Liebe Kinder! - Reformierte Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich

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Liebe Kinder! - Reformierte Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich

Der

S ABBAT

W

Du Narr!

Nicht nur Worte!

Der Mensch

zum Bilde Gottes,

als Mann und Frau

geschaffen

Jahrgang 85, nr. 2

ÄCHTER

Jahrgang 85 Nummer 2 - 03/2010

Eine Buchbesprechung


2

Der

S abbat

Wächter

______________

Jahrgang 85, Nr. 2

Leuchtturm der Hoffnung, des Glaubens

und der Wahrheit in einer verworrenen Welt.

Unser Glaube:

• Der allweise, liebende Gott schuf alle Dinge

des Universums durch seinen Sohn, Jesus

Christus; er ist der Eigentümer und Erhalter.

• Er begegnete der Herausforderung seiner

liebenden Führung und Autorität, indem

er die Welt mit sich versöhnte durch das

Leben, den Tod und die Auferstehung seines

Sohnes, das Wort, das Fleisch wurde.

• Der Heilige Geist, Jesu Stellvertreter auf

Erden, überzeugt von der Sünde, führt zur

Wahrheit und überwindet, wenn er im Menschen

wohnt, alle Ungerechtigkeit.

• Die Bibel ist der Bericht über das Handeln

Gottes mit der Menschheit und der Maßstab

jeglicher Lehre; die Zehn Gebote sind die

Abschrift seines Charakters und die Grundlage

aller dauernden Reform.

• Sein Volk, in Übereinstimmung mit Gottes

Wort und unter der Leitung des Heiligen

Geistes, ruft alle Menschen auf, durch den

Glauben an Jesus mit Gott versöhnt zu

werden.

• Die Prophetie der Bibel offenbart, dass

die Weltgeschichte bald mit der sichtbaren

Wiederkunft Jesu als König, ihren Abschluss

finden wird. Alle, die ihn als Erlöser der

Welt und ihren Herrn angenommen haben,

werden von ihm aus Gnaden aufgenommen.

Gemeindeschrift der

Internationalen Missionsgesellschaft

der Siebenten-Tags-Adventisten,

Reformationsbewegung,

Deutsche Ausgabe

Redaktion und Versandadresse:

Internationale Missionsgesellschaft

der Siebenten-Tags-Adventisten,

Reformationsbewegung - Versandstelle -

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Inhalt

Bibelstudium

Nicht nur Worte ................................................................................ 9

Aktuelles

Der Mensch zum Bilde Gottes, als Mann und Frau geschaffen ........ 3

Eine Buchbesprechung und ihre Geschichte ..................................... 6

Lebenshilfe

Du Narr! .......................................................................................... 12

Wir haben Christi Sinn - oder? ...................................................... 16

Kinder

Geschenke, die nichts kosten ......................................................... 18

Jugend

Interview ........................................................................................... 19

Jugenderfahrung ........................................................................... 19

Der verlorene Sohn ......................................................................... 20

Gott! Wo warst du? ...........................................................................22

Einladung Jugendtreffen in Pracht ................................................... 24

Jugendprojekt 2010 ......................................................................... 24

Gemischtes

Glaubenserfahrungen ......................................................................16

Aus dem Gemeindeleben ................................................................ 14

Geburtstage und Jubiläen im Altenheim .......................................... 23

Gepriesen

sei Gott,

der HERR,

der Gott Israels.

Er tut Wunder,

er allein!

Psalm 72,18

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Der Sabbatwächter


Der Mensch zum Bilde Gottes,

als Mann und Frau geschaffen.

Der Plan Gottes

– seine Geschöpfe sollen

glücklich sein.

„Und Gott der Herr sprach: Es ist

nicht gut, dass der Mensch allein

sei; ich will ihm eine Gehilfin machen,

die um ihn sei.“ 1. Mose 2,18.

Der Mensch war nicht geschaffen,

um einsam zu leben; vielmehr sollte

er ein Gemeinschaftswesen sein.

Ohne Gefährtin hätten ihm die schöne

Landschaft und die befriedigende Arbeit

auch in Eden kein vollkommenes

Glück bereitet. Selbst der Umgang mit

den Engeln würde seine Sehnsucht

nach Mitgefühl und Gesellschaft nicht

gestillt haben. Keiner war ja wie er, als

dass er ihn hätte lieben und von ihm

wieder geliebt werden können. Gott

selbst gab Adam die Gefährtin, „die

um ihn sei“, eine Gehilfin, die zu ihm

passte, die als Begleiterin geeignet

war und die in Liebe und Mitgefühl mit

ihm eins sein konnte.

Eva wurde von einer Rippe aus

Adams Seite geschaffen. Sie sollte

ihn nicht als Haupt beherrschen,

aber auch nicht unterdrückt werden.

Sie sollte ihm vielmehr ebenbürtig zur

Seite stehen, und er sollte sie lieben

und beschützen. Als Teil des Mannes,

Bein von seinem Bein und Fleisch von

Jahrgang 85, nr. 2

seinem Fleisch, war sie sein anderes

Ich. In inniger Verbindung sollten sie

einander liebevoll zugetan sein

„Darum wird ein Mann seinen Vater

und seine Mutter verlassen und

seinem Weibe anhangen, und sie

werden sein ein Fleisch.“ 1. Mose

2,24. Gott stiftete die erste Ehe. Der

Schöpfer des Weltalls wurde auch der

Urheber dieser Einrichtung.

(Patriarchen und Propheten S. 22)

Warum glaubt der Mensch

dem Feind?

Satan hat es von Anfang an verstanden,

nicht nur den Menschen, sondern

sogar den Engeln vorzugaukeln, dass

Gottes Welt durch seine Vorschläge

noch verbessert werde. Warum sich

solchen Einschränkungen unterwerfen

und eine so schöne Frucht, wie

die des Baumes der Erkenntnis, als

verboten zu betrachten? Nein, wenn

ihr sie kostet, werden eure Augen

geöffnet und ihr werdet Dinge erkennen,

die euch bisher verborgen

waren. Gehorsam ist doch nur eine

Einschränkung der Freiheit! Die Folgen

des Glaubens an diese falschen

Versprechungen sind verheerend.

Umso erstaunlicher, dass Menschen

und Völker immer wieder solchen

Irreführungen folgen.

Die alte Welt zur Zeit Noahs versank

im Wasser der Sintflut, als die

Menschen den Sinn ihres Lebens nur

noch in lukullischen und sinnlichen

Vergnügungen sahen. Die antiken

Städte, Sodom und Gomorra, traf

das Gericht, als sie die von Gott zum

Glück und Fortbestand der Menschen

gegebene moralische Ordnung, in

widernatürliche Laster umkehrten.

Die Helden Griechenlands und die

Heere Roms wurden besiegt, als sie

nach Brot und Spielen schrieen und

Laster, vom Fürsten bis zum Sklaven,

die Stelle der Tugend einnahm. Als in

den heidnischen Tempeln statt Gottesverehrung

und Rechtsbelehrung,

Tempelprostitution praktiziert und

brutale Menschenopfer dargebracht

wurden, verschwanden ganze Völker

mit ihren sog. Kulturen.

Was hat unsere Generation aus

diesen Ereignissen gelernt? Mit akribischer

Sorgfalt graben die Archäologen

in den verschütteten Trümmerfeldern

alter Völker, um ihre

Geheimnisse zu enträtseln. Historiker

und Anthropologen formen aus

den der Vergessenheit entrissenen

Mosaiksteinen ein lesbares Bild jener

Menschen. Es ist erstaunlich, mit

welch klaren Umrissen sie zuweilen

die versunkene Vergangenheit wieder

vor unseren Augen lebendig ma-


chen. Noch erstaunlicher aber ist es,

dass die wahren Ursachen zum Niedergang

dieser sog. antiken Kulturen

kaum Interesse und Beachtung finden.

Warum können wir das sagen?

Weil gerade unsere Generation sich

in derselben Richtung fortbewegt!

Es war im Jahr 2002, als in Deutschland

die Prostitution als legale Dienstleistung

anerkannt wurde. Bordelle

können damit öffentlich ihre Dienste

anbieten und Prostituierte werden als

Angestellte oder Gewerbetreibende

als Steuerpflichtige registriert. Damit

ist auch eine weitere Hemmschwelle

gegen den Besuch eines solchen

Etablissements abgebaut. Laut Idea

Spektrum (12. März 2008) gibt es

in Deutschland inzwischen 400.000

Prostituierte, die einen Tagesumsatz

von 120 Millionen Euro erwirtschaften.

Kein Wunder, dass in einem Jahr

(2004) laut Statistik 395.992 Ehen

geschlossen wurden, aber 213.691

geschieden. Ist es Angst vorm Scheitern,

oder der größeren Freiheit wegen,

dass in Deutschland inzwischen

11 Millionen Singles leben und dadurch

mancherorts, vor allem in Großstädten,

Einpersonenhaushalte die

Mehrzahl bilden?

Aus den gescheiterten Beziehungen

entstehen dann die sogenannten

Patchworkfamilien. Der Begriff Patchwork

stammt aus der Notzeit, als

man aus alten Stoffresten etwas zusammenflickte,

etwa einen Teppich.

Eine Patchworkfamilie besteht aus

Partnern, die geschieden sind und

neben ihren gemeinsamen Kindern

noch jeweils Kinder aus früheren

Verbindungen mitbringen. Man mag

sich vorstellen, welch schwierige Verwandtschaftsverhältnisse

sich daraus

ergeben und welche Unsicherheit für

die Kinder, wo doch gerade für ihre

Entwicklung Sicherheit und Geborgenheit

so nötig sind.

Die Unsicherheit und Orientierungslosigkeit

wird noch wesentlich gesteigert,

wenn Kirchen und Glaubensgemeinschaften

statt Wächter über die

gottgegebenen Ordnungen zu sein,

selbst eine Patchwork-Religion machen.

Das ist dann der Fall, wenn

christliche und heidnische, moralische

und unmoralische Elemente willkürlich

nach dem hedonistischen Lustprinzip

zusammengefügt werden. Etwa so,

wie es in den frivolen Sätzen zum

4

Ausdruck kommt: „Gut ist, was Spaß

macht!“, oder „Kann denn Liebe Sünde

sein?“ Ist es nicht ein Höhepunkt

der Gottferne, wenn Kirchenleitungen

erklären: 1991 erklärte die Ev. Kirche

in Berlin-Brandenburg, dass Homosexualität

nur ‚ein anderer Ausdruck

menschlicher Sexualität’ sei.

*1996 stellte die EKD-Schrift: ‚Mit

Spannungen leben’ die Weichen

für die bundesweite kirchliche Anerkennung

der Homosexualität, wenn

sie ‚ethisch verantwortlich gestaltet

wird.’

*2004 erklärte die Bischofskonferenz

der Vereinigten Evangelisch-

Lutherischen-Kirche Deutschlands

(VELKD), dass gleichgeschlechtliche

Lebensgemeinschaften kirchlicher

Amtsträger in Gemeinden zulässig

seien, ‚wenn dort diese Form akzeptiert

wird.’ Idea 23. Jan. 08.

Seitdem bekommen gleichgeschlechtliche

Paare, sog. Homoehen,

kirchlichen Segen. Homosexuelle

sind Bischöfe geworden, und in Pfarrhäusern

leben homosexuelle Pfarrer

und lesbische Pfarrerinnen mit ihren

Partnern zusammen.

Zurück zum

biblischen Vorbild

Am Beginn der Reformation war

Deutschland von Klöstern übersät,

und der ehelose Stand der Priester

und Chorherren, der Mönche und

Nonnen wurde als ein Gott wohlgefälliges

Opfer gepriesen und hoch über

die Ehe gestellt. Aber das Gelübde der

Keuschheit wurde von vielen gebrochen,

und was den geistlichen Stand

vor anderen auszeichnen sollte, wurde

Ursache seines Zerfalls. Darum

bekämpfte Martin Luther und mit ihm

die anderen Reformatoren alle Überbewertung

der Ehelosigkeit.

Einige von Luthers Freunden hatten

bereits geheiratet und er wurde von allen

Seiten gedrängt, dasselbe zu tun.

Mit einem einzigen übriggebliebenen

Klosterbruder hauste er damals in

dem verödeten Augustinerkloster, litt

oft Mangel und entbehrte der notwendigsten

Pflege. Dennoch wollte er keinen

unbesonnenen Schritt tun. Noch

1524 sagte er: „Mein Sinn ist fern vom

Heiraten, da ich täglich den Tod und

die Strafe eines Ketzers erwarte.“

Nun lebten seit 1523 neun Nonnen

in Wittenberg, die dem Kloster

Nimbschen bei Grimma entflohen

waren. Eine davon, Katharina von

Bora, hatte im Haus des Bürgermeisters

und Freund Luthers, Lucas

Cranach, dem Maler, Aufnahme gefunden.

Luther hatte sich bemüht,

sie mit einem Freund zu vermählen,

aber sie lehnte ab. Dann aber ließ

sie ihn wissen, dass sie sich selbst

gern ihm zu eigen geben wollte. Da

entschloss sich Luther rasch, in aller

Öffentlichkeit zu heiraten. Der Kurfürst,

der zu den Gästen zählte, überließ

ihnen als Hochzeitsgeschenk das

Augustinerkloster für sieben Jahre als

Freihaus, später samt Hof und Garten

als vererbbares Eigentum. Daraus

machte Käthe ein wohnliches Zuhause

für ihre Familie, die vielen Gäste

und Studenten von nah und fern. Die

Mahlzeiten bestritt sie zum großen

Teil mit dem, was sie aus ihrem Garten

und ihrem Hof mit Viehzucht erwirtschaftete.

So hat Käthe Luther durch ihren

praktischen Sinn, ihre Gastfreundschaft,

aber vor allem damit, dass sie

ihrem Mann jederzeit eine Stütze war

und ihn aufrichtete, wenn er niedergeschlagen

war, sehr zum Gelingen der

Reformation beigetragen.

Mit vielen Worten hat Luther den

Reichtum bezeugt, den er in der Ehe

erfahren hat. Oft hat er bekannt, wie

teuer ihm seine Gattin war. Sein eigenes

häusliches Glück stand ihm vor

Augen, wenn er den Rat gab: „Liebe

Tochter, halte dich also gegen deinen

Mann, dass er fröhlich wird, wenn er

auf dem Heimweg des Hauses Spitzen

sieht; und wenn der Mann mit seinem

Weibe also lebet und umgehet,

dass sie ihn nicht gern siehet wegziehen

und fröhlich wird, wenn er heimkommt,

so steht’s wohl.“

An anderer Stelle bekannte er: „Die

höchste Gnade und Gabe Gottes ist

ein fromm, freundlich, gottesfürchtig

und häuslich Gemahl, mit der du

friedlich lebest, der du darfst all dein

Gut und was du hast, ja dein Leib und

Leben anvertrauen.“

In den Tischreden, die seine Freunde

gesammelt haben, findet sich das

Wort, das seine eigene Erfahrung beinhaltet:

„Es gibt keine süßere Verbindung

als die einer guten Ehe, und es

gibt keine herbere Trennung als die

einer guten Ehe. Dem kommt nur das

Sterben von Kindern gleich, wie weh

das tut, hab ich selbst erfahren.“

(Liebe braucht ein Zuhause, S. 15.16)

Nach Luthers Vorbild haben viele

evangelische Pfarrer und Glaubensmänner

eine Ehe und Hausstand in

Der Sabbatwächter


christlicher Verantwortung geführt,

die beispielhaft und segensreich ist.

Z.B. Rebekka und Matthias Claudius,

der Liederdichter, oder Johanna und

Johann A. Bengel, der schon vor über

150 Jahren mit den Adventisten die

Wiederkunft Christi erwartet hat.

Der Kirchenhistoriker Adolf von Harnack

konnte deshalb sagen, dass das

evangelische Pfarrhaus „zum Segen

und Vorbild für das ganze deutsche

Volk geworden ist.“ Wie konnte es

dazu kommen, dass es heute, wie wir

sahen, in weiten Teilen ins Gegenteil

degeneriert ist? Wo sind heute

die Reformatoren, die dem gravierenderen

Kahlschlag der göttlichen

Ordnung, mutig in Wort und Beispiel

entgegentreten?

Abschied von

den Geschlechtern

„Abschied von den Geschlechtern;

Die Gender-Ideologie im Vormarsch.“

So titelt eine Dokumentation der Zeitschrift

idea Spektrum, die auf die alarmierenden

Aktivitäten von Ideologen

und Politikern aufmerksam macht, die

versuchen, göttliche und moralische

Ordnungen völlig abzuschaffen. Über

die Gremien, die sich damit beschäftigen

und ihre Ziele wird folgendes berichtet:

„Gender-Studien gehören zwischenzeitlich

zum Standartrepertoire

westlicher Hochschulen. Sowohl das

EU-Parlament als auch die deutsche

Bundesregierung halten Gender Mainstreaming

für eines ihrer wichtigsten

gesellschaftspolitischen Programme.

Das Ziel ist die totale Auflösung bisher

prägender Geschlechtsrollen.

Darin mischen sich feministische

Interessen mit denen der Homosexuellenlobby.

Mann und Frau sollen vollkommen

frei ihre eigene Sexualität,

ihren Lebensstil, ihre Berufstätigkeit

und die Form ihrer Partnerschaft wählen

können – solange sie sich nicht für

das klassische Modell Ehe, Hausfrau

und Berufstätigkeit entscheiden. Die

klassische, lebenslange Ehe als Idealfall

vorgestellt, wird als Gefahr für

alle anderen Lebensformen betrachtet.

Gender Mainstreaming beinhaltet

das Recht, sein Geschlecht frei zu

wählen, die eigene Sexualität auch

zu verändern, seine Partnerschaft in

Länge und Form nach eigenen Vorstellungen

zu gestalten...“ S. 7.8.

„Im Englischen gab es schon immer

zwei Begriffe für „Geschlecht“:

„sex“ und „gender“. „Sex“ bezog sich

ausdrücklich auf das biologische Ge-

schlecht; „gender“ auf Mann und Frau

im Allgemeinen sowie auf Mann und

Frau in ihrer sozialen Gestalt – diese

war jedoch untrennbar mit den biologischen

Geschlecht verbunden. Alltagssprachlich

wurden deshalb „sex“

und „gender“ weitgehend gleichbedeutend

gebraucht.

In den 1970er Jahren entwickelte sich

ein neuer radikaler Feminismus und

mit ihm die Ideologie der „Gender-Perspektive“.

Zentraler Leitbegriff dieser

Ideologie ist der neue Gender-Begriff.

Danach gehören „sex“ und „gender“

nicht mehr zusammen, sondern stehen

unverbunden nebeneinander, ja

sogar in Opposition zueinander. „Sex“,

das biologische Geschlecht, heißt es

in der Gender-Ideologie, sei zwar von

Natur aus gegeben, doch viel wichtiger

sei „Gender“; und Gender sei

lediglich eine „gesellschaftlich konstruierte

Geschlechtsrolle“, die an keine

biologischen Vorgaben gebunden

und daher beliebig veränderbar sei.“

S. 60. 61.

Während es anfänglich bei den Frauenrechtlern

darum ging, dass Frauen

nicht diskriminiert werden, vor Gericht

dieselben Rechte und am Arbeitsplatz

für die gleiche Arbeit denselben Lohn

wie Männer bekommen, wurde inzwischen

der Begriff „Gleichheit“ umgedeutet

in absolute Austauschbarkeit

von Mann und Frau. Was steckt dahinter,

dass sich Politiker und Universitäten

mit solchen perversen Ideen

beschäftigen und ihnen zur Durchsetzung

verhelfen wollen?

(siehe auch Sabbatwächter, Jahrgang

82, Nr. 6, S. 3-5)

Die Mehrheit unserer Zeitgenossen

mag heute noch über die Bemühungen

dieser Leute spotten, denn

die Natur und damit die von Gott

gegebene Ordnung ist gegen sie.

Schwanger werden, Mutterschaft und

Stillen kann nur die Frau. Aber immerhin

ist zu bedenken, dass in einigen

Ländern die Gesetze bereits so verändert

wurden, dass homosexuelle

Paare Kinder adoptieren dürfen. Der

spanische Philosoph Ortega y Gasset

(1883-1955) sagte: „Was heute

an den Universitäten gedacht wird,

wird morgen auf den Gassen gelebt“.

Dieses Morgen hat bereits begonnen.

Es wird dem moralischen Zerfall unserer

Gesellschaft einen gewaltigen

Schub geben und sie auf dem Weg

zum Gericht beschleunigen.

Was können wir

den Tendenzen unserer Zeit

entgegensetzen?

Eben das, wozu der Apostel Paulus

schon vor zweitausend Jahren aufforderte:

„Verkündige den Menschen

Gottes Wort. Setze dich dafür ein,

und zwar überall und zu jeder Zeit!

Rede ihnen ins Gewissen, weise

sie zurecht, und ermutige sie, wo

es nötig ist. Lehre sie geduldig, den

richtigen Weg zu gehen. Denn es

wird eine Zeit kommen, in der die

Menschen von der wahren Lehre

nichts mehr wissen wollen. So wie

es ihnen gerade gefällt, werden sie

sich Lehrer aussuchen, die ihnen

nur das sagen, was sie gerne hören

möchten. Und weil ihnen die Wahrheit

nicht gefällt, folgen sie allen

möglichen phantastischen Ideen.“

2. Tim. 4,2-4, Hfa.

Noch wichtiger aber ist sein Rat an

Titus: „Vor allem aber sei du ihnen

in jeder Hinsicht ein gutes Vorbild.

Das gilt für alles, was du lehrst,

aber auch für dein persönliches

Leben.“ Titus 2,7.

Weil die Vermischung der Geschlechter

schon immer praktiziert

wurde, geben Bibel und Zeugnisse

folgende Warnung: „An dieser Stelle

noch einige Worte zu einer anderen

Unsitte, die von sogenannten

Modereformern propagiert wird. Sie

möchten die Leute glauben machen,

dass die modebewusste Frau heutzutage

am besten Männerkleidung trägt.

Ich halte das für einen Auswuchs, der

die allgemeine Verwirrung nur noch

vergrößert. Wer seinen Kleidungsstil

dem der Männer angleicht, verkehrt

offensichtlich Gottes Ordnung, der

gesagt hat: ‚Eine Frau soll nicht Männersachen

tragen, und ein Mann soll

nicht Frauenkleider anziehen; denn

wer da tut, der ist dem Herrn, deinem

Gott ein Gräuel.’ (5. Mose 22,5) Offenbar

möchte Gott, dass es einen

erkennbaren Unterschied zwischen

Frauen- und Männerkleidung gibt,

sonst hätte er diese Anweisungen

nicht gegeben.“ (Für die Gemeinde

geschrieben, Bd. II, S. 457)

Glückliche Ehen und Familien wird

es auch in Zukunft dort geben, wo

Männer und Frauen ihre vom Schöpfer

verliehenen Veranlagungen pflegen

und in gegenseitiger Liebe und

Verantwortung ihre Aufgaben erfüllen.

Solche Partner wünschen wir unseren

jungen Freunden.

F. Herbolsheimer

Jahrgang 85, nr. 2 5


6

EINE BUCHBESPRECHUNG

UND IHRE GESCHICHTE

Im Oktober 2008 erschien in

Deutschland der Band von Johannes

Hartlapp:

Siebenten-Tags-Adventisten

im Nationalsozialismus“,

Verlag V & R Unipress, Göttingen,

684 Seiten, 76 Euro,

ISBN: 978-3-89971-504-0.

Hartlapp lehrt an der Theologischen

Hochschule Friedensau Kirchen- und

Adventgeschichte. In diesem Monumentalwerk

beschreibt er in einem

nüchternen Stil eine der dunkelsten

Seiten der Adventgemeinde, ohne

viel zu beschönigen oder zu verheimlichen.

Als Historiker ist er ja, anders

als der Apologet, der Objektivität verpflichtet

und an Fakten gebunden.

Seine Arbeit ist das Ergebnis jahrelanger

Nachforschungen in Dutzenden

von Archiven der ehemaligen DDR,

der Bundesrepublik Deutschland,

der Generalkonferenz der STA in den

USA usw. Zudem hat er Hunderte

von Briefen und Gesprächen ausgewertet.

Jede Aussage, auch die explosivste,

wird mit der entsprechenden

geschichtlichen Quelle belegt.

Das Buch verfolgt also keinen

Zweck der religiösen Propaganda

oder Proselytenmacherei, sondern

ist ein sachliches Handbuch der zeitgenössischen

Kirchengeschichte

und zeichnet nach, wie die Adventgemeinde

dem Druck der Regierung

im Ersten wie im Zweiten Weltkrieg

nachgab. Der Autor spannt einen Bogen

von den Anfängen bis etwa 1950

und schildert auch den heldenhaften

Widerstand der Mitglieder der Reformationsbewegung,

ein Widerstand,

den sie häufig mit dem Leben bezahlen

mussten.

In der Botschaft der drei Engel, (Offb.

14, 6-13) mit ihrem Höhepunkt in Vers

12, sahen die Adventisten ihre eigentliche

Legitimation und Aufgabe: „Hier

ist Geduld der Heiligen! Hier sind die

da halten die Gebote Gottes und den

Glauben an Jesus!“ Gemäß diesem

Bekenntnis konstituierten sie sich im

Oktober 1861 als Gemeinschaft mit

folgendem Bekenntnis:

„Wir, die Unterzeichneten, vereinigen

uns hiermit als eine Gemeinschaft,

mit dem Namen Siebenten-

Tags-Adventisten. Wir geloben, die

Gebote Gottes und den Glauben an

Jesus Christus zu halten.“ 1 Dies war

ihr Glaubensbekenntnis und die Satzung,

wozu sie sich hiermit verpflichteten.

J. Hartlapp führt nun aus, wie

es zu den tragischen Abweichungen

hiervon, vor allem während der beiden

Weltkriege kam.

Was er allerdings auf fast 700 Seiten

ausführt, können wir in diesem Rahmen

nur kurz skizzieren:

Ein neuer Anfang

in Deutschland unter

Ludwig Richard Conradi

„Vom ersten Tag seines Wirkens

als adventistischer Missionar prägte

Conradi fast für ein halbes Jahrhundert

die deutschen und darüber hinaus

die mittel- und osteuropäischen

Adventgemeinden in Lehre und Erscheinungsbild

maßgeblich. Die Identifikation

ging so weit, dass seine Probleme

schließlich auch die Probleme

der deutschen STA wurden, deren

Wirkung noch in der Gegenwart zu

verspüren ist. […] Um ein möglichst

großes Gemeindewachstum zu errei-

1 A. Spalding, Origin and History…, 1949, Bd. I, S. 305

chen, löste er sich in späteren Jahren

von jenen theologischen Ansichten

seiner amerikanischen Vorbilder,

die in Deutschland auf heftigen Widerstand

stießen, (Heiligtumslehre,

E.G.White)“. 2

“Eins aber ist unbestritten, Conradi

hatte seit seiner Taufe 1878 nichts

mit den Visionen von Ellen G. White

anzufangen gewusst und sie als Prophetin

infrage gestellt oder gar abgelehnt.

Vor dem Ausschuss der Mitteleuropäischen

Division erklärte er:

»Ihre Auslegungen waren für mich nie

maßgebend.«“ 3

Den Grund, dass Conradi seine Pläne

durchsetzen konnte, bis hin zur

Gründung einer europäischen Generalkonferenz

in Rivalität zur amerikanischen,

erklärt J. Hartlapp so: „Die

Gründung der Europäischen Generalkonferenz

ist wahrscheinlich nur deshalb

möglich geworden, weil Conradi

in Arthur G. Daniells einen Freund

und Mitstreiter gefunden hatte, der

sein Missionskonzept befürwortete,

mittrug und den man im gleichen Jahr

zum Präsidenten der Generalkonferenz

wählte.“ 4

(Hierin finden wir auch eine Erklärung

für die parteiische Stellungnahme

Daniells gegen die Vertreter der

Reformationsbewegung bei den Friedensauer

Verhandlungen 1922).

Durch diesen Einfluss geprägt,

schrieb Guy Dail, Sekretär der Division

beim Ausbruch des Krieges

1914, Folgendes an die Gemeinden

in Deutschland:

„1. Als Nachfolger Christi sollten wir

in diesen Tagen durch die Kraft Gottes

uns als treue, gehorsame, zum Dienst

bereite Untertanen unseres Landes

zeigen […]

2. Sollten wir, soweit wir im Heer stehen,

oder ins Heer eintreten müssen,

unsere militärischen Pflichten freudig

und von Herzen erfüllen […] Aus Josua

6 ersehen wir, dass die Kinder

Gottes von den Kriegswaffen Gebrauch

gemacht haben und auch am

Sabbat den Kriegsdienst versehen

2 Hartlapp, a.a.O., S, 35

3 Ebenda, S. 227

4 Ebenda, S. 49

Der Sabbatwächter


haben. […]- Rundschreiben An unsre

lieben Geschwister, 2. August 1914. 5

Zwei Tage später, am 4. August

1914, richtete Heinrich F. Schubert

sein berüchtigtes Schreiben an das

Kriegsministerium in Berlin. „…Während

wir auf dem Grunde der Heiligen

Schrift stehen und uns befleißigen,

die Grundsätze des Christentums

auszuleben, und daher auch den

von Gott eingesetzten Ruhetag, den

Sonnabend (Sabbat), halten und jede

Arbeit an demselben vermeiden, so

halten wir uns doch verpflichtet, für

die Verteidigung des Vaterlandes einzustehen

und auch am Sonnabend

(Sabbat) unter diesen Umständen

die Waffen zu führen […] Wir haben

diesen unsern Grundsatz unseren

Mitgliedern mitgeteilt und außerdem

alle Gemeinden ersucht, besondere

Gebetsversammlungen anzusetzen,

und von Gott den Sieg der deutschen

Waffen zu erflehen. Sollte es dennoch

vorkommen, dass eingezogene Adventisten

den Dienst am Sabbat oder

das Nehmen der Waffen verweigern,

so wären wir Ew. Exzellenz sehr zu

Dank verbunden, wenn die zuständigen

unterstellten Kommandobehörden

von unserm Grundsatz Kenntnis

erhielten [...].“ 6

Die Entstehung

der Reformationsbewegung

Auf den Seiten 92-101 seines Buches

erwähnt Johannes Hartlapp dann einige

Verantwortungsträger, die Zweifel

an der Haltung ihrer Leiter ausdrückten,

oder sich zu einem schwachen

Protest ermannten. Leider übergeht

er den starken Widerstand, der sich

daraufhin von der Basis der Gemeinschaft

her, entwickelte. Auch die rigorose

Gegenreaktion der Leitung mit

Ausschlüssen und Gemeindeauflösungen

wird kaum erwähnt.

Erst auf Seite 121 erfahren wir, dass

das „grundsätzliche Verhalten der

‚großen Gemeinde’ zu den Protestgruppen

schmerzhaft verdeutlicht,

dass von Gewissensfreiheit in der

Militärfrage und darüber hinaus innerhalb

der Adventgemeinden keine

Rede sein konnte.“ Hier bestätigt er

auch, dass einzelne Reformer sogar

notariell ausgeschlossen wurden.

5 Ebenda, S. 89

6 Ebenda, S. 90,91

Jahrgang 85, nr. 2

Für den Historiker beginnt eine Gemeinde

erst mit den Anfängen einer

Organisation. Während wir Reformer

unseren Anfang auf die Ereignisse

von 1914 datieren, schreibt J. Hartlapp

auf S.101: „Aus den Gruppen opponierender

Adventisten bildete sich

schon 1915 eine schwach organisierte

Gruppierung, die sich den Namen

Reformationsbewegung (Reformbewegung)

gab. Über die Ereignisse der

ersten Wochen nach Kriegsbeginn

liegen keine Berichte vor. Es scheint

sicher zu sein, dass noch 1914 einzelne

Adventisten wegen Kriegsdienstverweigerung

verurteilt wurden, wenn

auch die Behörden anfänglich von

drastischen Strafen absahen.“

(In der Fußnote wird aber auf ein

gutes Dutzend Beiträge zu den Ereignissen

dieser Zeit aus Sicht der Reformation

und STA verwiesen).

Wie wurde die Geschichte

aufgearbeitet?

Als sich 1918 abzeichnete, dass der

Krieg für Deutschland verloren war,

und die Reformationsbewegung erstarkte,

schien bei manchen Verantwortungsträgern

der STA eine Ernüchterung

einzukehren. Davon berichtet

J. Hartlapp S. 93: „Diese massive

Kritik an jeder Form der Beteiligung

am letzten Krieg der Weltgeschichte

brach schließlich - wenn auch erst

einige Zeit später - sogar innerhalb

der Gemeinschaftsleitung mit großer

Deutlichkeit hervor, als Georg W.

Schubert in einer Sitzung des Divisionsausschusses

offen erklärte, dass

Conradis Haltung die Ursache für das

Entstehen der ‚Abfallbewegung’ gewesen

sei.“ So pflegten die STA lange

Zeit die Reformationsbewegung zu

benennen.

Bis 1920 begegneten sich die Adventisten

beider Lager in diesem

rauen Ton. Hartlapp schreibt: „Wer

gehofft hatte, dass nach dem Ende

des Krieges die verhärteten Fronten

zwischen den beiden Parteien gelockert

werden könnten, wurde leider

enttäuscht. Jetzt brauchte niemand

mehr Rücksicht auf die äußeren Umstände

des Krieges und mögliche

staatliche Restriktionen zu nehmen.

Conradi nutzte die Gelegenheit, um

in der ersten Dezemberausgabe des

‚Zionswächters’ noch einmal seine

Begründung des Militärdienstes in

Kriegszeiten als Ausnahmesituation

zu verteidigen und das Verhalten gegenüber

den Reformern zu rechtfertigen.

Allerdings räumte er ein: „Um

unser Werk vor völliger Stilllegung

zu bewahren, mussten wir wohl oder

übel den Unterschied zwischen uns

und der neuen Absplitterung klarlegen...“.

7

Die Reformer hofften auf eine Klärung

von Seiten der Generalkonferenz.

Die erste Gelegenheit dazu

ergab sich, als der Präsident der GK

1920 nach Deutschland kam. „Auf Antrag

der Gegenbewegung fand im Juli

1920, am Rande einer gesamtdeutschen

Predigertagung, in Friedensau

eine Anhörung unter Vorsitz des Präsidenten

der Generalkonferenz Arthur

G. Daniells statt, bei der beide Seiten

ihre Anklagepunkte vortrugen.“ 8

Bei dieser Begegnung legten die

Reformer vier Fragen vor, Conradi als

Sprecher der STA neun. Die Reformer

wollten wissen:

„1. Wie stellt sich die Generalkonferenz

zu der von der deutschen

Leitung seit 1914 getroffenen Entscheidung

bezüglich des vierten

und sechsten Gebotes?

2. Welcher Beweis wird uns erbracht,

dass wir nicht den biblischen

Weg gegen die Brüder eingeschlagen

haben [...]?

3. Wie steht die Generalkonferenz

... zu den Zeugnissen von Schw.

White...?

4. Ist unsere Botschaft laut Offb.

14,6-12 national oder international?“ 9

Conradi fragte unter anderem:

„1. Hat unsere Leitung in Europa

gefehlt, indem sie während der Friedenszeit

den Militärdienst unserer

Brüder sowie den Schulbesuch unserer

Kinder am Sabbat duldete?

2. Waren die Leiter der Gegenbewegung

berechtigt, unter den

schwierigen Umständen, in unseren

Gemeinden dauernd zu wühlen,

Unruhe zu stiften, dieselben zu zerreißen

und sich eigene Gemeinden

zu gründen...?“ 10

Hartlapp kommentiert diese Fragen

auf S. 142,143 wie folgt: „In den Ausführungen

des Präsidenten der Generalkonferenz

wurde deutlich, dass er

7 Ebenda, S. 138 9 Ebenda, S. 140

8 Ebenda, S. 139 10 Ebenda, S. 140


vorrangig auf die Anklagen der Reformer

einging, allerdings auf die entscheidende

Frage des Wehrdienstes

keine klare Antwort gab. Er äußerte

sich auch mit keiner Silbe zu der

vierten Frage der Reformer... Zweifellos

versuchte er, seinen Freund [Conradi]

in Schutz zu nehmen...

Ganz im Gegensatz zu dem milden

Urteil gegenüber den deutschen

Leitern, denen Arthur Daniells »technische

Fehler (d.h. Fehler in der

Handhabung unserer Grundsätze)«

bescheinigte, warf er den Reformern

dagegen »fundamentale Fehler (d.h.

Verstöße gegen die Grundlagen der

Wahrheit)« vor. «Wir glauben«, so urteilte

er, »dass ihr in den Ansichten,

die ihr vertretet, völlig im Irrtum seid...

Was hättet ihr über Mose gesagt,

wenn er, nachdem das Gesetz auf

Sinai gegeben war, euch einige Tage

danach beauftragt hätte, den König

von Basan zu töten...?“

Hartlapp zieht den Schluss: „Es fehlte

ein eindeutiges Schuldbekenntnis

der deutschen Verantwortungsträger

vor den Delegierten der Reformationsbewegung...“

11

„Obwohl das Verhalten der Vertreter

der Reformationsbewegung nicht immer

eindeutig erschien, besaßen sie

als Einzige den Mut zur Selbstkritik:

‚Daß nun in dieser Bewegung viele

Leute mit Irrlehren und Schwärmerei

aufgetreten sind, das ist sehr bedauerlich,

und wo wir als Menschen Fehler

gemacht haben, möchten wir alle

Brüder und Geschwister bitten, uns

zu verzeihen.“ 12

Am Ende dieses Kapitel schreibt

Hartlapp: „Arthur G. Daniells betonte

in seinem Schlusswort, die radikale

Position der Reformer werde zu einer

weiteren Zersplitterung ihrer Bewegung

bis hin zur Bedeutungslosigkeit

führen. Genauso sollte der Vertreter

der Gegenbewegung [Heinrich Spanknöbel]

mit seiner abschließenden

Vermutung Recht behalten, wenn er

fast in Vorwegnahme der Ereignisse

des Zweiten Weltkriegs die Befürchtung

aussprach: »Gehen wir aber auf

diesem Wege wie in der Vergangenheit

weiter, werden wir in den kommenden

Stürmen ein unvorbereitetes

Volk haben«.“

11 Ebenda, S. 144

12 Ebenda, S. 145

8

Die Siebenten-Tags-

Adventisten und

der Nationalsozialismus

Noch ehe eine Gefahr für die Gemeinschaft

drohte, haben sich die

Adventisten völlig dem Nationalsozialismus

mit seinem Führer Adolf Hitler

verschrieben. Hartlapp zitiert aus

einem Flugblatt der STA von 1933:

„ ‚Der Christ ist froh, die Leitung

seines Landes in den Händen eines

Mannes zu wissen, der wie Adolf Hitler

mehr als einmal betont hat, sein

Amt aus Gottes Händen genommen

zu haben, sich ihm verantwortlich

weiß und der als Antialkoholiker,

Nichtraucher und Vegetarier unserer

Auffassung als Lebensreformer näher

als sonst jemand steht’.

Vor diesem Hintergrund wird verständlich,

warum Adolf Hitler geradezu

messianische Attribute zugeschrieben

wurden: ‚Wir haben es just erlebt,

was es bedeutet, in letzter Sekunde

vorm hoffnungslosen Versinken in unausdenkliches

Chaos bewahrt worden

zu sein; als Gott unserm Lande einen

Führer sandte und er das Steuer des

Staatsschiffes kräftig herumriß’.“ 13

Als schließlich die Gewalttaten Hitlers

und seiner Partei bekannt wurden,

fühlten sich die Adventisten

bemüßigt, der ausländischen „Gräuelpropaganda“

entgegenzutreten.

Kolporteure wurden verpflichtet, die

Propagandaschrift des Nationalsozialismus

Neues Volk zu verbreiten. „Damit

unterstützte sie [die Gemeinschaft

der STA] aktiv eine Politik, die für Millionen

Juden und Nichtarier im Holocaust

endete! Das genannte Blatt war

das offizielle Propagandainstrument

des Rassepolitischen Hauptamtes

der NSDAP!“. 14 Jüdische Mitarbeiter

wurden entlassen, 15 der Sabbatgottesdienst

wurde auf den Nachmittag

oder auf den Sonntag verlegt. 16

Von den damals 35.000 Adventisten

in Deutschland und Österreich sind

nur 2 Kriegsdienstverweigerungen

mit Todesfolge bekannt. Insgesamt

wurden 5.993 Adventisten einberufen,

unter denen sich 259 Prediger

befanden. Bis zum Jahr 1943 waren

bereits 550 Gemeindeglieder gefallen

und 556 verwundet. 17

13 Ebenda, S. 262 16 Ebenda, S. 572

14 Ebenda, S. 281 17 Ebenda, S. 461,463

15 Ebenda, S. 585

Was schreibt Schw. White dazu?

„Satan ergötzt sich am Krieg, denn

dieser erweckt die schlimmsten Leidenschaften

der Seele und rafft dann

seine in Laster und Blut untergetauchten

Opfer hinweg in die Ewigkeit. Es

ist daher Satans Absicht, die Völker

gegeneinander zum Krieg aufzuhetzen...“

18

„Deshalb lag das dominierende

Motiv adventistischer Geschichtsschreibung

in der Vergangenheit

meist weniger im Versuch einer wirklichkeitsnahen

Darstellung der historischen

Ereignisse als vielmehr in der

apologetischen Begründung der eigenen

Rechtgläubigkeit. Eine kritische

Geschichtsaufarbeitung und -darstellung

wurde über Jahrzehnte hin weder

gefördert noch gewünscht. Bis in

die 1990er Jahre sah man Historiker,

die das weitgehend homogen beschriebene

Bild der frühen Jahre mit

ihren Forschungen hinterfragten, und

durch eine ausgewogene Darstellung

zu ersetzen suchten, innerhalb der

STA nicht selten als destruktive Kritiker

an.“ 19

Nach über 50 Jahren seit diesen

unglücklichen Ereignissen blieb die

Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten

eine der Letzten, die darüber

hinwegsah und ihr Versagen verschwieg.

Erst 2005 veröffentlichten

die Vorsteher des Nord- und Süddeutschen

Verbands sowie Österreichs

eine Erklärung dazu. 20 Die Unterzeichner

nehmen hauptsächlich zu

den antisemitischen Äußerungen

und Tätigkeiten der Gemeinschaft

in der Nazi-Zeit Stellung, erwähnen

aber mit keinem Wort die Reformationsbewegung

und das ihr zugefügte

Unrecht und Leid.

Es ist erfreulich und lobenswert,

wenn Einzelmenschen oder Institutionen

ihre Fehler freimütig zugeben,

dann aber müssten sie sich restlos

dazu bekennen. Darum schätze ich

diese Erklärung, finde sie jedoch einseitig

und unvollständig.

„Erinnerungen sind Schlüssel, nicht

zur Vergangenheit, sondern für die

Zukunft.“ (Corrie ten Boom).

18 Der Große Kampf, S. 590

19 Ebenda, S. 13,14

20 AdventEcho 5/2005

Franco Di Franca

Der Sabbatwächter


Bibelstudium 1. Mose 47,1-6

Als Josef seinen Vater und seine

Brüder begrüßt hatte, sprach er zu

ihnen: „Ich will hinaufziehen und

Pharao ansagen: “Meine Brüder

sind gekommen.“ (1.Mose 46,31)

Dies Kapitel fängt nun an: „Da kam

Josef und sagte es Pharao an.“

(Vers 1) Es blieb nicht nur bei dem

„Ich will“, sondern der Entschluss

wurde zur Tat. Josef machte nicht nur

Worte! Wie oft ist das anders!

Eine Absicht, die nicht zur

Tat wird, ist wertlos.

An so mancher Wand habe ich schon

den Spruch gelesen:

„Ich und mein Haus wollen dem

Herrn dienen.“ (Josua 24,15)

Ein schöner Entschluss ! Aber - man

merkte in dem Haus, wo der Spruch

an der Wand hing, nichts von der Verwirklichung

dieses Wortes.

Man ging seinen Weg, ohne nach

dem Willen Gottes zu fragen. Man bekümmerte

sich um irdische und diesseitige

Dinge; aber um den Herrn der

Welt bekümmerte man sich nicht. So

schön der Spruch an der Wand aussah,

es waren nur Worte! Die Verwirklichung

fehlte. Es wurde keine Tat aus

dem Wort. Wie oft geht das so! Wie

oft werden Entschlüsse gefasst und

Gelübde getan: Es muss anders werden,

und es soll anders werden! Es

kann so nicht weiter gehen! Und - es

bleibt doch alles beim Alten!

Hast du es am Ende auch schon so

gemacht? Hast du auch Gelübde und

Versprechungen gemacht, die du nicht

gehalten und ausgeführt hast ? Dann

„erfüllle dem Höchsten deine Gelübde!“

(Psalm 50,14) Gott verlangt keine

Gelübde. Aber wenn du sie getan

hast, dann musst du sie halten!

Es ist sehr bequem, Gott mit Worten

und Redensarten abzuspeisen,

während er eine Tat von uns verlangt!

Anstatt ihm gehorsam zu sein und

seinen Willen zu tun, verspricht man

ihm Gehorsam und gelobt man ihm

Übergabe. Und - es bleibt bei leeren

Worten! So dürfen wir mit dem heiligen

Gott nicht umgehen. Hast du Ihm

etwas gesagt und versprochen, dann

halte es auch! Nicht nur Worte! Das

war Josef selbstverständlich, dass er

das auch tun musste, was er versprochen

hatte. Auf sein „ich will es Pharao

ansagen“ folgte sofort „da kam

Josef und sagte es Pharao an.“

Jahrgang 85, nr. 2

N i c h t

n u r

Wo r t e

Das verstand sich für Josef ganz von

selbst.

Hältst du Wort? Gott und Menschen

gegenüber? Wie gesegnet ist es,

Wort zu halten! Das sehen wir hier bei

Josef. Als er es Pharao sagte, dass

seine Brüder gekommen seien, da

wünschte der König, sie zu sehen. Er

gewährte ihnen huldvoll eine Audienz.

Das hätte Josef nicht gedacht, dass

der König das tun werde. „Waren

doch Viehhirten ein Gräuel vor den

Ägyptern!“ (1.Mose 46,34) Aber der

König wollte die Brüder seines Regenten

kennenlernen. Er wollte die

Familie kennenlernen, die einen solchen

Mann wie Josef hervorgebracht

hatte. So hatten denn die Brüder

Josefs eine Audienz beim König von

Ägypten. Freundlich ließ er sich mit

ihnen in eine Unterhaltung ein und

fragte sie nach ihrem Beruf. Und als

sie ihm dann offen und ehrlich gesagt

hatten, dass sie Viehhirten seien und

dass die Teuerung sie von Kanaan

nach Ägypten getrieben habe, da gewährte

der König huldvoll ihre Bitte

und sprach zu Josef:

„Lass sie am besten Ort des

Landes wohnen!“ (Vers 6) Ja, er

fügte noch eine besondere Aufzeichnung

hinzu: „Und wenn du weißt,

dass Leute unter ihnen sind, die

tüchtig sind, so setze sie über mein

Vieh!“ (Vers 6)

Eine königliche Anstellung bot er ihnen

an, den landfremden Männern.

So ehrte er sie, weil sie Josefs Brüder

waren. Wenn Josef in der Gunst Pharao

noch mehr steigen konnte, dann

stieg er um dieses Freimuts willen,

mit dem er zu dem König von seinen

Brüdern sprach. Und wenn Josef in

der Achtung seiner Brüder noch steigen

konnte, dann geschah es darum,

weil er sich ihrer nicht im geringsten

schämte, dass er auf seine Worte

Taten folgen ließ und ihnen eine Audienz

beim König verschaffte.

Stell dir einmal vor, Josef hätte wohl

gesagt, er wolle Pharao von seinen

Brüdern erzählen, aber er hätte es

nicht getan -‚ was für einen Eindruck

hätte das auf sie gemacht? Wie kränkend

wäre es für sie gewesen. Aber

nun wussten sie: auf Josef kann man

sich verlassen, der macht nicht nur

Worte! Kann man sich auf dich auch

verlassen? Wenn der Apostel die

Frucht des Geistes schildert, dann

zählt er unter allerlei andern Stücken

auch die Treue auf. Denn so ist das

griechische Wort hier besser wiederzugeben,

das man sonst auch mit

„Glaube“ übersetzen kann. Er meint

die Treue im Halten von Versprechungen,

die Zuverlässigkeit im Handeln

und Reden. Wenn dein Christentum

nur in Worten besteht, so ist es


wenig nütze, ja, es schadet mehr, als

es nützt. Denn das ist ein arger Anstoß

für die Umwelt, wenn sie Leute

sieht, die so fromm sprechen - und

es ist nichts dahinter, der Tatbeweis

fehlt. Das Reich Gottes besteht nicht

in Worten, sondern in Kraft!

Ich lernte einen Mann kennen, der

schön sprach. Nachher wollte ich ihm

einen Besuch machen, traf aber nur

seine Frau zu Hause an. Da sagte ich

ihr, wie gut sie es doch habe, die Frau

eines solchen Mannes zu sein. Da

ging ein schmerzliches Lächeln über

ihr Gesicht, und sie sagte:

„Ja, Sie sollten meinen Mann mal zu

Hause hören!“ Da wusste ich, es waren

nur Worte, die der Mann machte,

wenn er sprach.

Welche Verantwortung tragen wir!

Wer du auch bist, ich bitte dich: Mach

nicht nur Worte, sondern lass hinter

deinen Worten die Predigt deines Lebens

und den Tatbeweis deines Wandels

stehen. Verwirkliche das, was

du sagst und führe aus, was du versprichst.

Und du wirst ein Segen sein

für deine Umgebung. Denn man wird

sich auf dich verlassen können!

Darum beherzige meine Mahnung:

Nicht nur Worte!

10

1. Mose 47,7

Kindesliebe

Jakob war ein alter, gebeugter Mann.

Von der Weisheit und Gelehrsamkeit

Ägyptens wusste er nichts. Wir wissen

nicht mal, ob er lesen und schreiben

konnte. Dazu war er ein Krüppel.

Seit jener wunderbaren Nacht am Jabbok

hinkte er. Aber Josef dachte nicht

daran, sich seines Vaters zu schämen.

Er brachte ihn zu Pharao, um dem König

seinen Vater vorzustellen. Was für

eine Liebe und Ehrfurcht sprach aus

diesem Verhalten Josefs seinem Vater

gegenüber! Wie hielt er seinen alten

Vater in Ehren! Und wenn er auch

Herr von Ägyptenland geworden war

- Jakob war doch sein Vater, den er

zärtlich liebte. Wie viel könnte mancher

junge Mann und manches junge

Mädchen heutzutage von Josefs Kindesliebe

lernen!

Kaum verdient der junge Mensch

sein erstes Geld, dann heißt es:

„Jetzt hat mir kein Mensch mehr etwas

zu befehlen!“ Wenn der Vater ein

Wort des Tadels spricht, dann heißt

es: „Was fällt denn dem Alten ein?“

Wenn die Mutter bittet und mahnt,

dann sucht man sich eine andere

Wohnung, um ungestört nach eigener

Willkür leben zu können. Das ist eine

ernste Sache, wenn man keine Liebe

und Ehrerbietung hat für die Eltern.

Denn Gott hat Leben und Wohlergehen

an die Bedingung geknüpft, dass

wir Vater und Mutter ehren. Wenn du

diese Bedingung nicht erfüllst, dann

wundere dich nicht, wenn du kein Glück

im Leben hast, wenn deine Unternehmungen

scheitern. Du selbst trägst

daran die Schuld. Wie viele gibt es, die

sich ihrer alten, einfachen Eltern schämen,

wenn sie es zu etwas gebracht

haben in der Welt! Die Eltern hatten

Opfer und Entbehrungen auf sich genommen,

um die Kindern etwas lernen

zu lassen - und nun sieht der Sohn auf

die alten Leute herab. Sie passen nicht

in seinen Umgang, in seinen Verkehr

hinein. Er schämt sich ihrer.

Ich las von einem bekannten und beliebten

Arzt in England. Seine Eltern

waren arme Leute. Er hatte auf Kosten

seiner Gönner studiert. Nun war

er ein großer und berühmter Mann

geworden, der in einem herrlichen

Hause wohnte, in dem ihm eine große

Dienerschaft zur Verfügung stand.

Seine Mutter war eine schlichte, alte

Frau. Der Sohn sorgte treulich für sie.

Er ließ es nicht fehlen an Unterstützungen

und sonstigen Liebesbeweisen.

Besucht hatte er sie lange nicht.

Seine Praxis erlaubte es nicht, wie er

ihr schrieb. Da wurde in der Heimat, wo

die Mutter wohnte, eine Bahn gebaut,

so dass ihr Häuschen angekauft und

abgebrochen wurde. Da dachte sie:

„Ich ziehe zu meinem Sohn. Wie

wird er sich freuen!“ Sie machte sich

auf und kam in die große Stadt. Man

zeigte ihr das Haus, wo er wohnte.

Sie verwunderte sich, dass ihr Sohn

in solch einem Palast wohnte. Endlich

fasste sie sich ein Herz und ging

in das Haus hinein. Ein Diener sagte

ihr, der Herr Doktor habe jetzt keine

Sprechstunde. Aber sie blieb dabei,

sie müsse ihn sprechen. Er solle nur

sagen, dass ihn jemand zu sprechen

wünsche. Da meldete der Diener seinem

Herrn, dass eine alte Frau vom

Lande da sei, die sich nicht abweisen

lasse. „Dann lass sie kommen“ sagte

der Doktor. Er freute sich sehr, als er

seine Mutter erkannte.

„Das ist aber mal schön, dass du

mich besuchst, Mutter!“ sagte er nach

der ersten Begrüßung. „Ja, mein Junge“,

sagte sie und streichelte ihn, als

ob er noch ein kleines Kind wäre, „und

denke dir, ich bleibe jetzt immer bei

dir. Ich gehe gar nicht wieder fort!“

Da war es, als ob eine Wolke über

sein Gesicht zöge. Er machte sich am

Kamin zu schaffen, um das Feuer zu

schüren. Dann sagte er nach einer

Weile: „Das ist ein guter Gedanke von

dir gewesen, Mutter. Aber du weißt

nicht, wie unruhig es hier ist und wie

schlecht die Luft ist. Du bist so an die

Stille und an die frische Luft gewöhnt,

dass ich fürchte, du würdest dich hier

nicht wohlfühlen. Ich will dir etwas sagen,

Mutter! Ich kaufe dir ein kleines

Häuschen draußen vor der Stadt. Da

wohnst du dann in meiner Nähe und

ich komme öfter hinaus, um dich zu

besuchen!“ Die Mutter sagte nichts

mehr von ihrem Vorhaben. Sie sprach

über dies und das. Sie erzählte aus der

alten Heimat, und er sprach über sein

Leben und seine Erfolge. Als sie sich

endlich getrennt hatten, um zur Ruhe

zu gehen, da kam sie noch einmal in

sein Schlafzimmer und deckte ihn zu,

wie sie das getan hatte, als er noch

ein kleiner Junge war. Dann küsste sie

ihn und sagte: „Gott behüte dich, mein

Junge,“ und legte segnend die Hand

auf seine Stirn. Dann ging sie hinaus.

„Es ist doch eine liebe, alte Mutter“,

sagte er, als sie fort war. „Ich will ihr

morgen früh doch sagen, dass sie hier

bei mir bleiben kann.“ Dann schlief er

ein. Am andern Morgen kam sie nicht

zum Frühstück. Der Diener erzählte

auf Befragen, sie sei am frühen Morgen

schon fortgegangen. Sie habe ein

Briefchen hinterlassen für den Herrn

Doktor.

Er riss ihn auf und las: „Ich habe

mich anders besonnen. Ich will Dir

nicht zur Last sein, mein Junge. Ich

habe bemerkt, dass Du Dich Deiner

alten Mutter schämen würdest, wenn

ich bei Dir bliebe. Darum gehe ich fort.

Lebe wohl!“ Wie gern hätte jetzt der

Sohn die alte Mutter aufgenommen!

Wie schämte er sich seiner Worte gegen

sie: Aber sie war fort. Und all sein

Suchen und Forschen war umsonst.

Da endlich, nach Jahren, da entdeckte

er sie. Aber er kam nur noch gerade

zurecht, um ihr die Augen zuzudrücken.

Die Jahre, die er mit der Mutter

noch hätte zusammen sein und ihr

seine Liebe hätte beweisen können,

die waren unwiederbringlich verloren!

Der Sabbatwächter


Und wie ist es mit dir?

Schämst du dich auch deines alten

Vaters, deiner alten Mutter? Wie lange

ist es her, dass du den letzten Brief

geschrieben, den letzten Besuch gemacht

hast? Hast du nicht ein Plätzchen

übrig in deiner Wohnung für den

alten Vater oder für deine Mutter?

Darum überlege dir, was du tust und

was dir entgeht! Du bringst dich um

den Segen Gottes, du bringst dich um

das Glück deines Lebens, wenn du es

fehlen lässt an Liebe und Dankbarkeit,

an Treue und Ehrfurcht gegen deine

Eltern! Wie lange noch, dann schließt

dein Vater seine Augen für immer,

dann steht das Herz deiner Mutter still.

Dann kommt deine Reue zu spät. Anstatt

ihnen dann Kränze auf den Sarg

und das Grab zu legen, streue ihnen

jetzt Blumen der Liebe und der Dankbarkeit

auf den Weg!

Denk an Josef und seine vorbildliche

Liebe zu dem alten gebrechlichen Vater

und lerne von ihm - Kindesliebe!

Jahrgang 85, nr. 2

Wahre Größe

„… Und Jakob segnete den Pharao.“

1.Mose 47,7

Gewiss hatte Josef seinem Vater gesagt,

wie er sich zu verhalten habe,

wenn er ihn zum König hineinbringe,

wie er sich vor Pharao zu verneigen

und ihm seine Ehrfurcht zu bezeugen

habe. War doch Pharao der Herrscher

des größten Reiches, das es damals

gab.

Und Jakob hatte den Anweisungen

seines Sohnes gelauscht und sich

vorgenommen, danach zu tun, um

auf das vorgeschriebene Zeremoniell

zu achten. Aber als dann Jakob zum

König hineinkam, von seinem Sohn

eingeführt, da wurde aus all den Anordnungen

nichts, da wurde die ganze

Hofetikette durchbrochen. Da trat

Pharao dem alten Nomaden entgegen

und - neigte sich vor ihm. Und Jakob

hob die Hände gegen den König

auf und segnete ihn. Das war gegen

alles Herkommen, gegen alle Etikette.

Wäre ein Zeremonienmeister dabei

gewesen, der wäre gewiss ganz

außer sich geraten.

Jakob hatte sich doch vor dem König

neigen müssen! Und nun neigte sich

der König vor dem alten Jakob! Wie

kam das? Der Hebräerbrief sagt Kapitel

7 Vers 7:

„Nun ist es ohne alles Widersprechen

also, dass das Geringe von

dem Besseren gesegnet wird.“

In der Tat, das ist nicht zu bestreiten.

Wenn jemand sich neigt, um von

einen andern den Segen zu empfangen,

dann bezeugt er damit, dass er

den andern höher stellt als sich selber.

Demnach wäre Jakob größer gewesen

als der König von Ägypten? Offenbar!

Wohl war der König ein mächtiger Herrscher.

Das Volk in seinem Land gehorchte

seinem Wink. Aber Jakob war

größer als der König mit seiner Macht.

Denn Jakob war - ein Mann mit Gott.

Wenn er auch ein alter, von Leid geprägter

Mann war, so lag doch etwas

auf seiner Stirn von dem Frieden Gottes,

der sein Herz erfüllte. Es war etwas

in dem Antlitz und dem Auftreten

dieses alten Mannes, dass Pharao den

Eindruck hatte: Das ist ein Mensch,

der gewohnt ist, mit dem Gott Himmels

und der Erde zu verkehren. Und

darum neigte er sich vor ihm, um sich

von dem alten Patriarchen segnen zu

lassen. Es ist etwas Merkwürdiges um

diesen Umgang mit Gott. Er allein verleiht

einem Menschen wahre Größe.

Keine irdische Macht und Pracht, keine

Wissenschaft und Gelehrsamkeit,

keine Kenntnisse und Fähigkeiten geben

einem Menschen so den Charakter

der wahren Größe, als der Umgang

mit Gott.

Menschen mit wahrer Größe

Das Volk Israel tanzte um das goldene

Kalb, das es gemacht hatte. Da

trat Mose plötzlich unter sie.

2. Mose 32,20 bitte lesen!

Und keine Hand rührte sich, um ihm

zu wehren. Mose war ein einzelner

Mann. Wie leicht hätten sie ihm Widerstand

leisten können. Warum taten

sie es nicht? Auf seiner Stirn lag der

Widerschein der Nähe Gottes, in der

er geweilt hatte. Darum fürchtete sich

Israel vor dem einzelnen Mann und vor

seiner wahren Größe.

Auf dem Karmel kommt das ganze

Volk Israel zusammen, um zu entscheiden,

ob Jahwe oder Baal die

Herrschaft in Israel haben soll. Der

König Ahab kommt mit seinem glänzenden

Hofstaat. 450 Priester Baals

kommen mit der goldenen Sonne an

ihrem Turban. Dazu noch 400 Priester

der Aschera. (1. Kön. 18,19) Um sie

her ein ganzes in Götzendienst abgefallenes

Volk. Dieser großen Menge

tritt ein einzelner Mann gegenüber,

der Prophet Elia. Er hat den Himmel

verschlossen. Er hat um seines Ab-

falls willen Jammer und Not auf sein

Volk herabgerufen. Zutiefst hasst ihn

der König. Bitter hassen ihn die Baalspriester.

Warum winkt der König nicht

seinen Trabanten, Elia gefangen zu

nehmen und abzuführen? Er fürchtet

sich sehr vor ihm. So groß seine Macht

auch ist – Elia ist größer, denn Elia ist

ein Mann mit Gott. Er kann in Wahrheit

sagen: „So wahr der Herr lebt, vor

dem ich stehe.“ (1. Kön. 18,15) Das

sagt Elia nicht nur, das merkt man ihm

an. Das ist in seinem ganzen Wesen

ausgeprägt. So viel Macht und Pracht

auf Seiten der Welt sein mag, die wahre

Größe ist immer auf Seiten derer,

die vor Gott stehen, die Umgang mit

dem lebendigen Gott haben.

Das finden wir immer wieder, wenn

wir die Kirchengeschichte durchblättern.

Ob wir von den Verfolgungen in

der Zeit der Römischen Kaiser lesen,

welche die Christen den wilden Tieren

vorwarfen oder sie mit Werg und

Teer umgaben, als Fackeln anzündeten

– oder ob wir den Blutzeugen folgen,

welche die Inquisition Roms zum

Schafott und zum Scheiterhaufen

führte; es ist immer dasselbe Bild: die

wahre Größe ist auf Seiten derer, die

mit Gott Umgang haben. Das stachelt

die Wut der Richter so besonders an,

dass sie die überlegene Ruhe, den

nicht zu trübenden Frieden der Seele

bei ihren Opfern sehen. Sie müssen

zähneknirschend gestehen: Diese

Ketzer haben etwas, was wir nicht haben,

wahre Größe.

Jakob war sich dieser Größe nicht

bewusst. Aber Pharao bemerkte sie.

Mose wusste es nicht, dass sein Angesicht

leuchtete als er vom Berg herabstieg.

Aber Israel sah es und wurde

geblendet. (2. Mose 34,29-30)

Elia wusste nichts von der Macht

seiner Persönlichkeit, aber Ahab zitterte

davor.

Ich bitte alle, die dies lesen, sich

ernstlich zu fragen und zu prüfen, wie

es um ihren Wandel vor Gott und mit

Gott steht; dass sie sich eingestehen

möchten: Daher kommt mein Unvermögen,

darum werde ich geschlagen

von meinen Widersachern, weil es mir

an der Macht fehlt, welche man durch

den Umgang mit Gott, durch Wort und

Gebet empfängt!

Wird unser Wandel ein Wandel mit

Gott, wie das beim alten Jakob der

Fall war, dann wird sich gewiss auch

– uns unbewusst, aber den Menschen

offenbar – in unserem Wesen zeigen:

wahre Größe! Amen.

Kurt Barath


12

„Du

Narr!“

„Narren“ wollen heute positiv erscheinen,

wenn zur Karnevalszeit

herumalbernde Leute durch die Straßen

und Festsäle ziehen.

Im Synonymwörterbuch finden wir

zum Stichwort „Narr“: Clown, Dollmann,

Dummkopf, Hanswurst, Possenreißer,

Schalk, Schelm oder

Spaßmacher. Die Bibel legt uns zwei

Sichtweisen auf den Begriff „Narr“

vor und wir tun gut daran, diese nicht

durcheinander zu bringen.

1. Gebrauche es nicht

als Schimpfwort!

Jesus erläutert uns in der Bergpredigt,

welche Tiefe das Gebot

„Du sollst nicht töten.“ in sich

birgt. (2. Mose 20,13) Wer mit seinem

Bruder streitet und ihn beschimpft, der

wird verloren gehen. Der Ausruf „Du

Narr!“ wird im Zusammenhang von

„Nichtsnutz“ genannt und verdeutlicht,

was wir von unserem Bruder halten:

nichts! (siehe Matthäus 5,21.22.)

Verschiedene Bibelübersetzungen

gebrauchen unterschiedliche Begriffe,

z.B. „Dummkopf“ (= Raka, Elberfelder),

„Hohlkopf“ (Simonbibel, Luther

1975) oder „Verrückter“ (Simonbibel),

„Gottloser“ (Menge) „Wahnsinniger“

(Luther 1975), „Du Schwein“ und „Du

Idiot“ (Übersetzung Klaus Berger und

Christiane Nord).

Stets wird aber ausgedrückt, dass es

um ein grundloses Zürnen geht und

ein Beschimpfen mit verächtlichen

Ausdrücken.

Was genau daran so furchtbar ist,

dass der Schimpfende und Beleidigende

sich für die Ewigkeit untauglich

macht, erfahren wir im 1. Johannesbrief.

„Wenn jemand spricht: Ich liebe

Gott, und hasst seinen Bruder, der

ist ein Lügner. Denn wer seinen

Bruder nicht liebt, den er sieht, wie

kann er Gott lieben, den er nicht

sieht?“ (1. Johannes 4,20)

Das Verletzen mit Worten, ob kleine

Sticheleien, eine herabsetzende

Bemerkung oder derbe Ausdrücke,

gilt allgemein als normaler Umgang

oder sogar als nötiges Gerangel um

die Karriereleiter zu erklimmen. Doch

Jesus sieht es anders. Das Gebot der

Bruderliebe (1. Johannes 4,21) verbietet

ein „Töten mit Worten“. Wir sind

aufgerufen, unsere Zunge mit Gottes

Hilfe zu zähmen, damit sie kein „un-

ruhiges Übel voll tödlichen Giftes“

ist (Jakobus 3,8), sondern „heilsame

Worte“ gesprochen werden (Sprüche

10,32).

2. Menschen sind in Gefahr,

Narren zu werden!

Wie soll das gehen, wenn wir einander

nicht so nennen dürfen? Es gibt ein

Narrentum unter der Menschheit, das

Gott selbst als solches bezeichnet.

Denken wir an den reichen Kornbauern,

der sich auf seiner guten Ernte

ausruhen wollte, alles gierig für sich

hortete und Gott vergas.

„Aber Gott sprach zu ihm: Du

Narr! Diese Nacht wird man deine

Seele von dir fordern; und wem

wird dann gehören, was du angehäuft

hast?“ (Lukas 12,20)

Warum nannte Gott den tüchtigen

Bauern einen Narren? Hatte er seinen

Bauernhof nicht perfekt im Griff, seine

Arbeiter gut angeleitet und sogar die

Mühe und Kosten auf sich genommen,

die überreiche Ernte gut unterzubringen?

Mir fallen genug Leute ein,

die diesen Bauern sehr loben würden.

Offensichtlich sieht Gott das anders:

„Du Narr!“.

Der Sabbatwächter


Was genau betrachtet Gott

als Narrentum?

q Die größte Narretei der Menschen

ist die Leugnung der Existenz Gottes.

(Röm. 1,21)

q Daraus resultiert die menschliche

Erfindung von Götzen – ein Narrenstreich.

„Da sie sich für weise hielten,

sind sie zu Narren geworden.“

(Röm. 1,22) (Jer. 10,8)

q Wer Gottes Werke (Schöpfung)

nicht erkennt, ist ein Narr. (Ps. 92,6.7.)

q Wer meint, Gott würde seine Sünden

nicht bemerken, ist ein Narr. (Ps. 94)

„Die Narren treiben das Gespött mit

der Sünde.“ (Spr. 14,9) „Wir sollten

uns hüten, die Sünde leicht zu nehmen.

Sie hat eine furchtbare Gewalt über

den Übeltäter.“ (Erziehung S. 267)

q Narren und Toren streben nach

weltlicher Ehre, die kein Weg zur

Ewigkeit ist. (Psalm 49,11.12.)

q Wer Reichtum als Sicherheit betrachtet,

ist ein Narr. (Luk. 12,19.20.)

„Unter den Törichten dieser Erde

stellte Geld Macht dar, und das Geld

war ihr Gott. Doch gerade ihr Wohlstand

hat sie vernichtet. Sie wurden

zu Narren in Gottes und der heiligen

Engel Augen, während Männer mit

weltlichem Ehrgeiz sie für weise hielten.“

(Zeugnisse Bd. 2, S. 47)

q Weisheit, Erkenntnis und Rat, die

nicht auf Gott ausgerichtet sind und

nicht mit göttlicher Weisheit übereinstimmen,

sind Narretei.

(Jes. 19,11-13; 32,6; 44,24.25.)

q Wer sich als fromm betrachtet,

aber Gottes Botschaft gar nicht verstanden

hat und nicht umsetzt, ist ein

Narr. (Pharisäer, Matthäus 23,16.17.)

q Wer gern streitet, ist ein Narr.

(Spr. 17,27; 20,3) ...

Wir können zusammenfassen was

ein Narr im biblischen Verständnis ist:

ein Mensch, der gottferne Wege geht

und genau das als Klugheit (Weisheit)

empfindet.

Weise bei Gott sein

Wenn die Weisheit der Welt eine

Torheit für Gott ist, lautet die Schlussfolgerung:

Jahrgang 85, nr. 2

„Niemand betrüge sich selbst. Wer

unter euch meint, weise zu sein in

dieser Welt, der werde ein Narr, dass

er weise werde. Denn die Weisheit

dieser Welt ist Torheit bei Gott …“

(1. Kor. 3,18.19.)

„Narren um Christi willen“ zu sein

(1. Korinther 4,10) bedeutet, sich ganz

bewusst auf Gottes Seite zu stellen.

Christen werden belächelt als naiv

Gläubige. Unsere Kinder werden ausgegrenzt,

weil sie zum Gottesdienst

gehen. Schöpfungsgläubige gelten als

dumm und wissenschaftsfeindlich. Wer

die Auferstehung Jesu für wahr hält, gilt

als Phantast. Wer auf das ewige Leben

hofft, gilt als Träumer oder „Spinner“.

Wer Gottes Gebote anerkennt,

ist so dumm, sich selbst das Leben zu

verderben. – So werden Christen von

Ungläubigen gesehen: als Narren!

Doch Jesus sagt: Erst wenn du so ein

„Narr“ bist, hast du die göttliche Weisheit

gefunden und damit den Weg zur

Ewigkeit, denn in Christus „liegen verborgen

alle Schätze der Weisheit und

der Erkenntnis.“ (Kol. 2,3)

„Diejenigen, die die Weisheit haben

möchten, die von Gott ist, müssen Narren

an dem sündvollen Wissen dieses

Zeitalters sein, wenn sie weise sein

wollen. Sie sollten ihre Augen schließen,

damit sie kein Übel sehen und lernen.

Sie sollten ihre Ohren schließen,

um nicht das zu hören, was böse ist,

um kein Wissen dessen zu erhalten,

was ihre Reinheit der Gedanken und

Handlungen beflecken könnte. Sie sollten

ferner ihre Zungen bewachen, da

sie vielleicht verderbliche Mitteilungen

machen könnten und in ihrem Munde

Falsch erfunden werden möchte.“

(Ein ernster Aufruf, S. 31)

Eine kleine Geschichte möge uns

zum Nachdenken bringen:

Ein weiser Mann lebte in den Bergen,

und eines Tages fand er einen

riesigen, wertvollen Diamanten. Nach

einer Weile kam ein armer Mann in

seine Hütte und bat um ein wenig Essen.

Der Weise lud ihn ein, und der

Besucher aß sich satt. Da entdeckte

er in der Hütte den Diamanten. Und er

bat den Weisen, ob er ihm den Edelstein

geben könnte.

Da nahm der Weise den Diamanten

und schenkte ihn dem armen Besucher.

Der zog überglücklich davon,

denn mit dem Erlös dieses Steins würde

er bis an sein Lebensende nie wieder

materielle Sorgen haben müssen.

Am nächsten Morgen aber kam der

Arme wieder zu dem Weisen und gab

ihm den Edelstein zurück. „Ich habe

die ganze Nacht nachgedacht“, sagte

der arme Mann, „gib mir nicht den Diamanten.

Gib mir bitte das, was dich

dazu gebracht hat, mir den Diamanten

zu geben.“ („Love your life!“ W.

Tiki und M. Küstenmacher, S. 69.70.)

Gott schenke uns allen den Mut, Narren

in der Welt zu sein – wenn wir statt

dessen weise bei Gott sein können!

„Denn das Wort vom Kreuz ist eine

Torheit denen, die verloren werden;

uns aber, die wir selig werden, ist´s

eine Gotteskraft.“ (1. Kor. 1,18)

Von Dummheit umgeben?

Es könnte der Eindruck entstehen,

dass außerhalb des Bibelstudiums

und des Gemeindelebens nur Dummheit,

Narrheit und Gottloses auf uns

wartet. Dem ist nicht so. Wir sind aufgerufen,

Gottes Wirken, seine Weisheit

und Wege überall zu erkennen.

Überall dürfen wir über Gott staunen -

ob als Gärtner, der alles über Pflanzen

lernt, als Mediziner, der in der Anatomie

und Physiologie des Menschen Gottes

Macht entdeckt oder als Eltern, die aus

Erziehungsbüchern wertvolle Hinweise

entnehmen und sich wundern, dass

dies alles schon in der Bibel steht.

„Keinem von uns ist Gott fern“ heißt es

in einem Lied (nach Apostelgeschichte

17,27). Diese Verheißung bedeutet,

dass wir Gottes Wirken überall spüren

und damit göttliche Weisheit finden

dürfen. Wo wir Sinnreiches, Wertvolles

und Gutes finden, dürfen wir Gott als

Urheber dahinter erkennen. (n. Jak. 1,17)

Christsein mit Vernunft

Ein Bruder gebrauchte einmal den

aussagefähigen Satz: Manche wollen

den schmalen Weg noch schmaler

machen, als er schon ist.

„Narren um Christi willen“ sind keine

närrischen Christen!

„Den Ungläubigen dürfen wir keine

Handhabe geben, unseren Glauben

zu verlästern. Man hält uns ohnehin

für Narren und Einzelgänger. Deshalb

sollten wir einen Lebenswandel führen,

der den Außenstehenden keinen Anlass

gibt, uns noch mehr für solche zu

halten, als unser Glaube an sich schon

erfordert.“ (Zeugnisse Bd. 1, S. 444)

Ein biblisch fundiertes, freudiges und

einladendes Christenleben möge als

„Licht und Salz“ in dieser Welt wirken.

(nach Matthäus 5,13.14.)

Amen. Ines Müller


14

Arbeitertagung in Mosbach

Vom 15. bis 18. November 2009 fand im Missionshaus

in Mosbach eine Tagung der Mitarbeiter unserer Gemeinschaft

statt. Das viel versprechende Thema hatte große

Anziehungskraft, denn es bot uns Wegweisung in einem

Bereich, mit dem jeder wohl schon einmal konfrontiert wurde,

ohne vielleicht passende, d.h. erprobte und bewährte

Vorgehensweisen gehabt zu haben:

„Die Bibel und der Koran

– erstaunliche Ähnlichkeiten, scharfe Gegensätze.“

Der Hauptredner war in der Tat ein Experte, denn Br. Yosif

Manov war, ehe er zu Christus fand, selber einmal Moslem.

Als Missionar in der Türkei ist er mit dem islamischen Kulturkreis

gut vertraut. Deshalb konnte er uns aus praktischer

Erfahrung tiefere Einblicke und wertvolle Hinweise vermitteln,

wie wir in religiöse Gespräche mit Moslems einsteigen

und was wir vermeiden sollen. Im Einzelnen wurden von

verschiedenen Rednern folgende Themen vorgetragen und

erörtert:

Christentum und Islam – Bestandsaufnahme in Europa

(G. Castellanos)

Interkulturelle Evangelisation (T. Petkov)

Der Islam in der Bibel (F. Herbolsheimer)

Erfahrungen aus der Arbeit mit Moslems, Teil 1 (Y. Manov)

Die Bibel und der Koran, Ähnlichkeiten (D. Serban)

Die Bibel und der Koran, Gegensätze ( T. Petkov)

Erfahrungen aus der Arbeit mit Moslems, Teil 2 (Y. Manov)

Christus im Koran (A. Dinut)

Antworten auf Fragen von Moslems (G. Castellanos)

Mission für die Jugend (Geschw. Müller)

Missionsmodell für die Arbeit mit Moslems (W. Schultz)

Allen Rednern gilt unser herzlicher Dank für ihre Bemühungen.

Möge der Herr das Gesagte segnen und alle Teilnehmer

mit seinem Geist zurüsten, damit wir die Botschaft

der Versöhnung mit Gott glaubensfest und machtvoll zur

Ehre Gottes noch in viele Herzen einpflanzen können. Für

das leibliche Wohl sorgte diesmal Schw. F. Köbele – sie

tat es aufopferungsvoll und mit Liebe, so dass auch sie

zum guten Gelingen der Veranstaltung beitragen konnte.

Möchte der Herr einen jeden von uns, dort wo der Herr ihn

hinstellt, fleißig bei der Arbeit finden, wenn er in den Wolken

des Himmels wiederkommt! Peter Laugallies

Gemeindeleben

Bibelwoche in Nonnweiler

Über den Jahreswechsel verlebten wir im verschneiten

Saarland im Kurhaus Elim eine erholsame und erquickende

Bibelwoche. Ein abwechslungsreiches Programm

wurde uns präsentiert.

Br. Krause sprach über die „Belohnung“, von der wir

schon in diesem Leben empfangen können, darüber,

dass „nichts Neues unter der Sonne geschieht“, weil

Gott unwandelbar ist. „Vergebung“ ist die Voraussetzung

für Versöhnung. Wenn wir vergeben sind wir frei, wenn

aber der andere nicht vergibt, kommt keine Versöhnung

zustande. Das körperliche „Immunsystem“ wird durch

Arbeit und Bewegung gestärkt. Wir sollen zwar gegen

die Sünde immun sein, das heißt aber nicht, dass wir

herzlos gegen unsere Mitmenschen sind, wenn sie unsere

Meinung nicht teilen.

Br. Herbolsheimer führte uns in „Ausschnitte aus der

Adventgeschichte“ auf die Anfänge der Adventisten

in Deutschland zurück. In „Der Islam in der Prophetie“

wurden wir erinnert, wie der Älteste Josia Litch durch

seine exakte Berechnung von Off. 9,5 und Off. 9,15,

auf den 11.8.1840, den Fall des osmanischen Reiches

hinwies, der Adventbewegung einen gewaltigen Aufschwung

gab, und von den Bestrebungen und Grundsätzen

des Islam. In „Aktuelles aus der religiösen Welt“,

machte er uns unter anderem darauf aufmerksam, dass

auf der einen Seite die Ehe schon zu einem Auslaufmodell

wird, auf der anderen Seite der Atheismus sich

sehr auf dem Vormarsch befindet.

Br. G. Köbele befasste sich mit den Kapiteln 9, 10 und

11 des Römerbriefes. „Wahre Israeliten“ sind, die des

Glaubens sind. „Vorherbestimmung oder freie Wahl“

zeigte uns, dass Gott zwar alles voraussieht, aber er

trotzdem die Entscheidungen des Menschen nicht einschränkt.

„Nur der Glaube entscheidet“, denn es ist

Der Sabbatwächter


hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen …

Röm. 10,12. In Röm. 11 gibt Paulus auf seine Frage,

„Hat denn Gott sein Volk verstoßen?“ selbst die Antwort:

„Keinesfalls“, da er

selber aus diesem

Volk war. BK.381.4

( 6 B C . 1 0 7 9 . 3 ) :

„Das Werk für die

Juden, das im

11. Kapitel des

Römerbriefes beschrieben

wird, ist

ein Werk, das mit

besonderer Weisheit

behandelt

werden soll. Es

ist ein Werk, das

nicht übersehen

werden darf. Gottes

Weisheit muss

auf unser Volk kommen. In aller Weisheit und Gerechtigkeit

müssen wir des Königs Weg bereiten. Den Juden

muss jede Gelegenheit geboten werden, zum Licht zu

kommen.“

Br. Jeltsch sprach über „Probleme bei der veganen Ernährung“.

Die Sabbatpredigt, die Br. Herbolsheimer hielt, hatte

das Thema: „Liebe – ein Grundbedürfnis“. Sie war auf

Jer. 31,3 - ich habe dich je und je geliebt, darum habe

ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte - aufgebaut.

Gemeindeleben

Worauf es im neuen Jahr ankommt!

• Es kommt nicht darauf an, glücklich zu sein, sondern andere glücklich zu machen.

• Es kommt nicht darauf an, geliebt zu werden, sondern zu lieben und anderen zum Segen zu sein.

• Es kommt nicht darauf an, sich durchzusetzen, sondern anderen rücksichtsvoll zu begegnen.

• Es kommt nicht darauf an, dass Gott unseren Willen tut, sondern dass wir seinen Willen tun.

• Es kommt nicht darauf an, dass wir lange leben, sondern dass unser Leben den rechten Inhalt hat.

• Es kommt nicht darauf an, was die Menschen von uns denken, und sagen, sondern was wir vor Gott sind.

• Es kommt nicht darauf an, was wir tun, sondern wie und warum wir es tun.

• Es kommt nicht darauf an, was wir sind, sondern wie wir sind.

Wenn unser Herz frei ist von Hass, dann können auch wir

dem andern tun, was wir wünschen, dass er uns tun soll

und wenn wir geliebt werden wollen, dann sollen wir lieben.

Wenn auch viel von

Liebe gesungen

wird, so zeigen

doch die vielen

Streitigkeiten und

Prozesse unter

Nachbarn, dass die

Nächstenliebe in

der Praxis fehlt und

nicht verstanden

wird.

Unser Koch, Br.

Gardew, bereitete

mit Schw. Tillmann

eine köstliche, abwechslungsreiche

und vielseitige vegane

Speise, die auch eine Augenweide war. Auch erfreute

er uns mit seinen Präsentationen und zeigte uns darin

Gottes Barmherzigkeit und Liebe.

Gespräche, Erfahrungen, Gedankenaustausch und Musikbeiträge

sorgten für Abwechslung. Auch Naturfilme und

ein Diavortrag über Bienen von Bruder Reutelshöfer trugen

zur gemischten Gestaltung des Programmes bei. Hervorzuheben

ist noch die gute und gelöste Atmosphäre, die

einen schönen Rahmen für diese Bibelwoche bildete.

Josef Haider

Folgende Regeln wurden uns bei der Bibelwoche mitgegeben und ich möchte sie Euch weiterreichen:

• Es kommt nicht darauf an, ob wir viel Erkenntnis haben, sondern ob wir das Erkannte in die Tat umsetzen.

• Es kommt nicht darauf an, wann wir sterben, sondern ob wir bereit sind, Gott zu begegnen.

Was würde passieren, wenn wir alle 2010 uns bemühen, diese Regeln zu beachten und mit Leben zu erfüllen?

Wahre Liebe ist, die wahren Bedürfnisse des anderen zu erforschen und zu stillen suchen.

Jahrgang 85, nr. 2 5


16

Bezirkskonferenz der

Ostdeutschen Vereinigung

Am 03.10.2009 versammelten wir

uns in Haage. Das Motto lautete:

„Wir haben Christi Sinn“.

Bruder Krause zeigte uns die Opferbereitschaft

Jesu,

die er aus Liebe zu

uns Menschen hatte

und die auch wir

üben sollten.

Ein Opfer bedeutet

etwas geben,

was man selbst

braucht (Beispiel

Zeit). Jesus kam

in diese Welt, um

uns Menschen zu

suchen und selig

zu machen, weil

wir verloren sind.

Durch seine Leiden

können die Menschen

Erlösung erfahren, wenn sie

ihm gehorsam folgen.

Der Weg zum ewigen Leben ist nicht

immer leicht. Die Bibel sagt uns, dass

der Gerechte viel leiden muss. Unsere

Leiber sollen wir hingeben als

Opfer, das lebendig, heilig und Gott

wohlgefällig ist.

Wir sollen uns nicht der Welt gleichstellen,

sondern unseren Sinn erneuern

lassen und das Gute behalten.

Die Schrift sagt uns: „Gehorsam ist

besser als Opfer“.

Jesu Arbeit war selbstlos. Er bot aus

Liebe allen seine Hilfe an. Dieses Beispiel

sollen wir befolgen.

Wir müssen erkennen, in welcher

Zeit wir leben. Glauben wir, dass das

Ende nahe ist? Sind wir bereit?

Als Kinder Gottes brauchen wir Einigkeit

untereinander, um gemeinsam den

Weg zu gehen. Die Liebe, die wir von

Christus empfangen, sollen wir an andere

Menschen weitergeben. Christus

schenkt uns eine vergebende Liebe.

Alles, was wir aus Erfahrungen lernen,

können wir anderen weitervermitteln.

Was sollen wir tun?

In Matthäus: 6, 19-21 sagt uns die

Heilige Schritt, dass wir uns Schätze

Wir haben Christi Sinn – oder?

E in wunderschönes Motto wurde

zu unserer Bezirkskonferenz gewählt:

„Wir haben Christi Sinn!“

Ich gehe meist in einem bestimmten

Supermarkt in unserer Nähe einkaufen.

Die Ladenkette hieß bis vor einiger

Zeit PLUS. Die Verkäuferinnen kannte

ich schon über Jahre. Inzwischen gibt

es keinen PLUS mehr, sondern jetzt

gehört derselbe Laden zu NETTO. Die

Verkäuferinnen wurden erfreulicher

Weise übernommen. Was mir am ers-

Gemeindeleben

ten Tag nach der Übernahme auffiel:

Die Verkäuferinnen tragen jetzt alle

ein recht großes, auffälliges Schild an

der Brust: „Ich bin freundlich!“.

So etwas hatte ich noch nirgends

gesehen und ich fand es ziemlich

lächerlich. Ich musste an die unzähligen

Banner und Losungen denken,

die zu DDR-Zeiten die Häuserfassaden

zierten. Meist waren es solch

unansehnliche Fassaden, die ein

Banner zum Schandfleckverstecken

brauchten. Der Text der Losungen

im Himmel und nicht hier auf Erden

sammeln sollen. Alle irdischen Dinge

sind vergänglich. Wo unser Schatz

ist, da ist auch unser Herz.

In der Kinder- und Jugendstunde

lernten wir über das Thema „Dienen“.

(Im Anschluss an diesen Bericht wird

das Thema genauer betrachtet.)

Bruder Adrian Dinut

sprach über

das Thema „Bleibe

bei uns Herr“.

Gott hat uns versprochen,

dass er

bei uns ist alle Tage

bis an der Welt

Ende.

Pflegen wir Gemeinschaft

mit

Gott, so werden wir

auch untereinander

die Gemeinschaft

pflegen. Der Glaube

an Gott verbindet

die Menschen.

Denken wir daran: Welche Spuren hinterlässt

die Gemeinschaft mit Jesus im

Verhalten und Leben des Menschen?

Wir danken Gott für seinen Segen.

Ein Dank auch allen für ihr Kommen

und für die Beiträge zur Konferenz,

aber auch an diejenigen, die für das

leibliche Wohl sorgten.

Annette Calderon Vielma

war oft grotesk und entsprach meist

nicht der Wirklichkeit.

Nun möchte ich den Verkäuferinnen

des NETTO nicht unrecht tun, denn

sie haben sich die neuen Schilder

„Ich bin freundlich!“ sicher nicht ausgedacht.

Gern hätte ich sie darauf

angesprochen, aber sie sahen so gestresst

und unnahbar wie immer aus,

also ließ ich es. Was hätte ich ihnen

gern gesagt? „Freundlichkeit ist kein

Motto auf einem Schild, sondern eine

Der Sabbatwächter


Eigenschaft des Handelns!“ Doch das

hätte wie ein Vorwurf geklungen. Die

Frauen in dem Supermarkt haben einen

anstrengenden Arbeitstag und

meine Kritik nicht verdient. Außerdem

würden meine Gedanken eher an die

Geschäftsleitung gehören, denen der

tolle Einfall mit dem Schild wohl kam.

Schauen wir auf uns!

Wir haben nun auch so ein Schild,

und sei es nur zu einer Konferenz,

„Wir haben Christi Sinn!“ Hier sind

weder Wunsch noch Ziel ausgedrückt,

sondern eine Tatsache. Ich

wage zu fragen: Ist das wirklich so?

Haben wir Christi Sinn? Ich möchte

auch hier sagen: Christi Sinn ist kein

Motto auf einem Schild, sondern eine

Eigenschaft des Handelns!

Was genau ist Christi Sinn

überhaupt?

Wissen wir, welchen Sinn wir da

haben müssen und wie er sich ausdrückt?

Christi Sinn bedeutet nicht,

auf einer Gemeindeliste zu stehen

und sich einmal in der Woche beim

Gottesdienst sehen zu lassen. Was

hatte Christus im Sinn als er hier auf

dieser Erde lebte?

„…gleichwie der Sohn des Menschen

nicht gekommen ist, um

bedient zu werden, sondern um zu

dienen …“ (Matthäus 20,28)

Dienen

in der Tat oder im Symbol?

Ein symbolisches Dienen kennen wir

aus der Fußwaschung. Schauen wir

uns die Situation unter den Jüngern

an:

„Bei der Platzwahl am Tisch des Herrn

hatte Judas mit Erfolg versucht, den

ersten Platz zu erlangen, und so diente

ihm Jesus auch als erstem.

Jahrgang 85, nr. 2

Johannes, gegen den Judas so sehr

verbittert war, musste bis zuletzt warten;

doch er wertete das nicht als Tadel

oder als einen Ausdruck der Geringschätzung.

Die Jünger waren tief

bewegt, als sie Jesu Handlungsweise

sahen. Da die Reihe an Petrus kam rief

dieser bestürzt aus: „Herr, solltest du

mir meine Füße waschen?“ Jesu Herablassung

bedrückte ihn. Er schämte

sich bei dem Gedanken,

dass nicht einer

der Jünger zu diesem

Dienst bereit gewesen

war. Doch „Jesus antwortete

und sprach

zu ihm: Was ich tue,

das weißt du jetzt

nicht; du wirst es

aber hernach erfahren“.

Johannes 13,6.7.

Petrus konnte es nicht

ertragen, seinen Herrn,

von dem er glaubte,

dass er Gottes Sohn ist, als Diener vor

sich zu sehen; sein ganzes Empfinden

lehnte sich gegen diese Demütigung

auf. Er erkannte nicht, dass Christus

allein aus diesem Grunde in die Welt

gekommen war.“

(Das Leben Jesu, S. 645)

Alle Adventisten vollziehen die Fußwaschung.

Sind alle Adventisten Diener?

Oder denken wir daran, dass der

Andere ja mein Diener sein müsse?

Diese Frage möge jeder für sich beantworten.

Das ICH muss sterben!

Hier haben wir fast schon ein religiöses

Schlagwort, dessen Bedeutung

gern missverstanden wird. Was bleibt

übrig, wenn das Ich tot ist? „Christus

in mir!“ hört man dann. Ja, das ist richtig,

nur: Möchte ich ein Diener sein?

Es besteht die Gefahr, dass mit dem

angeblich toten Ich eine Leere entsteht,

eine Passivität, die sehr fromm

aussehen kann – und doch nicht

Christi Sinn ist. Christus starb – damit

ich leben darf! Nicht mein Ich, doch

sehr wohl ich! Christus meint mich,

meine Individualität, diesen einen einzigartigen

Menschen, den es auf der

ganzen Welt wirklich nur einmal gibt!

Mit der Kraft Jesu ausgerüstet soll ich

kein wandelnder Toter sein. Ich darf

meine Aufgaben und Möglichkeiten

erkennen und tatkräftig sein!

Wie stellen wir uns

einen Diener vor?

In Zeiten, da möglichst alle jungen

Leute hoch hinaus wollen, fällt es

schwer, für dienende Berufe zu werben.

Eltern berichten gern mit stolz

geschwellter Brust von der Karriere

ihrer Sprösslinge. Davon sind Christen

nicht frei. Wenn schon ein Beruf

im Dienst am Nächsten, dann bitte

schön in gehobener Position!

Die meisten Studienberufe gibt

es auch in der Assistentenvariante.

Arbeiten dort jene, die es nicht weiter

gebracht haben? Ich muss an den Betrieb

denken, dessen Arbeiter gleich

merkten, dass die Putzfrau einen Tag

fehlte. Der Chef war schon vier Wochen

abwesend, ohne dass es auffiel.

Schätzen wir einen – in den Augen

der Welt – geringen Dienst?

Vielleicht haben wir eine Vorstellung

von einem Butler. Er muss nicht englisch

steif sein, doch er ist stets zur

Stelle, wenn er gebraucht wird!

Genau da liegt das Problem! Zur

Stelle sein, wenn wir gebraucht werden

– das ist unsere Dienstaufgabe,

ganz konkret im Dienst am Nächsten!

Gestorbenes Ich

oder toter Glaube?

Wenn gerufen wird: „Wer kann mal

dieses oder jenes tun?“, dann haben

wir oft lauter Leichen um uns.

Sind das dem ICH Gestorbene oder

für den Dienst Unfähige, da geistlich

gelähmt? Ist es unfromm, wenn ganz

laut und freudig „Ich!“ gerufen wird?

Haben wir Angst, andere können unser

frohes „Ich!“ als stolzes Geltungsbedürfnis

verstehen? Bleiben wir lieber

unauffällig im Hintergrund?

Christus blieb nicht im Hintergrund!

Wer immer ihn brauchte, dem rief er

zu: „Komm her zu mir!“

(nach Matthäus 11,28)

Wenn wir Christi Sinn haben wollen,

dann müssen wir aus der passiven

Ecke heraustreten und freudig rufen:

„Hier bin ich!“ (nach Jesaja 6,8) Dann

gibt es kein „Ich kann nichts tun. Mein

Ich ist ja tot!“.

Doch Achtung! Alles was wir tun,

möge zur Ehre Gottes sein! (siehe

1. Korinther 10,31) Es geht nicht um

unser Lob und unsere Anerkennung!

Das bedeutet aber auch:

Alles, was wir an Gutem unterlassen

und versäumen, geschieht zur Unehre

Gottes!


„Mir wurde die hohe und verantwortungsvolle

Stellung gezeigt, die

Gottes Kinder einnehmen sollten.

Sie sind das Salz der Erde und das

Licht der Welt und müssen ebenso

wandeln, wie Christus einst wandelte.

… Wir müssen Christi Leben kennen

lernen und erfahren, was es bedeutet,

ihn vor der Welt zu bekennen.

Wollen wir Christus bekennen, muss

er dies Bekenntnis in uns wirken.

Niemand kann Christus wirklich bekennen,

es sei denn, Christi Sinn und

Geist wohnen in ihm. Wenn der Schein

eines gottseligen Wesens oder die

Anerkennung der Wahrheit immer ein

Bekenntnis zu Christus darstellten,

könnten wir sagen, dass der Weg, der

zum Leben führt, breit ist und dass ihrer

viele sind, die ihn finden. Wir müssen

verstehen, wodurch wir Christus

bekennen oder verleugnen. Es liegt

durchaus im Bereich der Möglichkeit,

ihn mit unseren Lippen zu bekennen,

in unseren Werken jedoch zu verleugnen.

Die Frucht des Geistes, die sich

im Leben kundtut, ist ein Bekenntnis

zu Christus. Wenn wir für ihn alles

aufgegeben haben, wird unser Leben

anspruchslos, unsere Unterhaltung

himmlisch, unser Wandel ohne Tadel

sein. Der machtvolle, läuternde Einfluss

der Wahrheit auf das Herz und

ein tägliches Leben nach dem Vorbild

des Charakters Christi sind ein Bekenntnis

zu ihm. Sind Worte ewigen

Lebens in unseren Herzen ausgesät,

werden Gerechtigkeit und innerer

Friede daraus reifen.

Wir können Christus in unserem Leben

verleugnen, indem wir dem Hang

nach Bequemlichkeit oder der Eigenliebe

nachgeben, indem wir scherzen

und herumalbern oder die Ehre der

Welt suchen. Auch in unserer äußeren

Erscheinung können wir durch Anpassung

an weltliche Sitten, durch hoffärtiges

Gebaren oder teure Kleidungsstücke

Christus verleugnen. Nur durch

unablässige Wachsamkeit und durch

ein beharrliches und nahezu ununterbrochenes

Gebetsleben werden wir

imstande sein, in unserem Leben den

Charakter Christi oder den heiligenden

Einfluss der Wahrheit an den Tag zu

legen. ...“ (Zeugn. Bd. 1, S. 325.326.)

Lasst uns ein „Wir haben Christi

Sinn“-Schild bauen und an unsere

Brust heften, das aus dienenden

Taten der Liebe besteht! Amen.

18

Ines Müller

Es gibt viele Geschäfte,

die warten

auf Kunden, die ein

Geschenk suchen.

Da gibt es allerlei

Nützliches und

noch viel mehr Unnützes

zu bestaunen:

Das Meiste

ist zur Dekoration.

Man kann auch

sagen: Es ist nicht

zu sehr vielem zu

gebrauchen, außer

zum Ansehen. Also, etwas Dekoration

zur Verschönerung ist ja sehr nett,

aber es kann auch zu viel werden,

sodass man von „Kitsch“ und „Überdekoration“

spricht. Viele Menschen

verbinden mit Geschenken den Gedanken:

Das kostet viel Geld.

Als wir vor Jahren einmal mit Freunden

an einem Souvenirladen vorbeikamen,

machte unser Freund eine

kluge Bemerkung: „Hier kannst du

alles kaufen, was du nicht brauchst!“

Aber wir wollen uns doch beschenken!

Wir wollen doch unseren Lieben etwas

mitbringen! Was können denn Kinder

tun, die meist kein Geld haben?

Ich möchte Euch erzählen, welche

Geschenke ich erhalten habe, die

überhaupt nichts kosteten:

Im letzten Herbst hat mir eine junge

Schwester aus der Gemeinde einige

Kastanien mitgebracht. Sie waren

noch in der Stachelschale und als

sie aufplatzten, kamen die glänzend

braunen Kastanien wie Edelsteine

zum Vorschein. Die Kastanien gaben

sehr lange eine schöne Deko auf dem

Wohnzimmertisch ab. Ich hatte viel

Zeit darüber nachzudenken, dass wir

auch manchmal „stachlig“ sind. Aber

die Wärme der Liebe Gottes kann

uns öffnen, damit wir mit liebevollen

Eigenschaften „glänzen“ können. Ich

empfand dieses kostenlose Geschenk

als sehr wertvoll und lehrreich.

Als ich gestern früh unseren Fußweg

vom Schnee befreite, „half“ mir unsere

vierjährige Nachbarin dabei. Mit einem

kleinen Besen war sie sehr eifrig bei

der Sache. Da es immer noch kräftig

schneite, hatte unser Hund Trixi bald

ein weißes Fell. Die kleine Jette fegte

das Fell mehrmals mit ihrem Besen

sauber. Das sah sehr lustig aus und

ich muss noch heute darüber lächeln.

Dieses Lächeln hat mir – völlig kostenlos

– ein kleines Kind geschenkt.

Liebe

Kinder!

Geschenke,

die nichts kosten!

Ein anderes Geschenk liegt schon

viele Jahre zurück. Unser Sohn Christoph,

noch im Grundschulalter, legte

mir ein Kleidungsstück auf die Waschmaschine

mit einem Zettel drauf: „Bitte

waschen. Vielen Dank!“ Ich fand das

mächtig nett, denn er sah es nicht als

selbstverständlich an, dass ich mich

um seine Wäsche kümmere, sondern

war dankbar dafür. Meine Freude war

so groß, dass ich diesen Zettel lange

im Bad liegen ließ. Damit ging mir die

viele Wäsche leichter und freudiger

von der Hand.

Ich könnte jetzt so viele Dinge aufzählen,

womit mich unsere Kinder

beschenkten. Das Wenigste davon

ist für Geld zu haben. „Ich hab dich

lieb!“ zu sagen und auf vielfältige Weise

auszudrücken, macht unser Leben

schöner und reicher.

Mache dir Gedanken, womit du deine

Eltern erfreuen kannst! Vielleicht überraschst

du sie mit einem gedeckten

Frühstückstisch. Du könntest auch für

Dinge „Danke!“ sagen, von denen du

meinst, deine Eltern müssen das doch

tun, z. B. „Danke für das schöne Essen!“

oder „Danke, dass mein Lieblingspulli

schon wieder sauber im Schrank liegt!“.

„… seid dankbar.“ fordert uns die

Bibel in Kolosser 3,15 auf.

Lasst uns alle danach trachten, Freude

und ein Lächeln zu verbreiten! Das

kann manchmal ein hartes Stück Arbeit

bedeuten. Aber glaubt mir, es macht

viel mehr Spaß als Jammern, Nörgeln

und Meckern! Jesus möchte uns dabei

helfen, denn von ihm heißt es: Er „verbreitete

das Licht einer heiteren Frömmigkeit

um sich.“ (Leben Jesu, S. 70)

Dass ihr Freude und Dankbarkeit

empfindet und verbreitet wünscht euch

allen

Eure Ines Müller

Der Sabbatwächter


Fragen an einen Christen

1. Wie lange bist du schon gläubig?

Kleine, tägliche

Erfahrungen sind wichtig!

„Hallo Jacqueline, kommst du heute

noch?“ „Warum heute? Treffen wir

uns nicht erst nächste Woche?“

Anscheinend hatte ich mich im Datum

geirrt. Einige Kolleginnen und ich

wollten uns treffen, um einer Dozentin

aus Montenegro die Stadt Graz

zu zeigen. Als mich die Kollegin anrief,

konnte ich nichts mehr machen,

denn ich war daheim in Kärnten. Sie

Jahrgang 85, nr. 2

In dieser Reihe wollen wir Glaubensgeschwistern oder anderen Christen einige

Fragen stellen, die für unsere Leser interessant und hilfreich sein mögen.

Ich bin 21 Jahre alt und habe so mit ca. 11-14 Jahren

meine Glaubensentscheidung getroffen.

2. Warum hast du dich für ein Leben in der

Nachfolge Jesu entschieden?

Ich bin damit aufgewachsen und habe die Vorteile

dieses Lebensstils kennen und lieben gelernt.

3. Wenn du jetzt all die Jahre zurückblickst,

gab es Momente, in denen du Gottes Nähe

besonders gespürt hast?

Ja, ganz besonders am Anfang meines Studiums.

4. Kannst du eine Gebetserfahrung erzählen?

Eine steht in dem Erfahrungsheftchen der Jugend

„Ein Stück vom Himmel“,

Titel: „Ich wollte eins, Gott schenkte mir zwei“,

erschienen im Edelstein-Verlag.

5. Gibt es ein Bibelwort, was dir besonders

weitergeholfen hat?

Ich mag das Hohelied der Liebe (1. Korinther 13)

sehr gerne!

Das Inter view

mussten also die Stadtführung ohne

mich machen. Am folgenden Morgen

wollte ich wie gewohnt zur Arbeit

fahren, doch da entdeckte ich, dass

einer der Vorderreifen meines Autos

einen Platten hatte. Wahrscheinlich

hatte eine Glasscherbe auf dem

Parkplatz, den ich am Tag davor benützte,

den Reifen aufgeschlitzt. Ich

ärgerte mich. Zuerst der verpasste

Termin in Graz und jetzt das! Doch

dann bemerkte ich, dass Gott hinter

dem allen stand. Hätte er nicht zu-

6. Welchen Stellenwert haben Familie

und Gemeinde für dein Glaubensleben?

Familie steht bei mir ganz oben und Gemeinde

gehört (oft) dazu!

7. Vermisst du etwas, woran wir als Gemeinde

mehr denken sollten?

Sich einfach mehr über und auf andere zu freuen,

statt die Mängel zu begucken.

8. Was möchtest du den jungen Leuten mit auf

den Weg geben?

Ich bin selber noch jung und weiß, dass nicht alles

immer so schön ist. Konzentriert euch auf das

Wichtige. (Was wichtig ist, müsst ihr für euch herausfinden.)

9. Was möchtest du den älter gewordenen

Geschwistern ans Herz legen?

Das findet sich glaube ich in Nr. 7 und dass sie

auch mal offen für Neues sein sollten.

10. Was ist dein Wunsch und Ziel?

Ich möchte mal eine Familie gründen und mit ihr zu

Gott kommen dürfen!

Rebekka Sonnenberg

gelassen, dass ich mir das falsche

Datum notierte, wäre ich am Vortag

nach Graz gefahren, hätte vermutlich

auf der Autobahn den Platten

gehabt und es wäre womöglich ein

Unfall passiert. Und hätte er einfach

verhindert, dass mein Reifen kaputt

wird, hätte ich nicht bemerkt, wie

er gerade in dem Augenblick seine

schützende Hand über mich gehalten

hat. Gelobt sei der Herr!

Jacqueline Mößlacher


20

J U G E N D S E I T E N

Artikel Infos Erfahrungen Einladungen Berichte

Der verlorene Sohn

Hans Baumann war ein – wie man

so schön sagt – gut situierter Mann.

Er hatte im Laufe seines Lebens ein

ansehnliches familiäres Wirtschaftsunternehmen

in einer ländlichen

Gegend aufgebaut. Ja, durch weises

Wirtschaften, Sparsamkeit und viel

Gottvertrauen hatte er es zu etwas

gebracht.

Überall in der Nachbarschaft war er

bekannt als ein hilfsbereiter, ehrlicher

und gläubiger Mann, zu dem man gerne

ging, auch wenn einen mal „der

Schuh drückte“. Doch sein größter

Stolz waren seine beiden Söhne, die

beide ebenfalls bei ihm arbeiteten. Mit

ihnen lebte er auf dem großen Familienhof

fern ab vom Getümmel. Sie sollten

einmal seinen Fußstapfen folgen,

alles erben und in Frieden und Glück

mit ihren Familien auf dem Hof leben

können. Dafür wollte er alles tun.

Doch etwas sollte diese Eintracht

stören:

Lutz, der älteste Sohn, war ebenfalls

ein fleißiger Mensch. Er machte seinem

Vater viel Freude. Man konnte

sich auf ihn verlassen. Überall, wo

man ihn brauchte, ging er mit Rat und

Tat zur Hand.

Doch Hans der Jüngste bereitete ihm

des Öfteren Sorgen. Er war bisweilen

so geistesabwesend. Bei den täglichen

Andachten ertappte er ihn öfter,

wie er Löcher in die Luft starrte und mit

seinen Gedanken ganz woanders war.

Auch schien die Arbeit ihm so gar

keine rechte Freude zu bereiten.

Eines Tages ergab es sich, dass

Hans in die entfernte Stadt sollte, um

diverse Besorgungen zu erledigen. Da

das mehrere Tage in Anspruch nehmen

würde, nahm er sich ein Zimmer

im Zentrum der Stadt. Er freute sich

darauf, endlich einmal ein paar Tage

Großstadtluft schnuppern zu können.

War er es doch in letzter Zeit immer

öfter leid auf dem Lande zu versauern.

Die endlose Arbeit ödete ihn an

und er sehnte sich nach den Lichtern

der Stadt.

Bis auf ein paar heimliche Krimis im

Fernsehen und eigentlich verbotenen

Seiten im Internet gab es wenig

Abwechslung für ihn auf dem Hof.

Er nutzte die ihm verbleibenden

abendlichen Stunden und zog durch

die Straßen. Die netten kleinen Kneipen,

in denen ausgelassen gelacht

und mit den Mädchen geschäkert wurde,

zogen ihn magisch an. Er war wie

verzaubert, als ein hübsches schwarzhaariges

Mädchen ihn anlächelte und

sich mit an seinen Tisch setzte.

Von nun an stand es für ihn fest: Er

wollte nicht in der Einöde versauern.

Das Leben lag ja schließlich noch vor

ihm und…warum soll man schließlich

– wie man so schön sagt „die Katze

im Sack“ kaufen? Und überhaupt so

sagte er sich, könne man schneller

ohne so viel körperlichen Einsatz viel

mehr Geld verdienen. Man müsse

nur erst einmal etwas investieren und

dann würde sich die Rendite schon

auszahlen. Schließlich liegt das Geld

ja auf der Straße.

Die Arbeitsmoral des Vaters war einfach

zu konservativ und auch seine

Vorstellung von einem gottgefälligen

Leben. Wer weiß, ob es den überhaupt

gibt. Schließlich war er ihm

noch nicht begegnet.

So ersann er einen Plan. Er wollte

von nun an sein Leben selbst in die

Hand nehmen. Der Vater sollte ihm

dabei helfen. Na ja, ganz wohl war

ihm nicht dabei, dass er ihn enttäuschen

musste, aber schließlich konnte

der ja nicht von ihm verlangen,

dass er bis an sein Lebensende nach

seinen Vorstellungen lebte.

Mit durchwachsenen Gefühlen, aber

voller Lebenslust fuhr er wieder nach

Hause.

Daheim angekommen teilte er seinem

Vater seinen Entschluss mit. Er

wollte wegziehen – in der Ferne sein

Glück suchen. Er brauchte dazu nur

eines: Sein Erbe.

Alle Worte des Vaters konnten seinen

Entschluss nicht ändern und so

zahlte der Vater, der ein weiser Mann

war, nachdem er die Angelegenheit

Gott vorgelegt hatte, seinem Sohn

schweren Herzens sein Erbteil aus.

Hans war stolz auf sich! Endlich

konnte er tun und lassen was er wollte.

Die erste Hürde war genommen. Er

packte seine Sachen, belud sein Auto

und verabschiedete sich von seinem

enttäuschten, traurigen Vater. Na ja,

etwas flau war ihm schon im Magen,

aber der Vater würde ihn spätestens

dann verstehen, wenn er erfolgreich

war. Jetzt würde er sich erst einmal

eine Auszeit von der vielen Arbeit

gönnen und sich so richtig amüsieren.

Schließlich war er ja noch jung.

Der Vater schaute noch lange die

Straße entlang, auf der sein Sohn so

schnell davon gebraust war. Er war

so unendlich traurig über die letzten

Geschehnisse. Der Schmerz über den

Verlust wollte ihm das Herz zerreißen.

Doch auch in dieser schweren Stunde

vertraute er seinem Vater im Himmel,

der ja, wie er wusste, alles zum Besten

führen konnte. So ergab er sich seinem

Schicksal. Der HERR würde handeln

zu seiner Zeit, darauf vertraute er und

täglich erinnerte er sich daran.

Gesagt, getan. Hans fuhr nach Hamburg.

Dort sollte ja so richtig was los

sein. Er nahm sich ein Zimmer in der

City und schaute sich die Gegend an.

Er hatte von interessanten Bars

gehört, in denen es viele hübsche

Mädchen gab. Vielleicht fand er ja

das passende.

Nun ja, wir wollen an dieser Stelle die

Geschichte etwas zusammenfassen:

Hans lernte viele hübsche Mädchen

kennen. Sehr bald fanden diese heraus,

dass er keine schlechte Partie

war. Mit ihm konnte man sorgenfrei

leben, jedenfalls eine Zeit lang und

Hans genoss es, umgarnt zu werden.

Ein paar zwielichtige Finanzberater

versprachen ihm die fette Rendite,

wenn er sein Geld in bestimmte

Unternehmen investierte und er vertraute

ihren glatten Reden. Leider

meldeten diese Unternehmen binnen

kürzester Zeit Konkurs an und – das

Geld war futsch!

Der Sabbatwächter


Was sollte nun werden? Sein Gewissen

meldete sich. War seine Entscheidung

vielleicht doch falsch, von

zu Hause fort zu gehen und sich das

Erbe auszahlen zu lassen? Ach was,

er würde sich eben eine Arbeit suchen,

ein billiges Zimmer nehmen und

irgendwann wird das Blatt sich wieder

wenden. Man muss nur die richtigen

Leute kennen lernen. Schließlich: Das

Geld liegt doch auf der Straße.

So fand er nach vielem Suchen

– denn es war eine Zeit großer Arbeitslosigkeit

- endlich einen Job als

Lagerarbeiter. Ein einigermaßen billiges

Zimmer nahe beim Hafen mietete

er auch an. Hoffentlich sah ihn hier

niemand den er kannte. Denn es war

nicht gerade ein Aushängeschild.

Nun ergab es sich, dass eine weltweite

Wirtschaftskrise über das Land ging.

Der Lebensunterhalt wurde immer

teurer und zu guter Letzt verlor er auch

noch seine Arbeit und damit auch seine

Wohnung. Viele Menschen lebten

zu dieser Zeit schon auf der Straße,

weil die Staatskassen leer waren und

man so keine Hilfe mehr erwarten

konnte. Er versuchte bei seinen alten

Bekannten und Freundinnen unter zu

kommen, aber die wollten jetzt von ihm

auch nichts mehr wissen.

Einsam ging er durch die Straßen

der Stadt, die ihren nächtlichen Glanz

für ihn verloren hatten. Oft hatte er

Angst in eine der unzähligen Straßenschlachten

zu kommen, die jetzt gang

und gäbe waren. Er verkroch sich

dann in einem Container nahe beim

Hafen und starrte wie so oft in den

Nachthimmel.

Sollte es vielleicht doch einen Gott

geben, der sein Leid mit ansah? Oh

ja, er war selbst an seinem Zustand

schuld. Er hatte all das schwer erarbeitete

Geld seines guten Vaters

sinnlos verprasst und leichtfertig seine

Zukunft aufs Spiel gesetzt. Es geschah

ihm ganz recht, dass er nun so

endete. Zahllos rannen dicke Tränen

über seine Wangen. Wie hatte er nur

so etwas tun können? Er konnte sich

selbst nicht verzeihen. Wie konnte ihm

Gott verzeihen, den er so schändlich

versucht hatte.

Und doch, eine andere Stimme meldete

sich in seinem Inneren: Geh

zurück zu deinem Vater, gib deine

Schuld vor ihm und dem Himmel zu

und frage ihn, ob du als Hilfsarbeiter

bei ihm arbeiten darfst. Verzichte auf

deine Sohnschaft. Diese Stimme in

seinem Inneren wurde übermächtig

und er fasste einen Entschluss. Er

wollte zurück zu seinem Vater gehen

und auch zu seinem Vater im Himmel.

Vielleicht gab er ihm ja noch einmal

eine klitzekleine Chance.

Er machte sich auf den langen Heimweg.

Ein Auto hatte er schon lange

nicht mehr und so ging er zu Fuß oder

trampte, wo es möglich war. - Endlich

kam das Haus seines Vaters in Sicht.

Er hatte die letzte Baumgruppe hinter

sich gelassen.

Der Vater seinerseits saß wie so oft

in den letzten Jahren vor dem Haus

und schaute die Straße entlang. Hier

hatte er seinen Jüngsten das letzte

Mal gesehen. Wie mochte es ihm gehen?

Er ahnte nichts Gutes.

Doch halt, was war das? Der Gang

des groß gewachsenen Mannes kam

ihm bekannt vor. Ohne Zögern sprang

er von seiner Bank auf und rannte die

Straße entlang - ihm entgegen.

Ja, es war sein jüngster Sohn. Innerlich

bewegt nahm er ihn in die Arme

und küsste ihn voller Freude. Endlich

war er wieder da.

Hans seinerseits war tief bewegt

von dem liebevollen Empfang seines

Vaters. Er hatte so etwas überhaupt

nicht verdient und so sagte er zu ihm:

„Vater, ich habe gesündigt gegen

den Himmel und vor dir, ich bin

nicht mehr würdig, dein Sohn zu

heißen.“

Der Vater wiederum war tief bewegt

von den Worten seines Sohnes. Gott

hatte seine sehnlichen Bitten erhört.

Nach so langer Zeit….

Der Vater übersah nicht, dass sein

Sohn reichlich mitgenommen aussah.

Fragen erübrigten sich. Er ließ den

besten Anzug und Schuhe für ihn herbringen

und steckte ihm voller Wiedersehensfreude

den Familienring mit

dem Familienwappen auf den Finger.

Heute sollte ein Freudenfest gefeiert

werden. Wenn das kein Grund war! Er

ließ alles dazu herrichten und verkündigte:

„Denn dieser mein Sohn war tot

und ist wieder lebendig geworden,

war verloren und ist gefunden worden!“

Und sie fingen an fröhlich zu

sein.

Der ältere Sohn Lutz seinerseits kam

spät von der Arbeit nach Hause und

wunderte sich über das fröhliche Treiben.

Einer der Angestellten berichtete

ihm alles, auch dass sogar ein ganz

besonderes Festessen zu Ehren seines

jüngeren Bruders gegeben wurde,

der nach so langer Zeit wieder

nach Hause gekommen sei.

Lutz wurde zornig. Wie konnte der

Vater so etwas tun, wo Hans ihn so

schändlich ausgenutzt hatte und all

das Geld mit Huren verprasst hat? Das

war unerhört. Wie viele Jahre arbeitete

er nun schon für seinen Vater

und hatte sich nie etwas zuschulden

kommen lassen! Warum belohnte

der Vater das nicht mit einem Fest für

ihn und seine Freunde? All das warf

er dem Vater vor, der inzwischen dazu

gekommen war.

Der Vater wurde traurig über die

Reaktion seines ältesten Sohnes.

„Lutz, mein Sohn, du warst die ganze

Zeit bei mir und alles, was ich habe,

ist auch deins. Aber wir haben allen

Grund fröhlich zu sein, denn dein

Bruder war tot und ist wieder lebendig

geworden. War verloren und ist

gefunden worden.“

Hier endet unsere kleine Geschichte.

Sicherlich habt ihr sie wieder erkannt.

Ihr findet sie in der Bibel im Lukasevangelium,

Kapitel 15.

Dieses Gleichnis macht deutlich, wie

mitleidsvoll Gott Menschen liebt, die

fern von ihm umherirren. Er überlässt

sie nicht ihrem Elend, obwohl sie sich

von ihm abgewendet haben.

Welch ein treffendes Bild wird dort

vom Zustand des Sünders gemalt!

Obgleich Gott ihn mit den Segnungen

seiner Liebe umgibt, ist der sündige

Mensch nur der Ichsucht und dem

frevelhaften Vergnügen hingegeben

und wünscht sich nichts so sehr, als

von seinem Vater getrennt zu sein. Er

verlangt, wie der undankbare Sohn,

die guten Dinge Gottes als sein gutes

Recht und nimmt sie als selbstverständlich

hin, ohne an Dank oder

Gegendienst zu denken.

Ein Leben, das das eigene Ich zum

Mittelpunkt hat, ist verschwenderisch;

wer versucht, fern von Gott zu leben,

vergeudet sein Vermögen, seine besten

Jahre, seine Geistes, Herzens-

und Seelenkräfte und legt alles darauf

an, sich auf ewig bankrott zu richten.

Jahrgang 85, nr. 2 2


Doch Gott geht in seiner Liebe auch

dem noch nach, der sich aus freier

Entscheidung von ihm gelöst hat, und

lässt nichts unversucht, ihn zum

Vaterhaus zurückzuführen.

So elend der verlorene Sohn auch

ist: die Überzeugung, dass der Vater

ihn liebt, gibt ihm Hoffnung. Die Vaterliebe

zieht in heim.

Als er noch weit entfernt war, sah ihn

sein Vater. Denn Liebe hat gute Augen.

Im Drange der Jugendjahre erschien

dem Sohn der Vater als übermäßig

streng. Wie ganz anders urteilt er jetzt!

Ebenso ergeht es denen, die sich von

Satan täuschen lassen.

Der verlorene Sohn im Gleichnis

muss sich keine Vorwürfe über seinen

schlechten Lebenswandel anhören;

er hat wirklich das Gefühl, das Vergangene

ist vergeben und vergessen

und für immer ausgelöscht.

Darum: Hör nicht auf den Feind, der

dir einflüstern will, du sollest Christus

fernbleiben, bis du dich selbst gebessert

hast und gut genug geworden

bist, vor Gott treten zu können.

22

22

Mache dich auf den Weg zu deinem

Vater! Er wird dir weit entgegenkommen.

Der ältere Bruder hingegen hatte

nicht an der Sorge des Vaters teilgehabt,

hatte nicht nach dem Verlorenen mit

Ausschau gehalten. Er konnte deshalb

auch des Vaters Freude nicht teilen.

In ihm erwachte die Eifersucht. Stolz

und Bosheit kommen bei ihm zum

Ausdruck und er betrachtet das

Leben im Vaterhaus als eine lange

Kette unbelohnter Dienstleistungen

und vergleicht damit kleinlich die

Gunstbezeigung dem Zurückgekehrten

gegenüber. Statt froh und zufrieden

darüber zu sein, beim Vater leben

zu dürfen, denkt er nur an den Gewinn,

den er aus seinem vorsichtigen

Lebenswandel hätte ziehen können.

Der ältere Sohn stellt die unbußfertigen

Juden zurzeit Jesu und die

Pharisäer zu allen Zeiten dar, die mit

Verachtung auf vermeintliche Zöllner

und Sünder herabblicken. Ihre Werke

taten sie nicht aus Liebe, sondern um

der Belohnung willen.

Gott! Wo warst du?

„Gott, wo warst du?“ fragen viele

fassungslos mit ihm im Streit,

so als ob Gott herzlos spiele

mit der Menschen Not und Leid.

„Mensch, wo warst?“ spricht Gott leise,

als ich dich zur Umkehr rief.

„Du hieltst dich für klug und weise,

doch dein Lebensweg war schief!“

„Gott, wo warst du in den Sorgen,

als ich keinen Ausweg sah?“

„Kind, du warst in mir geborgen –

deine Trübsal ging mir nah!

Ich trug dich auf meinen Händen,

liebte wie ein Vater liebt;

wollte Kummer von dir wenden,

wenn man mir die Chance gibt.“

„Doch du wolltest ja nicht hören –

ranntest in dein Elend rein.

Sollte ich dich da denn stören,

wenn du’s liebst, ganz frei zu sein?

Ich wies dich den Weg des Lebens,

durch mein Wort gab ich dir Licht,

doch mein Mahnen war vergebens,

denn du folgtest mir ja nicht!“

Selbstgerechtigkeit verführt nicht nur

dazu, falsche Gottesvorstellungen zu

verbreiten, sondern macht auch hartherzig

und überkritisch im Umgang

mit dem Bruder.

Sobald du erkennst, dass du ein

Sünder bist und dass nur die Liebe

deines himmlischen Vaters dich rettet,

fühlst du auch Liebe und Mitleid

gegenüber anderen, die noch in Sünde

schmachten; dann trittst du dem

Elenden und der Buße nicht mehr mit

Eifersucht und Tadel entgegen.

Zu welcher Gruppe

gehörst du?

Oder bist du einer von denen, die

noch zu keiner der beiden Gruppen

gehört? Dann überlege nicht lange.

Mach dich heute noch auf zu deinem

Vater im Himmel zurückzukommen.

Er wartet auf dich!

Mit Zitaten aus Gleichnisse aus der Natur

Kapitel 16

Gabriele Röglin

„ ‚Gott, wo bist du?’ sprichst du heute,

und mein Vaterherz zerbricht.

Oh mein liebes Kind, missdeute

meine Vaterliebe nicht!

Ich will alle Welt erlösen,

doch auch Satan hat noch Macht

und verführt die Welt zum Bösen,

darum sucht mich, betet, wacht!“

„Da ist Fluch und da ist Segen –

jeder hat die freie Wahl;

auf den gottlos bösen Wegen

wartet doch zum Schluss die Qual.

Da ist Liebe, Glück und Gnade

oder aber das Gericht.

Auf des Satans Sündenpfade –

da begegnet man mir nicht!“

Gottlos geht die Welt zugrunde,

weil man Gott nicht wirklich sucht.

Mit des Satans Macht im Bunde

bleibt der Menschen Weg verflucht.

Gott will sich gern finden lassen

und streckt seine Arme aus:

Alle, die sie folgsam fassen,

führt er Heim ins Vaterhaus.

Peter Laugallies

Der Sabbatwächter


Geburtstage und Jubiläen im Altenheim

„Ja, ich will euch tragen

bis ins Alter und

bis ihr grau werdet.

Ich will es tun..“ Jes. 46,4

Besonders im Altenheim dürfen wir

die Erfüllung dieser Verheißung erfahren.

Zum Ende des vergangenen

Jahres und zum Beginn des neuen,

durften wir eine Reihe runder und hoher

Geburtstage unserer lieben alten

Geschwister erleben.

Schwester Klebingat

an ihrem 100. Geburtstag

Gleich zu Beginn des Jahres, am 4.

Januar 2010 durfte Schw. Grete Klebingat

ihren 105. Geburtstag feiern.

Dieses Jahr hat sie noch ein weiteres

Jubiläum, sie ist dann seit 20 Jahren

im Haus Waldesruh. Als eine willensstarke

Persönlichkeit, wie sie es war,

hat sie sich bis zu ihrem 100. Geburtstag

ganz in die Gemeinschaft des

Hauses eingebracht und keine Andacht,

Bibelstunde oder Gottesdienst

versäumt. Als dann allmählich ihre

Kräfte nachließen, fiel es ihr schwer

zu akzeptieren, dass es nicht mehr so

ging wie bisher. Aber sie hat gelernt,

die altersbedingten Schwächen in Geduld

zu tragen. (Den Altersrekord hält

eine Bewohnerin im 108. Lebensjahr).

Vier andere Glaubensgeschwister

durften am Ende des letzten Jahres

ihren 90. Geburtstag feiern. Es sind:

Elfriede Mertsching, (29.09.1919).

Vor etwa 50 Jahren hat sie den ersten

Kontakt mit uns aufgenommen.

Leider war ihr Leben oft von Krankheit

überschattet. Dass sie trotzdem

dieses hohe Alter erreichte, ist neben

der Gnade Gottes wohl auch dem

Umstand zu verdanken, dass sie bis

heute immer freudig unsere Glaubenlieder

gesungen hat.

Das Bild ist schon etwas älter.

Ruth Rathey, (1.10.1919).

Sie war gerne unterwegs und hat

fröhlich Zeugnis von ihrem Glauben

gegeben, auch in der ganzen Umgebung

vom Altenheim. Umso härter ist

es, dass sie seit Jahren weder gehen

noch sprechen kann. Deshalb war sie

dankbar, dass sie ihren Lebensabend

mit ihren Glaubensgeschwistern verbringen

konnte.

Gerhard Hamann, (23.11.1919).

Er ist der Unverwüstlichste im Kreis

unserer Hochbetagten. Seine Kraft

und Energie setzt er positiv in vielfältigen

Diensten ein. Als Postverteiler

hält er Kontakt mit den anderen Bewohnern,

zur Andacht im Speisesaal

besorgt er die Liederbücher, sein

Hobby, Briefeschreiben, hat er immer

beibehalten und jetzt frischt er auch

seine Fertigkeit am Klavier wieder

auf. Ein Beispiel dafür, Körper, Geist

und Seele frisch zu halten.

Schw. Lydia Beu, (10.12.1919),

kam hier aus der Gegend zu uns.

Sie ist bodenständig geblieben und

macht gerne ausgedehnte Spaziergänge

in der Umgebung. Sie hat nicht

nur eine gute Orientierung um wieder

heimzufinden, sie weiß auch, wo

die besten Pilze zu finden sind, oder

wo gute Kräuter und schöne Blumen

wachsen.

Mit etwas Verzögerung kommt

Emma Ludmann, sie wurde letzten

Herbst 85. Sie ist noch mehr als früher,

still und in sich gekehrt.

Der Herr möge jeden Bewohner vom

Haus Waldesruh weiterhin auf dem

Weg zum ewigen Vaterhaus mit seiner

Liebe und Gnade begleiten.

Es grüßen Euch, die Bewohner vom

Haus Waldesruh.

F. Herbolsheimer

Jahrgang 85, nr. 2 2


Einladung zum Jugendtreffen in Pracht vom 1.-5. April 2010

Auch in diesem Jahr findet vom 1.-

5. April wieder ein Jugendtreffen in

Pracht statt.

Wenn man dem 100 – jährigen Kalender

eine statistische Beachtung

schenken will, dann haben wir sogar

mit sehr schönem Frühlingswetter zu

rechnen. Anders als im Vorjahr steht

uns diesmal das Schwimmbad tatsächlich

zur Verfügung. Die notwendigen

Reparaturen sind durchgeführt

worden. Auch die Sporthalle werden

wir wieder benutzen können. Für

Spiel, Sport, Spaß und Geselligkeit

und Musik z.B. am Lagerfeuer ist also

„Gutes zu tun und mit anderen

zu teilen, vergesst nicht;

denn solche Opfer gefallen Gott.“

(Hebräer 13,16)

24

Liebe Jugend,

diesem Bibelwort wollen wir gemeinsam

Gestalt verleihen. Dazu wollen

wir das Teilen und Gutes tun wie folgt

praktizieren:

Zu größeren Veranstaltungen, z. B.

Jugendtreffen in Pracht, kann jeder

etwas mitbringen, das er nicht mehr

braucht, aber von dem anzunehmen

ist, dass es einem Anderen nützen

könnte. All diese Gaben des Teilens

werden auf einem Tisch ausgestellt

und jeder, der etwas davon haben

möchte, darf es nehmen. Als kleines

Dankeschön darf jeder in freiwilliger

Höhe eine Dankes-Spende geben.

gut vorgesorgt. Und geistliche Erbauung

durch Bibelstudium wird ebenfalls

nicht zu kurz kommen. Ein gemeinsamer

Ausflug steht auch wieder auf

dem Programm. Die Umgebung von

Pracht bietet dazu sehr gute Möglichkeiten.

Der genaue Ablauf wird noch

bekannt gegeben und per E-Mail

versandt, bzw. auf unserer Internet-

Adresse www.reform-adventisten.net

abrufbar sein. Die Speisen sind wie

früher auch vegetarisch mit weitestgehender

Berücksichtigung der Veganer.

Die Grundkosten belaufen sich

wie im Vorjahr auf 79 €. Eine Wahl

Jugendprojekt 2010

Was könnte konkret

als Gabe dienen?

- Bücher, CD´s, Computer-Zubehör,

Kleidung, Hausrat und was Euch so

einfällt ...

Gaben, die keinen Abnehmer finden,

werden bitte wieder vom Spender mitgenommen.

Was immer noch übrigbleibt,

verteilen wir gemeinnützig.

Tragt dieses gemeinsame Anliegen

bitte in die Gemeinden und überlegt

besonders als Jugendgruppen, wie

Ihr das obige Bibelwort durch unsere

Spenden-Aktion in die Praxis umsetzen

könnt!

Diese Spende ist für ein Afrika-Projekt

des Guten Samariters bestimmt;

konkret: für eine Nähmaschine.

von Doppel- bzw. Einzelzimmern ist

gegen Aufpreis möglich. Wir wollen

dankbar dafür sein, dass wir als Jugendliche

oder mit der Jugend verbundene

Erwachsene in Anbetracht

des günstigen Termins die Gelegenheit

haben, uns alle einmal im Jahr

wieder zu treffen und die Kontakte zu

pflegen. Auf ein freudiges und gesegnetes

Wiedersehen in Pracht!

Peter Laugallies

Infos und Anmeldung bis zum

24.3.2010 per E-Mail:

Peter.Laugallies@web.de

Bitte besprecht in Euren Gemeinden

und Vereinigungen, zu welchen Veranstaltungen

dieses Jugendprojekt

außerdem durchgeführt werden kann

(Vereinigungskonferenzen …)!

Projekttermine:

- 1.-4.4.2010 Jugendtreffen in Pracht

- 13. Juni 2010 Unionskonferenz

in Mannheim

Euch allen Gottes Segen und viel

Freude beim Durchstöbern Eures Besitzes,

ob nicht etwas bei Euch überflüssig

oder inaktuell geworden ist, das ein

Anderer vielleicht schon lange sucht!

Liebe Grüße

Eure Manuela Di Franca,

Marcus Müller und Ines Müller

Der Sabbatwächter

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