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Gazette Zehlendorf Januar 2019

Gazette für Zehlendorf, Nikolassee, Schlachtensee, Dahlem und Wannsee

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18 | | <strong>Gazette</strong> <strong>Zehlendorf</strong> | 2017 | <strong>Januar</strong> <strong>2019</strong><br />

Mobilitäts-Hub<br />

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) diskutiert<br />

Die BVG plant in zahlreichen Bereichen der Stadt sog. „Mobilitäts-Hubs“ d. h. auf<br />

Deutsch Verkehrsknotenpunkte einzurichten. Dort sollen die Fahrgäste nicht nur in<br />

Busse umsteigen können, sondern auch andere Möglichkeiten zur Weiterfahrt (z. B.<br />

Fahrräder, Car Share) und weitere Serviceangebote in Anspruch nehmen können. Zur<br />

Umsetzung dieses Konzepts wären sicher Umbauten von Vorplätzen in den Bezirken<br />

erforderlich. Hierzu liegen der BVV entsprechende Fraktionsinitiativen vor. Im Folgenden<br />

äußern sich die Fraktionen in der BVV-Steglitz-<strong>Zehlendorf</strong> zu diesem Thema.<br />

CDU-Fraktion<br />

Die CDU-Fraktion begrüßt den geplanten<br />

Mobilitäts-Hub vor dem Rathaus <strong>Zehlendorf</strong>.<br />

Wie wäre es, wenn man immer das<br />

Verkehrsmittel parat hätte, das alle Mobilitätswünsche<br />

erfüllt? Wie wäre es, wenn<br />

alle Verkehrsmittel so einfach verfügbar<br />

sind, dass man sie komfortabel nutzen<br />

und leicht miteinander kombinieren kann,<br />

wenn Busse, Bahnen und neue Sharing-Mobilitätsangebote<br />

in einer App gebucht<br />

werden können? Die neuen BVG-Mobilitätshubs<br />

verknüpfen erstmals ÖPNV- und<br />

Sharing-Angebote und bieten zusätzliche<br />

Services an zentralen Orten. Wir stärken<br />

den Umweltverbund aus Gemeinschaftsverkehren,<br />

Rad- und Fußverkehr und lenken<br />

die Berliner in öffentliche Verkehrsmittel.<br />

Wir schaffen eine Alternative zum ständig<br />

steigenden privaten Autoverkehr, leisten<br />

einen Beitrag zu den Klima-, Umweltschutzund<br />

Nachhaltigkeitszielen und steigern so<br />

die Lebensqualität im Bezirk. Wir fördern<br />

die Standortentwicklung am Rathaus mit<br />

neuen Mobilitäts- und Serviceangeboten.<br />

Der Hub bietet so viele Mobilitätsangebote<br />

wie kaum ein anderer Ort in Berlin und<br />

bündelt sie erstmals in <strong>Zehlendorf</strong>-Mitte,<br />

idealerweise mit Sichtkontakt zum S-Bhf.<br />

<strong>Zehlendorf</strong> und direktem Zugang zum<br />

Rathaus am Teltower Damm!<br />

Jens Kronhagel<br />

Berlin SPD-Fraktion<br />

Die SPD begrüßt die Erstellung eines Mobilitätshubs<br />

– aber nicht an dieser Stelle.<br />

Gegen diesen Standort spricht vieles: Zwischen<br />

denkmalgeschützten Gebäuden<br />

passt kein Elektrofuhrpark. Zum Beispiel<br />

am U-Bhf. Oskar-Helene-Heim durfte wegen<br />

des Denkmalschutzes keine Toilette<br />

gebaut werden.<br />

Der Teltower Damm leidet unter übermäßigem<br />

Verkehr, besonders im Engpass der<br />

S-Bahnbrücke stehen die Autos ständig im<br />

Stau. Die Elektrofahrzeuge wären erstmal<br />

ein zusätzlicher Verkehr. Dazu kommt,<br />

dass es in den nächsten Jahren drei große<br />

Baustellen geben wird. Der Umbau der<br />

S-Bahnbrücke, die neue Durchwegung<br />

des Postplatzes und die Umgestaltung<br />

des Rathauses stehen in den nächsten<br />

Jahren an. Die Carsharing-Anbieter haben<br />

ihr Geschäftsgebiet erst vor kurzem eingeschränkt.<br />

Sie wollen nicht in die Randgebiete.<br />

Wir können uns an anderer Stelle,<br />

wie z. B. an der Hampsteadstraße, am Breitenbachplatz<br />

oder Rathaus Lankwitz einen<br />

Mobilitäts-Hub gut vorstellen.<br />

Juliana Kölsch<br />

B‘90/Grünen-Fraktion<br />

Die BVG möchte am S-Bhf. <strong>Zehlendorf</strong> beginnen<br />

mit einem Mobilitätshub: wer mit<br />

Rad, Elektro-Roller oder Leihauto unmittelbar<br />

weiterfahren will, wird das in Zukunft an<br />

vielen Stationen per BVG-App komfortabel<br />

aussuchen können. Ganz, wie es abends<br />

oder mit viel Einkauf passt. Diesen Qualitätssprung<br />

im öffentlichen Nahverkehr<br />

unterstützen wir sehr.<br />

Für den Komfort ist auch wichtig, dass dieser<br />

Hub dicht am U- oder S-Bahnhof liegt.<br />

Das gilt gerade für den ersten BVG-Hub in<br />

Berlin am S-Bahnhof <strong>Zehlendorf</strong>: er muss<br />

gut sichtbar nah am S-Bhf. sein, damit das<br />

neue Angebot entdeckt werden kann.<br />

Es gibt immer wieder Hindernisse, die einen<br />

Standort ungeeignet werden lassen.<br />

Deswegen halten wir es für falsch, schon<br />

jetzt z. B. den Platz vor dem Rathaus auszuschließen,<br />

die Gründe finden wir wenig<br />

überzeugend. Die von der SPD genannte<br />

Alternative hinter dem Standesamt ist völlig<br />

ungeeignet. Alternativ soll auch der Platz<br />

südlich des S-Bhf. geprüft werden.<br />

Mit dem Angebot der BVG bekämen wir da,<br />

wo es besonders große Zeitvorteile generiert,<br />

Leihfahrzeuge, während sich andere<br />

Anbieter immer mehr Richtung Innenstadt<br />

zurückziehen. Danke, BVG!<br />

Bernd Steinhoff<br />

Alternative<br />

für<br />

Deutschland<br />

AfD-Fraktion<br />

Unpünktlich, überfüllt oder kommt gar<br />

nicht!“, poltert die Mutter los, als ich sie auf<br />

die Zufriedenheit um die BVG anspreche.<br />

„Ich nutze seit 30 Jahren die BVG. Seit fünf<br />

Jahren wird es immer schlimmer!“ „Dafür<br />

bekommen Sie aber nun einen Mobilitäts-HUB<br />

direkt vor das Rathaus,“ entgegne<br />

ich. „Ein was?“ Große Augen schauen<br />

mich ratlos an. Ich erkläre: „Dank den<br />

Grünen werden jetzt sog. Mobilitäts-Hub<br />

aufgebaut. Dort können sich Bürger dann<br />

Fahrräder und Roller ausleihen und Carsharing-Autos<br />

nutzen. „Ich habe keinen Führerschein,<br />

brauchte ich nie!“, entgegnet sie.<br />

Ihr Bus kommt, sie drängelt sich mit den<br />

Kindern rein. Der Mutter ist mit dem Hub<br />

eher nicht geholfen. Der Hub ist eine billige<br />

PR-Nummer, das sagen auch die Vertreter<br />

der BVG, die seitens des Senats angehalten<br />

sind, einen Beitrag zur „Verkehrswende“ im<br />

Sinne des „Mobilitätsgesetzes“ zu leisten.<br />

Die AfD findet Carsharing gut, doch nicht<br />

die PR-Nummer für Grünen-Politik. Mobilität<br />

muss im Sharing an jeder Ecke verfügbar<br />

sein – das ist ja der Clou. Doch Grünen geht<br />

es nicht um Logik – nur um ihre Ideologie<br />

und die CDU hofft darauf, etwas vom „Öko-<br />

Glanz“ der Nummer zu erhaschen.<br />

Peer Lars Döhnert<br />

FDP-Fraktion<br />

Die Freien Demokraten (FDP) unterstützen<br />

die Einrichtung eines Mobilitätshub durch<br />

die BVG in <strong>Zehlendorf</strong>-Mitte, auch wenn es<br />

noch viele Fragen zu klären gilt. Mit ihrem<br />

Mobilitätshub präsentiert uns die BVG eine<br />

innovative Idee, wie der ÖPNV „neu gedacht“<br />

werden kann. Ein Mobilitätshub soll<br />

ergänzende Angebote zum ÖPNV bündeln<br />

und <strong>Zehlendorf</strong> soll einen der ersten außerhalb<br />

des S-Bahn-Ringes erhalten. Soviel<br />

Engagement für unseren Bezirk begrüßen<br />

wir sehr. Als Standort ist die Parkbucht am<br />

Teltower Damm vor dem Rathaus geplant.<br />

Dort sollen neben Fahrradgaragen auch<br />

Carsharingangebote, Ladesäulen für Elektroautos,<br />

wie auch für E-Bikes und E-Scooter<br />

Platz finden. Vorgesehen sind auch Leihräder,<br />

mit denen ÖPNV-Nutzer bequem<br />

ihre Fahrt fortsetzen können. Jedoch ist<br />

uns die BVG bislang die Antwort schuldig<br />

geblieben, wie das alles an diesen doch<br />

begrenzten Standort passen soll. Unklar ist<br />

auch, wie z. B. ein geliehenes Fahrrad zum<br />

Hub zurück kommt. Auch soll <strong>Zehlendorf</strong>s<br />

Mitte eigentlich entlastet werden. Ob ein<br />

Hub da hilfreich ist, bleibt offen. Dennoch<br />

sollte <strong>Zehlendorf</strong> die Gelegenheit nutzen<br />

und endlich einmal Vorreiter sein.<br />

Andreas Thimm<br />

Linksfraktion<br />

Die BVG sucht derzeit nach Möglichkeiten,<br />

die Idee eines Mobilitätshubs als<br />

Pilotprojekt umzusetzen. Das heißt, es<br />

wird ausreichend Platz benötigt für die<br />

Aufstellung von Leihfahrrädern, E-Bikes<br />

und es müssen Parkplätze geschaffen<br />

werden für Car-Sharing-Fahrzeuge sowie<br />

für Stromzapfsäulen. Wir bezweifeln, dass<br />

der Standort am S-Bahnhof <strong>Zehlendorf</strong> für<br />

ein solches Pilotprojekt gut geeignet ist: das<br />

Verkehrsaufkommen ist bereits sehr hoch,<br />

der Platz begrenzt, die unterschiedlichen<br />

Verkehrsteilnehmer*innen kommen sich<br />

bereits jetzt häufig genug in die Quere. Es<br />

gibt derzeit Überlegungen, den S-Bahnhof<br />

und die Umgebung neu zu gestalten. Mit<br />

dem Pilotprojekt der BVG würden aber heute<br />

schon Fakten im Sinne einer bestimmten<br />

Infrastruktur geschaffen. Welchen Einfluss<br />

hätte dies auf die Umgestaltung?<br />

Neubaugebiete von vorneherein mit einem<br />

Mobilitätshub auszustatten, um einerseits<br />

die Anbindung an den ÖPNV zu<br />

gewährleisten, andererseits die Nutzung<br />

desselben attraktiver zu machen und den<br />

Individualverkehr einzudämmen, würde<br />

durchaus Sinn ergeben. Darüber in der BVV<br />

zu diskutieren, ist die Linksfraktion Steglitz-<strong>Zehlendorf</strong><br />

gerne bereit.<br />

Pia Imhof-Speckmann<br />

Weitere Informationen zur BVV und<br />

den Sitzungsterminen finden Sie<br />

unter www.berlin.de/ba-steglitzzehlendorf/<br />

politik-und-verwaltung/<br />

bezirksverordnetenversammlung/<br />

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