Der Harz_01_22_I

Harzdruckerei

Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 01_2022

Welterberoute

im Harz

Seite 8

Neue Natur- und

Geopark-Stele

Seite 11

„Typisch Harz

wächst weiter

Seite 13

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EDITORIAL

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Der Harzklub e.V.

Heimat-, Wander- und

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Redaktion:

Christoph Steingaß (CS)

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David Rügner (Hauptpressewart),

Christine Eggers (stellv. Hauptpressewartin),

Michael Rudolph

(stellv. Hauptpressewart), Marion

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Beiträge, die nicht ausdrücklich

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stellen die persönliche Meinung

des Verfassers dar. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte und Fotos

übernimmt der Verlag keine Gewähr.

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DER HARZ erscheint Anfang des Monats.

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30. September des laufenden Jahres

für das Folgejahr.

Foto Titelseite:

Otto Unruh

Liebe Wanderfreundinnen und Wanderfreunde,

liebe Leser unserer Zeitschrift Der Harz,

noch immer bestimmt die Corona-Pandemie unser Leben. Wir sehnen uns nach Unbeschwertheit,

Normalität, langfristiger Sicherheit. Unsere Jahresplanungen, die Termine

wichtiger Veranstaltungen, sind immer wieder in Frage gestellt. Und so war das Handeln

des Harzklubs auch im Jahr 2021 von Verantwortung und Flexibilität bestimmt. Ich sage

allen Freunden und Partnern Dankeschön für das Verständnis und die Mitarbeit.

Unsere Jahreshauptversammlung wurde am 12. Juni 2021 erneut schriftlich durchgeführt

und im Kreis des Geschäftsführenden Hauptvorstandes ausgewertet. Zuvor hatten

alle Zweigvereine und unsere korporativen Mitglieder schriftlich abgestimmt. Die hohe

Beteiligung von über 80 Prozent beweist, dass der Harzklub auch in den notwendigen

Digitalisierungsprozessen gut vorangekommen ist.

Unser Jugend- und Wanderheim Wildemann ist nun vollständig modernisiert und erstrahlt

in neuem Glanz. Um das unmittelbare Umfeld weiter aufzuwerten, hat der Harzklub in bewährter

Zusammenarbeit mit den Niedersächsischen Landesforsten und der Deutschen

Angestellten-Akademie GmbH einen Achtsamkeitspfad errichtet. Dieser Erlebnispfad, der

durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald entwickelt wurde, konnte am 24. August

2021 feierlich eingeweiht werden.

Gleichzeitig wurde an diesem Tag unser Naturschutzförderpreis verliehen. Sieben Zweigvereine

hatten sich mit ihren Projekten um den beliebten Preis beworben. Umwelt- und

Naturschutz sind in der Satzung des Harzklubs fest verankert. Mit Unterstützung der Reddersen-Stiftung

wird jährlich durch den Harzklub-Hauptverein ein Naturschutz-Förderpreis

für die Zweigvereine ausgeschrieben, der für herausragende Leistungen auf dem Gebiet des

Naturschutzes und der Landschaftspflege, aber auch für Umweltbildung vergeben wird. In

den letzten zwei Jahrzehnten wurden etwa 250 verschiedene Naturschutz-Projekte des

Harzklubs der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wie wichtig dem Harzklub unsere Harzer Wälder sind, konnten wir am 6./7. November

2021 in Bad Harzburg unter Beweis stellen. Mit 2.000 neu gepflanzten Bäumen haben wir

einen wesentlichen Beitrag für einen artenreichen, klimastabilen Harzer Wald geleistet. Die

gemeinsame Baumpflanzaktion der Niedersächsischen Landesforsten und des Harzklubs

war ein voller Erfolg. Mehr als 80 freiwillige Helferinnen und Helfer haben uns bei unseren

Arbeiten unterstützt. Außerdem erhielten wir umfangreiche finanzielle Hilfe durch die

Öffentliche Versicherung Braunschweig, die Reddersen-Stiftung und viele Spenden. Finanziert

wurden insgesamt 2.700 Roteichen sowie jeweils 200 Stück Spitzahorn, Bergahorn

und Vogelkirsche sowie zusätzlich eine schicke Aussichtsbank.

Zur gleichen Zeit waren viele Harzklub-Mitglieder in Sachsen-Anhalt im Forstbetrieb Südharz

aktiv, um auch dort tatkräftig bei der Aufforstung zu helfen.

Corona-Zeit ist Wanderzeit. Noch nie waren im Harz so viele Wanderer unterwegs, wie in

den letzten beiden Jahren! Leider ist es uns noch lange nicht ausreichend gelungen, die

vielen Menschen, die unsere Wanderwege nutzen, für unseren Harzklub zu gewinnen.

Insbesondere in unseren 86 Zweigvereinen werden aktive Menschen gebraucht, die unser

Vereinsleben mitgestalten und beispielsweise als Wegepate oder Wanderführer mitarbeiten.

2.500 neue Harzklub-Wegeschilder wurden durch unsere ehrenamtlichen Mitglieder in

letzten drei Jahren entlang der optimierten Wege im Niedersächsischen Teil des Harzes

angebracht – eine enorme Leistung, wenn man bedenkt, dass ein jedes Schild individuell

erstellt und gefertigt werden muss. Finanzielle Unterstützung erhielten wir dabei von der

NBank und den Landkreisen Goslar und Göttingen.

01 | 2022

3


HARZ AKTUELL

Ein sehr umfangreiches Wegeprojekt wird derzeit auch in den Landkreisen Harz und

Mansfeld-Südharz unter Leitung der Regionalen Planungsgemeinschaft Harz durchgeführt.

Auch hier gilt es, unter intensiver Mitwirkung des Harzklubs, die Wanderinfrastruktur

attraktiv zu gestalten, aufzuwerten und langfristig die Unterhaltung der Wege zu sichern.

Eine wichtige Grundlage hierfür ist ein neuer Gestattungsvertrag, der am 03.09.2021 in

Blankenburg zwischen dem Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt und dem Harzklub e.V.

abgeschlossen wurde.

Die vielfältigen geführten Wanderungen des Harzklubs, die ab Sommer wieder stattfinden

konnten, erfreuten sich einem regen Zuspruch. Unsere zertifizierten Wanderführerinnen

und Wanderführer werden nach den Richtlinien des Deutschen Wanderverbandes

ausgebildet. Nach langer corona-bedingter Pause konnte im Herbst 2021 endlich wieder

ein neuer Wanderführer-Lehrgang starten.

Gern schauen wir auch auf unsere Brockenveranstaltung zum 31. Jahrestag der Deutschen

Einheit zurück. Ein länderübergreifendes Zusammenwirken, ein flächendeckendes

Arbeiten Hand in Hand ohne Grenzen, zum Wohle des Harzes ist das Anliegen unseres

Harzklubs.

Ich danke unseren 12.000 Mitgliedern von ganzem Herzen für ihr großes ehrenamtliches

Engagement, aber auch unseren vielen Partnern in Ost und West für die vertrauensvolle

Zusammenarbeit. Ein besonderes Dankeschön gilt allen Autoren, die mit ihren wertvollen

Beiträgen unsere Zeitschrift „Der Harz“ monatlich bereichern.

Die Corona-Pandemie beeinflusst weite Teile unseres Lebens. Sie sollte uns aber nicht

davon abhalten, unsere gemeinsamen Ziele kontinuierlich weiter zu verfolgen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2022.

Frisch auf!

Ihr Dr. Oliver Junk

Geplante Termine 2022

Jahreshauptversammlung 2022

am: Samstag 23. April 2022

Ort: St. Andreasberg

Naturschutztag 2022

Thema: Wasser weisen Wege

am: Samstag 11. Juni 2022

Ort: Bad Lauterberg

Ausrichter: Harzklub-Zweigvereine Bad

Lauterberg und Barbis mit Unterstützung

der Hauptnaturschutzwarte

Harzer Heimattag 2022

am: Sonntag 3. Juli 2022

Ort: Bad Lauterberg

Ausrichter: Team der Hauptheimatgruppenwarte

mit Unterstützung der

Zweigvereine Bad Lauterberg und

Bad Sachsa

Sternwanderung 2022

Thema: „666 Jahre Tanne“

am: Sonntag 28. August 2022

Ort: Tanne

Brockenveranstaltungen:

Montag 3. Oktober 2022:

Tag der Deutschen Einheit

Samstag 3. Dezember 2022:

Tag der Brockenmaueröffnung

121. Deutscher Wandertag 2022:

Motto: Genieße das Wandertal

Ort: Fellbach, Remstal, Schwäbischer

Albverein

am: 3. bis 7. August 2022

4

01 | 2022


NATIONALPARK HARZ

Untersucht am Brocken und im Bayerischen Wald

Wildniswälder leisten wichtige

Beiträge zum Klimaschutz

Kann sich Deutschland nutzungsfreie Wälder

für den Naturschutz leisten? Diese

Frage wird oft vor dem Hintergrund des

Klimawandels diskutiert und muss klar

mit einem „Ja“ beantwortet werden.

Der Vorwurf, Wirtschaftswald speichere

CO 2

, während Naturschutzwälder als

CO 2

-Quelle agieren würden, hält einer

wissenschaftlichen Überprüfung nicht

stand – das stellten Forscher im Bayerischen

Wald 2020 eindeutig fest.

Ein Wirtschaftswald liefert Holzprodukte wie

Möbel, Papier oder auch Bauholz. Im Naturschutzwald

wird die Ressource Holz nicht

genutzt. Sterben Bäume ab, verbleiben sie

als Totholz im Wald. Sowohl Holzprodukte

als auch Totholz speichern CO 2

– und zwar

so lange, bis die Holzprodukte nicht mehr

gebraucht und entsorgt werden oder das

Totholz verrottet ist. Untersuchungen in Thüringen

zeigten, dass Nutzholz eine mittlere

Verweildauer von 21 Jahren hat. Das heißt,

dass nach 20 bis 25 Jahren 66 % der Masse

der Holzprodukte verbrannt sind. Die mittlere

Verweildauer von Totholz im Wald liegt

bei 40 bis 50 Jahren. „Totholz hält CO 2

also

deutlich länger zurück“, so Dr. Franz Leibl,

Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald.

„Die mittlere Verweildauer von Nutzholz

könnte erhöht werden, wenn nicht mehr

gebrauchte Produkte, zum Beispiel Dachund

Deckenbalken, eine andere Verwendung

finden.“ Diese sogenannte Kaskadennutzung

ist derzeit noch unterentwickelt. Einer möglichen

Wiederverwertung, beispielsweise

von Abbruchholz zur Holzpalette und weiter

zur Faserholzpalette, steht im Weg, dass „es

noch keine Weiterverarbeitungslinien im größeren

Maßstab gibt“, so Leibl. „Nicht mehr

gebrauchtes Holz wird derzeit verbrannt.“

Artenschutz in Frage zu stellen ist nicht

verhältnismäßig

Ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt ist

der Substitutionseffekt. Damit ist gemeint,

dass energieintensive Baustoffe wie Glas,

Beton, Stahl oder Aluminium, durch Holz

ersetzt werden und damit der CO 2

-Ausstoß

gesenkt wird. Nachdem das Holz der Schutzgebiete

nicht genutzt wird, entfällt dieser

positive Effekt. Laut den Fortschern sei dies

Foto: Jürgen Steimecke.

jedoch wenig bedeutsam. „Im schlimmsten

Fall erhöht die Nicht-Nutzung des Holzes im

Nationalpark die deutschen Treibhausgasemissionen

um 0,02 %. Dafür den gesetzlichen

Biotop- und Artenschutz in Frage zu

stellen, erscheint nicht verhältnismäßig.“

Im Brockenurwald kamen Göttinger

Forscher zum gleichen Ergebnis

Diese Fragen hatten Wissenschaftler der Universität

Göttingen auch im Brockenurwald

des Nationalparks Harz untersucht und 2013

veröffentlicht. Weil diesen Studien in englischer

Sprache erschienen, sind sie fast nur

in Fachkreisen bekannt.

Die Forscher verglichen Waldstücke mit sehr

alten und absterbenden Bäumen mit jüngeren

Stadien, wie sie auch in bewirtschafteten

Wäldern vorkommen. Waldstadien mit alten

Bäumen und Totholz wiesen eine deutlich

höhere Artenvielfalt auf – nicht so sehr am

Waldboden, aber durch Moose und Flechten,

die auf den lebenden und toten Baumstämmen

wachsen. Darüber hinaus ist in Waldstücken

mit altem Bestand sehr viel mehr

Kohlenstoff in der Biomasse und im Boden

eingelagert, denn diese Wälder sammeln seit

Jahrhunderten Kohlenstoff und lagern es ein

– ein wichtiger und unterschätzter Beitrag

der Nationalparkwälder zum Klimaschutz.

Die Veränderung der Kohlenstoffspeicher

in der Biomasse und im Boden wurde für

die Entwicklungsstadien eines natürlichen

Waldentwicklungs-Zyklus bislang nur selten

berechnet. Die Forscher haben daher die

ober- und unterirdischen Kohlenstoff-Bestände

in den fünf Wald-Entwicklungsphasen

(Regeneration bis Zerfall) des Brockenurwaldes

untersucht. Die dortigen Fichtenbestände

stellen eines der wenigen Waldgebiete

in Zentraleuropa dar, bei dem die

natürliche Walddynamik seit Jahrhunderten

nicht mehr vom Menschen gestört wurde.

In den Überreife- und Zerfall-Stadien des

Brockenurwaldes wurden vergleichsweise

große Kohlenstoffdepots festgestellt –

sowohl in der Biomasse des Totholzes als

auch in den Waldböden. Im oberirdischen

Biomasse-Kohlenstoffspeicher sind bis zu

200 t Kohlenstoff je ha gebunden, im gesamten

Waldökosystem einschließlich der

Waldböden sogar bis zu 480 t Kohlenstoff je

Hektar. Der Kohlenstoffspeicher im Boden

bis 60 cm Bodentiefe betrug im Mittel 250 t

Kohlenstoff und war damit zwei- bis dreimal

größer als in vergleichbaren gemäßigten

Tiefland-Fichtenwäldern. Diese Kohlenstoffmenge

blieb über den gesamten Zyklus des

Waldes unverändert. Bezogen auf das Ökosystem

Wald und unter Berücksichtigung der

Häufigkeit aller Wald-Entwicklungsstadien

betrug der Gesamtkohlenstoffspeicher ungefähr

420 t je ha.

Die Ergebnisse der Untersuchungen belegen

eindeutig, wie wichtig es ist, ökonomisch

wertlose alternde Bäume und Totholz zu

erhalten, so Prof. Dr. Markus Hauck, der die

Untersuchungen im Harz zusammen mit Dr.

Mascha Jacob durchführte.

Zusammengestellt: Dr. Friedhart Knolle

01 | 2022 5


HARZ AKTUELL

Tierbeobachtungen auf Wanderungen im Harz

und Umgebung.

Der Sperlingskauz:

Auf einer Winterwanderung im Oberharz,

nahe Torfhaus, konnte ich diesen schönen

Sperlingskauz beobachten.

Er war auf der Jagd und hatte ein Wintergoldhähnchen

im Visier.

„Wintergoldhähnchen sind in unseren Nadel-

und Mischwäldern beheimatet. Mit gerade

einmal fünf bis sechs Gramm sind sie

die kleinsten und leichtesten Vögel und

für den Sperlingskauz eine willkommene

Beute.“

Er saß auf einer Tannenspitze und beobachtete

das Wintergoldhähnchen. Als das Goldhähnchen

den Baum wechselte, setzte der

Sperlingskauz zum Sturzflug an, erwischt

hat er das Goldhähnchen nicht. Er setzte

sich dann aber auf einen Ast so ca. 7 bis

10 m von mir entfernt, und wechselte kurz

einmal die Position. Da konnte ich nur 2

Fotos machen, da er nur kurz saß und dann

wieder zurück auf die Tannenspitze flog.

Beschreibung:

Der Sperlingskauz ist die kleinste in Mitteleuropa

heimische Eule. Auch weltweit

gehört die Art zu den Zwergen unter den Eulenvögeln.

Der Sperlingskauz ist ein Bewohner

des paläarktischen Nadelwaldgürtels,

in Mitteleuropa waren seine Vorkommen

lange Zeit auf montane Wälder und Wälder

in Mittelgebirgslagen beschränkt. In letzter

Zeit konnte die Art ihr Brutareal beträchtlich

ausweiten und kommt in zunehmender

Anzahl auch in niedrigem gelegenem Gebiet

vor. Sperlingskäuze ernähren sich von

Kleinsäugern und Kleinvögeln. Es werden

zwei Unterarten unterschieden.

Aussehen:

Der mit einer Größe von 16 bis 17 Zentimetern

bei den Männchen und 18 bis 19

Zentimetern bei den Weibchen knapp

starengroße Vogel ist aufgrund seiner

Kleinheit, seines Aktivitätsprofils und seines

Verhaltens recht gut bestimmbar. Am

ehesten könnte er mit einem Raufußkauz

oder im Flug mit einem dunklen Steinkauz

verwechselt werden. Die Flügelspannweite

beträgt etwa 35 Zentimeter beim Männchen

und 38 Zentimeter beim Weibchen.

Das Männchen wiegt im Durchschnitt 59

Gramm, das Weibchen zwischen 99 Gramm

vor dem Brutbeginn und 69 Gramm zum

Ende der Brutzeit. Es verbraucht entsprechend

körpereigener Reserven, um die

Bruttemperatur zu halten.

Der Sperlingskauz wirkt ziemlich einheitlich

dunkelgraubraun, Brust und Bauch sind

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HARZ AKTUELL

unterschiedlich hell, jedoch selten rein

weiß. Am Hinterkopf hat er die typischen

Flecke, die bei bestimmten Lichtverhältnissen

entweder wie Augen aussehen oder

es ist nur eine dunkle Strichelung erkennbar.

Der Kopf ist klein und flachstirnig mit

deutlichen weißen „Augenbrauen“. Das

Gesichtsfeld ist dunkel, die Iris der verhältnismäßig

kleinen Augen gelb. Der lange,

mehrmals weiß gebänderte Schwanz ist

sehr auffallend: Oft wird er seitlich hin- und

herbewegt oder nach Zaunkönigart steil

aufgerichtet (gestelzt).

Im Flugbild erscheinen die Flügel kurz und

abgerundet, ebenso der Schwanz. Als Kleinvogeljäger

ist sein relativ geräuschvoller

Flug wendig und schnell, im Streckenflug

werden nach einigen schnellen, kräftigen

Flügelschlägen die Schwingen angelegt.

Oft wird dieser so genannte Wellenflug von

geradlinigen Gleitphasen unterbrochen.

Nahrung und Nahrungserwerb:

Der Sperlingskauz ist ein erfolgreicher

Kleinvogeljäger. Sein Nahrungsspektrum

ist sehr groß und umfasst insgesamt über

50 Vogelarten bis Buntspecht-Größe. Häufig

werden Buchfinken und Tannenmeisen

erbeutet. Zuweilen erjagt der Sperlingskauz

auch Ästlinge der eigenen Art. Des Weiteren

gehören zu seinen Beutetieren Säugetiere

wie z. B. Spitzmäuse, Ratten, Erdmäuse,

Rötelmäuse und Bilche, Amphibien und

Reptilien. Der Anteil der Vogelbeute ist

unterschiedlich, übersteigt aber selten 50

Prozent. Bodentiere werden von einem

Ansitz im unteren Kronenbereich eines

Baumes oder der Spitze einer Jungfichte

erspäht und am Boden geschlagen; Vögel

werden meist durch Überraschungsangriffe

erbeutet, aber auch Verfolgungsjagden

kommen vor. Dabei lokalisiert der Sperlingskauz

seine Beute meist visuell. Während

der Brutzeit sowie bei trübem Wetter

jagt der Sperlingskauz auch am Tage, sonst

vor allem in der Dämmerung. In der Nacht

selbst jagt diese Art nicht. Vögel werden immer

gerupft, Säugetiere nur grob enthaart,

die Beute wird häppchenweise verzehrt.

Während der Fütterungszeit und der Wintermonate

legt der Sperlingskauz oft sehr

umfangreiche Nahrungsdepots an.

Fotos/Bericht: Otto Unruh

»Weitere Infos findet man unter:

https://de.wikipedia.org/wiki/

Sperlingskauz

01 | 2022

7


UNESCO-WELTERBE IM HARZ

Welterbe-Route im Harz

Motorisiert auf Entdeckungsreise

UNESCO

WELTERBEHARZ

im

© filmpunktton

Im UNESCO-Welterbe im Harz warten technische

Meisterleistungen der Bergbau- und

Ingenieurskunst, wildromantische Landschaften

und einzigartige Bauwerke auf

ihre Entdeckung. Die neue Welterbe-Route

im Harz gibt Anregungen, ausgewählte Originalschauplätze

im Welterbe individuell

mit dem Auto, Motorrad oder Camper zu

erkunden. Vor Ort angekommen, können

sich Einheimische und Gäste auf Tafeln

über das UNESCO-Welterbe im Harz und

die musealen Einrichtungen bzw. frei zugänglichen

Denkmale informieren.

N

Die Welterbe-Route im Harz verbindet 20 Sehenswürdigkeiten

des UNESCO-Welterbes

im Harz über das öffentliche Verkehrswegenetz.

Wer sich auf motorisierte Entdeckungsreise

begeben möchte, kann sich von

der Route inspirieren lassen und ganz nach

Belieben diejenigen museale Einrichtungen

bzw. Denkmale ansteuern, die ihn am meisten

interessieren.

Kulturelle Perlen an einer Kette

Die vollständige Welterbe-Route im Harz

führt auf einer Stecke von rund 73 km von

Goslar nach Walkenried sowie auf einem

12 km langen Abstecher von Clausthal-Zellerfeld

nach Bad Grund. Idealer Start- bzw.

Zielpunkt der Route sind die Welterbe-Infozentren

in Goslar (Eröffnung am 24. April

2022) und in Walkenried, die jeweils den

nördlichsten bzw. südlichsten Ort der Route

markieren.

Wie Perlen einer Kette reihen sich entlang

der Route die musealen Einrichtungen aneinander.

Diese kulturellen Highlights sind –

neben den Infozentren – etwa das Bergwerk

Rammelsberg oder die Kaiserpfalz in Goslar,

das Oberharzer Bergwerksmuseum in

Clausthal-Zellerfeld oder das Zisterzienser-

Museum Kloster Walkenried. Der Abstecher

auf der Route führt u.a. in die Bergstadt Bad

Grund zur Schachtanlage Knesebeck oder

zum 19-Lachter-Stollen in Wildemann. An

jeder Station informieren Tafeln über das

UNESCO-Welterbe im Harz und die jeweilige

Welterbe-Sehenswürdigkeit.

Einzigartige Kulturlandschaft

Weitere Ziele entlang der Route sind Besucherparkplätze

an der B241, B242 oder

L 519, über die sich die frei zugänglichen

Bau- und Bodendenkmale der Oberharzer

Wasserwirtschaft erwandern lassen. Das

Grunder Gefälle oder der Oderteich sind

nur zwei Beispiele für die einzigartige, vom

Bergbau geprägte Kulturlandschaft des Harzes.

Auch an diesen „Einstiegsstellen“ in die

Oberharzer Wasserwirtschaft wurden entsprechende

Informationstafeln aufgestellt.

Die 20 Stationen der Welterbe-Route im Harz

umfassen die folgenden museale Einrichtungen

sowie Bau- und Bodendenkmale:

B 242

B 248

Überblick Überblick über über die die Stationen Stationen

B 241

Die 20 Stationen der Welterbe-Route im Harz umfassen die folgen-

Die 20 Stationen der L 516 Welterbe-Route im Harz umfassen die folgen-

B 243

L 515

B 242

B 242

B 243

Kulturlandschaft mit

UNESCO-Welterbe-

Standorten der

Oberharzer Wasserwirtschaft

Cultural landscape with

UNESCO World Heritage locations

of the Upper Harz

Water Management System

B 241

Sösestausee

B 498

B 241

L 521

B 498

B 498

B 242

L 520

B 4

B 4

L 519

Oderstausee

B 27

L 601

L 600

1: Altstadt von Goslar/Kaiserpfalz

2: Bergwerk Rammelsberg

3: Auerhahn Teichkaskade

4: Zellerfelder Kunstgraben

5: Oberharzer Bergwerksmuseum

6: Schacht Kaiser-Wilhelm II.

7: Rosenhöfer Radstuben

8: Ottiliae-Schacht

9: Grunder Gefälle

10: 19-Lachter-Stollen

11: Schachtanlage Knesebeck

12: Hirschler-Pfauenteiche/Huttaler Widerwaage

13: Dammgraben/Polsterberger Hubhaus

14: Sperberhaier Damm

15: Oderteich/Rehberger Graben

16: Rehberger Graben (Wanderparkplatz

Dreibrode)

17: Grube Samson

18: Wiesenbeker Teich

19: Priorteich

20: ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried

WasserWanderWege

WatersideWalks

Welterbe-Route

World Heritage Route

Standort Welterbe-Infozentren Walkenried,

Welterbe-Infozentren Walkenried,

Goslar You are (geöffnet here ab 24. April 2022) und

Goslar (geöffnet ab 24. April 2022) und

Clausthal-Zellerfeld (ab Sommer 2022)

Clausthal-Zellerfeld (ab Sommer 2022)

L 604

L 603

© Stiftung Welterbe im Harz

»Einen Folder zur Welterbe-Route

im Harz können Sie hier herunterladen:

www.welterbeimharz.de/

downloads

8 01 | 2022


HARZ WANDERN

20 Jahre ehrenamtlicher Einsatz

Bereits im Jahr 2001 fiel einigen Wanderfreunden

der schlechte Zustand

zweier Schutzhütten im Elm auf. Nach

kurzen Überlegungen folgten bald auch

Taten.

Nach Abstimmung mit den zuständigen

Stellen wurde gleich noch im Sommer

2001 das Dach der Schutzhütte am Drachenberg

mit neuer Dachpappe gedeckt.

Bald danach zeigte sich auch das Dach

der Franz Bachmann Hütte im maroden

Zustand, und so folgte auch hier eine

komplette Sanierung. Bei weiteren Unternehmungen

im Elm fiel das Fehlen von

Ruhebänken auf. Schnell wuchs auch hier

innerhalb der Wandergruppe der Gedanke

zum Handeln.

So sammelte man beim jährlichen Braunkohlessen

unter den Mitgliedern freiwillige

Spenden. Dadurch konnte 2009 die erste

gespendete Bank am Drachenberg aufgestellt

werden. Seit 2019 beteiligen sich

erfreulicherweise auch Bürger und Firmen

in Königslutter an den Aufwendungen für

neue Bänke. So konnten mittlerweile im

diesem Jahre weitere Bänke, in den Fuhren

und am Honigkuchengrund aufgestellt

werden. Am Honigkuchengrund wurde der

Rastplatz sogar auf zwei Bänke und ein

Tisch erweitert, in der Gesamtheit wurden

9 neue Ruhebänke aufgestellt. Neben der

wiederkehrenden Aufstellung von Ruhebänken

bringen die Wanderfreunde auch

viel Zeit für die Pflege und Sauberkeit von

Hütten und Bänken auf, beispielsweise

Reparaturen und Schutzanstriche in regelmäßigen

Abständen.

Zusätzlich wurden in der Vorweihnachtszeit

die Schutzhütten mit Tannendeko

geschmückt. Diese Arbeitseinsätze sind

für alle Beteiligten immer ein willkommenes

und erfreuliches Miteinander,

und nach getaner Arbeit schmeckt dann

die vom Wanderführer Dieter Hauschild

gespendete Stärkung als „Dankeschön“

besonders gut.

In der Vergangenheit haben sich 12 Mitglieder

der Wandergruppe an den unterschiedlichsten

Arbeiten beteiligt.

Autor und Foto: Dieter Hauschild

01 | 2022 9


REGIONALVERBAND HARZ

Informationstafeln im NSG Bodetal

Aus alt mach neu

Der Regionalverband Harz

als Träger des Natur- und

Geoparks hatte vor sieben

Jahren gemeinsam mit dem

Harzklub Zweigverein Thale

25 ortsangepasste Informationstafeln

im NSG Bodetal

aufgestellt. Gut die Hälfte

dieser Tafeln wurde jetzt

erneuert.

Zum überwiegenden Teil wurden

dabei auch die Inhalte

überarbeitet. Informiert wird

über die Natur am Wegesrand

sowie die Geschichte der Erschließung

sowie der Unterschutzstellung

des Bodetals.

Montiert wurden die Tafeln

erneut durch die Naturwacht

Fritz Nennhuber, Horst Walther (Harzklub-Zweigverein Thale), Bürgermeister

Maik Zedschack und Naturparkmitarbeiterin Christiane

Linke (Foto: Reuter/RVH)

des Harzklub Zweigvereins

Thale, einem verlässlichen

Kooperationspartner des Regionalverbandes

Harz. Zur

Präsentation zeigte sich Thales

Bürgermeister Maik Zedschack

sehr erfreut. Isabel Reuter vom

Regionalverband Harz betonte,

dass der Verband bei der

Betreuung der Natur- und Geoparktafeln

in der Harzregion

auf die Mitwirkung von Menschen

vor Ort angewiesen ist.

Das gilt insbesondere auch für

den Besuchermagneten Bodetal

mit dem Harzer-Hexen-

Stieg, wo der Regionalverband

Harz seit 2014 aktiv ist.

Christiane Linke & Isabel Reuter

Natur- und Geoparkstadt Ballenstedt

Alle für einen

Albrecht der Bär ist die wohl bedeutendste

Persönlichkeit aus dem Geschlecht

der Askanier. Sein Grab und das seiner

Frau Sophia befinden sich im Schloss

Ballenstedt. Von seinem Sockel im Stadtpark

hat Albrecht der Bär das Schloss

fest im Blick. Viele Partner waren in den

letzten Monaten daran beteiligt, das

Denkmal und sein Umfeld herzurichten.

Die Bauhütte Quedlinburg sanierte das

beschädigte Monument. Der Bauhof der

Stadt Ballenstedt legte die Rabatte um das

Denkmal neu an. Der Harzklub stellte zwei

Bänke und ein Schild zum Albrechtsweg

auf. Der Regionalverband Harz als Träger

des Natur- und Geoparks im Harz erstellte

zusammen mit Eberhard Nier, ehemaliger

Direktor des Museums Ballenstedt, eine

neue Informationstafel.

„Natur- und Geoparkort dürfen sich solche

Städte und Gemeinden nennen, die im

Natur- und Geopark liegen und Fördermitglied

des Regionalverbandes Harz sind“,

so Geschäftsstellenleiter Dr. Klaus George

bei der Präsentation. Er dankte Bürgermeister

Dr. Michael Knoppik für das langjährige

Engagement, denn Ballenstedt war

2003 die erste Stadt in der Harzregion, die

Fördermitglied des

Regionalverbandes

Harz wurde.

Den Ausschlag, hier

aktiv zu werden,

gab für den Regionalverband

Harz

aber eigentlich eine

Spende von Kerstin

Theermann-Hoeft.

„Für andere ist es

nur eine Bank, für

uns ist es Trauerbewältigung“,

erklärte

sie. Die Bank ist ein

Erinnerungsort an

ihre verstorbene

Schwiegermutter.

Den Standort im

Stadtpark Ballenstedt, der vom Harzklub-

Zweigverein Ballenstedt vorgeschlagen

wurde, fand sie sehr passend.

Gepflegt wird der Stadtpark Ballenstedt

von der Eigentümerin der Fläche, der

Evangelischen Stiftung Neinstedt. In der

nächsten Zeit sollen noch Sichtachsen freigeschnitten

werden. An das Geschlecht der

Askanier erinnert u. a. eine neu gestaltete

Präsentation im Stadtpark Ballenstedt (Foto: Reuter/RVH)

Ausstellung im Schloss Ballenstedt. Der Regionalverband

Harz hat aus diesem Anlass

auch seine Informationstafel am Schlosstheater

erneuert. Isabel Reuter

Die Öffentlichkeitsarbeit des

Regionalverbands Harz wird gefördert

aus Mitteln des Ministeriums für

Umwelt, Landwirtschaft und Energie

des Landes Sachsen-Anhalt.

10 01 | 2022


REGIONALVERBAND HARZ

Natur- und Geopark-Stele

Der Ortsname deutet auf

früheren Weinbau

Das und noch viel mehr erfährt, wer sich

Zeit nimmt, die Informationstafel auf

der Rückseite der neusten Natur- und

Geoparkstele zu lesen. Sie steht an der

Harzstraße in Wienrode, einem Ortsteil

der Stadt Blankenburg.

Gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten

Heike Brehmer, dem Landtagsabgeordneten

Andreas Räuscher und Landrat

Thomas Balcerowski übergab Bürgermeister

Heiko Breithaupt die Stele der Öffentlichkeit.

An der Wienröder Bushaltestelle „Harzstraße“

komplettiert sie nun einen geologischen

Info-Punkt, den der Fremdenverkehrsverein

„Am Silberbach“ dort 2020 einrichtete. Die

damaligen Initiatoren Mario Wenske und

Gerda Paul waren es auch, die hier eine

Verbindung zum UNESCO Global Geopark

Harz • Braunschweiger Land • Ostfalen anregten.

Im Sockel der Stele befindet sich Rogenstein,

das ortsprägende Gestein in Wienrode.

In Mauern und Fundamenten fällt der

Rogenstein schnell

ins Auge, da er aus

vielen Kalkkügelchen

besteht, die an

Fischrogen erinnern.

Eine Informationstafel

an der Rückseite

der Stele verrät außerdem

mehr zum

Obst- und Weinbau

in Wienrode.

Bürgermeister Heiko

Breithaupt bedankte

sich beim Regionalverband

Harz dafür,

dass mit dieser Stele

ein weiteres Projekt in den Ortsteilen von

Blankenburg erfolgreich abgeschlossen werden

konnte. „Für uns ist es eine Win-Win-

Situation. Wir verfolgen schließlich unter

anderem das Ziel, den Natur- und Geopark im

Harz sichtbarer zu machen. Dies ist uns mit

Präsentation der Natur- und Geopark-Stele in Wienrode (Foto: Stolle/RVH)

Hilfe der Stadt Blankenburg ein weiteres Mal

gelungen“, so Dr. Klaus George, Geschäftsstellenleiter

des Regionalverbandes Harz.

Mittlerweile gibt es 53 solcher Stelen in der

Harzregion. Die erste wurde im Jahr 2016 in

Heimburg errichtet. Annelies Stolle

Natura 2000

Salzgitterscher Höhenzug erhält

eigene Natura-Broschüre

Stellv. Bürgermeister Erhard Gernert, Geoparkleiter

Dr. Klaus George, Geoparkbeiratsvorsitzender

Dr. Volker Wilde und Geoparkmitarbeiterin

Esther Czymoch (v. l.) enthüllen

die Tafel am Flöteberg. (Foto: Reuter/RVH)

Die Broschüren-Serie der NATURA Tipps

erfreut sich großer Beliebtheit. Im handlichen

Format stellt der Regionalverband

Harz die verschiedenen FFH-Gebiete der

Harzregion vor. Als neueste Broschüre

der Reihe befasst sich der NATURA Tipp

22 mit dem Salzgitterschen Höhenzug bei

Liebenburg.

Am Flöteberg wurde die neue Broschüre kürzlich

präsentiert. Der stellvertretende Bürgermeister

Erhard Gernert und der Ortsheimatpfleger

Lüder Winkel nahmen die Broschüre

für die Gemeinde entgegen. Sie beschreibt

die Entwicklung der Landschaft, die Lebensraumtypen

und ausgewählte Arten entlang

der empfohlenen Route durchs FFH-Gebiet,

das Landschaftsschutzgebiet Salzgitterscher

Höhenzug im Landkreis Goslar. Außerdem

erneuerte der Regionalverband Harz auch

Geopark-Informationstafeln an der Grube

Fortuna, der Gipskuhle Othfresen und am

Flöteberg.

Das FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat-Gebiet)

Salzgitterscher Höhenzug zeichnet sich

besonders durch großflächige Laubwälder

und Trockenrasen aus. Unter anderem

wachsen hier Echte Schlüsselblumen und

bemerkenswerte Bestände an Orchideen.

Als Tourenvorschlag wird in der Broschüre

neben der 12 km langen Route, dem NATURA

Tipp, auch der Naturerlebnispfad Liebenburg

vorgestellt. Dieser wird gerade in einem Gemeinschaftsprojekt

vom Landkreis Goslar,

NABU, BUND, Natur- und Umwelthilfe Goslar,

Niedersächsische Landesforsten und Regionalverband

Harz überarbeitet.

Die Herausgabe des NATURA Tipps 22 wurde

von der Europäischen Union, dem Land

Niedersachsen und dem Landkreis Goslar

im Rahmen des Projekts „Landschaft lesen

lernen“ gefördert. Erhältlich ist die neue

Broschüre in ausgewählten Informationsstellen,

wie z. B. bei der Gemeinde Liebenburg

sowie unter www.harzregion.de

Esther Czymoch

01 | 2022

11


HARZER SCHMALSPURBAHNEN

Etwas „kopflos“ und eingerüstet präsentiert sich das kleine Empfangsgebäude im Oktober während der Dachsanierung, die zwischenzeitlich

nun abgeschlossen worden ist. (Foto: Archiv HSB/Heide Baumgärtner)

Harzer Schmalspurbahnen sanieren

schrittweise das Empfangsgebäude des

Bahnhofes Steinerne Renne

Wernigerode – Der Bahnhof Steinerne

Renne der Harzer Schmalspurbahnen

GmbH (HSB) liegt recht versteckt im Tal

der in der Nähe vorbeifließenden Holtemme.

Berg- und talwärts fahrende

Züge kreuzen hier, ansonsten verläuft

die Strecke eingleisig.

Der beliebte Bahnparallelweg in Richtung

Drei Annen Hohne beginnt unweit des

Bahnhofes. Dieser recht einfach begehbare

Wanderweg verläuft etliche Kilometer

direkt neben den Gleisen der Harzquerbahn.

Unterwegs kann man die bergwärts

schnaufenden Dampfzüge aus nächster

Nähe beobachten und fotografieren. Auch

der einzige Tunnel der Schmalspurbahnen

im Harz liegt in unmittelbarer Nähe des

Weges.

Zahlreiche weitere Wanderwege und Rundtouren

laden in der Nähe des Bahnhofs Steinerne

Renne ein. Daher ist diese Station

am Streckenkilometer 54,5 der Harzquerbahn

auch vor allem bei Wanderern beliebt.

Nach oder auch vor einer Wanderung kann

man hier ganz gemütlich im zur Gleisseite

offenen Gebäude und vor jeglicher Witterung

geschützt die historischen Züge bei

einem Picknick auf den alten Holzbänken

genießen und natürlich von hier aus auch

eine Fahrt mit der Harzquerbahn in Richtung

Drei Annen Hohne, weiter bis auf den

Brocken oder auch nur nach Wernigerode

unternehmen.

Neben dem Bahnhof liegt das Wasserkraftwerk

„Steinerne Renne“, das mit dem Wasser

des gleichnamigen Baches bereits seit

1899 Strom erzeugt. Heute befindet sich

das kleine Kraftwerk in Besitz der Stadtwerke

Wernigerode GmbH, die es heute

noch als technisches Denkmal betreiben.

Seit 1898 gibt es an diesem Bahnhof ein

kleines Empfangsgebäude in der für die

Region typischen Fachwerksausführung.

Das Gebäude selbst wurde im Laufe der Zeit

einigen baulichen Veränderungen unterworfen,

seit 1972 gehört es zum Denkmalbestand

der Schmalspurbahnen im Harz.

Seit einigen Wochen wird dieses Gebäude

nun saniert. Ab Mitte Oktober wurde

das Dach neu eingedeckt. So präsentiert

sich das Gebäude nun erst einmal in den

kommenden Wintermonaten. Im Frühjahr

gehen die Arbeiten weiter. Denkmalgerecht

wird dann die Fassade saniert und mit einem

frischen Farbanstrich versehen.

12 01 | 2022


HARZER TOURISMUSVERBAND

Die Familie der HTV-Regionalmarke

„Typisch Harz“ wächst weiter

Harzer Tourismusverband

Seit 2010 unterliegt das Qualitätssiegel „Typisch

Harz“ der Verantwortung des Harzer

Tourismusverbandes. Mit der steigenden

Nachfrage der Konsumenten nach nachhaltigen,

regionalen Produkten wächst auch

das Interesse der Produzenten sich mit der

Regionalmarke zertifizieren zu lassen. Aktuell

zählt das Netzwerk 66 Produzenten,

die insgesamt über 600 mit dem Prädikat

„Typisch Harz“ ausgezeichnete Produkte

herstellen. Nur Produkte, die mit vornehmlich

einheimischen Rohstoffen in der Region

produziert werden, erhalten das Label. Im

Frühjahr 2022 erscheint die neue „Typisch

Harz“-Informationsbroschüre, in der die

Produzenten und ihre zertifizierten Produkte

vorgestellt werden.

Neueste Produktzertifizierungen:

• Bioküche (Gerichte im Glas) des Hotels

und Restaurants Harzer Hof

• Event-Container Harz mit mobiler Gastronomie

• Vier „Echte Harzer” Spezialitäten des

Restaurants Sagenhaft

• SALD harzmade Schmuckdesign aus

Harzer Produkten

• Waldbaden und Kreativwerkstatt von

Irene Schukies

Reisezeit 2022 erschienen

Reisezeit 2022

Reisezeit 2022

Magische Gebirgswelten erobern

Insbesondere nach dem coronabedingten

Lockdown ab Juni 2021 zeigte sich ein

starkes Interesse an den HTV-Printmedien.

Trotz mehrmonatiger Auszeit erfreute sich

der Reisezeit-Katalog 2021 größter Beliebtheit

und wurde nahezu in gleicher Stückzahl

wie in den Vorjahren von potenziellen

Harzurlaubern nachgefragt.

Mit einem idyllischen Picknick als Titelbild

ist nun der neue Reisezeit-Katalog 2022

erhältlich. Auf rund 100 Seiten finden Interessierte

hier umfangreiche Inspiration

sowie Planungshilfen für ihren Urlaub im

Harz. Neben den Vorstellungen der

Harzer Orte und Gastgeber gibt es

einen Überblick über die hiesigen

Freizeit-, Natur- und Kulturangebote,

eine Liste der Highlight-Veranstaltungen

2022 sowie sofort

buchbare Urlaubsangebote.

Der neue Reisezeit-Katalog sowie

weitere HTV-Printmedien lassen

sich problemlos unter www.

harzinfo.de/service/prospektebestellen

nach Hause ordern.

HTV startete in Messesaison 2021/22

www.harzinfo.de

Nach dem monatelangen

Lockdown

zwischen November

2020 und Juni 2021

fanden erstmalig ab

Ende Oktober 2021

wieder Messen statt,

an denen sich der

HTV beteiligt hat.

Die Reisen & Caravan

Messe Erfurt am

letzten Oktoberwochenende

machte

den Auftakt, gefolgt

von der ReiseLust

Bremen Anfang November.

Kurz vor

dem erneuten Lockdown

im Freistaat Sachsen fand die Touristik

& Caravaning Messe in Leipzig statt.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie

waren bei jeder Messe deutlich spürbar: Neben

der grundsätzlichen Verkleinerung der

Messehallen und der geringeren Anzahl an

Ausstellern war die Zurückhaltung bei den

Besucherzahlen merkbar. Die Erfahrungen

der Messen aus den letzten Wochen haben

jedoch auch gezeigt, dass entsprechende

Hygienekonzepte wirklich gut funktionieren

können. (Beispiel Bremen). Ist das Infektionsgeschehen

hoch (wie zuletzt in Leipzig),

hat das allerdings schon Auswirkung auf

die Resonanz.

Auch für 2022 sind – unter Vorbehalt – Messen

und andere Ausstellungsmöglichkeiten

im In- und Ausland geplant.

01 | 2022 13


HARZ AKTUELL

Ich freue mich auf einen fairen

und offenen Dialog!

Dr. Roland Pietsch ist der neue Leiter

des Nationalparks Harz. Er löst Andreas

Pusch ab, der dem Schutzgebiet

16 Jahre lang vorstand und sich nun in

den Ruhestand verabschiedet hat. Dr.

Pietsch stellte sich dem Harzklub dankenswerterweise

zu einem Gespräch

zur Verfügung.

Dr. Pietsch, Sie sind erst seit Kurzem der

Leiter des NLP Harz. Können Sie unseren

Lesern etwas zu Ihrer Lebensgeschichte

und Ihrem beruflichen Weg bis hierher

sagen!

Dazu erzähle ich Ihnen gern etwas: ich bin

in der Region Hannover geboren und aufgewachsen,

Kaufmann und diplomierter

Förster, habe an der Uni Göttingen studiert

und lange Jahre in Reyershausen mit Blick

auf den Brocken gelebt. Es folgten verschiedene

Stationen im In- und Ausland,

darunter die Leitung eines Forstbetriebes

und Nachhaltigkeitsprojekte. Bei der EXPO

2000 habe den im Bereich Besucherinformation

und -lenkung mit verantwortet.

Am Niederrhein habe ich für viele Jahre

eine Biologische Station geleitet, dort ein

Besucherzentrum mit Ausstellung aufgebaut,

und war dann freiberuflich beratend

im Spannungsfeld zwischen Ökonomie

und Ökologie tätig. Bevor ich in den Harz

kam, war ich für siebeneinhalb Jahre Leiter

einer Oberen Naturschutzbehörde in

Rheinland-Pfalz.

Haben Sie sich bereits etwas eingelebt

und den Harz für sich erobert?

Ich habe schon immer eine enge Beziehung

zum Harz gehabt. Es war ein Naherholungsgebiet

während der Kindheit

und Jugend. Auch während des Studiums

führten mich Exkursionen und wissenschaftliche

Untersuchungen hierher. Ich

empfand den Harz früher als recht langweilig.

Vor allem in den unteren und mittleren

Lagen links und rechts die grünen

Nadelwände der Fichtenplantagen, durch

die man meistens gar nicht wahr nahm,

wie leblos es am Boden aussah. Jetzt finde

ich den Harz richtig spannend. Die großen

wirtschaftlichen Probleme, die sich

aus dem durch die Klimakrise bedingten

großflächigen Fichtensterben für die wirtschaftenden

Forstbetriebe ergeben, sind

jedoch gravierend. Ich begreife die jetzige

Situation aber als große Chance gerade

für den Tourismus im Harz und natürlich

auch für den Nationalpark. Denn die jetzige

Offenheit zieht eine enorme natürlich

Strukturvielfalt der Landschaft und damit

auch eine große Biodiversität nach sich.

Man kann schon jetzt in vielen Bereichen

sehen, wie es grünt und blüht. Wir müssen

jedoch nun dafür sorgen, dass sich die natürlicherweise

dort vorkommenden Laubbaumarten

auch wieder einfinden. Denn in

den nun abgestorbenen, teils großflächigen

ehemaligen Monokulturen fehlt es an

Samenbäumen, z.B. der natürlicherweise

vorherrschenden Buche, aber auch vieler

anderer Laubbaumarten.

Die derzeitige Situation haben wir Menschen

selber herbeigeführt, vor allem

durch unsere teils maßlose und stark klimaschädigende

Lebensweise. Diese ist

trotz aller derzeit positiven Folgeerscheinungen

für den Nationalpark Harz insgesamt

selbstverständlich eine Katastrophe,

die nun auch bei uns in Deutschland mit

langen Dürren und starken Überschwemmungen

angekommen ist und inzwischen

auch hier viele Menschenleben gekostet

hat. Und unsere trotz aller Anstrengungen

einer Diversifizierung durch viele Forstwirtschaftsbetriebe

teils noch monotonen

Wirtschaftswälder sind dieser Klimakrise

ganz offensichtlich nicht gewachsen.

Hatten Sie schon Gelegenheit, alle Mitarbeiter

und Ihren Wirkungsbereich von

etwa 25.000 ha kennenzulernen?

Tatsächlich war ich schon sehr viel unterwegs,

im Nationalpark selbst und in unseren

verschiedenen Einrichtungen, wie den

Besucherzentren, den Ranger-Stationen,

den Förstereien und unseren Bildungseinrichtungen.

Ich habe noch nicht alle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter kennenlernen

und nicht alle Orte aufsuchen können. Meine

anfänglichen Rundreisepläne konnten

sich wegen vieler anderer Termine nicht

realisieren lassen. An den Wochenenden

bin ich inzwischen oft im Nationalpark und

seiner Umgebung gewandert, habe schon

eine gute geografische Orientierung und

weiß, wo ich bin oder wo ich hin muss. Aber

natürlich muss ich den Nationalpark noch

viel intensiver kennenlernen.

In der Phase der Zusammenführung der

beiden Parke nach dem Jahr 2006 in S-A

und Nds. gab es wohl zunächst größere

Probleme. Sind diese nun vollständig

überwunden?

Ich spüre von diesen früheren Problemen,

die mir auch beschrieben worden sind und

die ich mir gut vorstellen kann, im Alltag

nichts. Es gibt noch organisatorische Unterschiede,

weil sich unsere Verwaltung

auf zwei Bundesländer stützt. Mit den teils

unterschiedlichen Rahmenbedingungen

kommt man nach meinem Eindruck gut

zurecht, man hat sich daran gewöhnt

und zum Teil sogar angefreundet. Es gibt

hier und da aber noch Strukturen, die die

Ländergrenzen abbilden, von denen ich

glaube, dass man sie inzwischen überwinden

kann.

In Sachen NLP gibt es im Harz zwei Fraktionen.

Die eine Gruppe unterstützt den

Naturschutzgedanken bedingungslos und

die andere ist ebenso vehement dagegen.

Haben Sie ein Konzept, diese Gegner auf

ihre Linie einzustimmen?

Zunächst hätte ich es gern, dass es nicht

unsere „Gegner“ sind, sondern konstruktiv-kritische

Begleiter des Nationalparks.

Mir ist sehr daran gelegen, dass die Impulse

von beiden Seiten kommen. Wenn ein

Anliegen aus der Sicht des Vortragenden

gerechtfertigt ist, sollte man sich dem zunächst

auch annehmen. Der Rahmen des

Nationalparks ist jedoch ganz klar: es ist

ein Naturschutzgebiet höchster internationaler,

nationaler und länderbasierter

Kategorie. Das ist die Grundlage unseres

Handelns und auch unseres Spielraums.

Jedem muss klar sein, dass ein Nationalpark

die prioritäre Aufgabe hat, Natur zu

schützen und sich naturgemäß entwickeln

zu lassen, aber auch, Menschen an die

Natur heranzuführen, also nicht auszuschließen.

Von den „Gegnern“ erwarte

ich die ehrliche Bereitschaft zum offenen

und ehrlichen Dialog. Und eine Nationalparkverwaltung

muss sich den Fragen und

Anforderungen der Gesellschaft stellen.

Sie muss sich immer wieder nachjustieren

14

01 | 2022


HARZ AKTUELL

Dr. Roland Pietsch

und in einen sachbezogenen Austausch

begeben. Ich erwarte auch, dass man fair

miteinander umgeht. Ich bin offen und

unvoreingenommen und bin schon in

der kurzen Zeit meiner Tätigkeit im Nationalpark

Harz auf viele, auch kritische

Menschen zugegangen.

Neue Besen kehren gut, sagt der Volksmund.

Ihr Vorgänger Andreas Pusch, der

den Nationalpark Harz für 16 Jahre geleitet

und geprägt hat, ist im Ruhestand. Planen

Sie aktuell größere Veränderungen?

Ich sehe mich hier nicht als Besen, obwohl

das ja gut zum Harz passen würde. Aber

ich bin durch meine vielseitige und langjährige

berufliche Sozialisation in Unternehmen,

bei einem Naturschutzverband,

als Freiberufler und in einer Landesverwaltung

fachlich sehr breit aufgestellt,

und bringe dementsprechend vielfältige

Erfahrungen und neue Impulse mit. Mir

geht es nicht darum, alles umzukrempeln,

sondern zu schauen, wo Themen

anstehen, denen man sich annehmen

muss. Die letzten Jahre waren durch das

Fichtensterben geprägt, welches enorme

Kräfte gebunden hat, so dass manch

andere Anliegen nicht hinreichend weiter

verfolgt werden konnten. Es gibt Themen,

die sich in den Vordergrund drängen, vor

allem die Frage, wie geht man weiter mit

dem durch die Klimakrise in den letzten

Jahren stark beschleunigten Waldwandel

um, kommunikativ und fachlich. Zudem

die Frage des zukünftigen Wildmanagements,

die auch besonders den angrenzenden

Forstbetrieben sehr am Herzen

liegt. Hier müssen wir zusammenarbeiten,

denn vor allem der bereits unnatürlich

hohe Rotwildbestand wird sich durch das

auf vielen Flächen entstehende üppige

Nahrungsangebot und die dort aufwachsenden

Dickungen in den nächsten Jahren

vermutlich weiter stark vermehren und

würde damit eine naturgemäße laubbaumartenreiche

Waldregeneration im Nationalpark

sowie die Neupflanzungen in den

umliegenden Forstbetrieben gefährden.

Die Herausforderungen sind andere, als

jemals zuvor, und da bedarf es eventuell

auch völlig neuer Konzepte auf Grundlagen

der Erfahrungen der Vergangenheit.

Welche Frage würden Sie sich selbst gern

stellen und beantworten, was brennt Ihnen

sozusagen unter den Nägeln?

Die Frage, die ich mir selber stelle, ist die:

Wie wird das, was wir jetzt in die Wege

leiten, in Jahren und Jahrzehnten wirken.

Wir nehmen uns den Herausforderungen

mit wissenschaftsbasierten Konzepten an,

um unserem gesellschaftlichen und gesetzlichen

Auftrag gerecht zu werden. Die

Erwartungshaltung an den Nationalpark

ist groß und der wollen wir auch nachkommen.

Wir wollen und werden aufzeigen,

dass sich ein konsequenter Naturschutz

unter angemessener Berücksichtigung

der Anliegen der Bewohner und Gäste der

Nationalpark-Region auch unter den sich

durch die Klimakrise und die steigenden

gesellschaftlichen Ansprüche schwieriger

werdenden Rahmenbedingungen sicherstellen

lässt. Auch andere Nationalparke

zeigen, dass das funktioniert.

Danke, dass Sie sich für den Harzklub Zeit

genommen haben. Ich hoffe auf eine weiterhin

gute Zusammenarbeit mit dem Nationalpark

Harz und wünsche Ihnen eine

schöne und erfolgreiche Zeit in unserem

schönen Mittelgebirge!

CS

01 | 2022

15


HARZ AKTUELL

Die Wiedereinbürgerung von Luchsen

Fortsetzung von Heft 12-2021 und Schluss

„Step by step“ hangelten wir uns beim

Luchs-Projekt gegen Widerstände weiter.

Insofern sehe ich den Luchs als potenzielle

Galionsfigur für Forderungen zur Vernetzung

der Landschaft, wobei Grünbrücken

zusätzlich ein „wachrüttelndes“ Signal geben!

Das Präsidium der Landesjägerschaft

von Niedersachsen war davon sehr angetan,

denn an erster Stelle wünschen sich ökologisch

kundige Jäger, einen Beitrag zur Vernetzung

aller nicht flugfähigen Tiere – nicht

nur für Rothirsche – in unserer Landschaft zu

leisten! Natürlich wurden als Hindernis die

Kosten genannt, an denen in Deutschland

viele ökologische Fortschritte scheitern. Das

unterschätzt aber die Möglichkeiten, die

Naturverbände haben, wenn sie bei großen

Bauvorhaben einen Sympathieträger als

„Geschütz“ auffahren können: Als in den

90er-Jahren die ICE-Strecke Hamburg-Berlin

ausgebaut werden sollte, bei dem die letzten

Großtrappen gefährdet wurden, deren

„Start- und Landebahnen“ Kollisionen mit

Zügen befürchten ließen, haben die Trappen

als Sympathieträger bewirkt, dass große

Aufwallungen geschaffen wurden, die so viel

Bella im Sommer (Foto: Hubert Steinbrich)

gekostet haben, dass jede Trappe mit 1,5

Mio. DM „aufgewogen“ worden ist. Auch dies

hat das Präsidium überzeugt, dem Luchs-

Projekt zuzustimmen.

Am Erfolg des Harzer Luchs-Projektes

sind viele Naturfreunde beteiligt

Die Realisierung von 3 Projekten anlässlich

der Expo 2000 war nur möglich, weil

das Team der Nationalparkverwaltung in

Oderhaus zusammen mit den 10 Revieren

so engagiert war, dass die „World-Nationalpark-Convention“,

der Workshop der

Shonaund Holzkünstler sowie das Luchs-

Projekt „gestemmt“ werden konnten. Einige

seien hier benannt: Die Leiterin Naturschutz

im Nationalpark Meike Hullen,

bei der viel Vorarbeit zur Organisation und

Kontaktaufnahmen mit „Luchs-Zulieferern“

geleistet wurde. In meiner Vertretung musste

sie sich bei Tagungen, zu denen mir die

Zeit fehlte, viel „Gezeter“ der kritischen

Wissenschaftler aus Süddeutschland anhören,

die sogar versucht haben, mich bei der

Landesregierung „in die Pfanne zu hauen“!

Dass damit auch der wissenschaftliche Berater

mit seinem Projekt im Nationalpark

Kampinoski getroffen wurde, sei nur am

Rande vermerkt. Festzuhalten ist, dass

das Umwelt- wie das Landwirtschaftsministerium

hinter uns standen und uns

nur nachrichtlich davon informierten! An

den Rabenklippen hat sich der Leiter des

Revieres Wolfstein – Forstamtsrat Hubert

Steinbrich – als Technik-Pfiffikus landesweit

bekannt und „nebenher“ ideenreicher Leiter

der Nationalparkwerkstatt in Oderhaus

– äußerst verdient gemacht! Ohne ihn hätte

der Bau der Gehege nicht klappen können,

da wir Fachfirmen nicht bezahlen konnten.

Er hat mit seinen Forstwirten das Gehege

um die Rabenklippen und vorgelagert

3 kleinere Einzelgehege zur Eingewöhnung

der ersten Luchse gebaut. Über von außen

zu bedienende Hebel sollten die ersten

3 Luchse dann in das Großgehege entlassen

werden. Das hatte den Vorteil, dass die

3 Schirmherren des Projektes – Umweltminister

Wolfgang Jüttner, Landwirtschaftsminister

Uwe Bartels und Präsident der

Landesjägerschaft Wilhelm Holsten bei der

Einweihung vor ca. 200 Gästen und dem

Fernsehen je ein Vorgehege mit Statements

selbst öffnen konnten. Das hat dem Image

des Projektes sehr geholfen! Zusätzlich war

es auf dem „kleinen Dienstweg“ gelungen,

an der Rabenklippe eine Bushaltestelle

für die KVG einzurichten, die bis dahin nur

Molkenhaus ansteuerte! Die Anlage an den

Rabenklippen hat über die Jahre entscheidend

beigetragen, Luchse wirklich zu Publikumslieblingen

zu machen: 2-mal in der Woche

findet dort eine öffentliche Fütterung

der „zahmen“ Gehege-Luchse statt, die oft

von hunderten Besuchern – in 20 Jahren

wohl über 1 Mio. – besucht worden sind. Das

war stets die beste Gelegenheit, das Projekt

durch den Forstwirt Vojtisek vorzustellen,

woraus nebenbei zu entnehmen ist, dass

das Projekt in der Praxis in „Försterhand“

durchgezogen worden ist. Natürlich werden

diese „PR-Luchse“ nie ausgewildert, weil

sie – an Menschen gewöhnt – dem Projekt

sehr schaden könnten: Ein durch einen zu

zahmen Luchs verletzter Dackel könnte

das Luchs-Image sehr beschädigen! Um so

etwas bei allen Auswilderungs-Kandidaten

auszuschließen, wurde im Raum Torfhaus

ein nur Eingeweihten bekanntes 5 ha großes

Eingewöhnungsgatter geschaffen, in dem

diese ohne Menschenkontakt gefüttert wurden,

um unter indirekter Aufsicht schrittweise

zu „verwildern“. Dafür hat Hubert

Steinbrich nach historischen Vorbildern

ein Wurfgerät gebaut, mit dem Fleisch –

meist von verunfalltem Wild – kiloweise

16

01 | 2022


HARZ AKTUELL

weit in das Gehege geschleudert wurde.

Dort nicht scheu werdende Luchse wurden

an ihre Stifter zurückgegeben. So wurden

im Raum Torfhaus im Jahr 2000 die ersten

Luchse freigelassen. Sehr schnell konnten

sie Beute schlagen und sich – z.B. von Rehen

und jungem Rotwild – in der Wildnis

ernähren. 2 Jahre später wurde der erste

Nachwuchs bestätigt. Wie vorhergesagt,

stellte sich heraus, dass auf den Korpsgeist

der Harzer Forstleute, Jäger und Waldbesucher

Verlass ist, Luchsbeobachtungen

umgehend nach Oderhaus zu melden: Die

beste Voraussetzung, auf Besenderungen

zu verzichten! Stellte sich heraus, dass ein

frei gelassener Luchs doch zu wenig scheu

war, wurde er eingefangen und zurückgegeben.

Mitunter wurden unbekannte Luchse

eingefangen, die offensichtlich heimlich

ausgesetzt worden sind, weil sie irgendwo

überzählig waren. Das hat sich dank der

Medien bald gelegt. Als wir die ersten der

bis 2006 insgesamt 24 Luchse – 15 weiblich,

9 männlich – im EXPO-Jahr 2000 frei

gelassen hatten, stellte sich schnell heraus,

dass wir einen wildbiologisch interessierten

jungen Förster zur Bearbeitung der vielen

Luchs-Meldungen, zur Überprüfung von

Entschädigungsansprüchen – z.B. gerissener

Schafe – und zur Förderung der PR-

Arbeit durch Vorträge benötigten. Weder

eine Planstelle noch finanzielle Mittel standen

zur Verfügung, sodass wir auf „Betteltour“

zur Zentrale der niedersächsischen

Landesjägerschaft gefahren sind, die uns

unbürokratisch aus der „Patsche“ geholfen

und anfangs den jungen Förster Ole Anders

finanziert hat: So positiv hat der Jagdverband

das Luchs-Projekt eingeschätzt! Ich

erinnere mich an eine energische Rede des

Vize-Präsidenten Prof. Dr. Pohlmeier vor der

Harzer Jägerschaft, als er um „eigene“ Rehe

fürchtenden Jägern unmissverständlich

das Projekt und dessen Ziel „Botschafter für

ein neues Naturverständnis“ erläutert hat.

Inzwischen ist längst klar, dass die Reh-Strecken

der Harzkreise gleichgeblieben sind,

Rehe können also Abgänge durch Luchse

aufgrund der 10.–20.000 ha umfassenden

Luchs-Streifgebiete flexibel ausgleichen.

Ole Anders hat sich im Nationalpark um

die weitere Betreuung des Projektes und

um den Luchs als Sympathie-Träger sehr

bewährt! Bald bezeichnete sich Bad Harzburg

als erste Stadt im Harz als „Luchsstadt“.

Dazu passt, dass Dirk Junicke vor

seinem Hotel in der Fußgängerzone auf

Granitfindlingen das erste Bronzedenkmal

„Wo sich Luchs und Hase gute Nacht sagen“

aufgestellt hat. Nach fast 20 Jahren wurde

– dank des Mäzens Dietrich Steinhausen

aus Immenrode – nahe der Auswilderungen

bei Torfhaus

ein Luchsdenkmal

auf einem Diabas-

Sockel erschaffen.

Die seit 2008 gegen

frühere Versprechungen

doch eingeführten

Besenderungen

– oben

als „Ja-wo-san’sdenn?

– Telemetrie“

apostrophiert

– mögen interessant

sein, aber dem

Luchs selbst helfen

sie nicht! Dass ein

250-Gramm-Sender

den Luchs behindert,

kann jeder

nachvollziehen! So

drängt sich die Frage

auf, ob man das

Luchs-Projekt nach

20 Jahren als abgeschlossen

betrachten

und die persönliche

Eignung von

Ole Anders nicht

besser auf den Wolf

– ggf. „nebenbei“

auf den Bär – verlagern

sollte, deren

ökologische Bedeutung

versachlicht

werden müssen!

Beide Arten gehören gemäß weltweit verbindlicher

Biodiversitätskonvention genauso

in große naturnahe Waldgebiete wie z.B.

Wisente als „Gras- und Raufutterfresser“,

die der Vielfalt der Vegetation dienen und

nicht nur in Polen und Russland Wiedergutmachungen

für Ausrottung erfahren sollten!

Bella im Winter (Foto: Hubert Steinbrich)

Ein Luchs-Sonderlogo für den Nationalpark

Harz?

Gute Nationalpark-PR-Arbeit braucht ein

Sympathie-Logo als Alleinstellungsmerkmal.

Wie kann der Luchs als „Botschafter

für ein neues Naturverständnis“ wirken,

wenn man ihm kein „Sympathie-Sonderlogo“

widmet? Was hindert den Nationalpark

Harz, zusätzlich oder statt des „Zielscheibenlogos“,

das in Deutschland auch

Naturparke mit völlig anderer Zielstellung

kennzeichnet, ein Luchs-Logo zu kreieren?

Die Vereinheitlichung basiert nach meiner

Kenntnis auf keinem Gesetz und hat für

Nationalparke keinerlei Ausstrahlung! Als

der Nationalpark Harz in den 90er-Jahren

für die Ranger die beliebten Hüte der kanadischen

Natur- und Forstpolizei einführen

wollte, fand sich auch kein anderes Schutzgebiet,

das mitmachen wollte – eine typische

Blockadehaltung gegen Neues! Wir

befragten unsere 23 Ranger, die begeistert

zustimmten! Nur deshalb haben wir diese

Hüte beschafft und den Medien vorgestellt.

Der Sympathie-Funke zündete sofort bei

der Bevölkerung, und in Windeseile sah

man diese Hüte „automatisch“ auch in

anderen deutschen Nationalparken dem

Image dienen. Warum sollte Gleiches nicht

mit einem Luchs-Logo als Alleinstellungsmerkmal

für deutsche Nationalparke gelingen?

Anm. der Redaktion:

Der Autor ist promovierter Forstwissenschaftler

und erster Leiter des Nationalpark

Harz (Niedersachsen) von 1994 bis zu seiner

Pensionierung im Jahre 2004 und bekannt

geworden durch seine Bücher, die sich

mit dem machbaren Naturschutz und der

Evolution zur „Menschwerdung“ befassen.

(„Affentheater – Die Evolution entlässt uns

nicht aus unserem „Psychotop“ – irgendwo

zwischen Urwald und Beton“; 750 Seiten,

150 Abbildungen, Deutsche Literaturgesellschaft,

Berlin 2018.)

01 | 2022 17


HARZKLUB

Ausschreibung des Naturschutz-Förderpreises

für die Harzklub-Zweigvereine durch den

Hauptverein

Motto 2022: „Wasser weisen Wege“

Im Jahr 2022 findet der Naturschutztag des

Harzklub e.V. am 11. Juni 2022 im Kurpark

von Bad Lauterberg statt. Die Zweigvereine

Bad Lauterberg und Barbis werden gemeinsam

diesen spannenden Tag gestalten.

In die Vorbereitung haben sie bereits die

umliegenden Schulen und Kindergärten

einbezogen. Aber auch die Harzklub-Zweigvereine

werden hiermit gebeten, sich mit

ihren Naturschutzmaßnahmen am Naturschutztag

2022 zu beteiligen.

Trockenperioden und Hochwasser gibt es

seit Jahrhunderten. Um die Gruben stetig

mit Wasser zu versorgen, wurde bereits im

17. Jahrhundert das Oberharzer Wasserregal

im Harz angelegt. Zum Hochwasserschutz

und zur Trinkwassergewinnung und kamen

später große Talsperrensysteme hinzu. Doch

jetzt spüren wir alle den von Menschenhand

gemachten Klimawandel. Wasser ist unsere

Lebensgrundlage, aber auch die unserer

Wälder und aller Ökosysteme unserer Erde.

Im Blickpunkt unseres Naturschutztages

2022 stehen deshalb alle Aktivitäten

rings um das Thema Wasser.

Hierzu zählen beispielsweise die Anlage

und Pflege von Feuchtbiotopen, Fischtreppen

oder die naturnahe Gestaltung

und Säuberung von Fließgewässern. Auch

Aktionen zum Artenschutz beispielsweise

zur Rettung von Lurchen und Kriechtieren,

Bachpatenschaften sowie Umweltbildung

gehören dazu. Willkommen sind aber auch

alle Maßnahmen, die die Erderwärmung

eindämmen, wie Baum-Pflanzaktionen

oder Energieumstellungs- und -einsparungsmaßnahmen.

Natürlich können Sie sich – wie in den

anderen Jahren auch – mit ganz unterschiedlichen,

großen und kleinen Naturschutzaktivitäten

um den Naturschutz-

Förderpreis 2022 bewerben.

Ziel und Zweck des Naturschutzförderpreises:

Aus den Mitteln der Hermann-Reddersen-

Stiftung wurde für die Zweigvereine des

Harzklub e.V. ein Naturschutz-Förderpreis

gestiftet, der vom Jahr 2001 an jährlich für

herausragende Leistungen auf dem Gebiet

des Naturschutzes und der Landschaftspflege

vergeben wird.

Zu diesen Leistungen zählen:

1. Maßnahmen zum Schutz oder zur Erhaltung

gefährdeter Tier- und Pflanzenarten

Deshalb bitten wir alle Zweigvereine, ihre

Projekte zum Natur- und Umweltschutz

sowie Maßnahmen zur Landschaftspflege

und Umweltbildung in Geschäftsstelle

einzureichen.

eingesandt von Frank Ulrich, gesehen im Frau-Holle-Land

18

01 | 2022


HARZKLUB

Beispiel eines Insektenhotels (Foto: CS)

2. Maßnahmen zum Schutz, zur Erhaltung,

Pflege oder Fortentwicklung

wertvoller Biotope

3. Maßnahmen der Landschaftspflege,

welche die Einzigartigkeit und Schönheit

der Harzer Landschaft erhalten

und fördern

4. Maßnahmen, die Störungen oder Verunstaltungen

der Landschaft aus früheren

Zeiten wirtschaftlicher Nutzung

beseitigen oder abmildern

5. Maßnahmen der Umweltpädagogik

und der Öffentlichkeitsarbeit, die das

Verständnis für den Natur- und Umweltschutz

in der Bevölkerung, insbesondere

in der Jugend, fördern

6. Maßnahmen der Besucherlenkung in

ökologisch sensiblen Bereichen

Kriterien der Bewertung:

Die Leistungen werden nach folgenden

Kriterien beurteilt und bewertet. Sie sollten

1 über einen längeren Zeitraum zu den

wichtigen Aktivitäten eines Zweigvereines

gehören

2 sich möglichst in konkreten, sichtbaren

bzw. objektiv feststellbaren Ergebnissen

niederschlagen

3 in der Öffentlichkeit wahrgenommen

werden und bekannt gemacht worden

sein

4 durch ihre Vorbildlichkeit zur Nachahmung

anregen und dadurch über den

örtlich engen Bereich eines Zweigvereins

hinaus wirken können.

Hierzu zählen auch Leistungen der zurückliegenden

Jahre, die bereits abgeschlossen

sind oder noch andauern.

Harzklub-Zweigvereine, die sich in vorangegangenen

Jahren bereits an der Ausschreibung

des Naturschutz-Förderpreises beteiligt

haben, können sich mit dem gleichen

Projekt erneut bewerben.

Höhe und Verleihung des Förderpreises,

Zeitpunkt der Vergabe:

Der Preis wird mit insgesamt 2.500, - Euro

jährlich dotiert. Empfänger sind die Harzklub-Zweigvereine.

Der Preis kann, je nach

Art der eingereichten Projekte, an mehrere

Harzklub-Zweigvereine verliehen werden.

Hierüber entscheidet von Jahr zu Jahr der

Hauptvorstand des Harzklub e.V. nach eigenem

Ermessen. Der Förderpreis wird im

Rahmen des Naturschutztages des Harzklub

e.V. vergeben. Die Zweigvereine sind verpflichtet,

ihre Naturschutzprojekte auf dieser

Veranstaltung öffentlich darzustellen.

Bewerbungen:

Bewerbungen für den Förderpreis sind

bis zum 31. März 2022 von den Zweigvereinen

dem Harzklub-Hauptverein unter

Angabe eines Ansprechpartners schriftlich

vorzulegen. Hierzu gehören eine Darstellung

und Beschreibung der vorgestellten

Maßnahmen, Fotos zu deren Illustration

und Berichte in der örtlichen Tagespresse

oder in „Der Harz“ über die betreffenden

Aktivitäten, ggf. Pflegeverträge mit der Unteren

Naturschutzbehörde der Landkreise.

Sollte ein Projekt zu diesem Zeitpunkt

noch nicht abgeschlossen sein, so genügt

zunächst eine Ankündigung in schriftlicher

Form.

Bewertung und Entscheidung über die

Preisverteilung:

Der Hauptvorstand des Harzklub e.V. beruft

eine Jury unter dem Vorsitz des Haupt-

Naturschutzwartes, welcher die Aufgabe

der Bewertung der eingegangenen Bewerbungen

obliegt. Dieses Gremium wird

sich dazu vor Ort über Art, Umfang und

Qualität der zu beurteilenden Aktivitäten

informieren. Aufgrund dieser Informationen

und nach objektiver Bewertung der

verschiedenen Kriterien unterbreitet die

Jury dem Hauptvorstand einen Vorschlag.

Der Hauptvorstand entscheidet auf der

Grundlage der Vorschläge über die Vergabe

des Preises.

01 | 2022

19


HARZ AKTUELL

Die Stimmecke

Vor vielen Jahren, als die Ecker noch wild

und ungestüm zu Tale stürzte, als noch

keine Talsperre oder ein sonstiges künstliches

Hindernis ihren Lauf stoppte, sie

ihr enges Tal zwischen dem Woldsberg im

Westen, dem Kienberg im Osten verließ,

da mäanderte sie vielarmig in die Ebene

vor Stapelburg. Einer ihre mäandrierenden

Arme suchte sich sogar ein ganz neues Bett,

leitete sein Wasser in die Ilse, dem östlich

fließenden kleinen Fluss der bei Ilsenburg

in die Vorharzebene austritt, bei Börßum

in die Oker mündet. Kurz vor Hornburg,

vor dem Kleinen Fallstein, nimmt die Ilse

das Eckerwasser der Stimmecke auf. Das

funktioniert noch heute so wie damals in

der weiten Vergangenheit. Nur, dass der

Mensch schon lange seine Hand dabei mit

im Spiel hat. Er regelt was die Ecker der

Ilse abgeben darf. Er baute ein Wehr mit

einem Abzweig. Ein Plattenschütz regelte

so die Menge an Wasser, die die Stimmecke,

wie der alte Mäander der Ecker nun

genannt wird, in ihrem Bett haben muss,

soll oder darf.

Dieses Plattenschütz war von einfachster

Ausführung. Mit Hilfe einer Zahnstange

wurde es gehoben oder gesenkt, so die

Wassermenge die unter dem Schütz hindurch

in die „Stimmecke“ strömte fast Liter

genau geregelt wurde. Vor dem hölzernen

Plattenschütz, es lag ca. 20m neben, hinter

der Wehrkrone, bildete sich ein Wasserstau

welcher mit dem Wasserstand der Wehrkrone

in Waage blieb. So auch die Funktion

einer Reinigung von schwimmenden Unrat

wie Blätter, Zweige, anderes Schwimmenden

übernahm. So, dass das Eckerwasser

immer kontinuierlich und geregelt in die

„Stimmecke“ fließen konnte. Eine Reinigung

und Wartung hielt sich durch diese

Technik in engen Grenzen, konnte nebenbei

geschehen. So ging es viele Jahrzehnte. Die

Stimmecke versorgte ihre Anlieger mit ihrem

Wasser, ihrer Wasserkraft. Wurde etwas

mehr an Wasser gebraucht, langten drei,

vier Drehungen an der Spindel und schon

war die Zufriedenheit wieder hergestellt.

Dann wurde es ernst. Umweltschützer und

Wasserbauer aus Ost und West stellten fest

dass es so nicht ging. Die Fische konnten

das Überfallwehr nicht bezwingen, die Strömung

unter dem Plattenschütz zu stark um

den Fischen, der Wasserfauna den Aufstieg

von der „Stimmecke“ zur Ecker zu ermöglichen.

Es wurde beschlossen beides zu

beseitigen. Etwas ganz Neues zu gestalten

das diese Probleme auf Dauer löste.

So machten sich also, weil die Mitte der

Ecker ja immer noch die Grenze zwischen

Niedersachsen und Sachen-Anhalt bildet,

das Eckerwehr also beiden Ländern gehört,

Ingenieure aus beiden Bundesländern an

die Arbeit etwas großes Dauerhaftes, was

noch weniger Pflegeaufwand gewährleistet,

zu bauen. So machten sich also viele

Köpfe an die Arbeit. Tüftelten und rechneten

und bald war es auch soweit. Das

Wehr verschwand. Gewaltige Wackersteine

wurden in den Eckerlauf eingebracht, kleine

Kolke und Gerinne geschaffen. Leider entsprachen

die Kolke nicht den Vorschriften

im Wasserbau.

Sie waren zu flach geraten. Also wurde die

ganze Chose ein zweites mal, mit tieferen

Kolken umgestaltet. „Die perfekte Hundebadeanlage“

so nennt mein Freund, ein

20 01 | 2022


HARZ AKTUELL

Hundebesitzer, den neuen Wasserschwall

unterhalb der alten Wehrkrone. Diese hat

man gelassen um die Ableitung der Stimmecke

zu gewährleisten.

Damit beginnt ein neues großes Meisterwerk

der Wasserbauingenieure.

Das Plattenschütz wurde abgerissen, die

Stimmecke fiel zeitweise trocken. Den Fischen

ging die Luft aus obwohl sie ja nun

genug davon hatten, die Wasserinsekten

darben. Das wurde jedoch schnellsten behoben,

es floss wieder Wasser in der Stimmecke.

Mit Faschinen/Gabionen wurde der

Zwischenraum der Abzweig der Stimmecke

von der Ecker verjüngt, enger gemacht. Ein

Holzbalken, quer zur Strömung, regelte das

einfließende Wasser zur Stimmecke. Der

ehemalige Zuleitungsgraben zum vergangenen

Plattenschütz wurde mit großen Wasserbausteinen

ausgelegt, befestigt. Man

konnte meinen, hier wird ein Kanal für Hochseeschiffe

gebaut. Eine funkelnagelneue,

an die über die Elbe gespannte Köhlbrandbrücke

erinnernde, auf zwei betonierten

Pfeilern ruhende Alluminiumbrücke über

die Stimmecke, bereit auch Hochseeseglern

eine Durchfahrt zu ermöglichen, entstand.

Der Abschlag, ein Fehlschlag, eine Einrichtung

die überschüssiges Wasser Stimmecke

in die Ecker zurückleitet, wird auch neu

hergerichtet. Es war wohl geplant diese

Stelle als zweite, endgültige Regelstelle

der Wassermenge, die in der Stimmecke

fließen soll, zu nehmen. Der Holzbalken

am Einlauf erfüllte diese Aufgabe nämlich

nicht. Oft verschloss Schwemmgut das einlaufende

Wasser, oder die Ecker hatte zuviel

davon, überströmte den Querbalken und

nun sollte der Abschlag, der Fehlschlag, die

überschüssige ankommende Wassermenge

zurück in die Ecker leiten. Herrlich war das

anzusehen. Mit weißen Sandsäcken, mit

Folienstreifen und zahllosen Wackersteinen

wurde experimentiert. Da aufgeschichtet,

wieder weggenommen, wo anders hingepackt.

Die Stimmecke spielte da nicht mit.

Sie nahm den Weg des geringsten Widerstands,

floss da wo sie wollte. Blieben Äste,

Laub oder Gras an der ehemaligen Wehrkante

der Ecker hängen, oder der Wasserstand

stieg an, nahm die Stimmecke soviel Wasser

aus der Ecker, dass konstruktionsbedingt

die Fehlschlag-Regelung versagte. Da hatte

die Stimmecke Hochwasser.

Setzte sich der Querbalken zu blieb ihr nur

ein Rinnsal. Auch das Experiment mit der

langen, eingesägten Kerbe im Querbalken,

die runden Granitsteine die als Rechen

dienen, änderten nicht die Situation mit

einmal einem Zuviel einmal einem Zuwenig

an Wasser in der Stimmecke. Wenn man

glaubte man hatte die Lösung, hatte die

Stimmecke eine andere Ideen.

Nun im Jahr 2020 hatte man die Faxen

dicke. Ein ca.2m langes Rohr aus Plastik,

verborgen unter einer groben Steinschüttung

in der schmalsten Stelle der Ableitung,

sorgt nun dafür, dass die Stimmecke

ihr rechtmäßig zugewiesenes Wasser

bekommt. Nicht mehr und nicht weniger!

So kommt es, dass sich die Fische, die Wasserinsekten,

wenn sie denn unbedingt in

die Ecker wandern wollen, sich durch die

Strömung im Plasterohr quälen müssen

oder sie bleiben halt wo sie sind!

So ist also der alte Zustand beim Aufstieg

von Fischen, der Wasserfauna aus der

„Stimmecke“ in die Ecker, durch den gewaltigen

Umbau des Wehres, der Wasserableitung

zur Stimmecke eher noch schlechter

geworden. Ob nun ein strömender Schlitz

unter einem Plattenschütz, oder ein verdecktes,

durchströmtes Plastikrohr die

Wanderdurchlässigkeit von unten nach

oben verhindert, das ist doch so egal!

Fortsetzung in Heft 02-2022

Fotos/Bericht: Otto Pake

01 | 2022 21


Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 12_2021

HARZKLUB


Beitrittserklärung

Zutreffendes bitte ankreuzen:

Ja, ich möchte die wichtigen Ziele und Aufgaben des Harzklubs unterstützen

und erkläre hiermit meinen Beitritt als:

Vollmitglied Lebenspartner Jugendlicher/Kind

Familie

Vorname/Name:

Geburtsdatum:

Straße:

PLZ /Ort:

E-Mail:

Beitritt zum Harzklub-Hauptverein/Zweigverein:

Der Jahresbeitrag ist unterschiedlich und liegt zwischen 10,- und 30,- €

Ort, Datum

Mitgliederzeitschrift »DER HARZ«:

Ort, Datum

Der Harz (-er Wald)

geht nicht ohne uns

Harzklub hilft!

Hier geht es zur großen Pflanzaktion:

https://harzklub.de/harzklub-hilft/

Aktiv für den Naturschutz

im Harz!

Unterschrift

Bei Minderjährigen, Unterschrift

eines Erziehungsberechtigten.

Ich abonniere die Mitgliederzeitschrift »DER HARZ«

Jahresabonnement 31,57 € – erscheint monatlich).

Unterschrift

1. Harzer

Klimawoche

Seite 4

Falkenpärchen

im Okertal

Seite 18

Pflanzaktion für

stabilen Mischwald

Seite 20

www.harzklub.de

Vorteile der Mitgliedschaft

im Harzklub e.V.

✔ Vergünstigungen, preiswerte Nutzung

von Wanderheimen z.B. beim Kauf

von Wanderkarten, Übernachtungen in den

Wanderheimen

✔ DWV-Mitgliedskarte (Deutscher

Wanderverband): Vergünstigungen regional

und deutschlandweit bei vielen Partnern

✔ Angebote: Möglichkeit der Teilnahme

an Veranstaltungen des Harzklub e.V., z.B.

Harzer Heimattag, Naturschutztag, Sternwanderung,

Brockenveranstaltungen, den

Veranstaltungen der Zweigvereine und an

den geführten Wanderungen und Ausflügen

des Harzklubs

✔ Lehrgänge und Fachtagungen: Möglichkeit

der Teilnahme an den Lehrgängen,

Fachtagungen und Weiterbildungen (Wanderführer,

Wegebeschilderung, Naturschutz,

Jodeln und Peitschenknallen, Akkord-Zither,

Klöppeln)

✔ Kinder- und Jugendfreizeiten im

Wanderheim Wildemann, Ausflüge:

Teilnahme an den Kinderfreiten mit Aktivitäten

im Wald, zu Bergbau und Naturschutz,

Basteln, Harzer Brauchtum und Lagerfeuer,

Ausflüge zum Weltwald Harz, auf den Brocken,

in Höhlen oder Bergwerke

✔ Versicherungen: günstige Beiträge aufgrund

der hohen Mitgliederzahl im Harzklub-

Gesamtverein (Haftpflicht,-Unfall,- Schutzhütten,-

Musikinstrumente)

✔ Gema-Rahmenvertrag: Durch Mitgliedschaft

im Deutschen Wanderverband

20 % Nachlass der Gema-Gebühren bei Auftritte

und Möglichkeit der Mitgliedschaft im

Landestrachtenverband

✔ Vermarktung und Werbung für die

Heimat- und Brauchtumsgruppen sowie für

Wanderungen und sonstige Veranstaltungen

über die Geschäftsstelle, das Internet,

Rundschreiben und Presseinformationen

✔ Information sämtlicher Zweigvereine

zu den Geschehnissen im Harzklub und im

gesamten Harz z.B. durch Rundschreiben,

Vereinszeitschrift „Der Harz“, Versammlungen,

Internet, Presse

✔ Termine: Weitergabe aus den Zweigvereinen

über Rundschreiben und Veröffentlichungen,

Internet

✔ Austausch der Zweigvereine untereinander

z.B. über Vereinsrecht (Satzungen),

Versicherungen, Betreuungsgebiete usw.

✔ Stiftungen: Inanspruchnahme finanzieller

Zuschüsse entsprechend den Richtlinien

für besondere Projekte der Zweigvereine

✔ Unterstützung der Zweigvereine durch

den Hauptverein bei Problemen, Gründungen,

Veranstaltungen usw.

✔ Beratung durch den Hauptverein über

die Zusammenarbeit mit Forstbetrieben,

Kommunen, anderen Partnern, Pressearbeit,

Datenschutz usw.

✔ Hohe Mitgliederzahl: 12.000 Mitglieder

im gesamten Harzklub können sich viel besser

Gehör verschaffen, als einzeln agierende

„Ortsvereine“

✔ Aktive Mitwirkung in der großen

Harzklub-Familie: Umsetzung gemeinsamer

Aufgaben und Ziele, Pflege des Gemeinschaftssinns

22 01 | 2022


Als Goethe, mit 28 Jahren,

innerlich unsicher und verliebt,

Abstand zum Weimarer

Hofleben suchte, bot sich

zum sich neigenden Jahr

1777 der Harz mit seiner

Mystik als Fluchtort geradezu

an. Allein bei widrigem

Wetter reisend, erhoffte er

sich von seinen Begegnungen

Klärung und Wegweisung

für sein weiteres Leben.

Diese ereignete sich auf

wundersame Weise beim gefährlichen

Aufstieg auf den

Brocken. Weitere Harzreisen

Der Meister persönlich wird vom Hotelbesitzer Achim Kapelle

gebeten, seine Geburtstagstorte anzuschneiden. Sie war köstlich!

sollten folgen, dann zu angenehmeren

Jahreszeiten.

Wir beleuchten sie für Literaturinteressierte

seit über 20

Jahren in einer kompakten

Form und möchten Sie einladen

zu einer ganz besonderen

Harzreise: folgen Sie

doch mal den Spuren von

Johann Wolfgang Goethe.

Steigen Sie, gleichsam ihm

folgend, in die Rübeländer

Tropfsteinhöhlen, in Bergwerke

wie am Büchenberg

bei Elbingerode oder den

Rammelsberg hinab. Erklimmen

Sie die Schurre, einen

Zick-Zack-Weg, der im Bodetal

bei Thale zur Roßtrappe

emporführt und nach 10

Jahren Sperrung nun endlich

wieder begangen werden

kann. Wandern Sie auf dem

Goetheweg über Torfhaus

Romantische Stimmung auf dem Brocken bei klirrender Kälte

Foto: Dorit Günther

Blick vom Bodetor in den ersten Teilbereich des grandiosen Bodetals. Die Sonne schafft es schon nicht mehr bis zur Bode.

auf einem neu hinzugekommenen

Stück von 8,7 km

nach Altenau. Dort übernachtete

Goethe vor seiner

dramatischen »Wallfahrt auf

den Brocken«, hatte also daselbst

sein Basislager für eine

seinerzeit hochriskante

Unternehmung. Und ob sie

die Wurmtrocknis mit einem

Schauder des Vergänglichen

heimsucht wie der Borkenkäfer

den Harzer Fichtenwald?

Wer weiß? Vergessen Sie

Schutzgebühr: 1

◗ 1. HARZREISE: 1777 – Winterbesteigung des Brockens

von Nordhausen über Ilfeld, Elbingerode, Wernigerode,

Goslar, Clausthal, Altenau, Brocken, St. Andreasberg,

Duderstadt nach Mühlhausen S. 2–5

◗ 2. HARZREISE: 1783 – mit geologischen Studien

von Langenstein über Blankenburg, Rübeland, Halberstadt,

Zellerfeld, Brocken, Schierke, Elend, St. Andreasberg nach

Göttingen S. 8

◗ 3. HARZREISE: 1784 – mit zeichnerischen Studien

von Lauterberg über Osterode, Clausthal-Zellerfeld,

Wildemann, Goslar, Brocken, Elbingerode, Thale,

Blankenburg nach Langenstein S. 9–10

◗ 4. HARZREISE: 1805 – »Wallfahrt nach dem Roßtrapp«

von Halberstadt über Thale, Bodetal, Gernrode, Ballenstedt

nach Aschersleben S. 14

über all den schönen und

schaurigen Harzerlebnissen

nicht, vielleicht auch mal in

den »Faust« oder die Reiseliteratur

zu schauen, die es

über die Harzreisen des Genies

gibt. Wenn wir Sie dazu

ein wenig anregen können

und Sie den Blick vom

Wischbrettel eine längere

Zeit abwenden, ja es vielleicht

mal ganz abschalten,

dann ist schon viel gewonnen.

Kaiser-Otto-Straße 28

D-06484 Quedlinburg

Tel.: +49(0)3946. 787-0

Fax: +49(0)3946. 787-419

info@schlossmuehle.de

Weitere Arrangements buchbar unter: www.schlossmuehle.de

Tickets für Führungen,

und Senf online

kaufen unter:

senf-shop.com

Harzreisen im Lichte

Goethes

Seit 1999 gibt es nun bereits den 23. Sonderdruck „Goethe im

Harz“ als Edition der Harzdruckerei Wernigerode aus der

„Historischen Reihe“. Das Blatt beschäftigt sich mit des Dichters

Harzreisen, seinen Intentionen, Gefühlen, Hoffnungen,

wissenschaftlichen Forschungen und seinem Faible für diese

einmalige Landschaft sowie die ihn umgebenden historischen

Persönlichkeiten.

Im Vordergrund steht dabei nicht so sehr der literarische

Ertrag, sondern eher die ursächlichen Antriebe für die verhältnismäßig

häufigen Visiten am und um den Blocksberg.

In der Jahresausgabe

2021/22 beschäftigen wir

uns u. a. mit der Wildnis

im Harz (heute Nationalpark),

wie wohl Goethe sie

auch mit der „Wurmtrocknis“

kennengelernt

hat. Die Verlängerung des

Goetheweges von Torfhaus

nach Altenau haben

wir begleitet und den

Anfängen des Harztourismus

nachgespürt. Außerdem

gibt es eine Wanderempfehlung

für das Steinbachtal

bei Thale. Goethe

als Grenzgänger zwischen

NAPOLAs des Harzes

verschiedenen Ländern

rund um den heutigen

Goethebahnhof bei seinem Aufstieg zum Brocken widmet sich

ein weiterer Beitrag. Wie reiste man im 18. Jahrhundert ohne

Eisenbahn, Autos und Handys? Wir erklären es Ihnen. Nicht

zuletzt bleibt der Brocken selbst ein zu jeder Jahreszeit sehr

empfehlenswertes Ziel und damit natürlich auch Thema in der

aktuellen Jahresausgabe. „Man muß oft etwas Tolles unternehmen,

um nur wieder eine Zeitlang leben zu können. In

meiner Jugend habe ich es nicht besser gemacht, und doch

bin ich noch mit ziemlich heiler Haut davongekommen.“

Soweit der Sprachmagier selbst über seine jungen Jahre, in

denen es ihn im Harz auf unwegsamen Pfaden zu neuen Einsichten

trieb.

Die neue Goethezeitung ist jetzt in vielen Touristinformationen

des gesamten Harzes erhältlich.

Eine ereignisreiche Spurensuche

wünscht Ihre

Goethe

Die historische Reihe aus der im Harz

Auf den Spuren des großen deutschen Dichters 2021|2022

Auf der Schurre, dem Brocken oder im Ilfelder Tal – reisen mit Hintersinn

Unterwegs mit dem Literaturmagier im Gebirge

GOETHES HARZREISEN

Weltkulturerbe

trifft Mittelalter

und Fachwerk

Weltkulturerbe

Quedlinburg

Faszination

Romanik

Hotel & Veranstaltungshof

Schlossmühle

Sonderausgabe Nr. 23

Sie sollten zur NS-Zeit Eliteschulen für den Führernachwuchs im Großdeutschen Reich werden. Ausgelesene

Jungmannen erwarben an diesen paramilitärischen Internatsschulen nicht nur das Abitur,

sondern erhielten das Rüstzeug später in Staat, Verwaltung, Wehrmacht und SS an vorderster Stelle

die nationalsozialistische Gesinnung durchzusetzen. An zwei sehr unterschiedlichen Standorten kamen

Schüler im Harz in Nationalpolitische Erziehungsanstalten (NAPOLA). Die Klosterschule Ilfeld verwandelte

man 1934 vom einstigen humanistischen Vorzeigegymnasium in eine straff geführte Einrichtung

neuer Gemeinschaftserziehung. Im anhaltischen Ballenstedt entstand nach 1934 der einzige Neubau

einer NAPOLA in Deutschland, der mit seiner gigantomanischen Architektur heute befremdet und einer

Nachnutzung harrt. Abseits von Städten sollten im Mikrokosmos der neuen Bildungsanstalten wehrhafte

Herrenmenschen heranwachsen, die später als „Politische Soldaten“ dem Führerstaat bedingungslos

zu dienen hatten. Auch hier funktionierte das NS-System von Lager, Kolonne und Fahne. Als Vorbilder

dienten Kadettenanstalten, Landschulheime und die englischen Public Schools mit ihrer spartanischen

aber kameradschaftlichen Prägung. Unter der Parole „Mehr sein als scheinen“ wuchsen hier ausschließlich

Jungen als Führungskräfte heran, die auch nach dem Untergang des NS-Staates in Schlüsselpositionen

gelangten, wenn sie nicht vorher im II. Weltkrieg ihr Leben ließen.

Neben diesen beiden Orten werden die nächstgelegenen NAPOLAs in Schulpforta und Naumburg

beleuchtet und viele Hintergründe zur NS-Herrschaft erhellt.

Senfherstellung live erleben!

Die Senf-Müllerin zeigt euch ihre Manufaktur.

Erlebt wie aus feinsten Naturzutaten leckerer Senf wird.

Führungen immer:

Dienstag, Freitag und Samstag um 11.00 Uhr

NEUERSCHEINUNG NS-Eliteschulen gab es im Harz in

Ballenstedt und Ilfeld. Erstmals befasst sich ein vierköpfiges

Autorenteam umfassend mit diesem lange tabuisierten

Thema. Im

Internat sollten

die Jungs nach

sieben Jahren

Konditionierung

und ideologischer

Schulung

in einer paramilitärisch

geführten

Einrichtung

das Abitur erreichen.

Danach

war ihnen die

Berufswahl freigestellt.

Kriegsbedingt

gingen

viele von ihnen

zur Wehrmacht oder SS.

Quedlinburger Senfmanufaktur

Neuer Weg 23, 06484 Quedlinburg, Tel.: 0173 1634802

Harzdruckerei für den Harz,

stark für die Region.

Napola Verführte Elite im Harz

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38855 Wernigerode.

Telefon 03943 5424-0.

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www.harzdruckerei.de.

Auf 272 Seiten mit 780 Fotos wird ein außergewöhnlich

intensiver Blick in die Strukturen und Propaganda der NS-

Zeit möglich.

Informationen und Bestellung

www.Napolaimharz.de oder ISBN 978-3-935971-94-2


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Harz

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