Erfolg Magazin Ausgabe 04-2021

erfolgmagazin

TONY ROBBINS & PETER MALLOUK im Interview über finanziellen Erfolg
HANSI FLICK: Unser neuer Bundestrainer – Günter Klein
HUSTLE HARDER, HUSTLE SMARTER: Auszug aus dem Buch von Curtis Jackson
ERIK WEIHENMAYER: Ein Blinder besteigt die sieben höchsten Berge der Welt – Dr. Dr. Rainer Zitelmann
DIE LOYALITÄTSFALLE: Auszug aus dem Buch von Rainer Hank
BRECHEN SIE REGELN
SCHLUSS MIT STRESS: Bianca Schindler
WHEN SHIT HAPPENS – HANDLE IT: Gastbeitrag von Dr. Frederick Hümmeke
FRISCHER WIND SCHLÄGT GROSSE WELLEN: Vanessa Brandl steigt in das Familienunternehmen Bela-Aqua ein
JAMES CORDEN: Großbritanniens Charmeoffensive – Michael Jagersbacher
DIGITALE TRANSFORMATION ALS COACH, BERATER, TRAINER & EXPERTE – Julia Diehl und Toby Förster
NEWS: Aktuelle News aus der Erfolgswelt
ERFOLG Magazin Brand Ambassadors
ERFOLG Magazin Top Experten
BEST OF WEB: Schauen Sie doch mal online rein

Editorial

Bild: Oliver Reetz

Julien Backhaus

Verleger und

Herausgeber

Noch mehr

Erfolg für Sie!

Das nächste Heft

erscheint am

26. August 2021

Mindset in Krisenzeiten

TONY ROBBINS HAT SICH UNSEREN FRAGEN GESTELLT

Nachdem die Welt 2009 in eine schwere Finanzkrise gestürzt

wurde, hatte man gehofft, diese schweren Zeiten würden nun vorüber

gehen. Märkte erholten sich, der Arbeitsmarkt sah rosig aus.

Und dann kam die nächste Krise. Und diese sollte sich nicht nur

gesundheitlich bemerkbar machen, sondern auch wirtschaftlich.

Die Corona-Pandemie hat den ganzen Globus in eine Schockstarre

versetzt. Insbesondere junge Menschen haben die erste wirkliche

Krise in ihrem Leben durchgemacht. Viele Unternehmen haben

diese Krise nicht überlebt – auch die Privatinsolvenzen sind

sprunghaft angestiegen. Kleine Ladenbesitzer lösten ihre Rentenversicherung

auf, um ihr Geschäft zu retten.

Tony Robbins beobachtet seit Jahren, dass Menschen finanziell

schlecht ausgebildet sind. Nun hat er mit seinem Co-Autor Peter

Mallouk ein Buch geschrieben mit dem Namen »Der Pfad zur

finanziellen Freiheit«. Das haben wir zum Anlass genommen, mit

Tony und Peter über das Thema zu sprechen. Wir wollten herausfinden,

was Menschen in Krisenzeiten tun können, um sich finanziell

trotzdem zu verbessern, und was langfristig nötig ist, um die

finanzielle Freiheit zu erlangen. Interessant ist, dass nur ein Teil der

Antwort mit finanzieller Ausbildung zu tun hat – zumindest nicht

im mathematischen Sinn. Denn Tony erklärt, dass die Menschen

das richtige Mindset entwickeln müssen und ihre Glaubenssätze in

Bezug auf Geld und Erfolg hinterfragen müssen. Technisch kann

man alles richtig machen. Aber wenn das Fundament nicht stimmt,

bricht alles wieder wie ein Kartenhaus zusammen.

Lesen Sie viele weitere spannende Stories wie zum Beispiel die über

unseren neuen Bundestrainer Hansi Flick, US-Rapper 50 Cent und

viele mehr.

Viel Vergnügen beim Lesen,

Ihr Julien Backhaus

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INHALT 4/2021

12

Tony Robbins und

Peter Mallouk über

finanziellen Erfolg

Erfolg

Tony Robbins & Peter Mallouk

im Interview................................................. 12

Hansi Flick: Unser neuer Bundestrainer

Günter Klein................................................. 22

Hustle Harder, Hustle Smarter

Auszug aus dem Buch von Curtis Jackson.... 36

Wissen

Digitale Transformation als Coach, Berater,

Trainer & Experte

Julia Diehl und Tobi Förster........................... 28

Einstellung

Erik Weihenmayer – Ein Blinder besteigt die

sieben höchsten Berge der Welt

Dr. Dr. Rainer Zitelmann................................. 8

Die Loyalitätsfalle

Auszug aus dem Buch von Rainer Hank....... 18

Brechen Sie Regeln....................................... 42

36

Hustle Harder

Hustle Smarter

Ziele visualisieren und

den Fokus finden

»UM EIN ERFOLGREICHER

HUSTLER ZU SEIN, MUSST

DU FÄHIG SEIN ZU ERKEN-

NEN, WAS DU WILLST«

Bilder: Francesco Carrozzini, IMAGO / ZUMA Wire / Poolfoto / Starface

4 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


News

ERFOLG

D A S L E S E N E R F O L G R E I C H E magazin

Leben

Schluss mit Stress

Bianca Schindler........................................... 34

When SHIT Happens – Handle it!

Dr. Frederick Hümmeke...............................44

Story

Frischer Wind schlägt große Wellen

Vanessa Brandl steigt in das Familienunternehmen

Bela Aqua ein......................... 21

James Corden

Michael Jagersbacher................................... 30

30

James Corden:

Großbritanniens Charmeoffensive

Sonstiges

News: Aktuelle News aus der Erfolgswelt....... 6

Die Erfolg Magazin Brand Ambassadors....... 48

Die Erfolg Magazin Top Experten................. 49

Best of Web:

Schauen Sie doch mal online rein................. 50

22

Hansi Flick:

Unser neuer

Bundestrainer

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de

5


News

NEWS

Bernard Arnault für

15 Minuten reichster

Mann der Welt

Der reichste Mann der Welt – in den vergangenen Jahrzehnten

waren das meist US-Amerikaner. Jetzt erreichte

der Franzose Bernard Arnault diesen Platz. Allerdings

hielt der Ruhm gerade mal eine Viertelstunde an, dann

löste ihn Amazon-Gründer Jeff Bezos wieder ab. Arnault,

unter anderem Haupteigentümer und Vorstandsvorsitzender

des Luxusgüterkonzerns Louis Vuitton Moët

Hennessy LVMH, profitiert stark von dem momentanen

Boom im Luxussektor.

Der Konzern besitzt 75 verschiedene Marken, darunter

Dior, Givenchy und Fendi. Mit einer Marktkapitalisierung

von 318,8 Milliarden Euro handelt es sich laut Angaben

der FAZ um Europas teuerstes Unternehmen. Das Forbes-

Magazine rechnet vor, dass Bernard Arnaults Vermögen

zwischenzeitlich 186,3 Milliarden US-Dollar betrug. Zur

selben Zeit wurde Jeff Bezos’ Reichtum mit genau 186

Milliarden beziffert. Schwankende Aktienkurse können

so knappe Positionen dann schnell wieder ändern. Das

dürfte Arnault allerdings wenig berühren.

Die Corona-Krise konnte seinem Großkonzern kaum etwas

anhaben. Von Januar 2020 an gewann die Aktie 53

Prozent an Wert und bricht derzeit immer wieder eigene

Rekorde. Arnaults persönliches Vermögen lag im März

2020 noch bei 76 Milliarden US-Dollar.

ERFOLGSZITAT

Will Smith

Jeden Tag neu auf Instagram

bei @erfolgmagazin

»Es gibt keinen Grund,

einen Plan B zu haben.

Er lenkt nur von Plan A ab.«

6 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


News

Neues Buch

von Andreas Buhr:

Business geht heute anders

Im Mai hat Bestsellerautor Andreas Buhr sein neues Buch

»Business geht heute anders« veröffenlicht. Darin geht

er auf die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen

Umbrüche ein, die

wir aktuell erleben, und welchen

Einfluss diese auf das Leben und

Arbeiten haben. Auf rund 450 Seiten

bringt er seine Erfahrungen aus

rund 40 Jahren als Unternehmer mit

seinen neusten Erkenntnissen zusammen,

um seinen Leserinnen und

Lesern aufzuzeigen, wie sie sich und

ihr Unternehmen erfolgereich für die

Zukunft aufstellen. In kompakten Kapiteln

behandelt Buhr Themen rund

um Selbstführung, Unternehmertum,

Führung, Vertrieb und Zukunftsstrategien.

Dabei stellt er nicht nur Best Practices vor, sondern

gibt seinen Lesrinnen und Lesern praxisnahe Hacks,

die sofort umsetzbar sein sollen, sowie die dafür notwendigen

Tools an die Hand.

Aktuelle News aus der Erfolgswelt

Jay-Z verkauft Musik-App Tidal

an Jack Dorsey

Der Musikdienst Tidal von Rap-Star Jay-Z bekommt

einen neuen Besitzer. Der Bezahldienst Square von

Twitter-Chef Jack Dorsey übernimmt für 297 Millionen

Dollar die Mehrheit. Jay-Z soll als Teil des Deals

in den Verwaltungsrat von Square einziehen, teilte

das Unternehmen mit. Tidal war im Jahr 2014 von

einem norwegischen Unternehmen gestartet worden.

2015 übernahmen

Jay-Z und mehrere

andere Stars den

Streaming-Anbieter

mit dem Plan,

einen Musikdienst

zu schaffen, der

den Künstlern

selbst gehört. Tidal

war unter anderem

ein Vorreiter

beim Streaming

von Musik in guter

Qualität für einen höheren Abo-Preis. Insgesamt blieb

der Dienst jedoch ein Nischenangebot und weit zurück

hinter den größten Anbietern Spotify, Apple und

Amazon Music. Der Bezahldienst Square wurde von

Jack Dorsey während dessen Auszeit bei Twitter gegründet.

Mittlerweile steht Dorsey an der Spitze beider

Unternehmen.

Bilder: Depositphotos / ChinaImages / everett225 / s_bukley, IMAGO / Eventpress, Cover: GABAL Verlag

Drehbuchautor bangt um die

künstlerische Freiheit der

007-Familie

Nachdem Amazon das Filmstudio MGM für über acht Milliarden

gekauft hat, macht sich in der Filmbranche Unwohlsein breit. Mit

dem Deal hat sich Amazon die Rechte an zahlreichen Filmklassikern

gesichert, darunter auch die James-Bond-Filme. In einem

Gastbeitrag in der »New York Times« schreibt Drehbuchautor

John Logan, dass er befürchte, Amazon würde demnächst versuchen,

James Bond dem Mainstream-Geschmack anzupassen.

Er hat an den Bond-Filmen »Skyfall« und »Spectre« mitgearbeitet

und war für drei Oscars nominiert. Die Arbeit an den Bond-Filmen

beschreibt Logan als eine »Familienangelegenheit«, in der reger

Austausch herrscht, verrückte Ideen entstehen und alle Diskussionen

in der Familie bleiben. Durch die Übernahme des Onlinehändlers

verspricht er sich das, was seiner Ansicht nach immer

passiere, wenn Konzerne in kreative Prozesse eingreifen: Ein Film

würde zu einem möglichst leicht zu konsumierenden Produkt

verwässert. »Der Film wird zu einem harmlosen Schatten seiner

selbst, ohne Ecken, Kanten oder Anflüge cineastischer Verrücktheit«,

schreibt er. »Feuer und Leidenschaft veröden Stück für

Stück, weil der Film kommerziellen Absichten und Umfragewerten

unterworfen wird.«

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de

7


Einstellung

ERIK WEIHENMAYER –

Ein Blinder besteigt

die sieben höchsten

Berge der Welt

DR. DR. RAINER ZITELMANN

ÜBER WILLENSKRAFT, NEINSAGER

UND DIE ALCHEMIE, SCHLECHTES

IN GUTES ZU VERWANDELN

8 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Einstellung

Bilder: IMAGO / Everett Collection

Die ehrgeizigsten Bergsteiger

der Welt setzen sich das Ziel,

den Mount Everest, mit 8848

Metern der höchste Berg der

Welt, zu besteigen. Bergsteiger,

denen auch dieses Ziel nicht reicht,

nehmen sich die »Seven Summits« vor – die

höchsten Gipfel der sieben Kontinente. Der

Amerikaner Dick Bass war 1985 der erste

Mensch, dem die unglaubliche Leistung gelang,

die »Seven Summits« zu besteigen.

Als der blinde Amerikaner Erik Weihenmayer

sich dieses Ziel in den Kopf gesetzt

hatte und den Mount Rainier (ein 4.392

Meter hoher Berg in der Nähe von Seattle)

als Klettertraining für den Mount McKinley

bestieg, sagte ihm ein beunruhigter

Führer: »Keine Chance, dass du da raufkommst,

und was den McKinley betrifft,

der ist noch zehnmal schwieriger als der

Rainier.« Als Weihenmayer den McKinley

bestiegen hatte und sich vornahm, den fast

7.000 Meter hohen Aconcagua in den Anden

zu erklettern, erklärten ihm Experten:

»Ich kann noch verstehen, dass du den

McKinley geschafft hast, da gibt es nur

Schnee; du brauchst also eigentlich nicht

zu sehen, wo du hintrittst, aber der Aconcagua

ist eine andere Geschichte. Da gibt es

überall nur lockeres Geröll. Da wirst du

keinen Halt finden.« Doch schon im folgenden

Winter bestieg der Athlet aus New

Jersey den Aconcagua.

»Neinsager tun mir leid«

Nachdem er diesen Gipfel genommen

hatte, verkündete Weihenmayer, er wolle

auch den höchsten Gipfel der Welt, den

Mount Everest besteigen. Fast alle sagten

ihm, dies sei nicht möglich. Im Interview

mit mir erinnerte er sich: »Wissen Sie, einige

sagten so was wie, ich gehörte nicht

auf den Berg oder: Mit 13 Blindenhunden

könnte es jeder auf den Gipfel schaffen. Ich

habe einen gehört, der sagte sogar, er

würde mir auf die Bergspitze folgen und

meine Leiche fotografieren – einfach nur,

um Geld bei den Medien zu machen. Also

ja, es gibt Arschlöcher da draußen. Ich

nenne sie Neinsager. Und klar, es gibt

Neinsager und sie tun mir leid. Denn es

sind Leute, die im Kopf immer vor einer

geschlossenen Tür stehen. Und das ist vor

allem für diese Leute selbst tragisch.”

Am 25. Mai 2001 bestieg Weihenmayer

den Gipfel des Mount Everest. Am 18. Juni

2001 war er auf dem Cover des »Time Magazin

abgebildet. Den wichtigsten Satz

sagte der Expeditionsleiter Pasquale, genannt

»PV«, zu ihm, und zwar direkt nachdem

er den Gipfel bestiegen hatte. »Dein

Leben verändert sich gerade. Lass den Everest

nicht zum größten Erfolg deines Lebens

werden«, mahnte PV. »Die Worte

gruben sich in mein Gedächtnis und gaben

keine Ruhe«, schrieb Weihenmayer später.

Ich fragte ihn, was diese Worte für ihn

heute bedeuteten. Er antwortete, indem er

sich auf Untersuchungen von Dr. Paul

Stoltz bezog: »Stoltz hat Individuen und

Gruppen rund um den Globus untersucht

und kam dabei zu der Erkenntnis, dass

man Menschen in drei Kategorien unterteilen

kann: Quitter (Aufgeber), Camper

oder Climber (Kletterer). Aufgeber erklärt

sich praktisch von selbst. Camper sind

Leute, die einen gewissen Erfolg verbucht

haben, aber dann plötzlich weg vom Fenster

sind. Sie verlieren den Glauben an sich

selbst, werden zynisch; vielleicht probieren

sie etwas aus und scheitern oder erhalten

einen Tiefschlag und, ja, sind plötzlich einfach

müde. Sie verlieren ihren Schwung,

werden an den Rand gedrängt und stagnieren,

sodass ihr ganzes Potenzial verloren

geht. Beim Nachdenken darüber habe ich

mich gefragt, was es bedeutet, Kletterer zu

sein – das heißt fortlaufend zu wachsen,

sich weiterzuentwickeln und zu versuchen,

Neues zu entdecken. Dabei geht es nicht

nur um Körperliches. Ich lasse mich psychologisch

beraten, versuche, meine eigene

Psyche zu verstehen, die Tiefen meines

Charakters auszuloten, durch Beratung,

durch Meditation.«

Programmiere dein Unterbewusstsein!

Wer große Ziele erreichen will, so wie

Weihenmayer, muss diese zuvor in sein

Unterbewusstsein einprogrammieren. Ich

erinnere mich an einen Vortrag des Bergsteigers

Reinhold Messner, den ich vor einigen

Jahren hörte. Er erzählte, wie er in

eine Gletscherspalte stürzte und fast sicher

war, dass er dort nie mehr herauskommen

würde und sterben müsste. Er nahm sich

fest vor, dass er, sollte er das Unwahrscheinliche

doch schaffen und aus der

Spalte entkommen, sofort umkehren

würde. Als er es geschafft hatte, setzte er

jedoch seine Tour bis zur Bergspitze fort.

»Ich konnte gar nicht anders, denn ich war

jeden Morgen mit dem Ziel aufgewacht

und jede Nacht damit eingeschlafen und

hatte es mir jeden Tag immer wieder einprogrammiert«,

so Messner in seinem

Vortrag. Sein Unterbewusstsein zwang

ihn, weiterzumachen und den Aufstieg

zum Gipfel fortzusetzen. Ich fragte Weihenmayer,

ob er ähnlich vorgegangen ist,

also die Ziele in sein Unterbewusstsein

einprogrammiert hat.

Seine Antwort: »Jeden Tag verbringe ich 15

Minuten damit, mir vorzustellen, oben auf

dem Gipfel zu stehen – bis zu dem Punkt,

an dem ich praktisch das Knirschen des

Schnees unter meinen Steigeisen höre. Ich

»Ich konnte

gar nicht

anders, denn

ich war jeden

Morgen mit

dem Ziel

aufgewacht«

—REINHOLD MESSNER

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de

9


Einstellung

höre die Seile, fühle den Himmel, einfach

nur die Kälte und ich fühle die Herzen

meiner Teamkameraden, fühle die Tränen.

Ich breche buchstäblich in Tränen aus, weil

ich tatsächlich dort bin. Also ja, ich denke,

das ist es, was Sie meinen. Und als ich oben

auf dem Everest stand, hatte ich ihn in

Wirklichkeit zuvor schon hundertmal in

Gedanken bestiegen. Ich denke daher, dass

diese Art eines Glaubenssystems und dessen

Einprogrammierung in das Unterbewusstsein

enorm wichtig sind, um es wirklich

dorthin zu schaffen.«

Die Visualisierung von Zielen und das

»Einprogrammieren” in das Unterbewusstsein

ist demnach eine wichtige Methode,

um Ziele zu erreichen: »Stellen Sie sich vor,

auf dem Gipfel zu stehen und Sie sind da.

Ja, es verleiht Ihnen eine Form von Energie,

dieses Ziel im Kopf zu haben. Auf mich

wirkt es elektrisierend.«

Am Ende meines Interviews fragte ich, was

aus seiner Sicht das Geheimnis des Erfolges

sei. Was er sagte, erinnerte mich an Napoleon

Hill, der in seinem Buch »Denke nach

und werde reich« immer wieder betonte,

dass in jedem Nachteil ein gleich großer

Vorteil verborgen sei. Weihenmayer nennt

dies, »den Gedanken der Alchemie,

Schlechtes in Gutes zu verwandeln, der

Versuch, das Überraschende, die unerwarteten

Geschenke in einer Situation zu erkennen...

Nicht einfach nur überleben,

sondern die Zügel in die Hand nehmen,

die Energie dieser schlechten Sache dazu

nutzen, dich auf einen neuen Weg zu bringen,

den du wahrscheinlich sonst nicht gegangen

wärst. Und man sieht das immer

wieder. Es ist eine Kunst und gleichzeitig

eine Wissenschaft. Es hat fast etwas Magisches

zu sehen, wie es passiert. Denn man

sieht, wie Menschen durch so viel Hölle

und Schmerz und Leid gehen. Und aus diesem

Schmerz und Leid und Verlust sprießt

manchmal der Samen der Schöpfung und

der Energie und der Entdeckung.«

Bilder: IMAGO / Everrett Collection, Thomas Schweigert, Cover: FinanzBuch Verlag

Der Autor

»ICH WILL. Was wir von

erfolgreichen Menschen mit

Behinderung lernen können«

von Rainer Zitelmann

384 Seiten

Erscheint: Juni 2021

Finanzbuch Verlag

ISBN: 978-3-95972-469-2

Rainer Zitelmann ist ein weltweit erfolgreicher

Autor, der soeben sein 25. Buch veröffentlicht hat:

»ICH WILL. Was wir von erfolgreichen Menschen

mit Behinderung lernen können.«

10 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Erfolg

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de

11


Erfolg

Tony Robbins

& Peter Mallouk

IM INTERVIEW ÜBER FINANZIELLEN ERFOLG, DAS RICHTIGE

MINDSET, KLUGE ENTSCHEIDUNGEN UND DISZIPLIN

Bilder: Francesco Carrozzini, Damin Sterling, BLVR

12 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Erfolg

Peter, du hast dieses neue Buch

über finanziellen Erfolg geschrieben.

Warum denkst du,

dass jetzt der richtige Zeitpunkt

ist, um über dieses

Thema zu schreiben? Und warum hast du

Tony Robbins als Co-Autoren gewählt?

Peter: Wir haben gerade eine für viele Anleger

noch nie dagewesene Zeit an den

Märkten hinter uns. Nach Jahren starker

Marktrenditen erlebte die Welt einen finanziellen

Schock, wie man ihn seit Jahrzehnten

nicht mehr gesehen hat. Diejenigen,

die diese Art von Ergebnis in ihrem

Portfolio nicht berücksichtigt hatten – oder

die keinen Plan hatten, wie sie mit der Unsicherheit

umgehen sollten – erlitten wahrscheinlich

Verluste, die sie um Jahre oder

noch schlimmer zurückwarfen. Das Jahr

2020 war eine klare Erinnerung daran, dass

ein gut definierter Plan, der auf bewährten

Strategien aufbaut, für jeden Anleger unerlässlich

ist, egal ob er seinen ersten Job

antritt oder sich in seinen Ruhestand begibt.

Dies ist das zweite Buch, das ich gemeinsam

mit Tony geschrieben habe, und

er leistet unglaubliche Arbeit, wenn es darum

geht, Menschen dabei zu helfen, zu

verstehen, wie ihre emotionale Verbindung

zu Geld ihre Entscheidungsfindung beeinflusst,

was sich wiederum auf ihren finanziellen

Erfolg auswirkt.

»Konzentriere dich auf das

Wesentliche. Gehe bei

den Finanznachrichten,

die du konsumierst,

strategisch vor.«

Tony, wie eng hängt ein erfolgreiches Mindset

mit finanziellem Erfolg zusammen?

Tony: Erfolg ist etwas, das zu 80 Prozent

aus Psychologie und zu 20 Prozent aus Mechanismus

besteht. Die Menschen konzentrieren

sich so sehr auf den Mechanismus,

anstatt auf die Psychologie, sodass sie dadurch

ihre Ziele verfehlen. Schließlich geht

es bei finanzieller Freiheit nicht nur um

das reine Geld.

Wir alle verspüren den Drang, absolut frei

zu sein. Frei, um mehr von dem zu tun, was

wir wollen, wann wir wollen, und es mit jenen

Menschen zu teilen, die wir lieben. Frei,

um mit Leidenschaft zu leben, mit Großzügigkeit,

mit Dankbarkeit und in Seelenfrieden.

Das ist finanzielle Freiheit. Es ist keine

Geldsumme; es ist ein Geisteszustand.

Mit der Kontrolle über deine Finanzen verhält

es sich genau wie mit der Kontrolle

deiner Denkweise – dies geschieht nicht

über Nacht. Es dauert Jahre, wenn nicht

Jahrzehnte, um eine echte Veränderung zu

sehen. Diese fünf Strategien können dir

dabei behilflich sein, auf dem Weg zu deinen

langfristigen finanziellen Zielen zu bleiben:

Erstens: Konzentriere dich auf das Wesentliche.

Gehe bei den Finanznachrichten, die

du konsumierst, strategisch vor. Wenn du

Investitionen auf dem Aktienmarkt getätigt

hast, musst du nicht jeden Tag den

Dow Jones überprüfen. Du machst dich

damit nur selbst verrückt. Verbringe diese

30 Minuten stattdessen lieber mit etwas

Wertvollem, wie dem Lesen eines Buches

über Finanzstrategien. Wir ertrinken in

Informationen, hungern aber nach Weisheit.

Der einzige Weg, um stark und zentriert

zu bleiben, besteht darin, sich darüber

im Klaren zu werden, was man

erreichen will, vor der Tür seines Verstandes

Wache zu halten und sicherzustellen,

dass man diesen mit etwas anderem füttert

als irgendeinem Clickbait.

Zweitens: Lerne, mit Risiken umzugehen.

Selbst die sichersten Investitionen bringen

ein gewisses Maß an Risiko mit sich

– diese Tatsache zu tolerieren ist einfach

Teil des Spiels. Wenn du auf irgendeinem

Gebiet erfolgreich sein willst – sei es im

Business, im Finanzwesen, in deinem Beitrag

zu dieser Welt – so musst du lernen,

mit Risiko umzugehen.

Drittens: Fokussiere dich auf das, was du

bereits hast. Wenn du dich immer nur auf

das konzentrierst, was dir fehlt, wirst du

niemals wahres Glück erfahren können.

Ändere deine Psychologie, um dich auf

das zu konzentrieren, was du bereits in

deinem Leben hast: Vielleicht hast du

nicht genug Geld, um zu reisen und so

viel für wohltätige Zwecke zu spenden,

wie du möchtest, aber du hast genug, um

einen beträchtlichen Teil der Studiengebühren

für dein Kind zu bezahlen. Und

das ist doch großartig!

Viertens: Triff keine impulsiven Entscheidungen.

Wenn du dich dazu verleiten

lässt, unüberlegte Entscheidungen mit

deinem Geld zu treffen, dann bist du damit

nicht allein. Jedoch sind diese impulsiven

Entscheidungen die größten Vernichter

von jeglichem Wohlstand da

draußen. Wenn du also das nächste Mal in

Versuchung kommst, eine große finanzielle

Entscheidung zu treffen, wie z. B. den Verkauf

von Aktien, den Kauf einer Anlageimmobilie

oder die Aufnahme eines Kredits

aus deiner Altersvorsorge, dann nimm

dir eine Woche Zeit, bevor du endgültig

den Abzug betätigst. Es besteht eine gute

Chance, dass du deine Meinung änderst,

sobald du dich wieder abgekühlt und logisch

über die Situation nachgedacht hast.

Fünftens: Kenne deine Grenzen. Die fähigsten

Investoren der Welt sind nicht

durch eine oder zwei glückliche Investitionen

groß geworden – sie haben ihr Leben

damit verbracht, zu lernen, wie sie die Besten

werden in dem, was sie tun. Mein guter

Freund Ray Dalio sagt über den Versuch,

»Lerne,

mit Risiken

umzugehen.

Selbst die

sichersten

Investitionen

bringen ein

gewisses Maß

an Risiko

mit sich.«

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de

13


Erfolg

den Markt zu schlagen, Folgendes: »Das ist

schwieriger als bei einer Olympiade. Bei

der Olympiade trainiert man vier Jahre

lang und tritt gegen die Besten der Welt an.

Hier geht es um 24 Stunden, in denen man

gegen die Besten der Welt spielt, und man

wird nicht gewinnen.«

»Je mehr Ideen dir einfallen,

desto besser bist du auf

die möglichen Folgen

vorbereitet.«

Was ist der häufigste Fehler, den Menschen

in Bezug auf Vermögensbildung

begehen?

Peter: Der größte Fehler, den ich beim

Aufbau eines Portfolios sehe, ist, dass sich

Menschen oft mehr darauf konzentrieren,

was sie kaufen sollen, als darauf, warum sie

es kaufen sollten. Beispielsweise kaufen sie

einen Haufen Aktien, basierend auf Firmennamen,

die sie kennen, große Unternehmen

in ihrer Stadt oder ihrem Bundesland

oder einen »heißen Tipp« von einem

Typen im Fernsehen oder ihren Nachbarn.

Wenn die Dinge nicht so laufen wie geplant,

springen sie sogleich auf den nächsten Zug

auf, der nun die ganze Aufmerksamkeit bekommt,

und der ganze Zyklus wiederholt

sich. Wenn es an der Zeit ist, in den Ruhestand

zu treten, das Traumhaus zu kaufen

oder die Kinder auf die Uni zu schicken, ist

das Geld, das sie brauchen, oft nicht da, da

es für riskante Wetten vergeudet wurde,

die sich nicht rentiert haben. Wir beschreiben

in unserem Buch, dass der disziplinierte

Anleger genau weiß, was er erreichen

will und die Vermögenswerte

auswählt, die ihm die höchste Wahrscheinlichkeit

geben, seine Ziele zu erreichen, so

dass er sich sicher fühlen kann, was er in

seinem Portfolio besitzt und warum er es besitzt,

besonders in Zeiten von Marktstress.

Gibt es eine Anleitung, um kluge Entscheidungen

im Leben zu treffen?

Tony: Die Entscheidungsfindung nimmt

einen großen Teil unseres Lebens ein. Ich

habe gelernt, dass es dafür vier Regeln gibt.

Innerhalb dieser Regeln gibt es Phasen, die

ich gerne als OOC kategorisiere:

Outcomes, Options und Consequences –

also Ergebnisse, Optionen und Konsequenzen.

Und da hätten wir auch noch

EMR: Evaluate, Mitigate und Resolve,

sprich: evaluieren, abschwächen und

lösen.

Regel Nummer eins: Schreibe es auf. Alle

wichtigen oder schwierigen Entscheidungen

müssen auf dem Papier getroffen werden.

Sobald du versuchst, wichtige Lebensentscheidungen

nur mit dem Kopf zu

treffen, wirst du in einen Zustand verfallen,

den man »Gedankenschleuder« nennt.

Du hinterfragst alle Entscheidungen, die

du getroffen hast. Indem du jedoch die

Dinge aufschreibst, hast du eine physische

Liste, die dir hilft, das Hindernis oder die

Gelegenheit klar vor dir zu sehen. Während

du ein Brainstorming auf dem Papier

betreibst, solltest du Klarheit über deine

Ergebnisse (Outcomes) erhalten (erstes O

in OOC/EMR). Visualisiere deine Ziele

und stelle sicher, dass alles, was du erleben

willst, mit deinen Werten übereinstimmt.

Ohne dieser Klarheit werden schwierige

Entscheidungen nur noch schwerer zu

treffen sein.

Regel Nummer zwei: Werde dir im Klaren

über deine Gefühle. Sobald du dich entschieden

hast, dass eine Entscheidung für

dich auch »ein Muss« ist, ist es nun an der

Zeit, sich über die Bedeutung hinter dieser

Entscheidung klar zu werden. Wenn es darum

geht, wie du eine große Entscheidung

triffst, wirst du dir darüber klar, was du

wirklich willst – und warum du es willst.

Du musst dir absolut kristallklar über dein

Ergebnis und deinen Zweck werden und in

der Lage sein, es zu visualisieren, als ob es

bereits eingetreten wäre. Wenn du die

Gründe für deine Entscheidung vergisst,

wirst du sie nicht durchziehen. Sei dir sicher,

dass du alle deine Optionen kennst

(zweites O in OOC/EMR). Schreibe sie alle

auf; auch die, die dir in diesem Moment

vielleicht weit hergeholt erscheinen. Denke

daran, dass eine Option keine Wahl ist und

zwei Optionen ein Dilemma sind. Erst

wenn du mindestens drei Optionen hast,

wird es eine Wahl. Schreibe alle möglichen

Optionen auf, vollkommen egal, ob

sie dir gefallen oder nicht.

Regel Nummer drei: Lass die Angst los.

Wenn es an der Zeit ist, eine große Entscheidung

zu treffen, lasse nicht zu, dass

die Angst dein Leben ruiniert. Eines der

wichtigsten Dinge, die du beachten solltest,

wenn du lernst, eine lebensverändernde

Entscheidung zu treffen, ist, dass

wir Angst haben, die Dinge könnten nicht

klappen. Warte nicht auf die absolute Gewissheit,

denn diese wirst du so gut wie

nie bekommen. Angst kann eine Ausrede

sein, um in einer Situation zu verweilen,

die nicht mehr für dich funktioniert.

Angst kann sich bequem anfühlen, weil

sie dich in einem Muster der Untätigkeit

hält. Wahrscheinlich ist der Weg der Untätigkeit

weniger beängstigend, weil er

sich vertrauter anfühlt, aber diese Untätigkeit

wird dich davon abhalten, in auch

nur irgendeinem Bereich deines Lebens

einen Durchbruch zu erzielen.

14

www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Erfolg

»Wissen Sie, warum es

für mich keine gläserne

Decke gibt? Weil ich nicht

an sie glaube.«

–MARY CALLAHAN

Bilder: Unsplash / Dane Deaner, Depositphotos / Jean_Nelson

»Auf dem Markt,

in der Welt, in der wir heute

leben, ist alles, was zählt,

deine Fähigkeit, einen

Mehrwert zu schaffen.«

Bewerte mögliche Konsequenzen (Consequences

– das C in OOC/EMR). Während

es wichtig ist, die Angst loszulassen,

musst du die Vor- und Nachteile jeder

Option analysieren. Indem du mögliche

Konsequenzen vollständig abwägst,

kannst du die Angst besser nutzen, bevor

sie dich auffrisst. Sobald du dies getan

hast, kannst du damit beginnen, deine

Optionen vollständig zu bewerten bzw.

zu evaluieren (E in OOC/EMR). Es kann

hilfreich sein, dich zu fragen: »Was sind

die möglichen Ergebnisse, wenn ich diese

Option wähle?« oder »Wie wichtig ist auf

einer Skala von 1-10 jeder Vor- und

Nachteil in Bezug auf die Erfüllung meiner

Ziele?« Nachdem du diese Antworten

aufgeschrieben hast, kannst du wahrscheinlich

einige Optionen von deiner

Liste streichen.

Regel Nummer vier: Erkenne deine Werte.

Erkenne, dass Entscheidungsfindung

nichts anderes als Werteklärung ist. Oft

fällt es uns schwer, eine Entscheidung zu

treffen, weil es nicht nur ein Ergebnis gibt,

sondern oftmals viele. Wenn du eine strategische

Entscheidung im Leben treffen

willst, musst du dich fragen: »Von all diesen

Dingen, die ich will, was ist wirklich

die Nummer eins für mich? Was ist die

Nummer zwei? Was ist Nummer drei?« Es

kann sein, dass du nicht alles bekommst,

worauf du hinarbeitest, jedoch stehen die

Chancen gut, dass du danach besser dran

bist, als du es jetzt bist. Wenn du dir über

deine Prioritäten im Klaren bist, wird es für

dich viel einfacher sein, das beste Ergebnis

für dein Leben zu erzielen.

Während du die Wichtigkeit jedes deiner

Werte erkennst, kannst du Schritt fünf von

OOC/EMR abschließen: Den Schaden abschwächen.

Mache ein Brainstorming

über alternative Möglichkeiten zur Beseitigung

oder Verminderung von Nachteilen,

die dir begegnen könnten. Auch hier

gilt: Je mehr Ideen dir einfallen, desto

besser bist du auf die möglichen Folgen

vorbereitet. Nachdem du nun alle deine

Optionen sorgfältig ausgewertet hast, ist

es Zeit für das große Finale! Der letzte

Schritt von OOC/EMR: Entscheide dich!

Wähle die Option, die dir die größte Sicherheit

bietet, dass du deine gewünschten

Ergebnisse und Bedürfnisse erzielen

wirst. Dies ist deine beste Option.

Warum ist es so wichtig, diszipliniert zu

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de 1515


Erfolg

»Von allen

Dingen, die

ich will, was

ist wirklich die

Nummer eins

für mich?

Was ist die

Nummer zwei?

Was ist

Nummer drei? «

bleiben, wenn die Dinge scheinbar schieflaufen,

zum Beispiel, wenn ein Markt nach

unten geht?

Peter: Der Aktienmarkt ist das Einzige,

wovon die Leute nicht begeistert sind,

mehr zu kaufen, wenn es in den Verkauf

geht. Die erfolgreichsten Investoren sind

diejenigen, die leidenschaftslos und diszipliniert

bleiben, besonders wenn der

Markt nach unten geht. Sie verstehen, dass

es in der Natur der Märkte liegt, zu schwanken,

also rechnen sie fest damit, dass der

Markt in gewissen Zeiträumen fallen wird

und haben einen Plan, was zu tun ist, sobald

dieser Fall eintritt. Sie verstehen auch, dass

nur weil eine Investition über einen bestimmten

Zeitraum an Wert verliert, dies

nicht automatisch bedeutet, dass die

Dinge ›schieflaufen‹. Wenn du ein langfristiger

Investor bist, setze darauf, dass die

Vermögenswerte, die du in deinem Portfolio

besitzt, in zehn, zwanzig oder sogar dreißig

Jahren einen viel höheren Wert haben werden.

Das bedeutet, dass du dir weniger Gedanken

darüber machen kannst, wo eine

Aktie heute steht, und ihr die Zeit geben,

sich zu erholen und zu neuen Höchstständen

aufzusteigen.

Müssen Frauen im Hinblick auf finanzielle

Freiheit zusätzliche oder andere

Dinge beachten als Männer?

Tony: Ganz im Gegenteil. Mary Callahan

Erodes, die Chefin von JP Morgan, ist eine

der mächtigsten Frauen im Finanzwesen.

Sie leitet Mitarbeiter, die 2,3 Billionen

Dollar verwalten. Mary hat eine unglaubliche

Denkweise, sie sagt: »Wissen Sie,

warum es für mich keine gläserne Decke

gibt? Weil ich nicht an sie glaube.« Was

sie so erfolgreich macht, oder was wirklich

jeden erfolgreich macht, unabhängig

vom Geschlecht, ist, dass sie sich nicht auf

sich selbst konzentriert. Sie ist darauf fokussiert,

dem Leben anderer Menschen

mehr Wert zu verleihen als jeder andere.

Das ist das einzige Geheimnis im Geschäftsleben:

Mache mehr für andere als

jeder andere es tut. Auf dem Markt, in der

Welt, in der wir heute leben, ist alles, was

zählt, deine Fähigkeit, einen Mehrwert zu

schaffen. Wenn du dich finanziell ›lohnen‹

willst, egal ob Mann, ob Frau oder

irgendjemand, musst du einen Mehrwert

schaffen. Du musst Fähigkeiten und Fertigkeiten

entwickeln und mehr für andere

tun als irgendjemand anderer. Das Hauptproblem,

das dich zurückhält, liegt in deinem

Mindset. Du wirst diese Barriere

immer durchbrechen, wenn du einen

Mehrwert schaffst.

Unabhängig von deinem Geschlecht erfordert

es Geduld, deine Finanzen zu

meistern. Ich denke, das Geheimnis der

Geduld besteht darin, zu wissen, was das

Ziel ist, und sich darauf zu konzentrieren,

trotzdem Fortschritte zu machen. Es geht

um das Momentum und darum, zu lernen,

was funktioniert.

Peter: Eine der großartigen Eigenschaften

von Geld ist, dass es keine geschlechtsspezifischen

Vorurteile hat. Wenn ich mit verheirateten

Paaren arbeite, ist es typisch,

dass einer der Ehepartner stärker in die

Finanzen und Investitionen involviert ist

als der andere. Obwohl sich diese Dynamik

im Laufe der Zeit weiterentwickelt

hat, ist es in vielen Familien nicht ungewöhnlich,

dass sich der Ehemann um die

finanziellen Angelegenheiten kümmert,

und in diesen Fällen kann eine Scheidung

oder ein Todesfall eine zusätzliche Belastung

für die Frau darstellen, die sich nun

um die Versorgung der Familie und die

Aufrechterhaltung ihrer Karriere kümmern

muss, während sie gleichzeitig kri-

Bilder: Depositphotos / everythingposs / ArturVerkhovetskiy, IMAGO / Icon SMI, Steve Gibson, Cover: FinanzBuch Verlag

16 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Erfolg

tische Entscheidungen über finanzielle

Angelegenheiten trifft. Einen vertrauenswürdigen

Berater zu haben, der rechtlich

dazu verpflichtet ist, im besten Interesse

»Fördere deinen positiven

mentalen Zustand,

indem du deine

Physiologie veränderst.«

seiner Kunden zu agieren, hilft sicherzustellen,

dass für die Bedürfnisse der Familie gut

gesorgt wird, egal, was passieren mag.

Ist es möglich, maximalen finanziellen

Erfolg zu erreichen, ohne in anderen

Lebensbereichen zu stagnieren?

Tony: Ja, natürlich! Es ist in der Tat für

alle anderen Bereiche deines Lebens entscheidend,

nicht zu stagnieren. Geld ist

großartig, aber auch auf Kosten deiner

Familie oder Leidenschaften? Definitiv

nicht. Wenn du jemals das Gefühl hast, zu

stagnieren, ganz egal in welchem Bereich

deines Lebens, gehe ich gerne mit dir eine

Art Checkliste durch, um zu sehen, wie

die Dinge verbessert werden können:

Der erste Punkt ist dein physischer Zustand.

Eine schlechte Physiologie verstärkt

negative Gefühle. Ich sage immer:

»Bewegung erzeugt Emotionen.« Deine

Physiologie zu ändern bedeutet, Deinen

mentalen Zustand zu transformieren und

deine negativen Muster zu durchbrechen.

Eine großartige Physiologie führt also zu

großartigen Emotionen und das ist einer

der Schlüssel, um aus der Sackgasse herauszukommen.

Fördere deinen positiven

mentalen Zustand und löse dich aus der

Sackgasse, indem du deine Physiologie

veränderst.

Der zweite Faktor ist, dass du in einem

Zeitrahmen gefangen bist. Ein Grund, warum

wir uns festgefahren fühlen, ist, dass

wir uns zu sehr auf die Vergangenheit

konzentrieren – oder zu sehr auf die Zukunft.

Jedoch wird das ständige Nachdenken

über die Zukunft oder die Vergangenheit

nichts ändern. Wir haben »nur« die

Macht, den gegenwärtigen Moment zu

verändern, also sollte unsere Aufmerksamkeit

stets darauf gerichtet sein.

Wunschdenken über das, was hätte sein

können oder sein sollen, hat noch nie jemandem

geholfen und wird dir auch nicht

dabei helfen, Fortschritte zu erzielen,

wenn du dich festgefahren fühlst.

Drittens könnte es sein, dass du dich auf

einem Plateau befindest. Warum erreichen

manche Menschen Durchbrüche,

die sie auf die nächste Ebene bringen,

während andere das nicht tun? Was ist der

Unterschied zwischen einem Meister und

einem Dilettanten, einem Macher versus

einem Schwätzer? Mal auf gewissen Ebenen

stecken zu bleiben gehört zu unserem

Leben dazu, der Unterschied ist jedoch,

dass jemand mit einem meisterhaften

Mindset nicht dort bleibt. Sie erkennen es

als das, was es ist, und suchen nach den

Tools, Vorbildern und Strategien, um die

nächste Stufe zu erreichen. Sie sind hungrig

und geben sich nicht so einfach zufrieden.

Sie graben tief, um die Antworten zu

finden, die sie brauchen, um ihr Plateau

zu überwinden.

»Der Pfad zur finanziellen

Unabhängigkeit«

von Tony Robbins &

Peter Mallouk

320 Seiten

Erschienen: Januar 2021

FinanzBuch Verlag

ISBN: 978-3-95972-413-5

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de

17


Einstellung

Die Loyalitätsfalle

WARUM WIR DEM RUF DER HORDE

WIDERSTEHEN MÜSSEN

AUSZUG AUS DEM NEUEN BUCH VON RAINER HANK

»sum

eiuntemoles

as illor

alitiur

maximus«

18 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Einstellung

Bilder: Imago / ZUMA Wire, Imago / EntertainmentPictures

Ein Team erfahrener Bergsteiger

war vor einigen Jahren im

Schweizer Engadin unterwegs.

Es war noch früh im

Jahr. Die Schneedecke des

Hangs wurde im Anstieg plötzlich inhomogen,

mal weich, mal hart. Das Gelände

wurde immer steiler, oberhalb hatte der

Wind viel Schnee hineingedrückt. Der

Hang war akut lawinengefährdet.

Doch das Team stieg einfach weiter. Und

dann, so berichtet es die Bergführerin Nina

Ruhland, brach der komplette Hang mit den

typischen Wumms-Geräuschen ab und riss

das Team mit sich in die Tiefe. Drei der Beteiligten

waren komplett verschüttet. »Nur«

drei, das war das unglaubliche Glück der

Truppe. Die anderen konnten sogleich die

Rettung einleiten, den Helikopter rufen und

mit ihren LVS-Geräten die Suche nach den

verschütteten Kameraden beginnen. Die

Geschichte hatte ein glückliches Ende. Alle

konnten gerettet werden und kamen mit

kleinen Verletzungen und einem großen

Schrecken davon.

Später erzählen alle, sie hätten ein schlechtes

Bauchgefühl gehabt, gehadert, sich gefragt,

ob der Hang nicht zu steil, der Schnee nicht

zu auffällig wäre. Aber keiner hatte es gewagt,

seine Gedanken und Befürchtungen

mit den anderen zu teilen. Der Gruppenzwang

ließ sie weiter aufsteigen. Niemand

wollte als Spielverderber gelten, als Außenseiter,

als illoyal.

»Loyalität« ist ein positiver Begriff. Loyal zu

sein, gilt als moralisch gut: Loyalität ist eine

Tugend. Und nicht erst heute. Man muss

zueinanderhalten. Für seine Freunde steht

man ein. Loyalität ist ein Wert an sich: Er

muss nicht gelernt oder anerzogen werden.

Er ist mit uns auf die Welt gekommen.

Das fängt schon in der Familie an: Wir stehen

zusammen, weil wir zusammengehören.

Familie bedeutet Zugehörigkeit, über

die Generationen hinweg. Loyal zu den Eltern

sind wir auch dann, wenn wir uns über

sie ärgern oder – etwa in der Pubertät – sie

uns peinlich sind und wir am liebsten wegrennen

würden. Wir tun es nicht oder kommen

gleich wieder zurück. Loyalität ist eine

Form der Treue zu anderen. Schließlich bekommen

wir auch etwas dafür: Ich halte zu

meiner Familie, weil meine Familie zu mir

hält. Wir gehen zusammen durch dick und

dünn, meistens jedenfalls.

Loyalität, so nennen wir das starke und

warme Band einer Zugehörigkeit. Dieses

Band hat einen verpflichtenden Charakter,

der in beide Richtungen wirksam ist. Ohne

Loyalität gäbe es kein Zusammenleben. Eine

Gesellschaft, der das Gefühl verpflichtender

links: Der Film »Wall Street: Geld schläft nicht« zeigt,

wie unterschiedlich der Loyalitätsbegriff ausgelegt

werden kann.

Auch Mafiaboss Don Corleone verließ sich in

»Der Pate« auf die Treue seiner Leute.

»Sie leben von einer harten

Unterscheidung zwischen

Freund und Feind. In jüngster

Zeit sind viele davon auf

die Welt gekommen.«

Zugehörigkeit abgeht, könnte nicht überleben.

Sie müsste zerfallen. Zumindest in der

abendländischen Tradition ist das Versprechen

der Treue zwischen Mann und Frau

Voraussetzung für Liebe, Ehe und Aufzucht

der Nachkommen. Wer das Gebot, loyal zu

sein, verletzt, gilt nicht nur als illoyal –»Das

tut man nicht!«–, sondern wird nicht selten

von der Gruppe geächtet, die er verlässt. Er

oder sie ist ein »schwarzes Schaf«, ein Dissident.

Kommt es noch schlimmer, wird er

zum Verräter.

Loyalität verliert ihre Unschuld, sobald man

sich ihr nähert. Kann eine Haltung eine Tugend

sein, wenn sie in letzter Konsequenz

die Rechtfertigung eines Verbrechens einschließt?

Dann kommt es zu einem Konflikt

zwischen Treue und Gerechtigkeit.

Kann Loyalität uneingeschränkt für gut

befunden werden, wenn dem Abweichler

das Stigma des Verrats anhaftet und er

nicht nur von denen verfolgt wird, die er

verlassen hat, sondern auch tief im Innern

von seinem Gewissen?

Soziale Bewegungen sind Gruppen starker

Loyalität. Sie leben von einer harten Unterscheidung

zwischen Freund und Feind. In

jüngster Zeit sind viele davon auf die Welt

gekommen. Der staatlich verordnete Freiheitsentzug

in den Monaten des Corona-

Shutdowns provozierte als Gegenschlag

eine bürgerlich-populistische Protestbewegung,

die den individuellen Freiheitsdrang

im gesellschaftlichen Ausnahmezustand zur

Sprache brachte, zugleich aber nach innen

einen Gruppendruck aufzubauen vermochte,

dessen Konformitätserwartung

sich aus allerlei kruden Verschwörungstheorien

speiste. Sie nennen sich »Querdenker«,

ohne sich bewusst zu sein, wie uniform

die Opposition dieser Sozialbewegung

daherkommt.

Man kann die Verschärfung des Freund-

Feind-Verhaltens in unserer Zeit als Wiederkehr

der Stammeskultur deuten. Die

heutige Evolutionsbiologie ist der Überzeugung,

dass der Mensch nicht als isolierter

»Homo Oeconomicus« auf die Welt gekommen

ist, sondern als soziales Wesen,

das sich immer schon in einer Gruppe vorfindet:

Das monadische Ich ist evolutionsgeschichtlich

eine Fiktion. Wir haben in

der Gruppe gemeinsam mit anderen unser

Leben begonnen. Das hat enorme Konsequenzen,

die bei weitem nicht nur positiv

sind. Wir neigen dazu, die eigene Gruppe

zu begünstigen und zu bevorzugen. »Ingroup-Favorism«

nennen die Evolutionsbiologen

dieses Verhalten. Es ist ein anderes

Wort für Loyalität. Es wird von der

Gruppe belohnt mit einem »warmen Zugehörigkeitsgefühl«.

Genau dieses Geschäft

zum beiderseitigen Vorteil gilt inzwischen

als zentraler Trieb menschlichen Gemeinschaftsverhaltens:

Wir helfen lieber den

Mitgliedern der eigenen Gruppe als den

Mitgliedern anderer Gruppen.

Der große österreichisch-britische Liberale

Karl Popper (1902 bis 1994) sprach

von der anhaltenden Verführbarkeit

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de

19


Einstellung

der Menschen durch den »Ruf der Horde«.

Was heute neu ist: Der einfache Gegensatz

von globalisierten, urbanisierten, aufgeklärten,

intellektuellen Eliten und provinziellen

Stammesgruppen stimmt nicht wirklich.

Denn auch die Eliten weisen Stammesstrukturen

auf. Der »tribal instinct« ist nicht nur

ein Instinkt, zur Gruppe zu gehören. Er ist

auch ein Instinkt der Exklusion. Eliten verhalten

sich nicht anders als die Kinder im

T-Shirt-Experiment. In jedem Stamm

herrscht ein Druck zu Konformität, den

wir – beschönigend – Loyalität nennen.

Lässt sich dem »Ruf der Horde« widerstehen?

Und falls ja, wie? Seien wir ehrlich:

Leicht fällt es nicht. Dissidenten und

Whistleblower sind die Helden der Öffentlichkeit.

Aber Heroen der Illoyalität sind

»Herding lebt

vom Gesetz,

das da lautet:

Die Mehrheit

kann nicht

irren.«

selten glücklich. Meist endet es mit ihnen

schrecklich. Die Verhaltensökonomie weiß

längst: Auch nachweislich besser informierte

Menschen, die die Wahrheit kennen,

wagen es nicht, sich gegen die Gruppe

zu stemmen, der sie angehören. Und wenn

sie es in Ausnahmefällen doch tun, dann

findet sich selten jemand, der sich ihnen

anschließt. Es ist wie bei den Bergsteigern

im Engadin.

Suchen wir also nach Ausnahmen und Vorbildern.

Der Film »Die zwölf Geschworenen«,

meisterhaft mit Henry Fonda im Jahr

1957 von Sidney Lumet verfilmt, kann als

ein Lehrstück darüber gelten, wie es gehen

könnte, sich aus der Loyalitätsfalle zu befreien,

welche psychischen Kosten dabei

anfallen – und welcher Gewinn.

Die Eingangsszene: Es ist schwül, die Hitze

macht allen Geschworenen Mühe, einen

klaren Kopf zu bewahren. Sie sitzen in

einem schmucklosen Raum irgendwo in

Amerika und sollen darüber befinden, ob

der Angeklagte, ein achtzehnjähriger Junge

aus der Unterschicht, schuldig ist, seinen

Vater umgebracht zu haben. Die Beweislage

aufgrund der Gerichtsverhandlung erscheint

eindeutig und erdrückend. Zwar

beteuert der Angeklagte

seine Unschuld, doch er hat

Indizien und Zeugen gegen

sich, die lückenlos die Tat

und das Motiv für den

Mord zu erkennen geben.

Dementsprechend gehen

die Geschworenen auch davon

aus, dass die Sache

rasch erledigt sein werde.

Von Nummer eins bis Nummer

sieben – die Männer

haben keine Namen – sieht

es dann auch ganz danach

aus: Einer nach dem anderen

plädiert für »Schuldig!«,

bis Nummer acht überraschend

aus der Reihe schert.

Das bedeutet nicht, dass er

den Angeklagten für unschuldig

hält. Aber er sieht

»berechtigte Zweifel« an

dessen Schuld, weswegen er

sich nicht in der Lage fühlt, seinen sieben

Vorrednern beizupflichten. Nummer acht

macht sich damit zum Außenseiter. Er wird

persönlich angegriffen, verspottet, soll unter

Druck gesetzt werden.

Was bis hierher passiert, können wir als

»Herding« verstehen, ein typisches Verhalten

von Gruppen mit Konformitätserwartung.

Das – mit einer Ausnahme – einmütige

Urteil der Geschworenen bildet eine sogenannte

Bestätigungskaskade, die bei den

Nachfolgenden Wirkung entfaltet: Wenn all

diese smarten Männer vor mir sich unabgesprochen

einig sind, wer wäre ich, dass ich

widersprechen würde? Herding lebt vom

»Gesetz der Zahl«, das da lautet: Die Mehrheit

kann nicht irren.

Man sollte all jene, die zustimmen, nicht

vorschnell als Feiglinge schelten. Sie wählen

ja nicht nur den bequemeren Weg, sondern

meinen, Gründe zu haben, der vermeintlichen

Rationalität der Mehrheit den Vorzug

vor der eigenen Dissidenz geben zu müssen.

Niemand will in die Irrationalitätsfalle jenes

Geisterfahrers tappen, der tragischerweise

alle ihm entgegenkommenden Fahrzeuge

für Geisterfahrer hält.

Zurück zu den »Zwölf Geschworenen«:

»Die Loyalitätsfalle«

von Rainer Hank

208 Seiten

Erschienen: Februar 2021

Penguin Random House

ISBN: 978-3-328-60140-1

Nummer acht, der Dissident, gibt nicht vor,

Gewissheit zu haben. Er ist nicht von der

Unschuld des Angeklagten überzeugt, er

hat lediglich Zweifel an der Schuld, und das

genügt ihm, seine abweichende Meinung

kundzutun. Denn er hält es für ethisch geboten,

im Zweifel für und nicht gegen den

Angeklagten zu stimmen. Der Zweifel hat

seine Gründe: Beobachtungen

von Ungereimtheiten und

Grundsätze des Rechts. Der

Zweifel ist mehr als ein willkürliches

Bauchgefühl.

Daraus lässt sich ein Ratschlag

zur Befreiung aus der Loyalitätsfalle

ableiten: Nimm deinen

Zweifel ernst. Zweifel ist

hinreichend für die Verweigerung

zur Zustimmung und die

daraus folgende Haltung der

Dissidenz. Gewissheit ist nicht

nötig. Allein die Artikulation

des Zweifels durch ein Mitglied

der Gruppe hätte die

Bergwanderern im Engadin

womöglich vor der Lawine

gerettet.

Der Zweifel macht uns zu souveränen

Menschen und ermöglicht

Individuation. Dem

kann man ein paar weitere

Ratschläge anschließen, die in dieselbe Richtung

gehen und noch ausgeführt werden

müssen: Lerne, Nein zu sagen! Oder: Lass die

Leute reden! Leicht zu befolgen sind solche

Ratschläge noch nie gewesen, weil das die

Erfahrung der Einsamkeit zur Folge haben

kann. Das mag keiner, erst recht nicht nach

Monaten des Corona-Lockdowns.

Von Graham Greene, dem katholischen

Dramatiker und Drehbuchautor, stammt

der Auftrag an die Authentizität: Bleibe unberechenbar.

Nimm die Gegenposition ein.

Werde ein Protestant in einer katholischen

Umgebung. Und sei ein Kommunist in

einem kapitalistischen Staat. Sei jederzeit

bereit, die Seiten zu wechseln. Dies ist eine

Stärke der Illoyalität.

Der Autor

Bild: Annette Hauschild, Cover: Penguin Random House

»Lerne, Nein zu sagen!

Oder: Lass die Leute reden!«

Rainer Hank ist Wirtschaftsjournalist. Bis 2018

leitete er die Wirtschafts- und Finanzredaktion der

»Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«, seither

ist er als Publizist und Kolumnist tätig.

20

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Story

Frischer Wind schlägt

große Wellen

Bilder: Martin Schäuble – Blitz und Pixel

WIE VANESSA BRANDL

DEN EINSTIEG IN DAS

FAMILIENUNTERNEHMEN

BELA AQUA MEISTERT

Ihr standen viele Türen offen, doch

Vanessa Brandl wollte stets nur durch

die eine, die schon seit ihrer Kindheit

auf sie gewartet hatte. Nach erfolgreich

abgeschlossener akademischer Ausbildung,

diversen Auslandserfahrungen – wie

einem sozialen Projekt für Kinder in Südafrika,

ersten Erfolgen in der Start-up-Szene

und Praktika im Familienunternehmen ist

die junge BWLerin bereit, endgültig durch

diese Tür zu gehen und in ihrer neuen Rolle

im General Management zu einem festen

Bestandteil der Führungsetage der Bela

Aqua GmbH zu werden. Damit ist der reibungslose

Generationenwechsel und der

Fortbestand der Firma gesichert.

Das Unternehmen und seine Zukunft

Für die Brandls ist das keine Selbstverständlichkeit.

Die Unternehmensgründung vor

knapp 14 Jahren kam Christine Brandl-

Leitner und Günter Brandl fast vor wie die

Geburt eines zweiten Kindes. Für das Ehepaar

ist Bela Aqua mehr als ein Unternehmen

– nicht nur Zeit, Arbeit, Entbehrung

und Verantwortung, sondern auch viel Herzblut

sei über die Jahre geflossen. Was läge den

Eltern also mehr am Herzen als der Wunsch,

dass die eigene Tochter in das Unternehmen

einsteigt, es eines Tages übernimmt und

nach eigenen Vorstellungen weiterführt?

Doch für die Brandls ist klar: »Letztendlich

geht es nicht um unseren Wunsch oder um

das Unternehmen, sondern um unsere

Tochter, die mit dieser Entscheidung ein

Leben lang glücklich sein sollte«, erklären

die Gründer. Entscheidungsfreiheit auf beiden

Seiten sei das wichtigste Erfolgskriterium

bei der Übernahme und Fortführung

eines Unternehmens.

Mit ihren Eltern als Vorbilder lag es für

Vanessa Brandl schon immer auf der Hand,

dass sie eines Tages Verantwortung als Unternehmerin

übernehmen möchte. Ihre akademische

und berufliche Laufbahn richtete sie

deshalb danach aus, sich die dafür nötigen

Werkzeuge anzueignen. Es seien aber nicht

nur der Familienzusammenhalt, die Dankbarkeit

für die Chancen, die ihr ihre Eltern

ermöglicht haben, und der Wunsch, etwas

zurückzugeben, sondern vor allen Dingen

ihre ganz eigene Begeisterung für die Branche,

die sie zu diesem Schritt bewegt hätten.

»Im Wassermarkt herrscht so viel Potential.

Ich habe viele Visionen, die ich gemeinsam

mit dem Bela Aqua Team mithilfe meiner Erfahrungen

und meiner Leidenschaft für Themen

wie Gesundheit, Sport, Nachhaltigkeit,

Soziales und innovative Technologien umsetzen

möchte«, erklärt die 24-Jährige.

»Eine Leitfigur ist man nicht,

eine Leitfigur wird man.«

— VANESSA BRANDL

Zwei Generationen im Austausch

Natürlich hält die enge Zusammenarbeit zwischen

Eltern und Tochter ihre ganz eigenen

Herausforderungen bereit. Durch die enge

Beziehung liege die Kommunikationshemmschwelle

niedriger als im gewohnten Arbeitskontext,

erklärt Vanessa Brandl. In kritischen

Momenten Sachlich zu bleiben, könne schon

mal eine Herausforderung darstellen. Familiäre

und sensible Themen solle man deshalb

aktiv erkennen und kontrollieren, rät die

junge Unternehmerin. Unterschiedliche

Sichtweisen und Meinungen der Unternehmensführung

und der Mitarbeiter seien für

den Erfolg des Unternehmens unentbehrlich.

»Gut fundierte Einwände sind das A und O.

Bei einem Diskurs sollte nicht das Ego, sondern

die beste Lösung für das Unternehmen

gewinnen«, sagt Vanessa Brandl.

Die unterschiedlichen Perspektiven, die in

der generationenübergreifenden Zusammenarbeit

aufeinandertreffen, sind der eine

Vorteil. Der andere besteht in dem engen

Austausch, der jetzt zwischen Eltern und

Tochter stattfinden kann. Wenn der Einstieg

mit späterer Übernahme von Anfang an

klappen solle, so sei es wichtig, die Nachfolgerin

bei allen Entscheidungen, die täglich

getroffen werden, mit einzubeziehen, erklären

Christine Brandl-Leitner und Günter

Brandl. Nur so könne sie ein Gefühl für die

Aufgaben, Entscheidungen und Verantwortung

bekommen. Das sieht die Unternehmertochter

genauso: »Auf den großen Erfahrungsschatz

meiner Eltern zurückgreifen

zu können, ist für mich sehr wertvoll.«

Für die Mitarbeitenden des Unternehmens

kommt die Verstärkung durch Vanessa

Brandl nicht überraschend. Ihre Präsenz im

Unternehmen hatte sich schließlich über die

Jahre abgezeichnet. Alle Angestellten, Führungskräfte,

Kunden und Lieferanten rechtzeitig

über diesen Schritt zu informieren

und in persönlichen Gesprächen auf die

Belange jedes Einzelnen einzugehen, war

den Geschäftsführern dennoch wichtig. Die

Kommunikation gegenüber den Mitarbeitenden

sei bei einem Nachfolgeprozess der

Schlüssel zum Erfolg, erklären die Unternehmer.

Dadurch, dass Vanessa Brandl jetzt

an der Seite ihrer Eltern arbeitet, sind die

Weichen für eine reibungslose Nachfolge

gelegt. »Eine Leitfigur ist man nicht, eine

Leitfigur wird man«, ist die zukünftige Geschäftsführerin

überzeugt. »Um für jemanden

ein Vorbild sein zu können, muss man

erstmal selbst signifikante Ergebnisse liefern

und in die Aufgabe hineinwachsen. Diese

Bilanz möchte ich gerne am Ende meines

ersten Jahres ziehen.«

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de

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Erfolg

22 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Erfolg

HANSI FLICK:

UNSER NEUER

BUNDESTRAINER

GÜNTER KLEIN ÜBER DIE RECHER-

CHEN FÜR SEINE FLICK-BIOGRAFIE

UND SEINE WICHTIGSTE ERKENNTNIS

Bilder: IMAGO / Poolfoto, Klaus Haag

Der Autor

Günter Klein ist seit 1998 Redakteur beim

Münchner Merkur, wo er als Chefreporter für den

Sport zuständig ist. 2019 veröffentlichte er im riva

Verlag »Hoeneß. Die Biografie«.

Für den FC Bayern München geht

es immer um Erfolg. Seit 2013 befindet

sich der berühmteste deutsche

Fußball-Club in der besten

Phase seiner Geschichte. Eine

Serie von Deutschen Meisterschaften, wie sie

die Münchner hingelegt haben, ist auch den

Vorgänger-Generationen verwehrt geblieben

– und zu denen gehörten die Beckenbauer-

Müller-Maier-Bayern ebenso wie die Breitner-Rummenigge-,

die Augenthaler-Matthäus-

oder die Kahn-Ballack-Elber-Bayern.

Allerdings gab es auch in den konstant gut

wirkenden vergangenen acht, neun Jahren

Enttäuschungen: Dass die Mannschaft es

schaffte, unter der Regie des Trainer-Genius

Pep Guardiola das Finale der Champions

League zu verpassen, dass die Vereinsführung

bei der Besetzung der sportlichen Führungsposition

mit Carlo Ancelotti und Niko

Kovac zweimal daneben langte und mit Entlassungen

die jeweilige Saison retten musste.

Kovac war der Trainer, mit dem es in ein Jahr

ging, das zu missraten drohte wie lange keines

mehr – und das letztlich das erfolgreichste

überhaupt wurde: mit sechs Titeln,

dem Sextuple, dem Maximum. 2019/20 – die

große Bühne eines Mannes, dem bis dahin

niemand das Label »Erfolgstrainer« verliehen

hätte: Hansi Flick.

Mir ging es wie vielen: Ich kannte Hansi

Flick, seit 2006, als er als

Assistenztrainer bei der

deutschen Nationalmannschaft

anfing,

auch persönlich –

doch musste mir

eingestehen, dass

ich eigentlich wenig

wusste über ihn.

Umso interessierter

war ich, als der Riva-

Verlag mit der Idee

auf mich zukam, eine

Biografie über Hansi

Flick zu schreiben.

Okay, einverstanden,

denn: Ich wollte es selbst

wissen. Hatte man bei der

Bewertung Flicks irgendetwas

übersehen?

War eigentlich immer

schon klar, dass in seiner

Karriere etwas

Großartiges passieren

würde, dafür aber erst die

passende Zeit kommen müsste?

Ich tauchte ein in seine Vergangenheit.

Auf seinen ersten Fußballplätzen im Odenwald,

im Kraichgau, in der Kurpfalz, allesamt

idyllisch gelegen, am Wald oder am

Neckar. Ich sprach mit seinen Bolzplatzfreunden,

seinen Mitspielern in der Jugend

und als Profi bei den Bayern und in Köln,

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Erfolg

»Er hat die Gabe,

Menschen zusammen zu

bringen und hinter einer Idee

zu versammeln. Und er muss

nicht laut werden, um gehört

zu werden.«

– JOACHIM LÖW

mit seinen Trainern und mit Spielern, für

die er dann Trainer war. Ich staunte über

die Geschichten, die ich hörte – aber gewiss

nicht mehr darüber, dass Hansi Flick

dieser erfolgreiche Trainer wurde. Das erschien

mir nach meinen Recherchen

eigentlich unausweichlich.

Die Grundvoraussetzung hatte bei ihm

eigentlich nie jemand angezweifelt: Kompetenz.

Schon als Trainer im semiprofessionellen

Bereich vor über 20 Jahren war er

innovativ, deutete die Gegner taktisch und

»Hansi hat gezeigt, dass

man als Trainer nicht

komplett verrückt sein

muss, um an der Spitze

anzukommen.«

–THOMAS HITZLSPERGER

psychologisch aus, interessierte sich für die

neuesten Trainingstools. Er wollte nicht

unbedingt fertig ausgebildete Spieler zur

Verfügung gestellt bekommen, es war ihm

lieber, sie mit seiner Methodik zu entwickeln.

Doch gut in der Sache sind viele im

Fußball, manche von ihnen werden Einser-

Absolventen, wie auch Hansi Flick 2003 im

Fußball-Lehrer-Lehrgang des DFB einer

war. Die meisten bleiben allerdings auf der

Strecke, hangeln sich irgendwann unwürdig

von Job zu Job. Hansi Flick hatte den

größeren Ehrgeiz als fast alle anderen, die

sich auf dem Trainermarkt dräng(t)en –

man hat das nur nicht so registriert, weil er

nie dazu neigte, Aufheben um sich zu machen

und Energie in die Bildung der eigenen

Marke zu investieren. Vor allem war er

als Assistent von Bundestrainer Joachim

Löw acht Jahre lang beispiellos loyal. Er

füllte diese Aufgabe und Rolle so perfekt

aus, dass niemand auf die Idee kam, Flick

könnte auch ein vorzüglicher Cheftrainer

sein. Niemand in der fußballinteressierten

Öffentlichkeit, so muss man es einschränkend

sagen. In der Branche war das Vertrauen

schon spürbar: Der Hansi könnte,

wenn man ihn nur ließe…

Die Bayern ließen ihn. Sie hatten bei Flicks

Verpflichtung als Co-Trainer von Niko Kovac

im Sommer 2019 durchaus im Hinterkopf,

dass er kurzfristig übernehmen

könnte. Vielleicht auch nur kurzzeitig –

doch das Votum der Mannschaft war eindeutig:

Sie wollte Flick als Dauerlösung.

Es war der Punkt, an dem seine Hauptqualität

ins Spiel kam: Menschlichkeit, Authentizität,

Zugewandtheit. In einer Zeit, in

der auch Fußballer grübelten, wie es mit

ihnen weitergehen und was eine Pandemie

für ihren Beruf und ihren Lebensstil und

-inhalt bedeuten könnte, war eine Trainerfigur

wie Hansi Flick ein Anker. Die deutschen

Nationalspieler kannten ihn eh aus

der gemeinsamen Zeit beim DFB, der Erfolg

der Weltmeisterschaft 2014 verband

sie. Die Spieler wussten um den Anteil,

»Hansi Flick:

Die Biografie«

von Günter Klein

224 Seiten

Erschienen: April 2021

Riva Verlag

ISBN: 978-3-7423-1765-0

Bild: IMAGO / ActionPictures, Cover: Riva Verlag

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Erfolg

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Erfolg

den Flick an diesem Erfolg gehabt hatte.

Joachim Löw beschrieb den Einfluss Flicks

so: »Er hat die Gabe, Menschen zusammen

zu bringen und hinter einer Idee zu versammeln.

Und er muss nicht laut werden,

um gehört zu werden.« Die Bayern sammelten

unter Flick Titel um Titel ein. Auch

Konkurrenten freuten sich. Thomas Hitzlsperger,

Vorstands-Chef beim VfB Stuttgart

und früher Nationalspieler unter dem

DFB-Co-Trainer Flick, sagte: »Hansi hat

gezeigt, dass man als Trainer nicht komplett

einen Schlag haben und verrückt sein

muss, um an der Spitze anzukommen.«

Der Gewinn der Champions League im

August 2020 und die Vollendung der Titelsammlung

zum Triple (mit den Supercup-

Zugaben und der errungenen Klub-Weltmeisterschaft

im Februar 2021) waren das

Happy-End meines Buches. Das Leben

nimmt auf ein Buchprojekt aber wenig

Rücksicht und schreibt weitere Kapitel. Innerhalb

weniger Wochen zerbricht etwas

zwischen dem FC Bayern München und

dem Trainer, der ihm diesen Erfolgsrausch

ohne Beispiel beschert hatte. Man geht

auseinander.

Ist das dann ein Misserfolg? Das muss sich

erst zeigen. Hat Hansi Flick mit einer

neuen Aufgabe bei der Nationalmannschaft

eine alternativ gute oder noch bessere

Zukunft gewählt? Sicher ist die Stelle

als Bundestrainer mit noch mehr Prestige

verbunden. Wie man in ein paar Jahren

Flicks Wirken beim FC Bayern beurteilt,

das wird daran liegen, ob sein Nachfolger

Julian Nagelsmann den Erfolg in gleicher

Messbarkeit wird liefern können.

Hansi Flick

lässt aus einer

Meinungsverschiedenheit

keinen Krieg

werden.

Bisweilen wird Unverständnis geäußert,

dass Hansi Flick sich aus diesem Umfeld,

das Erfolge so wahrscheinlich macht, dass

sie fast schon garantiert erscheinen, freiwillig

löst. Jedoch ist es nicht seine erste

Trennung, er hat unzufrieden schon mal

einen Spielervertrag bei den Bayern, eine

sichere Assistentenstelle in Salzburg, ein

Sportdirektoren-Arbeitsverhältnis beim

DFB gekündigt und in eine frühzeitige Beendigung

der Zusammenarbeit mit der

TSG Hoffenheim eingeschlagen. Hansi

Flick ist, das habe ich bei meinen Buchrecherchen

erfahren, keiner, der aus einer

Meinungsverschiedenheit einen Krieg werden

lässt. Er hat gerne Einfluss um der Sache,

aber nicht Macht um der Beherrschung

anderer willen. Seinen größten

Erfolg will er nicht gefährden: Nach fast 40

Jahren im leistungsorientierten Fußball

Mensch geblieben zu sein. Mit der Nationalmannschaft

wird es ihm leichter fallen,

das fortzusetzen.

Bild: IMAGO / Sven Simon

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Erfolg

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Wissen

Digitale Transformation

als Coach, Berater,

Trainer & Experte

J ULIA DIEHL UND TOBI FÖRSTER ZEIGEN AUF, WIE

DIE DIGITALE TRANSFORMATION DEN WEG ZUM

PROFITABLEN EXPERTEN-BUSINESS EBNEN KANN.

Es ist bei Weitem keine unbekannte

Tatsache mehr: Unsere Welt wird

unaufhaltbar digitaler. In einer Welt,

wo »Mobile First« das Motto des

Tages lautet, Homeoffice-Lösungen

nicht zuletzt aufgrund der weltweiten Pandemiezustände

das neue Normal der modernen

Arbeitswelt beschreiben und E-Learning

einen imposanten Boom erlebt, macht die

Digitalisierung auch vor dem Coaching- und

Consulting-Markt nicht halt. Von exakt dieser

rasant voranschreitenden Richtung profitiert

aktuell ganz klar die gesamte Branche

der Coaching- und Consulting-Welt. Es ist

unbestreitbar: Wer heutzutage nicht auf den

Zug der Digitalisierung aufspringt und sein

Geschäft nicht fit für das digitale Zeitalter

aufbaut, wird binnen kürzester Zeit massive

Probleme auf vielen Ebenen entwickeln und

eines Tages schlussendlich komplett vom

Markt gefegt sein.

Coaches, Berater, Trainer und Menschen mit

einer wertvollen und vermarktbaren Expertise

haben somit jetzt die großartige Chance,

von dieser regelrechten »Goldgräberzeit«

zu profitieren und sich online in ihrem Bereich

als Top-Expertenmarke zu positionieren.

Das Forbes Magazin sagte bereits ein

globales wirtschaftliches Wachstum von

jährlich über 325 Milliarden Dollar in den

Bereichen der digitalen Weiterbildung bis

zum Jahr 2025 voraus. Alles, was sich digitalisieren

lässt, wird in der Zukunft auch

digital werden. Angefangen von futuristischen,

autonom fahrenden, elektrischen

Fahrzeugen, die sich mittlerweile erstmalig

auch per Handy-App steuern lassen, bis hin

zu digitalen Roboter-Küchenhelfern mit

künstlicher Intelligenz. E-Learning, also das

digitale Lernen und Weiterbilden, welches

bereits einen massiven Aufschwung erlebt,

wird ebenso einen dieser zahlreichen Zukunftsmärkte

darstellen.

Immer mehr Coaches, Berater, Trainer und

Experten erkennen mittlerweile diese einmaligen

Chancen mehr als jemals zuvor und

Julia Diehl und Tobi Förster

unterstützen Coaches, Berater,

Trainer und Menschen mit einer

Expertise dabei, ihr Business

erfolgreich von offline zu online

digital zu transformieren.

verspüren die brennende Notwendigkeit,

sich digital zu transformieren und ihr Business

dadurch für die Zukunft abzusichern.

Die weltweite Pandemie war für viele Menschen

ein Augenöffner und Chancengeber,

die Vorteile der Digitalisierung erstmalig

wahrzunehmen. Während regional und landesweit

flächendeckend strikte Lockdowns

und Kontakteinschränkungen über viele

Monate hinweg herrschten, musste ein flexibles

und innovatives Umdenken in der

Businesswelt stattfinden.

Aus hunderten Gesprächen mit unseren Interessenten

und Kunden haben auch wir

immer wieder mindestens eines der folgenden

Probleme festgestellt:

1. Viele Coaches, Berater und Trainer sind

abhängig vom Bestandskundengeschäft bzw.

von Empfehlungen und haben keine planbare

Neukunden-Akquisestrategie. Wir bezeichnen

diese Situation als unkalkulierbares

»Hoffnungsmarketing«, da es dem Unternehmer

einfach keinerlei Planungssicherheit

gewährleistet. Viel zu viele Selbstständige

und Unternehmer setzen immer noch auf

dieses Modell anstelle einer professionellen

Selbstvermarktung. Das liegt vorrangig daran,

dass vielen schlichtweg noch das Wissen

darüber fehlt, dass – aber vor allem wie – es

anders und besser funktioniert.

2. Des Weiteren verfügen die meisten Coaches,

Berater, Trainer und Dienstleister über

keine klare Positionierung und Botschaft,

um aus der Masse ihrer Mitbewerber hervorzustechen.

Dadurch machen sie sich auf

dem Markt »ersetzbar« und gehen mit ihrem

Angebot schlichtweg unter. Und das »nur«,

weil sie keine solide Arbeit am Fundament

ihres Business geleistet haben. Ein Muster,

welches sich nahezu bei allen Selbstständigen

und Unternehmern zeigt, die wir auf

Bilder: Luis Burkert

28 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Wissen

Julia Diehl & Tobi Förster

Experten für Bewusstseins-

& Businesstransformation

»Wer nicht auf

den Zug der

Digitalisierung

aufspringt, wird

schlussendlich

komplett vom

Markt gefegt

sein«

dem Weg zu ihrer digitalen Businesstransformation

begleiten.

Deshalb liegt in unseren Mentorings

gleich zu Beginn der Fokus auf der punktgenauen

Ausarbeitung der Positionierung

sowie der Marketingbotschaft. Auf diesem

Fundament lässt sich schließlich Großartiges

erschaffen.

3. Ein weiteres Problem beschreibt die Tatsache,

dass die wenigsten Coaches, Berater

und Experten wirklich wissen, wie sie die

digitalen Kanäle und Plattformen gewinnbringend

für sich nutzen, um online sichtbar

zu werden und gezielt die Menschen zu erreichen,

die nach ihrer Expertise suchen.

Hierfür bedarf es zum einen einfacher und

maximal effizienter Strategien und Prozesse

wie auch eines offenen Mindsets, Neues zu

wagen und seine inneren Blockaden hinsichtlich

der Technik und Social Media

aufzulösen.

Digital an Neukunden zu kommen ist nämlich

entgegen vieler Stimmen, die da

draußen herumschwirren, technisch nicht

komplex. Unsere Kunden implementieren

unsere Strategien mit Leichtigkeit erfolgreich

in ihr Business und setzen diese Tag

für Tag um – mit hervorragenden Ergebnissen

und Erfolgen!

4. Zu guter Letzt verkaufen sich viele Experten

und Expertinnen häufig unter ihrem

wahren Wert, den sie für die Welt und die

Menschen da draußen stiften, und kommen

durch Stundensätze in die Vergleichbarkeit

mit ihren Mitbewerbern. Darüber hinaus

stoßen die meisten früher oder später an die

Grenzen ihrer Kapazitäten, weil sie bemerken,

dass sie auf Stundenbasis sowie auf individuellen

Kundenbetreuungswegen (1:1)

immer nur eine gewisse Anzahl an Klienten

gleichzeitig betreuen können. Die Digitalisierung

eröffnet uns hierbei die faszinierende

Möglichkeit, viele Menschen auf einmal

nachhaltig und effizient zu betreuen, selbst

wenn diese in einer anderen Stadt oder gar

im Ausland leben. Grenzen überschreiten

und auf der ganzen Welt seinen Beitrag leisten

– ein digitales Online-Coaching- und

-Consulting-Business macht es möglich!

Anzeige

All diese Probleme lassen sich heutzutage dank der

Online-Digitalisierung leichter und effizienter lösen

als jemals zuvor. Um deine Möglichkeiten mit

effektiven Online-Marketing-Methoden und einem

ganzheitlichen Ansatz auszuloten, bieten wir unter

www.online-coach-werden.com eine kostenfreie

und unverbindliche Potenzial-Analyse an.

Als Kennenlern-Bonus bieten wir dir unser gratis

Aufklärungsvideo an. In diesem Video erfährst du,

wie du dich gezielt mit unseren Methoden und dem

Leverage-Leadership-Effekt in Zukunft digital klar

positionierst, dadurch mehr qualitative Anfragen

generierst und besser zahlende Kunden gewinnst,

um letztendlich skalierbar höhere Umsätze zu

erzielen, bei weniger Zeitaufwand als jemals zuvor.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de

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Story

30 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Story

James Corden

GROSSBRITANNIENS CHARMEOFFENSIVE

Bilder: IMAGO / ZUMA Wire / Cinema Publishers Collection

Viele sehen in James Kimberley

Corden, der am 22. August

1978 in London geboren

wurde, den besten Talkshow-

Moderator aller Zeiten. Doch

er ist weit mehr als ein guter Moderator.

Er ist darüber hinaus Film- und Theaterschauspieler,

Drehbuchautor, Sänger und

Komiker. Ein wahres Multitalent, das etwas

zu sagen hat. Wir sehen uns an, wie

ein kleiner, pummeliger Brite die Zuschauerherzen

weltweit in die Höhe schlagen

lässt und das schon seit Jahren. Sein

YouTube-Kanal »The Late Late Show with

James Corden« zählt 26,5 Millionen Abonnenten.

Seine Erfolge haben ihn zu einem

Multimillionär gemacht.

Talent will gefördert werden

Dem Sohn eines Musikers und einer Sozialarbeiterin

war es schon immer wichtig,

andere Menschen zu unterhalten.

Deshalb finanzierten seine Eltern James

Tanz- und Gesangsstunden. Sein Talent

war schon früh erkennbar. Mit bereits 18

Jahren hatte er seine ersten Auftritte als

Komparse in verschiedenen Musicals in

London. 1999 spielte er die Hauptrolle in

der sechsteiligen Serie »Boyz Unlimited«

über eine Boyband, dessen Drehbuch er

selbst mitschrieb. Weitere kleinere Engagements

als Schauspieler und Fernsehmoderator

folgten.

Die Basis seines Durchbruchs dürfte wohl

sein YouTube-Account sein, den er seit

2006 betreibt. Seit 2015 heißt er wie seine

Talkshow »The Late Late Show with James

Corden« und verzeichnet über 8,5 Milliarden

(!) Zugriffe. 2010 machte er einen Abstecher

in Richtung Musikgeschäft und

wurde Nummer eins in den englischen

Charts mit seinem Fußball-Song »Shout«.

2015 wurde Corden wegen seiner großen

Beliebtheit sogar mit dem britischen Verdienstorden,

dem »Order of the British

Empire«, ausgezeichnet.

Die große Leinwand ist auch sein Metier

Nicht nur auf der Bühne fühlt sich Corden

wohl, sondern auch auf der Leinwand.

Sein musikalisches Talent bewies er

2013 im Film »Can a Song Save Your

Life?« an der Seite von Keira Knightley,

Mark Ruffalo sowie Maroon 5-Sänger

Adam Levine.

2014 wurde ihm die Ehre zuteil, mit Meryl

Streep im Film »Into the Woods« aufzutreten

und ebenfalls eine viel goutierte

Talentprobe abzugeben. Zuletzt war Corden

im Beatles-Film »Yesterday« zu sehen.

In der Verfilmung des berühmten Musicals

»Cats« spielt er die Katze Bustopher

Mürr und knüpft so an seine Musical-Zeiten

aus seiner Jugend an. Doch auch als

Moderator großer Events sorgte er immer

wieder für Lacher und Furore, wie beispielsweise

fünfmal hintereinander als

Gastgeber der Brit-Awards bis 2014.

2015 änderte alles

In den Unterhaltungsolymp stieg Corden

jedoch auf, weil er die Nachfolge von

Craig Ferguson in der CBS-Show »The

Late Late Show« antrat. Pikantes Detail

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Story

»If you are going to hell,

keep on going!«

– JAMES CORDEN

am Rande – Corden war nie selbst Gast in

solch einer Late-Night-Talkshow.

Seit 2015 moderiert er nun diese Sendung

und erntet seitdem viel Beifall für seine

Interpretation eines Late-Night-Talkmasters.

Besonders viel Aufmerksamkeit und

Anerkennung erntet er für das Format

Der Autor

Michael Jagersbacher ist Kommunikationstrainer,

Unternehmer und Buchautor. Auf seinem Blog

www.michael-jagersbacher.at gibt er Tipps, wie

man sympathischer wird und mehr Profil erhält..

»Carpool Karaoke«, in welchem er mit

verschiedenen Mega-Stars wie Jennifer

Lopez, Justin Bieber oder Celine Dion in

einem Range Rover durch die Straßen von

Los Angeles düst und verschiedene Lieder

mit ihnen trällert. Während dieser Fahrten

plaudert er auch über private Dinge

mit den Stars und ermöglicht somit tiefere

Einblicke in ihr Leben. Sein Vertrag als

Late-Night-Moderator, der ihn zum Multimillionär

machte, läuft zwar noch ein

paar Jahre, doch bereits jetzt ist absehbar,

dass er seine Zelte in Los Angeles wieder

abbrechen wird. Gemeinsam mit seiner

Frau und seinen drei Kindern wird es

wohl zurück in die Heimat nach Großbritannien

gehen.

Kein aalglatter Moderater,

sondern ein Mensch mit Schwächen

Natürlich ist sein Humor seine Wunderwaffe

in allen Lebenslagen. Doch darüber

hinaus wird Corden nicht nur für seinen

Witz und seine Spontaneität geschätzt,

sondern vor allem für seine Authentizität.

Dazu zählt nun mal, nicht in allem perfekt

zu sein: »Ich war immer das Kind in der

Schule, das es für eine gute Idee hielt, den

Feueralarm auszulösen. Und so sehr ich

mir bewusst bin, dass dies eine Eigenschaft

ist, die auch andere gute Dinge vorantreibt,

wünschte ich, ich könnte einfach

innehalten und sagen: Willst du das

wirklich tun?« Vielleicht ist es gerade

diese Impulsivität, die ihn so erfolgreich

gemacht hat. Doch er bietet aufgrund seines

nicht perfekt durchtrainierten Körpers

noch weitere Angriffsflächen: »Es ist

schwer, weil ich Cornettos liebe, das wird

immer eine Schwäche sein. Und ich habe

erkannt, dass Brot meine Nemesis ist. Ich

glaube, Brot wurde geschickt, um mich bis

ins Mark zu zerstören.« Laster machen

menschlich. Es ist kein Zufall, dass er seit

Jänner 2021 das Gesicht der Weight Watchers

ist, mit welchen er gemeinsam an

seiner Figur arbeitet.

Ideale und kluge Ratschläge

James Corden wird schon als neuer Will

Smith gehandelt und scheint omnipräsent

zu sein, sobald man Social Media oder

Bilder: IMAGO / MediaPunch / E-PRESS PHOTO.com / APress

32 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Story

den Fernseher anmacht. Szeneinsider sagen:

»His career has gone from strength to

strength and shows no sign of slowing

down«.

Vermutlich kann sein Erfolg auf folgende

Einstellung zum Thema Misserfolg zurückgeführt

werden: »Du wirst immer

Fehler machen und manchmal wirst du

am Ziel vorbeischießen. Das wird unweigerlich

passieren, weil die besten Menschen

auf der Welt Fehler machen – selbst

Leute, die brilliant sind.« Dieses Mindset

verändert die Perspektive auf Fehler. Vermutlich

hat Corden sich dies auch gedacht,

als er aus heiterem Himmel die

Fernsehmoderation für die Late Late

Show übernahm – Fehler können passieren.

Im besten Fall sind sie sogar komisch

und bringen das Publikum zum Lachen.

»Auszeichnungen

interessieren mich

nicht und die ganze

Aufmerksamkeit, die ich

als Berühmtheit bekomme.

Es ist nur ein Teil des Jobs.«

– JAMES CORDEN

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Leben

Schluss mit Stress

WIE FRAU AN DER SPITZE IN JEDER SITUATION COOL BLEIBT

Bilder: Michael Goldenbaum

Wir haben Stressmanagement-Coach

Bianca Schindler gefragt, warum gerade

Frauen in Führungspositionen häufig mit

Stress zu kämpfen haben und wie sie ihren

Kundinnen hilft, souverän mit herausfordernden

Situationen umzugehen.

Schneller, höher, weiter« – das ist das

allgegenwärtige Mantra, nach dem

sich die Welt heute zu drehen scheint.

Diese Schnelllebigkeit stellt für viele

Menschen eine große Belastung dar.

Besonders Frauen sind davon betroffen, weil

sie oftmals sehr hohe Ansprüche an sich selbst

stellen. So verteidigen sie nicht nur tagtäglich

ihren Führungsjob in einer von Männern

dominierten Welt, sondern bewältigen häufig

auch noch den Spagat zwischen anspruchsvollem

Berufsleben und Familie.

Überlastungen zeigen sich oft in Form von

Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Gewichtsproblemen,

Unruhezuständen bis hin zum

Burnout und zu Depressionen. Unbehandelt

kann dies zu chronischen Krankheiten wie z.

B. Bluthochdruck führen und das Risiko für

einen Herzinfarkt oder Schlaganfall drastisch

erhöhen. Viele versuchen, die in Belastungssituationen

unweigerlich auftretenden Symptome

mithilfe von Medikamenten zu unterdrücken,

um weiter zu »funktionieren«, sei es

im Geschäftsleben oder privat. Dabei bleibt

das Problem ungelöst und die Ursachen unsichtbar.

Zwar ist beispielsweise Meditation

ein einfaches und wirksames Werkzeug, um

Gedankenstille und Ruhe zu erreichen. Allerdings

ist es langfristig damit leider oftmals

nicht getan.

Zu einem effektiven Stressmanagement gehört

mehr, das weiß Bianca Schindler. Sie ist

Mentorin für Stressmanagement und Belastbarkeit

für Frauen in Führungspositionen.

»Fakt ist, dass wir die

höchsten Ansprüche an

uns selbst stellen«

Als erfolgreiche Unternehmerin und dreifache

alleinerziehende Mutter hat sie bereits

am eigenen Leib erfahren, wie schwer es

vielen Frauen in Führungspositionen fällt,

mit Stress und Existenzängsten umzugehen.

Deshalb entwickelte sie ein System, mit dem

es ihr zurerst ihr selbst gelang, ihren beruflichen

und privaten Verpflichtungen gerecht

zu werden, ohne in alte »Stress-Muster«

zurückzufallen.

Ansatz ihrer Coachings ist es, Frauen einen

anderen Umgang mit stressigen Situationen

aufzuzeigen. »Entscheidend im Leben sind

immer die Phasen, in denen wir unsere

Komfortzone und damit unser gewohntes

Umfeld verlassen, um etwas Neues zu beginnen«,

erklärt Bianca Schindler und fügt

hinzu: »Das darf man direkt als Aufforderung

verstehen, stressige Zeiten auch zu genießen.«

Ein hoher empfundener Stress ist

häufig eine mehrdimensionale Angelegenheit,

bestimmte Situationen können stressiger

wirken als andere. Dahinter stehen der

Expertin zufolge oft Erfahrungen, die unbewusst

auf das Leben der betroffenen Person

einwirken, und auf den ersten Blick unerklärliche

Ängste, Blockaden und übermäßigen

Stress verursachen. Um die Balance in allen

Lebensbereichen wiederzufinden, gelte es,

diese Blockaden zu lösen. Deshalb geht

Bianca Schindler in ihren Coachings stets

individuell auf ihre Kundinnen ein. Mit

Übung und der richtigen Strategie sei es

möglich, auch in herausfordernden Momenten

einen Weg zurück zur inneren Mitte und

die eigene »Leichtigkeit« wiederzufinden –

wohl der wichtigste Begriff im Coachingansatz

von Bianca Schindler. Durch Leichtigkeit,

so die Stress-Mentorin, könne Frau

schneller zwischen den Herausforderungen

in ihren Lebensbereichen wechseln, ohne jedes

Mal emotional hoch- und runtergekocht

zu werden. Im Ergebnis folgen die Coachees

leichter ihrer Intuition, um aus jeder schwierigen

Situation als Siegerin hervorzugehen,

ohne sich selbst aufzureiben.

Ziel des Stressmanagements sollte also nicht

sein, Stress grundlegend zu vermeiden, sondern

zwischen stressigen Momenten und

anderen, erholsameren Momenten schnell

und mit Leichtigkeit wechseln zu können.

Welche Bedeutung man persönlich einem

herausfordernden Ereignis zugesteht, spiele

hierbei eine ausschlaggebende Rolle. »Das

entscheidet maßgeblich darüber, wieviel

Druck entsteht und welche unerwünschten

Nebenwirkungen dadurch hervorgerufen

werden«, erklärt die Expertin. Die eigene Bewertung

stressiger Situationen bewusst und

so objektiv wie möglich vorzunehmen, sei

deshalb eine der vielen Möglichkeiten, den

Stresspegel zu reduzieren und sich sofort auf

andere Dinge konzentrieren zu können.

»Fakt ist, dass wir die höchsten Ansprüche an

uns selbst stellen und uns damit oft unnötig

Druck machen«, sagt Bianca Schindler. Besonders

der Spagat zwischen den eigenen

„Stress-Management-Mentorin Bianca

Schindler verhilft Frauen in Führungspositionen

zu neuer Leichtigkeit.

Ansprüchen in unterschiedlichen Lebensbereichen

falle vielen Frauen schwer. Um dieses

innere »Selbst-Bashing«, die kritisierende

Stimme im eigenen Kopf, auszuschalten und

gelassen durch stressige Zeiten gehen zu können,

müsse man beispielsweise mit bestehenden

Wertekonflikten aufräumen.

Die zahlreichen Ansprüche des Alltags nehmen

ständig an Komplexität zu. Wir können

die heutige Schnelllebigkeit nicht aufhalten,

aber wir können lernen, mit Leichtigkeit damit

umzugehen. Zu erkennen, welche Situationen

im Leben welche Art von Stress verursachen,

ist dabei ein wichtiger erster

Schritt. Wer die Zusammenhänge erst einmal

erkennt und versteht, kann lernen, Stresssituationen

tatkräftig anzupacken und in Erfolge

zu verwandeln.

34 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Erfolg

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Erfolg

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Erfolg

HUSTLE HARDER

HUSTLE SMARTER

WIE CURTIS JACKSON AKA 50 CENT

SEINE ZIELE DEFINIERT UND SIE

KONSEQUENT VERFOLGT.

Bild: Depositphotos / everett225

Harte Arbeit und Hingabe sind zwei

Eigenschaften, die man bei allen

echten Hustlern findet. Eine weitere

ist Fokus. Denn wenn du nicht in

der Lage bist, dich zu konzentrieren

und deine harte Arbeit zu koordinieren,

kannst du vielleicht hart arbeiten, aber du

wirst nicht smart sein.

Eines meiner Lieblingsbeispiele für jemanden,

der es geschafft hat, harte Arbeit und

Fokus zu kombinieren, ist ein Mann namens

Isaac Wright Jr. In den frühen 1990er-Jahren

wurde Isaac in New Jersey zu Unrecht zu

einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, weil

er angeblich ein Drogenbaron war. Er war

einer der ersten Menschen, die nach diesem

neuen Gesetz in New Jersey verurteilt wurden.

Das einzige Problem daran war, dass er

eigentlich unschuldig war.

Isaac weigerte sich, sein Urteil zu akzeptieren,

und suchte nach Möglichkeiten, es aufheben

zu lassen. Obwohl er keine juristische

Ausbildung hatte, machte er sich daran, in

der Bibliothek des Gefängnisses die Gesetze

zu studieren. Er wurde so versiert, dass er

begann, als Anwaltsgehilfe an den Fällen anderer

Gefangener zu arbeiten und mehreren

von ihnen zu helfen, ihre Urteile revidieren

zu lassen.

Schließlich gelang es ihm, die Revision seiner

lebenslangen Haftstrafe durchzusetzen,

aber er hatte immer noch einige andere

Straftaten auf dem Kerbholz, die ihn für siebzig

Jahre hinter Gitter zu bringen drohten.

Isaac wollte trotzdem nicht aufgeben.

Schließlich schaffte er es, einen Polizeibeamten

zu finden, der gegen ihn ausgesagt hatte

und bereit war, zuzugeben, dass er sich nicht

korrekt verhalten und Dinge vertuscht hatte.

Niemand bringt Polizisten dazu, sich selbst

zu verpfeifen, außer Isaac. Es war ein unglaublicher

Sieg – wirklich beispiellos – und

nach neun Jahren hinter Gittern und dem

Selbstmord des Staatsanwalts, der an seinem

Fall beteiligt gewesen war, wurde Isaac

schließlich freigelassen. Heute ist er praktizierender

Anwalt in New Jersey, dem Staat,

der ihn zu Unrecht eingesperrt hatte. Isaacs

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de

37


Erfolg

Er war ein

Hustler,

der um die

Freiheit

kämpfte.

Geschichte war für mich so fesselnd, dass ich

ein erfolgreiches Drehbuchprojekt mit dem

Titel For Life für ABC in Auftrag gab, das auf

seiner Geschichte basiert.

Es gibt viele Menschen – viel zu viele –, die

zu Unrecht im Knast sitzen, aber nie die

Chance hatten, gegen das ihnen widerfahrene

Unrecht zu kämpfen, wie es Isaac tat.

Die einzige Hoffnung für die meisten Menschen

in dieser Situation ist, eine Stiftung für

die Rechte von Gefangenen oder eine große

Anwaltskanzlei zu finden, die ihren Fall pro

bono übernimmt. Isaac war nicht bereit, darauf

zu warten, dass jemand anderes entscheidet,

ob es sich lohnt, für sein Leben zu

kämpfen. Er nahm sein Schicksal selbst in

die Hand.

Was also ermöglichte es Isaac, das zu erreichen,

was all die anderen Häftlinge nicht

konnten? Seine Verbindung von harter

Arbeit und Fokussierung. Als Isaac inhaftiert

wurde, verbrachte er seine Zeit nicht damit,

mit anderen Häftlingen darüber zu diskutieren,

wer die besten Rapper sind, oder in seiner

Zelle an alte Freundinnen zu schreiben,

oder auf dem Hof irgendwelchen Mist zu

machen. Er verbrachte jeden freien Moment,

den er hatte, damit, sich in die Gesetzgebung

einzuarbeiten. Er weigerte sich, irgendwelche

Zerstreuungen zwischen sich und seinem

Ziel zuzulassen. Es gab keine Zweifel

daran, was er mit seiner Zeit anstellte: Wenn

er nicht gerade aß, schlief oder Dienst hatte,

saß er über den Gesetzestexten.

Am Anfang war es ziemlich schwer. Diese

Bücher sind nicht für Amateure gedacht –

man kann sie einfach nicht verstehen, wenn

man keine entsprechende Ausbildung genossen

hat. Aber mit der Zeit fiel es ihm leichter,

die Gesetzestexte zu begreifen. Als Isaac anfing,

an den Schriftsätzen zu arbeiten, und

sah, wie sie anderen Gefangenen halfen, war

er ganz begeistert. Das erzeugte eine Eigendynamik,

die ihn dazu brachte, sich noch

intensiver mit der Fachliteratur zu beschäftigen.

Am Ende absolvierte er den Stoff von

vier Jahren Jurastudium in weniger als zwei

Jahren, weil es ihn vollkommen gefangen

nahm (das Wortspiel ist hier nicht beabsichtigt).

Sobald er all diese Informationen zur

Verfügung hatte, konnte er den Prozess in

Gang setzen, der schließlich zu seiner Entlassung

führte.

Nichts davon wäre möglich gewesen, wenn

Isaac nachgelassen, sich geschlagen gegeben

hätte. Wenn er an irgendeinem Punkt des

Prozesses unsicher geworden wäre, was genau

er zu tun versuchte. Dann wäre er niemals

in der Lage gewesen, sich seinen Weg in

die Freiheit zu bahnen. Dies geschah nur,

weil er so entschlossen war, sich selbst zu

retten. Isaacs Geschichte war wie geschaffen

für das Fernsehen. Als wir die Pilotfolge ausstrahlten,

erhielt sie eine der stärksten positiven

Zuschauerreaktionen in der Geschichte

des Senders. Das überrascht mich nicht –

Isaacs Eifer, sein Leben zurückzubekommen,

Curtis Jackson und

Isaac Wright Jr auf

der Premiere von

»For Life« in New

York City.

ist eben ungemein inspirierend.

Zur Erinnerung: Isaac legte sich nicht für

Juwelen, Autos oder Häuser so ins Zeug.

Er legte sich für das wichtigste aller Ziele ins

Zeug: Freiheit. Er kämpfte für das wichtigste

Ziel: Freiheit. Und dank seiner Fokussierung

war er imstande, dieses Ziel zu erreichen,

trotz eines korrupten Systems, das gegen ihn

gerichtet war. Ja, Isaac war ein Hustler. Er

war eine zentrale Figur. Aber nicht in dem

Sinne, wie die Regierung ihn darzustellen

versucht hatte. Er war ein Hustler, der um die

Freiheit kämpfte.

Nachdem du Isaacs Geschichte gehört hast,

solltest du dich fragen: »Was kann ich mit

einer solchen Fokussierung in meinem eigenen

Leben erreichen?« Was wäre, wenn du

sieben oder acht Stunden am Tag auf etwas

hinarbeiten würdest, ohne irgendwelche Ablenkungen?

Ohne dass Wärter dir sagen, du

sollst um 22 Uhr das Licht ausmachen?

Bilder: IMAGO / ZUMA Wire / MediaPunch, Cover: FinanzBuch Verlag

38 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Erfolg

Ohne dass du von dem lausigen Gefängnisessen

Magenschmerzen hast und dir der

Rücken von der löchrigen Gefängnismatratze

wehtut? Ohne dass der in der Nachbarzelle

dich die ganze Nacht mit seinem Gebrüll

wachhält? Oder sich lautstark mit

Mayonnaise aus der Gefängniskantine einen

runterholt? Was würdest du ohne diese Art

Ablenkungen erreichen?

Überlege dann mal, welche Dinge dich möglicherweise

davon abhalten, dein Bestes zu

geben. Jetzt in diesem Moment. Kümmerst

du dich um irgendeinen Bullshit in den Social

Media? Streitest du dich mit deiner

Freundin oder deinem Freund? Hast du gerade

Lust, dir einen Joint zu drehen? Schläfst

bis in die Puppen, weil du letzte Nacht zu viel

getrunken hast?

Wenn du auch nur einen kleinen Teil der

Fokussierung anwenden könntest, die Isaac

aufbringen konnte, würdest du schon nach

einem Monat den gleichen Schwung und die

gleiche Energie erleben wie Isaac. Diese

Welle könnte dich mitreißen und dich zu

jedem Ziel tragen, das du anstrebst. [...]

WAS IST DEIN ZIEL?

Vor nicht allzu langer Zeit verließ ich nach

einem hektischen Morgen voller Meetings,

Vertragsverhandlungen und einem Fotoshooting

mein Büro in Manhattan, um zu

einem Filmgelände auf der anderen Seite des

Flusses in Queens zu fahren. Als sich mein

Auto durch den Verkehr auf dem FDR Drive

schlängelte, bemerkte ich einen einsamen

Mann, der auf einem Bolzplatz am Straßenrand

Handball spielte. Der Typ schmetterte

Ohne diese

klare Vision

wirst du nie

etwas Bedeutendes

erreichen,

egal, wie sehr

du dich anstrengst.

den Ball immer und immer wieder hart

gegen die Wand, während um ihn herum das

urbane Chaos herrschte. Die Szene beeindruckte

mich so sehr, dass ich mein Telefon

in die Hand nahm und Folgendes auf Instagram

postete:

Yo, ich habe gerade einen erwachsenen Mann

gesehen, der mitten am Tag Musik hört und

für sich allein Handball spielt. Ich war am

Telefon und habe gearbeitet, sein Leben ist

vielleicht besser als meines..

Natürlich warf man mir im Internet vor, ich

würde einfach nur provozieren wollen – so

schnell wird man online verurteilt. Wie

konnte 50 Cent in seinem klimatisierten, von

einem Chauffeur gesteuerten Luxusschlitten

sitzen und auf einen Typen neidisch sein, der

Handball spielt?

Ich konnte verstehen, warum manche so gedacht

haben, aber ich schwöre, dass es mir

nicht darum ging, mich wichtigzumachen.

Als ich diesen Mann sah, sah ich jemanden,

der ein gutes Training absolvierte, der die

Musik hörte, die ihm gefiel, frische Luft atmete

und seinen Spaß hatte – und das alles,

ohne einen Cent auszugeben.

Ich meine, wer weiß? Der Typ könnte

dort draußen gewesen sein, weil seine

Frau ihn aus der Wohnung geworfen hat

und er nirgendwo anders hinkonnte.

Oder vielleicht hatte er gerade seinen Job

verloren und schmetterte den Ball immer

und immer wieder gegen die Wand, um

sich abzureagieren.

Ich weiß nur, dass in dem kurzen Moment,

in dem ich ihn durch meine getönte

Scheibe hindurch sah, die einzige Energie,

die ich von ihm spürte, seine Zufriedenheit

war. Es brachte mich dazu, mich zu fragen:

»Yo, genießt dieser Typ sein Leben etwa

mehr als ich?«

Ich fühlte diese Mischung aus Neid und

Konkurrenzdenken, weil er das zu haben

schien, was ich mir immer mehr als alles andere

gewünscht habe.

Freiheit.

Die Freiheit, zu tun, was ich will, wann ich

will und wie ich will.

All der Schmuck, die Uhren, die Autos und

die Villen, die du in meinen Videos oder auf

Instagram sehen kannst – das war nie das,

wofür ich wirklich gearbeitet habe.

Wofür ich gearbeitet habe und immer noch

arbeite, ist Freiheit.

Um ein erfolgreicher Hustler zu sein, musst

du fähig sein zu erkennen, was du willst. Es

muss nicht unbedingt ein großes Konzept

wie Freiheit sein. Es könnte etwas viel Spezifischeres

sein, das du ins Auge gefasst

hast. Dein Ziel könnte sein, der erste

Mensch in deiner Familie zu sein, der

einen College-Abschluss macht. Oder dein

eigenes Restaurant zu eröffnen. Oder genug

Geld zu sparen, um die Welt zu

bereisen.

Ich habe einen Freund, der mit seiner Familie

in einer Wohnung in Brooklyn lebt,

und sein Ziel ist es, genug zu verdienen,

um ihnen ein Haus mit Garten zu kaufen.

Nichts allzu Verrücktes, nur genug Platz

für einen Hund, und wo man bei schönem

Wetter mit einer Tasse Kaffee draußen sitzen

kann. Wenn er bis spät in die Nacht

oder am Wochenende arbeitet, hat er immer

das Bild dieses kleinen Gartens vor

Augen, das ihn antreibt, wenn er müde ist

oder wenn die Dinge nicht so laufen, wie er

es sich wünscht. Wenn er das Gefühl hat,

dass er beruflich gerade nicht weiterkommt

und die Orientierung verloren hat, ist das

Bild des kleinen Gartens sein Polarstern,

der ihn wieder auf Kurs bringt.

»Hustle Harder, Hustle

Smarter: Wie du erfolgreich

wirst und es

auch bleibst«

von Curtis Jackson

352 Seiten

Erschienen: Mai 2021

FinanzBuch Verlag

ISBN: 978-3-95972-411-1

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de

39


Erfolg

Du musst dir selbst ein

Ziel setzen. Frage dich

selbst: Was will ich

wirklich? Sei ehrlich.

Es könnte etwas

sein, das vielen

Menschen helfen

wird. Oder es

könnte etwas unglaublich

Egoistisches

sein. Es

könnte ein scheinbar

unmögliches

Ziel sein. Oder etwas,

das fast zum

Greifen nahe ist.

Es könnte ein Plan

sein, auf den du stolz

bist, von dem du denkst,

die ganze Welt sollte davon

wissen. Oder etwas, von dem

du nie mehr als einer Handvoll

Menschen erzählen wirst.

Jedes dieser Szenarien ist völlig

in Ordnung, solange du dir über

das, was es ist, im Klaren bist. Ohne

diese klare Vision wirst du nie etwas

Bedeutendes erreichen, egal, wie sehr du

dich anstrengst.

Es ist auch wichtig zu begreifen, dass sich deine

Vision ändern kann – das sollte sie sogar. Als ich

anfing, Crack zu verkaufen, waren meine Ziele sehr einfach.

Zuerst brauchte ich unbedingt neue Sneakers. Nicht die

KangaROOs, die meine Großmutter mir gekauft hatte, sondern

Adidas und FILAs. Sobald ich die Sneakers und Klamotten

hatte, die ich mir gewünscht hatte, kam der Schmuck dran.

Sobald ich die richtigen Ketten hatte, konzentrierte ich mich

auf einen fahrbaren Untersatz. Zuerst wollte ich nur ein Auto,

damit ich kein Taxi bezahlen musste, das auf mich wartete,

wenn ich mit einem Mädchen ins Kino ging. Ein einfacher

Honda würde genügen. Aber bald brauchte ich ein auffälliges

Gefährt, um der ganzen Nachbarschaft zu zeigen, dass ich

eine ernst zu nehmende Größe war. Also arbeitete

ich weiter auf der Straße, bis ich einen Benz 400

SE kutschierte. (Seitdem habe ich wahrscheinlich

tausend weitere Autos gekauft, aber diesen

Benz vermisse ich bis heute.)

Nachdem ich alle typischen Statussymbole

eines Drogendealers beisammenhatte,

konzentrierte ich mich darauf, einen

Plattenvertrag zu bekommen. Sobald

ich den hatte, brauchte ich einen Hit.

Das war mein größter Wunsch.

Und er ging in Erfüllung. Und

wie!

Trotzdem wollte ich mich nicht

zufriedengeben. Selbst mit Grammys

und Platinschallplatten im Rücken

nahm ich mir vor, meinen eigenen

Film zu machen. Und so weiter

und so fort, bis hin zu meiner heutigen

Arbeit fürs Fernsehen.

Ich würde sagen, mein größtes Ziel

ist es derzeit, etwas zurückzugeben.

Wenn man ein bestimmtes Einkommen

erreicht hat, wird man sich des-

40 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Erfolg

Bild: Depositphotos / everett225

sen bewusster, was in der Community, aus

der man kommt, passiert. Anstatt sich darüber

Gedanken zu machen, was man als

Nächstes tun wird, konzentriert man sich

auf sein Vermächtnis und darauf, wie die

Leute sich an einen erinnern werden. Wird

man sich an mich erinnern, weil ich berühmte

Songs gemacht und aromatisiertes

Mineralwasser verkauft habe? Oder weil

ich einen positiven Einfluss auf die Welt

hatte? Ich hoffe, dass es Letzteres sein wird.

Deshalb setze ich mein Geld auf lokaler

Ebene für Projekte ein, die Spielplätze auf

Vordermann bringen und bei jungen Menschen

eine gesunde Lebensweise fördern.

Auf globaler Ebene habe ich Projekte mitentwickelt,

die den »bewussten Kapitalismus«

fördern (dazu später mehr), und

unterstütze das Welternährungsprogramm

der Vereinten Nationen, das mit jedem

Energydrink, der über unser Projekt verkauft

wird, eine Mahlzeit bereitstellen wird.

Ein neues Paar Sneaker zu kaufen, ist ein

ganz anderes Unterfangen, als den Hunger

in der Welt zu bekämpfen, aber auf meinem

Weg waren beide irgendwann mal

gleich wichtig und haben mich dazu inspiriert,

mich zu konzentrieren und hart zu

arbeiten.

Der Mangel an Klarheit darüber, was sie

wirklich wollen, ist das, was so viele Menschen

ausbremst. Sie wissen nicht einmal,

wie sie um das bitten können, was sie wollen,

wenn sich ihnen eine Gelegenheit bietet.

Es reicht nicht aus, zu sagen, dass man

möchte, dass jemand »einen mitmachen

lässt«, oder noch schlimmer, jemandem zu

sagen, dass man das Ziel hat, »berühmt zu

werden«. Um das Beste aus deinem Hustle

herauszuholen, musst du in der Lage sein,

klar zu definieren, wofür du arbeitest.

Beispiele dafür, wie man es nicht machen

sollte, findest du auf meiner Instagram-

Seite: Du musst nicht weit scrollen, um

Dutzende von Leuten zu finden, die betteln:

»Yo Fif, nimm mich als Musiker unter

Vertrag!« oder »Mann, du musst mich bei

Power mitmachen lassen. Ich bin Schauspieler!«

Tut mir leid, aber diese Art von

lächerlichen Bitten machen noch lange

keinen Hustler aus dir.

Im wahren Leben ist es sogar noch schlimmer.

Die Leute halten mich auf der Straße

an oder sprechen mich sogar bei Fernsehund

Videodrehs an. Sie denken, sie machen

sich die Mühe oder nutzen eine Gelegenheit,

indem sie auf mich zugehen und mich

bitten, »einen Freund zu engagieren«. Aber

in der Sekunde, in der ich diese Art von

vagen Bitten höre, weiß ich, dass ich es mit

jemandem zu tun habe, der keine Investition

wert ist. Wenn du mir nicht einmal

erklären kannst, was du eigentlich vorhast,

warum sollte ich dann versuchen, dir zu

helfen?

Es mag für mich untypisch klingen, aber

ich glaube, dass Vision Boards ein sehr wirkungsvolles

Werkzeug sind, um das, worauf

man hinarbeitet, zu konkretisieren.

Wenn du dich zwingst, deine Vision in

Worte zu fassen, setzt du einen starken

Energiefluss in Bewegung. Du räumst etwas,

das nur ein Gedanke war, oder vielleicht

sogar nur ein Gefühl, eine reale Präsenz

in der Welt ein. Du machst es zu einer

realen Sache.

Der Einstieg ist ganz einfach am Computer

möglich. Gib bei Google Images alles ein,

was du dir für dein Leben wünschst:

»Grundstück am Strand«, »Range Rover«,

»Pitbull-Welpe«.

Aber was ist, wenn dein Traum keine physische

Sache ist? Wenn du eine Beförderung

in deinem Job anstrebst, dann suche

ein Bild von einem größeren Büro, vielleicht

eines, das über Eck geht. Wenn du

deine eigene Streetwear entwerfen willst,

suche ein Bild von Ronnie Feig oder Virgil

Abloh. Wenn du zur Uni willst, visualisiere

die Abschlusszeremonie von Harvard – du

solltest deine Ziele immer hoch ansetzen.

Wenn du dich verlieben willst, nimm ein

Bild von deinem Lieblings-Promipärchen.

Oder nimm sogar ein Bild deiner Großeltern,

wenn sie schon seit über fünfzig

Jahren ein Paar sind.

Ich denke, dass Vision Boards sogar eine

großartige Möglichkeit für Paare sind, sich

gegenseitig besser zu verstehen. Stell dein

eigenes Board zusammen und lass deinen

Partner das Gleiche tun. Dann vergleicht

die Aufzeichnungen. Die Dinge, die auf

deinem Board auftauchen, aber nicht auf

dem deines Partners, sind die Dinge, die

der andere lernen muss, an dir zu akzeptieren.

Und andersherum. Gemeinsam solche

Boards aufzustellen, ist eine großartige

Möglichkeit, viele unausgesprochene

Dinge ans Licht zu bringen. Ich habe einmal

einem Journalisten von GQ geraten,

ein solches Board mit seiner Freundin zu

machen. Er tat es und schrieb, es habe

»mehr Babys als ein Waisenhaus«. Sie hatten

noch nicht über ihre mögliche Familienplanung

gesprochen, aber dieses Vision

Board machte ganz deutlich, was ihre innigsten

Wünsche waren.

Ich habe festgestellt, dass Vision Boards im

Leben von Menschen tatsächlich etwas bewirken,

und die Statistiken geben mir

recht. Eine Studie der Dominican University

fand heraus, dass man seine Ziele mit

zweiundvierzigfacher Wahrscheinlichkeit

erreicht, wenn man sie aufschreibt. Und

eine Studie im Psychological Bulletin ergab,

dass Menschen Ziele, die ambitioniert

und präzise formuliert sind, mit 90 Prozent

höherer Wahrscheinlichkeit erreichen.

Das heißt nicht, dass dir aus heiterem

Himmel der goldene Apfel in den Schoß

fällt, weil du es dir so in den Kopf gesetzt

hast. Du musst schon viel Arbeit reinstecken.

Sehr viel sogar. Aber indem du deine

Vision erkennst und ihr einen Namen

gibst, machst du einen großen Schritt in

Richtung Verwirklichung deines Ziels.

Wenn du dir auch nur ein kleines bisschen

unsicher bist, was du willst, nimm dir die

Zeit, ein Vision Board zu erstellen. Die

Kraft von Vision Boards ist greifbar und

sehr hilfreich.

Wird man sich

an mich erinnern,

weil ich

berühmte Songs

gemacht und

aromatisiertes

Mineralwasser

verkauft habe?

Oder weil ich

einen positiven

Einfluss auf die

Welt hatte?

Ich hoffe, dass

es Letzteres sein

wird.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de

41


Einstellung

Brechen Sie Regeln

IM LAUFE UNSERES LEBENS BEGEGNEN UNS VIELE »BULLSHIT RULES«.

ERKENNEN UND BRECHEN SIE SIE, UM MEHR ERFOLG ZU HABEN.

Bilder: Depositphotos / ChinaImages, Oliver Reetz, Cover: FinanzBuch Verlag

42 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Einstellung

Schuster bleib bei deinem Leisten«,

»Abwarten und Tee trinken«,

»Eigenlob stinkt«. Willkommen in

der Welt der schwachsinnigen Regeln.

Sie bestimmen wortwörtlich

unser Leben, denn wir wachsen mit ihnen

auf. Schon im Säuglingsalter und obwohl

wir die menschliche Sprache noch gar nicht

beherrschen, bläut man uns die ersten blöden

Regeln ein. Was bleibt Ihnen als Baby

anderes übrig, als zu brüllen, wenn Sie

eigentlich sagen wollen: »Ich habe einen

scheiß Hunger und wenn ich nicht gleich

was zu essen bekomme, drehe ich durch.«?

Und schon kontert man Ihnen mit einer

Bullshit Rule: »Sei nicht so fordernd!« Sie

verstehen natürlich kein Wort, aber keine

Sorge, Sie werden diesen Satz noch Tausende

Male hören – noch bevor Sie lernen,

Ihre Schuhe selbst zu binden. Und bei dieser

Regel bleibt es nicht. Tatsächlich werden

wir in den ersten Jahren unseres Lebens mit

ungeheuer vielen dummen Regeln konfrontiert,

die unser Leben limitieren, ohne,

dass wir es bemerken. Und es hört niemals

auf. Es gibt 50 Regeln, die uns unser Leben

lang begleiten und unseren Erfolg minimieren.

Ich möchte Sie ermutigen, sie zu

erkennen und zu brechen. Zumindest sollten

Sie beginnen, sie zu hinterfragen.

Ich habe meine

eigene Regel:

Ich vertrete

meinen Standpunkt

und entschuldige

mich

nicht dafür.

Vielleicht haben Sie sich schon mal gefragt,

warum es Menschen gibt, denen scheinbar

alles gelingt. Sie sind erfolgreich, glücklich

und verdienen einen Haufen Geld. Was machen

diese Leute anders? Die Antwort lautet:

Sie halten sich nicht an die Regeln.

Denn die größten Fortschritte hat die Welt

dann gesehen, wenn jemand die Regeln oder

sogar Gesetze brach. Als einige Mutige wie

Nelson Mandela die Apartheidsgesetze brachen,

wurde ein Wandel eingeleitet, der die

ganze Welt infizierte. Erst als Elon Musk unbeirrt

seine revolutionären elektrischen

Autos baute, begann eine ganze Industrie

sich zu wandeln. Was jahrzehntelang als

»nicht umsetzbar« galt, war plötzlich

salonfähig.

Nun gibt es natürlich zwei Typen von Menschen.

Auf der einen Seite gibt es die rebellischen

Typen, die sich von Natur aus nicht

gerne an Regeln halten oder sie zumindest so

lange hinterfragen, bis sie keinen Sinn mehr

ergeben. Und ja, diesen Menschen gelingt

der Erfolg immer auch etwas leichter. Auf

der anderen Seite gibt es die Menschen, die

an Ordnung und Regeln glauben und denen

es besonders schwer fällt, sie infrage zu stellen

geschweige denn zu brechen. Sie sollten

die Regeln dennoch aus mehreren Blickwinkeln

betrachten und die Logik hinterfragen,

die ihnen zu Grunde liegt. Dabei wird

schnell klar, wie unsinnig diese Regeln

eigentlich sind und dass sie eine schädliche

Wirkung auf unsere Entwicklung im Leben

haben. Hier gebe ich Ihnen eine sinnvolle

Regel: Wenn Sie merken, dass Ihr Pferd tot

ist, steigen Sie ab. Was so viel bedeutet, wie:

Wenn etwas keinen Sinn ergibt, hören Sie auf

damit.

Bei alledem gilt natürlich immer eine

Grundregel (schon wieder eine Regel): Sie

sind der Boss. Der Einzige, der Macht über

Ihr Leben ausüben darf, sind Sie selbst. Machen

Sie doch, was Sie wollen! Wenn Sie an

schwachsinnige Regeln glauben wollen, ist

das ja Ihr Problem. Hey, denken Sie jetzt

vielleicht, zügle deine Zunge. Nein, werde

ich nicht. Denn das ist wieder so eine Regel,

die wir in diesem Buch zerlegen. Ich habe

nämlich meine eigene Regel: Ich vertrete

meinen Standpunkt und entschuldige mich

nicht dafür. So tun es viele erfolgreiche Menschen

dieser Welt, die teilweise außergewöhnliches

erreicht haben. Nicht nur in der

Wirtschaft, auch in der Politik, in der Gesellschaft

oder im Showgeschäft.

Ist das alles nur Hypothese, oder lässt sich

das auch beweisen? Sind wir wirklich erfolgreicher,

wenn wir Regeln brechen? Vor über

15 Jahren habe ich begonnen, dieser Frage

auf den Grund zu gehen und seit über zehn

Jahren beschäftige ich mich beruflich mit

den Erfolgsprinzipien der Super-Erfolgreichen.

Als Medienmacher treffe ich viele Ausnahmepersönlichkeiten:

Die berühmtesten

Hollywood-Schauspieler, Megastars im Musikgeschäft,

Sportlegenden, Staatschefs, Milliardäre

und Entertainer. Und immer wieder,

wenn ich mich mit ihnen unterhalte und sie

besser kennenlerne, muss ich feststellen, dass

sie vor allem deshalb so erfolgreich geworden

sind, weil sie sich kaum an Regeln halten.

Zumindest nicht an die, die der Gesellschaft

eingebläut werden, um brave Bürger

zu erziehen. Man soll nicht überheblich sein,

auf seine Sprache achten, Fehler vermeiden

und realistische Ziele setzen. An all diese

Bullshit Regeln glauben Super-Erfolgreiche

nicht. Arnold Schwarzenegger, den ich 2018

in München traf, hat mich motiviert, ein

Buch darüber zu schreiben. Denn eine seiner

sechs Erfolgsregeln lautet: Break the rules.

Und ich kann nur hoffen, dass Sie ernsthaft

mit diesen Regeln ins Gericht gehen, die bisher

einen so großen Teil Ihres Lebens bestimmt

haben.

»Bullshit Rules:

50 Regeln, die Sie

brechen müssen, um

Erfolg zu haben«

von Julien Backhaus

128 Seiten

Erscheint: Juli 2021

FinanzBuch Verlag

ISBN: 978-3-95972-489-0

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de

43


Leben

WHEN SHIT

HAPPENS

– HANDLE IT!

44 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Leben

DR. FREDERIK HÜMMEKE ERKLÄRT, WIE

MAN MIT SCHWIERIGEN SITUATIONEN UND

MENSCHEN SOUVERÄN UMGEHT UND DEN

ALLTÄGLICHEN »SHIT« ALS CHANCE NUTZT

Mit SHIT haben wir alle täglich zu

tun. Aber wenn wir schon täglich

damit zu tun haben, sollten

wir SHIT auch positiv nutzen.

Nämlich als Dünger für unser

persönliches Wachstum.

SHIT ist alles, was uns stresst. Weil wir soziale

Wesen sind, sind es hauptsächlich

andere Menschen, die uns Stress machen.

Schwierige Menschen sind im persönlichen

Umgang problematisch und können

unseren Zielen im Weg stehen.

Da sind die Mitarbeiter, die immer wieder

Hektik verbreiten (Stress). Da ist der Gesellschafter,

der zuerst A predigt und dann

B macht (Hypokrit = Heuchler), der

Kunde, der hirnverbrannte Entscheidungen

trifft und unbedingt das schlechtere

Angebot vom Wettbewerber annehmen

will (Idioten). Und da sind die Menschen,

die einfach schwierige Persönlichkeitseigenschaften

zeigen, entweder cholerisch

oder phlegmatisch sind (Temperamente).

Einen souveränen und erfolgreichen Umgang

mit schwierigen Situationen finden

Sich mit dem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen

ist der wichtigste Schritt auf

dem Weg zu einem erfolgreichen Umgang

mit schwierigen Situationen. Ein Beispiel

aus meinem eigenen Erleben, das ich auch

zu Beginn meines Buchs »Handling SHIT«

präsentiere, soll verdeutlichen, warum es

wichtig ist, diesen Umweg zu nehmen.

Ich war 24 Jahre alt. Unser Beratungsunternehmen

hatte durch einen sehr glücklichen

Umstand die Möglichkeit bekommen,

einen in der Region beheimateten Weltmarktführer

als Mandanten zu gewinnen.

Nach ein paar Wochen durfte ich dem Vorstand

das Ergebnis der ersten Analysephase

präsentieren. Es ging vor allem darum,

warum eine Innovation, auf die man

im Unternehmen große Stücke hielt und in

die man einige Millionen Euro gepumpt

hatte, nicht so am Markt performte, wie

man sich das im Vorstand gewünscht hatte.

Wir sahen klare Fehler insbesondere auf

der Vertriebsseite. Und ich benannte diese

Fehler deutlich. Mit einem Nicken in die

Runde beendete ich den Vortrag. Gut gemacht,

dachte ich! Doch ich sah den SHIT

nicht kommen, der mich beinahe aus dem

Meetingraum gespült hätte – losgeschickt

in Form einer einfachen Frage des Vertriebschefs:

»Und was genau befähigt Sie

denn zu dieser Analyse?«

Ich war gut vorbereitet, hatte meine Zahlen

parat. Aber auf den Vorwurf, ein grüner

Junge zu sein, hatte ich zunächst keine passende

Antwort. Hatte dieser erfahrene Manager

am Ende vielleicht sogar recht? Hatte

ich einen Fehler in der Analyse, hatte ich

überhaupt schon genügend Erfahrung vorzuweisen

mit meinen 24 Jahren? Jetzt bloß

nicht nervös werden. Aber natürlich spürte

ich das Adrenalin einschießen, die Hitze

aufsteigen und den Magen krampfen.

Ähnliche Situationen kennen Sie alle. Die

entscheidenden Fragen sind deshalb: Wie

kann ich die Wahrscheinlichkeit minimieren,

dass ich selbst durch mein Verhalten

unbeabsichtigt einen SHIT-Storm auslöse?

Und wie kann ich eine entsprechende Situation

noch gewinnbringend auflösen,

wenn ich bereits durch eigenes Verhalten

oder durch das Verhalten von anderen hineingeraten

bin?

Das Verstehen des Gegenübers und seines

Verhaltens sind die Grundsteine für eine

gelungene Interaktion. Aus dieser Logik

heraus geht es darum, zu erkennen, was

den Vertriebschef in dieser Situation motiviert

haben könnte. Sein Angriff war eine

Reaktion auf meinen Hinweis, dass die

Innovation im Vertrieb nicht sauber ge-

Bilder: Depositphotos / Zamurovic, Unsplash / Peter Conlan

Gut gemacht,

dachte ich!

Doch ich sah

den SHIT

nicht kommen

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de

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Leben

managt wurde. Als Verantwortlicher

musste er dies als Angriff auf seine Arbeit,

wenn nicht sogar auf sich persönlich verstehen.

Seine Verteidigungsstrategie war

die Attacke auf mich, indem er durch die

Anspielung auf mein Alter meine Kompetenz

öffentlich in Frage stellte.

Neurologische Auslöser erkennen

Um die auslösenden Strukturen in ähnlichen

Situationen zu erkennen, müssen wir

sehr genau hinsehen, bis tief hinein in die

Funktionsstruktur unseres Gehirns. Im

Kern steht eine Frage: Was löst bei mir

Stress aus? Und noch eine andere Frage ist

wichtig: Mit welcher Haltung begegnen wir

unseren schwierigen Situationen?

Handle Deinen SHIT

Die gute Nachricht ist, dass wir SHIT nicht

hilflos ausgeliefert sind. Auf welche Weise

wir Stress erleben, wird nämlich maßgeblich

von unserer subjektiven Erlebniswelt

bestimmt. Zwar ist jede Situation von objektiven

Faktoren gekennzeichnet, es hängt

jedoch von unserer Interpretation dieser

Der Autor

Neben langfristigem

Training gibt es eine Reihe

sofort anwendbarer

Techniken, die unser

Betriebssystem wieder ins

frontale System zwingen.

Dr. Frederik Hümmeke ist Experte in den

Bereichen Führung und Management,

insbesondere in schwierigen Situationen und

bei komplexen Themen.

Faktoren ab, wie wir die Situation wahrnehmen

– ob diese Situation für uns eine

positive Herausforderung oder eine SHIT-

Situation ist. Wir können mit der richtigen

Einstellung und etwas Übung unser Erleben

völlig autonom generieren, ganz neu

über Situationen nachdenken und konstruktiv

und lösungsorientiert mit ihnen

umgehen. Das Ziel ist es, sich selbst nicht

als hilfloses und passives Opfer zu erfahren,

sondern als aktive, handelnde Person,

die den SHIT nicht nur meistert, sondern

daran wächst.

Stress beschreibt eine physiologische Reaktion,

die bei einem gefühlten oder echten

Kontrollverlust eintritt. Er entsteht in

unserem Gehirn in einem komplexen Zusammenspiel

zwischen zwei verschiedenen

Arealen. Dem für Routinen und Grundlegenden

Funktionen wie Emotionen zuständigen

limbischen System und seinem intellektuellen

Gegenspieler, dem frontalen

System. Das frontale System ist zuständig

für das aktive Verstehen, Bewerten und

Entscheiden.

Bei geringem Stress steuert unser Limbisches

System auf Basis von Routinen unser

Verhalten, vieles läuft unbewusst. Bei mittlerem

Stresslevel sind wir aktiviert, kommen

intellektuell in den Flow und das frontale

System hat in Kooperation mit dem limbischen

System alles im Griff.

Wird der Stress zu groß, geht das Frontale

System aus, wir stehen unter Kontrolle der

evolutionären Überlebensprogramme und

kennen nur noch die Strategien Angriff

(Fight) oder Flucht (Flight), Erstarren

(Freeze) oder das Schutz- und Hilfesuchen

in der Gruppe (Flock). Dieses genetisch

vorprogrammierte 4F-System rettet uns aus

lebensbedrohlichen Situationen. In einer

wichtigen Verhandlung, in Situationen, in

denen wir überzeugen müssen, ist es uns

hinderlich. Denn das für rationale Entscheidungen

zuständige frontale System hat jetzt

nichts mehr zu sagen.

Fünf Anlässe für Stress

Es hilft uns, zu verstehen, was die Auslöser

einer 4F-Reaktion gewesen sein könnten

und wie wir sie in Zukunft verhindern

können.

Status: Stress entsteht, wenn sich

unsere Position im sozialen Gefüge zum

schlechteren entwickeln kann. Zum Beispiel,

indem unsere Reputation angegriffen

wird.

Sicherheit: Wenn wir das Gefühl haben,

eine Situation nicht mehr zu verstehen

und nicht mehr wissen, was auf uns

zukommt.

Autonomie: Wenn wir uns ohnmächtig

fühlen, weil eine Situation nicht in unseren

Händen liegt und wir nicht agieren

können, weil es uns vielleicht sogar verboten

ist.

Sozialer Bezug: Wenn wir das Gefühl

haben, jemand mag uns nicht (mehr),

wenn ein Konflikt beginnt oder wenn wir

alleine aufgrund unserer Rolle abgelehnt

bzw. zurückgewiesen werden.

Fairness: Wenn nicht unseren Werten

entsprechend gehandelt wird, insbesondere,

wenn wir davon direkt betroffen

sind, dann wirkt das als intensiver Stress.

Jeder Mensch kann seine Resistenz gegenüber

Stress verbessern. Regelmäßige Meditation

ist nachweislich extrem hilfreich,

um die Empfindlichkeit unseres Stress-

Systems zu reduzieren. Neben diesem

langfristigen Training gibt es eine Reihe

sofort anwendbarer Techniken, die unser

Betriebssystem wieder ins frontale System

zwingen. Sie basieren auf physiologischen

Notwendigkeiten und die Effekte

dieser Methoden können nicht willentlich

beeinflusst werden.

Das wichtigste: Blicken Sie aus einer ganz

neutralen Position auf das Geschehen in der

Situation und versuchen Sie zu verstehen,

Labeling kann

die Stressreaktion

bereits um bis

zu 30 Prozent

reduzieren

was eigentlich gerade los ist. Welche Stress-

Dimension wurde getriggert? Geht es um

Status, geht es um Unsicherheit? Hat der Angreifer

das Gefühl, keine Kontrolle zu haben?

Fühlt er sich ausgegrenzt oder unfair

behandelt? Hat sein Ausbruch überhaupt

etwas mit Ihnen zu tun? Diese neutrale

Grundhaltung ist der wichtigste Schritt, um

auf jeden SHIT-Moment adäquat reagieren

zu können. Nicht, indem Sie mit einer der

4F-Reaktionen Ihren Stress weiterreichen,

sondern indem Sie den Konflikt lösungs-

46 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2021 . ERFOLG magazin


Leben

Bilder: Wytske Averink, Unsplash / Ben Mars / Bill Oxford, Cover: Börsenmedien

orientiert auf die Sachebene zurückbringen

und erfolgreich aus der Situation gehen.

SHIT als Chance

Wenn Sie beispielsweise in einem Meeting

angegriffen werden, eröffnet Ihnen dieser

Angriff eine große Chance: Wenn Sie es

schaffen, souverän und klug, vielleicht sogar

charmant, zu kontern, ohne den anderen

unter den Bus zu werfen, sondern den Moment

mit einer guten menschlichen Haltung

zu klären, sind Sie der eindeutige Gewinner.

So ein Ergebnis resultiert bei den Anwesenden

in zwei Lerneffekten: Alle merken,

dass Sie kein leichtes Ziel sind. Sie braucht

man nicht anzugreifen. Zweitens zeigen

Sie Kompetenz und Souveränität. Und

auch das bleibt bei allen Anwesenden im

Gedächtnis.

Dazu gibt es eine ganze Reihe von kommunikativen

Techniken, die Sie erlernen

können. Voraussetzungen, um diese

Techniken – von denen ich einige detailliert

in meinem aktuellen Buch beschreibe

– sicher anwenden zu können, sind allerdings

die passende Einstellung zu Ihrem

Stress und die Fähigkeit, den Stress in den

Griff zu bekommen, bevor er Sie in den

Griff nimmt.

Voraussetzung:

die passende

Einstellung zu

Ihrem Stress

Hochwirksame Stress-Hacks

Wenn Sie Stress verspüren, registrieren

Sie die Reaktionen des Körpers – hoher

Blutdruck, Schweißausbrüche, Zittern der

Gliedmaße – typischerweise als negativ.

Die negative Bewertung der Stressreaktion

erhöht den Stress noch mal. Wenn

Sie diese Reaktionen spüren, kleben Sie

ihnen einfach in Gedanken das Etikett

»Stressreaktion« auf. Es ist neurowissenschaftlich

nachgewiesen, dass dieses »Labeling«

genannte Benennen die Stressreaktion

um bis zu 30 Prozent reduzieren kann.

Das sind 30 Prozent, die in der Präsentation

den Unterschied machen können.

Im nächsten Schritt werden Sie die Reaktionen

ins Positive umbewerten. Denn

neben dem Stresssystem hat im limbischen

System auch das Belohnungssystem

seinen Platz. Dort werden unsere

positiven Empfindungen verarbeitet. Sie

können das Belohnungssystem durch

eine positive Aussage ganz bewusst aktivieren:

»Mensch toll, eine Stressreaktion.«

Dieses »Reappraisal« senkt den

Stresslevel um bis zu 40 weitere Prozent.

Auch dieser Effekt ist eine physiologische

Notwendigkeit. Sobald Sie an das Positive

denken – nicht glauben –, setzen Sie

den Ausgleichseffekt in Gang und Ihr

Stress nimmt ab. Zusammen reduzieren

Sie Ihre Stressreaktion so um bis zu 70

Prozent. Und diese 70 Prozent sind genug,

damit Sie wieder in den Zuständigkeitsbereich

des frontalen Systems gelangen,

der das bewusste Denken ermöglicht,

das wir in kritischen Situationen so dringend

benötigen.

Kritische Situationen versprechen

auch immer Erfolg

Sie werden im Leben immer wieder kritische

Situationen durchleben müssen. Besser,

Sie gewöhnen sich an diesen Gedanken von

Anfang an: Kritische Situationen sind Chancen!

Nehmen Sie Ihren Stress ruhig wahr.

Aber sehen Sie auch die Chance, die für Sie

darin liegt. Sagen Sie sich: »Hey, ich mache

jetzt das Beste aus der Situation. Es ist eine

Chance, einen Schritt nach vorne zu machen.«

Und auch dieser Gedankengang wird

Ihren Stress deutlich reduzieren.

Auch ich habe Zeit für diesen Prozess benötigt.

Meine Wahrnehmung hat sich aber

geändert und meine Ängstlichkeit sich gelegt,

als ich begonnen habe, Angriffe als

Chance zu sehen. Ab dem Moment, als ich

mir gesagt habe: »Hey, gib mir den SHIT

und lass mich daran wachsen«, bin ich entspannter

Situationen gegangen. Ich hatte

nicht nur die neutrale Grundhaltung entwickelt,

sondern habe kritische Situationen

darüber hinaus als Wachstumschance

wahrgenommen.

In dem Moment, in dem auch Sie dieses Bewusstsein

entwickeln, ist der SHIT ein wirklicher

Dünger für Ihr Wachstum.

»Handling Shit:

Der richtige Umgang

mit schwierigen

Personen und

Situationen«

von Dr. Frederik

Hümmeke

288 Seiten

Erschienen: Mai 2021

Börsenmedien

ISBN: 978-3-86470-745-2

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2021 . www.erfolg-magazin.de

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