23.11.2022 Aufrufe

der gemeinderat November 2022

Unsere Themen der November-Ausgabe: Energiesparen, Stadtplanung, Smarte Mobilität.

Unsere Themen der November-Ausgabe: Energiesparen, Stadtplanung, Smarte Mobilität.

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

Nr. 11/2022

SEIT

1957–2022

8,50 Euro

65. Jahrgang

Das unabhängige Magazin für die kommunale Praxis

www.treffpunkt-kommune.de

Zielstrebig

und

schnell

7 TIPPS, UM DIE BESTEN

FÜHRUNGSKRÄFTE ZU FINDEN

Energiesparen +++ Stadtplanung +++ Smarte Mobilität

So geht Recruiting

Edmund Mastiaux (zfm, Bonn) nutzt

professionelle Strategien, um Führungskräfte

zu gewinnen. Mehr auf Seite 48.


BIRCOslim® | Das Leichtgewicht

mit besonderen Stärken

Liebe Leserin, lieber Leser,

Editorial

NEU

AB JANUAR 2023

+ BIRCOslim® Rinnensystem: NW 100

ohne Innengefälle

+ Gewicht ab 12,9 kg

+ Stahlzarge mit Zink-Aluminium-

Magnesium-Beschichtung (Magnelis®),

beste Korrosionsbeständigkeit

(10 mal besser als verzinkter Stahl)

+ Belastungsklasse: A 15 – C 250

+ Made in Germany

Einführungsangebot

Einmaliger Händlerrabatt und Aktionspakete

ab einer Mindestabnahme von drei Paletten BIRCOslim®

Anzahl

Paletten

Ersteinlagerung / Strecke

Lagerwechsel

Detaillierte Infos zum

Produkt gibt es hier

Bei

Bestellung

bis

16.12.2022

die UN-Klimakonferenz hat unterschiedliche Signale gesendet: Eine Veranstaltung

in der ägyptischen Wüste mit einem massiven ökologischen Fußabdruck

– auch die 27. Veranstaltung dieser Art habe nicht viel gebracht,

sagen die einen, zumal der CO 2

-Ausstoß weltweit weiter steigt und das

Bevölkerungswachstum ungebrochen ist. Dennoch, das streichen andere

heraus: Die Delegierten reden miteinander, ringen um Verbesserungen, um

Fortschritt. Auf ein positives Moment können sich möglicherweise viele einigen:

Der Klimawandel wird nicht mehr kleingeredet, die Bedeutung erneuerbarer

Energien wird anerkannt, ebenso, dass Energieverbrauch und CO - 2

Emissionen reduziert werden müssen. Mehr noch: Viele deutsche Städte und

Gemeinden haben sich das längst auf die Fahnen geschrieben, haben bereits

vor dem Krieg gegen die Ukraine auf erneuerbare Energien und auf

Energiesparen gesetzt und wollen diesen Weg weitergehen.

Es ist eine Mammutaufgabe, die durch die aktuelle politische Situation nicht

einfacher geworden ist – und die in mehr oder weniger kleinen Schritten vor

Ort umgesetzt werden muss. Darum geht es auch in dieser Ausgabe von „der

gemeinderat“: Um das, was schon erreicht werden konnte, und um das, was

noch auf dem Weg ist oder auch erst ansteht.

Bauen ist ein wesentlicher Bereich, wenn es um Ressourcenverbrauch und

CO 2

-Ausstoß geht – über digitale Planungstools soll ein wichtiger Schritt

getan werden: BIM, Building Information Modeling (Seite 8). Mobilität ist

ebenfalls eines der großen Themen – wie er das Deutschlandticket einschätzt

und welche Bedeutung dem ÖPNV zukommt, streicht Ingo Wortmann heraus,

Präsident des Verbands der Verkehrsunternehmen (Seite 50) – und Münster

zeigt sich nicht nur als Fahrradstadt, sondern auch als ein Ort, der großen

Wert darauf legt, Busse auf E-Antrieb umzurüsten (Seite 56). Zudem geht es

insbesondere in der dunklen Jahreszeit um Beleuchtung: Licht an oder aus?

Woran ist zu denken, welche Möglichkeiten gibt es (Seite 32)? Und ganz

konkret: ein Beitrag darüber, wie Stuttgart mit dem Thema Licht umgeht

(Seite 40).

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre

KONTAKT

Sie haben Anmerkungen,

Wünsche oder Fragen?

Schreiben Sie mir!

sabine.schmidt@pro-vs.de

3 + Rabatt von 10 % + Rabatt von 15 %

5

7

+ Rabatt von 10 %

+ Handwerkerfrühstück inkl.

Produktschulung* im Wert

von 500 € oder

10x BIRCO Goodie-Bag

+ Rabatt von 10 %

+ Handwerkerfrühstück inkl.

Produktschulung* im Wert

von 500 € oder

10x BIRCO Goodie-Bag

+ eine Palette BIRCOlight®

Punkt entwässerung mit

Gusszarge GRATIS!

+ Rabatt von 15 %

+ Handwerkerfrühstück inkl.

Produktschulung* im Wert

von 500 € oder

10x BIRCO Goodie-Bag

+ Rabatt von 15 %

+ Handwerkerfrühstück inkl.

Produktschulung* im Wert

von 500 € oder

10x BIRCO Goodie-Bag

+ eine Palette BIRCOlight®

Punkt entwässerung mit

Gusszarge GRATIS!

* Erhalten Sie die BIRCOslim®

Produktschulung bei Ihnen

vor Ort mit Bewirtung durch

BIRCO und vielen nützlichen

Tipps rund um den Verkauf

und den Umgang mit dem

innovativen BIRCOslim®

Rinnensystem.

Goodie-Bag

Dr. Sabine Schmidt

Redaktionsleiterin

WIR KÖNNEN, WAS WIR TUN.

zfm

Die Experten für den öffentlichen Sektor.

Personalsuche I Personalauswahl I Personalentwicklung

www.birco.de

www.zfm-bonn.de


Inhalt

In diesem Heft:

Bauen/Öffentlicher Raum

Digitalisierung: BIM aus der Perspektive des

Fortbildungsexperten 8

Wohnungsbau: Vom Militärgelände zum

attraktiven Wohnviertel 12

Wiederverwertung: Alte Reifen für neue

Spielplätze 16

Stadtplanung: Wie Regenwasser versickern

kann 18

Bürgerbeteiligung: Balingen setzt auf

gemeinsame Stadtgestaltung 22

Gebäudesanierung: Wärmelandkarten für

den energetischen Umbau 26

Beleuchtung

Energiesparen: Wie man Wege findet zwischen

Licht an und aus 32

Mobilfunk: Wenn Straßenlaternen nicht nur

leuchten 36

Lichtkonzept: Kontinuierliche Transformation

in Stuttgart 40

Umrüstung: Modernisierung historischer

Lampen 44

Mobilität

ÖPNV: Was noch fehlt für die Mobilitätswende

50

Einfach.

Immer.

Richtig.

Gendern.

GENDER*PROFI

Das neue Plugin für Word & Outlook.

32

Licht an oder aus? 32

Wie in anderen Bereichen muss auch bei der Beleuchtung gespart werden. Ebenso

klar ist aber: Einfach nur die Lichter ausdrehen, ist keine Option. Man sollte – und

zum Glück kann man auch – differenziert mit dieser Aufgabe umgehen. Zum Beispiel,

wenn es um Rathausbeleuchtung oder Weihnachtsmärkte geht.

Anders bauen 8

Nachhaltig planen – inklusive Wiederverwertung und Kreislaufwirtschaft: So sollte

es nicht nur, aber insbesondere bei Gebäuden der öffentlichen Hand sein. Digitalisierung

macht auf dem Weg dorthin einen signifikanten Unterschied. Eine Methode ist

das Building Information Modeling (BIM).

ÖPNV-Ticketsysteme: Neue Serviceangebote

statt klassische Abo-Modelle 54

Busverkehr: Münster fährt konsequent

Richtung Elektrifizierung 56

Lkw-Parkplätze: Mehr Stellflächen an

Autobahnen 60

Verkehrssteuerung: Intelligente

Baustellenlösungen 62

Extra Kritische Infrastruktur

Resilienz: Richtig vorbereiten auf den

Ernstfall 64

Gesetzgebung: IT-Sicherheitsvorgaben

werden angepasst 70

Parlament & Verwaltung

Personalsuche: Expertentipps für erfolgreiches

Recruiting 48

Foto: Adobe Stock/StockPixstore

Foto Titelseite: zfm Bonn

Foto: Adobe Stock/Christian Müller

50

Mobilitätswende50

Immer so weiter geht nicht – dass das inzwischen vielen

bewusst ist, hat die Debatte um das 9-Euro-Ticket gezeigt.

Doch der Einstieg in den ÖPNV ist kein Selbstläufer, schon

gar nicht in ländlichen Regionen. Hier ist noch viel zu tun.

Planen für den Blackout

Diversität: Warum die öffentliche Verwaltung

andere Akzente setzen sollte 75

Rubriken

64

Sabotageakte nehmen zu – und die Folgen können erheblich

sein. Wie kann, wie sollte man sich vorbereiten? Und: Wie

verändert sich die Gesetzgebung? Sicherheitsexperten und

Anwälte erklären, worauf es zu achten gilt.

Editorial 3

Panorama 6

TOP Stellenmarkt 76

Produkte & Dienstleistungen 78

Vorschau / Impressum 82

Der Gesamtauflage dieser Ausgabe liegen Prospekte der Firma

Ecolights GmbH, Weißkirchen bei. Einer Teilauflage dieser Ausgabe

liegen Prospekte der AFAG Messen und Ausstellungen GmbH,

Augsburg bei.

HyPlus

Das Plus für

Hygiene und

Sicherheit

Kontaktlose

Händehygiene

Berührungslose Bedienung bei

Waschtisch, Küche, WC und Urinal.

Sicherstellung der

Trinkwasserhygiene

Intelligente Freispül-Automatik an

allen Entnahmestellen im Bestand

und Neubau.

Volle Kontrolle

und Dokumentation

Einstellen, Steuern und Auslesen mit

dem Infrarot-Tablet WimTec REMOTE.

www.gender-profi.de

der gemeinderat 11/22

der gemeinderat 11/22

www.wimtec.com


Panorama

NEUES AUS DEUTSCHLAND

KURZ GEMELDET

Innovative Radprojekte

gesucht

Die Bewerbungsphase für den

Deutschen Fahrradpreis 2023 hat

begonnen: Bis zum 10. Januar 2023

können öffentliche und private Unternehmen

sowie Organisationen und

Vereine ihre Bewerbungen einreichen.

Gesucht werden die innovativsten

Fahrradprojekte in den beiden Kategorien

Infrastruktur sowie Service und

Kommunikation.

Am 29. März 2023 wählt eine Fachjury

in einem mehrstufigen Verfahren die

Siegerprojekte. Der Deutsche Fahrradpreis

wird am 20. Juni 2023 auf dem

8. Nationalen Radverkehrskongress in

Frankfurt am Main verliehen. Der

Wettbewerb ist mit insgesamt 19.000

Euro dotiert.

www.der-deutsche-fahrradpreis.de

Schnellerer Aufbau von Ladeinfrastruktur: Die Städte und Gemeinden sollen hier künftig stärker

eingebunden werden.

Verkehrswende

Mehr Ladesäulen

Das Bundesministerium für Digitales

und Verkehr (BMDV) hat 68 Maßnahmen

für den schnelleren Aufbau

von Ladeinfrastruktur beschlossen.

Unter Federführung des Bundesverkehrsministeriums

haben sich rund 80 Akteure

an der Entwicklung der knapp 70 Maßnahmen

im Masterplan Ladeinfrastruktur

II beteiligt. Darunter waren neben den

Ländern und Kommunen auch verschiedene

Verbände und Unternehmen.

Der Masterplan Ladeinfrastruktur II

sieht unter anderem vor, die Städte und

Gemeinden als Schlüsselakteure stärker

einzubinden. Er enthält ein umfassendes

Unterstützungspaket für Kommunen zur

Planung, Umsetzung und Finanzierung

von Ladeinfrastruktur, dazu gehören

unter anderem lokale Masterpläne, regionale

Ladeinfrastrukturmanager, digitale

Beratungs- und Schulungsinstrumente

sowie Leitfäden zur Optimierung

von Planungs- und Genehmigungsprozessen.

Foto: Adobe Stock/Petair

LIEBE STADTRÄTE,

LIEBE BÜRGER-

MEISTERINNEN,

MIT WÄRMEPUMPEN,

WÄRMENETZEN UND SOLARENERGIE

FIT FÜR DIE ZUKUNFT.

Bemerkenswert, vorbildlich, innovativ?

Teilen Sie der Redaktion mit,

was Ihre Kommune bewegt:

sabine.schmidt@pro-vs.de

Neuer Präsident des VKU gewählt

Mitte November hat der Vorstand des Verbands

kommunaler Unternehmen (VKU)

einen neuen Präsidenten gewählt: Dr. Ulf

Kämpfer (SPD), Oberbürgermeister der

Stadt Kiel, wurde einstimmig gewählt. Ulf

Kämpfer folgt dem Mainzer Oberbürgermeister

Michael Ebling (SPD), der mit

seiner Ernennung zum Innenminister

Rheinland-Pfalz aus dem Amt ausgeschieden

ist. Das Ehrensamt an der Spitze

der Kommunalwirtschaft wird auf vier

Jahre gewählt.

Ulf Kämpfer betonte die wichtige Rolle,

die kommunale Unternehmen bei der Versorgung

der Bürgerinnen und Bürger mit

Energie, Wasser und schnellem Internet

spielen: „Gerade jetzt in Zeiten der Energiekrise

und des Klimawandels bemerken

wir noch stärker, dass die hinter der Daseinsvorsorge

stehende Kommunalwirtschaft

eine ganz besondere Verantwortung

trägt. Sie ist ein Stabilitätsanker.“

Ulf Kämpfer ist Kiels Oberbürgermeister und seit

November VKU-Präsident.

Foto: Landeshauptstadt Kiel/Pepe Lang

Für diese Maßnahmen gibt es staatliche

Förderungen: energiewechsel.de

6 der gemeinderat 11/22


Öffentlicher Raum

Planen & Bauen

Building Information Modeling (BIM):

Gebäude sollen digital erfasst und über

alle Lebenszyklen weiterentwickelt

werden.

Digitalisierung

Ressourcenschonend

planen

BIM liefert digitale Zwillinge von Bauwerken: effizient, mit hoher Planungsund

Kostensicherheit – aber erst einmal müssen Hürden genommen werden.

Heinz Kölzer ordnet den Ansatz aus Sicht des Fortbildungsexperten ein.

Foto: Adobe Stock/black_mts

Building Information Modeling

(BIM) – digitales Planen, Bauen

und Betreiben – beschreibt eine

Methodik für die Planung, Bauausführung

und anschließende Bewirtschaftung

von Bauwerken über alle Lebenszyklen.

Im Idealfall wird BIM bis hin zur

bauteilbezogenen Wiederverwertung der

eingesetzten Materialien am Ende des

Nutzungszyklus für alle Baubereiche –

Hoch-, Tief-, Infrastrukturbau –, aber inzwischen

auch in der Landschaftsplanung

und in der Stadt- und Raumplanung

angewendet. Bei Bestandsbauwerken

gehört die umfassende geometrische und

semantische Erfassung der Bestandssubstanz

dazu.

Durch eine enge kommunikative und

technische Vernetzung aller am Bau beteiligten

Akteure ermöglicht BIM signifikante

Termin-, Kosten- und Qualitätsvorteile

für sämtliche Phasen des Bauwerkslebenszyklus:

Planung, Bau, Betrieb,

Rückbau. Diese Vorteile lassen sich

in vollem Umfang nur realisieren, wenn

alle Beteiligten (Auftraggeber, Planer,

Genehmigungsinstanzen, ausführende

Unternehmen und Handwerksbetriebe,

bis hin zum Betreiber) einen für ihre

jeweilige Nutzerrolle adäquaten Stand

an Fach- und Methodenkenntnissen einbringen.

Die Herausforderung besteht darin,

von Anfang an kooperativ und kollaborativ

zu denken und zu arbeiten. Die abgestimmte

Festlegung von Aufgaben,

Schnittstellen und einem kontinuierlichen,

digitalen Informationsaustausch

zum Planungs- und Baufortschritt – über

das digitale Gebäudemodell – sind dabei

die Grundpfeiler eines erfolgreichen BIM-

Projektes.

Der frühzeitig hohe Detaillierungsgrad

der Planung in Verbindung mit den automatisierten

Modellchecks (zur Qualitätskontrolle)

bewirken eine deutlich höhere

Planungsqualität und Kostensicherheit.

Planungsfehler und -Unstimmigkeiten

werden am digitalen Modell erkannt und

behoben. Nachträge und unvorhergesehene

Preissteigerung entfallen.

Objektiv ist die BIM-Methodik die effizienteste

(und einzig sinnvolle) Möglichkeit

zur Bewältigung der seit Jahren stark

anwachsenden Komplexität der Gesamtaufgabe.

Im „Masterplan BIM für Bundes(hoch)bauten“

(Quelle: BMI & BMVg,

September 2021) wird bereits die schrittweise

Einführung der BIM-Methode für

Bundesbauten zwischen 2022 und 2027

verbindlich festgelegt.

Die digitalen Pläne im PDF-Format

bekommt eine Kommune heute schon –

dabei ist allerdings zu beachten, dass BIM

in der kommunalen Immobilien und

Gebäudewirtschaft nicht nur eine Chance

darstellt, sondern auch eine Herausforderung.

BIM GEZIELT VORBEREITEN

Die Aspekte der Planungs- und Kostensicherheit

sowie der hohen Planungsqualität

sprechen für sich. Allerdings erfordert

die digitale Planungsmetho-

BIM DEUTSCHLAND

BIM Deutschland ist das nationale

Zentrum für die Digitalisierung des

Bauwesens: die öffentliche Anlaufstelle

des Bundes für Informationen und

Aktivitäten rund um Building Information

Modeling (BIM). Die dort erarbeiteten

Informationen und Konzepte

werden für den öffentlichen Bau

entwickelt und der gesamten Wertschöpfungskette

Planen, Bauen und

Betreiben zur Verfügung gestellt.

www.bimdeutschland.de

Design – Bau – Service

Schulgebäude

mit

System

DIE ZUKUNFT IST

FLEXIBEL

RAUMLÖSUNGEN VON FAGSI:

FLEXIBEL, SCHNELL VERFÜGBAR UND

PLANUNGSSICHER.

building excellence

goldbeck.de

SCHULBAU Berlin

23. – 24.11.2022

HOCHWERTIGE RAUMSYSTEME,

DIE SICH IHREM BEDARF ANPASSEN.

Unsere Systemgebäude aus standardisierten Raummodulen sind

innerhalb kürzester Zeit verfügbar und lassen sich Ihrem individuellen

Bedarf einfach und schnell anpassen.

www.fagsi.com

| Kurzfristig realisierbare Containeranlagen

mit flexibler Raumaufteilung

| Bis zu 70% kürzere Bauzeit als Betongebäude

| Fixtermine mit Festpreisgarantie für sichere Planung

| Bedarfsgerechte Grundrissplanung

| Wirtschaftliche und nachhaltige

Bauweise zum Kauf oder zur Miete

| Planung und Realisierung aus einer Hand


Planen & Bauen

Öffentlicher Raum

ANDERS BAUEN MIT BIM

Als wesentlichen Vorteil der BIM-Methode

sehen die beteiligten Ministerien

(BMDV, BMWSB) die Transparenz aller

Planungs-, Bau- und Bewirtschaftungsschritte

eines Bauwerks für die Akteure.

Die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus

steht dabei im Mittelpunkt, denn:

Bauwerke und Infrastrukturen erfordern

zukünftig bei der Planung, dem Bau und

Betrieb und beim Um- oder Rückbau

ein sehr viel engeres Zusammenspiel

aller Beteiligten. Insbesondere wird eine

deutlich verbesserte Ressourcenplanung

und -verwendung angestrebt.

Bereits in der Planungsphase kann

festgelegt werden, welche Ressourcen

zum Einsatz kommen und beim Rückbau

recyclierbar sind. Der CO 2

-Wert ist

schneller errechnet und die Erstellung

einer Ökobilanz leichter umsetzbar. Die

Digitalisierung kann so einen wesentlichen

Beitrag zur Umsetzung der

Klimaziele im Bausektor leisten.

Mobile

Mietgebäude.

Temporäre Kindertagesstätten zur Miete

mit Wohlfühlgarantie.

Wenn Sie schnell und verlässlich zusätzliche

Kitaräume benötigen, sind Mobile Mietgebäude

von KLEUSBERG die flexible und wirtschaftliche

Lösung: Sie schaffen Raum, der genau nach

Ihren Anforderungen konzipiert und mit passender

sowie kindgerechter Ausstattung versehen

wird. kleusberg.de/miete

BIM ist nicht nur für

Gebäude gedacht,

sondern unter

anderem auch für

Transport- und

Verkehrsinfrastruktur.

dik BIM eine Qualifizierung der Mitarbeiter,

vermutlich auch Investitionen in neue

Softwarelösungen. Gleichwohl bietet die

Methodik viele weitere Vorteile – insbesondere

für Bauherren und Betreiber. Beispielsweise

kann die Auftraggeberseite

immer den Stand der aktuellen Planung

einsehen.Ein weiterer Aspekt der digitalen

Planung ist der digitale Bauantrag.

Hier bestehen Chancen und Handlungsbedarf

im Zusammenhang mit effizienter

Aufgabenbearbeitung und Digitalisierung

auch in der kommunalen Bauverwaltung.

Die Einführung von BIM kann zu verschiedenen

Anlässen erfolgen:

_ Es gibt ein Bauprojekt, das BIM

zwingend erfordert.

_ Ein Stakeholder beschäftigt sich

vorbereitend mit BIM und entwickelt

eigenständig die Grundlagen zur

Bearbeitung der Methodik im Unternehmen

und für das nächste

Projekt.

Je früher sich eine Behörde im Vorfeld

eines Projektes mit BIM beschäftigt, desto

mehr kann sie die Abläufe und Randbedingungen

selbst beeinflussen und ist

nicht getrieben von anderen.

WEITERBILDUNG DER MITARBEITER

Eine Arbeit nach der BIM-Methode erfordert

neue Fähigkeiten der Beteiligten für

eine erfolgreiche Umsetzung. Wie weit sie reichen müssen,

hängt maßgeblich von der jeweiligen Rolle im Bauprojekt

ab. Die Bandbreite erstreckt sich von den erforderlichen

Basiskenntnissen für alle Beteiligten bis hin zu umfangreichen

Kenntnissen der übergeordneten Rollen des BIM-

Koordinators oder des BIM-Managers.

Transparente, zertifizierte Ausbildungsprogramme mit

klar definierten Lehrinhalten sind essenziell für eine vergleichbare

und hochwertige Weiterbildung der Fachkräfte.

Einen solchen Standard hat das Kompetenznetzwerk buildingSMART

Deutschland in Kooperation mit dem VDI erstellt.

Seit Mai 2018 können Interessenten BIM-Basiskenntnisse

bei einem der gelisteten Anbieter erwerben und sich

diese mit dem international anerkannten Zertifikat „Professional

Certification – Foundation Basis“ bescheinigen

lassen.

Seit Oktober 2022 können nun auch weiterführende Practitioner-Zertifikate

nach buildingSMART erworben werden.

Die Inhalte sind für die Bereiche BIM-Manager und BIM-Koordinator

definiert. Interessenten können zwischen einer

dieser BIM-Rollen wählen, um sich weiterzubilden. Vorher

müssen Grundkenntnisse mit dem Foundation-Zertifikat

nachgewiesen werden.

Vor dem Hintergrund des „Masterplan BIM für Bundesbauten“

und dem zertifizierten Weiterbildungskonzept liegt

es nun an den Baubeteiligten, sich weiterzubilden, um ihre

Bauprojekte zu verbessern und auch in Zukunft mitwirken

zu können.


Heinz Kölzer

DER AUTOR

Heinz Kölzer ist Geschäftsführer der AGT Akademie für Gestaltung

und Technologie GmbH in Berlin.

Foto: Adobe Stock//black_mts

ACO Drain®Box –

Schon auf den nächsten

Starkregen vorbereitet?

Mit der ACO Drain®Box bieten wir Ihnen ein neuartiges

Entwässerungskonzept für Überfl utungs-Hot-Spots an.

Die neue Kombination aus

Linien- und Punktentwässerung

Das Oberfl ächenwasser wird sowohl seitlich über die

Einlauföffnungen der Hohlbordrinne als auch über den

Straßenablauf aufgenommen. Beide Systeme sind über

einen Einlaufkasten miteinander verbunden, wodurch sich

die hydraulische Leistungsfähigkeit signifi kant erhöht.

Vorteile

• Hydraulische Leistungssteigerung durch Kombination

aus Linien- und Punktentwässerung

• Erhöhte Wartungssicherheit durch zusätzlichen

Schlammeimer

• Ertüchtigung von vorhandenen Straßenabläufen

• Förderung der Verkehrssicherheit

• Minimierung von Überfl utungsschäden

Starker Regen. Starke Produkte.

Weitere Informationen:

www.aco-tiefbau.de/drainbox

ACO Tiefbau Vertrieb GmbH

Am Ahlmannkai · 24782 Büdelsdorf

Linie triff t Punkt

Interimskita Raupe Nimmersatt | Stadt Leipheim

ACO. we care for water


Planen & Bauen

Öffentlicher Raum

Wohnungsbau

Nachhaltig

und schnell

nutzbar

Premiere bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

(BImA) – zum ersten Mal setzt sie zur Entlastung des

Wohnungsmarktes in Deutschland auch auf Gebäude in

Modulbauweise: auf einem ehemaligen Militärgelände.

Vier fünfgeschossige „Stadtvillen“

entstehen auf dem ehemaligen Militärgelände

in Aschaffenburg –

nahezu baugleiche Punkthäuser mit insgesamt

52 Miet-Wohneinheiten in einem

Mix aus Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen.

Die ersten beiden Wohngebäude

wurden bereits fertiggestellt, der

zweite Bauabschnitt hat gerade begonnen:

Bis Anfang 2023 sollen diese beiden

Gebäude ebenfalls fertig sein.

Der Entwurf der innovativen Fünfgeschosser

stammt vom Essener Büro Koschany

+ Zimmer Architekten KZA. Er

basiert auf dem gemeinsam mit Alho

entwickelten Baukastensystem, das 2018

als prämiertes Konzept in die Vereinbarungen

des GdW Rahmenvertrags

zum seriellen Wohnungsbau aufgenommen

wurde.

In Aschaffenburg werden nicht nur

knapp 4000 Quadratmeter neue Wohnfläche

geschaffen, sondern mit zwei Tiefgaragen

auch ausreichend Platz zum

Parken. Mitenthalten im beauftragten

Leistungsspektrum waren neben dem

Hoch- und Tiefbau zudem die gesamten

Außenanlagen sowie die technische Verund

Entsorgung der Gebäude.

Bei dem Bauvorhaben handelt es sich

um „hochwertigen, familienfreundlichen

Wohnungsbau“, wie es die Bauherrin

selbst formuliert. Architekturbüro und

Modulbauunternehmen orientierten sich

bei der städtebaulichen Einbindung, dem

Entwurf sowie der Ausstattung der

Punkthäuser exakt an den Vorgaben der

funktionalen Leistungsbeschreibung, die

auch ästhetisch-gestalterische Vorgaben

Die „Spessart-Gärten“

in Aschaffenburg:

Aus einem

ehemals militärisch

genutzten Gelände

wird ein lebenswertes

Wohnviertel.

der Stadt Aschaffenburg sowie des rechtskräftigen

Bebauungsplans integrierte.

Beide Gebäude sollten mit jeweils vier

oberirdischen Geschossen (einschließlich

EG) ausgebildet werden, die zwölf Wohneinheiten

beherbergen. Die Vorgaben des

Bebauungsplans wurden voll ausgenutzt,

und den Bauten wurde ein Staffelgeschoss

als fünfte Etage obenauf gesetzt. So konnten

mit vergleichsweise geringen Mehrkosten

zwei zusätzliche Vierzimmerwohnungen

mit jeweils knapp 100 Quadratmetern

„on top“ geschaffen werden: Insgesamt

rund 1800 Quadratmeter Bruttogeschossfläche

pro Haus. Ebenso zum

Konzept gehören Gründächer.

„Möglichst schnell, möglichst modern

und möglichst nachhaltig. Das ist unser

Ziel für die Schaffung bezahlbarer Wohnungen

– auch im Kontext der Wohnraumoffensive“,

fasst Vorstandsmitglied Paul

Johannes Fietz die Pläne der BImA zusammen.

„Die modulare Bauweise leistet

einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen

und nachhaltigen Bauen, denn sie

reduziert sowohl den Zeit- als auch den

Energieverbrauch während der Bauzeit

auf ein Minimum.“ Für Aschaffenburg

bedeutete das: In nur sechs Monaten Bauzeit

wurden 52 präzise vorgefertigten

Module vor Ort zu zwei fünfgeschossigen

Punkthäusern zusammengefügt

und ausgebaut. Iris Darstein-Ebner

DIE AUTORIN

Iris Darstein-Ebner ist Dipl.-Ingenieurin für

Architektur und Städtebau sowie Fachjournalistin

für Architektur, Design und Technik.

Foto: Alho Unternehmensgruppe

12 der gemeinderat 11/22


Anzeige

Advertorial

Kunst im Park – und dazu passend eine „kunstvolle“ Stahlbank mit ausgelasertem Wunschtext zum

entspannten Genießen von Kunst und Natur.

Liebe zur eigenen Stadt – natürlich mit

passendem Wunschmotiv.

Plätze für persönliche Zeit – ganz individuell und stilvoll. So zaubert man

Menschen ein Lächeln ins Gesicht.

Städtefreundschaften als bequemer Pausenplatz im Grünen – und dazu

gleich auch noch ein passender Tisch zur Komplettierung.

Platzgestaltung ganz individuell

Stahlbänke mit ausgelaserten Wunschmotiven

Parkanlagen, Rastplätze, Schulhöfe, Pausenplätze,

Städte, Radwege, Spielplätze, Kitas, Vorplätze,

Innenhöfe, Hotelanlagen, Friedhöfe: Endlich

können Städte und Kommunen, Firmen und

Unternehmen genau ihr Motto, ihren Wunschtext,

ihre Zahl oder Sehenswürdigkeit in sehr

langlebigen Stahlbänken produzieren lassen –

als ganz besondere und individuell passende

Platzgestaltung.

Die Firma hygro care aus Jüchen ist seit über

30 Jahren in Städten und Kommunen sowie bei

Architekten und Planern bekannt als Ansprechpartner

in Sachen Stadtmobiliar aus Stahl, etwa

für Bänke, Abfallbehälter, Fahrradparker, Rankanlagen,

Pflanzengefäße und vieles mehr. Innovation

war seit den Anfängen im Jahr 1989 immer

eines ihrer wichtigsten Anliegen, neben der

außergewöhnlich hochwertigen und langlebigen

Qualität ihrer Produkte, die in Deutschland konzipiert

und auch komplett produziert werden.

Im Jahr 2020 hat das Unternehmen eine absolute

Neuheit auf den Markt gebracht: Individuelle

Wunschmotive, die aus dem Bankrücken

gelasert werden. Jede Bank ist also ein Unikat

genau nach Kundenwunsch. So etwas ist nur

mit flexiblen Produktionsketten möglich und nur

wenn die Leidenschaft für einzigartige Stahlmöbel

wichtiger ist als der reine Gewinnaspekt.

Seit Frühling 2021 ist die Internetseite mit über

250 Mustermotiven, interessanten Informationen

und Geschichten rund um diese neue Familie,

die sogenannten „Stahlfunken“, online. Seitdem

wurden auch schon Sondereditionen aus

Ideen gestaltet, die sowohl aus den eigenen

Reihen als auch von außen an das Stahlfunken-

Team herangetragen wurden. Eine Auswahl, zum

Beispiel aus der Städte-Edition, findet man unter

www.stahlfunken.com/hygrocare.

Stahlfunken-Bänke sind eine nachhaltig

sinnvolle Investition in die Park- und Platzgestaltung,

denn die extrem langlebigen, wartungsfreien

Bänke sind rostfrei und sehr robust. Das

i-Tüpfelchen der neuen Stahlfunken ist aber,

dass Planer, Landschaftsgestalter und städtische

Konzeptioner nun wirklich frei gestalten

können und so aus einer beqemen Parkbank

auch ein besonderes Highlight, ein Hingucker,

Wegweiser oder sogar ein Hinweisschild wird.

Mitfahrbänke oder auch Freundschaftsbänke

auf Schulhöfen erfüllen mit ihrem ausgelaserten

Wunschtext zum Beispiel die Funktion eines

Treffpunkts, eines Hinweises oder einer Aufforderung

zu mehr Miteinander.

Hoher Qualitätsanspruch

Abgesehen vom einzigartigen optischen Endresultat,

von der Individualität und den freien Ge-

staltungsmöglichkeiten, erfüllt das Stahlmobiliar

von hygro care zudem sehr hohe Qualitätsansprüche,

die sich bei nachhaltiger und sinnvoller

Planung mehr als rechnen. Produziert wird

mit hochwertigem Stahl und auch die Weiterverarbeitung

wird strengen Qualitätsansprüchen

gerecht. Der Langzeitschutz mit witterungsbeständiger

Farbe wird durch aufwändiges Feuerverzinken

und Pulverbeschichtung gewährleistet.

Anders als bei einer handelsüblichen Lackierung

erreicht man durch die umweltfreundliche

Pulverbeschichtung mit lösungsmittelfreiem

Farbpulver eine leuchtende Farbgebung, die

nicht durch Umwelteinflüsse verblasst.

Ganz im Sinne von verantwortungsvoller

Nachhaltigkeit bieten diese Stahlbänke eine Investition,

die sich für lange Zeit sehr deutlich

rechnet. So schafft es hygro care immer wieder,

durch innovative Ideen und hochwertige Produktion

einen deutlichen Unterschied zur Massenproduktion

zu machen und sich aufmerksamkeitsstark

von der Menge der Anbieter abzuheben.

Auch die Möglichkeit, Ersatz von älteren

Produktserien noch nach Jahren problemlos

geliefert zu bekommen, zeigt, wieviel Wert bei

auf eine langfristige Werterhaltung gelegt wird.

Die Wunschtexte der Stahlfunken-Bänke werden

aktuell auf Basis von zwölf Stahlfunken-

Schriften, von modern bis schlicht und von verschnörkelt

bis verspielt, umgesetzt. Die 31

Stahlfunken-Farben bieten ein breites Spektrum,

wobei auch Sonderfarben und sogar Sondermaße

produzierbar sind, da jede Bank ein

Unikat ist. Da sich der Bankrücken bei zwei

Bankserien einfach austauschen lässt, ist es

sogar möglich, das Motiv irgendwann zu ändern,

ohne in eine komplett neue Stahlfunken-Bank

investieren zu müssen.

Unter www.stahlfunken.com finden Sie alles

rund um die innovativen Stahlfunken und auf

der Hauptseite des Unternehmens unter

www.hygrocare.com sind weitere innovative

Stahlprodukte für eine attraktive Platzgestaltung

aufgeführt. Und sollten Sie noch Fragen haben,

erreichen Sie das Stahlfunken-Team telefonisch

unter 02165 5061.

hygro care Esser GmbH

Neusser Str. 142

41363 Jüchen

Tel.: 02165 – 5061

E-Mail: info@hygrocare.com

www.hygrocare.com

www.stahlfunken.com

Fotos: hygro care Esser GmbH

Witterungsbeständige und pflegeleichte Bänke mit persönlicher Ansprache,

die Platz zum Entspannen und Luftholen bieten.

Farbenfrohe Aufforderung für ein fröhliches Miteinander und perfekter

Kennenlernplatz auf dem Pausenhof.

Historische Momente auf einzigartigen und modernen Sitzplätzen genießen − so kann attraktive

Platzgestaltung aussehen.

Und welche Farben und Schriften passen zu

Ihrer Stadt?


Planen & Bauen

Öffentlicher Raum

Planen & Bauen

Wiederverwertung

Alte Reifen für neue Spielplätze

Der New-Life-Wettbewerb für nachhaltige Kommunen ist entschieden: Platz

eins geht nach Bad Zwischenahn – dort werden aussortierte Reifen genutzt,

um einen Spielplatz im Rahmen eines Inklusionskonzepts aufzuwerten.

Die Initiative New Life wird von

Unternehmen und Verbänden getragen,

deren Ziel es ist, Recycling-

Material aus ELT (End-of-Life-Tyres – Altreifen)

als nachhaltigen Rohstoff für hochwertige

Produkte mit langer Lebensdauer

zu nutzen. Mit der Verwendung der Produkte

aus Reifenrezyklat können Ressourcen

geschont, CO 2

-Emissionen eingespart

und Abfälle vermieden werden.

Hier setzte der bundesweite Nachhaltigkeitswettbewerb

für Kommunen an:

mit einem Preisgeld von insgesamt 10.000

Euro für die beiden Sieger. Teilnehmen

konnten Gemeinden mit bis zu 40.000 Einwohnern,

die bereits Projekte mit ELT-Recyclingprodukten

realisiert oder in Planung

hatten.

Platz eins und damit 7000 Euro gehen

an die Gemeinde Bad Zwischenahn (Niedersachsen)

für einen Spielplatz mit Inklusionskonzept:

Zentrales Element im

Konzept ist eine als Pendel ausgeführte

Nestschaukel. Die Fläche wird mit einem

Kunststoffboden aus ELT-Recyclingprodukten

befestigt und ermöglicht barrierefreies

Spiel. Der Jury gefiel bei dem Projekt

vor allem die gelungene Verbindung

von Nachhaltigkeit mit dem Inklusionsgedanken.

Der zweite Platz und 3000 Euro Preisgeld

gehen an Sonderhofen: Die bayerische

Gemeinde möchte in den nächsten

Monaten gleich fünf Spielplätze nachhaltig

sanieren. Dabei sollen Fallschutzböden

aus elastischem, widerstandsfähigem

Gummigranulat (ELT) ebenso zum Einsatz

kommen wie Sandkasteneinfassungen

und Karussellumrandungen aus

hochwertigem Reifenrezyklat. Die Plätze

drei bis fünf gehen an Bedburg, Herdecke

und Wendlingen am Neckar.

Die New-Life-Jury war beeindruckt von

der Vielfalt der eingereichten Projekte.

Dabei wurden zahlreiche Einsatzmöglichkeiten

der nachhaltigen Recyclingprodukte

aus Gummimehl und Gummigra-

Bild: Gemeinde Bad Zwischenahn

Siegergemeinde Bad

Zwischenahn:

Zentrales Element des

Spielplatzprojekts ist

die inklusiv nutzbare

Nestschaukel.

nulat (ELT) im kommunalen Städtebau

abgedeckt, unter anderem:

_ Attraktive Aufwertung von öffentlichen

Plätzen und Grünanlagen mit

individuell gestaltbaren Böden,

Wegen, Einfassungen oder Deko-

Objekten,

_ Ausrüstung von Sportanlagen mit

wetterfesten, gelenkschonenden

Laufbahnen,

_ Schutz von Gebäudedächern mit

Photovoltaikanlagen und Dach-

begrünung mit witterungsbeständigen

Bauschutzmatten,

_ Straßensanierung mit langlebigem

Gummi-modifiziertem Asphalt,

_ nachhaltiger Emissionsschutz mit

langlebigen Sicht- und Schallschutzwänden.

Sehr wichtig aus Sicht von New Life: Zu

den Gewinnern gehören alle Teilnehmer,

die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen

Möglichkeiten eine nachhaltige Stadtentwicklung

betreiben. André Kleinsorgen

ANREGUNGEN FÜR KOMMUNEN

Eine Übersicht nachhaltiger Recyclingprodukte

für den kommunalen Einsatz

finden Sie hier: https://initiative-newlife.de/recycling-produkt-uebersicht

DER AUTOR

André Kleinsorgen verantwortet die

Pressearbeit für die Initiative New Life.

RECHTECKIG,

PRAKTISCH, GUT!

Temporäre Raumlösungen zur Miete und zum Kauf

für den kommunalen Bedarf.

Klima verbessern

Gemeinde verschönern

Verkehr beruhigen

Webshop + Infos unter:

www.pyra.berlin

Oder am Telefon:

030 63 2271 700

Platz für Ihre

Werbung

JETZT

BERATEN LASSEN!

Halterung für Ihre

Werbung

I MASCHINEN- UND GERÄTEVERMIETUNG

I TEMPORÄRE INFRASTRUKTUR

I BAULOGISTIK

0800 - 1805 8888 oder zeppelin-rental.de

PYRA GmbH

Sieversufer 18

D-12359 Berlin

PYRA – Pflanzgestelle für

den öffentlichen Raum


Planen & Bauen

Öffentlicher Raum

Regen kann dringend benötigte

Abkühlung bringen und Wasservorräte

auffüllen, Starkregen kann aber auch

zerstören – es gilt, klug mit ihm

umzugehen.

Stadtplanung

Regenwasser ist

willkommen

Foto: Adobe Stock/skrotov

Trotz Überflutungsereignissen bleibt Regen kostbar – und sollte nicht in die

Kanalisation abfließen, sondern vor Ort gereinigt und versickert werden.

Wasserexperte Klaus W. König erklärt, wie es gehen kann.

DER AUTOR

Dipl.-Ing. Klaus W. König ist Fachjournalist

und Buchautor, speziell zur wasserorientierten

Stadtplanung und zur

energiesparenden Bautechnik. Er ist

Mitarbeiter im DIN-Ausschuss Wasserrecycling/Regen-

und Grauwassernutzung

sowie Gründungsmitglied des

gemeinnützigen Bundesverbandes für

Betriebs- und Regenwasser e. V. (fbr).

In den meisten Fällen kann der Niederschlag

von Dachflächen genutzt oder

versickert werden. Anders ist es bei

Regenabfluss von ebenerdigen Flächen,

insbesondere auf Wohnstraßen und Parkplätzen.

Seit Jahrzehnten wurde er in die

Kanalisation abgeleitet und unterirdisch

entsorgt. Doch das ändert sich gerade auf

Drängen der Umweltpolitik und der Wasserwirtschaft.

Jetzt gilt es, das anfallende

Regenwasser auf jedem Grundstück zu

reinigen und zu versickern. Das spart

auch Gebühren.

Ist der Regenabfluss von Dachflächen

und Parkplätzen erst einmal unterirdisch

gesammelt, liegt es nahe, ihn zu reinigen

und wenn möglich zu versickern. Auf

diese Weise entsteht eine Win-Win-Win-

Situation:

_ Die Ableitungsgebühr für Niederschlagswasser

entfällt.

_ Die oberirdischen Gewässer, in die

letztendlich auch die Abflüsse aus

der Kanalisation gelangen – mit oder

ohne Umweg über die Kläranlage –,

sind von diesen Wassermengen entlastet.

_ Mit Versickerung der gereinigten

Regenabflüsse wird das Grundwasser

angereichert, und das wird mit

zunehmender Siedlungsfläche

BEWERBUNGSMANAGEMENT

STELLENAUSSCHREIBUNG

DIGITALE BEWERBUNGSMAPPE

18 der gemeinderat 11/22


Planen & Bauen

Öffentlicher Raum

KLIMAOPTIMIERTE GRUNDSTÜCKSENTWÄSSERUNG

Klimadach:

Verdunstungsoptimierte

Pflanzen

Mehr Verdunstung über Gebäude- und Straßenraumbegrünung ist erforderlich,

aber auch auf den privaten Grundstücken, betont Klaus W. König.

Voraussetzung sind Niederschlagsvorräte zur Bewässerung in Trockenphasen.

Begrünte Fassade:

Verdunstungsoptimierte

Pflanzen

Versickerungsanlage

Verdunstungsoptimierte

Pflanzen

Foto: Mall

Sickeranlage mit drei Rigolensträngen. Nach Versetzen der Sickertunnel und vor Verfüllen der

Baugrube werden die Fugen zwischen den Elementen mit Geotextil abgedeckt, die Domschächte

bis zur Geländehöhe aufgesetzt und Verbindungsleitungen zwischen den Rigolen verlegt.

Regencenter

Bewässerung

Filterschacht Regenspeicher Sickertunnel

Quelle: Mall

Unternehmen

und Umwelt

im Einklang?

Herausforderung

angenommen!

Verwirklichen Sie mit uns Ihre Vision.

www.vgpparks.eu

Sehen Sie sich unbedingt unser Firmenvideo an

VGP Industriebau GmbH

Karl-Arnold-Platz 1 / 40474 Düsseldorf

germany@vgpparks.eu / +49 211 875 445-00

Bewässerung

und der Versiegelung der Oberfläche

immer wichtiger. Denn unter Siedlungsgebieten

ist es wahrscheinlich,

dass der natürliche Grundwasserspiegel

absinkt – eine Folge der

übermäßigen Regenableitung in

Kanälen. Dieses nicht versickerte

Wasser fehlt dem unterirdischen

Wasserreservoir.

Das Verhältnis der Anteile von Versickerung

und Verdunstung zu dem Anteil

der Ableitung von Regenwasser hat sich

praktisch umgekehrt. Während in der

Natur die Ableitung in Bächen und Flüssen

der kleinste Teil war, ist er im Siedlungsgebiet

und entlang der Verkehrswege

der größte geworden – was zudem

Überflutungen begünstigt.

VERSCHIEDENES MUSS

ZUSAMMENSPIELEN

Wir tun gut daran, beides zugleich im

Blick zu behalten: die Dürre als Folge

der Trockenheit und lokale Überflutungen

als Folge von Starkregen. Die unangenehmen

Auswirkungen der Wetterextreme

lassen sich jedoch nicht mit

einer einzigen Methode vermeiden.

Vielmehr brauchen wir ein System von

vorbeugenden Maßnahmen, die wie

Puzzleteilchen das lokal passende Bild

der vielfältigen Vorsorge allmählich

komplettieren.

Ein solches Puzzleteil kann ein Sickertunnel

sein, zum Beispiel von Mall:

Mit einem geeigneten Filterschacht wird

selbst belastetes Niederschlagswasser

von Verkehrsflächen so gereinigt, dass

es unterirdisch versickert werden darf.

Laut Angaben des Herstellers sind die

Besonderheiten die flache Bauform und

die Befahrbarkeit, die selbst bei oberflächennahem

Einbau mit geringer

Überdeckung gegeben ist. Die liegenden

Halbschalen haben ein sehr gutes Verhältnis

zwischen Hohlkörpervolumen

und Sickerfläche. Das bedeutet günstige

Baukosten.

DACH- UND STRASSEN-

ENTWÄSSERUNG

Welches Rigolenvolumen zur Rückhaltung

notwendig ist, wird errechnet. Es

ergibt sich aus der Differenz des Niederschlagsaufkommens

(Bemessungsregen

multipliziert mit entwässerter Fläche)

und der Versickerungsfähigkeit des

Untergrundes (Durchlässigkeitsbeiwert

kf, gewonnen durch Bodenprobe).

Die Sickertunnel eignen sich als „Linienentwässerung“

von Dach- und Verkehrsflächen.

Sie können sogar wie

Kanäle unmittelbar und in beliebiger

Länge unter Straßen eingebaut werden

– und das relativ nahe an der Oberfläche,

also mit wenig Aushub, ein deutlicher

Kostenvorteil.

Ein solcher Sickertunnel ist beliebig

erweiterbar, für LKW oder Feuerwehr

befahrbar und kommt auch bei großen

Hohlräumen ohne innere Aussteifungen

aus.


Klaus W. König

Wir schaffen

Räume!

Modulare Gebäude:

Schnell, Flexibel, Smart.

Innovative Lösungen für

temporäre und dauerhafte

Gebäude zum Mieten oder

Kaufen – inkl. 360° Service.

Kurze Bauzeit

360° Komplett-Service

Kosten- & Terminsicherheit

www.algeco.de


Planen & Bauen

Öffentlicher Raum

Planen & Bauen

Bürgerbeteiligung

Gemeinsam Stadt gestalten

Balingen in Baden-Württemberg: Die Mittelstadt legt großen Wert darauf, sich gezielt weiterzuentwickeln. Ein wichtiger nächster Schritt ist die

Gartenschau 2023.

Foto: Stadt Balingen/Bossenmaier

Ideen für die Zukunft, zu denen möglichst viele etwas beitragen sollen: Das ist

die Idee hinter dem integrierten Stadtentwicklungskonzept „ISEK Balingen

2035“. Ein Beispiel für gelingende Transformation.

Die Stadt Balingen als Mittelzentrum

mit 35.000 Einwohnern im

Zollernalbkreis liegt zwischen

Stuttgart und Bodensee, am Rande der

Schwäbischen Alb, und hat einen Einzugsbereich

von über 200.000 Einwohnern.

Balingen besteht aus der Kernstadt

und den Stadtteilen Dürrwangen, Endingen,

Engstlatt, Erzingen, Frommern, Heselwangen,

Ostdorf, Roßwangen, Stockenhausen,

Streichen, Weilstetten und

Zillhausen. Die Einwohnerzahl in den

Stadtteilen liegt zwischen 270 und 4600

Einwohnern.

Der Ort ist für seine lebendige, attraktive

Innenstadt, für das breite Kultur- und

Bildungsangebot sowie für ihren hohen

Wohnwert bekannt. Bereits seit über 40

Jahren wird mit Hilfe der Städtebauförderung

die Stadterneuerung gefördert. Markenzeichen

ist die schöne Fußgängerzone

mit zentralen Einzelhandelsangeboten in

der Innenstadt. Die außerordentlich positive

Entwicklung ist auch auf die seit 1989

beachtete und fortgeschriebene Einzelhandelskonzeption

zurückzuführen.

Jetzt entstehen mit der Gartenschau

2023 in innerstädtischer Lage Daueranlagen

wie Parks und öffentliche Bereiche.

Die blau-grüne Infrastruktur entlang der

Flüsse Eyach und Steinach wird aufgewertet.

Das erlebbare Gewässer bietet

eine hohe Aufenthaltsqualität.

FÜR ETLICHE JAHRE VORAUSDENKEN

Im Juli 2015 hat der Gemeinderat der

Stadt Balingen die Planung eines integrierten

Stadtentwicklungskonzeptes beschlossen.

Ziel ist es, eine geordnete städtebauliche

Entwicklung unter Berücksichtigung

der bisherigen Maßnahmen

und Planungen zu gewährleisten. Das

ISEK von Balingen hat einen städtebaulichen

Schwerpunkt und wird insbesondere

in Kartenform dargestellt.

meteologix.PRO

KACHELMANNWETTER.COM

Das professionelle Wetterportal zur

Unterstützung Ihres Winterdienstes!

Wir bieten Ihnen ein starkes Leistungsangebot

moderner meteorologischer Services für

Planungssicherheit und maximale Transparenz.

Wir liefern mit punktgenauen und hochauflösenden

Wetterdaten zu einem fairen Preis-Leistungs-

Verhältnis einen Beitrag zu einer

wetterorientierten und Ressourcen schonenden

Einsatzplanung.

WENIGER TORF,

MOOR

SCHUTZ!

Torf reduzieren,

Klima schützen.

Weitere Informationen

auf der Website!

• Einsatzgebiete

• Erfahrungen

• Produkt-Datenbank

• Alternativen

25%

Rabatt

Coupon code:

WINTER22

CONTACT@METEOLOGIX.COM

torfersatz.fnr.de


Planen & Bauen

Öffentlicher Raum

Anzeige

Advertorial

ZUM WEITERLESEN

Das Balinger Stadtentwicklungskonzept

ist online abrufbar:

www.balingen.de/bauen-und-wohnen/

stadtentwicklung/isek+balingen+2035

DER AUTOR

Sanel Dacic ist Sachbearbeiter im Amt

für Stadtplanung und Bauservice der

Stadt Balingen und zuständig für das

„Integrierte Stadtentwicklungskonzept

ISEK Balingen 2035“.

Um die umfassende und hohe Bau- und

Planungstätigkeit im Zusammenhang mit

der Gartenschau 2023 zu berücksichtigen,

richtete sich der Blick zunächst auf die

Kernstadt. Die gesamte Ausarbeitung erfolgt

in Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro

aus Stuttgart.

VIELFÄLTIGE BETEILIGUNGSFORMEN

In drei Phasen hatte die Bürgerschaft die

Möglichkeit, Anregungen einzubringen

und sich zu informieren. Die Konzepterstellung

für die Kernstadt sah verschiedene

analoge und digitale Beteiligungsformate

für alle Nutzergruppen vor.

In der ersten Phase wurde das Format

„STADTplanung VOR ORT“ organisiert.

Zu definierten Handlungsbereichen

(Wohnen, Wirtschaft, Nachhaltigkeit,

Stadtbild, Freiraum, Mobilität, Innenstadt,

Bildung und Kultur) formulierten

die Bürgerinnen und Bürger auf dem Balinger

Marktplatz und im Rahmen einer

Postkartenkation Ideen, Anregungen und

Hinweise. Rückmeldungen waren auch

via E-Mail und über die Balinger Homepage

möglich. Insgesamt wurden rund

950 Postkarten und 2423 Anregungen

ausgewertet.

Darauf aufbauend wurde die Bürgerschaft

in Stadtspaziergängen und Werkstattgesprächen

zum direkten Dialog eingeladen

(Phase 2). Anschließend wurde

unter dem Motto „ISEK meets YouBL“

eine Jugendbeteiligung über die neue Balinger

Kinder- und Jugend-App „YouBL“

als Umfrage durchgeführt.

In Phase 3 wurde in einer Online-Information

mit Beteiligung das „ISEK BALIN-

GEN 2035“ öffentlich vorgestellt. Videos

nahmen Bezug zu den Schwerpunkträumen

mit ihren Zukunftsprojekten. Während

der dreimonatigen Aktion gab es

mehr als 1000 Besuche auf der ISEK-

Homepage.

Das ISEK wurde im November 2020 für

die Kernstadt als Städtebauliches Entwicklungskonzept

nach § 1 Abs. 6 Nr. 11

Baugesetzbuch (BauGB) beschlossen. Mit

dem Gemeinderatsbeschluss erhält das

Entwicklungskonzept der Kernstadt die

Verbindlichkeit eines informellen Planungsinstruments.

Die Leitziele, Entwicklungsschwerpunkte

und impulsgebenden

Zukunftsprojekte sind zukünftig

bei allen Planungen, Projekten und Maßnahmen

zu berücksichtigen. Bei Förderanträgen

kann das ISEK ebenfalls herangezogen

werden.

Das Konzept für die Balinger Kernstadt

bildet nun die Grundlage für die Stadtentwicklungspolitik

der kommenden 15 bis

20 Jahre. Die verwaltungsintere Arbeitsgruppe

überwacht die Umsetzung und

Fortführung des Bürgerdialogs „STADTplanung

VOR ORT“. Auf der vorhandenen

Informationsgrundlage werden aktuell

elf Stadtteilkonzepte erstellt. Es handelt

sich um ein Projekt des Ortschaftsrates

mit Ortsvorsteher, dem Fachamt und der

Bevölkerung. Die Bearbeitung erfolgt

zeitlich versetzt, jeweils in drei Abschnitten.

Vom Start bis zur Beschlussfassung

dauert es rund ein Jahr.

Mit Bestandsaufnahmen, Ortsumgängen,

einer erfolgreichen Haushaltsbefragung,

der Postkartenaktion mit einer

durchschnittlichen Beteiligung von rund

20 Prozent der Haushalte und mit engagierten

Bürgerworkshops ist der partizipative

Prozess für den ersten Abschnitt

vollzogen. Hierbei hat sich die Form der

Durchführung als gelungene, ideale und

verlässliche Vorgehensweise bestätigt.

Dies soll so fortgeführt werden.


Sanel Dacic

Die Bürgerinnen und Bürger von Balingen konnten ihre Anregungen in die Erstellung des Stadtentwicklungskonzeptes

einbringen – unter anderem im Rahmen von Werkstattgesprächen.

Foto: Stadt Balingen

Foto: PREFA

PREFA bietet einen verlässlichen Hochwasserschutz.

Hochwertige Sicherheit für anspruchsvolle Bauherren

Einfach realisieren, installieren und wieder abbauen – ein guter Hochwasserschutz schützt nicht

nur verlässlich bei Überflutungen, Wasser- und Schlammmassen, sondern garantiert auch eine

einfache, rasche Handhabung sowie eine elegante Optik. Der moderne, teilmobile Hochwasserschutz

von PREFA erfüllt alle Ansprüche von Bauherren, aber auch Planern und Verarbeitern.

„Sicherheit und Vertrauen spielen beim Hochwasserschutz

die wichtigste Rolle“, weiß PREFA

Verkaufsleiter Gerald Pampel aus jahrelanger

Erfahrung. Hausbesitzer müssen sich hundertprozentig

darauf verlassen können, dass ihr Hab

und Gut im Ernstfall, also bei Hochwasser,

Stark- und Platzregen und vielen weiteren unberechenbaren

Naturphänomenen, sicher geschützt

ist. „PREFA hat viel Erfahrung und bietet

schon seit Jahrzehnten verlässlichen Hochwasserschutz“,

geht Pampel weiter ins Detail. „Das

teilmobile System hat sich vollends bewährt

und bietet verlässlichen Schutz auch in Extremsituationen.“

Leichte, aber zugleich sehr robuste Aluminiumprofile

werden ganz einfach im Nut- und Federsystem

aufeinandergestapelt und beidseitig

in Wandprofile oder Steher eingeschoben. Dabei

werden die Profile mit speziellen, austauschbaren

Dichtungen abgedichtet und oben mit einem

Spannstück fixiert. Somit können Türen,

Tore, Fenster, Garagen und ganze Flächen sicher

vor eindringenden Fluten geschützt werden.

Aluminium eignet sich perfekt, da es bruchfest,

rostsicher, witterungsbeständig und vor allem

besonders leicht ist. Und genau dieses geringe

Gewicht der Aluminiumprofile ermöglicht

im Ernstfall eine rasche und einfache Montage

– notfalls sogar von nur einer Person! Denn die

als Objekt- wie auch als Landschaftsschutz eingesetzten

Hochwasserschutzwände bieten bereits

beim Einlegen der ersten Dammbalken Sicherheit.

Bei weiter ansteigender Wasserhöhe

kann ganz einfach die Anzahl der Dammbalken

bis zur geplanten Systemhöhe erhöht werden.

Die moderne Hochwasserschutzlösung von

PREFA ist nicht nur äußerst widerstandsfähig,

sondern auch sehr flexibel. Sie kann bei Bedarf

aufgebaut und danach wieder abgebaut werden

und ist nach dem Abbau kaum sichtbar. Denn

die fest installierten Wandprofile können in der

Farbgestaltung individuell an das Dach oder die

Fassade angepasst werden. „Für viele Endkunden

ist es wichtig, dass der Hochwasserschutz

nicht gleich als solches erkannt wird und unauffällig

in den Hintergrund tritt“, spricht Gerald

Pampel aus Erfahrung.

Alles beginnt mit einer guten Planung. PREFA

bietet hier professionelle Unterstützung, und

das von Anfang an. Mit dem HWS-Planungstool

können rasch benötigte Ausführungen, Stücklisten

und somit auch die Kosten berechnet werden.

So können eigens geschulte Verarbeiter

direkt vor Ort beim Kunden die Systemstatik in

groben Zügen auslegen oder PREFA übernimmt

die Berechnungen und steht beratend zur Seite.

Somit haben Planer, Verarbeiter und auch Bauherren

einen direkten Überblick zum benötigten

Materialeinsatz und Budget.

„Von der Beratung über die Planung bis zur

Abwicklung des Bauvorhabens – die PREFA Serviceleistungen

werden gerne angenommen”,

fasst Pampel die Zusatzleistungen zusammen.

„Im Online-Servicebereich finden die Verlegepartner

zudem viele Unterlagen, wie beispielsweise

Planungsleitfaden und Verlegerichtlinie,

Vorlagen zu Bestellformularen oder Stücklisten

und vieles mehr.” Der PREFA Kundenservice

steht jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem

gibt PREFA auch für das Beratungs- und

Verkaufsgespräch mit den Bauherren das richtige

Werkzeug in die Hand: praktische Beratungsunterlagen,

Handmuster und vieles mehr.

PREFA GmbH Alu-Dächer und Fassaden

Aluminiumstraße 2

98634 Wassungen

Tel.: 036941/785-0

www.prefa.de

24 der gemeinderat 11/22


Planen & Bauen

Öffentlicher Raum

munen Bürgerinnen und Bürger bei der

Umsetzung der Wärmewende einbinden

und unterstützen – indem sie den Gebäudebestand

aus der Luft und von der Straße

aus mit Thermografiekameras erfassen

lassen. Die Wärmebilder werden im Anschluss

mit Hilfe von künstlicher Intelligenz

ausgewertet.

So entstehen für die Kommunen sogenannte

Wärmelandkarten, die Aufschluss

über den energetischen Zustand des Gebäudebestands

geben und somit eine

Grundlage für die Potenzialanalyse im

Rahmen der kommunalen Wärmewende

bilden. Bürgerinnen und Bürger können

dann zudem einen individuellen Energiebericht

ihrer Immobilie ohne großen Aufwand

über das Internet erwerben.

CLEVER

BAUEN

Mit der ALHO

MODULBAUWEISE

Energiesparen über Gebäudesanierung: Damit Tempo in diesen Prozess kommt, kann es helfen, den

Gebäudebestand in Städten und Kommunen in großem Maßstab mit Wärmebildern zu erfassen und

sie automatisiert auszuwerten, so die Empfehlung des Energieexperten.

Gebäudesanierung

Den Wärmeverlust

visualisieren

Thermobilder als Startpunkte für die energetische Sanierung: MVV-Energieexperte

Simon Gans erklärt, was es bringt, wenn Kommunen Wärmelandkarten

zur Verfügung stellen – für die Gemeinde selbst ebenso wie für

Bürgerinnen und Bürger.

Rund 88 Prozent der Gebäude in

Deutschland sind energetisch nicht

auf dem neusten Stand. Dabei entfallen

über 40 Prozent des Wärmebedarfs

auf die Privathaushalte, und die Gebäudesanierungsrate

liegt aktuell bei knapp

einem Prozent pro Jahr. Um das Tempo

in der Sanierung deutlich zu steigern,

sind nicht zuletzt auf kommunaler Ebene,

im Handwerk und in der Beratung zusätzliche

und spezialisierte Personalressourcen

erforderlich, die sich in Zeiten des

Fachkräftemangels aber nur schwer finden

lassen. Kommunen werden außerdem

durch eine in Baden-Württemberg

bereits bestehende und auf Bundesebene

für das Jahr 2023 anstehende Gesetzgebung

zur kommunalen Wärmeplanung

verstärkt in die Pflicht genommen: Sie

sollen sich im Rahmen der Wärmewende

auch mit Sanierung beschäftigen.

Helfen kann es hier, den Gebäudebestand

in Städten und Kommunen in großem

Maßstab mit Wärmebildern zu erfassen

und sie automatisiert auszuwerten.

Zum Beispiel durch CLIMAP des

Mannheimer Energieunternehmens

MVV: Mit diesem Ansatz können Kom-

Foto: MVV

GEBÄUDEBESTAND OPTIMIEREN

Der Energiebericht enthält die Wärmebilder

des entsprechenden Gebäudes,

daraus abgeleitete Schwachstellen und

individuelle Handlungsmaßnahmen, die

aufzeigen, wie das Gebäude energetisch

optimiert werden kann. Es werden dabei

sowohl umfassende Sanierungsmaßnahmen

als auch einfache, kostengünstige

Maßnahmen zur Verbesserung der Gebäudeenergieeffizienz

berücksichtigt.

Der Energiebericht kann als Vorstufe

zum individuellen Sanierungsfahrplan

angesehen werden und soll die Bürgerinnen

und Bürger motivieren, den energetischen

Zustand ihrer Immobilie zu

optimieren.

Die Gebäudeenergieberichte sind ein

Service für die Bürgerinnen und Bürger

einer Kommune – und sie können für die

energetische Optimierung öffentlicher

Liegenschaften einer Stadt oder Gemeinde

herangezogen werden. Daneben bilden

sie für Klimaschutzagenturen eine gute

Grundlage für die Beratung derjenigen,

die ihr Gebäude energetisch sanieren

möchten.

Simon Gans

DER AUTOR

Simon Gans verantwortet Vertrieb und

Marketing für CLIMAP im Mannheimer

Energieunternehmen MVV.

26 der gemeinderat 11/22

ALHO Modulbau

BAUEN MIT MODULEN -

DIE INNOVATIVE LÖSUNG FÜR CLEVERE BAUHERREN

Modulbau – alles spricht dafür!

Profitieren Sie beim Bau von Schulen, Kindergärten und Kitas

von den Vorteilen unserer Bauweise:

▪ Kosten-, Termin- und Qualitätssicherheit

▪ 70% kürzere Bauzeit

▪ Saubere und leise Baustellen

▪ Zertifizierte Nachhaltigkeit

▪ Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten

Fixe Kosten. Fixe Termine. Fix fertig.

www.alho.com


Planen & Bauen

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Anzeige

Multifunktionsband erleichtert Fensterabdichtung

Fenster lassen sich dank der besonderen

Oberflächenstruktur von Illbruck TP654 Illmod

Trio1050 einfach in die Laibung einbringen.

Eine Fenstermontage auf mehr als 2200

Metern ist keine alltägliche Sache. Auch

die Anforderungen, die dabei an die eingesetzten

Produkte gestellt werden, sind

besonders hoch. Bei der Sanierung der

Bergstation der Karwendelbahn, Deutschlands

zweithöchster Bergstation, entschieden

sich die Verantwortlichen der

beauftragten Firma Marstein deshalb für

die Verwendung von Illbruck Systemlösungen

der Firma CPG Europe.

In drei Bauabschnitten sollte der atemberaubende

Ausblick von der Bergstation

aus aufgewertet werden, indem die Verantwortlichen

bodennahe Ganzglas-

Fensteranlagen einsetzen ließen. Das

gesamte Gebäude wurde mit hochwertigen

Alufenster- und -türenelementen

durch die Firma Marstein aus Leutasch

im benachbarten Österreich saniert. Aufgrund

der besonderen Witterungsverhältnisse

an der Karwendelbahn waren die

Anforderungen an die eingesetzten Systeme

hinsichtlich Schlagregen- und Luftdichtheit

entsprechend hoch.

Dabei spielten nicht nur die Fenster

selbst, sondern auch ihre fachgerechte

Montage inklusive der Abdichtung eine

besondere Rolle. Denn gerade Anschlussfugen

zwischen Wand und Fenster können

laut Unternehmen schnell zu

Schwachstellen werden. Entscheidend

waren in diesem Zusammenhang die drei

Abdichtungsebenen: Nach außen mussten

die Fugen schlagregendicht und

dampfdiffusionsoffen, im mittleren Bereich

wärme- und schalldämmend und

nach innen luftdicht sein.

Bei der Fensterabdichtung fiel die Wahl

auf das Multifunktionsband Illbruck

TP654 Illmod Trio1050 aus dem Illbruck

i3 Fenster-Abdichtungssystem. Es deckt

alle drei oben genannten Abdichtungsebenen

gleichzeitig ab und stellt eine

hohe Luftdichtheit sicher (laut Hersteller

100 Prozent besser als in der Norm gefordert)

sowie Schallschutz bis 60 dB und

Schlagregendichtheit bis 1050 Pa. Damit

übertrifft es die Anforderungen der DIN

18542-MF1.

www.cpg-europe.com

Robust und umweltfreundlich

CO 2

-neutraler Boden

Fotos: CPG Tremco Europe, Tepro

Die Radwegbrücke über die Hase in Osnabrück/Eversburg

wurde saniert. Als Unterkonstruktion

und Belag der Brücke

dienen glasfaserverstärkte Trimax-Profile

der Firma Tepro.

Nach Abwägung verschiedener Materialien,

deren Pflegebedarf und Haltbarkeit

entschied sich die Stadt Osnabrück

Die Trimax-Profile, mit denen die Radwegbrücke

in Osnabrück/Eversburg belegt wurden, bestehen

aus recyceltem, sortenreinem Kunststoff.

für glasfaserverstärkte Trimax-Profile als

Belag und Unterkonstruktion. Die Unterkonstruktion

wurde mit den Trimax-Profilen

5 x 10 cm im Farbton Grau realisiert,

der Belag der Brücke mit Profilen des

gleichen Herstellers in der Dimension 5 x

30 cm im Farbton Anthrazit.

Trimax-Profile werden aus recyceltem,

sortenreinem Kunststoff von der Firma

Tepro Kunststoff-Recycling GmbH & Co.

KG mit Sitz im niedersächsischen Bad Bodenteich

hergestellt und können zu 100

Prozent recycelt werden. Da die Belagsbohlen

kein Wasser aufnehmen und somit

nicht verrotten können, war dies die

wartungsärmste Lösung. Außerdem ist

das Material resistent gegenüber Insekten,

Pilzen und Bohrmuscheln. Es ist

frostsicher, splittert oder reißt nicht, ist

somit barfußfreundlich und dabei laut

Hersteller absolut ungiftig für Flora und

Fauna. Diese Eigenschaften machen die

Profile von Tepro zu einer nachhaltigen,

umweltfreundlichen Alternative zu anderen

Kunststoffen und Hölzern.

www.tepro.de

Der Boden der psychiatrischen Tagesklinik

in Dortmund wurde mit umweltverträglichen,

PVC-freien Noracare-Belägen

ausgestattet. Damit will der Landschaftsverband

Westfalen-Lippe (LWL) einen

Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten.

Die Bodenbeläge zeichnen sich durch

eine hohe Recyclingfähigkeit aus. Außerdem

tragen sie nach Angaben von Nora

Systems zu einer guten Qualität der Innenraumluft

bei, da sie frei von Phthalat-

Weichmachern sind, und unterstützen

durch die Gestaltung mit farbigen „Regenbogen-Strahlen“

ein einladendes Ambiente

der Klinik.

Durch seine innovative Oberflächentechnologie

ist der Bodenbelag zudem

einfach zu reinigen, widerstandsfähig

und langlebig. Die Noracare-Beläge wurden

mit dem Cradle-to-Cradle-Zertifikat

in Silber ausgezeichnet. Außerdem tragen

sie den „Blauen Engel“, das Österreichische

Umweltzeichen, das Indoor

Air Comfort Gold-Siegel sowie das Prüfzeichen

M1.

www.nora.com/de

28 der gemeinderat 11/22


ANZEIGE

ADVERTORIAL

Torfminderung im kommunalen GaLaBau

Nachhaltiges Grünflächen- und Liegenschaftsmanagement schließt die Auswahl von Erden und Substraten mit ein. Bei

der Beschaffung von Produkten und der Auftragsvergabe an Dienstleister können hier entscheidende Weichen in Richtung

Klima neutralität gestellt werden. Dabei gilt es, den Einsatz von torfhalti gen Erzeugnissen nach Möglichkeit ganz zu

vermeiden.

Die Verwendung von torfhaltigen Erden setzt

in erheblichem Maße CO2 frei, denn in Moorböden

ist im Vergleich zu Wäldern ein Vielfaches

an Kohlen stoff gespeichert. Doch

anders als Holz zählt Torf aufgrund seiner

sehr langen Entstehungszeit nicht zu den

nachwachsenden Rohstoffen. Der Gebrauch

jeglicher Produkte, die Torf enthalten, trägt

deshalb zur Erderwärmung bei. Darüber hinaus

führt Torfabbau in anderen Ländern, aus

denen Deutschland Torf importiert, zur Zerstörung

einmaliger Naturlandschaften und

der dortigen Artenvielfalt.

Ein Ausstieg aus der Torfnutzung ist somit

auch ein wichtiger Beitrag zum globalen

Moorbodenschutz.

HANDLUNGSFELDER FÜR DEN

EINSATZ TORFFREIER ERDEN

Im Zuständigkeitsbereich der öffentli chen

Hand und ihrer Liegenschaften werden torfhaltige

Erden in folgenden Bereichen eingesetzt:

• Wechselbepflanzungen

• Park- und Flächengestaltung

• Bodenverbesserung

• Sportrasen

• Straßenbegrünung (Kübel, Ampeln,

Fensterkästen)

• Zimmerpflanzen in Gebäuden, z. B für

Innenraumgestaltung oder Veranstaltungsdekoration

TORFFREIE PRODUKTALTERNATIVEN

Auf dem Markt sind bereits zahlreiche verschiedene

torffreie Substrate verfügbar. Als

Torfalternativen im GaLaBau eignen sich vor

allem:

• Grüngutkompost

• Holzfasern

• Kokosprodukte

• Reis- & Dinkelspelzen

• Rindenhumus

Diese Torfersatzstoffe sind derzeit am

gebräuchlichsten und im Handel erhältlich.

Grundsätzlich eignen sich aber auch andere

Rohstoffe, wie z. B. Flachsschäben oder

Miscanthusstroh. In Zukunft könnten weitere

Materialien aus Landwirtschaft und Paludikultur

(Landwirtschaft auf nassen Flächen)

eine Rolle spielen, wie z. B. Torfmoose.

In den meisten Fällen wachsen Pflanzen in

torffreien Substraten – die richtige Mischung

und eine abgestimmte Bewässerung und

Düngung vorausgesetzt – ebenso gut wie in

torfhaltigen. Derzeit sind die Potenziale der

Torfersatzstoffe bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

Rein mengenmäßig würden sie

ausreichen, um die Torfnutzung in Deutschland

komplett zu ersetzen.

DIE TORFMINDERUNGSSTRATEGIE

IN DEUTSCHLAND

Die Bedeutung torffreier Erden für den

Klima- und Umweltschutz ist in der Gesellschaft

oftmals noch nicht bekannt. Das

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

(BMEL) hat deshalb im Zuge des

Klimaschutzprogramms 2030 eine spezielle

Torfminderungsstrategie für Deutschland

gestartet. Sie zielt darauf ab, den Einsatz von

Torf als Kultursubstrat und Bodenverbesserer

so weit wie möglich zu verringern und, wo

immer dies machbar ist, ganz auf dessen

Einsatz zu verzichten.

Die ganzheitliche Strategie richtet sich

gleichermaßen an Verbraucher, den Erwerbsgartenbau

sowie die öffentliche Hand.

GÜTEZEICHEN GEPLANT

Parallel zu den Informations- und Forschungsprogrammen

wird an einem internationalen

Zertifizierungssystem für Torfersatzstoffe gearbeitet,

welches die gesamte Wertschöpfungskette

umfassen soll – von der Gewinnung bis

zur Inverkehrbringung des Substrates.

UMWELTKRITERIEN IN SATZUNGEN &

VERORDNUNGEN

Städte und Gemeinden haben im Rahmen von

kommunalen Satzungen und Verordnungen

für Frei- und Grünflächen die Möglichkeit,

umweltfreundliche und biobasierte Anwendungen

und Produkte stärker zu etablieren.

Das betrifft neben der Verwendung von

Erden auch andere Handlungsfelder. Klimafreundliche

Produktalternativen aus nachwachsenden

Rohstoffen gibt es in nahezu

allen Produktgruppen, beispielsweise organische

Düngemittel, biobasierte Pflanzenschutzmittel,

biologisch abbaubare Schmierstoffe,

wie Kettensägenöle oder auch Winterstreumittel.

Mit der Auftragsvergabe für Planung, Gestaltung

oder Instandsetzung der kommunalen

Freiflächen steht die öffentliche Verwaltung in

der Verantwortung den Aspekt des Rohstoffverbrauchs

mit einzubeziehen und die planerischen

Folgen im Blick zu haben.

DATENBANK ZUR MARKTERKUNDUNG

Im Auftrag des BMEL hat die Fachagentur

Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) auf

torfersatz.fnr.de eine Datenbank für torffreie

Substrate erstellt, welche aktuell über 250

am Markt verfügbare Produkte listet.

KONTAKT

Ute Papenfuß

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe

u.papenfuss@fnr.de

nachhaltige-beschaffung.fnr.de

TORFERSATZSTOFFE

Kompost als heimischer, erneuerbarer Rohstoff, der

durch die Verrottung organischer Abfälle entsteht

und wertvolle Nährstoffe und Humus enthält

Erden mit Holzfasern aus Hackschnitzeln von

Nadelhölzern, verwendet werden anfallende Resthölzer

aus Sägewerken

Kokosfasern und Kokosmark, auch bekannt als

Cocopeat oder Kokostorf, aus der Verarbeitung von

Kokosnüssen

Quelle: smuki – stock.adobe.com

KOMMUNALE GRÜNGUTKONZEPTE

Im Sinne einer lokalen Kreislaufwirtschaft

gewinnt die kommunale Grüngutkompostierung

zunehmend an Bedeutung. Zur Herstellung

von Grüngutkompost wird vor allem

Laub und regionaler Gras-, Strauch- und

Heckenschnitt eingesetzt. Um torfhaltige

Erden aber dauerhaft ersetzen zu können,

werden ganz erhebliche Mengen an substratfähigen

Komposten benötigt. Städte und

Gemeinden können deshalb eine individuelle,

auf ihre Situation zugeschnittene Analyse

durchführen und entsprechende nachhaltige

Grüngutkonzeptionen erarbeiten.

Neue Alternativen in der Forschung: Torfmoose auf

wiedervernässten Hochmoorflächen als Torfersatzstoff

© fablok / Fotolia – Kleeschulte-Erden GmbH

© Patryssia / Adobe.Stock – Kleeschulte-Erden GmbH

© Hook37 / Adobe.Stock – Kleeschulte-Erden GmbH

© hhelene / Adobe.Stock – Greifswald Moor Centrum 2020

Weitere Informationen auf

torfersatz.fnr.de

• Marktübersicht

• Einsatzgebiete

• Praxisbeispiele

• Torfalternativen


Februar 2022: Das Brandenburger Tor in

Berlin leuchtete in den Nationalfarben

der Ukraine.

LICHTSZENEN

Der LED-Laufsteg am Deutschen

Technikmuseum Berlin ist jederzeit

zugänglich – vor Ort und online:

https://led-laufsteg.de/index.php

Energiesparen

Licht an oder aus?

Licht bietet Sicherheit und ist als jahrhundertealtes Kulturgut ein Wirtschaftsfaktor

– zugleich schlagen Lichtverschmutzung, Stromkosten und CO 2 -Verbrauch

zu Buche. Wie Kommunen mit den widersprüchlichen Anforderungen umgehen

können, erläutert Lichtexperte Thomas Römhild.

Platzhalter

Im ersten Halbjahr 2022 wurden Baudenkmäler

in vielen Städten blau-gelb

beleuchtet, um die Solidarität mit der

Ukraine auszudrücken. Heute werden sie

überhaupt nicht mehr beleuchtet, um

deutlich zu machen, dass Energie gespart

werden muss. In einer solchen von außen

aufgezwungenen, nicht vorhersehbaren

Situation ist es richtig, dass die Solidarität

mit Menschen, die unter den hohen Energiepreisen

leiden, auch durch eine eher

symbolische Einsparmaßnahme ausgedrückt

wird. Dass Vertreter der Automobilindustrie

bereits den autofreien Sonntag

fordern, zeigt den Ernst der Lage. Es

gilt: Energie sparen, wo immer es möglich

ist, ohne das Funktionieren der Gesellschaft

zu gefährden.

Es ist daher durchaus vertretbar, für

eine gewisse Zeit die öffentliche Beleuchtung

dort einzuschränken, wo sie nicht

sicherheitsrelevant ist. Insbesondere

dann, wenn dies als ein symbolischer Akt

verstanden wird, der die Ernsthaftigkeit

Foto: Adobe Stock/Achim Wagner

Foto: Adobe Stock/StockPixstore

der Aufforderung verdeutlichen soll,

Energie zu sparen.

Doch der Deutsche Städte- und Gemeindebund

warnt bereits: Festlich beleuchtete

Innenstädte bedeuten Lebensqualität

und sind ein Wirtschaftsfaktor.

Im Gegensatz dazu aber hat die Deutsche

Umwelthilfe nun dazu aufgerufen,

auf die vorweihnachtliche Beleuchtung

zu verzichten: Die Menschen sollten angesichts

des Krieges in der Ukraine, der

Energieknappheit, aber auch aus Gründen

des Klimaschutzes endlich innehalten.

Licht im öffentlichen Raum ist kein

Selbstzweck, sondern ein altes, notwendiges

Kulturgut, das dazu beigetragen

hat, Sicherheit und Ordnung, Mobilität

und Lebensfreude während der Dunkelstunden

zu ermöglich. Neben dem Sicherheitsgefühl

ermöglicht die Beleuchtung

die Orientierung im Stadtraum

und macht ihn in seiner räumlichen

Qualität erfahrbar. Nicht zuletzt kann

die Beleuchtung den öffentlichen Raum

durch eine eigene Lichtatmosphäre prägen.

Gerade in der Weihnachtszeit vermittelt

eine gut geplante dekorative Beleuchtung

eine positive, hoffnungsvolle

Stimmung.

BELEUCHTUNG IST WICHTIG – UND

SOLLTE GUT GEPLANT SEIN

Die arbeitsteilige Gesellschaft und die

industrielle Revolution wurden erst

durch die öffentliche Beleuchtung ermöglicht.

Die Tendenz, den Lebensrhythmus

von dem natürlichen Tag-

Nachtrhythmus abzukoppeln, wird

durch die Globalisierung weiter verstärkt.

Die moderne Gesellschaft ist

ohne öffentliche Beleuchtung nur

schwer vorstellbar. Künstliches Licht ist

ein grundlegender Bestandteil der Zivilisation

und Kultur.

Mit dem Wachstum der Weltbevölkerung,

der Städte und letztendlich der

Wirtschaft geht eine Zunahme der öffentlichen

Beleuchtung einher, die oft

schlecht geplant mit einer immer bedrohlicher

wirkenden Lichtverschmutzung

verbunden ist. Licht und Beleuchtung

können sowohl direkt über die

Wahrnehmung als auch indirekt über

die Beeinflussung biologischer Rhythmen

auf Umwelt und Naturräume einwirken.

Es wird immer deutlicher, dass die

Nacht für viele Organismen – auch den

Menschen – von großer Bedeutung ist.

Es geht um die größtmögliche Bewahrung

der Dunkelheit zum Schutz von

Mensch und Umwelt, Flora und Fauna,

genauso wie um den ressourcenschonenden

Einsatz von Energie zur Aufrechterhaltung

des Weltklimas durch

eine qualitätsvolle Beleuchtung – da,

wo sie notwendig ist.

Der Konflikt zwischen der Notwendigkeit,

den öffentlichen Raum in den

dunklen Stunden sicher und zweckmäßig

zu nutzen, und dem Schutz der lebensnotwendigen

Dunkelheit lässt sich

dadurch auflösen, dass man Licht nur

dort einsetzt, wo es gebraucht wird,

und in der Qualität, in der es gebraucht

wird – so viel wie nötig, aber so wenig

wie möglich.

Mittel- bis langfristig wäre eine gravierende

Reduzierung des Ener-

Weihnachtsmarkt in Annaberg-Buchholz im Erzgebirge: Das winterliche Angebot ist Stimmungsund

Wirtschaftsfaktor.

Sicher.

Langlebig.

Wartungsfrei.

Lieferbar.

So geht

Lichtmast

heute!

Extraleicht, super stabil und

absolut unempfindlich gegen

jegliche Form von Korrosion:

Lichtmaste aus GFK überzeugen

in jedem Einsatzbereich.

Entdecken Sie jetzt den

neuen Mast-Standard für die

kommunale Infrastruktur:

gfk.fuchs-europoles.de

der gemeinderat 11/22


VIA

Highlight nachhaltiger

Produktgestaltung

langlebig und effizient

smarte Optionen

Dark Sky konform

werkzeuglose Montage

werkzeugloser Komponententausch

gieverbrauchs der öffentlichen Beleuchtung

bei gleichbleibender oder steigender

Qualität notwendig. Möglich wäre sie

dadurch, dass man stärker auf die Bedürfnisse

der Menschen eingeht und die vorhandenen

technischen Möglichkeiten

besser genutzt werden. Eine gute Lichtplanung

muss immer auf die jeweilige

Situation zugeschnitten sein und auf die

Anforderungen der Nutzerinnen und Nutzer

eingehen.

Neben den Zielen der Energieeinsparung

sollten kreative, durchaus technisch

anspruchsvolle Lösungen entwickelt werden,

die Lichtverteilung, Lichtqualität

und die richtige Beleuchtungsstärke für

die entsprechende Anwendung so bestimmen,

dass atmosphärische Räume entstehen,

in denen man sich gern aufhält.

Auch zur Weihnachtszeit ließe sich durch

eine unter den vielfältigen Anbietern abgestimmte

hochwertige Beleuchtung Lebensqualität

schaffen und doch in Bezug

auf Lichtverschmutzung und Energieverbrauch

innehalten.

Gute Beleuchtung im öffentlichen Raum

ändert sich im Laufe des Abends und der

Nacht, im Laufe der Woche und auch saisonal.

Sie kann sensorgesteuert adaptiv

sein oder dynamisch den erwarteten Nutzungsszenarien

angepasst werden. Überdimensioniertes

Licht, das nicht der jeweiligen

Nutzung entspricht, oder mangelhaft

realisierte Lichtanlagen, die beispielsweise

bei Anstrahlungen Streulicht

erzeugen, müssen verhindert werden.

Dadurch kann eine hohe Beleuchtungsqualität

im Sinne guter Wahrnehmungsbedingungen

geschaffen werden. Gleichzeitig

können die negativen Folgen der

nächtlichen Beleuchtung so gering wie

nur irgend möglich gehalten werden. Die

Lichtplanung muss immer von geschultem

Fachpersonal auf Basis lichttechnischer

und lichtgestalterischer Expertise

durchgeführt werden, um zu verhindern,

dass durch unsachgemäße Planung oder

die Auswahl ungeeigneter Leuchten überflüssiges

Licht entsteht.

NATURSCHUTZ UND SICHERHEIT VEREINEN

Die LiTG, Deutschlands größtes Netzwerk

für Licht und Beleuchtung, steht seit über

100 Jahren für „gutes Licht“. Rund 2100

Lichtexperten aus Wissenschaft und Praxis

engagieren sich für die Realisierung

höchster Qualität bei der Umsetzung jeder

Lichtinstallation im Innen- und Außenbereich.

Dabei orientieren sie sich an

deutschen, europäischen und internationalen

Normen und Regelwerken, die sie

mitentwickeln.

Das EU-geförderte Projekt Dynamic

Light, an dem LiTG beteiligt war, und der

Berliner LED-Laufsteg, der innovative

Straßenbeleuchtung erlebbar macht, zeigen,

wie sich zukünftig Schutz bei Nacht

mit Sicherheitsanforderungen vereinbaren

lässt. Die LiTG bietet ein eigenes

Weiterbildungsprogramm und auch die

Möglichkeit durch einen Fachkundennachweis,

die entsprechenden Kenntnisse

dokumentieren und sich in einer

europaweit geführten Liste als „European

Lighting Expert“ registrieren zu

lassen. Mittelfristig eine gute Möglichkeit

für Städte und Gemeinden, den Partner

für eine gelungene Beleuchtungslösung

zu finden.

Thomas Römhild

HUSQVARNA MÄHROBOTER

Einfach effektiv!

ERFAHREN SIE ALLES ZUM EINSATZ UNSERER

MÄHROBOTER AUF SPORT- UND ANDEREN

GRÜNFLÄCHEN.

https://www.husqvarna.com/de/maehroboter/profi-maehroboter/about/

Besseres Grün für Sport und Spiel

Sportplätze und Liegewiesen in Freibädern werden intensiv genutzt. Husqvarna Mähroboter mähen diese, wie auch andere

Rasenflächen, automatisch, damit sich Ihre Mitarbeiter anderen Aufgaben zuwenden können. Dabei arbeiten sie sehr leise und

emissionsfrei. Die Mähzeiten können Sie flexibel Ihrem Zeitplan anpassen. Dabei haben Sie die Wahl: mehrere Automower® für ein

bis zwei Sportplätze oder entsprechende Liegewiesen oder CEORA für eine professionelle Sportrasenqualität bis 25.000 m².

Copyright © 2022 Husqvarna AB (publ). Alle Rechte vorbehalten.

Jetzt

informieren:

www.schuch.de

Mit Leidenschaft für gutes Licht!

Adolf Schuch GmbH • Mainzer Str. 172 • 67547 Worms

DER AUTOR

Dr.-Ing. Thomas Römhild ist Professor an der

Hochschule Wismar und Vorsitzender der

Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft

e. V. (LiTG) in Berlin.

Rasenpflege zum Quadratmeterpreis!

Kein Investment

Nutzen Sie unsere AUTOMOWER® PRO oder die neuen CEORA Mähroboter für

sehr große Flächen zu günstigen monatlichen Raten*. Husqvarna kümmert sich

gemeinsam mit seinen Service-Partnern um alles, vom Messerwechsel bis zur

Winterwartung – alles inklusive. Die niedrigen Monatsraten und mehr freie Zeit

eröffnen Ihnen neue Spielräume für Ihren Verein.

Erfahren Sie mehr unter www.smart-lawn-service.de

* 12 Monate Laufzeit, jährlich kündbar

Automower® 550 und CEORA Mähroboter

für den professionellen Einsatz auf Fußballplätzen


Technik & Innovation

Beleuchtung

Dekorationskonzepte

und Illumination

Nutzerinnen und Nutzer wollen

guten Handyempfang – und

Kommunen können Straßenlaternen

für den 5G-Ausbau zur

Verfügung stellen.

DER AUTOR

Ralf Gerbershagen ist CEO bei 5G-

Synergiewerk in München und Projektleiter.

FACHTAGUNG DRESDEN 2019

RAUM 1 STAND 12

DER AUTOR

Ralf Gerbershagen ist CEO bei 5G-

Synergiewerk in München und Projektleiter.

Mobilfunk

Laternen leuchten –

und verbinden

Straßenlaternen als Mobilfunkstandorte – ein Pilotprojekt in Frankfurt

am Main zeigt, wie sowohl Kommunen als auch Netzbetreiber davon

profitieren können. Ralf Gerbershagen stellt das innovative Konzept vor.

Wir prüfen für Ihre Sicherheit

3D-Standsicherheitsprüfungen an Beleuchtungsmasten aller Art

Nach Nach DIN EN DIN ISO/IEC EN 17025 17025:2018 akkreditiert akkreditiert und DIN und ISO DIN 9001:2015 ISO 9001:2015 TÜV-zertifiziert.

TÜV-zertifiziert.

REI-LUX PRÜF-, MESS-, VERFAHRENSTECHNIK GMBH & CO. KG

REI-LUX Bernhard-Hahn-Straße

PRÜF-, MESS-, 30a

VERFAHRENSTECHNIK

Tel. 02431 8051 GMBH

85, Fax &-89

CO. KG

41812 Erkelenz41812 Erkelenz www.rei-lux.de

Der 5G-Ausbau wird kommen: Die

großen Mobilfunk-Netzbetreiber

haben Milliardensummen für

die entsprechenden Lizenzen gezahlt.

Doch der Ausbau gestaltet sich schwierig.

Vor allem in Städten wurden dafür

bisher zumeist Dachflächen von privaten

Eigentümern oder Wohnungsbaugesellschaften

angemietet. Der Aufwand

ist immens: Der passende Standort

muss gefunden, der Eigentümer

überzeugt, die Technik auf dem Dach

und im Haus installiert sowie gewartet

werden.

Wenn die Anlage jedoch steht, genießt

der Vermieter die jahrelangen, fest

vereinbarten Mietzahlungen durch den

Netzbetreiber. Außer im Zuge des Genehmigungsverfahrens

sind die Kommunen

bisher kaum involviert – weder

bringen sie sich gezielt bei der Standortwahl

ein, noch profitieren sie von den

Entgelten. Dabei verfügen Städte und

Gemeinden über eigene Infrastruktur,

die den Netzbetreibern für den 5G-Ausbau

zur Verfügung gestellt werden

kann. Wie es gehen kann, zeigt ein Projekt

in Frankfurt am Main: Es setzt ein

neues Nutzungskonzept für Straßenlaternen

in die Praxis um, das im möglichen

späteren Ausbau viele Vorteile,

auch in finanzieller Hinsicht, für die

Kommune bereithält.

Hinter dem Konzept, Straßenleuchten

zu 5G-Standorten umzubauen,

Foto: Adobe Stock/Milan Noga reco

steckt das Unternehmen 5G-Synergiewerk,

ein Zusammenschluss von sechs

Stadtwerken. Hauptanliegen ist es,

durch vorhandene Infrastruktur den

5G-Ausbau signifikant zu beschleunigen

und dabei gleichzeitig die Kommune

in die Entscheidungsprozesse

einzubeziehen sowie an den Einnahmen

zu beteiligen.

DEN 5G-AUSBAU SIGNIFIKANT

BESCHLEUNIGEN

Weihnachten

den

Zauber

schenken

Die gewählte Straßenlaterne erhält

dazu einen neuen Mast, in dem die

Telekommunikationstechnik eingebaut

werden kann. Dieser bietet Platz für

die gesamte 5G-Technik. Oben, unter

der eigentlichen Leuchte, wird die Antenne

angebracht. Die Leuchte selbst

kann weiterverwendet werden, damit

das Stadtbild harmonisch bleibt und

sich die neuen Laternen nahtlos einfügen.

Um den Umbau zu finanzieren, wird

von Beginn an ein Netzbetreiber ins

Boot geholt. Dieser investiert nicht nur

in die sogenannte Ertüchtigung des

neuen 5G-Standortes, sondern zahlt

später auch die Miete. Dies müsste er

bei einem Dachstandort auch tun – im

Fall der Straßenlaterne kommen die

Einnahmen der Stadt zugute. In Frankfurt

am Main ist ein Tochterder

gemeinderat 11/22

REEGER GmbH • Telefon +49 (0)234 58860-0

info@reeger-deko.de • www.reeger-deko.de


Technik & Innovation

Beleuchtung

Anzeige

Advertorial

unternehmen des Stadtwerks Mainova für

den Betrieb der Straßenbeleuchtung im

Stadtgebiet zuständig. Die mit 5G ausgerüstete

Laterne steht an der Einfahrt des

Betriebsgeländes und beleuchtet die

Straße sowie den Parkplatz. Vor etwas

über sechs Monaten saßen die Projektpartner

erstmals zusammen, um das

Grundkonzept individuell anzupassen.

Sowohl die projektführende 5G-Synergiewerkals

auch die Stadtwerke und der

Netzbetreiber brachten noch Anpassungswünsche

ein.

Die eigentliche Umsetzung ging dann

schnell: Strom war bereits vorhanden,

nur die notwendige Verbindung zu einem

naheliegenden Glasfaserstrang musste

noch verlegt werden. Der vorhandene

Mast wurde abmontiert. Aus statischen

Gründen wurde zunächst ein neues Fundament

gegossen, und der neue, stabilere

Mast wurde aufgestellt. Die eigentlichen

Leuchtkörper kamen an ihren Platz zurück,

so dass keine neue lichttechnische

Berechnung notwendig war. Der Netzbetreiber

installierte seine 5G-Technik im

unteren Teil des neuen Mastes und schloss

die Antenne an. Nun spendet die Laterne

nachts Licht und sorgt für Mobilfunk

rund um die Uhr. Der Netzbetreiber zahlt

ein Entgelt für die Nutzung der stadteigenen

Laterne.

STRASSENBELEUCHTUNG KANN

EINNAHMEN BRINGEN

Dass dem Netzbetreiber das Konzept

nützt, ist offensichtlich: Weil die mühsame

Suche nach Standorten wegfällt –

schließlich kann eine Stadt hunderte oder

gar tausende potenzielle Straßenlaternen

anbieten –, ließe sich der 5G-Ausbau signifikant

beschleunigen, und das bei geringeren

Kosten. Die Messungen an dem

Frankfurter 5G-Standort bestätigen zudem

die hervorragende Reichweite der

kompakten 5G-Straßenlaterne.

Doch besonders für die Kommunen

zeigt das Projekt Chancen auf: Mit der

Straßenbeleuchtung, einer klassischen,

bisher ausschließlich kostenverursachenden

städtischen Aufgabe, lassen sich Einnahmen

generieren. Diese können sie

beispielsweise zur Refinanzierung der

Straßenbeleuchtung insgesamt oder für

andere städtische Projekte einsetzen.

Zugleich greift die Stadt aktiv in die

Gestaltung des 5G-Ausbaus ein und kann

so historische und harmonische Stadtbilder

besser bewahren. Bau- oder Grünflächenämter

werden entlastet, das innovative

Stadtimage wird gestärkt. Ebenso ist

es denkbar, Smart-City-Sensoren zur Verkehrsüberwachung

und -steuerung zu

integrieren. Die Frankfurter 5G Straßenlaterne

gibt einen Eindruck, was hier

künftig möglich ist.


Ralf Gerbershagen

Die Congaia-Straßenleuchten sind solarbetrieben.

Innovative Solarlösungen für die

Infrastruktur der Zukunft

Pilotprojekt in Frankfurt am Main: eine mit 5G

ausgerüstete Laterne.

Ein weiterer Vorschlag: Straßenlaternen können nicht nur für Mobilfunk genutzt werden, vielmehr

könnten auch Smart-City-Sensoren zur Verkehrsüberwachung und -steuerung integriert werden.

Fotos: 5G-Synergiewerk

Congaia ist ein innovatives und zukunftsorientiertes

österreichisches Unternehmen, das sich die

Umsetzung einer nachhaltigen Infrastruktur der

Zukunft zum Ziel gesetzt hat. Die Produktpalette

reicht von der Solar Straßenleuchte über den

Congaia Infrastrukturmast bis hin zur modernen,

autarken Bushaltestation mit Lademöglichkeiten,

solarbetriebener Beleuchtung und digitalem

E-Paper Informationssystem mit Busfahrplan und

Info Display.

Unsere Produkte decken die vielschichtigen Anforderungen

an umweltschonende und gleichzeitig

leistungsstarke Innovationsprodukte ab

und glänzen mit zahlreichen Vorzügen. Wir liefern

die Ausstattung der nachhaltigen Gemeinde

und Stadt von Heute und Morgen - und das alles

rein mit der strahlenden Kraft der Sonne!

Durch die Stromproduktion mittels PV, die fixer

Bestandteil all unserer Anlagen ist, sind

diese unabhängig vom herkömmlichen Stromnetz

und müssen daher nicht an dieses angeschlossen

werden - dies spart sowohl Zeit als

auch Geld, Arbeit und laufende Betriebskosten.

Außerdem ist die Stromversorgung und damit

Funktionalität unserer solarbetriebenen Produkte

dadurch unabhängig von der aktuellen

Die modernen Bushaltestationen verfügen über

ein digitales Informationssystem und arbeiten

völlig autark mit der Kraft der Sonne.

Netzstromversorgung, was durch die Verlässlichkeit

der Eigenversorgung der Anlagen Betriebssicherheit

gibt.

Durch den Einsatz von Fertigteilfundamenten,

individuelle Konfigurierbarkeit der Einzelkomponenten

wie PV Leistung (70 bis 500 Watt), Batteriespeichergröße,

Lichtleistung und Linsenoptiken

sind unsere Solarleuchten für die jeweiligen

einzigartigen Projektanforderungen perfekt

anpassbar. Somit arbeiten die Anlagen zuverlässig

und sicher 365 Tage im Jahr.

Bei der Realisierung eines Projekts legen wir

großen Wert auf die Einbindung des lokalen

Bauhofs, um effizienter und kostengünstiger für

unsere Auftraggeber zu arbeiten. Congaia ist seit

25 Jahren auf dem Gebiet der Solartechnik tätig

- profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung

und gehen Sie mit uns voran am Weg in

eine sonnige und sichere Zukunft.

CONGAIA SOLAR ENERGY

St. Peter in Holz 40

A-9811 Lendorf

Tel.: +43 664 1818372

E-Mail: office@congaia.com

www.congaia.com

38 der gemeinderat 11/22


Technik & Innovation

Beleuchtung

Anzeige

Advertorial

Lichtkonzept

Flexibel und doch

genau angepasst

Foto: NORKA / Frieder Blickle

Die Hamburger Großkläranlage auf dem Köhlbrandhöft hat ein Beleuchtungssystem von NORKA.

Stuttgart bei Nacht: Ziel ist es, die

Beleuchtung zunehmend einzuschränken

und Energie zu sparen, wo und wann

immer es geht.

DER AUTOR

Christoph Schmid ist bei der Abteilung

Straßen und Verkehr des Tiefbauamts

der Stadt Stuttgart tätig.

Hell oder dunkel – wo genau verläuft der Weg zwischen Sicherheit,

Attraktivität der (Innen-) Stadt, Naturschutz und Energieeinsparung?

Christoph Schmid antwortet für die Landeshauptstadt Stuttgart.

Aktuell wird unser Lichtmasterplan

von 2006 überarbeitet: Er soll als

neuer Leitfaden „Stadtbeleuchtung“

die wichtigen Aspekte Sicherheit,

Gestaltung, Natur- und Umweltschutz

sowie Energieeinsparung intensiv betrachten.

Zahlreiche städtische Ämter

sind involviert: Amt für Umweltschutz,

Amt für Stadtplanung, Garten-, Friedhofsund

Forstamt und Tiefbauamt. Ebenso

sind die Kommunale Kriminalprävention

KKP, der Dienstleister Stuttgart Netze und

das Land Baden-Württemberg als Eigentümer

von großen Plätzen und Parkanlagen

in der Innenstadt an der Erstellung

des Leitfadens beteiligt.

Momentan erarbeiten wir, in welchen

Bereichen zu welchen Zeiten wieviel Licht

benötigt wird und wo eventuell auf Straßenbeleuchtung

verzichtet werden kann.

Bei unserer Neukonzeption ist uns eine

qualitativ hochwertige und bedarfsangepasste

Beleuchtung wichtig, die den heutigen

Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit,

Naturschutz und Energieeffizienz

gerecht wird.

Das Thema Energieeinsparung steht

bei der Stadt Stuttgart schon lange im Fokus.

Durch die fortlaufende Umrüstung

auf LED konnten wir unseren Energieverbrauch

in den letzten Jahren spürbar senken.

Allein im Jahr 2021 haben wir um

mehr als ein GWh oder gut fünf Prozent

an Energie im Vergleich zum Vorjahr reduzieren

können. Im Vergleich zu 2009

haben wir damit mehr als ein Viertel

unseres Energieverbrauchs eingespart.

Weiter verbrauchen wir weniger Energie

mit der sogenannten Halbnachtschaltung:

Damit kann die Helligkeit auf bereits

umgerüsteten Hauptverkehrsstraßen

in den späteren Nachtstunden bei geringeren

Verkehrsstärke reduziert werden.

Derzeit werden bei allen Leuch-

Foto: Adobe Stock/Tobias

Bestes Licht in rauer Atmosphäre

Energieeffizient, zentral überwacht und steuerbar,

langlebig sowieso: NORKA liefert das

Beleuchtungssystem für die neuen Gebäude

der Hamburger Großkläranlage auf dem

Köhlbrandhöft.

Im Klärwerk Köhlbrandhöft werden 150 Millionen

Kubikmeter Abwässer im Jahr behandelt,

bevor sie in die Elbe fließen. Das Wasser kommt

aus privaten Haushalten, aus der Industrie oder

ist Mischwasser aus Niederschlägen. 556 Pumpen,

250 Mitarbeitende und Myriaden emsiger

Mikroorganismen übernehmen die biologische

Reinigung.

Trotz der enormen Volumina arbeitet das

Klärwerk energetisch autark, produziert seinen

Strom also selbst – aus Faulgas, Klärschlamm,

Wind und Sonne. Es wird alles getan, um die

Energieeffizienz zu maximieren – auch auf der

Beleuchtungsebene, etwa in der neuen Sandbehandlungshalle

und dem neuen Rechengebäude.

Sowohl die Allgemein- wie die Sicherheitsbeleuchtung

wurde komplett mit LED-

Leuchten aus dem Hause NORKA realisiert.

Diese arbeiten effizient, sind langlebig und integrieren

sich in das digitale Steuerungskonzept

des Klärwerks.

In beiden Maschinenhallen kommt die

„ERFURT LED“ zum Einsatz, ein Leuchtentyp, der

auch in chemisch aggressiver Atmosphäre zuverlässig

seinen Dienst tut. In den Fluren und

Treppenhäusern findet sich die NORKA-Leuchte

„MÜNCHEN LED“, als Rettungszeichenleuchte

wurde „SCHÖNEFELD“ verbaut. Als Beleuchtungsspezialist

für schwierige Umgebungen testet

NORKA seine Werkstoffe auf Beständigkeit

gegenüber verschiedenen chemischen Stoffen.

Aber nicht nur die Leuchten selbst, auch die zugehörigen

Tragschienen sind auf maximale Beständigkeit

ausgelegt, selbstverständlich auch

in Bezug auf Klärgase. Daher wurden im Klärwerk

Köhlbrandhöft teilweise auch explosionsgeschützte

Elemente verbaut.

Ein Teil der Leuchten ist mit Batterien ausgerüstet

– notwendige Funktions- und Laufzeittests

lassen sich gemäß EN 50172 / VDE 0108

automatisch, zentral sowie in definierten Zeitintervallen

durchführen. Alle Ergebnisse werden

normgerecht dokumentiert. Dieses Feature war

explizit von der Bauherrin und Betreiberin der

Kläranlage, Hamburg Wasser, gefordert. NORKA,

schon in andere Projekte von Hamburg Wasser

erfolgreich eingebunden, löste diesen Teil des

Pflichtenheftes auf Steuerungsebene.

Sämtliche Leuchten eines Gebäudes laufen

im zentralen, komplett vorverdrahtet von NORKA

Automation angelieferten Schaltschrank zusammen.

Über das Touch-Bedientableau in der

Schrankfront lässt sich die Automatik bei Bedarf

manuell übersteuern – etwa dann, wenn lokale

Wartungsarbeiten anstehen oder die Lichtzeitprofile

anzupassen sind.

Jeder dieser Schalteinheiten koppelt ihre Informationen

über definierte Schnittstellen in

das übergeordnete zentrale Prozessleitsystem

der Kläranlage ein. Somit laufen Statusdaten

und auch Fehlermeldungen zentral in der Leitwarte

auf. Von hier können Abfragen erfolgen

und dem Wartungspersonal automatisiert

Arbeitsaufträge erteilt werden.

Das Projekt zeigt, welches synergetische

Potenzial eine gesamtheitliche Lösungsentwicklung

durch NORKA entfalten kann. Neben der

konkreten Auswahl passender Leuchten sowie

der Notbeleuchtung, schließt dies insbesondere

die Konzeption der Steuerung, die Energieverteilung

und die konkrete Unterstützung der

Planerseite ein.

NORKA - Norddeutsche Kunststoff- und

Elektrogesellschaft Stäcker mbH & Co. KG

Marietta Kappler-Kossack

Weidestraße 122 a

22083 Hamburg

Tel.: 040 513009-12

E-Mail: marietta.kappler@norka.com

www.norka.com

40 der gemeinderat 11/22


Technik & Innovation

Beleuchtung

Anzeige

Advertorial

erwartet. Im Detail hängt dies natürlich

auch von den weiteren Entwicklungen der

LED-Technologie ab.

Ursprünglich war im stadtinternen Projekt

LED 2030 eine Umrüstung aller konventionellen

Leuchten bis 2030 geplant.

Durch die Neufassung des Landesnaturschutzgesetzes

Baden-Württemberg ist

dies nun eine gesetzliche Forderung,

muss also zwingend erfüllt werden. Die

dafür anfallenden Kosten werden zu großen

Teilen durch ein stadtinternes Contracting-Programm

übernommen. Es finanziert

sich durch die durch in Zukunft

eingesparten Energiekosten und ermöglicht

somit langfristige und zukunftsweisende

Investitionen.

Kompakt, präzise, vielseitig

Die neue FLC300 Scheinwerferserie von WE-EF

KEINE RATHAUSBELEUCHTUNG

Tunnel sind Angsträume und sollten aus Sicherheitsgründen beleuchtet sein – das muss aber nicht

dauerhaft, sondern kann bedarfsgerecht geschehen.

tentausch-Projekten die Schaltschränke

und die Verkabelung der Straßenbeleuchtung

dementsprechend umgerüstet – so

kann das Beleuchtungsniveau in Zeiten

mit geringerer Verkehrsbelastung auf 70

Prozent abgesenkt werden.

LICHT DANN, WENN ES GEBRAUCHT WIRD

Diese Zeiten wurden vor dem Hintergrund

stark steigender Energiepreise neu

festgelegt. Von Sonntag bis Mittwoch

wird nun um 21 Uhr auf 70 Prozent reduziert

und von Donnerstag bis Samstag um

23 Uhr. Die Halbnachtschaltung spart

aber nicht nur Energie, sondern sorgt

auch für eine längere Lebensdauer der

Leuchten und Leuchtmittel.

Derzeit sind bereits 42 Prozent der

Hauptstraßenleuchten auf LED umgerüstet

und damit für eine Halbnachtschaltung

geeignet. Insgesamt hat die Stuttgarter

Straßenbeleuchtung einen LED-Anteil

von 31 Prozent. Nach kompletter Umrüstung

und mit der Halbnachtschaltung an

allen Hauptstraßen wird etwa die Halbierung

des derzeitigen Stromverbrauchs

Foto: Adobe Stock/Gina Sanders

Schon vor der gesetzlichen Neuregelung

haben wir in Stuttgart reine Gebäude-Anstrahlungen

abgeschaltet. Dazu gehört

unter anderem die Rathausbeleuchtung

oder die Anstrahlung bekannter Denkmäler.

Beleuchtungen, die der Aufhellung

von Gebäuden dienen – dort, wo es deshalb

keine oder weniger Mastbeleuchtung

gibt –, werden aus Sicherheitsgründen

weiter betrieben. Zudem ist der gesamte

Innenstadtbereich wegen der Sicherheitsproblematik

und hoher Besucherfrequenz

ausreichend gut beleuchtet. In sicherheitskritischen

Innenstadtbereichen gibt

es zum Teil auch hoch- oder zuschaltbare

Beleuchtung.

Ein weiteres Thema ist die bedarfsgerechte

Beleuchtung. Bereits im Jahre 2011

wurde im Travertinpark in Bad Cannstatt

eine erste Strecke in Form einer „mitlaufenden“

Beleuchtung eingeführt. Technologisch

hat sich seitdem vieles weiterentwickelt.

Nun werden an weiteren Stellen

bedarfsgerechte Beleuchtungen eingesetzt,

vor allem in Personenunterführungen,

die bei fehlender Fußgängerfrequenz

auf eine sehr geringe Beleuchtungsintensität

herunterschalten, ohne dass es zu

einem Sicherheits- oder Komfortverlust

kommt.

Dabei können gegenüber dauerhaft beleuchteten

Unterführungen nochmals

etwa 30 Prozent der Energie eingespart

werden. Als Pilotprojekt soll die Beleuchtung

im Stuttgarter Hafengebiet so umgebaut

werden, dass sie bei fehlender

Kfz-Frequenz herunterdimmt.


Christoph Schmid

Scheinwerfer von WE-EF genießen bei Planern

und Anwendern großes Vertrauen, wenn es um

die Inszenierung von Architektur oder Objekten

im Stadtraum geht und Außenräume in respektvollem

Umgang mit der Natur beleuchtet werden.

Mit der neuen FLC300 Serie bietet WE-EF drei

kompakte Scheinwerfer, die Leistungsstufen bis

24 Watt bzw. 3300 lm abdecken. Das ausgefeilte

technische Konzept erlaubt eine Vielfalt von individuellen

Beleuchtungs- und Montageoptionen

für ein breites Anwendungsspektrum.

Was bei den neuen FLC300 Scheinwerfern als

erstes ins Auge fällt, ist ihre klare, geometrische

Form: Der Leuchtentubus aus Aluminiumdruckguss

wird von einem schräg angeschnittenen Zylinder

umhüllt, der in ein robust dimensioniertes Gelenk

übergeht. Diese Form ist kein Styling-Element,

sondern ergibt sich aus der Funktion. Tatsächlich

ist der Tubus ein separates Bauteil, das im Gehäuse

sitzt und mit einer Schraube fixiert wird.

Eine doppelte Abdichtung schützt das Gehäuseinnere

vor Staub und Feuchtigkeit. Der Vorteil dieses

Designs: Der Tubus kann mit externem und auch

mit internem optischen Zubehör bestückt werden.

Das kompakte Aluminiumgehäuse ist so konstruiert,

dass es optimale thermische Bedingungen

für die LED-Module schafft. Für die elektronischen

Betriebsgeräte ist ein thermisch getrennter Einbauraum

in die Gehäuse integriert. Zusammen mit

dem WE-EF speziellen 5CE Korrosionsschutz, den

PCS-beschichteten Schrauben sowie der verdeckten

Kabelführung sind damit alle Voraussetzungen

für eine lange Lebensdauer gegeben – sowohl

technisch als auch ästhetisch.

Die Lichttechnik der FLC300 Serie beruht auf den

bewährten IOS® LED-Linsenoptiken von WE-EF.

Fünf verschiedene Lichtverteilungen lassen sich

in dieser Scheinwerferserie mit allen drei Gehäusegrößen

kombinieren. Damit steht Planern und

Anwendern mit dem FLC301 – mit nur 58 mm

Gehäusedurchmesser der Mini der Serie – ein

Leistungsspektrum von 4-6 W bzw. 460-670 lm

zur Verfügung. Der FLC311 deckt ein Spektrum

von 6-12 W bzw. 720-1100 lm bei einem Durchmesser

85 mm ab. Der Größte, der FLC321, hat

einen Durchmesser von 115 mm und bietet

Die Scheinwerfer können mit verschiedenem optischen Zubehör ausgestattet

werden, beispielsweise mit einer bandförmigen Streulinse, einer Wabenblende

oder einem Abblendtubus.

12-24 W bzw. 1620-3300 lm. Bei den Lichtfarben

bietet WE-EF die Wahl zwischen 2700 K, 3000 K

sowie 4000 K. Zusätzliches internes Zubehör, das

in den Leuchtentubus integriert wird, erweitert den

Gestaltungsspielraum und spreizt beispielsweise

den Lichtkegel zum Oval, macht aus dem Scheinwerfer

einen Fluter oder Wallwasher und bietet

als Wabenblende einen zusätzlichen Blendschutz,

ebenso der optionale, externe Blendschutz oder

der Abblendtubus.

Mit ihrer flexiblen Lichttechnik geben die FLC300

Scheinwerfer Licht- und Landschaftsplanern also

viel Gestaltungsfreiheit. Dies setzt sich fort mit

einer ebenso großen Vielfalt, was die Montageoptionen

betrifft. Ob als Mastaufsatz-Scheinwerfer, mit

Wandarmatur, mit Montagesockel oder am Ausleger,

auf einem Erdspieß oder an einer Rohrschelle:

Die Scheinwerfer lassen sich immer sicher und

zuverlässig befestigen – auch mit entsprechenden

Klammern am WE-EF RAIL66 Schienensystem.

WE-EF LEUCHTEN GmbH

Tel +49 5194 909 0

www.we-ef.com

42 der gemeinderat 11/22


Technik & Innovation

Beleuchtung

DER AUTOR

Axel Polensky ist Geschäftsführer der

Friedhelm Trapp GmbH in Mainhausen

bei Offenbach.

Umrüstung

Energie und

Material sparen

Die Erfahrung aus bisherigen Projekten: Ein LED-Umrüstsatz kann sich in drei bis sechs Jahren amortisieren.

Durch Umrüstung auf LED können bis

zu 80 Prozent Stromkosten gespart

werden – dafür muss man historische

und dekorative Leuchten oft nicht

entsorgen, sondern kann sie weiterhin

verwenden.

Die Leuchtenköpfe auf deutschen

Straßen sind im Durchschnitt 19

Jahre alt, und viele weisen eine

hohe Grundqualität auf. Bei ihnen ist eine

Modernisierung nicht nur möglich, sondern

lohnt sich auch – so kann das aktuelle,

oftmals historische Stadtbild erhalten

bleiben. Die Kosten für den Austausch

von qualitativ gleichwertigen Leuchten

sind in der Regel deutlich höher. Ob es

sich lohnt, Leuchten umzurüsten, hängt

von beidem ab: von der Qualität und dem

Zustand. Folgende Fragen sind zu beantworten:

_ Wie hochwertig sind die zu

erneuernden Leuchten?

_ Dringt Feuchtigkeit oder Schmutz ein?

_ Wie kompliziert ist die Einbindung

des geeigneten LED-Einbausatzes in

die Leuchten?

Man unterscheidet zwischen fest eingebauten,

integrierten LED-Modulen und

Retrofit-Lösungen, bei denen ein LED-

Leuchtmittel in eine bestehende Lampenfassung

eingeschraubt wird. Bei der Umrüstung

müssen die Leuchten in der Regel

neu verkabelt werden. Dabei werden die

Vorschaltgeräte der alten Leuchtmittel –

die Geräte zur Anpassung der Spannung

an bestehende Leuchten – entfernt und

durch ein angepasstes LED-Modul sowie

Treiber (Vorschaltgerät für LED-Module)

ersetzt.

Foto: Trapp

Ein Vorteil von fest eingebauten LED-

Modulen ist die Trennung von LED-Modul

und Treiber. Bei der Verwendung

separater Treiber und Leuchten hat man

mehr Möglichkeiten, das Licht zu steuern:

die Steuerung durch eine separate

Steuerader oder die Verwendung von

intelligenten Systemen.

Durch die zentrale Ansteuerung der

Leuchten, Bewegungsmelder oder Lichtsensoren

können weitere Sparpotenziale

umgesetzt und besondere (gemeindespezifische)

Anforderungen erfüllt

werden. Die meisten unterschiedlichen

Sensoren und Melder sind frei kombinierbar.

In diesem Bereich hat sich der

Zhaga-D4i Standard der Leuchtenindustrie

durchgesetzt.

Bei der bisherigen Straßenbeleuchtung

wurde das Licht direkt über den

Strom geschaltet: Strom an bedeutet

Licht an, Strom aus bedeutet Licht aus.

Bei den modernen Lösungen wird dagegen

der Strom an der Leuchte nicht

mehr ausgeschaltet, sondern kann für

andere Verbraucher – WLAN, Kameras,

Ladeinfrastruktur für Fahrräder und

Roller oder eine beliebige Zusatzbeleuchtung

– genutzt werden.

HOHE LICHTQUALITÄT BEIM UMRÜSTEN

Bei der Auswahl des LED-Umbausatzes

ist die Lichtqualität so wichtig wie bei

einer neuen Leuchte. Einfache Retrofit-

Lösungen (eingeschraubte Leuchtmittel)

haben lichttechnisch die gleichen

Eigenschaften wie die konventionellen

alten Leuchtmittel: Sie strahlen in alle

Richtungen und haben eine hohe Blendung,

das heißt, dass die Sehleistung

sich nähernder Personen beeinträchtigt

wird. Zudem ist die Gleichmäßigkeit der

Beleuchtung nur bedingt möglich.

Die technisch beste Lösung ist die

Positionierung des LED-Einbausatzes

parallel zur Straße: Das ermöglicht eine

definierte berechenbare Lichtverteilung

mit Linsen oder Reflektoren. Durch die

Vielzahl der speziell entwickelten Optiken

können die LED-Module auf die

lichttechnischen Anforderungen –

Haupt- oder Nebenstraßen, Gehwege,

Parks oder Plätze – angepasst werden.

Durch optimierte asymmetrische Optiken

ist eine genaue und effiziente Lichtverteilung

möglich. Konventionelle ungerichtete

(sowie eine aus dem Haushalt

bekannte Glühbirne) Leuchtmittel hingegen

strahlen über 70 Prozent des

Lichtstroms in die falsche Richtung ab.

Ein wichtiger Aspekt sind die neuen

Anforderungen des Umwelt-, insbesondere

des Insektenschutzes: Insekten

sollen so wenig wie möglich von künstlichem

Licht beeinträchtigt werden. Dabei

geht es um Lichtverschmutzung und

Lichtfarbe. Je wärmer die Lichtfarbe,

umso weniger wird sie von Insekten

wahrgenommen. Die genaue spektrale

Empfindlichkeit der Tiere variiert von

Art zu Art. Meist liegt sie jedoch im

blauen und ultravioletten Spektralbereich.

Das Empfindlichkeitsmaximum

von Nachtfaltern liegt bei einer Wellenlänge

von etwa 410 nm (Nanometer),

das des Menschen bei 510 bis 555 nm.

SO VIEL INSEKTENSCHUTZ WIE MÖGLICH

Aus diesem Grund hat sich ein deutlicher

Trend zu warmweisem Licht (Empfehlung

der EU) mit 2200K bis 3000K (K

– Kelvin, Lichtfarbe) entwickelt. Leuchten

und Umrüstsätze mit neutralweißem

Licht (4000K) sind deutlich zurückgegangen.

Für diesen Trend spricht

auch die deutliche Effizienzsteigerung

der warmweisen LEDs in den vergangenen

Jahren.

Um eine normgerechte und umweltverträgliche

Beleuchtung zu erreichen,

ist der Einsatz von Linsenoptiken oder

Reflektoren unumgänglich – die EU

empfiehlt für den Neubau von Straßenbeleuchtung

einen Abstrahlwinkel der

Leuchtmittel von 160 Grad, um Lichtverschmutzung

nach oben zu vermeiden.

Linsenoptiken sind im Vergleich zu

eingesetzten Reflektoren flexibler und

können leichter an die jeweiligen Gegebenheiten

angepasst werden.

Wir haben Erfahrungen mit beidem:

In einigen Projekten haben wir teilweise

die Leuchten erneuert und teilweise

LED-Umbausätze eingebaut – wobei die

Erneuerung des Leuchtenglases und die

Neulackierung der Leuchte oft mit beauftragt

werden. Unser Fazit: Unter Aspekten

der Nachhaltigkeit, des Insektenschutzes

und der Energieeinsparung

ist die Umrüstung der vorhandenen

Straßenbeleuchtung oft eine gute Alternative

zur Neuanschaffung – ein LED-

Umrüstsatz kann sich in drei bis sechs

Jahren amortisieren. Axel Polensky

CELINE-2 BIETET

LICHTQUALITÄT FÜR

ANSPRUCHSVOLLSTE

SEHAUFGABEN.

ESY!

NEU

BIS ZU 4600 LUMEN

BIS ZU 139 LUMEN PRO WATT

FÜR ELC-LICHTSYSTEME,

DALI, DALI-2, ON/OFF

DECKENEINLEGELEUCHTEN

CELINE-2

• Blend- und flimmerfreie Lichtqualität für

jede Lichtsteuerung

• Homogene Ausleuchtung und lange Lebensdauer

durch Backlight-Anordnung der LED

• Lichtstarke Tunable-White-Varianten für

energieeffizientes Human Centric Lighting

• Plug-and-play-Anschluss für Lichtsysteme

mit ESYLUX Light Control ELC

• Einfache Integration für DALI, DALI-2, ON/

OFF durch ESYLUX-Treibersets als Zubehör

PERFORMANCE FOR SIMPLICITY

ESYLUX Deutschland GmbH

info@esylux.de | www.esylux.de


Technik & Innovation

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Anzeige

Lichtmaste mit langer Lebenszeit

Stimmungsvoll erhellt

Die globalen Krisen der letzten Monate

haben gezeigt: Ein Vorteil der heimischen

Produktion sind kurze Lieferzeiten. Das

Unternehmen Fuchs Europoles fertigt

Lichtmaste für Wohn- und Gewerbegebiete,

Parks und öffentliche Anlagen vor

Ort am Firmensitz im bayerischen Neumarkt

an – aus diesem Grund kann die

Firma ihre Aufträge nach eigenen Angaben

terminsicher bedienen.

Der dafür verwendete Werkstoff GFK

(glasfaserverstärkter Kunststoff) zeichnet

sich laut Fuchs Europoles neben seiner

ungefährdeten Verfügbarkeit durch

weitere Vorteile aus. Dazu gehöre eine

enorme Beständigkeit gegenüber Witterungseinflüssen,

Salz, Chemikalien und

Hundeurin. Außerdem hätten Lichtmaste

aus GFK ein geringes Gewicht, wiesen ein

einfaches Handling und eine hohe

Schwingungsdämpfung auf. Letzteres

führe zu einer längeren Lebenszeit der

Leuchtmittel.

Mit der langen Betriebsdauer, dem geringen

Energie- und Ressourceneinsatz

sowie den kurzen Transportwegen weisen

GFK-Lichtmaste auch eine hervorragende

Ökobilanz auf. Bei einem Unfall

Energieeffizient dank

Solarenergie

Die Straßenleuchten der Firma Congaia

funktionieren durch ihre autarke Energieversorgung

mittels Sonnenenergie 365

Tage im Jahr. Auch fernab der herkömmlichen

Stromversorgung sind sie laut Hersteller

sofort einsatzbereit und attraktive,

kosteneffiziente Lichtbringer. Das Unternehmen

hat mit mehr als 25 Jahren Erfahrung

im Gebiet der Solartechnik eine

fundierte Erfahrungsbasis, um eine individuelle

und optimierte Lösung für jedes

Solarprojekt anzubieten. Photovoltaikleistungen

von 70 bis über 500 Watt böten

für jede Anwendung die optimale Versorgung

mit Sonnenenergie. Congaia begleitet

Kunden von der Planung ihres Projekts

bis zur Inbetriebnahme.

www.congaia.de

Die GFK-Lichtmaste von Fuchs Europoles sind

besonders beständig gegenüber Witterungseinflüssen,

Salz und Chemikalien.

brechen sie nach Angaben von Fuchs

Europoles, ohne schwere Verletzungen zu

verursachen oder gefährliche Funken zu

schlagen. Bezüglich der Optik lassen sich

Wunschfarben und -designs umsetzen.

www.fuchs-europoles.de/lichtmaste

Nachhaltige Straßenbeleuchtung

Die VIA-Leuchte fügt sich mit ihrem schlichten

Aluminiumgehäuse gut in bestehende Straßenbilder

ein (Anwendungsbeispiel).

Foto: Fuchs Europoles

Foto: Schuch

In zahlreichen Städten in Deutschland

und Europa schafft die Beleuchtung von

Essert-Illuminationen in der dunklen Jahreszeit

heimelige Atmosphäre und erhellt

die Winterabende. Das Thema Energieeinsparung

nimmt die Firma nach eigenen

Angaben sehr ernst. Bereits vor über

15 Jahren habe Essert das Sortiment auf

LED-Technik umgestellt und somit bis zu

90 Prozent Energie gegenüber konventioneller

Beleuchtung eingespart.

Aufgrund der eigenen Produktion meldet

Essert Lieferfähigkeit bis kurz vor

Weihnachten. Umrüstungen auf LED-

Technik sowie Sonderanfertigungen können

laut Hersteller auch in technischer

Hinsicht problemlos umgesetzt werden.

Da nur eigene Produkte in erstklassiger

Qualität eingesetzt würden, sei eine lange

Nutzungsdauer und geringe Folgekosten

sichergestellt. Individuelle Beleuchtungskonzepte

machten somit jede Stadt einzigartig

und Essert-Illuminationen zum

kompetenten Partner für die winterliche

Dekoration.

www.essert.de

Der Leuchtenhersteller Schuch legt beim

Design seiner Produkte großen Wert auf

Nachhaltigkeit und Qualität made in Germany.

Langlebigkeit und Effizienz standen

auch bei der Entwicklung der neuen

Leuchte VIA im Vordergrund. Jedoch seien

zusätzlich bereits bei ihrer Planung die im

Rahmen der EU-Initiative für umweltfreundliche

und kreislauforientierte Produkte

definierten Ökodesign-Anforderungen

berücksichtigt worden. Das Ziel: eine

besonders zuverlässige Straßenleuchte,

die modernes Design mit hocheffizienter

Technik und nachhaltiger Konstruktion

verbindet. Alle Komponenten, auch die

LED-Module, können nach Unternehmensangaben

werkzeuglos ausgetauscht

werden. Adaptive Lichtlösungen seien mit

EcoTune möglich und durch den Einsatz

von standardisierten Modulen, Schnittstellen

und Sockeln eine Erweiterung der

Leuchten um Lichtmanagementsysteme

und Sensoren (RFL-Konzept) einfach zu

realisieren. Die VIA-Leuchte eigne sich für

alle typischen Einsatzszenarien der kommunalen

Straßenbeleuchtung und füge

sich mit ihrem schlichten Aluminiumgehäuse

gut in bestehende Straßenbilder ein.

www.schuch.de

46 der gemeinderat 11/22

Förderungsfähige Beleuchtungslösungen zur

direkten Energieeinsparung

Mit bereits 90 Jahren Markterfahrung im Bereich Licht ist der schwedische Lampen- und Leuchtenhersteller Aura Light ein

verlässlicher Partner in der Sanierung von Beleuchtungsanlagen und unterstützt kommunale Einrichtungen bei dem Umstieg

auf effiziente LED-Lösungen.

Hinsichtlich verschärfter Klimaziele,

steigender Energiepreise und der verlängerten

BMU-Förderungsmöglichkeiten

wird die Erneuerung von bestehenden

Beleuchtungen für Kommunen immer

interessanter. Gerade in Hinblick auf den

bevorstehenden Auslauf der klassischen

Leuchtstofflampe, spätestens im Jahr

2023, hat sich Aura Light mit den Möglichkeiten

der LED-Technologie frühzeitig

auseinander gesetzt. So deckt das Produktsortiment

die Bedürfnisse von Kommunen

genauso ab, wie die der Industrie.

In Zeiten stetig steigender Energiekosten

machen sich Aura Lights vielfältige Beleuchtungslösungen

mit intelligenten

Steuerungen bezahlt und amortisieren

sich zudem schnell über die zusätzlichen

staatlichen Förderungsmaßen.

Renovierung von Beleuchtungsanlagen

Aura Light profitiert von der Erfahrung

in den skandinavischen Ländern,

wenn es um eine einfache und zuverlässige

Beleuchtungsrenovierung geht.

So bietet das Unternehmen mit seiner

ActiveAhead-Technologie smarte Leuchten,

für deren Steuerung keine zusätzliche

Verdrahtung vorgenommen werden

muss. Ein einfacher Tausch der z.B.

alten Kassettenleuchten mit Leuchtstofflampen

gegen ein LED-Panel mit Active

Ahead ermöglicht nicht nur eine sofortige

Energieeinsparung, sondern durch die

Aura Lunaria - LED Panel für höchste

Mit einer intelligenten Lichtplanung können Kommunen bis

lichttechnische Ansprüche

zu 90% Energie einsparen, z.B. mit der Aura Lunaria Active

Ahead, einem Panel mit selbstlernender Lichtsteuerung.

nun vorhandene Lichtregelung auch eine

weitere Energiereduzierung. Hier sind

insgesamt Einsparungen von bis zu 90%

möglich.

Hallenbeleuchtung im Wandel der Zeit

Gerade im Bereich der Sportstättenbeleuchtung

wird eine langlebige, robuste

Lichtlösung benötigt, die zudem auch

Wettkampfbedingungen entspricht. Die

Zeit der Leuchtstofflampe neigt sich dem

Ende und damit auch der aufwändige

Leuchtmitteltausch. Aura Light bietet mit

den Modellen Aspa und Sarek moderne

LED-Hallenleuchten mit entsprechender

Ballsportprüfung an. Hohe Lichtströme

bei gleichzeitiger Effizienz sorgen

für eine direkte Kosteneinsparung und

die moderne Konstruktion für geringste

Blendung

bei perfekter Ausleuchtung.

Mit einer Lebensdauer von über 80.000

Stunden wird ein Leuchtentausch für die

nächsten 20 Jahre nicht notwendig sein.

Bei zusätzlicher Integration einer intelligenten

Steuerung, verlängert sich die Lebensdauer

der Leuchte.

Aspa ist eine leistungsstarke Leuchte für Sporthallen

geprüft nach DIN 57710-13

Aura Light

Kompetenz und vielfältige Erfahrungen

in der Erstellung kundenindividueller

Beleuchtungslösungen sind die Stärken

von Aura Light. Auf Wunsch erstellen

Lichtplaner professionelle Beleuchtungskonzepte

und Berechnungen zur Unterstützung

von Förderungs- und Finanzierungsanträgen.

Dabei werden aktuelle

Arbeitschutzvorgaben genauso berücksichtigt

wie Umweltschutzaspekte zur

unnötigen Lichtverschmutzung. Die

Ansprechpartner vor Ort erarbeiten gemeinsam

mit Planern, Architekten und

Elektrikern kundenindividuelle Beleuchtungslösungen

mit sofortigem Energiekostensparpotential.

Das Unternehmen

ist ein FullService-Anbieter und bietet

die komplette Kette von der Lichtanalyse

über den technischen Suppoert bis zum

maßgeschneiderten

Beleuchtungskonzept.

Aura Light GmbH

Alter Teichweg 15

22081 Hamburg

Tel.: 040-75 66 34-0

info@auralight.de

www.auralight.de


Parlament & Verwaltung

RATGEBER

Parlament & Verwaltung

UNSER EXPERTE

Edmund Mastiaux zählt zu den führenden

Experten für Personalmanagement

im Bereich des öffentlichen Sektors in

der DACH-Region. Das von ihm gegründete

zfm - Zentrum für Management

und Personalberatung in Bonn hat

sich auf die Besetzung von Fach- und

Führungspositionen sowie auf die Führungskräfteentwicklung

spezialisiert.

Foto, Titelfoto: zfm Bonn

Viele Fragezeichen: Der Fachkräftemangel macht Rathäusern und öffentlichen Unternehmen zu

schaffen. Auch Positionen für Führungskräfte sind häufig schwierig zu besetzen.

Personalsuche

Wie geht Recruiting,

Herr Mastiaux?

Die Personaldecke in der öffentlichen Verwaltung ist dünn. Auch viele

Führungspositionen bleiben unbesetzt. Wir haben den Personalexperten

Edmund Mastiaux gefragt, wie die öffentliche Verwaltung Abhilfe schaffen kann.

Sieben Antworten vom Profi.

1

Wo sollte eine Kommune oder ein

öffentliches Unternehmen nach

Talenten Ausschau halten?

Dort, wo sich die Talente aufhalten. Die

Generation Y bis Z erreichen Sie bei Instagram,

die Azubis bei Tiktok und Fachkräfte

vor allem bei Linkedin oder auch Xing. Für

Fach- und Führungskräfte, etwa Bauingenieure

und Architekten, können auch

branchenbezogene Netzwerke oder Printanzeigen

in Fachzeitschriften das Instrument

der Wahl sein. Bei Anzeigenschaltungen

in allgemeinen Jobbörsen ist es

eher ein Glücksfall, wenn Sie eine Kandidatin

oder einen Kandidaten für das ausgeschriebene

Profil finden.

2

Klappt die Personalsuche in

Eigenregie − oder wann sollte man

Profis einbeziehen?

Die Kommune sollte sich überlegen: Wie

schwer wird es für uns, diese Position zu

besetzen? Wenn man zum Schluss kommt,

dass es schwierig werden könnte, sollte

man eine Personalberatung einschalten.

Und zwar von Anfang an. Ich erinnere

mich an einen Fall, in dem die Kommune

eine Stelle sechsmal in wenigen Jahren

ausgeschrieben hatte − diese Position war

dann verbrannt. Kandidatinnen oder Kandidaten

fragen sich in so einem Fall, was

in dieser Kommune schiefläuft.

3

Was genau kann eine kompetente

Personalberatung leisten, wenn sie

einen Suchauftrag übernimmt?

Foto: AdobeStock/peterschreiber.media

Wir von zfm beispielsweise übernehmen

die öffentliche Ausschreibung, posten die

Position in sozialen Medien, identifizieren

geeignete Personen und sprechen diese

direkt an. Active Sourcing ist der zentrale

Mehrwert, den eine Personalberatung bieten

kann. Die Suche sollte grundsätzlich

in einer Kombination aus Print – Digital

– Direktansprache stattfinden. Es ist immer

schlecht, Stückwerk zu betreiben.

Was im Übrigen zu bedenken ist: Kommunen

sollten zukünftig überlegen, inwieweit

ideale Anforderungsprofile mit sehr anspruchsvoll

formulierten formalen Kriterien

der Realität entsprechen. Auch Personen,

die dem Profil nicht vollends entsprechen,

aber die geforderte Aufgabe aufgrund

ihrer Erfahrung erfüllen könnten,

sollten in ein Auswahlverfahren einbezogen

werden. Als Personalberatung können

wir beispielsweise gezielt Personen aus

der freien Wirtschaft ansprechen und für

eine Aufgabe in der öffentlichen Verwaltung

begeistern. Wir können gezielt die

Vorteile benennen, etwa dass man eine

sinnstiftende Tätigkeit ausübt, wenn man

sich für die öffentliche Verwaltung entscheidet.

Wir können aus einer latenten

Bewerbungssituation eine echte Bewerbungssituation

machen. Dass die Kommune

eine Personalberatung beauftragt

hat, zeigt potenziellen Kandidatinnen und

Kandidaten im Übrigen, dass die Kommune

professionell agiert.

4

Personalberatungen und -agenturen

gibt es viele – wie findet man den

passenden Partner?

Amtsleiterinnen und -leiter sollten den Erfahrungsaustausch

mit ihren Kolleginnen

und Kollegen nutzen und Empfehlungen

einholen. Auch kommunale Spitzenverbände

haben in der Regel eine Übersicht

der relevanten Beratungen. Oder man googelt

einfach. Setzen Sie sich mit der Beratung

in Verbindung, führen Sie ein Vorgespräch,

erfragen Sie Referenzen und

sprechen Sie mit den Referenzgebern. Ein

Qualitätsmerkmal ist außerdem die Mitgliedschaft

im Bundesverband deutscher

Unternehmensberater (BdU). Wenn man

hier Mitglied sein will, muss man einen

Berufskodex erfüllen und seine Kompetenzen

nachweisen.

5

Konkret gesprochen: Wann ist ein

Beratungsunternehmen das richtige

für den Auftrag?

Wenn das Unternehmen die Branche

kennt. Wenn es über sein Netzwerk schnell

auf potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten

zugreifen kann. Wenn es Professionalität

im Bereich der Eignungsdia

gnostik nachweisen kann. Und wenn es

für ein rechtssicheres Auswahlverfahren

sorgt.

6

Ich habe eine Führungsposition zu

besetzen. Wie weiß ich, ob jemand

passt?

Stellen Sie sich ein Tortendiagramm mit

drei Kuchenstücken vor. Die Torte im Ganzen

symbolisiert den Erfolg einer Führungskraft.

Das erste Stück − 30 Prozent

− steht für Fachlichkeit, also die formale

Qualifikation. Wenn wir als Beratung beauftragt

sind, nehmen wir hier die sogenannte

Bestenauslese vor. Für weitere 30

Prozent des Erfolgs ist die Persönlichkeit

verantwortlich: Wir analysieren etwa, wie

führungsaffin, lösungsorientiert oder belastbar

jemand ist. Das größte Stück der

Torte− 40 Prozent − steht für Umfeldpassung.

Wir finden heraus, welche Persönlichkeit

am besten in die jeweilige Organisation

passt und umgekehrt. Wird sich die

Person zum Beispiel langfristig mit der

Aufgabe identifizieren, mit der Region, der

Stadt? Passt sie zum Oberbürgermeister,

den Kollegen im Dezernat oder dem direkten

Vorgesetzten? Das erfragen wir durch

Umfeldinterviews, in denen wir ein Gespür

für die Unternehmenskultur bekommen.

Wir formulieren dann schriftliche Gutachten

und Empfehlungen. Das Auswahlverfahren

durch alle Gremien moderieren wir

ebenfalls. Aber wir entscheiden nichts −

die Kommune und die Gremien entscheiden.

Bei Wahlpositionen berücksichtigen

wir natürlich das Vorschlagsrecht der Parteien.

Letztendlich kommt die Eignungsdiagnostik

dort an ihre Grenzen, wo die

Politik ins Spiel kommt.

7Wie können öffentliche Arbeitgeber

dafür sorgen, dass neu besetzte

Führungskräfte bleiben?

War eine Personalberatung im Spiel, wird

sie den weiteren Weg der Führungskraft

verfolgen und mit ihr und dem neuen

Arbeitgeber regelmäßig in Kontakt treten.

Wenn wir zum Beispiel das Gefühl haben,

etwas stimmt nicht, suchen wir das gemeinsame

Gespräch. Es gibt auch die Möglichkeit,

einen Workshop zum Start anzusetzen.

Immer häufiger coachen wir auch

Personen in neuen Positionen begleitend,

etwa wenn sie das Profil nicht zu hundert

Prozent erfüllen.

48 der gemeinderat 11/22

der gemeinderat 11/22

49


Mobilität

Bargeldloses Payment-

Terminal zum Einstieg in

die Elektromobilität:

HecPay Eco

Kostenoptimierung durch zentrales

Payment-Terminal

Barrierefreier Zahlungsvorgang

entsprechend der Ladesäulenver-

ordnung (LSV)

Pro Terminal können zahlreiche

Ladepunkte freigeschaltet werden

Moderner und benutzerfreund-

licher Bezahl- und Autorisierungs-

vorgang

Hohe Sicherheitsstandards

Umfassender After-Sales-Service

Sprechen Sie uns gerne an:

Hectronic GmbH | | Allmendstrasse 15

D-79848 Bonndorf | | Tel. +49 7703 9388-0

mail@hectronic.com

www.hectronic.com

ÖPNV

Oft geht zu wenig: „Erst wenn der klassische

Linienverkehr bis weit in die Randgebiete der

Städte erweitert und um flexible Kleinbusse

ergänzt wird, die man On Demand per App ordern

kann, werden die Leute auch im ländlichen Raum

einsteigen“, prognostiziert Ingo Wortmann.

Deutschlandticket als

Meilenstein

Viel ist bereits erreicht, noch aber steht auch viel aus: Präsident

Ingo Wortmann erklärt, was aus Sicht des Verbands der Verkehrsunternehmen

(VDV) dringend erforderlich ist, damit die Mobilitätswende

gelingen wird.

Deutschlands Kommunen und die

Verkehrsunternehmen erleben

Jahre des Dauerstresses. Nach

Jahrzehnten des öffentlichen Sparzwangs

bei Bund, Ländern und Kommunen

– gerade bei Bus und Bahn, beim

Trimmen der Unternehmen auf Effizienz,

oft zu Lasten von Investitionen in

Infrastruktur, Fahrzeuge und Personal

–, setzte sich überparteilich die Erkenntnis

durch, dass ein „Weiter so“ in

der Verkehrspolitik nicht mehr vertretbar

ist.

Klimafreundliche Busse und Bahnen

sollten endlich aufgewertet, modernisiert

und ausgebaut werden, damit sie

ihren Beitrag leisten können. Nicht nur

für das Klima, auch für lebenswertere

Kommunen, für mehr Teilhabe der

Menschen, die aus unterschiedlichsten

Gründen kein Auto besitzen oder steuern

können, für weniger Feinstaubemis-

der gemeinderat 11/22

Foto: Adobe Stock/rdnzl

sionen sowie für eine höhere Verkehrssicherheit.

Die Branche war von Beginn

an Teil der Lösung wirtschaftlicher und

gesellschaftlicher Zielstellungen.

Und tatsächlich, seitens des Bundes

wurden Ende 2019 erste Beschlüsse gefasst,

um die Branche auf Kurs zu bringen:

Im Zuge des Klimakabinetts und

in Folge eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts

wurden – flankiert durch

EU-Vorgaben – die Ziele für das Einsparen

klimaschädlicher Gase und für den

Ausbau von Bus und Bahn erhöht. Die

Gemeindeverkehrsfinanzierung wurde

angepasst, und weitere sachgerechte

Gesetze wurden erlassen.

Branche und Kommunen begrüßten

diese überfällige Kehrtwende, erarbeiteten

erste Ausbau- und Modernisierungspläne

– und mussten sich zunächst

einer völlig neuen Herausforderung

stellen: Der Corona-Pandemie, die

uns bis heute wellenartig buchstäblich

den Atem nimmt – mit anfangs beispiellosen

Rückgängen bei den Fahrgastzahlen

und Auswirkungen, die wir bis

heute auch bei den Krankenständen der

Kolleginnen und Kollegen schmerzlich

zu spüren bekommen. Sie sind überdurchschnittlich

hoch und treffen auf

eine Personaldecke, die zu kurz für die

bestehenden und anstehenden Aufgaben

ist.

MEHR PERSONAL MUSS EINSTEIGEN

Auf dem Stellenmarkt der VDV-Arbeitgeberinitiative

(in-dir-steckt-Zukunft.

de) sind weit mehr als 10.000 Positionen

offen: Fahrpersonal, Ingenieurinnen

und Ingenieure, IT-Fachkräfte – die

Branche sucht in allen Bereichen und

bietet sichere, sinnstiftende Jobs vor

Ort. Angesichts des weiterhin steigenden

Durchschnittsalters in unserer

Branche wird der Handlungsbedarf immer

drängender: Bis zum Jahr 2030

müssen altersbedingt allein im ÖPNV

74.000 Mitarbeitende ersetzt werden.

Hinzu kommen 110.000 Mitarbeitende,

die für die Entwicklung des Busund

Bahnangebotes und damit für die

angestrebte Mobilitätswende erforderlich

sind. Viele Unternehmen fahren

schon jetzt nicht das volle Angebot,

dünnen Linientakte aus. Manch Schulbus

erscheint morgens nicht, weil ein

Fahrer fehlt.

Nach einem Sommer, in dem über

Monate der öffentliche Nah- und Regionalverkehr

im Fokus stand, mit außerordentlichen

Akzeptanz- und Sympathiewerten

für das 9-Euro-Ticket und

damit – man bedenke: im Grunde unverändert

in der Pandemie – die ganze

Bus- und Bahnbranche eine unverhoffte

Neubelebung feiern durfte, wird in diesen

Wochen und Monaten klar, was der

eigentliche Beweggrund für dessen Einführung

war: Eine soziale Maßnahme,

die Bürgerinnen und Bürger aufgrund

der gestiegenen Verbraucherpreise entlasten,

also die Folgen der gewaltsamen

russischen Aggression in der Ukraine

hierzulande mildern sollte.

Der Krieg fordert weitere Opfer, und

die Preise sind ungebrochen hoch, nicht

nur für die Verbraucherinnen und Verbraucher,

sondern allen voran auch für

die Verkehrsunternehmen, die mit unvergleichlichen

Kraftstoff- und Strompreisen

zu kämpfen haben.

Damit ist klar, was in den nächsten

Monaten und Jahren stets an erster

Stelle stehen muss, um überhaupt den

Status quo bei Bus- und Bahnangebot

beizubehalten: Dem Ausgleich der gestiegenen

Kosten muss begegnet werden

– Bund und Länder sind hier in der

Pflicht. Darüber hinaus sei daran erinnert,

dass die Ampel sich im eigenen

Koalitionsvertrag vorgenommen hat,

bereits dieses Jahr die Regionalisierungsmittel

– und damit die wesentliche

Finanzierung für Bus und Bahn auf

staatlicher Seite – zu erhöhen.

Die bundesweite Marktforschung

zum 9-Euro-Ticket brachte ein ganzes

Bündel an Erkenntnissen an den Tag.

Insgesamt wurden 52 Millionen Tickets

verkauft. Zählt man die etwa zehn Millionen

ÖPNV-Abonnentinnen und

-Abonnenten hinzu und analysiert die

Zahlen zur Bekanntheit (98 Prozent)

und die Anzahl der Neukunden (jeder

Fünfte), kann man sagen: Es war ein

großer Erfolg, mit dem so nicht unbedingt

zu rechnen war.

Die Verkehrsunternehmen haben geliefert,

sie organsierten den bundesweiten

Vertrieb in kürzester Zeit und stellten

den Betrieb sicher – teilweise mit

einer Belastung von Menschen und

Fahrzeugen bis zur Grenze des Vertretbaren.

Zehn Prozent der Fahrten mit

dem 9-Euro-Ticket ersetzten Fahrten,

die sonst mit dem PKW gemacht

Die Zukunft

des Die Fahrradparkings

Fahrrad-

Zukunft

des

parkings

Anlagen für 6 bis 1‘000 Bikes

Anlagen Bedienung für 6 bis per 1‘000 APPBikes

E-Bikes Bedienung laden per in der APPBox

E-Bikes laden in der Box

v-locker.ch

v-locker.ch


Umwelt & Verkehr

Mobilität

Anzeige

Advertorial

DER AUTOR

Ingo Wortmann ist Präsident des

Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen

VDV.

worden wären. Neben dem Preis gaben

40 Prozent der Befragten die „Flexibilität

der Nutzung“ überregional über Tarifgrenzen

hinweg und „Verzicht auf Autofahren“

als Hauptkaufgründe an.

Darum ist es richtig, dass Bund und

Länder sich auf ein Deutschlandticket für

49 Euro verständigt haben, auch wenn

noch relevante Finanzierungsfragen offen

sind. Es kommt einer Ticket-Revolution

gleich, die über ein verständliches

und flexibles Produkt für ganz Deutschland

viele zusätzliche Fahrgäste in das

System bringen wird. Einmal eingeführt,

werden die Auswirkungen auf das bestehende

Ticketsortiment sofort zu spüren

sein.

Doch nicht alle werden einsteigen können,

auch das zeigt die Marktforschung:

In ländlichen und strukturschwächeren

Gebieten war der Anteil der 9-Euro-Ticket-Besitzer

etwa halb so hoch wie in

städtischen Gebieten. Als Grund wird oft

das unzureichende ÖPNV-Angebot genannt.

Im ländlichen Raum dominieren

als Nichtkaufgründe umständliche Verbindungen,

Taktung, Fahrtdauer und Entfernung

zur Haltestelle. Es ist deutlich

Darum geht es: ein attraktives ÖPNV-Ticket, mit dessen Hilfe der Autoverkehr deutlich reduziert

wird – das Deutschlandticket für 49 Euro ist für den VDV-Präsidenten ein Schritt in die

richtige Richtung. Doch relevante Finanzierungsfragen sind noch offen.

Foto: Adobe Stock/Christian Müller

geworden: Ein noch so günstiges Ticket

wird vor Ort nicht angenommen werden,

wenn das Bus- und Bahn-Angebot nicht

stimmt. Erst wenn sich in den Kommunen

etwas bewegt, können wir wirklich von

einer Mobilitätswende für Deutschland

sprechen. Erst wenn wir den klassischen

Linienverkehr bis weit in die Randgebiete

der Städte und Metropolen erweitern und

um flexible Kleinbusse ergänzen, die man

On Demand per App ordern kann, werden

die Leute auch einsteigen.

BEWEGUNG IM LÄNDLICHEN RAUM

Dank der Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes

wird es Ende 2022

über 80 neue Projekte geben. Aktuell sind

mehr als 400 Fahrzeuge in diesem Bereich

unterwegs. Diese Entwicklung zeigt

eindrucksvoll, dass die Branche den politischen

Auftrag aus der Novellierung des

Personenbeförderungsgesetzes umsetzt.

Die Verkehrsunternehmen und Verbünde

sind dabei, neue Linienbedarfsverkehre

anzubieten und bestehende Angebote

auszubauen, auch außerhalb der Großstädte

und Ballungsräume: 47 Prozent

aller On-Demand-Verkehre sind im ländlichen

Raum und in Kleinstädten unterwegs,

26 Prozent in Mittel- und Oberzentren,

14 Prozent im suburbanen und 13

Prozent im urbanen Raum.

Bei den Projekten im ländlichen Raum

gibt es nun flexible Angebote, wo vorher

überhaupt keine waren. Zudem zeichnet

sich ab, dass schwach ausgelastete Linienverkehre

dort eher auf On-Demand-Angebote

mit mehreren kleineren Fahrzeugen

umgestellt werden. So werden effektiv

Leerfahrten vermindert und stattdessen

die Mobilitätsbedürfnisse unserer

Fahrgäste flexibel und mit hohem Komfort

bedient.

Doch auch diese Angebote kosten Geld:

Bis 2030 braucht die Branche rund 3,8

Milliarden Euro zusätzlich, allein damit

On-Demand-Verkehre in Deutschland flächendeckend

im Regelbetrieb fahren können.

Der neue Rechtsrahmen bietet gute

Vorrausetzungen. Was noch fehlt, sind

die finanziellen Bedingungen, um die

neuen Angebote nachhaltig betreiben zu

können. Die Verkehrsunternehmen und

Kommunen wollen die Mobilitätswende,

doch die Rahmenbedingungen reichen in

vielen Bereichen bislang nicht aus.


Ingo Wortmann

Foto: THE PAULY GROUP

Verspricht ein attraktives Badeerlebnis: Das Konzept des neuen Grebensteiner Freibads.

Grebenstein bekommt ein Freibad PLUS

Wenn Freibäder in die Jahre kommen, stehen die kommunalen Träger schnell vor einer

grundsätzlichen Frage: Teuer sanieren oder schließen? So erging es auch dem nordhessischen

Grebenstein, als die Unterhaltskosten des in den 1970er Jahren gebauten Freibades zunehmend

aus dem Ruder liefen. Seit Ende 2021 wird das alte Freibad nun zu einem besonders

nachhaltigen Freibad PLUS umgebaut.

Eine Sanierung des alten Freibades erwies sich

als wirtschaftlich nicht sinnvoll. Aber Grebenstein

ohne Freibad? Damit wollten sich weder

der Stadtrat noch Bürgermeister Danny Sutor

abfinden. Gefragt war also ein neues und tragfähiges

Gesamtkonzept, das den Anforderungen

an ein zeitgemäßes Freibad Rechnung trägt.

Förderfähiges Konzept

Erster Schritt war die Erstellung einer Machbarkeitsstudie.

Nach intensiven Recherchen und

der Besichtigung von Referenzprojekten, wie

dem Parkbad Weende in Göttingen, erhielt die

PAULY GROUP im April 2020 den Projektauftrag.

Das Bäderkonzept aus der Studie wurde dann

erfolgreich als Grundlage für die Beantragung

von Fördermitteln verwendet. 4,05 Millionen

Euro steuerte das Land Hessen über den Investitionspakt

zur Förderung von Sportstätten 2022

zu den Gesamtkosten von etwas über fünf Millionen

Euro bei.

Die PAULY GROUP konnte dann auch das öffentliche

Ausschreibungsverfahren für sich entscheiden.

Kernpunkte des überzeugenden Gesamtpaketes

sind eine biologische Wasseraufbereitung

sowie die Umgestaltung des gesamten

Bades in eine attraktive Freizeitlandschaft mit

Sandstrand, Sport- und Nichtschwimmerbecken,

Breitwellenrutsche, Kletterwand, Matschplatz und

Beachvolleyball-Feld. Das unter dem Namen Freibad

PLUS firmierende Konzept setzt konsequent

auf ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit.

Die biologische Wasseraufbereitung verzichtet auf

Chlor und andere chemische Zusatzstoffe und

führt zu einem besonders ressourcenschonenden

Wasserkreislauf. So werden die Betriebskosten

deutlich verringert. Gleichzeitig steigen durch den

erhöhten Freizeitwert die Besucherzahlen und damit

auch die Einnahmen. Der Umbau selbst nutzt

einen großen Teil der ursprünglichen Bausubstanz

als Grundlage für die neue Beckenlandschaft.

Diese Nachhaltigkeit war wesentliche Voraussetzung

für die Förderfähigkeit.

Positive Erfahrungen

Mitentscheidend für die Vergabe waren auch die

große Erfahrung der PAULY GROUP sowie die

positiven Rückmeldungen, die Bürgermeister

Sutor bei anderen Freibadbetreibern hinsichtlich

ihrer Zusammenarbeit mit dem Unternehmen

für ökotechnische Anlagen aus Nordhessen

einholen konnte.

Seit Dezember 2021 führt die PAULY GROUP

den Umbau als Generalunternehmer durch und

sorgt für Kostensicherheit und die Einhaltung

des straffen Zeitplans. Bürgermeister Danny Sutor

lobt die ausgesprochen gute und vertrauensvolle

Zusammenarbeit: „Was zugesagt wurde,

wird auch eingehalten.“

Der auf das Grebensteiner Bad zugeschnittene

Umbau zum Freibad PLUS bietet künftig

ein attraktives Badeerlebnis und ein Alleinstellungsmerkmal

in der gesamten Region. Die Bauarbeiten

schreiten zügig voran und der geplanten

Neueröffnung im Sommer 2023 steht nichts

im Wege. Danny Sutor schaut deshalb zuversichtlich

nach vorn: „Ich freue mich auf den ersten

Sprung ins kühle Nass.“

THE PAULY GROUP GmbH & Co. KG

Bahnhofstraße 12

37249 Neu-Eichenberg

Tel.: 05542 9361-0

E-Mail: info@thepaulygroup.de

www.thepaulygroup.de

52 der gemeinderat 11/22


Umwelt & Verkehr

Verkehrsströme kommen zunehmend in

neuer Form in Bewegung: Martin

Timmann hat digitale Ticket- und

Buchungssysteme auf dem Schirm, die

den ÖPNV mit anderen (Mobilitäts-)

Angeboten verbinden.

DER AUTOR

Martin Timmann ist Geschäftsführer

von HanseCom in Hamburg.

ÖPNV-Ticketsysteme

Smart und vielseitig

Das veränderte Mobilitätsverhalten setzt die klassischen Abo-Modelle

des ÖPNV unter Druck. Stammkunden gewinnen Verkehrsunternehmen

heute vor allem mit neuen Services und Produkten. Digitale Technologien

helfen ihnen dabei.

Viele Menschen arbeiten inzwischen

überwiegend im Homeoffice

und fahren deshalb deutlich seltener

ins Büro. In den Sommermonaten

sind Berufspendler statt mit Bus oder

Straßenbahn manchmal lieber mit dem

Fahrrad unterwegs. Vor allem die jüngeren

Generationen nutzen für Fahrten zur

Arbeit oder zur Uni moderne Sharing-

Dienste gerne als Alternative zu U-Bahn

und Co.

Das heißt: Das Mobilitätsverhalten hat

sich nachhaltig verändert und setzt das

klassische Abo-Modell des ÖPNV unter

Druck. Der Nachfolger des 9-Euro-Tickets

wird diesen Trend noch weiter verstärken:

Weil das 49-Euro-Ticket kostengünstiger

als die bisher üblichen Angebote ist,

wird es in vielen Fällen normale regionale

Abos überflüssig machen.

Wie können kommunale Verkehrsunternehmen

unter diesen Umständen noch

Stammkunden gewinnen und halten? Die

Antwort lautet: Indem sie den Fahrgästen

moderne Services und Produkte bieten,

die sie begeistern. Insbesondere digitale

Technologien eröffnen ihnen dafür zahlreiche

Möglichkeiten. Dazu zählen:

_MOBILITÄTSPLATTFORMEN

Durch den Betrieb von Mobilitätsplattformen

können Verkehrsunternehmen als

zentrale Dienstleister fungieren, die für

ihre Kunden die gesamte Mobilität der

Stadt oder Region orchestrieren. Solche

Plattformen ermöglichen es Fahrgästen,

unterschiedlichste Mobilitätsdienste wie

ÖPNV, Ride-sharing und On-Demand-

Angebote oder E-Bike-Sharing miteinander

zu kombinieren, damit ihre individuellen

Reiseketten nahtlos abzudecken

und sämtliche Fahrten in einer einzigen

Transaktion zu routen, zu buchen und zu

bezahlen. Der Übergang zwischen den

einzelnen Verkehrsmitteln wird ihnen

dadurch erheblich erleichtert.

_MOBILITÄTS-APPS

Mit Mobilitäts-Apps können Verkehrsunternehmen

ihren Kunden einen un-

komplizierten und schnellen Zugang zum

Angebot ihrer Mobilitätsplattform eröffnen.

Solch eine App macht es so einfach

wie möglich, sämtliche Mobilitätsangebote

ihrer Stadt oder Region zu nutzen

und miteinander zu kombinieren.

Dadurch werden User nicht nur die neuen

Sharing-Dienste öfter nutzen, sondern

auch die klassischen Angebote des ÖPNV

– und werden dadurch zu treueren Kunden

der Verkehrsunternehmen.

_STADTWERKEPLATTFORMEN

Verkehrsunternehmen von Stadtwerken

haben die Möglichkeit, Mobilitätsplattformen

zu umfassenden Stadtwerkeplattformen

zu erweitern. Dazu lassen

sich ergänzende Stadtwerkeservices wie

Stromtanken für E-Autos oder Parkplätze

ebenso einbinden wie verkehrsfremde

städtische Angebote, zum Beispiel Bibliotheken,

Schwimmbäder, Eislaufhallen

oder Theater. Die Kombination von Mobilitäts-

und Freizeitangeboten ermöglicht

Stadtwerken ganz neue Produkte: Sie

können ihren Kunden Komplettpakete anbieten,

die Eintrittskarten plus Fahrscheine

enthalten oder vergünstige Tickets

fürs städtische Schwimmbad bei

Abschluss eines Abonnements – der

Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Foto: Adobe Stock/AUUSanAKUL

_BETRIEBLICHES

MOBILITÄTSMANAGEMENT

Mit Mobilitätsplattformen können kommunale

Verkehrsbetriebe zudem flexibel

Mobilitätsbudgets von Unternehmenskunden

unterstützen. Dabei finanzieren

Arbeitgeber ihren Mitarbeitern als moderne

Alternative zum Dienstwagen feste

Budgets, die Busse und Bahnen des öffentlichen

Personennahverkehrs und Angebote

Dritter wie Fernbahn, Taxi, Car-

Sharing oder E-Scooter enthalten. Diese

unterschiedlichen Transportmittel können

die Mitarbeiter dann jederzeit ad hoc

beliebig verknüpfen – abhängig von ihrer

Lust und Laune, dem Wetter oder dem

aktuellen Verkehr.

_MOBILITÄTSFLATRATES

Das Konzept der Mobilitätsbudgets lässt

sich bis hin zu Mobilitätsflatrates erweitern.

Dabei handelt ein Unternehmen mit

den Mobilitätsanbietern für seine Mitarbeiter

spezielle Pakete aus, die eine unbegrenzte

Nutzung der Transportmittel

erlauben. Wie beim Dienstwagen ist dabei

auch die private Nutzung an Wochenenden

und durch die eigene Familie möglich.

Solche neuen und ökologisch nachhaltigen

Angebote sprechen vor allem die

jüngeren Generationen an, die im Dienstwagen

längst kein Statussymbol mehr

sehen.

_SELF SERVICES

Die Menschen sind es heute aus fast allen

Lebensbereichen gewohnt, Dienstleistungen

im Internet zu bestellen und ihre Verträge

und Profile selbst zu verwalten.

Dasselbe sollten Verkehrsunternehmen

auch ihren Abonnenten mit Self-Service-

Portalen ermöglichen. Dann können sie

ihre Abonnements rund um die Uhr in

Eigenregie verwalten – mit dem PC, dem

Tablet oder dem Smartphone. Diese Möglichkeiten

sollten nicht nur Privatkunden

haben, sondern auch Unternehmenskunden,

Schulen und Schulämter.

_KUNDENINDIVIDUELLE ANSPRACHE

Eine individuelle Ansprache hilft entscheidend

dabei, Kunden zu halten. Stellt

ein Verkehrsunternehmen beispielsweise

anhand der Kaufhistorie eines Fahrgasts

fest, dass es für ihn günstiger wäre, ein

bestimmtes Abo zu nutzen, anstatt permanent

Einzelfahrscheine zu kaufen,

kann das Unternehmen ihm dieses Abo

gezielt anbieten. Auf Basis von Kundensegmentierungen,

Auswertungen von

Kundendaten nach Verkäufen, Alter, Kanälen

und Vertriebsgebieten oder Prognosen

über das künftige Verhalten der Kunden

können Verkehrsunternehmen maßgeschneiderte

Angebote sowie Kampagnen

entwickeln.

DIGITALE LÖSUNGEN

Für die Umsetzung dieser Maßnahmen

stehen kommunalen Verkehrsunternehmen

moderne digitale Lösungen zur Verfügung.

So bietet der Markt etwa Mobilitätsplattformen,

die einen schnellen Einstieg

und einen flexiblen Ausbau unterstützen.

Verkehrsunternehmen können

etwa zunächst mit einer reinen ÖPNV-

App starten, die sie nach dem Baukastenprinzip

zusammenstellen, und sie dann

Schritt für Schritt zu einer umfassenden

Mobilitäts- oder Stadtwerkeplattform ausbauen.

Dazu lassen sich unterschiedlichste

Mobilitätsanbieter ebenso per Tiefenintegration

einbinden wie verkehrsfremde

städtische Angebote.

Mit offenen Abo-Online-Lösungen, die

sich in beliebige vorhandene Systemlandschaften

einbinden lassen, können Verkehrsunternehmen

ihren Kunden moderne

Self-Service-Portale bieten. Geeignete

Lösungen bringen dabei auch spezielle

Funktionen für Großkunden und

Schülerverkehre mit. Damit können Unternehmen

beispielsweise ihren Mitarbeitern

die Verwaltung ihrer Abos in Eigenregie

ermöglichen. Schulen und Schulämtern

stehen intuitive Oberflächen speziell

für Schüler zur Verfügung.

Ebenfalls durch Offenheit zeichnen

sich Vertriebs-Backend-Lösungen aus, die

als zentrale Kundendaten-Management-

Systeme für sämtliche Vertriebskanäle

fungieren. Dieser Architekturansatz eröffnet

Verkehrsunternehmen eine 360-

Grad-Sicht auf ihre Kunden und legt so

die Basis für eine zielgenaue individuelle

Ansprache etwa anhand der Kaufhistorie.

Für weiterführende Analysen wie detaillierte

Auswertungen oder Prognosen bieten

solche Systeme Verkehrsunternehmen

auch die Möglichkeit, Kundendaten in

ihre Business-Intelligence-Lösungen einzuspielen.



Martin Timmann

54 der gemeinderat 11/22

der gemeinderat 11/22

55


Umwelt & Verkehr

Mobilität Anzeige Advertorial

Foto: KHK-Kunststoff-Handel Karlsruhe

In Köln fahren jetzt Elektrotaxis, die induktiv geladen werden.

Im Herbst 2022 sind 38 E-Busse in Münster im Einsatz, und Fördergelder für weitere 60 Busse sind bereits eingeworben. Ziel ist es, die komplette Flotte

bis 2029 umzustellen.

Busverkehr

Nächste Haltestelle:

komplett elektrisch

Seit 2015 rollen Elektrobusse in Münster über die Straßen. Das Ziel: CO 2 -

und Stickoxid-Emissionen sowie Lärm vermeiden. Und es geht weiter:

Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Gäfgen erklärt, wie Schritt für Schritt in

Richtung Nachhaltigkeit optimiert wird.

Als 2015 die ersten Elektrobusse

von der Endhaltestelle der Linie

14 losrollten, waren die Fahrgäste

vor allem fasziniert von der Geräuschkulisse

– oder eher dem Fehlen jeglichen

Motorenlärms. Nur ein leises Surren der

Elektromotoren war zu vernehmen. Die

Münsteranerinnen und Münsteraner

freuten sich über die leisen Busse, beim

Bummeln im historischen Innenstadtbereich

genauso wie auf der Terrasse, wenn

das Zuhause nah einer Haltestelle liegt.

Für uns als Mobilitätsbetrieb hingegen

erschien die Vermeidung von klimaschädlichen

Emissionen viel wichtiger,

um die Stadtwerke-Strategie der Dekarbonisierung

von Energieversorgung und

Mobilität umzusetzen und die Klimaziele

der Stadt Münster (320.000 Einwohner)

zu erfüllen.

Foto: Stadtwerke Münster/Peter Leßmann

Ungestörtes Magnetfeld für induktives Laden

In Köln laden speziell ausgerüstete Elektrotaxis

jetzt induktiv. Wichtig ist, dass die hier

eingesetzte Abdeckung das Magnetfeld nicht

stört. Zudem muss sie belastbar sein und

zugleich Wartungsvorgänge einfach ermöglichen.

In diesem Kontext fiel die Wahl auf

FibreIndustrial-Schachtabdeckungen der

KHK-Kunststoffhandel Cromm und Seiter

GmbH. Sie bestehen aus einem hochwertigen

Glasfaserverbundwerkstoff und erfüllen die

komplexen Anforderungen im Einsatzbereich

des induktiven Ladens.

In unmittelbarer Nähe zum Kölner Hauptbahnhof

wurde unlängst ein induktives Ladesystem

für Elektrotaxis in Betrieb genommen. Konzipiert

und aufgebaut wurde es von INTIS, einem Hersteller

kabelloser Ladelösungen für die Elektromobilität.

Während der Fahrer auf den nächsten

Gast wartet, wird das kompatible Fahrzeug –

statt per Kabel – überaus komfortabel über eine

Spule im Asphalt geladen. Jeder der sechs in

Köln installierten Ladepunkte verfügt über eine

Fläche von rund 1,2 Quadratmetern. Hier ist

jeweils eine Primärspule untergebracht, die mit

Wechselstrom betrieben wird und ein Magnetfeld

erzeugt. Die Sekundärspule ist unter dem

Fahrzeug angebracht. Sie empfängt das Magnetfeld

und setzt dieses in elektrische Energie

um. Die Ladeleistung liegt bei bis zu 22 kW.

Die Fahrzeuge verfügen über einen Elektromotor

mit 110 kW Leistung und einen Akku mit

31 kWh Kapazität – genug für 130 Kilometer

elektrische Reichweite. Ein Range Extender

verlängert den Aktionsradius des Autos bei

leerem Akku über einen seriell gekoppelten

Benzinmotor.

Die Primärspulen mussten mit Abdeckungen

versehen werden, die das Magnetfeld möglichst

wenig stören. Herkömmliche Produkte aus

Stahlbeton, Stahl oder Guss behindern das induktive

Laden. Somit galt es, eine nichtmetallische

Alternative zu finden. Mit Schachtabdeckungen

aus Glasfaserverbundwerkstoff setzt

INTIS hier auf eine intelligente Lösung. Denn die

nichtmetallische FibreIndustrial-Abdeckung von

KHK ist durchfunkbar, verhindert elektrostatische

Aufladungen und beeinflusst nicht das

Magnetfeld für den Ladevorgang der Elektrotaxis.

In der Rheinmetropole kommen rechteckige

Abdeckungen für die sechs Magnetfelder

zum Einsatz. Jede Abdeckung verfügt über ein

Maß von 1,4 mal 0,7 Meter.

Die Abdeckungen müssen nicht nur die darunterliegende

Technik schützen, sondern selbst

mechanisch hoch belastbar sein. Bei der Produktwahl

musste auch berücksichtigt werden,

dass Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr oder Polizei

die Abdeckungen befahren können. Die

FibreIndustrial Schachtabdeckungen von KHK

stehen in unterschiedlichen Belastungsklassen

zur Verfügung und halten Prüflasten von bis zu

90 Tonnen stand. In Köln kommen Abdeckungen

der Klasse D zum Einsatz und können damit

selbst mit einem 40-Tonner befahren werden.

Hergestellt aus einem Verbund von Glasfaserstrukturen

und hochwertigem Epoxidharz, sind

die Schachtabdeckungen absolut korrosionsfrei.

Darüber hinaus ist GFK besonders witterungsbeständig.

Das Verbundmaterial ist reaktionsträge

gegenüber aggressiven Stoffen, wie beispielsweise

Diesel und Benzin. Neben hoher

Belastbarkeit und Stabilität ist auch die Dichtigkeit

von Bedeutung. So ist der eingesetzte Deckeltyp

regenwasserdicht und besitzt ebenso

eine öl- und benzinbeständige Dichtung.

Aufgrund der Anpassbarkeit des GFK-Materials

konnten die Abdeckungen flächenbündig an

das Straßenniveau eingesetzt werden. Das

Gewicht in der Domstadt eingesetzten GFK-Abdeckung

liegt hier lediglich bei 61 Kilogramm.

Damit werden Wartungs- und Kontrollarbeiten

an den darunter liegenden Magnetspulen wesentlich

erleichtert.

Mit den FibreIndustrial-Abdeckungen wurde

eine Lösung gefunden, welche die eingebauten

Primärspulen schützt – ohne den Empfang des

Magnetfeldes durch die Sekundärspule zu behindern.

Der Glasfaserverbund erweist sich hier

als optimale Ergänzung der induktiven Ladeinfrastruktur

und trägt damit ihren Teil dazu bei,

den Weg zur flächendeckenden Elektromobilität

zu ebnen. Die Ladeinfrastruktur zählt zu den

zentralen Herausforderungen der Elektromobilität.

Induktives Laden ist diesbezüglich ein vielversprechender

Ansatz.

KHK-Kunststoff-Handel Karlsruhe

Carsten Cromm

Zeppelinring 11

76344 Eggenstein

Tel.: 0721 94425 0

E-Mail: C.Cromm@khk-karlsruhe.de

www.khk-karlsruhe.de

56 der gemeinderat 11/22


Umwelt & Verkehr

Mobilität

DER AUTOR

Frank Gäfgen ist Geschäftsführer für

Mobilität bei den Stadtwerken Münster.

Viel Grundlagenarbeit wurde dafür geleistet:

Nicht nur der Bushersteller VDL

hat hier das elektrische Fahren erprobt.

Auch Schnellladestationen mit bis zu 350

kW Leistung an den Endhaltestellen oder

Kopplung mit Pantografen wurden unter

anderem in der westfälischen Stadt ausprobiert

und haben ihren Siegeszug in

viele Städte Europas hier gestartet.

UNTERWEGS MIT ÖKOSTROM

Diese Grundlagenarbeit zahlt sich heute

aus: 29 der 120 Busse der Stadtwerke

Münster fuhren Ende 2021 elektrisch –

und haben damit im Jahr 2021 über 1000

Tonnen CO 2

-Emission eingespart. Das

entspricht einer Reduktion des Dieselverbrauchs

von 500.000 Litern. Stattdessen

fahren die Busse mit Ökostrom, der

mit dem Grüner-Strom-Label zertifiziert

ist – das gilt als strengstes Ökostromsiegel.

Auch der Pfad hin zu weiteren Einsparungen

ist gesetzt: Im Herbst 2022 fahren

schon 38 E-Busse. Fördergelder für weitere

60 Busse sind bereits eingeworben,

die bis 2025 nach Münster kommen werden.

Ziel ist es, die eigene Flotte bis 2029

umzustellen – oder sogar schon eher damit

fertig zu werden.

Der Fokus liegt dabei auf batterieelektrischen

Bussen, nicht auf solchen mit

Wasserstofftank und Brennstoffzelle. Gerade

in Sachen effiziente Energieverwendung

ist die direkte Entnahme aus dem

Stromnetz der Umwandlung in Wasserstoff

deutlich überlegen, zumal es aktuell

noch wenig grünen Wasserstoff gibt. Er

kann sinnvoller dort eingesetzt werden,

wo die Zwischenladung an Endhaltestellen

keine Option ist.

Wichtig sind auch die durch die hohen

Strombezugskosten aktuell sehr hohen

Gestehungskosten für grünen Wasserstoff,

die aufgrund des geringen Wirkungsgrads

die Wirtschaftlichkeit im Verhältnis

zum Diesel- und Batteriebus bei

der bestehenden Bundes- und Landesförderung

signifikant verschlechtern. Dies

ist bei der richtungsweisenden Entscheidung

in jeder Gemeinde zu beachten, um

die Umstellung der Busflotte nachhaltig

zu gestalten. Dafür ist eine enge Abstimmung

zwischen Gemeinde und Mobilitätsunternehmen

notwendig, die lokale

Gegebenheiten und Anforderungen an

die Busse am besten kennen.

Auch in anderen Bereichen sind Mobilitätsdienstleister

gefragt, energiesparend

zu arbeiten. Eine große Photovoltaikanlage

auf dem Dach der Wagenhallen erzeugt

Ökostrom, der in der Werkstatt

zum Einsatz kommt oder in einer Speicherbatterie

landet. Die wiederum kann

Spitzenlasten abfedern, wenn ein Bus die

Schnellladestation auf dem Betriebshof

anfährt.

Mit einem Fernwärmeanschluss ist der

Betriebshof bereits seit jeher klimafreundlich

aufgestellt. Trotzdem geht in

den Wagenhallen Wärme schnell verloren,

wenn die großen Hallentore geöffnet

bleiben, um ein- und ausfahrende Busse

zu rangieren. Daher rüsten wir derzeit

beispielsweise auf schnellschließende

Automatiktore um: Sie erfordern für die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine

großen Änderungen im Ablauf, sorgen

aber trotzdem dafür, dass die Wärme in

der Halle bleibt. Frank Gäfgen

100% elektrisch.

100% Zukunft.

Die Cenntro Elektrotransporter.

Informieren. Testen. Begeistert sein.

Abb. zeigen Sonderausstattung.

Entdecke die neuen Modelle.

Aufladen nach einem Tag im Einsatz: Der Fokus in Münster liegt auf batterieelektrischen Bussen.

Foto: Adobe Stock/EdNurg

58 der gemeinderat 11/22

cenntro-motors.eu


Umwelt & Verkehr

Mobilität

3-D-Visualisierung der PWC-Anlage Kreuzlach: Das neue Parkkonzept schafft mehr Stellplätze für Lkw.

Foto: BIT Ingenieure AG

Lkw-Parkplätze

Schräge Lösung

Wenn Parkplätze an Autobahnen überbelegt sind, kann man anders planen:

Verkehrsspezialist Daniel Banzhaf erklärt ein Konzept, mit dem auf der

vorhandenen Fläche mehr Lkw untergebracht werden können.

Die Verkehrsprognosen zeigen, dass

zwischen 2004 und 2025 von einer

Zunahme der Verkehrsleistungen

im Straßengüterverkehr von rund 84 Prozent

ausgegangen werden muss. Ein Problem:

Die vorhandenen Lkw-Parkplatzkapazitäten

an den Bundesautobahnen sind

bereits heute unzureichend. Laut Bundesanstalt

für Straßenwesen besteht aktuell

ein Fehlbestand von bundesweit rund

23.300 regulären Lkw-Parkmöglichkeiten

auf und an den Autobahnen.

Die Autobahn GmbH Niederlassung

Südwest beabsichtigt daher den Umbau

der PWC (Parkplatz mit WC)-Anlage

Kreuzlach an der A5 auf der Gemarkung

der Gemeinde Weingarten. Im Gegensatz

zum klassischen Seitwärtsparken oder

den nach Regelwerk definierten schräg

angeordneten Parkplätzen mit zwei Fahrgassen

wird für das Pilotprojekt PWC-Anlage

Kreuzlach ein neues, innovatives

Parkkonzept umgesetzt werden.

Derzeit gibt es auf der Parkanlage 18

Lkw oder 78 Pkw-Parkplätze. Nach dem

Umbau sollen 30 Lkw- und 14 Pkw-Parkplätze

bereitstehen, zusätzlich zwei weitere

Lkw- oder elf Pkw-Parkplätze als

Längsparkflächen.

MEHR PARKKAPAZITÄT

Oft parken die Lkw-Fahrer zum Teil in

den Ausfädel- und Beschleunigungsstreifen

der bewirtschafteten und unbewirtschafteten

Rastanlagen. Infolge des enormen

Parkdrucks kann es so zu verkehrsgefährdenden

Situationen kommen. Das

Ziel der mit der Planung beauftragten BIT

Ingenieure AG ist in erster Linie, die Anzahl

von dringend benötigten zusätzlichen

Lkw-Parkplätzen zu erhöhen.

Gleichzeitig wird damit der Parkdruck

zum Beispiel in Gewerbegebieten reduziert,

die als Ausweichparkplätze genutzt

werden, und die Verkehrssicherheit erhöht.

Für das Pilotprojekt der Autobahn

GmbH werden die Schrägparkplätze mit

einem Winkel von 27 Grad und nur einer

parallel verlaufenden Fahrbahn zur Einund

Ausfahrt angeordnet.

Die schräge Parkanordnung mit nur

einer Fahrgasse erfordert allerdings ein

Rückwärtseinparken der Lkw. Dieses Manöver

sollte für einen geübten Fahrer aber

keine besondere Schwierigkeit darstellen.

Um Konflikte zwischen Lkw und Pkw

möglichst gering zu halten, werden die

Pkw-Parkplätze außerdem am Anfang der

PWC-Anlage angeordnet. So treten die

noch mit höherer Geschwindigkeit einfahrenden

Pkw nicht unmittelbar nach

der Einfahrt auf die PWC-Anlage mit den

rangierenden Lkw in Konflikt.

Der Wegfall einer zweiten Fahrgasse

erhöht die Parkplatzkapazität im Vergleich

zu den herkömmlichen Parkplätzen

nach aktuellem Regelwerk. Weniger

Fläche wird benötigt und versiegelt. Allerdings

braucht es besondere geometrische

Randbedingungen, damit die Erhöhung

der Lkw-Parkplätze gelingen kann.

Dies wird im Rahmen des Pilotprojektes

untersucht.

Daniel Banzhaf

DER AUTOR

Daniel Banzhaf (M. Sc.) ist für die

BIT Ingenieure AG am Standort

Karlsruhe tätig.

PTV Access.

Der Erreichbarkeitsindex Ihrer Stadt.

Gut erreichbar? Wir haben die Verkehrsinfrastruktur und das lokale Angebot von

Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und anderen Einrichtungen der 50 größten deutschen

Städte untersucht und bewertet. PTV Access verrät Ihnen, wie gut Fußgänger*innen,

Radfahrer*innen, der öffentliche Nahverkehr und der motorisierte Individualverkehr

in Ihrer Stadt an ihr Ziel kommen.

Vergleichen Sie Ihre Werte mit denen anderer Städte und entdecken Sie Potenziale,

um das Leben Ihrer Bürger*innen und ihre Mobilität inklusiv zu gestalten.

Das ist nur der Anfang. Sie sind gefragt. #JointheConversation

ptv.to/access

60 der gemeinderat 11/22


Umwelt & Verkehr

Verkehrssteuerung

Unterwegs zur Smart City

Mobilität

Anzeige

PARKLEITSYSTEM UND

HANDYPARKEN IN EINER APP

IHR WEG ZUM GANZHEITLICHEN VERKEHRS- UND PARKRAUMMANAGEMENT

Die zunehmende Verkehrsbelastung und die verstärkte Digitalisierung der

Verkehrsinfrastruktur erfordern intelligente dynamische Lösungen im Bereich

der Verkehrssicherung. Haiko Bollmann erklärt, wie es gehen kann.

Zufahrt zu ermöglichen. Eine Einsparung

von Emissionen durch weniger gefahrene

Kilometer aufgrund von Umleitungen,

dadurch mehr Nachhaltigkeit

und gleichzeitig die Einhaltung von

Fahrplänen sind die Folge.

Welche Weiterentwicklungen sehen Sie in

der Zukunft als realistisch an?

Intelligente Wechselverkehrsführungen zur Reduzierung von Staus werden inzwischen auch für

innerstädtische Baustellen eingesetzt.

Inwieweit sind Sie im Rahmen von Bauvorhaben

und Ausschreibungen bereits

mit Anforderungen für „Smart-City“-taugliche

Lösungen konfrontiert?

Haiko Bollmann: Eine sensorik- und datenbasierte

Verkehrsführung, wie wir sie

beispielsweise mit automatisierten Wechselverkehrsführungen

realisieren, wird

aktuell vor allem auf Autobahnen angefragt

und eingesetzt. Inzwischen adaptieren

wir solche intelligenten Lösungen

aber auch vermehrt für Städte, um Staus

zu minimieren und den Verkehr über die

Baustellenzeit hinweg intelligent zu steuern.

Das ist keine Vision mehr. Aktuell

betreuen wir beispielsweise ein Bauvorhaben

in Hamburg, bei dem eine wichtige

Verkehrsader ereignisabhängig als

Einbahnstraße in die jeweils benötigte

Fahrtrichtung geführt wird.

Welchen Herausforderungen stehen Sie

hier genau gegenüber?

Bollmann: Zum einen haben wir in Städten

weniger Platz, und es steht eine geringere

Zahl an Fahrstreifen zur Verfügung

als auf Autobahnen. Zum anderen

müssen Nebenstraßen und Einmündungen

beachtet werden. Dazu kommt der

öffentliche Nahverkehr, der auch in Bauphasen

möglichst reibungslos und idealerweise

ohne Umwege funktionieren

soll. Zudem müssen wir beispielsweise

die Bedürfnisse von Anwohnerinnen und

Anwohnern hinsichtlich Zufahrten oder

Anlieferungen, Notfallszenarien, Regelungen

für die Sicherheit der Arbeiterinnen

und Arbeiter sowie vorhandene

Verkehrseinrichtungen wie stationäre

Lichtsignalanlagen berücksichtigen.

Gibt es neben automatischen Wechselverkehrsführungen

bereits weitere Anwendungsfälle

innovativer Verkehrstelematik

in Innenstädten?

Bollmann: Nachgefragt werden vermehrt

intelligente Schrankenanlagen, um berechtigte

Verkehrsteilnehmer wie beispielsweise

den öffentlichen Nahverkehr

oder Taxen automatisiert durch eine baubedingt

gesperrte Straße führen zu können.

Wir setzen hier aktuell Kennzeichenerkennung

und RFID-Technologie

ein, um berechtigte Fahrzeuge vom übrigen

Verkehr zu trennen und ihnen die

Bollmann: Ich bin überzeugt, dass künftig

ein verstärkter Eingriff in die Steuerung

von Verkehrseinrichtungen wie beispielsweise

Lichtsignalanlagen erfolgt.

Bereits eingesetzt wird unter anderem

eine individuelle und nutzerzentrierte

Bedienung von Ampeln per App. Auf

diese Weise können körperlich eingeschränkte

Personen oder Kindergruppen

längere Grünphasen für Fußgänger erhalten.

Die Stadt Hamburg verfolgt aktuell

ein Projekt, in dessen Folge künftig

jede eingesetzte Bake ihre Geo-Position

melden soll, um Live-Aussagen über

Sperrungen treffen zu können.


Interview: Sabine Schmidt

ZUR PERSON

Haiko Bollmann ist Leiter Verkehrstelematik der

Zeppelin Rental GmbH.

62 der gemeinderat 11/22

Fotos: x21de – Reiner Freese, Christina Czybik/action press

Die PARCO-App von SWARCO bietet Städten vielfältige Möglichkeiten

zur Digitalisierung des Verkehrs- und Parkraummanagements.

Mit der App wird die digitale Abrechnung Ihrer städtischen

Park plätze möglich, auch bekannt als Handyparken. Zudem können

Verkehrsteilnehmende mit PARCO freie Stellplätze finden und

sich auf dem besten Weg dorthin navigieren lassen. Durch die

Verknüpfung eines bestehenden Parkleitsystems mit der App zeigt

diese zusätzlich den Echtzeit-Belegungsstatus Ihrer Parkobjekte

an, was den Parksuchverkehr nachhaltig reduzieren kann.

Beim Eintritt von definierten Ereignissen wie Unfällen, Bauarbeiten

oder Großveranstaltungen sendet die PARCO-App via Push-Nachricht

Informationen oder Warnungen an die Verkehrsteilnehmenden. In

Städten mit und ohne bestehendem Parkleitsystem kann PARCO auf

Mobiltelefonen sogar als virtuelles „Parkleitsystem für die Hosentasche“

eingesetzt werden und bietet so jeder Stadt einen unkomplizierten,

kostengünstigen Einstieg in ein ganzheitliches Parkraummanagement.

Kontaktieren Sie uns für mehr Informationen

oder ein Beratungsgespräch: parking@swarco.de

www.swarco.com


EXTRA

Kritische Infrastruktur

Anzeige

Advertorial

Fotos: Spiderplow

Spiderplow hat für jeden Untergrund das richtige Werkzeug.

Kabel und Rohre einfach unter die Erde pflügen

Die Folgen eines langanhaltenden

Stromausfalls sind nur bedingt vorhersehbar

– umso wichtiger ist es, dass

Kommunen handlungs- und entscheidungsfähig

bleiben, betonen die

Sicherheitsexperten.

DIE AUTOREN

Prof. Dr. André Röhl ist Leiter des

Studiengangs Sicherheitsmanagement

an der NBS Northern Business School

in Hamburg. Er ist Mitbegründer des

Deutschen Instituts für Sicherheit und

Krisenvorsorge (DISK). Rico Kerstan,

MBA, berät als Geschäftsführer der KR

Krisensicher Risikoberatung GmbH

Verwaltungen und kritische Infrastrukturen

bei der Verbesserung ihrer Risikound

Sicherheitsmanagementprozesse.

Resilienz

Planen für den

Blackout

Was ist, wenn Strom und Wasser nicht mehr fließen und die Kommunikationsnetze

zusammenbrechen? Die Sicherheitsexperten André Röhl und Rico

Kerstan haben Konzepte entwickelt, mit denen Kommunen organisationale

Resilienz planen können.

Die aktuelle Debatte um die Folgen

von Stromausfällen nach Lastabschaltungen

oder durch einen

Blackout zeigt auf, wie vulnerabel unsere

digitalisierte Gesellschaft ist. Kommunen

müssen Handlungsoptionen entwickeln,

um mit den Auswirkungen komplexer Ereignisse

umzugehen. Um die Resilienz

unserer Gesellschaft auch in Zeiten großer

Ungewissheit zu steigern, bedarf es

Mut, die Verantwortlichkeiten für Krisenvorsorge

und -bewältigung neu zu denken.

Die Folgen eines langanhaltenden

Stromausfalls sind nur zum Teil vorhersehbar.

Entsprechend können sie nur bedingt

im Vorfeld vorbereitet werden.

Oberstes Ziel der Vorbereitungen ist

daher die Wahrung der Handlungs- und

Entscheidungsfähigkeit. Für kreisangehörige

Gemeinden bedeutet dies, dass sie

sich im Rahmen der allgemeinen Gefahrenabwehr

auf die vielschichtigen Auswirkungen

eines umfassenden Stromausfalls

vorbereiten müssen. Dies ist

Foto: Adobe Stock/ric

Für Kommunen, Versorgungsunternehmen und Planer ist es nicht leicht, neue Ver- und Entsorgungsleitungen

zu planen und zu realisieren. Die Installation von Erdleitungen verursacht Flurschäden

durch überdimensional breite Arbeitsstreifen und Vermischungen von Bodenschichten.

Um solche Eingriffe in Natur und Umwelt zu minimieren, ist eine Umsetzung durch einen Einsatz

der grabenlosen Technologie mittels Pflugverfahren die Voraussetzung. Die Firma Spiderplow

beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Spezialtiefbau und Pflugtechnik.

Spiderplow kann Kabel und Rohre auch dort

verlegen, wo es mit konventionellen Methoden

schwierig ist – mit geringsten Flurschäden.

Durch die schnelle Pflugverlegung, die entgegen

der her-kömmlichen offenen Grabenbauweise

anstatt Wochen oder Monate nur noch Tage benötigt,

können, je nach Projektgröße und Komplexität,

Kosteneinsparungen bis zu 50 Prozent

erzielt werden. Auch die Lärm- und Abgasemissionen

werden drastisch reduziert.

Zur Umsetzung der grabenlosen Kabel- und

Rohrinstallation wird die Spiderplow-Technologie

eingesetzt um eine schnelle und unauffällige

Installation viel effizienter gegen unerlaubte Manipulation

zu schützen.

Durch einen Schlitz im Boden werden Kabel und

Rohrleitungen eingeführt.

Die Technologie besteht aus einer geländegängigen

Windenzugmaschine mit einem 100

Meter langen Windenseil und einem Abstützschild,

das zur Verankerung der Zugmaschine im

Boden dient. Die zweite Einheit besteht aus

dem eigentlichen Pfluggerät, das mit dem Pflugschwert

das Erdreich aufschneidet. Dabei entsteht

ein Schlitz im Boden, durch den die Kabel

und Rohrleitungen eingeführt und bis zu 3,2

Meter tief im Erdreich abgelegt werden.

Der Pflugvorgang ist für das zu verlegende Medium

schonend, da es zug- und reibungsarm ins

Erdreich eingebracht und druckfrei auf der geglätteten

Ablagesohle abgelegt wird. Einsanden

ist nicht notwendig, da das verlegte Medium in

kurzer Zeit mit Feinteilen des umgebenden Erdreichs

umhüllt wird.

Das Pflugverfahren kann für Wasser-, Abwasser-,

Gas-, Fernwärme-, Geothermie- oder

CO22- Leitungen mit Rohrdurchmessern von bis

zu 630 mm eingesetzt werden. Mittels Spiderplow-Torpedo-Einziehverfahren

können auch

Stahlleitungen mit Durchmessern von bis zu

900 mm eingepflügt werden. Im Vergleich zu

herkömmlicher Technologie wird dabei bis zu

fünfzigmal weniger Treibstoff verbraucht. Dies

wirkt sich positiv auf die Umweltbilanz der Abgasemissionen

aus. Durch das spezielle Verlegesystem

kann man Kabel- oder Rohrleitungen

zusammen mit weiteren Leitungen in einem Arbeitsgang

einpflügen. Die Rekultivierung der

Oberfläche, die einen minimalen Einsatz von

Baggertechno-logie erfordert, kann schnell und

effizient ausgeführt werden und hinterlässt

kaum Spuren.

Mit dem Einsatz unterschiedlicher Vermessungstechnologien

und einer tachymetrischen

Steuerung ist eine lückenlose Dokumentation

der Lage und Tiefe sowie eine Pflugverlegung

mit Gravitationsgefälle möglich. Hierbei werden

mit hoher Präzision nach Vorgabe von digitalen

Koordinaten die Rohrleitungen verlegt und die

Daten elektronisch in Echtzeit dokumentiert. Die

Dokumentationsdaten können für die Darstellung

im Katasterplan und für den Höhenschnitt

verwendet werden. Spiderplow hat für jede Anforderung

das richtige Werkzeug, bedient von

erfahrenem und geschultem Fachpersonal.

Oberhofener Straße 47a

84453 Muehldorf

Tel.: 0170 7076 960

E-Mail: gsperber@spiderplow.com

www.spiderplow.com

64 der gemeinderat 11/22


EXTRA

Kritische Infrastruktur

Anzeige

Advertorial

Laptop aus, Kerze an – und man sollte sich darauf einstellen, dass an die Stelle einer übergeordneten

Koordinierung eine dezentrale Eigenverantwortung treten muss, empfehlen André Röhl und Rico Kerstan.

Foto: Adobe Stock/cosma

bung. Meso-Resilienz umfasst ein funktionierendes

Krisenmanagement zur

Aufrechterhaltung der wichtigsten Prozesse.

Makro-Resilienz ermöglicht durch

Kooperation unterschiedlicher Akteure

die gemeinsame Nutzung und den Austausch

notwendiger Ressourcen. Sie

macht Ressourcen für die Verwaltung

nutzbar, die sonst verborgen bleiben, weil

sie nicht zu den klassischen Akteuren der

Gefahrenabwehr gehören.

Aufbauend auf dem Resilienzmodell

haben wir eine Methode zur Analyse des

Gesamtökosystems in der Kommune entwickelt:

die Municipal Impact Analysis,

kurz MIA (übersetzt: kommunale Wirkungsanalyse).

Der Name leitet sich von

der „Business Impact Analysis“ ab, dem

Kernelement betrieblicher Kontinuitätsplanungen.

Ziel von MIA ist es, die Handlungsfähigkeit

der Kommunalverwaltung

als Organisation zu verbessern und die

Bewältigungsfähigkeit in der örtlichen

Gemeinschaft zu erhöhen.

Foto: iLOQ

Die Schließzylinder lassen sich durch das iLOQ-System ganz einfach mit dem Smartphone bedienen.

Zugangsmanagement für kritische Infrastrukturen

nicht zuletzt der Tatsache geschuldet,

dass im Falle des Stromausfalls Kommunikationsverbindungen

mit hoher Wahrscheinlichkeit

eingeschränkt sind und an

die Stelle einer übergeordneten Koordinierung

eine dezentrale Eigenverantwortung

treten muss.

Die Auswirkungen können derart komplex

sein, dass die Wiederherstellung der

Stromversorgung nicht gleichbedeutend

mit dem Funktionieren des gesellschaftlichen

Lebens ist. Durch Spillover-Effekte

zwischen Systemen und Prozessketten ist

auch nach Wiederherstellung der Stromversorgung

mit erheblichen Einschränkungen

zu rechnen.

ORGANISATIONALE RESILIENZ IM FOKUS

Die Covid-19-Pandemie hat zudem gezeigt,

dass die Legaldefinition von Kritischen

Infrastrukturen (KRITIS) in einer

umfassenden Krise nur wenig hilfreich

ist. Beispielsweise fallen von rund 2000

Krankenhäusern in Deutschland nur

knapp 200 unter die gesetzliche KRITIS-

Definition nach dem BSI-Gesetz (BSIG).

Für die einzelne Kommune ist ein Krankenhaus

aber dennoch von großer Bedeutung.

Zudem müssen die kommunalen

Verwaltungen selbst als kritisches Element

verstanden werden, sind diese doch

wichtiger Teil der örtlichen Gemeinschaft.

Aber auch Ad-Hoc-Auslegungen

zur „Systemrelevanz“ waren in der Vergangenheit

im Ergebnis zu ungenau, um

daraus eine zielgerichtete Vorbereitung

auf kommunaler Ebene abzuleiten.

Kommunalverwaltungen sollten daher

die eigene organisationale Resilienz in

das Zentrum der Vorbereitungen stellen.

Das von uns entwickelte Resilienzmodell

unterscheidet hierbei vier verschiedene

Handlungsfelder:

_ Widerstandsfähigkeit (Verringerung

von Risiken und Schäden),

_ Bewältigungsfähigkeit (Überwindung

des Schadens),

_ Verständnis des inneren Ökosystems

(organisationsspezifisches Handeln

in der Verwaltung),

_ Verständnis des äußeren Ökosystems

(organisationsspezifisches Handeln

in der Kommune).

Die unterschiedlichen Reifegrade der einzelnen

Handlungsfelder resultieren in

unterschiedlichen Evolutionsstufen organisationaler

Resilienz. Nano- und Mikro-

Resilienz fördern durch entschlossenes

und agiles Handeln die Störungsbehe-

DIE SIEBEN SCHRITTE DER MIA

1 Der erste Schritt von MIA ist die

Abgrenzung des Ökosystems. Sie

hat wesentliche Auswirkungen auf

die zu betrachtenden Verwaltungsdienstleistungen

und Organisationen

von kommunaler Bedeutung.

Bei der Abgrenzung sind die tatsächlichen

Wirkungsketten zu analysieren,

die sich nicht immer an

kommunale Gebietsgrenzen halten

– auch ein Klärwerk in der

Nachbargemeinde muss Berücksichtigung

finden. Bei Schritt 1

werden zudem Kritikalitätsstufen

als Grundlage für die spätere Einordnung

von Sachverhalten abgestimmt.

In ihnen drückt sich die

Entscheidung aus, welche Risiken

akzeptiert werden können. Zudem

müssen Szenarien definiert werden,

die in der Analyse Berücksichtigung

finden sollen, zum Beispiel

Stromausfall, Flut oder Dürre.

2 Im zweiten Schritt folgt die Erhebung

der Organisationen von kommunaler

Bedeutung. Sie umfassen

Organisationen der KRITIS-Sektoren

ebenso wie Organisationen,

die über besondere Ressourcen

wie Fuhrpark und

Anlagen der Versorgungsindustrie müssen besonders vor unbefugtem Zutritt gesichert, aber in

dringenden Fällen schnell und problemlos zugänglich sein. Die Energienetze Bayern GmbH & Co.

KG, die als größter regionaler Gasverteilnetzbetreiber in Südbayern Stadtwerke, Industrie- und

Privatkunden zuverlässig mit Erdgas beliefert, setzt auf das mobile Zugangsmanagementsystem

S50 von iLOQ. Sebastian Strohmenger, iLOQ Key-Account Manager − Utilities, erläutert die Vorteile,

die die digitale Schließlösung insbesondere für kritische Infrastrukturen bietet.

Was macht das Zugangsmanagement von

Energieversorgern wie der Energienetze

Bayern so herausfordernd und wie kann iLOQ

bei der Lösung helfen?

Das gesamte Netzgebiet der Energienetze Bayern

erstreckt sich über eine Fläche von ca.

20.000 Quadratmeter. Das bedeutet: Einzelne

Schließsysteme der verschiedenen Standorte

und Anlagen sind geografisch weit voneinander

entfernt. Dies stellt ein Sicherheitsrisiko dar,

denn die Zugangsrechte müssen gesichert und

stets auf dem aktuellen Stand sein. Unser Zugangsmanagementsystem

S50 wurde speziell

für die Anforderungen moderner Versorgungsunternehmen

entwickelt und punktet durch Flexibilität

und Mobilität. Als Schlüssel dienen die

NFC-fähigen Smartphones der Mitarbeiter. Die

Verwaltung der Zugangsrechte erfolgt in Echtzeit

per Fernzugriff über die cloudbasierte iLOQ Manager-Software.

Somit können einem Mitarbeiter

vor Ort Zugangsrechte schnell und bequem

gewährt und wieder entzogen werden. Auch verlorene

oder nicht zurückgegebene Schlüssel

sind kein Problem mehr.

Welchen Einfluss hat das auf Wartung,

Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit?

Der entscheidende Vorteil der digitalen iLOQ

Schließzylinder ist, dass sie ohne Batterie und

Kabel funktionieren − als Energiequelle dient

das Smartphone. Damit sind sie praktisch wartungsfrei:

Batterien müssen nicht ausgetauscht

und entsorgt, Kabel nicht repariert werden. Auch

Reisekosten werden reduziert, denn durch die

cloudbasierte Zugangsverwaltung entfallen

Fahrten für die Ver- und Rückgabe physischer

Schlüssel oder den Austausch von Schließzylindern.

Übrigens war das Thema Nachhaltigkeit ein

wichtiges Kriterium, warum sich die Energienetze

Bayern für iLOQ entschieden hat. Seit

2019 agiert der regionale und bürgernahe Energieversorger

CO 2

-neutral und ist sich seiner Verantwortung

für Umwelt und Klimaschutz

bewusst.

Die Umstellung von einer mechanischen auf

eine digitale Schließlösung ist sicher komplex.

Wie funktioniert das in der Praxis?

Bei unserem Kunden Energienetze Bayern galt

es 2000 Anlagen und Standorte sowie Bürogebäude

umzurüsten und über 3000 iLOQ S50-

Zylinder zu installieren. Das Projekt haben wir

nach einer Pilot- und Testphase bis Ende 2022

erfolgreich umgesetzt.

Als großer Vorteil in der Praxis erweist sich

die Modularität des iLOQ-Systems. Verstellbare

Zylinderlängen erleichtern den Einbau und das

Nachrüsten enorm. Anpassungen können sogar

vor Ort schnell und einfach ohne Modifikationen

an der Tür oder Verkabelungen vorgenommen

werden.

iLOQ hat ein spezielles Kompetenzteam aufgebaut,

um Kunden im Bereich der kritischen

Infrastrukturen zu betreuen und optimal auf deren

Projektanforderungen einzugehen. Darüber

hinaus steht iLOQs Netzwerk von zertifizierten

Fachhandelspartnern zur Verfügung, um bestmöglichen

Service zu bieten.

iLOQ Deutschland GmbH

Am Seestern 4

40547 Düsseldorf

Tel.: 0211/97 177 480

www.iloq.de

66 der gemeinderat 11/22


EXTRA

Kritische Infrastruktur

Welche Ressourcen können wann

bereitstellt werden? Welche benötigt

sie wann? Zur Bewertung werden

die zuvor genutzten Zeitspannen

genutzt.

Glasfaser-Internet

aus der Region für die Region

Eine Empfehlung der Sicherheitsexperten lautet: Szenarien sollten definiert werden, die in der Analyse

Berücksichtigung finden sollen, zum Beispiel Stromausfall, Flut oder Dürre.

Stromgeneratoren oder besondere

Bedarfe, zum Beispiel Pflegeheime

oder Dialysepraxen, verfügen.

3 Im dritten Schritt wird in einem

Expertenworkshop mit Vertretern

der Verwaltung und ausgewählter

Organisationen die Bedeutung jeder

Organisation für das Ökosystem

„Kommune“ bewertet. Dies

beinhaltet für jedes Szenario eine

organisationsbezogene Einschätzung

der Ausfallwirkung, der Unterstützungsbedürftigkeit

und des

Unterstützungspotentials entlang

einer zeitlichen Entwicklung (zum

Beispiel vier, acht, 24, 48 Stunden)

im Einklang mit den im ersten

Schritt definierten Kritikalitätsstufen.

6 Im sechsten Schritt werden die individuelle

Widerstands- und Bewältigungsfähigkeit

von Organisationen

und Verwaltung eingeschätzt. Dies

erfolgt im Gespräch mit der Organisation

selbst. Mögliche Leitfragen

sind: Wie lange kann die Organisation

den Betrieb aufrechterhalten?

DIE SIEBEN SCHRITTE DER MUNICIPAL IMPACT ANALYSIS (MIA)

Schritt 7:

Abgleich und

Maßnahmendefinition

Foto: Adobe Stock/DOC RABE Media

Schritt 1:

Kontext festlegen

7 Im siebten und letzten Schritt werden

die Widerstandswerte mit den

akzeptablen Ausfallzeiten verglichen.

Im Falle von Abweichungen werden

Handlungsempfehlungen zur Anpassung

der organisationalen Kompetenzen

erstellt und umgesetzt.

MIA liefert der kommunalen Verwaltung

ein fundiertes Lagebild zu Potenzialen,

ebenso aber auch Schwächen in der eigenen

Verwaltung und im kommunalen

Ökosystem. Sie ist Voraussetzung für

eine zielgerichtete Steuerung von Ressourcen

im Krisenfall, für Investitionen

und für die Förderung kommunaler Resilienz.

MIA macht Gefahrenabwehr zum

kommunalen Gemeinschaftsprojekt.

Auch trotz neuartiger Bedrohungs- und

Krisenszenarien kann auf diese Weise

die unverzichtbare Kompetenz der kommunalen

Selbstverwaltung zur Lösung

von Krisen zur Geltung gebracht werden.


André Röhl, Rico Kerstan

Schritt 2:

Auswahl der

Organisation von

kommunaler Bedeutung

Wie Kommunen schneller vorankommen –

Mit DNS:NET zum kommunalen Giganetz

Jetzt informieren zum

Glasfaserausbau unter: glasfaserausbau@dns-net.de

Netzausbau unter: netzausbau@dns-net.de

Ausbau in Gemeinden: gemeinde@dns-net.de

Geschäftskunden

Immobilienwirtschaft

(030) 667 65 100

(030) 667 65 147

4 Im vierten Schritt werden im Kontext

des Ökosystems die wichtigsten

Prozesse innerhalb der kommunalen

Verwaltung identifiziert: Welche

Auswirkung hat der Ausfall der

Verwaltungsdienstleistung in den

jeweiligen Zeitspannen?

Schritt 6:

Widerstands- und

Bewältigungsfähigkeit

bewerten

MUNICIPAL

IMPACT

ANALYSIS

Schritt 3:

Expertenworkshop zur

Kritikalitätsbewertung

Privatkunden

(0800) 10 12 858

5 Es folgt die Einschätzung der akzeptablen

Ausfallzeiten sowohl bezüglich

der Verwaltungsprozesse als

auch der Prozesse innerhalb des

Ökosystems. Diese ergeben sich je

Szenario aus den Analysen der

Schritte drei und vier.

Quelle: Röhl/Kerstan

Schritt 5:

Akzeptable Ausfallzeiten

für Organisation

und Verwaltung

Schritt 4:

Kritische

Verwaltungsprozesse

erheben

Das Ziel von MIA: die Handlungsfähigkeit der Kommunalverwaltung als Organisation

zu verbessern.

68 der gemeinderat 11/22

Glasfaser für alle.

www.dns-net.de


EXTRA

Kritische Infrastruktur

EXTRA

Gesetzgebung

Vorbereitet auf

Cyberattacken

Kommunen und kommunale Betriebe müssen sich auf neue IT-Vorgaben

einstellen: Die Rechtsanwälte Markus Heinrich und Denise Dressler-Niesler

über das IT-Sicherheitsgesetz 2.0 und die NIS-2-Richtlinie.

DIE AUTOREN

Das Schutzniveau der IT-Infrastruktur soll gesteigert werden: „Das impliziert Anforderungen, die wahrscheinlich – in weiten Teilen erstmalig – die

öffentliche Verwaltung mit in die Verantwortung nehmen werden“, so Markus Heinrich und Denise Dressler-Niesler.

Foto: Adobe Stock/sdecoret

Ein Blick in das Bundeslagebild Cybercrime

2021 des Bundeskriminalamtes

(BKA) macht klar: Die

Lage ist ernst – die Anzahl erfasster Cyberstraftaten

steigt an, die Aufklärungsrate

sinkt. Für das Jahr 2021 ist ein Anstieg

um über zwölf Prozent zu verzeichnen,

bei einer abfallenden Aufklärungsquote

von unter 30 Prozent. Es zeigt sich

auch: Es sind nicht nur Wirtschaftsunternehmen

betroffen. Die Cyberkriminalität

ist längst in den Kommunen angekommen.

So war Anlass des ersten nationalen

Cyber-Katastrophenfalles ein Angriff auf

die Verwaltung des Landkreises Anhalt-

Bitterfeld.

Dort waren nach einem Ransomware-

Angriff die IT-Infrastruktur monatelang

und somit die Prozesse kommunaler Verwaltung

weitgehend und nachhal-

Markus Heinrich ist Rechtsanwalt und

Partner bei der Kanzlei Wolter Hoppenberg,

Standort Köln. Denise Dressler-

Niesler LL.M. ist Rechtsanwältin bei der

Kanzlei Wolter Hoppenberg, Standort

Hamm.

Die öffentliche Toilette als Teil

ästhetischer urbaner Gestaltung

• BARRIEREFREI nach DIN 18040

• GERUCHSFREI aufgrund des permanenten Luftaustauschs

• IMMER SAUBER weil automatisch gereinigt, desinfiziert und getrocknet

• EINSPARUNG bei Reinigungskosten und Verbrauchsmaterial


EXTRA

Kritische Infrastruktur

Anzeige

Advertorial

Datenverarbeitung ist eine Aufgabe mit enormer Bedeutung – IT-Sicherheit soll dementsprechend ausdrücklich als Kontroll- und Leitungsaufgabe

implementiert werden.

tig eingeschränkt (Bundeslagebild Cybercrime

2021).

Sowohl durch den deutschen Gesetzgeber

als auch auf europäischer Ebene

wird dem zunehmenden Bedrohungsszenario

durch Cyberkriminalität Rechnung

getragen. Die einschlägigen Regelungen

zur Steigerung der Sicherheit in der Informationstechnologie

werden verschärft. In

diesem Beitrag soll daher ein Blick geworfen

werden auf nationale Entwicklungen,

nämlich das IT-Sicherheitsgesetz 2.0,

und auf europäischer Ebene den Vorschlag

der EU-Kommission zur NIS-2-

Richtlinie.

Ziel ist es, das Schutzniveau der IT-

Infrastruktur zu steigern. Das impliziert

gesteigerte Anforderungen, die nunmehr

wahrscheinlich – in weiten Teilen erstmalig

– auch die öffentliche Verwaltung

mit in die Verantwortung nehmen

werden.

DAS IT-SICHERHEITSGESETZ 2.0

Um die Regelungen der kommenden

NIS-2 Richtline zu verstehen, müssen wir

zunächst einen kurzen Blick in das aktuelle

IT-Sicherheitsgesetz 2.0 und dessen

Vorgängerregelung werfen. Im Jahr 2015

wurde erstmals mit dem IT-Sicherheitsgesetz

„1.0“ ein deutschlandweit einheitlicher

Standard zur Gewährleistung von

Cybersicherheit geschaffen. Das Gesetz

belegte ausschließlich Betreiber kritischer

Infrastruktur (KRITIS) mit Meldeund

Audit- oder Zertifizierungspflichten,

die eine dauerhafte und zuverlässige

Funktion der Prozesse gewährleisten

sollten.

Auf diese Regelungen aufsetzend ist

am 28. Mai 2021 das IT-Sicherheitsgesetz

2.0 in Kraft getreten. Es erweiterte insbesondere

den Adressatenkreis der gesetzlichen

Regelungen um sogenannte

„UBI“: Unternehmen im besonderen öffentlichen

Interesse. Hierunter fallen

wohl insbesondere DAX-Konzerne sowie

zum Beispiel die chemische Industrie.

Für sie werden die neuen Störfallmelde-,

Registrierungs- und Zertifizierungspflichten

allerdings erst ab 1. Mai 2023

gelten.

Der Pflichtenkreis für KRITIS-Betreiber

wurde indes bereits zum 28. Mai 2021

erweitert: Er umfasst nunmehr eine frühzeitige

Anzeige des Einsatzes kritischer

IT-Komponenten, und zwar inklusive der

Vorlage von Garantieerklärungen über

die gesamte Lieferkette sowie die Implementierung

weiterer Sicherheitsstandards,

wie die Einführung von Angriffserkennungssystemen.

Zudem wurde das Bundesamt für Informationssicherheit

(BSI) mit weitergehenden

Kompetenzen ausgestattet. Dazu

gehört insbesondere die Befugnis zum

Eindringen in IT-Systeme Dritter („Hackerbehörde“),

ebenso gehören Fallen für

Angreifer („Honeypods“) dazu und die

Warnung vor unsicheren IT-Komponenten,

wie es zum Beispiel medienwirksam

im Fall der russischen Firma Kaspersky

geschehen ist.

Ende 2020 schlug die EU-Kommission

sodann eine neue Richtlinie für ein hohes

gemeinsames Cybersicherheitsniveau in

der Union vor. Es soll der „bestehende

Rechtsrahmen modernisiert (werden)

unter Berücksichtigung der zunehmenden

Digitalisierung des Binnenmarkts in

den letzten Jahren und der sich rasch

weiterentwickelnden Bedrohungen für

die Cybersicherheit“ (Begründung zur

NIS-2-Richtlinie der EU-Kommission).

DIE NIS-2-RICHTLINIE

Es dürfte zeitnah mit einer Verabschiedung

der NIS-2-Richtlinie zu rechnen

sein. Die Richtlinie ist dann in nationales

Recht umzusetzen. Trotz des bereits hohen

Sicherheitsstandards durch das IT-Sicherheitsgesetz

2.0 ist von der Einführung

rechtlicher Neuerungen bei der Umsetzung

der NIS-2-Richtlinie, möglicherweise

in einem „IT-Sicherheitsgesetz 3.0“,

auch in Deutschland auszugehen.

Bei der Umsetzung in nationales Recht

werden diverse Vorgaben zu be-

Foto: Adobe Stock/Gorodenkoff

Foto: SALTO Systems

Außenansicht des Rathauses von Unterföhring, das vollständig mit einer elektronischen Zutrittskontrolle ausgestattet ist.

Gemeinde Unterföhring verwendet elektronische

Zutrittslösung

Die Gemeinde Unterföhring im Landkreis

München setzt für die Zutrittskontrolle auf

eine kabellose elektronische Lösung von

SALTO Systems.

Derzeit nutzt die Gemeinde Unterföhring in acht

ihrer Einrichtungen die SALTO-Anlage: im Seniorenwohnheim

St. Valentin-Hof, im Rathaus, im

Kulturzentrum Bürgerhaus, in einem Pflegeheim

für an Demenz erkrankte Menschen, im Sportzentrum,

in der Freiwilligen Feuerwehr, der Seniorenbegegnungsstätte

„Feringahaus“ sowie in

der Grundschule. Ausgangspunkt der Installation

war das Sportzentrum im Jahr 2003.

Schrittweise sind dann über die Jahre immer

neue Objekte hinzugekommen, sodass momentan

über alle Standorte hinweg mehr als 760

Türen und rund 2200 Personen in die kabellose

Zutrittslösung eingebunden sind.

Eine elektronische Lösung kam für die Gemeinde

vor allem wegen der funktionalen Überlegenheit

gegenüber mechanischen Anlagen in

Betracht. Dazu zählt die höhere Sicherheit: Verlorene

Schlüssel stellen kein Risiko mehr dar,

weil Zutrittsrechte mit einem Mausklick entzogen

werden können. Dank der flexiblen und

übersichtlichen Berechtigungsverwaltung werden

darüber hinaus die Betriebsabläufe für die

Mitarbeiter erheblich vereinfacht. Sie müssen

nicht erst passende Schlüssel suchen, wenn sie

zu einem Schadensfall gerufen werden, sondern

benutzen einfach ihr RFID-Identmedium, welches

sie auch über mehrere Standorte hinweg

verwenden können. Zugleich lassen sich Räume

und Ressourcen, zum Beispiel Sportgeräte im

Sportzentrum oder die Technik im Kulturzentrum,

flexibler und nachvollziehbar nutzen. Außerdem

ist die Zutrittskontrolle in einigen Objekten

mit der Gebäudetechnik verknüpft, was der

Gemeinde erhebliche Betriebskosten spart.

Alle Nachhaltigkeitskosten berücksichtigen

Geplant und installiert hat die Anlage die Daimer

GmbH Türmanagement. Daimer hat die SALTO

Space Systemplattform vor allem wegen des

SALTO Virtual Network (SVN) empfohlen, das

genau die richtige Brücke zwischen Funktionsreichtum

und einfacher Handhabung schlägt.

Sowohl die mühsame Aktualisierung von reinen

Offline-Systemen als auch die Komplexität und

hohen Kosten vollverkabelter Anlagen kamen daher

nicht in Frage.

„Wenn ich heute Gebäude reibungslos bewirtschaften

möchte, gehört eine elektronische

Zutrittskontrolle einfach dazu. Als Betreiber

möchte ich wissen, wer über welche Berechtigungen

verfügt. Und wenn etwas passiert ist,

möchte ich wissen, wer wohin gegangen ist.

Nach so vielen Jahren im Einsatz kann ich als

Zwischenfazit sagen, dass sich das System sehr

gut bewährt hat“, erklärt Monika Wagner, Lei-

terin Liegenschaften/Hochbau der Gemeinde

Unterföhring und für die Zutrittskontrolle zuständig.

Sie hat auch noch eine Empfehlung parat:

„Man muss bei der Auswahl seiner Zutrittslösung

eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung über

einen längeren Zeitraum durchführen und sollte

alle Nachhaltigkeitskosten berücksichtigen. Ein

Beispiel sind die Reinigungsdienste in unseren

Gebäuden. Wenn die den Generalschlüssel eines

mechanischen Systems verlieren würden,

müssten wir die gesamte Anlage austauschen.

Das würde im Zweifel zwar die Versicherung teilweise

bezahlen, aber wir hätten den ganzen organisatorischen

Aufwand, der ja auch kostet –

Geld und Nerven. Das ersparen wir uns zum

Glück, da wir die elektronische Lösung nutzen.“

SALTO Systems GmbH

Schwelmer Str. 245

42389 Wuppertal

Tel: 0202 769579-0

info.de@saltosystems.com

www.saltosystems.de

72 der gemeinderat 11/22


EXTRA

Kritische Infrastruktur

Parlament & Verwaltung

Fernwärme gehört im geplanten Rechtspaket mit dazu: Als Teilsektoren im Bereich des Sektors

Energie nimmt der NIS-2-Richtlinienentwurf neu unter anderem Fernwärme und -kälte auf.

rücksichtigen sein. Der Entwurf sieht eine

Geltung der Richtlinie für private und

nunmehr auch öffentliche Einrichtungen

vor, die in den Anhängen I und II zur

Richtlinie als „wesentliche“ und „wichtige

Einrichtungen“ aufgeführt werden

(Artikel 2). Die Einordnung als „wesentliche“

und „wichtige Einrichtungen“ ergibt

sich aus der Zuordnung zu Sektoren.

So werden zum Beispiel ausdrücklich

als Sektor (erstmals) die gesamte öffentliche

Verwaltung sowie weitere Industriezweige

Adressaten der Regelungen rund

um Cybersicherheit. Als Teilsektoren im

Bereich Energie nimmt der NIS-2-Richtlinienentwurf

Wasserstoff sowie Fernwärme

und -kälte auf (Anhang I zur

Richtlinie).

Das Thema IT-Sicherheit soll ausdrücklich

als Kontroll- und Leitungsaufgabe

implementiert werden. Leitungsorgane

der betroffenen Einrichtungen müssen

die Risikosicherheitsmaßnahmen billigen,

die Umsetzung beaufsichtigen und

Rechenschaft geben, wenn Verpflichtungen

nicht eingehalten werden. Ferner sind

verpflichtend Schulungen vorgesehen

(Artikel 17).

Risikomanagementmaßnahmen werden

ausdrücklich und ausführlich geregelt

(Artikel 18), neue Vorgaben zum

Melde- und Berichtswesen werden getroffen

(Artikel 20). Die Regelungen umfassen

Melde- und Berichtspflichten, zum

Beispiel für erhebliche Bedrohungsfälle

sowie Meldepflichten binnen 24 Stunden

Foto: Adobe Stock/Stefan

nach Kenntnisnahme des (eingetretenen)

Sicherheitsvorfalls.

ERWEITERUNG DES ADRESSATENKREISES

Die Bedeutung, die der Steigerung der Cybersicherheit

beigemessen wird, zeigt sich

auch an der vorgesehenen Bußgeldregelung

(Artikel 31). Das Verhängen von Bußgeldern

soll „wirksam, verhältnismäßig

und abschreckend sein“. Als Höchstbetrag

werden mindestens zehn Millionen Euro

oder bis zu zwei Prozent des weltweiten

im vorausgehenden Geschäftsjahr getätigten

Umsatzes des Unternehmens genannt,

je nachdem, welcher Betrag höher ist.

Bislang liegt lediglich der Entwurf der

NIS-2-Richtlinie vor. Was letztlich nationales

Recht werden wird, bleibt abzuwarten

– mit dem IT-Sicherheitsgesetz 2.0

haben wir in Deutschland bereits ein

komplexes Regelungssystem. Es muss allerdings

davon ausgegangen werden, dass

sich sowohl der Pflichten- als auch der

Adressatenkatalog – letzterer insbesondere

durch Erstreckung auf die öffentliche

Hand – erweitern wird.

Dies ist angesichts der Bedrohungslage

durch Cyberkriminalität auch begrüßenswert.

Gerade Kommunen und kommunale

Unternehmen, die häufig aufgrund

ihrer Strukturen nicht über einen großen

IT-Spezialistenstab verfügen, ist dringend

zu raten, sich frühzeitig mit diesem

Thema zu befassen und neue Entwicklungen

im Blick zu behalten.

Markus Heinrich, Denise Dressler-Niesler

Foto: Adobe Stock/Markus Mainka

Jede(r) Vierte in Deutschland hat eine internationale Familiengeschichte – das sollte für Verwaltungen

eine wichtige Rolle spielen, empfiehlt Waishna Kaleth.

Diversität

Verwaltung als Spiegel

und Vorbild

Alle werden profitieren, streicht die Personalberaterin Waishna Kaleth

heraus: Gerade jetzt kann es gelingen, dass mehr Mitarbeitende mit

internationaler Familiengeschichte Spitzenpositionen in der öffentlichen

Verwaltung übernehmen.

Gut jede vierte Person in Deutschland

hat eine internationale Familiengeschichte.

Dabei handelt es

sich um Personen, die selbst zugewandert

sind oder zur Gruppe der Migranten zweiter

Generation gehören – das bedeutet,

dass mindestens ein Elternteil mit ausländischer

Staatsangehörigkeit geboren

wurde. Personen mit internationaler Familiengeschichte

stellen somit einen großen

Teil der deutschen Bevölkerung dar,

und ihr Anteil steigt weiterhin. Das spiegelt

sich jedoch nicht in der öffentlichen

Verwaltung wider.

Personen mit internationaler Familiengeschichte

sind insbesondere auf den Managementebenen

immer noch unterrepräsentiert

und belegen eine geringere Anzahl

an Führungspositionen. Außerdem

haben sie nicht dieselben Aufstiegsmöglichkeiten

wie ihre Kolleginnen und Kollegen

ohne internationale Familiengeschichte,

und sie üben darüber hinaus

Tätigkeiten aus, für die sie überqualifiziert

sind.

Aber warum ist eine adäquate Repräsentation

von Personen mit internationaler

Familiengeschichte in der öffentlichen

Verwaltung wichtig? Laut Magdalena Nowicka,

Professorin für Migration and

Transnationalism an der Humboldt Universität

zu Berlin, hat die öffentliche Verwaltung

eine herausgehobene Stellung in

der Gesellschaft: „Sie repräsentiert Interessen

aller Bürgerinnen und Bürger, unabhängig

von deren Zugehörigkeit zu

einer Gruppe, die durch Merkmale wie

Alter, Geschlecht, Ethnie oder Religion

definiert wird.“

Nicht nur der gesellschaftliche Zusammenhalt

und sozialer Frieden, sondern

auch die Glaubwürdigkeit der Politik hängen

demnach davon ab, wie repräsentativ

die öffentliche Verwaltung die Verhältnisse

der Bürgerschaft widerspiegelt. Zudem

ist der öffentliche Dienst einer der

größten Arbeitgeber des Bundes, er

nimmt daher eine Vorbildfunktion ein.

Eine Diversity-gerechte Gestaltung der

Personalgewinnung könnte der Schlüssel

sein, um den Anteil von Personen mit

internationaler Familiengeschichte im öffentlichen

Dienst und auf Managementebenen

strategisch zu erhöhen. Im Zuge

des demographischen Wandels und des

in naher Zukunft stattfindenden Ausscheidens

der Babyboomer-Generation

aus dem Arbeitsleben wird eine hohe

Fluktuation im öffentlichen Dienst stattfinden.

Das bedeutet, dass viele (Führungs-)

Positionen in der öffentlichen

Verwaltung in den kommenden Jahren

vakant werden und neu besetzt werden

müssen. Dieses Szenario kann als Chance

gesehen werden, eine adäquatere Repräsentation

aller Bevölkerungsgruppen zu

ermöglichen und den Anteil der Personen

mit internationaler Familiengeschichte zu

erhöhen.

Ein wichtiges Handlungsfeld in diesem

Kontext sind veränderte Maßnahmen der

Personalgewinnung. Zum einen zählt

dazu der Ausbau von Marketingmaßnahmen,

wie zum Beispiel die zielgruppenspezifische

Ansprache in Stellenanzeigen.

Die Inhalte einer Stellenanzeige

sollten diskriminierungsfrei und aufgabenbezogen

formuliert werden. Dies setzt

die Erarbeitung und Festlegung eines Anforderungsprofils

voraus, dem nur berufsrelevante

und nicht personenspezifische

Gesichtspunkte zugrunde liegen.

Zum anderen sollten sich Personalverantwortliche

über sogenannte „Bias“, unbewusste

kognitive Verzerrungen in der

Wahrnehmung, im Kontext von Personalauswahlprozessen

bewusst werden und

entsprechend gegensteuern. Hierbei können

möglichst standardisierte Prozesse

eine objektive Beurteilung von Bewerberinnen

und Bewerbern unterstützen. Eine

weitere Möglichkeit: eine möglichst heterogen

zusammengesetzte und geschulte

Auswahlkommission. Waishna Kaleth

DIE AUTORIN

Waishna Kaleth, M.Sc. Psychologin, ist

Beraterin bei zfm – Zentrum für Management-

und Personalberatung in Bonn.

der gemeinderat 11/22

75


TOP Stellenmarkt für kommunale

Das Karriereportal für den öffentlichen Dienst

Fach- und Führungskräfte

In Kooperation mit

Sie managen die Finanzen und Beteiligungen unserer Stadt!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein*e

Stadtkämmerin*Stadtkämmerer (w/m/d)

Personal, Digitalisierung, Wirtschaft – Sie steuern unser Querschnittsdezernat!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein*e

Beigeordnete*Beigeordneter (w/m/d)

für Personal, Digitalisierung und Wirtschaft

Mit Ihrer Innovationsstärke machen Sie unser Personalmanagement

fit für die Zukunft!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Amtsleitung Verwaltungsservice und

Personalmanagement (w/m/d)

Führen Sie das neu gegründete Amt für Gebäudemanagement zum Erfolg!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Amtsleitung Gebäudemanagement (w/m/d)

Bei Ihnen liegt die Schulentwicklung unserer Stadt in den richtigen Händen!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Leitung des Amtes für Schule, Kultur, Sport und

Tourismus (w/m/d)

Steuern Sie komplexe Tiefbauprojekte als Leitung unseres neu

gegründeten Amtes!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Amtsleitung Verkehr, Tiefbau und Grünflächen (w/m/d)

Setzen Sie als Leitung des Jugendamtes die richtigen Impulse für die Kinder,

Jugendlichen und Familien der Kupferstadt Stolberg!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Leitung des Jugendamtes (w/m/d)

Mit Ihrer Finanzexpertise steuern Sie den Konzern Hansestadt Lüneburg!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein*e

Stadtkämmerin*Stadtkämmerer (w/m/d)

Stellen Sie die Weichen für die Zukunft unseres gesetzlichen Sozialversicherungsträgers!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Geschäftsführung (w/m/d)

eines gesetzlichen Sozialversicherungsträgers in NRW

Wir bieten Ihnen beides: Führung eines motivierten Teams und

spannende TGA-Projekte!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Sachgebietsleitung Energiemanagement (w/m/d)

Interessiert?

Bewerben Sie sich direkt bei der Beratungsgesellschaft zfm. Für einen ersten vertraulichen

Kontakt stehen Ihnen dort unter der Rufnummer 0228 265004 unsere Berater*innen

Julia Schwick, Waishna Kaleth und Roland Matuszewski gerne zur Verfügung.

Aktuelle Stellenangebote finden Sie unter: www.treffpunkt-kommune.de/top-stellenmarkt

Human Kapital

als Erfolgsfaktor

Weitere Informationen

finden Sie unter:

www.zfm-bonn.de


AUSSENANLAGEN

Bodengitter

BELEUCHTUNG

Lichtmasten

E-GOVERNMENT

Informationstechnki

Produkte & Dienstleistungen

Belastbare Flächen

ohne Versiegelung!

» Parklätze

» Feuerwehrflächen

» Wege

» Bankette uvm.

BAUEN

Mauerwerk

ecoraster.de

Schachtabdeckungen

KHK-Kunststoff

Handel Karlsruhe

Tel. +49 (0) 721 94425 0

www.khk-karlsruhe.de

ks-original.de

info@ks-original.de

Hotline 0800 7002070

Modulbau

So geht

Lichtmast heute!

Wartungsfrei, langlebig, sicher.

FUCHS Europoles GFK GmbH

Europoles-Straße 1

92318 Neumarkt i.d.OPf.

T: +49 9181 896 -1208

gfk@fuchs-soehne.de

gfk.fuchs-europoles.de

Prüfung & Messung von Masten

Wir prüfen für Ihre

Sicherheit!

FACHTAGUNG DRESDEN 2019

RAUM 1 STAND 12

Wir prüfen für Ihre Sicherheit

3D-Standsicherheitsprüfungen an Beleuchtungsmasten aller Art

Nach Nach DIN EN DIN ISO/IEC EN 17025 17025:2018 akkreditiert akkreditiert und DIN und ISO DIN 9001:2015 ISO 9001:2015 TÜV-zertifiziert.

TÜV-zertifiziert.

Standsicherheitsprüfungen

an Beleuchtungsmasten

aller Art

Nach DIN EN ISO/IEC 17025:2018

akkreditiert und DIN ISO 9001:2015

TÜV-zertifiziert

REI-LUX Prüf-, Mess-,

Verfahrenstechnik GmbH & Co. KG

41812 Erkelenz, www.rei-lux.de

REI-LUX PRÜF-, MESS-, VERFAHRENSTECHNIK GMBH & CO. KG

REI-LUX Bernhard-Hahn-Straße PRÜF-, MESS-, 30a VERFAHRENSTECHNIK Tel. 02431 8051 GMBH 85, Fax &-89

CO. KG

41812 Erkelenz41812 Erkelenz www.rei-lux.de

BREITBANDAUSBAU

Glasfasernetze

Ihr Breitband-Spezialist

für den Glasfaserausbau.

www.connectcom.de

info@connectcom.de

T +49 7022 9607 100

LÄSST ORTE AUFBLÜHEN:

UNSER SCHNELLSTES

GLASFASERNETZ.

deutsche-glasfaser.de/

kommunen

Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH

Am Kuhm 31 · 46325 Borken DG_2299_0

Dienste

Software

Netz

Beratung

Die richtige

Lösung

für alle, die

Internet wollen!

Top-

Anbieter

CYBERSECURITY

Sicherheitssoftware

Hacker nutzen KI.

Wir auch.

sophos.de

www.carrierwerke.de

Das Portal bietet umfassende

E-Vergabe für Vergabestellen

und unterstützt diese bei der

elektronischen Durchführung

von Vergabeverfahren

www.dtvp.de

Produktberatung Vergabestellen

Tel: 030 / 37 43 43 – 810

Fax: 030 / 37 43 43 – 822

E-Mail: vergabestellen@dtvp.de

nscale eGov

Die anpassungsfähige E-Akte-

Lösung für die öffentliche

Verwaltung.

www.ceyoniq.com

ENERGIEVERSORGUNG

Photovoltaik

WES

GREEN

FREIFLÄCHENPHOTOVOLTAIK

Die Experten für

kommunale

Photovoltaikanlagen

WES Green GmbH

Europa-Allee 6 · 54343 Föhren

Tel. +49(0)6502 99994- 0

www.wesgreen.de

KOMMUNALBERATUNG

Verwaltungsmanagment

KUBUS

KOMMUNALBERATUNG und service gmbh

100% KOMMUNAL

100% LEISTUNG

Kompetenz für Kommunen.

Ein Unternehmen kommunaler Spitzenverbände

VERWALTUNGSMANAGEMENT

BEITRÄGE UND GEBÜHREN

VERGABEVERFAHREN

www.kubus-mv.de

®

KOMMUNALTECHNIK

Akku- und Elektrowerkzeuge

MEHR POWER

MEHR MAKITA

WWW.MAKITA.DE

Grünflächenpflege

Grünflächenpflege mit System

Mäh- und Absaugtechnik

Vertikutieren, Mähen, Absaugen

– leistungsstark

– verschiedene Größen und Typen

Infos anfordern!

STOLL GmbH

Maschinenbau

Raiffeisenstr. 29

74592 Kirchberg

Tel. 07954 9880-0

Fax 07954 9880-30

info@stoll-landschaftspflege.de

Kanalgeräte und

Schachtregulierungen

Obere Mühle 11

74906 Bad Rappenau

Tel.: 07066 / 99 20-0

www.beck-tec.de

Winterdienstgeräte und Technik

www.buchermunicipal.com

ÖFFENTLICHER RAUM

Vogelabwehr/-schutz

www.vogelabwehr.de

Nachhaltige Vogelabwehr

Bundesweit tätig

Tel. 0800 866 4000

PERSONAL

Zeitwirtschaft,

Zutrittsberechtigung

AIDA ORGA GMBH

Gültlinger Straße 3/1

75391 Gechingen

Telefon 07056 9295-0

Fax 07056 9295-29

www.aida-orga.de

info@aida-orga.de

AIDA bietet

umfangreiches Know-how

aus über

45 Jahren Erfahrung

und über

9.000 Kunden.

www.rauch.de

PUBLIC DESIGN

Außenmöblierung

ZIEGLER Metallbearbeitung GmbH

Free Call 0800 100 4901 · info@ziegler-metall.de

www.ziegler-metall.de

projekt w

Systeme aus Stahl

URBANE SYSTEME

Einhausungen für Abstellplätze

Fahrradüberdachungen vom Profi

• Individuell planbar

• Massiv und langlebig

• Anpassbar durch Baukastensystem

• Optional mit Dachbegrünung

• Offen oder abschließbar

• 100% made in Germany

Tel.: 05258 98280

Fahnenmasten

www.projekt-w.de

www.knoedler.de

Hugo

Knödler GmbH

Weinstadt

info@projekt-w.de

Heinkelstrasse 44

71384 Weinstadt

Tel. 07151 / 99 51 60

www.fahnenmast.com

Fax. 07151/ 99 51 66

www.knoedler.de

Fahnenmasten, Absperrpfosten,

Fahrradständer, Alu-Leitern,

Reparatur von Fahnenmasten

FAHNEN & FAHNENMASTEN

FAHNENZENTRUM

NEUMEYER-ABZEICHEN e.K.

09833 98 89 40

www.fahnenmasten-shop.de

Fahrradständer

Fahrradständer

Stadtmobiliar

Überdachungen

Johannes Teeken GmbH

Postfach 1307 • 29447 Dannenberg

T 05861 8440 • www.teeken.de

Gewerbliche Leitsysteme

Wartehallen


RATTENBEKÄMPFUNG

derschutzbox

im Kanal

oberirdisch

NEU

Schädlingsbekämpfung

Schädlingsbekämpfungsservices

für

Städte und Gemeinden

info@anticimex.de

oberirdisch

Rattenbekämpfung per Funk

mit ToxProtect ®

0911/131312-0

www.ball-b.de

Vogelabwehrsysteme,

Bekämpfung von Nagern (auch giftfrei)

und Eichenprozessionsspinnern.

www.anticimex.de

Freecall 0800 / 233 04 00

kleusberg.de/modulbau

kleusberg.de/modulbau

kleusberg.de/modulbau

Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG

Hessenweg 9

D-48157 Münster

Hamburg Berlin Halle Wissen

Düsseldorf Hamburg . Berlin Remseck . Halle ..

München

. Wissen

Düsseldorf Remseck ..

München

RECYCLINGPRODUKTE

Qualitätsprodukte aus

Recycling-Gummigranulat

T. +49 251 4908- 0

zutrittsorganisation@winkhaus.de

www.winkhaus.de

Elektronische und mechanische Schließsysteme

für Objekte jeder Größenordnung.

SOFTWARE

Kommunale Softwarelösungen

Besser gemeinsam.

Das Management von

Gebäudeversicherungen

+49 (0)176 2009 0019

sales@oqio.de

www.oqio.de

Spielplatzgeräte

Spielplatzgeräte

der besonderen Art

SPOGG Sport-Güter GmbH

Schulstraße 27 · D-35614 Asslar-Berghausen

Tel. 06 44 3/81 12 62 · Fax 0 64 43/81 12 69

www.hally-gally-spielplatzgeraete.de

VERKEHRSTECHNIK

Lösungen

®

LÜFT Recycling-Systeme

Weil Sicherheit so wichtig ist – www.lueft.de

MARKT

Software

Aktuelle Rechtsentwicklungen intuitiv verfolgen

Neue Gesetze oder die Änderungen geltender

Vorschriften stellen kommunale

Wirkungsbereiche vor große Herausforderungen.

Oft streckt sich ihr Entstehungsprozess

über eine längere Zeit, so

dass es oft schwerfällt, den Überblick zu

behalten. Einmal beschlossen, müssen

die neuen Vorgaben zudem schnell umgesetzt

werden – eine organisatorische

und finanzielle Herausforderung.

Die Firma Juris, ein Anbieter von digitalem

Rechts- und Praxiswissen, will mit

ihrem Produkt Juris PreLex eine Lösung

zur Verfügung stellen, mit der Kommunen

Gesetzgebungsverfahren mühelos

verfolgen können. Nutzer von Juris Pre-

Lex greifen auf zahlreiche Gesetze und

Vorschriften von Europarecht über Bundes-

und Landesrecht bis Kommunalrecht

zu. Auch die Verkündungsblätter des

Bundes und der Länder beziehen sie elektronisch.

Nutzer können sowohl einzelne

Foto: Juris

Rechtsetzungsverfahren als auch ganze

Rechts- und Themenbereiche von Juris

beobachten lassen. Bei relevanten Änderungen

erhalten sie außerdem automatisch

eine Push-Nachricht.

www.juris.de/prelex

Visuelle Elemente im Juris-Portal machen den

Status quo von Gesetzgebungsverfahren direkt

sichtbar.

Foto: Window Master

Die automatisierte Fensterlüftung gilt als

nachhaltige und ressourcenschonende Lösung,

um Gebäude effizient zu lüften und zu kühlen.

Hygiene

Natürlich lüften

Ein neues Planungstool des Lüftungsspezialisten

Window Master soll das Ausarbeiten

von Projektentwürfen für Neubau

oder Sanierung vereinfachen, bei denen

eine kontrollierte natürliche Lüftung zum

Einsatz kommt. Das laut Unternehmen

kostenlose Tool fragt projektspezifische

Angaben wie Raumfläche und Fensteranordnung

ab. Anschließend liefert es

Informationen über erforderliche Fensteröffnungsflächen

und die Luftwechselrate.

www.windowmaster.de

RAUMSYSTEME

Container

Mobile Räume mieten.

Flexible Raumlösungen

für jede Branche.

www.container.de

Modulbau

Modulgebäude für Bildung,

Arbeit, Pflege und mehr:

Industriell gefertigt –

maßgeschneidert ausgeführt.

www.cpbau.de

Fallschutz und Zubehör

aus Recycling-Gummigranulat

kraiburg-relastec.com

SICHERHEIT

Zutrittskontrollsysteme

VIELSEITIGE

ZUTRITTSLÖSUNGEN

SALTO Systems GmbH

www.saltosystems.de

www.knoedler.de

PROSOZ Herten GmbH

Ewaldstr. 261 | 45699 Herten

Tel. (02366) 188-0

E-Mail: info@prosoz.de

www.prosoz.de

SPORT UND SPIEL

Eissport- und Solaranlagenbau

VERKEHRSWESEN

Beratung und Gutachten

ENERGIE

INFRASTRUKTUR

bernard-gruppe.com

WEITERBILDUNG

Umweltklimaschutz

Weiterbildung

per Fernstudium

Gepr. Umwelt- und

Klimaschutzmanager/in (SGD)

Gepr. Energiemanager/in (SGD)

Studieren neben dem Beruf

Start jederzeit – an 365 Tagen

Start ohne Risiko –

der sgd-Testmonat

Jetzt Infos

anfordern!

www.sgd.de/

energie

INDUSTRIE

MOBILITÄT

Foto: FCN, Fulda

Bauen

Pflastersteine mit geringem CO 2 -Fußabdruck

FCN, ein Anbieter von Betonsteinprodukten

für den Garten- und Landschaftsbau,

hat eine Technik entwickelt, die die CO 2 -

Emissionen von Betonpflastersteinen und

-produkten um 60 bis 80 Prozent reduzieren

soll. Bei der klassischen Produktionsweise

der Betonsteine wird bisher Zement

als Bindemittel eingesetzt. Der Nachteil

des Rohstoffs: Bei seiner Herstellung wird

Mit Geoprime lassen sich laut Hersteller die

CO 2

-Emissionen von Betonpflastersteinen und

-produkten um 60 bis 80 Prozent reduzieren.

der gemeinderat 11/22

viel CO 2

freigesetzt. Durch die derzeitige

Zusammensetzung eines Betonsteinpflasters

mit einer Steinhöhe von acht

Zentimetern werden rund 20 Kilogramm

CO 2

pro Quadratmeter emittiert. Mit der

innovativen Herstellungstechnik von

FCN soll sich dieser Wert auf weniger als

fünf Kilogramm CO 2

pro Quadratmeter

reduzieren lassen.

Mit dem Einsatz eines rein mineralischen

geopolymeren Bindemittels, das

vollständig zementfrei ist, greift FCN auf

eine Entwicklung des finnischen Startup-Unternehmens

Betolar zurück. Dabei

werden industrielle Nebenprodukte mit

Aktivatoren kombiniert, dazu gehören

beispielsweise Hüttensandmehl, das bei

der Stahlerzeugung anfällt, oder Flugasche.

Die Klimabeton-Pflastersteine von

FCN sind unter dem Namen Geoprime

erhältlich.

www.fcn-betonelemente.de

Arbeitskleidung

Bequem und nachhaltig

Das Unternehmen BP – Bierbaum-Proenen

hat seine Warnschutz-Kollektion BP Hi-

Vis Stretch erweitert. So soll es noch mehr

Auswahlmöglichkeiten für Beschäftigte

im Straßenbau, im Leitungs-Tiefbau,

Gleisbau oder in der Abfallwirtschaft geben.

Künftig ergänzen eine Warnschutz-

Winterjacke, ein Sweatshirt-Troyer, eine

Sweatjacke mit Kapuze und ein Funktions-T-Shirt

die Kollektion.

Die Produkte sollen durch Funktionalität,

Komfort und Passform überzeugen.

Außerdem legt das Unternehmen nach

eigenen Angaben viel Wert auf eine sozial

und ökologisch nachhaltige Herstellung

ihrer Kleidung. Beim sportlichen Design

setzt BP auf Zweifarbigkeit: Warnorange

oder -gelb ist jeweils mit Anthrazit kombiniert.

Die Reflexstreifen sind bei den

meisten Produkten aufgepatcht, für mehr

Tragekomfort und Leichtigkeit.

www.bp-online.com

81


Vorschau der gemeinderat 12/22 – 1/23

Die nächste

Ausgabe

erscheint

ab 20.

Dezember

IMPRESSUM

der gemeinderat

Das unabhängige Magazin für

die kommunale Praxis

Herausgeber

pVS - pro Verlag und Service GmbH & Co. KG

Energieversorgung in kalten Zeiten

Die Versorgung mit Wärme und Strom zählt aktuell zu den größten Herausforderungen

in deutschen Kommunen. Ist die Wärmeversorgung im Winter sichergestellt? Sind

flächendeckende Blackouts zu erwarten? Wie kann die Versorgung im Ernstfall fair

verteilt werden? Antworten und Empfehlungen finden Sie in unserer nächsten Ausgabe.

Zukunftssicher bauen

Energiesparende Baustoffe und umweltfreundliches

Bauen sind gefragt, zugleich

müssen Kommunen mit steigenden Kosten

und Materialknappheit rechnen. Mehr

noch: Der Kommunalbau bleibt eine der

obersten Prioritäten, denn sozialverträgliche

Wohnungen, Schulen, Kitas sowie

Unterkünfte für Geflüchtete werden dringender

gebraucht denn je.

Foto: Adobe Stock/Philip Steury

Nachhaltig rechnen

Viele Städte und Gemeinden haben die

Transformation hin zu einer nachhaltigen

Haushalts- und Finanzpolitik bereits eingeleitet.

Wie entsprechende Konzepte und

Strategien in der Praxis konkret umgesetzt

werden können, zeigen wir in der

nächsten Ausgabe von „der gemeinderat“.

Unter anderem beleuchten wir das Thema

nachhaltige Beschaffung.

Foto: Adobe Stock/kishivan

Foto: Adobe Stock/Calado

Geschäftsführer Marcus Baumann,

Marc Becker, Tilmann Distelbarth

Verlagsleitung Beate Semmler (V.i.S.d.P.)

Leitung Produktmanagement Print & Digital

Lisa Hofmann-Vorbach

Chefredakteur Wolfram Markus

Redaktionsleitung Dr. Sabine Schmidt,

Dirk Täuber (Sonderthemen)

Redaktion Beatrix Drescher, Hannah Henrici,

Yannis Gaukel (Volo.)

Leitung Sales Management

Michael Wilhelm Blaser

Sales Management

Jörg Benzing, Dagmar von Dahlen,

Darja Schiz-Salov

Vertrieb

Christina Kircher (christina.kircher@pro-vs.de)

Layout und Grafik

Heilbronner Stimme Medienproduktion

Erscheinungsweise monatlich

Bezugsbedingungen

Der Einzelpreis beträgt 8,50 Euro

zzgl. 7 % MwSt., Porto und Verpackung

Jahresabonnement: 95,50 Euro

inkl. 7 % MwSt., Porto und Verpackung

Es gelten die Mediadaten Nr. 45

vom 1. Januar 2022

Verlags- und Redaktions an schrift

pVS - pro Verlag und Service

GmbH & Co. KG, Stauffenbergstraße 18,

74523 Schwäbisch Hall

Tel. 0791 95061-8300, info@pro-vs.de

Konto

Sparkasse Schwäbisch Hall–Crailsheim,

IBAN DE91 6225 0030 0005 2553 00

Druck und Herstellung

MÖLLER PRO MEDIA GmbH

Zeppelinstraße 6, 16356 Ahrensfelde

Tel. 030 41909-0, Fax 030 41909-299

Nachdruck und Vervielfältigung – auch auszugsweise

– nur mit Genehmigung des Verlages.

Gedruckt auf umweltfreundlichem UltraMag

Plus Silk-Recyclingpapier aus 100% Altpapier,

zertifiziert mit den Umweltsiegeln „Der Blaue

Engel“, „EU-Ecolabel“, FSC- und PEFC-Siegel.

ISSN 0723-8274

BLACKOUT-

NEUE

SICHER!

SOLARLEUCHTE

VIALUX

Nachhaltig und kostenschonend:

Solarbeleuchtung von ecoliGhts!

Einsatzgebiete:

Ihre Vorteile:

• Straßen, Nebenstraßen

• Keine Verkabelungsarbeiten

und Parkplätze

• Keine Stromkosten

• Gehwege, Promenaden

• Beitrag zur Energieautonomie

und Bushaltestellen

• Innovatives Design

• Radwege und

Radschnellverbindungen

• Qualität „Made in Austria“

• Parkanlagen und

• 18 Jahre Erfahrung

Naherholungs gebiete

in Solarbeleuchtung

• Camping- und Spielplätze

• Über 250 realisierte Projekte

in Deutschland

• Siedlungs- und Wohngebiete

Rufen Sie uns an – wir beraten Sie gerne!

ecoliGhts – SOLARE BELEUCHTUNG GMBH

A-8741 Weißkirchen • Hopfgarten 18

Tel. / Fax: +43 (0)3577 82330-0/-44 • E-Mail : info@ecolights.at

82 der gemeinderat 11/22

von ecoliGhts die Technik – von der Sonne die Energie

www.ecolights.at


EFR Sensor Control

Dämmerungssensor

mit Kommunikationseinheit

EK 593

Funk-Rundsteuerempfänger

mit integrierter Antenne

Sensor Control

Beleuchtungssteuerung

mit dem EFR-Langwellensystem —

preiswert, schnell und zuverlässig

efr.de/systemloesungen/beleuchtungssteuerung

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!