Heiliger Geist: Proviant für den Alltag - Evangelische ...

martinskirche.nierstein.de

Heiliger Geist: Proviant für den Alltag - Evangelische ...

Gemeindebrief

der Evangelischen Kirchengemeinde zu Nierstein

www.martinskirche-nierstein.de

I / 2010

Gemeinde der EKHN*

Du kannst den Geist

nicht erzeugen.

Du kannst ihn

nur empfangen.

Johann Wolfgang von Goethe


Inhalt

3 Monatsspruch Mai

8 Neues aus dem

Kirchenvorstand

14 Was ist los im Kirchenjahr

16 Unsere Baumaßnahmen

19 Offene Arbeit mit hoher

Qualität

23 Jubiläum

24 Kleine Fastnachter ganz

groß

26 Kyrie und Gloria –

Himmelwärts beten

28 CVJM Mädchenjungscharfreizeit

2010

30 Landwirtschaftliche

Familienberatung der

Kirchen in Rheinhessen

31 Friedrich von

Bodelschwingh –

Stationen eines

bedeutenden Lebens

35 Bethelsammlung 2010

36 Nicht alleine sein –

den eigenen Trauerweg

finden

37 Autorenlesung mit

Siglinde Bickl

38 Kirchenmusik

in der Martinskirche

40 Dietrich Bonhoeffer

41 Energieautonomie

45 Öko-Doku

»Die 4. Revolution«

48 Haiti –

Klima und beste Reisezeit

51 Neuer Konfirmanden -

jahrgang 2010/2011

53 Konfirmanden 2010

54 5. Jugendkirchentag 2010

der Evangelischen Kirche in

Hessen und Nassau

57 2. Ökumen. Kirchentag

58 Zugänge

59 Kirche – mehr als ein

Verein?

61 Die Geburtstagsbesuche

in unserer Gemeinde

63 Warum hängt der da?

64 Kinderseiten

66 Ostern – Pfingsten

68 Freud und Leid in der

Gemeinde

69 Kassettendienst, Kirchenvorstand,

Gottesdienste im

Johanneshaus

70 Gottesdienstordnung

bis August 2010

72 Die Woche auf einen Blick

74 In seine Spuren treten

75 Impressum


Monatsspruch Mai

von Michael Graebsch

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das,

was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem,

was man nicht sieht.

Hebräer 11,1

»Ich glaube nur,

was ich sehe!« –

»Glauben heißt

nicht wissen!« Diese

Sätze sind so alt

wie der Glaube

selbst und begegnen

uns bis heute

immer wieder. Der

Monatsspruch aus

dem Hebräerbrief,

ein »Herzwort« der

Christenheit, versichert

uns, dass christlicher

Glaube mehr ist als eine vage

Hoffnung. Geschrieben von

einem unbekannten Verfasser an

Menschen, die aus dem Judentum

kamen und Christen geworden

waren, erklärt viele Zusammenhänge

aus dem Alten Testament.

Auch unser Abschnitt ist der

erste Vers einer langen Begrün-

3

dungskette, die auf

»die Alten« verweist:

auf die Mütter

und Väter im

Glauben, die Gott

geglaubt und ihm

immer wieder

begegnet sind. Die

Erschaffung der

Welt aus dem

Nichts, Abel,

Noah, Abraham

und Sara werden

als Glaubensereignisse oder

-zeugen aufgeführt. Menschen

haben Gott in einer bestimmten

Situation vertraut und haben so

die Geschichte Gottes mit uns

Menschen weitergebracht.

Christlicher Glaube ist also eine

Kette von Zeugen, die bis zu

dem Beginn der Menschheit

zurückreicht. Viele davon auf -

geschrieben in der Heiligen


Schrift. Aber auch immer wieder

neu durch Menschen erlebt und

bezeugt.

Ich hatte eine Oma, die mir so

eine Glaubenszeugin geworden

ist. Bei ihr wurde zum Frühstück

immer das Kalenderblatt

aus dem »Neukirchner Kalender«

gelesen und vor dem Essen

ein Gebet, oft ein Gesangbuch-

4

vers, gebetet. Viele Verse kannte

ich lange, bevor ich die Melodie

dazu kennen lernte. Glaube

braucht Vorbilder, »Zeugen«,

die unverkrampft und liebevoll

Gottes gute Nachricht leben

und weitersagen. Weiter sagt der

Hebräerbrief, dass von diesen

Zeugen eine eigene Kategorie

der Wirklichkeit verkörpert

wird: da ist der Glaube mehr als

eine vage Annahme, ein Nicht-

Wissen. Glaube wird zur festen

Zuversicht, dass Gott ist und für

uns da ist. Da wächst die Hoffnung,

dass Gott uns begleitet ein

Leben lang und darüber hinaus.

Mit dem Glauben werden wir

sensibel für eine andere Dimension

der Wirklichkeit: den Be -

reich des Nicht-Sichtbaren. Wie

arm ist eine Welt, die sich nur

mit dem Materiellen beschäftigt

und Phänomene wie Religion,

Liebe und Seele auf chemische

Reaktionen im Körper reduzieren

möchte! Die Welt ist viel

mehr, als wir begreifen können.

Der Glaube hilft uns, sie in

einem neuen Licht zu sehen.

Dabei sind die Gläubigen nicht

die besseren Menschen. Gerade

die vielen Missbrauchsfälle, die

in diesen Tagen in unseren Kir-


chen und Einrichtungen aufgedeckt

und diskutiert werden,

machen uns schmerzlich

bewusst, dass Christinnen und

Christen versagen und sich an

den von ihnen verkündigten

Maßstäben messen lassen müssen.

Der Glaube ist eben nicht

einfach ein Gefühl, ein Ergriffen-

Sein, sondern hat in der Bibel

klare theologische und ethische

Maßstäbe. Deswegen braucht es

die »Alten« und andere »Zeugen«,

um den eigenen Glauben

zu befragen und gegebenenfalls

zu korrigieren.

Unser Monatsspruch sagt nicht,

dass die Existenz Gottes bewie-

Die Auferstehung Christi macht offenbar,

dass wir Zukunft haben.

Leiden und Tod verlieren dadurch

nichts von ihrer Bitterkeit,

aber sie erscheinen

in einem neuen Licht.

Dietrich Bonhoeffer

5

sen und Glauben eine rationale

Notwendigkeit sei. Glaube und

Zweifel sind »Geschwister«, der

Glaube immer wieder angefochten.

Aber er ist eben auch mehr

als eine bloße Vermutung, er

kann fröhliche und feste Zuversicht

werden. Wer sind die Zeugen,

die Ihnen zum Glauben

geholfen haben? Wo reihen Sie

sich ein in die »Wolke der

Zeugen?«

Herzlichst,

Ihr Pfarrer

Michael Graebsch


Neues aus dem Kirchenvorstand

von Friedolf G. Schütz

Das Jahr 2010 wird ohne Zweifel

von zwei sportlichen Groß er -

eignissen geprägt sein, die viele

Menschen auf dieser Welt

wieder in ihren Bann ziehen

werden – die Olympischen

Winterspiele in Vancouver und

die Fußball-Weltmeisterschaft

in Südafrika.

Wenn Sie diesen Gemeindebrief

vorliegen haben, wird eines

schon Geschichte sein – nämlich

die Olympischen Winterspiele

in Vancouver. Schon lange

geht es bei Olympischen Spielen

nicht mehr nur um den Slogan

»Dabei sein ist alles« – im

Gegenteil. Bei allen Beteiligten,

ob Athleten, Veranstalter oder

Sponsoren, geht es um eine

Menge Geld. Gerade bei solchen

Großereignissen treten die

Gegensätze in unseren Gesellschaften

wieder offen zu Tage.

Auch die Ureinwohner, auf

deren Gebiet zu einem erheblichen

Teil die Spiele ausgetragen

wurden und die lange in der

dortigen Gesellschaft an den

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Rand gedrängt wurden, brachten

hier ihre Kritik in Punkto Um -

weltverträglichkeit an – die baulichen

Maßnahmen erforderten

teilweise erhebliche Eingriffe in

die Natur, obwohl man diese

Spiele auch als grüne Spiele

bezeichnet hat – bei vielen Dingen

handelt es sich eben nur um

Lippenbekenntnisse. Aktivisten

veranstalteten in diesen Februartagen

aus Protest gegen die

Vielzahl der Obdachlosen und

Drogenabhängigen in der Stadt

Vancouver die »Olympischen

Spiele der Armut«. Eine der

weltweit bevorzugten Metropolen

– sie gilt als Perle am Pazifik

– ist auch Weltklasse beim

Thema Armut. Seit 2002 hat

sich hier die Zahl der Obdach -

losen verdoppelt. Natürlich hat

die Stadt auch hier investiert,

um die Probleme in den Griff zu

bekommen. Doch im Vergleich

zu den 900 Millionen Dollar, die

man in die Spiele investiert hat,

sind diese Beträge eher überschaubar.


Beim Thema »Armut« fand ich

den Monatsspruch für den

Monat Februar recht passend –

wir finden ihn in 5. Mose 15,11

und er lautet wie folgt:

»Es werden allezeit Arme sein

im Lande; darum gebiete ich dir

und sage, dass du deine Hand

auftust deinem Bruder, der

bedrängt und arm ist in deinem

Lande.«

Eine Botschaft, die in der heutigen

»Ich-Gesellschaft« oftmals

verlorengegangen ist. Ohne

Zweifel geht die Schere zwischen

Arm und Reich immer

weiter auseinander. Aktuell ist

unsere Medienlandschaft wieder

von Hartz-IV-Debatte und Mindestlöhnen

geprägt. Schlagwörter

wie »Völliger Neuanfang des

Sozialstaats ist angesagt«, »Spätrömische

Dekadenz« und »Minilöhne

erlauben kein menschenwürdiges

Leben« spalten geradezu

unsere Gesellschaft.

Bei allen Diskussionen ist

jedoch eines klar – Geld ist nur

die eine Seite der Medaille, die

Würde der Menschen eine andere.

Sicherlich werden Minilöhne

entsprechend aufgestockt – aber

wie sieht es mit der Würde dieser

Menschen aus, die erkennen

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müssen, dass sie trotz täglicher

Arbeit von einem Zuschuss der

Allgemeinheit abhängig sind.

Sprachgeschichtlich verwandt

ist das Wort »Würde« mit dem

Wort »Wert«. Wenn das Selbstwertgefühl

leidet, dann ist es

um ganze Familien nicht gut

bestellt. Im Artikel 1 unseres

Grundgesetzes wird dies eigentlich

allen Menschen zugesprochen.

Statistisch gesehen gilt in

Deutschland jedes sechste Kind

als arm – betroffen sind hier

auch sehr stark alleinerziehende

Mütter. Armut ist also nicht nur

ein Problem der 3. Welt.

Die Fußball-WM 2010 im Juni

diesen Jahres ist die erste auf

afrikanischem Boden und zeigt

überdeutlich, dass Afrika immer

noch das Image des »Verlorenen

Kontinents« aufweist. Möglicherweise

nimmt nun Südafrika

eine positive Vorreiterrolle ein.

Die Investitionen im Zusammenhang

mit der Fußball-WM

bringen zunächst Arbeitsplätze,

die Infrastruktur wird eine Verbesserung

erfahren und vielleicht

auch eine Initialzündung

für die Arbeitsmärkte bringen.

Ein Grundübel in ganz Afrika ist

sicherlich noch immer das Feh-


len von demokratischen Strukturen

und das Vorhandensein

von Korruption und Misswirtschaft.

Afrika ist ein Kontinent,

der in Teilen reichlich mit Rohstoffen

gesegnet ist. Das Problem

ist nur, dass andere davon

profitieren und nicht die Bevölkerung.

Auch der Weltgebetstag der

Frauen, der am 5. März stattfand,

hat dieses Jahr einen Bezug

zu Afrika, speziell zu dem zentralafrikanischen

Land Kamerun.

In über 170 Ländern der Welt

wurden ökumenische Gottesdienste

gefeiert. Die Liturgie

wurde von Frauen des zentralafrikanischen

Staates erarbeitet

– die Gottesdienste standen

unter dem Motto: »Alles was

Atem hat, lobe Gott«. Gerade in

Afrika übernehmen oftmals die

Frauen in den Familien die Initiative,

um aus der Armut und

Trostlosigkeit herauszufinden.

Viele Selbsthilfeprojekte wurden

auch unter Mithilfe der Kirchen

ins Leben gerufen, um den Menschen

die Möglichkeit zu geben,

in wirtschaftliche Eigenständigkeit

zu finden. Wir als Kirche

möchten den Menschen eine

Starthilfe geben und Sie aus der

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dauerhaften Abhängigkeit von

Hilfslieferungen und Spenden

herausführen – nur dieser Weg

bringt den Menschen Würde

zurück. Gleichermaßen gilt dies

auch für viele Menschen in

Deutschland. Wir können es uns

nicht erlauben, dass ganze Teile

unserer Gesellschaft ihr Selbstwertgefühl

verloren haben. Diese

Herausforderung kann nicht

nur von Seiten des Staates gelöst

werden – hier sind wir alle

gefragt, gerade die jungen Menschen

für das Leben zu begeistern,

sie für Bildung zu begeistern,

was ein wichtiger Schritt

in die richtige Richtung ist.

Noch einmal kurz zurück zu

den Frauen in unserer Evangelischen

Kirche. Noch vor einigen

Wochen stand mit Margot

Käßmann eine Frau an der

Spitze der Evangelischen Kirche

Deutschlands. Sie brachte neuen

Wind in unsere Kirche und wurde

in Folge der allseits bekannten

Verfehlung, die natürlich für

keinen Menschen zu entschuldigen

ist, von den Medien auf teilweise

unwürdige Weise vorgeführt

und zerrissen. Trotzdem

glauben viele, dass der Rücktritt

von allen Ämtern nicht notwen-


dig gewesen wäre. Genauso

gradlinig wie sie sich öffentlich

zu diversen Themen geäußert

hat, so war diese Entscheidung

von Würde, Geradlinigkeit und

Verantwortung geprägt. Auch

Frau Käßmann wird es sicherlich

belastet haben, dass beispielsweise

die Russisch-Orthodoxe

Kirche ihre langjährigen

Beziehungen zur EKD im letzten

Jahr abgebrochen hat. Der

Grund – eine Frau an der Spitze

der EKD. Wir wollen hoffen,

dass die positiven Entwicklungen

in unserer Kirche, die Offenheit,

die Frau Käßmann nach

außen getragen hat, auch weiterhin

fortgeführt wird.

Doch nun zurück aus der großen,

weiten Welt zur Evangelischen

Kirchengemeinde Nierstein.

Seit 1. November 2009 ist

nun der neue Kirchenvorstand

im Amt und hat seine

Arbeit für die nächsten 6 Jahre

aufgenommen. Einen Sonntag

zuvor – am 25. Oktober – hatten

wir im Anschluss an den Erntedankgottesdienst

unsere Mit -

arbeiter zu dem alljährlichen

Mitarbeiterbrunch eingeladen.

Wie jedes Jahr war dies eine

willkommene Möglichkeit, sich

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besser kennen zu lernen und ein

Dankeschön an alle Mitarbeiter,

die sich ehrenamtlich für die

Gemeinde eingesetzt haben,

weiterzugeben. Eine schöne Tradition,

die wir auch in Zukunft

fortführen möchten. Auf unserer

Sitzung am 4. November haben

wir dann auch Diethard Mayer,

unseren bisherigen Vorsitzenden

des Kirchenvorstandes, zunächst

für weitere zwei Jahre in seinem

Amt bestätigt – 2. Vorsitzender

wird Pfarrer Dautermann sein.

Offiziell zum 1. Februar 2010

konnten wir nun endlich unsere

vakante halbe Pfarrstelle wieder

fest besetzen. Am 28. Februar

2010 wurde Pfarrer Michael

Graebsch in der katholischen

Kilianskirche in einem Festgottesdienst

in unserer Gemeinde

eingeführt. Leider findet sich

Herr Graebsch zunächst in Nierstein

als Pfarrer ohne Kirche und

Pfarrhaus wieder. Wieso dieses?

Pfarrer Graebsch wird selbstverständlich

nach Abschluss der

Vakanzrenovierung des Pfarrhauses

mit seiner Familie von

seiner bisherigen Wirkungsstätte

in Dolgesheim und Weinolsheim

nach Nierstein umziehen.

Da die Renovierungsarbeiten


nun doch etwas umfangreicher

ausfallen werden als gedacht,

werden sich diese sicherlich bis

in den Spätsommer hinziehen.

Die Finanzierung steht inzwischen

– Bestandteil werden

auch Mittel der Städtebauförderung

und der Kreisverwaltung

sein. Im Zuge dessen werden

wir das Pfarrbüro in das

JoBuHa verlegen – auch dies

wird einige Umbaumaßnahmen

erfordern.

Wie Sie vielleicht bereits aus

der Tagespresse erfahren haben,

ist im Januar der Altar in der

Martinskirche abgebrannt. Die

Umstände, die zu diesem Brand

geführt haben, werden wahrscheinlich

nie geklärt werden

können. Eines ist jedoch klar –

dies alles hätte zu einem Super-

GAU führen können, der Gottlob

ausgeblieben ist. Trotz allem

werden erhebliche Kosten für

Reinigung (Innenraum, Orgel,

Bestuhlung), Teilrenovierung

und eben einen neuen Altar auf

uns zukommen. Nach derzeitigem

Stand der Dinge wird hier

die Versicherung sämtliche

Kosten übernehmen.

Zwei Drittel des 2009er Ertrags

aus der Gemeindestiftung –

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dies sind 1.582,52 € – werden

wir für den neuen Altar verwenden.

Da diese Maßnahmen einige

Monate in Anspruch nehmen

werden, sind wir bis dahin ohne

Kirche. Die normalen Gottesdienste

werden also bis auf

weiteres im JoBuHa stattfinden.

Spontan wurde uns von der

Katholischen Kirchengemeinde

Nierstein die Kilianskirche für

größere Gottesdienste angeboten.

Dies möchten wir selbstverständlich

gerne in Anspruch

nehmen. Auf diesem Wege noch

einmal vielen Dank für diese

Gastfreundschaft. Die Einführung

von Pfarrer Graebsch fand

bereits in der Kilianskirche statt

für die Konfirmation möchten

wir auch gerne dieses Angebot

annehmen.

Auch der Neubau der Kinderkrippe

innerhalb unserer Kindertagesstätte

nimmt inzwischen

klare Konturen an. Hier zeichnet

das Architekturbüro Knipping

und Klöckner aus Nierstein

verantwortlich und stellte uns

sein Konzept in der ersten Sitzung

des neuen Jahres vor. Die

Schätzungen für die einzelnen

Gewerke, sowohl für das Pfarrhaus,

als auch für die Kinder-


krippe, sind inzwischen abgeschlossen.

Im JoBuHa hat sich auch einiges

getan. Mit Mitteln aus der Ehrenamtsförderung

hat der Jugendkreis

des CVJM in monatelanger

Arbeit den JoBuHa-Keller für

die Jugend neu gestaltet. Am 13.

März hatte der CVJM nun zu ei -

ner Einweihungsfeier einge laden.

Am Anfang einer neuen Periode

werden die Weichen für die

nächsten Jahre gestellt. Jeder

Kirchenvorsteher wird seinen

Platz und seine Aufgabe in der

nächsten Zeit finden. Gerade die

Ausschussarbeit ist überaus

wichtig. Diese vorbereitende

Arbeit soll und wird den Kirchenvorstand

im Plenum entscheidend

entlasten. Wir werden

hier folgende Ausschüsse bilden:

Kinder- und Jugendarbeit,

Ökumene, Musik, Gottesdienst

und Gemeinde, Bau, Verwaltung

(inkl. Finanzen und Liegenschaften),

Öffentlichkeitsarbeit und

Besuchsdienst. Insbesondere der

Verwaltungsausschuss wird die

monatlichen Kirchenvorstandssitzungen

zu einem erheblichen

Teil mit vorbereiten.

Eine Neuerung haben wir für

den Besuchsdienst beschlossen.

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Wir werden zukünftig erstmals

zum 75. und nicht mehr zum 70.

Geburtstag persönlich gratulieren

– danach ab dem 80.

Geburtstag jährlich. Zwischen

dem 76. und 79. Geburtstag werden

wir in schriftlicher Form

unsere Grüße übermitteln.

In unserer Dezember-Sitzung

hatten wir das Kindergottesdienstteam

zu Gast, um uns

über die aktuelle Arbeit und die

weiteren Ziele auszutauschen.

Wichtig ist uns immer, zu

hören, was den Mitarbeitern

unter den Nägeln brennt und

welche Unterstützung benötigt

wird. Hier wurde einstimmig der

Wunsch geäußert, dass gerade

bei der Vorbereitung einer der

beiden Pfarrer mit Rat und Tat

zur Verfügung stehen sollte.

Diesem Wunsch werden wir

selbstverständlich gerne nachkommen.

Da das Pfarrhaus in

Zukunft wieder von der Familie

Graebsch bewohnt sein wird,

findet der Kindergottesdienst

wieder im JoBuHa statt.

Am 27. Juni 2010 wird in Hahnheim

der Dekanatskirchentag

stattfinden. Die einzelnen

Gemeinden sollen sich hier sehr

viel stärker kennen lernen und


einen Ausschnitt ihrer Arbeit

präsentieren. Nierstein wird hier

drei Projekte präsentieren – den

Gospelworkshop, die Ökumenische

Frauengruppe / Kreistänze

(Almut Jakob) und die Qualitätsentwicklung

in der Kita (Frau

Bezvald).

Auch in der Betreuung des

Johannes-Busch-Hauses hat sich

Anfang März eine Veränderung

ergeben. Frau Michel, die über

lange Jahre als Hausmeisterin

tätig war, hat aus persönlichen

Gründen die Stelle gekündigt.

Wir möchten Frau Michel auf

diesem Wege nochmals für ihre

engagierte Arbeit im Namen

der Kirchengemeinde recht herzlich

danken. Der Bewerbung

von Frau Yvonne Klotzbach auf

diese Hausmeisterstelle hat der

Kirchenvorstand in seiner Sitzung

am 2. März entsprochen.

Frau Klotzbach hat bisher schon

Frau Ramminger bei ihrer Arbeit

als Küsterin unterstützt und

wird ab sofort als Hausmeisterin

für das JoBuHa verantwortlich

sein. Wie bisher wird Frau

Irmgard Mayer von Seiten des

Kirchenvorstandes die Veranstaltungsbetreuungübernehmen.

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Also, zahlreiche Herausforderungen,

die der neue Kirchenvorstand

meistern muss. Um hier

gerüstet zu sein, werden wir

vom 2. bis zum 4. Juli 2010 eine

Rüstzeit in Kronberg / Taunus.

durchführen, die uns die Gelegenheit

geben wird, uns besser

kennen zu lernen und in aller

Ruhe Dinge zu erarbeiten, für

die wir in den normalen Sitzungen

keine Zeit und Ruhe finden.

Abschließend noch einmal

zurück zum Anfang – das Symbol

der Olympischen Winterspiele

in Vancouver hat man

einem traditionellen Steinmann

der Inuit nachempfunden – sein

Name ist »Inusuk«, was soviel

wie Freund bedeutet. Diese

Steinmännchen dienten den

Menschen als Wegweiser und

wiesen auf Gefahren hin. Auch

in unserem Christsein benötigen

wir tagtäglich Orientierung und

Wegweisung. Wir erinnern uns

an die Wüstenwanderung der

Israeliten, die im Alten Testament

berichtet wird – Gott ging

dem Volk tagsüber als Wolkensäule

voran und des nachts als

Feuersäule. Im Neuen Testament

finden wir die Zusage Jesu,

die da heißt: »Ich bin der Weg,


die Wahrheit und das Leben; niemand

kommt zum Vater denn

durch mich.« (Johannes 14,6). Er

geht uns voran, er stellt uns

Menschen an die Seite und er

fängt uns auf, wenn es nicht so

läuft, wie wir uns unser Leben

vorstellen. Er will uns ein

Freund sein, der uns führt und

leitet. Doch trotz vieler Probleme

und Niederlagen sind wir

trotzdem gesegnete Menschen.

Heiliger Geist:

Proviant

für den Alltag

13

Er ist der Weg zum Ewigen

Leben. Das ist seine Segens -

zusage für alle Menschen,

unabhängig von allen irdischen

Problemen und Niederlagen.

In diesem Bewusstsein werden

auch wir als Kirchengemeinde

und der gesamte Kirchenvorstand

in die Arbeit der nächsten

sechs Jahre gehen.

Ihr Friedolf G. Schütz

Nach dem Dreifaltigkeitssonntag

beginnt nach dem

Osterfestkreis der »Alltag des Kirchenjahres«. Doch in diesen

Alltag hat uns Gott jede Woche den Sonntag geschenkt. Den

Tag, der den Alltag unterbricht, damit wir Kraft schöpfen und

uns neu orientieren können. Den Tag, der uns im Gottesdienst

daran erinnert, dass Gott im Zeichen der Dreifaltigkeit alle

Tage bis zum Ende der Welt bei uns ist. Weil Gott um unsere

Schwäche weiß, weil er weiß, wie schnell wir im Alltag

ermüden, die Orientierung und uns selbst verlieren können,

sendet er uns seinen Geist als Proviant für den Alltag.


Was ist los im Kirchenjahr

nach Monika Elsner

Mit dem Palmsonntag beginnt

die Heilige Woche, die Karwoche.

Kara, das hieß im Althochdeutschen

Klage, Trauer – und

davon ist diese Woche geprägt.

Sie beginnt mit der Erinnerung

an den Einzug Jesu in Jerusalem,

bei dem die Menschen ihm noch

zujubelten. Am Gründonnerstag

denken wir an Jesu letztes

Mahl mit seinen Jüngern, bei

dem er die Worte sagte, die wir

in unseren Abendmahlsfeiern

wieder holen. Grün-Donnerstag,

das hat nichts mit der Farbe zu

tun, sondern kommt von greinen,

weinen. Gemeint waren die

Büßer, die zu Beginn der Fastenzeit

aus der Kirche vertrieben

wurden und nicht an der Abendmahlsfeier,

sondern nur am

Wortgottesdienst teilnehmen

durften. Am Gründonnerstag

wurden sie wieder aufgenommen.

Heute ist er geprägt von

dem Abendmahlsgottesdienst,

den wir bei uns oft anders feiern

als sonst: an Tischen sitzend

verbinden wir die Abendmahls-

14

feier mit einem gemeinsamen

Abendessen – und erinnern uns

so auf besondere Weise an Jesus,

für den das gemeinsame Essen

mit anderen Menschen, auch

mit denen, mit denen sonst niemand

an einem Tisch sitzen

wollte, sehr wichtig war.

Der Karfreitag, die Erinnerung

an den Kreuzestod Jesu, wurde

lange Zeit in der Kirche nicht

mit Gottesdiensten begangen. Es

wurde gefastet. In der Jerusalemer

Gemeinde bildete sich ab

dem 4. Jahrhundert dann die

Tradition heraus, in einer Prozession

an Jesu Kreuzweg und an

seinen Tod zu erinnern. Daran

schloss sich allmählich ein

Gottesdienst an. Der Karfreitagsgottesdienst

ist besonders

wichtig – wird hier doch daran

gedacht, wie viel Gott investiert

hat, wie viel Jesus bereit war

einzusetzen für die Menschen,

damit sie die Liebe und Nähe

Gottes erkennen können. Karfreitag

ohne Ostern freilich

bleibt leer – aber Ostern ohne


Karfreitag vergisst, dass der Weg

zur Auferstehung auch für Jesus

durch den Tod hindurch führen

musste.

Dann ist es endlich so weit: wir

dürfen Ostern feiern, den Mittelpunkt,

das wichtigste christ -

liche Fest. Das Wichtigste? Ist

das nicht Weihnachten? Bei uns

hier ist das so: Weihnachten

stellt alles in den Schatten –

und Ostern läuft hinterher.

Doch die Reihenfolge ist falsch:

ohne Ostern, ohne Jesu Auferstehung

hätten wir überhaupt

keinen Grund Weihnachten zu

feiern. Ostern ist das älteste

Fest, vermutlich das erste, das

die Christen im Ablauf eines

Jahres überhaupt gefeiert haben.

Zuerst war jeder Sonntag

Ostern, an jedem Sonntag wurde

die Auferweckung Jesu gefeiert –

und dann entstand die jährliche

15

Osterfeier. Seit dem Konzil von

Nicäa 325 einigten sich dann

die meisten Kirchen auf einen

Termin: Immer der erste Sonntag

nach dem ersten Vollmond

nach Frühlingsanfang: das war

das Datum für das Osterfest.

Ostern war lange Zeit der ein -

zige Tauftermin im Jahr. Hier

begann das neue Leben.

Die zu Ostern Getauften trugen

eine ganze Woche lang ihre

weißen Taufgewänder, die sie

erst am ersten Sonntag danach

wieder ablegten. Quasimodo -

geniti heißt er: wie die neuge -

borenen Kinder. Miserikordias

Domini ist der nächste Sonntag:

das Erbarmen Gottes – an diesem

Tag spielt das Bild vom

guten Hirten eine große Rolle.

Und dann noch einmal alle

Osterfreude: Jubilate (jauchzet,

jubelt).


Unsere Baumaßnahmen

So viel wurde wahrscheinlich noch nie in unserer Gemeinde

gleichzeitig renoviert, saniert und gebaut.

von Richard Dautermann

Ich fange mal bei der KiTa an:

Die Kita Morgenstern in der

Langgasse wurde (oder wird

noch) saniert. Es wurden erhebliche

Mängel festgestellt, die

eine Sanierung notwendig

gemacht haben, und im Zuge

dessen konnten auch einige

Neuerungen getätigt werden.

Ein großer Teil der Sanierung

betraf energetische Maßnahmen,

sodass auch die Räume im Obergeschoss

nun so isoliert sind,

dass sie auch bei heißem Wetter

nutzbar sind. Das Dach ist wieder

dicht und die Beleuchtung

entspricht den Maßgaben der

Beleuchtungsverordnung. Das

Konjunkturprogramm II und die

bürgerliche Gemeinde haben

uns dabei finanziell sehr geholfen.

Genauso wie auch unsere

Landeskirche, die EKHN, die

einen großen Teil der Sanierungskosten

übernommen hat.

Der Rest wurde aus den Rück -

lagen der Kirchengemeinde

bezahlt.

16

Als zweites wird in der KiTa

eine Krippengruppe angebaut.

Auf dem jetzigen Spielgelände

der Kinder entsteht eine moderne

Krippengruppen nach den

Vorschriften der Kreisverwaltung

und des Landes Rheinland-

Pfalz. Da die Bereitstellung von

Krippenplätzen zu den sogenannten

Pflichtaufgaben der

Kommunen gehört, wurde auch

der weitaus größte Teil der Maßnahme

über öffentliche Gelder

finanziert. Die Synode der

EKHN hat als Anschubfinanzierung

für die Krippen auf dem

Kirchengebiet 30 000,– Euro Zu -

schuss für die Baukosten übernommen

und bezuschusst fünf

Jahre lang die Personalkosten.

Danach geht die Finanzierung in

kommunale Hände über. Dazu

war ein Vertrag notwendig mit

der Gemeinde Nierstein, den

wir dankenswerterweise mit

Hilfe der Verbandsgemeinde und

der Landeskirche unter Dach

und Fach bringen konnten.


Die dritte Baumaßnahme betrifft

unser Pfarrhaus. Seit dem Weggang

von Yvonne Siegel wurde

das Pfarrhaus als Büroräume und

für den sonntäglichen Kindergottesdienst

genutzt. Wir sind froh,

dass Dekan Michael Graebsch

nun mit seiner Familie in das

Pfarrhaus einziehen möchte.

Dazu muss es allerdings renoviert

werden. Die Landeskirche

hat ihre Bezuschussung zu den

sogenannten Vakanzrenovierungen

geändert, sodass nun anteilig

mehr Geld von der Kirchengemeinde

aufgebracht werden

muss. Allerdings können wir

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einen zinslosen Kredit bei der

Landeskirche beantragen, den

wir über die Zuschüsse für das

Pfarrhaus in den nächsten zehn

Jahren hoffen abtragen zu können.

Auch konnten wir durch

den Verkauf eines Grundstückanteiles

einen Eigenanteil für die

Vakanzrenovierung aufbringen.

Dazu kommt noch, dass die

Städtebauförderung einen prozentualen

Anteil an den Renovierungskosten

trägt. Auch hier

ein Dank an die bürgerliche

Gemeinde, die uns in allen

Belangen sehr gut unterstützt

hat.


Das Gemeindebüro kann nun

nicht mehr im Pfarrhaus sein

und wird voraussichtlich im

Mai/Juni diesen Jahres ins

Johannes-Busch-Haus umziehen.

Auch hierfür wird der vordere

Raum zur Mühlgasse hin etwas

umgebaut und renoviert. Das

Johannes-Busch-Haus wird erst

im Jahre 2012 seine Sanierung

erfahren, aber dieser Raum wird

schon entsprechend hergerichtet

mit neuen Fenstern, mit Isolierungen,

mit einem neuen Bodenbelag

und einer notwendigen

Trennwand. Also, Edith Heerde

wird zukünftig im Johannes-

Busch-Haus zu finden sein. Wir

hoffen, die Telefonnummern

übernehmen zu können.

Unsere Kirche ist nach dem

Altarbrand noch nicht wiederhergestellt.

Es waren umfang -

reiche Arbeiten, die einer Innen -

18

renovierung sehr

nahe kommen,

notwendig geworden.

Wir sind sehr

dankbar, dass die

Versicherung die

gesamten Kosten

übernehmen

wird. In unserer

Kirche ist zurzeit

ein Flächengerüst aufgebaut,

damit auch die Decke neu

gestrichen werden kann. Die

Arbeiten gehen gut voran. Uns

wurde angekündigt, dass wir im

Juni wieder die Kirche nutzen

können. Wir sind sehr gespannt.

Ein neuer Altar muss ja ebenfalls

in die Kirche eingepasst

werden. Es hat sich ein Ausschuss

gebildet, in dem sich

neben Kirchenvorstehern auch

zwei Niersteiner Künstler bereit

erklärt haben, mitzudenken und

die Kirchengemeinde zu beraten.

In den 70er Jahren wurde der

alte Altar entworfen und gebaut.

Sicher gibt es jetzt in 2010 neue

und andere Ideen. Ob der Altar

nun aus Stein, aus Stahl oder aus

anderen Mate rialien bestehen

wird, muss der Kirchenvorstand

in den nächsten Monaten beraten.


Offene Arbeit

mit hoher Qualität:

Evangelische Kindertagesstätte Morgenstern

präsentiert Qualitätsentwicklung.

von Sabine Bezvald

Nierstein, 14. Januar 2009.

Qualität sichern, überprüfen

und weiterentwickeln: Dies

geschieht in der evangelischen

Kindertagesstätte Morgenstern

in Nierstein nicht allein nach

den Kriterien der Qualitätsentwicklung

(QE) in der Evangelischen

Kirche in Hessen und Nassau

(EKHN), die der Kita-Arbeit

seit 2008 zugrunde liegen. »Seit

jeher«, so betont Sabine Bezvald,

seit 2000 Leiterin der Kindertagesstätte,

»orientiert sich

unsere Arbeit am Wohl und der

Entwicklung der Kinder. Sie

sind der Maßstab,

an dem wir

unsere Qualität

ausrichten.«

Die Betreuung der

Kinder ist in der

evangelischen

Kita Morgenstern

– mit Verlänge-

19

rung und Spätdienstangebot –

täglich zwischen 7.00 und 17.00

Uhr gewährleistet. Dafür sorgt

ein Team aus 14 Erzieherinnen,

einer Sprachkraft, zwei PraktikantInnen

und zwei FSJlern, das

unterstützt wird von zwei Reinigungskräften,

einer Hauswirtschaftskraft

und dem Hausmeister.

Schwerpunkte in der offen

arbeitenden Kindertagesstätte

Morgenstern sind die Projekt -

arbeit und das Außengelände.

Leiterin Sabine Bezvald weist

darauf hin, dass die Einrichtung,

deren Träger die evangelische


Kirchengemeinde Nierstein ist,

permanent auf Weiterentwicklung

setzt: Zu 75 Kindertagesstättenkindern

im Alter von

zwei bis sechs Jahren und 20

Hortkindern zwischen sechs

und elf Jahren gesellen sich ab

Sommer 2010 weitere acht bis

zehn Krippenkinder, die zwischen

acht Wochen und zwei

Jahren alt sind. »Allein diese

neue Altersspanne macht es

notwendig, die bisherigen

Voraussetzungen zu prüfen und

unsere Konzeption so zu über -

arbeiten, dass unser Angebot

auch wirklich jeder Altersgruppe

gerecht wird«, macht Bezvald

deutlich.

Um dieses Ziel zu erreichen,

wurden die bisherigen altersgemischten

»Stammgruppen« nun

zugunsten von altershomogenen

»Projektgruppen« aufgelöst.

Zuvor hatte die Projektarbeit

zusätzlich zur Arbeit in den

Stammgruppen bereits viel Raum

eingenommen. In den vier Projektgruppen,

die jetzt nach

Schuljahrgängen eingeteilt sind,

werden Themen gemeinsam mit

den Kindern inhaltlich erarbeitet

und gestalterisch umgesetzt.

Eine altershomogene Gruppen-

20

konstellation ist dabei von Vorteil,

weil so gezielt auf die jeweiligen

Fähigkeiten der Kinder

eingegangen werden kann. »Den

Erzieherinnen steht mehr Vorbereitungszeit

zur Verfügung, die

Elternarbeit liegt wieder in einer

Hand und der ´Spagat´ zwischen

Stamm- und Projektgruppen

entfällt ebenso«, bringt Bezvald

die Vorteile der überarbeiteten

Konzeption auf den Punkt.

Parallel dazu entwickelte das

Team zwischen Mai und

November 2008 in intensiver

Arbeit ein Leitbild und fand

einen Namen für die Kita – mit

klarem Bezug zur evangelischen

Kirche: »Morgenstern«.

Im Rahmen der Qualitätsentwicklung

bietet die Kita außerdem

eine Förderung für Kinder

mit sprachlichen Defiziten

durch eine Fachkraft. Von Oktober

2004 bis November 2007 lief

in der Kita das DJI-Projekt

»Dokumentieren und Beobachten«.

Des weiteren gibt es Projekte

zum Übergang zwischen

Kita und Grundschule, die u.a.

Meditation oder Ballsport zum

Inhalt haben. Mit der Grundund

Schwerpunktschule Nierstein

wurde darüber hinaus im


März 2009 eine Kooperationsvereinbarung

geschlossen. Im

Februar 2009 wurde ein Ausbildungsplan

als Standard für alle

angehenden Erzieherinnen und

Erzieher fertiggestellt. Aus diesem

entstand überdies ein Handbuch

für Praktikanten, das auch

neuen Mitarbeitern als praktische

Orientierung zum Einstieg

dient.

Aus Sicht der Elternschaft schildert

Pia Johannson, Mutter von

zwei Kindern in der Einrichtung,

ihren Eindruck von der Qualität

der Arbeit, die das Team leistet:

21

»Aus Elternsicht bedeutet Qualität

wohl in erster Linie, die

Kinder mit einem guten Gefühl

dort zu lassen, und zu wissen,

dass sie dabei glücklich sind und

sich positiv entwickeln.« Ebenfalls

gelobt wurde die inhaltliche

Vielfalt der Projekte und das

überdurchschnittliche Engagement

des Teams: »In den vergangenen

fünf Jahren traf ich mit

meinen Anliegen immer auf

gesprächsbereite, verständnisvolle

und aktive Erzieherinnen.

Auch die Elternarbeit im Ausschuss

habe ich ausgesprochen


positiv erlebt«, bilanziert

Johannson.

Kirchenpräsident Dr. Volker

Jung unterstützt die Qualitätsentwicklung

in der EKHN nach

Kräften. Er sagt dazu: »Qualitätsentwicklung

ist eine gemeinsame

Suche danach, die Arbeit

so gut wie möglich zu machen.

Das ist kein Perfektionsstreben.

Menschen sind nicht perfekt

und müssen es auch nicht sein.

Es geht darum, die vorhandenen

Gaben und Fähigkeiten zur Entfaltung

zu bringen. Strukturen

sollen dazu helfen, dass dies

gelingt. Qualitätsentwicklung

geht diese Aufgabe bewusst und

reflektiert an und nutzt ein

methodisches Instrumentarium

als Hilfsmittel. Qualitätsentwicklung

ist kein Selbstzweck.

Sie ist um der Menschen willen

da. Arbeit soll gelingen und

Freude machen, und zwar

denen, die arbeiten, und denen,

für die gearbeitet wird – in den

Kindertagesstätten den Kindern

und in den Verwaltungen den

angeschlossenen Gemeinden

und Einrichtungen.«

Übereinstimmend betonen

Monika Griep, Referentin für

QE in der EKHN und Roberta

22

Donath, Fachberaterin für QE in

Kindertagesstätten der EKHN,

den Unterschied der QE in der

EKHN gegenüber den Anforderungen

in der Industrie: »Qualitätsentwicklung

in der EKHN

muss sich von Qualitätsbestrebungen

in der Industrie oder

anderen Zusammenhängen

natürlich unterscheiden, denn

sie verfolgt eigene, kirchengemäße

Ziele. QE in der Kirche

setzt nicht von oben vorgefertigte

Maßstäbe durch. Vielmehr

setzt QE in der EKHN in guter

evangelischer Tradition auf den

Willen der Beschäftigten, gute

Arbeit leisten zu wollen, und

unterstützt sie dabei, indem sie

Hilfsmittel, Methoden und Ressourcen

bereitstellt. QE machen

alle Beschäftigten, nicht nur die

Leitung. Was Qualität ist, ist

nicht vorab definiert, sondern

entsteht im Dialog vor Ort. Allgemeine

EKHN-Standards werden

aus der QE-Arbeit der Einrichtungen

vor Ort heraus entwickelt.

Institutionen, die den

QE-Prozess voranbringen, sind

das Team vor Ort, die regionalen

Anwenderkonferenzen, die Fachberatung

und die QE-Beraterinnen.«


Jubiläum

Am 1. August 2010 gibt es

ein Jubliläum zu feiern.

Sabine Bezvald arbeitet

seit zehn Jahren in unserer

Kirchengemeinde. Sie

fing an im Evangelischen

Kindergarten Nierstein, es gab

ein kleines Team von Mitarbeiterinnen,

und die Kinder zwischen

drei und sechs Jahren

mussten betreut werden. Die

»Großen« wurden auf die Schule

vorbereitet. Es gab feste Bringund

Holzeiten. Die Welt war

noch in Ordnung. Heute ist die

Kindertagesstätte Morgenstern

eine moderne Einrichtung, die

sich den Anforderungen unserer

Zeit stellt. In der Kita Morgenstern

werden die Kinder immer

jünger und älter. Von null bis elf

Jahre werden die Kinder ab 1.

Oktober diesen Jahres sein. Das

Team ist gewachsen, und die

Ansprüche wachsen ständig.

Sabine Bezvald hat diese Veränderungen

gut und gerne bewältigt,

ja man kann sogar den

Eindruck gewinnen, dass es ihr

Spaß macht. Es gibt für sie keine

wirklichen Probleme, sondern

23

Anforderungen und Themen, die

bewältigt werden müssen. Bei

knapp 100 Kindern und ebenso

vielen Eltern gibt es einiges an

Konfliktpotenzial. Wer Sabine

Bezvald kennt, weiß dass sie die

Konflikte nicht umschifft, sondern

auf sie zugeht und sie auch

in der Regel lösen kann. In diesem

Jahr war die KiTa Morgenstern

mit einer weiteren Einrichtung

in Hessen von unserer

Landeskirche ausgesucht, um

die Qualitätsentwicklungsarbeit

in den evangelischen KiTas der

Presse zu präsentieren. Das sagt

vieles aus über die Würdigung

unserer KiTa Morgenstern. Der

weitaus größte Anteil hat daran

Sabine Bezvald. Der Kirchenvorstand

sagt: Herzlichen Glückwunsch,

und unser Wunsch ist

es, dass sie sich weiter bei uns

wohl fühlt. Wir fühlen uns mit

ihr sehr wohl. Danke.


Kleine Fastnachter ganz groß

Kita Morgenstern gewinnt 333,00 Euro

beim Jugendmaskenzug in Mainz

Unter der Leitung der Erzieherinnen

Ina Ziegler und Birgit

Kessel drehte sich wochenlang

alles im Projekt um die Teilnahme

am Mainzer Jugendmaskenzug

bei den Kindern der Kindertagesstätte

Morgenstern in Nierstein.

Dem Motto entsprechend

wurde festgelegt, dass die Zeit

des Turnvater Jahns dargestellt

werden sollte. Die Sonnenkinder

bekamen die Aufgabe zu Hause

zu recherchieren, welche Turnkleidung

während dieser Zeit im

Einsatz war. Besonders die

Gewichtheber in ihren Ringel -

anzügen und die Bademode der

damaligen Zeit hatte es ihnen

angetan. Aber auch die Reifenund

Bänderschwinger zählten zu

den Favoriten.

Nun konnte die Produktion der

Kostüme beginnen. Mit wachsender

Begeisterung besorgten


die Kinder und die Erzieherinnen

gemeinsam die notwendigen

Materialien. Turnanzüge in

blauweiß gestreift und wunderschöne

Matrosenbadeanzüge

entstanden ebenso, wie große

schwere Hanteln, rotweiße

Schwimmreifen, lange Schwingbänder,

Holzreifen und kleine

Paddelboote. Jetzt stellte sich

noch die Frage, was denn die

Erzieherinnen und die begleitenden

Eltern werden sollten.

Schiedsrichter war die einhellige

Meinung, und somit wurde von

den Kindern auch diese Verkleidung

gebastelt. »Das sieht richtig

toll aus«, meinte Charlotte.

»Wann geht denn der Zug endlich

los?«, fragte Enrico. Ja und

dann war es endlich soweit.

25

Bei zunächst leichtem Schneefall

mit zunehmendem Sonnenschein

marschierten die teil -

nehmenden Kinder fröhlich und

begeistert in Mainz mit. Sie

stemmten ihre Gewichte,

schwenkten die Bänder und

Reifen oder schwammen munter

mit lautem Helau durch die

bunten Straßen. »Das war richtig

schön«, strahlte Maya am

Ende des Zuges, und wir konnten

ihr da nur noch mit einem

dreifach donnernden Helau

zustimmen.

Das Ganze wurde anschließend

noch mit einem Preis von

333,00 Euro durch den Mainzer

Carneval Verein gekrönt, über

den sich alle riesig freuten.


Kyrie und Gloria –

Himmelwärts beten

Uwe Rieske

Wie ein Aufseufzen erfolgt das

Eingeständnis: Es läuft nicht

alles rund in meiner Welt. Und

dennoch muss daraus nicht

gleich ein Änderungswunsch

folgen. Das Zugeben reicht oft

schon aus. Auch im Gottesdienst

legt die Bestandsaufnahme

der belastenden Mitbringsel

vor Gott, was vor ihn gehört:

Auf das Psalmgebet, das sich im

Alten Testament Worte leiht

und in das Bekenntnis zum dreieinigen

Gott mündet, folgt im

26

evangelischen Gottesdienst das

aktuelle Schuldbekenntnis. Was

das Gewissen belastet und das

Herz beschwert, mündet in die

einzig angemessene Bitte: »Herr,

erbarme dich – Kyrie eleison!«

Uralt ist dieser Gebetsruf. Dreimal

wird er gesprochen oder

gesungen: »Christus, erbarme

dich – Christe eleison! Herr,

erbarme dich – Kyrie eleison!«

Die Worte stammen noch aus

vorchristlicher Zeit und rückten

früh in die christliche Liturgie.


Allein Gott, einzig Christus

wird zugetraut, das zu ändern,

was anzunehmen so unendlich

schwerfällt.

Die Antwort formuliert das

»Gloria«. Wie Einatmen und

Ausatmen gehören diese beiden

Gebetsrufe zusammen: »Ehre sei

Gott in der Höhe!« Der Hymnus

des Gloria wird in manchen

evangelischen Gemeinden nach

einem Text des Nikolaus Decius

von 1525 gesungen. Er verband

ihn mit der Tonfolge aus einer

Ostermesse des 10. Jahrhunderts:

»Allein Gott in der Höh’

sei Ehr und Dank für seine

Glaube

Vertrauen

27

&

Gnade …« (EG 179). Was das

Kyrie vor Gott legt, traut das

Gloria ihm zu: »Ganz ungemess’n

ist deine Macht, allzeit

geschieht, was du bedacht. Wohl

uns solch eines Herren!« So

heißt es im Gloria des Decius.

Bereits durch das Bekennen

einer Schuld tritt eine Veränderung

ein. Etwas gerät in Bewegung.

In Gottes Hand wird

gelegt, was unseren Händen

unendlich schwerfällt: Zu

tragen, was kaum erträglich und

zu tun, was nötig ist. Gottes

Macht allein kann Herz und

Hand dazu Stärke geben.

Wir glauben alles zu wissen! Aber was wissen wir über unseren Glauben.

Haben wir überhaupt einen und wenn, ist es wirklich so, dass der Glaube

Berge versetzen kann? Kann man nur glauben, wenn man religiös ist, ist

Glaube nicht vertrauen in etwas, das nicht sichtbar und fühlbar ist. Ich

glaube, wenn wir glauben, besitzen wir eine kostbare und machtvolle Gabe.


CVJM Mädchenjungscharfreizeit

2010

Mädels!!!

Endlich ist es so weit! Die Sonne brennt ununterbrochen vom Himmel.

In den Freibädern ist ein gnadenloser Kampf um die wenigen

Schattenplätze entfacht. Der Eismann ist rund um die Uhr unterwegs,

um die Scharen von Menschen mit fantastischem Eis zu versorgen,

und die Freude aller Schüler ist riesig groß, denn sie sind endlich da:

die Sommerferien!

Und darum ist wieder höchste Zeit für unsere … Mädchenfreizeit!

Wir wollen mit euch vom 3. bis 11. Juli 2010 durchstarten in den

Taunus nach Langenseifen in das Julius-Rumpf-Heim. Dort erwartet

uns eine aufregende Zeit …

Letztes Jahr zum Beispiel hatten wir Besuch von einem echten

Scheich, der seine Eisprinzessin suchte, wir gingen auf Wildschweinjagd

und überquerten beim Waldlauf eine Schlucht mit Klettergurt

und viel Gleichgewichtssinn … Genauso abenteuerlich und verrückt

wird’s auch dieses Jahr.

Außerdem gibt’s selbstverständlich gute Laune pur, biblische

Geschichten und Jesus höchstpersönlich, den wir kennenlernen

möchten, tolle Lieder zum lauten Mitsingen, Bewegung, neue

Freundschaften, Relaxen … einfach alles, was das Herz begehrt. Wir,

das Team, haben schon

’ne riesen Vorfreude und

können es kaum erwarten,

mit euch auf Tour zu

gehen.

Und eine Besonderheit

gibt es noch in diesem

Jahr, die vor allem auch

Sie, liebe Eltern betrifft:

28


Wir möchten die Freizeit zusammen mit Ihnen ausklingen lassen,

Ihnen einen kleinen Einblick in die Freizeit geben, gemeinsam zum

Abschluss Gottesdienst feiern und zu Mittag essen.

Darum möchten wir Sie bitten, dass Sie Ihre Kinder selbst in Langenseifen

abholen. In diesem Jahr ist das ohne Probleme möglich, da wir

nicht weit von Nierstein entfernt sind (mit dem Auto etwa eine dreiviertel

Stunde, 54 km). Vielen Dank!!

Kennziffer

Termin 03.07. bis 11.07.2010

Teilnehmer Mädchen von 8 bis 13 Jahren

Leitung Anke Schmitt, Anne-Kathrin Seifen

und Mitarbeiter des CVJM Nierstein

Leistung Hinfahrt im modernen Reisebus, Unterkunft,

volle Verpflegung, Insolvenzschutz

Preis 165 Euro, Geschwister je 130 Euro

Informationen

und Anmeldung • Anke Schmitt,

Müller-Thurgau-Weg 4, 55283 Nierstein

Telefon 0 61 33 / 5 01 25

• Anne-Kathrin Seifen

Wörrstädter Straße 58, 55283 Nierstein

Telefon 0 61 33 / 53 56

• Ev. Dekanatsbüro

Am Markt 10, 55276 Oppenheim

Telefon 0 61 33 / 5 79 20

29


Seit dem 1. November 2009

gehört Pfarrerin Ellen Simon

zum Team der Landwirtschaft -

lichen Familienberatung der

Kirchen in der Pfalz und in

Rheinhessen.

Sie ist – speziell für Rheinhessen

– Ansprechpartnerin für

Menschen aus Landwirtschaft

und Weinbau mit persönlichen,

familiären oder betrieblichen

Problemen.

Schweigepflicht und Vertraulichkeit

sind selbstverständlich.

Was tun, wenn …

… wichtige oder schwierige

Entscheidungen anstehen?

… keine Perspektive mehr

gesehen wird?

… finanzielle Sorgen drücken?

… die Ehe in den Hintergrund

getreten ist?

… Streit das Leben schwer

macht?

… Jung und alt sich nicht mehr

verstehen?

30

Landwirtschaftliche

Familienberatung der

Kirchen in Rheinhessen

… die Hofnachfolge ungewiss

ist?

… die Arbeit über den Kopf

wächst?

… Sucht und Zwang das Leben

bestimmen?

Dann könnte es hilfreich sein,

telefonisch mit der Landwirtschaftlichen

Familienberatung

Kontakt aufzunehmen.

Die Beratung – übrigens für alle

Ratsuchenden kostenfrei – kann

nach Absprache im eigenen

Betrieb oder auch an einem

neutralen Ort stattfinden.

Kontakt:

Telefon 0 63 21 / 57 68 08

dienstags

von 9.00 bis 17.00 Uhr

mittwochs und donnerstags

von 9.00 bis 12.00 Uhr

oder

im Zentrum Gesellschaftliche

Verantwortung


Friedrich von Bodelschwingh –

Stationen eines

bedeutenden Lebens

Unzählige Straßen, Kirchengemeinden

und Schulen in

Deutschland sind nach ihm

benannt. Bekannter als die

Person Friedrich von Bodelschwingh

ist jedoch sein Lebenswerk:

»Bethel«. Die Diakonie-

Einrichtung wurde im Jahr 1867

gegründet. Fünf Jahre später

übernahm Bodelschwingh ihre

Leitung. Und er forcierte ihre

Entwicklung mit großem Tatendrang.

Sein Leben hätte eigentlich ganz

anders verlaufen sollen. Seine

31

Familie gehörte zum westfälischen

Uradel. Der Vater und ein

Onkel bekleideten hohe preußische

Ministerämter. Es wäre

standesgemäß gewesen, wenn

Friedrich von Bodelschwingh

ebenfalls eine Beamten- oder

militärische Laufbahn angestrebt

hätte. Doch er wurde

Pastor. Und zwar einer, der sich

mit ganzer Kraft für die Kranken

und Benachteiligten einsetzte.

Friedrichs Vater, Ernst von

Bodelschwingh, wurde 1842

vom Preußenkönig Friedrich

Wilhelm IV nach Berlin berufen.

Er war Finanzminister und einige

Jahre später Minister des

Inneren. Das war die höchste

Stellung, die ein Beamter zur

damaligen Zeit einnehmen

konnte. Friedrich besuchte das

Gymnasium in Berlin. Er war

ein Spiel gefährte des Kronprinzen

und späteren »99-Tage-

Kaisers« Friedrich III.


In seiner Freizeit betätigte er

sich sportlich. Er erlernte

Rudern, Reiten und Fechten,

wie es sich für einen Sohn aus

adligem Hause gehörte. Friedrich

von Bodelschwingh wuchs

auf der Sonnenseite des Lebens

auf. Doch auch die Schatten

blieben dem adeligen Spross

nicht verborgen. Sein Hauslehrer,

der sich für wohltätige Zwecke

engagierte, nahm ihn mit in

die Armenviertel der preußischen

Hauptstadt Berlin. Friedrich

notierte seinen Eindruck

»von Hunger, Blöße und Elend

der Armen, ganz besonders aber

auch von dem unbillig großen

Abstand zwischen arm und

reich.«

1848 gingen in Berlin die Menschen

aus Zorn über die gesellschaftlichen

Missstände auf die

Straße, es wurde geschossen, es

gab Tote. Friedrichs Vater wurde

als Minister gestürzt und die

Familie kehrte zurück nach

Westfalen. Die Erfahrungen

erschütterten den damals 17-jährigen

zutiefst. Bei allem Verständnis

für die soziale Lage der

arbeitenden Bevölkerung verabscheute

er die gewaltsamen

Proteste des »Pöbels«. Für ihn

32

stellte die Monarchie mit ihren

Adelsgeschlechtern eine gottgegebene

Ordnung dar. Friedrich

von Bodelschwingh war ein

Konservativer und blieb dem

Herrscherhaus der Hohenzollern

Zeit seines Lebens verbunden.

Friedrich bestand sein Abitur

1849 in Dortmund und machte

anschließend eine Ausbildung

zum Landwirt. So lernte er das

Elend der Landarbeiter kennen

und versuchte Hilfen zu organisieren,

indem er sich um die

Ernährung kümmerte und die

Arbeitsbedingungen verbesserte.

Er suchte den Kontakt zu christ -

lichen Gruppen. Dort bekam er

ein Büchlein des Baseler Missionshauses

in die Hände. »Tschin

der arme Chinesenknabe«, so

der Titel. Die Geschichte war

für den 24-jährigen ein Schlüsselerlebnis.

Bodelschwingh fühlte sich zum

Missionar berufen und begann

daher Theologie zu studieren.

Im April 1858 legte er sein

erstes theologisches Examen ab.

Doch sein Weg führte ihn nicht

in die Mission nach Afrika oder

China. Seine bereits damals

angeschlagene Gesundheit ließ

diesen Lebensweg nicht zu.


Stattdessen nahm er ein Angebot

als Pfarrer in Paris an. Seine

Gemeindemitglieder dort waren

deutsche Fremdarbeiter, die ihr

Leben als Gassenkehrer bestritten.

Bodelschwingh gelang es,

in Deutschland für Spenden zu

werben und auf dem Mont -

martre eine kleine Kirche und

Schule zu errichten. Während

dieser Zeit heiratete er seine

Cousine Ida von Bodelschwingh,

mit der er in einer engen Holzhütte

in Paris lebte.

Nach Deutschland zurückgekehrt

übernahm Bodelschwingh

1864 eine Pfarrstelle in Dellwig

an der Ruhr. Dort machte er sich

durch seine energische Art nicht

nur Freunde. Er wetterte gegen

Schützenfeste, Tanzveranstaltungen

und den ungehemmten

»Branntweingenuss«. In Dellwig

erfuhren er und seine Frau Ida

aber auch einen furchtbaren

Schicksalsschlag, der Bodelschwingh

drei Jahre später wohl

zu einem Neuanfang als Leiter

der jungen Einrichtung für Menschen

mit Epilepsie bei Bielefeld

bewegen sollte. In Dellwig starben

im Januar 1869 alle vier

Bodelschwingh-Kinder innerhalb

von 14 Tagen an Diphtherie.

33

»Gestern Abend um 11 Uhr hat

unser lieber kleiner Friedrich auf

dem Schoße seiner Mutter sein

Köpfchen sehr sanft in den

Schlaf geneigt«, schrieb Friedrich

von Bodelschwingh an seine

Mutter nach dem Tod des ersten

Kindes.

Für Ida und Friedrich wurde

Dellwig nun ein Ort schmerzlicher

Erinnerungen. Deshalb

wagte der Pastor 1872 einen

beruflichen Neuanfang in Bielefeld.

Noch 1869 bekam das Ehepaar

den Sohn Wilhelm und in

den ersten Jahren in Bethel drei

weitere Kinder.

Für ein Jahresgehalt von 1.000

Talern übernahm Friedrich von

Bodelschwingh in Bielefeld die

»Anstalt für Epileptische«. Die

Entwicklung der Einrichtung

trieb er mit enormer Kraft

voran. Jedes Jahr wurden neue

Häuser gebaut, immer mehr

kranke und hilfebedürftige Menschen

konnten aufgenommen

werden.

Bodelschwingh entschied, dass

der Ort Bethel heißen sollte. Das

hebräische Wort bedeutet Haus

Gottes. Bethel heißt der alttestamentarische

Ort, an dem Jakob

von der Himmelsleiter träumte


»Wie heilig ist diese Stätte. Hier

ist nichts anderes als Gottes

Haus, und hier ist die Pforte des

Himmels.« (1. Mose 28, 17)

Das von Bodelschwingh beförderte

schnelle Wachstum der

Einrichtung Bethel kostete viel

Geld. Aber der neue Vorsteher

der Anstalt erwies sich als talentierter

Spendensammler. Er bat

einflussreiche Menschen um

Hilfe. Und er gründete »Pfennigvereine«,

in denen viele Menschen

die Arbeit Bethels unterstützten.

Theodor Heuss, der

erste Bundespräsident der Bundesrepublik

Deutschland,

bezeichnete Bodelschwingh später

deshalb als den genialsten

Bettler, den Deutschland je gesehen

habe. Wo Bodelschwingh

Not sah, wollte er helfen. Und

zwar schnell und unbürokratisch.

So beschäftigten ihn auch

die Armut und Massenarbeitslosigkeit.

Er nutzte seinen Einfluss

und gründete Arbeiterkolonien,

Wilhelmsdorf bei Bielefeld, Freistatt

bei Diepholz und Lobetal

bei Berlin. Sein Motto lautete:

»Arbeit statt Almosen«. 1903

ging er sogar in die Politik und

engagierte sich noch mehrere

Jahre als Abgeordneter im preu-

34

ßischen Landtag für die Lage der

Wanderarbeiter.

Doch sein Gesundheitszustand

verschlechterte sich zusehends.

Bereits ein Jahr vor seinem Tod

hatte ein Schlaganfall Friedrich

von Bodelschwingh teilweise das

Sprachvermögen genommen und

dazu geführt, dass er überwiegend

im Rollstuhl saß. Am 2.

April 1910 starb er an den Folgen

eines weiteren Schlaganfalls

in Bethel im Kreise seiner Kinder.

Bethels zweiter Leiter und

prägender Gestalter über vier

Jahrzehnte wurde 79 Jahre alt.

Seine letzten zehn Lebensjahre

waren immer wieder von Krankheiten

bestimmt.

Dennoch ließ sich Vater Bodelschwingh

möglichst wenig

davon in seinem Ideenreichtum

und seinem Gestaltungswillen

beeindrucken. Neben dem weiteren

Ausbau Bethels und der

neu gegründeten Arbeiterkolonien

setzte er sich auch für ein

neues Missionsgebiet in Ruanda

ein.

»Das Geheimnis Bodelschwinghs

war, dass er nicht wegschauen

konnte. Buchstäblich bis in

seine letzten Lebenstage hinein

hat er sich von der Begegnung


mit menschlichem Elend

existenziell berühren lassen«,

schreibt der Historiker Hans-

Walter Schmuhl in seiner 2005

erschienenen Bodelschwingh-

Biografie.

Die Leitung seines Lebenswerkes

Bethel hatte Bodelschwingh

kurz vor seinem Tod seinem

jüngsten Sohn, Pastor »Fritz«

35

übertragen. Wie der Vater so

stellte auch der Sohn sein Leben

ganz in den Dienst von behinderten,

kranken und benachteiligten

Menschen.

In den v. Bodelschwinghschen

Stiftungen Bethel wird Friedrich

von Bodelschwingh anlässlich

seines 100. Todestags im Jahr

2010 in besonderer Weise

Bethelsammlung 2010

Abgabestelle Evangelische Kirchengemeinde

Pfarrhaus, Tempelhof 1, 55283 Nierstein

Wann in der Zeit vom 18. bis 22. Mai 2010

und vom 24. bis 25. Mai 2010

jeweils von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Was kann in die

Kleidersammlung? Gut erhaltene Kleidung und Wäsche,

Schuhe, Handtaschen, Plüschtiere, Pelze

und Federbetten – jeweils gut verpackt

(Schuhe bitte paarweise bündeln).

Nicht in die Kleidersammlung

gehören: Lumpen, nasse, stark verschmutzte oder

stark beschädigte Kleidung und Wäsche,

Textilreste, abgetragene Schuhe, Einzelschuhe,

Gummistiefel, Skischuhe, Kleinund

Elektrogeräte


Nicht alleine sein –

den eigenen Trauerweg finden

Trauergruppe des ökumenischen Hospizvereins

Verlust und Trennung gehören

zum Leben. Für die Zurückgebliebenen

gerät das ganze Leben

aus den Fugen, vieles bleibt

stehen. Alle Gefühle sind

gedämpft, Lebensperspektiven

zerbrochen …

In einem geschützten Rahmen

mit maximal acht Personen

bieten wir Trauernden die Möglichkeit,

ihre Trauererlebnisse

zu verarbeiten.

Unter der Anleitung von ausgebildeten

Trauerbegleiterinnen

trifft sich die Gruppe an insgesamt

sechs Abenden

15. April 2010

22. April 2010

06. Mai 2010

20. Mai 2010

27. Mai 2010

17. Juni 2010 (mit Andacht)

– jeweils in der Zeit von 19.00

bis 21.00 Uhr. Beginn ist am 15.

April 2010 im katholischen

Pfarrzentrum »Haus der Begegnung«

in Dexheim.

36

Hospiz

verein

Das Angebot richtet sich an alle

Betroffenen, unabhängig von

Alter, Geschlecht, Familienstand

und Konfession. Kosten

entstehen den TeilnehmerInnen

keine.

Neben dem Gruppenangebot

bieten wir zeitlich begrenzt

auch Trauereinzelbegleitung an.

Weitere Informationen und

Anmeldungen bitte an:

Ökumenische Hospizarbeit

Rhein-Selz e.V.

Telefon 0 61 33 / 57 17 65

info@hospiz-rhein-selz.de

www.hospiz-rhein-selz.de)


Autorenlesung

mit Siglinde Bickl

Der Ökumenische Hospizverein Rhein-

Selz e.V. lädt alle Interessierten zu einer

Autorenlesung ein. Siglinde Bickl liest

aus ihrem Buch »Du wurdest gerufen

…«. In ihrem Buch schildert sie den

verlorenen Kampf ihres Mannes gegen

seine Krebserkrankung.

Die Veranstaltung findet am Dienstag,

13. April 2010 um 19.00 Uhr im katholischen

Pfarrheim, Alsheimer Straße in

Guntersblum statt. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen:

Ökumenische Hospizarbeit Rhein-Selz e.V., Am Markt 10, 55276

Oppenheim, Telefon 0 61 33 / 57 17 65, info@hospiz-rhein-selz.de,

www.hospiz-rhein-selz.de

37

Seit der Himmelfahrt Jesu

können wir ihn

überall finden.


Kirchenmusik

in der Martinskirche

von Katrin Bibiella

Wir sind dankbar, dass die

Instandsetzungsarbeiten nach

dem Altarbrand in unserer Kirche

so gut voranschreiten. Wen

man auch anspricht, alle erwarten

mit großer Freude den Tag,

an dem die Gemeinde in der

frisch renovierten Kirche wieder

den ersten Gottesdienst feiern

kann.

An die Arbeiten im Kirchen -

inneren schließt sich eine Spezialreinigung

der Orgel an, denn

auch sie ist an allen offen liegenden

Teilen mit Ruß bedeckt und

muss von diesem befreit werden.

Das bedeutet: Die Pfeifen,

die Pfeifenstöcke (die Halterungen

für die Pfeifen) und alle

offen liegenden Teile müssen

herausgenommen und in aufwändiger

Handarbeit mit Spezialmitteln

gereinigt werden. Zum

Glück sind die Windladen, die

ja ganz dicht schließen müssen,

sauber geblieben. Das bedeutet

aber auch, dass die Orgel vor

38

ihrer Reinigung nicht gespielt

werden darf, denn sonst würde

mit dem Wind auch der

Schmutz der Umgebung in die

Windladen geraten. So muss die

Königin der Instrumente in

unserer Kirche also noch

schweigen, bis auch sie wieder

im alten-neuen Glanz erstrahlt.

Da das Ende der Renovierung im

Moment nicht genau datierbar

ist, hat sich unser Chor schweren

Herzens entschieden, die

»Geistliche Abendmusik für

Chor, Solosopran, Harfe und

Orgel« (zum Weinfest am Roten

Hang) am 13. Juni abzusagen.

Allerdings hat er ein neues und

schönes Ziel für Weihnachten

ins Auge gefasst: Die Aufführung

des Eingangschores nebst

mehreren Chorälen aus dem

»Weihnachtsoratorium« von

Johann Sebastian Bach im Gottesdienst

am 2. Weihnachtsfeiertag.

Es gehört sicher zu den

schönsten und erhebendsten


Erlebnissen, an dieser

festlichen Musik

teilzuhaben, ob nun

hörend oder (und)

selbst einstimmend,

singend, musizierend.

Daher freuen

sich alle auf dieses

Vorhaben.

Unser Chor freut

sich zudem auch

sehr über Sängerinnen

und Sänger, die,

über das kräftige

Einstimmen in den

Choralgesang im

Sonntagsgottesdienst

hinaus, an diesem Projekt

mitwirken wollen. Dafür gibt es

einen Probenplan (zunächst bis

zu den Sommerferien 2010 –

siehe Infokasten).

PROBENPLAN

39

Auskünfte erteilen gern:

� Irmgard Mayer

Telefon 0 61 33 / 5 03 13

� Katrin Bibiella

Telefon 0 61 33 / 12 67

Freitag 23.04. 20.00 bis 21.45 Uhr Johannes-Busch-Haus

Freitag 14.05. 20.00 bis 21.45 Uhr Johannes-Busch-Haus*

Mittwoch 26.05. 20.00 bis 21.45 Uhr Johannes-Busch-Haus

Samstag 29.05. 14.00 bis 18.00 Uhr Johannes-Busch-Haus

Freitag 11.06. 20.00 bis 21.45 Uhr Johannes-Busch-Haus

Mittwoch 23.06. 20.00 bis 21.45 Uhr Johannes-Busch-Haus

Mittwoch

* Kleiner Saal

30.06. 20.00 bis 21.45 Uhr Johannes-Busch-Haus


Dietrich Bonhoeffer

„Von guten Mächten wunderbar geborgen,

erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist mit uns am Abend und am Morgen

und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ von Anne Steffen

Nahezu jeder kennt diese Strophe

aus dem Lied »Von guten

Mächten«, aber nicht seine

Geschichte: Der evangelische

Theologe und Pfarrer Dietrich

Bonhoeffer legte im Dezember

1944 einen Text, der mit diesen

Zeilen endete, dem Brief an

seine Verlobte Maria von Wedemeyer

und seine Eltern als

Weihnachtsgruß und »Mut -

40

macher« bei. Es war einer der

letzten Briefe, den er aus der

Gefangenschaft an seine Angehörigen

verschickte, bevor er in

das KZ Buchenwald verlegt

wurde, später in das KZ Flossenbürg.

Am 9. April 1945 wurde

Dietrich Bonhoeffer nach zweijähriger

Gefangenschaft wegen

»Wehrkraftzersetzung« zum

Tode verurteilt und erhängt.

Dietrich Bonhoeffer

wurde am 4. Februar 1906

in Breslau geboren und

begann 1923 sein Theologiestudium

in Tübingen,

welches er 1927 in Berlin

abschloss. Nach einem

Vikariat in Barcelona

habilitierte er in Berlin,

wo er nach einem Studienaufenthalt

in New York

eine Dozentur an der

theologischen Universität

antrat. Bonhoeffer vertrat

eine auf die Bergpredigt


akzentuierte Theologie, im Mittelpunkt

stand die praktische

Nachfolge Jesu als Aufgabe des

einzelnen und der Kirche. Bevor

Bonhoeffer 1935 die Ausbildung

im Predigerseminar der Bekennenden

Kirche in Finkenwalde

übernahm, war er ab 1933 an

einem Pfarramt der deutschen

evangelischen Kirche in London

tätig. Bonhoeffer engagierte sich

früh im Kirchenkampf gegen die

»Deutschen Christen«. 1937

wurde das Seminar der Bekennenden

Kirche durch die

Gestapo geschlossen, jedoch bis

1940 im Untergrund fortgeführt.

Nachdem Bonhoeffer bereits

1936 die Lehrerlaubnis entzogen

41

wurde, erteilte man ihm nun

Rede- und Schreibverbot. Zu dieser

Zeit schloss sich Bonhoeffer

dem Widerstandskreis um

Admiral Canaris an und übernahm

in dessen Auftrag mehrere

Reisen in das neutrale Ausland.

Ein gescheiterter Anschlag auf

Hitler im März 1943 führte

einen Monat später zur Verhaftung

Dietrich Bonhoeffers.

Jedoch erst nach dem gescheiterten

Hitler-Attentat vom 20. Juli

1944 und Aktenfunden vom

September 1944 konnte ihm die

Beteiligung am Widerstand

nachgewiesen werden. Dies

führte schließlich zur Hinrichtung

des Widerstandskämpfers.

Die Auferstehung Christi

macht offenbar, dass wir

Zukunft haben. Leiden und Tod

verlieren dadurch nichts

von ihrer Bitterkeit, aber sie

erscheinen in einem neuen Licht.

Dietrich Bonhoeffer


Buch-Vorstellung

Energieautonomie

Eine neue Politik für Erneuerbare Energie

Der Wechsel zu Erneuerbaren

Energien ist ein Wettlauf mit der

Zeit – aus ökologischen, wirtschaftlichen

und sozialen Gründen.

Die Ablösung atomarer und

fossiler Energien kann jedoch

weder über die globale Energiewirtschaft

noch über globale

Verträge kommen. Der archime-

42

dische Punkt

ist »Energieautonomie«

– als politisches,

technologisches und wirtschaftliches

Konzept, das eine

weltweite Dynamik in Gang

setzen kann.

Die Erdölvorräte gehen zur Neige;

Ressourcenkonflikte schüren

die »neuen Kriege« unseres Jahrhunderts.

Bei steigendem Energieverbrauch

rast die Welt auf

eine existenzielle Krise zu. Deshalb

wird derzeit massiv für die

»Renaissance der Atomenergie«

mobil gemacht, versucht die

Energieindustrie mit allen Mitteln,

ihre Vormachtstellung zu

zementieren. Ein Spiel mit dem

Feuer, denn nur ein umfassender

Wechsel zu Erneuerbaren Energien

kann die Weltenergiever -

sorgung sichern. Warum fällt

das Umdenken so schwer, mit

Erschienen im Mai 2005,

Verlag Antje Kunstmann,

München, 320 Seiten,

ISBN 3-88897-390-2

welchen neuen

Strategien und

Technologien


kann der Durchbruch gelingen?

Hermann Scheer beschreibt in

seinem neuen Buch die viel -

fältigen mentalen Barrieren, die

»Macht des tradierten Energiedenkens«,

zeigt aber auch, wie

der Wechsel zu Erneuerbaren

Energien gelingen und unumkehrbar

gemacht werden kann.

Der archimedische Punkt dafür

ist »Energieautonomie« – als

vielfältig realisierbares politisches,

technologisches und wirtschaftliches

Konzept. Energie -

autonomie ist nur mit Erneuerbaren

Energien realisierbar – und

kann sofort und überall ins

Werk gesetzt werden: dezentral,

individuell, mit unmittelbar

spürbaren Folgen. Die von

Scheer entwickelte »neue Politik

für Erneuerbare Energien«

führt die Energie diskussion aus

dem geistigen Gefängnis des

spezialisierten Energiedenkens

heraus. Ein ideeller und praktischer

Leit faden für die längst

fällige Energiewende.

Stimmen zu diesem Buch

»Scheer verfügt über eine Strategie

und über visionäres Denken,

verbunden mit einer wirtschaft-

43

lichen Basis. Dieses Buch bringt

viel neue Energie in die alte

Politik.«

Franz Alt,

Frankfurter Allgemeine

Zeitung

»Die Energiekonzerne tun so,

als ob sie das Rückgrat der Wirtschaft

seien. Doch ihr Untergang

ist besiegelt. Die Zukunft

gehört den vielen kleinen Energieproduzenten,

wie Hermann

Scheer überzeugend darstellt.«

Annette Jensen,

Die Tageszeitung

»Hermann Scheer ruft zum

Streit. Den wird er mit diesem

Buch bekommen.«

Christian Schütze,

Süddeutsche Zeitung

»Vorsicht! Dies ist kein versöhnliches

oder gar harmloses Buch.

Autonomie heißt für Scheer

nicht nur ein bisschen unabhängiger

von fossilen Energien zu

werden, sondern unabhängig

von der derzeitigen Energiewirtschaft

als solcher. Unbedingt

lesenswert – auch für anders

Denkende!«

Energiebrief


»Obwohl der Bereich der erneuerbaren

Energien boomt, ist

seine Zukunft ungewiss. Da

kommt Hermann Scheers Buch

gerade recht, denn er widerlegt

alle Vorwürfe, die den erneuerbaren

Energien gemacht werden

DeutschlandRadio

»Bissig, sarkastisch, einleuchtend

und selbstbewusst rechnet

der Solarpolitiker mit der atomar-fossilen

Energiewirtschaft

ab und plädiert für den politischen

Mut, endlich ausschließlich

und ohne Umwege auf er -

neuerbare Energien zu setzen.«

Saarländischer Rundfunk

44

»Das neue Werk des Alternativen

Nobelpreisträgers gibt einen

Überblick über den Status quo

auf dem Energiemarkt und

analysiert, wie die vielfältigen

mentalen Barrieren aussehen.

Vor allem aber beschäftigt sich

der Autor mit der Frage, mit

welchen neuen Strategien und

Technologien der Durchbruch

zu erneuerbaren Energien gelingen

kann. Sein Ziel heißt Energieautonomie

und besitzt große

Sprengkraft.«

Natur und Kosmos

?

Was wären wir ohne Pfingsten?


ohne den Heiligen Geist ist Gott fern,


bleibt Christus in der Vergangenheit,

ist das


Evangelium ein toter Buchstabe,


die Kirche ein bloßer Verein,

die Autorität


eine Herrschaftsform,


die Mission Propaganda,


die Liturgie eine Geisterbeschwörung

und das christliche Leben eine Sklavenmoral.

Athenagoras von Athen, Kirchenvater im 2. Jh. nach Christus


Öko-Doku »Die 4. Revolution«

So gut sah die Energiewende noch nie aus

von Daniel Boese

Kein Öl, keine Kohle, keine

Atomenergie – der Kinofilm

»Die 4. Revolution« zeigt, wie

die Welt allein mit erneuerbaren

Energien auskommen könnte.

Auch die Finanzierung der Doku

ist spektakulär: Statt Filmförderung

brachten mehr als 150

Unternehmen und Privatpersonen

das nötige Geld auf. Mal

ehrlich, will man das im Kino

sehen. Die Verfilmung des Sachbuches

»Energieautonomie« des

Politikers Hermann Scheer? Der

Dokumentarfilmer Carl Fechner

war sich sicher: Das will man

nicht nur, das muss man. Rund

150 Unterstützer sahen das

ebenso. Sein unbescheidener

Titel: »Die 4. Revolution«. »Die

Menschen wollen Antworten,

sie wollen Visionen«, erklärt

Fechner die Vielzahl seiner

Unterstützer. Was »Die 4. Revolution«

einzigartig macht: Es ist

der erste Film, der auf die Bedrohung

durch den Klimawandel

tatsächlich eine positive Ant-

45

wort hat. Große Solarkraftwerke,

vernetzte Windparks, Blockheizkraftwerke,

Solaranlagen im

ländlichen Afrika: Mit solchen

Projekten könne die Menschheit

innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte

ganz auf Öl, Kohle und

Nuklearenergie verzichten und

trotzdem prosperieren. Das wäre

dann, so Fechners Ansatz, nach

der industriellen, agrarwirtschaftlichen

und digitalen Revolution

der vierte globale technische

Umbruch.

Pfälzer Unternehmer trifft

indischen Nobelpreisträger

Über eine Website

http://www.energyautonomy.org

sammelte Fechner Geld von

Sponsoren im In- und Ausland.

Das Prinzip nennt sich »Crowd -

funding« – viele Menschen

finanzieren gemeinsam, was

einer nicht alleine kann. Für

1.000 Euro konnte man ein

»Supporter« werden, erhielt

dafür eine Nennung im Abspann


und auf der Website sowie 50

DVDs des fertigen Films. Zahlreiche

Installateure von Solar -

anlagen beteiligten sich so, aber

auch Bündnis 90/Die Grünen

und der BUND. Vor allem aber

waren es Privatpersonen, die

Geld gaben. Als im Dezember

2008 der Weltklimagipfel in

Poznan nur Stillstand produzierte,

hatte Fechner 1,25 Millionen

Euro beisammen und konnte

mit den Dreharbeiten beginnen.

Einer der Protagonisten der »4.

Revolution« ist Matthias Willenbacher,

ein Unternehmer aus

Rheinland-Pfalz. Mit 550.000

Euro ist er zugleich der größte

Sponsor des Films. »Der erste

Bankberater, mit dem ich ge -

sprochen habe, hat mich wieder

nach Hause geschickt«, erzählt

der 40-Jährige. Das von ihm

gegründete Unternehmen Juwi

baut Anlagen für erneuerbare

Energien rund um die Welt,

2009 lag der Umsatz bei 600

Millionen Euro. Das erste

Gespräch zwischen Fechner und

Willenbacher dauerte drei Stunden

statt der vereinbarten einen.

Eigentlich wollten sie nur über

die Filmproduktion sprechen,

daraus wurde ein Casting. Fech-

46

ner suchte noch einen jungen,

dynamischen Unternehmer. In

Willenbacher fand er ihn, und so

landete der Pfälzer neben Nobelpreisträger

Mohammad Yunus

und Bianca Jagger in einem Film,

den er eigentlich nur mitfinanzieren

wollte.

Die Mischung aus Financier und

Filmheld ist nicht gerade glücklich,

aber Fechner geht damit

offensiv um: Im Abspann und

auf der Website ist Juwi deutlich

als Hauptsponsor ausgewiesen.

»Jegliche Einflussnahme auf die

Inhalte des Films von Seiten der

Financiers wurde im Vorfeld vertraglich

ausgeschlossen«, betont

Fechner. Wahrscheinlich wäre

man sich auch kaum in die

Quere gekommen: Was für Fechner

zählt, ist die klare Fürsprache

für erneuerbare Energien.

Sogar Hermann Scheer

nervt nicht

Dieses Engagement ist auch in

Fechners Lebensgeschichte

begründet. Seine ersten professionellen

Erfolge als Dokumentarfilmer

hatte er während des

Golfkriegs 1990/91. Auf eigene

Faust war er unabhängig im Irak

unterwegs. »Ich habe 10.000


Stunden Archivmaterial aus

dem Krieg zu Hause«, erzählt

der drahtige Regisseur. »Grauenvoll,

Stunden mit Bildern toter

Kinder«. Die Gewalt, die die

Abhängigkeit von Öl hervorbringt,

erfuhr er hautnah: »Wir

produzierten für das deutsche

Fernsehen das menschliche

Gesicht des Krieges.« Er hätte

damit weitermachen können,

Konflikte auf dem Balkan und in

Ruanda filmen können. Statt -

dessen wollte er aus diesem Teil

des Mediensystems ausbrechen

und mit seinen Filmen Lösungen

vermitteln. In seinem Film

»Die vierte Revolution« folgt

Fechner den Pionieren rund um

die Welt, nach Dänemark, Mali,

Bangladesch und China. Dass er

dabei nicht in die Propaganda-

Falle tappt und Agit-Prop produziert,

liegt zum einen an den

Protagonisten, die die wichtigsten

Aspekte der globalen Energieproduktion

für Laien verständlich

machen. Zum anderen

sind es der emotionale Soundtrack

und die dramatischen Bilder,

die den Film tragen. Fechner

traut sich, das Treffen der neuseeländischen

Expertin für Batterien

und des dänischen Wind-

47

kraft-Pioniers wie in einem

Thriller zu inszenieren: schnelle

Schnitte, ein Treffen an einer

einsamen Kreuzung – wann sah

Ökologie je so gut aus?

»Es ist ein Film aus der Bewegung

für die Bewegung", sagt

Fechner. Seine Unterstützer

haben ein Eventhandbuch

gedruckt und in über hundert

Städten Veranstaltungen organisiert:

regionale Premieren mit

dem Bürgermeister, Fahrradsternfahrten,Podiumsdiskussionen.

Das Kalkül ist: Wer Hunderttausende

Euro gesammelt

hat, bringt nun auch Freunde

und Familie ins Kino. Es könnte

gut sein, dass dieser Film tatsächlich

eine Revolution startet.

Zumindest der Slogan »100 Prozent

Erneuerbare« hat das

Potenzial, »Atomkraft - Nein

Danke« oder »100 – Dem Wald

zu Liebe« abzulösen und der

neue Klassiker der Ökobewegung

zu werden.


Haitis Klima ist tropisch heiß

und feucht, die Temperaturen

variieren mehr im Laufe eines

Tages, als zwischen den Jahreszeiten.

Die Höchsttemperaturen

liegen in der Regel bei etwa 30°

C, in der Nacht werden Tiefstwerte

von 20° C ereicht (deutlich

weniger in höheren Lagen).

Im Land kommt es zu zwei

Regenzeiten: von April bis Mai

und von September bis Oktober,

wobei der meiste Regen in den

Bergen fällt. Beste Reisezeit:

Wenn Sie planen zu wandern, zu

48

Energie-Hurrican – Satelittenfoto Hurikan Hanna 2008

Haiti – Klima und

beste Reisezeit von Richard Dautermann

trekken oder Auto zu fahren,

sollten Sie die Regenzeit ver -

meiden. Haiti befindet sich im

Einzugsbereich von tropischen

Wirbelstürmen, die Hurrikan-

Saison liegt zwischen Juni und

September. Im September 2004

forderte der Hurrikan Jeanne

3.000 Todesopfer und richtete

schwere Schäden in der Region

um die Stadt Gonaïves an. Es

gibt keine wirklich touristische

Saison, so dass Haiti ein ideales

Reiseziel während des Nord-

Winters, wenn die meisten


karibischen Inseln mit Touristen

überladen sind, sein könnte. Es

lohnt sich, einen Haiti-Besuch

zum Karneval (die drei Tage bis

zum Aschermittwoch) oder Rara

(die Woche bis Ostern) zu planen,

wenn Musik und Tanz

scheinbar spontan ausbrechen.

Vermeiden Sie die Wochen vor

einer Wahl, wenn ebenso spontan

Gewalt ausbrechen kann.

So beschreiben die Reise ver -

anstalter Haiti. Nach dem ver -

heerenden Erdbeben mit über

300.000 Toten und noch sehr

49

viel mehr Leid und Elend steht

der Sinn nicht nach Tourismus.

Haiti ist auf große finanzielle

Hilfe im Wiederaufbau angewiesen.

Das Diakonische Werk in

Hessen und Nassau unterstützt

schon seit Jahren die Entwicklungshilfe

in Haiti im Bereich

des Klimawandels. Auch 2008

haben die Hurrikane Hanna und

Ike viel Leid und Zerstörung

nach Haiti gebracht. Die Verstärkung

der Hurrikane in den

letzten Jahrzehnten wird von

Fachleuten auf die Klimakatastrophe

zurückgeführt.

Was haben Hurrikane mit der Klimakatastrophe zu tun?

Bekanntlich steigen aufgrund der Treibhausgasemissionen die Temperaturen

und auch die Wassertemperaturen weltweit an. Bei höheren

Meerestemperaturen können die tropischen Wirbelstürme noch

höhere Zerstörungskräfte entfalten, weil die Wassertemperatur der

Meeresoberfläche die Energie für den Wirbelsturm liefert. Wenn die

Menschheit also Katastrophen noch schlimmerer Art als bei Katrina,

Stan und Wilma nicht geradezu heraufbeschwören will, muss sie die

weitere Erwärmung der Meeresoberfläche verhindern.

Die Gefahr rückt näher

Nach Aussage von Prof. Schönwiese (Uni Frankfurt) hat sich 2005

der erste Tropische Wirbelsturm in der Geschichte der Meteorologie

vor der Küste Portugals gebildet, ist aber glücklicherweise nicht bis

zum europäischen Festland gekommen. In einem Land in dem die

Sonne nicht nur für Touristen scheint ist es nun sicher sinnvoll, beim


Wiederaufbau auf regenerierbare Energie zu setzen. Sicher ist auch

die Windkraft eine sinnvolle Energie nicht nur für Haiti.

Was können wir tun?

Diese Frage haben wir uns im Konfirmandenunterricht gestellt. Haiti

braucht natürlich viel, viel Geld zum Wiederaufbau. Deshalb wollen

wir mit der Konfirmandenspende und der Kollekte des Konfirmationsgottesdienstes

ein Projekt in Haiti unterstützen. Darüber hinaus ist es

aber eine Hilfe, nicht nur für Haiti, dass wir uns hier bei uns einsetzen

dafür, dass die Klimaveränderung nicht weiter angeheizt wird. Der

Film »Die vierte Revolution« behauptet, dass wir innerhalb von dreißig

Jahren die Energieversorgung allein auf regenerierbare umgebaut

haben könnten. Energie ist natürlich im Überfluss vorhanden, wir

haben die Technologie, sie zu nutzen, es fehlt lediglich der politische

Wille. In einer Demokratie ist der Wähler der Souverän, so wird

behauptet, also können wir auch die Politiker auf die Spur bringen.

Die Verbindung der Energiepolitik, des Klimawandels und des Welthungers

sind schon vielfach nachgewiesen. Jesus von Nazareth hat

auf Anfrage das ganze Gesetz und die Propheten in dem Satz zusammengefasst:

Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich

selbst. Wer der Nächste ist, wird ebenfalls in der Bibel betont, es ist

der Mensch, der dir begegnet. Die ungerechte Verteilung der Güter

in dieser Welt ist ein Skandal im Angesicht der Bibel und ihrer

Weisungen. Christ sein in dieser Welt heißt sich einzusetzen für

Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung unserer Schöpfung.

50

Herzliche Einladung

zum Vorstellungsgottesdienst

unserer diesjährigen Konfirmanden

am 25. April 2010 um 14.00 Uhr

in der katholischen Kirche St. Kilian

Die Jugendlichen werden den Gottesdienst zu diesem Thema

gestalten.


Neuer Konfirmandenjahrgang

2010/2011

Die Kirchengemeinde Nierstein lädt alle Jugendlichen der Jahrgänge

1996/97 zum Konfirmandenunterricht, immer dienstags im Johannes-

Busch-Haus, Mühlgasse 28, ein. In diesem Jahr ist Dekan Michael

Graebsch zuständig.

Zwischenzeitlich wurden die uns bekannten Anschriften der zu Konfirmierenden

bereits persönlich angeschrieben. Sollten Sie noch nicht

angeschrieben worden sein und konfirmiert werden möchten, melden

Sie sich bitte im Pfarrbüro 0 61 33 / 56 87.

Folgende Termine stehen bereits fest:

3. Mai 2010 Konfirmandenelternabend

19.30 Uhr im Johannes-Busch-Haus, Mühlgasse 28

4. Mai 2010 1. gemeinsame Konfirmandenstunde

15.00 Uhr im Johannes-Busch-Haus, Mühlgasse 28

9. Mai 2010 Gottesdienst, 10.00 Uhr im Johannes-Busch-Haus –

Einführung der Konfirmanden

15. Mai 2011 Vorstellung der Konfirmanden

22. Mai 2011 Konfirmation

51


Christus spricht: Seht und schmecket wie freundlich der

Herr ist, kommt, denn es ist alles bereit.

Am 2. Mai 2010 werden in Nierstein um 9.30 Uhr

in der Kirche St. Kilian, Kiliansberg, konfirmiert:

Rebecca Barth, Paterweg 10

Mirco Bauer, Mainzer Straße 60

Jennifer Bingenheimer, Neue Schmiedgasse 4

Yannick Borgerding, Dietrich-Bonhoeffer-Straße 14

Helen Busch, Leonorenstraße 7

Kristina Dautenheimer, Schillerstraße 1

Kim Ebling, Ostergärten 37

Jennifer Falkenau, Pestalozzistraße 6

Alina Fischer, Oberdorfstraße 44a

Sandra Fröhlich, Boschstraße 15

Clara Frommelt, Am Ziegelofen 14

Maximilian Gerhard, Paul-Hexemer-Straße 6

Tabea Heidrich, Leipziger Straße 17

Mareike Hill, Ringstraße 67j

Sebastian Hock, Bleichweg 2

Lilith Janik, Kiliansweg 30

Paul Kehl, Große Fischergasse 3

Tanita Kessel, Bleichweg 6

Nathalie Klein, Saalpförtchen 2

Elena Klein, Saalpförtchen 2

Marleen Kroeger, Ernst-Ludwig-Straße 27

Julian Rebstock, Am Paterberg 40

Till Rosinus, Roßbergstraße 29

Marco Schäfer, Mainzer Straße 34

Lioba Sixel, Am langen Rech 18

Denise Walther, Potsdamer Straße 10

Lea Weber, Daubhausstraße 36

Sophia Westhäuser, Am Hummertal 47

Bjarne Wolff, Gutenbergstraße 28

53


5. Jugendkirchentag 2010

der Evangelischen Kirche in

Hessen und Nassau

3. bis 6. Juni 2010 in Mainz

Schon zum fünften Mal lädt die

Evangelische Kirche in Hessen

und Nassau alle Jugendlichen

zwischen 13 und 18 Jahren zum

Jugendkirchentag, den »go(o)d

days & nights«, ein. Erstmalig in

Rheinland-Pfalz werden vom 3.

54

bis 6. Juni 2010 rund 5.000

Jugendliche in der Landeshauptstadt

Mainz erwartet. Das Motto

des Jugendkirchentages 2010

»go(o)d days & nights – Denk

mal … JETZT!« bezieht sich auf

einen Satz aus dem Buch der


Sprüche im Alten Testament:

»Weisheit aber ist gut für dein

ganzes Leben. Wenn du sie

erwirbst, dann kannst du hoffnungsvoll

in die Zukunft blicken

und deinem Glück steht nichts

mehr im Weg.« (Sprüche 24, 14).

Zehn Themen beim

Jugendkirchentag

In fünf Themenparks sind die

mehr als 150 Veranstaltungen

organisiert. Von Freitag auf

Samstag wird es in jedem Themenpark

einen thematischen

Wechsel geben, so dass insgesamt

zehn Themenschwerpunkte

gesetzt werden. Von Spiritualität

und Schöpfung, Interreligiosität

und Ökumene bis hin zu

»Leben extrem« werden verschiedenste

Lebens- und Glaubensbereiche

angesprochen. Auf

dem Weg des Erwachsenwerdens

spielen Fragen nach Liebe und

Sexualität ebenso eine Rolle wie

die nach Zweifeln und Ausweglosigkeit.

Politik und Bildung,

Jugendarbeit in Mainz und auch

das Thema Medienwelt werden

eine wichtige Rolle spielen.

55

Programmhighlights

Die Auswahl der Workshops

reicht von Tanz, über Malerei,

eine Trickfilmwerkstatt bis hin

zum Jugendhandwerkerdorf

oder Workshops zu den zehn

Themenschwerpunkten. In den

Talks kann sich jede und jeder

zu den Themen einbringen, die

interessieren. So gibt es z.B. die

Möglichkeit, mit muslimischen

Jugendlichen oder der rheinlandpfälzischen

Kultusministerin

Doris Ahnen ins Gespräch zu

kommen. Der Info-Truck des

Bundestages wird über die Möglichkeiten,

Politik zu gestalten,

informieren. In den Jugendgottesdiensten,

im Raum der Stille

und in der Nacht der Lichter

kommen auch geistliche Elemente

nicht zu kurz.

Bei den vielfältigen Sportangeboten

wie Hockey, Streetsoccer

oder am Kletterturm kann man

sich ebenso austoben wie bei

den zahlreichen Konzerten von

Gospel über Heavy Metal bis zu

Rock und Pop. Ein besonderes

Highlight ist das Konzert der

À Capella Band Viva Voce am

Samstagabend.

Die Medienpartner des Jugendkirchentages

You FM und DAS-


DING machen besondere Angebote

wie die DASDING-Party in

einer Kirche oder den Talk YOU

FM Nightline, der live vom Veranstaltungsgelände

gesendet

wird.

Neben dem Programm für junge

Jugendliche wird es auch Veranstaltungen

für ältere Jugendliche

(16-plus) und junge Erwachsene

geben. Diese sind im Programmheft

gesondert ausgewiesen.

Insbesondere für Konfirmanden

präsentiert der Jugendkirchentag

besondere Angebote wie beispielsweise

eine Konfiparty, ein

Stadtspiel oder ein interaktiver

Bibel-Parcours.

Ihr individuelles Programm

können Sie sich im Vorfeld des

Jugendkirchentages ab April auf

www.good-days.de zusammenstellen.

Weitere Informationen

gibt es im Internet unter

www.good-days.de

oder telefonisch unter

0 61 31 / 62 78-230.

56

Und zum Schluss das

Wichtigste: Wie und wo

kann ich mich anmelden?

Den Anmeldeflyer zum Jugendkirchentag

gibt es bei den

Dekanatsjugendstellen, Stadt -

jugendpfarrämtern und Kirchengemeinden.

Den Anmeldeabschnitt,

der am Anmeldeflyer

hängt, kann man einfach bei der

auf dem Flyer angegebenen

Kontaktadresse (z. B. der Schule,

der Gemeinde, dem Dekanat)

abgeben. Die zuständige Kontaktperson

meldet die gesamte

Gruppe dann bei der Arbeits -

stelle des Jugendkirchentages

an.

Die Dauerkarte vom 3. bis 6. Juni

einschließlich des RMV/RNN-

Kombitickets kostet 29 Euro.

Die Tageskarten für den 4. bzw.

5. Juni kosten jeweils 15 Euro

(ebenfalls einschließlich Kombiticket).

Drei Übernachtungen

mit Frühstück in einer Quartierschule

kosten 20 Euro, eine

Übernachtung mit Frühstück

kostet 7 Euro.


2. Ökumenischer Kirchentag

Motto und Plakatmotiv des 2. Ökumenischen Kirchentags in München

bringen meine Stimmung auf den Punkt: Der Kirchentag macht

mir Hoffnung, dass es in der Ökumene weitergeht, mögen die

Schritte auch klein sein.

Und der Grund der Hoffnung ist der Glaube an Gott, der unsere

Bemühungen zum Ziel führen wird und der seine rettende Hand

reicht, wenn uns auf dem Weg zur Einheit der Mut verlässt und wir

in den Schwierigkeiten zu versinken drohen.

Ökumenischer Kirchentag – ich freu’ mich drauf!

57


ZUGÄNGE

2. Dekanatskirchentag

am 27. Juni in Hahnheim

Dekanat Oppenheim – Nach dem

Erfolg des 1. Dekanatskirchentags

2007 in Undenheim ist in

diesem Jahr Hahnheim gastgebende

Gemeinde des Dekanatskirchentags.

Unter dem Motto

»Zugänge – hOFFENtlich«

sind die Vorbereitungen hierzu

im vollen Gange. In einem großen

Areal um die evangelische

Kirche in Hahnheim wird sich

am 27. Juni in der Zeit von

10.30 bis 18.00 Uhr das gesamte

Dekanat präsentieren und vor

allem miteinander feiern.

Mit einem gemeinsamen Eröffnungsgottesdienst

beginnt der

Tag, der mit einem reichhaltigen

und bunten Programm das

facettenreiche und hoffnungsvolle

Thema in vielen Nuancen

präsentieren wird. Verschiedene

Darbietungen, Diskussionen,

zwanglose Gespräche und musikalische

Angebote, die auch

zum Mitmachen einladen, werden

den ganzen Tag über immer

neue Zugänge zur Kirche, zu den

Menschen in der Region und

58

hOFFENtlich auch zum Glauben

öffnen.

Da gibt es ein reichhaltiges

Kinder- und Jugendprogramm:

neben Mitmachangeboten kann

man im Liegestuhl oder in der

»Chill-Out-Zone« entspannen.

Mit Orgelmusik, Posaunenbläsern

und Sängerchören eröffnen

sich musikalische Zugänge an

diesem Tag in Hahnheim. Alle

Gemeinden und Einrichtungen

des Dekanates beteiligen sich

gemeinsam an der Gestaltung

dieses Tages. Ein Fest von allen

für alle.

Also, bitte merken Sie sich

diesen Termin bereits jetzt in

Ihrem Kalender vor, damit wir

alle mitfeiern können an diesem

Dekanatstag – und Zugänge

finden zueinander.

ZUGÄNGE – hOFFENtlich

Dekanatskirchentag Oppenheim

am 27. Juni 2010, ab 10.30 Uhr

in Hahnheim

Eintritt frei, Kontakt und Infos:

Evangelisches Dekanat Oppenheim,

Telefon 0 61 33 / 5 79 20. Ein ausführ -

liches Programm er scheint im Frühjahr

bzw. kann unter www.oppenheimevangelisch.de

eingesehen werden.


Kirche – mehr als ein Verein?

von Michael Tillmann

Gremien und Sitzungen, Feiern

und Feste, auch Streit und Mauscheleien

– in all diesen Dingen

unterscheidet sich die Kirche

nicht von einem x-beliebigen

Verein, mag es ein Sport-, ein

Musik- oder irgendein anderer

Verein sein. Und das ist auch

nicht weiter verwunderlich: In

der Kirche leben und arbeiten

Menschen und deshalb geht es

dort auch menschlich zu – mit

allen Vorzügen, aber eben auch

59

mit allen Fehlern. Dennoch –

glaube ich – ist die Kirche mehr

als ein Verein. Das Bild von den

Menschen am Schwungtuch

kann diesen Unterschied sym -

bolisieren: Nicht sie, die Menschen,

die Vereinsmitglieder

sind der Mittelpunkt, das Zentrum,

um das sich alles dreht:

Die Mitte der Kirche ist Gott, er

ist das Zentrum, ohne ihn ist die

Kirche nichts. Und es ist sein

Heiliger Geist, den er zu Pfingsten

gesandt hat,

der die Kirche in

Schwung hält.

Und der zeigt,

worum es in der

Kirche geht: um

das Reich Gottes,

um Gottes

Liebe zu den

Menschen, um

das Kreuz und

die Erlösung.

Und darüber

müssen die

Christen reden:

»Wir müssen


wieder klarer sagen, dass wir als

Christen etwas anbieten können,

was keine andere Gruppe

sonst bietet, sonst entscheiden

sich die Leute einfach nur zwischen

Tanzstunden, Sportverein

und Kirche.« (Katrin Göring-

Eckardt, Präses der EKD-Synode)

Ein Zweites entdecke ich in

dem Bild: Alle Menschen packen

mit an, alle sind gleich wichtig,

gleichberechtigt. So ist es auch

in der Kirche. Am deutlichsten

wird dies beim Abendmahl: Da

gibt es kein Reich und kein

Arm, kein Schön oder Hässlich,

kein Klug oder Dumm. So sollte

60

es zumindest sein. Denn ich

weiß, dass es auch in der Kirche

Unterschiede gibt.

Ein Hinweis, dass die Kirche

Gefahr laufen kann, ein Verein

zu werden: Wenn Gott nicht

mehr der Mittelpunkt ist. Das

bemerkte schon vor rund fünfzig

Jahren Martin Luther King:

»Wenn die christliche Kirche

nicht den Heiligen Geist wiedergewinnen

kann, der die frühere

Kirche beseelte, so wird sie ihre

Glaubwürdigkeit verlieren und

abgetan werden als ein für das

20. Jahrhundert bedeutungsloser

geselliger Verein.«

Stimmen-Labyrinth

Der Priester und Dichter Lothar Zenetti

formuliert in einem Kirchenlied:

„Worauf sollen wir hören,

sag uns worauf? So viele Geräusche,

welches ist wichtig? … So viele Reden!

Ein Wort ist wahr.“

Die Stimme erkannt,

welchen Weg wählen wir?

Wer weist uns die Richtung?

Leite dein Wort uns an.


Die Geburtstagsbesuche

in unserer Gemeinde

Der Besuchsdienstausschuss hat

sich erstmals nach der Wahl des

Kirchenvorstandes getroffen.

Herrn Meß hatte viele Jahre die

Organisation des Besuchsdienstkreises

gemacht und wird dies

zukünftig abgeben. Er wird

selbst noch Besuche machen,

aber die Organisation möchte er

in andere Hände geben. Die

Kirchengemeinde möchte

Siegbert Meß ganz herzlich für

sein Engagement danken. Als

Kirchen vorsteher hat er sich in

vielen Bereichen unserer

Gemeinde vorbildlich eingesetzt.

Zu seiner Vision einer

Kirche und der Gemeinde gehört

die gegen seitige Achtung und

Hilfe. In Zukunft wird Dekan

Michael Graebsch für diesen

Ausschuss verantwortlich sein.

Der neue Besuchsdienstausschuss

hat auch gleich neue

Kriterien erarbeitet, um diese an

den Kirchenvorstand weiterzugeben.

Der Kirchenvorstand ist der

Empfehlung des Ausschusses

61

gefolgt und hat die Kriterien wie

folgt neu fest gelegt:

Geburtstagsbesuche so wie Ehejubiläen

im Johanneshaus werden,

wie bisher, weiter von Frau

Christel Ullrich und Herrn

Ernst Günther Tillmann übernommen.

Am 75. Geburtstag werden die

Niersteiner zukünftig zum

ersten Mal von der Kirchengemeinde

besucht. Das übernimmt

die zuständige Person

aus dem Besuchsdienstausschuss.

Vom 76. bis 79. Geburtstag

grüßt die Kirchengemeinde

zukünftig mit einem Kartengruß.

Zum 80. kommt dann einer der

beiden Pfarrer sowie auch zum

85. und 90. Geburtstag. In den


weiteren Neunzigern kommt

ein Pfarrer jährlich. Auch gerne

über die 100 hinaus. Ebenso

besuchen die Pfarrer bei den

Ehejubiläen. Zwischen den

runden 80ern besuchen die Personen

des Besuchsdienstausschusses.

Herr Meß besucht weiterhin die

Damen von dem montäglichen

Seniorenkreis.

62

Dem Ausschuss gehören folgende

Personen an: Dr. Madeleine

Busch, Gertrud Dietewich, Dr.

Matina Heinrichs, Jürgen Kleefeld,

Arnd Klein, Irmgard Mayer,

Elke Nödling, Elke Püschel,

Angelika Schmitt, Jochen

Schmitt, Friedolf Schütz und

Karl Heinz Wilhelm.

Er ringt die Hände, will sich entäußern, der Mensch.

Er sucht die neuen Kräfte, die aus der Ohnmacht wachsen.

Dazu wendet er sich zugleich nach innen und nach außen.

Das ist Gebet, das Annehmen seiner

selbst in der Hinwendung zu Gott.

Gebet ist immer beides. Im Blick

auf Gott sehe ich mich selbst.

Beten ist eine Gegenbewegung

in aller Stille:

Zu sich kommen, im sich

Verlassen. Bekenntnis der

Ohnmacht, aus der die Kräfte

kommen.


Warum hängt der da?

von Christina Bramkamp

Das Kreuz ist eigentlich ein komisches

»Schmuckstück« für unsere

Wohnung oder für den Hals. Denn

das Kreuz ist ja ein Foltergerät.

Die Römer hatten sich diese Art der

Hinrichtung für schlimme Verbrecher

ausgedacht. Jesus wurde

gekreuzigt, weil Pontius Pilatus, der

Vertreter des römischen Kaisers in

Jerusalem, ihn für einen Terroristen

hielt. Und die Obersten des jüdischen

Volkes, die Priester im Hohen

Rat, meinten, Jesus wolle Gott

beleidigen und die Menschen vom

Glauben abbringen. Alle Macht -

haber von damals hielten Jesus für

einen Aufrührer und wollten ihn

zum Schweigen bringen.

Jesus wollte natürlich weder die Römer bekriegen noch Gott lästern. Für

ihn war klar: Was er den Leuten über Gott erzählte, war richtig, das

konnte er nicht verschweigen. Gott liebt die kleinen Leute, er will nicht,

dass man mit Gewalt eine Meinung durchdrückt, und er will auch nicht,

dass die Priester und Gelehrten alle ausgrenzen, die sich nicht an das

Gesetz und die Regeln halten. Das hat Jesus verkündigt, und für diese

Wahrheit hat er Angst, Schmerzen und Tod auf sich genommen.

Seine Jünger erkannten später: Wer so etwas macht, hat Mut. Der liebt

die anderen Menschen mehr als sich selbst. Deshalb erzählten sie immer

wieder von Jesu Tod am Kreuz und sagten: »Du musst keine Angst

haben – auch nicht vor dem Alleinsein und dem Tod. Jesus hat das auch

erlebt, er weiß, wie du dich fühlst. Aber er vertraute auf Gott, und der

hat ihm geholfen. Gott wird auch dir helfen.« Als Zeichen dafür hängen

wir ein Kreuz in die Kirche, in die Wohnung und um den Hals: Damit wir

nie vergessen, dass Gott uns liebt und bei uns ist in jeder Not.

63


Kinder-

Seiten

64

Finde die Veränderungen!

Das Bild rechts oben unterscheidet

sich durch 8 Veränderungen

von dem Bild darunter.

Welche sind es?

Was fliegt

denn da?

Schreibe die Begriffe der Reihe nach

auf und entnimm jedem Begriff den

Buchstaben, der auf dem Schild mit

einer Nummer angegeben ist.


Das Vater unser

Eines Tages beobachteten die Jünger Jesus beim Beten. Als er später zu

ihnen kam, fragten sie ihn: »Worauf kommt es beim Beten eigentlich

an?« Da lehrte er sie das Beten und sagte: »Hütet euch davor, anderen

bloß vorzutäuschen, dass ihr betet. Am besten geht ihr nach Hause,

macht die Türe zu und wendet euch ganz still und ohne Ablenkung an

Gott. Denn unser Vater im Himmel sieht das Verborgene genau.

Auch plappert beim Beten nicht einfach irgendwelche leeren Worthülsen

nach. Beten ist keine Zauberei oder Beschwörung, bei der sich unsere

Wünsche erfüllen, wenn wir nur die richtigen Worte vor uns hin murmeln.

Seid mit dem Herzen dabei.

Bedenkt, dass unser Vater im Himmel

ja längst weiß, was wir brauchen,

bevor wir es ausgesprochen

haben.«

Und dann zeigte Jesus ihnen, wie

er selber mit seinem Vater im

Himmel redet. Er betete: »Du da

im Himmel. Ich nenne dich

Papa, so sehr vertraue ich dir.

Du bist mir heilig – auf dich

lasse ich nichts kommen.

Komm zu uns und führe

uns so, dass dein Wille

im Himmel und auf der

Erde geschehen kann.

Gib uns heute Brot und

was wir sonst nötig

zum Leben brauchen.

Verzeih uns, wenn wir

Fehler machen, genau

so, wie wir anderen

verzeihen. Mach uns

stark, dass uns das

Böse nicht anlocken

kann, so dass wir es

vermeiden. Amen.«

jbm

65


Ostern – Pfingsten

nach Monika Elsner

Ostern dauert 50 Tage, reicht bis

Pfingsten – so wie im Judentum

zwischen Passahfest und dem

Wochenfest 50 Tage lagen. Der

fünfte und sechste Sonntag der

Osterzeit bereiten mit Teilen

aus der Abschiedsrede

Jesu aus dem Johannesevangelium

auf

den Abschied vor, den

wir am Donnerstag

danach feiern: Christi

Himmelfahrt –

Abschied, aber auch

ein neuer Anfang:

Jetzt tragen die Jünger

und Jüngerinnen die

Botschaft von der

Auferstehung weiter.

Dass sie dabei nicht

allein bleiben, das

hatte Jesus ihnen versprochen.

Am siebten

Sonntag der Osterzeit

geht es um die Bitte

Jesu für die Jüngerinnen

und Jünger.

Und dann ist Pfingsten

– der Lebensatem

66

Gottes, der Sturm fegt die Angst

der Jünger und Jüngerinnen, ihre

Unentschlossenheit, ihre Trauer

und Einsamkeit entschlossen

weg. Sie singen, loben Gott,

erzählen – und taufen – die


Geschichte der Kirche beginnt.

Deshalb ist Pfingsten so etwas

wie der Geburtstag der Kirche.

Regelmäßig und fast überall

gefeiert wurde es ab dem Ende

des 4. Jahrhunderts, fast so alt

wie Weihnachten, aber sehr viel

weniger bekannt. Dabei haben

wir ihn oft so nötig – den langen

Atem Gottes, wenn wir nach

Ostern immer wieder neu den

Weg zum neuen Leben suchen.

Pfingsten ist vorbei – hoffentlich

nicht vorbei ist die Begeisterung,

die Gottes Geist schenkt. Bei

den Jüngern und Jüngerinnen

Jesu jedenfalls reichte diese

Gabe des Heiligen Geistes weit.

Und doch war etwas anders als

vorher, als Jesus bei ihnen da

war. Sie mussten und wollten

nun weitertragen, was sie von

ihm gehört und mit ihm erlebt

hatten. Die Geschichte der Kirche

begann. Auch im Kirchenjahr

wird jetzt etwas anders als

vorher. Das nächste Fest, eine

67

Woche nach Pfingsten, ist das

erste, das uns nicht erinnert an

ein Ereignis aus dem Leben Jesu.

Keine Geschichte, sondern ein

Thema steht jetzt im Mittelpunkt:

Wie begegnet Gott uns,

welche Wege nimmt Gott zu

uns? Der christliche Glaube hat

dafür drei Antworten: Gott

begegnet uns als der Schöpfer,

von dem wir alles Leben haben,

Jesus nannte ihn Vater. Gott

begegnet uns in Jesus, seinem

Sohn, in allem, was er tat und

sagte, in seinem Tod und seiner

Auferstehung. Und wir erfahren

ihn als den Heiligen Geist, die

Kraft, den Atem Gottes: Gott

Vater, Sohn und Heiliger Geist

das ist die Dreifaltigkeit. Ein

Gott, der verschiedene Wege

nimmt uns entgegenzukommen

– deshalb ist der Dreifaltigkeitssonntag

besonders ein Tag des

Lobes. Gott zu loben, ihn anzubeten,

Gott zu danken – darum

geht es.


Freud und Leid in der Gemeinde

Taufen

Mattis Boesebeck

Helena Violante Fischer

Lilly Freund

68

BESTATTUNGEN

Trauung

Anna Maria Frank geb. Reichert 85 Jahre

Klara Kehl 96 Jahre

Hans Becker 81 Jahre

Christine Klein geb. Mayer 90 Jahre

Eva Leineweber geb. Gilbert 93 Jahre

Otto Schröder 80 Jahre

Elisabeth Stepp geb. Edler 100 Jahre

Werner Ruhland 60 Jahre

Anna Maria Schmidt geb. Mayer 98 Jahre

Alexander Schmitt 32 Jahre

Roswitha Schneider geb. Albrecht 75 Jahre

Juliane (Jula) Waltenberg geb. Wilhelm 83 Jahre

Friedrich Kehl 93 Jahre

Wilhelm Kraft 82 Jahre

Hanna Dietwich geb. Arhelger 81 Jahre

Kenneth Schwinn 53 Jahre

Georg William Brideau und

Vanessa Brideau geb. Mc Cabe


Kassettendienst

Alle Gottesdienste werden auf Kassette aufgenommen. Wenn Sie

aus gesundheitlichen Gründen nicht am Gottesdienst teilnehmen,

können Sie sich im Pfarrbüro melden und bekommen eine Kopie

dieser Kassette im Laufe der kommenden Woche zugestellt.

Dieser Service ist kostenlos! Wenn Sie einmal den Gottesdienst

besuchen möchten, Ihnen das aber schwer fällt, weil Sie krank

oder gehbehindert sind – dann rufen Sie doch bitte eine/n Kirchenvorsteher/in

in Ihrer Nähe an. Diese/r ist gerne bereit, Ihre Fahrt

zur Kirche und anschließend wieder nach Hause kostenlos zu

organisieren.

Kirchenvorstand

Jörg Adrian, An der Kaiserlinde 8, Telefon 57 16 80

Dr. Madeleine Busch, Leonorenstraße 7, Telefon 6 13 89

Dr. Matina Heinrichs, Wörrstädter Straße 31, Telefon 6 02 98

Jörg Johannson, Im Bacchuswinkel 15, Telefon 5 92 65

Arnd Klein, Saalpförtchen 2, Telefon 6 00 91

Diethard Mayer, Fäulingstraße 36, Telefon 5 95 00

Irmgard Mayer, Mühlgasse 25, Telefon 5 03 13

Birgit Neubert, Ernst-Wernher-Straße 6, Telefon 5 97 61

Elke Nödling, Am langen Rech 24a, Telefon 7 02 83

Angelika Schmitt, Müller-Thurgau-Weg 4, Telefon 5 01 25

Jochen Schmitt, Uttrichstraße 1, Telefon 57 16 22

Friedolf Schütz, Wörrstädter Straße 41a, Telefon 5 90 29

Gottesdienste im Johanneshaus

Die Gottesdienste im Johanneshaus finden an jedem Mittwoch

um 10.00 Uhr im Wechsel zwischen der katholischen und der

evangelischen Konfession statt.

69


Gottesdienstordnung bis 08/2010

18.04.2010 10.00 Uhr Gottesdienst im Johannes-Busch-Haus,

Pfr. Klaus Lehrbach

25.04.2010 14.00 Uhr Vorstellung der Konfirmanden in der

Kilianskirche, Pfr. Richard Dautermann

02.05.2010 09.30 Uhr Konfirmation mit Abendmahl in der

Kilianskirche, Pfr. Richard Dautermann

09.05.2010 10.00 Uhr Gottesdienst im Johannes-Busch-Haus

mit Einführung der neuen Konfirmanden,

Pfr. Michael Graebsch

13.05.2010 10.00 Uhr Himmelfahrt im Johannes-Busch-Haus,

Herr Fetzer

16.05.2010 10.00 Uhr Gottesdienst im Johannes-Busch-Haus,

Herr Hans Jakob Schmitt

23.05.2010 10.00 Uhr Pfingstsonntag Gottesdienst mit Abendmahl

im Johannes-Busch-Haus,

Pfr. Michael Graebsch

24.05.2010 10.30 Uhr Ökumenisches Gemeindefest,

Pfr. Michael Graebsch

30.05.2010 10.00 Uhr Gottesdienst im Johannes-Busch-Haus,

Prädikantin Karin Best

06.06.2010 10.00 Uhr Gottesdienst im Johannes-Busch-Haus,

Pfr. Richard Dautermann

13.06.2010 10.00 Uhr Gottesdienst im Johannes-Busch-Haus,

Pfr. Richard Dautermann

20.06.2010 10.00 Uhr Gottesdienst in der Martinskirche,

Pfr. Michael Graebsch

27.06.2010 10.30 Uhr Gottesdienst in Hahnheim –

Dekanatskirchentag

Kein Gottesdienst in Nierstein

70


04.07.2010 10.00 Uhr Gottesdienst in der Martinskirche,

Herr Hans Jakob Schmitt

11.07.2010 10.00 Uhr Gottesdienst in der Martinskirche,

Pfr. Richard Dautermann

18.07.2010 10.00 Uhr Gottesdienst in der Martinskirche,

Pfr. Richard Dautermann

25.07.2010 10.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl in der

Martinskirche, Prädikantin Heidi Eller

01.08.2010 10.00 Uhr Gottesdienst in der Martinskirche,

Pfr. Michael Graebsch

08.08.2010 10.00 Uhr Gottesdienst in der Martinskirche,

Pfr. Michael Graebsch

15.08.2010 10.00 Uhr Gottesdienst in der Martinskirche,

Pfr. Michael Graebsch

17.08.2010 09.00 Uhr Ökumenischer Schulanfängergottesdienst

in St. Kilian, Pfr. Haas/Pfr. Dautermann

22.08.2010 10.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl und Taufen

in der Martinskirche,

Pfr. Richard Dautermann

29.08.2010 10.00 Uhr CVJM-Jahresfest,

Pfr. Michael Graebsch

71


Die Woche auf einen Blick

SONNTAG

10.00 Uhr Gottesdienst in der Martinskirche

10.00 Uhr Kindergottesdienst Helga Mayer (50183)

15.00 Uhr Gemeinschaftsstunde, Langgasse 18

K. H. Wilhelm (50638)

18.30 Uhr Familienkreis 14-tägig, Norbert Schütz (5354)

Hauskreis IV Son-Day 14-tägig

Ehepaar J. & S. Adrian

MONTAG

14.30 – 16.30 Uhr Seniorengruppe

19.30 Uhr Meditatives Tanzen – Ökumenische

Frauengruppe an zwei Montagen im Monat:

Almut Jakob (60226)

18.00 – 22.00 Uhr CVJM-Sport für alle Altersgruppen in der

Rundsporthalle: Kai Hoffmann (0177/3 02 90 81)

DIENSTAG

16.30 – 18.30 Uhr Mädchenjungschar 10 – 13 Jahre:

Charlotte Lauber, Svenja Franke,

Anne Kathrin Seifen

16.30 – 18.00 Uhr Minimädchenjungschar 6 – 9 Jahre:

Christina Hill, Anke Schmitt,

Clara Friedrich, Larissa Nagel, Dora Busch

19.00 – 20.30 Uhr Jugendkreis I, Jugendliche ab 14 Jahre:

Christopher Püschel, Burkhard Mayer,

Martin Borzner

19.30 Uhr Gebets-Bibelstunde, Langgasse 18,

K. H. Wilhelm (50638)

20.00 Uhr Hauskreis III in Nierstein 14-tägig:

Fam. Hill / Trapp

72


MITTWOCH

6.00 Uhr Gebetsfrühstück, Uttrichstraße 4, 14-tägig:

Fam. Mayer (59390)

10.00 Uhr Gottesdienst im Johanneshaus, Gutenbergstraße

13 im Wechsel mit der katholischen

Kirche

19.30 Uhr Gemeindebibelstunde: Klaus Strub (5358)

20.00 Uhr Hauskreis I

Familie Seifen in Nierstein 14-tägig

Hauskreis II Familie Störger / Püschel in

Schwabsburg 14-tägig

DONNERSTAG

10.00 – 11.30 Uhr Krabbelgruppe: Nadja Kafitz (57 0273)

20.00 Uhr CVJM-Posaunenchor-Übungsstunde,

Langgasse 18, Bernhard Mayer (59390)

Jungbläser-Anfänger nach Absprache

FREITAG

16.30 – 18.00 Uhr Jungen-Jungschar 9 – 13 Jahre; Thorsten und

Björn Mayer, David Mayer, Andreas Hahn,

Bernhard Brickwede, Lorenz und Martin Ripka,

Anna Martin

18.15 – 19.00 Uhr Der Junge Chor – Übungsstunde für Jugend liche

10 – 15 Jahre: Katrin Bibiella ( 12 67)

20.00 – 21.45 Uhr Kirchenchor – Übungsstunde:

Katrin Bibiella (12 67)

Hinweis: Der Veranstaltungsort der Gruppen und Kreise ist – wenn

nicht anders angegeben – das Johannes-Busch-Haus, Mühlgasse 28

73


In seine Spuren treten

Jesu Spuren zu folgen ist eine

ständige Herausforderung –

spannend und anstrengend

zugleich – und trotzdem

hilfreich.

Oft werden mir Jesu Fußspuren

zu groß sein und ich

werde nicht in der Lage sein,

ihm überall hin zu folgen. Manchmal

werde ich anderen Spuren folgen, weil

sie bequemer erscheinen.

Doch Jesu Spuren lassen mich spüren,

dass ich nicht umsonst gehe, dass

ich bei allen Widerständen, beim

Stolpern und auch beim Hin -

fallen bei ihm auf -

gehoben bin.

74


Impressum

Redaktion des Gemeindebriefs:

Pfr. Richard Dautermann, Edith Heerde, Friedolf G. Schütz

Fremdautoren:

Daniel Boese, Christina Bramkamp, Monika Elsner, Uwe Rieske,

Anne Steffen, Michael Tillmann

Redaktionsadresse:

Ev. Gemeindebriefredaktion, Gemeindebüro,

Tempelhof 1, 55283 Nierstein

redaktion@martinskirche-nierstein.de

Gestaltung und Druck:

Lattreuter GmbH – design media print, Nierstein

Auflage 1.900 Exemplare

Der nächste Gemeindebrief (ökumenische Ausgabe) wird im

Oktober 2010 erscheinen. Beiträge oder Leserbriefe erbitten wir bis

spätestens 10. September 2010. Vielen Dank!

* Gemeinde der EKHN (Evangelische Kirche in Hessen

und Nassau) www.ekhn.de

Kirchenverwaltung der EKHN, Paulusplatz 1, 64285 Darmstadt,

Telefon 0 6151 / 405-0

Propsteibereich Rheinhessen, Propst Dr. Klaus-Volker Schütz,

Jakob-Steffan-Straße 1, 55122 Mainz, Telefon 06131/31027,

propstei.rheinhessen@t-online.de

www.rheinhessen-evangelisch.de

Dekanat Oppenheim, Dekan Michael Graebsch, Am Markt 10,

55276 Oppenheim, Telefon 06133/57920

ev.dekanat.oppenheim@ekun-net.de

www.oppenheim-evangelisch.de

Bankverbindung der Kirchengemeinde Nierstein, Ev. Kollektenkasse

Volksbank Alzey eG, BLZ 550 912 00, Konto Nr. 50 013901

75


Öffnungszeiten des Gemeindbüros:

Montag und Dienstag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr

Donnerstag von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Edith Heerde, Tempelhof 1

buero@martinskirche-nierstein.de

Telefon 0 61 33 / 56 87, Fax 5 75 39

Vorsitzender des Kirchenvorstandes

Diethard Mayer, Fäulingstraße 38

kv@martinskirche-nierstein.de

Telefon 0 61 33 / 5 95 00

Pfarrerstelle 1

Pfr. Richard Dautermann, Ringstraße 69k

rd@martinskirche-nierstein.de

Telefon 0 61 33 / 57 04 65, Mobil 01 70 / 5 61 55 27

Pfarrerstelle 2

Dekan Pfr. Michael Graebsch

mg@martinskirche-nierstein.de

Telefon: 0173 / 6694997

Kirchenmusik

Dr. Katrin Bibiella, Zuckerberg 4, 55276 Oppenheim

kirchenmusik@martinskirche-nierstein.de

Telefon 0 61 33 / 12 67

Hausmeisterin Johannes-Busch-Haus

Yvonne Klotzbach

buschhaus@martinskirche-nierstein.de

Telefon 01 51 / 15 83 09 64

Küsterin

Tanja Ramminger

kuesterdienst@martinskirche-nierstein.de

Telefon 0 61 33 / 38 96 01

Ev. Kindertagesstätte Morgenstern, Langgasse 20

Sabine Bezvald

kita.morgenstern@martinskirche-nierstein.de

Telefon und Fax 0 61 33 / 5 01 55

www.evangelischer-kindergarten.de

CVJM

Wolfgang Bürkle, Hinter Saal 21

wo.bu@web.de

Telefon 0 61 33 / 5 09 99 76

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