständnis für die Bedenken

aus dem Taxigewerbe.

Die Branche selbst hat Gelbhaar bisher

als „mitnichten konservativ geprägt“ kennengelernt,

wie er explizit betont. „Ich weiß

mich im wohligen Austausch zum Thema

Inklusionstaxi, was ja auch eine Herausforderung

ist“, lobt er die Branche. In Berlin

wurde auch über das Thema Erdgastaxis

immer progressiv geredet ,Lasst uns die

TUT­Taxen probieren.‘ Es war immer klar:

Wenn etwas sinnvoll und machbar war, hat

sich die Taxibranche dem nicht verschlossen.

Ich würde dieses beiderseitige Engagement

gerne in diesem Sinne fortführen.

Dass das am Ende funktionabel sein muss,

ist völlig klar.“

Zwischen Donth am Vormittag und Gelbhaar

am Nachmittag hatte sich mit Daniela

Kluckert nach dem Mittagsessen auch eine

FDP­Politikerin der Diskussion gestellt.

Auch Kluckert gehört dem Verkehrsausschuss

an und die junge Liberale (37 Jahre)

sitzt erstmals im Bundestag. Doch anders

als Gelbhaar hatte sich die Politikerin noch

nicht sehr intensiv mit dem Taxigewerbe

auseinandergesetzt. Das wurde beispielsweise

deutlich, als sie eine Abschaffung

der Rückkehrpflicht für Mietwagen forderte,

weil diese ökologisch wie ökonomisch

nicht sinnvoll sei. Auf die Gegenargumentation

von Müller, in solchen Fällen würden

Mietwagenfahrer den Markt noch mehr

überschwemmen und im Innenstadtbereich

den Verkehr verdichten, entgegnete Frau

Kluckert, dass man dann die Anzahl der

Mietwagen konzessionieren müsse. Hier

muss die FDP­Politikerin noch aufgeklärt

werden, dass dies der Artikel 12 des Grundgesetzes

verbietet. Eine Mietwagenkonzession

zu verweigern, verstößt gegen die freie

Berufswahl.

Kluckert, deren Wahlkreis im ländlich

geprägten Niedersachsen liegt, beklagte

auch, dass auf dem Land „das Versprechen

der Mobilität nicht eingehalten wird“. Den

von Müller daraufhin eingeworfenen Hinweis

auf den Mindestlohn wies Frau Kluckert

zurück. Das sei auch schon vor dem

Mindestlohn der Fall gewesen.

MOBIL AUF DEM LAND

„Wenn wir das so belassen, werden wir

sehen, dass immer mehr Leute aus dem

ländlichen Raum abwandern, weil die Mobilität

ein essenzieller Bestandteil jeglichen

Lebens ist. Wenn wir das aber nicht wollen,

dann müssen wir schauen, dass

wir die Leute günstiger mobil

schaffen. Ich bin mit Ihnen

einer Meinung, dass man den

Taxigesellschaften nicht alle

Last überhäufen kann und

sie für all das verantwortlich

macht, was die öffentliche Hand

nicht mehr leisten kann. Aber

genau deswegen sollten wir die

Regeln öffnen, um gerade da, wo es schwierig

wird, neue Geschäftsmodelle zuzulassen,

um dann entscheiden zu können, ob es

passt oder ob es nicht passt“, schlägt Frau

Kluckert vor und hat große Pläne: „Alle bisherigen

Regelungen solle man sich Schritt

für Schritt ansehen, über die einzelnen

Sachen diskutieren und dann hoffentlich

zu einer gemeinsamen Lösung kommen,

die das Alte bewahrt, aber gleichzeitig neue

Formen ermöglicht. Ich finde es wichtig,

dass wir die Debatte endlich einmal richtig

anfangen und einen großen Wurf machen.“

Ihre Beispiele für den großen Wurf waren

allerdings nur einige wahllos zusammengewürfelte

Aspekte. So müsse beispielsweise

eine Regelung aus der BoKraft auf den

Prüfstand, wonach Taxis über fünf Türen

verfügen müssen (richtig ist, dass ein Taxi

auf der rechten Seite eine zweite Tür haben

muss), ebenso wie kommunale Regelungen,

FOTOS: Taxi Times

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JUNI / JULI / 2018 TAXI


GEWERBEPOLITIK

Stefan Gelbhaar, Bündnis 90/Die Grünen:

„Konkurrenten betreiben in den Städten

eine Marktverdrängung, die vielen Taxiunternehmen

zur Existenzbedrohung

geworden ist.“

Michael Donth, CDU:

„Ein Koalitionsvertrag

ist keine Bedienungsanleitung,

die genau jeden

Handgriff vorschreibt.“

die Taxis aus dem Umland das Laden von

Fahrgästen in der Stadt verbieten.

Michael Müller gab sein Bestes, doch

letztlich war die Zeit zu knapp, um auf alle

FDP­Irrtümer die passenden

Antworten zu geben. Frau

Kluckert versprach, in Berlin

die Taxizentrale zu besuchen.

Der Blick hinter die Kulissen

wird ihren Blickwinkel sicherlich

verändern.

Letztlich wollte keiner

Frau Kluckert einen Vorwurf machen. Ihr

Auftritt machte jedem der anwesenden

Taxivertreter noch mal klar, wie komplex

die Taxiregelungen sind und wie intensiv

die politische Aufklärung erfolgen muss.

Um das PBefG zu reformieren, benötigt es

»Wenn etwas sinnvoll und machbar

war, hat sich die Taxibranche dem

nie verschlossen.«

Stefan Gelbhaar

einen tiefen Einblick in die Taxibranche. Ab

und zu ein Fahrgast vorne rechts zu sein,

reicht nicht. Das PBefG nur mit Halbwissen

oder auf Basis der Einflüsterungen der digitalen

Konkurrenten zu reformieren, würde

die Taxibranche ins Chaos stürzen und den

Kundenschutz aufheben. In diesem Sinn

war das neue Format der BZP­Frühjahrstagung

eine gelungene Veranstaltung. Mit

Herrn Donth ist der BZP schon lange in

Gesprächen, er war bereits während der

Europäischen Taximesse 2016 als Redner

und Zuhörer aufgetreten. Stefan Gelbhaar

ist ein schöner Beweis, dass der Kontakt

und die Aufklärung schon auf

der kommunalen Ebene wichtig

ist. Die Taxi­Kompetenz, die der

grüne Politiker während seiner

Zeit als Abgeordneter des Berliner

Senats erworben hat, hilft

nun in neuer Funktion im Bundestag.

Bei Frau Kluckert macht

Hoffnung, dass selbst liberale Gedanken im

konstruktiven Dialog mit den Taxi­Interessen

in Einklang zu bringen sind. Von daher:

gerne noch mal in dieser Form. Nächste

Gelegenheit ist bei der Europäischen Taximesse

im November in Köln.

jh

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SHARING

TAXI-

SHARING

Was macht Moia in Hamburg und

Hannover? Was setzt das Taxigewerbe

dagegen? Welche neuen Anbieter

drängen noch auf den Markt? Und

wer will nicht gegen, sondern

mit dem Taxi agieren? Ein

Überblick.

ISAR-TIGER

IN MÜNCHEN

Die Münchner Verkehrsgesellschaft MVG

will ab Mitte Juni einen Sammeltaxi-Dienst

erproben, dem man den vielsagenden Namen

„Isar-Tiger“ gegeben hat. Der Test beginnt mit

einer dreimonatigen, kostenlosen Erprobungsphase

mit 20 umweltfreundlichen Pkw. Gefahren

wird Samstagnacht von der Innenstadt in Richtung

Westen der Stadt. Eventuelle Kapazitätserweiterungen

will man in Kooperation mit Taxiunternehmen

verwirklichen. Die ersten Gespräche

dazu gab es bereits mit den beiden großen

Taxi-Anbietern in München: der Taxi

München eG und der IsarFunk-

Zentrale. prh

MYTAXI-

MATCH UND CLEVER

SHUTTLE EXPANDIEREN

Seit Anfang Mai bietet mytaxi seine Sharing-

Funktion „match“ auch in Berlin an. Auch in

München will man bald an den Start gehen. Der

Taxivermittler aus dem Hause Daimler bietet dem

Kunden einen Gutschein in Höhe von 30 Prozent

des Fahrpreises, wenn keine Mitfahrer gefunden

werden. Der Sharing-Anbieter Clever Shuttle ist

derweil nach Stuttgart expandiert. „Genehmigt

von der Behörde, die gleichzeitig die

Anzahl der Taxikonzessionen reduzieren

will“, kritisiert Murat Arslan

von der Taxizentrale TAZ.

jh

MOIA 1:

HAMBURGER

DISKUSSIONSRUNDE

Der geplante Moia-Start in Hamburg schlägt

hohe Wellen. Grund genug für die Handelskammer,

die Beteiligten Ende Mai zu einem „fairen

Dialog“ zusammenzuführen. Am Gipfeltreffen

nahmen drei Taxi- und zwei Behördenvertreter

sowie zwei Moia-Verantwortliche teil. Bei aller

Sachlichkeit blieben die Fronten verhärtet, auch

wenn ein Taxivertreter Gesprächsbereitschaft

bekundete. Wer was zu sagen hatte, kann

unter www.taxi-times.taxi nachgelesen

werden. Stichwortsuche: Hamburger

Handelskammer. jh

FOTOS: MVG, Khessrau Asefi, Taxi Times

8

JUNI / JULI / 2018 TAXI


SHARING

ECO-BUS

Für Mobilitätsverbesserungen

müssen nicht unbedingt neue Anbieter

als Billigheimer auf den Markt drängen.

Vielmehr muss es darum gehen, bestehende

Verkehrsträger zu integrieren. Das Max-Planck-

Institut für Dynamik und Selbstorganisation

(MPIDS) Göttingen probiert dies während der

nächsten zwei Jahre in vier Gemeinden in

Niedersachsen mit der Plattform „EcoBus“.

Im Pilotversuch kommen fünf Sprinterbusse

zum Einsatz. Bei Mehrbedarf soll die Flotte

vorzugsweise von Bus- oder Taxi- bzw.

Mietwagenunternehmen betrieben

werden. prh

TAXI-

SHARING IN DEN

MILLIONENSTÄDTEN

Thomas Lohse von Hansa-Funk in Hamburg und

BZP-Vizepräsident Hermann Waldner haben sich

eindeutig zum Taxi-Sharing bekannt. „Für unsere

Außendarstellung und für unsere Gewerbepolitik ist

Taxi-Sharing sehr wichtig, es ist ein Ausweis unserer

Bereitschaft und unserer Fähigkeiten“, betont Waldner

und kündigte den Start des geteilten Taxis für Berlin,

München und Köln an. Lohse, in dessen Hamburger

Zentrale Taxi-Sharing bereits angeboten wird,

berichtet von bis zu 1 000 Fahrten am Tag, die

man zum Start dank einer erfolgreichen Pressekampagne

hatte. Danach wurde es wieder

weniger. „Dieser Markt ist kein Selbstläufer.

Man wird ihn langfristig

bewerben müssen.“ jh

WUNDER

ZUM ZWEITEN

MOIA 2:

ZEIT GEWONNEN

IN HANNOVER

Der geplante Moia-Start in Hannover ist zunächst

einmal aufgeschoben. Ein bei der Vergabekammer

Lüneburg eingereichter Nachprüfungsantrag wurde

angenommen. Die Hannoveraner Genehmigungsbehörde

unterliegt nun zunächst einem „Zuschlagsverbot“.

Gunther Zimmermann, Geschäftsführer der Fachvereinigung

Taxi und Mietwagen im GVN, begrüßte

die Lüneburger Entscheidung. Die so gewonnene

Zeit müsse genutzt werden, „um den ÖPNV

als Einheit aus ÖPNV mit Bussen, Bahnen,

Taxis und neuen Konzepten zu

begreifen und weiterzuentwickeln“.

jh

Was Moia kann, will „Wunder“ auch

können – in kleineren Städten. Im August will

das Unternehmen mit einem Smart-Shuttle-

Projekt in einer Stadt mit 50 000 Einwohnern

starten. Das größere Geschäftsfeld scheint aber der

Vertrieb der Software zu sein. Betreiber von Fahrdiensten,

wie Sammeltaxis oder „Rufbusse“, sollen

die Software nutzen und pro Fahrt und Fahrgast

30 Cent an das Unternehmen abführen. Für die

Firma ist es der zweite Versuch, in Deutschland

Fuß zu fassen. 2014 war man mit

der Idee, Fahrten an Laien-Taxis zu

vermitteln, an der deutschen

Gesetzgebung gescheitert.

prh

TAXI JUNI / JULI / 2018

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SCHWEIZ + ÖSTERREICH

NEWSTICKER

BASLER TAXIFAHRER MACHEN

UBER-STUNDEN

Seit UberPOP nun endlich auch in

Basel offiziell eingestellt wurde,

setzt der US-Vermittler auch hier auf

UberX, wodurch nur noch lizenzierte

Fahrzeuge und Fahrer mit Fahrerlaubnis

fahren dürfen. Viele von

ihnen scheinen Taxifahrer zu sein,

die nach Dienstschluss das Dachzeichen

entfernen und dann im Auftrage

des amerikanischen Unternehmens

weiterfahren. Diese Beobachtung

machte dem SRF-Regionalprogramm

Basel zufolge die

Schweizer Gewerkschaft Unia.

Roman Künzler von der Unia meint,

vielen sei wohl nicht bewusst, dass

durch überlange Arbeitszeiten die

Sicherheit für Fahrer und Fahrgäste

beeinträchtigt sei.

prh

WIENER TAXILENKER

DEMONSTRIEREN

EIN ZWEITES MAL

Rund zwei Monate nach einer ersten Demo haben Wiens Taxifahrer am 11. Juni

erneut gegen Uber protestiert. Diesmal mit der nahezu doppelten Anzahl an

Taxis. Rund 2 000 Taxis hatten sich laut übereinstimmenden Medienberichten

am Demonstrationszug beteiligt. Veranstalter der Demo war abermals der Global

Taxiverein. Diese Gruppierung hatte bereits im April eine Protestfahrt organisiert.

Die Forderungen haben sich im Vergleich zu damals nicht geändert. „Faire und

klare Verhältnisse in der Personenbeförderung“ und: „Dem Preis-Dumping durch

Uber muss ein Ende gesetzt werden“. Alfred Grimann, Sprecher des Global Taxivereins,

rief gegenüber „Die Presse“ nach Konsequenzen: „Laut dem geltenden

Gesetz ist das, was Uber macht, illegal.“

Jene Konsequenzen kamen schneller als erwartet. Das österreichische Verkehrsministerium

reagierte

bereits am Tag vor der

Demo mit der Ankündigung,

das Gelegenheitsverkehrsgesetz

ändern

zu wollen. „Die Rechtslage

ist aktuell nicht so

eindeutig“, gibt Hofer zu.

„Zudem steht der Verdacht

im Raum, dass sich

Uber nicht an die Spielregeln

des Gelegenheitsverkehrsgesetzes

hält.“ Sein

Ministerium wolle für

eine eindeutige rechtliche

Grundlage sorgen. jh

Wiener Taxikollegen haben von Uber

die Schnauze voll.

DIE PLÖTZLICHE ÜBELKEIT

Bei einer Schwerpunktkontrolle der

Finanzpolizei am Wiener Flughafen

Schwechat kam es zu einer kuriosen

Begebenheit, die Franz Kurz, Leiter

der Finanzpolizei Wien, gegenüber

der Zeitung „Kurier“ folgendermaßen

schilderte: „Ein Mietwagenfahrer hat

sich heimlich vom Acker gemacht, als

er uns gesehen hat. Er hat nicht einmal

sein Auto abgesperrt. Nach einiger

Zeit ist der Unternehmer selbst

gekommen, um das Auto abzuholen.

Er hat behauptet, seinem Fahrer sei

,urplötzlich übel geworden‘.“

Doch damit nicht genug: Die Finanzpolizei

fand schnell heraus, dass der

Unternehmer auch noch im Steuerrückstand

war. Sein Auto bekam er

deshalb erst wieder, als er die Steuerschuld

in mehrstelliger Höhe bar

beglich.

jh

STREIT UM

WIENER TAXI-DEMOS

Können Taxi-Demos etwas bewirken? Innerhalb des Wiener Taxigewerbes gibt es

dazu unterschiedliche Ansichten. Die Taxizentrale 40100 hatte sich an beiden bisherigen

Wiener Taxidemos nicht beteiligt, gegenüber den Kollegen aber Verständnis

gezeigt. 40100 hatte im Mai eine einstweilige Verfügung gegen Uber erwirkt und so

ein Totalverbot der App erreicht, was Uber aber nicht davon abhielt, nur zwei Tage

später mit veränderten Geschäftsbedingungen weiterzumachen.

Auch die Verantwortlichen der Wiener Taxi-Fachgruppe führen eifrig Gespräche hinter

denn Kulissen. Im gemeinsamen Kampf gegen Uber finde man „auf der Straße

keine Lösungen“, wird der zuständige Spartenobmann der Wirtschaftskammer,

Davor Sertic, in den Medien zitiert. Die Wirtschaftskammer hatte den Druck auf

den Verkehrsminister bereits rund zwei Wochen vor der Demo verstärkt, als man

Norbert Hofer per Pressemeldung aufforderte, „an Tempo zuzulegen und sich endlich

der wahren Problemen in Österreich anzunehmen“. Reagiert hatte Hofer darauf

zunächst nicht, dafür aber kurz vor der angekündigten Taxi-Demo, was wiederum

Irfan Kuna als Erfolg seiner Aktionen verbuchte: „Da soll doch noch mal jemand

behaupten, dass unsere Demonstrationen nichts bringen.“

jh

FOTOS: Irfan Kuna, BMF-citronenrot

10 JUNI / JULI / 2018 TAXI


ÖSTERREICH

DAUMENKINO

DER ESKALATION

Achtung, Déjà-vu: In Wien lässt Uber den Streit mit der Taxibranche munter weiter

eskalieren. An seinem altbewährten Muster hat der Konzern entgegen seinen

Versprechungen nichts geändert.

Zunächst sah es wie ein Durchbruch aus: Hatte die Taxizentrale

40100 aus Wien es endlich geschafft, nicht nur

die Mietwagenunternehmen zur Verantwortung zu ziehen,

gelang es deren Rechtsanwalt und Wettbewerbsspezialisten Dieter

Heine im April sogar, den eigentlichen Verursacher der Malaise

vor den Kadi zu bringen. Das Handelsgericht erließ eine einstweilige

Verfügung und zwang Uber, seine Services UberBlack, -Van

und UberX abzuschalten. Uber halte sich nicht an die geltenden

Gesetze und Verordnungen der Stadt Wien und agiere wettbewerbswidrig,

argumentierte die Zentrale, die über eintausend

legale Taxis allein in der Hauptstadt Österreichs disponiert. Fahrzeuge

im Auftrag des amerikanischen Anbieters verstießen gegen

die Rückkehrpflicht und würden Fahrgäste auch außerhalb der

Gemeinde des Betriebssitzes aufnehmen. Das Handelsgericht drohte

bei Zuwiderhandlung eine Strafe von bis zu 100 000 Euro je

Einzelfall an.

BRANCHE MUSS QUALITÄT STEIGERN

Der Geschäftsführer von 40100, Christian Holzhauser, und Davor

Sertic, Obmann der Sparte Transport und Verkehr, zeigten sich

noch am selben Tag „hocherfreut“. Sertic kündigte aber an, dass

weiter für faire Rahmenbedingungen gekämpft und an der Qualitätssteigerung

der Branche gearbeitet werde. Doch die Freude

währte nicht lange: Uber kündigte postwendend an, gegen die

Verfügung vorzugehen und „nach einigen Tagen“ den Betrieb wieder

aufzunehmen.

Es folgten turbulente Stunden: Einige Menschen, darunter wohl

etliche Fahrer des Billig-Anbieters, ließen nach der abrupten Notabschaltung

der Laien-Taxi-App ihren Emotionen freien Lauf und

drückten ihren Ärger auf der Facebook-Seite der Taxizentrale

40100 aus. Holzhauser ließ die Seite kurzfristig vom Netz neh­ u

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ÖSTERREICH

men und veröffentlichte eine Erklärung, in der er Verständnis

zeigte und sich bei den Uber-Kunden entschuldigte. Im erwünschten

freien Wettbewerb müssten sich alle Konkurrenten, zum

Schutz des Konsumenten, eben an die Spielregeln halten. Außerdem

bot Taxi 40100 allen Uber-Fahrern eine Ausbildung zum

Taxifahrer zu einem vergünstigten Preis an, damit sie „in ein

legales Geschäftsverhältnis“ wechseln könnten.

Mytaxi goss noch einmal Öl ins Feuer und startete zeitgleich

eine neue Gutscheinaktion in Österreich. Sarah Lamboj, Geschäftsführerin

von mytaxi Austria, gab sich auch gar keine Mühe, einen

Zusammenhang zu verschweigen: „Dies ist jetzt genau der Zeitpunkt,

um gerade jungen Menschen zu zeigen, dass Taxis einen

modernen Service bieten können.“ Im Kielwasser segelte die wirtschaftsliberale

Partei NEOS mit markigen Sprüchen zur „Rettung

Ubers“ und wetterte in den Medien gegen eine vermeintliche Innovationsfeindlichkeit.

Rechtsanwalt Dieter Heine beurteilt Ubers

Geschäftsmodell anders: „(Es) wird zerbrechen, sobald es im legalen

Rahmen durchgeführt werden muss.“ Gesetzesverstöße wohnten

dem System inne; ohne gegen die Auflagen zu verstoßen, würde

das Geschäft noch unwirtschaftlicher, als es durch die Dumpingpreise

ohnehin schon ist. Diese Bedingungen, die die Unternehmer

zu ihrem illegalen Handeln treiben, würden jedoch vom übermächtigen

Vertragspartner den Mietwagenunternehmen diktiert.

Zwangsläufig wird sich hier dem treuen Leser der Taxi Times ein

Déjà-vu einstellen: Zu dem gleichen Schluss kam man bereits an

vielen anderen Orten. Ob in München, Basel, Berlin oder Paris,

die Probleme ähneln sich. Je genauer allerdings die Gerichtsurteile

ausfallen würden, desto enger würde es, sagte Heine. Je mehr

Uber und seine Erfüllungsgehilfen zur Einhaltung der Gesetze

gezwungen würden, desto unattraktiver wird der Betrieb.

Der Vermittler des illegalen Taxidienstes für Mietwagen

reagierte tatsächlich binnen weniger Tage auf die gerichtliche

Verfügung und wälzte die Verantwortung für die Verstöße an

seine angeschlossenen Unternehmer ab. Es wurden bis zum fol­

PROFESSOR EDELMAN:

»UBER MACHT ›ILLEGAL‹ NORMAL«

EXPERTE HORAN:

»UBER IST INEFFIZIENTER ALS TAXI«

Der Harvard-Professor Benjamin Edelman analysierte das

Vorgehen des kalifornischen Start-ups. Uber habe bereits

in den USA die Behörden und Opponenten juristisch

ausgespielt. Ubers Gegner hätten immer wieder Neuland

betreten: Die personell bescheiden ausgestatteten Justiziare

der Genehmigungsbehörden, nationale Gesetzgeber

sowie die Behörden in den US-Bundesstaaten mussten

ihre Erfahrungen mit der „neuen Technologie“ jeweils für

sich selbst sammeln. Demgegenüber stand eine von Uber

engagierte Phalanx aus Rechtsanwälten, bewaffnet mit

ausgeklügelten juristischen Taktiken und Argumentationen,

die sie in der Vielzahl vorangegangener Rechtsstreite

perfektionieren konnten.

„Wir sind nicht hier, um rechtliche Probleme zu lösen.

Wir sind hier, um Geschäfte zu machen. Juristerei ist unser

Werkzeug“, sagte einmal die ehemalige Chefin von Ubers

Rechtsabteilung, Salle Yoo. Da wundert es nicht, dass die

Geschäftsidee des Milliardenunternehmens von Grund auf

illegal ist, wie Edelman formuliert. „Uber machte Illegalität

normal und ist verdorben bis ins Mark.“

prh

Der Amerikaner Hubert Horan gilt als unabhängiger

Experte mit 40-jähriger Expertise als Manager, Berater

und Regulator im Transportsektor. Obwohl hauptsächlich

berufen von Luftfahrtunternehmen, untersuchte er die

betriebs- und volkswirtschaftliche Seite der aggressiv

verfolgten Idee Ubers und fasste 2017 seine Ergebnisse

im „Transportation Law Journal“ zusammen: Uber sei

deutlich ineffizienter als die Konkurrenten des

Taxigewerbes, die es vom Markt drängt. „Nichts in Ubers

Geschäftsmodell löst die wichtigen Probleme des

Gewerbes wie die hohen Kosten der für Stoßzeiten

vorgehaltenen Kapazitäten.“ Keine der angeblichen

Innovationen habe die Kosten des Transportes wettbewerbsfähiger

gemacht.

Ubers Wachstum beruhe nur auf der aggressiven

Expansionsstrategie, die durch das Geld der Investoren

finanziert werde. Ohne das sei das Geschäftsmodell auch

in Zukunft schlicht nicht wettbewerbsfähig. Durch die

Zerstörung tragfähiger Märkte aber gebe es einen volkswirtschaftlichen

Schaden.

prh

FOTOS: Harvard University, Horanaviation

12 JUNI / JULI / 2018 TAXI


genden Freitagabend schlicht die Geschäftsbedingungen abgeändert

und der Betrieb wurde offiziell wieder aufgenommen. Uber

ließ sich die online geänderten Geschäftsbedingungen von den

Unternehmen bestätigen und wies die Fahrer schriftlich dazu an,

nach der Erledigung eines Auftrags direkt zu ihrem jeweiligen

Betriebssitz zurückzufahren und keine Fahrgäste ohne Bestellung

aufzunehmen. Wenig überraschend: mit äußerst geringem Erfolg.

Berichte über aggressive Begegnungen zwischen Taxi- und

Mietwagenfahrern machten die Runde. In einem Fall ist angeblich

auch eine Person angefahren und verletzt worden. Sowohl Taxis

wie Uber-Wagen wurden dabei beschädigt, Scheiben gingen zu

Bruch. Fahrer versuchten, Verstöße mit Dashboard-Kameras festzuhalten.

Am Wiener Flughafen sei ihre illegale Bereitstellung

zwar durch die Polizei unterbunden worden, allerdings hielten die

Fahrer ihre Fahrzeuge dann in der Nähe an anderen Orten bereit

oder kreisten in der Erwartung eines neuen Auftrages umher,

sagten Taxifahrer.

FOTO: Taxi Times

PAUSE STATT RÜCKKEHR

Gegenüber kurier.at berichteten Mietwagenfahrer ganz ungeniert,

wie sie die Regeln umgehen. Sie würden eben nicht zum Betriebssitz

zurückfahren, sondern das Warten auf den nächsten Auftrag

als „Pause“ deklarieren oder sich sehr viel Zeit lassen. Offenbar

ist es auch möglich, durch ein Aus- und Wieder-Einloggen in die

App schneller einen Fahrauftrag zu erhalten. Uber, das eine Revision

der Verfügung beantragt hat, wäscht seine Hände in Unschuld.

Im kurier.at sagte eine Sprecherin, dass man die Einhaltung der

Gesetze nicht kontrolliere.

Rechtsanwalt Dieter Heine war schließlich kurz vor Redaktionsschluss

der Meinung, ausreichend Beweise vorlegen zu können,

dass Uber sein System nicht bzw. nicht nachhaltig genug geändert

habe. Die Änderungen der Geschäftsbedingungen seien nicht viel

mehr als eine Abschreckung gewesen. Er wird jetzt den Vollzug

der angedrohten Strafen beantragen. Adressat ist hier erst mal

der Vermittler Uber und nicht die einzelnen Mietwagenunternehmen.

Der Experte für Handels- und Wettbewerbsrecht hält es für

unwahrscheinlich, dass das Gericht Uber erlauben wird, die Verantwortung

auf die Mietwagenunternehmen abzuwälzen, und sieht

seine Haltung gestützt durch die Rechtsprechung des EuGH.

Wiens Taxilenker haben bereits zweimal gegen Uber demonstriert.

Dem amerikanischen Appbetreiber mit Sitz in Amsterdam drohen

dann bis zu 100000 Euro Strafe, und zwar pro Einzelfall. Gerichte

entscheiden normalerweise innerhalb von zehn Tagen über solche

Fälle. Gleichzeitig wird aber auch weiter gegen Mietwagenunternehmen

vorgegangen, gegen die bereits eine gerichtliche Verfügung

erlassen wurde. Um gegen die Unternehmen einzeln vorzugehen,

müssen jeweils einzelne Verfügungen erwirkt werden. Das würde

nicht zuletzt auch für die Gerichte einen erheblichen Aufwand

bedeuten. Die nächsten Bände im Daumenkino „Uber eskaliert“

können also schon mal vorbestellt werden.

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TAXI INTERNATIONAL

NEWSTICKER

SEELENFRIEDEN

KOSTET EXTRA

Uber wird zusammen mit der Versicherungsgesellschaft

Axa den Fahrern

in Europa einen Unfall- und

Krankenversicherungsschutz bieten.

Der angeblich kostenlose Schutz soll

Unfälle, Verletzungen, Krankheiten

ebenso abdecken wie „Leistungen

bei Elternschaft“. Ganz selbst- und

kostenlos wird die gemeinsame

Plattform offenbar doch nicht sein:

Eine „individuelle Anpassung“

sowie „Erweiterungen“ wie „Verdienstausfall-

oder Rentenversicherung“

müssen von den Fahrern der

Axa abgekauft werden. Uber-Boss

Khosrowshahi sprach von einem

„bahnbrechenden Schutz“ und „Seelenfrieden

für die Fahrer“. prh

Bei Taxify sitzt

jetzt auch Daimler

im Vorstand.

TAXIFY ERHÄLT

175 MILLIONEN

US-DOLLAR

TAXIS BLEIBEN

UNVERZICHTBAR

Trotz Laien-Taxis und selbstfahrender

Fahrzeuge: Taxis wird man

immer brauchen, meint Dr. Michael

Galvin. Die größte Unbekannte in der

Gleichung der neuen Konkurrenten

sind nämlich die Fahrgäste mit ihren

individuellen Bedürfnissen und

Benehmen. Taxis könnten damit am

besten umgehen. „Die Personenbeförderung

war schon immer ein chaotisches

Geschäft – und wird es auch

in Zukunft bleiben“, fasste Galvin

seine langjährigen Erfahrungen aus

London zusammen, wo das Taxi sich

immer noch trotz Konkurrenz

behaupten könne. Der Chef des operativen

Geschäftes der Vermittlungsplattform

Karhoo warb dafür, bei den

befürchteten Umbrüchen durch

Deregulierungen und neuen Konkurrenten

aktiv zu werden, Gespräche

zu führen und so die eigene gewerbliche

Zukunft mitzugestalten. prh

Der aus Estland kommende App-Fahrtenvermittler Taxify hat eine weitere Finanzierungsrunde

abgeschlossen. Neben dem Automobilkonzern Daimler als Hauptinvestor

beteiligte sich unter anderem auch Didi Chuxing. Daimler bekommt

dafür einen Platz im Vorstand des Unternehmens. Daimler baut „Mobilität als

Dienstleistung“ als zweites Standbein neben der Automobilproduktion weiter aus

und stärkt seine Position als Vermittler in Europa. Über die Beteiligung Didis in

unbekannter Höhe ist auch der Transportgigant Softbank ein wesentlicher Teilhaber

des Laien-Taxi-Anbieters.

Das Geld möchte Taxify, die angeblich weltweit über 500 000 Fahrer und zehn

Millionen Kunden verfügen, für die Expansion investieren – insbesondere möchte

man nach Deutschland. Taxifys Strategie: dort auftreten, wo das Geschäftskonzept

bereits legalisiert wurde.

prh

UBER: EUROPA

STATT ASIEN

In Singapur ist Uber nicht mehr verfügbar – das Geschäft wurde gegen Beteiligungen

am Konkurrenten Grab verkauft. Die frei werdenden Ressourcen möchte

Uber für seine „Kernmärkte“ Europa und USA einsetzen.

Trotz Bedenken der Wettbewerbsbehörden ist der Deal vollzogen. Dahinter steckt

der japanische Technologiekonzern Softbank, der größter Anteilseigner der beiden

Konkurrenten ist. Der möchte sein gesamtes Geschäft weltweit konsolidieren,

und das bedeutet, dass Südostasien (über 594 Millionen Einwohner mit hohem

Wirtschaftswachstum) in Zukunft von Grab anstatt von Uber beackert werden

soll. Sowohl Kunden wie auch Fahrer spüren jetzt die Auswirkungen der Monopolbildung

in einem deregulierten Markt. Kurz nach dem Abschalten der Uber-

App kam es zu einem rasanten Anstieg der Preise. Go-Jek, Unternehmenswert

5 Mrd. Dollar, ist bislang in Indonesien (240 Millionen Einwohner) der Platzhirsch

und möchte mit 500 Millionen Dollar in die Lücke stoßen.

Das japanische Softbank, ursprünglich Internet-Anbieter, ist größter Anteilseigner

von Uber und vieler ähnlicher Apps. Auch an Herstellern von Komponenten

oder Software für autonome Fahrzeuge ist Softbank wesentlich beteiligt. prh

FOTOS: Taxify, Taxi & Mobility Update 2018

14 JUNI / JULI / 2018 TAXI


TAXI INTERNATIONAL

Internationale Fachleute

trafen sich zur Konferenz

Taxi & Mobility Update“

in Brüssel.

TAXI-EXPERTEN IM

ERFAHRUNGSAUSTAUSCH

»Wer hat Zugang zum Mobilitätsmarkt der Zukunft?«

»Wer ist dabei, wer ist raus?« – Mit diesen Fragen beschäftigten sich die

Teilnehmer des diesjährigen »Taxi & Mobility Update« in Brüssel.

FOTO: Taxi & Mobility Update 2018

Die neuen Plattformen, zusammengefasst unter „Mobilität

als Service“ (MaaS, Mobility as a Service), autonome

Fahrzeuge und intelligente Transportsysteme waren

ebenso unter den von über 20 vortragenden Experten abgehandelten

Themen wie auch rechtliche Aspekte, wirtschaftliche Entwicklungsdaten

und natürlich der Einfluss von Uber und ähnlichen

Anbietern.

Über den Stand der Entwicklung autonomer Fahrzeuge und

deren tatsächliche Zukunftsfähigkeit wurde aus neutraler, wissenschaftlicher

Sicht von Prof. Dr. Lieselot Vanhaverbeke (Universität

Brüssel) berichtet. Das fahrerlose Fahrzeug würde noch sehr

lange auf seine Einführung warten müssen – hier sei die Rede von

Jahrzehnten und nicht von Jahren. Das sieht der Technologieberater

Alwin Bakker aus Rotterdam genauso.

Warum man trotz der Uber-Urteile des Europäischen Gerichtshofes

keine Entwarnung geben konnte, ergab sich aus den Schilderungen

über die Auswüchse des Taximarktes der Niederlande

nach der Deregulierung (siehe Bericht auf Seite 16). So stellte man

aus dem Publikum die naheliegende Frage, ob so etwas auch

Deutschland bevorstehen könnte. Einen Überblick über das erfreulicherweise

noch gut organisierte deutsche Taxigewerbe gab der

Jurist Herwig Kollar (Vorstandsmitglied des BZP). Er ging dann

auf die Herausforderungen ein, die sich aus einer möglichen

Reform des Personenbeförderungsgesetzes sowie den neu auf den

Markt drängenden Verkehrsanbietern ergeben könnten.

Auch die Entwicklungen in Großbritannien, den USA oder Russland

könnten sich angesichts der Deregulierungswünsche für

Mitteleuropa als relevant erweisen. Simon Buggey von der Londoner

Genehmigungsbehörde TfL stellte sich einiger Kritik im

Umgang mit der Lizenzvergabe für mittlerweile 120000 Fahrzeuge

im Taxi- und Mietwagengewerbe der britischen Hauptstadt.

Irina Zaripova (Direktorin der Taxibehörde Moskaus) gab einen

Einblick in ihre Versuche, den Markt für Fahrer und Kunden gleichermaßen

sicher und nachhaltig zu gestalten.

Eingeladen hatten – wie jedes Jahr – die Journalisten und

Heraus geber Katie Challans und Wim Faber, die unter anderem

die unabhängige Informationsplattform „Mobility Intelligence“

und „Taxi Intelligence“ betreiben. Auf dem Podium und den Referentenplätzen

saßen Taxibetreiber, Gewerbe- und Behördenvertreter,

Forscher und Experten aus der ganzen Welt. Humorvoll

moderiert wurde die Veranstaltung von Richard Harris, einem

Fachmann für Autonomes Fahren und MaaS.

prh

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Experte Hein Maas: „Die Möglichkeiten,

Fahrer für Fehlverhalten

zur Verantwortung zu ziehen,

sind durch die Marktfreigabe

auf null gesunken.“

DIE LEKTIONEN

DER NIEDERLÄNDER

Welche Folgen die Deregulierung für die Niederlande hat und wie jetzt

gegengesteuert wird, berichtete der unabhängige Kommunalberater Hein Maas

auf der Taxi & Mobility Update 2018.

Die Deregulierung des Taxi- und

Mietwagenmarktes im Jahre 2000

habe nicht die gewünschten positiven

Effekte für den Kunden gebracht, so

Maas. Ihr Kernstück war die völlige Freigabe

der Anzahl von Lizenzen, die Einführung

einer Tarif-Höchstgrenze und viele andere

„Erleichterungen“ wie der Wegfall der Ortskundeprüfung.

„Mehr Wagen, mehr Fahrer,

mehr Probleme.“ Die negativen Auswirkungen

würden überwiegen, so Maas, und das

sowohl für den Kunden wie auch für die

Städte und Anwohner und nicht zuletzt für

die Fahrer.

Die Freigabe habe zu einer Schwemme

von Taxis geführt. Amsterdam (850 000 Einwohner)

habe heute offiziell etwa

4 000 lizenzierte Taxis, hinzu kämen mindestens

2 000 Taxis, die man in Deutschland

als Mietwagen bezeichnen würde. Sie

Die blauen Kennzeichnen der Taxis

beherrschen, wie hier in Amsterdam, neben

den Fahrrädern das Straßenbild.

sind für UberX oder andere unterwegs.

Mindestens 1 000 Privatfahrzeuge gingen

außerdem illegal der Personenbeförderung

nach. Die Wagen verteilten sich dabei nicht

über das gesamte Stadtgebiet, sondern konzentrierten

sich vor allem auf den Unterhaltungs-

und Rotlichtbezirk und sorgten dort

für erhebliche Probleme. Maas hält es für

möglich, dass bald bis zu 10 000 Fahrzeuge

die Stadt verstopfen könnten.

SCHLECHTES VERHALTEN

Die Möglichkeiten, Fahrer für Fehlverhalten

zur Verantwortung zu ziehen, seien durch

die Marktfreigabe auf null gesunken. Das

habe laut Maas zu einer Verschlechterung

des Verhaltens geführt. Kurzstrecken würden

immer häufiger abgelehnt, Umwege

gefahren, Kunden schlecht behandelt, die

Fahrer seien ortsunkundig und würden

kaum niederländisch sprechen können.

An Taxiständen müssten Kunden den Preis

verhandeln und würden eingeschüchtert.

Bedrohungen und Prügeleien der Taxifahrer

untereinander seien keine Seltenheit.

Es gäbe zwar eine Beschwerde-Hotline für

Fahrgäste, aber ein einheitliches, digitales

Ratingsystem für Taxis würde Maas bevorzugen.

Das ließe auch positive Bewertungen

zu.

Die Versorgungssicherheit auf dem

Lande sei schon lange nicht mehr gewährleistet,

berichtete eine gut informierte

Quelle, die anonym bleiben wollte, unserer

Zeitschrift während der anschließenden

Kaffeepause. Der Zustand des Gewerbes sei

„katastrophal“.

Zwischenzeitlich wurde versucht, nachzubessern,

indem man das entsprechende

nationale Gesetz 2012 wieder änderte.

Viele Städte haben TTOs eingeführt. Das

sind behördlich lizenzierte Taxizentralen,

denen ein Taxi angehören muss und

die sich einer internen Qualitätskontrolle

unterwerfen müssen.

In Amsterdam gibt es acht dieser TTOs.

Das System sei okay, findet Maas, aber es

müsse besser werden. Auch kleinere Städte

führten viele der alten Regeln wieder

ein: Ortskundeprüfung, Kennzeichnungspflicht

und Identifizierung der Fahrer. In

Zusammenarbeit mit den TTOs soll auf den

Taxiplätzen für Ordnung gesorgt werden.

Maßnahmen, die dem geübten, ortsansässigen

Kunden helfen mögen, aber nicht dem

Touristen, der nicht weiß, welchem Anbieter

er trauen kann.

Ein Gutachten kam 2017 zu dem

Schluss: Auch die gesetzlichen Nachbesserungen

von 2012 konnten die meisten

negativen Effekte der Deregulierung für die

Städte nicht auffangen. Die neuen Regeln

haben vor allem einen alles entscheidenden

Nachteil: Sie gelten nur für lizenzierte

Taxis, aber nicht für Taxis, die für Uber und

andere App-Anbieter eingesetzt werden.

Uber-Fahrer nehmen auch illegal auf der

Straße Passagiere auf.

FOTOS: Taxi & Mobility Update 2018, Philipp Rohde

16 JUNI / JULI / 2018 TAXI


TAXI INTERNATIONAL

VOLLELEKTRISCHE TAXI-FLOTTEN: TRÄUMEREI ODER ÖKONOMISCHE OPTION?

Amsterdam möchte alle Taxis bis 2025 elektrifizieren. Schon

heute fahren dort über 1 200 Taxis elektrisch, mehrheitlich

Tesla. Dieser Erfolg gründet sich auf vielen Säulen. So gab

es durchaus die Nachfrage; vor allem bei Firmen, die etwas

für ihr Image tun können, wenn sie für ihre Kunden und

Geschäftspartner emissionsfreie Teslas bestellen. Anwohner

und Gewerbetreibende waren gleichermaßen abgestoßen von

den Auswirkungen der Marktfreigabe (siehe nebenstehender

Beitrag). Die Taxi-Organisationen (TTOs) entdeckten ein

neues Qualitätsmerkmal für sich: lokal emissionsfreie Taxis.

Der erste Schub kam 2014 vom Amsterdam Airport Schiphol,

der in seiner Taxi-Ausschreibung emissionsfreie Fahrzeuge

forderte. Den Zuschlag bekamen drei Taxibetriebe mit

167 Teslas.

Vorfahrt für E-Taxis an den Halteplätzen

Was folgte, war ein Kraftakt: Zunächst einmal sind da die

hohen Investitionen, sowohl für die Ladestationen wie auch

für die teureren Wagen. Die Schnellladestationen konnte TCS

Schiphol nur auf einem privaten Gelände unterbringen. Auch

in der Stadt mussten Stationen geschaffen werden, die Taxis

vorbehalten bleiben. Ohne die Bereitschaft der Taxiunternehmer

und Behörden gleichermaßen wäre es nicht gelungen.

E-Taxis und an zweiter Stelle LPG-/CNG-Taxen bekamen

an den wichtigsten Halteplätzen Vorfahrt. Am Flughafen

tauchen zwischen den E-Taxis fast nur noch Kleinbusse als

Dieselfahrzeuge auf.

Die Taxizentrale Schiphol (TCS) konnte beim Stromlieferanten

günstige Konditionen aushandeln. Auch die Fahrer mussten

sich umstellen. Ihnen wird ein Training auf elektrischen

Fahrzeugen angeboten. Unter dem Namen „Cabbie“ können

sich Fahrer jederzeit fahrbereit aufgeladene Taxis mieten

und zahlen nur für deren Benutzung. Bleibt letztendlich

die betriebswirtschaftliche

Seite: Obwohl die

Anschaffungskosten für

einen Tesla sehr hoch

ausfallen, fährt er das

wieder ein. El Bouakili

rechnet vor, dass bei einer

jährlichen Laufleistung

von 80 000 km der Tesla

0,25 Eur/km kostet, eine

Mercedes E-Klasse aber

0,28. Auf eine Lebensdauer

von fünf Jahren

Gamis el Bouakili, Managing

Director von Schipholtaxi, der bezogen erwirtschaftet

größten Elektrotaxi-Flotte Europas, der Stromer 12 000 Euro

teilt seine Erfahrungen.

mehr.

prh

Sie umfassen auch nicht einen der wichtigsten

Punkte: Die Zahl der Taxilizenzen

ist weiterhin nicht begrenzt. Sie sind relativ

leicht zu bekommen, und davon wird häufig

Gebrauch gemacht. Die Wagen verstopfen

mittlerweile die Straßen der Städte und

belästigen die Anwohner durch Lärm und

Abgase ganz erheblich. Den Kommunen

fehlt immer noch die Handhabe, die Zahl

der zugelassenen Fahrzeuge zu begrenzen,

und sie gehen jetzt dazu über, die Zufahrt

von einzelnen Gebieten mit aufwendigen

technischen Systemen einzuschränken.

Die Selbstkontrolle der TTOs sollte durch

die Behörden weiter gefördert werden, fordern

die Gutachter in ihren Empfehlungen.

Die Zusammenarbeit mit den Behörden und

der Behörden untereinander soll verbessert

und digitalisiert werden. Die Kommunen

und Städte benötigten die rechtlichen

Ermächtigungen, Taxis und den gesamten

Markt kontrollieren zu können. Zur Verbesserung

des Dienstleistungsniveaus

schlagen sie auch die Einrichtung eines

einheitlichen, digitalen Ratingsystems für

Unternehmen und Fahrer vor. Die Anzahl

der eingesetzten Taxis in einem Gebiet sollte

unbedingt der Nachfrage angepasst werden.

Wie das umgesetzt werden kann, da

gäbe es wohl noch Forschungsbedarf.

Letztendlich, so war deutlich zu vernehmen,

kann vor einer so weitgehenden Regulierung

nur gewarnt werden. prh


TAXI TIMES SEMINAR

NEWSTICKER

OUTSOURCING ODER

INHOUSE-LÖSUNG

MPC, Opta Data und die Spitzlei

GmbH nutzten beim Taxi Times­Seminar

die Zeiten vor und zwischen den

Vorträgen, um mit Infoständen auf

ihre Produkte aufmerksam zu

machen. Alle drei Firmen agieren als

Dienstleister für die Abrechnung von

Krankenfahrten, wobei sich deren

Kunden auf jahrzehntelange Erfahrungen

der jeweiligen Unternehmen

verlassen können. Während sich

Opta Data und Spitzlei ideal für Taxiunternehmer

eignet, die ihre Krankenfahrtenabrechnung

komplett

außer Haus geben wollen, ist MPC

eine gute Alternative für Inhouse­

Lösungen. Deren Abrechnungstool

für Krankenfahrten ist komplett in die

Tarifsoftware integriert, mit der unter

anderem auch Fahrten inklusive Webbooking

disponiert oder AST­ bzw.

ALT­Verkehre abgewickelt werden

können.

jh

ACTIVA SETZT AUF

FLEXIBLE LÖSUNGEN

Taxi Times­Seminare sind traditionell eine Mischung aus Information und

„selber anfassen“. So auch beim Frühjahrsseminar im April, als zwischen den

Vorträgen über Krankenfahrten, deren Entgelte und gute PR (siehe gegenüberliegende

Seite) auch Fahrzeugmodelle mit speziellen Rollstuhlumbauten und

Elektroantrieb gezeigt wurden. Gastgeber war die Filiale der Bleker­Gruppe

in Münster, die neben vielen anderen Marken auch die ersten ausgelieferten

Nissans Leaf II zeigen konnte. Das Interesse der Teilnehmer am Elektroantrieb

war groß, ebenso wie an den Rollstuhlumbauten

der Firma Activa, die auch

zu Bleker gehört.

„Alle unsere Fahrzeuge werden an

unserem Firmenstandort in Borken

umgerüstet, wir liefern jedoch bundesweit“,

berichtete Geschäftsführer

Olaf Benning den Seminarteilnehmern.

Gezeigt wurden Citroën Berlingo und

Peugeot Partner mit Heckausschnitt,

deren Rampen mit einem Handgriff

umgelegt werden können. Benning

und seine Kollegen hatten aber auch

einen Jumper mit integrierter Rollibox

dabei, den man je nach Bedarf als 9­Sitzer

oder aber als Rollstuhltaxi für bis

zu vier Rollstühle einsetzen kann. jh

o.benning@activa-automobilservice.de

Praxisbezogenes Fachsimpeln:

Activa-Geschäftsführer Olaf Benning

(links) mit Seminarteilnehmer und

Taxiunternehmer Elibol Oguzhan.

Michael Gajewski,

m.gajewski@optadata-gruppe.de

Gisela Spitzlei (Mitte),

info@spitzlei-abrechnungen.de

Holger Kampmann (links),

kampmann@mpc-software.de

DATENSCHUTZ =

SICHTSCHUTZ AM

DATENFUNKGERÄT

Wenige Wochen vor dem Inkrafttreten der neuen Datenschutzgrundverordnung

DSGVO referierte Wolf­Hennig Hammer beim Taxi Times­Seminar über den verschärften

Datenschutz. Hammer ist bei der ETL Kanzlei Voigt tätig, die im ganzen

Bundesgebiet Rechtsanwaltskanzleien unterhält und Autohäusern, Reparaturwerkstätten,

Speditionen, Fuhrparkbetreibern, Car­Sharing­Unternehmen und eben

auch Taxiunternehmen zur Seite steht. Dies gilt auch für das Thema Datenschutz,

für den man „als verantwortlicher Unternehmer alle Mitarbeiter sensibilisieren

muss“, empfahl Hammer den Seminarteilnehmern. Schließlich gelte die DSGVO

auch für analoge Daten, weshalb beispielsweise ein Transportschein nicht offen

zugänglich rumliegen darf. Auch ein verlassener

Monitor, der nicht gesperrt wurde, kann bereits

eine Datenschutzverletzung bedeuten. Aber auch

im Taxi selber lauern Gefahren. So sollte zum Beispiel

der Datenmonitor im Taxi mit einer Sichtschutzfolie

abgedeckt werden.

Prinzipiell dürfen Daten nur erhoben und weitergegeben

werden, wenn dafür eine Einverständniserklärung

vorliegt. Diese kann auch mündlich erfolgen,

erschwere allerdings die Beweispflicht. „Prozesssicher

ist nur die Unterschrift, die das Einverständnis

zur Verarbeitung der Daten bestätigt.“

jh

Wolf-Henning Hammer wolf-henning.hammer@kanzlei-voigt.de

FOTOS: Taxi Times

18 JUNI / JULI / 2018 TAXI


TAXI TIMES SEMINAR

Leidgeprüfte Taxi- und Mietwagenunternehmer informierten sich

beim Taxi Times-Seminar zum Thema Krankenfahrten.

Gisela Spitzlei

Paul Gerlach

»IHR EINKOMMENSVERLUST

INTERESSIERT NIEMANDEN«

Um bessere Krankenfahrtentgelte zu erreichen, müssen sich Taxibetriebe neue

Verbündete suchen. Tipps dazu gab es beim Taxi Times-Frühjahrsseminar.

FOTOS: Taxi Times

Der Druck der Krankenkassen ist noch einmal stärker

geworden. Vor allem die AOK hat sich von einem fairen

zu einem unfairen Partner gewandelt. „Es besteht die

große Gefahr, dass die AOK gar nicht mehr mit Verbänden abschließen

will“, erkennt Gisela Spitzlei eine besorgniserregende Tendenz.

Spitzlei ist die Vorsitzende des Ausschusses Krankenfahrten

innerhalb des Bundesverbands BZP. Sie trat als Referentin beim

Taxi Times­Frühjahrsseminar in Münster auf und hatte für die

schlechtere Verhandlungsposition des Taxigewerbes auch eine

Erklärung: „Die Ausschreibungsportale haben den Kassen gezeigt,

dass man mit uns spielen kann. Der Billigste kriegt die Fahrt.

Diese Plattformen muss man sterben lassen.“

Spitzleis Aufforderung, sich besser untereinander zu verständigen,

anstatt sich mit Preisdumping jenseits der Existenzgrundlage

zu manövrieren, stieß bei den Teilnehmern auf große

Zustimmung, wobei die eigentlichen Adressaten solcher Appelle

genau wieder nicht erreicht wurden, weil sie gerade nicht zu solchen

Weiterbildungen gehen.

Gisela Spitzlei hatte deshalb für die Anwesenden auch eine

weitere Botschaft: Man müsse sich als Unternehmen, das Krankenfahrten

durchführt, in der Öffentlichkeit besser verkaufen.

„Präsentieren Sie sich bei einem Stadtfest gemeinsam mit drei

anderen Kollegen. Stellen Sie sich mit einem Taxi mittendrein und

zeigen Sie allen Besuchern, welche Leistungen Sie täglich für

Kranke und mobilitätseingeschränkte Personen vollbringen.“

In diese Kerbe schlug auch der nächste Referent, Paul Gerlach:

„Sie haben Verbündete“, verriet er den Zuhörern. „Ihre Fahrgäste,

der örtliche Inklusionsbeauftragte, der Journalist Ihrer Tageszeitung.“

Doch wie kann man an die rankommen? Gerlach ist Inhaber

von InOrange Communication und kennt die Vorgehensweise aus

jahrzehntelanger beruflicher Erfahrung. „Sie müssen klare, positive

Botschaften setzen und Ihre Leistungen hervorheben. Auf

keinen Fall dürfen Sie über zurückgegangene Umsätze jammern.

Die Höhe Ihres Einkommensverlustes interessiert niemanden.“

Die Taxibranche hat medial und politisch spannendere Zahlen

zu bieten. Beispielsweise die, dass nur 0,483 Prozent der Gesamtausgaben

des Gesundheitswesens auf Krankenfahrten entfallen.

Oder dass die Pro­Kopf­Ausgaben der Krankenkassen für alle vom

Taxigewerbe durchgeführten Krankenfahrten nur 15 Euro jährlich

betragen. Und nicht zuletzt, dass die Taxibranche jährlich 100 Millionen

Krankentransporte durchführt. „Was passiert, wenn es uns

morgen nicht mehr gibt?“, fragt Frau Spitzlei und wirft den Krankenkassen

vor, Patienten nur als Stückgut zu behandeln und Taxikollegen

nur wie Stückgut­Fahrer bezahlen zu wollen. Was aus

Sicht des PR­Profis Gerlach schon wieder eine einprägsame Argumentation

gegenüber Journalisten und Fahrgästen wäre. jh

fms-Fahrzeuggeräte im

perfekten Zusammenspiel

Neueste Technologie · zukunftssicher

einfacher Einbau · flexibel · kostengünstig

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Fiskal-Schnittstelle zu MID-Taxameter


FAHRZEUGE

NEWSTICKER

E-TAXIS FAHREN SICH

ENTSPANNTER …

… das behaupten zumindest Wissenschaftler

der Universität York. Sie

hatten die Auswirkungen des Elektroauto­Fahrens

auf den menschlichen

Organismus untersucht.

Konkret wurden zwei Gruppen von

Taxifahrern gebildet, die mit einem

Elektroenzephalogramm zur Aufzeichnung

der Gehirnströme versehen

ihrem Job nachgingen. Dabei

zeigte sich, dass die Taxifahrer, die

mit einem E­Taxi unterwegs waren,

ein geringeres Stressniveau aufwiesen

als ihre Kollegen in den herkömmlichen,

lauten Dieseltaxis.

Zur Einordnung der Ergebnisse sollte

man noch erwähnen, dass die Studie

von LEVC in Auftrag gegeben wurde,

dem Hersteller der London­Taxis, die

seit diesem Jahr elektrisch mit einem

Range­Extender unterwegs sind. Ab

Sommer will das Unternehmen sein

elektrisches London­Taxi auch in

Deutschland anbieten.

jh

Das Leder wertet die Innenausstattung

des Dacia Duster

merklich auf.

DACIA DUSTER II KOSTET

17 000 EURO …

… zumindest in der Ausstattung „Prestige“,

in der die Taxi Times­Redaktion

das überarbeitete Modell als Testwagen

bekommen hat. Zu diesem Preis

verfügt das von Intax umgerüstete

Taxi unter anderem über ein Taxipaket

inklusive Folierung, einen

1,5­Liter­Diesel mit Euro­6b­Abgasnorm

und Lederausstattung. Taxameter

und Funkgerät sind unterhalb

der Klima­Bedieneinheit verbaut. Die

dadurch entfallene 12­Volt­Steckdose

wurde in die Mittelkonsole versetzt.

Der Duster bietet auch im Fond ausreichend

Platz. Eine erste Bildergalerie

können Sie unter www.taxi-times.

taxi (Stichwortsuche: Dacia Duster)

ansehen. Einen ausführlichen Testbeitrag

lesen Sie in der nächsten Ausgabe

der Taxi Times DACH. sg

UMFRAGE MIT GEWINNSPIEL

durch die Genfer Behindertenrechtskonvention und das darin

verankerte Recht mobilitätseingeschränkter Personen auf die Teil-

Liebe Taxi- und Mietwagenunternehmer/innen,

die Umrüstkosten bezuschusst. Maßgeblich vorangetrieben hat

dieses Förderprojekt der Sozialverband Deutschland (SoVD).

habe am öffentlichen Leben werden von politischer Seite zunehmend

auch Inklusionstaxis in die Planungen einbezogen.

InklusionsTaxis sind Taxis für alle in der sog. Van-Klasse. Mit

eine Bedarfs – und Akzeptanzanalyse erstellt. Helfen Sie den Ent-

wenigen Handgriffen können diese Großraumfahrzeuge auch für scheidungsträgern bei ihren Planungen und senden Sie uns den

Fragebogen ausgefüllt zurück. Unter allen Teilnehmern verlosen

wir eine Kühlbox und ein Rollkoffer aus dem Zubehörsortiment

von Volkswagen.

umfangreichem Gepäck, Gruppen und natürlich Einzelfahrgäste

befördern. Diese barrierefreien Fahrzeuge werden im gewöhnli-

Wir freuen uns auf Ihr Feedback und auf Ihre Einschätzung!

Michael Wiedeburg

Basisfahrzeugs kostet bis zu 10.000 Euro.

1. Vorsitzender SoVD Berlin-Brandenburg

Jürgen Hartmann

Herausgeber Taxi Times

auch für Spontan-Bestellungen zu ermöglichen. In Berlin fördert

die Politik dieses Ziel mit einer Million Euro jährlich, indem man

das Einrollen eines Menschen im Rollstuhl angepasst werden und

bieten ansonsten sieben bis acht Fahrgästen Platz. Sie können

neben Rollstuhlnutzenden auch Menschen mit sperrigem und

chen Gelegenheitsverkehr eingesetzt und sind auch über Taxizentralen

abrufbar. Die DIN-entsprechende Umrüstung des

Inklusionstaxis sollen überall in Deutschland in ausreichender

Zahl angeboten werden. Ziel ist es, sowohl im städtischen wie auch

im ländlichen Bereich die Verfügbarkeit eines Inklusionstaxis

TEILNAHME AM GEWINNSPIEL

Aktionsende 31.07.2018

O

Ja, ich möchte am Gewinnspiel teilnehmen und

bin damit einverstanden, dass meine Daten

ausschließlich für diesen Zweck vom Taxi Times

Verlag und dem SoVD verwendet und bearbeitet

werden. Eine Weitergabe der Daten an Dritte

sowie eine Speicherung und Nutzung für andere

Zwecke findet nicht statt. Um am Gewinnspiel

teilnehmen zu können, genügen die Antworten

zu A und B. Unter a len Teilnehmern entscheidet

das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Firmenname,

Anschrift und Email sind wichtig.

Firma / Name* ___________________________

Ansprechpartner _________________________

Anschrift* ______________________________

Telefonnummer __________________________

E-Mail* _________________________________

Ich besitze ____ Taxi-/Mietwagenkonzessionen.

Um ähnliche Projekte auch in anderen Teilen Deutschlands

voranzutreiben, wird derzeit vom SoVD gemeinsam mit Taxi Times

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für Menschen mit

Behinderung

Zum Fragebogen bitte wenden ―>

UMFRAGE BEI TAXIUNTERNEHMERN

ZUR AKZEPTANZ VON INKLUSIONS-TAXIS

Hinweis: Sämtliche Fragen betreffen das Tarifgebiet, in dem Sie Ihr Unternehmen

führen. Mehrfachzustimmungen bei den einzelnen Fragen sind möglich. Sie

können auch direkt per Internet teilnehmen: www.taxi-times.taxi/umfrage

A: BEDARFSANALYSE

Haben Sie bereits Taxis zur Rollstuhlbeförderung

im Einsatz?

O Ja, und zwar ________ Taxis.

O Ja, und zwar ________ Mietwagen.

O Nein, ich plane es.

O Nein und ich plane es auch nicht.

Kommt die (zusätzliche) Anschaffung eines oder

mehrerer Inklusions-Taxis für Sie in Frage?

O Ja! Die vorste lbare Anzahl beträgt: _____________

O weil kein ausreichender Kundenbedarf vorhanden ist.

O weil kein geeignetes Fahrpersonal verfügbar ist.

O weil _______________________________________

Nein,

B: FINANZANALYSE

Welche Rahmenbedingungen benötigen Sie, um ein

Inklusions-Taxi einsetzen zu können?

Ich benötige einen Investitionskostenzuschuss für die

barrierefreie Umrüstung . . .

O in anteiliger Höhe.

O in vo ler Höhe.

Behindertenverbände sehen in Zuschlägen eine Diskriminierung.

Halten Sie Zuschläge bei der Beförderung

von Rollstuhlnutzern aus Taxisicht für nötig?

O Nein.

O Ja, in Höhe von ________€ pro Fahrt und Fahrzeug.

O Ja, in Höhe von ________€ pro Fahrt und Ro lstuhl.

Welche Bezahlung der Dienstleistung für Rollstuhlnutzer,

die zusätzlich zur reinen Fahrzeit aufgewendet

wird, sollte im Taxitarif geregelt werden:

O Keine.

O In Höhe des Wartezeittarifs.

O In Höhe von ________ € pro Stunde.

Eine Umfrage soll den Förderbedarf

für rollstuhltaugliche Inklusionstaxis ermitteln.

UMFRAGE ZUR

ROLLSTUHL-

BEFÖRDERUNG

C: REGIONALE SITUATIONSANALYSE

Mein Pflichtfahrgebiet ist: ________________________

______________________________________________

Nachfolgende Fragen beziehen sich ausschließlich auf

die Situation in Ihrem Pflichtfahrgebiet. Bitte beantworten

Sie die Fragen nur, wenn Sie über die entsprechenden

Kenntnisse verfügen.

Wie viele aller Taxis aus ihrer Stadt / Gemeinde

können nach Ihrer Kenntnis Personen im Rollstuhl

sitzend befördern?

Ich schätze die Anzahl an Taxis auf ca._______.

Ich schätze den prozentualen Anteil aller Ro lstuhltaxis

meiner Stadt / Gemeinde auf ca. _______%.

Wie viele Rollstuhlfahrten werden in Ihrem Pflichtfahrgebiet

in Taxis /Mietwagen pro Monat durchgeführt?

Ich schätze ca._______:

Ich schätze den prozentualen Anteil der Selbstzahler

auf etwa _______ %

Ich schätze den prozentualen Anteil der Kostenübernahme

durch Krankenkassen auf etwa _______ %

Wie viele Taxis / Mietwagen führen Rollstuhlfahrten im

Auftrag des Öffentlichen Verkehrsträgers aus?

Ca. _______ :

D: ROLLSTUHLFAHRTEN MIT ABRECHNUNG ÜBER

KRANKENFAHRTEN

Nachfolgende Fragen beziehen sich ausschließlich auf

die Situation in Ihrem Pflichtfahrgebiet. Bitte beantworten

Sie die Fragen nur, wenn Sie über die entsprechenden

Kenntnisse verfügen! Danke!

Wie werden Rollstuhlfahrten über die Krankenkasse

abgerechnet?

____________________________________________

____________________________________________

Werden Zusatzleistungen wie Abholung, Umsetzen,

etc. von den Kassen bei der Vergütung berücksichtigt?

O Über Einzelverträge bei folgenden Krankenkassen:

O Über Rahmenverträge bei folgenden Krankenkassen:

O Ja.

O Nein.

Wie sollte eine solche Vergütung aussehen?

O Über den Wartezeittarif

O Über eine Pauschale. Höhe: _______€

Bitte senden Sie den ausgefüllten Fragebogen per Fax an 089 / 14 83 87 89 oder als Scan per Mail an

info@taxi-times.taxi oder per Post an Taxi Times, Frankfurter Ring 193a, 80807 München. Vielen Dank!

Welche Rahmenbedingungen benötigt ein Taxiunternehmen, um künftig sogenannte

Inklusionstaxis einsetzen zu können? Diese und einige weitere

Fragen befinden sich auf dem Fragebogen einer Bedarfs­ und Akzeptanzanalyse,

der dieser Ausgabe beigelegt ist.

Initiator des Fragebogens ist der Sozialverband Deutschland (SoVD), LV Berlin

Brandenburg, dem es in akribischer politischer Arbeit gelungen ist, für Berliner

Taxiunternehmen ein Inklusionstaxiprogramm zu starten, das vom Senat mit einer

Million Euro jährlich gefördert wird, indem man die Umrüstkosten bezuschusst.

Inklusionstaxis sollen überall in Deutschland in ausreichender Zahl angeboten

werden. Politisches Ziel ist es, sowohl im städtischen wie auch im ländlichen

Bereich die Verfügbarkeit eines Inklusionstaxis auch für Spontan­Bestellungen

zu ermöglichen. Die vom SoVD erstellte Bedarfs­ und Akzeptanzanalyse soll den

Entscheidungsträgern bei ihren Planungen helfen. Je mehr Fragebogen ausgefüllt

zurückgesendet werden, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Punkte, die

dem Taxigewerbe wichtig sind, bei der politischen Umsetzung des Inklusionstaxis

eine Rolle spielen. Der SoVD hofft daher auf eine große Resonanz und auf

zahlreiches Feedback.

jh

ROBOTER-TAXI:

UBER DEAKTIVIERTE

NOTBREMSSYSTEM

Bei dem tödlichen Unfall eines Uber­Roboter­Taxis, das im März in Arizona ungebremst

eine Fußgängerin überfahren hatte, war das Notbremssystem willentlich

deaktiviert. Das geht aus einem Bericht der US­Behörde für Verkehrssicherheit,

NTSB, hervor. Die Fähigkeit zur automatisch eingeleiteten Gefahrenbremsung

habe Uber nach eigenen Angaben selber außer Betrieb gesetzt, heißt es in einem

Reuters­Bericht. Damit wollte man „das Potenzial für unberechenbares Verhalten

des Fahrzeugs reduzieren“. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Die Sicherheitsfahrerin

stand zum Zeitpunkt des Unfalls unter Drogen.

prh

FOTOS: Taxi Times

20 JUNI / JULI / 2018 TAXI


FAHRZEUGE

ROLLI-

UMRÜSTUNGEN

FÜR ELEKTRO-

TAXIS

Elektro-Vans mit

Rollstuhlumrüstung:

der von Mobitec

umgebaute

Nissan e-NV200.

Als Fachmesse für das Rettungswesen ist

die Rettmobil ein Anziehungspunkt für

Blaulichtfans. Doch wie immer finden sich

dort auch Lösungen rund um die Rollstuhlbeförderung

– und sogar darüber hinaus.

Der Rundgang über die seit 2001 als Leitmesse für Rettung

und Mobilität etablierte Veranstaltung hat Volksfestcharakter:

Überall blinken Blaulichter. Das sei unverzichtbar,

um aufzufallen, sagen die Anbieter der Notarzt- und Rettungswagen.

Wahrscheinlich hätte eher der Rettungswagen mehr Aufmerksamkeit

bekommen, der ohne Blaulicht präsentiert worden wäre.

Die für Taxibetriebe interessanten Geschichten spielten sich

zwischen Blaulicht und Martinshorn ab – beispielsweise bei den

Herstellern, die seit Jahren Umbauten zur Rollstuhlbeförderung

anbieten und ihre Produkte stetig weiterentwickeln bzw. an neue

Fahrzeugmodelle und -antriebe anpassen. So wie Mobitec aus

Berkheim im Allgäu. Dort wurde jetzt die Elektroversion des

Nissan NV200 Evalia mit Heckausschnitt entwickelt. Der Evalia,

der bei der Rettmobil in Fulda auf dem Nissan-Stand präsentiert

wurde, soll mit einer Akkuladung künftig bis zu 200 Kilometer

Reichweite nach WLTP erzielen. Der e-NV200 ist bislang das einzige

E-Fahrzeuge, welches als Inklusionstaxi in Deutschland eingesetzt

werden kann. Umrüster sind neben Mobitec unter anderem

auch Reha-Automobile aus Bad Zwischenahn.

Der Funkkontakt ist im Rettungswesen wie auch im Taxi-Einsatz

unverzichtbar. Die nötigen Antennen dazu hat das Unternehmen

Antennentechnik ABB Bad Blankenburg. In Fulda richtete man

aber den Fokus auf den WiCAR genannten WLAN-Internet-Router.

Das Nachrüstprodukt ist auch für Taxis interessant, weil viele

Autohersteller die kommerzielle Nutzung des serienmäßigen

WLAN-Routers in ihren Fahrzeugen unterbinden. Der Router kann

markenübergreifend eingebaut werden und ermöglicht den Fahrgästen

freies WLAN während der Tour.

jh/sg

FOTO: Taxi Times

OPEL MOVANO MIT E-ANTRIEB

Bleiben wir bei Rollstuhlfahrzeugen mit alternativen Antrieben.

Leider ziemlich versteckt – aber von uns trotzdem entdeckt – war

bei AMF ein erstes vollelektrisches Kraftfahrzeug zur Beförderung

mobilitätsbehinderter Personen (KMP) auf Opel-Movano-Basis zu

bestaunen. Das Fahrzeug ist in Kooperation mit dem jungen Unternehmen

I SEE Electric Trucks auf die Räder gestellt worden. Waren

bislang nur Umbauten auf Mercedes-Benz-Sprinter- und Opel-

Vivaro-Basis bekannt, ist jetzt, wie Andreas Pfeffer, einer der

Geschäftsführer von I See Electric Trucks, erklärte, der E-Antriebsstrang

des Vivaro auf den Movano adaptiert worden.

Das beliebteste Modell zur Rollstuhlumrüstung ist bei Taxiunternehmen

nach wie vor der VW Caddy. Die Kirchhoff Mobility

Gruppe präsentierte dafür in Fulda einen „NIVO NewLine“-Heckeinsteiger.

Dank einer Federunterstützung kann die Rollstuhlrampe

kinderleicht bedient werden.

Für die sichere Beförderung sorgt die Technik der Umrüster,

bei der anschließenden Abrechnung mit der Krankenkasse helfen

Dienstleister. Das Rechenzentrum für Heilberufe RZH aus Wesel

gab in Fulda eine Kooperation mit MPC aus Neubeckum bekannt.

Man werde Abrechnungspakete inklusive der MPC-Software Taris

in unterschiedlichen Ausprägungen anbieten.

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TAXI JUNI / JULI / 2018

21


KOMMENTAR

Es ist sehr schwer, einen

Verstoß der Rückkehrpflicht

zu beweisen. Man müsste dem

Fahrer nach einem Auftrag

hinterherfahren und eine

unerlaubte Bereitstellung

dokumentieren.

UNKONTROLLIERBARE

RÜCKKEHRPFLICHT

Mietwagenbetreiber und unbedarfte Politiker wollen die Rückkehrpflicht

abschaffen, das Taxigewerbe wehrt sich dagegen. Dabei ist sie in der jetzigen

Konstellation völlig wertlos. Es braucht einen Plan B.

Wie lange kann man an der im Personenbeförderungsgesetz

festgelegten Rückkehrpflicht noch festhalten?

Nicht nur die neuen Vermittlungsgurus wie Uber

und Clever Shuttle fordern deren Abschaffung, auch Politiker werden

nicht müde, diese immer wieder als reformbedürftig darzustellen.

Fast schon witzig ist dabei, dass die Politik wie auch die

Uber-Lobbyisten immer wieder das Märchen erzählen, eine Rückkehrpflicht

sei ökologisch und ökonomisch unsinnig. In Wahrheit

trifft genau das Gegenteil zu, weil die Mietwagenfahrer dann,

während sie auf den nächsten Fahrauftrag warten, im fließenden

Verkehr kreisen oder wertvollen Parkraum wegnehmen.

Eigentlich müsste man die Rückkehrpflicht aus einem ganz anderem

Grund infrage stellen. Während früher das Mietwagengeschäft

noch als Chauffeurservice betrieben wurde, bietet eine steigende

Anzahl an Mietwagenunternehmern heute einen taxiähnlichen Verkehr

an, bei dem man dem Kunden vor allem die schnelle Bedienung

verspricht. Wie beim Taxi, verspricht man. Ein solches Geschäftsmodell

verträgt sich natürlich nicht mit der Rückkehrpflicht.

Die Proteste werden lauter und heftiger. In Aachen haben beispielsweise

vor Kurzem Taxifahrer mit einem Protestkorso durch

die Innenstadt protestiert. Sie forderten mehr Kontrollen der Mietwagenfahrer

und einen Stopp weiterer Zulassungen. Letzteres ist

utopisch, denn eine Gemeinde darf bei Mietwagen – anders als bei

Taxis – keine Begrenzung der Konzessionen einführen. Das wäre

ein Verstoß gegen Artikel 12 des Grundgesetzes (freie Berufswahl).

Aber auch eine Kontrolle der Rückkehrpflicht stößt an rechtliche

Grenzen. Solange Mietwagen nicht von privaten Fahrzeugen zu

unterscheiden sind, dürfen Zoll und Aufsichtsbehörden nur sehr

eingeschränkt kontrollieren. In dieser Form ist die Rückkehrpflicht

also ein Muster ohne Wert. An ihr festzuhalten ist, wie Perlen vor

die Säue zu werfen. Sie ersatzlos zu streichen, ist eine Kapitulation

des Rechtsstaats vor seinen behördlichen Unzulänglichkeiten.

Ein erster Schritt könnte stattdessen eine klare Kennzeichnung

von Mietwagen sein. Entweder durch eine Konzessionsnummer

oder eine nur dem Mietwagen vorbehaltene Buchstabenkombination

im Kfz-Kennzeichen. Diese Forderung sollte das Taxigewerbe

mit aller Vehemenz verfolgen. Sie wäre auch im Sinne der vielen

Mietwagenbetreiber, die mit Qualität und Exklusivität seit Jahren

ihre Stammkundschaft bedienen.

jh

Dieser Beitrag ist eine gekürzte Fassung eines Mitte Mai im Internet

erschienenen „Wochenkommentars“. Er kann in voller Länge (inklusive

türkischer Übersetzung) unter www.taxi-times.taxi nachgelesen werden.

Bitte im Suchfeld „Wochenkommentar“ eingeben.

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Die Nachrichten sind in Deutsch, Englisch und Türkisch abrufbar. Die

App gibt es zum kostenlosen Download für iOS und Android.

22 JUNI / JULI / 2018 TAXI


GASTKOMMENTAR

ALLES

(AUSSER)

KONTROLLE,

ODER WAS?

Erfolgreich abgeladen am

Flughafen. Und wer kontrolliert

jetzt, ob dieser Fahrer auch wirklich

zum Betriebssitz zurückkehrt?

Genehmigungsbehörden haben nach

§ 54a des PBefG das Recht zur Überprüfung.

Das sollte endlich angewendet

werden, auch im Mietwagenbereich.

Taxis und Mietwagen sind in vielen

Bereichen stark voneinander

abgegrenzt. Beispielsweise bei der

Kontingentierung der Konzessionen. Insbesondere

im Mietwagenbereich werden

Genehmigungen sehr freigiebig verteilt, da

eine zahlenmäßige Beschränkung anders

als bei Taxis nicht gesetzlich vorgesehen ist.

Allzu gerne beruft man sich im Zeitalter

der Digitalisierung auf die Rechtsprechung

des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG)

aus dem Jahr 1960, welche die Unterschiede

zwischen den Verkehrsformen herausgearbeitet

und eine Kontingentierung abgelehnt

hatte. Das BVerfG war damals davon überzeugt,

dass die unterschiedlichen Gesetzesgrundlagen

ausreichend sind, um sowohl

den Bestand des Taxigewerbes als Teil der

ÖPNV­Versorgung zu gewährleisten, als

auch ein zusätzliches Angebot der damals

immobilen Gesellschaft zu schaffen, das

auf den ÖPNV keine Auswirkungen hat,

soweit die gesetzlich auferlegten Pflichten

erfüllt werden.

Diese Überlegungen sind in den Mobilitätsmärkten

heute nicht mehr nachvollziehbar.

Seit Jahren beobachtet man Flotten von

Mini­Cars, sieht man Flughafentransporte

als „Airportexpress“ mit Kampfpreislisten.

Schlichtweg jedermann mit drei Unbedenklichkeitsbescheinigungen

erhält eine

Genehmigung. In manchen Gemeinden hat

sich der Mietwagenbestand in den letzten

Jahren um bis zu 30 Prozent erhöht.

ABSURDE SITUATION

Damit ist in den letzten Jahren eine absurde

Situation entstanden: Während sich

Verkehrsbehörden bei Genehmigungsverlängerungsverfahren

im Taxibereich mit

der Unterstützung von Plausibilitätsgutachten

zunehmend als Steuerprüfer fühlen

und durch verschärfte Kontrollen eine

Reduzierung der Konzessionen herbeiführen

wollen, dürfen Mietwagenbetreiber

munter zu Billigtarifen, die weder einen

Mindestlohn für den Fahrer noch Abgabepflichten

oder Investitionen abdecken,

weiter taxiähnliche Verkehre durchführen.

Dabei gilt § 54a PBefG auch für den

Mietwagenverkehr, wird aber leider nicht

angewendet – mit der Folge, dass das herkömmliche

Taxigewerbe in Zivilprozessen

auf eigene Kosten und eigenes Risiko die

Ver stöße der Mietwagenunternehmen verfolgen

muss.

Dies sind Wettbewerbsbedingungen, die

weder der historische Gesetzgeber noch

das BVerfG in seiner Entscheidung vor

Augen hatten. Also endlich aufwachen und

Augen auf! Denn eine Kontrolle wird auch

dort sehr schnell eine „Marktbereinigung“

herbeiführen. Und dazu braucht man noch

nicht einmal Gesetze zu ändern, sondern

nur anzuwenden. Also los, alle Kontrollettis!

au

Axel Ulmer ist ausgebildeter Volljurist mit Schwerpunkt

Verwaltungsrecht/PBefG und fungiert als

Unternehmensberater für die Ulmer Consulting

UG in Kaiserslautern.

FOTOS: Taxi Times

DAS SAGT DER § 54A PBEFG

Prüfungsbefugnisse der Genehmigungsbehörde: Die

Genehmigungsbehörde kann zur Durchführung der Aufsicht

und zur Vorbereitung ihrer Entscheidungen durch

Beauftragte die erforderlichen Ermittlungen anstellen,

insbesondere

1. Einsicht in die Bücher und Geschäftspapiere nehmen,

2. von dem Unternehmer und den im Geschäftsbetrieb

tätigen Personen Auskunft verlangen. […]

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TAXI JUNI / JULI / 2018

23


RECHT

AUF DEN

HUND GEKOMMEN

Für Taxis gilt Beförderungspflicht. Wie aber sieht das aus,

wenn Hunde dabei sind? Und wenn deren Mitnahme, wie kürzlich

in Berlin geschehen, aus Glaubensgründen verweigert wird?

Rechtlich betrachtet werden Tiere wie Sachen eingestuft.

Hat also ein Fahrgast ein Haustier bei sich, so wird es

grundsätzlich ebenfalls von der Beförderungspflicht

erfasst – ähnlich einem Gepäckstück. Dies wird insbesondere

in § 15 Abs. 1 S. 2 BOKraft ausdrücklich klargestellt. Damit

kann die Mitnahme des Tieres grundsätzlich nicht verweigert

werden und es darf grundsätzlich kein erhöhtes Entgelt für

die Mitnahme der Tiere berechnet werden. Anders stellt es

sich lediglich dar, wenn die jeweilige Taxiverordnung Zuschläge

für Gepäckstücke vorsieht. In dem Fall darf der Zuschlag

berechnet werden.

Ähnlich wie bei menschlichen Fahrgästen kann auch unter

bestimmten Umständen der Transport von tierischen Passagieren

abgelehnt werden. Ein Anknüpfungspunkt dafür bietet § 15 Abs. 2

BOKraft. Ein Fahrer kann den Transport verweigern, wenn durch

den Transport seine Konzentration und die Sicherheit der Beteiligten

gefährdet werden.

Dies gilt insbesondere, wenn der Fahrer an einer Tierhaarallergie

leidet und somit durch ständiges Niesen seine Fahrsicherheit

beeinträchtigt wäre (vergleiche Bayerisches Oberstes

Landesgericht, Beschluss vom 26.06.1985 – Az.: 3 Ob OWi 58/85).

Ebenso kann die Beförderung abgelehnt werden, wenn der Fahrer

große Angst vor dem Tier hat und sich daher nicht auf den Verkehr

konzentrieren könnte, wie beispielsweise bei einem großen Schäferhund

(OLG Hamm, Beschluss vom 05.03.1992 – Az.: 3 Ss OWi

61/92). Ähnlich verhält es sich, wenn das Tier von seinem Herrchen

oder Frauchen nicht unter Kontrolle gebracht werden kann

und wild durch das Fahrzeug springt oder unentwegt laute Geräusche

von sich gibt: Auch hier geht die Verkehrssicherheit vor.

DIE WICHTIGSTEN

TAXITHEMEN

Damit Sie nichts verpassen, schicken wir Ihnen

jede Woche die aktuellen Neuigkeiten aus der

Taxibranche als Newsletter.

Jetzt anmelden!

www.taxi-times.taxi/newsletter

HAARE SIND KEINE „STARKE VERSCHMUTZUNG“

Der Transport stark verschmutzter Tiere kann abgelehnt werden,

wenn aufgrund der Zeit der Reinigung Einnahmeeinbußen drohen.

Allerdings dürfte das nicht die normalen Tierhaare umfassen.

Verschmutzt das mitgenommene Tier dann während der Fahrt das

Fahrzeug, können die Reinigungskosten beim Tierhalter geltend

gemacht werden. Keinen berechtigten Grund dagegen stellt es dar,

wenn ein Tier aus religiösen Gründen für unrein gehalten wird.

Auch hier gilt die Beförderungspflicht.

Wer die Beförderung ohne triftigen Grund ablehnt, verstößt

gegen die Beförderungspflicht und begeht eine Ordnungswidrigkeit

im Sinne des § 61 Abs. 1 Nr. 3 c PBefG. Die Geldbuße kann

bis zu 10 000 Euro betragen, dürfte im Regelfall aber „nur“ um ca.

300 Euro liegen (so z. B. Amtsgericht Hamburg, Urteil vom

28.01.2014 – Az.: 234 OWi 163/13).

Sollten Sie einen Fahrgast berechtigterweise abweisen müssen,

weil Sie eine Allergie oder Angst vor dem Tier haben oder das Tier

nicht in Ihr Fahrzeug passt, empfiehlt es sich, ein geeignetes Fahrzeug

über die Zentrale anzufordern. Wenn Sie den Fahrgast aus

anderen berechtigten Gründen abweisen, die beispielsweise im

Tierverhalten oder seiner Verschmutzung liegen, sollten Sie den

Grund am besten dokumentieren – durch eine Notiz im Kalender,

ein Handyfoto oder Ähnliches.

Anita Heinemann, Kanzlei Voigt, www.kanzlei-voigt.de

FOTO: Fotolia / Fly_dragonfly

24 JUNI / JULI / 2018 TAXI


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Gesetzesverstoß

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ES NICHT

TECHNIK IM FAHRZEUG

Neue Geräte bei

IsarFunk

KARLHEINZ WÖLFLE

»Mein E-Taxi funktioniert

im Schichtbetrieb«

IMPRESSUM

GRAFIK: Raufeld Medien

Nirgendwo sonst leiden die Kollegen mehr unter den

Folgen von Uber & Co. als in Berlin und München. Das

spiegelt sich auch in der Berichterstattung der beiden

Taxi Times-Regionalausgaben wider.

Es ist ein gefährlicher Mix, der sich

aktuell in den beiden Millionenstädten

zusammenbraut. Zum

einen muss man zur Kenntnis nehmen,

dass zahlreiche Mietwagen einen Fahrgast

nach dem anderen wegholen, sei es nun an

den Flughäfen München bzw. Berlin oder

im Innenstadtbereich. Fahrten, die größtenteils

über Uber, aber auch zunehmend

über Clever Shuttle oder Allygator vermittelt

werden.

BEHÖRDEN GREIFEN NICHT EIN

Zum anderen beobachten die Kollegen täglich,

wie die Uber­Partner permanent

gegen geltende Gesetze verstoßen und die

zuständigen Behörden nicht oder nur sehr

ungenügend eingreifen. Vor allem am Flughafen

München kann man mittlerweile von

einem rechtsfreien Raum sprechen, der

deshalb entstanden ist, weil die zuständige

Aufsichtsbehörde wissentlich wegschaut.

Politisch verantwortlich dafür ist ein Landrat

der CSU, jener Partei, die im September

am liebsten wieder die absolute Mehrheit

erreichen würde. Politiker, die in einer

Demokratie rechtsfreie Räume zulassen,

haben in Spitzenämtern nichts verloren.

Landrat Martin Bayerstorfer wird das nicht

gerne über sich lesen. Muss er aber – in

der aktuellen Ausgabe der Taxi Times

München.

DRAMATISCH WENIGER UMSATZ

Keinen Deut besser ist die Situation in Berlin.

Tag für Tag, Stunde um Stunde verstoßen

die Uber­Partner dort gegen die

Rückkehrpflicht. Ohne Kontrollen, ohne

Konsequenzen. Die Umsatzeinbußen sind

dramatisch und treffen ein Gewerbe, das

mittlerweile fast komplett auf Fiskaltaxameter

umgestellt hat. Die Anzahl der Konzessionen

ist deshalb nicht wie erhofft

zurückgegangen.

Etliche Betriebe, die vorher schon nicht

sauber waren, mauscheln jetzt unter dem

Deckmantel manipulierter Arbeitszeiten.

Schon wieder sind die Behörden machtlos

und der Staat versagt. Das klingt hart und

das werden die verantwortlichen Politiker

nicht gerne lesen. Müssen sie aber – in der

aktuellen Ausgabe der Taxi Times Berlin.

Beide Ausgaben können unter info@taxitimes.com

oder im Internet unter www.

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werden.

jh

Verlag

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Mitarbeiter dieser Ausgabe

Wim Faber,; RAìn Anita Heinemann; Axel Ulmer (au)

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Druck

Druckteam, Maik Roller & Andreas Jordan GbR,

Gustav­Holzmann­Str. 6, 10317 Berlin

Taxi Times DACH erscheint

seit 2016

Erscheinungsweise 6 x pro Jahr

Heftpreis: 4,80 €, Jahres­Abo: 35 €

ISSN­Nr.: 2367­3834

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26 JUNI / JULI / 2018 TAXI


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Für das regional agierende Taxigewerbe bieten wir mit Taxi Times die Möglichkeit, sich

auch über die regionalen Grenzen hinaus zu informieren. Durch eine hohe Kompetenz –

unsere Redakteure stammen größtenteils selbst aus der Taxibranche – informieren wir

stets mit dem Blickwinkel aus dem Gewerbe für das Gewerbe. Taxi Times zeigt, wie auf

die großen Veränderungen und auf politisch motivierte Gesetzesregelungen reagiert

wird, und hält Sie über die Entwicklung neuester Techniken auf dem Laufenden.

Es wird Zeit, sich bei der Suche nach Lösungen untereinander zu vernetzen, es wird

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zwischen 5,8 und 5,6, außerorts zwischen 4,8 und 4,3, kombiniert zwischen 5,1 und 4,8. CO 2-Emission in g/km: kombiniert

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