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WOLL Magazin Elternratgeber Ausbildung + Karriere im Sauerland 2021/2022

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Sonderausgabe Elternratgeber 2021/2022

Worte, Orte, Land und Leute.

Über 450

Ausbildungsplatzangebote

im Heft

Elternratgeber

Ausbildung + Karriere

im Sauerland 2021/2022

Der Elternratgeber zur

Berufsorientierung und

Ausbildungsplatzsuche

WOLL - mit Herz und Hand von


WasserRETTER! gesucht

Arbeiten beim 4.0-Technologieführer

Liebe Eltern,

Ihre Kinder befinden sich in der wichtigsten Phase ihres Lebens. Jetzt werden durch die richtige Berufswahl die

Weichen für die Zukunft gestellt. Was kommt nach der Schule? Als erfahrener Ausbildungsbetrieb mit vielen verschiedenen

Ausbildungsberufen bieten wir unseren Kollegen optimale Voraussetzungen im familiären Umfeld.

Noch im letzten Jahr wurde von der IHK einer unserer Auszubildenden als Bester seines Jahrgangs ausgezeichnet.

Das Talent unserer Auszubildenden zu fördern, liegt uns sehr am Herzen.

Wie machen wir das? - Die HST Systemtechnik GmbH & Co. KG mit Ihrem Hauptsitz in Meschede setzt als

4.0-Technologieführer in der Wasserwirtschaft seit jeher auf eine ausbalancierte Altersverteilung im Kollegium.

Gemeinsam profitieren wir so von einem gesunden Mix aus jahrelangem Know-how sowie frischem Wind durch

junge Talente. So entwickeln und produzieren wir schon jetzt Produkte, Systeme und Lösungen für die Bedürfnisse

der Gesellschaft von morgen.

Technische Vollkommenheit, Lösungsorientierung sowie das Bestreben, die Umwelt sauberer zu machen, sind

zentrale Attribute, die unser Unternehmen verfolgt. Als WasserRETTER! verschreiben wir uns aktiv dem Umweltschutz

und sind uns unserer Verantwortung bewusst. Alle unsere Mitarbeiter leisten täglich ihren Beitrag, dass das

Wasser von Schadstoffen wie z. B. Mikroplastik befreit wird.

Schon heute hält HST-Technologie mit seinen digitalisierten, intelligenten Rechen und künstlicher Intelli genz ein

Maximum des Mikroplastiks zurück, sodass es Flüsse, Seen und Meere nicht verschmutzen kann. Dem Plastikmüll

in den Weltmeeren wird so der Nachschub abgeschnitten. Dies haben wir unserem technischen Wissen als 4.0

Technologieführer, vor allem aber unseren Mitarbeitern zu verdanken.

Unsere Auszubildenden erfreuen sich hoher Übernahmequoten mit unbefristeten Arbeitsverträgen. Als ausgezeichneter

und prämierter Ausbildungsbetrieb ist es für uns selbstverständlich, junge Talente nachhaltig auf ihrem

Weg zu begleiten, ihr Leistungspotenzial zu entwickeln und Werte wie Offenheit, Toleranz und Zuverlässigkeit zu

vermitteln. Mit einer Ausbildung bei HST stehen unseren Auszubildenden die Tore in den weltweit stark wachsenden

Umwelttechnologiemarkt und alle weiteren Ausbildungs- und Qualifikationsmöglichkeiten offen.

Mit freundlichen Grüßen,

ST Sysme

JETZT FÜR DIE OFFENEN AUSBILDUNGSSTELLEN 2021/22

BEWERBEN UND TEIL DER HST-FAMILIE WERDEN:

• Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)

• Kaufmann für Büromanagement (m/w/d)

• Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (m/w/d)

• Fachinformatiker für Systemintegration (m/w/d)

• Industriekaufmann (m/w/d)

• IT-Systemelektroniker (m/w/d)

• Kaufmann für IT-System-Management (m/w/d)

• Metallbauer für Konstruktionstechnik (m/w/d)

• Technischer Produktdesigner (m/w/d)

...und vieles mehr!

Ihr Ansprechpartner: Herr Miguel Pereira

HST Systemtechnik GmbH & Co. KG I Heinrichsthaler Straße 8 I 59872 Meschede I +49 291 9929-85 I bewerbung@hst.de


Dirk Bannenberg

Herausgeber WOLL Magazin

Liebe Eltern,

Paul Senske

Chefredakteur

Daniela Weber

Projektleiterin

„Kind, lern doch was Anständiges“ oder „unsere Kinder sollen es einmal besser haben als

wir.“ Wir Eltern haben nicht selten eine konkrete Vorstellung über den zukünftigen Berufsweg

unserer Kinder. Doch passen unsere Ideen mit denen der Kids überein? Die Herausforderung

besteht darin, wie wir Eltern den Nachwuchs optimal bei der Berufsorientierung

unterstützen und begleiten können.

Immerhin liegt die eigene Ausbildung zumeist schon um die 20 Jahre zurück. In dieser

Zeitspanne hat sich die Berufswelt enorm gewandelt. Stichwort Digitalisierung und Akademisierung.

Wo stehen wir heute? Welche Möglichkeiten gibt es für unsere Kinder? Muss

es wirklich ein Studium sein oder ist eine duale Ausbildung vielleicht der geeignetere Weg?

Bei immerhin gut 30 % Studienabbrechern eine berechtigte Frage…

Sie halten den ersten großen WOLL Elternratgeber zum Thema Ausbildung und Karriere

in den Händen. Wir richten uns mit diesem Magazin gezielt an Sie, liebe Eltern. Sie erhalten

einen Einblick über die aktuellen Ausbildungs- und Karrierewege im Sauerland und

am Hellweg. Alle Geschichten und Berichte sind von hier – und zwar zu 100 %. Echte

Menschen, echte Unternehmen, echte Berufe und Erfahrungen.

Wir von der WOLL Redaktion möchten Sie nun herzlich einladen: Nutzen Sie diesen

Elternratgeber, um sich selbst über die heutigen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten

zu informieren. Gehen Sie anschließend mit Ihren Kindern in ein offenes Gespräch und

schauen Sie sich dabei auch die Geschichten, Portraits und Ausbildungsplatzangebote der

beteiligten Firmen an. Unter www.imsauerland.de/elternratgeber finden Sie diese und weitere

Inhalte auch in digitaler Form.

Viel Spaß bei der Lektüre und gute Gespräche mit Ihren Kindern wünschen

Kontakt:

Dirk Bannenberg

Paul Senske

Daniela Weber

www.imsauerland.de/

elternratgeber

redaktion-woll@axo.media

facebook.com/wollmagazin

www.woll-magazin.de

www.imsauerland.de/elternratgeber

WOLL Elternratgeber - 3


Inhalt

ELTERNINFORMATIONEN

06 Erfolgsmodell duale Ausbildung

12 Jugendpsychologin Jutta Sniehotta

18 Akademikereltern –Handwerkerkinder?

20 IHK-Azubi-Finder

22 Metall- und Elektro-Industrie bietet Perspektiven

25 Briloner Möbelwerke

26 Müllmann vor Hochschulprofessor!

28 Digital in die Zukunft

32 Berufliche Orientierung mit KAoA

36 Duales Studium

40 Senior Willi Linn begleitet

Azubis in schwierigen Situationen

45 Unbeliebt - und gut bezahlt

48 Heimisches Handwerk hat riesigen

Bedarf an Auszubildenden

50 Ausbildungsbotschafter werben in Schulen

52 Beste Ausbildung mit engagierter Unterstützung

54 DGB-Ausbildungsreport

58 Studienausstieg auch als Chance

60 Berufskolleg Berliner Platz des HSK

148 Conrad-von-Ense-Schule

150 Freiwilligenjahr für die Gesellschaft

152 Starke Region – starke Perspektiven

156 „Die Sprache ist der Schlüssel“

158 „Weiterbildung macht besser“

160 IHK-Präsident Andreas Rother

164 Ausbildungsbörsen & Ausbildungsmessen

168 Briloner Kinderuni

FIRMENPORTRAITS

16 FALKE

30 Straßen.NRW

38 Josefsheim Bigge

42 Martinrea Honsel Germany GmbH

62 Oventrop GmbH & Co. KG

67 Zimmermann Haus

70 Baugesellschaft PRIOR mbH

74 Franz Trippe GmbH

84 Krankenhaus Maria Hilf

95 Paul Köster GmbH

118 VOGT GmbH & Co. KG

144 Gemeindeverband Westfalen Mitte

ALLGEMEINES

03 Vorwort

04 Inhalt

170 Impressum

4 - WOLL Elternratgeber


BERUFSFELDER

BAU, ARCHITEKTUR UND VERMESSUNG

68 Ausbildung zum Stahlbetonbauer

72 Ausbildung zur Anlagenmechanikerin

ELEKTROTECHNIK

76 Ausbildung zur Mechatronikerin

PFLEGE UND GESUNDHEITSPRÄVENTION

80 Ausbildung zum Fachangestellten

für Bäderbetriebe

85 „Die Pflege ist ein sicheres Berufsfeld“

PRODUKTION UND FERTIGUNG

88 Lehre als Gießereimechaniker

90 Ausbildung Weltweit

92 Industrie 4.0

94 Deutscher Qualifikationsrahmen

96 Anpassung an die Digitalisierung

100 Ausbildung zum Papiertechnologen

WIRTSCHAFT, VERWALTUNG UND HANDEL

104 Ausbildung zum Kaufmann für

Büromanagement

106 Ausbildung zum Finanzwirt

METALL UND MASCHINENBAU

119 Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik

GASTRONOMIE UND DIENSTLEISTUNG

124 Ausbildung zum Koch

126 Gasthof Schütte mit Erfolgsrezept

NATURWISSENSCHAFT UND LABOR

130 Die Forscher und Entdecker von morgen

KUNST, GESTALTUNG, MEDIEN

132 Ausbildung zur Mediengestalterin

COMPUTER UND IT

135 Ausbildung zum Informatikkaufmann

VERKEHR, TECHNIK UND LOGISTIK

137 Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik

139 Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb

SOZIALES UND PÄDAGOGIK

142 Ausbildung zur Erzieherin

146 Praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin

LANDWIRTSCHAFT, NATUR UND UMWELT

108 Kaufleute für Reform und Diätwaren

110 Die Meisterfamilie Veh

112 Traumberuf Landwirtin

115 Ausbildung zur Fachkraft für Kreislaufund

Abfallwirtschaft

WOLL Elternratgeber - 5


Erfolgsmodell duale Ausbildung:

Nachwuchs in allen Branchen dringend gesucht

Paul Senske

U

nsere Kinder sollen es einmal

besser haben als wir, sie

sollen studieren und Karriere

machen. Doch so verständlich der

Wunsch vieler Eltern ist, der akademische

Berufsweg ist bei weitem

nicht der wichtigste Schlüssel zur

erfüllenden Teilhabe in Arbeitswelt

und Gesellschaft. „Nicht nur Abitur

und Studium führen zur beruflichen

Erfüllung, es gibt auch andere

Wege“, sagt Andreas Rother, der Präsident

der IHK Hellweg-Sauerland.

Die berufliche Bildung, also die duale

Ausbildung im Betrieb und in den

beruflichen Schulen, ist für ihn eine

„echte Herzensangelegenheit“. Über

300 dual erlernbare Ausbildungsberufe

bieten gute bis glänzende Perspektiven.

6 - WOLL Elternratgeber


Anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern,

das ist die spannende Aufgabe im Gastgewerbe.

Foto: AdobeStock_278250604_davit85

WOLL Elternratgeber - 7


Einig sind sich Arbeitsmarktexperten,

dass die duale Ausbildung entscheidenden

Anteil an der geringen

Jugendarbeitslosigkeit hat. „Die Bildung

in den Betrieben ist genauso viel

wert wie die an Universitäten“, betont

Bundesbildungsministerin Anja

Karliczek. Der Münchner Philosophie-Professor

Julian Nida-Rümelin

warnt vor einem „Akademisierungswahn“.

IHK-Chef Rother zieht den

Vergleich: „Rund 50 Prozent der

Jugendlichen machen Abitur und

studieren. In der Wirtschaft brauchen

wir aber im Verhältnis einen Akademiker

und zehn Facharbeiter. Die

Ausbildung muss jungen Menschen

auch Spaß macht“, so Rother, der als

„Self-Made-Man“ mit Mittlerer Reife

und Ausbildung zum Industriekaufmann

das in Ense-Bremen ansässige

IT-Unternehmen ahd gründete und

zu einer Marke entwickelte.

Glänzende Perspektiven in

Pflegeberufen

Treffend bringt der Caritas-Verband

Brilon, mit 1.150 MitarbeiterInnen

ein bedeutender Arbeitgeber, die

Ausbildungs-Philosophie zum Ausdruck.

„Den Fachkräftemangel zu

beseitigen und jungen Menschen eine

berufliche Perspektive bieten – das

motiviert uns, selbst ein Ausbildungsbetrieb

zu sein“, sagt stellvertretend

Marketing-Leitern Sandra Wamers.

Die Caritas bildet Pflegefachfrauen/

Pflegefachmänner, HeilerziehungspflegerInnen,

Hauswirtschaftskräfte

und ErzieherInnen aus.

Im Jahr 2020 hat die Caritas Brilon

34 Azubis eingestellt. Hinzu kommen

fünf Anerkennungspraktikanten als

Erzieher und Heilerziehungspfleger.

Die Bezahlung der Azubis „kann sich

sehen lassen“: Eine Pflegekraft (früher

Krankenschwester) verdient im ersten

Jahr 1.140 Euro, im zweiten 1.202

Euro, im dritten Jahr 1.303 Euro. Die

Caritas Brilon arbeitet in der Ausbildung

u. a. mit dem LWL Marsberg,

dem DRK Meschede, dem Krankenhaus

Brilon, dem Esta-Bildungswerk

und der Gesundheitsakademie

SSMP Geseke zusammen. Vergleichbare

Strukturen weisen die Caritas

Meschede (450 MitarbeiterInnen)

und Arnsberg-Sundern (1.400) auf.

Der Caritas Verband Arnsberg-Sundern

kooperiert mit dem Klinikum

Hochsauerland in der gemeinsamen

„Bildungsakademie der Gesundheitsund

Sozialwirtschaft Hochsauerland

gGmbH“. Der Caritasverband für

den Kreis Soest ist mit 1.3000 MitarbeiterInnen

der führende Anbieter

sozialer Dienstleitungen in der Hellweg-Region.

„Jeder, der sich bei uns

meldet und sich auf die Arbeit mit

pflegebedürftigen Menschen einlassen

kann, erhält bei uns die Perspektive

auf einen Ausbildungsplatz“: So wirbt

die Soester Caritas um Nachwuchs.

Die privaten Pflegedienste sind ebenso

intensiv auf Nachwuchssuche. Das

gilt natürlich auch für die Krankenhäuser

und Kliniken, die teilweise

eigene Pflegeschulen haben oder eng

mit Pflegeschulen kooperieren. Die

Schule für Gesundheit und Krankenpflege

am Städtischen Krankenhaus

Maria Hilf Brilon bietet 75 Ausbildungsplätze.

Die Al brecht-Schneider-

Akademie am Klinikum Stadt Soest

(„Haus am Park“) weist 155 Ausbildungsplätze

auf. Die gemeinsam mit

der Caritas betriebene Bildungsakademie

des Klinikums Hochsauerland

mit ihren zwei Schulstandorten in

Arnsberg und Meschede ist mit 450

Ausbildungsplätzen ein großer Player.

Metall- und Elektroindustrie

mit großem Berufsspektrum

Intensiv um Nachwuchs wirbt auch

die Metall- und Elektroindustrie mit

großen Kampagnen in der Region.

8 - WOLL Elternratgeber

Die Gesundheitswirtschaft

ist mit rund 90.000

Beschäftigten eine von 5

Kernbranchen in ganz

Südwestfalen.

Foto: Michael Bahr /

Südwestfalen Agentur GmbH

In der Metall- und Elektroindustrie

gibt es ein sehr breites

Spektrum an Berufen und

Karrierewegen.

Foto: Südwestfalen Agentur

GmbH/Dominik Ketz


Der Fachkräftemangel ist in allen

Branchen zu finden. „Die Metallund

Elektroindustrie bietet ein breites

Spektrum an Berufen mit sehr

guter Ausbildung, Weiterbildungsmöglichkeiten

und sehr guter Bezahlung“,

erklärt Dr. Volker Verch,

der Geschäftsführer des Unternehmensverbandes

Westfalen-Mitte. „Ein

Facharbeiter verdient einschließlich

Zulagen usw. knapp 55.000 Euro

im Jahr. Es sind also sogenannte auskömmliche

Berufe.“ Ausdrücklich

lobt Verch dabei die „streitbaren, konstruktiven

und sachlichen Tarifverhandlungen“

mit der IG

Metall.

Insgesamt sei es nicht

leicht, geeignete

Kandidaten für

die Ausbildung zu

finden. Wichtig

sei, das Interesse

schon früh für

die MINT-Fächer

(Mathematik, Informatik,

Naturwissenschaften,

Technik)

zu wecken, um Kinder

und Jugendliche für die

Berufswelt der Metall- und

Elektroindustrie zu sensibilisieren.

Foto: AdobeStock_1183225271_Ljupco

„Vom Wissen zum Werk“ im

Handwerk

Riesig ist der Bedarf an Nachwuchs

und Facharbeitern auch im Handwerk.

„Vom Wissen zum Werk“ war

2020 der Titel einer Sonderausstellung

im Hagener Freilichtmuseum.

„Besser kann man das Handwerk

nicht beschreiben“, erklärt Markus

Kluft, der Pressesprecher der Handwerkskammer

Südwestfalen. „Zudem

ist die Berufswelt im Handwerk so

breit angelegt, dass jeder und jede

einen Beruf finden kann, der

Spaß macht und greifbar ist.“ Meinolf

Niemand, der Hauptgeschäfts führer,

meint: „Im Handwerk kommt man

aus dem Staunen nicht heraus.“ Für

den Nachwuchs bieten sich große

Chancen: „Die Babyboomer gehen

jetzt in Rente und hinter lassen

in den Betrieben große Lücken“,

so Pressesprecher Kluft. Die HWK

Südwestfalen unterhält eine zehn Personen

umfassende Abteilung Fachkräftesicherung.

Während der HSK

zur Handwerkskammer Südwestfalen

gehört, ist die Hand werkskammer

Dortmund für den Kreis Soest

zuständig. Sie unterstützt

ebenfalls alle Zielgruppen

bei der Suche nach

Ausbildungs-Plätzen

und Betriebe bei der

Besetzung von

Ausbildungsplätzen.

Dabei geht sie den

Weg über Projekte

wie Willkommensund

Bildungslotsen,

Ausbildungsoffensive

im Handwerk

oder „Passgenaue

Besetzung“.

Neben der dualen Ausbildung

gibt es im Handwerk

noch das duale Studium (Aus-

Beste Karriereaussichten im

Handwerk, zum Beispiel als

Elektroniker*in.

Foto: Jürgen Eckert

Shopping! Der Handel steht vor großen

Veränderungen. Von E-Commerce

über Groß- und Außenhandel bis hin

zum klassischen Einzelhandel.

Foto: business-888146.jpg

WOLL Elternratgeber - 9


IHK-Präsident Andreas Rother

Quelle: Tom Linke

„Duale Ausbildung ist

Herzensangelegenheit”

- Andreas Rother

bildung mit Abschluss und Studium

mit Bachelor) sowie die triale Ausbildung

mit Ausbildung, Studium und

Meisterbrief. Das duale Studium und

die triale Ausbildung richten sich vor

allem an Abiturienten und Fachabiturienten.

Hotel- und Gaststättengewerbe

ist Jobmotor

Ein Riesenmarkt für Azubis ist auch

das Hotel- und Gaststättengewerbe.

Es ist ein Jobmotor, besonders im

Sauerland mit den Zentren Winterberg

und Schmallenberg. Der Hochsauerlandkreis

weist 445 Übernachtungsbetriebe

mit 26.227 Betten auf,

im Kreis Soest sind es 153 mit 8.274

Betten (Betriebe ab zehn Betten, August

2020). In der Gastronomie sieht

es wie folgt aus: Im HSK gibt es 191

anerkannte Ausbildungsbetriebe, im

Kreis Soest sind es 158. Die Ausbildungspalette

mit verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten

und Qualifizierungen

ist groß: Koch/Köchin,

Hotelfachmann/-frau, Hotelkaufmann/-frau,

Fachkraft für Systemgastronomie,

Restaurantfachmann/-frau,

Fachkraft im Gastgewerbe. „Der

Fachkräftemangel in der Gastronomie

droht nicht, er ist schon längst da“,

betont Angela Rademacher von der

IHK Hellweg-Sauerland.

Handel mit

Aufstiegschancen

Auch der Handel, speziell der Einzelhandel,

ist ein attraktiver Ausbildungsmarkt

mit sehr guten

Aufstiegschancen. Der Beruf Einzelhandelskaufmann/-frau

ist begehrt

und landet in der „Hitliste“ der beliebtesten

Ausbildungsberufe regelmäßig

auf vorderen Plätzen. Dieser Beruf in

den Branchen Elektronik, Kosmetik,

Möbel, Lebensmittel und Bekleidung

lässt sich nach der Ausbildung gut mit

einem Studium kombinieren.

„Spurwechsel –

Karriere anders denken“

Für junge Menschen, die nicht studieren

wollen, bietet sich ein prall

gefüllter Ausbildungsmarkt unterschiedlicher

Couleur - mit glänzenden

Perspektiven. Er ist auch für Studienzweifler

und Studienabbrecher offen.

Die Agentur für Arbeit Meschede-

Soest, die Handwerkskammer

Südwestfalen und die IHK Hellweg-Sauerland

arbeiten gemeinsam

im Netzwerk „Spurwechsel – Karriere

anders denken“. In diesem Netzwerk

erhalten junge Menschen individuelle

Unterstützung und Beratung beim

Studienfach- oder Hochschulwechsel,

bei der Suche nach einer Ausbildungsoder

Arbeitsstelle und nach finanziellen

Fördermöglichkeiten. ■

10 - WOLL Elternratgeber


Mit Sicherheit

IN DIE ZUKUNFT

Die Zukunft ist ein Sprung ins Ungewisse.

Wie wäre da ein Ausbildungsbetrieb, der die Sicherheit bietet,

flexibel sein zu können?

Ein sicherer Arbeitsplatz ist Gold wert. Das

merken wir insbesondere in Krisenzeiten. Der

Öffentliche Dienst – und somit auch die Bezirksregierung

Arnsberg – gehört nicht nur zum

größten Arbeitgeber in Deutschland, sondern

auch zum sichersten. Mit unseren rund 1.800

Mitarbeiter*innen sind wir für die mehr als 3,5

Millionen Einwohner*innen in unserem knapp

8.000 km 2 großen Regierungsbezirk zuständig.

Eine große Verantwortung.

Unseren Mitarbeiter*innen bieten wir darum ein

hohes Maß an Flexibilität: Homeoffice, Vereinbarkeit

von Beruf und Freizeit sowie gleitende

Arbeitszeit sind für uns kein Neuland, sondern

seit vielen Jahren fester Bestandteil unserer

Philosophie. Und das Beste daran? Arbeiten in

einem tollen Team und ein Einsatz für das Gemeinwohl.

Denn bei uns kann man nicht nur die

eigene Zukunft, sondern auch die eines ganzen

Landes mitgestalten.

Mehr Infos unter: www.bra.nrw.de/karriere

Verantwortung übernehmen und aktiv die Region

auf die Zukunft vorbereiten – das sind große Aufgaben,

die wir nicht alleine übernehmen können.

Darum suchen wir ständig Verstärkung für unser

Team als:

• Verwaltungsfachangestellte*r

• Verwaltungswirt*in

• Regierungsinspektor*in (Bachelor of Laws)

• Verwaltungsinformatiker*in (Bachelor of Arts)

• Fachinformatiker*in

• Geomatiker*in

WOLL Elternratgeber - 11


Gemeinsam geht es besser: das richtige Berufsfeld erschnuppern.

Foto: AdobeStock_208707332

GEMEINSAM DAS RICHTIGE

BERUFSFELD ERSCHNUPPERN

Jugendpsychologin Jutta Sniehotta zur Rolle der Eltern

Christel Zidi

S. Droste

I

hr Kind ist in der 10. Klasse und weiß noch nicht,

was es werden will? Viel Zeit ist nicht mehr. Es müssen

Bewerbungen geschrieben werden. Aber für welchen Beruf?

So langsam werden die Eltern ungeduldig und stellen

sich die Frage: Sind die anderen Jugendlichen auch so unentschlossen

und nur ihr Spross hinkt hinterher?

Die Jugendpsychologin Jutta Sniehotta kennt diese Probleme

und hat Tipps für die Eltern. Der wichtigste: „Gemeinsam das

richtige Berufsfeld erschnuppern und eine positive Motivation

aufbauen.“ „Es ist völlig normal, wenn Jugendliche mit 16 Jahren

noch keine Vorstellung vom Berufsleben und ihrer eigenen Zukunft

haben“, erklärt die Jugendpsychologin Jutta Sniehotta aus

„Eine positive Motivation aufbauen“

- Jutta Sniehotta

Warstein. „Viele sind mit 16 Jahren noch völlig unreif.“ Diese

Unreife und Ratlosigkeit erlebt sie auch oft bei Abiturienten, die

noch gar nicht wissen, in welche Richtung sie sich entscheiden

sollen. Es sei eine unglaublich schwerwiegende Entscheidung,

die ein junger Mensch in dieser Phase seines Lebens zu treffen

habe: In einer Phase, mit 16 oder 17 Jahren, in der er vielleicht

den Girls- oder Boysday mitgemacht hat, mit etwas Glück ein

Praktikum, so die Psychologin. Wie können Eltern ihre Kinder

da unterstützen?

Bei ihren Patienten geht Sniehotta klientenzentriert vor. So stellt

sie sich auch den idealen Umgang der Eltern mit deren Kindern

vor. „Man muss Fragen stellen. Was wünscht du dir? Wovon

träumst du? Erst wenn dieses - nennen wir es mal Brainstorming

- erfolgt ist, kann man abklopfen, ob der Berufswunsch realisier-

12 - WOLL Elternratgeber


ar ist.“ Und sie betont: „Ganz wichtig ist, dass man eine positive

Motivation aufbaut, damit die Jugendlichen erzählen, wovon sie

träumen. Nicht gleich sagen, das ist unrealistisch, das schaffst

du nicht.“ Die Kinder müssen spüren, dass auch die Eltern wollen,

dass ihr Kind einen Beruf ergreift, der zu ihm passt. Auf

keinen Fall sollten sie ihnen ihre eigenen Wunschvorstellungen

aufdrücken.

Eltern müssen sich immer wieder mit ihren Kindern auf die

Berufssuche begeben, immer wieder das Gespräch suchen und

Anregungen geben, so Jutta Sniehotta. Aber dem Kind soll auch

Zeit gelassen werden, damit es auch selbst überlegen kann, welcher

Beruf ihm liegt. Teilweise dauert das bis zu drei Jahren, bis

ein junger Mensch eine Idee davon entwickelt hat, wo er sich

beruflich sieht, wenn er erwachsen ist. Deshalb rät die Psychologin:

Man fängt mit der Suche am besten schon an, wenn das

Kind in der 8. Klasse ist. Durch die richtigen Fragen komme

es zu einem Annäherungsprozess, das Feld werde immer enger.

„Und hinterher landet man bei zwei, drei Berufen, die dann in

Frage kommen könnten. Und dann kann man sagen: Komm,

jetzt mach doch mal ein Praktikum.“

Fleißkärtchen oder ein Eis als Belohnung dafür, dass sie sich für

Englisch interessieren, das funktioniert nicht mehr.“ Anders liege

der Fall, wenn der Jugendliche z. B. englische Songtexte selbst

übersetzen will. In diesem Moment würde er erkennen, welchen

Nutzen ihm das Englischlernen bringt.

Die Anschlussverpflichtung der Schulen

Jutta Sniehotta betont auch die besondere Rolle der Schulen bei

der Berufsorientierung Die Schulen können und sollten mithelfen,

das richtige Berufsfeld „vorsichtig und abwartend zu

erschnuppern“. Die große Verantwortung und Verpflichtung

sei, das zu ergänzen, was das Elternhaus vorlegt – oder auch

nicht. Erschwerend - so Jutta Sniehotta - komme hinzu, dass

sich die Berufsfelder und Berufsbezeichnungen inzwischen

auch dramatisch geändert haben. Die Orientierung zu finden,

sei unglaublich schwierig. „Es gibt keine Elektriker mehr, keine

Gut sei es, wenn Eltern die Talente ihrer Kinder sehen oder

erspüren können. Das funktioniere z. B., wenn ein Elternteil

handwerklich sehr begabt ist und sein Kind mit in die Werkstatt

oder auch in die eigene Gartenwerkstatt mitnimmt. Aber nicht

alle Eltern haben die Möglichkeit, das auszutesten und Talente

zu erkennen. Erschwerend komme hinzu, dass viele Kinder vor

allem in der jetzigen Krise nur noch zuhause sitzen, sich wenig

bewegen und nur noch mit digitalen Medien arbeiten. Eltern

können Tipps geben, wie „Du könntest ins Soziale passen“.

Wenn der Jugendliche sich das auch vorstellen kann, sollte man

das am besten mal durch ein Praktikum austesten. Überhaupt

können Praktika immens entscheidend sein. „Mit etwas Glück

ergib sich aus einem Praktikumsverhältnis später ein Ausbildungsverhältnis.“

Jugendliche brauchen „intrinsische Motivation“

In der Psychologie spricht man von intrinsischer und extrinsischer

Motivation. Eine extrinsische Motivation ist z. B. das Verteilen

von Fleißkärtchen oder Stempeln an Grundschüler. Die

Kinder lernen: Wenn ich etwas mache, bekomme ich etwas

dafür. Belohnung für Leistung funktioniere gut bei den Kleinen,

Pubertierende aber seien mit Belohnungen kaum mehr

zu ködern. „Sie brauchen eine intrinsische Motivation“, erklärt

Jutta Sniehotta, „weil sie noch nicht wissen, was sie wollen. Ein

Dipl.-Psych. Jutta Sniehotta, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

aus Warstein

WOLL Elternratgeber - 13


„Talente der Kinder erspüren“

- Jutta Sniehotta

Schlosser. Selbst wir Eltern haben manchmal Schwierigkeiten

auf Fragen zu antworten, was z. B. ein Mechatroniker macht.“

Deutliche Worte findet Jutta Sniehotta auch zum Thema Null-

Bock-Generation: „Es gibt in jeder Generation Jugendliche, die

sich erst einmal finden müssen und eine Zeitlang dafür brauchen.

Eine Generation als Null-Bock-Generation zu bezeichnen,

das würde ich nicht tun.“ Eltern sollten sich von der scheinbaren

Coolness der Kinder nicht blenden lassen. Hinter einem „Ach,

ist mir doch egal“ stecke oft die Unsicherheit introvertierter junger

Menschen, die sie hinter dieser Maske verbergen.

Eltern benötigten immer wieder viel Fingerspitzengefühl,

sind vielleicht auch mal geschockt, wenn die Kinder mit dem

Wunsch ankommen, einen Beruf zu erlernen, bei dem sie sich

„einen Porsche leisten können“. Die Eltern könnten dann beispielsweise

so argumentieren: „Mmh. Dann brauchst du einen

Beruf, mit dem du richtig viel Geld verdienen kannst. Mehrere

tausend Euro brauchst du im Monat, damit du auch gut sparen

kann. Wo kannst du so viel verdienen? Höchstwahrscheinlich

reicht dein Hauptschulabschluss nicht, sondern du brauchst

einen Beruf, der höher qualifiziert ist. Kannst du dir vorstellen,

noch zwei Jahre zur Schule zu gehen?“

Problematischer Akademisierungswahn

Den Akademisierungswahn hält die Psychologin für problematisch.

„Wir haben heute viele Berufe, die akademisiert sind, in

denen man dann den Bachelor macht, aber trotzdem nicht für

den Beruf qualifiziert ist. Es gibt einfach Kinder, die sind nicht

so intellektuell, sie sind aber handwerklich sehr gut. Ganz wichtig

ist: Das was das Kind tut, muss zum Kind passen, nicht zu

den Wünschen der Eltern.“

Wenn Jugendliche nach dem Gymnasium mit einem Studium,

besonders in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften,

Technik) beginnen, sei das sehr schwer. „Die

Jugendlichen wissen noch nicht wirklich, was Studium bedeutet.

Das lockere Studentenleben früherer Zeiten gibt es nicht mehr.

Zwei Schnuppertage während der Schule reichen noch nicht aus,

zu verstehen, was Studium bedeutet.“ Das Lernen an der Uni sei

so rasant schnell. Die Zahl der Studienabbrecher sei hoch. Ein

junger Mensch, der vielleicht Ingenieur werden will, ist möglicherweise

an der Fachhochschule wesentlich besser aufgehoben,

weil das praxisbezogene Lernen eher seinem Lernstil entspricht.

Oder er könne eine Lehre beginnen. Ein solcher „Spurwechsel“

sei ein guter Wechsel. Das mache auch nichts mit dem Ego. „Wer

rechtzeitig erkennt, dass ihn das Studium überfordert, ist kein

intellektueller Versager, sondern er handelt weitsichtiger“, betont

Jutta Sniehotta.

Das Vorstellungsgespräch mit Eltern?

Sollten Eltern eigentlich beim Vorstellungsgespräch mit dabei

sein? „Das ist ein Würfelspiel“, sagt die Warsteiner Psychologin.

Die Frage sei: Wie wird das von den Arbeitgebern ausgelegt?

Wirkt mein Kind unselbständig, wie ein Muttersöhnchen, das

nicht in der Lage ist, sich selbst zu präsentieren. Oder wird es

als positiv ausgelegt, wenn sich die Eltern kümmern? „Auf jeden

Fall ist es gut für die Motivation des Jugendlichen, wenn er den

Schritt allein geschafft hat.“ ■

Pubertät und Adoleszenz

Pubertät bezeichnet die Entwicklung s-

phase junger Menschen (Mädchen 10-

14 Jahre, Jungen 12-16 Jahre), die die

anatomische und physiologische Reifung

des Körpers umfasst.

Während es in der Pubertät mehr um

körperliche Veränderungen geht, entwickelt

sich in der anschließenden Entwicklungsstufe,

der Adoleszenz, die geistig-seelische

Reife. Schüchternheit und

Unsicherheit ist ein deutliches Zeichen

der mittleren Adoleszenz (14-17 Jahre).

In der Zeit der späten Adoleszenz (16 bis

ca. 20 Jahre) stellt sich für gewöhnlich

auch ein gewisses Verantwortungsgefühl

für die eigene Zukunft ein. Der junge

Mensch hat nun einen gewissen Grad

an Reife erreicht und kann bereits seine

Fähigkeiten und Grenzen einschätzen.

14 - WOLL Elternratgeber


KRISENSICHER IN DIE ZUKUNFT.

www.dreifaltigkeits-hospital.de/karriere

Karrierestart? Wir bilden aus:

- Pflegefachfrau/-mann

(Ausbildungsbeginn: August und Oktober)

Pflegeschule vor Ort in Lippstadt

- Operationstechnische/r Assistent/in (OTA)

(Ausbildungsbeginn: August)

Unschlüssig? Einfach mal reinschnuppern:

- Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

- Bundesfreiwilligendienst (BFD)

- Jahrespraktikum (FOS)

- Schülerpraktikum

Schon Erfahrung? Wir stellen ein:

Gesundheits- und Krankenpfleger/in

- für den Pflegedienst unterschiedlicher

Fachdisziplinen

- für die Intensivpflege

- für den Operationsdienst (auch OTA)

- für verschiedene Funktionsdienste

Wir bieten attraktive Arbeitszeitregelungen mit

zahlreichen flexiblen Modellen von Vollzeit bis

hin zu geringen Teilzeitbeschäftigungen.

Bewerben Sie sich jetzt!

WOLL Elternratgeber - 15


FALKE – WITH YOU EVERY STEP

Unsere Produkte begleiten unsere Kundinnen und Kunden seit 125 Jahren in jeder Lebenslage und auch als Ausbildungsbetrieb

begleiten wir junge Menschen seit jeher bei ihren ersten Karriereschritten.

Ein attraktiver Arbeitsplatz mit Zukunft

Auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber sind neben spannenden Aufgabenbereichen,

einem angenehmen Arbeitsklima und Aufstiegschancen Sicherheit und Zukunftsperspektiven wichtige Faktoren

für die Entscheidung. FALKE ist ein Unternehmen mit einem breiten Angebot an Ausbildungsberufen und vielfältigen

Tätigkeitsfeldern. In vierter Familiengeneration geführt, mit über 125-jähriger Erfahrung und international ausgerichtet

bietet das Unternehmen mit ca. 3.000 Mitarbeiter/innen beste Voraussetzungen für den Start ins Berufsleben.

Ausbildung bei FALKE: Professionelle Betreuung von Anfang an

Unsere Auszubildenden profitieren von der kompetenten

Betreuung durch erfahrene Ausbilder/innen innerhalb

der einzelnen Fachbereiche und lernen die Entstehungsgeschichte

der hochwertigen FALKE Produkte kennen - angefangen

bei der ersten Idee bis hin zum weltweiten Vertrieb

in den Bereichen Legwear, Bekleidung und Sport.

Neben dem Einsatz in den Fachabteilungen werden zahlreiche

interne und externe Schulungsmaßnahmen, abgestimmt

auf den Ausbildungsstand, angeboten und Sozialund

Methodenkompetenz weiterentwickelt.

Das breite Spektrum von Ausbildungsberufen bei FALKE spricht

viele verschiedene Interessen und Stärken an. Grundsätzlich

unterscheiden wir zwischen kaufmännischen und gewerblichtechnischen

Ausbildungen.

Neben bekannten Berufen wie Industriekaufleuten, Fachinformatikern/innen

und Industriemechanikern/innen, bildet FALKE

unter anderem auch Textillaborant/innen, Produktveredler/innen

und Textil- und Modenäher/innen bzw. -schneider/innen aus.

Seit 2019 bieten wir zudem neu entstandenen Ausbildungsberuf

Kaufmann/-frau im E-Commerce an. In Zeiten des digitalen

Wandels und des aufstrebenden Online Handels ein Beruf

mit starker Zukunftsperspektive sowie spannenden und hochmodernen

Aufgabenfeldern.

Die Nachwuchsförderung hat bei FALKE einen sehr hohen Stellenwert

– denn diese sichert die erfolgreiche Zukunft unseres

Unternehmens. Interessierten, engagierten und begeisterungsfähigen

Schüler/innen und Schulabgänger/innen bieten wir

im Rahmen von Praktika, Berufsfelderkundungstagen oder Betriebserkundungen

vielfältige Möglichkeiten, Einblicke in die

Berufspraxis eines internationalen, innovativen und inhabergeführten

Markenunternehmens der Textilbranche zu erlangen.

16 - WOLL Elternratgeber


Übernahme nach Ausbildung

Die Ausbildung bei FALKE ist bedarfs- und zukunftsorientiert ausgerichtet. Daraus ergeben sich hohe Übernahmechancen

nach einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung. Die Einsatzmöglichkeiten nach der Ausbildung sind so

vielfältig wie das Unternehmen und seine Produkte selbst. Je nach Stärken und Interessen finden wir gemeinsam mit den

ehemaligen Auszubildenden ein passendes Einsatzgebiet und entwickeln sie dort zu Fachspezialisten/innen.

Perspektiven für die Zukunft

Zielgerichtetes, motiviertes Arbeiten ist bei FALKE wichtig und wird durch Personalentwicklungsinstrumente sowie jährliche

Mitarbeitergespräche und Zielvereinbarungen unterstützt. Individuelle Fortbildungen und berufsbegleitende Studien

unterstützen wir gern. Es gilt das Prinzip Fördern und Fordern – dann sind der Entwicklung keine Grenzen gesetzt.

Teil der FALKE Family werden

FALKE begleitet Menschen jeden Alters und in jeder Lebensphase auf Schritt und Tritt mit neuen Ideen und modernen

Produkten. Diese entstehen dank der Mitarbeiter/innen, die tagtäglich ihr Bestes geben und dabei über sich hinauswachsen.

FALKE ist immer auf der Suche nach engagierten Menschen, die Teil der FALKE Family werden und zum

Unternehmenserfolg beitragen möchten.

FALKE – Zahlen und Fakten:

• 1895 gegründet

• Über 3.000 Mitarbeiter/innen weltweit an 7 Standorten

• 240 Mio. Euro Umsatz in 2019 – davon 50% im

Ausland

• FALKE Produkte sind in fünf Kontinenten und

in über 60 Ländern verfügbar.

Angebote für Azubis – diese Ausbildungsberufe

gibt es bei FALKE:

• Duales Studium zum Bachelor of Arts BWL (m/w/d)

• Fachinformatiker Anwendungsentwicklung (m/w/d)

• Fachinformatiker Systemintegration (m/w/d)

• Kaufleute im E-Commerce (m/w/d)

• Industriekaufleute (m/w/d)

• Industriemechaniker (m/w/d)

• Produktveredler Textil (m/w/d)

• Textillaboranten (m/w/d)

• Textil- und Modenäher /-schneider (m/w/d)

Nähere Informationen zu den einzelnen Ausbildungsberufen

gibt es auf unserer Homepage unter:

https://www.falke.com/de_de/company/karriere/

Vorteile durch eine Ausbildung bei FALKE

auf einen Blick:

• Ein sicherer Ausbildungsplatz mit guten Übernahmechancen

in einen traditionsreichen, international

ausgerichtetem Familienunternehmen

• Unmittelbare Einblicke in die Modebranche, mit

direkter Nähe zum Produkt

• Eine intensive und individuell zugeschnittene

Betreuung durch erfahrene Ausbilder/innen und

Ausbildungsbeauftragte

• Innerbetriebliche Schulungen und externe Seminare

abgestimmt auf die Ausbildungsinhalte sowie eine

gezielte Prüfungsvorbereitung

• Spannende Blicke über den Tellerrand in andere

Unternehmenseinheiten

• Regelmäßiger, bereichsübergreifender Austausch

mit anderen Auszubildenden

• Eine gute Ausbildungsvergütung plus Jahressonderzahlung

und Urlaubsgeld

• Vertrauensarbeitszeit, vermögenswirksame Leistungen

und Fahrtkostenzuschüsse

• Günstige Einkaufsoptionen in unserem

FALKE Werksverkauf

Fragen rund um das Thema Ausbildung beantworten wir gern. Kontaktieren Sie uns!

Personalreferentin Aus- und Weiterbildung · Elisabeth Naujoks · Tel: 02972 / 799-340 · Email: humanresources@FALKE.com

WOLL Elternratgeber - 17


AKADEMIKERELTERN –

HANDWERKERKINDER?

Christel Zidi

I

mmer mehr junge Menschen studieren. Die Zahl

der Studierenden in Deutschland ist von 2,2 auf

2,7* Millionen angestiegen. Einige sprechen in diesem

Zusammenhang gar von „Akademisierungswahn“.

„Bildung für alle!“. Warum allerdings stammen nur

27 % der Studierenden aus Arbeiter- und Handwerkerfamilien?**

Was läuft falsch?

Können sich Akademikerkinder wirklich frei für ein Studium

entscheiden oder sitzen ihnen die Eltern „im Nacken“?

Und: Führt dieser Druck nicht zwangsläufig zu einem Studienabbruch?

Noch immer halten Akademikereltern ihre

Kinder zum Studium an, Nicht-Akademikereltern raten

zu einer „handfesten und soliden“ Ausbildung. Die Schere

zwischen den Milieus klafft in diesem Bereich immer noch

weit auseinander.

Akademikereltern haben natürlich mehr Ressourcen, um

ihre Kinder zu fördern. Wobei Nicht-Akademiker die

Kosten oftmals überschätzen. Eine gute Beratung diesbezüglich

ist sicherlich empfehlenswert. Letztlich hat ein

Hochschulabschluss noch immer einen sehr hohen sozialen

Stellenwert.

Aber gleich in welche Richtung die Beratung zielt, entscheidend

sollte der Wille des Kindes und dessen Fähigkeiten

und Talente sein. Wenn ein junger Mensch auf Anraten

seiner Eltern einen für ihn falschen Weg gegangen

ist und feststellen muss, dass ein Studium nicht das Richtige

für ihn ist, sollte er sich nicht unnötigerweise länger

damit herumquälen, sondern nach Möglichkeiten suchen,

anders zu seinem Traumberuf zu kommen. Außerdem ist

es für Studienabbrecher in der Regel kein Problem, einen

Ausbildungsplatz zu bekommen. Jeder dritte Betrieb hat

schon einmal einen Studenten ohne Abschluss als Azubi

eingestellt, belegt eine aktuelle Studie des Bundesinstituts

für Berufsbildung (BIBB). Mehr als drei Viertel der Unternehmen

sind bereit, Studienabbrecher auszubilden. „Sie

sind die Führungskräfte und Unternehmensnachfolger

von morgen“.

Zum Schluss sollte man auch einmal die Ausdrucksweise

überdenken, wenn wieder von „bildungsfernen“ Familien

die Rede ist. Ein Handwerksmeister oder Techniker als

bildungsfern zu bezeichnen, entspricht nicht der Realität.

Selbst ein einfacher Arbeiter kann sich neben seinem Beruf

zeitlebens weitergebildet haben und es durchaus mit dem

einen oder anderen Akademiker aufnehmen. ■

Quellen:

* Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 4.1, SS 2020

**Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung GmbH

(DZHW)

Mit dualen Studiengängen bieten

Universitäten Brücken zum

Ausbildungsmarkt an

18 - WOLL Elternratgeber


ELTERN SIND BEI

DER BERUFS-

ORIENTIERUNG

IHRER KINDER DIE

MIT ABSTAND

WICHTIGSTEN

´INFLUENCER´


#azubi2021

Wir bilden dich wahlweise zum ker, Hörakustiker und Brillen-Fachverkäufer

(m|w|d),

Augenopti-


um den perfekten Sound oder den besten

Durchblick zu bieten

Wir suchen Dich als Azubi,...

... wenn du für einen perfekten Sound

oder besten Durchblick sorgen möchtest!

Wir bilden dich zum Augenoptiker, Hörakustiker oder

Brillen-Fachverkäufer (m|w|d) aus!

V&K Optik GmbH | Julia Scheibler | Brüderstraße 28

59555 Lippstadt | julia.scheibler@vundk-optik.de

www.Hörgeräte-Kuhnert.de

Weitere Informationen:

www.brille-nrw.de

Zeit, das Richtige zu tun.

Beim Bundesfreiwilligendienst haben alle die Chance, das Richtige zu tun:

für Kinder und Jugendliche, für Flüchtlinge, Senioren, Menschen mit

Behinderung, für Kultur, Sport, Integration und Umweltschutz.

Seien Sie dabei!

www.bundesfreiwilligendienst.de

WOLL Elternratgeber - 19


Lisa Plum und Florian Krampe (r.) begleiten Jugendlichen bei

den ersten Schritten in die Arbeitswelt, Roman Bohle ist

Leiter des IHK-Bildungsinstituts.

JUGENDLICHE WOLLEN

WERTSCHÄTZUNG ERFAHREN

IHK-Azubi-Finder vermitteln passgenau duale Ausbildungsstellen

Paul Senske

Marc Niemeyer

J

ugendliche bei der Suche nach dem passen den

Ausbildungsberuf zu unterstützen und ihnen

berufliche Türen zu öffnen: Die Azubi-Finder der

IHK Arnsberg vermitteln mit großem Erfolg duale

Ausbildungsstellen in den Bereichen Industrie, Handel

und Dienstleistungen. In persönlichen Beratungsgesprächen

mit Jugendlichen, den Eltern und in engem

Kontakt mit den Betrieben werden wichtige Weichen

gestellt und Impulse gegeben. „Jeder, der kommt, erhält

Unterstützung“, sagt Florian Krampe. „Die Eltern sind

die Chefberater der Jugendlichen, wir sind die Begleiter.“

Krampe ist Mitglied des Teams der Azubi-Finder, die seit

2010 junge Menschen bei den ersten Schritten in die breit

aufgestellte, heimische Berufswelt der kaufmännischen,

technisch-gewerblichen und gastronomischen Bereiche

begleiten. Über 130 Ausbildungsberufe aus rund 1.500

Ausbildungsbetrieben umfasst das Angebot und ist für

junge Menschen schwer zu durchschauen. Lisa Plum,

Wirtschaftspsychologin und Krampes Kollegin, fasst den

Leitgedanken der Begleitung so zusammen: „Wie können

wir helfen?“ Beratung und Begleitung sind anspruchsvolle

Aufgaben für die Azubi-Finder. „Die Jugendlichen wollen

20 - WOLL Elternratgeber


wissen und verstehen, wohin der berufliche Weg geht. Sie

wollen vor allem Wertschätzung erfahren. Auf Augenhöhe

mit ihnen zu sprechen, ist uns ein wichtiges Anliegen.“

Krampe sieht bei den jungen Menschen ein großes „Harmoniebedürfnis.

Wer einen Azubi haben will, der muss

ihn auch mit Respekt behandeln.“

Der wichtigste Teil der Begleitung ist das individuelle

Gespräch mit den künftigen Auszubildenden. „Die Jugendlichen

können sich bei uns online registrieren, werden dann

kontaktiert und zu einem persönlichen Gespräch eingeladen.

Wir investieren in der Regel rund eine Stunde in das

Gespräch“, so Krampe. Bei diesem Kontakt werden individuelle

Karrierechancen ausgelotet, geschaut, welche freie

Ausbildungsstellen passen und

zur Verfügung stehen, Denkanstöße

für mögliche

berufliche Alternativen

sowie Tipps für ein

Bewerbungsgespräch

gegeben und insbesondere

die Bewerbungsunterlagen

als

„wichtige Visitenkarte“

geprüft.

Soft Skills immer wichtiger

„Wir weisen die Jugendlichen darauf hin, dass sie in den

Unterlagen auch ihre Hobbys oder ehrenamtlichen Tätigkeiten

erwähnen“, betont Plum. „Mit diesen Kompetenzen

können sie punkten. Auf diese sogenannten Soft Skills

wie Teamfähigkeit legen die Arbeitgeber verstärkt Wert.“

Wichtig ist auch, dass sich die Jugendlichen nach dem

Gespräch weiter bewerben und in Kontakt mit den Azubi-Findern

bleiben.

Lisa Plum

„Arbeitgeber legen verstärkt Wert

auf Soft Skills“ - Lisa Plum

Florian Kampe

„Eltern sind die Chefberater“

- Florian Krampe

An den Gesprächen können auch die Eltern teilnehmen,

die eine wichtige Instanz in der beruflichen Orientierung

ihrer Kinder und - wie Krampe es ausdrückt - „die Chefberater“

sind. Die Eltern haben auch die Möglichkeit,

ohne ihre Kinder kostenlosen Kontakt zum IHK-Team

aufzunehmen und berufliche Perspektiven zu erörtern. Sie

erhalten dabei „wertvolle Impulse“ für die berufliche Orientierung

der Kinder.

Um möglichst vielen Jugendlichen beim Berufseinstieg zu

helfen, sind die Azubi-Finder – gemeinsam mit den Betrieben

– verstärkt im Ausbildungsmarketing unterwegs

und über alle Kanäle erreichbar. Bei der Vermittlung von

Azu bistellen sieht sich das Team in einem Boot mit der

Arbeits agentur für Arbeit. „Im Netzwerk Karriere-hier arbeiten

alle Partner zusammen“, erklärt Plum. „Da ist die

Region vorbildlich aufgestellt.“

Nähere Informationen zu den Azubi-Findern unter

www.azubi-finder.de ■

Die schnellste Vermittlung eines Ausbildungsplatzes dauerte

übrigens drei Stunden. „Wir hatten sofort die passende

Stelle für den Jugendlichen, der bei uns einen Super Eindruck

hinterlassen und auch den Arbeitgeber über zeugt

hat“, betont Krampe.

WOLL Elternratgeber - 21


„WIR SUCHEN

NICHT NUR DIE

OLYMPIATEILNEHMER“

Metall- und Elektro-Industrie bietet glänzende

Ausbildungs- und Berufsperspektiven

Paul Senske

Marc Niemeyer

Die Metall- und Elektro-Industrie gilt als „das

Herz der Wirtschaft“ mit sehr guten Ausbildungs-

und Berufsperspektiven. Damit „dieses

Herz weiter im Takt schlägt“, nimmt die Ausbildung

des Nachwuchses eine bedeutende Rolle ein. Die Zahlen

für die M+E-Unternehmen im Hochsauerlandkreis

und Kreis Soest sind beeindruckend: Die Ausbildungssituation

ist trotz der pandemiebedingten Krise mit 1,6

Stellen für eine Bewerbung mehr als gefestigt, der Anteil

der Auszubildenden beträgt gute fünf Prozent der Gesamtbelegschaft.

„Unsere Unternehmen zeichnet ein hohes

Ausbildungsengagement aus“, erklären Egbert Neuhaus

und Dr. Volker Verch. „Eigene, gut ausgebildete

Azubis sind ein Pfund für die Zukunft, auch vor dem

Hintergrund des Fachkräftemangels in der Region.“

22 - WOLL Elternratgeber


„Arbeitsmarktpolitik ist auch

Schulpolitik“ - Volker Verch

EINSTIEG MIT

AUSBLICK!

Ausbildung bei BMS.

Wir suchen engagierte Auszubildende, die gerne abwechslungsreiche

Aufgaben übernehmen und unseren

Erfolg aktiv mitgestalten möchten. Dafür bieten

wir euch attraktive Fördermaßnahmen für einen

guten Start ins Berufsleben. Bewerbt euch jetzt bei

BMS und werdet Teil unserer Erfolgsgeschichte!

Volker Verch und Egbert Neuhaus (v.l.)

Egbert Neuhaus ist (ehrenamtlicher) Vorsitzender,

Dr. Vol ker Verch Geschäftsführer des Unternehmensverbandes

Westfalen-Mitte, der im Hochsauerlandkreis, im

Kreis Soest, in der Region Hamm sowie im Kreis Unna die

Interessen von 360 Betrieben mit 60.000 Beschäftigten vertritt

und ihnen ein breites Leistungsspektrum anbietet. Neuhaus

und Verch wissen, wovon sie reden und registrieren,

dass sich „der Ausbildungsmarkt zu einem Nachfragemarkt“

entwi ckelt hat. Die demografische Entwicklung und die

Tatsache, dass immer mehr junge Menschen studieren (wollen),

berei ten den Unternehmen Probleme. „Das Studium

ist nicht das Maß aller Dinge“, so Verch. „Die duale Ausbildung

in der Metall- und Elektro-Industrie bietet genug

Möglichkeiten junge Menschen zu fördern, sich nach der

Ausbildung wei terzubilden und auch zu studieren.“

Wir suchen:

• Konstruktionsmechaniker (m/w/d)

• Technischer Systemplaner (m/w/d)

• Bauzeichner (m/w/d)

Wer wir sind:

Als inhabergeführtes, mittelständisches Unternehmen

aus dem Sauerland haben wir uns auf passgenauen

Industriebau spezialisiert. Wir liefern

unseren Kunden schlüsselfertige, nachhaltige und

zukunftsorientierte Lösungen in den Bereichen

Verwaltungsbauten, Industrie- und Logistikhallen.

BMS Industriebau GmbH

Alte Heeresstraße 25 I 59929 Brilon

Tel: +49 2961 980-200

bewerbung@bms-industriebau.de

WOLL Elternratgeber - 23


MINT-Fächer spielen

eine wichtige Rolle

Vor diesem Hintergrund nimmt die Nachwuchswerbung

beim Unternehmensverband eine bedeutende Rolle ein,

der Verband geht buchstäblich voran. „Mit großer Freude“

erinnern Neuhaus und Verch sich an ihre Besuche in Kindergärten

und Grundschulen. „Diese landesweite Aktion

war eine Riesensache, Kinder für technische Berufe zu

begeistern und zu zeigen, dass Technik kein Zauberwerk

ist.“ Großen Wert legt der Verband auf die Vermittlung

von Kenntnissen in den sogenannten der MINT-Fächern

(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)

und unterstützt entsprechende Projekte in Kindergärten,

Grundschulen und allen weiterführenden Schulen. Die

landesweit für Aufsehen sorgenden, riesigen M+E-Info-

Trucks informieren über die zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten.

Erfolgreich arbeiten auch die Arbeitskreise

Wirtschaft/Schule, in denen sich

die Lehrkräfte u. a. über

die Berufsfelder in den

Betrieben informieren

und ihre Erfahrungen

und

Er kenntnisse

den Schülerinnen

und

Schülern

weitervermitteln

können.

Apropos Schulen:

Sie nehmen

bei der Berufsvorbereitung

eine bedeutende

Rolle ein. „Die Weggabelung

findet im Elternhaus und in der

Schule statt“, betont Verch. „Die Grundverantwortung

liegt im Elternhaus, die Schulen haben aber eine besondere

Verantwortung, einen Ergänzungsauftrag.“ Für

den Unternehmensverband steht klipp und klar fest: „Die

Arbeitsmarktpolitik ist auch Schulpolitik.“ Daher begrüßen

Neuhaus und Verch insbesondere die NRW-weite Initiative

„Kein Abschluss ohne Anschluss“, mit der die Schülerinnen

und Schüler ab der 8. Jahrgangsstufe bei der Berufs- und

Studienorientierung unterstützt werden. Der Unterneh-

Volker Verch

Egbert Neuhaus

„Die soziale Herkunft darf kein

Kriterium sein“ - Egbert Neuhaus

mensverband pflegt engen Kontakt zur Bezirksregierung in

Arnsberg, die diese Initiative seit Jahren umsetzt.

Der Unternehmensverband ist sich in diesem Zusammenhang

seiner sozialen und gesamtgesellschaft lichen Verantwortung

bewusst: „Die soziale Herkunft darf kein Kriterium

bei der Berufs- und Studienwahl sein“, erklärt Neuhaus mit

Nachdruck. „Für Schülerinnen und Schüler, die vor dem

Antritt einer Lehre schulischen und sozialen Nachholbedarf

haben, gibt es für die M+E-Betriebe einen Tarifvertrag

zur Förderung der Ausbildungsfähigkeit.“ Schulische

Defizite sollen abgebaut und soziale Kompetenzen erworben

werden, um Ausbildungsfähigkeit zu erwerben. „Wir

suchen als Nachwuchs nicht nur die Olympiateilnehmer“,

meint Verch. Die Metall- und Elektroindustrie bietet rund

40 Ausbildungsberufe mit hoher Übernahm-Quote in den

Betrieben. Die Palette reicht vom Anlagenmechaniker über

Industriekaufmann, Mikrotechnologe und Werkstoffprüfer

bis zum Zerspanungsmechaniker. Als „besonderes Beispiel“

nennt Verch den Beruf des Gießereimechanikers „mit exzellenten

Entwicklungschancen, die auch zur Promotion

führen können.

Gießerei mechaniker sind begehrt.“ Was die Bezahlung der

Azubis betrifft, so liegen die Gehälter in der M+E-Industrie

vielfach höher als in anderen Branchen. Ein(e) Industriemechaniker(in)

und ein(e) Industriekaufmann/frau

erhalten im Tarifbezirk NRW im ersten Ausbildungsjahr

rund 1.000 Euro. Ein Facharbeiter kann im Laufe seines

Berufslebens in der M+E-Industrie auf einen Verdienst von

gut 55.000 Euro kommen. ■

24 - WOLL Elternratgeber


Ein Unternehmen - viele Möglichkeiten!

Impuls Küchen und puris Bad – das sind bekannte, attraktive,

verlässliche und erfolgreiche Briloner Arbeitgeber mit familiärem

Background.

Beide Marken zeichnen sich durch einen sympathischen

Mix aus Design und Funktionalität für

Ihre Küchen- und Badmöbel aus. Leidenschaft,

Vertrauen und flache Hirarchien –

das ist die Philosophie beider Unternehmen.

„Hier kann jeder Mitarbeitende

seine Ideen mit einbringen“, sagt Georg

Billert, Geschäftsführender Gesellschafter

beider Unternehmen und

auch der Briloner Möbel Werke.

puris.de

Arbeitgeber „Briloner Möbel Werke“.

Wer sich für die Ausbildung bei

Impuls Küchen oder puris Bad entscheidet,

der entscheidet sich für eine

Ausbildung bei den Briloner Möbel

Werken. Für den persönlichen Karrierehorizont

ist dies ein wichtiger Faktor. Für die insgesamt

550 Mitarbeiter bieten sich somit vielseitige

Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der

Briloner Möbel Werke.

„Durch unsere Infrastruktur vor Ort sind wir in der Lage

unsere Mitarbeiter von der Ausbildung an weiterzuentwickeln.

Da entstehen oft Arbeitsbeziehungen fürs Leben“,

freut sich Georg Billert über die Nachhaltigkeit der gruppeninternen

Personalpolitik.

Ökologische Nachhaltigkeit.

Neben der gelebten Nachhaltigkeit im Bereich der Personalentwicklung

setzen die Briloner Möbel Werke außerdem

auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den

vorhandenen Ressourcen. So werden Holzreste

zur Energierückgewinnung genutzt und

fast die komplette Dachfläche der Produktionshallen

sind mit Photovoltaikanlagen

versehen. Der ökologische Fußabdruck

unserer Unternehmen ist ein wichtiger

DNA Bestandteil. Dies ist auch weiterhin

ein elementarer Faktor der Unternehmensausrichtung.

impuls-kuechen.de

Vielseitige Ausbildungsmöglichkeiten.

Die Briloner Möbel Werke bieten auch für 2021 zahlreiche

Ausbildungsbereiche im technischen, handwerklichen oder

wirtschaftlichen Bereich an.


MÜLLMANN VOR

HOCHSCHUL­

PROFESSOR!

Ein bisschen Statistik gefällig?

Christel Zidi

Ein bisschen Statistik gefällig?

Obwohl viele Menschen Statistiken

gegenüber sehr skepschlechterverteilung.

Und die sieht immer

tragsabschlüsse auch anhand der Ge-

In einer Grafik sieht das dann so aus:

Müllmann

tisch sind,

vor

ist es

Hochschulprofessor!

doch immer noch recht traditionell aus: Mädchen haben

Pflegeberufe – immer

wieder Text: Christel interessant, Zidi einen Blick da rauf

zu werfen. Besonders dann, wenn

man vor der Qual der Wahl steht.

sich meist für das Büromanagement,

den Beruf der Medizinischen Fachangestellten

oder für eine Ausbildung im Einzelhandel

wichtiger und immer beliebter

Das Statistische Bundesamt gab auch

sehr entschieden. skeptisch sind, Automobilkauf-

ist es doch immer bekannt, dass 2019 71.300 Menschen

Obwohl viele Menschen Statistiken gegenüber

wieder interessant, einen Blick darauf zu werfen. Besonders dann, wenn man vor der Qual

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte

in diesem Jahr die Zahl der Ver-

Bei den Jungs stehen nach wie vor tech-

begannen. 8,2 % mehr als im Vorjahr.

frau steht bei ihnen erst auf Platz 19. eine Ausbildung in einem Pflegeberuf

der Wahl steht.

tragsabschlüsse (2019) im Ausbildungsbereich.

nische Berufe an erster Stelle. Allen voran Seit 2009 ist die Zahl somit um 25 %

Das Statistische Und so Bundesamt sieht das Ranking veröffentlichte aus: in der diesem Kfz-Mechatroniker, Jahr die Zahl der Vertragsabschlüsse es folgenden der (2019) gestiegen. im

Das Ausbildungsbereich. Bundesamt entschlüsselte Und so sieht die das Ver-

Ranking Fachinformatiker aus: und der Elektroniker.

Ausbildungsberuf Anzahl %

1 Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel 26.109 5,1

2 Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement 26.061 5,1

3 Kraftfahrzeugmechatroniker/in 22.113 4,3

4 Verkäufer/in 21.360 4,2

5 Industriekaufmann/-kauffrau 16.899 3,3

6 Fachinformatiker/in 16.212 3,2

7 Medizinische(r) Fachangestellte(r) 16.176 3,2

8 Elektroniker/in 14.340 2,8

9 Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik 12.918 2,5

10 Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel 12.714 2,5

11 Industriemechaniker/in 12.615 2,5

12 Zahnmedizinische(r) Fachangestellte(r) 12.255 2,4

13 Fachkraft für Lagerlogistik 10.572 2,1

14 Bankkaufmann/-kauffrau 9.048 1,8

15 Friseur/in 9.042 1,8

16 Mechatroniker/in 8.565 1,7

17 Hotelfachmann/-fachfrau 8.142 1,6

18 Tischler/in 7.893 1,5

19 Koch/Köchin 7.800 1,5

20 Elektroniker/in für Betriebstechnik 7.062 1,4

75 % der Anfänger sind weiblichen Geschlechts.

Aber die Männer holen auf:

2009 lag dieser Wert bei 19 %, jetzt immerhin

schon bei 25. Mit 41 % hat dabei

besonders die Altenpflege in den Jahren

von 2009 bis 2019 einen starken Zuwachs

zu verzeichnen.

Gute Verdienstchancen

Wenn es darum geht, in welchem Beruf

man später richtig gut verdienen kann,

kommt es natürlich stark auf die Neigung

und das Talent an, manchmal auch

auf die körperliche Konstitution. Gut

verdienen kann man auf jeden Fall als

26 Das

- WOLL

Bundesamt

Elternratgeber

entschlüsselte die Vertragsabschlüsse auch anhand der Geschlechterverteilung. Und

die sieht immer noch recht traditionell aus: Mädchen haben sich meist für das Büromanagement, den

Beruf der Medizinischen Fachgestellen oder für eine Ausbildung im Einzelhandel entschieden.


Elektroniker

für Betriebsoder

Automatisierungstechnik,

aber man

muss schon recht technikaffin

sein. Bei Berufen in Richtung Informatik

kommt man ohne das Interesse an

mathematischen Zusammenhängen und

guten Englischkenntnissen nicht aus.

Auch der Straßenbauer verdient nicht

schlecht, muss aber auch kräftig zupacken

können. Ach ja, der Bankkaufmann bzw.

die Bankkauffrau ist finanziell recht gut

gestellt. Aber wie gesagt – auch diese Art

von Tätigkeit muss einem liegen.

Ehre, wem Ehre gebührt

Bei einer Forsa-Umfrage aus dem Jahre

2019 ging es darum, welche Berufe in

der Bevölkerung ein besonderes Ansehen

genießen. Spitzenreiter: der Feuerwehrmann!

Ihm folgen Arzt, Kranken- und

Altenpfleger. Danach die Polizisten und

Erzieher – noch vor dem Richter.

Dann ein Platz, der schon für Verwunderung

sorgt: Wenn es um das Ansehen

geht, liegt der Beruf des Müllmanns noch

vor dem des Piloten und Hochschulprofessors!

Berufe im Trend

Die vielen Veränderungen in unserem

Alltagsleben, die Globalisierung und Digitalisierung

machen sich auch bei den

Berufen bemerkbar. Von der Homepage

gehalt.de wurde vor Kurzem eine Liste

der „Trendberufe“ veröffentlicht. Performance-Marketing-Manager

im Social

Commerce, Cloud-Architekten und

Pflegefachkräfte in der Beatmungs- und

Intensivpflege sind demnach besonders

nachgefragt.

Und wer sich (noch) nichts darunter vorstellen

kann: Cloud-Architekten kümmern

sich um die Vernetzung und Verwaltung

der komplexen Cloud-Strukturen,

die für den Homeoffice-Bereich immer

wichtiger werden. Der Performance-Marketing-Manager

hat besonders mit dem

Social Commerce zu tun, also dem Verkauf

über Social-Media-Plattformen.

Aufgrund der jüngsten Entwicklungen

hat sich gezeigt, dass verstärkt Pflegefachkräfte

in der Intensivpflege, Laborassistenten

und Virologen benötigt werden.

Zukunftsfähig sind demnach auch Berufe

in der Lebensmitteltechnik und Spieleentwicklung.

Die meisten davon können

auch ohne Studium erlernt werden. ■

Pflegeberufe – immer wichtiger und immer beliebter

WOLL Elternratgeber - 27


Die Digitalisierung wird in Zukunft

alle Branchen verändern.

Wie die Digitalisierung die Ausbildung verändert

Sonja Nürnberger

DIGITAL IN DIE ZUKUNFT

Die Digitalisierung schreitet stetig voran. Das

merkt man in vielen Bereichen des Lebens und

wirkt sich natürlich auch auf die Berufsausbildung

aus: Bewerbungsabläufe, Lernmethoden und

Arbeitsfelder verändern sich oder werden neu geschaffen.

Die jungen Leute und auch die Betriebe müssen

sich anpassen.

Schon für die Suche nach der richtigen Ausbildungsstelle

ist digitales Knowhow gefragt – zur Zeit mehr denn je. Die

Agentur für Arbeit hat sich in den vergangenen Monaten an

die veränderte Situation angepasst und vermehrt digitale Angebote

für Ausbildungsstellensuchende geschaffen: Berufsberatung,

Berufsfelderkundungstage, die Aktionswoche der

Ausbildung, Elterncafés oder Podcasts – alles online.

Bewerbungen über Onlineportale

Digitale Skills sind einfach unerlässlich: Bewerbungen

werden digital verschickt oder über ein unternehmenseigenes

Onlineportal – teilweise mit digitalem Eignungstest

– versendet. „Am Ende ist die heutige Bewerbung nichts

anderes als die frühere – nur eben digital“, so Torsten Milinski,

Berufsberater der Agentur für Arbeit an den Gymnasien

im Arnsberger Raum. „Auch Bewerbungsgespräche,

die per Videotelefonie stattfinden, müssen am Ende genauso

ernst genommen werden, wie die in Präsenz. Ein ordentliches

Auftreten und Redebereitschaft vor der Kamera werden

ganz selbstverständlich vorausgesetzt.“

Vor allem müssen die Ausbildungsstellensuchenden ganz

genau wissen, auf welchen Beruf sie sich bewerben. Denn

manchmal ist es gar nicht mehr so eindeutig, was hinter

welcher Berufsbezeichnung steckt. Manche Berufsfelder

haben sich durch die Digitalisierung drastisch verändert,

manche sind weggefallen und manche ganz neu entstanden.

Andreas Canisius, Teamleiter in der Berufsberatung bei der

Agentur für Arbeit Meschede-Soest, weiß: „Es ist wichtig,

dass man sich nicht nur die altbekannten Berufe anschaut,

sondern auch ganz gezielt die neuen, die vielleicht viel besser

zu den eigenen Interessen passen.“ Torsten Milinski ergänzt:

„Jugendliche, die das Digitale nicht nur zum Spielen nutzen,

haben nun große Vorteile. So wie früher ein Tastaturschreibkurs

erwartet wurde, wird heute vorausgesetzt, dass die Bewerber

beispielsweise MS Office beherrschen.“ Das wird

jedoch nicht immer in der Schule vermittelt und so ist auch

Eigeninitiative gefragt.

Vorteile für Schule und Arbeitsplatz

Gerade während der Pandemie zeigt sich, wie hilfreich die

Digitalisierung ist, wenn es etwa um ortsunabhängiges Ar-

28 - WOLL Elternratgeber


„So wie früher ein Tastaturschreibkurs

erwartet wurde, wird heute vorausgesetzt,

dass die Bewerber beispielsweise

MS Office beherrschen.“

- Torsten Milinski

AZUBIS

GESUCHT

HANDS-ON

TROTZ

A B S T A N D

beiten und Lernen geht. „Wir arbeiten schon länger mit einem

komplett papierlosen Büro. So ist der Zugriff schneller

und jederzeit möglich, was den Arbeitsalltag enorm

erleichtert“, erzählt Melanie Süggeler, Auszubildende als

Industriekauffrau bei JUMA. Auch Denis Weigel, der

eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration

absolviert, meint: „Dadurch, dass wir ein zentrales

IT-System haben, in dem alle Anfragen zu finden sind,

die bislang abgewickelt wurden, und zusätzlich mit einer

Art internem Wiki ausgestattet sind, in dem alle Prozesse

abgespeichert sind, ist es auch für einen Auszubildenden

beinahe von Anfang an möglich, komplett selbstständig

zu arbeiten.“

Noah Kunisch, Auszubildender als Industriekaufmann,

erzählt: „Ich habe mein Notebook und kann es überall im

Betrieb anschließen. Einen festen Arbeitsplatz brauche ich

nicht mehr.“ Diese Vorteile, die durch die Digitalisierung

entstehen, gelten aber natürlich nicht nur für den Arbeitsplatz,

sondern auch für die Berufsschule. Neue digitale

Lernmittel wie Lernvideos, spezielle Apps oder Plattformen

werden spätestens seit dem vergangenen Jahr überall

eingesetzt. „Wir nutzen in der Schule digitale Tools wie

MS Teams oder One Note, auf die jeder jederzeit und von

überall Zugriff hat. Dort können Dinge noch einmal nachgelesen

werden und auch die Kommunikation zwi schen

Schülern und Lehrern ist damit an vielen Stellen einfacher

und schneller geworden ist.“ Die dafür benötigten digitalen

Tools und Devices werden von Schule und Arbeitgeber

zur Verfügung gestellt.

Die Digitalisierung wird in Zukunft alle Branchen verändern.

„Sie schreitet jetzt unaufhaltbar voran. Auch die

Generation, die immer noch das Ruder in der Hand hält,

hat erkannt, dass es kein Zurück mehr gibt“, so Torsten

Milinski. „Wenn die jungen Leute da am Ball bleiben und

sich auch eigenständig fortbilden, sind sie auf einem guten

Weg. Der junge Weg der Digitalisierung wurde endlich

eingeschlagen. Und er geht hoffentlich auch weiter.“ ■

OHRMANN MONTAGETECHNIK steht seit über 30 Jahren für

innovativen Sondermaschinenbau. Mit rund 180 Mitarbeitern

stellen wir am Standort in Möhnesee Montagemaschinen für

Armaturenhersteller, die Automobil- und Elektroindustrie sowie die

Medizintechnik her.

Zum 01.08.2022 suchen wir Auszubildende für die Berufe

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Weitere Informationen zu unseren Ausbildungsberufen findest Du

auf unserer Homepage www.ohrmann.de in der Rubrik Karriere.

Du hast Interesse an Technik? Du suchst Praxisnähe statt Theorie

auf Abstand? Schon mal über eine Ausbildung nachgedacht? In

einem Familienunternehmen? WIR SUCHEN DICH!!!

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WOLL Elternratgeber - 29


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Schon als Kind war der 25-jährige Fabian

Hömberg von Technik fasziniert

DER MIX MACHT’S

Aus- und Weiterbildung im öffentlichen

Dienst beim Landesbetrieb Straßen NRW

Spannend und kommunikativ, teamorientiert

und eigenverantwortlich, kreativ und zukunftssicher

– das sind die Beschäftigungsmöglichkeiten

beim Landesbetrieb Straßenbau NRW. Aber was macht

überhaupt der Landesbetrieb Straßenbau NRW? Kurz

gesagt, plant, baut und betreibt er die Bundes- und

Landesstraßen. „In unserer Regionalniederlassung,

die die Kreise Höxter, Paderborn, Soest und den Hochsauerlandkreis

(HSK) umfasst, sind das allein für die

beiden letztgenannten 414 Kilometer Bundesstraßen

und 1059 Kilometer Landesstraßen“, berichtet Sven

Koerner, Leiter der Niederlassung Sauerland-Hochstift.

Hinzu kommen die zugehörigen Radwege. Mehr als 400

Mit arbeiter*innen in Innen- und Außendienst kümmern

sich darum, das Straßen- und Radwegenetz zu

unterhalten. Zum Innendienst gehören Planungs- und

Bauingenieure*innen sowie Kollegen, die sich mit der

Vermessung, dem Betrieb der Straßen und dem Verkehr

beschäftigen. Zudem sorgen an acht Standorten unsere

Straßenwärter*innen für eine sichere und ordnungsgemäße

Straße. Junge, motivierte Menschen in spannenden

Berufsfeldern auszubilden, hat sich der Landesbetrieb

ebenfalls zur Aufgabe gemacht.

erfolgreich abgeschlossen. Seitdem ist er in der Planung

am Standort Meschede tätig. „In der Ausbildung habe ich

das Arbeiten mit verschiedener Software gelernt und habe

verschiedene Abteilungen durchlaufen“, erklärt er. Als

Grundlage hat Floren in seiner Lehrzeit nicht nur Vermessungsarbeiten

durchgeführt oder Straßen- und Verkehrsführungen

errechnet. Auch das Erstellen von Gelände- und

Entwurfsplänen für Straßen, Bauwerke, Geh- und Radwege

standen auf dem Plan. „Radwege sind heute mein Spezialgebiet“,

erklärt der 31-Jährige. „Aber ich arbeite auch

an Ausschreibungen mit, stelle Kostenberechnungen auf

oder schaue mal bei laufenden Baumaßnahmen vorbei –

die Abwechslung ist es, die meinen Job ausmacht“, weiß er.

Seit kurzem bietet die Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift

auch ein Duales Studium zum Bauingenieurwesen/Bauzeichner*in

an.

„Mein Traum ist es, als Bauleiter die

unterschiedlichen Baustellen zu überwachen

und zu koordinieren“

„Radwege sind heute mein Spezialgebiet“,

sagt Marvin Floren

Abwechslungsreich – der Ausbildungsberuf als

Fachkraft für Straßen und Verkehrstechnik

Seine Ausbildung zur Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik

hat Marvin Floren bereits vor sieben Jahren

30 - WOLL Elternratgeber


„Als Kind war Legotechnik meine große Leidenschaft“,

erklärt Fabian Hömberg. Die Technik-Faszination hat den

25-jährigen im Berufsleben immer begleitet. Und so wundert

es nicht, dass der gebürtige Lennestädter heute als Bauingenieur

in der Abteilung Betrieb & Verkehr bei Straßen.

NRW tätig ist. „Nach dem Abitur wusste ich nicht, was ich

werden wollte und hatte meinen Fokus zunächst auf eine

Ausbildung gelegt“, erläutert Hömberg. Ein Hinweis aus

dem Bekanntenkreis ließ ihn umschwenken. Er begann vor

rund vier Jahren sein Duales Studium zum Bauingenieur/

Bauzeichner bei Straßen.NRW. An vier unterschiedlichen

Ausbildungsstätten, der Regionalniederlassung Südwestfalen,

der Berufsschule und der Uni Siegen sowie einem

externen Ausbildungszentrum lernte Hömberg nicht nur

in Fächern wie Statik, Straßenbautechnik oder Bauchemie

wichtige Grundlagen für den späteren Berufsalltag. Auch

der praktische Anteil kam mit Einsätzen auf Baustellen, in

der Bauüberwachung oder Planung nicht zu kurz. Hinzu

kamen die Ausbildungsphase mit dem Berufsabschluss des

Bauzeichners sowie die praxisnahen Ausbildungsteile im Bildungszentrum

mit den berufsnahen Handwerkstätigkeiten

von Maurer, Schreiner und Co. „Ich würde das duale Studium

jedem empfehlen, der technisches Interesse, mathematisches

und naturwissenschaftliches Verständnis und Spaß an

allen Bereichen des Bauwesens hat“, so der Hobby-Mountainbiker.

Bevor Floren und Hömberg überhaupt mit ihrer Planung

beginnen können, benötigen sie die Daten des örtlichen

Geländes. Eine Aufgabe, die der Vermessungsbereich des

Landesbetriebs Straßenbau NRW übernimmt und eine Vielzahl

von Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

An erster Stelle steht der Ausbildungsberuf des Vermessungstechnikers.

Eine Aufgabe, die der Vermessungsbereich

des Landesbetriebs übernimmt. Auch hier gibt es eine Vielzahl

von Ausbildung- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Gerade Technik begeisterte junge Menschen kommen voll

auf ihre Kosten. Denn mit hochmodernen Geräten wie

Tachymeter, Satelliten gestützten Empfängern, Laserscannern

und innovativen Vermessungsdrohnen können sie die

Umgebung aus einem neuen Blickwinkel erfassen. „Vom

Ausbildungsberuf des Vermessungstechnikers über das duale

Studium mit Fachrichtung Vermessungswesen bis hin zur Inspektorenausbildung

im Vermessungsbereich – hier ist einiges

möglich“, weiß Koerner.

Theorie und Praxis vereint –

der Ausbildungsberuf Straßenwärter*in

Reizvoll ist es für viele auch, die Straßen und Wege in

Schuss zu halten. Der abwechslungsreiche Beruf als Straßenwärter*in

kann im Landebetrieb in einer dreijährigen Ausbildung

erlernt werden. „Ich wollte immer einen Job, in

dem ich praktisch und draußen arbeiten kann“, erklärt Jan

Rademacher, Auszubildender als Straßenwärter. Sein Traum

hat sich erfüllt. Der 16-Jährige ist im ersten Ausbildungsjahr

und erlernt die theoretischen Grundlagen der Baustoffkunde

und Geometrie in der Berufsschule. Daneben erlangt er

die praktischen Fertigkeiten in seinem Berufsalltag auf der

Straße sowie in Fortbildungs kursen für einzelne Hand werke,

wie zum Beispiel des Gärtner- oder Maurer-Handwerks.

Von Pflasterarbeiten über den Umgang mit Beton und Asphalt

über die Grünpflege bis hin zum Großgeräteeinsatz

von Baggern und Bankettfräsmaschinen, sein Job ist zu jeder

Jahreszeit von Abwechslung geprägt. „Heute kleine Ausbesserungsarbeiten,

morgen Grünschnitt oder ein plötzlicher

Wintereinbruch – das ist das Spannende an meiner Ausbildung

als Straßenwärter“, fasst Rademacher zusammen. ■

Vom Ausbildungsberuf des Vermessungstechnikers

bis zur Inspektorenausbildung

im Vermessungsbereich

Jan Rademacher, Auszubildender

zum Straßenwärter

Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift

Lanfertsweg 2 | 59872 Meschede

Telefon: 0291-298-108

E-Mail: BEWERBUNG.RNL.SH@STRASSEN.NRW.DE

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WOLL Elternratgeber - 31


Ingo Maschoty, Maria Büse-Dallmann und Andreas Kremer (v. l.).

„ES GIBT NIEMANDEN,

DER NICHTS KANN“

Mit KAoA Perspektiven aufzeigen und Kompetenzen entfalten:

Berufliche Orientierung ein Kernbereich an NRW-Schulen

Paul Senske

S. Droste

J

unge Menschen frühzeitig

auf lebenslanges Lernen vorbereiten,

berufliche Perspektiven

aufzeigen und vor allem

Kompetenzen erkennen und entfalten:

Die Berufliche Orientierung

nimmt an allen NRW-Schulen der

Sekundarstufe I und II inzwischen

eine überragende Rolle ein, hat

große gesellschaftliche Relevanz und

macht die Schulen lebensnäher und

lebendiger. Mit der NRW-Landesinitiative

„Kein Abschluss ohne Anschluss

– Übergang Schule - Beruf in

NRW“ (KAoA) ab der 8. Klasse aller

Schulformen, wurde ein einheitliches

und effizientes Übergangssystem

von der Schule in Ausbildung und

Studium geschaffen. Ein Schwerpunkt

ist die Steigerung der Attraktivität

der dualen Ausbildung.

„Die jungen Menschen sollen bei der

Beruflichen Orientierung so früh wie

möglich in den Schulen unterstützt

werden“, sagt Maria Büse-Dallmann,

Leitende Regierungsschuldirektorin

bei der Bezirksregierung Arnsberg.

„Sie sollen ihre Kompetenzen, Talente

und Ressourcen erkennen. Ihnen sollen

Wege der dualen Ausbildung, des

Studiums und berufliche Perspektiven

aufgezeigt werden. Dabei geht es um

die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit

und auch um Wertschät -

z ung für Berufe und Tätigkeiten jeder

Art.“ Ingo Maschoty, Fachberater der

„Koordinierungsstelle Berufliche Orientierung“

der Arnsberger Behörde,

die gemeinsam mit den zwölf Kommunalen

Koordinierungen den KAoA-Prozess

begleitet und unterstützt,

bezeichnet den Ansatz so: „Für die

Jugendlichen ist es wichtig, den Blick

darauf zu werfen, was er kann. Denn

egal, welche berufliche Ausbildung er

macht, sie ist immer der Startpunkt in

eine erfolgreiche Karriere. Es gibt nur

den richtigen individuellen Weg.“ Für

Dezernent Andreas Kremer, zuständig

für die Gesamt- und Sekundarschulen

32 - WOLL Elternratgeber


im Kreis Olpe und Siegen-Wittgenstein,

steht fest: „Es gibt niemanden,

der nichts kann.“

KAoA bei der Bezirksregierung

hoch angesiedelt

Das Landesvorhaben KAoA, 2011

vom Ausbildungskonsens NRW

(„Jeder junge Mensch in NRW, der

ausgebildet werden will, wird ausgebildet“)

ins Leben gerufen, ist bei

der Bezirksregierung hoch angesiedelt

und wird gemeinsam mit den kommunalen

Akteuren mit großem Engagement

umgesetzt. Die rasche Integration

aller Jugendlichen mit und

ohne Förderbedarf in Ausbildung, Arbeitswelt

oder Studium ist gerade vor

dem Hintergrund des Fachkräftemangels

von großer Bedeutung. „Mit dem

Elternhaus und der Schule gibt es zwei

Leitplanken für die Entwicklung der

Jugendlichen. Den größten Einfluss

haben die Eltern, die Schule berät

und informiert“, so Maria Büse-Dallmann.

„Die Einbindung der Eltern in

den Prozess der Beruflichen Orientierung

ist für uns elementar.“

Mit KAoA geht NRW neue Wege.

„Ein Lebensweltbezug und damit auch

die Arbeitswelt ist eine Grundlage für

jeden Unterricht“, betont Andreas

Kremer. „Die Berufliche Orientierung

mit Erkennen und Entwicklung von

überfachlichen Kompetenzen ist

Querschnitts- und Gemeinschaftsaufgabe

für alle Schulfächer, in denen

auch diese Kompetenzen vermittelt

werden.“ Wichtig seien soziale Kompetenzen.

„In allen Unterrichtsfächern

werden auch soziale Kompetenzen

(Teamgeist, Fairness …) entwi ckelt,

die im Berufsleben wichtig sind.

Und der Besuch eines Bauernhofes

im Erdkundeunterricht der 5. Klasse

beinhaltet auch erste Einblicke in die

Lebens- und Arbeitswelt“, so Kremer.

Für die Berufliche Orientierung gibt

es an jeder Schule eine Koordinatorin

bzw. einen Koordinator (StuBo) oder

ein Stubo-Team.

Potenzialanalyse ist

wichtige Säule

Der Berufsorientierungs-Prozess an allen

Schulen ab der Klasse 8 ist strukturiert,

standardisiert und verbindlich.

Nach der Elterninformation startet der

Prozess mit einer Potenzialanalyse der

Schülerinnen und Schüler. Sie findet

eintägig bei außerschulischen Bildungsträgern

statt. In der Analyse werden

persönliche Potenziale wie Motivation

oder Leistungsbereitschaft, praktische

Kompetenzen (Handgeschicklichkeit,

Sprachkompetenz), methodische

im Finanzamt

Bei uns

bekommst Du beides.

Ausgezeichnete berufliche Perspektiven

Vielseitige Tätigkeitsfelder

Gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Karrierestart im Beamtenberuf

Bewirb Dich online!

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MEHR INFOS:

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Ausbildung Finanzwirt/in (m/w/d)

Ausbildungsbeginn September 2022

Wir erwarten:

Fachoberschulreife oder einen

vergleichbaren Bildungsabschluss

Wir bieten:

• eine zweijährige duale Ausbildung im

Finanzamt kombiniert mit Unterricht

an der Landesfinanzschule NRW

in Wuppertal oder Bonn

• berufliche Sicherheit

• mtl. Ausbildungsbezüge

von ca. 1.300,- Euro

MEHR INFOS:

PLUS VIDEOS

Studium Diplom-Finanzwirt/in FH (m/w/d)

Studienbeginn September 2022

Wir erwarten:

Allgemeine Hochschulreife

oder Fachhochschulreife

Wir bieten:

• ein dreijähriges duales Studium

an der Hochschule für Finanzen NRW

in Nordkirchen, Hamminkeln oder Herford –

mit Praxisteilen im Finanzamt

• berufliche Sicherheit

• mtl. Ausbildungsbezüge von ca. 1.350,- Euro

auch während der Studienzeiten

WOLL Elternratgeber - 33

Erwünscht sind auch Bewerbungen von Schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Menschen. Diese Ausschreibung wendet sich ebenfalls ausdrücklich an Menschen

mit Migrationshintergrund. Du solltest im Zeitpunkt der Einstellung eine Staatsangehörigkeit eines EU-Staates bzw. eines Staats mit einem EU-Rechtsabkommen besitzen.


„Unabhängig von Corona ist eine Ausbildung auch in den nächsten

Jahren eine der besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Berufseinstieg

und ein sicheres berufliches Weiterkommen. Weniger junge

Leute und mehr Ältere, die in Rente gehen, führen gerade in den Kreisen

Hochsauerland, Soest und Olpe im Vergleich mit anderen Regionen

zu besonders guten Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Ausbildungsbetriebe

einerseits und Schülerinnen und Schüler andererseits

sollten alle Möglichkeiten nutzen, sich gegenseitig kennenzulernen und

vorzustellen zum Beispiel auch durch Praxisphasen in den Betrieben oder

durch Videokonferenzen. Die Betriebe können dem Fachkräftemangel

entgegenwirken, wenn sie sich mit ihren beruflichen Angeboten den jungen

Nachwuchskräften präsentieren, sich um sie bemühen und den Wert

der dualen Ausbildung oder eines dualen Studiums

Hans-Josef Vogel, Regierungspräsident Arnsberg

aufzeigen.“

Potenziale (strukturiertes Vorgehen

oder Aufgabenverständnis) und soziale

Potenziale wie Team- und Kommunikationsfähigkeit

beobachtet.

Die Potenzialanalyse wird durch die

Schule vor- und nachbereitet. Die

Eltern und die Bundesagentur für

Arbeit werden miteinbezogen. Die

Ergebnisse sind Grundlage für den

weiteren Prozessverlauf. Dieser wird

mit einer dreitätigen betrieblichen

Berufsfelderkundung in mindestens

drei Berufsfeldern fortgesetzt. „Die

Schülerinnen und Schüler schnuppern

in der Berufswelt“, betont Maria

Büse-Dallmann. „Sie erhalten erste

praxisnahe Einblicke.“

Als weitere Stufe folgt in der Jahrgangsstufe

9 oder auch 10 ein zweibis

dreiwöchiges Betriebspraktikum

in Betrieben, Verwaltung oder Institutionen.

Es besteht zudem die

Möglich keit eines zweiten verbindlichen

Schülerbetriebspraktikums,

die Ent scheidung darüber fällt die

Schulkonferenz. Weitere Kurzzeit-

praktika sind an allen Schulformen

möglich. Schülerinnen und Schüler

mit gymnasialer Oberstufe können

ein Praktikum durchführen,

das akade mische Berufsfelder oder

entspre chend ge eignete duale Ausbildungskurse

in den Blick nimmt.

Jugendliche mit Handicaps können

an Praxiskursen teilnehmen und die

KAoA-STAR-Angebote nutzen, die

sie entsprechend ihrer individuellen

Bedarfe begleiten.

Konkrete

Anschlussvereinbarung

Der Prozess wird mit der Erarbeitung

einer individuellen Anschlussperspektive

abgeschlossen. Diese wird mit einer

konkreten Anschlussvereinbarung

dokumentiert. Ein „persönlicher und

zugleich wichtiger Begleiter“ im Orientierungsprozess

der Jugendlichen ist

der Berufswahl-Pass, ein Ordner mit

farbigen Registerblättern. Er ist ein

wichtiges Informations-, Planungsund

Dokumentations-Instrument,

mit dem die Jugendlichen ihr Lernen

eigenverantwortlich gestalten und

sich vor allem ihr Kompetenz-Profil

bewusst machen. Er richtet sich auch

an die Eltern.

Kein Abschluss ohne Anschluss:

KAoA gilt inzwischen als Erfolgsmodell

mit Vorbildcharakter in den unterschiedlichen

(Aus-)Bildungswegen.

„Wir haben in NRW vor dem Hintergrund

des lebenslangen Lernens

ein hervorragendes Bildungssystem

mit vielen Säulen, Übergängen und

großer Durchlässigkeit“, sagt Andreas

Kremer. „Vor allem wegen der dualen

Ausbildung werden wir weltweit beneidet.“


34 - WOLL Elternratgeber


WE DEVELOP TALENTS

Als führender Zulieferer für die Automobilindustrie entwickeln und produzieren wir

Komponenten aus Aluminium für Motor, Getriebe, Fahrwerk und Struktur. Die weltweite Nähe

zu unseren Kunden und die internationalen Aktivitäten machen unsere Arbeit vor Ort vielfältig,

interkulturell und abwechslungsreich.

Werde Teil unseres Teams und bewirb dich um eine Ausbildungsstelle für 2022 in einem der

folgenden Berufsbilder (m/w/d):

Gießereimechaniker

Industriemechaniker

Werkzeugmechaniker

Mechatroniker

Stanz- und Umformmechaniker

Werkstoffprüfer

Maschinen- und Anlagenführer

Technischer Produktdesigner

Elektroniker für Automatisierungstechnik

Zerspanungsmechaniker

Produktionstechnologe

Industriekaufmann

Betriebswirt VWA / Bachelor of Arts

Fachinformatiker Fachrichtung

Anwendungsentwicklung oder Systemintegration

Martinrea Honsel Germany GmbH

Dieter Berndt · Leiter Personalentwicklung

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www.martinrea-honsel.com

WOLL Elternratgeber - 35


Duales Studium mit guten

Studienbedingungen und

Übernahme-Chancen

Praxisbezug

ist größter

Pluspunkt

Paul Senske

FH SWF/Michael May

ist ein Modell mit wertvoller Mischung aus

akademischem Wissen und praktischer

Es Unternehmenserfahrung: Das duale Studium

mit rund 1.500 Studiengängen an bundesweit

über 200 Hochschulen erlebt einen regelrechten Boom

und gilt als eines der Erfolgsmodelle der Bildungslandschaft.

Größer Pluspunkt ist der Praxisbezug für die

Studierenden - und für die Arbeitgeber, die frühzeitig

Fach- und Führungskräfte an sich binden können.

Nach dem Studium wechseln 90 Prozent der Absolventen

direkt in den Beruf.

Die Studiengänge beim dualen Studium beziehen sich primär

auf die Bereiche Technik, Wirtschaft und Gesundheitswesen.

Das duale Studium wird an Universitäten, (Fach)Hochschulen,

Dualen Hochschulen und Berufsakademien angeboten.

Grundsätzlich ist das Studium mit Bachelor-Abschluss angelegt.

Wenige Hochschulen bieten auch ein duales Masterstudium

an. Die Studiengänge beziehen sich primär auf

die Bereiche Technik, Wirtschaft und Gesundheitswesen.

Kunst-, Geistes- und Naturwissenschaften sind kaum

vorhanden. BWL, Wirtschaftsingenieurwesen, Pflegemanagement,

Maschinenbau, Bauingenieurwesen, Tourismusmanagement

und soziale Arbeit werden bevorzugt studiert.

BWL ist mit 101 dualen Studiengängen an 68 Hochschulen

offensichtlich der Renner.

Fachhochschule Südwestfalen bietet

duales Studium an

Im Prinzip ist das Studium mit zwei Abschlüssen vorgesehen:

Bachelor und die berufliche Ausbildung. Die gängigste

Form ist das ausbildungsintegrierende duale Studium mit

der Parallelität von Studium und beruflicher Ausbildung

mit Abschluss. Beim praxisintegrierenden dualen Studium

absolviert der Studierende ein Langzeitpraktikum in einem

Betrieb. Der Nachteil: Er erreicht neben dem Bachelor keinen

zusätzlichen Berufsabschluss. Eine dritte Möglichkeit

ist das berufsintegrierende duale Studium. Der Student

ist bereits berufstätig. Der Berufsalltag ist fester Bestands-

36 - WOLL Elternratgeber


teil des Studiengangs, der zum beruflichen Aufgabenpro fil

passt. Die zeitliche und finanzielle Unterstützung durch

den Arbeit geber bildet den Unterschied zum nebenberuflichen

Studiengang und zum klassischen Fernstudium. Die

Fachhochschule Südwestfalen bietet an ihren Standorten in

Meschede und Soest das ausbildungs- und praxisorientierende

duale Studium an.

Studium mit Ausbildungs- oder Praktikumsvertrag

Die Voraussetzungen für ein duales Studium sind Abitur

und Fachabitur. Aber auch ohne diese Voraussetzungen

kann man studieren. Eine abgeschlossene Berufsausbildung

mit mindestens dreijähriger beruflicher Tätigkeit, der Meisterbrief,

der Abschluss als Techniker oder Betriebswirt und

ähnliche Fortbildungsabschlüsse öffnen ebenfalls den Zugang.

Die Studierenden bewerben sich in der Regel bei den

Betrieben, die Partnerschaften mit den Hochschulen unterhalten.

Wichtig für die Zulassung ist ein Ausbildungs- bzw.

Praktikumsvertrag.

Das größte Plus des dualen Studiums ist der enge Praxisbezug

und die damit verbundene früh erworbene Berufserfahrung.

90 Prozent der Studierenden werden übernommen

bzw. bleiben im Unternehmen. Die Studienbedingungen

sind gut. Überfüllte Hörsäle wie beim Vollstudium sind

selten. Die Finanzierung ist durch den Arbeitgeber gesichert.

Durch die Doppelbelastung lernen die Studierenden unter

Druck zu arbeiten, sich selbst gut und zielgerichtet zu

organisieren und wechselnde Bedingungen im Beruf und

Studium zu lösen.

Semesterferien gibt es nicht

Auf der anderen Seite können die komprimierte Wissensvermittlung

mit straffen Stundenplänen und der hohe Arbeitsaufwand

auch belastend sein, zumal es keine Semesterferien

gibt, sondern nur den „normalen Urlaub“. Durch die

frühe Festlegung auf einen Arbeitsbereich und die daraus

resultierende „Einengung“ fehlt zudem der befreiende Blick

über den Tellerrand hinaus. Auch ein Abbruch des Studiums

kann zu Problemen führen. Der Arbeitgeber könnte

zum Beispiel die von ihm übernommenen Studiengebühren

zurückfordern. ■

*

Ausbildung (1.000 €/Monat im 1. Jahr, bei Vollzeit)

Abiprogramm (1.100 €/Monat in den ersten 6 Monaten, bei Vollzeit)

Duales Studium (1.500 €/Monat im 1. Jahr, bei Vollzeit)

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WOLL Elternratgeber - 37


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Josefsheim

Bigge

Josefsheim Bigge

Ausbildung im Bereich Wohnen

oder in den Werkstätten

Britta Melgert

S. Droste

Ein erfüllter Berufsweg, für Menschen da sein, etwas bewirken können, Vielfältigkeit und Sinn im Leben – Gedanken,

die heute wie selten zuvor die Entscheidung für die angestrebte berufliche Laufbahn beeinflussen. Eine

Perspektive dafürbietet sich im Josefsheim Bigge.

Andrea Asshauer, Ausbildungskoordinatorin für die Unternehmensstandorte

in Lipperode, Sundern und Olsberg-Bigge,

kennt die Wege, wie der Start ins Josefsheim-Berufsleben

gelingt.

„Klassische Berufsausbildungen wie Erzieher:in, Sozialassistent:in

oder Heilerziehungspfleger:in

spielen bei uns eine wichtige Rolle. Als

Dienstleister für Menschen mit Behinderungen

bieten wir zudem

Praktikas/ Stellen im Rahmen der

Fachoberschule, des Bundesfreiwilligendienstes

(BfD), im Freiwilligen

Sozialen Jahr (FSJ) oder als Anerkennungsjahr bei

schulischen Ausbildungen. Die Möglichkeiten BfD und FSJ

sind ideal für junge Menschen, die beispielsweise Wartezeiten

nach dem (Fach-) Abitur sinnvoll überbrücken oder die

berufliche Entscheidung in einer Orientierungsphase reifen

lassen möchten. Oftmals erfolgt dann das „JA“ zur anschließenden

Ausbildung im Josefsheim Bigge,

einem der größten sozialen Arbeitgeber in

Südwestfalen.“ Andrea Asshauer, die als

langjährige Abteilungsleiterin im Bereich

der Werkstatt für behinderte

Menschen viele jungen Menschen

in ihre berufliche Professionalität

38 - WOLL Elternratgeber


egleitet hat, fügt hinzu: „Natürlich ist jede Ausbildungsund

Kennlernmöglichkeit individuell abstimmbar und in der

Dauer variabel. So bieten wir die Möglichkeit, unser Unternehmen

während eines Praktikums in Lipperode, Sundern

oder Olsberg-Bigge in wenigen Wochen oder in drei bis zwölf

Monaten kennenzulernen.“

Josefsheim gGmbH

Eine zukunftsorientierte Ausbildung erklärt A. Asshauer am

Beispiel der Heilerziehungspfleger:in: „Je nach Schulabschluss

erlangen unsere Azubis bei uns multiprofessionelle Erfahrungen

während der Tätigkeit mit behinderten Menschen. In

unterschiedlichsten Geschäftsbereichen, beispielsweise wie

in der Werkstatt für behinderte Menschen oder in Lebens-

Wohngemeinschaften, haben wirLernfelder definiert, um

später als Heilerziehungspfleger:in die fundierten Kenntnisse

vielschichtig einsetzen zu können. Sichunter motivierten Kollegenals

wertvolles Teammitglied zu beweisen, gibt nicht nur

Sinn, sondern auchErfolg, der nach den Vergütungsrichtlinien

des AVR sowie vielen Zusatzleistungen entsprechend gut

honoriert wird. Zudem“, so versichert die Josefsheim-Ausbildungskoordinatorin,

„wird nach erfolgreichem Abschlussbieten

wir oftmals die Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis

für die Zeit nach der Ausbildung an.“ ■

Heinrich-Sommer-Straße 13

59939 Olsberg | Tel.: 02962 800-0

info@josefsheim-bigge.de

Ausbildung für Berufserfahrene:

Sie suchen eine neue berufliche Heimat? Sehr gut,

denn wir sind auf der Suche nach Berufserfahrenen

verschiedenster Bereiche. Ihre Erfahrungen

sind für uns kostbar, auch wenn Sie sich beruflich

verändern möchten. Egal, ob Sie einen Beruf

anstreben mit dem Schwerpunkt der direkten

persönlichen Unterstützung von Menschen mit

Behinderung oder der indirekten Dienstleistung

im Bereich Leben, Wohnen oder Arbeiten. Wir

sind der richtige Arbeitgeber für die berufliche

Neuausrichtung. Lernen Sie uns kennen, zum

Beispiel während einer Hospitation in Sundern,

Lipperode oder Olsberg.

Josefsheim

Bigge

Josefsheim gGmbH

KONTAKT

Bei uns sind engagierte und interessierte

ausbildung@josefsheim-bigge.de

Menschen immer herzlich willkommen!

Heinrich-Sommer-Straße 13

Telefon 02962 800 2080

Alle Infos: www.josefsheim-bigge.de

59939 Olsberg | Tel.: 02962 800-0

info@josefsheim-bigge.de

Ausbildungs- und Kennlern-Angebote:

Heilerziehungspfleger:in oder Erzieher:in (Anerkennungsjahr

oder 3-jährige integrierte Ausbildung)

∙ Sozialassistenz/ Heilerziehungspflegehelfer

(2-jährige schulische Ausbildung) ∙

Pflegefachmann/frau (nur als Kooperation regionaler

Krankenpflegeschulen) ∙ FOS-Praktikum

(12 Monate) ∙ Freiwilliges Soziales Jahr (12

Monate, bis max. 27 Jahre möglich) ∙ Bundesfreiwilligendienst

(wahlweise 3 bis 18 Monate, keine

Altersbeschränkung, auch in Teilzeit möglich)

∙ Hospitation oder Praktikum (individuell nach

Absprache)

WOLL Elternratgeber - 39


Jugendlichen helfen und sie

motivieren: Willi Linn.

Helfen, motivieren und dranbleiben

Ausbildungsabbrüche verhindern: Senior Willi Linn begleitet

Azubis in schwierigen Situationen

Paul Senske

S. Droste

W

illi Linn aus Arnsberg

ist 80 Jahre alt, ein berufs-

und lebenserfahrener

Mann, der sein Wissen und Können

auch und besonders an die junge

Generation weitergibt, all das ehrenamtlich.

Linn ist Joblotse beim

Bürgerschaftlichem Engagement der

Stadt Arnsberg, engagiert sich beim

Mentoren-Service der IHK und als

heimischer Ansprechpartner bei der

Initiative VerA, die für die Verhinderung

von Ausbildungsabbrüchen ins

Leben gerufen wurde. „Helfen, motivieren

und dranbleiben“, so lautet

sein Credo. „Ich habe die Motivation

und die Kraft, ich mache das.“

Dieses Leitmotiv steht insbesondere für

sein Engagement für Auszubildende,

die in Schwierigkeiten geraten sind,

die beispielsweise Ärger bei der Arbeit,

schlechte Noten in der Berufsschule

oder Prüfungsangst haben und die

möglicherweise ihre Ausbildung beenden

wollen.

Als regionaler Ansprechpartner von

VerA – einer Initiative des bundesweiten

Senior Experten Service (SES)

– kümmert er sich um die Azubis, die

sich bzw. ihre Eltern an den SES in

Bonn oder an Linn persönlich wenden

können. „Ich helfe den jungen Menschen,

damit sie buchstäblich dranbleiben

und ermutige sie, an sich selbst und

ihre Kompetenzen zu glauben.“ Die

Arbeit des gebürtigen Oeventropers

und gelernten Stahlbauschlossers, der

als Techniker im Außendienst und als

Kundenberater bei Honsel (heute Martinrea

Honsel) auch europaweit unterwegs

war, geschieht in engem Kontakt

mit dem SES, Protokolle des Engagements

eingeschlossen.

Eine “erfüllende Aufgabe”

Der 80-Jährige, zehn Jahre auch Vorsitzender

des Tenniskreises Sauerland,

spricht von einer „erfüllenden Aufgabe“,

jungen Menschen zu helfen. Linn

erinnert sich an zwei Auszubildende im

Beruf Elektroniker (Energie- und Gebäudetechnik),

denen er bis zur erfolgreichen

Prüfung geholfen hat. Im ersten

Fall hatte die Mutter („Sie kämpfte

wie eine Löwin um ihren Sohn“) ihr

Kind angemeldet. „Ich habe ihm im

Fach Elektronik Nachhilfe gegeben, er

lernte gut, wir haben auch ein fruchtbares

Gespräch mit dem Arbeitgeber

geführt: Der Junge bestand schließlich

40 - WOLL Elternratgeber


die Prüfung.“Das galt auch für den zweiten Elektroniker-

Azubi: Er hatte in der Berufsschule Schwierigkeiten in einem

Prüfungsfach, dank der Nachhilfe seines Ausbildungsbegleiters

klappte es schließlich. Aus seiner Tätigkeit als Joblotse

hatte Linn einen Mann ins VerA-Programm übernommen:

„Er wollte unbedingt Tischler werden und eine Ausbildung

absolvieren. Ich habe ihn bis zur Prüfung begleitet, die er

auch bestanden hat.“Mit einer angehenden Bäckerin, die sich

bei VerA gemeldet hatte, ging Linn erfolgreich den Berufsschulstoff

durch. Ein besonderer Fall war der eines jungen

Mannes, der unbedingt LKW-Fahrer werden wollte, bei der

theoretischen Fahrprüfung aber zwei Mal durchgefallen war.

Dank Linns Nachhilfe bestand der junge Mann schließlich

die Prüfung und erhielt den Führerschein. ■

ALLES WAS DU

DIR VORSTELLEN

KANNST, SOLLTEST

DU VERSUCHEN.

Mit berufs- und lebenserfahrenen

Senioren Ausbildung meistern

Der Senior Experten Service (SES) - eine bedeutende

Ehrenamtsorganisation für Fach- und Führungskräfte

im Ruhestand – hat Ende 2008 gemeinsam mit den

Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft und freien

Berufen die Initiative VerA ins Le ben gerufen. VerA

steht für Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen.

VerA ist ein Angebot für alle, die in der Ausbildung

Schwierigkeiten haben und daran denken, ihre Lehre

abzubrechen. Diesen Jugendlichen stellt der SES mit

Sitz in Bonn berufs- und le benserfahrene Senior-Expertinnen

und -Experten zur Seite. Sie beantworten u. a.

fachliche Fragen, sie kümmern sich um den Ausgleich

sprachlicher Defizite, sie fördern soziale Kompetenzen

und helfen bei der Vorbereitung auf die Prüfungen. Die

Ausbildungsbegleiter arbeiten ehren amtlich und helfen

individuell. Die VerA-Ausbildungsbegleitung ist für die

Azubis und die Betriebe kostenlos. Die Initiative wird

vom Bundesmi nisterium für Bildung und Forschung

gefördert. Azubis und Eltern können sich direkt an den

SES in Bonn oder den Ausbildungsberater der Region

wenden. Willi Linn (Arnsberg) ist der Ansprechpartner

für unsere Region.

Initiative VerA beim Senior Experten Service,

Buschstraße 2, 53113 Bonn,

E-Mail: vera@ses-bonn.de,

www.vera.ses-bonn.de,

Willi Linn (Arnsberg):

E-Mail: info@willi-linn.de,

www.willi-linn.de

Interessiert? Ruf an oder schreib uns,

wir sind gerne für Dich da.

Tel. 02931 877-432

bildungslotse@hwk-swf.de

WOLL Elternratgeber - 41


Anzeige

Leon Gnoyke, Azubi zum Gießereimechaniker

im dritten Ausbildungsjahr

Ausbildung mit 100 % Erfolgsquote

Das Herz von Martinrea Honsel schlägt nicht

nur für Aluminium, sondern besonders auch

für den Nachwuchs

Julia Sikorra,18 Jahre und im ersten Ausbildungsjahr zur

Mechatronikerin fühlt sich zwischen den vielen Jungs sehr wohl

Dirk Bannenberg

Philipp Nolte

Morgens halb zehn in Meschede. Wir von WOLL

haben einen Termin in der Ausbildungswerkstatt

von Martinrea Honsel, einem der größten

Arbeitgeber im Sauerland. Als wir den großen, lichtdurchfluteten

Raum betreten, sofort die erste Überraschung:

Keiner der jungen Menschen hier bearbeitet gerade Werkstücke

mit der Feile. “Die Zeiten, in denen in der Ausbildung

viel gefeilt wurde, sind längst vorbei”, erklärt uns

Dieter Berndt, Leiter Personalentwicklung und verantwortlich

für die Ausbildung im gesamten Unternehmen.

High-Tech von Anfang an

Stattdessen sehen wir moderne CNC-Bearbeitungsmaschinen,

Automatisierungsgeräte, Schaltschränke und sogar zwei Industrieroboter.

Man merkt sofort: In diesem Unternehmen setzt

man auf Zukunft, auf Industrie 4.0. “Die Berufsbilder haben

sich massiv geändert. Im Unternehmen kommt heute quasi

niemand mehr mit der Hand an die Produkte und die meisten

Arbeitsschritte sind vollautomatisiert”, so Berndt weiter.

Produkte und Berufe für die Zukunft

Wir fragen Leon Gnoyke aus Bödefeld, Azubi zum Gießereimechaniker

im dritten Ausbildungsjahr, nach seiner Motivation

für diese Ausbildung. “Verliebt habe ich mich in dem

Moment, als das erste Mal ein Gussteil aus der Form kam

und es nach Vanille und Zimt duftete. Da war mir klar: das

ist es”, schwärmt der sympathische junge Mann. Nach der

Ausbildung möchte Leon auf jeden Fall im Unternehmen

bleiben und sich weiterbilden und dabei will ihn die Firma

unterstützen.

Das Ziel hat auch Julia Sikorra aus Warstein, 18 Jahre und

im ersten Ausbildungsjahr zur Mechatronikerin. “Ich möchte

hier sehr gerne weiterarbeiten und später ein Studium be-

42 - WOLL Elternratgeber


stehen, damit ich auch höhere Stellen erreichen kann”, sagt

die selbstbewusste Julia. Bis dahin findet sie besonders die

vielfältigen Aufgaben spannend, denn zum Mechatroniker-

Beruf gehören sowohl Metallbearbeitung, Informatik wie

auch Elektrotechnik.

Und auf die Frage, wie sie sich zwischen so vielen Jungs fühlt,

kommt ein ganz spontanes und ehrliches “Ja. Sehr wohl!”

Frauen und Technik...

Bei den technischen Berufen werden junge Frauen übrigens

generell sehr gern gesehen. “Leider sind diese Berufe immer

noch sehr männerdominiert. Dabei gibt es als Mädchen keinen

Grund mehr, einen technischen Beruf nicht zu erlernen, sofern

Interesse an Technik besteht”, gibt Dieter Berndt allen Eltern

von technikaffinen Töchtern mit auf den Weg.

Einstieg Praktikum

Markus Knoche, Teamleiter für die technische Berufsbildung,

gibt Tipps für den Einstieg bei Martinrea Honsel: “Pro Jahr

bieten wir zwischen 60 und 70 Schülerpraktikumstellen an,

wo man einmal in das Unternehmen und die Berufe hineinschnuppern

kann. Während dieser Zeit baut jeder zum Beispiel

ein komplettes Helikoptermodell, an welchem wir viele

Bearbeitungsschritte zeigen können, also etwa umformen, bearbeiten,

gießen, montieren und der Einbau und Betrieb eines

Elektromotors.” Freiwillige Praktika, etwa während der Ferien,

sind bei Martinrea Honsel ebenfalls möglich und gern gesehen.

Ausbildungs-Bewerbungen ohne vorheriges Praktikum haben

bei entsprechender Eignung aber auch gute Erfolgsaussichten.

· Martinrea Honsel ist eine führende High-Tech-Aluminiumgießerei

mit Standorten in Deutschland, Brasilien,

Mexiko, Spanien und China

· Das Unternehmen produziert (Elektro-)Motoren- und

Getriebegehäuse sowie Fahrwerkskomponenten und

Strukturteile (z.B. Batterieträger)

· Kunden sind Automobilhersteller wie BMW, Mercedes,

Volvo, Jaguar Landrover und Ford

· Aluminium ist sehr leicht und hat eine hohe

Recyclingquote

· Am Standort Meschede arbeiten rund 1.500 Beschäftigte

bei Martinrea weltweit über 15.000.

· Fünf hochqualifizierte Berufsausbilder bilden derzeit rund

100 junge Menschen bei Martinrea Honsel aus.

· Der Ausbildungsjahrgang 2021 ist bereits voll besetzt

· Im Ausbildungsjahrgang 2022 werden 14 technische,

kaufmännische und IT-Berufe ausgebildet (insgesamt

ca. 25 Ausbildungsplätze)

WOLL Elternratgeber - 43


Anzeige

„Die Ausbildung hier war auf jeden

Fall die richtige Entscheidung”

- Leon Gnoyke

Am Helikoptermodell können viele

Bearbeitungsschritte gezeigt werden

Weiterbildung & Karriere

Die erfolgreiche Berufsausbildung (in den letzten Jahren lag

die Erfolgsquote der Martinrea-Honsel Azubis tatsächlich stets

bei 100 %) ist ein ideales Fundament für die weitere Karriere:

Immerhin gut die Hälfte aller Führungskräfte der Firma haben

auch hier als Auszubildende angefangen und sich dann, etwa

durch gezielte Weiterbildung, nach oben gearbeitet. Außerdem

fördert das Unternehmen Weiterbildungsmaßnahmen, etwa

zum Techniker oder Meister.

Die Zukunft des Unternehmens

Mit modernen CNC-Bearbeitungsmaschinen

setzt man hier auf die Zukunft des Unternehmens

Alles in allem eine gute Perspektive für junge Menschen. Wir

erfahren darüber hinaus, dass es um den Standort Meschede

derzeit sehr gut bestellt ist. Der Leichtbau-Werkstoff Aluminium

wird im Fahrzeugbau immer wichtiger, zum Beispiel bei

Fahrwerksteilen oder Motorgehäusen für die Fahrzeugindustrie.

Neue Produkte, etwa Batterieträger und Motorengehäuse für

die Elektromobilität, werden ebenfalls hier in Meschede konzipiert,

konstruiert und für die namhaften Kunden der Automobilindustrie

hergestellt. Alles in allem glänzende Aussichten!

Mehr über die Berufe, Events oder auch Bewerbungsformalitäten

gibt es unter www.martinrea-honsel.com ■

Dieter Berndt, Leiter Personalentwicklung

Martinrea Honsel Germany GmbH

Auch Elektrotechnik gehört mit zum

44 - WOLL ElternratgeberAusbildungsberuf des Gießereimechanikers

Fritz-Honsel-Straße 30 | 59872 Meschede

Dieter Berndt | Leiter Personalentwicklung

0291 – 291 256 | dieter.berndt@martinrea.com


Besondere Berufe

UNBELIEBT -

UND GUT BEZAHLT

Für alle, die Nervenkitzel mögen:

der Beruf des Industrietauchers.

Christel Zidi

S

chnell gutes Geld verdienen.

Auch das kann ein entscheidendes

Kriterium für die Berufswahl

sein. Manch einer ist dazu bereit,

auch weniger angenehme, unter

Umständen auch gefährliche Arbeiten

zu übernehmen. Hier einige Beispiele

aus der Liste der unbeliebtesten, aber

gut bezahlten Berufe.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden

jeden Monat um die 10.000 Euro verdienen.

Welche Jobs kommen da in

Frage? Politiker, Börsenmakler, Künstler…

Berufe, bei denen ein Studium,

ein erstklassiger Schulabschluss oder

großes Talent Voraussetzung sind. Nun

ja, beim Künstler reichen manchmal

auch gute Kontakte. Aber selbst Studienabschluss

und großes Talent bieten

keine Erfolgsgarantie: Glück und Zufall

sind ebenso entscheidend.

Aber was, wenn Sie all das nicht besitzen?

Bleibt dann der Traum vom guten

Einkommen weiter ein Traum? Das

muss nicht sein, denn es gibt schließlich

auch Berufe, mit denen man sehr

gut verdient, sich dafür aber schon mal

die Hände schmutzig machen muss.

Allerdings nicht im übertragenen Sinne

– denn mit solchen Berufen möchten

wir gar nichts zu tun haben - sondern

schmutzige Hände im wortwörtlichen

Sinn.

Beim ersten Job, den wir Ihnen vorstellen

möchten, darf man auf gar keinen

Fall zart besaitet sein. Denn ein Tatortreiniger

bekommt Dinge zu sehen,

mit denen wir hoffentlich nie zu tun

haben werden. Wenn Polizei und Spurensicherung

ihren Job gemacht haben,

rückt er an. Dieser „spezialisierte Gebäudereiniger“

entfernt die Spuren von

Gewaltverbrechen und Suiziden, Unfallspuren

und auch die nach natürlichen

Todesfällen. Körperflüssigkeiten,

Ungeziefer, Verwesungsrückstände.

Okay, gehen wir nicht weiter ins Detail.

Wenden wir uns lieber dem Gehalt

zu, das bei monatlich bis zu 3.200 Euro

liegt. Nicht schlecht für den, der starke

Nerven und einen guten Magen besitzt.

Einen festgelegten Ausbildungsweg

gibt es nicht, aber wer Erfahrung

als Gebäudereiniger mitbringt, ist

da sicherlich schon einiges gewöhnt.

Außerdem kann man sich in wenigen

Wochen zum Desinfektor weiterbilden.

Desinfektor… Hört sich doch

gut, woll? Desinfektor, der Inspektor…

klingt zumindest ähnlich.

Nicht ganz so nervenaufreibend ist der

Beruf des Bestatters. Wer eine natürliche

Einstellung zum Tod hat und

WOLL Elternratgeber - 45


sich nicht scheut, an Leichnamen zu

arbeiten, ist hier gut aufgehoben. Es

geht normalerweise nicht sehr hektisch

zu und der Beruf ist extrem krisensicher,

denn „gestorben wird immer“.

Das Bruttogehalt liegt bei bis zu 2.650

Euro. Auch kann man sich zum Bestattermeister

weiterbilden.

Für den Müllentsorger fängt der Tag

früh an, dafür hat er auch früh Feierabend.

Eine gute körperliche Konstitution

ist Bedingung, denn die vollen

Tonnen zu bewegen, ist nicht so ganz

einfach. Aber für das, was dann später

auf dem Konto landet, muss man

sich schon ein bisschen anstrengen.

Dafür verdient z. B. ein Müllentsorger

in München an die 6.000 Euro! Wer

dann noch den Müllwagen selber fahren

kann und darf, bekommt zusätzlich

noch etwas drauf. Und noch etwas: Wer

schon bei einer kleinen Maus auf den

Tisch steigt, ist in diesem Beruf vielleicht

nicht so gut aufgehoben, denn

ein Müllentsorger bekommt manchmal

schon den ein oder anderen größeren

Nager, sprich fette Ratten, zu Gesicht.

Wer Nervenkitzel mag, sollte einen

Blick auf den Beruf des Industrietauchers

werfen. Hier kann es tatsächlich

richtig gefährlich werden.

Die Arbeit unter Wasser ist recht

schwierig, außerdem bestehen gesundheitliche

Risiken durch die ständige

Druckbelastung beim Tauchen. Die

Einsatzbereiche sind sehr unterschiedlich,

manche Industrietaucher müssen

Wartungs-, Bau- und Reparaturarbeiten

unter Wasser in Klärwerken und

Bergminen erledigen. Spannend wird

es bei Einsätzen von Feuerwehr, Militär

und Polizei. Da kann es durchaus

mal vorkommen, dass Sprengstoff

entschärft werden muss. Deshalb sind

nicht nur gute Nerven eine zwingende

Voraussetzung, sondern auch eine

entsprechende Ausbildung in diesem

Bereich. Wer eine Ausbildung zum Industrietaucher

beginnen möchte, die in

der Regel zwei Jahre dauert, sollte eine

abgeschlossenen Ausbildung als Handwerker

mitbringen. Die Notwendigkeit

dieses Berufes - mit dem verbundenen

Risiko – wird gut bezahlt. 10.000 Euro

sind der monatliche Durchschnittsverdienst.

Nicht unter, sondern auf dem Wasser

zu arbeiten, kann recht lukrativ sein.

Dann nämlich, wenn der Arbeitsplatz

eine Bohrinsel ist. „Roustabouts“, wie

man die Bohrhelfer auch nennt, müssen

schwere, körperliche Arbeiten verrichten,

können sich dann zum Bohrarbeiter,

dem „Roughneck“ hocharbeiten,

der vier- bis sechsköpfige Teams leitet.

Das englische Wort Roughneck steht

übrigens auch für Raubein. Durch die

Arbeit an der frischen, manchmal auch

rauen Meeresluft, kann man sich den

Besuch bei der Kosmetikerin sparen.

Wer als Bohrhelfer anfängt, kann auch

ohne Ausbildung schon bis zu 3.000

Euro (netto) verdienen, mit Ausbildung

geht der Verdienst aber schneller in die

Höhe. Ein Bohrgeräteführer mit fünf

Jahren Berufserfahrung auf Bohrinseln

verdient schon mal um die 7.000 Euro

netto im Monat. Dafür ist man aber

auch oft längere Zeit von Familie und

Freundeskreis getrennt.

Wer hätte das gedacht? Regelmäßig

taucht in den Top Ten der unbeliebtesten

Berufe der Versicherungsvertreter

auf. Relativ wenige schlagen diesen

Berufsweg ein. Wahrscheinlich, weil

diesem Beruf noch immer das Image

des Klinkenputzens anhaftet. Wer gut

verkaufen kann – und wir sprechen

hier von verkaufen, nicht vom Überden-Tisch-ziehen

– ist in diesem Beruf

gut aufgehoben und kann sich mit

Ehrlichkeit und Verkaufstalent einen

treuen Kundenstamm erarbeiten. Die

Verdienstmöglichkeiten sind gar nicht

schlecht: Für knapp 3.500 Euro kann

man das Image des Versicherungsvertreters

wieder blank polieren – und

schmutzige Hände bekommt man auch

nicht. ■

Arbeiten auf einer Bohrinsel: Auch

ohne Ausbildung schon gut bezahlt.

46 - WOLL Elternratgeber


WIR SUCHEN DICH, DAMIT ES BEI UNS

WEITER RUND LÄUFT!

Wir bieten für das Jahr 2022 am Standort Hallenberg-Hesborn/ Medebach folgende Einstiegsmöglichkeiten:

Ausbildungsberufe:

kaufmännisch/technisch:

• Industriekaufmann (m/w/d)

• Fachinformatiker (m/w/d)

• Technischer Produktdesigner (m/w/d)

gewerblich:

• Elektroniker (m/w/d)

• Industriemechaniker (m/w/d)

• Maschinen- und Anlagenführer (m/w/d)

• Werkzeugmechaniker (m/w/d)

• Zerspanungsmechaniker (m/w/d)

Das zeichnet unsere Ausbildung aus:

• eine fundierte Ausbildung mit interessanten fachlichen u. persönlichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten

• eine Übernahme nach erfolgreichem Abschluss Deiner Ausbildung

• moderne und technisch hervorragende Arbeitsbedingungen

Informiere Dich auf unserer Webseite www.borbet.de/karriere

über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten.

In unserer virtuellen Azubi-Welt stellen Dir unserere Azubis ihre

Ausbildungsberufe und dessen Möglichkeiten vor.

Bewirb Dich jetzt einfach über unsere Homepage www.borbet.de/Karriere oder sende Deine Bewerbung an:

BORBET GmbH, Carolin Mittermaier, Hauptstraße 5, 59969 Hallenberg.

WWW.BORBET.DE

WOLL Elternratgeber - 47


Heimisches Handwerk hat riesigen

Bedarf an Auszubildenden

Paul Senske

Tom Linke & Boris Golz

„Um Praktikum

bewerben und

Handwerk erleben“

Allein die Zahlen und Fakten sprechen für sich:

Über 130 Ausbildungsberufe, 12.500 Betriebe

im Hochsauerlandkreis, dem Märkischen Kreis,

in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein. Allein

3.000 von ihnen suchen in den kommenden Jahren einen

Nachfolger. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen

in den Ruhestand. Das Handwerk im Bezirk

der Handwerkskammer Südwestfalen

bietet schon immer glänzende

Karrierechancen und wirbt vor

dem Hintergrund des sich abzeichnenden

Fachkräftemangels

intensiv um Nachwuchs. „Der

Bedarf an Auszubildenden ist

riesig“, erklärt Hauptgeschäftsführer

Meinolf Niemand. Sein

Appell an die Jugendlichen:

„Erlebt das Handwerk, bewerbt

euch um ein Praktikum und findet

heraus, was euch gefällt.“

Jugendliche fürs Handwerk, eine der

Säulen der dualen Ausbildung, zu gewinnen,

ist eine der zentralen Aufgaben von Handwerkskammer

und Betrieben. Auch und besonders im Hinblick auf

die Energiewende ist das Handwerk praktisch um jeden

Auszubildenden verlegen. Das Handwerk gilt nicht von

ungefähr als wichtiger Motor bei der Umsetzung neuer

Technologien, beim energieeffizienten Bauen und Modernisieren

und damit als bedeutender Impulsgeber

für Innovation und Modernisierung. „Das Image

des Handwerks gilt ebenfalls als gut“, so Niemand.

„Die Ausbildung im Handwerk bietet

eine sichere Perspektive mit exzellenten

Weiterbildungmöglichkeiten und

Führungsaufgaben, zumal rund 3.000

Betriebe in naher Zukunft einen Nachfolger

suchen.“

„Mit einem Praktikum Handwerk

erleben“: Meinolf Niemand.

48 - WOLL Elternratgeber


Arbeitsmarkt hat

sich zum „Bewerbermarkt

gedreht“

Der Blick auf die Entwicklung

der letzten Jahre

zeigt, das „sich der Markt

gedreht“ hat. „Wir haben inzwischen

einen Bewerbermarkt

mit mehr Ausbildungsstellen als

Bewerbern“, erklärt Fabian Bräutigam,

der für Berufsbildung und Recht zuständige

Geschäftsführer der Handwerkskammer. Natürlich hat

auch Corona Einfluss. „Im Vergleich zu 2019 wurden im

Kammerbezirk 2020 im Vergleich zu 2019 knapp zehn

Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen, im

NRW-Schnitt waren es knapp über zehn Prozent.“

Anlagenmechanikers

für Sa nitär-, Hei zungsund

Klimatechnik:

Am Tablet entwerfen

die Schülerinnen und

Schüler ein Bad nach

Kundenwunsch.

Anhand einer technischen

Zeichnung verbinden sie im zweiten

Praxisteil dann ein Rohrsystem. Auf

große Resonanz und Begeisterung stößt auch

die Handwerks-Challenge, eine Art Berufsolympiade. Im

Berufsbildungszentrum (bbz Arnsberg) treten dabei drei

Schulen mit drei bis fünf Personen umfassenden Teams aus

jeder der Klassen 9 bei hand werklichen Aufgaben gegeneinander

an. Die siegreiche Klasse erhält eine Geldpräme.

„Der Markt hat sich gedreht“: Fabian Bräutigam.

Für das kommende Ausbildungsjahr ab dem 1. August sind

noch einige Hundert Ausbildungsplätze im Kammerbezirk

unbesetzt, auch viele Prakika sind noch zu vergeben, wie

die Lehrstellenbörse der Kammer zeigt.

Unabhängig von Corona mit den unterschiedlichen

Auswirkungen auf die einzelnen Gewerke: Die Nachwuchsproblematik,

die auch mit der demografischen Entwicklung

und der Tatsache, dass immer mehr Jugendliche

studieren sollen oder wollen, ursächlich zusammenhängt,

bleibt brandaktuell.

Bei der Handwerkskammer ist dieses Thema hoch angesiedelt.

Auszubildende finden – Mitarbeiter binden:

Das Portfolio des inzwischen zehn Personen umfassenden

„Team Fachkräftesicherung“ der Kammer kann besser

nicht beschrieben werden. Mit umfangreichen Maßnahmen

wird um Azubis geworben. Bereits in der 8. Schulklasse

erhalten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen

der Berufsfelderkundung Einblicke ins Berufsleben. In der

„mobilen Schülerwerkstatt“ können die Jugendlichen in

der Schule mit authentischen Übungen ihr handwerkliches

Geschick erproben. Beispielsweise für den Beruf des

Ausbildungsbotschafter „auf Augenhöhe“

mit den Jugendlichen

Lust aufs Handwerk sollen auch die Ausbildungsbotschafter

wecken. Sie sind selbst Auszubildende und

berichten in den Schulen „auf Augenhöhe“ den Jugendlichen

über die spannende Berufswelt im Handwerk. Sie

werden für ihre Aufgaben geschult. Durch ihre Tätigkeit

stärken sie ihre fachlichen und persönlichen Kompetenzen

und sind auch „Botschafter“ ihrer Betriebe. Die Bildungslotsen

infor mieren Jugendliche individuell über Ausbildungsberufe.

Auch geflüchtete Jugendliche genießen hohe Wertschätz

ung durch individuelle Beratung und Sprachkurse

(Fachsprache). „Im Handwerk zählt, wo man hin will und

nicht, wo man herkommt“, betont Bräutigam.

Informationen über das Lehrstellenangebot unter

Lehr stellenbörse (https://ogy.de/soy7) bzw. Lehrstellen-Radar

(www. https://www.lehrstellen-radar.de/). ■

WOLL Elternratgeber - 49


Vielfältiges Handwerk:

Ausbildungsbotschafter

werben in Schulen

„Auf Augenhöhe“

Lust aufs Handwerk

wecken

Paul Senske

HWK Südwestfalen

Vermitteln Begeisterung fürs

Projekt Ausbildungsbotschafter/in:

Bianca Weickardt (l.)

und Anna-Katharina Hauck.

Anna-Katharina Hauck absolviert eine Ausbildung

zur Orthopädietechnik-Mechanikerin im

Medical Center Südwestfalen in Iserlohn. Das

Handwerk hat die 20-Jährige schon immer fasziniert.

Und diese Begeisterung gibt sie nun weiter: Die Neheimerin

ist Ausbildungsbotschafterin der Handwerksammer

Südwestfalen. Ihre Aufgabe: Schülerinnen und Schülern

authentisch vom Handwerk zu erzählen und Lust aufs

Handwerk zu wecken, voller Begeisterung und auf Augenhöhe.

„Wir wollen zeigen, wie vielfältig und spannend

die handwerklichen Berufe sind, und dass es noch andere

Wege einer erfolgreichen Karriere als ein Studium gibt.“

Anna-Katharina Hauck geht diesen Weg: Nach dem Abitur

vor zwei Jahren am St. Ursula-Gymnasium in Neheim war

klar, dass sie eine duale Ausbildung absolvieren wird: „Ich

bin gerne mit Menschen zusammen und arbeite mit Freude

handwerklich“, sagt sie. Ihre Zwischenprüfung hat sie kürz-

50 - WOLL Elternratgeber


Wie eine Mutter für die

Azubis: Bianca Weickardt.

„Ich brenne für das Projekt“

- Bianca Weickardt

Schulbesuche auf Augenhöhe:

Anna-Katharina Hauck.

chanikerin bei den Schulbesuchen

beispielsweise nicht nur Einlagen,

sondern auch Prothesen und Orthesen

mitbringt. „Wir wollen auch die

Vielfalt der Berufe vorstellen.“ Zunächst

sei es schon ein „komisches Gefühl“ gewesen

vor 30 Leuten zu sprechen. Das habe sich aber

schnell gelegt, schließlich seien es „Gespräche auf einer

Ebene.“

Ein Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung

lich mit Bravour absolviert. Im nächsten Jahr will sie ihre

Lehre abschließen, danach weitere berufliche Erfahrungen

sammeln und die Meisterprüfung ablegen

Anna-Katharina hat ihren beruflichen Weg gefunden, die

Schülerinnen und Schüler der Klassen 8, 9 und 10 müssen

sich verständlicherweise noch orientieren. Das ist keine leichte

Phase. Hier setzt das Projekt der Ausbildungsbotschafter/

innen der Handwerkskammer Südwestfalen ein: Auszubildende

aus dem Kammerbezirk werben in den Schulen fürs

Handwerk. „Es gibt nichts Besseres, als wenn unsere Auszubildenden

mit den Schülerinnen und Schülern sprechen“,

betont Projektleiterin Bianca Weickardt, die die Botschafter/

innen bei ihren Einsätzen auch begleitet. „Es sind Gespräche

auf Augenhöhe. Die Azubis müssen Spaß an ihren Berufen

haben und authentisch sein. Diese Begeisterung soll

rüberkommen. Sie brauchen keine Rhetorik-Profis sein.“ Für

Anna-Katharina steht fest, dass „die jungen Auszubildenden

eher Zugang zu den Schülerinnen und Schülern finden als

vielleicht ältere Gesellen“.

Bei ihren Einsätzen in den Schulen stellen die Azubis ihre

Berufe vor, schildern ihre persönlichen Werdegänge, berichten

von ihren Erfahrungen im Ausbildungsalltag und in

den Berufsschulen, schildern Karrierechancen oder werben

für Praktika in den Betrieben. „Es sind keine Vorträge, die

gehalten werden. Wichtig ist es, mit den Schülerinnen und

Schülern ins Gespräch zu kommen und das Interesse fürs

Handwerk zu wecken“, erklärt die Projektleiterin. „Deutlich

soll auch werden, dass jeder Tag im Handwerk neue Herausforderungen

mit sich bringt und Kreativität gefragt ist“, so

Anna Katharina, die als angehende Orthopädietechnik-Me-

Die Azubi-Botschafter/innen werden für ihre Einsätze fit gemacht.

„Wir stellen in einer Schulung die Situation in den

Klassenräumen nach und gehen die Themen durch“, berichtet

Bianca Weickardt. „Es ist ein Kommunikationstraining.

Die Auszubildenden verbessern ihre Präsentationstechniken

und rhetorischen Fähigkeiten. Durch ihre schulischen Einsätze

stärken sie ihre persönlichen und fachlichen Kompetenzen.

Es ist ein Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung.“

Auch die Betriebe profitieren von den „betriebseigenen“

Botschafter/innen, die für Schulung und Einsätze freigestellt

werden. Die Betriebe steigern durch die öffentliche Präsenz

ihrer Azubis, die auch bei Berufsinformationsabenden mit

Schülern und Eltern zum Einsatz kommen, vor allem den

eigenen Bekanntheitsgrad.

Derzeit sind rund 80 Ausbildungsbotschafter/innen im

Kammerbezirk im Einsatz – in der Pandemiezeit auch online.

Insgesamt waren es bisher über 200 in 35 - bis 40 Schulen.

„Ich freue mich über jeden Azubi, der mitmachen will“,

so Bianca Weickardt, die ihre „Handwerkshelden“ ins Herz

geschlossen hat. „Ich lasse auf sie nichts kommen und brenne

für das Projekt.“

Weitere Informationen unter www.hwk-swf.de,

bianca.weickardt@hwk-swf.de ■

„Es gibt noch andere Wege

als das Studium“

- Anna-Katharina Hauck

WOLL Elternratgeber - 51


Beste Ausbildung mit

engagierter Unterstützung

In der Natur: Ausbildung zum

Forstwerker/zur Forstwerkerin

Menschen mit Behinderung auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt

Britta Melgert

sabrinity

Der Start ins Berufsleben – oft eine echte Herausforderung für junge Menschen. Doch was, wenn eine Hürde

hinzukommt, beispielsweise eine geistige oder körperliche Beeinträchtigung? Im Berufsbildungswerk

Bigge (BBW-Bigge) und dem Heinrich-Sommer-Berufskolleg (HSBK) werden junge Menschen mit Behinderung

auf ihrem Weg durch die Ausbildung begleitet und individuell gefördert.

Martin Künemund, Leiter des Bigger BBW, erklärt: „Einige

Menschen haben ohne Anfangsunterstüt zung wenig

Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Manche sind beispielsweise

von Geburt an körper- oder lernbehindert, andere

begleitet die Beeinträchtigung seit einem Unfall. Damit

auch aus diesen Jugendlichen selbstständige Menschen mit

einem erfüllten Berufsleben werden, setzen wir uns voller

Hingabe ein.“

Seine Kollegin Kerstin Steiling be schreibt ihre Tätigkei ten

so: „Von der ersten Kontaktaufnahme über die gesamte

Ausbildungszeit hinweg bis hin zur Verabschiedung in ein

selbstständiges Leben begleiten wir unsere Auszubildenden

fachgerecht und engagiert.“ Rund 30 Ausbildungsberufe

stehen zur Wahl. „Je nach Behinderung und den damit

verbundenen Möglichkeiten, aber auch ausge richtet auf

die persönlichen Vorlieben der jungen Menschen, ent-

52 - WOLL Elternratgeber


Für Kreative: Ausbildung zum Mediengestalter/zur

Mediengestalterin

Für handwerklich Begabte: Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher/zur

Orthopädieschumacherin

wickelt man gemeinsam ein Gespür für die passende Eignung“,

weiß Steiling. „Hand werkliche Berufsfelder, solche

mit land- oder hauswirtschaftlichem Hintergrund sowie

eine kaufmänni sche oder technische Ausbildung – hier ist

all das möglich.“

Der Weg in den ersten

Arbeitsmarkt

Der Ausbildungsrahmen umfasst dieselben Bedingungen

wie in der freien Wirtschaft, und natürlich erfolgt die

Abschlussprüfung z. B. durch die IHK. „Durch unsere

intensive und individuelle Förderung ist es uns immer

wieder gelungen, unsere Azu bis auf die Prüfung optimal

vorzubereiten und erfolgreich in den ersten Arbeits markt

zu entlassen; manchmal sogar mit der Auszeichnung zur

Landesbesten“, ergänzt Künemund. „Der genaue Blick

auf die Bedürfnisse während der Ausbildung und die Unterstützung,

z. B. durch Förderunterricht oder die enge

Begleitung durch die Ausbildungsbeauftragten - ein echtes

Plus für junge Menschen mit Behinderung.“

Theorie büffeln in der Schule –

Kontakte knüpfen im Praktikum

Schulisch unterstützt wird die Berufs ausbildung durch

das Heinrich-Sommer-Berufskolleg, dessen Schulleiter

Markus Bertels die Vorteile seiner Einrichtung auch in

der familiären, überschaubaren Atmosphäre sieht. „Neben

dem persönlichen Engagement unserer Lehrkräfte entstehen

für unsere Berufsschüler besondere Möglichkeiten

auch durch unsere Kooperation mit heimischen Unternehmen,

die den jungen Menschen die Chance bieten, sichim

Rahmen eines Praktikums als gern gesehener Mitarbei ter

beweisen zu können. Ein idealer Einstieg in den re gulären

Arbeitsmarkt!“

Weitere Informationen und viele Videos zu den angebotenen

Ausbildungsberufen gibt’s online unter

www.bbw-bigge.de. ■

WOLL Elternratgeber - 53


JUGENDLICHE

WOLLEN

SELBSTSTÄNDIG

UND MOBIL

SEIN

DGB-Ausbildungsreport: 70 Prozent

sind mit der Ausbildung zufrieden,

„aber noch Luft nach oben“

Paul Senske

DGB

Der DGB-Ausbildungsreport 2020 für

NRW zeigt: 70 Prozent der Jugendlichen

sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Der

Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht aber

„noch Luft nach oben“ und moniert „gravierende

Mängel“ bei der Ausbildungsqualität und dem

Einhalten gesetzlicher Vorgaben. Die Jugendlichen

wünschten gute Ausbildungsbedingungen

und eine „vernünftige“ Vergütung.

„Die Jugendlichen wollen heute selbstständig und

mobil sein“, betont Ingo Degenhardt, der DGB

Regionsgeschäftsführer Südwestfalen (HSK,

Olpe, Siegen-Wittgenstein) im WOLL-Interview.

Ausdrücklich lobt Degenhardt das Netzwerk

Karriere hier“, das „sehr gute Arbeit“

leiste.

„Jugendliche wollen gute

Ausbildungsbedingungen

und vernünftige Vergütung“:

Ingo Degenhardt,

DGB Regionsgeschäftsführer

Südwestfalen.

54 - WOLL Elternratgeber


WOLL: Den Ausbildungsreport der DGB Jugend NRW

gibt es seit 13 Jahren. Im letzten Jahr haben gut 5.000

Auszubildende daran teilgenommen: Wie war die Resonanz

in Südwestfalen?

Ingo Degenhardt: Es hat uns wieder besonders gefreut,

dass weit über 1.000 Jugendliche aus Südwestfalen an unserer

schriftlichen Befragung teilgenommen haben. Und

das unter viel schwierigeren Bedingungen, denn unsere

Berufsschultouren konnten wir nur eingeschränkt anbieten.

Die starke Beteiligung zeigt aber, wie wichtig gute

Ausbildungsbedingungen sind.

WOLL: Ein Ergebnis ist, dass 70 Prozent der Jugendlichen

mit ihrer Ausbildung zufrieden, 30 Prozent eher

unzufrieden sind: Wie bewerten Sie dieses Ergebnis?

Ingo Degenhardt: Die 70 Prozent an sich sind ein guter

Wert, hier gibt es aber auch noch viel Luft nach oben. Leider

sind auch weiterhin gravierende Mängel bei der Ausbildungsqualität

und dem Einhalten gesetzlicher Vorgaben

festzustellen. So wird jedem siebten Auszubildenden kein

Ausgleich für angefallene Überstunden gewährt, obwohl

dies gesetzlich vorgeschrieben ist.

Auch zeigt unser Report, wie flexibel junge Menschen bei

ihrer Berufswahl sind oder sein müssen. So haben nur 31

Prozent der Befragten einen Ausbildungsplatz in ihrem

Wunschberuf erhalten, die Mehrheit wählte eine ungeplante

Alternative (23 Prozent) oder einen anderen interessanten

Beruf (39 Prozent). Das widerspricht der häufig

vorgetragenen Klage, junge Menschen seien unflexibel.

Das Gegenteil ist der Fall. Daneben müssen die Arbeitgeber

auch die Frage beantworten, wie die duale Ausbildung in

Zeiten des Fachkräftemangels attraktiver gemacht werden

kann. Die Auszubildenden formulieren in diesem Report

klare Anforderungen: Sie wollen gute Ausbildungsbedingungen,

eine vernünftige Ausbildungsvergütung - um

schon während der Ausbildung nach Möglichkeit auf eigenen

Füßen stehen zu können und daran anschließend eine

gute berufliche Perspektive mit Entwicklungsmöglichkeiten.

Jugendliche wollen heute selbstständig und mobil sein,

sie wollen nicht mehr bei den Eltern im „Kinderzimmer“

wohnen müssen.

Forderung nach

bezahlbaren Wohnungen

WOLL: Das Thema „Wohnen und Mobilität“ war der

Schwerpunkt der Umfrage. Viele Azubis wollen in ihren

eigenen vier Wänden wohnen, auch als Zeichen einer

beginnenden Selbstständigkeit: Wie ist die Situation

in Südwestfalen? Reicht die Ausbildungsvergütung aus

Sicht der Jugendlichen dafür aus?

Ingo Degenhardt: Hier gibt der Report wenig Grund zur

Freude. So gaben nur vier von zehn (39 Prozent) Befragten

an, mit ihrer Ausbildungsvergütung »sehr gut« (7 Prozent)

oder »gut« (32 Prozent) selbständig leben zu können. Im

Umkehrschluss können über 60 Prozent »weniger gut«

oder »gar nicht« selbständig davon leben. Viele schaffen es

nicht, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen: Knapp ein

Drittel erhält finanzielle Unterstützung durch Eltern und

neun Prozent erhalten staatliche Leistungen.

Dazu kommt, dass fast jede und jeder siebte Auszubildende(r)

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WOLL Elternratgeber - 55


der finanziellen Selbstständigkeit hängt natürlich auch ab,

wo Azubis wohnen können und wie sie zur Arbeit kommen.

Eine konkrete Auswertung für Südwestfalen gibt es

hier nicht. In Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt

fordern wir mehr bezahlbare Mietwohnungen.

Zudem brauchen wir attraktive Wohnheime in Form von

Azubi-Appartements.

„Für Auszubildende ist das

Azubi-Ticket preislich zu teuer.

Daher ist es notwendig, einen

fairen Preis einzuführen“

WOLL: Das Thema Mobilität ist gerade in den ländlichen

Gebieten von großer Bedeutung. Wie sieht es

damit in Südwestfalen aus? Seit 2019 gibt es ja ein günstiges

Azubi-Ticket …

Ingo Degenhardt: Mit der Einführung eines Azubi tickets

in ganz NRW wurde eine gewerkschaftliche Forderung

aufgegriffen und ein erster Schritt getan. Es stößt in NRW

auf großes Interesse, während die aktuelle Preisgestaltung

und die Abdeckung mit dem ÖPNV weiterhin limitierende

Faktoren bleiben. Verbesserungen und ein Ausbau des

ÖPNV-Netzes sind daher wichtige Schritte dabei, jungen

Menschen Mobilität zu ermöglichen und die notwendige

Flexibilität auf dem Ausbildungsmarkt zu unterstützen.

Hier sind weitere finanzielle Entlastungen notwendig. Für

Auszubildende ist das Azubi-Ticket preislich zu teuer. Daher

ist es notwendig, einen fairen Preis einzuführen.

Großes Lob für Netzwerk „Karriere hier“

WOLL: Der DGB fordert seit Jahren eine Ausbildungsgarantie:

Allen Jugendlichen müsse auf jeden Fall der

Eintritt ins erste Ausbildungsjahr möglich sein – über

berufliche Schulen oder bei beruflichen Ausbildungsstellen.

Im zweiten Jahr sollen sie möglichst in einen

Betrieb wechseln. In Südwestfalen, so die Bilanz im

letzten Jahr, gibt es auf einen Bewerber im Schnitt gut

zwei mögliche Ausbildungsstellen. Das heißt, hier ist

die Situation doch relativ komfortabel für die Auszubildenden


Ingo Degenhardt: Das stimmt – wenn man nur das reine

Zahlenmaterial betrachtet, dennoch gibt es Unterschiede

zwischen Angebot und Nachfrage beziehungsweise dem

Angebot und dem Wunschberuf. Berufswahlorientierung,

die damit verbundenen richtigen Angebote und Hilfestellungen

von vielen regionalen Partnern sind dabei enorm

wichtig. Hier leistet das Netzwerk „Karriere-hier“ sehr

gute Arbeit, auch im Hinblick auf die Unterstützung von

Eltern bei der Berufsorientierung ihrer Kinder. Auch wir

als DGB sind Mitglied in diesem Netzwerk. Wichtig ist es,

die Chancen und Möglichkeiten von beruflicher Bildung

in unserem dualen System immer wieder hervorzuheben.

Aber auch der ein oder andere Arbeitgeber muss an seiner

Attraktivität arbeiten. Hier lohnt sich der Blick in unseren

Ausbildungsreport.

WOLL: Wie sieht Ihre Vision für den Ausbildungsmarkt

der Zukunft aus – auch und besonders vor dem

Hintergrund der Digitalisierung?

Ingo Degenhardt: Fest steht: Die Arbeitswelt braucht gut

ausgebildete und motivierte Fachkräfte. Das gelingt nur mit

einer qualitativ hochwertigen und attraktiv ausgestalteten

Berufsausbildung. Sie muss junge Menschen begeistern,

ihnen eine Perspektive nach der Ausbildung bieten und ihnen

die notwendige Wertschätzung zukommen lassen, die

sie verdienen. Dafür braucht es klare Weichenstellungen

und – bezogen auf die Digitalisierung – die Veränderung

von Berufsbildern. An diesen Veränderungen sind auch wir

als Arbeitnehmervertreter beteiligt. Ein Beispiel aus unserer

Region: Aktuell beschäftigt sich ein Projekt bei der Handwerkskammer

Südwestfalen mit der Herausforderung der

Digitalisierung in der Ausbildung in Handwerksbetrieben.

Hier geht es um aktuelle Anforderungen und zukünftig

notwendige Kompetenzen zur digitalen Vernetzung in der

überbetrieblichen Ausbildung. Zum Arbeitsalltag gehören

schon heute digitale Anwendungen und Produkte. Daher

ist es wichtig, dass bereits in der Ausbildung das Verständnis

für digitale Vernetzung integriert und vermittelt wird. ■

56 - WOLL Elternratgeber


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WOLL Elternratgeber - 57


Quelle: AdobeStock_277985361_tadamichi

Kooperation von Arbeitsagentur, IHK und Handwerkskammer:

„Spurwechsel“ zeigt Perspektiven auf

Paul Senske

STUDIENAUSSTIEG AUCH ALS CHANCE

Allein die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

Fast jeder dritte Studierende bricht vor allem an

Universitäten das Studium ab. Das betrifft auch

junge Erwachsene aus Akademikerfamilien, die offensichtlich

unter besonderem Druck der Eltern stehen. „Es gibt

einen großen Ehrgeiz unter Akademikern nach dem Motto:

Wir haben alle studiert und Du studierst auch“, sagte Ricarda

Steinmayr in einem Gespräch mit der WELT am 21.

März 2021. Aber nicht alle Kinder seien in der Lage, eine

akademische Laufbahn einzuschlagen. Die Eltern müssten

auch die Kompetenzen der Kinder berücksichtigen, betont

die Professorin für pädagogische Psychologie an der Technischen

Universität Dortmund. „Es ist eine große Fehlannahme

des Bildungsbürgertums, dass nur der eigene, akademische

Weg zum Erfolg führt.“

Auch wenn der sogenannte „Akademisierungswahn“ (Münchner

Philosoph Julian Nida-Rümelin) weiter anhält, Industrie,

Handwerk und Gewerbe haben längst das große Potenzial

der Studienabbrecher erkannt. „Auch Studienabbrecher sind

willkommen“, heißt es vermehrt in Stellenanzeigen der Betriebe.

Die „Absteiger“ mit einer hohen schulischen Qualifikation

können für die Wirtschaft ein attraktives Führungs- und

Fachkräftepotenzial entwickeln. Und vor allem: Die jungen

Erwachsenen wissen nach dem Abbruch und dem vermeintlichen

Abstieg, was sie wollen.

Vor diesem Hintergrund und auch des Fachkräftemangels haben

sich die Netzwerke „Spurwechsel“ gegründet. Im Hochsauerlandkreis

und Kreis Soest wurde das Netzwerk – Agentur

für Arbeit, Handwerkskammer und IHK – 2015 aus der Taufe

gehoben. Es zeigt mit großem Erfolg Anschluss-Perspektiven

auf und ermöglicht den vermeintlichen „Absteigern einen Aufstieg“.

Studienfachwechsel, duale Ausbildung, duales Studium

oder Seiteneinstieg: Die Palette der Angebote und Vermittlungen

ist vielfältig. Viele Wege führen im breitgefächerten

deutschen Bildungssystem zum beruflichen Erfolg: „Karriere

anders denken“, nach Enttäuschungen, die sich bietenden

Chancen zu ergreifen und das eigene Potenzial zu entfalten,

wie beim Spurwechsel. ■

E-Mail HSK:

Meschede.Spurwechsel-HSK@arbeitsagentur.de

E-Mail Soest:

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58 - WOLL Elternratgeber


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78 - WOLL Frühjahr 2021

• Mechatroniker /-in WOLL Elternratgeber - 59

• Fachkraft für Lagerlogistik


Berufskolleg Berliner Platz des HSK: Bildungsgänge

duale Ausbildung sind Schwerpunkte

Wirtschaft in der

Region stärken

Foto:RKW architektur+

Paul Senske

Berufskolleg

Berliner Platz

Das Berufskolleg Berliner Platz in Neheim-Hüsten

ist eines von fünf Berufskollegs in Trägerschaft

des Hochsauerlandkreises. Es umfasst Bildungsgänge

aus dem Bereich Wirtschaft und Verwaltung sowie

aus dem technisch-gewerblichen Bereich und ermöglicht

jeden allgemeinbildenden Schulabschluss. Schwerpunkt

ist der Unterricht in den dualen Ausbildungsberufen.

„Die duale Ausbildung hat überragende Bedeutung. Mit

ihr stärken wir die Wirtschaft in der Region“, sagt Schulleiter

Berthold Hohmann.

Im Berufskolleg Berliner Platz sind rund 70 Prozent der 2.100

Schülerinnen und Schüler in der dualen Ausbildung unterwegs.

„Sie ist ein solides Fundament und ein Karriere-Sprungbrett“,

betont die stellvertretende Schulleiterin Uta Heitmann. „Die

duale Ausbildung eröffnet sehr gute berufliche Perspektiven.“

Nicht von ungefähr pflegt das Berufskolleg engen Kontakt

zu den Betrieben in der einwohner- und wirtschaftsstarken

Region Arnsberg- Sundern. Die Lehrkräfte des Berufskollegs

„Neubau wichtiges Zeichen für

Investition in Berufsausbildung“

- Berthold Hohmann

sind in der Regel auch Mitglieder der jeweils dreiköpfigen Prüfungsausschüsse

(Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Lehrer) der IHK,

Handwerks-, Steuerberater- und Ärztekammer.

Die Palette der angebotenen Bildungsgänge im dualen Bereich

umfasst mehr als 20 Berufe. Im Komplex Wirtschaft

und Verwaltung erstreckt sich das Angebot von Kauffrau/

Kaufmann für Büromanagement über Verkäuferin/Verkäufer

im Einzelhandel bis zur/m Medizinischen Fachangestellten.

Der Bereich Technik beinhaltet u. a. die Berufe Industriemechaniker/in

oder Kraftfahrzeugmechatroniker/in. Der Beruf

Elektroniker/in ist mit den Bereichen Automatisierungstechnik,

Energie- und Gebäudetechnik sowie Gebäudetechnik

gleich dreimal vertreten. „Vor allem den Bildungsgang Elektroniker/in

für Automatisierungstechnik wollen wir stärken“,

60 - WOLL Elternratgeber


„Duale Ausbildung bietet

Riesenchancen für Migranten“:

Berthold Hohmann.

„Duale Ausbildung ist ein

solides Fundament“:

Uta Heitmann.

erklärt Hohmann. „Dieser Beruf orientiert sich an den zukünftigen

Anforderungen im Bereich der industriellen Produktionstechnik.“

Sowohl die Ausbildungsvorbereitung als

auch verschiedene Bildungsgänge der Berufsfachschule werden

am Berufskolleg Berliner Platz angeboten. Mit diesen Bildungsgängen

werden die Jugendlichen auf die Ausbildung sowohl

im technisch-gewerblichen Bereich als auch im Bereich

Wirtschaft und Verwaltung vorbereitet.

Integration von Migranten

auf dem Arbeitsmarkt

Ein wichtiges Thema für Schulleiter Hohmann und die

rund 95 Kollegen/innen ist die Integration von Migranten

auf dem Arbeitsmarkt. „Die duale Ausbildung bietet Riesenchancen

für Migranten. Rein formal bestehen für den

Zugang zum dualen System keine Zugangsvoraussetzungen,

auch wenn die Mehrzahl der Auszubildenden über einen

mittleren Schulabschluss oder über eine Hochschulzugangsberechtigung

verfügt“, so Hohmann. „So wie alle Auszubildenden

können auch die Migranten mit dem erfolgreichen

Abschluss der Berufsschule einen allgemeinbildenden Abschluss

erlangen.“

im Mittelpunkt. Im praxisnahen Bildungsgang Fachoberschule

für Wirtschaft und Verwaltung kann die Fachhochschulreife

erworben werden. Die Fachschule für Wirtschaft

- Schwerpunkt Absatzwirtschaft - ist ein berufsbegleitender

Bildungsgang zur Weiterbildung und schließt nach drei Jahren

mit dem Titel Staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in. Ab

dem Schuljahr 2022/2023 wird auch der Ausbildungsberuf

Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce angeboten.

Als „wichtiges Zeichen, dass in den Bereich der Berufsausbildung

investiert wird“, bezeichnet Hohmann den gut 40

Millionen teuren Neubau des Kollegs. Die Arbeiten für das

moderne, barrierefreie Gebäude mit sechs Etagen laufen.

Anfang 2023 soll aus dem alten in das neue Gebäude umgezogen

werden. Für die Stadt Arnsberg stellt der Neubau

ebenfalls einen Meilenstein in der Entwicklung des „Bildungscampus

Berliner Platz“ mit Franz Stock-Gymnasium,

Sauerland-Kolleg sowie dem Neubau des Kolping Bildungszentrums

dar. ■

Im neuen Schuljahr 2021/2022 erweitert das Kolleg sein Angebot

im Bereich Wirtschaft und Verwaltung mit zwei neuen

Bildungsgängen. Hier steht jeweils das Thema E-Commerce

WOLL Elternratgeber - 61


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sein. Für diejenigen, die eine Aus-

62 - WOLL Elternratgeber


Steffen Hoffmann schätzt das Vertrauen,

die Unterstützung und den nötigen Freiraum,

das ihm bei Oventrop zugesprochen wird

Marketing-Managerin Stephanie Betten mit

Steffen Hoffmann und Svenja Decker

bildung in dem Sauerländer Familienunternehmen

absolviert haben, bieten sich

Chancen, die so wohl nur noch selten zu

finden sind.

Steffen Hoffmann ist ein gutes Beispiel

dafür. 2012 hat er in der unternehmenseigenen

Lehrwerkstatt seine, wie er betont

„sehr hochwertige Ausbildung

zum Industriemechaniker abgeschlossen.

Nach seiner Ausbildung war er zunächst

kurz im Wareneingang tätig, anschließend

verstärkte er das Team der Zeitwirtschaft.

Oventrop unterstützte ihn

zeitgleich bei seinen Weiterbildungen

zum REFA-Techniker und REFA-Ingenieur.

2018 übernahm Steffen Hoffmann,

damals erst 28 Jahre alt, die Leitung

der Montagen. Ungewöhnlich in

seinem Alter, das ist dem heute 32-jährigen

bewusst: „Generell ist es nicht selbstverständlich,

dass man in so jungen Jahren

eine Führungsposition mit derart viel

Verantwortung übertragen bekommt.“

Oventrop gibt einem das Vertrauen, die

Unterstützung und den nötigen Freiraum“,

um sich selbst zu entwickeln, sagt

Hoffmann. Allerdings geht es nicht ohne

den nötigen Einsatz: „Hier wird auch

mal auf solche Dinge geachtet, wie: Wer

läuft die Extrameile? Wer hat Spaß am

Job? Dankbar und ein wenig verwundert

über die ihm gebotene Möglichkeit ist

der Olsberger, der jetzt in Brilon wohnt,

noch immer: „Und plötzlich ist man

nicht mehr nur verantwortlich für die

WOLL Elternratgeber - 63


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Hier geht’s zu den Ausbildungsplätzen:

Svenja Decker freut, dass sie das Kooperative

Studium bei Oventrop machen konnte

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Tätigkeit, die man macht, sondern für

die Leute, die die Tätigkeit verrichten.“

Einen völlig anderen Werdegang hat

Svenja Decker. „Ich habe mich so gefreut,

dass ich das Kooperative Studium

hier bei Oventrop machen konnte“, berichtet

sie. „Ganz so selbstverständlich ist

das für Frauen in technischen Berufen

ja immer noch nicht.“ Für das Unternehmen

Oventrop offenbar schon. 2015

begann Svenja Decker ihr Studium im

Bereich Wirtschaftsingenieurwesen-Gebäudesystemtechnologie

an der FH in

Hagen/Lüdenscheid. Praktisch sah es für

die gebürtige Meschederin so aus, dass

sie in Vollzeit studiert hat und in den

Semesterferien bei Oventrop gearbeitet

hat – festangestellt. 2019 machte sie ihren

Bachelor und arbeitet seitdem in der

Digitalen Geschäftsentwicklung. „Eine

sehr zukunftsweisende Abteilung mit

spannenden Tätigkeitsfeldern, welche es

in der Form bisher nicht in vielen Unternehmen

gibt.“ Svenja Decker hat berufsbegleitend

ein Masterstudium begonnen.

„Das mache ich dann „nebenher“ am

Wochenende“ sagt sie und schmunzelt.

Auch hier kann sie auf die Unterstützung

des Unternehmens zählen.

„Man muss nicht unbedingt ein Studium

haben, um Karriere zu machen“, fasst

Stephanie Betten die Ausbildungssituation

bei Oventrop zusammen, „Wenn man

sich von Anfang mit einbringt, kann das

auch anders funktionieren.“ Betten betont

auch, dass qualifizierte Fachkräfte

immer benötigt werden.

„Die Firma Oventrop sieht sich als bodenständiges

Sauerländer Unternehmen“,

sagt Marketing-Managerin Stephanie

Betten, „hier arbeiten Menschen, die mit

dem Sauerland verwurzelt sind.“

Trotzdem kommt bei dem einen oder

anderen jungen Menschen auch mal das

Fernweh hoch. „Kein Problem“, weiß

Stephanie Betten, „Wir sind nicht nur in

Europa vertreten, sondern zum Beispiel

auch in China, Russland oder Australien.“

Aber am schönsten ist doch immer noch

im Sauerland, woll? ■

64 - WOLL Elternratgeber


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WOLL Elternratgeber - 65


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66 - WOLL Elternratgeber










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stabilen Unternehmens ermöglicht

es unserem Team

dabei, unseren Auszubildenden

bei Problemen stets

unterstützend zur Seite zu

stehen und sie ein Stück

weit auf diesem für sie so

wichtigen Abschnitt auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben

zu begleiten.

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19 - WOLL Winter 2020

WOLL Elternratgeber - 67


Silvio Sydlo (20) macht eine Ausbildung zum Stahlbetonbauer

bei Heckmann Bau in Brilon

Ordentlich anpacken und

immer an anderen Orten

Daumen hoch: Silvio hat den

passenden Beruf für sich gefunden.

Daniela Weber

Iris Böning

E

inen bestimmten Wunschberuf hatte Silvio Sydlo (20) nach der Schulzeit nicht. Klar war für den handwerklich

begabten Briloner aber: Es soll ein Beruf sein, bei dem man auch mal selber „ordentlich anpacken“ und

handwerkliches Geschick beweisen muss. Dass es eine Ausbildung zum Stahlbetonbauer bei Heckmann Bau in

Brilon wird, ergab sich letztendlich spontan. Die richtige Wahl war es auf jeden Fall: „Der Beruf passt zu mir.“

Der Auszubildende zum Stahlbetonbauer im zweiten Lehrjahr

fühlt sich sichtlich wohl bei der Arbeit. Betonmischungen

anrühren und in Schalungen gießen, „das macht mir

sehr viel Spaß.“ Der 20-Jährige liebt die Abwechslung in

seinem Beruf und vor allem die unterschiedlichen Einsatzorte:

„Ich arbeite immer auf verschiedenen Baustellen. Das

finde ich sehr gut. Nur im Betrieb zu sein, das wäre mir zu

langweilig.“Für Vielfalt und eine gute Mischung aus Theorie

und Praxis sorgt vor allem auch der Aufbau der dreijährigen

dualen Ausbildung. Diese ist in drei Bereiche aufgeteilt: mal

ist Silvio im Betrieb, mal im Ausbildungszentrum in Hamm

und mal in der Berufsschule in Münster – immer als Block

für ein bis zwei Wochen. „Ich übernachte dann auch immer

in Hamm beziehungsweise in Münster und komme nur

an den Wochenenden nach Hause. Man ist natürlich viel

unterwegs. Aber das ist vollkommen in Ordnung.“ Das Ausbildungszentrum

ist eine Art Schule mit Notensystem. Dort

wird die Theorie, die in der Berufsschule vermittelt wird, in

Übungen praktisch umgesetzt und vertieft.

„Man macht alles mit“

Richtige Arbeitsluft schnuppert der Briloner dann auf den

zahlreichen Baustellen. Dort muss dann auch schon mal „ordentlich

angepackt“ werden. Für Silvio Sydlo kein Problem:

„Ich finde es super, körperlich zu arbeiten. Wenn aber eine

68 - WOLL Elternratgeber


Stahltafel zum Beispiel 200 kg wiegt, dann benutzen wir

natürlich zum Bewegen Maschinen. Kleinere werden von

uns selbst gehoben.“ Dass er auf der Baustelle voll eingebunden

wird, gefällt ihm besonders gut. „Mittlerweile bekomme

ich auch viele Aufgaben, die ich selbständig machen

soll. Man macht alles mit.“

Und was sollte ein angehender Stahlbetonbauer abgesehen

von körperlicher Fitness noch mitbringen? „Man sollte relativ

flexibel sein. Wenn eine Aufgabe mal nicht auf Anhieb

funktioniert, dann muss man schnell umdenken und eine

Lösung finden, damit man weiterkommt.“ Ziele für seine

berufliche Zukunft hat der Azubi auch schon. Nach der

Ausbildung möchte er erst einmal im Betrieb bleiben. „Und

ich möchte mich natürlich auch noch weiterbilden. Das ist

ja wichtig.“ ■

Stahlbetonbauer/in

Stahlbetonbauer/innen stellen Bauteile aus Beton und

Stahlbeton sowie Schalungen und Bewehrungen her

und montieren diese. Auch die Sanierung von feuchten

oder beschädigten Betonwänden, Betondecken,

Betonpfeilern oder Betonträgern gehört zu den Tätigkeitsgebieten.

Die duale Ausbildung dauert drei Jahre.

Wir suchen (m/w/d) ab Frühjahr 2021:

Maurer

Beton- und Stahlbetonbauer

Kranführer

Außerdem Auszubildende (m/w/d) ab August 2021:

Außerdem Auszubildende (m/w/d) ab August 2021:

Maurer

Beton- und Stahlbetonbauer

WOLL Elternratgeber - 69


Anzeige

Auf dem Weg zum handwerklichen Allrounder

Die Maurer-Ausbildung:

Hart aber überaus herzlich

58

ausgebildete Maurer in zwanzig Jahren – das ist die positive Leistungsbilanz der Baugesellschaft PRIOR

mbH. Das Erlinghauser Unternehmen überzeugt als kompetenter Ausbildungsbetrieb mit guten Zukunftsaussichten,

attraktivem Verdienst und einer abwechslungsreichen Tätigkeit.

Sowohl eine Garage als auch ein

Industrieheizkraftwerk

Schon vor mehr als 150 Jahren führte

Franz Prior, der als selbständiger Handwerker

tätig war, Auftragsarbeiten für

die Gemeinde Erlinghausen aus. Aus der

1867 gegründeten Bauunternehmung

entwickelte sich nach und nach die Baugesellschaft

PRIOR mbH. Ein mittelständisches

Unternehmen, das Heinz-

Ulrich Prior heute als Geschäftsführer

in 6. Generation leitet. Mit der Spezialisierung

auf den Stahlbetonbau begann

Heinz-Ulrichs Vater Karl-Heinz in den

1980er-Jahren. Heute macht dieser Bereich

sogar 80 % der Gesamttätigkeit

aus. Neben Industrie- Gewerbe- und

Bürogebäude, die das Unternehmen mit

aufbaut, werden allerdings auch heute

immer noch hochwertige Mauerwerksarbeiten

mit Bruchsteinen und Klinkersteinen

errichtet. Grundsätzlich ist alles

möglich, wie Heinz-Ulrich Prior betont,

„von der Garage bis zum Industrieheizkraftwerk“.

Auch im Erd- und Tiefbau,

sowie der Erstellung von Außenanlagen

ist die Firma Prior vertreten.

Ein breites Spektrum also, das einen

Auszubildenden erwartet.Auszubildende

zum Maurer haben es dann konkret

mit Arbeiten wie Mauern, Verputzen,

dem Verlegen von Entwässerungsrohren,

Fliesen und Pflastersteinen, dem

Bauen von Schalungen und dem Erstellen

von Stahlbetonflächen zu tun.

Die aktuellen Auszubildenden der Baugesellschaft

PRIOR mbH mit Maurer- und

Stahlbetonbaumeister Daniel Gensicke

Christel Zidi

sabrinity

Abwechslungsreiche und spannende

Aufgaben, nicht zuletzt, weil man auf

wechselnden Baustellen unterwegs ist.

„Die Maurerausbildung schafft die

Grundlagen zum handwerklichen Allrounder“,

fasst Prior die Möglichkeiten

in diesem Beruf zusammen. Und all das

ist auch mit Hauptschulabschluss möglich.

Auch die Bezahlung ist recht attraktiv

– schon während der Ausbildung

werden im Baugewerbe die höchsten

Tariflöhne gezahlt.

Gute Zukunftsaussichten

Derzeit sind es acht junge Männer,

die nach der Ausbildung beste Übernahmechancen

haben: „Grundsätzlich

70 - WOLL Elternratgeber


Teamwork und auch das Führen von Baggern

gehören zur Maurer-Ausbildung

bieten wir jedem Auszubildenen nach

abgeschlossener Gesellenprüfung einen

festen Arbeitsplatz an“, erklärt Prior.

Er sieht das ganz pragmatisch, gerade

im Hinblick auf den derzeitigen Fachkräftemangel

im Handwerk: „Mit ihrer

Ausbildung werden neue Fachkräfte

generiert, die sich später weiter spezialisieren

können: als Tiefbaufacharbeiter,

Baggerführer, Kranführer oder Stahlbetonbauer.

Später können die fertigen

Maurer auch Karriere als Vorarbeiter

oder Polier machen und, als höchste

Stufe der beruflichen Ausbildung, den

(Maurer- und Stahlbetonbau-) Meisterbrief

erwerben. Fünf ehemalige Auszubildende

sind derzeit als Poliere im

Unternehmen tätig. Ein Mitarbeiter

besucht die Meisterschule, ein weiterer

wird im Herbst 2021 diesen Weg einschlagen.

Insgesamt arbeiten 50 Mitarbeiter

auf den Baustellen und auf seinem

Bauhof; zusätzlich acht Angestellte

im kaufmännischen und technischen

Bereich.

Wenn aus Jungs starke

Männer werden

In diesem Jahr bietet Heinz-Ulrich

Prior vier bis fünf Ausbildungsplätze

an. Dabei beschränkt er sich nicht auf

männliche Bewerber. „Allerdings ist es

– trotz einiger Hilfsmittel - nach wie vor

ein harter Job“, gibt er zu. „Aber auch

nicht mehr so wie früher, als man noch

25 kg schwere Steine in die Hand nehmen

musste. Das machen wir heute mit

Minikränen und Mauermaschinen, die

einen halben Quadratmeter Mauerwerk

greifen und versetzen können.“ Seine

Aufgabe als Ausbilder ist für ihn gleichzeitig

spannend und herausfordernd:

„Die kommen aus der Schule, sind liebe

nette Jungs und in den drei Ausbildungsjahren

entwickeln sie sich zu gestandenen

Männern.“ Und weiter fährt

er fort: „Das Klima bei uns ist schon

ein wildes. Rau, aber herzlich.“ In den

Pausen sitzen die Männer zusammen

im Container, dann werden Dönekes

und Geschichten von früher erzählt.

Und es wird viel gelacht. Am Ende eines

Arbeitstages sehen die Männer, was sie

am Tag geschaffen haben und kommen

zufrieden und ausgeglichen nach Hause.

Gute Work-Life-Balance nennt man

das auch, Stressverarbeitung aufgrund

der körperlichen Betätigung. Psychosomatische

Erkrankungen, wie z. B. ein

Burnout sind bei handwerklich tätigen

Menschen deshalb so gut wie nicht vorhanden.

„Anders als in vielen Industrieberufen

regiert auf dem Bau der Mensch

die Maschine und nicht die Maschine

den Menschen“. ■

Florian Hess freut sich in der Ausbildung über

abwechslungsreiche und spannende Aufgaben

Baugesellschaft PRIOR mbH

Schulstraße 2 b

34431 Marsberg-Erlinghausen

Telefon: (0 29 92) 97 67 - 0

Telefax: (0 29 92) 97 67 - 20

E-Mail: info@prior-bau.de

WOLL Elternratgeber - 71


Statt Lehramtsstudium startete Olivia

Ausbildung zur Anlagenmechanikerin

Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

„Erst einmal was

Praktisches machen“

Paul Senske

S. Droste

Eigentlich wollte Sie nach

dem Abitur 2016 Deutsch und

Kunst auf Lehramt studieren,

mit Münster stand der Studienort

schon fest, doch dann begann Olivia

Hecking an ihren Plänen zu zweifeln:

„Ich dachte mir, mach erst einmal

was Praktisches und Sinnvolles,

worauf man aufbauen kann“, sagt die

23-jährige Neheimerin. Sie entschied

sich gegen das Studium und für eine

duale Ausbildung im Sanitär- und

Heizungs-Betrieb ihres Vaters. Sie

startete eine Lehre als Anlagenmechanikerin

für Sanitär-, Heizungs- und

Klimatechnik (SHK). Inzwischen

ist Olivia auf der beruflichen Überholspur

und wird in einem Jahr ihre

Meisterprüfung ablegen, die dritte

Reifeprüfung nach Abitur und Gesellenbrief.

„Diese Kehrtwende war schon überraschend“,

erklärt Olivias Mutter Christiane.

„Mein Mann und ich haben sie

dazu nicht gedrängt, es war Olivias alleinige

Entscheidung.“ Vater Harald, diplomierter

Ingenieur, war ebenso überrascht:

„Olivia, überleg Dir das noch

einmal, ansonsten freue ich mich und

heiße Dich im Betrieb herzlich will-

kommen.“ Olivias Entschluss stand, sie

stieg in den Betrieb ein und begann die

duale Ausbildung. Bruder Gilbert (21)

absolvierte derweil eine Lehre als Karosserie-

und Fahrzeugbauer.

Eine der wenigen

Frauen in SHK-Berufen

Olivias Ausbildung im väterlichen Betrieb

nahm schnell und richtig an Fahrt

auf. Aufgrund des Abiturs wurde die

Ausbildung verkürzt, ihre schulischen

Leistungen am Berufskolleg in Neheim-

Hüsten waren überdurchschnittlich,

auch die Abschlussnote der Gesellenprüfung

im Sommer 2019 wurde sehr

gut bewertet. Folglich nahm sie auch

an einem regionalen Wettbewerb der

besten Azubis ihres Gewerkes teil, worüber

sie sich „sehr gefreut“ hat. Der

Fühlt sich in ihrem Beruf: Olivia Hecking.

berufliche Erfolgsweg ging weiter, sie

startete mit der Meisterausbildung. Im

Mai 2022 steht die Meisterprüfung

auf dem Programm. Olivia ist eine der

wenigen Frauen in ihrem Gewerk, für

das handwerkliche Fähigkeiten, hohes

technisches Verständnis sowie grundlegende

Kenntnisse insbesondere der

Wasser-, Luft-, Umwelt- und Wärmetechnik

wichtige Voraussetzungen sind.

„In meiner Berufsschulklasse war ich

die einzige Frau.“

Olivias Talent und Interesse an ihrem

Beruf kommen nicht von ungefähr.

„Schon als Kind war sie motorisch begabt,“

erzählt Mutter Christiane, die

für die Buchhaltung zuständig ist. „Sie

musste was tun, dann war sie zufrieden.“

Olivia fühlt sich in der täglichen Arbeit

mit ihrem Vater oder auch bei Einzel-

72 - WOLL Elternratgeber


aufträgen pudelwohl. „Jeder Tag ist eine

Herausforderung mit neuen Kunden

und neuen Aufgaben. In diesem Beruf

gibt es viele unterschiedliche Facetten

und abwechslungsreiche Aufgaben.

Man braucht nicht nur die Kraft, sondern

auch den Kopf für die Planung.

Das Wichtigste dabei ist, sorgfältig und

sauber zu arbeiten, wie es auch die Vorschriften

vorsehen. “Für Olivia ist es

auch wichtig, einen Beitrag zum Klimaschutz

zu leisten. „Die Anzahl der

umweltschonenden Anlagen mit geringem

CO2-Ausstoß wird immer größer.

Wir arbeiten mit neuen Technologien.

Die Themen Energieeinsparung in

der Haus- und Gebäudetechnik sowie

Nachhaltigkeit spielen eine dominante

Rolle.“

Olivia hat in ihrem Beruf eine „erfüllende

Aufgabe“ gefunden. In einem Jahr

steht die Meisterprüfung an. Ihre Pläne

danach? Sie will alles Schritt für Schritt

auf sich zukommen lassen, auch die

Übernahme des Betriebes in dritter Generation

könnte sie sich vorstellen. Ihre

Eltern haben Olivia bei der Berufswahl

freie Hand gelassen. „Wir üben auch

künftig keinen Druck aus“, betont Mutter

Christiane. „Das ist Olivias alleinige

Entscheidung.“ ■

Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Der Beruf des/r Anlagenmechanikers/in

für Sanitär-, Heizungsund

Klimatechnik (SHK) gilt

als breit gefächert, komplex und

anspruchsvoll. Er umfasst die früheren

Berufsbilder des Gas- und Wasserinstallateurs,

des Heizungs- und

Lüftungsbauers und schließt solarund

elektrotechnische Kenntnisse

und Fertigkeiten ein. Auch der Bereich

der Gebäudemanagement-Systeme

wird immer wichtiger. Anlagenmechaniker/innen

für SHK sind

Experten in Sachen Gebäudetechnik.

Sie montieren Rohrleitungen,

warten und setzen Anlagen instand

und beraten auch die Kunden. Die

Auszubildenden erwerben in der

dualen Ausbildung grundlegende

Kenntnisse in der Wasser-, Wärme-,

Klima- und Umwelttechnik bzw.

erneuerbare Energien und spezialisieren

sich dann. Die Ausbildung

dauert dreieinhalb Jahre. Nach

der Gesellenausbildung bestehen

Weiterbildungsmöglichkeiten zum/r

Kundendienst/Servicetechniker/in,

zum Meister und zum/r Staatlich

geprüften Techniker/in.

Mechatroniker für Kältetechnik (m/w/d) gesucht!

Ausbildung zum 01.08.2021 oder 2022

Willkommen in der Kälte- und Klimatechnik!

Auf dich wartet eine spannende Zeit in einem modernen, vielseitigen

Handwerksberuf mit tollen Perspektiven.

Das lernst du bei uns:

+ Kälte- und Klimaanlagen planen,

installieren und reparieren

+ Neue Umwelttechnologien

einsetzen

+ Kunden beraten, Technologien

verkaufen, Hilfe leisten

+ Prüfen und Messen

Das bringst du schon mit:

+ Du hast einen guten Haupt- oder

befriedigenden Realschulabschluss

+ Du bist technik- und computerinteressiert

und gut in Physik

+ Du packst gern an, bist

handwerklich geschickt

+ Du liebst den Umgang mit

Menschen

Bewerbungen an:

Vorderwülbecke GmbH Kälte Klima Wärme

Hauptstraße 33 | 59909 Bestwig | stefan@vorderwuelbecke.net

WOLL Elternratgeber - 73

Vorderwülbecke Kälte Klima Wärme GmbH | Hauptstraße 33 | 59909 Bestwig-Olsberg | Tel. 02904 97980


Gesucht

Straßenbauer!

Das sind wir!

Die Franz Trippe GmbH mit Sitz in

Schmallenberg wurde 1972 gegründet

und ist heute mit 100 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern ein kompetenter

und gefragter Partner für öffentliche,

gewerbliche und private Auftraggeber

im Sauerland und darüber hinaus. In

allen Bereichen des Straßen-, Tief- und

Landschaftsbau stellen wir täglich unsere

Leistungsstärke unter Beweis.

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und hast keine Scheu vor körperlicher Arbeit. Du

besitzt handwerkliches Geschick, technisches Interesse und

räumliches Vorstellungsvermögen. Du hast einen Hauptschulabschluss,

Realschulabschluss, Fachhochschulreife oder Abitur.

Das bieten wir!

Du kannst Dich auf eine abwechslungsreiche Ausbildung mit

vielseitigen Einsatzgebieten und neuen Herausforderungen

freuen. Mit Dir zusammen sind wir ein junges, motiviertes

Team und können auf einen modernen Maschinen- und

Fuhrpark zurückgreifen. Wenn Du willst, ist die erfolgreich

absolvierte Abschlussprüfung der Grundstein für Deinen verantwortlichen

Werdegang in unserem Unternehmen.

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Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus?

„Während der Ausbildung bekommst Du Einblicke in die

vielfältigen Arbeiten auf einer Baustelle. Wir sind in verschiedenen

Bereichen des Straßenbaus tätig, wie z.B. Pflasterarbeiten,

Kanalarbeiten sowie Maschinen- und Gerätebedienung.

Durch die Fachkompetenz und kollegiale Art der Mitarbeiter

wirst Du super unterstützt und als wichtiger Kollege bei der

Arbeit auf der Baustelle integriert. Du erlebst den Fortschritt

von Baubeginn bis zur Fertigstellung und Einweihung hautnah

mit. Das gibt Dir ein super gutes Gefühl, weil Du siehst,

was Du mit Deinen Händen Arbeit geschafft hast. Mir macht

die Arbeit an der frischen Luft sehr viel Spaß und ich freue

mich besonders auf die verschiedenen, abwechslungsreichen

Franz Trippe GmbH · Im Brauke 8c · 57392 Schmallenberg

Tätigkeiten.“

74 - WOLL Elternratgeber

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3. Ausbildungsjahr, spielt in der

Freizeit beim FC Arpe/Wormbach

Fußball und trifft sich,

wann immer möglich, mit seinen

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Ausbildungsort: Schmallenberg

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30 Tage pro Jahr

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Schule:

Berufskolleg Meschede oder Attendorn

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WOLL Elternratgeber - 75


Julia Sikora (18) absolviert „mit Begeisterung“ ihre Ausbildung

zur Mechatronikerin bei Martinrea Honsel

Auch Julias Mutter

stimmte schließlich zu …

Paul Senske

Philipp Nolte

Julia Sikora.

Sie ist eine freundliche und authentische junge Frau, die weiß, was sie will.

Julia Sikora ist 18 Jahre jung, kommt aus Warstein und absolviert bei

Martinrea Honsel in Meschede im ersten Jahr eine Ausbildung zur Mechatronikerin.

Julia ist „mit Begeisterung“ bei der Sache und hat offensichtlich

die richtige Berufswahl getroffen. Drei Praktika weckten das Interesse für den

Beruf, der „gemeinsame elterliche Segen“ für Julias Berufswunsch erfolgte nach

längerer Überzeugungsarbeit.

„Mein Vater, dem ich früher auch zuhause

immer gern geholfen habe, war

sofort dafür, als ich den Wunsch äußerte“,

erzählt Julia, die im Juni 2020 mit

der Klasse 10c ihren Abschluss an der

Städtischen Realschule Meschede feierte.

„Meine Mutter war aber zunächst

nicht von meinem Berufswunsch begeistert.

Aber mein Vater und ich haben

sie schließlich überzeugt, dann hat auch

sie zugestimmt, dass ich die duale Ausbildung

zur Mechatronikerin absolviere.“

“Dieser Beruf passt zu mir.”

Der „gemeinsame elterliche Segen“ ebnete

ihr schließlich den Weg in die Ausbildungswerkstatt

von Martinrea Honsel,

die sie schon von früher kannte. Sie hatte

zuvor drei Praktika bei Honsel absolviert.

Das erste war ein Schüler-Praktikum.

„Das hat mir sehr gefallen.“ Und zwar so

gut, dass sie danach zwei freiwillige Praktika

anschloss und schließlich voll überzeugt

war: „Ich möchte Mechatronikerin

werden. Dieser Beruf passt zu mir.“

Julia weiß, dass Mechatronikerin ein

76 - WOLL Elternratgeber


anspruchsvoller Beruf mit den Komponenten

Mechanik, Elektronik und Informatik

ist, handwerkliche, technische

und analytische Fähigkeiten erfordert.

Ihr Fazit nach den Erfahrungen im ersten

Jahr der dreieinhalbjährigen Ausbildung:

„Wir lernen eine Menge. Das Gelernte

kann ich später gut gebrauchen.

Mir macht die Arbeit großen Spaß. Die

Atmosphäre ist klasse. Ich fühle mich

hier auch unter den vielen Jungs richtig

wohl.“

Julias Wunsch für die Zukunft? „Ich

will meine Ausbildung erfolgreich abschließen

und hoffe, danach übernommen

zu werden. Dann möchte ich

mich weiterbilden, vielleicht auch noch

studieren.“ Zeit für ihre Hobbys - Malen

und Tanzen - soll ihr als Ausgleich

bleiben. ■

Mechatroniker/in

Mechatroniker/in ist ein vielseitiger

Beruf mit einem breiten

Anforderungsprofil. Die Ausbildung

beinhaltet Themen aus den

Berufen Industriemechaniker und

Elektroniker für Betriebstechnik

sowie aus informationstechnischen

Berufsbildern. Ein(e)

Mechatroniker/in gehört zum

soge nannten Instandhaltungspersonal,

baut mechanische,

elektrische und elektronische

Komponen ten, montiert sie zu

komplexen Systemen, installiert

Steuerungssoftware, wartet bzw.

repariert die Hightech-Maschinen

und hält die Systeme instand.

Kurzum: Die zentrale Aufgabe ist

es, die fehlerfreie Funktionsweise

von Maschinen voller Hightech

zu sichern. Mechatroniker/in ist

ein anerkannter Ausbildungsberuf

in Industrie und Handwerk. Die

Ausbildungszeit beträgt dreieinhalb

Jahre.

Motivierte Talente gesucht!

Mit einer guten Ausbildung legst Du den ersten

Grundstein für eine erfolgreiche Karriere.

Olsberg bietet Dir als innovatives und traditionsreiches

Familienunternehmen interessante Ausbildungsmöglichkeiten

sowohl im gewerblichtechnischen

als auch im kaufmännischen Bereich.

Unsere Ausbildungsangebote (m/w/d)

Gießereimechaniker, Fachrichtung Handformguss

(Bewerbungen auch noch für den Ausbildungsstart 2021 möglich!)

Technischer Modellbauer, Fachrichtung Gießerei

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WOLL Elternratgeber - 77

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PFLEGE UND GESUNDHEITSPRÄVENTION

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PFLEGEAUSBILDUNG IN MARSBERG

Im Rahmen der neuen generalistischen Pflegeausbildung bietet das St.-Marien-Hospital

Marsberg jedes Jahr zehn wohnortnahe Ausbildungsplätze an.

Ausbildungsstart: 1. Oktober und 1. April. Die praktische Ausbildung erfolgt vor Ort

im St.-Marien-Hospital Marsberg, die theoretischen Anteile in Paderborn.

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Weitere Informationen:

Martina Dierkes, Ausbildungskoordinatorin

Tel. 05251 / 702-1404

E-Mail: m.dierkes@bk-marsberg.de

Wir 78 bieten - WOLL Perspektiven: Elternratgeber

www.bk-marsberg.de/ausbildung

Die BBT-Gruppe gehört mit über 100 Einrichtungen zu den großen christlichen Trägern von

Krankenhäusern und Sozial einrichtungen in Deutschland. Über 14.000 Mitarbei tende versorgen

jährlich mehr als 700.000 Patienten ambulant und stationär und bieten in den verschiedenen

Wohn- und Betreuungsangeboten der BBT-Gruppe über 2.400 Menschen eine bessere Teilhabe

am gesellschaftlichen Leben. Unser christlicher Auftrag: Praktizierte Nächstenliebe.


Wir rocken Bestwig, Eslohe,

Meschede und Schmallenberg!

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Caritas rockt!

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Unsere Angebote und Hilfen richten sich an Familien, Kinder,

Jugendliche, Menschen mit Behinderung, Senioren sowie

Migranten. Für die Region sind wir mit über 550 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern ein wichtiger Arbeitgeber. Unsere

Teams wissen, was gute Zusammenarbeit und Zuverlässigkeit

bedeuten – ein gutes Betriebsklima und Spaß bei

der Arbeit.

Bei Interesse einfach melden!

Du bist auf Suche nach einem Ausbildungsplatz oder

möchtest deine bereits erlernten Kenntnisse und Fähigkeiten

erfolgreich in die Praxis umsetzen?

Das trifft sich gut, denn wir suchen DICH. Es ist unser

Anliegen deine Zukunft mitzugestalten und dich bei deinem

Start ins Berufsleben zu begleiten.

Für Auskünfte steht Dir Natalie Plett, unter Telefon 0170 1196841, n.plett@caritas-meschede.de

jederzeit gerne zur Verfügung.

Caritasverband Meschede e. V.

Steinstraße 12, 59872 Meschede, www.caritas-meschede.de

Aus organisatorischen Gründen und der Umwelt zuliebe erfolgt keine Rücksendung Deiner Bewerbungsunterlagen. Wir WOLL möchten Elternratgeber Dich daher - bitten 79 die

Bewerbung online auszufüllen oder per Mail zu senden.


Dave Kesper

Filip Schmitz und Dave Kesper

machen eine Ausbildung zum

Fachangestellten für Bäderbetriebe

„Selbstvertrauen

wächst hier sofort“

Filip Schmitz

Sonja Funke

Iris Böning

Dort zu arbeiten, wo andere sich erholen, und

dabei stets auf die Sicherheit zu achten, ist das

ein Traumjob? „Es macht total Spaß und ist total

vielseitig!“, betonen Filip Schmitz und Dave Kesper.

Die 19-Jährigen sind Azubis zum „Fachangestellten für

Bäderbetriebe“ in der Sauerlandtherme Aqua Olsberg.

Beide sind im zweiten Lehrjahr, haben gerade ihre Zwischenprüfung

gemacht. Was zum Beispiel verlangt wurde?

„Da waren einmal die 100 Meter Sprint auf Zeit in 1:35

Minuten mindestens, dann 400 Meter in zwölf Minuten und

30 Meter Tauchen - je schneller, desto besser. Und noch ein

Kopfsprung vom Dreimeterturm“, sagt Filip. Kein Wunder,

dass Badleiter Johannes Butterweck eben genau dies betont:

„Die einzige Grundvoraussetzung ist, dass Azubis schwimmen

können. Da überschätzen sich manche, das ist nicht ohne, gerade

auch in den Prüfungen. Aber mit einer guten Ausbildung,

einem guten Training kriegen wir das alles hin.“

Der Medebacher Filip hat schon immer gern Sport gemacht,

im Olsberger Wellness- und Sportbad fühlt er sich perfekt

aufgehoben. „Die Lehre ist schon umfassender, als man gedacht

hat, aber es ist auf jeden Fall zu bewältigen.“ Der

Willinger Dave Kesper hat über ein zweiwöchiges Praktikum

im Aqua so richtig Lust auf den Job bekommen. „Danach

wusste ich, das mache ich auf jeden Fall. Ich wollte einen

Job haben, der Spaß macht, und dazu gehört für mich neben

80 - WOLL Elternratgeber

Lesen Sie weiter auf S. 82


LWL-Einrichtungen in Marsberg suchen die

HELDEN VON MORGEN

Die LWL-Einrichtungen sind der größte Arbeitgeber im Raum

Marsberg. Als bedeutender Ausbildungsbetrieb bieten sie jungen

Menschen unterschiedliche Ausbildungsmöglichkeiten

und damit den Start in eine erfolgreiche berufliche Zukunft.

Jede Ausbildungsrichtung spiegelt die hohe Qualität und die

praxisorientierten Ausbildungskonzepte der beiden LWL-Kliniken,

des LWL-Wohnverbundes, LWL-Pflegezentrums und

des LWL-Therapiezentrums für Forensische Psychiatrie wider.

Bei der neuen generalistischen Pflegeausbildung werden in der

LWL -Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe der beiden

LWL-Kliniken die bisher getrennt geführten Ausbildungen in

der Alten-, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits-

und Kinderkrankenpflege zusammengeführt. Mit

einem Abschluss zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann

können Pflegefachkräfte in allen Pflegebereichen arbeiten. Sie

haben bessere Aufstiegschancen und sind flexibler. Der Abschluss

ist europaweit anerkannt.

Auszubildende zur Kauffrau bzw. zum Kaufmann für Büromanagement

durchlaufen zunächst alle Verwaltungsbereiche,

bevor sie sich im letzten Teil ihrer Ausbildung auf eine Abteilung

festlegen, in der sie dann berufsspezifische Kenntnisse

erlangen. Dort werden die Auszubildenden in der Regel direkt

im Anschluss an ihre Ausbildung weiterbeschäftigt. Der LWL

bildet so effizient und effektiv Fachkräfte für den eigenen Bedarf

aus.

In Kooperation mit einer Fachschule für Heilerziehungspflege

können Auszubildende beim LWL in Marsberg, die für diesen

anspruchsvollen Beruf erforderlichen Kompetenzen lernen. In

der dreijährigen Ausbildung findet der Theorieunterricht an

zwei Wochentagen im Berufskolleg Olsberg statt und die verbleibende

Arbeitszeit - als sogenannte „praxisintegrierte Ausbildungsform“

- in Wohngruppen des LWL-Wohnverbundes

oder auf Stationen des LWL-Therapiezentrums.

LWL-Einrichtungen Marsberg

Weist 45 | 34431 Marsberg

www.lwl-marsberg.de

02992 601-1826 I personal@lwl.org

WOLL Elternratgeber - 81


dem Schwimmen und der Vielfalt auch der gute Misch aus

etwas Älteren und Jungen bei den Mitarbeitern.“ Ja, und

auch mit dem Ausbildungsgehalt sind sie zufrieden.

Job mit Übernahmegarantie

Bereit für deinen

KARRIERE-

SPRUNG?

Der Kreisverband Brilon e.V. des Deutschen Roten Kreuzes

ist in der freien Wohlfahrtspflege tätig und bietet

aktuell folgende Ausbildungsberufe an:

PFLEGEFACHMANN

(w/m/d)

HAUSWIRTSCHAFTER

(w/m/d)

PFLEGEFACHASSISTENT

(w/m/d)

ERZIEHER

(w/m/d) als AKJ

Ansprechpartnerin

Theresa Hauschulte

Tel: 02961 96 55 - 12

Theresa.Hauschulte@DRK-Brilon.de

Ihr Lieblingsplatz? „Eigentlich überall“, sagen beide unisono.

Von der Aufsicht bis zur Wassertestung und zum

Saunaaufguss, vom Schwimmkurs bis zum Filterspülen im

Keller unter den Becken – all das gehört dazu. „Man hat

einen schönen Wechsel während der Schicht und lernt alles

kennen, das ist einfach schön.“ Trainieren im eigenen Bad

ist ein wichtiger Teil der Ausbildung.Filip betont weiter:

„Man hat mit so vielen Menschen Kontakt, kann andere

Sprachen sprechen.“ Noch dazu ist dieser Beruf überall in

Deutschland, in Europa und sogar auf der Welt gefragt:

Fachangestellte für Bäderbetriebe werden immer gesucht.

Doch die beiden wollen erstmal gar nicht weg. Im Gegenteil:

„Schön ist, dass wir, wenn wir die Ausbildung gut hinbekommen,

eine Übernahmegarantie haben. Man muss

sich keine Sorgen machen, danach keinen Job zu haben“,

betont Dave. Retten müssen haben sie noch niemanden,

„aber wenn man Zweijährige allein auf das Sportbecken

zurennen sieht, dann ist man hellwach“, sagt Dave.

Beide Azubis sind sehr kommunikativ. Das war nicht immer

so. „Wir waren anfangs eher schüchterne, leise Menschen.

Das hat sich komplett geändert. Auch, wenn man

kein Selbstvertrauen hat, das wächst hier sofort dazu, innerhalb

eines Jahres auf jeden Fall!“ ■

Fachangestellte für

Bäderbetriebe

Fachangestellte für Bäderbetriebe beaufsichtigen

den Badebetrieb in Frei- oder Hallenbädern,

betreuen die Badegäste und überwachen die technischen

Anlagen. Während der dreijährigen Ausbildung

erhalten die Azubis ein breites Wissen über

Rettungsschwimmen und Erste Hilfe, Chemie und

Technik sowie über den Umgang mit Menschen.

Badleiter Johannes Butterweck

mit seinen Auszubildenden

82 - WOLL Elternratgeber


KARRIERESTART

IM KLINIKUM

WIR SUCHEN AUSZUBILDENDE FÜR DEN START AB 1.4., 1.8. UND 1.10.

Ausbildung zum Pflegefachmann /

zur Pflegefachfrau (m/w/d) in Voll- und Teilzeit

Was bringst du mit?

• Du hast die Fachoberschulreife oder eine sonstige zehnjährige allgemeine Schulbildung

und bist mind. 17 Jahre alt

• Den richtigen Mix aus Teamgeist, Flexibilität, Empathie und Offenheit im Umgang mit

unseren Patienten

• Du bist mobil, um die verschiedenen Standorte selbst erreichen zu können

Was erwartet dich bei uns?

• Du arbeitest mit Menschen, daher ist kein Tag wie der andere. Zudem übernimmst du

viele unterschiedliche Aufgaben- von der Pflege über medizinische Tätigkeiten bis hin

zu sozialen Interaktionen

• Teamwork ist in der Pflege unverzichtbar. Du arbeitest mit deinen Kolleginnen und

Kollegen und weiteren Gesundheitsexperten eng zusammen

• Du lernst die vielfältigen Aufgabenfelder des Pflegeberufs kennen und arbeitest

innovativ mit modernster Pflege und Medizin

• Wir bieten dir einen sicheren Arbeitsplatz mit hoher Übernahmechance im Anschluss

an deine Ausbildung

Ausbildungsvergütung Pflege in Vollzeit: 1.140,69 € im 1. Ausbildungsjahr bis 1.303,38 €

im 3. Ausbildungsjahr

Die Ausbildung ist auch in TEILZEIT möglich, dauert vier Jahre und ist auf eine wöchentliche

Arbeitszeit von 28,8 Stunden ausgelegt. Unsere Auszubildenden in Teilzeit haben die

Möglichkeit zur Mitbestimmung der Arbeitsmodelle, um Familie und Job zu verbinden.

Welche Perspektiven gibt es für dich?

Wenn du höher hinaus willst, stehen dir viele Möglichkeiten offen. So unterstützen wir

unsere Auszubildenden bei dem Erreichen Ihrer Ziele und fördern mit umfassenden Fortund

Weiterbildungsmöglichkeiten. NEU ist das Studium Pflege B.A. am FOM Hochschulzentrum

in Arnsberg. Das Studium kann ausbildungs- und berufsbegleitend erfolgen und

dauert (bei Anrechnung der Ausbildung) 5 Semester. Ein Start ist nach dem ersten Ausbildungsjahr

oder im Anschluss an die abgeschlossene Ausbildung möglich. Bei geeigneter

Qualifikation bieten wir dir ein Stipendium.

Deine Benefits bei uns: Tarifbindung (AVR-Caritas) – arbeitgeberfinanzierte Zusatzversorgung

– strukturierte Anleitung durch Praxisanleiter – Betriebssport – Mitarbeitervergünstigungen

und Rabatte bei Unternehmen in der Region sowie bei stetig wechselnden

Online-Partnern – Firmenfeste und vieles mehr.

Alle Informationen: www.klinikum-hochsauerland.de/karriere

Fakten zum Klinikum

• Grund- und Regelversorgung

Schwerpunktzentren für fast

jede Erkrankung

• 4 Standorte mit 32 Kliniken in

Arnsberg und Meschede / 927

Betten

• 40.000 stationäre und 65.000

ambulante Patienten pro Jahr

• Mehr als 2.600 Beschäftigte

• Bildungsakademie mit 400

Ausbildungsplätzen in der Pflege

• Viele weitere Ausbildungsberufe

• 3 Medizinische Versorgungszentren

• 1 Pflegezentrum mit 80 Betten

sowie 12 Tagespflegeplätzen

Online Ausbildungsberatung immer

mittwochs in der Zeit von 13 bis 14

Uhr! Weitere Infos findest du auf

unserer Homepage!

Bitte bewirb dich online unter

www.klinikum-hochsauerland.de/

karriere-bildung/jobs oder per E-Mail an:

Ihre Ansprechpartnerin

Frau Alina Biasotto

Personalentwicklung

02932 980-248114

A.Biasotto@klinikumhochsauerland.de

WOLL Elternratgeber - 83


Anzeige

Krankenhaus Maria Hilf in Brilon

„Wichtig ist die persönliche Note in

der Begleitung der Auszubildenden.“

(Petra Vorderwisch, Schulleiterin)

Freie Ausbildungsplätze:

Ab Oktober 2021:

Pflegefachmann/ Pflegefachfrau

(generalistische Pflegeausbildung)

Mehr Infos unter:

www.karriere.krankenhaus-brilon.de

Christel Zidi

Jürgen Eckert

Im

Briloner Krankenhaus

Maria Hilf legt man

großen Wert auf eine

qualifizierte Ausbildung der Pflegefachmänner/-frauen

und Gesundheits-

und Krankenpflegeassistenten

(zukünftig Pflegefachassistenten) Aktuell

gibt es 100 Ausbildungsplätze,

geplant ist eine Erweiterung auf 150.

Damit einher geht auch eine bauliche

Erweiterung des Schulgebäudes.

„Die Freude am Umgang und in der

Arbeit mit Menschen sind enorm wichtig.

Ebenso aber auch ein ausgeprägtes

Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit“,

betont Schulleiterin Petra

Vorderwisch. Dem Team um Petra Vorderwisch

ist wichtig, ein vertrauensvolles

Miteinander mit viel Freude und Motivation

in der Zusammenarbeit mit den

erwachsenen Auszubildenden zu fördern.

Damit die Verzahnung zwischen Theorie

und Praxis optimal gelingt, werden die

Auszubildenden in der Praxis von einer

hauptamtlichen Praxisanleitung begleitet.

Im theoretischen Teil stehen u. a.

ein PC-Raum mit 15 Arbeitsplätzen und

die Nutzung einer professionellen Lernplattform

zur Verfügung. Zudem gibt

es eine Vielzahl an Projekten, die auf die

späteren Anforderungen des Berufes vorbereiten.

Verlässlichkeit und Ansprechbarkeit in

der Gestaltung der Ausbildung sind ein

besonderes Anliegen. „Eine offene Gesprächskultur,

die Raum für Diskussionen

lässt und gleichzeitig die Auseinandersetzung

mit den herausfordernden

Bedingungen in der Pflege zulässt, sind

wichtige Bestandteile unseres Unterrichtens“,

so Petra Vorderwisch.

Pflegerische Fachweiterbildungen bis

zum Studium sind möglich. Zum Beispiel

der Studiengang „Pflege dual“ an

der FH Münster, der bereits während

der Ausbildung begonnen werden kann,

und mit einem „Bachelor Pflege“ abschließt.

Er schließt viele Möglichkeiten

einer Karriereplanung im Krankenhaus

Maria-Hilf mit ein. Dazu erklärt Schulleiterin

Petra Vorderwisch abschließend:

„Das Schöne ist auch, dass spätere Wirkungsbereiche

in der Pflege sehr vielseitig

und flexibel gestaltet werden können.

Ein wirklich unerschöpfliches Angebot

für den Dienst am und für Menschen in

vielen unterschiedlichen Kontexten.“ ■

Schulleitung: Petra Vorderwisch

Bildungszentrum für Gesundheitsberufe

am städtischen Krankenhaus

Maria-Hilf Brilon gGmbH

Am Schönschede 1

59929 Brilon

Tel.: 02961 780 1447

Mail: petra.vorderwisch@kh-brilon.de

84 - WOLL Elternratgeber


Pflegeschulen im HSK und Kreis Soest bilden

zum Pflegefachmann/zur Pflegefachfrau aus

„DIE PFLEGE IST EIN

SICHERES BERUFSFELD“

Z

ahlreiche Pflegeschulen sorgen im Kreis Soest

und dem HSK dafür, dass auch morgen noch ältere

und kranke Menschen versorgt werden können.

Seit dem 1. Januar 2020 werden die Berufsausbildungen

des/r Altenpflegers/in, des/r Gesundheits- und Krankenpfleger/in

und des/r Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in

zu einer generalistischen Pflegeausbildung zusammengefasst.

Die Ausbildung zum „Pflegefachmann“

beziehungsweise zur „Pflegefachfrau“ dauert drei Jahre

und ist EU-weit anerkannt. In manchen Pflegeschulen

kann zudem eine einjährige Ausbildung zum/r Pflegeassistent/in

gemacht werden.

LWL-Akademie für Gesundheitsund

Pflegeberufe Marsberg

Andrea Eckelsbach, Leiterin der LWL-Pflegeschule Marsberg,

sieht im zusammengeführten Ausbildungsberuf Pflegefachmann/frau

eine Chance: „Durch die generalistischen Berufsausbildung

ist man viel breiter aufgestellt und kann besser woanders

anknüpfen.“

Die Akademie ist eine von insgesamt vier Bildungseinrichtungen

für Pflegeberufe im LWL- Psychiatrieverbund. Für die

In der Pflegeschule Maria Hilf

Brilon wird Praxis und Theorie

optimal verknüpft.

Monika Loerchner

Jürgen Eckert &

Matthias Haslauer

neue generalistische Ausbildung wurden viele Umgestaltungen

und Anpassungen vollzogen. So wurde eigens ein schulinternes

Curriculum entwickelt. Am Anfang der Ausbildung

steht dabei ein mehrwöchiger Schulblock, um erste Grundlagen

für die folgende Praxis zu vermitteln. Geht es dann um

die tatsächliche Anwendung des Gelernten, profitieren die

Schüler/innen der Pflegeschulen von einer engen Kooperation

verschiedener Einrichtungen. Dabei lernen sie die Berufspraxis

nicht nur in Krankenhäuser und Kliniken kennen.

„Der praktische Einsatz unserer Auszubildenden findet auch

in der ambulanten Pflege und in Pflegeeinrichtungen statt“,

erzählt Andrea Eckelsbach. „Die Vielfalt der Ausbildung spiegelt

sich in den Außeneinsätzen wider.“

So durchlaufen die Schüler/innen in Marsberg alle wichtigen

Bereiche wie die stationäre und ambulante Akut- und Langzeitpflege,

die pädiatrischen Versorgung und die psychiatrischen

Fachbereiche. Nach der generalistischen Ausbildung

kann spezifischeres Wissen erworben und vertieft werden. Die

Marsberger LWL-Einrichtungen bieten gute Karrierechancen

und sind bereits mehrfach mit dem „Beruf und Familie-Zertifikat“

ausgezeichnet worden. Die Ausbildung zum/r Pflegefachmann/frau

beginnt hier jedes Jahr im Oktober.

WOLL Elternratgeber - 85


LWL-Akademie für Gesundheitsund

Pflegeberufe Lippstadt

„Wir haben uns hinsichtlich der Ausbildung für die Goldene

Mitte entschieden“, erzählt Danica Goy von der LWL-Pflegeschule

in Lippstadt. So durchlaufen angehenden Pflegefachmänner

und -frauen dort zunächst alle wichtigen Bereiche der

generalisierten Ausbildung. Zusätzlich jedoch besteht, je nach

Träger, die Möglichkeit, sich im dritten Ausbildungsjahr zu

spezialisieren. Die Kooperationspartner dafür finden sich in

Hamm, in den Kreisen Soest und Paderborn und im HSK.

„Die Auszubildenden lernen eine berufliche Handlungskompetenz,

um verantwortungsbewusst und selbstständig in den

Berufssituationen bestehen zu können“, erklärt Schulleiterin

Anja Henrichs.

Für die theoretische Ausbildung setzt die Akademie dabei

zunehmend auf die Möglichkeiten digitaler Medien wie das

Online-Lernportal und die LWL-Cloud. Mit Erfolg: Seit

2021 ist die Pflegeschule in den Bereichen Aus-, Fort- und

Weiterbildung in Pflegeberufen zertifiziert. Die LWL-Akademie

Lippstadt bietet zweimal im Jahr, immer im August

und Oktober, jeweils 35 Schülern/innen einen Ausbildungsplatz

an. „Die Pflege ist ein sicheres Berufsfeld mit hervorragenden

Zukunftsperspektiven bis hin zu Akademisierung“,

so Anja Henrichs. Für den Erwerb weitere Qualifikationen

arbeitet die Pflegeschule eng mit dem LWL-Fort- und Weiterbildungszentrum

in Warstein zusammen. Außerdem besteht

die Möglichkeit einer berufspädagogischen Weiterbildung

zum/r Praxisanleiter/in in der Pflege.

Pflegeschule Maria Hilf in Brilon

jährlich 25

Menschen zu

examinierten

Pflegefachfrauen

und -männern

ausgebildet. Im theoretischen

Teil stehen den

Schülern/innen unter anderem

ein PC-Raum mit 15 Arbeitsplätzen und

die Nutzung

einer professionellen Lernplattform zur Verfügung.

„Damit die Verzahnung zwischen Theorie und Praxis optimal

gelingt“, hebt Petra Vorderwirsch, Leiterin der Pflegeschule

Maria Hilf, hervor, „werden die Auszubildenden in der Praxis

von einer hauptamtlichen Praxisanleitung begleitet.“

Ein fester Bestandteil der Ausbildung am Maria Hilf-Krankenhaus

sind außerdem Projekte wie „Schüler leiten Schüler

an“ oder „Schüler leiten eine Station“, bei dem die Auszubildenden

für acht Tage eine Station übernehmen. Dabei stehen

ihnen natürlich die Praxisanleiter/innen und examinierte

Pflegekräfte zur Seite, um eine optimale Patientenversorgung

zu gewährleisten.

Klinikum Hochsauerland

Pflegeschüler in der

LWL-Akademie Lippstadt

Die Pflegeschüler des Klinikum Hochsauerland absolvieren

den theoretischen Teil ihrer Ausbildung an der Bildungsakademie

der Gesundheits- und Sozialwirtschaft Hochsauerland

Mit circa 450 Auszubildenen an zwei Standorten in Arnsberg

und Meschede zählt sie zu den größten Ausbildungszentren

der Region. ■

Als erste Klinik im Hochsauerlandkreis bildet das Krankenhaus

Maria-Hilf in Brilon seit dem 01. April 2019 auch Pflegefachassistenten/innen

(Gesundheits- und Krankenpflegeassistenten)

aus. Damit richtet sich die Klinik vor allem an

Berufsanfänger/innen, Rückkehrer/innen und Umschüler/

innen. 25 Schüler/innen pro Jahr lernen während der einjährigen

Ausbildung die Assistenz im Bereich Pflege und Versorgung

alter Menschen, Unterstützung im ambulanten

Bereich und Behindertenhilfe. Die Ausbildung startet

jeweils am 1. April eines Jahres. Auch pflegerische Fachweiterbildungen

bis hin zum Bachelorstudium „Pflege

dual“ sind hier möglich.

Im Briloner Bildungszentrum für Gesundheitsberufe

werden außerdem – ebenfalls immer ab Oktober -

86 - WOLL Elternratgeber

Pflegeschüler im Maria-Hilf-Krankenhaus

werden von einer Praxisanleitung begleitet.


PRODUKTION UND FERTIGUNG

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∙ Bäcker/-in

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∙ Holzbearbeitungsmechaniker/-in

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WOLL Elternratgeber - 87


„Reine Freude“ an seinem Beruf: Leon Gnoyke.

„Verliebt“ in die Gießereitechnik

E

igentlich wollte er nach dem Abitur Psychologie studieren, doch es kam

alles anders. Um Geld fürs Studium zu verdienen, heuerte Leon Gnoyke

als Zeitarbeiter und Produktionshelfer bei Martinrea Honsel an – und

„verliebte sich in die Gießereitechnik“. Ein ganz spezieller Geruch „wie Vanille

und Zimt“ spielte dabei eine entscheidende Rolle und lenkte seinen Weg in

die Ausbildung zum Gießereimechaniker. Inzwischen empfindet der Bödefelder

„reine Freude“ an seinem Beruf.

Paul Senske

Philipp Nolte

Leon Gnoyke (23) über seine Lehre als

Gießereimechaniker bei Martinrea Honsel

Dass er sich einmal in seinen Beruf verlieben

würde, hatte Leon nach dem Abitur

am Berufskolleg Olsberg nicht geahnt.

„Was soll ich machen?“ Zunächst

ging es nach Polen: Dort absolvierte

Leon als Mitarbeiter des Deutschen Roten

Kreuzes ein freiwilliges soziales Jahr

in Kindergärten und Grundschulen.

Danach sollte eigentlich ein Studium

folgen, Psychologie stand auf der Liste

ganz oben. Zunächst wollte Leon aber

Geld verdienen. Bei Martinrea Honsel,

wo auch sein Stiefvater arbeitet, erhielt

er einen Zeitvertrag als Produktionshelfer.

„Als ich zum ersten Mal den Geruch

eines Gussstücks aus einer frisch

präparierten Form in der Nase verspürte

- das war der Hammer. Es roch wie Vanille

und Zimt, da habe ich mich in die

Gießereitechnik verliebt. Den Geruch

mag ich heute noch.“ Als eine Stelle in

der Gießerei frei wurde, erhielt er diese.

„Mein Stiefvater hat mir bei der Vermittlung

der Stelle geholfen.“

„Die Gießerei verdient

das Geld.”

Als angehender, ausgebildeter Gießereimechaniker

hat Leon die Verantwortung

für die gesamten Produktionsabläufe.

„Wir lernen in der Ausbildung

alles, weil wir alles brauchen. Die Gießerei

verdient das Geld.“ Kurzum: Ein

Gießereimechaniker muss das gesamte

Knowhow haben. Leon ist dabei offensichtlich

auf dem besten Weg. Seine

88 - WOLL Elternratgeber


Wir bilden

aus!

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Aus welchem

Holz bist Du

geschnitzt?

dreieinhalbjährige Ausbildungszeit wird aufgrund seiner guten

Leistungen auf drei Jahre verkürzt. Die Anträge sind gestellt.

Spätestens im Juni soll die Abschlussprüfung erfolgen.

Natürlich hofft Leon, der in seiner Freizeit neben seinem

Engagement beim Deutschen Roten Kreuz bei der SG Siedlinghausen/Silbach

kickt, auf eine Übernahme und geht auch

davon aus. Er möchte sich danach weiterbilden und auch die

Firma weiterentwickeln. Schließlich fühlt sich Leon bei Martinrea

Honsel „pudelwohl“, eben als „echter Honselaner“. ■

Gießereimechaniker/in

Gießereimechaniker/in gilt als einer der Premiumberufe

in der M+E-Industrie mit der besonde ren

Verantwortung für den ge samten Produktionsablauf

in der gießereitechnischen Fertigung. Bei Martinrea

Honsel geht es für eine(n) Gießereimechaniker/in

darum, aus dem Hightech-Werkstoff Aluminium

Gussteile herzu stellen, die zum Beispiel in PKW

und LKW eingesetzt werden. Schwerpunkt ist

der Druck- und Kokillenguss. Alle wichtigen Prozessabläufe

von der Schmelztechnik über die Instandhaltung

bis zum Qualitätsmanagement lernen

die Azubis in der Ausbildung kennen, natürlich auch

den Umgang mit hochmodernen Technologien. Die

Ausbildungsdauer dieses anerkannten Ausbildungsberufes

beträgt dreieinhalb Jahre.

Ausbildungsberufe

ab 01.08.2021:

• Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)

• Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d)

• Holzbearbeitungsmechaniker (m/w/d)

• Industriekaufmann (m/w/d)

• Industriemechaniker (m/w/d)

• Kaufmann für Außenhandelsmanagement (m/w/d)

• Maschinen- und Anlagenführer (m/w/d)

• Zimmerer (m/w/d)

Bei Fragen melde Dich gerne bei Carla Leite unter

+49 (0) 151 - 571 579 26

oder per E-Mail: carla.leite@ante-holz.de

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Praktikum im Ausland: Niko Remmert hat vier

Wochen in einem Betrieb in China gearbeitet.

Niko Remmert absolvierte mit dem Programm

AusbildungWeltweit“ ein Auslandspraktikum

Anke Kemper

S. Droste & Privat

Ein unbeschreibliches

Erlebnis in China

heißt das Förderprogramm

des Bundesministeriums für

AusbildungWeltweit“

Bildung und Forschung (BMBF), das

Auszubildenen aus allen Bereichen ermöglicht, eine

praxisorientierte Fortbildung in einem Land ihrer

Wahl zu absolvieren. Niko Remmert aus Werl entschied

sich für China und setzte alle Hebel in Bewegung,

in seinem zweiten Ausbildungsjahr als Industriekaufmann

diesen Schritt zu setzen.

„Da war schon einiges an Planung, Organisation und Eigeninitiative

nötig“, beginnt der 24-Jährige. Die Kooperation

des Berufskolleg Berliner Platz des HSK mit seinem Ausbildungsbetrieb

Tillmann & Schroyen in Arnsberg machte

es für den angehenden Industriekaufmann möglich. „Für

die meisten Ausbildungsbetriebe ist das alles Neuland. Ich

bin bei meinen Ausbildern und der Geschäftsleitung mit

meiner Idee sofort auf offene Ohren gestoßen und bekam

hierfür grünes Licht“, erzählt er weiter. Nicht zuletzt wegen

des Einsatzes der stellvertretenden Schulleiterin des

Berufskollegs, Uta Heitmann, die für die Lernaufenthalte

der Schüler im Rahmen des Förderprogrammes Erasmus+

und AusbildungWeltweit verantwortlich ist und diese mit

Leidenschaft an die jungen Erwachsenen heranträgt.

Nanjing, China – ein komplett

anderes Arbeitsleben

Eine fremde Kultur, eine völlig andere Arbeitsweise und

eine strikt gegliederte Hierarchie: Niko Remmert arbeitete

vier Wochen in einem Betrieb mit 2.000 Mitarbeitern.

Größtenteils in der Abteilung Materialwirtschaft und Disposition,

teilweise auch in der Produktion. Anweisungen

bekam er ausschließlich von seinem direkten Vorgesetzten

und es galt, diese ohne Wenn und Aber auszuführen. Mit

Englisch konnte er sich mit seinen Kollegen gut verständigen

und auch außerhalb der Arbeit die Kultur, das Land

und seine Bewohner kennenlernen. Ein unbeschreibliches

Erlebnis für den Auszubildenen. Die gewonnenen Eindrücke

sind eine wertvolle Erfahrung für ihn und auch

für den Ausbildungsbetrieb bedeutet die persönliche und

berufliche Weiterentwicklung einen enormen Mehrwert.

90 - WOLL Elternratgeber


Einladung nach Berlin

Im November 2019 wurde Niko Remmert mit vier weiteren

Absolventen des Programmes AusbildungWeltweit

nach Berlin ins Ministerium für Bildung und Forschung

eingeladen. Deutschlandweit hatten in dem Jahr allein aus

dem kaufmännischen Bereich 155 Personen die Möglichkeit,

an diesem Förderprogramm teilzunehmen. Neben

Fachinformationen standen die Erfahrungsberichte von

Vertretern der Ausbildungsbetriebe und der Auszubildenen

im Zentrum der Veranstaltung. Niko Remmerts

Fazit: „Man sollte auf jeden Fall einen Auslandsaufenthalt

machen! Man muss es gut vorbereiten – aber es lohnt sich

und ich würde es wieder tun.“ Das bestätigten auch die

anderen vier anwesenden Azubis und deren Ausbilder.

Im Jahr 2020 konnte Niko Remmert seine Ausbildung

zum Industriekaufmann erfolgreich abschließen und

wurde von seinem Ausbildungsbetrieb übernommen. Jetzt

arbeitet er dort im Vertrieb. Wohin die Reise auch gehen

mag, Niko Remmert kann auf eine lehrreiche Zeit zurückblicken

und durch einen Erfahrungsschatz gestärkt in die

Zukunft gehen. ■

Wir suchen für August 2022 einen

Auszubildenden (m/w/d)

Oberflächenbeschichter/-in

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und Metallbearbeitung, und

bearbeiten Kleinstteile und Langteile bis zu

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AusbildungWeltweit des

Bundesministeriums für

Bildung und Forschung:

Erasmus+ - EU-

Programm für allgemeine

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Deine Ausbildung bei uns!

Du solltest Folgendes mitbringen:

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Vorgängen

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Das Zeitalter von Industrie 4.0: Elektronische Steuerungen

prägen sowohl das Arbeitsleben als auch den Alltag

W

ir sind im Zeitalter Industrie 4.0. angekommen.

Im Zeitalter der elektronischen Steuerungen

und smarten Techniken. Längst sind diese

Technologien weit fortgeschritten. Wer zukunftsgerichtet

denkt, hat sich in diesen Bereichen fortgebildet. Aber es

gibt auch sehr viele, die die Digitalisierung verunsichert

hat. Erleichtern smarte Technologien die Arbeitsprozesse

oder führen sie dazu, dass viele Berufe überflüssig werden?

Seit der Industrialisierung (1.0) zu Beginn des 19. Jahrhunderts

hat sich viel verändert. Viele zuvor von Hand durchgeführte

Arbeiten wurden nach und nach von Maschinen ersetzt. 1833

wurden die ersten Fließbänder in den Werkhallen eingebaut,

die Arbeiten erfolgten im Takt der Maschinen (Industrie 2.0),

1941 begann mit der ersten programmgesteuerten binären

Rechenmaschine von Konrad Zuse das Computerzeitalter (Industrie

3.0).

2021 befinden wir uns im Zeitalter 4.0. Und das nicht nur

im Arbeitsleben, sondern auch in unserem Zuhause. Elektronische

Steuerungen sind selbst in den alltäglichsten Dingen eingebaut:

Fernseher, Waschmaschinen und auch in Kühlschränken.

Sie alle sind „smart“ geworden. Smart bedeutet intelligent,

bei smarten Technologien bedeutet das, dass der Eingriff von

Menschen (-händen) kaum noch erforderlich ist. Befördert sich

der Mensch also selbst aus dem Arbeitsleben heraus?

Christel Zidi

INDUSTRIE 4.0 UND DIE ZUKUNFT DER FACHARBEITER

Professor Jürgen Bechtloff aus Eversberg hat sich mit den technischen,

betriebswirtschaftlichen und strategischen Herausforderungen

der „Industrie 4.0“ ausgiebig auseinandergesetzt.

Er ist der Meinung, dass „die vierte industrielle Revolution /

Industrie 4.0 gerade bei den Facharbeitern zu einer sich weiterentwickelnden

Zukunft führt.“ Und er erklärt: „Sie werden

durch den fortschreitenden Einsatz von cyberphysischen Systemen

von Routinearbeiten entlastet. Sie steuern und organisieren

die Produktionsprozesse stärker, was die Tätigkeiten

abwechslungsreicher, aber auch anspruchsvoller machen wird.“

KI-Systeme zur Unterstützung

Also keine Panik, dass Facharbeiter angesichts der vielen neuen

und vor allem smarten Technologien irgendwann überflüssig

sein werden? Professor Bechtloff: „Umso besser die

Facharbeiter qualifiziert sind, umso wichtiger werden sie in

der Produktion. Ihr Einsatz wird flexibler, abwechslungsreicher

und projektbezogen. Entscheidungen werden auch in

Zukunft nicht ausschließlich von KI-Systemen (künstlicher

Intelligenz) getroffen, sondern sie werden den Facharbeiter in

seinen Entscheidungsfindungen unterstützen. Diese Entscheidungen

führen zu sichererem und zielgerichtetem praktischen

Handeln.“

Kein Grund zur Panik also. Aber Grund zum Umdenken. Wie

gut, dass da unser Bildungssystem sehr flexibel eingestellt ist

92 - WOLL Elternratgeber


Aktuelle Ausbildungsplätze

Fachlagerist:in

Produktionstechnologe:in

Verfahrensmechaniker:in

für Kunststoff- und Kautschuktechnik

(m/w/d)

und die Zukunft im Blick hat. Die Digitalisierung spielt in

fast allen Ausbildungsberufen eine große Rolle. Besonders

jüngere Menschen sind mit Smartphone und Co. schon so

vertraut, dass Vernetzung für sie eine selbstverständliche Angelegenheit

ist.

Fortschritt wird immer weitergehen, das liegt in der Natur der

Sache. Jetzt liegt es an uns, mitzugehen – oder stehenzubleiben.

Wer mitgeht, entdeckt auch die vielfältigen neuen Möglichkeiten,

sieht, wo an die neuen Technologien angeknüpft

werden kann. Facharbeit ist und bleibt qualifiziertes Arbeiten

im Zusammenspiel mit anderen Menschen, Maschinen

und neuen Technologien. Und: Facharbeiter

gestalten ihre Umgebung

mit. Sicherlich werden

manche Berufe wegfallen,

aber auch spannende

neue geschaffen. Berufe,

die wir uns jetzt

noch nicht vorstellen

können… ■

Professor

Jürgen Bechtloff

„Umso besser die Facharbeiter qualifiziert

sind, umso wichtiger werden sie

in der Produktion“- Prof. Bechtloff

Quelle: FH-SWF

Werde Teil des Teams!

#dallmererleben

#wearedallmer

Für mehr Infos besuche uns

auf dallmer.com/karriere

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WOLL Elternratgeber - 93


AUF GLEICHER STUFE

IM BILDUNGSSYSTEM

Deutscher Qualifikationsrahmen

sorgt mit acht Kompetenzniveaus

für mehr Transparenz

Paul Senske

Christel Zidi

94 - WOLL Elternratgeber

ist relativ unbekannt, aber wichtig, weil

er die Orientierung im umfangreichen

Er deutschen Bildungs- und Ausbildungssystem

erleichtert und maßgeblich zur Vergleichbarkeit

deutscher Qualifikationen in Europa beiträgt. Der

deutsche Qualifikationsrahmen für ein lebenslanges

Lernen (DQR) charakterisiert alle Qualifikationen und

ordnet sie in acht Kompetenzstufen ein. Der am 1. Mai

2013 in Kraft getretene DQR vergleicht dabei direkt alle

schulischen, akademischen und beruflichen Abschlüsse

in ihrer Wertigkeit und ist ein bedeutendes Dokument

der Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen

Bildung. So hat ein Industriemeister die gleiche Wertigkeit

wie ein Bachelor-Abschluss an einer Hochschule.

Beide sind der (hohen) Kompetenzstufe 6 zugeordnet.

Ausbildungsberufe mit drei- bzw. dreieinhalbjähriger

Ausbildung sind in der Stufe 4.

Kein Anlass für „akademischen Dünkel“

Wenn man so will, ist der Deutsche Qualifikationsrahmen

ein „amtliches Dokument“, das die Vorstellung, allein die

akademische Bildung mache „selig“ und nur sie eröffne

glänzende berufliche Perspektiven, zumindest theoretisch

widerlegt. Er zeigt zudem, dass kein Anlass für den sogenannten

„akademischen Dünkel“, der sich bisweilen durch

Überheblichkeit und Ignoranz der beruflichen Bildung

gegenüber äußert, besteht und die Akademisierungsquote

zum zentralen Maßstab der Bildungspolitik zu machen,

fragwürdig war und ist. Der DQR ist auch und besonders

ein Indikator für die Weiterbildung als Schlüssel für Aufstieg

und damit Erfolg im Berufsleben.

Der DQR, der das achtstufige europäische Modell (EQR)

auf Deutschland überträgt, hilft dabei, die eigenen Kompetenzen

einzuordnen und gibt Hinweise darauf, welche

Fähigkeiten und Fertigkeiten man für die Weiterbildung

noch benötigt. Sei es als Referenzrahmen, Übersetzungshilfe

oder als Argument für lebenslanges Lernen: Der

DQR zeigt, welche Kompetenzen und Fähigkeiten sich

hinter einer Qualifikation verbergen, was auch für Arbeitgeber

und deren Personalchefs wichtig ist. Nicht zuletzt

werden im Zuge der europäischen Harmonisierung die

nationalen Qualifikationen besser verständlich. Die duale

Ausbildung ist im europäischen Ausland kaum vorhanden.

Sie ist daher in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal

auf höchstem Niveau.

Fach- und Personalkompetenzen

werden beschrieben

Grundsätzlich gilt bei dem achtstufigen Kompetenzmodell:

Je höher das Niveau, desto höher sind die erworbenen

fach lichen und persönlichen Kompetenzen. Die acht Stufen

beschreiben die Fachkompetenz (Wissen, Fertigkeiten)

und die Personalkompetenz (Sozialkompetenz und Selbstständigkeit).

Die Stufe 1 (Berufsausbildungsvorberei tung)

ordnet die Kompetenzen u. a. „zur Erfüllung einfacher

Lesen Sie weiter auf Seite 98


Anzeige

Mittlerweile ist das Unternehmen auf fast 300

Mitarbeiter*innen gewachsen

Die enge Zusammenarbeit mit namhaften,

internationalen Kunden gehört zum Alltagsgeschäft

Die komplexen Sondermaschinen werden individuell

an die Anforderungen des Kunden angepasst

„ES BRAUCHT KEIN STUDIUM, UM ETWAS

VON DER WELT ZU SEHEN“

Im Handwerk warten spannende, internationale Projekte

Hildegard Köster bietet

Beratungstermine für

Eltern an – unverbindlich

und unabhängig

Immer mehr Jugendliche möchten in ihrem zukünftigen

Beruf raus aus dem gewohnten Umfeld, einen

Blick über den Tellerrand wagen und vielseitige Erfahrungen

sammeln, auch im Ausland. Ein Wunsch, der

vermeintlich nicht zum „klassischen Handwerksunternehmen“

im ländlichen Raum passt und schnell ein Studium

ins Gespräch bringt – dabei sind die Berufsbilder in jedem

Unternehmen anders.

„Handwerk ist nicht gleich Handwerk“, betont Hildegard

Köster, Personalleiterin der Paul Köster GmbH aus

Medebach. Als international tätiges Sondermaschinenbauunternehmen

betreut die Firma mit rund 300 Mitarbeiter*innen

namhafte Kunden aus aller Welt. Durch

die Inbetriebnahme der individuell gefertigten Maschinen

direkt in den Werken der Kunden gehören Montag e-

einsätze in der EU, aber z.B. auch in den USA, Mexiko,

Russland oder Australien für die Mitarbeiter zum Tagesgeschäft.

Gleichzeitig gibt es aber natürlich auch Arbeitsbereiche

vor Ort, die aufgrund der engen Zusammenarbeit

mit den Kunden spannende Einblicke in die Arbeitsweisen

„der ganz Großen“ bieten. „Eine Ausbildung oder ein

duales Studium mit technischem Hintergrund kann je

nach Tätigkeitsbereich des Unternehmens völlig andere

Schwerpunkte und Aufgabenbereiche haben. Daher empfehlen

wir nicht nur den Fokus auf ein mögliches Berufsbild

zu setzen, sondern viel mehr die Unternehmen dahinter

genau unter die Lupe zu nehmen“, so Hildegard

Köster abschließend. ■

Sie benötigen Unterstützung zu diesem Thema?

Das Unternehmen bietet telefonische Beratungstermine für Eltern

(www.paul-koester.de/beratung.php) sowie ein umfangreiches Onlineangebot: Neben

einer virtuellen Unternehmensführung soll ein Selbsttest zur Wahl des Ausbildungsberufes

bei der Entscheidung helfen (www.paul-koester.de/karriere/Schueler.php)

PAUL KÖSTER GMBH | KOLPINGSTRASSE 1 | 59964 MEDEBACH | +49 (2982) 92 11 - 0 | WWW.PAUL-KOESTER.DE

WOLL Elternratgeber - 95


Die richtige Wahl getroffen: Florian Kuka und Laura Herud

sind mit ihrer Ausbildung bei Falke sehr zufrieden.

ANPASSUNG AN DIE DIGITALISIERUNG

UND NEUE HERAUSFORDERUNGEN

Ausbildung in der Textil- und Bekleidungsbranche

Hermann J. Hoffe

Frank Gries

W

enn es um Beinbekleidung geht, kommt niemand

an der Marke FALKE vorbei. Das Sauerländer

Unternehmen aus Schmallenberg ist ein

bedeutender Hersteller und die wohl bekannteste Marke

dieser allseits geschätzten Beinbekleidung.

Für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens hat die

Nachwuchsförderung bei FALKE einen sehr hohen Stellenwert.

Interessierte, engagierte und vor allem begeisterungsfähige

Schüler/innen sowie Schulabgänger/innen erwarten in

dem äußerst innovativen, internationalen und inhabergeführten

Markenunternehmen der Textilbranche reichlich Einblicke

in eine kreative, berufliche Praxis.

Kauffrau für E-Commerce

Die zunehmende Digitalisierung aller geschäftlichen Prozesse

verändert die Anforderungen an die zukünftigen Mitarbeiter/

innen von FALKE. Seit 2019 bildet das Industrieunternehmen

daher ganz gezielt Kaufleute für E-Commerce aus. Gerade die

aktuelle Entwicklung in der Corona-Pandemie zeigt deutlich,

wie wichtig qualifizierte Fachkräfte sind, die die Chancen

und Möglichkeiten im elektronischen Handel erkennen und

entsprechend handeln können. Laura Herud, 19 Jahre, aus

Schmallenberg hat im vergangenen Jahr die Ausbildung zur

E-Commerce-Kauffrau begonnen. Nach dem Abitur hatte

sich Laura zunächst für den Beruf der Industriekauffrau entschieden,

sich dann aber von dem neuen Ausbildungsberuf

bei FALKE begeistern lassen.

In den ersten Monaten ihrer Ausbildung hat die junge Schmallenbergerin,

die während der Schulzeit gerne in der Freizeitwelt

Sauerland gejobbt hat und eine begeisterte Turnerin ist,

das Unternehmen FALKE im Stammwerk Schmallenberg von

Grund auf kennengerlernt. Unter anderem standen dabei das

Kennenlernen der Logistik und des großen FALKE-(Zentral)-Lagers

auf dem Ausbildungsplan. Seit Januar dieses Jahres

ist Laura, wie fast alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von

FALKE, im mobilen Arbeitsrythmus. Dabei steht sie täglich

im engen Online-Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen

aus der FALKE E-Commerce-Abteilung. Sie unterstützt das

Team beim Einstellen von Beiträgen auf den Social Media-

Plattformen, pflegt die Stammdaten neuer Produkte in der

Datenbank oder überprüft eingestellte oder geteilte Berichte

96 - WOLL Elternratgeber


Laura Herud

Florian Kuka

in den verschiedenen Kanälen. Der theoretische Austausch mit

anderen Auszubildenden in Sachen E-Commerce erfolgt regelmäßig

in der Berufsschulklasse. Hierfür fährt Laura Herud in

normalen Zeiten mindestens einmal pro Woche nach Dortmund.

In etwas mehr als zwei Jahren ist die anspruchsvolle

Ausbildung zur Kauffrau für E-Commerce abgeschlossen. Die

Schmallenberger Fachkraft für E-Commerce wird dann im

World-Wide-Web dafür sorgen, dass Strümpfe und Socken

aus dem Sauerland noch häufiger gefunden, direkt gekauft

und von Schmallenberg in alle Welt geliefert werden.

Vom Produktionsmechaniker Textil zum

Allround-Industriemechaniker

Als Marktführer im Bereich Beinbekleidung steht FALKE für

bedingungslose Qualität, handwerkliche Perfektion und Innovation.

Um diese Ansprüche zu erfüllen, benötigt es Fachleute

in allen Unternehmensbereichen und besonders Spezialisten

in der Produktion, die das Fachwissen von Anfang an

erlernt haben. FALKE setzt hier seit Generationen auf Nachwuchskräfte

aus den eigenen Reihen und bildete viele Jahre

Produktionsmechaniker/innen Textil selbst aus. Doch die

textile Welt in Deutschland ist klein und der Bewerbermarkt

rückläufig. Die Ausbildungsberufe der Textil- und Bekleidungsbranche

sind weniger bekannt und so wurde es immer

schwieriger Nachwuchskräfte zu finden.

Um auch den zukünftigen Einsatz von Fachleuten aus den

eigenen Reihen als Textilmaschinenführer/innen und Mechaniker/innen

sicherzustellen und gleichzeitig ein attraktives

Ausbildungsangebot zu schaffen, hat sich der Ausbildungsbetrieb

2019 entschieden, statt der textilspezifischen Produktionsmechaniker/innen

die generalistischen Industriemechaniker/innen

auszubilden. Die Umstellung bringt viele positive

Effekte für den Betrieb wie auch die Auszubildenden mit sich.

Zum einen handelt es sich um einen allgemein bekannten

Ausbildungsberuf, der eine große technikbegeisterte Zielgruppe

anspricht. Die Auszubildenden profitieren vom der

Berufsschulunterricht am Berufskolleg Meschede des HSK

sowie der Abnahme der Prüfung vor der hiesigen Industrieund

Handelskammer, während die Produktionsmechaniker/

innen in Münchberg oder Mönchengladbach im Block beschult

wurden und zur Prüfung an die jeweiligen IHKs überstellt

werden mussten. Nach Abschluss der Ausbildung stehen

den ausgebildeten Industriemechaniker/innen die Türen auch

zu anderen Branchen offen.

Florian Kuka, 18 Jahre, aus Schmallenberg hat nach dem

Abschluss an der Christine-Koch-Hauptschule verschiedene

Praktika absolviert. Dabei begeisterten Florian Arbeiten, die

etwas mit Instandhaltung, Reparatur und handwerklichem

Geschick zu tun haben, immer besonders. Durch seine Eltern

hat Florian von dem Beruf des Industriemechanikers bei

FALKE erfahren und sich dort beworben. Dass man mit der

Ausbildung als Industriemechaniker auch in anderen Unternehmen

in der Produktion tätig sein kann, gefällt ihm an der

Ausbildung besonders. Die Spezialisierung an den Strickmaschinen

bei FALKE macht dem zukünftigen Industriemechaniker

Spaß und er macht sie besonders gerne. Im Herbst

vergangenen Jahres hat die Ausbildung des Jungen aus der

Strumpfstadt Schmallenberg begonnen, der in seiner Freizeit

in der Jugend des SV Schmallenberg-Fredeburg Fußball

spielt. Nach Abschluss

der Ausbildung in etwa

zwei Jahren wird Florian

gewiss mit einigem Stolz

seine ganz individuell,

auf einer der zahlreichen

Strumpf-Strickmaschinen

bei FALKE angefertigten

Socken anziehen

können. ■

Chancen für Schüler

Praktikum, Ausbildung

oder duales Studium

WOLL Elternratgeber - 97


Fortsetzung von Seite 94

Niveau 8

Niveau 7

Niveau 6

Niveau 5

Niveau 4

Niveau 3

Niveau 2

Niveau 1

Anforderungen in einem überschaubar und stabil strukturierten

Lern- oder Arbeitsbereich“ ein. Gefordert wird

„allgemeines elementares Wissen“. Die Erfüllung der

Aufgaben erfolgt „unter Anleitung“.Die höchste Stufe 8

(Promotion) sieht u. a. Kompetenzen zur Gewinnung von

Forschungsergebnissen in einem wissenschaftlichen Fach

oder zur Entwicklung innovativer Lösungen und Verfahren

in einem beruflichen Tätigkeitsfeld vor.

Für die berufliche Bildung gilt: Ausbildungsabschlüsse

mit zweijähriger Ausbildungszeit sind dem DQR-Niveau

3 zugeordnet, die mit drei- bzw. dreieinhalbjähriger Ausbildungszeit

der Stufe 4. Die Stufe 4 beschreibt Kompetenzen,

die zur „selbstständigen Planung und Bearbeitung

fachlicher Aufgabenstellungen in einem umfassenden, sich

verändernden Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld

benötigt werden“. Bei der Fachkompetenz werden

„vertieftes allgemeines Wissen oder fachtheoretisches Wissen

in einem Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld“

erwartet.

Abschlüsse der höheren Berufsbilder wie Fachwirt, Meister

oder Fachkaufleute gehören in die Kategorie 6 und sind

damit auf derselben Stufe wie der Bachelor der Hochschulen.Eine

Stufe höher (7) sind Abschlüsse als Betriebswirt,

Technischer Betriebswirt oder Berufspädagogen angesiedelt

und damit gleichrangig zum Master und Diplom der

Hochschulen. Wichtig: Das jeweilige DQR-Niveau wird

auf den Aus- und Weiterbildungszeugnissen ausgewiesen.

Neue Bezeichnungen für höherqualifizierte

Berufsausbildung

Um die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer

Bildung zu dokumentieren, wurden ab dem 1. Januar

2020 neue Abschlussbezeichnungen für die höherqualifizierte

Berufsausbildung festgelegt. Abschlüsse der

Niveaustufe 6 erhielten die Bezeichnung „Bachelor Professional“

(Berufs-Bachelor), die der Stufe 7 die Be zeichnung

„Master Professional“ (Berufs-Bachelor). Diese neuen Bezeichnungen

sind teilweise auf Kritik gestoßen. Beispielsweise

sieht Dr. Regina Flake, eine ausgewiesene Expertin u.

a. für Aus- und Weiterbildung sowie Fachkräftesicherung

des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln, die neuen

Bezeichnungen fragwürdig. Es werde durch diese „Etiketten“

versucht, die hochwertige berufliche Qualifizierung

an die Marke Studium anzulehnen, anstatt auf die Eigenständigkeit

des dualen Systems zu setzen, so Flake. Insgesamt

müssten die Vorzüge der dualen Ausbildung besser

kommuniziert werden, um junge Menschen für diese

Berufswege zu gewinnen.

Auch wenn weiterhin einige Kategorien schwer „zu greifen“,

weil zu abstrakt gesehen werden: Insgesamt wird dem

jährlich aktualisierten Deutschen Qualifikationsrahmen

große Bedeutung attestiert. Er ist eine wichtige Orientierungshilfe

im deutschen und europäischen Bildungssystem.

Lebenslanges Lernen ist keine leere Floskel, sondern

in der Berufswelt überlebenswichtig. ■

98 - WOLL Elternratgeber


Mehr Zukunft.

Mehr Sicherheit.

Meine Perspektive.

3 Fakten zur Ausbildung bei EGGER

1 Mehr als 20 2 Berufspraktische Tage

Unsere Zusatzleistungen

Ausbildungsberufe

EGGER bietet insgesamt

neun kaufmännische und

sieben gewerblich-technische

Ausbildungsberufe

sowie sieben duale

Studiengänge an.

Es ist jederzeit möglich, im Rahmen

eines Praktikums seinen Wunschberuf

bei EGGER besser kennenzulernen. Wir

stellen dir die Ausbilder, Arbeitsplätze

und Werkstätten vor und geben dir einen

Einblick, welche Tätigkeiten die Ausbildung

beinhaltet.

3

Wir bieten eine Kostenübernahme für alle

Ausbildungs- und Fahrtkosten, Prämien für

Fleiß und Einsatz, regelmäßige Aus- und

Weiterbildungen schon während der Ausbildung

sowie eine Übernahme ins Arbeitsverhältnis

nach erfolgreichem Abschluss der

Ausbildung und vieles mehr.

Zum Ausbildungsstart 2022 suchen wir:

• Produktionstechnologe (m/w/d)

• Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)

• Holzbearbeitungsmechaniker (m/w/d)

• Industriemechaniker (m/w/d)

• Maschinen- und Anlagenführer (m/w/d)

• Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und

Kautschuktechnik (m/w/d)

• Industriekaufmann (m/w/d)

• Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d)

• Fachlagerist (m/w/d)

• Kaufmann im E-Commerce (m/w/d)

• Duales Studium BWL Handel / Holzbetriebswirtschaft (m/w/d)

• Duales Studium Wirtschaftsingenieurwesen (m/w/d)

(Schwerpunkt internationale Produktion und Logistik)

Dein Ansprechpartner:

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WOLL Elternratgeber - 99


Jeffrey Da Silva Ferrera macht eine

Ausbildung zum Papiertechnologen

Ein Beruf mit

vielen Seiten

Julius Kolossa

Tom Linke

Jeffrey Da Silva Ferrera

V

iele Wege führen zum Traumberuf – Jeffrey Da Silva Ferrera hat seinen auf Umwegen gefunden. Der 21-jährige

Arnsberger hat nach dem erfolgreichen Besuch der Arnsberger Realschule zunächst das Fachabitur am

Berufskolleg am Berliner Platz in Hüsten gemacht. Eine sich daran anschließende Ausbildung zum Mediengestalter

war nicht das, was er sich davon versprochen hatte. Erst nach der Einstiegsqualifizierung bei Westnetz zum

Elektriker kam ihm nach einem Gespräch mit einem Freund der zündende Gedanke: eine Ausbildung zum Papiertechnologen

bei Wepa in Müschede.

Jeffrey Da Silva Ferrera strahlt: „Mein Beruf ist sehr vielfältig,

und macht mir jeden Tag aufs Neue eine Menge Spaß.“

Seit August 2020 lässt er sich zum Papiertechnologen ausbilden,

einem Beruf – das gibt er zu – der ihm anfangs als

schwer vorstellbar erschien. „Mein Freund, der sich im zweiten

Ausbildungsjahr befindet, hat mir davon erzählt, und

so habe ich mich beworben.“ Ausbildungsleiterin Stephanie

Huxol ließ sich von Jeffrey überzeugen: „Er ist hochmotiviert

und bringt viel Bereitschaft für diesen Beruf mit.“ Und

dies sind wichtige Voraussetzungen, zu denen außerdem

noch ein Haupt- oder Realschulabschluss, technisches Verständnis

und Kenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie

sowie viel Neugierde dazugehören.

Im vergangenen Jahr war Jeffrey der einzige Auszubildende,

der neu eingestellt wurde. Sehr schnell war er sehr stolz,

Teil eines großen Teams zu sein, Am Standort Müschede beschäftigt

die Wepa 637 Mitarbeiter. 31 davon sind Auszubildende.

„Ich bin von Anfang an überrascht worden“, erzählt

er. „Denn anfangs dachte ich, dass dieser Beruf sehr eintönig

sei, doch er ist das genaue Gegenteil: er ist sehr vielfältig.“

Der junge Auszubildende wird in der Stoffaufbereitung tätig

sein, aber auch in der Papiererzeugung und Papiervorbereitung.

„Mein Ziel ist es, eine Papiermaschine selbständig fahren

zu können“, ist er begeistert von der Technik. Und davon

gibt es in den großen Hallen eine ganze Menge. Jeffrey hat

seinen Traumberuf gefunden, das merkt man ihm deutlich

an. Seine Familie ist begeistert von Beruf und Arbeitgeber.

100 - WOLL Elternratgeber


STARTE JETZT DEINE AUSBILDUNG BEI UNS

Alexander

Ausbildung zum Werkzeugmechaniker

Anna-Lena

Ausbildung zur Industriekauffrau

David

Ausbildung zum Verfahrensmechaniker

Daniel

Ausbildung zum Elektroniker

WERDE TEIL UNSERES TEAMS

Gerne bieten wir jungen Menschen die Möglichkeit, durch eine praxisnahe Berufsausbildung mit abwechslungsreichen

Aufgaben einen guten Start in das Berufsleben zu finden. Eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung kann darüber

hinaus weitere Karrierechancen in unserem Unternehmen eröffnen.

Wir bilden seit vielen Jahren junge Menschen in kaufmännischen und technischen Berufen aus:

- Industriekaufmann/ Industriekauffrau

- Betriebswirt VWA/ Bachelor of Arts

- Fachinformatiker Systemintegration

- Werkzeugmechaniker

- Verfahrensmechaniker für

Kunststoff- und Kautschuktechnik

- Zerspanungsmechaniker

- Mechatroniker

- Elektroniker

- Industriemechaniker

- Fachkraft für Lagerlogistik

Um mehr über deine Berufsziele zu erfahren, kannst du dich auch gerne für ein Schülerpraktikum bei uns bewerben.

HÜSTENER STR. 43-45

59846 SUNDERN/ SAUERLAND

TELEFON +49 2933 9747-144

BEWERBUNG@LUEBKE-VOGT.DE

WOLL Elternratgeber - 101

WWW.LUEBKE-VOGT.DE


WIR

BILDEN

AUS.

Werde Teil

unseres

Teams.

DEINE KARRIERE BEI SEVERIN.

Seit mehr als 60 Jahren produzieren und verkaufen wir

hochwertige Elektrogeräte mit dem Anspruch, das tägliche

Leben so einfach wie möglich zu machen. Wir sind unkompliziert,

verlässlich – und stehen dabei für Leistung. Wir

leben German Quality durch und durch: ob im Design, in der

Produktgestaltung und -entwicklung oder in der Materialauswahl

und -verarbeitung.

Als international erfolgreiches Unternehmen setzen wir vor

allem auf eines: DICH. Als attraktiver Arbeitgeber bieten

wir dir auch nach deiner Ausbildung viele Weiterentwicklungsmöglichkeiten

mit interessanten Berufsperspektiven.

Werde auch du Teil des weltweiten SEVERIN-Teams und

bewirb dich jetzt auf einen unserer vielseitigen Ausbildungsberufe.

Wir bilden junge Talente in

folgenden Ausbildungsberufen aus:

„Mein Vater sagt: Zieh das durch“ freut er sich über solchen

Ansporn. All dies nimmt er mit, um sich nach seiner

Ausbildung bei der Wepa hochzuarbeiten. Dem stünde

nichts im Wege, so Stephanie Huxol. Sie wies darauf hin,

dass den Mitarbeitern sämtliche Unterstützung zukommen

würde, die gewünscht würde. ■

Papiertechnologe/

Papiertechnologin

Der Papiertechnologe bedient und überwacht die

Papiermaschinen, und ist darüber hinaus auch für

Instandhaltungsarbeiten und Qualitätskontrollen in

anderen Bereichen des Betriebes verantwortlich. Die

Ausbildung dauert drei Jahre, wobei im Betriebsalltag

der praktische Teil stattfindet. Dazu gehört das

Kennenlernen der verschiedenen Fachabteilungen

vom Labor über die Stoffaufbereitung, bis hin zu

den Papiermaschinen. Der theoretische Teil wird in

der Papiermacherschule in Gernsbach (Baden-Württemberg)

vermittelt. An 16 Wochen pro Jahr findet

hier die Verknüpfung von Theorie und Praxis statt.

Kaufmännische Berufe

- Industriekaufmann (m/w/d)

- Kaufmann im E-Commerce (m/w/d)

- Betriebswirt (VWA) - Bachelor of Arts (B.A.) (m/w/d)

- Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (m/w/d)

- Fachinformatiker für Systemintegration (m/w/d)

Technisch/gewerbliche Berufe

- Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d)

- Fachlagerist (m/w/d)

- Industriemechaniker für Instandhaltung (m/w/d)

- Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)

Wir freuen uns auf deine Bewerbung.

SEVERIN Elektrogeräte GmbH · Human Resources

Röhre 27 · D-59846 Sundern · Tel +49 2933 982-0

102 - WOLL Elternratgeber

E-Mail: bewerbung@severin.de · www.severin.de


WIRTSCHAFT, VERWALTUNG Guter Rat (von Alexander Schauerte)

UND HANDEL

Top Berufe

∙ Automobilkaufmann/-frau

∙ Bankkaufmann/-frau

∙ Fachverkäufer/-in Lebensmittelhandwerk

∙ Industriekaufmann/-frau

∙ Kaufmann/-frau

- für Büromanagement

- für Versicherungen &

Finanzen

- im Groß- und Außenhandelsmanagement

- im Einzelhandel

- im E-Commerce

∙ Steuerfachangestellte/r

∙ Verkäufer/-in

∙ Verwaltungsfachangestellte/r

Dieses Berufsfeld

erkunden auf

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Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

www.imsauerland.de

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Die nächste Generation.

Möchtest du dich mit deinen Ideen für die Finanzwelt von

Morgen einbringen? Bewirb dich jetzt für die Ausbildung

zur Bankkauffrau/zum Bankkaufmann oder für ein duales

Studium. Fragen beantwortet dir unsere Ausbildungsleiterin

Luisa Iarossi unter: 02723 689-1515 oder per E-Mail unter

ausbildung@voba-bigge-lenne.de

136 - WOLL Frühjahr 2021

WOLL Elternratgeber - 103


Nils Thiele (21) berichtet von

seiner Ausbildung zum Kaufmann

für Büromanagement

„Man merkt gar nicht,

dass man Azubi ist“

Daniela Weber

sabrinity

Den richtigen Beruf ausgewählt:

Nils Thiele liebt die Arbeit am PC.

F

reundlich und kommunikativ – diese beiden Eigenschaften treffen

perfekt auf Nils Thiele aus Winterberg zu. Kein Wunder also, dass sich

der 21-Jährige für eine Ausbildung entschieden hat, bei der ihm seine

offene Art zugutekommt: Im zweiten Lehrjahr absolviert der junge Mann eine

Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement bei der Paul Köster GmbH

in Medebach und ist „sehr zufrieden“.

Dass er Kaufmann werden möchte, das war Nils bereits zu

Schulzeiten klar. Nach dem Fachabitur mit dem Schwerpunkt

Wirtschaft und Verwaltung wollte er aber erst einmal auf

Nummer sicher gehen und absolvierte ein freiwilliges Jahrespraktikum

bei der Paul Köster GmbH, um zu sehen, ob Kaufmann

für Büromanagement wirklich das Richtige für ihn ist.

Das Praktikum gefiel dem Winterberger so gut, dass dann

„alles seinen Lauf nahm.“ Mit dem Ausbildungsvertrag in der

Tasche startete Nils 2019 in die Arbeitswelt.

Fußball als Ausgleich

Während der dreijährigen Ausbildung durchläuft er die verschiedensten

Abteilungen: Ob Bestellungen tätigen im Einkauf,

Rechnungen schreiben in der Buchhaltung oder Angebote

verfassen im Vertrieb, langweilig wird dem freundlichen

jungen Mann bei seiner Ausbildung definitiv nicht. „Der

Beruf ist sehr abwechslungsreich. Am meisten liegen mir die

Buchhaltung und der Einkauf.“ Seine Kenntnisse aus dem

104 - WOLL Elternratgeber


Kaufmann/Kauffrau

für Büromanagement

Kaufleute für Büromanagement erledigen kaufmännische

Tätigkeiten in Bereichen wie Auftragsbearbeitung,

Beschaffung, Rechnungs wesen, Marketing und

Personalverwaltung. Die duale Ausbildung dauert

drei Jahre.

Die Arbeit findet hauptsächlich am Computer statt,

aber auch Kundenkontakt zählt zum Arbeitsalltag.

Nach der Ausbildung finden Kaufleute für Büromanagement

in den verschiedensten Branchen eine Anstellung:

in Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche,

in der öffentlichen Verwaltung und auch

bei Verbänden, Organisationen und Interessenvertretungen.

Fachabi weiß er im Unternehmen sehr gut zu nutzen: „Vieles

habe ich schon in der Schule kennengelernt. Das spielt mir

definitiv in die Karten. Für mich ist es sehr spannend, die

Theorie in die Praxis umzusetzen.“ Besonders gut gefällt dem

Winterberger, dass er „voll eingebunden“ ist und viele Aufgaben

selbstständig erledigen darf. „Man merkt gar nicht, dass

man Azubi ist. Auch im Praktikum war ich schon super integriert.

Das hatte mich schon positiv überrascht“, schwärmt er.

Denn eines ist klar: „Je mehr man selber machen darf, desto

höher ist auch die Motivation“, bringt er es auf den Punkt.

Nils Thiele mit Andreas Lefarth

aus der Buchhaltung

Und was sollte man mitbringen, um Kaufmann/Kauffrau für

Büromanagement zu werden? „Sorgfalt, Kommunikationsstärke

und vor allem Spaß daran, am Computer zu arbeiten.“

Wie man sich am besten nach einem langen Tag im Büro auspowern

kann, weiß der Winterberger auch. Nämlich mit einer

ordentlichen Portion Sport: „Ich spiele Fußball im Verein.

Das ist wirklich gut nach acht Stunden am Schreibtisch. Man

kann sich dann einfach mal die Seele aus dem Leib rennen“,

lacht Nils Thiele.

Wie es nach der Ausbildung weitergehen soll, steht auch

schon fest: Erst einmal möchte er im Betrieb bleiben. Denn

eine einjährige Übernahme nach der Lehre ist garantiert.

„Weiterbildung ist natürlich auch ein Thema für mich. Möglich

wäre Fachkaufmann oder Betriebswirt.“ ■

WOLL Elternratgeber - 105


Julian Franke (24) blickt zufrieden

auf seine Ausbildung

zum Finanzwirt zurück

„Hinter den Zahlen

stecken Lebenssachverhalte“

Monika Loerchner

Matthias Koprek

Ausbilderin Lena Ringe und Julian Franke haben

als Finanzwirte einen krisensicheren Job.

J

ulian Franke, 24, hat beim Finanzamt Soest eine

Ausbildung zum Finanzwirt gemacht. Er besuchte

das Hubertus-Schwartz-Berufskolleg und wurde

dort über eine Jobbörse und einen Vortrag auf den Beruf

aufmerksam.

Während seiner praktischen Ausbildung im Finanzamt konnte

Julian Franke zuhause wohnen. „Ich hatte einen geregelten

Tagesablauf und Zeit für meine Freunde und Hobbys. Das

war schon toll.“ Zur theoretischen Ausbildung ging es dann

an die Landesfinanzschule nach Wuppertal, wo für die Azubis

Unterkünfte bereitstehen. „So hatte ich im Gegensatz zu

anderen Lehrlingen keine langen Fahrten“, erzählt der Werler.

„Außerdem kann man dort gegen ein geringes Entgelt in der

Kantine essen. Das ist super, weil man sich so um nichts anderes

kümmern muss und sich voll aufs Lernen konzentrieren

kann.“ Mit der Betreuung durch die Dozenten war Julian

Franke sehr zufrieden. „Wir hatten immer bis mittags Unterricht,

aber die Dozenten waren bis 16 Uhr ansprechbar und

nahmen sich viel Zeit für uns Schüler.“ Auch in den praktischen

Teilen sind die Lehrlinge bestens betreut. Ausbilder wie

Lena Ringe unterrichten angehende Finanzwirte in lokalen

Arbeitsgemeinschaften und helfen ihnen, „einen Fuß in den

Beruf zu kriegen“.

Eine gute Note in Mathe spielt übrigens, laut Julian Franke,

nur eine untergeordnete Rolle. „Viel wichtiger ist es, teamfähig

und zuverlässig zu sein und eine hohe Lern- und Leistungsbereitschaft

mitbringen“, urteilt die Ausbilderin. Und Julian

Franke ergänzt: „Wichtig sind auch gute Deutschkenntnisse,

um die Gesetzestexte zu verstehen, die ja oft sehr kompliziert

und verklausuliert sind.“ Auch Organisationstalent und

Selbstdisziplin gehören zu den Eigenschaften, die man für

die Ausbildung mitbringen solle. Da Steuerrecht nicht immer

nur schwarz und weiß ist, gehört auch eine gewisse Entscheidungsfreudigkeit

mit zum Beruf.

106 - WOLL Elternratgeber


„Viel Teamwork und Kontakt zu den Bürgern”

Immer dieselben Formulare ausfüllen und nachprüfen – so

manch einer stellt sich die Arbeit eines Finanzwirtes langweilig

und dröge vor. Julian Franke widerspricht dem vehement:

„Das ist eine interessante, abwechslungsreiche Tätigkeit mit

viel Teamwork und Kontakt zu den Bürgern! Es geht ja um

Lebenssachverhalte, die hinter den Zahlen stecken. Und die

sind immer anders.“ Diese praktische Anwendung seiner

Kenntnisse ist es, die der Finanzwirt an seinem Beruf am

meisten mag. „Und, dass er krisensicher ist.“

Da sich die Steuergesetze ständig ändern, gehört die jährliche

Fortbildung zum Pflichtprogramm eines jeden Finanzwirtes.

Zum Glück fällt Julian Franke das Lernen leicht. Er

hat nach erfolgreicher Ausbildung noch ein Studium für die

Laufbahngruppe 2.1 (ehemals gehobener Dienst) absolviert.

„So habe ich einfach eine noch eine größere Vielfalt, was ich

machen kann.“

Welchen Rat würde er Schülern geben, die sich für diese

Ausbildung interessieren? „Am besten einfach mal an einem

Schnuppertag hier im Finanzamt vorbeischauen.“ ■

Finanzwirt/in

Die duale Ausbildung zum/r Finanzwirt/in dauert zwei

Jahre. Voraussetzung dafür ist ein mittlerer Bildungsabschluss

(Fachoberschulreife oder ein vergleichbarer

Abschluss). Während der theoretischen Ausbildung

werden die Schüler auf dem Campus der Landesfinanzschule

NRW (LFSch NRW) in Wuppertal untergebracht.

Der Einführungslehrgang dauert drei Monate,

der Zwischenlehrgang ca. zwei Monate und der Abschlusslehrgang

ca. drei Monate.

Die berufspraktische Ausbildungszeit von insgesamt 16

Monaten findet in einem Finanzamt statt. Währenddessen

werden die Azubis in ihrem Lehrbezirk in Kleingruppen

betreut. Die Tätigkeit eines/r Finanzwirt/in

umfasst die Bearbeitung von Steuererklärungen, Einsatz

in der Zahlungsabwicklung oder im Bereich der

Erbschaft- und Schenkungsteuerbearbeitung sowie die

Arbeit als Revisor/in in den Spielcasinos des Landes

Nordrhein-Westfalen.

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„Die Welt ein bisschen

besser machen“

Nicole Mommertz-Ehlert

bildet Kaufleute für Reformund

Diätwaren aus

Daniela Weber

Biomarkt und Reformhaus Mommertz

Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein

vorleben und die Welt „vielleicht

zumindest ein kleines bisschen besser

machen“ - mit dieser Motivation führt Nicole

Mommertz-Ehlert ihren Beruf als Kauffrau für

Reform- und Diätwaren aus. Die Inhaberin vom

Biomarkt und Reformhaus Mommertz in Neheim

hat als Ausbilderin bereits drei Lehrlinge

ausgebildet und wünscht sich „frischen Wind“

in der Branche.

108 - WOLL Elternratgeber


Nicole Mommertz-Ehlert

Nicole Mommertz-Ehlert liebt ihren Beruf, der vielseitig und

anspruchsvoll zugleich ist: „Viele Kunden kommen zu uns,

um eine Problemlösung zu erhalten. Einige haben Hautprobleme,

andere Lebensmittelunverträglichkeiten. Daher müssen

wir natürlich alle Inhaltsstoffe unserer Produkte kennen,

um die Menschen fachkundig beraten zu können.“

Identifizierung mit den Produkten

Auszubildende zum Kaufmann/Kauffrau für Reform- und

Diätwaren eigenen sich dieses Wissen in der Reformhaus-

Fachakademie in Oberursel/Hessen an. In drei zweiwöchigen

Kursen lernen die Azubis alles über die Produkte,

Lebensmittelunverträglichkeiten, Naturkosmetik und Ernährung.

„Das ist immer sehr schön. Man kann sich dort

auf die Inhalte konzentrieren und möchte das Gelernte dann

direkt im Laden umsetzen.“ Zusätzlich zur Akademie besuchen

die Azubis die Berufsschule, wo die kaufmännischen

Lerninhalte vermittelt werden.

Kaufmann/Kauffrau für

Reform- und Diätwaren

Kaufleute für Reform- und Diätwaren präsentieren

und verkaufen diätetische Lebensmittel,

Naturkosmetik, Nahrungsergänzungs- oder Reinigungsmittel.

Sie beraten die Kunden, prüfen

den Warenbestand und bestellen Ware nach. Die

Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst den Besuch

der Reformhaus-Akademie in Oberursel und

den Besuch einer kaufmännischen Berufsschule.

In der Abschlussprüfung gibt es eine spezielle Prüfung,

die sich um das Thema Warenkunde im Reformhaus

dreht.

Wer sich für diesen Beruf interessiert, sollte also eine hohe

Lernbereitschaft mitbringen: „Außerdem sollte man ein sehr

offener Mensch sein, da man viel mit Menschen zu tun hat.“

Als besonders wichtige Voraussetzung stuft die Neheimerin

die Identifizierung mit den Produkten und auch die persönliche

Haltung zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz

ein: „Wer in einem Reformhaus arbeiten möchte, sollte

das natürlich mit Überzeugung machen und auch selbst

nachhaltig leben. In diesem Beruf kann man etwas bewegen,

wenn auch nur im Kleinen“, motiviert sie junge Menschen

für die Ausbildung. ■

WOLL Elternratgeber - 109


DIE MEISTER-

FAMILIE VEH

Auf unterschiedlichen Wegen

zum (Fleischer-) Meister

Hermann, Heike, Johanna und

Theresa Veh, Johannes Zimmerling (v.l.)

Christel Zidi

Philipp Nolte

Draußen Erfahrungen machen, zuhause

Erfahrung einbringen. Das ist eines der Erfolgsrezepte

der Neheimer Fleischer-Familie Veh. Die

sechs Meister der Familie sind recht unterschiedliche Wege

gegangen. Angekommen sind sie alle in ihrem Traumberuf.

„Wir leben Fleisch, setzen auf das Tierwohl und produzieren

so viel wie möglich selbst, natürlich immer frische

Ware“, so das Leitmotiv. Eine Attraktion ist die Ladentheke,

von der die Kunden regelrecht schwärmen.

Und die schwärmen auch und besonders von Vehs

Fleischwurst, einem Verkaufsschlager. Wenn am Vormittag

die heiße Fleischwurst aus dem Kessel kommt, ist das selbst

für die gestandenen Neheimer Fleischer noch immer etwas

Besonderes. Ein Duft, der gute Erinnerungen weckt, für viele

der Duft der Kindheit. Da geht es den Kunden nicht anders,

die teils ihre Einkaufszeiten darauf abstimmen, um leckere

Fleischwurst möglichst frisch zu bekommen. Und dann

heißt es nur noch: „Mit oder ohne?“.

Sechs Meister – sechs Berufswege

Sechs Meister – sechs Berufswege: Die Fleischer-Familie

verkörpert buchstäblich hohes handwerkliches Niveau. Rupert

Veh ist heute 90 Jahre und schon lange im Ruhestand.

Gelegentlich zieht es ihn noch in den Laden. Dann kommt

wohl die ein oder andere Erinnerung hoch: 1956 kam er

als Geselle nach Neheim, machte seinen Meister und heiratete

Marianne Scheiwe, die Tochter des Neheimer Metzgers

Heinrich Scheiwe. Gemeinsam übernahmen sie den elterlichen

Betrieb, der 1885 von Theodor Scheiwe in der Neheimer

Hauptstraße gegründet wurde und sich 1953 auf das

Geschäft in der Graf-Gottfried-Straße ausweitete.

Dass der heutige Firmenchef Heinrich Veh den Familienbetrieb

eines Tages übernehmen würde, hielten seine Eltern

für unwahrscheinlich: „Ich habe vorher keinen Finger gekrümmt

in der Firma.“ Irgendwann hat er sich einfach gesagt,

dass er Metzger wird. Einfach so. Sein Vater sei „baff“

gewesen, damit hatte er nicht gerechnet. Dann bekam er eine

Lehrstelle bei „so tollen Leuten, dass ich einfach Spaß an dem

Beruf gekriegt habe.“ Damals war er 15, hatte gerade die

Mittlere Reife gemacht und ging allein nach Lippstadt. Leidenschaft

kann anstecken, denn seitdem wollte er nie mehr

etwas anderes machen. Nach seiner Ausbildung arbeitet er

einige Zeit bei verschiedenen Fleischern. Freiburg, Stuttgart,

Augsburg und die Schweiz waren seine Stationen. Heute ist

Heinrich Veh, der Oberst der Neheimer Schützen, Fleischermeister

und Betriebswirt des Handwerks – einer der ersten,

die eine duale Ausbildung gemacht haben. 1987 übernahm

er die Fleischerei in der Neheimer Markthalle, 1992 den gesamten

Betrieb. Der Obermeister der Fleischerinnung teilt

die Leidenschaft für den Beruf mit seiner ganzen Familie.

Heike Veh ist „die gute Seele des Hauses“

Gerade mal vierzehn Jahre war Heinrichs Ehefrau Heike, als

sie nach der Schule im Geschäft ihres Onkel Alfred Bergkemper

auf Bergheim aushalf. „Da hab ich geholfen, die Theke

einzuräumen. Und ich weiß noch, dass ich damals schon von

meinem Onkel 50 Mark für zwei Tage bekommen habe.“

Nicht nur 50 Mark erhielt sie, sondern auch das Angebot

eine Lehre zu machen. Eigentlich gegen den Willen ihrer

Eltern, „Aber ich wollte das unbedingt.“ Heute ist Heike im

Prüfungsausschuss der Innung und leitet im Fami lienbetrieb

den Verkauf. „Meine Frau ist eine Verkäuferin par excellence.

Sie hat den Laden im Griff und ist die gute Seele des Hauses“,

schwärmt Heinrich Veh von seiner Frau, „Und sie hat

die schönste Thekenauslage westlich des Rheins.“ Die Theke

als Visitenkarte: Auch die Kunden ge raten ins Schwärmen.

110 - WOLL Elternratgeber


Die drei Töchter trugen in jungen Jahren

Mini-Metzgerkittel

Mittlerweile sind Heike und Heinrich seit 35 Jahren ein Paar,

beruflich und privat. Das Ehepaar hat drei Kin der: Juliane,

Theresa und Johanna. Als Kinder waren die drei Mädchen

schon immer gern im Geschäft. Mit extra geschnei derten

Mini-Metzgerkitteln: „Wir wollen auch so aussehen, wie die

Verkäuferinnen. Irgendwie wollen wir schon damals dazugehören“,

erinnert sich Johanna. Nach dem Abitur haben die

Töchter unterschiedliche berufliche Laufbahnen eingeschlagen.

Juliane, die älteste Tochter, ist Ve terinärmedizinerin geworden,

Theresa und Johanna haben sich für den Familienbetrieb

entschieden.

Theresa Veh und der kurze Umweg übers Studium

Theresa ist heute Fleischermeisterin. Die Hobbyreite rin hat

nach ihrer Meisterprüfung zunächst drei Jahre in Köln gearbeitet

und auch „einen Umweg über das Betriebswirtschaftsstudium

eingelegt“. Dabei „habe ich doch gemerkt, dass nur

Büffeln und stures Pauken nichts meins sind. Ich wollte mitanpacken.“

Also entschied sie sich, das Studium abzubrechen.

„Wenn man immer nur hier ist, kann man auch schnell

betriebsblind werden. Und man ist immer die Tochter des

Chefs“, sagt Theresa. Deshalb waren ihre Studienjahre und

die Zeit in Köln auch ungemein wichtig für sie.

Johanna Veh: Von der Köchin zur Fleischsommelier

Johanna hat nach dem Abi zunächst eine Ausbildung zur

Köchin gemacht und anschließend einige Jahre in diesem

Beruf gearbeitet. Auch sie hat einige Stationen in ihrem

Lebenslauf vorzuweisen: ein gutbürgerliches Restaurant

in Dortmund, Sterne-Gastronomie in der Hohensyburg,

Eventcatering in Nürnberg, ein Hilton-Hotel in Schweden.

„Die Jobs häufig zu wechseln, wird im Büro ja eher nach teilig

ausgelegt, als Koch ist das aber ein riesiger Vorteil.“

Dann aber ging es in Richtung Fleischerwesen. In Augsburg

war sie an der Fleischerschule, der „Akademie des Fleischerhandwerks“,

hat eine Fortbildung zur Fleischsommelier

gemacht. Aktuell arbeitet sie in Bonn als Eventmanagerin,

dorthin ist sie mit ihrem Mann aus beruflichen Gründen

gezogen. Daher ist sie nur sporadisch in Neheim: „Aber im

nächsten Jahr geht es ganz zurück in unsere Fleischerei.“

Johannes Zimmerling:

Jüngster NRW-Fleischermeister mit 18 Jahren

Der Lebensgefährte von Theresa, Johannes Zimmerling,

wollte nach der Schule, statt zu studieren, lieber etwas

machen „wo man anpacken kann“. Eines Morgen, er war

mit seinem Vater auf der Jagd, sagte dieser zu ihm: „Junge,

warum wirst du eigentlich kein Metzger? Du isst doch gern

Wurst“. Also machte er zunächst ein Praktikum, dann in 2,5

Jahren die Ausbildung bei Veh. Anschließend ging es auf die

Meisterschule. Bereits nach sechs Monaten hatte er seinen

Meisterbrief in der Tasche. Mit gerade mal 18 Jahren war er

damals der jüngste Fleischermeister NRWs. In den alten Betrieb

zurückzukehren, kam für ihn zunächst nicht in Frage.

„Wenn man sofort wiederkommt, bleibt man „Stift“. Ich war

auch erst 18 und die Gesellen fast alle doppelt so alt.“ Das

konnte Heinrich Veh verstehen: „Du gehst - und kommst

dann zurück!“ Zunächst ging er in eine andere Fleischerei,

dann für 1,5 Jahre in die Industrie, nach Coesfeld auf den

Schlachthof von Westfleisch. „Da habe ich auch viel gelernt,

aber es war eine ganz andere Richtung, sehr innovativ.”

Schließlich zog es ihn wieder nach Neheim.

Tierwohl spielt eine große Rolle

„Mit den Erfahrungen und Ideen, die durch die Aufenthalte

eingebracht werden, haben uns die jungen Leute schon ganz

schön weitergebracht“, sagt Heinrich Veh. Stichwort Tierwohl.

Vor einem gutem Jahr ist man auf „Strohschweine“

umgestiegen. Ganz leicht fiel Heinrich Veh die Entscheidung

nicht, „denn die kosten mehr als andere Schweine“.

Die Resonanz auf die „Strohschweine“ war gewaltig. „Es sind

vor allem jungen Familien mit kleinen Kindern, denen das

Tierwohl besonders am Herzen liegt.“ Vor einigen Monaten

zog Veh auch beim Rindfleisch nach.

Keine Nachwuchsprobleme

Nachwuchsprobleme gibt es im Hause Veh nicht. Derzeit

werden zwei Azubis ausgebildet, im Verkaufsbereich und

in der Produktion. Die Auszubildenden ernst nehmen, sie

fair zu behandeln und sie auch gelegentlich in Entscheidungen

einzubeziehen, ist für die Vehs selbstverständlich. Dort

werden sie aber vor allem von der Begeisterung für ihren

Beruf angesteckt, „Fleischer ist der am meisten unterschätzte

Beruf“, findet Heinrich Veh. Allerdings nicht in seiner Familie,

denn die sagt unisono: „Wir leben Fleisch“. ■

WOLL Elternratgeber - 111


Traumberuf

Landwirtin

Nora Joch kümmert sich um

Kühe, Milch - und ums Image

Britta Melgert

S. Droste

Acht Uhr morgens in Rösenbeck… rund 100 Milchkühe

machen sich, frisch gemolken und gestärkt,

auf den Weg. Den kennen sie gut, da sie ihn täglich

gehen. Aber keine von ihnen würde eilig vorpreschen,

denn eines ist klar: Es geht immer brav hinter Nora her!

Nora Joch ist eine moderne, junge Frau aus dem Sauerland, 20

Jahre alt. Ihr Beruf ist selten geworden. Sie ist Landwirtin! „Ich

bin zwar keine Bauerntochter, aber zuhause in Wiemeringhausen

war ich immer am liebsten irgendwo auf den Höfen bei

den Tieren“, erzählt sie. So wunderte man sich nicht, als sie

verkündete, dass sie nach dem 10. Schuljahr Bäuerin werden

möchte. „Na ja, anfangs hätte sich mein Vater wohl eine andere

Berufskarriere für mich gewünscht, aber meine Entscheidung

stand bereits fest“, erzählt die junge Frau.

Die Ausbildung solide – die Aufgaben umfangreich

Die Grundausbildung dauert in der Landwirtschaft drei Jahre.

Es ist dabei üblich, jährlich den Ausbildungsbetrieb zu wechseln,

um möglichst viele verschiedene Tätigkeiten kennenzulernen.

„Das gesamte Spektrum von Ackerbau bis Tierzucht kann

112 - WOLL Elternratgeber

halt oft nicht nur auf einem einzigen Hof vermittelt werden“,

weiß sie. Und so landete sie dann irgendwann beim Rösenbecker

Biohof Schmidt, um dort alle Aufgaben rund um die

Milcherzeugung und Rinderaufzucht zu erlernen.

Fans für Nora

Üblicherweise zieht der Azubi für diese Zeit auf den jeweiligen

Bauernhof. „Der Tag geht bei uns schließlich früh mit Stallarbeit

los und zieht sich bis in den Abend“, erklärt sie. „Ab sechs

Uhr herrscht Hochbetrieb an der Melkanlage. Das Vieh bekommt

sein Futter und die Boxen müssen gesäubert werden,

bevor es dann - sehr zur Freude der Tiere - endlich raus zur

Weide geht.“ Sie wissen schon, liebe Leser: Nora voran und ihre

vierbeinigen Fans brav hinterher – damals schon!

Apropos Fans: Einer auf zwei Beinen kam bald hinzu. Jungbauer

Stefan Schmidt erkannte schnell, dass da die Richtige

ins Haus gekommen war. Wir gehen jetzt nicht allzu sehr ins

Detail, aber wer die beiden zusammen sieht, der weiß, dass die

bekannte RTL-Sendung das nicht besser hätte hinbekommen

können. „Stimmt, es passte halt gleich auf Anhieb“, erzählt

Lesen Sie weiter auf S. 114


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WOLL Elternratgeber - 113


Nora, „und auch mit den Schwiegereltern in spe klappt es gut;

ganz wichtig in einem Familienunternehmen“.

Erfahrungen sammeln in der großen,

weiten Welt – und im Sauerland

Nicht leicht gefallen ist dann jedoch der Abschied, als Nora im

ersten Gesellenjahr für sechs Monate nach Neuseeland ging.

„Das war lange geplant, und es ist nie verkehrt, mal etwas gänzlich

anderes kennenzulernen. Aber diese Dimensionen! Dort

zählt man nicht die Rinder, sondern die Herden“, berichtet sie

beeindruckt. „Letztlich bin ich froh, wieder hier zu sein. Wir

haben zwar auch keine Vornamen für unsere Tiere, aber wenn

Stefan beim Mittagessen erzählt, dass die Nummer 37 krank

ist oder die 94 stur war, dann weiß jeder am Tisch, wovon er

spricht.“

„Ein starrer Bürojob wäre nicht mein Ding“, weiß Nora. „Der

Arbeitstag in der Landwirtschaft ist zwar lang, aber abwechslungsreich.

Und er lässt Freiraum, zwischendurch beispielsweise

mal shoppen zu gehen oder eine Mopedtour zu machen. Und

wenn wir abends feiern möchten, dann treffen wir hier im Ort

oft auf Freunde, die selbst morgens zeitig in den Stall müssen

und unseren Rhythmus kennen. Oder die Schwiegereltern sind

so nett und übernehmen die erste Schicht“, sagt die Jungbäuerin

und schmunzelt.

Blick in die Zukunft

Nora ist sich sicher, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben,

und sie bleibt am Ball. Ab Herbst geht’s zum BWL-Büffeln in

die Mescheder Fachschule für Agrarwirtschaft. Und ihre Vision

für den Hof in 20 Jahren? „Auf alle Fälle weiterhin ein offener

Betrieb und die Sicherung des Tierwohles. Wir Landwirte

kämpfen für ein gutes Image. Also Leute, kommt gern her und

schaut selbst, was wir leisten und wie es unseren Tieren geht.

Wir freuen uns über jeden interessierten Besucher.“ ■

„Es ist nie verkehrt, mal etwas gänzlich

anderes kennenzulernen“

- Nora Joch über ihre Zeit in Neuseeland

114 - WOLL Elternratgeber


Angelina Boecker

und Michael Hamm

Daniela Weber

Marc Niemeyer

Angelina Boecker (18) und Michael Hamm (22)

haben ihre Berufung in der Abfallwirtschaft gefunden

„GROSSER BEITRAG ZUR CO2-EDUZIERUNG“

Die Abfallwirtschaft hatten Angelina Boecker

(18) und Michael Hamm (22) nach der Schulzeit

„nicht auf dem Schirm“, zu wenig wussten

sie von dieser Branche. Dass sich Angelina für eine Ausbildung

zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

und Michael für ein duales Studium im Bereich Entsorgungstechnik

bei Lobbe in Brilon entschieden haben, war

für die beiden Marsberger aber ein Glücksgriff. „Wir haben

die Entscheidung nicht bereut.“

„Also eigentlich wollte ich zu Schulzeiten immer Kinderkrankenschwester

werden“, sagt die 18-Jährige Angelina mit einem

Schmunzeln im Gesicht. Nun dreht die lebhafte Marsbergerin

mit ihrer Lieblingsmaschine, dem Radlader, ihre Runden auf

dem Gelände von Lobbe in Brilon, gekleidet mit orangefarbener

Warnschutzkleidung und mit einem ansteckenden Lächeln

im Gesicht. Das hätte sie bis vor wenigen Jahren nicht

gedacht: „Mein Vater arbeitet hier und ich habe mir dann die

Arbeit hier im Rahmen eines Praktikums mal angeschaut.

Und ja, ich war direkt begeistert.“ Ihre Faszination gilt vor

allem den Maschinen: Radlader oder Stapler, das ist egal. Die

Auszubildende im zweiten Lehrjahr hat Spaß an der Technik.

Besonders gut gefällt ihr auch, dass sie von Anfang an „mitten

drin“ war und jeden Tag etwas Neues lernt.

Außerbetriebliche Lehrgänge mit

Dozenten aus der Praxis

„Der Beruf ist sehr vielseitig. Im ersten Lehrjahr lernt man die

Maschinen und das Basiswissen kennen, etwa welcher Müll

zu welcher Kategorie gehört. Außerdem gibt es außerbetriebliche

Lehrgänge in Essen, mit Dozenten aus der Praxis. Dort

werden alle Inhalte sehr praxisnah aufgearbeitet.“ Die Berufsschule

befindet sich in Gelsenkirchen. Dort hat Angelina

mehrmals im Jahr drei- bis vierwöchige Blockveranstaltungen.

Das Schönste an ihrer Ausbildung ist für Angelina aber

die Arbeit vor Ort in Brilon, wo sie die Theorie dann in die

Praxis umsetzen kann. Eine gute Mischung aus Theorie und

Praxis war auch für Michael wichtig. Der 22-Jährige steckt in

den Endzügen seines dualen Studiums und ist jeden Tag aufs

WOLL Elternratgeber - 115


Neue fasziniert von der Abfallwirtschaft. Auch er wollte eigentlich

etwas anderes werden. Industriekaufmann stand zur

Wahl: „Aber die Abfallwirtschaft ist viel abwechslungsreicher.

Als Laie weiß man oft gar nicht, was da für Prozesse hinter

stecken. Man kann sich das nicht vorstellen.“

Zukunftspläne haben die beiden sympathischen Marsberger

auch schon. Angelina möchte im Betrieb bleiben und vielleicht

noch eine Weiterbildung zum Techniker absolvieren.

Michael wird Aufgaben in der Betriebsleitung übernehmen.

Angelina und Michael hoffen, dass sich mehr jüngere Menschen

für die Abfallwirtschaft interessieren: „Der Umweltschutzgedanke

wird ja immer bedeutender und die Abfallwirtschaft

trägt einen großen Beitrag zur CO2 Reduzierung bei.“ ■

Beide sind von den großen Maschinen fasziniert.

Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

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führen ihn der Wiederverwertung zu oder entsorgen ihn

umweltschonend. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

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116 - WOLL Elternratgeber


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WOLL Elternratgeber - 117


Advertorial

Rechts Michael Schütte, Produktmanager Johanna Siebert Rechts Simon Schulte, Key Account Manager

Professionelle Technik für perfekte

Landschaftspflege und Jobs mit Perspektiven

Im Markt der Landschaftspflege zählt die Sauerländer Firma

VOGT GmbH & Co. KG aus Schmallenberg-Felbecke

zu den führenden Unternehmen in Deutschland. Der

1926 gegründete Familienbetrieb hat sich zu einem dynamischen

Handelsunternehmen mit innovativer Technik

und internationalen Partnern entwickelt. Am Stammsitz

in Felbecke, Standort Süd mit großer Ausstellungshalle in

Untermünkheim sowie zwei weiteren Vertriebsstützpunkten

in Güstrow und Stadtroda sind

insgesamt 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

beschäftigt.

Wichtiger Grundstein für die Entwicklung

ist die Aus- und Weiterbildung.

Alle Auszubildenden der vergangenen

20 Jahre wurden übernommen und sind

in der Konstruktion, im Vertrieb oder im

Service tätig. Geschäftsführer Andre Vogt

setzt für den Fachkräftebedarf auf dieses bewährte

Ausbildungskonzept mit langfristigen

Karriereperspektiven: „Wir bilden alle

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, wir behalten sie im

Unternehmen und entwickeln sie individuell weiter.“ Von

den Auszubildenden bei VOGT stellen sich stellvertretend

vier junge Sauerländerinnen und Sauerländer vor.

Duale Weiterbildung

Simon Schulte war nach der Ausbildung mehrere Monate

im Ausland tätig und hat sich danach für eine duale

Weiterbildung entschieden. Neben der Tätigkeit im Vertriebsinnendienst

absolviert Simon ein Wirtschaftsingenieur-Studium

und strebt eine Position im Key-Account-

Vertrieb an.

Digitale Kompetenz

Mit der Digitalisierung in Handel und Vertrieb beschäftigt

sich Michael Schütte in seinem Studium, zuvor hat er eine

Andy Schütte, Außendienst

Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann abgeschlossen.

Zurzeit schreibt er seine Abschlussarbeit und

wird danach als Produktmanager die wichtige Schnittstelle

zwischen Marketing und Vertrieb betreuen.

Firmeninterne Qualifizierung

Neben der der externen Aus- und Weiterbildung legt

VOGT großen Wert auf eigene Maßnahmen.

Durch Schulungen bereitet sich Johanna Siebert

im letzten Ausbildungsjahr auf eine

Stelle im Controlling vor.

Bundesweite Aufgaben

Dank der vielen Kunden ergeben sich

im Vertrieb und Service interessante

Aufgaben. Andreas Schütte ist seit seiner

Ausbildung als Außendienst-Mitarbeiter

mit Dienstfahrzeug und Vorführmaschinen

auf dem Anhänger unterwegs. So kann

er interessierte Kunden von den Vorzügen

der VOGT-Produkte überzeugen.

Bei Interesse an einer Ausbildung oder Karriereperspektiven

bei VOGT steht Aline Urban für Fragen und Informationen

per Mail (a.urban@vogtgmbh.com) oder telefonisch

unter 0 29 72 - 97 62 800 gerne zur Verfügung.

VOGT GmbH & Co. KG

Alte Straße 3 · 57392 Schmallenberg-Felbecke

02972 9762-0 · info@vogtgmbh.com

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92 118 - WOLL - Frühjahr Elternratgeber 2021


Abdul Bah erzählt von seiner Ausbildung zur Fachkraft

für Metalltechnik bei Rickes in Meschede

„Du siehst, was du

gemacht hast“

Nicola Collas

S. Droste

Zwei Jahre dauert die Ausbildung zur

Fachkraft für Metalltechnik. Danach

kann sich Abdul Bah überlegen, ob

er noch anderthalb Jahre dranhängt,

um eine Ausbildung zum Metallbauer

Fachrichtung Konstruktionstechnik

abzuschließen.

Die Bauschlosserei Rickes in Meschede

bildet regelmäßig zwei Lehrlinge

parallel aus. Alle zwei Jahre wird ein

neuer Lehrling eingestellt. Abdul Bah

führt uns durch die Betriebshalle im

Spannender Beruf: Abdul Bah ist stolz darauf, dass er

schon viele Aufgaben im Betrieb selbst machen darf.

F

reudestrahlend kommt ein

junger Mann bei unserem Besuch

in der Bauschlosserei Rickes

in Meschede auf uns zu. Freundliche

Augen, sympathisches Lächeln

- man sieht ihm sofort an, wie sehr ihm

seine Arbeit Spaß macht. „Mein Chef

ist nett, meine Arbeitskollegen sind

nett und ich darf schon viele Arbeiten

selbst machen“, sagt der 20-jährige

Abdul Bah, der eine Ausbildung zur

Fachkraft für Metalltechnik absolviert.

„Kommen Sie mit, dann zeige

ich Ihnen, was ich hier jeden Tag zu

tun habe.“

Gewerbegebiet in Meschede-Enste.

„Hier schweiße ich“, zeigt der Lehrling

auf einen Bereich. Er nimmt sich eine

Schutzbrille, legt sich das Material zurecht,

setzt die Maschine an und fängt

an zu schweißen. Während seiner zweijährigen

Ausbildung lernt er die Vielseitigkeit

des Metallbauer-Berufes kennen.

„Ich lerne nicht nur schweißen.

Zu meiner Arbeit gehören auch Bleche

schneiden, biegen, Löcher bohren und

stanzen. Ich finde das alles sehr spannend!“

Eine Fachkraft für Metalltechnik

produziert im Grunde alles, was

aus Metall ist - mit verschiedensten

Materialien wie Edelstahl, Stahl, Aluminium

usw.. So entstehen zum Beispiel

Geländer, Treppen, Fenster oder

Fahrzeugteile.

„Du machst nicht

immer dasselbe”

Für die Zimmereien baut Rickes Dachbinder

und Stahlstützen. „Stahlstützen

habe ich auch schon gemacht“, erzählt

WOLL Elternratgeber - 119


Abdul Bah lächelnd. Sein Chef Raphael

Rickes ergänzt: „Das Tolle an diesem

Beruf und überhaupt am Handwerk ist,

dass du am Ende des Tages siehst, was

du gemacht hast. Ein Gefühl, das richtig

gut und wichtig ist. Und du machst

nicht immer dasselbe. Abdul muss nicht

40 Stunden hintereinander schweißen,

er macht immer wieder unterschiedliche

Sachen.“ Das Bedienen von computergesteuerten

Maschinen gehört auch zu

Abduls Arbeitsalltag, das sehen wir, als

er uns weiter durch die Betriebshalle

führt und an einer anderen Stelle stehen

bleibt. An einem Bildschirm tippt der

junge Mann einige Infos ein, anschließend

nimmt er die nächste Maschine in

Betrieb.

Nach der Ausbildung hat Abdul die

Möglichkeit, sich zum Metallbauer

Fachrichtung Konstruktionstechnik

ausbilden zu lassen.

„Ich habe zum Glück noch ein bisschen

Zeit, mich zu entscheiden“, sagt Bah.

„Bis es soweit ist, kann ich hier in der

Firma noch jede Menge Erfahrungen

sammeln.“ ■

Fachkraft für Metalltechnik

Die Ausbildung zur Fachkraft

für Metalltechnik dauert zwei

Jahre und setzt mindestens ei nen

Hauptschulabschluss voraus. Zu

den breitgefächerten Aufgaben gehören

das Prüfen der Eigenschaften

der Metalle und Werkstoffe wie

zum Beispiel Eisen, Stahl, Kupfer

oder Aluminium, die Auswahl

geeigneter Werkzeuge und Maschinen

wie zum Beispiel Drahtziehmaschinen,

manuelle Bearbeitung

oder Nachbearbeitung der Bauteile,

Überprüfung der Qualität

und Funktionstüchtigkeit der

Endprodukte und die Vorbereitung

des Transports an Kunden

oder Großabnehmer. Nach der

Ausbildung kann eine Ausbildung

zum Metallbauer Fachrichtung

Konstruktionstechnik absolviert

werden. Dafür sind weitere anderthalb

Jahre erforderlich.

120 - WOLL Elternratgeber


Ford, Mercedes-Benz, Skoda, smart –

Automarken, die fast jedes Kind kennt.

Ford, FUSO, MAN und Mercedes-Benz

bei den Nutzfahrzeugen. Die Witteler-

Automobile Gruppe hat nicht nur eine gute

Auswahl an Marken, sondern ist auch an

verschiedenen Standorten erreichbar.

Die familiengeführten Unternehmen in 3.

Generation findet man in Brilon, Frankenberg,

Meschede, Winterberg – und seit

2021 auch im hessischen Vöhl/Dorfitter.

Keine Frage, die Witteler-Automobile

Gruppe hat sich im Sauerland und darüber

hinaus vor allem durch seine Qualität

einen Namen gemacht. Auch als Ausbildungsbetrieb.

Junge Menschen, die sich

für einen technischen Beruf interessieren,

sind bei Witteler-Automobile genau richtig.

Bewirb

dich hier!

Ausbildung:

Kfz-Mechatroniker

(Pkw und Nfz) m/w/d

Fahrzeuglackierer m/w/d

Automobilkaufmann m/w/d

Ausgebildet wird in folgenden Berufen: Kfz-Mechatroniker (Pkw und Nfz)

m/w/d, Fahrzeuglackierer m/w/d und Automobilkaufmann m/w/d. Neben

dem handwerklichen Geschick werden in der Ausbildung zum Pkw und

Nfz-Mechatroniker m/w/d auch viele Elektronikkenntnisse vermittelt. Bei

kaufmännischen Tendenzen ist eine Ausbildung zum Automobilkaufmann

m/w/d sinnvoll. Und wer sich für Oberflächen und Farben begeistern

kann, für den kommt der Beruf des Fahrzeuglackierers m/w/d

in Frage. Zehn Auszubildende werden jedes Jahr eingestellt. Freie

Ausbildungsstellen sind über die Homepage witteler-automobile.de

zu erfahren. Wer noch unsicher ist, kann gern vorab ein Kurz-Praktikum

absolvieren.

Bei der Personalauswahl legt Witteler Automobile den Fokus

nicht allein auf Zeugnisnoten. Persönliches Engagement,

Offenheit, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit sind ebenso

wichtig. Mit dieser Einstellung liegt man richtig. Die Fluktuation

ist gering, die meisten der rund 280 Mitarbeiter arbeiten

schon seit vielen Jahren im Betrieb – und freuen sich über

jeden neuen Mitarbeiter.

Der Witteler „Full-Service“

beinhaltet den Verkauf von

PKW und LKW und die

Vermietung zusätzlich auch

von Transportern. Außerdem

einen Fahrzeugservice, der

von der Kleinstreparatur

„smart repair“ bis zu

Unfallinstandsetzung und

Karosseriearbeiten reicht.

19 - WOLL Frühling 2021

WOLL Elternratgeber - 121


Das inhabergeführte Unternehmen Schulte

aus Sundern/Sauerland zeichnet sich durch

erfolgreiche Teamarbeit aus. Rund 400 MitarbeiterInnen

entwickeln, produzieren und

vertreiben Duschkabinen unter dem Motto

Zuhause im Bad in ganz Europa. Zu unseren

Kunden zählen Fach- und Baumärkte sowie

E-Commerce-Marktplätze.

Werden Sie Mitglied der Schulte Familie!

DEINE AUSBILDUNG

BEI SCHULTE

Wir bilden aus ...

• Kaufmann im E-Commerce (m/w/d)

• Industriekaufmann (m/w/d)

• Kaufmann für Büromanagement (m/w/d)

• Technischer Produktdesigner (m/w/d)

• Mediengestalter Digital & Print (m/w/d)

• Fachlagerist (m/w/d)

• Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d)

• Maschinen- und Anlagenführer (m/w/d)

• Mechatroniker (m/w/d)

Schulte Home GmbH & Co. KG.

Am Lindhövel 1, 59846 Sundern

Frau Melina van Bargen

Tel.: +49 2935 9653-0

www.schulte.de

122 - WOLL Elternratgeber

Wir bieten ...

• eine spannende und vielseitige Ausbildung,

in der du bestens für deine spätere Karriere

vorbereitet wirst.

• ein zukunftsorientiertes, bodenständiges

und wachsendes Familienunternehmen.

• flache Hierarchien, Qualitätsprodukte

und ein hoch motiviertes Team.

• moderne und technisch hervorragende

Arbeitsbedingungen.

• Übernahmegarantie nach abgeschlossener

Ausbildung.


EINIGE UNSERER AZUBIS

UND IHRE ERFAHRUNGEN

Adrian Zöllner (22),

Auszubildender zum

Mechatroniker im


ersten Ausbildungsjahr.

Ich begeistere mich schon seit langer

Zeit für das Zusammenspiel von Elektronik

und Mechanik. Dieses ist sowohl aus

der Industrie als auch aus dem Handwerk

nicht mehr wegzudenken und stellt daher

auch in Zukunft einen sicheren Arbeitsbereich

dar. Zugleich fordert der Bereich

viele verschiedene Tätigkeiten und Fertigkeiten,

sodass der Alltag nie langweilig wird.

Bei Schulte habe ich mich zudem schnell

wohlgefühlt und gemerkt, dass es sich um

einen zuverlässigen Arbeitgeber handelt,

welcher jeden seiner Azubis unterstützt und

bestmöglich auf das spätere Berufsleben

vorbereitet.“


Carla Schefer (19),

Auszubildende zur

Industriekauffrau im

zweiten Ausbildungsjahr.

Mir war schon immer klar, dass ich in

die kaufmännische Richtung gehen

werde, da mir die wirtschaftlichen Schulfächer

immer besonders viel Freude bereitet

haben. Bei Schulte habe ich sofort gemerkt,

dass ich mich nicht nur im Unternehmen,

sondern auch mit der Ausbildung an sich

wohl fühle. Als Azubi bekommt man hier

viele Freiheiten, was zugleich viel Eigenverantwortung

mit sich bringt. Es wird

gefordert und gefördert. Das Beste ist, dass

man einen detaillierten Überblick über alle

Bereiche erhält und später fast überall eingesetzt

werden kann.“


Lilija Gäde (25),

ehemalige Auszubildende

als Mediengestalterin

Digital & Print.

Als ich meine Ausbildung 2018 bei

Schulte anfing, war ich die erste Auszubildende

im Bereich Mediengestaltung. Daher

konnte ich von Anfang an bei der Entwicklung

des Teams dabei sein. Bei Schulte haben die

Azubis die Möglichkeit, selbständig Projekte zu

bearbeiten. Dazu gehören u.a. die Organisation

unserer internen Werksverkäufe und seit neuestem

die Gestaltung des Layouts des neuen

Schulte-Journals. Während wir weitestgehend

selbständig arbeiten, stehen uns dennoch stets

die geschulten Kollegen und Kolleginnen zur

Seite. Ich bin froh über meine Entscheidung

für meinen Beruf und meine Ausbildung bei

Schulte; nach meiner erfolgreich abgeschlossenen

Ausbildung wurde ich übernommen und

kann mein Team weiterhin unterstützen.“

Bewirb dich direkt über unsere Karriereseite

www.schulte-karriere.de

WOLL Elternratgeber - 123


GASTRONOMIE UND DIENSTLEISTUNG

Top Berufe

∙ Drogist/-in

∙ Fachkraft im Gastgewerbe

∙ Friseur/-in

∙ Hauswirtschafter/-in

∙ Hotelfachmann/-frau

∙ Koch/Köchin

∙ Restaurantfac hmann/-frau

∙ Sport- und

Fitnesskaufmann/-frau

∙ Tourismuskauf -

mann/-frau

∙ Veranstaltungskaufmann/-frau

Dieses Berufsfeld

erkunden auf

karriere-hier.de

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

www.imsauerland.de

Ausbildung am Herd

Nicola Collas

S. Droste

Robin Dziengel (18) lernt Koch

im Landgasthof Wüllner

Ein gemütlicher Abend in einem Restaurant mit gutem Essen, tollem

Wein und interessanten Gesprächen -was gibt es Schöneres. Damit der

Gast das Essen in Erinnerung behält und wiederkommt, muss es perfekt

sein. Das hat auch Robin Dziengel schon gelernt, der im Landgasthof

Wüllner in Winterberg-Altenfeld seine Ausbildung absolviert. „Am liebsten

koche ich Schweinebraten in Rotweinsauce“, erzählt uns der 18-Jährige, der

im zweiten Lehrjahr ist. „Ich habe vorher als Aushilfe hier gearbeitet, das hat

mir sehr viel Spaß gemacht. Und als ein Koch-Lehrling gesucht wurde, habe

ich mich beworben.“

124 - WOLL Elternratgeber


Robin Dziegel am Kochtopf

Der Koch-Azubi durfte von Anfang an

„alles machen“. Salate, Saucen, Suppen,

Fleisch anbraten, Nudeln, Maultaschen.

Für Chef Martin Wüllner war

es wichtig, dass Robin direkt im ersten

Lehrjahr diese Erfahrungen machen

konnte. „Es gibt Betriebe, die teilen die

Ausbildung in verschiedene Bereiche

auf: Salat machen, Saucen zubereiten,

Fleisch braten, der Dessert-Bereich.

Die Lehrlinge bleiben eine Zeitlang

in den einzelnen Bereichen. Das finde

ich nicht so schön, weil man ein halbes

Jahr nur Kartoffeln schält oder Salate

putzt. Bei uns ist die Ausbildung abwechslungsreich,

damit man in den

drei Jahren alle Abläufe in einer Küche

immer wieder mitbekommt.”

Arbeitszeiten müssen kein

Nachteil sein

Der Arbeitstag für Robin beginnt um

9:30 Uhr und geht bis 14:30 Uhr, danach

hat er bis 17:30 Uhr Pause und

arbeitet dann nochmal bis 21 Uhr. Das

gilt natürlich auch am Wochenende,

was Robin Dziengel allerdings nicht als

Nachteil empfindet. „Dafür habe ich

in der Woche Zeit und da ist es dann

im Schwimmbad oder im Freizeitpark

nicht so voll wie am Wochenende”,

kann er seinen Arbeitszeiten viel Positives

abgewinnen. Die Arbeitszeiten sind

ein Grund, weshalb sich viele Jugendliche

nicht vorstellen können, als Koch

zu arbeiten. Aber auch Robins Chef

Martin Wüllner absolvierte eine Lehre

in einer Hotel-Küche und empfand die

Arbeitszeiten nicht als abschreckend.

„Außerdem kann man am Wochenende

auch nach 21 Uhr noch rausgehen.

Da Robin am anderen Morgen erst um

9:30 Uhr wieder hier sein muss, geht

das gut“, sagt er.

Zur dreijährigen Ausbildung gehört

für den 18-jährigen Koch-Lehrling

aus Schmallenberg-Walbecke auch der

Besuch der Berufsschule in Meschede.

Die Dinge, die in einer Restaurant-Küche

wichtig sind, werden im Unterricht

erklärt und besprochen. „Von mir als

Koch wird erwartet, dass ich u.a. die

verschiedenen Schnitttechniken beherrsche.

Eine Zwiebel z. B. schneide

ich mit dem Krallengriff. So schneidet

man sich, auch wenn es schnell gehen

muss, nicht in die Finger“, erklärt Robin

Dziengel.

Koch/Köchin

„Also mir macht der Beruf viel Spaß

und wenn sich die Möglichkeit ergibt,

würde ich auch gerne nach meiner

Lehre weiter hier arbeiten“, sagt Robin.

Er fühlt sich im Landgasthof Wüllner

sichtlich wohl. Denn was gibt es für

einen Koch Schöneres, als glückliche

Gäste, die von seinem Essen begeistert

sind. ■

Die Ausbildung zum Koch/Köchin dauert drei Jahre. Mindestvoraussetzung

ist ein Hauptschulabschluss. Ausbildungsinhalte sind das Erlernen

von Grundgarmethoden wie Braten, Kochen, Schmoren, Pochieren,

Backen und das Kennenlernen und richtige Ver arbeiten von

Fleischarten und -stücken, Fischen, Obst und Gemüse. Außerdem

werden verschiedene Schnitt techniken vermittelt.

WOLL Elternratgeber - 125


WERTSCHÄTZUNG UND AUSBILDUNG

AUF HOHEM NIVEAU

Hotel- und Gaststättengewerbe kämpft mit Nachwuchsproblemen:

Gasthof Schütte mit Erfolgsrezept

Paul Senske

S. Droste

Das Azubi-Car des Hotels steht allen Auszubildenden zur Verfügung. Darüber freuen sich Marie, die im

Sommer ihre Prüfung zur Hotelfachfrau absolviert, und Karl Anton Schütte.

Das Hotel- und Gaststättengewerbe gilt als starkes

Stück Wirtschaft mit bestem Service und hochwertigen

Produkten, hat allerdings mit Nachwuchsproblemen

zu kämpfen. Ungünstige Arbeitszeiten,

geringe Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Stress:

So lauten einige (Vor-)Urteile, die viele Jugendliche abschrecken.

Karl Anton Schütte ist heute Hotelier, Gastronom

sowie gelernter Koch aus Leidenschaft und weiß,

dass die Lage für seine Branche „insgesamt schwierig“ ist.

Er ist Inhaber des Landhotels Gasthof Schütte in Schmallenberg-Oberkirchen

und beschäftigt elf Auszubildende

bei insgesamt 75 Mitarbeitern. „Ausbildung auf hohem

Niveau, die Berufe und die Mitarbeiter wertschätzen“,

so lautet sein Erfolgsrezept. „Das Gewerbe muss mit den

Vorurteilen aufräumen.“

Schütte hat alle Arbeitsplätze in seinem Vier-Sterne*-Hotel

und im Restaurant, das mit dem „Bib Gourmand“ (Michelin-Qualitätslabel

für sorgfältig zubereitete Speisen, die zu

einem besonders guten Preis-Leistungsverhältnis angeboten

werden) ausgezeichnet ist, besetzt. Vier der elf Auszubildenden

lernen den Kochberuf, einer wird Restaurantfachmann

und sechs Hotelfachmann/frau. Schütte kennt die Vorbehalte,

die die Arbeitszeiten der Branche betreffen und verweist dabei

auf sein Modell: Der Betrieb ist sieben Tage in der Woche

geöffnet, jede/r der 75 Mitarbeiter/innen hat eine Fünf-Tage-Woche,

gearbeitet wird in zwei Schichten, ein Arbeitsplatz

ist mit drei Personen besetzt. „Die Dienstzeiten sind flexibel,

auf persönliche Wünsche nehmen wir Rücksicht. Berufsschultage

sind zudem Arbeitstage. Das gilt auch für die anderen

Betriebe der Region.“ Wenn der gelernte Koch über seinen

126 - WOLL Elternratgeber


Die Sterne im Sauerland

Es sind „Leuchttürme“ der gehobenen Hotel-Gastronomie

mit vier und fünf Sternen, die bezeichnenderweise unter der

Dachmarke „Die Sterne im Sauerland“ kooperieren und gemeinsame

Ziele verfolgen. Es ist eine Zusammenarbeit für

die Region Sauerland, für die Stärkung der einzelnen Betriebe,

um im umkämpften Markt besser wahrgenommen zu

werden und sich besser zu positionieren. Alle Betriebe sind

familiengeführt. Sie zeichnet ein hoher Qualitätsanspruch

und -standard aus. Die Hotels: Romantik- & Wellnesshotel

Deimann, Landhotel Gasthof Schütte, Hotel Waldhaus

Ohlenbach, Hotel Jagdhaus Wiese, Hotel Rimberg (alle

Schmallenberg), Diedrich Wellnesshotel & Spa (Hallenberg),

Romantik Landhotel Knippschild (Rüthen-Kallenhardt),

Hotel Platte (Attendorn).

Beruf spricht, dann öffnet sich sein Herz, er räumt dabei

mit weiteren Vorurteilen und Erwartungen auf: „Kochen auf

hohem Niveau ist ein sehr schöner und kreativer Beruf mit

vielen Gestaltungsmöglichkeiten. Handarbeit und Geschicklichkeit

sind aber die Basis“, sagt Schütte. „Die TV-Kochsendungen

mit bereits geschälten Kartoffeln oder geschnittenen

Zwiebeln und einem Gläschen Sekt zwischendurch entsprechen

nicht der Küchen-Realität, es sind Zerrbilder. Kochen

ist Handwerk, ein anspruchsvoller Beruf mit hoher Leistungsbereitschaft,

der aber Spaß macht.“ Falsche Vorstellungen

vom Koch-Beruf ließen manchen Azubi die Ausbildung abbrechen.

Von großer Bedeutung sei auch die Bereitschaft „zu

dienen und den Beruf wertzuschätzen. Es sind Dienstleistungen,

die wir erbringen. Die Menschen schätzen es sehr, wenn

sie bedient werden.“ Daher sei es wichtig, dass die Mitarbeiter/

innen gute Menschenkenntnisse haben und anpassungsfähig

seien. „Sie erhalten von den Kunden eine direkte Beurteilung

ihrer Leistung. Sie müssen erkennen, wo der Gast mit seinen

Gefühlen ist und ihn abholen. Das gilt auch fürs Service-Personal.“

Nicht von ungefähr, so Schütte, stammt das Wort

„Restaurant“ etymologisch vom lateinischen Verb „restaurare“

(wiederherstellen, erneuern) bzw. später vom französischen

„restaurer“ (sich stärken, etwas zu essen geben) ab.

Für Schütte, einen der Initiatoren der erfolgreichen Hotel-Kooperation

„Die Sterne des Sauerlandes“, sind eine profunde

Ausbildung und die Wertschätzung der Azubis von überragender

Bedeutung, eben der Schlüssel. Neben der Ausbildung

im eigenen Betrieb können seine Auszubildenden mit Abitur

und Fachhochschulreife ihre Ausbildung (Koch/Köchin und

WOLL Elternratgeber - 127


Restaurantfachmann/frau) nach dem sogenannten FHG-Modell

mit drei Abschlüssen in der Förderschule in Bad Überkingen

(bei Stuttgart) absolvieren, wie sein zweitältester Sohn

Carl, der im Sommer nach der Koch-Lehre noch eine Ausbildung

als Landwirt beginnen will. Der FHG e. V. versteht sich

als der Förderer der in der Hotellerie und Gastronomie Beschäftigten

und Auszubildenden. Schüttes ältester Sohn Nils

ist angehender Restaurantfachmann im dritten Lehrjahr, der

Jüngste im Bunde, Jakob, startet im August die Kochausbildung.

Noch unentschlossen ist Lioba, die 14-jährige Tochter.

„Wir haben die Jungs bei der Berufswahl nicht beeinflusst, sie

haben alle selbst entschieden.“ Schütte selbst musste als Kind

im Karneval immer als Koch auftreten, so wollten es jedenfalls

die Eltern …

Was die weitere Wertschätzung der Ausbildenden betrifft, so

richtet Schütte in der Pandemiezeit einmal pro Woche einen

Schulungs-Nachmittag aus. Es werden Themen behandelt,

die in der Berufsschule zu kurz kommen. „Sie kommen gerne

zur Schulung.“ Zudem wird für die Mobilität gesorgt. Das

„Azubi-Car“ steht auch zur privaten Nutzung bereit.

„Top-Ausbildungsbetrieb“ DEHOGA-Initiative

Beteiligen will sich Schütte - wie weitere Sauerländer Betriebe

- an der Initiative des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes

(DEHOGA) „Top-Ausbildungsbetrieb“. Es ist

ein Qualitätssiegel mit zwölf Leitsätzen. „Wir achten auf die

Balance von Arbeit und Privatleben“, „Wir wertschätzen die

Persönlichkeit der/s Auszubildenden“, „Das Arbeitsklima ist

geprägt von Weltoffenheit, Fairness, Toleranz und Respekt“

oder „Ausbildung auf fachlich und menschlich hohem Niveau“

lauten vier wesentliche Leitsätze. Kernelement im Zertifizierungsprozess

ist die aktive Einbindung der Auszubildenden:

Sie müssen die Einhaltung der Leitsätze in den Betrieben

bestätigen. ■


„TV-Kochsendungen vermitteln

Zerrbilder“ - Karl Anton Schütte

MACH NICHT „IRGENDWAS MIT MEDIEN“.

MACH WAS MIT ZUKUNFT.

Schon seit Jahrzehnten könnt Ihr bei uns eine Ausbildung absolvieren.

Für jedes Ausbildungsjahr vergeben wir mehrere Lehrstellen

zur Restaurantfachfrau & zum Restaurantfachmann

Bewerbungen nehmen wir gerne und im ganzen Jahr entgegen. Noch

lieber ist es uns, wenn wir uns bei einem Praktikum kennen lernen. So

wird schon im Voraus klar, ob wir zusammenpassen und zweieinhalb oder

auch drei Lehrjahre erfolgreich zusammen verbringen werden.

Bewerbungen sendest Du bitte an Herrn Karl Anton Schütte,

info@gasthof-schuette.de oder an:

Landhotel Gasthof Schütte | Eggeweg 2 | 57392 Schmallenberg-Oberkirchen

Telefon 02975 82-0 | www.gasthof-schuette.de | /GasthofSchuette

DAS SAUERLAND

IST BESONDERS

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128 - WOLL Elternratgeber


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WOLL Elternratgeber - 129


NATURWISSENSCHAFT UND LABOR

Top Berufe

∙ Baustoffprüfer/-in

∙ Chemielaborant/-in

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Konzentration im Labor

Das Berufskolleg Olsberg stellt

die Weichen für eine erfolgreiche

Karriere in der Wissenschaft

Die Forscher und

Entdecker von morgen

Anne von Heydebrand

S. Droste

130 - WOLL Elternratgeber


Schutzbrille, Handschuhe, wei ßer Kittel – in den

Ausbildungslaboren des Berufskollegs Olsberg arbeiten

die angehenden Biologisch-technischen Assistenten

(kurz: BTA) konzentriert mit Gefahrenstoffen

wie ätzenden Säuren oder Laugen. Jeder falsche Schritt

kann schwerwiegende Folgen haben. Doch die Schülerinnen

und Schüler wissen genau, was sie tun. Aber Gefahrenstoffe

und Säuren – sind wir aus Versehen bei den

Chemikern gelandet?

„Unsere Biologieschüler müssen sich auch in der Chemie

auskennen und absolvieren zunächst auch ein Chemiepraktikum“,

erklärt Dr. Bernd Wilmers, der mit seinen Kollegen

für die Ausbildung der BTA am Berufskolleg Olsberg verantwortlich

ist. Aktuell absolvieren hier ca. 120 junge Menschen

diese Ausbildung und haben sich damit für einen Beruf mit

idealen Karrierechancen entschieden.

Zertifizierung werden Teile der Ausbildung an den Hochschulen

direkt anerkannt. Die Absolventen haben dank dieses

„Diploma Supplement“ die Möglichkeit, ihr Studium um bis

zu ein Jahr zu verkürzen oder es auf den Numerus Clausus

anrechnen zu lassen. Viele Studierende ergattern, auch dank

der fundierten Ausbildung am Berufskolleg, direkt einen begehrten

Job als studentische Hilfskraft ihre Universität.

Im Labor nebenan untersuchen die angehenden BTA unterdessen

die Wirkung von Antibiotika an einer mit Bakterien

infizierten Milchprobe. Sie sollen untersuchen, ob bereits Resistenzen

vorhanden sind. Ein extrem wichtiges Aufgabenfeld

in unserer heutigen Zeit. Sterilität ist oberstes Gebot. Und das

haben die Schüler bereits verinnerlicht – auch im Privatleben.

„Wenn man einmal weiß, wie viele Bakterien überall lauern

können, wäscht man sich automatisch öfter die Hände“, versichern

sie lachend. ■

„Die Berufsaussichten sind so

gut wie lange nicht mehr“

„Aktuell herrscht eine riesige Nachfrage an Fachkräften. Die

Berufsaussichten sind so gut wie lange nicht mehr“, bestätigt

Dr. Bernd Wilmers. Und dafür müssen die Absolventen später

noch nicht einmal das Sauerland verlassen. „Viele unserer

Ehemaligen arbeiten mittlerweile am Fraunhofer Institut in

Grafschaft. Aber auch in den Brauereien in der Umgebung,

bei Saatgutherstellern, in der Nahrungsmittelindustrie oder

beim Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt Westfalen“,

erklärt Wilmers. Die breite Aufstellung der Ausbildung

erleichtert den Berufseinstieg.

Damit die BTA immer bestmöglich auf den Berufsalltag ausgebildet

sind, werfen Dr. Bernd Wilmers und seine Kollegen

regelmäßig einen Blick in die aktuellen Stellenausschreibungen

der Unternehmen und passen auch ihren Lehrplan dementsprechend

an. Derzeit stehen vor allem Molekular-, Zellund

Mikrobiologie im Vordergrund der Ausbildung.

Im Studium direkt voll durchstarten

Doch nicht immer zieht es die Absolventen direkt ins Berufsleben.

Etwa die Hälfte der BTA beginnen nach der Ausbildung

ein Studium. Zum Beispiel in der Biologie, Humanoder

Veterinärmedizin. Für Abiturienten, die sich für eine

Ausbildung zur BTA entscheiden, bietet das Berufskolleg

Olsberg eine besondere Möglichkeit. Dank einer speziellen

Biologisch-technische

Assistenten

Das Berufskolleg Olsberg bietet in der Fachrichtung BTA

je nach Abschluss einen dreijährigen oder einen zweijährigen

Bildungsgang für Schüler mit Abitur an. In dem

dreijährigen Bildungsgang ist es möglich, eine Doppelqualifikation

zu errei chen: einen Berufsabschluss als BTA

und gleichzeitig die Fachhochschulreife. Die Ausbildung

schließt mit einer staatlichen Prüfung ab, die Klausuren,

eine mündliche Prüfung und eine praktische Prüfung beinhaltet.

Weitere Informationen unter:

www.berufskolleg-olsberg.de

WOLL Elternratgeber - 131


KUNST, GESTALTUNG, MEDIEN

Top Berufe

∙ Gestalter/-in für visuelles Marketing

∙ Mediengestalter

- Digital und Print

- Gestaltung und Technik

∙ Raumausstatter/-in

∙ Schilder- & Licht reklamehersteller/-in

Dieses Berufsfeld

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Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

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Luca Cramer (20) verwirk licht

sich bei ihrer Ausbildung

zur Mediengestalterin

Nach der Erfahrung

Bund zum Traumjob

Daniela Weber

Philipp Nolte

132 - WOLL Elternratgeber


Mediengestalter/in

Luca Cramer

Sich kreativ verwirklichen und Spaß bei der Arbeit haben – genau das ist

Luca Cramer am wichtigsten. Mit der Ausbildung zur Mediengestalterin

bei der Werbeagentur i-dexe werbung & design in Hüsten hat die Allendorferin

in dieser Hinsicht einen wahren Glücksgriff gelandet. Vor dem Start

ihrer Lehre erlebte sie jedoch noch ihr persönliches „Abenteuer“ fernab von

Tastatur und Pixeln.

Mediengestalter/innen Digital und

Print gestalten Medienprodukte

und planen Produktionsabläufe.

Sie kombinieren Medienelemente,

bereiten Daten für den digitalen

Einsatz auf und stellen sie für

den jeweiligen Verwendungszweck

zusammen. Die Ausbildung dauert

drei Jahre. Mediengestalter arbeiten

hauptsächlich am Computer

und haben viel Kundenkontakt.

Der Beruf des Mediengestalters

kann in den unterschiedlichsten

Branchen ausgeführt werden,

beispielsweise in Verlagshäusern,

Werbe- und Multimediaagenturen,

Druckereien, Kommunikationsabteilungen,

Unternehmen

der Druck- und Medienwissenschaft.

Luca Cramer ist keine „normale junge

Frau“, da sind sich die 20-Jährige und

ihr Chef Philipp Nolte einig. Natürlich

meinen die beiden das in einem

positiven Sinn. Denn Luca schlug vor

ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin

einen Weg ein, der nicht so typisch

für eine junge Frau ist. Sie entschied

sich nach dem Fachabitur im

Bereich Drucktechnik, Profilbildung:

Medientechnik für den Freiwilligen

Wehrdienst. „Ich fand die Bundeswehr

schon immer reizvoll. Das war mit

die beste Zeit in meinem Leben. Die

Grundausbildung war super, aber auch

anstrengend“, so ihr Fazit.

Kreativität und Teamgeist

Dass sie sich nach dem Wehrdienst

gegen eine weitere Verpflichtung entschied,

lag daran, dass sie bei der Bundeswehr

ihren Berufswunsch nicht

ausleben konnte: „Die Bundeswehr

bietet gute Chancen, Karriere zu machen.

Aber kreative Berufe kann man

dort leider nicht erlernen“, begründet

sie ihre Entscheidung, 2019 bei der

Werbeagentur i-dexe ihre Ausbildung

angefangen zu haben. Unbekannt war

der kreativen jungen Frau die Agentur

nicht. Denn sie hatte bereits ihr Pflichtpraktikum

während des Fachabi turs

dort absolviert. „Ich war natürlich

trotzdem am ersten Ausbildungstag etwas

aufgeregt“, erinnert sich Luca.

Am meisten gefällt ihr an ihrem Beruf

die Vielseitigkeit. Ob das Gestalten

von Flyern, Printmedien, Plakaten,

die Teilnahme an Fotoshootings oder

das Drehen und Schneiden von Videos,

Luca ist immer „voll drin“. Und

das von Anfang an: „Ich durfte relativ

schnell eigene Aufgaben übernehmen.

Ich weiß noch, wie froh ich war, als ich

meinen ersten WOLL-Bericht setzen

durfte“, schwärmt die ehrgeizige junge

Frau. Mit ihrer offenen Art fällt ihr

auch der Kontakt zu den Kunden nicht

schwer.

Und was muss man mitbringen, um

Mediengestalter/in zu werden? „Man

sollte kreativ sein und auch mal etwas

anders denken können. Und man sollte

ein Teamplayer sein. Im Team tauscht

man sich aus und findet gemeinsam

Lösungen“, betont Luca, die auch ein

privates Interesse für die Tätigkeit

wichtig findet: „Ich hab zum Beispiel

schon vor der Ausbildung für Freunde

Karten gestaltet.“ Ihre Ziele nach der

Ausbildung? Erst einmal möchte Luca

Cramer weiterhin in der Agentur arbeiten.

„Ich möchte mich gerne noch weiterbilden.

Nach der Ausbildung schaue

ich dann was mich interessieren könnte

und zu mir passt.“ ■

WOLL Elternratgeber - 133


COMPUTER UND IT

Top Berufe

∙ Fachinformatiker

- Anwendungsentwicklung

- Daten & Prozessanalyse

- digitale Vernetzung

- Systemintegration

∙ Informatikkaufmann/-frau

∙ IT-Systemelektroniker/-in

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134 - WOLL Elternratgeber


Liebe zur IT: Fabian Voss

Sonja Funke

Iris Böning

Fabian Voss (24) aus Nuttlar schwärmt von seiner

Ausbildung zum Informatikkaufmann

„IT ist komplex, aber es macht auch total viel Spaß!“

Alles beginnt mit dem Chip, mit dem er morgens die Tür öffnet und sich im nächsten Schritt „einstempelt“:

Auch diesen hat Fabian Voss miteingerichtet. Der 24-Jährige hat direkt nach seinem Abi bei den Benediktinern

erst Informatikkaufmann bei der Olsberg GmbH gelernt und studiert seit 2018 Wirtschaftsinformatik in

Paderborn. Beim Unternehmen ist er weiterhin als Werksstudent unter Vertrag und arbeitet hier in seiner vorlesungsfreien

Zeit.

Wenn der Nuttlarer von seiner Ausbildung

spricht, gerät er ins Schwärmen.

„Klasse ist, dass man bei Olsberg in

alle Bereiche reinschaut, Kenntnisse

aus den Abteilungen erwirbt und

sieht, wo die Maschinen im Werk stehen“,

sagt er. Darum fühlt er sich beim

Mittelständler mit 250 Mitarbeitern

genau richtig aufgehoben. Nicht jede

Maschine hat er bedient, aber er hat

im Rahmen seiner Ausbildung ebenso

in der Buchhaltung mitgearbeitet wie

zum Beispiel am Leitstand der Gießerei

oder an der Faserlaser-Schneidanlage in

der Feinblechtechnik.

„Vieles ist miteinander vernetzt und wir

haben ganz unterschiedliche Programme,

in denen er sich auskennen muss.

So weiß er genau, was wir wollen, wenn

wir ihn um Hilfe bitten“, berichtete

Personalleiterin Dagmar Srajek.

Mathe als “Grundbaustein”

Der Informatikkaufmann - nach der

neuen Ausbildungsordnung würde er

WOLL Elternratgeber - 135


im Olsberger Unternehmen nun als „Fachinformatiker der

Fachrichtung Systemintegration“ ausgebildet - ist derjenige,

der angerufen wird, wenn es um technische Hilfestellung

vom Auftrag über die Fertigung bis zur Rechnungsstellung

geht. „Und wenn es mal hakt, muss ich auf das Dringendste

zuerst eingehen und Prioritäten setzen“, betont Fabian Voss.

Genau das schätzt Dagmar Srajek an ihm: „Er ergänzt strukturelles

Denken mit seiner sympathischen Ruhe und stellt

gezielt Fragen.“

Die Liebe zum PC und zur IT fing bei Fabian Voss im Alter

von etwa sieben Jahren an, als sein Vater die ersten PC-Teile

zum Schrauben nach Hause bestellte. „Heute kann man

nicht mehr so viel schrauben. Dafür ist es das Wichtigste,

dass die Systeme abgesichert sind. Das lernen wir auch umfänglich

in der Berufsschule“, so Fabian Voss. Seine Ausbildung

war genau das Richtige für ihn. Mit dem Bachelor in

der Tasche möchte er am liebsten in seiner Heimat bleiben,

gern bei der Olsberg GmbH.Seine Tipps für alle, die sich für

eine Ausbildung im IT-Bereich interessieren: „Sie sollten ne-

ben der Computerarbeit auf jeden Fall Mathe mögen, es ist

der Grundbaustein. Und Englisch ist die Sprache schlechthin.

Nur fünf Prozent der Suchmaschinen-Ergebnisse in

unserem Bereich sind auf Deutsch.“ Und er ergänzt: „IT ist

komplex, aber es macht auch total viel Spaß!“ ■

Fachinfomatiker/in

Fachinformatiker der Fachrichtung Systemintegration

werden in der IT-Branche, in IT-Abteilungen

von Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche

oder in öffentlichen Verwaltungen beschäftigt. Es

ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben,

in der Regel ist in Handwerksbetrieben min destens

der mit t lere Bildungsabschluss, in Unterneh men

eher die Hochschulreife nötig.

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VERKEHR, TECHNIK UND LOGISTIK

Top Berufe

∙ Berufskraftfahrer/-in

∙ KFZ-Mechatroniker/-in

∙ Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in

∙ Fachkraft für Lagerlogistik

∙ Fachlagerist

∙ Kaufmann/-frau für

Spedition und Logistikdienstleistungen

Dieses Berufsfeld

erkunden auf

karriere-hier.de

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

www.imsauerland.de

Maikel Haag und Lukas Marcholewski sind glücklich

über ihre Ausbildung zur „Fachkraft für Lagerlogistik“

„Hier lerne ich jeden Tag Neues“

Anne von Heydebrand

S. Droste

Die Hochregale sind gut gefüllt. Waren aus der

ganzen Welt stapeln sich auf über 12.000 Palettenstellplätzen

in den Hallen der Spedition Mönig

in Meschede-Enste. Und mittendrin die beiden Azubis

Maikel Haag und Lukas Marcholewski. Sie sorgen

mit ihren Kollegen dafür, dass jedes Produkt ans richtige

Ziel gelangt. Und das nicht nur in Deutschland, sondern

in ganz Europa. Ganz schön viel Verantwortung, woll?!

Lukas Marcholewski freut sich, dass er nach der

Ausbildung im Betrieb übernommen wird.

WOLL Elternratgeber - 137


Auch Maikel Haag ist immer noch beeindruckt von der Warenmenge,

die hier jeden Tag verarbeitet wird. Der 17-Jährige

befindet sich aktuell im ersten Lehrjahr seiner Ausbildung

und schwärmt von den vielfältigen Aufgabenbereichen

im Unternehmen: Wareneingang, Kommissionierung, Bestandskontrolle,

Be- und Entladung der kostspieligen Fracht.

Eines der wichtigsten Arbeitsgeräte ist der PC. „Hier lerne

ich jeden Tag etwas Neues.“ Bereits drei Monate nach Ausbildungsstart

konnte er auch schon seinen Staplerschein in

den Händen halten und er ist sich schon jetzt sicher, dass

er nach der Ausbildung weiterlernen will. Sein Ziel: Einen

Ausbilderschein absolvieren oder sogar noch den Meistertitel

erreichen.

Chancen ergreifen und voll durchstarten

Lukas Marcholewski ist da schon einen Schritt weiter. Er

schließt in diesem Jahr seine Ausbildung ab und wird im

Anschluss von der Spedition Mönig übernommen. Dabei hat

alles vor dreieinhalb Jahren mit einem Praktikum begonnen.

Damals wusste er noch gar nicht, was ihn in den Lagerhal-

len erwarten würde. Nur durch Zufall ist er bei dem Unternehmen

aus Meschede gelandet und hat gleich die Chance

ergriffen, richtig durchzustarten. Mittlerweile ist er aus dem

Unternehmen nicht mehr wegzudenken und auch er schätzt

das familiäre Verhältnis unter den Mitarbeitern. „Wir helfen

uns hier alle gegenseitig und halten zusammen“, erklärt der

22-Jährige.

Was ihn an dem Job noch immer reizt? Der Kontakt mit den

LKW-Fahrern aus ganz Europa. An manchen Tagen kommen

bis zu 20 LKWs in der Spedition an. Dann wird es nicht

nur hektischer, auch die Englischkenntnisse müssen sitzen.

Ein wichtiger Tipp für zukünftige Bewerber: „Englisch ist

extrem wichtig in unserem Beruf. Viele Fahrer können kein

Deutsch und dann wird es mit der Kommunikation schwer“,

sagt Marcholewski. Außerdem spielen Selbstständigkeit und

gewissenhaftes Arbeiten eine große Rolle im Berufsalltag.

„Wir müssen uns aufeinander verlassen können.“ Dafür erlernt

er aber auch einen wichtigen Job mit Zukunft. Denn

Lageristen werden in allen Branchen gebraucht. Schließlich

muss jeder irgendwann irgendetwas lagern. ■

Lagerlogistiker/in

Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik dauert

in der Regel drei Jahre und ist ein anerkannter Ausbildungsberuf

in Industrie und Handel. Fachkräfte für

Lagerlogistik finden Beschäftigung in Unternehmen

nahezu aller Wirtschaftsbereiche.

Auch Maikel Haag absolvierte vor der Ausbildung

zunächst ein Praktikum im Betrieb.

138 - WOLL Elternratgeber


Joyce Köster (21)

macht eine Ausbildung

zur Fachkraft im Fahrbetrieb

bei der RLG in Soest

„FREUNDLICH-

KEIT SIEGT“

Daniela Weber

Philipp Nolte

Busfahrerin werden, das war

schon immer der Traum von

Joyce Köster aus Soest. Die

21-Jährige absolviert im dritten Lehrjahr

eine Ausbildung zur Fachkraft

im Fahrbetrieb bei der RLG in Soest

und ist immer wieder aufs Neue fasziniert

von der Vielfalt an Aufgaben in

ihrem Beruf.

Joyce wusste schon in ihrer frühen

Jugend, welchen beruflichen Weg sie

einschlagen möchte. „Die Vorstellung,

einen Bus zu lenken, hat mich schon

immer begeistert. Aber ich dachte immer,

dass ich mit 1,57 Meter zu klein

dafür bin“, sagt die sympathische Soesterin

mit einem Schmunzeln im Gesicht..

Also absolvierte sie erst einmal

eine Ausbildung zur Sozialassistentin.

Allerdings nicht nur wegen ihrer Größe:

„Bei mir in der Familie gibt es jemanden,

der schwerbehindert ist. Ich

wollte lernen, wie ich bei der Pflege

helfen kann.“

„Man muss sich einfach trauen“

Nach ihrer ersten Ausbildung versuchte

sie dann ihr Glück bei der RLG. Mit

Erfolg. „Ich habe einfach eine Initiativbewerbung

abgeschickt und habe eine

Zusage bekommen. Da ich bereits eine

Ausbildung gemacht hatte, konnte ich

auch direkt im zweiten Ausbildungsjahr

starten.“ Dass sie etwas kleiner

ist, ist kein Problem: „Dafür habe ich

eine extra Rückenlehne“, sagt sie grinsend.

Vor ihrer ersten Fahrstunde hatte

sie etwas „Muffensausen“, aber getreu

dem Motto: Übung macht den Meister,

hatte Joyce dann schnell den Dreh

raus: „Es ist eine große Umstellung

vom PKW auf den Bus. Das hätte ich

so gar nicht erwartet. Aber nach ein

paar Stunden hinterm Steuer, gewöhnt

man sich daran. Man muss sich einfach

trauen.“

An ihrer Ausbildung gefällt ihr vor

allem die Vielfalt und, dass einem

dadurch „viele Türen offen stehen.“

Reifenwechseln in der Werkstatt, Verkehrsmanagement

im Büro oder der

Fahrbetrieb – für die Auszubildende ist

es immer wieder „erstaunlich, was man

alles in dem Beruf machen kann.“ Auch

dass sie in ihrem Beruf viel Kontakt zu

anderen Menschen hat, macht für sie

den Reiz aus. „Es ist immer so schön

WOLL Elternratgeber - 139


DU BIST GERNE UNTERWEGS?

Dann steig bei uns ein!

Mobilität für Westfalen

Mit mehr als 1.000 Omnibussen bringen die Busunternehmen

unserer Unternehmensgruppe den öffentlichen

Personennahverkehr in Westfalen ins Rollen. Ebenso sicher

erfolgt der Transport von Gütern über unsere Eisenbahnen. In

diesem Bereich verfügen wir über eine eigene Infrastruktur

und eine breite Palette an Triebfahrzeugen.

Auf den ÖPNV und den Güterverkehr kommen in den nächsten

Jahren viele spannende Aufgaben zu, die es engagiert und

fachlich fundiert umzusetzen gilt. Unsere gut ausgebildeten

und oftmals langjährigen Mitarbeiter:innen sind dabei unser

höchstes Gut. Werde auch du ein Teil des Teams!

Freie Ausbildungsstellen für 2021

Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH:

Berufskraftfahrer (m/w/d) Brilon

Fachkraft im Fahrbetrieb (m/w/d) Brilon

Kfz-Mechatroniker (m/w/d) Brilon

Grundsätzlich bieten wir folgende Ausbildungsberufe in unseren

Unternehmen an:

zu sehen, wie viele Fahrgäste strahlend in den Bus hereinkommen“,

schwärmt sie. Natürlich gibt es auch mal Fahrgäste,

die unfreundlich oder mürrisch sind. Doch dafür

hat Joyce auch das richtige Motto parat: „Mein Leitspruch

lautet, ,Freundlichkeit siegt‘. Das klappt bisher ganz gut.“

Wenn sie im Sommer ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen

hat, möchte sie auf jeden Fall erst einmal im

Betrieb bleiben. Ein großes Ziel für die Zukunft hat sie

sich bereits gesteckt: „Ich möchte unbedingt Fahrlehrerin

werden. Aber zuerst möchte ich noch viel Erfahrung im

Fahrdienst sammeln.“ ■

Fachkraft im Fahrbetrieb

Fachkräfte im Fahrbetrieb führen Verkehrsmittel

des öffentlichen Personennahverkehrs und sorgen

für die sichere Beförderung der Fahrgäste sowie

die Betriebssicherheit der Fahrzeuge. Außerdem

wirken sie auch an der Fahrzeugdisposition und

Personalplanung mit. Die Ausbildung dauert

drei Jahre. Fachkräfte im Fahrbetrieb finden

Beschäftigung in Unternehmen des öffentlichen

Personennahverkehrs, z.B. in kommunalen Verkehrsbetrieben.

Westfälische Landes-Eisenbahn GmbH:

Industriemechaniker (m/w/d) Lippstadt

Kaufmann für Büromanagement (m/w/d)

Lippstadt

Verkehrsgesellschaft Kreis Unna mbH:

Kaufmann für Dialogmarketing (m/w/d) Kamen und Lünen

Kfz-Mechatroniker (m/w/d) Kamen und Lünen

Fachkraft im Fahrbetrieb (m/w/d) Kamen und Lünen

Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH:

Berufskraftfahrer (m/w/d) Arnsberg, Brilon, Lippstadt und Soest

Fachkraft im Fahrbetrieb (m/w/d) Arnsberg, Brilon, Lippstadt

und Soest

Kfz-Mechatroniker (m/w/d) Arnsberg, Brilon, Lippstadt und Soest

Unsere Ausbildungsplätze schreiben wir jährlich im Herbst auf

unserer Homepage aus. Du möchtest schon vorher in unseren

Betrieb hineinschnuppern? Dann freuen wir uns auf deine Praktikumsanfrage.

Bei Fragen kannst du unsere Personalabteilung in

Münster unter folgender Telefonnummer anrufen: 0251/6270-248

Jetzt bewerben!

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140 - WOLL Elternratgeber

l f

Joyce Köster


ELTERNRATGEBER AUSBILDUNG + KARRIERE: AUCH ONLINE!

Den WOLL Elternratgeber Ausbildung

+ Karriere gibt es auch digital: Unter

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rund um die Ausbildung im Sauerland

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WOLL Elternratgeber - 141


SOZIALES UND PÄDAGOGIK

Top Berufe

∙ Erzieher/in.

∙ Erzieher/in - Jugendund

Heimerziehung.

∙ Fachlehrer/in - musisch -

technische Fächer.

∙ Förderlehrer/in.

∙ Sozialpädagogische/r Assistent/in

/ Kinderpfleger/in.

∙ Sportlehrer/in.

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Viviane Fleischer (20) hat mit

der Ausbildung zur Erzieherin

ihre Bestimmung gefunden

„Spielpartner

auf Augenhöhe“

Daniela Weber

Hermann Hoffe

Für Viviane Fleischer ist klar: Als Erzieherin muss man

auch selber noch ein bisschen Kind sein dürfen.

142 - WOLL Elternratgeber


P

ädagogisch arbeiten und auch manchmal „selber noch

ein bisschen Kind sein dürfen“ - eine Mischung, die für Viviane

Fleischer (20) den Reiz am Beruf des Erziehers/der

Erzieherin ausmacht. Zurzeit absolviert die sympathische und

offene junge Frau ihr Anerkennungsjahr im Familienzentrum St.

Severinus Möllmicke in Wenden und eines weiß sie schon jetzt

ganz genau: „Dieser Beruf liegt mir.“

Viviane Fleischer

„Guten Morgen Kinder“ - mit einem

Strahlen im Gesicht begrüßt Viviane

die Kinder vom „Kükennest“. So heißt

die Kindergartengruppe, in der die

sympathische 20-Jährige ihr Anerkennungsjahr

absolviert. Dass der Beruf

der Erzieherin ihr Traumjob werden

sollte, das war der Wendenerin nach

der zehnten Klasse aber noch nicht

klar: „Ich wusste nicht so genau, was

ich werden möchte. Ich entschied mich

dann für das Abitur Plus. So nannten

wir dieses Modell in der Schule. Ich

habe also Voll-Abi mit den Schwerpunkten

Deutsch und Erziehungswissenschaften

gemacht und direkt im

Anschluss startete das Anerkennungsjahr“,

erklärt Viviane, für die der Gedanke

Abitur und Ausbildung zu vereinen,

„genau richtig war“.

Erste Arbeitsluft schnupperte die Wendenerin

bei vier verpflichtenden Praktika

schon während der Oberstufe.

Seit August 2020 ist sie nun voll im

Arbeitsleben angekommen und fühlt

sich dabei pudelwohl. Als Erzieherin

im Anerkennungsjahr betreut sie zusammen

mit ihrer Ausbilderin fünf

Kinder in ihrer Gruppe. Ob Brettspiele,

Spaziergänge oder Projektarbeiten,

Abwechslung wird dabei genauso groß

geschrieben wie die Bedürfnisse und

Wünsche der Kinder. Als Erzieherin

ist man aber nicht nur immer „mitten

drin im Spiel“, sondern fungiert auch

als Beobachter, um zu sehen, ob die

Kinder altersentsprechend entwickelt

sind. „Und wir sind zusammen mit den

Eltern auch dafür zuständig, Werte zu

vermitteln. Wir bilden den Grundbaustein,

wie die Gesellschaft später aussieht.“

“Kinder denken nichts kaputt”

Was Viviane an ihrem Job besonders

gefällt? „Man ist eigentlich nur auf

Trab und die Kinder sind so dankbar

und fordern auch unsere Betreuung.

Wir sind Ansprechpartner bei Fragen

und Spielpartner auf Augenhöhe“,

trifft es Viviane auf den Punkt.“

Auch die Neugierde und Offenheit

der Zwei- bis Sechsjährigen begeistert

die junge Frau, denn: „Kinder denken

nichts kaputt, sie machen es einfach.“

Für alle, die sich vorstellen können, Erzieher/in

zu werden, hat Viviane auch

einige Tipps parat: „Kinder haben keine

Hemmungen und daher darf man

die Kinder nicht mit seinen eigenen

Hemmungen einschränken. Man muss

bereit sein, sich auf die Kinder einzulassen.“

Wie es nach der Ausbildung weitergeht,

weiß Viviane auch schon ganz genau.

Den Übernahmevertrag hat sie nämlich

bereits in der Tasche. „Ich könnte

mir gut vorstellen, irgendwann mal

Gruppenleiterin zu werden und ich

würde gerne eine Fortbildung zur Entspannungspädagogin

machen.“ ■

Erzieher/in

Die schulische Ausbildung zum

Erzieher/zur Erzieherin kann

an Fachschulen, Fachakademien

und Berufs kollegs absolviert

werden. Erzieher/

innen betreuen und fördern

Kinder, Jugendliche und junge

Erwachsene. Sie sind vor

allem in der vorschulischen

Erziehung, in der Kinderund

Jugendarbeit so wie in der

Heimerziehung tätig. Erzieher/

innen finden Beschäftigungen

in Kindergärten, Kinderkrippen,

in Kinder- und Jugendwohnheimen,

in Familienberatungsgestellen

und auch in

Tagesstätten oder Wohnheimen

für Menschen mit Behinderung.

WOLL Elternratgeber - 143


Anzeige

Traumberuf Erzieher*in:

Kinder brauchen Sie!

Beste Berufsaussichten in einer der 182 katholischen Kitas in der Region

3.086

,91

nach der Ausbildung? „Das ist

Euro brutto im Monat

als Berufseinsteiger direkt

immer ein großer Wow-Effekt, wenn es um die Vergütung

geht”, sagt Kirsten Tischer, Fachbereichsleiterin Personal,

zuständig für die rund 3.000 Mitarbeitenden in den katholischen

Kitas im Kreis Soest, der Stadt Hamm, dem HSK,

dem Kreis Olpe und im Kreis Siegen-Wittgenstein. „Im

Vergleich zu vielen anderen Berufen werden Erzieher und

Erzieherinnen gut bezahlt”, so Tischer weiter. Und auch

mit einem anderen Vorurteil möchte sie direkt aufräumen:

“Man kann ruhig zu seinem Partner ziehen, auch wenn

man nicht verheiratet ist, das ist völlig okay.” An diesen und

vielen anderen Punkten sind die katholischen Kita-Träger

deutlich liberaler als vielleicht angenommen.

Anspruchsvoll, krisensicher und

mit Aufstiegschancen

Die Aufgaben von Erzieher*innen sind sehr anspruchsvoll geworden,

denn es geht um viel mehr als um die reine Beschäftigung

von Kindern. „Manche Berufseinsteiger haben oft ein

verklärtes Bild darüber, was Erzieher und Erzieherinnen den

ganzen Tag machen”, sagt Michael Stratmann, neben Josef Mertens

Geschäftsführer der Kita gem. GmbHs. Es geht um vieles

mehr als um die reine Betreuung von Kindern. Erzieher*innen

leisten Bildungsarbeit und fördern die Kinder im Spiel. Dieses

erfolgt auf Basis des Entwicklungsstandes, der Motivation und

des Sozialverhaltens jedes Kindes. Mitarbeitende arbeiten sowohl

im Team der Kita zusammen wie mit externen Kooperationspartnern

(Therapeuten, Frühförderstellen, Logopäden usw.).

Elternarbeit und Kommunikation sind ebenso wesentliche Teile

der täglichen Arbeit, wie die Arbeit mit der EDV und digitalen

Medien. Die Tätigkeit in den Kindertageseinrichtungen ist

damit breit gefächert, abwechslungsreich und anspruchsvoll zugleich

Mit einer Erzieher-Ausbildung in den katholischen Kitas ist man

für die Zukunft bestens gerüstet. Spätere Leitungsfunktionen

können übernommen werden, es gibt zahlreiche Weiterbildungsangebote

für bestimmte Fachbereiche (z. B. Inklusion, U3-Betreuung,

Heilpädagogik oder Sprachförderung). Und auch der

Masterstudiengang im Bereich Frühpädagogik kann dual, also

berufsbegleitend an der FH Südwestwestfalen absolviert werden.

144 - WOLL Elternratgeber


Mehr Männer und

Quereinsteiger gesucht

Oft möchten junge Frauen den Erzieherberuf erlernen, dabei

sind Männer für die frühkindliche Erziehung eine wichtige

Bezugsgröße. Die direkte Arbeit mit Kindern ist zwar mitunter

etwas anstrengend, dafür aber besonders erfüllend und

sinngebend. Kirsten Tischer berichtet von einem Mann, einem

gelernten Banker, der in seinem Wirtschafts-Job nicht

zufrieden war und sich dann in einer katholischen Kita zu

einem Erzieher hat ausbilden lassen. „Wir erhalten regelmäßig

Bewerbungen von Quer-Einsteigern für eine Ausbildung.

Diese haben bei geeigneter Qualifikation gute Chancen, auch

wenn sie schon älter sind”, ergänzt Tischer dazu.

Zwei Ausbildungswege

Die katholischen Kitas in der Region bieten zusammen mit

den verantwortlichen Berufskollegs zwei Ausbildungswege an:

Die „klassische” Variante mit schulischer Ausbildung und Anerkennungsjahr

(EiA) sowie die neue „Praxisintegrierte Ausbildung

(PiA)”. Der Theorie-Unterricht findet dabei an zwei

bis drei Tagen pro Woche statt. In der übrigen Zeit erfolgt der

praktische Einsatz in der Kita. ■

Starke Argumente für die Ausbildung in den kath.

Kindertageseinrichtungen Hellweg, Hochsauerland-Waldeck

und Siegerland-Südsauerland:

• Circa 3.000 Mitarbeitende sind in den 182

katholischen Kitas in der Region beschäftigt

Ausbildungsvergütung im 1. Jahr der

PiA-Ausbildung: 1.165,69 €

• Vergütung im Anerkennungsjahr: 1.627,02 €

• 3.086,91 € Einstiegs-Monatsgehalt ab dem

ersten Tag nach der Ausbildung

• 13,2 Monatsgehälter (Urlaubs- und

Weihnachtsgeld + Leistungszulagen) werden

im Schnitt pro Jahr vergütet

• Bis 33 freie Tage: 31 Tage Urlaub, Heilig Abend

und Silvester zählen nicht als Urlaub, sind

dennoch frei Vermögenswirksame Leistungen

• Zusätzliche Altersversorgung durch die

kirchliche Zusatzversorgungskasse

• Freistellung für Exerzitien und Einkehrtage

• Ausschließlich unbefristete Arbeitsverträge

• Besondere Konditionen für ausgewählte

Produkte und Dienstleistungen durch die

Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in

Deutschland (WGKD)

Katholische Kindertageseinrichtungen

Siegerland-Südsauerland gem. GmbH

Tim Nicksteit

Tel.: 0291-9916 83760

Friedrichstraße 4 | 57462 Olpe

Katholische Kindertageseinrichtungen

Hellweg gem. GmbH

Christine Sauermann

Tel.: 0291-9916 82760

Severinstraße 12 | 59494 Soest

Katholische Kindertageseinrichtungen

Hochsauerland-Waldeck gem. GmbH

Kristin Koch

Tel.: 0291-9916 81760

Stiftsplatz 13 | 59872 Meschede

WOLL Elternratgeber - 145


Hannah Ostermann (18)

absolviert die praxisintegrierte

Ausbildung

zur Erzieherin

„Kinder brauchen

nicht viel, um

glücklich zu sein“

Daniela Weber

Matthias Koprek

Hannah Ostermann liebt die Arbeit in der Kita.

Das Hobby zum Beruf machen – für Hannah

Ostermann aus Welver ist dieser Wunsch in Erfüllung

gegangen. Die 18-Jährige absolviert im

zweiten Jahr die praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin

in der Katholischen Kita St. Vinzenz in Büderich.

Erzieherin zu werden, „das war von klein auf schon mein

Traumjob.“

Wenn Hannah über ihre Ausbildung spricht, gerät die junge

Frau ins Schwärmen. Die funkelnden Kinderaugen, die sie

schon morgens um 7.00 Uhr erwartungsvoll anschauen, geben

ihr das Gefühl: „Hier gehöre ich hin. Hier fühle ich mich

wohl.“ Schon seit frühester Jugend wusste sie, was sie werden

möchte: „Ich habe schon vor circa acht Jahren mit dem Babysitten

bei meinen Nachbarn angefangen. Mit Kindern zusammen

zu sein, das macht mir einfach Spaß.“ Ihr Taschengeld

aufbessern, wollte Hannah damit nicht. Im Gegenteil:

„Ich wollte dafür kein Geld haben, ich wollte einfach nur auf

die Kinder aufpassen“, erinnert sie sich mit einem Lächeln im

Gesicht. Auch in ihrer Ausbildung spielt der finanzielle Aspekt

keine übergeordnete Rolle. „Es ist natürlich schön, dass

ich in der praxisintegrierten Ausbildung von Anfang an Geld

bekomme. Aber das ist für mich nicht das Wichtigste, auch

wenn man so natürlich das Gefühl hat, auf eigenen Beinen

zu stehen.“ Hannah Ostermann möchte möglichst praxisnah

ausgebildet werden. Daher kam die schulische Ausbildung

zur Erzieherin mit anschließendem Anerkennungsjahr für sie

nicht in Frage. Ihr gefällt die Mischung aus Theorie und Praxis.

Im zweiten Ausbildungsjahr ist sie jede Woche drei Tage

in der Kita und zwei Tage in der Berufsschule. „Man lernt

Dinge in der Schule und kann sie dann im Arbeitsalltag sofort

austesten. Das finde ich super.“

146 - WOLL Elternratgeber


„Kinder in ihrer Entwicklung begleiten“

In ihrer Ausbildung betreut sie hauptsächlich Vorschulkinder,

für die sie die verschiedensten Projekte austüftelt. Ob

Sport und Bewegung in der Turnhalle oder Plätzchen backen,

Hannah hat immer wieder neue Ideen, um für Spaß

und Abwechslung zu sorgen. Wichtig dabei: Sie zeigt den

Kindern, dass sie selber voll hinter ihren Angeboten steht.

„Nur so fällt es einem leicht, die Kinder zu motivieren.“ Der

Enthusiasmus und die Freude der Kinder begeistern Hannah

jeden Tag aufs Neue. Und sie schätzt auch, wie dankbar

diese schon über Kleinigkeiten sind: „Ich habe ihnen letztens

zum Beispiel Sticker mitgebracht. Und sie haben sich

gefreut wie Bolle. Daran merkt man, dass Kinder gar nicht

viel brauchen, um glücklich zu sein.“

Praxisintegrierte Ausbildung

zur Erzieherin

Die praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin

bietet eine Kombination von Theorie

und Praxis. Die gelernte Theorie wird direkt

in der fachpraktischen Ausbildung in der Kita

angewendet. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Ihre Zukunft hat die sympathische Auszubildende auch

schon genau vor Augen. Sie möchte sich auf die Betreuung

von U3 Gruppen spezialisieren. „Ich finde es schön, die

Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten und ihnen etwas

beizubringen. Bei den ganz Kleinen kann man die Fortschritte

genau beobachten.“ ■

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WOLL Elternratgeber - 147


Engagiertes Team (v. l.): Steffen Berger, Barbara Feldmann und Daniel Keil.

Mit AmiE eine Vorreiter rolle

übernommen

Paul Senske

S. Droste

Conrad-von-Ense-Schule: Rüstzeug fürs berufliche Leben früh erwerben

M

it der Umsetzung des Landesvorhabens „Kein

Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule -

Beruf NRW“ (KAoA) spielt die berufliche Orientierung

eine zentrale Rolle. Eine Schule, die dabei voran

geht, ist die Conrad-von-Ense-Schule in Ense-Bremen.

Mit der jährlichen Ausbildungsmesse in Ense, der AmiE,

setzt die Sekundarschule Maßstäbe und ist Vorreiter. In

diesem Jahr fand sie - digital - bereits zum zehnten Mal

statt. Die Leitidee der AmiE und der beruflichen Orientierung

fasst Lehrer Daniel Keil so zusammen: „Unsere

Schülerinnen und Schüler sollen so schnell wie möglich

Erfahrungen in der Lebens- und Arbeitswelt sammeln.“

Keil gehört mit Lehrerin Barbara Feldmann und Schulsozialarbeiter

Steffen Berger zum Koordinatoren-Team für Studienund

Berufswahlorientierung (StuBo) der Schule. „Natürlich

beraten wir die Schülerinnen und Schüler auch beim und für

den Übergang ins Gymnasium, die Berufsorientierung ist

aber immer ein Schwerpunkt“, erklärt Feldmann. „Wir versuchen

alles, dass die Schülerinnen und Schüler gut orientiert

und informiert, Entscheidungen treffen, vor allem die

wichtige berufliche Entscheidung“, betont Schulsozialarbeiter

Berger.

148 - WOLL Elternratgeber


Individuelle Beratungen im Berufsorientierungs-Büro

Dabei geht es insbesondere um die duale Ausbildung und

den Kontakt zu den Betrieben. Neben den üblichen und teils

vorgeschriebenen Maßnahmen wie Girls‘- und Boys‘-Days,

ab Klasse 8 Potenzialanalysen, Berufsfelderkundung oder

Praktika engagiert sich das Team mit weiteren Maßnahmen

und „viel Herzblut“ für die berufliche Orientierung der Kinder

und Jugendlichen. Hier spielt das Berufsorientierungsbüro

(BOB) eine zentrale Rolle. In wöchentlichen Sprechstunden

werden die Schülerinnen und Schüler und auch die

Eltern beraten, einmal im Monat ist Berufsberaterin Jennifer

Kieke von der Agentur für Arbeit vor Ort. Für einige Schülerinnen

und Schüler der Klasse 9, die besonderen Hilfebedarf

haben, kommt einmal in der Woche ein Berufseinstiegsbegleiter

ins Haus. „Die individuelle Beratung spielt eine wichtige

Rolle“, so Feldmann. „Wir üben mit den Schülerinnen

und Schülern beispielsweise Bewerbungen, oder sie sollen im

BOB mit Firmen telefonieren, um Termine für ein Praktikum

zu vereinbaren. Einige haben in dieser Hinsicht verständlicherweise

noch Hemmungen.“ An den beiden Computern

im mit umfangreichen Materialien ausgestatteten

Büro können die Schülerinnen und Schüler auch ihre Bewerbungen

und Lebensläufe schreiben. Ein anderes Thema

ist die „Job-Exhibition“: Nach Berufsfeldern sortiert, stellen

sie ihr Betriebspraktikum in Form eines Präsentations-Blattes

mit kurzen Berichten vor. Die Blätter sind auch digital

verfügbar. Für jede Klasse werden die Beratungsprotokolle

in einem Logbuch festgehalten.

Wichtig sind auch die Elterninformationsabende. Beim

Ausbildungsreife-Abend“ mit Wirtschaftsvertreten geht

es um berufliche Perspektiven. Beim zweiten Informationsabend

können sich die Schülerinnen, Schüler und Eltern

über weitere schulische Bildungsgänge informieren. Beide

Elterninformationsabende sind für die Jahrgangsstufen 9

und 10 und finden alle zwei Jahre immer abwechselnd statt.

Eine Vorreiter-Rolle hat die Schule mit der jährlichen Ausbildungsmesse

in Ense (AmiE) übernommen. Sie findet immer

am Samstag nach den Osterferien in der Schule und auf

dem Schulgelände statt.

„Die Unternehmen kommen

gerne in die Schule“

- Steffen Berger

Sie hat sich zu einem Renner entwickelt, mit rund 50 Unternehmen

aus Ense und Umgebung wie aus Neheim. „Die

Unternehmen kommen gerne. Wir sorgen auch dafür, dass

die Schülerinnen und Schüler und Eltern kommen“, betont

Berger. Corona-bedingt fand die AmiE in diesem Jahr am

17. April digital statt – es war die zehnte Messe. In Form

eines sogenannten Reel-Videos haben sich die Unternehmen

mit ihren Ausbildungsmöglichkeiten präsentiert. In Form

einer nach Berufsfeldern geordneten Langversion ist es im

Youtube-Kanal, auf der Schulhomepage, auf dem Portal

„Arbeiten in Ense“ und auf Gemeindekanälen veröffentlicht.

Die AmiE digital soll auch künftig als „digitales Lexikon“

fortgeführt werden und damit der Kontakt zu den Firmen

weiter ausgebaut werden. Die Schule unterhält exzellente

Verbindungen zu den Betrieben im nahe gelegenen Industriepark

in Höingen.

Enser Naturpfad gebaut

Zum Rüstzeug fürs (berufliche) Leben gehören auch die

sogenannten „Soft Skills“ wie ehrenamtliches Engagement.

„Sozial-geniale Projekte“ sind in den Ergänzungsfächern feste

Bestandteile. Ein Beispiel an der Conrad-von-Ense-Schule

ist die Streitschlichter- und Sporthelferausbildung. „Es geht

darum, ehrenamtliche Projekte zu suchen und sie umzusetzen“,

sagt Keil. So bauten die Schülerinnen und Schüler in

Zusammenarbeit mit Enser Betrieben den am 7. Dezember

2018 eröffneten Enser Naturpfad mit Schaukästen, in denen

über Natur, Umwelt und Heimatgeschichte informiert wird.

„Der Bau des Naturpfads ist ein gelungenes Beispiel für das

frühe Erleben von Lebens- und Arbeitswelt. Das gesamte

Lehrerkollegium steht hinter dieser Philosophie.“ ■

WOLL Elternratgeber - 149


Max Luca Köhler und Söncke

Jansky absolvieren den Bundesfreiwilligendienst

beim THW Arnsberg

Freiwilligenjahr für

In der Natur im Einsatz: Die Bufdis Max Luca

Köhler (links) und Söncke Jansky setzen eine

Kröte an ihrem Laichplatz ab.

die Gesellschaft Daniela Weber S. Droste

N

ach der Schulzeit erst einmal

etwas Soziales machen,

fernab von Schulbank und

Theorie - mit dieser Motivation im

Gepäck haben Max Luca Köhler

(20) und Söncke Jansky (18) im vergangenen

August ihren Bundesfreiwilligendienst

(Bufdi) bei der THW

Regionalstelle Arnsberg begonnen.

Neben diversen Verwaltungstätigkeiten

in der Regionalstelle haben

die beiden engagierten jungen Männer

auch die Chance, eigene Projekte

auf die Beine zu stellen.

„Hier sind wieder welche“, ruft Max

Luca Köhler seinem Kollegen Söncke

Jansky zu, während er sich hinkniet

und in einen grünen Eimer greift.

Nach und nach holt der sympathische

20-Jährige vier Kröten heraus,

die beim Versuch die viel befahrene

Straße am Hellefelder Bach zu überqueren,

in den Eimer „geplumpst“

sind. „Wir vom THW unterstützen

an dieser Stelle den SGV, der diesen

Krötenzaun aufgestellt hat“, erklärt

Köhler stolz, als er zusammen mit

Söncke den rund 400 Meter langen

Zaun entlangläuft. In Wennigloh haben

die beiden Bufdis einen eigenen

Krötenzaun errichtet. „Das war ein

Tipp von einem Mitglied des SGV. Er

sagte, dass dort viele Kröten unterwegs

seien. Söncke und ich haben uns dann

direkt mit der Naturschutzbehörde in

Verbindung gesetzt und gefragt, ob

dort Bedarf sei.“ Mit dieser Idee rannten

die beiden offene Türen ein und sie

hatten somit ihr eigenes „Bufdi-Projekt“

in der Tasche.

Vielfalt an Aufgaben

Eigene Projekte realisieren und etwas

für die Gesellschaft tun - für Max Luca

Köhler und Söncke Jansky ist dieses

„selber anpacken“ und aktiv werden

genau das richtige nach der Schulzeit.

Beide entschieden sich für das Freiwilligenjahr

bei der THW Regionalstelle

Arnsberg aus verschiedenen Gründen,

jedoch mit dem gleichen Ansporn: sich

sozial zu engagieren. „Ein Freund hatte

mir vom THW erzählt. Ich dachte

zuerst über eine ehrenamtliche Tätigkeit

nach, bis ich von dem Bundesfreiwilligendienst

erfahren habe. Ich fand

die Idee, etwas für die Gesellschaft zu

machen, schön“, erinnert sich Max

Luca Köhler, der ursprünglich nach

dem Abitur für ein Jahr ins Ausland

gehen wollte, aber keine Sekunde beim

THW bereut. Söncke Jansky strebte

vor allem eine Pause von der Theorie

an, verbunden mit einem ersten Einblick

in die Arbeitswelt.

Nach einem Willkommenslehrgang in

Brandenburg zum Start ihres Bundesfreiwilligendienstes

ging für die beiden

die Arbeit in der Regionalstelle

150 - WOLL Elternratgeber


in Niedereimer los. Was den beiden

am besten gefällt, können sie gar nicht

so genau sagen: „Die Aufgaben hier

sind sehr vielseitig. Das macht es definitiv

aus.“ Von Verwaltungstätigkeiten,

über Kommissionierung bis hin

zur Umsetzung eigener Ideen reicht

das Tätigkeitsfeld der beiden Bufdis.

„Wir arbeiten zurzeit auch noch an

einer Popcornmaschine, die bei Veranstaltungen

zum Einsatz kommen

soll. Das Gesamtpaket hier ist einfach

super“, sagt Söncke Jansky mit

einem Strahlen im Gesicht. Auch die

THW-Grundausbildung lassen sich

die beiden während ihrer Zeit als Bufdis

nicht entgehen. Diese sei allerdings

freiwillig.

„THW treu bleiben”

Dass dieses Jahr, das den beiden so

viel gegeben hat, schon fast vorbei

ist, können die beiden

noch gar nicht so

richtig glauben. Noch

bis zum Juli werden sie

für das THW als Bufdis

in der Regionalstelle und

auch draußen in der Natur im

Einsatz sein. Wie es danach weitergeht,

wissen die beiden ehrgeizigen

jungen Männer auch schon ganz

genau: „Ich beginne eine Ausbildung

zum Garten- und Landschaftsgärtner“,

freut sich Max Luca auf seine bevorstehende

Lehre. Söncke hingegen hat sich

in der Zwischenzeit dazu entschieden,

weiter die Schule zu besuchen und das

Fachabitur zu machen. Jungen Menschen,

die sich ei nen Bundesfreiwilligendienst

nach der Schulzeit vorstellen

können, geben die beiden folgende

Tipps: „Man sollte auf jeden Fall sehr

motiviert sein und auch bereit sein,

mal ein paar Überstunden zu machen,

wenn eine Aufgabe doch mal länger

dauert. Außerdem muss man definitiv

Lust haben, etwas zu schaffen“, sind

sich Max Luca und Söncke einig.

Mit dem sozialen Engagement soll es

für sie nach dem Bundesfreiwilligendienst

nicht vorbei sein. „Wir bleiben

dem THW auf jeden Fall als ehrenamtliche

Helfer treu“, betonen sie

abschließend, während sie die letzte

Kröte an diesem Tag sicher über die

Landstraße tragen. ■

WOLL-

Newsletter

Hallo Wochenende!

Jeden Freitag gibt’s hier die schönsten Tipps

für’s Wochenende im Sauerland.

Jetzt anmelden unter:

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WOLL Elternratgeber - 151


Ein Bekenntnis zur

Region von Marie Ting,

Südwestfalen Agentur

Starke Region –

starke Perspektiven

Marie Ting

Michael Bahr & Sinan Muslu

Fühlt sich in Südwestfalen wohl: Marie Ting hat

hier in der Region ihren Traumberuf gefunden.

Als Eltern betrachten Sie

Ihre Kinder mit großen Augen…

Schule geschafft! Und

jetzt? Möchte Ihre Tochter bzw. Ihr

Sohn eine Ausbildung machen oder

doch lieber erst studieren? Möchte

Ihr Kind gerne in der Region bleiben,

oder will es gerne ein neues

Kapitel an einem ganz neuen Ort

aufschlagen? Ich weiß noch, dass ich

Schwierigkei ten hatte, herauszufinden,

welchen Weg ich gehen soll und

welcher Job zu mir passt. Es bieten

sich so viele Möglichkeiten nach der

Schule, so viele Gründe, sich für oder

gegen eine Variante zu entscheiden,

dass der Traumberuf unerreichbar

scheint. Es wäre schön gewesen, hätte

ich damals die Gelegenheit gehabt,

mich einfach in verschiedenen Jobs

auszutesten und ein paar Unternehmen

von innen kennenzulernen.

Vielleicht geht es Ihrem Kind genauso…

und vielleicht führen Sie derzeit

viele Dis kussionen am Küchentisch,

mal hitzig, mal nach denklich, mal

gelangweilt – und versuchen, Ihr

Kind bestmöglich zu unterstützen

und zu beraten.

Heute habe ich meinen Traumberuf

gefunden, in dem ich Projekte entwickeln

kann, die junge Menschen bei

diesen Entscheidungen unterstützen:

Zum Beispiel das „Gap Year Südwestfalen“.

Schulabgänger/innen, Hochschulabsolvent/innen

und auch junge

Menschen mit einer abgeschlossenen

Berufsausbildung können mit diesem

Programm drei Praktika bei jeweils

drei unterschiedlichen Top-Arbeitgebern

aus der Region machen. Und das

Beste daran: Man braucht nur eine Bewerbung

zu schreiben – und zwar online

unter www.gapyear-suedwestfalen.

152 - WOLL Elternratgeber


com. So kann man in relativ kurzer

Zeit viel Praxiserfahrungen sammeln,

wertvolle Kontakte in die Wirtschaft

knüpfen, neue Perspektiven entdecken

oder sogar ein berufliches Zuhause

finden. Und für diejenigen, die sich

mal im Studieren testen möchten, gibt

es die „Gap Year“-Variante „Work &

Study“. Hier kann man ein sechsmonatiges

Vorstudium an der Uni Siegen

mit einem anschließenden dreimonatigen

Praktikum verbinden.

In vielen Produkten steckt ein

Stück Südwestfalen

Denn gute Chancen gibt es hier genug:

Mehr als 150 Weltmarktführer und

zahlreiche, oftmals international ausgerichtete

Unternehmen tragen dazu

bei, dass Südwestfalen der stärkste Industriestandort

NRWs ist. Wussten Sie

zum Beispiel, dass ohne Südwestfalen

wahrscheinlich Ihr Auto nicht fahren

würde? Ja, denn über 500 Unternehmen

aus der Automotive-Branche

machen Südwestfalen zu dem Standort

für Automobilzulieferer. In vielen Produkten,

die uns im Alltag begegnen,

steckt ein Stück Südwestfalen: So ist

beispielsweise in Ihrem iPhone sehr

wahrscheinlich Technik von der Firma

Berghoff aus Drolshagen verbaut und

wenn man am Flughafen wartet, ist es

gut möglich, dass man auf Sitzen von

der Firma kusch+co aus Hallenberg

sitzt.

Hohe Ausbildungsqualität

Während andere ihre Heimat verlassen

müssen, weil es dort zu wenig

Arbeitsplätze gibt, haben junge Menschen

in Südwestfalen hier die Qual

der Wahl: Ob ein Studium an einer

der vier Hochschulen in der Region,

„Alles, was es zum Glücklichsein

braucht, findet Ihr

genau genommen direkt

vor der Haustür“

ein Praktikum in einem großen, internationalen

Unternehmen oder

in einem kleinen mittelständischen

Familienbetrieb, eine Ausbildung in

der Metall- und Elektroindustrie, im

Handwerk, in Pflegeberufen, in der

Bauwirtschaft, im IT-Bereich oder,

oder, oder... Wer sich in Südwestfalen

für eine Ausbildung entscheidet, trifft

eine gute Wahl – und sorgt für eine

solide Basis. Die Unternehmen und

Betriebe in Südwestfalen sind bekannt

für ihre hohe Ausbildungsqualität!

Danach kann es weitergehen: Mit einem

Meister, einem Studium oder

einer kontinuierlichen und verlässlichen

Mitarbeit im Unternehmen. Dass

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WOLL Elternratgeber - 153


man nach der Schule noch nicht genau

weiß, wo die Reise hingehen soll, verwundert

also nicht, schließlich gibt es

hier in Südwestfalen über 80.000 Unternehmen

und damit natürlich auch

sehr viele berufliche Möglichkeiten.

Um ein bisschen Orientierung in diesem

Meer von Möglichkeiten zu geben,

kann man sich beim „Gap Year

Südwestfalen“ einfach in verschiedenen

Jobs ausprobieren oder testen, ob

nicht doch ein Studium besser passt.

Starke Wirtschaft und

wunderschöne Natur

Aber natürlich sollte auch das Umfeld

passen, denn zu guter Lebensqualität

zählt zweifelsfrei auch die Zeit nach

dem Feierabend. Nach der Arbeit, der

Uni oder dem Praktikum raus in die

Natur und rauf aufs Bike, im Sommer

an einem der fünf Sauerland-Seen ein

paar Bahnen schwimmen und relaxen

und im Winter ab auf die Pisten.

Südwestfalen bringt starke Wirtschaft

und wunderschöne Natur zusammen.

Hinzu kommen die niedrigen Mietund

Kaufpreise für Wohnungen und

Häuser, das rege Vereinsleben und die

bodenständigen Menschen hier. All

das, was wir alle an unserer Heimat im

Sauerland oder Siegen-Wittgenstein so

schätzen.

Sagen Sie Ihren Kindern: Geht ruhig in

die Welt – aber geht nicht, ohne euch

vorher bewusst zu machen, welche

Optionen euch die Region bietet.

Und wenn ihr geht, denkt daran: Ihr

habt eine starke Heimat, auf die man

stolz sein kann. In die man zurückkehren

möchte. Oder bleibt gerne hier:

Denn alles, was es zum Glücklichsein

braucht, findet ihr genau genommen

direkt vor der Haustür. ■

Digitale

Reichweite

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Über 18,5 Millionen Impressions und mehr als 83.000 Fans +

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154 - WOLL Elternratgeber

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WOLL Elternratgeber - 155


„DIE SPRACHE IST DER SCHLÜSSEL“

Aristoteles Sebastião (20) möchte nach seiner

Ausbildung Elektrotechnik studieren

Selbstbewusst und zufrieden: Aristoteles Sebastião hat mit der Ausbildung

zum KFZ-Mechatroniker seinen beruflichen Erfolgsweg geebnet.

Daniela Weber

S. Droste

Als Aristoteles Sebastião im Januar 2017 aus

Angola nach Deutschland kam, ahnte er wohl

selber nicht, was für einen „gigantischen Weg“

er in vier Jahren in seiner neuen Heimat zurücklegen

würde. Mit der nötigen Motivation und dem Willen etwas

in seinem Leben zu erreichen, hat der 20-Jährige

mit einer dualen Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker

beim Autohaus Kaltenbach in Niedereimerfeld in Arnsberg

seinen beruflichen Erfolgsweg eingeschlagen und

beeindruckt dabei Ausbilder und Lehrer gleichermaßen.

„Um Erfolg zu haben, muss man Ziele haben“ - mit diesem

ehrgeizigen Motto im Gepäck startete Aristoteles vor vier

Jahren sein neues Leben in Deutschland. Und aller Anfang

ist ja bekanntlich schwer und so hatte auch der ehrgeizige

20-jährige Aristoteles zuerst mit einem kleinen Rückschlag

zu kämpfen: „Ich hatte in Angola bereits das 10. Schuljahr

der High School beendet, hier in Deutschland musste

ich dann meine schulische Laufbahn in der neun ten

Klasse starten. Das war schon sehr frustrierend.“ Nach

einer kurzen Phase der Frustration folgte dann aber eine

Erfolgsgeschichte, die den jungen Moosfelder stolz und

zuversichtlich zugleich macht. Nach der Ausbildungsvorbereitung

am Berufskolleg am Eichholz in Arnsberg und

einem Jahrespraktikum beim Autohaus Kaltenbach, das

ihm „sehr gut gefallen“ hat, startete Aristoteles 2018 seine

Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker. „Ich musste vorher

erst einen Einstellungstest machen. Ich saß davor und

156 - WOLL Elternratgeber


„Der Weg zur Prüfung ist

nur mit den nötigen

Sprachkenntnissen zu schaffen“

- Berthold Hohmann

dachte nur:,Was muss ich jetzt hier machen?’“, sagt er und

lacht, als er sich an diese kleine Schwierigkeit vor dem

Start der Ausbildung erinnert.

„In Deutschland steht einem alles offen“

In Angola hätte der sympathische junge Mann vermutlich

nach der Schule ein Studium begonnen: „Aber dann hätte

die Praxis gefehlt, die mir in Deutschland die duale Ausbildung

ermöglicht. In Deutschland steht einem einfach

alles offen“, freut sich der Azubi über die Möglichkeiten

in seiner Wahlheimat.

Wichtig um Erfolg in der Ausbildung zu haben, ist

die Sprache. Da sind sich Aristoteles und sein Lehrer

Berthold Hohmann, Schulleiter des Berufskollegs am

Berliner Platz, einig: „Die Sprache ist der Schlüssel“, bringen

die beiden es auf den Punkt. Aristoteles, dessen Muttersprache

portugiesisch ist, hatte mit dem Erlernen der

deutschen Sprache keine Probleme: „In Angola habe ich

bereits Englisch gelernt. Ich hab dann versucht aus dem

Englischen so einiges abzuleiten. Und ich habe auch Apps

zum Sprache lernen verwendet. Zurzeit lerne ich Französisch.

Ich habe einfach Spaß an Sprachen“, so das selbsternannte

Sprachgenie. Berthold Hohmann, der für Aristoteles

nur lobende Worte findet, weiß: „Der Weg zur Prüfung

ist nur mit den nötigen Sprachkenntnissen zu schaffen.“

Junge Zuwande rer wie Aristoteles könnten laut Hohmann

eine Lösung für den Fachkräftemangel sein: „In vielen Betrieben

sind ja bereits junge Zuwanderer eingestellt. Ein

Problem ist aber, dass außerhalb von Deutschland das System

der dualen Ausbildung nicht bekannt ist. Viele Zuwanderer

scheuen daher diesen Weg“, sagt der Schulleiter,

der in diesem Punkt noch auf eine Veränderung hofft.

Freude an komplexen Aufgaben

Aristoteles hatte keine Scheu, sich auf seine Ausbildung

einzulassen und so geht er jeden Tag mit der Ambition

zur Arbeit, „heute besser zu sein als gestern.“ Was ihm an

seiner Ausbildung am besten gefällt, kann der moti vierte

WOLL Elternratgeber - 157


Spaß an der Arbeit: Aristoteles ist

froh vor seinem Studium als Azubi

praktische Erfahrungen zu sammeln.

junge Mann gar nicht so genau sagen.

Ihm macht alles Spaß, auch die stressige

Zeit des Reifenwechsels: „Das muss

eben gemacht werden“, sagt er mit voller

Überzeugung. Am meisten entfalten

kann sich Aristoteles aber bei Aufgaben,

bei denen er richtig nachdenken muss:

„Ich mag komplexe Aufgaben, wie etwa

Motoren ersetzen oder auch die Fehlersuche

bei elektrischen Problemen.“ So

ist es auch nicht verwunderlich, dass er

nach seiner Ausbildung noch ein Studium

der Elektrotechnik dranhängen

möchte. Das benötigte Fachabitur absolviert

er zurzeit auf dem Abendgymnasium.

Dieser Ehrgeiz und „Wille zu

Lernen“ beeindruckt auch seinen Chef

Thomas Porwol, Geschäftsleiter vom

Autohaus Kaltenbach: „Ich muss gestehen,

dass ich anfangs eher skeptisch

war. Aber wenn man nun sieht, was der

Junge für einen gigantischen Weg zurückgelegt

hat, dann ist das schon der

Wahnsinn. Jetzt möchte ich ihn ehrlich

gesagt gerne behalten.“

Wohin genau es Aristoteles Sebastião

nach seiner Ausbildung verschlägt, weiß

der Azubi noch nicht ganz genau. Klar

ist nur: „Am besten in eine Großstadt.“

Mit „seinem brennenden Wunsch sich

weiterzuentwickeln“ wird er auf jeden

Fall seinen Weg gehen, da sind sich alle

einig. ■

Roman Bohle rät Absolventen

zu Eigenmarketing.

„Weiterbildung macht besser“

IHK-Bildungsinstitut Hellweg-Sauerland:

Praxisstudiengang ist der „Königsweg“

Paul Senske

Marc Niemeyer

158 - WOLL Elternratgeber


Allein die Zahlen sprechen

für sich: Rund 5000 Personen

nehmen jährlich an den

600 Veranstaltungen des IHK-Bildungsinstituts

Hellweg-Sauerland

teil. Die Nachfrage ist ungebrochen,

die Klientel wird immer jünger. Das

Bildungsinstitut mit den Standorten

Arnsberg, Lippstadt und Soest gilt

als größter Anbieter beruflicher

Bildung in der Region. Das Credo

fasst Institutsleiter Roman Bohle so

zusammen: „Weiterbildung macht

besser. Mit einem erfolg reichen Abschluss

kann man die eigene Arbeitswelt

mitbestimmen.“

Berufliche Weiterbildung auf betriebliche

Anwendung fixiert, an den

Bedürfnissen der Wirtschaft orientiert,

damit praxis- und lebensnah:

Das 1987 gegründete Bildungsinstitut

liegt mit seinen Angeboten nicht

nur im Trend, sondern leistet einen

wichtigen Beitrag zur Fachkräfteausbildung

und -sicherung in der Region

- auch vor dem Hintergrund

der herausfordernden Globalisierung

und Digitalisierung. Ein (erfreulicher)

Trend zeichnet sich seit Jahren

ab: „Die Teilnehmer der IHK-Angebote

werden immer jünger“, betont

Bohle, der seit 2017 als Nachfolger

von Franz-Josef Hinkelmann das Institut

leitet. „Sie setzen sich früh mit

der beruflichen Planung auseinander

und erkennen, dass Weiterbildung

neue berufliche Perspektiven schaffen

und zur Selbstverwirklichung beitragen

kann.“

IHK-Zertifikate sind

anerkannt und begehrt

Das Portfolio des größten Anbieters

beruflicher Bildung in der Region

Hellweg und Sauerland ist breit und

vielfältig. Ob Tagesseminare

oder

Lehrgänge: Die

IHK-Zertifikate

sind anerkannt

und begehrt. Was

die höhere berufliche

Bildung betrifft,

so bietet die IHK mit

ihren berufsbegleitenden

Praxisstudiengängen

nicht nur Alternativen

zum klassischen Hochschulstudium

an, sondern auch „Königs wege“

für Führungsaufgaben in den Betrieben.

„Abschlüsse mit IHK-Prüfung

wie Fachwirte, Fachkaufleute und

Meister sind im Deutschen Qualifikationsrahmen

(DQR) auf dem

Niveau 6 wie ein Bachelor einer

Hochschule angesiedelt und werden

als Professio nal Bachelor bezeichnet“,

erklärt Bohle. „Sie sind nicht gleichartig,

aber gleichwertig.“ Das Gleiche

gilt beispielsweise für geprüfte Betriebswirte

oder geprüfte technische

Betriebswirte, die auf dem DQR-

Niveau 7 einem akademischen Masterabschluss

entsprechen ( Professional

Master). Die höchste Stufe (8) ist

übrigens die Promotion.

Weiterbildung macht nur „besser

und eröffnet die Mög lichkeit, die eigene

Arbeitswelt mitzubestimmen“,

wie Bohle es ausdrückt: „Wichtig ist

auch, dass sich die Personen mit der

Weiterbildung identifizieren.“ Ein

Frei fahrtsschein für eine schnelle Beförderung

oder einen automatischen

Aufstieg in Führungspositionen seien

die Abschlüsse aber nicht: „Wir empfehlen

den Absolventen, sich mit dem

Abschluss selbst zu vermarkten, also

Eigenmarketing zu betreiben. Ein

IHK-Abschluss gibt aber Sicherheit

und eröffnet die Möglichkeit, diese

„Identifizierung mit

der Weiterbildung“

- Roman Bohle

Karte zu ziehen, wenn sich entsprechende

berufliche Perspektiven auftun.“

Das seit 1987 bestehende Bildungsangebot

hat sich im Lauf der Zeit

deutlich weiterentwickelt. So bietet das

Institut den Betrieben auch firmeninternes

Training („Inhouse-Training“),

Unterstützung bei Personalentwicklung

und Wirtschaftsmediation an.

IHK-Broschüre ist ein „Klassiker“

Die IHK bietet alle Facetten der

Weiterbildungsformate an: Seminare,

IHK-Zertifikatslehrgänge

(mindestens 50 Unterrichtsstunden),

Lehrgänge mit IHK-Prüfung (Praxisstudiengänge)

sowie Blended-Learning

(Online-Module und Präsenzveranstaltungen)

und Webinare

(Unterricht nur Online). Eine Konstante

ist seit der Gründung geblieben:

Das Halbjahresprogramm erscheint

weiter in gedruckter Form: „Wir sind

eine der wenigen der bundesweit 79

IHKs, die dieses Format noch pflegen“,

so Bohle. „Die Broschüre ist ein

Klassiker.“ Weitere Informationen unter

www.ihk-bildungsinstitut.de. ■

WOLL Elternratgeber - 159


„Ich habe mich

siebenmal neu

erfunden“

160 - WOLL Elternratgeber


„Self-Made-Man“ und IHK-Präsident

Andreas Rother verkörpert Aufbruch

ins digitale Zeitalter und sieht

die Berufsausbildung als

„Herzensangelegenheit“

Dirk Bannenberg & Paul Senske

Tom Linke

Er Jahren das IT-Unternehmen ahd, entwickelte es zu einer

bezeichnet sich selbst als „unführbar“, machte sich mit 23

Jahren im Bürofachhandel selbstständig, gründete vor 33

Marke und ist seit Januar 2018 Präsident der IHK Arnsberg Hellweg-

Sauerland. Andreas Rother gilt als „Self-Made-Man“ mit einer einzigartigen

Karriere. Sein Erfolgsrezept: „Die Unternehmen müssen sich

ständig hinterfragen. Ich habe mich siebenmal neu erfunden. Die IT

ist dynamisch und schnelllebig.“ Als IHK-Chef will er die Digitalisierung

weiter forcieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Berufsausbildung:

„Sie ist für mich eine echte Herzensangelegenheit. Nicht nur Abitur

und Studium: Es gibt auch andere Wege, um beruflich Erfolg zu haben.“

Rother selbst ist ein Musterbeispiel für diesen Weg. Der 1960 in Meschede

geborene Unternehmer legte an der Realschule in Werl die

Mittlere Reife ab, absolvierte in Soest eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann

und wurde nach dem Wehrdienst Baumarktleiter

in einem Baumarkt in Werl. 1984 machte er sich mit einem Partner

selbstständig und gründete einen Bürofachhandel. Schon damals beschäftigte

sich Rother mit Innovationen und der Weiterentwicklung

des Betriebs. 1987 wagte er den Sprung in ein neues Geschäftsfeld. Er

gründete die Hellweg Data Ingenieurgesellschaft für Datenverarbeitung

mbH, 2001 firmierte das Unternehmen in ARGE hellweg data


„Nicht nur Abitur und Studium:

Es gibt auch andere Wege, um

beruflich Erfolg zu haben“

- Andreas Rother

GmbH & Co. KG um; seit 2010 heißt das Unternehmen

ahd GmbH & Co. KG. Der Firmensitz war zunächst in

Werl, jetzt ist der Hauptsitz ein kernsaniertes und stilvolles

Mühlengebäude in Ense-Bremen.

„Die IT unterliegt einem ständigen Wandel“

(Andreas Rother)

Vor gut 30 Jahren galt ein Computer noch als exotisch.

Rother begleitete die atemberaubende Evolution, die

eigentlich eine Revolution ist, mit und baute die ahd

schrittweise aus. Er entwickelte das Unternehmen gemeinsam

mit seiner heutigen Geschäftspartnerin Elisabeth

Treier sowie dem Management der ahd - Tochter

Mirjam leitet die Unternehmenskommunikation - zu

einem bundesweit operierenden Technologie-Unternehmen,

zu einer Marke. „In der IT habe ich mich siebenmal

neu erfunden, die IT unterliegt einem ständigen

Wandel.“ Das Unternehmen sei immer auf die Zukunft

ausgerichtet. Das Kerngebiet der ahd ist die infrastrukturelle

Entwicklung sowie der Betrieb von Rechenzentren

mittelständischer Unternehmen und deren Datenmanagement.

Das Unternehmen bietet Lösungen für

Kunden in einem Umkreis von rund 150 Kilometern, die

eigene Rechenzentren vor Ort unterhalten, bundesweit

für Kunden Cloud-Services oder Lösungen im eigenen

Rechenzentrum in Frankfurt/Main, das wie die Bank

von England gesichert ist, oder in Public Clouds wie

Microsoft Azure oder Amazon Web Services. Daneben

162 - WOLL Elternratgeber


Videokonferenzen usw. waren wichtige Hilfen. Die eigene

Digitalisierung werden wir weiter ausbauen.“

ist es das Ziel, einzelne Bereiche wie die eigenen Managed

Services ebenso wie individuelle Software-Lösungen als eine

Antwort auf die Digitalisierung am Markt zu platzieren. Die

eigene Automatisierung sowie Digitalisierung werden ständig

vorangetrieben, so die Philosophie des Unternehmens,

das neben dem Hauptsitz einen weiteren, wichtigen Standort

am Dortmunder U (Zentrum für Kunst und Kreativität)

unterhält. Es geht hier insbesondere um die Nähe zur Universität.

Rund 100 Mitarbeiter arbeiten für die ahd, weitere 35

sind es in den Beteiligungen.

IHK-Präsidentschaft „ein Geschenk“

Vor diesem Hintergrund und der ahd-Erfolgsgeschichte war

es nicht verwunderlich, dass IHK-Hauptgeschäftsführerin

Dr. Ilona Lange nach dem Ausscheiden von Ralf Kersting

im Vorfeld der IHK-Vollversammlung im November 2017

bei Rother anklopfte und fragte, ob er sich das Amt des Präsidenten

vorstellen könne. Ja, Rother konnte sich das vorstellen:

„Präsident der IHK mit immerhin 39.000 Mitglieds-

Betrieben zu werden, wäre für mich ein Geschenk, meine

Persönlichkeit weiter zu entwickeln, mit ihr zu wachsen.“

Nach dem Familienrat („Meine Frau Silke stimmte zu“) und

dem OK des eigenen Firmenmanagements wurde Rother auf

der Vollversammlung zum neuen IHK-Chef und Nachfolger

von Ralf Kersting („Er hat es sehr gut gemacht“) gewählt

und trat sein Amt am 1. Januar 2018 an. Der Zeitpunkt war

mehr als günstig. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag

(DIHK) mit seinen bundesweit 79 Kammern

hatte die Digitalisierung („We go digital“) als ein zentrales

Themenfeld ausgerufen. „Das kann ich mittragen“, so Rother.

„In der Corona-Krise haben wir bei der Arnsberger

IHK das Fruchtbare der Digitalisierung erfahren können,

„Wir dürfen nicht müde werden, für die Berufsausbildung,

die jungen Menschen Spaß macht,

zu werben“ (Andreas Rother)

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Berufsausbildung im Kammerbezirk:

„Sie ist eine Herzensangelegenheit. Wir dürfen

nicht müde werden, für die Berufsausbildung zu werben.

Uns zwar für eine Ausbildung, die jungen Menschen auch

Spaß macht. Es gibt auch andere Wege, als Abitur und Studium,

um beruflichen Erfolg zu haben.“ Rother nennt in

diesem Zusammenhang auch Zahlen: Rund 50 Prozent der

Jugendlichen machen Abitur und studieren. In der Wirtschaft

brauchen wir im Verhältnis einen Akademiker und

zehn Facharbeiter. „Die Eltern wollen, dass ihre Kinder studieren.

Sie sollen es einmal besser haben.“ Rother plädiert

mit Nachdruck für das duale System mit „Arbeiten und Berufsschule“.

In Industrie und Wirtschaft seien auch Studienabbrecher

herzlich willkommen.

Beim Blick auf die Zukunft der Wirtschaft in Südwestfalen,

einer „Herzkammer der Industrie“, spricht der IHK-

Chef von großen Herausforderungen. „Wir werden lernen

müssen, uns ständig zu verändern und disruptiv zu denken.

Externe Einflüsse auf das eigene Geschäftsmodell werden

zunehmen.“ Es werde Gewinner und Verlierer geben. „Diejenigen,

die ihren Job machen, werden es schaffen.“ Was die

aktuelle Corona-Krise und die teilweise dramatischen Auswirkungen

auf die Wirtschaft betrifft, so zeigt sich Rother

optimistisch: „Ich bin stolz auf unsere Wirtschaft. Aus der

Krise 2008/2009 ist die südwestfälische Wirtschaft gestärkt

hervorgegangen. Das wird auch bei Corona der Fall sein. Die

Wirtschaft wird sich 2021 erholen – und zwar mit Wucht.“ ■

WOLL Elternratgeber - 163


&

Ausbildungsbörsen

Ausbildungs messen

von A bis Z

Arnsberg

Auf der Arnsberger Ausbildungsmesse soll Jugendlichen

eine erste Orientierung gegeben werden, welche Optionen

mit welchem Abschluss möglich sind. Außerdem erfahren

sie, wie das Angebot auf dem Ausbildungsmarkt aussieht.

Ausbildungsbotschafter“ haben im Jahre 2016 im Vorfeld

der Ausstellung ihren Beruf vorgestellt. https://www.

wfa-arnsberg.de/de/1/messen/arnsberger-ausbildungsmesse.html

Bad Sassendorf

Ob in der Ini-Gesamtschule in Bad Sassendorf in diesem

Jahr wieder die Ausbildungsmesse “Ausbildung! Zukunft”

stattfindet, stand bei Redaktionsschluss noch nicht

fest, wird aber rechtzeitig auf der Homepage der Stadt

bekanntgegeben: https://rathaus.bad-sassendorf.de/

rathaus-politik/aktuelles/ pressemitteilungen/

Bestwig

Im Firmenverzeichnis der Werbegemeinschaft „Besser

in Bestwig“ stellen Unternehmen ihre Ausbildungsbereiche

vor: https://www.besser-in-bestwig.de/

images/ werbegemeinschaft/aktionen/Ausbildungsbetriebe/20200917_WGM_Firmenverzeichnis.pdf

Brilon - Olsberg

Auf der Homepage der Stadt gibt es eine Übersicht zur

erstmaligen Orientierung; https://www.ausbildungsboerse-bo.de/ausbildungskompass/

Es ist geplant, dass die

Ausbildungsbörse Brilon-Olsberg <