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Old Master Paintings – Part 2, 19th/20th Century Paintings

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ONE OF THE LEADING AUCTION HOUSES IN EUROPE<br />

CATALOGUE III<br />

OLD MASTER PAINTINGS PART 2<br />

19TH/20TH CENTURY PAINTINGS<br />

Auctions: Thursday, 29 June 2023<br />

Exhibition: Saturday, 24 June <strong>–</strong> Tuesday, 27 June 2023


OLD MASTER<br />

PAINTINGS<br />

PART II


263<br />

MEISTER DES VERLORENEN SOHNES,<br />

TÄTIG ZWISCHEN DEN 1530- UND 1560ER-JAHREN<br />

IN ITALIEN UND ANTWERPEN, ZUG.<br />

LOTH UND SEINE TÖCHTER<br />

Öl auf Holz, teils parkettiert.<br />

75 x 58 cm.<br />

Rechts unten bezeichnet „DESIDIA“, um 1540<br />

Wir danken Prof. Dr. Dr. hc Jan de Maere. Beigegeben<br />

ein kurzer Bericht über den Künstler mit Vergleichsbeispielen.<br />

Um dem Gottesgericht über die Stadt Sodom zu entfliehen,<br />

wird Loth mit seiner Familie vor die Stadt<br />

geführt. Er und seine Töchter fliehen in die Berge, wie<br />

auf dem Gemälde zu erkennen ist. Aus Angst der beiden<br />

Töchter, dass kein Mann im Lande sei, der ihnen<br />

Nachkommen geben könne, machen sie ihren Vater<br />

betrunken, um mit ihm zu schlafen. Unterhalb eines<br />

Berges ist hier der trunkene und schlafende Loth zu<br />

sehen mit goldglänzendem Umhang sowie eine seiner<br />

nur halb bekleideten Töchter in zartviolettem Gewand,<br />

die versucht ihren Vater zu verführen. Hinter ihr die<br />

zweite Tochter mit dunkelblonden Haaren, die dem<br />

Geschehen beiwohnt. Linksseitig im Hintergrund der<br />

durch die brennende Stadt Sodom gelb-rot verfärbte<br />

Himmel. Die sinnliche Komposition und die manieristische<br />

Darstellung der Figuren ist typisch für den Meister.<br />

Vergleichbarkeiten sind in einem anderen Werk des<br />

Künstlers zu finden, in dem Gleichnis vom verlorenen<br />

Sohn, das sich im Kunsthistorischen Museum in Wien<br />

befindet.<br />

MASTER OF THE PRODIGAL SON,<br />

ACTIVE 1530 <strong>–</strong> 1560 IN ITALY AND ANTWERP,<br />

ATTRIBUTED<br />

LOT AND HIS DAUGTHERS<br />

Oil on panel, partially parquetted.<br />

75 x 58 cm.<br />

Inscribed “DESIDIA” lower right, ca 1540.<br />

We would like to thank Prof Dr Dr hc Jan de Maere.<br />

Report to the artist mentioning examples of comparison<br />

is encolsed.<br />

There are similarities with another work by the artist<br />

titled Parable of the Prodigal Son held at the Kunsthistorisches<br />

Museum in Vienna.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Provenienz:<br />

Sammlung des Grafen Picot de Moras, Chateau de<br />

Gussignies (l‘Avesnois)<br />

Sammlung Baron René de Witte; Chateau des Gussignies<br />

bis cirka 1970<br />

Sammlung Madame Marx<br />

Auktion Aguttes SAS, Paris 13.06.2019, Lot 26<br />

Privatsammlung Luxemburg<br />

Literatur:<br />

Vgl. G.Ring: Der Meister des verlorenen Sohnes:<br />

Jan Mandyn und Lenaert Kroes. In: Jahrbuch für<br />

Kunstwissenschaft. 1923, S. 196-201<br />

(1361173) (18)<br />

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264<br />

VENEZIANISCHER KÜNSTLER<br />

DES AUSGEHENDEN 16. JAHRHUNDERTS<br />

DER HEILIGE CHRISTOPHORUS<br />

Öl auf Holz, teils parkettiert.<br />

96 x 55 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Der Legende nach wollte Christophorus nur dem<br />

mächtigsten Herrn dienen. Ein Einsiedler riet ihm, um<br />

Gott dienen zu können, solle er als Fährmann Reisende<br />

über einen Fluss tragen. Eines Tages nahm er ein<br />

Kind auf die Schulter, um es über den Fluss zu tragen,<br />

das jedoch, je tiefer er ins Wasser kam, umso schwerer<br />

wurde, und er befürchtete er müsse ertrinken. Am<br />

anderen Ufer angekommen sprach er zu dem Kind, es<br />

wäre so schwer gewesen, als hätte er die Welt auf<br />

seinen Schultern getragen. Die Darstellung zeigt in<br />

bergiger Landschaft, unter hohem blauen Himmel mit<br />

weißen Wolken, den ins Wasser gestiegenen bärtigen<br />

Christophorus mit freiem Oberkörper, der einen großen<br />

palmenartigen Stab als Stütze in seiner rechten<br />

Hand hält. Auf seiner linken Schulter sitzend der blond<br />

gelockte Jesus mit goldfarbenem Kreuz auf seinem<br />

Haupt und einem orangefarbenen wehenden Umhang.<br />

Mit seiner Linken hält er sich an den Haaren<br />

des Trägers fest und in seiner rechten ausgestreckten<br />

Hand zeigt er eine Weltkugel. Erzählerische Darstellung,<br />

bei der durch die Farbgebung Jesus und der<br />

muskulöse Heilige besonders hervorgehoben werden.<br />

Anmerkung:<br />

Das Gemälde lässt an den Kreis des Giovanni Bellini<br />

(1430 <strong>–</strong> 1516) denken.<br />

(1361939) (18)<br />

VENITIAN PAINTER OF THE LATE 16TH CENTURY<br />

SAINT CHRISTOPHER<br />

Oil on panel, partially parquetted.<br />

96 x 55 cm.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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265<br />

ANGELO CAROSELLI,<br />

1585 ROM <strong>–</strong> 1653 EBENDA<br />

DER HEILIGE FRANZISKUS ALS EREMIT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

121 x 92 cm.<br />

Verso auf dem Rahmen mit alten Besitzervermerken.<br />

In vergoldetem, ornamental verziertem Rahmen.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Massimo Pulini,<br />

Montiano, 17. Dezember 2021, in Kopie.<br />

Das Gemälde ist von der Lichtführung und der Ausrichtung<br />

des Kopfes ungefähr vergleichbar mit dem<br />

Gemälde in der Galleria Spada in Rom sowie dem<br />

Gemälde mit der nach links gerichteten Ester in der<br />

Galerie Aldomani in Pesaro, oder auch mit dem Franziskus<br />

im Palazzo Colonna.<br />

Darstellung des bekannten Heiligen vor einem Hügel,<br />

auf dessen Erhebung die erste Kirche Assisis steht.<br />

Franziskus selbst vor einem Felsblock sitzend, an dem<br />

ein Kruzifix auf einem Schädel in waghalsiger Verkürzung<br />

lehnt, mit davorliegendem geöffneten Buch, im<br />

Begriff die Vision zu empfangen, welche als Lichtstrahl<br />

oben links zu sehen ist.<br />

(1361806) (4) (13)<br />

ANGELO CAROSELLI,<br />

1585 ROM <strong>–</strong> 1653 IBID.<br />

SAINT FRANCIS AS A HERMIT<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

121 x 92 cm.<br />

Accompanied by a copy of an expert’s report by<br />

Massimo Pulini, Montiano, 17 December 2021.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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17


266<br />

DEUTSCHER MALER DES BEGINNENDEN<br />

17. JAHRHUNDERTS<br />

TRIPTYCHON MIT DER ANBETUNG DER HIRTEN<br />

Öl auf Holz.<br />

In geschlossenem Zustand mit bogigem Abschluss:<br />

65,5 x 49 cm. In geöffnetem Zustand: 65,5 x 98,7 cm.<br />

Die beiden Seitentafeln jeweils unten datiert „1621“,<br />

verso verschiedene Aufkleber mit Verweis auf Provenienz<br />

aus Nordfrankreich und ein altes Gutachten von<br />

Dr. Willy Burger von 1931.<br />

Die Mitteltafel zeigt vor einem stallartigen Gebäude<br />

die kniende Maria und rechts neben ihr Josef, beide<br />

das am Boden in einem strohbedeckten Korb auf Laken<br />

liegende nackte Jesuskind betrachtend. Hinter<br />

dem Jesuskind zwei kniende geflügelte Engel und<br />

linksseitig die zur Anbetung des Kindes herbeieilenden<br />

Hirten, von denen einer ein kleines Schaf auf seinen<br />

Schultern trägt. In der Mitte des Hintergrunds ein<br />

weiteres anbetendes Paar und eine alte Ruine mit<br />

eckigem Turm. Im bräunlichen Himmelsbereich vier<br />

Inschriften haltende, frohlockende fliegende Engel. Die<br />

Malerei in der Art des Franz Floris d. Ä. (um 1516-1570).<br />

Die beiden späteren hinzugefügten Seitentafeln zeigen<br />

jeweils eine Stifterin, in Nonnentracht kniend vor einem<br />

Gebetspult mit aufgeschlagenem Gebetsbuch, die<br />

Hände gefaltet und den Blick jeweils aus dem Bild herausgerichtet.<br />

Auf der Seite des Pultes bzw. auf einem<br />

vom Pult herabhängenden Tuch ein weisses Quadrat<br />

mit dem Symbol der fünf Wunden Christi, dem Symbol<br />

des Ordens, darunter die Datierung mit der Jahreszahl<br />

„1621“. Im Hintergrund jeweils eine bergige bewohnte<br />

Landschaft unter hohem blau-grauen Himmel. Teils<br />

rest.<br />

(1360811) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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267<br />

DEUTSCHE SCHULE DES AUSGEHENDEN<br />

18./ BEGINNENDEN 19. JAHRHUNDERTS<br />

ZWEI FLÜGEL EINES TRIPTYCHONS MIT HEILIGEN<br />

UND STIFTERN<br />

Öl auf weißer Holzplatte (Kiefer oder Tanne).<br />

Je 75 x 22,5 cm.<br />

In teilvergoldeten Rahmen.<br />

Das erste Objekt zeigt in weiter bergiger Landschaft<br />

mit türkisfarbenem Himmel, der am oberen Rand mit<br />

grau-braunen Wolken abschließt, den nach rechts stehenden<br />

Heiligen Jakobus von Compostela in einem<br />

langen roten Gewand, in seiner ausgestreckten linken<br />

Hand einen Pilgerstab haltend und hinter seinem Rücken<br />

hängend ein großer Pilgerhut. Er hat schulterlanges<br />

dunkelblondes Haar und blickt herab auf einen<br />

knienden betenden Stifter in langem, am Rand pelzverbrämtem<br />

Mantel.<br />

Das Gegenstück zeigt ebenfalls in weiter Landschaft<br />

die nach links stehende Heilige Katharina von Alexandrien<br />

in grünem Gewand mit weißen Ärmeln und<br />

rotem Mantel, in ihren Händen ihre Marterwerkzeuge,<br />

ein Schwert und ein Teilstück eines Rades haltend. Vor<br />

ihr ebenfalls wiederum kniend eine betende Stifterin<br />

in langem Gewand mit pelzverbrämtem Kragen<br />

und Ärmeln, an einem goldfarbenem Hüftgurt einen<br />

langen Rosenkranz tragend. Feine Malerei in der Art<br />

der Heiligendarstellungen mit Stiftern des 16./ 17.<br />

Jahrhunderts.<br />

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Provenienz:<br />

Schweizer Privatbesitz.<br />

(1360512) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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19


268<br />

BEMALTE FRONTPLATTE EINER ITALIENISCHEN<br />

HOCHZEITSTRUHE DES 15. JAHRHUNDERTS<br />

28,5 x 101 cm.<br />

Tiefe: 2 cm.<br />

Wohl Toscana Mitte 15. Jahrhundert.<br />

Beigegeben eine Radiocarbon-Untersuchung durch<br />

Claudio Falcucci, M.I.D.A. Rom, 1. März 2012.<br />

Zum Anlass einer Hochzeit war es vor allem in Mittelitalien<br />

üblich, der Braut eine Truhe zu übergeben, mit<br />

entsprechendem Inhalt. Die Truhenfront zeigt überwiegend<br />

die Darstellung des Vermählungsaktes. Hier<br />

ist <strong>–</strong> wie meist <strong>–</strong> das längliche Feld in der Darstellung<br />

dreigeteilt. Die Mittelszene zeigt die Vermählung im<br />

Beisein zweier Bischöfe und von vier Zeugen. Ein<br />

Priester führt die Versprochenen zusammen. Die Darstellung<br />

der Bischöfe weist auf eine Eheschließung<br />

aus dem Kreis hochrangiger Personen, wie etwa aus<br />

Patrizier- oder Adelshäusern. Dem entsprechen auch<br />

die seitlichen beiden Darstellungen. Links zwei Reiter,<br />

umgeben von Verwandten der Braut, rechts auf Pferden<br />

Sitzende, deren gekrönte Hauben den Adelsstand<br />

der Eltern des Bräutigams verraten, auch hier mit<br />

Gefolge. Hornbläser flankieren die Mitteldarstellung.<br />

Der Hintergrund der Bildfelder als Goldgrund geschaffen.<br />

Hochzeitstruhen aus dieser Zeit haben sich nur<br />

in wenigen Exemplaren erhalten. Der Holztafel, mit<br />

Bruchstellen an den Seiten, ist eine Dokumentation der<br />

Materialuntersuchung beigegeben. Danach konnte die<br />

Fällzeit des Holzes in den Zeitraum 1400 und 1470<br />

ermittelt werden. Damit ist eine Entstehung der Truhe<br />

in die Zeit um 1450 gesichert. Ränder angebrochen,<br />

rest.<br />

(1350922)<br />

PAINTED FRONT PANEL OF AN ITALIAN<br />

WEDDING CHEST OF THE 15TH CENTURY<br />

Tempera and gold ground on panel.<br />

28.5 x 101 cm.<br />

Depht: 2 cm.<br />

Probably Tuscany mid-15th century.<br />

Accompanied by a radiocarbon examination by<br />

Claudio Falcucci, M.I.D.A. Rome 1 March 2012.<br />

€ 15.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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269<br />

SPÄTGOTISCHES HAUSALTAR-RETABEL<br />

Öl/Tempera auf Holz.<br />

78 x 77 cm.<br />

Italien, Ende 16. Jahrhundert.<br />

Die gefasste und vergoldete Retabel-Rahmung mit<br />

Eselsrücken-Abschluss fasst zwei spitzbogige Bildfelder<br />

zusammen, jeweils mit weiblichen Halbfiguren<br />

auf Goldgrund. Links ist die Heilige Katharina an ihrem<br />

Attribut, dem Rad, zu erkennen. Die Figur rechts trägt<br />

außer Palmzweig und Buch keine weiteren Merkmale.<br />

Im Zwickel zwischen den Bögen ein gemaltes Rundbild<br />

mit Darstellung des Lammes Christi mit Fahne<br />

und beschriftetem Band „Ecce agnus dei“. In den<br />

Rahmungen gedrehte Säulen und flache Pilaster, ferner<br />

Rankenrelief.<br />

(1360031) (11)<br />

€ 5.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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21


270<br />

HUGO VAN DER GOES,<br />

UM 1420 <strong>–</strong> 1482/83, SCHULE/ NACHFOLGE DES<br />

KREUZABNAHME CHRISTI<br />

HUGO VAN DER GOES,<br />

CA. 1420 <strong>–</strong> 1482/83, SCHOOL/ FOLLOWER OF<br />

THE DEPOSITION FROM THE CROSS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

115 x 149 cm.<br />

Polychrome Darstellung des bereits vom Kreuz abgenommen<br />

Leichnams des Jesus Christus, dessen Scham<br />

von einem weißen Lendentuch verhüllt wird. Sechs<br />

Personen sind um ihn herum angeordnet und stehen<br />

im scharfen Kontrast zu dem ornamental verzierten<br />

Goldgrund. Die linke Figur kann als Stifterfigur interpretiert<br />

werden. Die Komposition stellt eine Wiederholung<br />

nach einem nicht bekannten Original dar, das in<br />

verschiedenen Epochen und Weisen wiederholt wurde.<br />

Diese hängen unter anderem im Museums besitz etwa<br />

im Musée du Louvre sowie Paris, oder auch in Amsterdam,<br />

in Valencia, im Musée des Beaux-Arts Paris, in<br />

Cambrai im Musée Municipal und Neapel im Museo<br />

di Capodimonte.<br />

(1362432) (13)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

115 x 149 cm.<br />

€ 30.000 - € 55.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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23


271<br />

FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

ANBETUNG DER KÖNIGE<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

50 x 106,5 cm.<br />

Hinter Glas und Innenrahmung mit Textilpassepartout<br />

gerahmt.<br />

Im Dunstkreis der Malerfamilie Francken ist diese<br />

Darstellung Christi Geburt entstanden wobei Maria<br />

inmitten einer Ruinenarchitektur sitzend das Christuskind<br />

auf ihrem Schoß trägt. Die Komposition wird<br />

vervollständigt von zahlreichen Personen darunter die<br />

drei Heiligen Könige.<br />

(1360932) (3) (13)<br />

FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY<br />

THE ADORATION OF THE MAGI<br />

Oil on panel. Parquetted.<br />

50 x 106.5 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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272<br />

MARTEN DE VOS,<br />

1532 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1603 EBENDA, UMKREIS<br />

ANBETUNG DER HIRTEN MIT ENGELN<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

99 x 77,5 cm.<br />

Verso auf dem Keilrahmen altes Sammlungsetikett<br />

„Marten de Vos“, Rahmen mit Sammlungsnummer<br />

„181“.<br />

In elegant geschweiftem ebonisiertem und teilvergoldetem<br />

Holzrahmen.<br />

Marten de Vos war schon früh nach Rom gereist<br />

(1552-1558) und besuchte auch Florenz und Venedig,<br />

bevor er 1558 Meister der St. Lukas-Gilde in Antwerpen<br />

wurde. Inmitten einer klassischen Architektur,<br />

die von den Altertümern Roms entlehnt sein dürfte im<br />

Vordergrund das Jesuskind auf einer Strohstatt liegend.<br />

Von dem Jesuskind mit seinem mystischen<br />

Lichtnimbus scheint die Lichtquelle auszugehen, von<br />

der die umstehenden Figuren ihre Beleuchtung und<br />

im übertragenen Sinne auch Erleuchtung zu empfangen<br />

scheinen. Dies sind drei Engel, die Hirten mit ihren<br />

Stäben, teils in komplizierter körperlicher Drehung<br />

wiedergegeben, sowie die kniende Mutter Gottes betend<br />

und Josef, dahinter Ochs und Esel. Mit original<br />

gusseiserner Aufhängung.<br />

Provenienz:<br />

Nordfranzösische Privatsammlung.<br />

Anmerkung:<br />

In der Galleria di Palazzo Bianco, Genua, wird unter<br />

der Inv.Nr. PB 1396 ein kleines Gemälde mit nur 20<br />

x 15 cm verwahrt, das dem hier angebotenen Werk<br />

in kompositorischer und qualitativer Hinsicht ähnelt.<br />

Literatur:<br />

Vgl. zu dem Genueser Gemälde siehe Maria Fontana<br />

Amoretti, Liguria. Repertory of Dutch and Flemish<br />

paintings in Italian public collections, Florenz 1998,<br />

S. 285. (13501522) (13)<br />

MARTEN DE VOS,<br />

1532 ANTWERP <strong>–</strong> 1603 IBID., CIRCLE OF<br />

THE ADORATION OF THE SHEPHERDS<br />

WITH ANGELS<br />

Oil on panel. Parquetted.<br />

99 x 77.5 cm.<br />

Notes:<br />

A small painting measuring only 20 x 15 cm is held at<br />

the Galleria di Palazzo Bianco, Genoa, under the inv.<br />

no. PB 1396. It is similar in composition and quality<br />

to the work on offer for sale in this lot.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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25


273<br />

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

Gemäldepaar<br />

HEILIGENBILDNISSE<br />

ITALIAN SCHOOL, 17TH CENTURY<br />

A pair of paintings<br />

PORTRAITS OF SAINTS<br />

Öl auf Pappelholz. Verso mit Klötzchenparkettierung<br />

und teilweise Aluminumstreben.<br />

Jeweils 145 x 59 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Jeweils mit weißer gemalter Rahmung, eine in einer<br />

Landschaft stehende Heiligenfigur. Auf der ersten<br />

Tafel Johannes mit auf einen Rotulus zeigendem Finger,<br />

der die Schrift „Ecce agnus dei ecce“ aufzeigt,<br />

sowie auf der anderen Tafel Margareta von Antiochia<br />

mit dem ihr attributiv zukommenden Drachen und<br />

einer Märtyrerpalme. Beide Heilige mit Nimben geschmückten<br />

Häuptern vor einer Landschaft mit niedrigem<br />

Horizont und leichtem Wolkenfluss. Erg.<br />

(1360237) (3) (13)<br />

Oil on poplar panel.<br />

145 x 59 cm.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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27


274<br />

ITALIENISCHER MALER DES 16. JAHRHUNDERTS,<br />

KOPIE NACH JACOPO TINTORETTO<br />

(1518 VENEDIG <strong>–</strong> 1594 EBENDA)<br />

DIE KREUZIGUNG<br />

Öl auf Kupfertafel.<br />

35 x 87 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Im Zentrum des Gemäldes die beherrschende Gestalt<br />

des gekreuzigten Jesus. Zu seinen Füßen die in den<br />

Vordergrund gestellte, um ihn trauernde Gruppe, eng<br />

miteinander verbunden, darunter Maria. Links- und<br />

rechtsseitig von Jesus zahlreiche Figuren, die der<br />

Kreuzigung beiwohnen, sowie die Kreuzigung zweier<br />

weiterer Männer. Jeweils am linken und rechten Bildrand<br />

ein Reiter auf einem Schimmel, von denen<br />

linksseitig der in Rüstung befindliche Mann mit seiner<br />

Hand auf den von einem gelben Lichtschein umgebenen<br />

Gekreuzigten vor weitem Landschaftshintergrund<br />

weist. Charakteristisch für dieses Gemälde sind<br />

die sorgfältig konstruierten Fluchtlinien. Darstellung,<br />

die sich ganz auf das Original bezieht.<br />

Anmerkung:<br />

Das Original ist ein Gemälde von Jacopo Tintoretto,<br />

von 1566, Öl auf Leinwand, 536 x 1224 cm, das sich<br />

in der Scuola Grande di San Rocco in Venedig befindet.<br />

(1360951) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

275<br />

DEUTSCHER MALER DES LETZTEN VIERTEL<br />

DES 16. JAHRHUNDERTS<br />

ALTARGEMÄLDE MIT DER KREUZIGUNG CHRISTI<br />

AUF DEM KALVARIENBERG UND ZAHLREICHEN<br />

FIGUREN<br />

Öl auf Holz, teils Parkettierungsstreben.<br />

76 x 65 cm.<br />

Verso auf dem unteren Teil der Tafel eine deutsche<br />

Stiftungsinschrift mit dem Stiftungsdatum „1584“,<br />

das mit dem Entstehungsdatum des Gemäldes gleichgesetzt<br />

werden kann.<br />

In dekorativem bemalten und teilvergoldeten Rahmen.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Dr. Justus Müller<br />

Hofstede, 29. Juni 1976, sowie eine preisliche Schätzung<br />

von L.N. Malmedé, Köln, 09. Juli 1976, der das<br />

Gemälde zu diesem Zeitpunkt auf 45.000 DM schätzt.<br />

Die dargestellte Kreuzigungsszene zeigt den in der<br />

Mitte des Bildes am Kreuz hängenden Jesus mit einem<br />

weißen Tuch um den Hüftbereich, Dornenkrone, das<br />

Haupt mit einem goldenen Nimbus hinterfangen und<br />

am oberen Ende des Kreuzes die Inschrift „INRI“. Unterhalb<br />

des Kreuzes stehend ein Soldat mit Lanze, der<br />

damit Jesus in die Brustseite gestochen hat, aus der<br />

nun Blut herabläuft, ebenso wie aus den durch die<br />

Nägel verursachten Wunden. Links ist der gute Schächer<br />

mit Christus gekreuzigt, der ihn anblickt, auf der<br />

rechten Seite der böse Schächer, der sein Haupt trotzig<br />

nach oben geworfen hat. Am linken unteren Bildrand<br />

die leicht in Ohnmacht gefallene Maria, die von<br />

Johannes in rotem Gewand, dem Lieblingsjünger<br />

Jesu, gehalten wird. Rechts unten die drei um das<br />

Gewand Jesu würfelnden Soldaten. Im Hintergrund,<br />

vor bergiger Landschaft mit Stadtsilhouette und hohem<br />

wolkenreichen Himmel, mehrere der Kreuzigung beiwohnende<br />

berittene Figuren. Nach Müller Hofstede<br />

zeigt das helle bunte, in den Gelbwerten nach Rot changierende<br />

Kolorit, dass der Maler der Tafel unter dem<br />

niederländischen Einfluss tätig war, wobei besonders<br />

die Antwerpener Malerei nach Deutschland wirkte.<br />

Am rechten Bildrand ist schließlich ein Soladt zu sehen,<br />

der mit seinem ausgestreckten linken Arm auf<br />

Christus weist, in ihm ist wahrscheinlich der Hauptmann<br />

Cornelius zu erkennen, der nach Mk 15,39 unter<br />

dem Kreuz Christus als Sohn Gottes anerkannte. Der<br />

besondere Reiz des Tafelbildes liegt in der volkstümlichen<br />

laienhaften und archaischen Formensprache<br />

des Malers sowie seiner vereinfachten Prägung der<br />

Figuren.<br />

(1360712) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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29


276<br />

MALER DES 15. JAHRHUNDERTS<br />

SPÄTGOTISCHES ALTARGEMÄLDE<br />

MIT GESCHNITZTEM RAHMENWERK <strong>–</strong><br />

KREUZIGUNGSSZENE<br />

Öl auf Holz.<br />

58 x 29 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Im Zentrum der Darstellung auf Goldgrund der am<br />

Kreuz herabhängende Jesus, nur mit einem durchsichtigen<br />

Tuch im Hüftbereich bekleidet. Unterhalb<br />

seiner Arme zwei Engel mit blauen Flügeln und grünem<br />

Gewand, der linke die Hände vor die Augen haltend,<br />

der rechte mit vor der Brust überkreuzten Händen.<br />

Unterhalb des Kreuzes stehend in rot-blauem Gewand<br />

Maria, ihr gegenüber auf der anderen Seite Johannes<br />

mit rotem Mantel. Verso Malerei, die Marmor darstellen<br />

soll. Alterssp.<br />

(1361583) (18)<br />

PAINTER OF THE 15TH CENTURY,<br />

LATE GOTHIC ALTAR PIECE WITH CARVED FRAME<br />

<strong>–</strong> CRUCIFIXION<br />

Oil on panel.<br />

58 x 29 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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277<br />

RÖMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

ATLAS ZWISCHEN DEN PHILOSOPHEN<br />

PYTHAGORAS UND EUKLID<br />

Öl auf Kupfer.<br />

19 x 23 cm.<br />

Das kleine, aber sehr fein auf Kupfer gemalte Bild ist<br />

als Allegorie zu verstehen. Die Darstellung ist eng mit<br />

der neuen Sichtweise verbunden, die in der Renaissance<br />

mit den jüngsten Entdeckungen, etwa von Galilei oder<br />

Bruno, die Weltsicht grundlegend verändert haben. An<br />

die Stelle christlicher ist nun auch die antike Mythologie<br />

getreten.<br />

Dargestellt ist im Bildzentrum der mythologische Titan<br />

Atlas, der in herkulischer, gebeugter Gestalt auf seinem<br />

Rücken die Himmels- oder Sphärenkugel schultert. Er<br />

trägt das Fell des Herkules. Die Oberfläche der blauen<br />

Kugel zeigt farblich zurückhaltend die Sternbildsymbole.<br />

Seitlich- symmetrisch komponiert <strong>–</strong> sind je eine sitzende<br />

bärtige Gestalt am Boden sitzend dargestellt,<br />

mit antikem Umhang. Die Attribute, die sie jeweils in<br />

der Hand halten, lassen sie als die beiden vorsokratischen<br />

Philosophen Pythagoras links und Thales rechts<br />

erkennen.<br />

Pythagoras, der schon im 6. vor Christus Jahrhundert<br />

die Erde als Kugel verstand, hält hier ein Sphärenmodell<br />

in der ausgestreckten Rechten. Der Philosoph Thales<br />

von Milet, rechts, deutet mit einem Zirkel auf eine<br />

Steinplatte mit dem berühmten Thales-Kreis. Auch<br />

Thales war Mitbegründer der antiken Naturphilosophie,<br />

wie der Geometrie.<br />

Die Malweise, in der hier die Figuren in eine weite<br />

Landschaft gesetzt sind, lässt Vergleiche mit dem<br />

Bolo gneser Maler Agostino Carracci oder Werken seines<br />

Ateliers zu. Die Stilistik erinnert an dessen „Pluto<br />

im Hades“, der sich in der Galleria Estense in Modena<br />

befindet, oder an dessen Deckenfresko „Mars und<br />

Venus“ im Palazzo del Giardino in Parma von 1602.<br />

Unter den weiteren antiken Themen Agostino Carraccis<br />

wäre „Aurora und Cephalus“ zu nennen, ebenfalls in<br />

betontem Breitformat, in der Galleria Farnese in Rom.<br />

Literatur:<br />

Agostino Carracci, In: Allgemeines Künstlerlexikon,<br />

Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL),<br />

Bd 16, Saur, München u. a. 1997, S. 562.<br />

Vgl. Henry Keazor, „Il vero modo“. Die Malereireform<br />

der Carracci, Gebrüder Mann Verlag, Berlin 2007.<br />

Vgl. Donald Posner, Carracci, Agostino, In: Dizionario Biografico<br />

degli Italiani, Vol. 20, 1977 Artikel auf Treccani.<br />

A.R.<br />

(1362382) (11)<br />

ROMAN MASTER OF THE 17TH CENTURY<br />

ATLAS BETWEEN THE PHILOSOPHERS PYTHAGO-<br />

RAS AND EUCLID<br />

Oil on copper.<br />

19 x 23 cm.<br />

Literature:<br />

Agostino Carracci, In: Allgemeines Künstlerlexikon,<br />

Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL),<br />

Bd 16, Saur, Munich a. o. 1997, p. 562.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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31


278<br />

FRANS FRANCKEN II<br />

1581 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1642<br />

UND THOMAS FRANCKEN<br />

1574 ANTWERPEN <strong>–</strong> NACH 1639, ZUG.<br />

DIE KREUZABNAHME CHRISTI MIT DEM<br />

SELBSTPORTRAIT VON FRANS FRANCKEN II<br />

Öl auf Eichenholz.<br />

64 x 49 cm.<br />

Um 1605.<br />

Eine umfangreiche Analyse des Gemäldes durch Jan<br />

de Maere, University of Art & Design, Cluj-Napoca<br />

kommt zu dem Ergebnis, dass der Leichnam Christi<br />

und die drei Personen rechts im Bild von Frans Francken<br />

II und Werkstatt ausgeführt wurden. Bei einer<br />

der drei Personen hat Frans Francken II sich selbst<br />

portraitiert: der bärtige Mann in pelzverbrämtem Gewand<br />

mit erhobener rechter Hand und mit nach oben<br />

weisendem Zeigefinger. Alle anderen Bildelemente<br />

sind von Thomas Francken gemalt.<br />

Anmerkung 1:<br />

Das Portrait von Frans Francken II: Es existieren<br />

mehrere Portraits von Frans Franchen II. So malte<br />

auch Antonis van Dyck sein Portrait in der Größe von<br />

19,6 x 16,5 cm, 1627-1641, im Boughton House<br />

England, Inv.Nr. 204.<br />

Anmerkung 2:<br />

Zu diesem Gemälde liegt eine zwölfseitige Ausarbeitung<br />

von Jan de Maere vor. Diese mit mehrseitigen<br />

Verweisen und Abbildungen von Werken der Kreuzabnahme<br />

von Frans Francken II mit Familie und<br />

Werkstatt. Referenzverweise und Literatur sowie<br />

der gesamte Stammbaum der Familie Francken beschließen<br />

die Ausarbeitung (in Kopie vorliegend).<br />

Anmerkung 3:<br />

Mündliche Bestätigung der Zuschreibung durch<br />

Dr. Ursula Härting.<br />

Provenienz:<br />

Bis 1936 in Corsham Court, Wiltshire, England.<br />

Sammlung René van de Broek, Antwerpen, Brüssel<br />

bis 2006.<br />

Versteigerung bei Bonhams London am 5.7.2006,<br />

Katalog-Nr. 83.<br />

(1361171) (18)<br />

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FRANS FRANCKEN II<br />

1581 ANTWERP <strong>–</strong> 1642<br />

AND THOMAS FRANCKEN<br />

1574 ANTWERP <strong>–</strong> AFTER 1639, ATTRIBUTED<br />

THE DEPOSITION FROM THE CROSS<br />

Oil on oak panel.<br />

64 x 49 cm.<br />

Ca. 1605.<br />

Accompanied by a copy of a multi-page report by Jan de<br />

Maere with references and images of other paintings<br />

of The Deposition from the Cross by Frans Francken II<br />

in collaboration with his family and work-shop as well<br />

as references and bibliography. The report concludes<br />

that the body of Christ and the three persons on the<br />

right in the picture were executed by Frans Francken<br />

II and his workshop. In the case of the bearded man<br />

in a fur-trimmed robe, Frans Francken II portrayed<br />

himself. All other elements of the picture are painted<br />

by Thomas Francken.<br />

Notes:<br />

Oral confirmation of the attribution to the artist by Dr<br />

Ursula Härting.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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279<br />

PROSPERO FONTANA,<br />

1512 BOLOGNA <strong>–</strong> 1597 ROM<br />

CHRISTUS - SALVATOR<br />

Öl auf Holz.<br />

42 x 32 cm.<br />

Geschnitzter alter vergoldeter Rahmen.<br />

Dem Gemälde ist eine ausführlich dokumentierende<br />

Expertise von Alessandro Delpriori beigegeben. Darin<br />

wird das Werk in die Zeit um 1540/1550 datiert, zudem<br />

wird das Datum des Geburtsjahres von 1512 auf 1509<br />

korrigiert.<br />

Die Darstellung zeigt Christus als „Salvator mundi“<br />

im Halbbildnis vor dunklem Hintergrund. Der Kopf<br />

geneigt, der Blick spricht den Betrachter an. Über<br />

dem Haupt ein Nimbus, darin das Kreuzsymbol in Rot.<br />

Das kastanienbraune Haar reicht zu den Schultern herab,<br />

die Tunika in der attributiven Farbe Rot, der Mantel<br />

in dunklem Türkis und Braun. Das Sujet findet sich<br />

noch ein andermal in einer weiteren Version, aber auch<br />

einer mit Zuschreibung an Ferdinand Voet (1539 Antwerpen<br />

- 1700 Paris), dort jedoch jeweils mit abweichender<br />

Handhaltung. Dass im vorliegenden Werk die<br />

Hand mit dem Zeigefinger nach rechts gerichtet ist,<br />

mag darauf hindeuten, dass es sich hier um ein Andachtsbild<br />

handelt, in dem Christus auf ein Objekt außerhalb<br />

der Darstellung weist, etwa auf ein Altarkreuz.<br />

Dies macht plausibel, dass es sich hier um eine<br />

frühere, authentische Version handelt.<br />

Der Maler wirkte in mehreren Städten, kurzzeitig<br />

1560 auch in Fontainebleau. Vor allem aber ist seine<br />

Zusammenarbeit mit Vasari und Zuccaro zu nennen,<br />

deren Stil auch auf ihn eingewirkt hat. Als erster Lehrer<br />

des weit jüngeren Ludovico Carracci (1555-1619) hatte<br />

er auch auf die spätere Generation Einfluss. Sein<br />

Spätstil lässt bereits den Manierismus erkennen, beeinflusst<br />

von Michelangelo. Als Porträtist war er höchst<br />

gefragt. Die diesbezügliche Qualität ist auch in dem<br />

vorliegenden Gemälde erkennbar. A.R.<br />

(1361682) (2) (11)<br />

PROSPERO FONTANA,<br />

1512 BOLOGNA <strong>–</strong> 1597 ROME<br />

SALVATOR MUNDI<br />

Oil on panel.<br />

42 x 32 cm.<br />

Accompanied by an extensively documented expert’s<br />

report by Alessandro Delpriori. The report dates the<br />

work to ca. 1540/1550, and the date of the birth year<br />

is corrected from 1512 to 1509.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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33


280<br />

NORDEUROPÄISCHER MALER<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DIE DOPPELKRÖNUNG VON WILHELM III<br />

UND MARIA II IN DER WESTMINSTER ABBEY<br />

IN LONDON AM 11. APRIL 1689<br />

Öl auf Leinwand.<br />

64 x 82 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

NORTH EUROPEAN SCHOOL, 17TH CENTURY<br />

THE CORONATION OF WILLIAM III AND MARY II<br />

AT WESTMINSTER ABBEY ON 11 APRIL 1689<br />

Oil on canvas.<br />

64 x 82 cm.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Blick von erhöhtem Standpunkt in das von Figuren<br />

überfüllte Querhaus der in überwiegend grauer Farbig<br />

keit gehaltenen gotischen Kirche und linksseitig<br />

auf den Hochaltar mit der stattfindenden Krönung, bei<br />

der gerade Wilhelm III vom Bischof von London, Henry<br />

Compton, die königliche Krone aufgesetzt wird. Ihm<br />

gegenüber, in Rückenansicht die bereits gekrönte<br />

Maria II. Zahlreiche Mitglieder des Klerus wohnen dieser<br />

Zeremonie bei, des Weiteren sind am unteren Bildrand<br />

eine große Anzahl an Mitgliedern des Adels zu<br />

erkennen. Vielfigurige Darstellung und zahlreiche Details<br />

kennzeichnen diese prachtvolle Krönung.<br />

Anmerkung:<br />

In der Westminster Abbey in London werden traditionell<br />

bis heute die Könige von England gekrönt und<br />

bis 1760 wurden die meisten auch hier beigesetzt.<br />

Wilhelm III und Maria II empfanden das pompöse,<br />

überladene Krönungsprogramm als eine Belastung.<br />

Sie waren von ihrem Palast in Whitehall zum im Westminster<br />

gelegenen Parlamentsgebäude gereist und<br />

von dort, in Begleitung des Adels und hohen Klerus,<br />

weiter zur Westminster Abbey gezogen. Beim folgenden<br />

Krönungsakt nahmen Mitglieder des Unterhauses<br />

erstmals in der englischen Geschichte einen bedeutsamen<br />

Platz in der Krönungskirche ein. Das Königspaar<br />

schwor eine neue Eidesformel und erhielt die<br />

königlichen Insignien überreicht, wurde dann vom<br />

Bischof von London gekrönt.<br />

(1361441) (18)<br />

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35


281<br />

HANS HOLBEIN D. J.,<br />

1497/ 98 AUGSBURG <strong>–</strong> 1543 LONDON, ZUG.<br />

JUNGER MANN MIT SCHWARZEM BARETT<br />

Öl auf Holz.<br />

19,7 x 14,6 cm.<br />

Das kleine Tafelbild, das einen jungen Mann in hellbraunem<br />

Rock mit weißem Hemd und schwarzem<br />

Barett zeigt, ist bereits mehrmals anlässlich des Besitzerwechsels<br />

besprochen und beurteilt worden. Tatsächlich<br />

stimmen die überwiegenden Bildelemente,<br />

wie Körperhaltung oder der einheitlich grüne Hintergrund<br />

mit Werken Holbeins überein. Dies zeigt sich<br />

im Vergleich mit Holbeins Bildnis des jungen Kölner<br />

Kaufmannes Hermann Wedigh von 1532. Auch dort<br />

finden wir das der Zeit gemäße Hemd mit gekräuseltem<br />

Kragen sowie die Kappe, die wie hier der Mode Englands<br />

entsprach. Denn der Kölner Handelskaufmann<br />

Wedigh war im Londoner Kontor tätig. Vergleichbar<br />

hat Holbein auch den jungen Danziger Kaufmann Georg<br />

Gisze in London in dem bekannten Bildnis von<br />

1532 gezeigt, heute im Berliner Museum Dahlem. All<br />

dies lässt zwingend annehmen, dass auch das vorliegende<br />

Porträt einen jungen Engländer oder einen in<br />

England Tätigen zeigt, was uns Holbein wieder näherbringt.<br />

HANS HOLBEIN THE YOUNGER,<br />

1497/ 98 AUGSBURG <strong>–</strong> 1543 LONDON,<br />

ATTRIBUTED<br />

YOUNG MAN WITH A BLACK BERET<br />

Oil on panel.<br />

19.7 x 14.6 cm.<br />

Provenance:<br />

1950 Frederick Alexander Szarvasy, (1875-1948,<br />

important English industrial financier) London.<br />

1983 Private collection Vienna.<br />

Literature:<br />

Paul Ganz, The <strong>Paintings</strong> of Hans Holbein, 1950,<br />

no 32, il. 11.<br />

Paul Ganz: Hans Holbein the Younger: The <strong>Master</strong>’s<br />

<strong>Paintings</strong>. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 19l9<br />

(Classics of Art. Vol. 20).<br />

The Burlington Magazine for Connoisseurs,<br />

Nov. 1943, Vol. 83, No. 488, “Holbein-Number”,<br />

pp. 85-286.<br />

John Rowlands: Holbein. The <strong>Paintings</strong> of Hans<br />

Holbein the Younger. Phaidon, Oxford 1985.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Provenienz:<br />

1950 Frederick Alexander Szarvasy, (1875-1948,<br />

bedeutender englischer Industriefinanzier) London.<br />

1983 Privatsammlung Wien.<br />

Literatur:<br />

Paul Ganz, Hans Holbein: Die Gemälde, 1950, Nr. 32,<br />

Abb. 11.<br />

Paul Ganz, Hans Holbein d. J.: Des Meisters Gemälde.<br />

Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 19l9<br />

(Klassiker der Kunst. Bd. 20).<br />

The Burlington Magazine for Connoisseurs, Nov.<br />

1943, Vol. 83, Nr. 488, „Holbein-Number“, pp. 85-<br />

286.<br />

John Rowlands: Holbein. The <strong>Paintings</strong> of Hans<br />

Holbein the Younger. Phaidon, Oxford 1985. A.R.<br />

(1360831) (11)<br />

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282<br />

MARTEN VAN CLEVE,<br />

1527 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1581 EBENDA<br />

BILDNIS EINER ÄLTEREN FRAU<br />

MIT WEISSER HAUBE<br />

Öl auf Schiefer. Tondo.<br />

Durchmesser: 9 cm.<br />

Am Oberrand datiert „1552“.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen.<br />

Brustbild nach links, braunes Wams mit schwarzem<br />

Kragen über weißer Bluse, vor dunklem Hintergrund.<br />

Studierte unter Frans Floris (um 1516-1570) und entdeckte<br />

zunächst seine Vorliebe für die Landschaftsmalerei.<br />

Durch seinen Bruder Heinrich veranlasst,<br />

widmete er sich aber alsbald fast ausschließlich der<br />

figürlichen Malerei. Seine meist vielfigurigen Genrebilder<br />

werden oft nur vordergründig als teilweise humorige<br />

Szenen verstanden, hinter denen sich jedoch<br />

nicht selten ein tieferer allegorischer oder gesellschaftskritischer<br />

Sinn verbirgt. 1551 wurde er Mitglied<br />

der Antwerpener Lukasgilde. A.R.<br />

(13621231) (11)<br />

MARTEN VAN CLEVE,<br />

1527 ANTWERP <strong>–</strong> 1581 IBID.<br />

PORTRAIT OF AN ELDERY WOMAN<br />

WITH WHITE CAP<br />

Oil on slate. Tondo.<br />

Diameter: 9 cm.<br />

Dated “1552” on top margin.<br />

Enclosed an expert’s report by Dr. Klaus Ertz, Lingen.<br />

Half-length portrait to the left, brown waistcoat with<br />

black collar over white blouse against dark background.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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283<br />

AGNOLO DI C. ALLORI BRONZINO,<br />

1503 FLORENZ <strong>–</strong> 1572 EBENDA , WERKSTATT DES<br />

BILDNIS EINES JUNGEN MANNES<br />

Öl auf Holz.<br />

43,5 x 33,5 cm.<br />

Verso Lacksiegel mit höfischem Allianzwappen,<br />

bekrönt mit Fürstenhut. Daneben sehr alte Monogrammbuchstaben<br />

„F G“ in Schwarz. Darunter<br />

runder Gummistempel mit zentralem Adler.<br />

Provenienz:<br />

Aus ehemaliger fürstlicher Sammlung.<br />

(1362385) (11)<br />

AGNOLO DI C. ALLORI BRONZINO,<br />

1503 FLORENCE <strong>–</strong> 1572 IBID., WORKSHOP OF<br />

PORTRAIT OF A YOUNG MAN<br />

Oil on panel.<br />

43.5 x 33.5 cm.<br />

Lacquer seal on the back with courtly alliance coat of<br />

arms, crowned with a princely hat. Next to it very old<br />

monogram letters “FG” in black. Beneath it, round<br />

rubber stamp with eagle at centre.<br />

Provenance:<br />

From former princely collection.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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39


284<br />

SALVATOR ROSA,<br />

1615 NEAPEL <strong>–</strong> 1673 ROM, ZUG.<br />

LANDSCHAFT MIT FELSENTOR, WASSERFALL<br />

UND STAFFAGE<br />

SALVATOR ROSA,<br />

1615 NAPLES <strong>–</strong> 1673 ROME, ATTRIBUTED<br />

LANDSCAPE WITH ROCK GATE, WATERFALL AND<br />

STAFFAGE FIGURES<br />

Öl auf Leinwand.<br />

63 x 48 cm.<br />

Das Gemälde repräsentiert in überzeugender Weise<br />

den Stil des Salvator Rosa. Seinen Landschaften, die<br />

nicht selten bizarre Felsen und fantasievolle Einbindung<br />

der Figurenstaffage zeigen, entspricht auch die<br />

Darstellung in vorliegendem Bild. Ein raffiniert durch<br />

die Felsenöffnung geführter Lichteinfall beleuchtet<br />

noch die im Schatten stehenden geharnischten Männer,<br />

die mit einem Hirten im Gespräch sind, offenbar<br />

weist er ihnen den Übergang über den Bach im Vordergrund,<br />

den einer der Männer bereits beschreitet.<br />

Rosa, auch Salvatoriello genannt, zählt zu den eigenwilligsten<br />

Malern seiner Zeit. Selbst auch Dichter und<br />

Schauspieler, verstand er die Wirkung theatralischer<br />

Effekte. Hier gilt er als Gegenspieler etwa zu dem<br />

Zeitgenossen Claude le Lorrain, dessen Bilder klassizistische<br />

Ruhe zeigen.<br />

Seine Begegnung mit Jusepe de Ribera und seine<br />

Lehre bei Aniello Falcone und Fracanzano, dessen<br />

Schwester er ehelichte, haben sein Werk beeinflusst.<br />

Seine Schlachtenbilder, für die er ebenfalls gerühmt<br />

wurde, haben auch hier durch die Soldaten in der<br />

Felsschlucht einen Eindruck hinterlassen.<br />

Oil on canvas.<br />

63 x 48 cm.<br />

€ 20.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Literatur:<br />

Silvia Cassani, „Salvator Rosa, tra mito e magia“, art<br />

director Enrica D´Aguanno, Museo di Capodimonte,<br />

Neapel 2008, Ausstellungskatalog Nr. 65, S. 208 ff.<br />

Vgl. Walter Regel (Hrsg.): „Hoch gerühmt, fast vergessen,<br />

neu gesehen.“ Der italienische Maler und<br />

Poet Salvator Rosa. Studien zur Neubewertung,<br />

Königshausen & Neumann, Würzburg 2007.<br />

Vgl. Hans Werner Schmidt, Die Landschaftsmalerei<br />

Salvator Rosas. Halle 1930.<br />

(1360171) (11)<br />

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285<br />

JUSEPE DE RIBERA,<br />

1588/91 JÁTIVA/VALENCIA <strong>–</strong> 1652 NEAPEL, ZUG.<br />

BILDNIS DES HEILIGEN ANDREAS<br />

Öl auf Leinwand.<br />

99 x 82 cm.<br />

Das Gemälde zeigt den Heiligen im Dreiviertelbildnis,<br />

jedoch in Lebensgröße. Von links oben beleuchtet,<br />

wird die rechte Schulter und vor allem das nach oben<br />

gewandte Gesicht in Szene gesetzt. Der Gesichtsausdruck<br />

mit weit geöffneten Augen zeigt eine Erregung<br />

im Sinne einer Auseinandersetzung mit Gott. Von seinem<br />

Attribut, dem X-förmigen Kreuz, ist ein Schrägbalken<br />

im dunklen Hintergrund zu sehen. Hier im Bild<br />

bedeutet dieses Kreuz allerdings nur ein visionäres<br />

Attribut, da der Heilige hier vor seinem Martyrium gezeigt<br />

wird. Demgemäß hat er seine Hand wie von<br />

göttlicher Botschaft betroffen auf die Brust gelegt.<br />

Seine Linke hält einen Stab, daran ein Fisch, der auf<br />

seinen ursprünglichen Beruf als Fischer am See Genezareth<br />

in Galiläa hinweist.<br />

Dem Andreas-Thema hat sich Ribera mehrfach gewidmet.<br />

Das selten dargestellte Attribut des Fisches<br />

findet sich auch in seinem Andreas-Bild um 1631 im<br />

Prado in Madrid.<br />

Pérez Sanchez (siehe Literatur) bemerkt, dass die<br />

meisten der Märtyrerbilder nicht die Tötung, sondern<br />

die Vorbereitung darauf zeigen, mit Wiedergabe der<br />

gottesfürchtigen Schicksalsergebenheit. Dieser Aspekt<br />

kommt in vorliegendem Gemälde vollends zur<br />

Geltung. A.R.<br />

JUSEPE DE RIBERA,<br />

1588/91 JÁTIVA/VALENCIA <strong>–</strong> 1652 NAPLES,<br />

ATTRIBUTED<br />

PORTRAIT OF SAINT ANDREW<br />

Oil on canvas.<br />

99 x 82 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Literatur:<br />

Alfonso E. Pérez Sanchez, Giorgia Mancini, Jusepe<br />

de Ribera (Reihe: I Classici dell‘Arte), Rizzoli/Skira,<br />

Mailand 2004, S. 8-12.<br />

Vgl. Michael Scholz-Hänsel, Jusepe de Ribera,<br />

1591-1652, Könemann Verlag, Köln 2000.<br />

(1360081) (11)<br />

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43


286<br />

MEISTER DER NÜRNBERGER DÜRER-SCHULE,<br />

MIT VERMUTUNG AUF HANS BALDUNG GRIEN,<br />

1484/85 <strong>–</strong> 1545<br />

ADAM<br />

Öl auf Holz.<br />

44 x 38 cm.<br />

Das Gemälde von hoher Qualität ist wohl in Zusammenhang<br />

mit einer ehemaligen Paradies-Szene „Adam<br />

und Eva“ zu sehen. Die jugendliche unbekleidete<br />

Gestalt im Halbbildnis nach rechts vor schwarzem<br />

Hintergrund, wie wir solchen auch bei Werken der<br />

Cranach kennen. Das gelockte Haar sowie der Bart<br />

feinpinselig ausgeführt, mit lichten Höhungen. Der<br />

Mund leicht geöffnet, der Blick wie unentschlossen<br />

fragend nach rechts gerichtet, ebenso die Hand, die<br />

den Apfel erhalten soll. Die psychologische Auffassung<br />

der Mimik weist auf einen äußerst gebildeten<br />

Maler, der Stil auf die Werkstatt Dürers.<br />

Es ist nicht völlig von der Hand zu weisen, dass hier ein<br />

Frühwerk des Hans Baldung Grien vorliegen könnte,<br />

der bevorzugter Schüler Dürers war, nachdem er zuvor<br />

wohl in einer Straßburger Werkstatt gelernt hatte. 1503<br />

zog er zu Dürer nach Nürnberg, leitete alsbald dessen<br />

Werkstatt während der Abwesenheit des Meisters und<br />

blieb zeitlebens mit ihm verbunden. Die Darstellung<br />

im Oval, zur Rechteckergänzung Marmoriermalerei.<br />

A.R.<br />

(13619310) (11)<br />

€ 7.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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287<br />

JUSEPE DE RIBERA,<br />

1588/91 XÀTIVA <strong>–</strong> 1652 NEAPEL, KREIS DES<br />

APOSTELBILDNIS<br />

JUSEPE DE RIBERA,<br />

1588/91 XÀTIVA <strong>–</strong> 1652 NAPLES, CIRCLE OF<br />

APOSTLE PORTRAIT<br />

Öl auf Leinwand.<br />

104 x 74 cm.<br />

Der Heilige im Gebet, mit gefalteten Händen und<br />

Blick nach oben. Attribute fehlen, weshalb eine Zuordnung<br />

an einen bestimmten Apostel nicht gegeben<br />

werden kann. Die hohe freie Stirn verweist möglicherweise<br />

auf den Heiliger Petrus.<br />

Oil on canvas.<br />

104 x 74 cm.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Literatur:<br />

Vgl. Alfonso E. Pérez Sanchez, Giorgia Mancini,<br />

Jusepe de Ribera (Reihe: I Classici dell‘Arte;<br />

italienisch), Rizzoli/Skira, Mailand, 2004, S. 8-12.<br />

Vgl. Michael Scholz-Hänsel, Jusepe de Ribera,<br />

1591-1652. Könemann, Köln 2000.<br />

A.R.<br />

(1362381) (11)<br />

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45


288<br />

LEANDRO BASSANO,<br />

GENANNT LEANDRO DA PONTE,<br />

1557 BASSANO DEL GRAPPA <strong>–</strong> 1622 VENEDIG<br />

Sohn des Jacopo Bassano (1510/15-1592).<br />

PORTRAIT DES ANDREA GIOVANELLI IM ALTER<br />

VON 48 JAHREN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

118,7 x 94,3 cm.<br />

Rechts oben mit Betitelung, Datierung 1590 und<br />

Wappen des Dargestellten.<br />

In vergoldetem ornamental verziertem Rahmen.<br />

Anbei ein Gutachten von Prof. Giuseppe Maria Pilo<br />

vom 29. April 2007, der das vorliegende Gemälde<br />

als ein typisches Portrait des genannten Künstlers<br />

erkennt, in Kopie.<br />

Dreiviertelportrait eines Mannes besten Alters mit<br />

Halskrause, Spitzbart und leicht nach rechts gerichtetem<br />

Haupt. In seiner rechten einen Brief haltend,<br />

seine linke Hand auf einem mit einem Textil bekleidetem<br />

Tisch ruhend. Besch.<br />

Anmerkung:<br />

Das hier rudimentär im oberen rechten Bildviertel<br />

dargestellte Familienwappen der aus Bergamo<br />

stammenden Familie Giovanelli zeigt offiziell geviert<br />

mit dem silbernen Kreuz: im 1. und 4. in Gold<br />

einen schwarzer Adler mit roter Membrane, rotem<br />

Harnisch und roter Krone; im 2. und 3. auf blauem<br />

Grund ein silbernes, verhülltes Schiff mit zwei Matrosen<br />

dahinter, auf dem wogenden Meer (siehe<br />

Vergleichsfoto).<br />

Literatur:<br />

Vgl.: E. Arslan, I Bassano, Mailand, 1960, Bd. 22, Tafel<br />

291, 292, 294. (1361032) (2) (13)<br />

LEANDRO BASSANO,<br />

ALSO KNOWEN AS LEANDRO DA PONTE<br />

1557 BASSANO DEL GRAPPA <strong>–</strong> 1622 VENICE<br />

Son of Jacopo Bassano (1510/15-1592).<br />

PORTRAIT OF ANDREA GIOVANELLI AT THE AGE<br />

OF 48 YEARS<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

118.7 x 94.3 cm.<br />

Upper right with title, date 1590 and coat of arms of<br />

the sitter.<br />

Accompanied by an expert‘s report by Prof. Giuseppe<br />

Maria Pilo, dated April 29, 2007, who recognizes the<br />

present painting as a typical portrait of the aforementioned<br />

artist, in copy.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Familienwappen<br />

Familie Giovanelli,<br />

Bergamo<br />

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289<br />

FRANCESCO FRACANZANO,<br />

AUCH GENANNT „CICCIO FRACANZANO“,<br />

1612 MONOPOLI <strong>–</strong> UM 1656 NEAPEL, ZUG.<br />

Fracanzano wirkte zunächst in der Werkstatt des Jusepe<br />

de Ribera (1588/91-1652), was seinen Malstil nachhaltig<br />

beeinflusste. Er gilt als wichtiger Vertreter einer<br />

naturalistischen Barock-Stilistik der Malschule von Neapel,<br />

zu der auch sein Schwager Salvator Rosa (1615-<br />

1673) zählt. Zu seinen als Meisterwerke geltenden<br />

Bildern gehören diese in den Kirchen San Gregorio<br />

Armeno und Trinità dei Pellegrini in Neapel.<br />

PORTRAIT EINES MANNES<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

52,4 x 37 cm.<br />

In teilvergoldetem Rahmen.<br />

Vor dunklem Hintergrund ist das Brustbildnis eines<br />

alten Mannes mit grauem, langem Bart zu sehen. Mit<br />

in nachdenklichen Falten gezogener Stirn blickt er seitlich<br />

aus dem Bild. Durch die Beleuchtung der Situation<br />

von oben links wird ein starker Schatten auf den<br />

unteren Bereich des Gesichtes und den Hals gelegt.<br />

Gekleidet ist er mit einem einfachen hellbraunen Umhang.<br />

Das nahsichtige Portrait des alten Mannes zeigt<br />

die unverkennbaren Zeichen des neapolitanischen<br />

Naturalismus. Die starken Hell-Dunkel-Kontraste,<br />

die feine, einfühlsame Malerei mit besonderer Betonung<br />

der Physiognomie legen eine Zuschreibung an<br />

Francanzano nahe.<br />

(1360172) (19)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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47


290<br />

FRANCESCO BASSANO D. J.,<br />

1549 BASSANO DEL GRAPPA <strong>–</strong> 1592 VENEDIG<br />

DIE VISION JOACHIMS<br />

Öl auf Leinwand.<br />

92 x 120 cm.<br />

Lucco datiert das Gemälde auf um 1580.<br />

In profiliertem vergoldetem Rahmen mit<br />

Dekorationen.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Mauro Lucco, 05. Mai<br />

2021, Bazzano, in Kopie.<br />

Inmitten einer hügeligen Landschaft eine biblische<br />

Szene mit Architekturmotiv und Figurenstaffage,<br />

beleuchtet durch zwei Kerzen und eine Feuerstelle<br />

sowie durch einen göttlichen Lichtschein am rechten<br />

Bildrand. Im Hintergrund wird dem greißen Priester<br />

Joachim von einem Engel ein Kind verheißen (Pseudo-<br />

Evangelium des Jacobus 1-4).<br />

Anmerkung:<br />

Vergleichsweise befindet sich eine signierte Version<br />

mit den Maßen 94,2 x 131 cm (Inventarnummer B10)<br />

im Thorvaldsens Museum in Kopenhagen. Weitere Versionen<br />

werden beispielsweise im Dorotheum 2009<br />

angeboten und befand sich zuvor in der Sammlung<br />

Giuseppe Veronese in Mailand; in der Santissima<br />

Annunziata Maggiore in Neapel verwahrt; in der<br />

Sammlung der Familie Alba im Palacio de Liria in<br />

Madrid; in Genua bei Wannenes Art Auctions in Genua<br />

am 21. Dezember 2020 unter Lot 1271 angeboten<br />

sowie eine weitere Version im Corsham Court in der<br />

Sammlung Lord Methoen verwahrt wird. Eine Werkstattkopie<br />

Bassanos wird auch in der Gemäldegalerie<br />

Alte Meister in Kassel unter der Inventarnummer<br />

GK520 verwahrt.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Louise Beverly Brown, Paola Marini, Jacopo<br />

Bassano c.1510-1592, Bologna 1992, S. 157.<br />

(1350874) (13)<br />

FRANCESCO BASSANO THE YOUNGER,<br />

1549 BASSANO DEL GRAPPA <strong>–</strong> 1592 VENICE<br />

THE VISION OF JOACHIM<br />

Oil on canvas.<br />

92 x 120 cm.<br />

The expert Mauro Lucco dates the painting to ca. 1580.<br />

Accompanied by an expert’s report by Mauro Lucco,<br />

5 May 2021, Bazzano, in copy.<br />

€ 20.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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291<br />

CALIARI PAOLO,<br />

GENANNT „IL VERONESE“,<br />

1528 <strong>–</strong> 1588<br />

MARTYRIUM DES HEILIGEN SEBASTIAN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

130 x 169 cm .<br />

In ornamental verziertem Rahmen.<br />

Unter einer manieristischen Bogenarchitektur mit<br />

korinthischen Kapitellen unter den Bogen eingepasst<br />

die liegende Figur eines unbekleideten Sebastian<br />

mit um ihn herum versammelten in unterschiedlicher<br />

Weise agierenden Personen. Die Komposition<br />

basiert auf Veroneses meisterhaftem Werk in der<br />

Chiesa di San Sebastiano in Venedig von 1565, die<br />

ebenfalls das Martyrium des Heiligen Sebastian zeigt.<br />

(1360382) (13)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

292 ENTFÄLLT<br />

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49


293<br />

FLORENTINISCHE SCHULE DES<br />

16. JAHRHUNDERTS<br />

DIE GEBURT MARIENS<br />

Öl auf Holz.<br />

75 x 61 cm.<br />

Verso alter Aufkleber mit ehemaliger Besitzerangabe<br />

„Collection de Docteur Clergeau Varennes“, sowie<br />

sonstigen Angaben.<br />

In Prunkrahmen.<br />

In einem großen Innenraum mit linksseitigem Arkadenbogen,<br />

durch den der Blick auf eine grau gehaltene<br />

Landschaft mit Gebäuden fällt, die von der Geburt ermattete<br />

Anna in rötlichem Gewand und rosafarbener<br />

Decke, auf einem Wochenbett liegend, über ihr ein<br />

großer, zur Seite geraffter grüner Vorhang. Neben ihrem<br />

Bett sitzend, in gelblicher Kleidung mit grauem<br />

Bart Joachim, der auf seine neugeborene Tochter im<br />

Vordergrund blickt. Neben einer großen Waschschüssel,<br />

in die eine junge Frau gerade Wasser gießt, sitzt die<br />

neugeborene Maria im Schoß einer jungen Frau, das<br />

bevorstehende Bad erwartend. Rechtsseitig trocknet<br />

eine junge Frau an einem offenen Feuer Laken für das<br />

Neugeborene, während weitere Frauen im Raum mit<br />

diversen Arbeiten beschäftigt sind. Vielfigurige farbenfrohe<br />

Darstellung mit gekonnter Licht- und Schatteninszenierung.<br />

Holzplatte leicht gewölbt.<br />

(1360933) (3) (18)<br />

FLORENTINE SCHOOL, 16TH CENTURY.<br />

THE NATIVITY OF THE VIRGIN<br />

Oil on panel.<br />

75 x 61 cm.<br />

Notes:<br />

<strong>Old</strong> label on the reverse with provenance reference:<br />

“Collection de Docteur Clergeau Varennes”, and further<br />

information.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

294<br />

BERNARDINO LUINI,<br />

UM 1480/ 85 RUNO <strong>–</strong> 1532 MAILAND,<br />

NACHFOLGE DES<br />

MARIA MIT DEM KINDE NACH EINER NELKE<br />

GREIFEND<br />

BERNARDINO LUINI,<br />

CA. 1480/ 85 RUNO <strong>–</strong> 1532 MILAN,<br />

FOLLOWER OF<br />

MARY WITH THE CHILD REACHING<br />

FOR A CARNATION<br />

Öl auf Leinwand.<br />

149 x 100 cm.<br />

In schmaler Goldleiste.<br />

Obwohl er heute nicht mehr so bekannt ist, galt Luini<br />

einst als der führende Maler der norditalienischen Region<br />

Lombardei. Er wurde um 1480 geboren und erhielt<br />

seine Ausbildung bei mehreren lokalen Meistern.<br />

Sein Leben und seine Kunst wurden jedoch durch die<br />

Begegnung mit dem Werk von Leonardo da Vinci verändert,<br />

der Mailand einmal im späten 15. und erneut<br />

kurz im frühen 16. Jahrhundert besuchte. Leonardo<br />

Da Vinci malte als junger Künstler in Florenz Bilder mit<br />

dem selben Thema: das Christuskind, das nach einer<br />

Blume greift. Ersichtlich ist, dass Luini nicht nur dieses<br />

ergreifende Thema, sondern auch andere Aspekte<br />

des Gemäldes Leonardo zu verdanken hat: der dunkle<br />

Hintergrund, die Weichheit der Formen, die Hell-Dunkel-<br />

Modellierung, die süße Stimmung der Figuren, die sich<br />

drehende Haltung des Kindes.<br />

Luini war ein großer Maler religiöser Bilder, darunter<br />

Fresken, Holztafeln, große Altarbilder und kleine Andachtsbilder<br />

für den Hausgebrauch. Zu seiner Zeit war<br />

er offensichtlich sehr beliebt, denn es gibt unzählige<br />

Kopien seiner Gemälde. Im 19. Jahrhundert wurde er<br />

wieder populär, als der berühmte Kritiker John Ruskin<br />

entschied, dass Luini größer sei als Leonardo, und<br />

viele Leser nach Italien reisten, um seine Werke zu<br />

suchen.<br />

(1360942) (13)<br />

Oil on canvas.<br />

149 x 100 cm.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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295<br />

ITALIENISCHE SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DIE HEILIGE FAMILIE MIT DEM JOHANNESKNABEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

134 x 98 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

In bewohnter Landschaft, unter hohem blauen Himmel<br />

im sinkenden Sonnenlicht die Heilige Familie, in<br />

der Mitte Maria in rot-blauem Gewand, den vor ihr auf<br />

einem Schaf sitzenden nackten Jesusknaben mit<br />

Nimbus mit beiden Händen festhaltend und ihn liebevoll<br />

anblickend. Rechts hinter ihr stehend Josef in<br />

braunem Gewand und einen Stab mit Blumen haltend,<br />

Symbol der Wahl Gottes als Ehemann Marias. In<br />

der unteren linken Ecke, seitlich von Jesus, der liegende<br />

Johannes mit einem roten Tuch um seine Hüften,<br />

vor ihm liegend sein Attribut, ein Kreuzesstab mit<br />

Rotulus, zudem zu seiner Seite ein kleiner weißer<br />

Hase. Linksseitig am Rand ein großer, bis in den Himmel<br />

reichender Baum als Repoussoir, von dem nach<br />

rechts der Blick in eine weite bergige Landschaft mit<br />

Gebäuden und einer Kirche fällt. Harmonische Darstellung,<br />

die sich ganz auf das liebevolle Miteinander<br />

der Figuren richtet.<br />

(1361634) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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296<br />

LUCA GIORDANO,<br />

1634 NEAPEL <strong>–</strong> 1705 EBENDA, UMKREIS DES<br />

DIE SPEISUNG DER FÜNFTAUSEND<br />

Öl auf Leinwand.<br />

56 x 98 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Sujet des Gemäldes ist die „Wundersame Brotvermehrung“<br />

bei der Jesus aus fünf Broten und zwei Fischen<br />

nach einem Dankgebet eine Menschenmenge von<br />

Fünftausend, die ihm gefolgt war, sättigen konnte. Diese<br />

Erzählung geht auf das Alte Testament zurück (Joh.<br />

6, 10-14). In einer kargen Berglandschaft wird hier eine<br />

Menschenmenge gezeigt, die sich um die zentrale<br />

Figur des Jesus, hinterfangen von einem erhellenden<br />

Nimbus, versammelt hat. Die Menge hat sich in kleineren<br />

Gruppen zusammengefunden und zum Essen<br />

niedergelassen. Die im Himmel schwebenden Putti<br />

wohnen dem Wunder bei. Die Figuren sind in bewegter<br />

Haltung dargestellt, die Gewänder zeigen eine starke<br />

Faltenbildung mit großen Hell-Dunkel-Kontrasten. Wohl<br />

ein Entwurf/ Bozzetto für ein größeres Gemälde.<br />

(13619318) (19)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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53


297<br />

SIMON VOUET,<br />

1590 PARIS <strong>–</strong> 1649, ZUG.<br />

PORTRAIT EINER DAME, WOHL MADAME DE<br />

LONGUEVILLE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

127,5 x 86,5 cm<br />

Auf der rückseitigen Leinwand bezeichnet als „Duchesse<br />

de Longueville“ und „Vouet“, sowie durch<br />

einen Aufkleber auf Rahmen, dazu ein weiterer Aufkleber<br />

„MUSEE DU LOUVRE ECOLE ITALIENNE<br />

17è...“<br />

Ungerahmt<br />

Vor dunklem Hintergrund das Dreiviertelbildnis der<br />

vornehmen Dame nach links in grün glänzendem<br />

Kleid mit weitem Dekolleté, weissem Untergewand<br />

und in ihrer linken Hand einen kleinen bunten Blumenstrauß<br />

haltend. Sie trägt eine enganliegende<br />

Perlenkette, dazu passende Ohrringe, hat schulterlange<br />

offene braune Haare, ein zartes Inkarnat mit<br />

geröteteten Wangen und blickt mit ihren braunen Augen<br />

würdevoll aus dem Gemälde heraus.<br />

SIMON VOUET,<br />

1590 PARIS <strong>–</strong> 1649, ATTRIBUTED<br />

PORTRAIT OF A LADY, PROBABLY MADAME DE<br />

LONGUEVILLE<br />

Oil on canvas.<br />

127,5 x 86,5 cm<br />

On the reverse canvas inscribed as “Duchesse de<br />

Longueville” and “Vouet”, and by a sticker on frame,<br />

plus another sticker “MUSEE DU LOUVRE ECOLE<br />

ITALIENNE 17è...”<br />

€ 35.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Provenienz:<br />

Das Gemälde gehörte zur Sammlung von Frau Charles<br />

Bénard le Pontois. Es wurde in ihrem Haus in Paris<br />

entdeckt und von Walter Bornheim in der Münchner<br />

Galerie „Für Alte Kunst“ für Hermann Göring September<br />

1941 erworben. Das Gemälde ist in der Sammlung<br />

Hermann Göring unter der Inventarnummer RM<br />

1065 registriert. Wenige Monate nach dem Tod von<br />

Frau Bénard le Pontois, geb. Gabrielle Philippson, am<br />

23. Dezember 1941 wurde der Inhalt ihrer Wohnung<br />

beschlagnahmt. Während der Kriegszeit befand sich<br />

das Gemälde in Berchtesgaden; dort ist es unter der<br />

Nummer 87 registriert. Der Transport zum Central<br />

Collecting Point in München erfolgt am 25. Juli 1945;<br />

es ist dort unter der Nummer 5125 registriert. Das<br />

Gemälde wurde am 18. April 1946 mit dem sechsten<br />

Konvoi aus München in den Sitz der Kommission für<br />

künstlerische Wiederherstellung nach Frankreich transportiert;<br />

dann wurde es während der vierten Kommission<br />

zur Auswahl von Werken zur künstlerischen<br />

Wiederherstellung am 21. Dezember 1949 aufbewahrt.<br />

Das Gemälde wurde 1950 vom Amt für Eigentum<br />

und private Interessen dem Louvre-Museum<br />

(Abteilung für Gemälde) zugeschrieben; es wurde<br />

1953 im Musée Granet in Aix-en-Provence deponiert;<br />

die Kaution wurde im Februar 1956 storniert. Das Gemälde<br />

wurde dann im November 1956 im Bordeaux-<br />

Museum deponiert; die Kaution wurde im Juli 1957<br />

storniert. Die Kommission für die Entschädigung von<br />

Enteignungsopfern empfahl am 6. September 2021<br />

die Rückgabe. Das Werk wurde am 7. Februar 2022 an<br />

die Erben von Gabrielle Philippson, die Witwe Bénard<br />

le Pontois, zurückgegeben. (1362389) (18)<br />

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55


298<br />

FELICE FICHERELLI,<br />

GENANNT „IL RIPOSO“,<br />

1605 SAN GIMIGNANO/SIENA <strong>–</strong> 1660 FLORENZ<br />

DIE HEILIGE AGNES<br />

Öl auf Leinwand.<br />

74 x 56 cm.<br />

In altem Rahmen.<br />

Beigegeben eine Expertise von Sandro Bellesi, Florenz,<br />

in Kopie.<br />

Die Heilige jugendlich im Halbbildnis dargestellt, das<br />

Lamm als ihr Attribut in den Armen, die rechte Hand<br />

hält eine Märtyrerpalme. Die Charakteristik der Malweise<br />

entspricht sämtlichen weiteren Werken des<br />

Malers, der als Schüler von Jacopo da Empoli alsbald<br />

Aufträge adeliger Mäzene erhielt. Der Conte Bardi<br />

hatte ihm geraten, nach Florenz zu gehen. Die Farbpalette<br />

seiner Gemälde ist zurückhaltend, die Anmut<br />

der Frauen- und Mädchengesichter wird durch zartes<br />

sfumato unterstützt. Ein Gemälde seiner Hand, die<br />

Heilige Praxedis, von 1655 wird bis heute im Zusammenhang<br />

mit Jan Vermeer (1632-1675) diskutiert. Den<br />

Zunamen Riposo verdankt er seinem trüben Temperament.<br />

A.R.<br />

Literatur:<br />

Sandro Bellesi, Catalogo dei pittori fiorentini del ‘600<br />

e ‘700. Biografie e opere,Bd. 3, Florenz 2009 I, S. 144<br />

f. Abb. 603-617, Florenz 2009 II, S. 280 Abb. 605.<br />

Vgl. Ficherelli, Felice. In: Maria Farquhar (Autorin)<br />

und Ralph Nicholson Wornum (Hrsg.): Biographical<br />

catalogue of the principal Italian painters, London<br />

1855, S. 60.<br />

F. Baldassari, La Pittura del Seicento a Firenze, Indice<br />

degli Artisti e dcelle Loro Operen, Torino 2009, S. 376,<br />

Abb. 178.<br />

(1360303) (11)<br />

FELICE FICHERELLI, ALSO KNOWN AS<br />

“IL RIPOSO”,<br />

1605 SAN GIMIGNANO/SIENA <strong>–</strong> 1660 FLORENCE<br />

SANT’AGNESE<br />

Oil on canvas.<br />

74 x 56 cm.<br />

A detailed expert’s report by Sandro Bellesi, Florence<br />

is enclosed.<br />

The colour palette of his paintings is muted, the gracefulness<br />

of the women’s and girls’ faces is enhanced by<br />

delicate sfumato. To this day his painting titled Saint<br />

Praxedis from 1655 is discussed in connection with<br />

Vermeer. His artist’s name “il Riposo” refers to his<br />

lazy temperament.<br />

Literature:<br />

Sandro Bellesi, Catalogo dei pittori fiorentini del ‘600<br />

e ‘700. Biografie e opere, 3 volumes, Florence 2009<br />

I, pp. 144, ill. 603-617. II, p. 280 ill. 605.<br />

Francesca Baldassari, La Pittura del Seicento a Firenze.<br />

Indice degli Artisti e delle Loro Opere, Turin 2009, p.<br />

376, ill. 178.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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299<br />

TOSKANISCHE SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

BILDNIS JOHANNES DES TÄUFERS<br />

Öl auf Holz.<br />

56 x 38 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Vor dunkelgrünem Hintergrund das Bildnis des Jungen<br />

nach rechts in einem über die linke Schulter verlaufenden<br />

Fellgewand, das die rechte Schulterpartie<br />

freilässt, sowie in seiner Rechten wohl den langen<br />

Kreuzesstab haltend. Er hat ein zartes feines, leicht<br />

rosafarbenes Inkarnat, rötliche Lippen, ausdrucksstarke<br />

dunkle Augen, mit denen er aufmerksam aus<br />

dem Bild herausschaut. Feine qualitätvolle, realistisch<br />

wirkende Darstellung des jungen Johannes mit gekonnter<br />

Hell-Dunkel-Inszenierung.<br />

(1360276) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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57


300<br />

MATTIA PRETI,<br />

1613 TAVERNA/ CATANZARO <strong>–</strong> 1699 VALLETTA/<br />

MALTA, WERKSTATT DES<br />

DAS FESTMAHL DES HERODES<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

111 x 134 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Dargestellt ist die Textstelle aus Matthäus 14,1-12: Im<br />

Innenraum eines Palastes sitzt Herodes in Rückenansicht<br />

an einem gedeckten Tisch auf einem wertvollen<br />

Stuhl, dessen Rückenlehne fast die gesamte rechte<br />

untere Bildhälfte einnimmt. Er trägt einen dunkelblauen<br />

Umhang, unter dem ein roter Hemdsärmel hervorschaut<br />

und auf seinem Haupt einen Turban mit<br />

goldener Krone. Und feiert seinen Geburtstag. Ihm<br />

gegenüber sitzt die Tochter seiner Frau Herodias, die<br />

ein nicht sichtbares Geschenk, nämlich das Haupt<br />

des Johannes des Täufers, auf einer Schale heranbringen<br />

lässt. Voller Überraschung hat der König seine<br />

Arme auseinandergestreckt und blickt mit entsetztem<br />

Blick auf das Geschenk. Salome in einem goldfarbenem,<br />

mit Spitze verziertem Gewand und wohlfrisiertem<br />

Haar blickt ebenfalls nach links aus dem Bild<br />

heraus, genauso wie die hinter ihr stehende Dienerin,<br />

die eine glänzende Silberschale mit Speisen trägt.<br />

Rechts hinter dem König stehend, eine weitere Bedienstete<br />

mit einer Pastete und ein junger Mann mit<br />

dunklen Augen mit vor Schreck, leicht verzerrtem Gesicht.<br />

Durch den starken Lichteinfall von links werden<br />

die Gesichter der dargestellten Figuren, insbesondere<br />

auch des Königs und die rechte Gesichtshälfte von<br />

Salome besonders hervorgehoben. Malerei eines in<br />

der Kunstgeschichte der Zeit beliebten Themas mit<br />

starker Licht- und Schattenführung an Caravaggio<br />

(1871-1610) erinnernd.<br />

Anmerkung:<br />

Ein gleichnamiges Gemälde des Künstlers, das zwischen<br />

1656 und 1661 geschaffen wurde, befindet<br />

sich im Toledo Museum of Art und zeigt die beiden<br />

Hauptdarsteller an einem gedeckten Tisch sowie<br />

linksseitig eine junge Dienerin, die auf einem Tablett<br />

das Haupt des Johannes des Täufers auf der linken<br />

Tischseite präsentiert. Zudem ist Salome erneut<br />

wiedergegeben in einem goldfarbenen Gewand mit<br />

Brosche und spitzenbedecktem Dekolleté und sorgsam<br />

frisierten Haaren, der König Herodes erneut mit<br />

Turban und goldener Krone.<br />

(1361022) (18)<br />

€ 7.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

301<br />

VENEZIANISCHER MEISTER<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

BEWEINUNG CHRISTI<br />

Öl auf Holz.<br />

104 x 72 cm.<br />

Verso zwei vertikale Festigungsleisten.<br />

Die Szenerie ist in nächtliches Dunkel gesetzt, wobei<br />

die Beleuchtung von links oben die Hauptfigur, den<br />

vom, Kreuz abgenommenen Corpus Christi ins Licht<br />

setzt. Im manieristischen Helldunkel des Caravaggismus<br />

kommen die Gestalten zu besonderer Wirkung,<br />

unterstützt durch wenige markante Farbeffekte, wie<br />

etwa dem Rot im Kleid des Engels, der den Leichnam<br />

hält. Die Kerzenflammen vor schwarzem Hintergrund<br />

unterstützen die Gesamtwirkung.<br />

(1360213) (11)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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301 A<br />

NEAPOLITANISCHE SCHULE<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

SALOME MIT DEM HAUPT JOHANNES<br />

DES TÄUFERS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

126 x 101 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Vor dunklem Hintergrund, der nach rechts aufhellt,<br />

die schöne verführerische Salome in weitem faltenreichem<br />

Gewand, das ihre rechte Brustseite unbedeckt<br />

lässt. Auf ihrem wohlfrisiertem Haar trägt sie einen<br />

Federschmuck sowie oberhalb ihrer Stirnmitte eine<br />

wertvolle goldene Brosche mit Perlen. Sie hat ein helles,<br />

fast weißes Inkarnat, rötliche Lippen und Wangen<br />

und mit ihren dunklen Augen blickt sie selbstbewusst<br />

aus dem Bild heraus. In ihren Händen, zu ihrer rechten<br />

Seite, hält sie eine goldglänzende Schale, auf der das<br />

Haupt des Johannes des Täufers liegt, das sie ihrer in<br />

Rot gekleideten Mutter präsentiert. Diese, neben ihr<br />

stehend, blickt mit erhobener rechter Hand voller Interesse<br />

auf das Haupt herab. Das von links oben herabfallende<br />

Licht beleuchtet insbesondere das Inkarnat<br />

und Gesicht der Salome sowie die Stirn des Johannes<br />

und die rechte Gesichtshälfte der Mutter. Qualitätvolle<br />

Malerei mit starker Hell-Dunkel-Inszenierung.<br />

Anmerkung:<br />

Der Auslöser der hier geschilderten Szene wird in den<br />

Evangelien des Matthäus (14,1-9) und des Markus<br />

(6,17-25) erzählt. Herodes ließ Johannes den Täufer<br />

gefangen nehmen, weil er von ihm des Ehebruchs<br />

beschuldigt worden war. Als der König anlässlich<br />

seines Geburtstages ein Fest gibt, tanzte Salome<br />

vor ihm, der er versprochen hatte, einen Wunsch zu<br />

erfüllen. Salome verlangte schließlich den Kopf<br />

Johannes des Täufers.<br />

(1360177) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

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59


302<br />

GIOVANNI ANTONIO PELLEGRINI,<br />

1675 VENEDIG <strong>–</strong> 1741 EBENDA<br />

JUNGE FRAU MIT OBSTTELLER UND BLUMEN,<br />

HEILIGE DOROTHEA<br />

Öl auf Leinwand.<br />

65 x 50,5 cm.<br />

Gerahmt.<br />

Die im Halbbildnis vor dunklem Hintergrund gemalte<br />

junge Frau trägt vor ihrem tief ausgeschnittenen<br />

blauen Kleid eine Schale mit roten Äpfeln und zwei<br />

rosafarbenen Rosenblüten. Zwischen Daumen und<br />

Tellerrand hat der Maler fast unmerklich einen schlanken<br />

Palmzweig eingefügt. Dies und der nach oben<br />

gerichtete Blick verraten aber, dass es sich hier um<br />

die Darstellung der Heilige Dorothea handelt, wenngleich<br />

nicht auszuschließen ist, dass hier auch ein<br />

Porträt einer höfischen Dame dieses Namens vorliegt,<br />

was häufig der Fall ist.<br />

Die Heilige „von Caesarea“ in Kappadokien wird im<br />

Martyrologium als um 290 geborene Tochter eines<br />

Dorus und einer Thea geschildert. Die Weigerung<br />

einen Statthalter zu ehelichen und von ihrem Christenglauben<br />

Abstand zu nehmen, führten zu ihrem Martyrium.<br />

Der Legende nach hat siegeäußert, sie werde<br />

im Paradies Äpfel und Rosen genießen, ließ im Winter<br />

frische Äpfel und Rosen dem Schreiber Theophilus<br />

überbringen, der sich bekehrte und dann selbst getötet<br />

wurde. Das Bildmotiv haben viele bedeutende Maler<br />

aufgegriffen, etwa Tizian oder Francisco de Zurbaran.<br />

Die hohe Qualität des Gemäldes, die mit den bekannten<br />

Werken Pellegrinis keinen Vergleich scheut, hat auch<br />

den Experten Dario Succi veranlasst, in einer Katalogbearbeitung<br />

das Werk dem Künstler zuzuweisen.<br />

Provenienz:<br />

Vercelli, Casa d´Aste Meeting Art S. 7 Nov. 2015 Lot<br />

444.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Wannenes, Ausstellungskatalog, Genua Juni<br />

2021. A.R. (1360304) (11)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

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303<br />

FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

JOSEF UND DIE FRAU DES POTIFARS<br />

FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY<br />

JOSEPH AND POTIPHAR’S WIFE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

98 x 83 cm.<br />

In breitem profilierten und vergoldeten Rahmen.<br />

Die Darstellung beruht auf der biblischen Josefsgeschichte<br />

Gen 37, 36 und 39. Potifar, ein Beamter am<br />

ägyptischen Hof, kaufte Josef, den Sohn Jacobs, von<br />

den Ismaeliten und setzte ihn als Hausverwalter ein.<br />

Als Potifars Frau Josef der versuchten Vergewaltigung<br />

bezichtigte, beschließt Potifar Josef ins Gefängnis<br />

zu werfen. Im Vergleich zur biblischen Erzählung wird<br />

die Josefsgeschichte im Koran so beschrieben, dass<br />

Potifar die falschen Anschuldigungen seiner Frau erkennt<br />

und Josef von seiner Schuld freispricht, denn<br />

Potifars Frau hatte versucht Josef zum Ehebruch zu<br />

bewegen, was dieser jedoch ausschlug. Innenraumdarstellung<br />

mit einer Bettstatt und davorstehendem<br />

Fußgestell, auf dem der eine Fuß der Frau des Potifars<br />

ruht, die von einem roten Velum überfangen wird.<br />

Zwischen ihr und dem davoneilenden Josef ein Hund,<br />

als Zeichen der Treue, einerseits der Frau des Potifars<br />

gegenüber ihrem Gemahl, andererseits auf Anspielung<br />

der Treue des Josef auf seine Dienstherren. Ähnliche<br />

Kompositionen sind u.a. von Peter Paul Rubens<br />

(1577-1640) überliefert.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Manfred Tiemann, Josef und die Frau Potifars<br />

im populärkulturellen Kontext, Transkulturelle Verflechtungen<br />

in Theologie, Bildender Kunst, Literatur, Musik<br />

und Film, Wiesbaden 2020.<br />

(1361821) (13)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

98 x 83 cm.<br />

€ 12.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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61


304<br />

GIUSEPPE MARULLO,<br />

UM 1615 <strong>–</strong> UM 1685, ZUG.<br />

DER AUF DEM KREUZ SCHLAFENDE<br />

JESUSKNABE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

63 x 76 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Auf einer Ebene, umgeben von bergiger Landschaft<br />

unter blauem Himmel mit weißen Wolken, der auf<br />

einem Holzkreuz langgestreckt liegende, nackte Jesusknabe<br />

mit feinem, fast weißem Inkarnat, geschlossenen<br />

Augen, rötlichen Pausbacken und schulterlangen,<br />

rehbraunen Haaren. Sein rechter Arm liegt dabei auf<br />

einer Seite des Kreuzbalkens. Zudem sind im Vordergrund<br />

drei Eisennägel und Dornenzweige zu erkennen,<br />

die bereits auf das kommende Martyrium verweisen.<br />

Qualitätvolle Malerei mit starkem Hell-Dunkel-Kontrast.<br />

Anmerkung:<br />

Wir danken Prof. Riccardo Lattuada, der das Gemälde<br />

anhand einer Fotografie dem Künstler Giuseppe<br />

Marullo zugewiesen hat.<br />

Anmerkung 2:<br />

Eine vergleichbare Version des Jesusknaben-Motivs<br />

des genannten Künstlers ist in der Zeri-Fotothek unter<br />

der Nr. 51251 archiviert. (1360305) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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305<br />

ALESSANDRO MAGNASCO,<br />

1667 GENUA <strong>–</strong> 1749 EBENDA, UMKREIS<br />

DIE ARMENSPEISUNG<br />

Öl auf Leinwand.<br />

109 x 149 cm.<br />

In Goldrahmen.<br />

Das betont großformatige Gemälde war bereits in<br />

seiner Entstehungszeit als herbe Kritik an den sozialen<br />

Verhältnissen gedacht. Vor den Mauern und Toren einer<br />

bereits heruntergekommenen Gebäudeanlage, bei<br />

der es sich wohl um ein Kloster handeln dürfte, hat<br />

sich eine große Menge von meist zerlumpten Armen<br />

versammelt. Darunter Gebrechliche und Krüppel, ein<br />

Alter, der sich auf einem Brett mit Rädern fortbewegen<br />

muss, aber auch Weiber mit Körben, die wohl auch im<br />

Auftrag des Klosters Eier verteilen, die im Gedränge<br />

auch zu Boden fallen.<br />

Vor den beiden Toren stehen Geistliche in schwarzem<br />

Habit mit weißen Krägen, die den Armenspeisungstag<br />

initiiert haben und nun Brote verteilen. Im Gedränge<br />

sind Streitereien, um die Gaben zu sehen, darunter auch<br />

ein Bäcker in rotem Wams an einer großen Schmalz teig-<br />

Pfanne, während sich andere bereits um die Schmalznudeln<br />

streiten.<br />

Die Drastik und karikaturhafte Überbetonung in den<br />

Darstellungen ist ein typisches Merkmal im Werk<br />

Magnascos. Auch die bräunliche Farbigkeit, die die<br />

gesamte Szenerie dunkel erscheinen lässt, findet sich<br />

bei Magnasco regelmäßig. Weniger häufig jedoch das<br />

Aufleuchten einzelner Buntfarben in den Kostümen<br />

oder der aufgehellte Hintergrund. Jedenfalls bietet<br />

das Gemälde genügend Stoff zur letztlichen Aufarbeitung<br />

und Meisterfindung. Der Malstil Magnascos ist<br />

hier offenkundig, wie diese Malweise auch auf Francesco<br />

Guardi eingewirkt hat.<br />

Literatur:<br />

Charlotte Mende, Alessandro Magnasco (1667-1749):<br />

Eine visuelle Religionsgeschichte, Bd. 7, Berlin 2022.<br />

Fausta Franchini Guelfi, Magnasco, Alessandro, In:<br />

Mario Caravale (Hrsg.), Dizionario Biografico degli<br />

Italiani (DBI), Bd. 67, Rom 2006.<br />

A.R.<br />

(1362038) (11)<br />

ALESSANDRO MAGNASCO,<br />

1667 GENOA <strong>–</strong> 1749 IBID., CIRCLE OF<br />

THE FEEDING OF THE POOR<br />

Oil on canvas.<br />

109 x 149 cm.<br />

€ 15.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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63


306<br />

RÖMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

BLUMENSTILLLEBEN IN STEINERNER VASE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

90 x 74 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

In einem dunklen Innenraum auf einer steinernen<br />

Platte stehend, eine reliefierte bauchige Steinvase mit<br />

Fuß, in der ein prachtvolles farbenfrohes Blumenbouquet<br />

arrangiert wurde. Dieses besteht unter anderem<br />

aus: Rosen, Nelken, Chrysanthemen, Tulpen, Mohn,<br />

Ackerwinde und zwei dunkelblauen Schwertlilien, von<br />

denen eine nach oben rechts hinausragt. Darstellung<br />

in vielen, meist frischen, differenzierten Farbtönen,<br />

bei der das Licht von der rechten oberen Seite auf<br />

den Strauß herabfällt und diverse Blumen besonders<br />

hervorhebt.<br />

(13621335) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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307<br />

RÖMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN<br />

ROMAN SCHOOL, 17TH CENTURY<br />

STILL LIFE WITH FRUIT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

39,5 x 48 cm.<br />

In Prunkrahmen.<br />

Vor dunkelbraunem Hintergrund eine hölzerne Tischplatte,<br />

die rechtsseitig mit einem violetten Tuch bedeckt<br />

ist, auf der ein flacher Silberteller steht. Auf diesem<br />

kleine Zweige mit leuchtenden gelb-roten Äpfeln,<br />

linksseitig davon Rispen mit hellen und blauen Weintrauben<br />

sowie rechtsseitig, außerhalb des Tellers eine<br />

angeschnittene Zitrone sowie geöffnete Granatäpfel<br />

und zwei orangefarbene Früchte, sorgsam zwischen<br />

grünen, unterschiedlich großen Blättern arrangiert.<br />

Malerei mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten.<br />

(1360363) (18)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

39.5 x 48 cm.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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65


308<br />

FRANCESCO DEL CAIRO,<br />

1607 MAILAND <strong>–</strong> 1665, WERKSTATT DES<br />

DIE ENTRÜCKUNG DER HEILIGEN MAGDALENA<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

80 x 112 cm.<br />

In breitem vergoldetem Profilrahmen.<br />

Maria Magdalena in Mezzo Busto vor einer schwarzen<br />

Hintergrundfolie erscheinend unterstützt von vier<br />

Engeln, deren goldblonde Locken mit den über den<br />

Brüsten gleitenden Haaren der Magdalena korrespondieren.<br />

Das Gemälde wird in del Cairos Umkreis<br />

wenn nicht in seiner Werkstatt entstanden sein.<br />

Anmerkung:<br />

Die gleiche, um 1650 entstandene, Komposition von<br />

Francesco del Cairo wird derzeit im Diözesanmuseum<br />

Freising in der Ausstellung: Verdammte Lust! Kirche,<br />

Körper, Kunst. gezeigt.<br />

(1361003) (3) (13)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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309<br />

AGOSTINO CARRACCI,<br />

1557 <strong>–</strong> 1602, UMKREIS DES<br />

AMOR VINCIT OMNIA<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

204 x 142 cm.<br />

In schmaler schwarzer Galerieleiste.<br />

In einer angedeuteten hügeligen baumbestandenen<br />

Landschaft ein sitzender Pan mit halb aufgestütztem,<br />

halb kniendem Körper, seine linke Hand auf seiner<br />

Panflöte ruhend. Unter seinen beiden an der Stirn ansetzenden<br />

Hörnern die Hand des Cupidos, dessen<br />

Bogen und Fackel zu Boden gefallen ist, während sein<br />

Köcher den linken Bildrand fast berührt und seine<br />

Flügel aufgestellt sind, sodass er gut als Amor erkennbar<br />

ist.<br />

Anmerkung:<br />

Vgl. Interessante Wiederholung des Freskos von<br />

Agostino Carracci im Palazzo Segni Masetti in<br />

Bologna. (1360192) (3) (13)<br />

AGOSTINO CARRACCI,<br />

1557 <strong>–</strong> 1602, CIRCLE OF<br />

AMOR VINCIT OMNIA<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

204 x 142 cm.<br />

Notes:<br />

cf. Interesting repetition of Agostino Carracci’s<br />

fresco at the Palazzo Segni Masetti in Bologna.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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310<br />

PAOLO FIAMMINGO FRANCESCHI DEI,<br />

UM 1540 <strong>–</strong> 1596, ZUG.<br />

ALLEGORIE DES EHEBRUCHS<br />

PAOLO FIAMMINGO FRANCESCHI DEI,<br />

CA. 1540 <strong>–</strong> 1596, ATTRIBUTED<br />

ALLEGORY OF ADULTERY<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

96 x 149 cm.<br />

In vergoldetem ornamental verziertem Rahmen.<br />

Darstellung einer einfachen Bettstatt mit davorliegendem<br />

zu einem Stillleben arrangierten Mahl. Auf<br />

dem Bett eine Leichtbekleidete, die soeben von einer<br />

Frau vertrieben wird, der von ihrem Mann Hörner aufgesetzt<br />

worden waren, der an einem Tisch gelehnt<br />

schläft. Nach seiner Ausbildung und ersten Jahren<br />

künstlerischer Tätigkeit in seiner Heimatstadt Ant werpen<br />

ging Pauwels Franck 1573 nach Venedig, wo er<br />

den Rest seines Lebens bleiben sollte. Er italianisierte<br />

seinen Namen zu Paolo Fiammingo und wurde ein<br />

wichtiges Mitglied des manieristischen Kreises flämischer,<br />

venezianischer und florentiner Künstler. Fiammingo<br />

spezialisierte sich auf allegorische, zumeist<br />

großformatig angelegte Zyklen, wie u. a. die Fünf<br />

Sinne, die Vier Lebensalter des Menschen, die Vier<br />

Elemente, die Kontinente und Planeten. Gelegentlich<br />

arbeitete er mit anderen, wichtigen venezianischen<br />

Malern zusammen, wie Jacopo Tintoretto, insbesondere<br />

bei Landschaften.<br />

(1361801) (4) (13)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

96 x 149 cm.<br />

€ 40.000 - € 60.000<br />

Sistrix<br />

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311<br />

JAN MANDYN,<br />

UM 1500 <strong>–</strong> UM 1560, KREIS DES<br />

DIE VERSUCHUNG DES HEILIGEN ANTONIUS<br />

JAN MANDYN,<br />

CA. 1500 <strong>–</strong> CA. 1560, CIRCLE OF<br />

THE TEMPTATION OF SAINT ANTHONY<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

38,5 x 63 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Das Bildthema war besonders beliebt im Nachfolgerkreis<br />

des Hieronymus Bosch. Dabei konnte die Künstlerfantasie<br />

in zahlreichen Variationen abstruser Gestalten,<br />

zuweilen in furchterregender Tiererscheinung, malerisch<br />

ausgelebt werden.<br />

Auf dem vorliegenden Gemälde steht der Heilige in<br />

schwarzem Ordensgewand und weißem langen Bart<br />

mit gefalteten Händen im Gebet vor einem großen<br />

Stein auf dem ein Schädel liegt und ein kleines Kruzifix<br />

steht. Um ihn herum visionäre Mischwesen, teils aus<br />

Mensch und Tier, dazu gehört im Vordergrund besonders<br />

auffallend ein Wesen mit Greifenklauen, Flügeln,<br />

und einem menschlichen Kopf. Links von ihm wohl<br />

eine Frau in langem weißen Gewand mit ausgebreiteten<br />

Armen, hinter ihm eine weitere Figur, mehrere<br />

Schlangen in den ausgestreckten Armen in die Höhe<br />

haltend. Nach links eine sitzende Figur in menschlicher<br />

Kleidung mit tierischem Gesicht und weitere fantastische<br />

geflügelte Wesen, teils mit Schädelköpfen.<br />

Der Heilige befindet sich im Zugang zu einer großen<br />

mit Bäumen und Sträuchern bewachsenen Höhle, mit<br />

Öffnungen nach draußen in die Natur, während<br />

rechtsseitig ein großer Steinfelsen zu erkennen ist, aus<br />

dem ein kleiner Wasserfall entspringt, der über ein hölzernes<br />

Gestell geleitet wird und zum Boden herabfällt.<br />

Als Repoussoir rechts zwei stehende alte hölzerne Türen,<br />

während linksseitig am Rand wiederrum ein hoher<br />

Felsen zu erkennen ist. Auf der linken Seite im<br />

Vordergrund mehrere laufende Gestalten und ein<br />

Mann der eine rote Fahne schwingt, eine pferdeähnliche<br />

Figur mit Schädel, darauf zwei vogelartige Figuren<br />

reitend und das angedeutete Pferd von einer weiteren<br />

kleinwüchsigen Figur mit Laterne an einem Seil gezogen.<br />

Im linken Hintergrund eine Flusslandschaft unter<br />

abendlichem Himmel mit einem brennendem auf einer<br />

Insel stehenden Gebäude. Fantastische vielfigurige<br />

Malerei mit zahlreichen Details.<br />

(13621331) (18)<br />

Oil on panel. Parquetted.<br />

38.5 x 63 cm.<br />

€ 18.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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71


312<br />

MEISTER DER ALTNIEDERLÄNDISCHEN SCHULE<br />

DES 16./ 17. JAHRHUNDERTS<br />

DIE VERSUCHUNG DES HEILIGEN ANTONIUS<br />

OLD DUTCH MASTER,<br />

16TH/ 17TH CENTURY,<br />

THE TEMPTATION OF SAINT ANTHONY<br />

Öl auf Holz.<br />

27,5 x 23 ,5 cm.<br />

Gerahmt.<br />

Das Bildthema hat vor allem in den Niederlanden<br />

zu höchst phantasievollen Darstellungen geführt. Bestens<br />

bekannt sind die skurrilen Bilder von Hieronymus<br />

Bosch.<br />

Oil on panel.<br />

27.5 x 23.5 cm.<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Der Fantasie hat sich auch der Maler des vorliegenden<br />

Bildes keine Grenzen gesetzt. Der langbärtige alte<br />

Einsiedler Antonius sucht hier in einer Baumlaube<br />

Schutz vor den erotischen wie furchterregenden Erscheinungen,<br />

die ihn vom Glauben abbringen wollen,<br />

jedoch, wie die Legende weiß, vergeblich. Grauenhafte<br />

Wesen, Mischbildungen aus menschengestaltigen<br />

Wesen und Fauna beherrschen hier die Szenerie. Zu<br />

den furchterregenden Visionen zählt auch die brennende<br />

Kirche im Bildhintergrund. Genauere Betrachtung<br />

lässt hier Brandstiftung vermuten, da links aus dem<br />

Klostertor zwielichtige Gestalten mit geschulterten<br />

Beutesäcken auf einer Brücke davonziehen. Für den<br />

Einsiedler eine Angstvision.<br />

Auch Bosch zeigt in seinem Antonius-Triptychon im<br />

Museu Nacional Lissabon einen Stadtbrand links hinten.<br />

Das rund-genährte Schwein vor der Laube ist ein<br />

bekanntes Attribut des Heiligen, das weitere ein<br />

Glöckchen steht auf dem Tisch in der Laube, neben<br />

dem Kreuz. Ob dem Alten die anmutig gewachsene<br />

nackt-weibliche Verführung noch gefährlich sein kann,<br />

die sich ihm links im Bild zuwendet, bleibt dahingestellt.<br />

A.R.<br />

(1362362) (2) (11)<br />

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73


313<br />

FRANCESCO SALVATOR FONTEBASSO,<br />

1707 VENEDIG <strong>–</strong> 1769 EBENDA<br />

SAN FRANCESCO DI PAOLA<br />

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.<br />

57,5 x 43,5 cm.<br />

Der Eremit wird an einem Höhleneingang dargestellt<br />

mit einem Kruzifix und einem offenen Buch von Engeln<br />

in einem sich öffnenden Gewölk überfangen.<br />

Literatur:<br />

Giancarlo Sestieri, Giorgio Baratti Collezione,<br />

Venedig, 2011, S. 64 - 65.<br />

Vgl. Fondazione Zeri, Nr. 67137.<br />

(1362433) (13)<br />

FRANCESCO SALVATOR FONTEBASSO,<br />

1707 VENICE <strong>–</strong> 1769 IBID.<br />

SAINT FRANCIS OF PAOLA<br />

Oil on canvas. <strong>Old</strong> relining.<br />

57.5 x 43.5 cm.<br />

Literature:<br />

The painting on offer for sale in this lot is discussed in:<br />

Giancarlo Sestieri, Giorgio Baratti Collezione, Venice<br />

2011, pp. 64-65.<br />

cf. Fondazione Zeri, no. 67137.<br />

€ 18.000 - € 32.000<br />

Sistrix<br />

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314<br />

FRANS FLORIS D. Ä.,<br />

UM 1516 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1570 EBENDA, ZUG.<br />

ALLEGORIE DES GESICHTES<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

98 x 86 cm.<br />

In dekorativem, teilvergoldetem Rahmen.<br />

Halbfigur einer weiblichen Allegorie aus dem Zyklus<br />

der fünf Sinne. Hier ist der Sinn des Sehens gemeint,<br />

weswegen die im Halbakt wiedergegebene, jugendliche<br />

Gestalt mit einem Spiegel dargestellt wird, der<br />

seitlich schräg an einem Band am Sockel einer Säule<br />

angebracht ist und in dem das Gesicht von der Seite<br />

widergespiegelt wird. Entsprechend dem Vergnügen<br />

des Sehens zeigt die jugendlich wiedergegebene<br />

Dame ihre Reize, aber auch ihren eleganten Hals- und<br />

Kopfschmuck. Ferner hat der Maler in sinnlicher Absicht<br />

das Goldglänzen ihres Umhanges zur Wirkung<br />

gebracht. Davor ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln,<br />

Sinnbild der extremen Sehkraft dieser Vögel. Rechts<br />

in der oberen Ecke Fensterausschnitt mit Blick in die<br />

Wolken. Der Kopf hinterlegt von einem roten Velum,<br />

dessen Farbe mit der Schleife in der Perlenkette korrespondiert.<br />

Qualitätvolle Malerei.<br />

(1360173) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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75


315<br />

JAN VAN SCOREL,<br />

1495 SCHOORL <strong>–</strong> 1562 UTRECHT, ZUG.<br />

ADAM UND EVA<br />

Federzeichnung auf Papier.<br />

38 x 26 cm.<br />

In der rechten unteren Ecke runder Sammlerstempel.<br />

Hinter Glas, in breitem geschnitztem Goldrahmen.<br />

Die Federzeichnung in Braun auf gebräuntem Papier<br />

geht auf ein berühmtes Vorbild zurück, nämlich einem<br />

Wandbild von Raphael im Vatikanpalast - in den „Stanza<br />

della Segnatura“, um 1508/11, an einer der Decke der<br />

Wohnungen. Die Zeichnung ist ein Ergebnis der Aufenthalte<br />

Van Scorels in Rom 1522/23, also nur kurz nach<br />

Fertigstellung der Raffaelfresken. Diese Zeichnung<br />

wiederholt die Figuren sowie den von der Schlange<br />

umwundenen Baum. Die Schlange ist auch hier mit<br />

weiblichem Oberkörper dargestellt. Auf den Hintergrund<br />

des Raffael-Vorbildes wurde verzichtet. Die<br />

Figuren sind entgegen der schlanken Gestalten<br />

Raffaels muskulöser und fülliger gezeigt, was als<br />

Charakteristikum der nördlichen Malerei zu sehen ist.<br />

Van Scorels Lehrmeister war Jacob Cornelisz. van<br />

Oostanen, bei dem er um 1512 arbeitete. Auch Albrecht<br />

Dürers Einfluss hat Spuren auf das Werk des<br />

Malers hinterlassen. A.R.<br />

Anmerkung:<br />

Das Blatt wurde ausgestellt und im Katalog veröffentlicht:<br />

Percorsi del collezionismo, Le tappe di una<br />

raccolta: da Mantegna a Natalija Goncarova. Kat. S. 25<br />

ff. Ganzseitig farbig abgebildet S. 27. Und Angabe<br />

folgender:<br />

Literatur:<br />

B. Meijer, An Unknown Landscape Drawing by Polidoro<br />

da Caravaggio and a Note on Jan van Scorels<br />

Stay in Italy, In: Paragone XXV, 1974, 291, S. 62 ff.<br />

M. Faries, La bottega di Jan van Scorel ad Haarlem,<br />

In: La bottega del´artisti tra Medioevo e Rinascimento,<br />

a cura di R. Cassanelli, Mailand 1998, S. 299.<br />

Vgl. Hanny Alders, Jan van Scorel, Verlag Johannes<br />

Heyn, Klagenfurt 1999.<br />

Vgl. Heinz G, Scorel Jan van. In: Kindlers Malerei<br />

Lexikon, Deutscher Taschenbuchverlag, München<br />

1976, S. 139-144. (1361765) (11)<br />

€ 6.500 - € 8.500<br />

Sistrix<br />

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315 A<br />

LUIGI PELLEGRINO SCARAMUCCIA,<br />

1616 <strong>–</strong> 1680, ZUG.<br />

ALLEGORIE AUF DIE KÜNSTE<br />

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.<br />

57,5 x 90,5 cm.<br />

In vergoldetem ornamental verziertem Rahmen.<br />

Beigegeben eine Expertise von Prof. Giancarlo Sestieri,<br />

Rom, September 2022, in Kopie.<br />

In einer hügeligen Landschaft die Ruinen eines Tempels.<br />

In vertikaler Zweiteilung ein Bacchanal auf der<br />

rechten Seite und allegorische Gestalten auf der linken<br />

Seite die Malerei, die Architektur und die Skulptur verherrlichend.<br />

(1362272) (13)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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316<br />

GÉRARD DE LAIRESSE,<br />

1641 LÜTTICH <strong>–</strong> 1711 AMSTERDAM, ZUG.<br />

BACCHANAL<br />

Öl auf Leinwand.<br />

69 x 86 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Beigegeben eine Expertise von Benno Geiger, Venedig,<br />

1997, in Kopie.<br />

In weiter, teils bergiger Landschaft vor den Resten<br />

einer antiken Anlage mit kannelierten Rundsäulen<br />

fröhlich feiernd und tanzend der Gott Bacchus, mit<br />

einem dunkelroten Gewand bekleidet, einen Weinlaubkranz<br />

im Haar und mit seiner linken Hand, die<br />

ebenfalls tanzende Ariadne in einem faltenreichen<br />

hellroten Gewand haltend. Diese drückt mit ihrer linken<br />

Hand gerade ein paar Weintrauben aus, deren<br />

Saft von zwei Kindern mit einer Schale aufgefangen<br />

wird. Die rechte Hand des Bacchus wird von einer<br />

weiteren, nackten Figur gehalten, was auf einen<br />

Reigen hindeutet. Begleitet wird der Gott von einer<br />

Gruppe von Mänaden und bocksbeinigen Silenen, die<br />

auch fröhlich feiern. Unter ihnen linksseitig ein Silen,<br />

der eine halb liegende Mänade zu bedrängen scheint<br />

und eine weitere Mänade, die aus einer breiten Steinschale<br />

trinkt. In der oberen Bildmitte schwebend<br />

mehrere geflügelte Putti, teils Bänder und Laken mit<br />

Weinreben haltend. Vielfigurige Darstellung in der<br />

Manier des Künstlers. Vereinzelt rest., wenige kleinere<br />

Retuschen.<br />

(1360281) (18)<br />

GÉRARD DE LAIRESSE,<br />

1641 LIÈGE <strong>–</strong> 1711 AMSTERDAM, ATTRIBUTED<br />

BACCHANAL<br />

Oil on canvas.<br />

69 x 86 cm.<br />

Accompanied by an expert’s report by Benno Geiger,<br />

Venice 1997, in copy.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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77


317<br />

CHARLES-PHILIPPE SPIERINGH,<br />

1600 BRÜSSEL <strong>–</strong> 1639 ROM<br />

VENUS RUHEND VON PUTTEN UMRINGT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

139 x 116 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Ugo Ruggeri,<br />

Venedig, ohne Datum, in Kopie.<br />

Inmitten einer hügeligen Landschaft steht eine Baumgruppe<br />

unter der Venus liegt mit einer Hand ihre<br />

Scham verdeckend. Umringt wird sie von Amoretten,<br />

die es teils mit Liebespfeilen auf sie abgesehen<br />

haben. Besch.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Poussin Studies X, Karel Phlips Spierinks, the<br />

first imitator of Poussin's Bacchanals, In: The Burlington<br />

Magazine, 1960, Nr. 688, S. 308 - 311.<br />

(1361631) (13)<br />

CHARLES-PHILIPPE SPIERINGH,<br />

1600 BRUSSELS <strong>–</strong> 1639 ROME<br />

VENUS RESTING AND SURROUNDED BY PUTTI<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

139 x 116 cm.<br />

Accompanied by an expert’s report by Professor Ugo<br />

Ruggeri, Venice, n.d., in copy.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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318<br />

FRANKO-FLÄMISCHER MEISTER<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DER WETTSTREIT ZWISCHEN APOLLON<br />

UND MARSYAS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

90 x 121 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Die Darstellung nimmt Bezug auf eine Erzählung in den<br />

Metamorphosen des Ovid. Im Zentrum der Darstellung<br />

der jugendliche wohlgestaltete nackte Apollon,<br />

dessen Schambereich lediglich von einem alt rosafarbenen<br />

faltenreichen Tuch umhüllt ist. Er hat dunkelblondes<br />

Haar und hält in seiner linken ausgestreckten<br />

Hand eine goldene Lyra und lauscht voller Interesse<br />

dem Urteil in diesem musikalischen Wettstreit. Der<br />

Hirtengott Pan, ein Mischwesen aus Menschenoberkörper<br />

und dem Unterkörper eines Ziegenbocks, hatte<br />

ihn zu einem musikalischen Wettstreit herausgefordert<br />

bei dem Pan auf einer Flöte spielte. Nach seinem<br />

Spiel jedoch entzückte der lorbeerbekrönte Apollon<br />

mit seinem Spiel alle Umherstehenden, so auch die<br />

hinter ihm stehenden Nymphen. Rechtsseitig halb in<br />

Rückenansicht mit ausgestrecktem Arm der Berggott<br />

Tmolos, der Apollon zum Sieger erklärt. Im Hintergrund<br />

Blick auf eine weite südliche Landschaft im<br />

Licht der untergehenden Sonne. Die Komposition wohl<br />

auf französische Vorbilder zurückgehend. Malerei mit<br />

gekonnter Licht- und Schatteninszenierung, wobei<br />

der jugendlich schöne Apollon durch die Beleuchtung,<br />

wie auch die Nymphen und der Pan mit Eselsohren<br />

besonders in den Vordergrund gehoben werden.<br />

(1361581) (18)<br />

€ 5.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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79


319<br />

JACOB JORDAENS,<br />

1593 <strong>–</strong> 1678, UMKREIS DES<br />

JUNGER NEPTUN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

95 x 86,5 cm.<br />

In dekorativem goldfarbenem Rahmen.<br />

In Nahsicht vor spätnachmittäglichem Himmel mit teils<br />

rötlichem Farbstreifen ein junger nackter geflügelter<br />

Putto, als Neptun wiedergegeben. Er trägt über den<br />

Schultern einen nach rechts oben flatternden roten<br />

Umhang, der im Bereich der Hüfte durch eine Perle<br />

zu sammengehalten wird. Er hat dunkelblondes Haar,<br />

trägt darin ein kleines Gebinde aus Algen, Perlen, Koralle<br />

und Muscheln und hält in seiner rechten ausgestreckten<br />

Hand einen Dreizack sowie in seiner linken<br />

Hand ein muschelartiges Horn, das er mit seinen<br />

dicken, leicht rötlichen Backen angestrengt bläst. Seinen<br />

Kopf hat er dabei zur rechten Seite geneigt und<br />

seine leuchtenden blauen Augen blicken aus dem Bild<br />

heraus. Er sitzt dabei auf dem Kopf eines im Wasser<br />

befindlichen Delfins, dessen große braunen Augen<br />

mit Glanzlichtern aus dem Bild auf den Betrachter<br />

herausschauen. Auf der rechten unteren Bildseite ist<br />

zudem im mit Schilf bewachsenen Wasser ein musizierender<br />

Putto zu sehen.<br />

(1360753) (18)<br />

JACOB JORDAENS,<br />

1593 <strong>–</strong> 1678, CIRCLE OF<br />

YOUNG NEPTUNE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

95 x 86.5 cm.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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321<br />

FLORENTINISCHER MEISTER DES<br />

17. JAHRHUNDERTS (ABB. RECHTS)<br />

SZENE IN EINER KIRCHE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

144 x 207 cm.<br />

In bronziertem godroniertem Rahmen.<br />

Der Innenraum eines Tempels, der laut seinem Altar<br />

und dem daneben stehenden Kruzifix als christliches<br />

Gotteshaus zu interpretieren ist, empfängt seine<br />

Beleuchtung durch eine große Fensteröffnung an der<br />

linken Wand. Im Vordergrund ein prächtig gekleideter<br />

profaner Mann mit geschlitztem Wams, federgezierter<br />

karminroter Mütze, dem eine zentrale Rolle in dem<br />

Bildgeschehen zuzukommen scheint, in dem zahlreiche<br />

Personen die untere Bildhälfte füllen.<br />

(1360282) (13)<br />

FLORENTINE MASTER OF THE 17TH CENTURY<br />

SCENE IN A CHURCH<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

144 x 207 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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320<br />

FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

NOAH ERHÄLT DIE WEISUNG GOTTES<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

97 x 117 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Laut der biblischen Erzählung wurde Noah von Gott<br />

erwählt und vor einer großen Flut gewarnt. Er erhielt<br />

den Auftrag eine Arche zu bauen, um damit sich und<br />

seine Familie und die Landtiere vor der Flut zu retten.<br />

Das Gemälde zeigt in einer Waldlandschaft den auf<br />

einem freien Wiesenstück rechtsseitig knienden<br />

Noah in rot-gelbem Gewand, voller Demut mit starkem<br />

Gestus nach oben blickend zum Himmel, in dem<br />

hinter einer Wolke vor gelblichem Licht Gottvater<br />

erscheint und ihm den Auftrag zum Bau einer Arche<br />

erteilt. Im Vordergrund und linksseitig im Wald haben<br />

sich bereits zahlreiche Tierpaare versammelt. In der<br />

Bildmitte erblickt man zudem eine in der Ferne liegende<br />

weite bergige Landschaft mit Gebäuden an einem<br />

großen Gewässer. Erzählerische Darstellung, bei der<br />

besonders die zahlreichen Tierpaare durch gekonnte<br />

Hell-Dunkel-Inszenierung besonders hervorgehoben<br />

werden.<br />

(1360238) (3) (18)<br />

€ 3.500 - € 4.500<br />

Sistrix<br />

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81


322<br />

SIMON DE VOS,<br />

1603 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1676 EBENDA<br />

LASSET DIE KINDER ZU MIR KOMMEN<br />

Öl auf Kupfer.<br />

37 x 74 cm.<br />

Mittig unten signiert und datiert „1642“.<br />

Das Gemälde zeigt die Kindersegnung Jesu, wie sie<br />

in den Evangelien der drei Synoptiker geschildert. Im<br />

Zentrum der unter einem offenen Gebäude vor einer<br />

runden Marmorsäule sitzende Jesus in blauem Gewand<br />

mit leuchtend rotem Mantel, hellem Nimbus<br />

um sein Haupt und braunen Augen, mit denen er aus<br />

dem Bild schaut. Seine linke Hand hat er auf den Kopf<br />

eines neben ihm knienden Jungen gelegt, den er mit<br />

ausgestreckter rechter Hand segnet. Um ihn herum<br />

vier weitere Mütter mit ihren Kindern, davon im Vordergrund<br />

eine junge Frau in elegantem, goldfarbig glänzendem<br />

Gewand, die ihre Kinder jeweils unter ihren Armen<br />

hält und heranträgt. Linksseitig zudem eine niedrige<br />

Balkonbrüstung mit zwei Frauen, während am rechten<br />

Bildrand mehrere Männer über das Geschehen heftig<br />

diskutieren. Zahlreiche weitere Figuren wohnen dem<br />

Geschehen bei. Im Hintergrund sind unter blau-grauem<br />

Himmel die ebenso farbigen Häuser und ein Rundtempel<br />

zu erkennen. Qualitätvolle Malerei mit besonderer<br />

Betonung von Gesten und der Stofflichkeit der Kleidung.<br />

Anmerkung:<br />

Der Maler studierte zunächst bei Cornelis de Vos<br />

(1584-1651), und wurde schon mit 17 Jahren ein<br />

Meister der Antwerpener Sankt Lukas-Gilde. Es wird<br />

vermutet, dass er bereits in der Werkstatt des Peter<br />

Paul Rubens gearbeitet hat, bevor er nach Rom ging,<br />

um dort von den Bamboccianti, aber auch von Johann<br />

Liss (1597-1629) beeinflusst zu werden.<br />

(13621239) (18)<br />

SIMON DE VOS,<br />

1603 ANTWERP <strong>–</strong> 1676 IBID.<br />

LET THE CHILDREN COME TO ME<br />

Oil on copper.<br />

37 x 74 cm.<br />

Signed at centre below and dated “1642”.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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323<br />

PEETER SION,<br />

1624 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1695 EBENDA<br />

ECCE HOMO<br />

Öl auf Kupferplatte.<br />

60 x 78 cm.<br />

In dekorativem, teilvergoldetem Rahmen.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Dr. Ursula Härting,<br />

Hamm, in Kopie.<br />

Nach der Darstellung des Johannesevangeliums stellt<br />

mit dem Hinweis „Ecce Homo“ der römische Statthalter<br />

Pontius Pilatus dem Volk den gefolterten, in purpurnes<br />

Gewand gekleideten und mit einer Dornenkrone<br />

bekrönten gefangenen Jesus von Nazareth vor, weil<br />

er keinen Grund für dessen Verurteilung sieht. In dem<br />

vorliegenden Gemälde wird vor der Kulisse der Stadt<br />

Jerusalem der Moment gezeigt, in dem Jesus von Pilatus<br />

verurteilt wurde und abgeführt wird. Links oben<br />

in rotem Gewand sieht man den sitzenden Pontius<br />

Pilatus, der gerade durch eine Kanne Wasser über seine<br />

rechte Hand geschüttet bekommt und er mit seiner<br />

Linken darauf hinweist, dass er seine Hände in<br />

Unschuld wasche, was die Verurteilung betrifft. Jesus<br />

wird gerade die Stufen der großen steinernen Treppe<br />

hinabgeführt, umgeben von Soldaten, teils in Rüstung<br />

und mit Speeren. Er trägt ein purpurnes Gewand, einen<br />

roten Mantel um Schulter und Hüfte, hat bereits<br />

die Dornenkrone und ein gelber Strahlenkranz hinterfängt<br />

sein Haupt. Er hat ein fahles Gesicht und mit<br />

seinen dunklen Augen blickt er als einziger der dargestellten<br />

Figuren auf den Betrachter des Gemäldes<br />

hinaus. Unterhalb der Treppe das Volk, teils erschrocken<br />

über das Urteil der Kreuzigung, teils in Aufruhr.<br />

Im Hintergrund die Stadtkulisse unter hohem graublauem<br />

Himmel. Im unteren linken Teil wird durch<br />

einen uniformierten Soldaten und einen Kerkermeister<br />

mit Schlüsselbund in seiner Hand die Tür eines Gefangenen<br />

geöffnet, der leicht ungläubig heraustritt.<br />

Vielfigurige Darstellung in teils kräftiger Farbgebung<br />

eines in der Kunstgeschichte der Malerei beliebten<br />

Motivs, das auch bei anderen Malern zu finden ist wie<br />

bei Hiëronymus van Aken Bosch (um 1450-1516), Jörg<br />

Breu d. Ä. (1475/80-1537) oder Tizian (1485-1576). Vereinzelt<br />

kleine Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Laut Frau Dr. Härting ist der genannte Antwerpener<br />

Kleinfigurenmaler, vermutlich identisch mit dem Stilllebenmaler<br />

bisher unter Peeter Sion I. Sion wurde<br />

als Freimeister in die Antwerpener Lukas-Gilde<br />

zwischen September 1649 und September 1650 aufgenommen.<br />

Er darf als später Nachfolger von Frans<br />

Francken gelten. (1361011) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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83


324<br />

FLÄMISCHE SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

HERBSTLICHE LANDSCHAFT MIT FIGUREN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

63 x 93 cm.<br />

In Prunkrahmen.<br />

Blick auf eine weite Landschaft mit den Häusern eines<br />

Dorfes und zahlreichen Bäumen, die teils bräunlich<br />

verfärbtes Herbstlaub tragen. Am linken Bildrand ein<br />

großer knorriger Baum, der in den Himmel ragt, davor<br />

ein Bauer mit seinen Kühen und ein Reiter in Begleitung<br />

eines Treibers und zweier Hunde auf der Jagd.<br />

Auf der rechten Bildseite unter einer einfachen Überdachung<br />

eine große Weintraubenpresse, die von zwei<br />

Männern in Gebrauch ist. Eine junge Frau fängt mit<br />

einer Schale, die sie oberhalb eines gefüllten Bottichs<br />

hält, den gepressten Saft auf. Links davon sitzt bereits<br />

ein Paar an einem halbierten Holzfass, während links<br />

hinter ihnen zwei große Bottiche mit gepflückten<br />

Weintraubenrispen steht. Am rechten unteren Bildrand<br />

sind zudem zwei große gelagerte Fässer erkennbar.<br />

In der Mitte weitere Gebäude eines Dorfes und<br />

ein kleiner Teich, auf dem Schwäne schwimmen. Im<br />

Hintergrund bewaldete Berghügel unter hohem grauweißen<br />

Himmel. Erzählerische Darstellung in reduzierter<br />

Farbigkeit mit vielen Details.<br />

(1360102) (18)<br />

€ 7.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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325<br />

BAREND VAN CALRAET,<br />

1649 DORDRECHT <strong>–</strong> 1737 EBENDA<br />

BELEBTE RHEINTAL-LANDSCHAFT MIT FIGUREN<br />

Öl auf Holzplatte.<br />

40 x 51,5 cm.<br />

Rechts unten auf Stegbalken signiert „B.V. KALRAE..“<br />

In braunem Holzrahmen.<br />

Blick von erhöhtem Standpunkt auf das weite Rheintal<br />

unter hohem, hellblauem, durch die verdeckte Sonne<br />

teils gelblich verfärbten Himmel. Im Vordergrund ein<br />

breites Ufer, zu dem zahlreiche Stege und Wege mit<br />

Figuren, darunter eine Familie, ein Mann mit bepacktem<br />

Esel, sowie Bauern mit großen Körben auf ihren<br />

Rücken, führen. Am Ufer ankern mehrere Boote, zudem<br />

ist ein großes Floss auf dem Fluss erkennbar.<br />

Am rechten Bildrand führt ein Weg zu einem höher<br />

liegenden Haus und einem Wald; zudem ragt ein großer<br />

Baum als Repoussoir in das Bild hinein. Malerei in<br />

überwiegend grünlich-blauer und grauer Farbgebung,<br />

belebt durch die Figuren in farbiger Kleidung.<br />

Anmerkung:<br />

Der Künstler war ein niederländischer Maler des Goldenen<br />

Zeitalters und der jüngere Bruder von Abraham<br />

van Calraet (1642-1722), von dem er das Malen lernte,<br />

bevor er Schüler von Aelbert Jacobsz. Cuyp (1620-<br />

1691) wurde. In seinem späteren Leben widmete er<br />

sich der Malerei von Rheinlandschaften.<br />

(1360104) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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85


326<br />

JAN GRIFFIER D. Ä.,<br />

1645 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1718 LONDON<br />

FLUSSLANDSCHAFT MIT GROSSER BURGRUINE<br />

UND FIGUREN<br />

Öl auf Holz.<br />

37 x 49 cm.<br />

Links unten auf Steinblock signiert „GRIFFIER“.<br />

Verso rotes Lacksiegel.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Unter hohem Himmel im harmonischen Licht der<br />

untergehenden gelblichen Sonne ein Fluss mit kleinen<br />

Kaskaden in bergiger Landschaft. Linksseitig des<br />

Flusses führen mehrere Wege zwischen grünen Wiesenflächen,<br />

auf denen Schafherden grasen, zu einer<br />

alten großen Burgruine. Im Vordergrund links ein Kavalier<br />

auf einem Schimmel, der einer stehenden Frau<br />

mit kleinem Kind bei ausgestrecktem Arm wohl auf<br />

einen Weg hindeutet. Ihm voran ein kleines springendes,<br />

weiß-braun geflecktes Hündchen. Stimmungsvolle<br />

harmonische Malerei in der typischen Manier<br />

des Künstlers.<br />

(1360671) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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87


327<br />

ADRIAEN FRANS BOUDEWIJNS D. Ä.<br />

(1644 - 1711),<br />

UND PETER BOUT<br />

(1658 - 1719), ZUG.<br />

ITALIENISCHE LANDSCHAFT<br />

MIT FIGURENSTAFFAGE<br />

Öl auf Holz.<br />

32,5 x 47,5 cm.<br />

Verso mit Sammlungsetikett.<br />

In ebonisiertem Profilrahmen.<br />

ADRIAEN FRANS BOUDEWIJNS THE ELDER<br />

(1644 - 1711)<br />

AND PETER BOUT<br />

(1658 - 1719), ATTRIBUTED<br />

ITALIAN LANDSCAPE WITH FIGURAL STAFFAGE<br />

Oil on panel.<br />

32.5 x 47.5 cm.<br />

€ 15.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Ein Flusslauf durchzieht die hügelige Landschaft mit<br />

klassischer ruraler Architektur, die von italienischem<br />

Licht erhellt wird. Einige Fährleute bringen Vieh ans<br />

andere Ufer, ein Schauspiel für umherstehende Figuren.<br />

Gelungene Zusammenarbeit der beiden bekannten<br />

Künstler. Es wird angenommen, dass Bout von 1675<br />

<strong>–</strong>1677 in Paris lebte, wo er häufig mit dem flämischen<br />

Maler Adriaen Frans Boudewijns d. Ä. zusammenarbeitete.<br />

(13621233) (13)<br />

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89


328<br />

FRANS WOUTERS,<br />

1612/14 LIER <strong>–</strong> 1659 ANTWERPEN<br />

TANZENDE UND RAUFENDE BAUERN<br />

Öl auf Kupfer. Parkettiert.<br />

25,5 x 34 cm.<br />

Verso mit Fragmenten alter Etiketten.<br />

In ebonisiertem Profilrahmen.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen.<br />

Auf einer baumbestandenen Anhöhe einer hügeligen<br />

Landschaft sind mehrere Bauern im Tanz begriffen, der<br />

von einem Dudelsackspieler provoziert wird. Links im<br />

Vordergrund ein Paar im Streit.<br />

Anmerkung:<br />

Das vorliegende Gemälde erinnert zum Beispiel<br />

an ein Bacchanal, das bei Sotheby‘s in London am<br />

2. November 2000 unter Lot 51 als Frans Wouters<br />

angeboten worden ist. Auch das Gemälde von Wouters<br />

im Kunsthistorischen Museum in Wien mit der Inv.<br />

Nr. 1718 lässt sich gut aufgrund der tänzelnden<br />

Figuren vergleichen. (13621210) (13)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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329<br />

THOMAS HEEREMANS,<br />

1641 HAARLEM <strong>–</strong> 1694 EBENDA<br />

FLUSSUFER MIT BOOTEN AM RANDE<br />

EINES FIGURENREICHEN DORFES<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

36,5 x 50,5 cm.<br />

Links unten monogrammiert in Ligatur „THM“.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

In einem alten, an einem Flussufer gelegenen Dorf<br />

herrscht rege Betriebsamkeit. Im Vordergrund rechts<br />

eine Schenke mit fröhlichen Männern und Frauen, an<br />

dessen Ufer zwei besetzte Boote angelegt haben.<br />

Nach links eine steinerne Brücke, unter der gerade<br />

ein besetztes Boot durchfährt und über die man zu<br />

weiteren Häusern und zahlreichen Figuren, sowie<br />

weiteren Bootsanlegestellen gelangt. Auf der Mitte<br />

des Flusses, der zum schemenhaft erkennbaren weiten<br />

Horizont führt, mehrere voll besetzte Boote mit<br />

Bauern, teils in Begleitung von Frauen, sowie zwei auf<br />

dem Wasser schwimmende Fässer. Linksseitig ragt<br />

eine kleine Landzunge mit einem alten Gebäude ins<br />

Wasser, um das herum erneut zahlreiche Figuren zu<br />

erkennen sind, die sich wohl zu einem Festtag treffen.<br />

Malerei in der typischen Manier des Künstlers, unter<br />

hohem blauem Himmel mit wenigen weißen Wolkenformationen.<br />

(1362124) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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91


330<br />

DAVID VINCKBOONS,<br />

1576 MECHELEN <strong>–</strong> 1629 AMSTERDAM, ZUG.<br />

WALDLANDSCHAFT MIT BLICK AUF GEBÄUDE<br />

AM FLUSS<br />

Öl auf Eichenholz.<br />

Durchmesser: 56,5 cm.<br />

Gerahmt.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen.<br />

Das Gemälde auf runder Eichenplatte zeig die Landschaft<br />

aus leicht erhöhter Perspektive. Die Wipfel<br />

mächtiger knorriger Eichenbäume ragen von links<br />

weit in die Darstellung herein. Darunter erstreckt sich<br />

die Landschaft mit einem ruhigen Flusslauf, der sich<br />

nach links hinten unter Höhenzügen verliert. Eine Burg<br />

mit Turm sowie strohgedeckte Hütten am Ufer gegenüber<br />

säumen die Ufer. Miniaturhaft gemalt leuchtet<br />

jedoch die Figurenstaffage aus dem verschatteten<br />

Grund auf <strong>–</strong> einige Fischer mit Boot am Ufer sowie ein<br />

Sackträger vor einer der Hütten. Am unteren Bildrand<br />

ein Stelzenvogel im Schilf, wodurch der Maler eine<br />

Blickorientierung der Kavaliersperspektive gegeben<br />

hat.<br />

Die Vorliebe für Staffagefiguren dieser Art erklärt sich<br />

leicht, denn der Maler war der Sohn und Schüler des<br />

Miniaturmalers Philipp Vinckboons, mit dem er schon<br />

jung nach Antwerpen, später nach Amsterdam zog.<br />

Der Malstil lässt die Tradition der Brueghels erkennen.<br />

A.R.<br />

Literatur:<br />

Hermann Arthur Lier, Vinckboons, David, in: Allgemeine<br />

Deutsche Biographie (ADB), Bd. 40, Leipzig<br />

1896, S. 402 f.<br />

Klaus Ertz, Christa Nitze-Ertz, David Vinckboons 1576<br />

<strong>–</strong> 1632. Monographie mit kritischem Katalog der<br />

Zeichnungen und Gemälde. Flämische Maler im<br />

Umkreis der großen Meister, Bd. 10, Lingen 2016.<br />

(13621225) (11)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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331<br />

MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

WEITE FLUSSLANDSCHAFT MIT FIGUREN<br />

Öl auf zwei zusammengefügten Holzplatten.<br />

50,5 x 66,5 cm.<br />

Von erhöhtem Standpunkt Sicht auf eine in die Tiefe<br />

führende Flusslandschaft mit einem breiten dunkelbraunen<br />

Uferstück im Vordergrund, auf dem ein Wanderer<br />

von einer Frau mit Kind ein Geldstück erhält. Hinter<br />

ihm ein weiterer Mann, dem ein Hund voranspringt. In<br />

der Bildmitte eine Waldlandschaft und eine am Flussufer<br />

gelegene große Stadt. Im Hintergrund ein hohes<br />

Gebirge unter hohem Himmel im diesigen Licht. Im<br />

linksseitig sich schlängelndem Fluss neben einem<br />

großen Dreimaster mehrere kleinere Boote. Malerei in<br />

zurückhaltender Farbgebung in teils einfacher Manier.<br />

(1360103) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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332<br />

GILLIS MOSTAERT,<br />

UM 1534 HULST <strong>–</strong> 1598 ANTWERPEN, ZUG.<br />

Der flämische Maler und Zeichner betrieb eine große<br />

Werkstatt in Antwerpen. Er war vor allem bekannt<br />

für seine Winterlandschaften und seine Szenen mit<br />

Feuern und nächtlichen Szenen, die zu den begehrtesten<br />

Stücken seiner Zeit gehörten.<br />

DIE FREUDEN DES WINTERS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

40 x 53,5 cm.<br />

In ebonisiertem Wellenleistenrahmen.<br />

Von einem Hügel erblickt der Betrachter eine sanfthügelige<br />

Landschaft mit vereinzelter Dörfern, deren<br />

Kirchtürme von Häusergruppen gesäumt werden und<br />

sich bis an den Horizont verteilen. Vor dem Betrachter<br />

am Nächsten gelagerten Dorf ein Weiher, dessen<br />

Wasser gefroren ist, sodass mehrere Personen Schlittschuh<br />

laufen, wenngleich ein Herr gefallen ist. Am Ufer<br />

weitere Personenstaffage, ein Mann zu Pferd. Auf der<br />

weit verteilten Baumstaffage liegt eine Schneeschicht<br />

auf der kahlen Verästelung, sodass der Eindruck einer<br />

Winterlandschaft unterstrichen wird.<br />

Vergleiche:<br />

Eine ähnliche Winterlandschaft, die zudem die Flucht<br />

nach Ägypten darstellt, wird im Muzeum Narodowe<br />

Warszawie, in Warschau unter der Inventarnummer<br />

M. Ob. 1875 MNW verwahrt. Hier wird auch eine<br />

Zusammenarbeit von Mostaert und Jacob Grimmer<br />

ins Auge gefasst. (1362037) (13)<br />

€ 20.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

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93


333<br />

SEBASTIAN VRANCX,<br />

1573 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1647, ZUG.<br />

Der Maler, der auch als Begründer des flämischen<br />

Militärgenres gilt, war laut dem Biografen Carel van<br />

Mander d. Ä. (1548-1606) ein Schüler des Adam van<br />

Noort (1562-1641). Er begab sich, wie die meisten<br />

seiner Kollegen, 1597 nach Italien, was in der Folge<br />

Einfluss auf die Darstellung antiker Ruinen und römischer<br />

Bauwerke nahm. 1600 wurde er Mitglied der<br />

Antwerpener Lukasgilde, wo er mit seinen Zeitgenossen<br />

wie Jan Brueghel d. Ä. (1568-1625), Frans<br />

Francken d. J. (1581-1642) oder auch Hendrik van<br />

Balen d. Ä. (1575-1632) befreundet war. So weist<br />

sein Werk auch manche Gemeinsamkeiten mit denen<br />

dieser Künstler auf. Sein Ruhm führte schon zu Lebzeiten<br />

zu Vervielfältigung seiner Bilder in Kupferstichen.<br />

SCHLACHTENGEMÄLDE<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

41 x 61 cm.<br />

Links unten auf gestürztem Pferd Monogramm „P“.<br />

In dekorativem schwarzem Rahmen.<br />

In hügeliger Landschaft die tobende Schlacht, bei<br />

der zwei Reiterheere aufeinandertreffen. Im Vordergrund<br />

ein Reiter auf einem Schimmel, der einen davonlaufenden<br />

Soldaten verfolgt. Weiter rechts erneut ein<br />

Schimmelreiter, der mit seinem Gewehr gerade einen<br />

Schuss abfeuert. Zudem auf einem Hügel des Vordergrundes<br />

ein großer Galgenbaum zu erkennen. Im<br />

sonnen beschienenen Hintergrund, unter hohem blauem<br />

Himmel mit vielen weißen Wolken, eine alte<br />

strohdachbedeckte Hütte. Davor weitere kämpfende<br />

Soldaten mit feuernden Gewehren und Pistolen,<br />

zwischen denen Rauchschwaden nach oben steigen.<br />

Malerei in vielen differenzierten Grün- und Beige­<br />

Brauntönen, bei gekonnter Licht- und Schattenführung.<br />

(1362122) (13)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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334<br />

IZAACK VAN OOSTEN,<br />

1613 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1661<br />

WEIDEVIEH MIT RASTENDEM HIRTEN VOR<br />

EINER BEFESTIGTEN STADT<br />

Öl auf Holz.<br />

24 x 34,5 cm.<br />

In ebonisiertem Profilrahmen.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen.<br />

Ein sanft ansteigendes Ufer bietet einigen Kühen<br />

Grund zum Grasen, an einem baumgesäumten Fluss<br />

sitzt ein Angler und repetiert das Rot der Hose des<br />

Hirten, der an einem Baum lehnt, sodass der Blick<br />

unweigerlich in die Tiefe gezogen wird hin zu einer<br />

befestigten Stadt, deren Zentrum ein Kirchturm bildet,<br />

der weit in den Himmel ragt, der von Vögeln durchzogen<br />

wird.<br />

IZAAK VAN OOSTEN,<br />

1613 ANTWERP <strong>–</strong> 1661<br />

GRAZING CATTLE WITH SHEPHERD RESTING<br />

OUTSIDE A FORTIFIED CITY<br />

Oil on panel.<br />

24 x 34.5 cm.<br />

Accompanied by an expert’s report by Dr Klaus Ertz,<br />

Lingen.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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Literatur:<br />

Ein ähnliches harmonisches Zusammenspiel von<br />

Landschaft und Architektur von Izaack van Oosten in:<br />

A. Egger, Tableaux de maîtres flamands et hollandais<br />

des XVIe et XVIIe siècles, XXIXe exposition De<br />

Jonckheere, Winter 1993- 1994, Nr. 31.<br />

(13621221) (13)<br />

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95


335<br />

SÉBASTIAN VRANCX,<br />

1573 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1647<br />

DER ANGRIFF<br />

Öl auf Kupfer.<br />

22 x 27 cm.<br />

In ebonisiertem Holzrahmen.<br />

Wir danken Dr. Joost Vander Auwera für wichtige Hinweise<br />

das vorliegende Werk betreffend. Er datiert das<br />

Gemälde auf 1608.<br />

Flachhügelige Landschaft mit Windmühle und im Vordergrund<br />

unter einem Baum eine Ansammlung mit<br />

Pferdekarren sowie einigen Reitern und Figuren, von<br />

denen ausgegangen werden kann, dass ein feindlicher<br />

Angriff abgewehrt werden konnte.<br />

(13621220) (13)<br />

SEBASTIAN VRANCX,<br />

1573 ANTWERP <strong>–</strong> 1647<br />

THE ATTACK<br />

Oil on copper.<br />

22 x 27 cm.<br />

We would like to thank Dr Joost Vander Auwera for<br />

his important comments regarding the work on offer<br />

for sale in this lot.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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336<br />

PHILIPPE DE MOMPER D.Ä.,<br />

1598 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1634 EBENDA<br />

BEWALDETE LANDSCHAFT AM FLUSS MIT ANGLER<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

25 x 64,8 cm.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen.<br />

Blick auf eine weite Flusslandschaft, der laut Ertz von<br />

einem Angler mit roter Jacke und einer Angelrute<br />

über seinen Schultern auf der rechten unteren Bildseite<br />

geleitet wird zu einer wasserschöpfenden Figur<br />

im Mittelgrund, zudem mit Bäumen umstandenen<br />

Bauernhaus und einem Pfauenpaar auf einem Vordach.<br />

In der Tür des Hauses stehend eine Frau, die<br />

einem sitzenden Mann wohl gerade eine Erfrischung<br />

reicht. Auf dem breiten, am Haus entlangführenden<br />

Weg ein Frau, die eine breite helle Schale auf ihrem<br />

Kopf transportiert, und ein am linken Rand laufender<br />

Wanderer. Über den Vordergrund hinweg der helle, fast<br />

weiße See, in dem sich eine Kirche sowie mehrere, am<br />

anderen Ufer liegende Segelschiffe widerspiegeln. Im<br />

Hintergrund rechtsseitig schließlich ein hohes Gebirgsmassiv<br />

in weiß-blauer Farbigkeit vor gleichfarbigem<br />

Himmel mit fliegenden Vögeln. Malerei in lockerem<br />

Pinselduktus in zurückhaltender Farbigkeit, die laut<br />

Ertz Ruhe und Ausgewogenheit ausdrückt.<br />

Philippe de Momper war der Sohn von Joos de<br />

Momper d. J. (1564-1635). Er lernte bei seinem Vater,<br />

bevor er der Antwerpener Lukasgilde beitrat und<br />

reiste nach Italien. Dort schuf er in Rom eine Reihe<br />

von Gemälden, die Szenen aus Rom und seiner Umgebung<br />

darstellen. Seine Farben sind weniger bunt,<br />

im Gegensatz zu denen seines Vaters, und auch<br />

nicht dynamisch und bewegt, sondern eher locker<br />

und beruhigt.<br />

(1362127) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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337<br />

IZAACK VAN OOSTEN,<br />

1613 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1661 EBENDA,<br />

ZUG./ WERKSTATT DES<br />

Der Künstler war ein in Antwerpen tätiger flämischer<br />

Barock- und Landschaftsmaler. Im Alter von 39 Jahren<br />

wurde er 1652 Meister in der Antwerpener Lukasgilde.<br />

Er wurde stark von anderen Antwerpener Landschaftsmalern<br />

beeinflusst, insbesondere von Jan<br />

Brueghel d. Ä. (1568-1625) und Malern wie Lucas van<br />

Uden (1595-1672), Alexander Keirincx (1600-1652)<br />

und Jan Wildens (1586-1653).<br />

LANDSCHAFT MIT JÄGERN UND EINEM DORF<br />

Öl auf Holz.<br />

49 x 64,5 cm.<br />

Verso Prägestempel der Antwerpener Gilde.<br />

Im Zentrum des Gemäldes ein großer alter, weit verzweigter,<br />

bis in den Himmel reichender Baum, auf<br />

einem größeren Felsenstück wachsend, auf dessen<br />

linker Seite ein Weg in den Wald führt, auf dem ein<br />

Jäger mit Hund und zwei ihm entgegenkommende<br />

Reiter zu erkennen sind. Nach rechts, zu einer flacheren<br />

Ebene führend, ein Dorf mit alten, teils Reetdach gedeckten<br />

Häusern, in dessen Mitte ein kleiner Bachlauf<br />

zu erkennen ist, ebenso wie einige Figuren, unter hohem<br />

hellblauen Himmel mit gelblichen Lichtstreifen<br />

der wohl untergehenden Sonne.<br />

(1362181) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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97


338<br />

MATHYS SCHOEVAERDTS,<br />

UM 1663 <strong>–</strong> UM 1703<br />

TANZENDE BAUERN VOR HÄUSERZEILE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

34,5 x 44,2 cm.<br />

Links unten signiert „M. Schoevaerdts. F“.<br />

Verso auf dem Keilrahmen bezeichnet.<br />

In ebonisiertem Profilrahmen.<br />

Links eine Häusergruppe alternierender Höhe und<br />

dazwischen liegender Vegetation, deren Ende den<br />

Blick eröffnet auf eine Bockwindmühle und eine dahinter<br />

liegende, im Sonnenlicht erscheinende Stadt.<br />

Im Vordergrund zahlreiche Figuren mit Kühen, Pferden<br />

und Hunden teilweise fröhlich tanzend und somit eine<br />

ländliche Idylle evozierend.<br />

MATHYS SCHOEVAERDTS,<br />

CA. 1663 <strong>–</strong> CA. 1703<br />

DANCING PEASANTS IN FRONT OF A ROW OF<br />

HOUSES<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

34.5 x 44.2 cm.<br />

Signed “M. Schoevaerdts. F” lower left.<br />

€ 11.000 - € 13.000<br />

Sistrix<br />

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Anmerkung:<br />

Eine ähnliche Komposition des Künstlers wurde bei<br />

Sotheby‘s London am 7. Juni 1995 unter Lot 265<br />

angeboten. (13621216) (13)<br />

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99


339<br />

MATHYS SCHOEVAERDTS,<br />

UM 1663 <strong>–</strong> UM 1703<br />

MARKTTREIBEN VOR EINEM HERRSCHAFTSHAUS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

35,5 x 44,5 cm.<br />

Links unten signiert „M. Schoevaerdts F“.<br />

Verso auf dem Keilrahmen bezeichnet.<br />

In ebonisiertem Profilrahmen.<br />

In einer sanft hügeligen Landschaft steht ein herrschaftliches<br />

Anwesen mit Aussichtsturm und hohen<br />

Dachfirsten, sowie mit einer über einen ruhigen<br />

Wasser lauf führenden Rundbogenbrücke. Davor ein<br />

Markttreiben, wie es uns häufig im Schaffen des<br />

Schoevaerdts begegnet. Häufig ist es, wie hier auch<br />

an einen Flusslauf verortet, wie er hier durch Brücke<br />

und ein bemanntes Boot gezeigt wird.<br />

Anmerkung:<br />

Ein vergleichbares Markttreiben an einem Fluss aus<br />

Schoevaerdts Hand wurde bei Christie‘s, London,<br />

am 22. Juli 1988 unter Lot 92 angeboten.<br />

(13621217) (13)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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101


340<br />

ESAIAS VAN DE VELDE D. Ä.,<br />

1587/91 AMSTERDAM <strong>–</strong> UM 1630 DEN HAAG<br />

WINTERLANDSCHAFT MIT SCHLITTENFAHRERN<br />

Öl auf Holz, Tondo.<br />

Durchmesser: 18 cm.<br />

Verso auf altem Etikett bezeichnet als „N. Molenaer“.<br />

In oktagonalem Rahmen.<br />

Beigegeben eine Expertise von Didier Bodart, in Kopie.<br />

Unter grauem Himmel eine winterliche Landschaft<br />

mit fast kahlen Bäumen und einem großen Gehöft<br />

sowie einem davorstehenden hohen Taubenschlag.<br />

Rechtsseitig ein zugefrorener Fluss mit einigen Schlittschuhläufern<br />

sowie im Vordergrund ein von einem<br />

Schimmel gezogener Schlitten, in dem vier Figuren in<br />

warme Kleidung gehüllt sitzen. Malerei in zurückhaltender,<br />

überwiegend beige-brauner Farbigkeit, aufgelockert<br />

durch einige rötliche Kleidungsstücke und das<br />

weiße Pferd. Von dem Künstler existieren diverse<br />

kreisförmige Landschaftsdarstellungen; auch der hier<br />

gezeigte Taubenschlag ist auf seinen Gemälden wiederzufinden.<br />

(1351116) (18)<br />

€ 2.000 - € 4.000<br />

Sistrix<br />

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341<br />

PIETER VAN BREDAEL,<br />

1629 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1719 EBENDA,<br />

ZUG./ KREIS DES<br />

FEIERNDE BAUERN AUF EINEM GROSSEN<br />

MARKTPLATZ<br />

Öl auf Holz.<br />

29 x 35,5 cm.<br />

Zwischen zwei Gebäudekomplexen ein großer unebener<br />

Dorfplatz mit fröhlich feiernden und tanzenden<br />

Bauern mit einem auf einem umgedrehten Fass stehendem<br />

Dudelsackspieler. Die Frauen, meist mit weißen<br />

Hauben wiedergegeben. Im Hintergrund rechts eine<br />

kleine Burganlage, während nach links über den Dorfplatz<br />

hinweg ein Kanal mit Booten am Ortsrand verläuft.<br />

Vielfigurige Darstellung unter hohem hellblauem<br />

Himmel in überwiegend beige-brauner Farbigkeit, aufgelockert<br />

durch weiße und rötliche Kleidungsstücke<br />

der Figuren.<br />

(1361198) (1) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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103


342<br />

PIETER VAN BREDAEL,<br />

1629 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1719 EBENDA,<br />

NACHFOLGE DES<br />

Gemäldepaar<br />

LANDSCHAFTEN MIT MARKTSZENEN, REICHER<br />

FIGURENSTAFFAGE UND RUINEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

Je 42 x 58 cm.<br />

Je links unten Künstlerbezeichnung.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

In weiter bergiger Landschaft eine Ruinentaverne mit<br />

sitzenden Zechern und einem fröhlich tanzendem<br />

Paar, denen die stehende Wirtin mit zuschaut. Rechts<br />

davon mehrere Hirten mit Familien und ihren Tieren,<br />

zu denen vor allem Ziegen und Schafe sowie ein brauner<br />

Stier gehören. Zudem Reiter auf ihren vollbepackten<br />

Pferden und Eseln, sowie einige Händler. Das<br />

zweite Werk zeigt vor bergiger Landschaft unter hohem<br />

blauen Himmel bei sommerlichem Licht im Zentrum<br />

einen großen Barockbrunnen und linksseitig,<br />

sowie im Hintergrund zahlreiche antike Ruinen. Im<br />

Vordergrund erneut Hirten und mehrere Händler, von<br />

denen zwei Männer in langen Gewändern und mit Turbanen<br />

besonders auffallen.<br />

Beide Bilder sind motivisch mit zahlreichen Werken<br />

des Künstlers vergleichbar. Einzelne Bildelemente,<br />

wie Ruinendetails finden sich ähnlich auch in seinem<br />

Werk, wie auch manche Figurentypen wie etwa die<br />

beiden Männer mit Turban.<br />

(1361197) (1) (18)<br />

PIETER VAN BREDAEL,<br />

1629 ANTWERP <strong>–</strong> 1719 IBID., FOLLOWER OF<br />

A pair of paintings.<br />

LANDSCAPES WITH MARKET SCENES AND<br />

RICH FIGURAL STAFFAGE AND RUINS<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

42 x 58 cm each.<br />

Each with artist name lower left.<br />

€ 17.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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105


343<br />

JAN BRUEGHEL D. J.,<br />

1601 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1678 EBENDA, KREIS DES<br />

DIE HEILIGE KATHARINA IN KARTUSCHE<br />

MIT BLUMENBOUQUETS<br />

Öl auf Kupferplatte.<br />

26 x 36 cm.<br />

In teilvergoldetem bemaltem Rahmen.<br />

Vor dunklem Hintergrund eine verzierte Barock-Kartusche,<br />

an deren Ecken jeweils ein kleines Gebinde aus<br />

leuchtenden, zumeist weißen, rosafarbenen und roten<br />

Blüten sowie diversen Kleinblütlern befestigt ist. In<br />

der Mitte das Gemälde mit der Heiligen Katharina in<br />

blauem Kleid mit gelblichem Umhang, als Attribute ein<br />

langes Schwert mit ihrer rechten Hand festhaltend und<br />

auf dem Kopf eine Krone tragend, auf einer Terrasse<br />

stehend mit Blick in eine entfernte flache Landschaft<br />

unter hohem Himmel. Qualitätvolle Malerei, bei der<br />

insbesondere die farbenfrohen Blumen und Blüten<br />

gegenüber dem dunkleren Hintergrund besonders hervorgehoben<br />

werden. Das Werk lässt auch die Zusammenarbeit<br />

zweier Maler vermuten, der eine für die<br />

Blumen, der andere für das einliegende Gemälde.<br />

(1362388) (18)<br />

JAN BRUEGHEL THE YOUNGER,<br />

1601 ANTWERP <strong>–</strong> 1678 IBID., CIRCLE OF<br />

SAINT CATHERINE IN CARTOUCHE WITH<br />

FLORAL BOUQUETS<br />

Oil on copper.<br />

26 x 36 cm.<br />

€ 7.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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344<br />

FLÄMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

IN DER ART DER MALERFAMILIE VAN KESSEL<br />

UHU, EULEN UND SINGVÖGEL AUF<br />

WEISSEM GRUND<br />

Öl auf Kupferplatte.<br />

11,6 x 18,6 cm.<br />

Im Zentrum ein großer stehender Uhu mit braunem<br />

Gefieder und glänzenden, aus dem Bild herausblickenden<br />

Augen. Rechtsseitig zwei Eulen und links oben<br />

eine weitere fliegende Eule. Im Vordergrund links<br />

auf dem Boden liegend mehrere Singvögel. Vor dem<br />

monochromen beige-weißen Untergrund leuchten die<br />

Farben der Tiere besonders und die Darstellung zeugt<br />

von der Akribie und Perfektion dieses Meisters.<br />

Anmerkung:<br />

Die Malerfamilie van Kessel war im 17. Jahrhundert in<br />

Antwerpen tätig. Sie schufen Werke in vielen Gattungen,<br />

darunter Insektenstudien, Blumenstillleben,<br />

Fluss- und Paradieslandschaften sowie Szenen mit<br />

Tieren und Genreszene. Ihre Werke wurden von Zeitgenossen<br />

hoch geschätzt und von Händlern, Adeligen<br />

und Würdenträgern in ganz Europa gesammelt.<br />

(1362332) (18)<br />

€ 3.000 - € 4.000<br />

Sistrix<br />

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345<br />

JOOS DE MOMPER D. J. (1564-1635)<br />

UND<br />

SEBASTIAN VRANCX (1573-1647), ZUG.<br />

FELSIGE LANDSCHAFT MIT ARCHITEKTUR­<br />

STAFFAGE IN DER FERNE<br />

JOOS DE MOMPER D. J. (1564-1635)<br />

AND<br />

SEBASTIAN VRANCX (1573-1647), ATTRIBUTED<br />

ROCKY LANDSCAPE WITH ARCHITECTURE<br />

SCENERY IN THE DISTANCE<br />

Öl auf Holz.<br />

68 x 103 cm.<br />

In goldstuckiertem, floral dekoriertem Rahmen.<br />

Die Architekturstaffage mit einer Burg mit Rundturm.<br />

Im Zentrum eine leicht nach links gerückte Baumgruppe,<br />

von der der eine Baum nur noch als Stumpf<br />

vorhanden ist. Darunter vier Figuren, die rastend neben<br />

einer, sich den Weg durch den Felsen bahnenden<br />

Quelle machen und sich an dieser laben. Aus dieser<br />

wird auch ein Fluss gespeist, der links im Vordergrund<br />

zu sehen ist, wie er sich unter eine Rundbrücke<br />

schiebt, deren linkes Ende eine kleine Häusergruppe<br />

mit dahinterliegender Kirche bildet. Die Figurenstaffage<br />

vermutlich von Sebastian Vrancx gefertigt, der<br />

häufig mit Joos de Momper d. J. zusammenarbeitete.<br />

(1362331) (13)<br />

Oil on penal.<br />

68 x 103 cm.<br />

€ 15.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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107


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346<br />

FLÄMISCHER MALER UM 1700<br />

PARKLANDSCHAFT MIT TIEREN IM LICHT<br />

DER UNTERGEHENDEN SONNE<br />

FLEMISH SCHOOL, CA. 1700<br />

PARK LANDSCAPE WITH ANIMALS IN THE LIGHT<br />

OF THE SETTING SUN<br />

347<br />

ITALIENISCHE SCHULE DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

BERGIGE LANDSCHAFT MIT STADT<br />

UND BURGANLAGE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

109,5 x 105 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

In Landschaft vor einem großen Baumstück auf<br />

einem steinernen Fragment sitzend ein eleganter<br />

Pfau mit prachtvollem Federkleid und bläulichem<br />

Hals, den er nach links abgewendet hat. Rechts von<br />

ihm, auf einem Ast eines Baumstammes sitzend, ein<br />

leuchtend roter Ara, der auf eine am Boden befindliche,<br />

teils pickende Schar Hühner und rechtsseitig<br />

einen stolzen Hahn blickt. Links des Pfaus eine große<br />

Steinvase auf einem Sockel und dahinter erstreckt<br />

sich eine hügelige Landschaft im warmen Licht der<br />

rötlich untergehenden Sonne. Dekorative Darstellung,<br />

teils an Arbeiten des Melchior de Hondecoeter (1636-<br />

1695) erinnernd.<br />

(1361192) (1) (18)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

109.5 x 105 cm.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

96 x 130 cm.<br />

In dekorativem vergoldetem Rahmen.<br />

Blick über ein rechtsseitig gelegenes Wäldchen auf<br />

eine große Stadt mit antiken Gebäuden, und linksseitig<br />

auf einem hohen Felsen eine alte Burganlage.<br />

Im Vordergrund rechts auf einem breiten Weg ein<br />

Mann auf einem vollbeladenen Esel oder Pferd, links<br />

neben ihm eine am Boden sitzende nach unten blickende<br />

Frau im Gespräch mit einem Offizier in rotem<br />

Gewand. Im Hintergrund in langer weißer Kleidung<br />

sind zudem zwei Mönche erkennbar. Malerei mit<br />

hohem hellblauen Himmel, großen weißen Wolken<br />

und Wolkenstreifen, in überwiegend blauer und beigebrauner<br />

Farbigkeit, aufgelockert durch rote und blaue<br />

Kleidungsstücke der wenigen erkennbaren Figuren.<br />

(1361632) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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109


348<br />

FRANZÖSISCHER MEISTER AUS DEM KREIS<br />

DES SIMON VOUET (1590 <strong>–</strong> 1649)<br />

VENUS UND ADONIS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

113 x 93 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Der junge Adonis, in einem braunen Fellgewand mit<br />

umgehängtem Horn vor weiter Landschaft, will zur<br />

Jagd aufbrechen und verabschiedet sich von seiner<br />

Geliebten Venus. Die vor einem langen, bis zum Himmel<br />

reichenden schmalen Baum auf einem blauen Tuch<br />

sitzende, fast nackte Venus versucht ihn von seinem<br />

Vorhaben abzuhalten, indem sie sich mit beiden Armen<br />

heftig um ihn geklammert hat und ihn direkt anblickt.<br />

Er schaut mit seinen dunklen Augen an ihr vorbei und<br />

hat seinen Arm nach rechts in Richtung des Waldes<br />

ausgestreckt, vor dem ein Eber zu erkennen ist, und<br />

weist sie erneut auf sein Vorhaben hin. Ihm zur Seite<br />

gestellt zwei Jagdhunde, von denen einer auf Adonis<br />

nach oben schaut. Rechtsseitig, auf einem Teil des<br />

blauen Tuchs liegend, der kleine geflügelte schlafende<br />

Cupido, der Sohn der Venus, mit seinem zur Seite gelegten<br />

Köcher. Malerei unter hohem blauem Himmel<br />

mit großen, teils von der Sonne beschienenen Wolkenformationen<br />

in meist frischer heller Farbgebung.<br />

Die Darstellung, inbesondere die des Abschieds der<br />

Venus von Adonis, war in der Malerei der Kunst geschichte<br />

ein beliebtes Motiv, das sich auch bei Tizian<br />

(1485-1576) und Peter Paul Rubens (1544-1740) finden<br />

lässt. Verso eine Unterlegung, Retuschen.<br />

(1362073) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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349<br />

FLÄMISCHER MEISTER AUS DEM KREIS<br />

DES PETER PAUL RUBENS, 1577 <strong>–</strong> 1640<br />

DANIEL IN DER LÖWENGRUBE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

82 x 127 cm.<br />

In ebonisiertem Rahmen.<br />

Ganz dem Original um 1600 verpflichtetes Gemälde,<br />

welches 220 x 330 cm misst und in der National Gallery<br />

of Art in Washington, D.C. verwahrt wird. Ein weiteres<br />

Gemälde aus dem Umkreis von Rubens, mit einem<br />

kleineren Bildmaß von 48 x 63,8 cm, wird im Kunsthistorischen<br />

Museum Wien mit der Inv.Nr. Gemäldegalerie<br />

1695 verwahrt, wobei das vorliegende Gemälde<br />

von besserer Qualität zu sein scheint.<br />

Das Thema ist dem Buch Daniel 6,1-28 verpflichtet.<br />

Rubens stellte die Löwen einer marokkanischen Subspezies<br />

dar, welche sich zu dieser Zeit in der Menagerie<br />

des spanischen Gouverneurs in Brüssel befanden. Während<br />

Daniel hier als junger Mann in der Löwengrube<br />

dargestellt wird, war der biblische Daniel bereits über<br />

80 Jahre alt.<br />

(13621326) (13)<br />

FLEMISH MASTER, CIRCLE OF<br />

PETER PAUL RUBENS, 1577 <strong>–</strong> 1640<br />

DANIEL IN THE LIONS‘ DEN<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

82 x 127 cm.<br />

The present painting is entirely based on the original<br />

painting which dates ca. 1600, measuring 220 x 330<br />

cm held at the National Gallery of Art in Washington,<br />

D.C. Another painting from Rubens’ circle, with smaller<br />

dimensions (48 x 63.8 cm), is held at the Kunsthistorisches<br />

Museum in Vienna under inv. no. Ge mäldegalerie<br />

1695, although the present painting appears<br />

to be of better quality.<br />

€ 15.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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111


350<br />

EDWAERT COLLIER,<br />

UM 1640 BREDA <strong>–</strong> 1708 LONDON, ZUG.<br />

Der Künstler war ab 1673 Mitglied der Lukasgilde in<br />

Leiden, Gemälde seiner Hand befinden sich im Rijksmuseum<br />

Amsterdam, im Museum Leiden sowie in<br />

New York.<br />

VANITAS-STILLLEBEN MIT VIOLINE, BÜCHERN,<br />

KARTEN UND KERZE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

76 x 62 cm.<br />

In einem dunklen Innenraum mit einem auf der Mitte<br />

nach rechts zur Seite gerafften Vorhang eine große<br />

marmorne Tischplatte, über der zum Großteil ein weinrotes<br />

samtiges Tuch mit gold-silbernen Fransen liegt,<br />

bei dem linksseitig ein Maskaron im unteren Bereich<br />

herausragt. Auf dem Tisch selbst ein aufgeschlagenes<br />

Buch mit der Beschreibung der Welt, in dem erkennbaren<br />

Asien und Afrika genannt werden. Ein weiteres<br />

geschlossenes Buch, aus dem ein Zettel heraushängt,<br />

auf dem „VANITAS“ zu lesen ist und auf dem eine<br />

prachtvolle Violine steht. Des Weiteren sind darauf zu<br />

erkennen ein Bündel mit Karten, Rauchutensilien und<br />

ein langes weißes Pfeifchen, ein über den Rand hängendes<br />

Notenheft sowie ein weiteres kleines Blatt<br />

Papier aus dem Buch mit der Aufschrift „HAEC MEA<br />

VOLUPTAS“. Ein mit Rotwein gefülltes Glas sowie<br />

eine erloschene Kerze, ein deutliches Vanitas-Symbol,<br />

sind ebenfalls auf dem Tisch zu finden. Qualitätvolle<br />

Malerei mit gekonnter Lichtinszenierung in der typischen<br />

bekannten Art des Künstlers.<br />

(13621237) (18)<br />

EDWAERT COLLIER,<br />

CA. 1640 BREDA <strong>–</strong> 1708 LONDON, ATTRIBUTED<br />

VANITAS STILL LIFE WITH VIOLIN, BOOKS, CARDS,<br />

AND CANDLES<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

76 x 62 cm.<br />

€ 18.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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351<br />

PHILIPP FERDINAND DE HAMILTON,<br />

1664 BRÜSSEL <strong>–</strong> 1750 WIEN, ZUG.<br />

Der Künstler war ein in Österreich tätiger Maler aus<br />

den südlichen Niederlanden des 18. Jahrhunderts.<br />

Von 1705-1750 war er Hofmaler in Wien und ist wie<br />

sein Bruder Johann Georg de Hamilton (1672-1737)<br />

für Jagdszenen bekannt.<br />

LANDSCHAFT MIT JAGDHUND AN EINEM<br />

WASSER BECKEN<br />

Öl auf zweiteiliger Holzplatte, teils parkettiert.<br />

54 x 42,5 cm.<br />

In Prunkrahmen.<br />

Beigegeben ein kurzer Bericht mit Benennung von Dr.<br />

Alexandre Sonoc, Chefkonservator des Museums<br />

Baron Samuel von Brukenthal, Sibiu, der das Gemälde<br />

dem Künstler zuschreibt und als Darstellungsthema<br />

eine Fabel von Aesop (185) benennt.<br />

Landschaft mit Gebäuden und den Resten eines<br />

Gatters. Vor einem in den Himmel ragenden breiten<br />

Baum ein gefleckter Jagdhund mit einem Rippenstück<br />

im Maul, am hölzernen Rand eines mit Schilf<br />

bewachsenen Wasserbeckens stehend und aufmerksam<br />

sein Spiegelbild darin betrachtend. Malerei in der<br />

Manier des bekannten Malers. Vertikal rest.<br />

PHILIPP FERDINAND DE HAMILTON,<br />

1664 BRUSSELS <strong>–</strong> 1750 VIENNA, ATTRIBUTED<br />

The artist from the Southern Netherlands was active<br />

in Austria in the 18th century. From 1705 to 1750 he<br />

was appointed a court painter in Vienna and like his<br />

brother Johann Georg de Hamilton (1672 - 1737) he is<br />

known for his hunting scenes.<br />

LANDSCAPE WITH HOUND AND A WATER BASIN<br />

Oil on two-part panel, partially parquetted.<br />

54 x 42.5 cm.<br />

Accompanied by a short report by Dr. Alexandre<br />

Sonoc, chief conservator of the Baron Samuel von<br />

Bruken-thal Museum, Sibiu, who attributes the painting<br />

to the artist and names a fable by Aesop (185) as<br />

the sub-ject of the depiction.<br />

Literatur:<br />

Emile Chambry. Fables d`Esope. Edition des Belles<br />

Lettres, Chambéry 1927, Fable 185, p.81.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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352<br />

FRANKO-FLÄMISCHER MALER<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

PORTRAIT EINER DAME<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

67 x 54,5 cm.<br />

Gerahmt.<br />

Vor grauem Hintergrund mit nach links oben gerafftem<br />

Vorhang das Brustbildnis einer Dame leicht nach rechts<br />

mit in Locken gelegtem Haar, schwarzem Schleier und<br />

einem edlen schwarzen Gewand, das im Bereich des<br />

Dekolletés mit Spitze verziert ist. Zudem trägt sie unterhalb<br />

des Dekolletés am Übergang zwischen Spitze und<br />

Kleid eine wertvolle, mit Edelsteinen und drei Tropfen<br />

verzierte lange Brosche. Um den Hals, einen seitlich<br />

abstehenden weißen Kragen, unter dem eine Perlenkette<br />

und die gebundenen Enden ihrer Kopfbedeckung<br />

hervorblicken. Sie hat ein schmales Gesicht, rote<br />

Lippe, leicht gerötete Wangen und mit ihren glänzenden<br />

Augen schaut sie würdevoll aus dem Gemälde<br />

heraus. Vereinzelt Retuschen.<br />

(1362128) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Provenienz:<br />

Sammlung Nieuwenhuys, Brüssel bis 1883<br />

Sammlung Baron Léon de Somzée (1883-1901),<br />

Hotel de Somzée, Brüssel<br />

Literatur:<br />

Emile Chambry. Fables d‘Esope. Edition des Belles<br />

Lettres, Chambéry 1927, Fable 185, S.81.<br />

(1361172) (18)<br />

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113


353<br />

PIETER DE HOOCH,<br />

1629 ROTTERDAM <strong>–</strong> 1684 AMSTERDAM, KREIS DES<br />

KAVALIER EINER DAME BEIM SCHUHE ANZIEHEN<br />

HELFEND<br />

Öl auf Holz.<br />

37 x 43,5 cm.<br />

In großem vergoldeten Prunkrahmen.<br />

In einem Innenraum mit gehobener Ausstattung eine<br />

junge Frau, auf einem Stuhl nach rechts sitzend, in<br />

silbrig glänzendem langen Rock und ockerfarbenem<br />

Oberteil, einen Fuß ausgestreckt. Ein vor ihr kniender<br />

junger Kavalier hilft ihr gerade dabei einen Schuh anzuziehen<br />

und blickt sie dabei verliebt an. Die junge<br />

Frau, in ihrer rechten Hand den zweiten Schuh haltend,<br />

erwiedert seinen Blick. Hinter beiden, vor einer Wand<br />

mit wertvoll besticktem Brokatvorhang, ein großes<br />

dunkelgrünes Bett mit Baldachin stehend und an der<br />

Wand rechts ein kleines Gestell mit wertvollem Porzellan.<br />

Hinter der jungen Frau, unterhalb eines geöffneten<br />

Fensters, durch das man auf den hellblauen, fast<br />

wolkenlosen Himmel blickt, ein großer mit weißer Decke<br />

belegter Tisch, auf dem zahlreiche Gegenstände der<br />

Frau zu finden sind: Unter anderem ein Kästchen mit<br />

darüberhängendem Schmuck, diverse Schmuckstücke<br />

und Perlen auf dem Tisch, ein Brief, Bürsten, Schälchen,<br />

eine Schere sowie ein Federkiel und ein kleines<br />

rötliches Kissen. Hinter dem Spiegel einige Karten<br />

und eine silber glänzende Schale mit kleiner Kanne.<br />

Auf einem rot gedeckten Hocker im linken Vordergrund<br />

zudem ein aufgeschlagenes Notenheft und eine hölzerne<br />

Flöte. Feine Malerei mit vielen Details, zu denen<br />

auch ein kleines Hündchen am Boden neben dem<br />

Rock der Frau gehört.<br />

(13620316) (18)<br />

PIETER DE HOOCH,<br />

1629 ROTTERDAM <strong>–</strong> 1684 AMSTERDAM, CIRCLE<br />

OF<br />

GENTLEMAN HELPING A LADY TO<br />

PUT HER SHOES ON<br />

Oil on panel.<br />

37 x 43.5 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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115


354<br />

SCHULE DES ANTHONIUS VAN DYCK (1599-1641),<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

PORTRAIT EINES ELEGANTEN MANNES<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

77,5 x 65 cm.<br />

In Prunkrahmen.<br />

Der Dargestellte, in gemaltem Hochoval wiedergegeben,<br />

im Profil nach rechts, den Kopf jedoch leicht gewendet<br />

und mit seinen dunklen glänzenden Augen aus<br />

dem Bild herausblickend. Er hat schulterlanges, leicht<br />

gewelltes, lockiges Haar, einen gestutzten Spitzbart,<br />

rote Lippen und einen glänzenden weißen Kragen auf<br />

seiner schwarzen Tuchkleidung. Seinen linken Arm hat<br />

er leicht erhoben, über den wohl ein dunkler Mantel<br />

hängt, und mit dem Zeigefinger seiner Hand scheint<br />

er auf sich selbst zu weisen. Feine charakterisierende<br />

Darstellung, ganz in der Art des Anthonius van Dyck,<br />

mit gekonnt gesetzter Lichtinszenierung bei der die<br />

rechte Gesichtshälfte, der rechte Kragenteil und die<br />

Hand durch die hellere Beleuchtung besonders hervorgehoben<br />

werden. Vereinzelt Retuschen.<br />

(13619613) (1) (18)<br />

SCHOOL OF ANTHONIS VAN DYCK (1599-1641),<br />

17TH CENTURY<br />

PORTRAIT OF AN ELEGANT MAN<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

77.5 x 65 cm.<br />

€ 10.000 - € 14.000<br />

Sistrix<br />

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355<br />

NICOLAES MAES,<br />

1634 DORDRECHT <strong>–</strong> 1693 AMSTERDAM, ZUG.<br />

PORTRAIT EINES ELEGANTEN HERREN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

52 x 42 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Dreiviertelbildnis eines Mannes vor einer Steinbrüstung<br />

mit auffällig überlangen, gewellten dunkelblonden<br />

Haaren, der sich rechtsseitig locker mit seinem linken<br />

Arm an die Basis einer großen Säule gelehnt hat. Im<br />

Hintergrund hängt ein großer dunkelroter Vorhang<br />

herab, der die Säule teils umwickelt, während links<br />

im Hintergrund eine Landschaft unter hohem Himmel<br />

zu sehen ist. Der Dargestellte trägt einen weiten<br />

Morgenmantel mit braunem Stoffrand, in den er seine<br />

linke Hand vor der Brust eingesteckt hat, zudem ein<br />

weißes Hemd, zusammengehalten mit einem goldenen<br />

Schmuckstück. Mit seinen großen dunklen Augen<br />

schaut er aufmerksam aus dem Gemälde heraus.<br />

(13621330) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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117


356<br />

GUILLIAM VAN DEYNUM D. J.,<br />

VOR 1620 ANTWERPEN <strong>–</strong> VOR 1668<br />

STILLLEBEN MIT ZITRONEN UND KÜRBIS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

31 x 43 cm.<br />

Links unten auf Tischkante signiert.<br />

In dekorativem schwarzem Rahmen.<br />

Beigegeben eine Expertise von Didier Bodart vom<br />

12. Juli 2010, in Kopie.<br />

In einem dunklen Inneraum auf einer alten Holzplatte,<br />

die nahe der rechten Seiten mit einem faltenreichen<br />

Samttuch bedeckt ist, die sorgsam arrangierten Objekte:<br />

Im Zentrum eine angeschnittene Zitrone, deren<br />

leuchtend gelbe Schale teils über die Tischkante hinweg<br />

hängt, dahinterliegend eine weitere Zitrone,<br />

rechts zwei dunkelrote Pflaumen, dahinter ein großer<br />

Kürbis und links von ihm Rispen mit hellen und<br />

dunklen Weintrauben. An der vorderen rechten Tischecke<br />

liegend zudem ein erlegter Vogel mit braunem<br />

schwarzgetupftem Gefieder und hellem Brustbereich.<br />

Malerei in der typischen Manier des Stilllebensmalers,<br />

der in den 1650er-Jahren in Antwerpen tätig<br />

war und der manchmal mit dem gleichnamigen flämischen<br />

Portraitmaler verwechselt wird.<br />

(1351117) (18)<br />

GUILLIAM VAN DEYNUM THE YOUNGER,<br />

BEFORE 1620 ANTWERP <strong>–</strong> BEFORE 1668<br />

STILL LIFE WITH LEMONS AND PUMPKIN<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

31 x 43 cm.<br />

Signed on edge of the table lower left.<br />

Accompanied by an expert’s report by Didier Bodart,<br />

dated 12 July 2010, in copy.<br />

€ 5.000 - € 8.000<br />

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357<br />

JAN PAUWEL GILLEMANS D. Ä.,<br />

1618 <strong>–</strong> UM 1680, ZUG.<br />

STILLLEBEN MIT AUSTERN UND FRÜCHTEN<br />

IN ABENDLICHER LANDSCHAFT<br />

Öl auf Leinwand.<br />

41,5 x 61 cm.<br />

JAN PAUWEL GILLEMANS THE ELDER,<br />

1618 <strong>–</strong> CA. 1680, ATTRIBUTED<br />

STILL LIFE WITH OYSTERS AND FRUIT IN EVENING<br />

LANDSCAPE<br />

Oil on canvas.<br />

41.5 x 61 cm.<br />

Vor braunem, hügeligen Hintergrund eine flache Zinnschale,<br />

darauf geöffnete Austern, einige glänzende<br />

Kirschen, davor ein paar Misteln und eine angeschnittene<br />

Feige. Hinter der Platte liegend ein kleiner Zweig<br />

mit Pflaumen, helle und dunkle Traubenrispen, eine<br />

leuchtende Orange, ein Paar Äpfel, ein helles Brot, dazwischen<br />

arrangiert einige grüne Zweige. Rechtsseitig<br />

eine weiß-blaue Fayence-Schale, gefüllt mit<br />

leuchtenden Erdbeeren, daneben weitere Weintrauben<br />

und einige Orangen liegend. Im Hintergrund<br />

rechts Blick auf den abendlichen Himmel mit den letzten<br />

rötlichen Streifen der untergegangenen Sonne.<br />

Feine farbenfrohe Malerei in der typischen Manier<br />

des bekannten Künstlers.<br />

(13511111) (18)<br />

€ 5.000 - € 8.000<br />

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119


358<br />

GENUESER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

ALLEGORIE DES RAUSCHES<br />

GENOESE SCHOOL, 17TH CENTURY<br />

ALLEGORY OF DRUNKENNESS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

93 x 80 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

In Nahsicht vor beige-braunem Hintergrund drei fröhlich<br />

nebeneinanderstehende Männer, von denen der<br />

Mittlere eine glänzende Schale und eine geöffnete,<br />

bastummantelte bauchige Weinflasche in seinen Händen<br />

hält, deren Inhalt sie wohl gerade geleert haben.<br />

Der ältere Herr in der Mitte in vornehmer Kleidung mit<br />

roter, durch eine goldene Brosche verzierter Kopfbedeckung,<br />

hat durch den Alkoholgenuss leicht gerötete,<br />

glasige Augen, mit denen er seinen links, leicht<br />

verschattet stehenden Nachbarn anblickt, der mit geschlossenen<br />

Augen und weit geöffnetem Mund laut<br />

singt. Auch der rechtsseitige stehende Mann scheint<br />

in den Gesang einzustimmen; seine Augen sind leicht<br />

verdreht und glasig. Die Darstellung zeigt anschaulich<br />

auf leicht humorige Weise die Wirkungen eines<br />

Alkoholrausches. Qualitätvolle Malerei mit gekonnter<br />

Hell-Dunkel-Führung.<br />

(1360371) (18)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

93 x 80 cm.<br />

€ 7.500 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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359<br />

VINCENT ADRIAENSSEN,<br />

GENANNT „IL MANCIOLA“,<br />

1595 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1675 ROM, ZUG.<br />

ANTIKE SCHLACHT ZWISCHEN RÖMERN<br />

UND BARBAREN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

73 x 92 cm.<br />

Gerahmt.<br />

Beigegeben eine Expertise von Dott. Cav. Arabella<br />

Cifani, Perito d‘Arte Tribunale di Torino, mit Vergleichsverweisen<br />

und ausführlichen Literaturangaben, in<br />

Kopie.<br />

Der flämische Maler war der Bruder von Alexander<br />

Adriaenssen, einem Stilllebenmaler, und Niclaes Adriaenssen,<br />

einem Porträtisten. Während er hielt sich<br />

mehrere Jahre, zwischen 1625/1645 und 1661/1675<br />

in Rom auf, arbeitete 1642/1645 und im Jahr 1648 in<br />

Paris, wo er für seine großen Schlacht- und Jagdszenen<br />

geschätzt wurde. Seine Schlachtenbilder und<br />

Kampfszenen weisen stets eine Dynamik auf, was<br />

den Darstellungen höchste Lebendigkeit verleiht.<br />

Auch in dieser Szene werden die Kämpfenden aufgetürmt<br />

dargestellt, mit Fellen als Barbaren erkennbar<br />

umringen sie einen römischen Reiter, während sich<br />

der Kampf im niedrigeren Gelände unterhalb eines<br />

Burgberges im Hintergrund fortsetzt. Rest. A.R.<br />

(1361841) (11)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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121


360<br />

KAREL SKRÉTA,<br />

1610 PRAG <strong>–</strong> 1674 EBENDA, ZUG.<br />

DER LAUTENSPIELER<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

90 x 74 cm.<br />

In plastisch verziertem und bronziertem Rahmen.<br />

Halbbildnis eines schwarz gekleideten Musikanten,<br />

auf einem Stuhl sitzend. Der Mann mit weißem, kurzem<br />

Kragen, langem braunem Haar und großem Hut. Das<br />

Gesicht dem Betrachter zugewandt, in den Händen<br />

eine Laute. Vor die Gestalt ein gemaltes durchsichtiges<br />

Seidentuch gelegt, dessen herabfallende Falten<br />

und Umschlag hell aufleuchten. Möglicherweise ist<br />

dies ein Hinweis dafür, dass es sich um ein posthumes<br />

Portrait des Dargestellten handelt.<br />

(13619610) (1) (13)<br />

KAREL SKRÉTA,<br />

1610 PRAGUE <strong>–</strong> 1674 IBID., ATTRIBUTED<br />

THE LUTE PLAYER<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

90 x 74 cm.<br />

€ 10.000 - € 14.000<br />

Sistrix<br />

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361<br />

NIEDERLÄNDISCHER MALER<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DAMENPORTRAIT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

128 x 102 cm.<br />

Verso mit altem Galerieetikett.<br />

In ornamental verziertem gekehltem Rahmen.<br />

Vor einem roten Vorhang mit Ausblick auf eine Rundsäule<br />

und Orangenbaum mit dahinterliegendem parkähnlichem<br />

Grundstück mit einem angedeuteten Pavillion<br />

sitzt das Dreiviertelprotrait einer Dame, nach links<br />

gerichtet, auf einem rot bedeckten Tisch eine Orange<br />

berührend. Der Orangenbaum war ein direkter Verweis<br />

auf die Dargestellte, nämlich ein Mitglied der<br />

Königlichen Familie Orange bzw. des Hauses Oranien.<br />

Der Gesichtsausdruck ähnelt etwa der Prinzessin<br />

Marie von Oranien-Nassau. Minimal besch.<br />

Provenienz:<br />

The Bute Gallery, London.<br />

(13619611) (1) (13)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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123


362<br />

BENJAMIN GERRITSZ CUYP,<br />

1612 <strong>–</strong> 1652, ZUG./ KREIS DES<br />

SCHREIBENDER ORIENTALE<br />

Öl auf Holz, im Oktagon.<br />

24,5 x 18,5 cm.<br />

Verso mit verschiedenen Etiketten u.a. einer Sammlungsnummer<br />

„255“.<br />

Im ornamental verziertem und vergoldetem Rahmen.<br />

Literatur:<br />

Vgl. das Gemälde von Gerrit Laurens Keultjes (1786-<br />

1821) mit einer Kopie nach Benjamin Gerrisz Cuyp<br />

im Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam,<br />

welches sich in einer Privatsammlung in Mantua<br />

befindet, in: Ilone and George Kremer, Heirs of the<br />

Dutch Golden Age Exhibition: 27. Oktober 2011 <strong>–</strong><br />

25. März 2012, in der Pinakothek Paris, S. 80-81.<br />

(1351115) (13)<br />

€ 3.000 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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363<br />

DEUTSCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

VERLIEBTES PAAR MIT MÄDCHEN<br />

UND LIEGENDEM SCHAF<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

90 x 72 cm.<br />

Vor dunklem Hintergrund ein junger stehender Mann<br />

mit gebräunter Haut und weißem Hemd, der sich<br />

leicht an eine links von ihm stehende junge Frau<br />

schmiegt und sie mit leicht geöffnetem Mund und<br />

leuchtenden Augen verliebt anblickt. Die junge Frau in<br />

braunem Gewand mit tiefem Dekolleté und heller<br />

Haut schaut mit leicht geschmeicheltem Blick aus<br />

dem Bild heraus. Rechts vor den beiden stehend ein<br />

junges Mädchen mit blonden Haaren und geröteten<br />

Wangen, sieht verschmitzt die junge Frau an. Dabei<br />

streichelt sie mit ihrer rechten Hand ein großes, vor<br />

ihnen auf einer Brüstung liegendes Schaf, das um den<br />

Hals mit einer Blumengirlande geschmückt ist und<br />

aus dem Bild herausschaut. Harmonische einfühlsame<br />

Darstellung in zurückhaltender Farbigkeit.<br />

(1360174) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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364<br />

DOMENICO FETTI,<br />

UM 1589 <strong>–</strong> 1624, ZUG./ WERKSTATT DES<br />

DIE MELANCHOLIE<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

76 x 45 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

In einem Innenraum eine junge Frau in edlem Gewand<br />

mit langem, seitlich herabhängendem Haar, vor<br />

einer alten Truhe kniend. In ihrer rechten Hand hält sie<br />

ein aufgeschlagenes Buch, ihre Linke stützt den Kopf<br />

ab und mit halb geschlossenen Augen scheint sie in<br />

dem Buch zu lesen. Im Vordergrund ein kleiner angeleinter<br />

Hund und diverse, sorgsam platzierte Gegenstände,<br />

zu denen unter anderem gehören: Eine Palette,<br />

ein Bündel Pinsel, aufgeschlagene wissenschaftliche<br />

Bücher, eine kleine Skulptur, ein aufgeschlagenes<br />

Notenheft und ein Winkel. Vor ihr auf einem Schrank<br />

stehend eine Sanduhr sowie hinter ihr auf einem hohen<br />

Schrank ein Globus. Detailreiche Malerei in zurückhaltender<br />

Farbgebung.<br />

Anmerkung:<br />

Das Originalgemälde des Künstlers, jedoch Öl auf<br />

Leinwand und mit diversen Änderungen (so hält auf<br />

dem Original die junge Frau einen Schädel vor sich<br />

und im Hintergrund links ist ein Blick in eine weite<br />

Landschaft zu erkennen), hat die Maße 172,5 x 128,2<br />

cm und befindet sich im Louvre in Paris.<br />

(1360873) (3) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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125


365<br />

SPANISCHE SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

GRUPPE VON MUSIKANTEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

98 x 127 cm.<br />

Bei dem vorliegenden Gemälde handelt es sich wohl<br />

um ein Fragment eines größeren Gemäldes. Im Vordergrund<br />

ein gut gekleideter Mann, auf einer großen<br />

Mandoline spielend, die er vor seiner Brust festhält.<br />

Er hat die Augen geschlossen und scheint dem Klang<br />

seiner Musik zu lauschen. Hinter ihm eine Frau mit<br />

einem Instrument mit kleinen goldenen Glöckchen<br />

sowie im Hintergrund weitere Figuren, von denen<br />

eine eine Taube hält. Im Vordergrund links ein Junge<br />

in eleganter grün-weißer Kleidung, der eine große<br />

goldfarbene Schale hält, um damit Geld für die Musikanten<br />

einzusammeln. Er hat strahlende Augen und<br />

mit geöffnetem Mund lächelt er freudig aus dem Bild<br />

heraus. Neben ihm ein weiterer stehender Mann, in<br />

seiner rechten Hand eine große rote Blume haltend,<br />

auf die er mit den Fingern seiner Linken verweist. Im<br />

Hintergrund links ein Podest, auf dem rote, mit Goldband<br />

verzierte Kissen liegen, worauf wohl eine höher<br />

gestellte Persönlichkeit steht, von der jedoch nur der<br />

untere Teil eines weißen Umhangs mit Goldborte zu<br />

erkennen ist.<br />

(1361854) (3) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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366<br />

SPANISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN IN PRUNKSCHALE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

35 x 49 cm.<br />

In breitem dekorativen teilvergoldeten Prunkrahmen.<br />

Vor dunklem Hintergrund auf einer teils hell beleuchteten<br />

Platte stehend eine Prunkschale im manieristischen<br />

Stil mit teilvergoldetem Stand, vergoldeten<br />

Griffen und Grotesken. Darin diverse leuchtende<br />

Früchte, wie Äpfel und Birnen. Linksseitig in der Schale<br />

liegend ein geöffneter Granatapfel mit leuchtend<br />

roten Kernen sowie rechtsseitig zwei halb verwelkte<br />

kleine Blumen. Feine Malerei mit starken Hell-Dunkel­<br />

Kontrasten.<br />

(1361731) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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127


367<br />

MARIO MINNITI,<br />

1557 SYRAKUS <strong>–</strong> 1640 EBENDA, ZUG.<br />

Der Maler steht biografisch wie auch stilistisch in<br />

engem Zusammenhang mit dem berühmten Michelangelo<br />

Merisi, genannt Caravaggio, (1570/71 <strong>–</strong> 1610).<br />

Als Jüngling stand der spätere Maler Modell für Caravaggio<br />

zu zahlreichen seiner Gemälde, wie etwa die<br />

„Musikanten“ oder „Knabe mit Fruchtkorb“. Ganz im<br />

engen Freundeskreis ging er <strong>–</strong> aufgrund der drohenden<br />

Verurteilung Caravaggios und dessen Flucht aus<br />

Rom <strong>–</strong> mit ihm nach Sizilien. In Syrakus richtete Minniti<br />

sein eigenes Atelier ein und wirkte ganz in seines<br />

Lehrers Stil. Er übernahm die Hell-Dunkel-Malerei des<br />

Caravaggismus und war zusammen mit Alonso Rodriguez<br />

(1578 <strong>–</strong> 1648) wohl der wichtigste Vertreter dieses<br />

Stils auf Sizilien.<br />

DER KREUZ TRAGENDE CHRISTUS<br />

MARIO MINNITI,<br />

1557 SYRACUSE <strong>–</strong> 1640 IBID., ATTRIBUTED<br />

Biographically and stylistically, the painter is closely<br />

related to the famous painter Michelangelo Merisi,<br />

known as Caravaggio, (1570/71 <strong>–</strong> 1610).<br />

As a young man, the later painter served as a model<br />

for many of Caravaggio’s paintings, such as the paintings<br />

titled Musicians or Boy with a Basket of Fruit. As<br />

he was very close to his circle of friends, he went to<br />

Sicily with Caravaggio due to the threat of his conviction<br />

and his subsequent flight from Rome. Minniti set<br />

up his own studio in Syracuse and his work was entirely<br />

committed to his teacher’s style. He adopted<br />

chiaroscuro painting of Caravaggism and, together<br />

with Alonso Rodriguez (1578 <strong>–</strong> 1648), was probably<br />

the most important representative of this style in Sicily.<br />

CHRIST BEARING THE CROSS<br />

Öl auf Leinwand.<br />

73 x 95 cm.<br />

Gerahmt.<br />

In Nahsicht der nach links gebeugt schreitende Christus<br />

in ockerfarbenem Gewand, auf seinem Rücken<br />

das schwere Holzkreuz tragend. Er hat ein fahles Gesicht,<br />

vor Schmerz halb geschlossene Augen und<br />

trägt auf seinem Haupt die Dornenkrone. Vor ihm und<br />

seitlich von ihm stehend drei Soldaten in glänzenden<br />

Rüstungen mit Helm. Hinter ihm stehend mit Turban<br />

wohl Simon von Cyrene, der ihm bei der Kreuztragung<br />

hilft. Hell-Dunkel-Malerei in der Manier des Künstlers.<br />

Vereinzelt Kratzsp.<br />

(1360361) (18)<br />

Oil on canvas.<br />

73 x 95 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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368<br />

HENDRICK VAN SOMER,<br />

UM 1615 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1684/85 NEAPEL, ZUG.<br />

1624 kam Hendrick van Somer als 17-jähriger nach<br />

Neapel. Der bedeutende Historiker des 18. Jahrhunderts<br />

Bernardo De Dominici zählte ihn zu den Schülern<br />

und Nachfolgern Jusepe de Riberas (1591-1652),<br />

ein Ruf, der van Somer seither in die Nähe des spanischen<br />

Meisters rückt. Er gehört wohl zu den bedeutendsten<br />

der zahlreichen flämischen Maler, die in Neapel<br />

in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts tätig<br />

waren.<br />

DER HEILIGE HIERONYMUS<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

69 x 53 cm.<br />

In goldfarbenem Rahmen.<br />

In Nahsicht vor beigem Hintergrund, der auf eine<br />

Höhle hinweisen könnte, in die sich der Kirchenvater<br />

als Eremit zurückgezogen hat, der Heilige Hieronymus<br />

mit lockigem langem Vollbart und freier Stirn und<br />

Halbglatze, der Oberkörper lediglich mit einem leuchtend<br />

roten Umhang teils bekleidet. Er hält in seinen<br />

Händen vor sich ein Kruzifix mit dem darauf befestigten<br />

Corpus Christi, das er mit seinen dunklen Augen<br />

aufmerksam betrachtet. Einfühlsame Malerei in der<br />

typischen Manier des Künstlers. Teils rest.<br />

(1360411) (18)<br />

HENDRICK VAN SOMER,<br />

CA. 1615 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1684/85 NAPLES,<br />

ATTRIBUTED<br />

SAINT JEROME<br />

Oil on panel. Parquetted.<br />

69 x 53 cm.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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129


369<br />

CONRADO GIAQUINTO<br />

1703 <strong>–</strong> 1765, ZUG.<br />

ALLEGORISCHE FIGUR DER JUSTITIA<br />

CONRADO GIAQUINTO<br />

1703 <strong>–</strong> 1765, ATTRIBUTED<br />

ALLEGORICAL FIGURE OF JUSTICE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

114 x 81 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Vor Landschaft mit Wolkenhintergrund die allegorische<br />

Figur der Justitia als nach links sitzende Frau in<br />

antikem weiß-grünem Gewand mit rotem Umhang<br />

und Sandalen. Als Attribute hält sie in ihrer rechten<br />

erhobenen ausgestreckten Hand ein Flammenschwert,<br />

in der linken Hand eine Waage. Ein kleiner,<br />

fast nackter Putto spielt mit einer der Waagschalen.<br />

Sie trägt zudem auf ihrem Haupt eine goldene Krone<br />

als Würde der Gerichtsbarkeit und darüber schwebend<br />

die Taube des Heiligen Geistes. Malerische Darstellung<br />

einer für die Zeit beliebten Allegorie.<br />

(1362384) (18)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

114 x 81 cm.<br />

€ 14.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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370<br />

FRANZÖSISCHE SCHULE UM 1630,<br />

NACH CLAUDE VIGNON (1593-1670)<br />

DER HEILIGE HIERONYMUS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

123 x 90 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Vor dunkelbraunem unbestimmten Hintergrund, an<br />

einem Tisch sitzend, der alte Hieronymus mit langem<br />

grauen Bart und freiem Oberkörper, über seinem<br />

rechten Arm ein rotes Tuch hängend, das zu seiner<br />

linken Seite fortgeführt wird. Neben diesem Kleidungsstück<br />

vor ihm, als weiteres Attribut, ein roter Kardinalshut.<br />

Auf dem Tisch zudem ein Buch und mehrere<br />

Schriften, ein dunkles Tintenfass, dessen Federkiel er<br />

in seiner linken Hand hält und mit einem Messer in<br />

seiner Rechten gerade anspitzt. Auf dem Tisch zudem<br />

mehrere Vanitas-Objekte, darunter ein Schädel,<br />

eine Sanduhr und eine Kerze. Malerei mit starker<br />

Hell-Dunkel-Inszenierung, die an Caravaggio erinnert,<br />

allerdings eines eher ungewöhnlichen Motivs in der<br />

Darstellung des Heiligen Hieronymus.<br />

Anmerkung:<br />

Das vorliegende Gemälde ist eine Wiederholung des<br />

Gemäldes von Claude Vignon, das sich in einer Privatsammlung<br />

befand und als Leihgabe an das Fitzwilliam-<br />

Museum in Cambridge ging (siehe Katalog der Ausstellung<br />

Claude Vignon, 1593-1670, Tours, Musée des<br />

Beaux-Arts, 1993, Abb. Nr. 1). (1361351) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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131


371<br />

ITALIENISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

SCHLACHTENGETÜMMEL<br />

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.<br />

158 x 176 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Beigegeben eine Expertise von Didier Bodart, Rom,<br />

vom 10. Mai 2004, das Werk Francesco Casanova<br />

(1727 <strong>–</strong> 1802) zuschreibend, in Kopie.<br />

In großem Format zeigt sich ein Reitergefecht in heftiger<br />

Auseinandersetzung in teils geharnischten Körpern<br />

und teils zu Boden gegangenen Reitern und<br />

Pferden. Leinwand horizontal vernäht, exemplarisch<br />

gereinigt. Besch.<br />

ITALIAN SCHOOL, 17TH CENTURY<br />

BATTLE SCENE<br />

Oil on canvas. <strong>Old</strong> relining.<br />

158 x 176 cm.<br />

Accompanied by an expert’s report by Didier Bodart,<br />

Rome, dated 10 May 2004, in copy.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Literatur:<br />

Vgl. B. de Lances, A propos de la découverte d‘un<br />

tableau de F. - J. Casanova: La Bataille de Rocroi, In:<br />

Bulletin de la Société de l‘histoire de l‘art francais,<br />

1933, S. 160 <strong>–</strong> 164.<br />

R. Abirached, Le frère de Casanova, In: L‘Œil, Nr. 97,<br />

Januar 1963, S. 52 <strong>–</strong> 57.<br />

C. G. Marcus, Francesco Casanova, peintre européen,<br />

In: Art et curiosité, 1970.<br />

(1361633) (13)<br />

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Lot 371. Das Gemälde mit einigen durch einen Restaurator freigelegten, gereinigten Flächen.<br />

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133


372<br />

SIMON FLOQUET,<br />

1607 GENT <strong>–</strong> 1658 ANTWERPEN<br />

RAUB DER SABINERINNEN<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

76 x 92 cm.<br />

Unten mittig signiert, und datiert 1634.<br />

In breitem vergoldetem Rahmen.<br />

Szene der römischen mythologischen Geschichte in<br />

bewegter Wiedergabe. Vor einem Rundtempel mit<br />

Dreiecksgiebel und einem links stehenden Tempelgebäude<br />

mit Festons ergreifen die geharnischten<br />

römischen Soldaten sich wehrende junge Frauen.<br />

Rechts oben ein Jüngling mit Helm, Schwert und<br />

Schild sowie zwei weitere Männer, die im Kreis der<br />

Sabiner versuchen, ihre Frauen zu retten.<br />

SIMON FLOQUET,<br />

1607 GHENT <strong>–</strong> 1658 ANTWERP<br />

THE RAPE OF THE SABINE WOMEN<br />

Oil on panel. Parquetted.<br />

76 x 92 cm.<br />

Signed at centre below, and dated 1634.<br />

€ 40.000 - € 60.000<br />

Sistrix<br />

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Anmerkung:<br />

Floquet war Weinmeister der St. Lukas Gilde in Antwerpen<br />

vom 18. September 1634 - 18. September<br />

1635. Einflüsse des alles überflügelnden Rubens<br />

und seiner Werkstatt aber auch des Cornelis Schut<br />

sind gut zu erkennen.<br />

(1361167) (13)<br />

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373<br />

PIETER NEEFS D. J.,<br />

1620 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1675 EBENDA, UMKREIS DES<br />

Pieter Neefs d. J. lernte bei seinem Vater, dem bekannten<br />

Architekturmaler Pieter Neefs d. Ä. (um 1578 <strong>–</strong><br />

nach 1656). Er spezialisierte sich auf architektonische<br />

Themen, insbesondere auf gotische Kircheninterieure<br />

und einige Kerkerinterieure. Sein frühestes erhaltenes<br />

Werk stammt aus dem Jahr 1646. Viele seiner imaginären<br />

Kircheninterieure sind eine Nachbildung von Elementen<br />

der Antwerpener Kathedrale.<br />

INNERES EINER GROSSEN GOTISCHEN<br />

KATHEDRALE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

49 x 64,5 cm.<br />

Trägt Signatur.<br />

In vergoldetem, teils durchbrochenem Prunkrahmen.<br />

Altäre und des Kirchenschiffs verdeutlichen sollen. Jeweils<br />

links und rechts die in überwiegend grauer Farbgebung<br />

gehaltenen Seitenschiffe, während im Vordergrund<br />

ein zweifarbiger Schachbrettboden erkennbar<br />

ist, in dem diverse Grabplatten eingelassen wurden.<br />

Streng angelegte, geometrisch genaue Darstellung in<br />

Feinmalerei, in zurückhaltender Farbgebung und in<br />

der typischen Manier des bekannten Künstlers und<br />

seines Umkreises.<br />

(1361371) (1) (18)<br />

PIETER NEEFS THE YOUNGER,<br />

1620 ANTWERP <strong>–</strong> 1675 IBID., CIRCLE OF<br />

INTERIOR OF A LARGE GOTHIC CATHEDRAL<br />

Blick vom Querschiff der Kirche in das kahl wirkende<br />

hohe Längsschiff mit Lettner. Vor den rechtsseitigen<br />

Säulen jeweils ein hoher Altar mit Gemälde und zwei<br />

davorstehende, goldglänzende Kerzenleuchter. Zwei<br />

am linken Rand dieses Schiffes stehende Figuren leiten<br />

den Blick des Betrachters in den Innenraum mit<br />

mehreren Staffagefiguren, die die Übergröße der<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

49 x 64.5 cm.<br />

Bears signature.<br />

€ 15.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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374<br />

HIERONYMUS JANSSENS,<br />

AUCH „DEN DANSER“,<br />

1624 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1693 EBENDA<br />

War 1636 Lehrling des Christoffel van der Laemen<br />

und 1643 Meister der Lukasgilde. Werke seiner Hand<br />

in öffentlichen Museen wie Berliner Kunstgewerbemuseum,<br />

Braunschweig, Brüssel, Dünkirchen, Gent,<br />

Lille, Madrid, Paris etc.<br />

ELEGANTE GESELLSCHAFT IN EINEM INTERIEUR,<br />

DIE „LA MAIN CHAUDE“ SPIELT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

58 x 83 cm.<br />

Links unten signiert „H.Janssens. fecit“<br />

In einem hohen Innenraum eine elegante, wohl höfische<br />

Gesellschaft um einen Mann herum versammelt,<br />

der seinen Kopf nach vorne auf eine kleine Bank<br />

gebeugt hat neben einer jungen Frau und von einer<br />

weiteren stehenden Frau mit der ausgestreckten Hand<br />

auf den Rücken geschlagen bekommt. Sinn dieses<br />

Spieles ist es zu erraten, wessen Hand geschlagen hat.<br />

Rechtsseitig ein großes Bett mit grauem Baldachin in<br />

der Mitte eine geöffnete Eingangstür, linksseitig unterhalb<br />

eines großen Gemäldes eine lange Weiß bedeckte<br />

Tafel mit zwei Dienern und schließlich linksseitig ein<br />

elegantes Paar mit Kind vor einem großen Kamin sitzend<br />

und interessiert die spielende Gruppe betrachtend.<br />

Feine, qualitätvolle Malerei mit vielen Details,<br />

die Gesichter und das Inkarnat der Damen durch helle<br />

Beleuchtung besonders hervorgehoben.<br />

Anmerkung:<br />

Ein weiteres Gemälde des Künstlers mit einer elegan<br />

ten Gesellschaft mit Spiel befindet sich in einem<br />

Londoner Museum.<br />

(13621214) (18)<br />

HIERONYMUS JANSSENS,<br />

ALSO KNOWN AS “DEN DANSER”,<br />

1624 ANTWERP <strong>–</strong> 1693 IBID.<br />

ELEGANT PARTY IN AN INTERIOR, PLAYING<br />

“LA MAIN CHAUDE”<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

58 x 83 cm.<br />

Signed “H. Janssens. fecit” lower left.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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137


375<br />

GÉRARD THOMAS,<br />

1663 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1721 EBENDA, ZUG.<br />

JUNGE FRAU BEIM BESUCH EINES ARZTES UND<br />

ALCHEMISTEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

67 x 85 cm.<br />

Großer, mit zahlreichen Gegenständen eingerichteter<br />

Raum mit einem sitzenden Arzt, vor dem ein runder<br />

Tisch mit einer farbenfrohen, wertvollen Decke steht,<br />

auf dem sich ein großes aufgeschlagenes Buch und<br />

mehrere Gefäße befinden. Der Arzt betrachtet aufmerksam<br />

ein mit der linken Hand erhobenes, gefülltes<br />

Glas, um danach die junge, neben ihm stehende<br />

Frau über die vorliegende Schwangerschaft zu informieren.<br />

Rechts der Frau deren Mutter mit schwarzem<br />

Hut und äußerst kritischem Blick. Hinter dem Sitzenden<br />

ein Junge mit rotem Barett, der eine Keramikschale<br />

zu anderen, auf der linken Seite am Boden und<br />

auf Hockern stehenden Keramikgefäßen trägt.<br />

Rechtsseitig hinter der Gruppe ein Schrank mit mehreren<br />

gefüllten, unterschiedlich großen abgedeckten<br />

und verschlossenen Gefäßen, während nach links<br />

durch ein hohes Fenster und eine geöffnete Holztür,<br />

der Blick nach draußen führt. Auf dem Boden des Vordergrunds<br />

verteilt erneut diverse große und kleine<br />

Ton-, Keramik- und Glasgefäße, sowie ein großer stehender<br />

Globus mit Tierkreiszeichen. In der Mitte des<br />

Hintergrunds ein sitzender Mann, der wohl gerade<br />

einen Zahn gezogen bekommt, was weitere Um stehende<br />

verfolgen. Rechtsseitig ein Junge, der die Kohlen<br />

in einer hohen Schale mit einem Blase balg zum<br />

Glühen bringt. Malerei, bei der die Unter suchung<br />

des jungen schwangeren Mädchens im Vordergrund<br />

steht, in überwiegend beige-braunen und rötlichen<br />

Farbtönen mit vielen Details.<br />

GERARD THOMAS,<br />

1663 ANTWERP<strong>–</strong> 1721 IBID., ATTRIBUTED<br />

YOUNG WOMAN VISITING A DOCTOR AND<br />

ALCHEMIST<br />

Oil on panel. Relined.<br />

67 x 85 cm.<br />

The doctor is looking attentively at a filled glass raised<br />

in his left hand and informing the young woman standing<br />

next to him about her present pregnancy.<br />

Notes:<br />

An almost identical painting by the artist titled The<br />

Charlatan held at the Musée des Beaux-Arts in Dijon,<br />

France. Missing, among other things, is the boy on<br />

the right.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Anmerkung:<br />

Thematik des Gemäldes ist der Arztbesuch. Diabetes<br />

war schon damals als Volkskrankheit bekannt.<br />

Ärzte untersuchten den Urin, um seine verschiedenen<br />

Aspekte zu beurteilen und sie mussten ihn sogar<br />

probieren. Dies ist ein bedeutender Aspekt auf<br />

dem vorliegenden Gemälde, bei der Untersuchung<br />

des jungen schwangeren Mädchens.<br />

Ein fast identisches Gemälde des Künstlers, mit<br />

dem Titel „Der Scharlatan“, bei dem unter anderem<br />

der Junge rechts fehlt, befindet sich im Musée des<br />

Beaux-Arts, Dijon, Frankreich. (1362112) (1) (18)<br />

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139


376<br />

HENDRIK MAERTENSZ SORGH,<br />

UM 1611 <strong>–</strong> 1670<br />

ZWEISAMKEIT IN DER BAUERNSTUBE<br />

Öl auf Holz.<br />

35 x 50 cm.<br />

In ebonisiertem Profilrahmen.<br />

Wir danken Herrn Fred Meijer für die Bestätigung der<br />

Zuschreibung an den genannten Künstler.<br />

Ein rurales Interieur zeigt zwei im Mittelgrund sitzende<br />

Figuren unter einem Rauchfang, vor einem über dem<br />

Feuer hängenden Kochtopf. Im linken Vordergrund ein<br />

zu einem Stillleben verdichtetes Ensemble von Kohl,<br />

Fässern, Messinggefäßen und erlegtem Vieh, das uns<br />

ähnlich meisterlich etwa auch bei François Ryckhals<br />

begegnet.<br />

(1362123) (13)<br />

HENDRIK MAERTENSZ SORGH,<br />

CA. 1611 <strong>–</strong> 1670<br />

INTIMATE SCENE IN FARMHOUSE PARLOUR<br />

Oil on panel.<br />

35 x 50 cm.<br />

We would like to thank Mr Fred Meijer for his confirmation<br />

of the above artist.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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377<br />

HENDRICK DE VALK,<br />

AKTIV 1693 <strong>–</strong> 1717, ZUG.<br />

INTERIEUR MIT TANZ UM EINEN LEIERKASTEN-<br />

MANN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

57 x 67 cm.<br />

Links unten undeutlich signiert.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

In einem Innenraum wohl einer Taverne, ein älterer<br />

Musikus auf einem flachen Tisch stehend und mit<br />

einem Leierkasten, den er mit der Hand festhält, Musik<br />

auf spielend. Links hinter ihm fröhlich auf tanzende<br />

Paare, während rechtsseitig mehrere Kinder und ein<br />

verliebtes gut bekleidetes sitzendes Paar seiner Musik<br />

lauscht. Linksseitig im Vordergrund ein umgedrehtes<br />

Fass, mit einem Brett auf dem ein wertvoller Krug<br />

und eine Keramikschale stehen, links daneben ein sitzender,<br />

sich zurückwendender Mann der auf einen<br />

weiteren blickt der wohl zu viel Alkohl getrunken hat<br />

und von einer Frau den Kopf gehalten bekommt. Figurenreiche<br />

teils humorige Darstellung mit gekonnter<br />

Hell-Dunkel-Inszinierung. Vereinzelt rest.<br />

(1362115) (1) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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141


378<br />

JACQUES-WILLEM VAN BLARENBERGHE,<br />

UM 1679 <strong>–</strong> 1742<br />

Gemäldepaar<br />

SZENEN AUS DEM BÄUERLICHEN LEBEN<br />

Gouache.<br />

Durchmesser: 16,5 cm.<br />

Jeweils hinter Glas in Metallrahmen.<br />

Auf dem ersten Gemälde sind zahlreiche Figuren auf<br />

einem großen Platz, wohl anlässlich des Kirchweihfestes<br />

versammelt. Unter ihnen ein fröhlich tanzendes<br />

Bauernpaar, während die meisten sich zuprosten<br />

oder in ein Gespräch vertieft sind. Linksseitig ein großes<br />

altes Gebäude, flankiert von hohen, in den Himmel<br />

ragenden Bäumen. In der Ferne Blick auf weitere<br />

Figuren und eine bergige Landschaft, unter hohem<br />

Himmel im Licht der untergehenden Sonne. Auf dem<br />

weiteren Gemälde fällt der Blick in ein altes Gasthaus<br />

mit zahlreichen versammelten Figuren, teils auf Bänken<br />

sitzend. Im Vordergrund links mehrere stilllebenhaft<br />

präsentierte Gegenstände, darunter Schüsseln,<br />

Schalen und ein Korb. Nach links eine große Öffnung,<br />

durch die der Blick in einen weiteren Raum mit geöffnetem<br />

Fenster fällt. Figurenreiche Darstellungen<br />

in zurückhaltender Farbgebung, in der Manier des<br />

Künstlers. Im Randbereich teils berieben, eines mit<br />

leichten Kratzsp.<br />

(1351119) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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379<br />

CHRISTIAN REDER,<br />

1656 <strong>–</strong> 1729 ROM, ZUG.<br />

FRÖHLICHE GESELLSCHAFT BEI DER RAST AN<br />

EINEM ZELTLAGER<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

50 x 75 cm.<br />

In teilvergoldetem Rahmen.<br />

In bergiger Landschaft, unterhalb einer auf einer Anhöhe<br />

gelegenen Burg, ein Zeltlager, an dem eine Gesellschaft<br />

zur Rast Halt gemacht hat. Linksseitig,<br />

unterhalb eines halb verschattet liegenden Zeltes,<br />

bekommt ein Pferd gerade neue Hufeisen, während<br />

dahinter ein edel gekleideter Reiter mit Dreispitz auf<br />

einem Schimmel von einer jungen Frau ein gefülltes<br />

Glas erhält. Mittig zwei weitere stehende Pferde und<br />

ein größeres Zelt mit blau-gelben Streifen, das als<br />

Wirtszelt im Eingangsbereich gekennzeichnet ist. In<br />

der Mitte des Hintergrunds zwei fröhlich aufspielende<br />

Musikanten, zu deren Musik ein junges Paar tanzt.<br />

Erzählerische Darstellung in der bekannten Manier<br />

des Künstlers.<br />

(1360891) (18)<br />

CHRISTIAN REDER,<br />

1656 <strong>–</strong> 1729 ROME, ATTRIBUTED<br />

MERRY PARTY RESTING IN A TENT CAMP<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

50 x 75 cm.<br />

€ 7.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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143


380<br />

MALER UM 1700,<br />

NACH PETER PAUL RUBENS (1577<strong>–</strong>1740)<br />

PORTRAIT DER HELENE FOURMENT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

55,5 x 45,5 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Brustbildnis nach rechts der jungen Frau in edlem Gewand<br />

und mit wertvollem Schmuck. Das 65 x 50 cm<br />

und ca. 1630 entstandene Originalgemälde von Peter<br />

Paul Rubens befindet sich in den Royal Museums of<br />

Fine Arts of Belgium in Brüssel. Die Leinwand jeweils<br />

oben und unten erg., am Rand jeweils Spuren einer<br />

ehemaligen Rahmung.<br />

(1361972) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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Detail des Gemäldes<br />

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381<br />

MALER DES 17. JAHRHUNDERTS,<br />

SCHULE DES PETER PAUL RUBENS,<br />

(1577 <strong>–</strong> 1640)<br />

DAS MARTYRIUM JOHANNES DES TÄUFERS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

49 x 31 cm.<br />

In ikonographisch seltener Weise wird hier die Enthauptungsszene<br />

voller Drastik vorgeführt. In der Mitte,<br />

von einigen Frauen umgeben, steht Salome in einem<br />

eleganten roten Gewand und einem mit farbigen Federn<br />

besetzten Hut auf ihrem Kopf. Ihr gegenüber<br />

steht der Henker mit Schwert, in seiner linken Hand<br />

ihr das Haupt Johannes des Täufers überreichend, für<br />

das sie eine breite glänzende Schale in ihren Händen<br />

hält. Der enthauptete Körper des Johannes am Boden<br />

liegend, dem Betrachter entgegengerichtet, bei dem<br />

aus der Halswunde reichlich Blut läuft. Über Salome<br />

zwei schwebende Putti, einer von ihnen eine geflochtene<br />

Krone und einen Palmwedel als Zeichen für das<br />

Martyrium haltend. Die teils skizzenhafte Darstellung<br />

könnte darauf hindeuten, dass das vorliegende Werk<br />

als Bozzetto für ein größeres Gemälde gedacht war.<br />

(1361834) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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145


382<br />

MALER AUS DEM KREIS DER BAMBOCCIANTI<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

BEKEHRUNG ZUM CHRISTENTUM<br />

Öl auf Leinwand.<br />

63,5 x 52,5 cm.<br />

Oberhalb des Torbogens unleserlich bezeichnet.<br />

Ungerahmt.<br />

Unter hohem graublauen Himmel, vor den Toren von<br />

Rom, ein barfüßiger Mönch in Begleitung eines kleinen<br />

Hundes, der gerade versucht eine kniende Römerin<br />

davon abzubringen wohl ein Brandopfer vor einer Statue<br />

darzubringen. Neben der Frau ein kleiner Junge, in<br />

seinen Händen mehrere Holzscheite haltend und<br />

dabei den bärtigen Mann nachdenklich anblickend.<br />

Stimmungsvolle Malerei mit feiner Lichtinszenierung.<br />

Vereinzelt rest.<br />

(1361924) (1) (18)<br />

PAINTER FROM THE CIRCLE OF THE<br />

BAMBOCCIANTI, 17TH CENTURY<br />

CONVERSION TO CHRISTIANITY<br />

Oil on canvas.<br />

63.5 x 52.5 cm.<br />

Above the archway illegible inscribed.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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383<br />

JAKOB FERDINAND SAEYS,<br />

1658 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1725/1726 WIEN, ZUG.<br />

Der Maler ließ sich 1672 bis 1673 bei Wilhelm Schubert<br />

von Ehrenberg (1630-1676) in den Kenntnissen<br />

der Perspektive und Architekturmalerei unterrichten,<br />

wurde 1679/80 Mitglied der Lukasgilde in Antwerpen,<br />

1684 war er letztmals im Raum Flandern in Mechelen<br />

nachgewiesen. Noch 1726 wird er als in Wien verheiratet<br />

erwähnt.<br />

BLICK AUF EINE FANTASTISCHE<br />

PALASTARCHITEKTUR MIT FIGUREN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

67 x 82 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Unter hohem türkisfarbenen Himmel mit dicken Wolkenformationen<br />

die fantastische Schlossarchitektur mit<br />

hohen Bögen, und schwarz-weiß geäderten Marmorsäulen,<br />

darunter und davor mehrere orientalisch gekleidete<br />

Figuren mit weißem Turban. Des Weiteren<br />

rechtsseitig auf dem zum Innenhof gehörenden<br />

schwarz­ weiß gefliesten Boden sitzend eine junge<br />

Frau in blauem Kleid und ein neben ihr stehender rot<br />

gekleideter Kavalier. Nach links fällt der Blick zunächst<br />

auf einen kleinen Springbrunnen, hinter dem ein sorgsam<br />

in die Tiefe führender Wassergraben angelegt ist,<br />

der von Zypressen flankiert wird. Der massive Größenunterschied<br />

zwischen den Figuren und dem Palast<br />

unterstreicht die Monumentalität der Architektur.<br />

(1362113) (1) (18)<br />

€ 5.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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384<br />

VENEZIANISCHE SCHULE DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

BILDNIS EINES ORIENTALEN<br />

Öl auf Holz.<br />

35 x 29 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Die oktogonale Darstellung zeigt das Bildnis eines<br />

alten Mannes mit langem weißem Bart und hoher<br />

haarloser Stirn, der ein grünliches Gewand trägt und<br />

dazu einen farblich passenden, jedoch mit roten Mustern<br />

versehenen Turban. In seiner linken Hand hält er<br />

einen schmalen langen weißen Streifen mit Beschriftung,<br />

die er mit geneigtem Kopf aufmerksam liest.<br />

Anmerkung:<br />

Die Holzplatte war ursprünglich ein hohes Oktagon,<br />

an dem jeweils die Ecken mit Holz ergänzt wurden.<br />

(1360253) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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147


385<br />

ITALIENISCHER MEISTER DES 16. JAHRHUNDERTS<br />

PYTHAGORAS VOR EINER KLASSE<br />

Tusche auf Papier.<br />

38,4 x 49,5 cm.<br />

Im Passepartout, hinter Glas in Perlstabrahmen.<br />

Beigegeben eine Expertise von Prof. Alessandro Zacchi,<br />

Bologna, 15./ 16. April 2023, in Kopie.<br />

Sowie ein Gutachten von Mina Gregori, Florenz, 6.<br />

Dezember 1976, in Kopie.<br />

In eine Toga gekleidet über antikisierendem Untergewand<br />

steht der griechische Philosoph und Mathematiker<br />

Pythagoras (570 <strong>–</strong> 510 v. Chr.). 1472 wurde die<br />

Erstauflage der Philosophenbiografien des Diogenes<br />

Laertios von Ambrogio Traversari herausgegeben, zu<br />

denen auch die Lebensbeschreibung des Pythagoras<br />

gehörte und von diesem bereits 1433 ins Lateinische<br />

übersetzt worden war. Ehemals an Francesco Primaticcio<br />

gegeben, wird die Zuschreibung an den Künstler<br />

heute eher in Frage gestellt. Noch bevor Primaticcio<br />

1532 der Einladung Königs Franz I folgte und nach<br />

Frankreich übersiedelte, wurde angenommen diese<br />

Zeichnung könnte wohl in Mantua entstanden sein,<br />

wo er ab 1525 unter Giulio Romano an der Ausgestaltung<br />

des Palazzo del Te in Mantua wirkte. Prof.<br />

Zacchi sieht hingegen eher die Möglichkeit einer Entstehung<br />

der Zeichnung, falls Primaticcio zuschreibbar,<br />

während seines Venedigaufenthaltes 1524 <strong>–</strong> 1525,<br />

wenngleich grafische Werke aus dieser Zeit nicht<br />

zum Vergleich vorliegen und die neuesten Untersuchungen<br />

des Ausstellungskataloges 2004 <strong>–</strong> 2005<br />

die Zuschreibung Gregoris nicht zwingend stützen.<br />

Auch Zacchi ist jedoch der Meinung, dass das Blatt<br />

zwischen 1525 und 1540 datiert werden muss.<br />

Das vorliegende Blatt wird von einer mehrgeschossigen<br />

Renaissance-Architektur hinterfangen, deren<br />

obere Etage etwas vorspringt und im Vordergrund<br />

durch einen Turm begrenzt wird, der im rechten Bildviertel<br />

seinen Widerhall in Form eines Baumes findet<br />

unter dem eine Menschengruppe sitzt, die sowohl<br />

aus Männern als auch Frauen besteht, die den Worten<br />

des vor ihnen stehenden Mannes mit seinem Winkelmaß<br />

lauschen. Rechts hinter dem Baum zwei einander<br />

zugewandte Figuren, von denen die eine seine<br />

Hand auf einen Stab stützt. Die Architektur erinnert<br />

formal etwa an das Castello di San Giorgio in Mantua<br />

und könnte als Rückbezug in das 14./ 15. Jahrhundert<br />

den Rückgriff auf die Antike evozieren.<br />

(1340201) (13)<br />

ITALIAN SCHOOL 16TH CENTURY<br />

PYTHAGORAS IN FRONT OF HIS CLASS<br />

Ink on paper.<br />

38.4 x 49.5 cm.<br />

Accompanied by an expert’s report by Prof Alessandro<br />

Zacchi, Bologna, 15./16. April 2023, in copy.<br />

Also an expert’s report by Mina Gregori, Florence,<br />

6 December 1976, enclosed in copy.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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149


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386<br />

ORAZIO GREVENBROECK,<br />

UM 1670 <strong>–</strong> 1730, ZUG.<br />

FANTASTISCHE HAFENLANDSCHAFT MIT PRACHT-<br />

VOLLER FREGATTE UND HOHEM LEUCHTTURM<br />

ORAZIO GREVENBROECK,<br />

CA. 1670 <strong>–</strong> 1730, ATTRIBUTED<br />

FANTASTIC HARBOUR LANDSCAPE WITH<br />

MAGNIFICENT FRIGATE AND TALL LIGHTHOUSE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

83,5 x 136 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Im Vordergrund eine schmale befestigte Hafenanlage<br />

mit zahlreichen Figuren, darunter einige Händler mit<br />

Waren sowie Booten, die am Hafen angelegt haben.<br />

Über das ruhige Wasser hinweg fällt der Blick auf<br />

einen hohen, in den Himmel ragenden Leuchtturm,<br />

der umrundet wird von zahlreichen kleineren Segelbooten<br />

und schließlich führt die Sicht weiter nach links<br />

zu einer großen, prachtvollen, beflaggten Fregatte mit<br />

gesetzten Segeln. Im Hintergrund rechtsseitig das<br />

Ufer mit zahlreichen Bauten und Türmen, in dessen<br />

Mitte ein in die Höhe ragender fantastischer Fels steht,<br />

auf dessen Spitze Häuser und der Turm, wohl einer<br />

Kirche, erkennbar sind. Figurenreiche Malerei mit vielen<br />

Details in der typischen Manier des Künstlers.<br />

(1361672) (18)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

83.5 x 136 cm.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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151


387<br />

ORAZIO GREVENBROECK,<br />

UM 1670 <strong>–</strong> 1730, ZUG.<br />

GROSSE FANTASTISCHE HAFENLANDSCHAFT<br />

ORAZIO GREVENBROECK,<br />

CA. 1670 <strong>–</strong> 1730, ATTRIBUTED<br />

LARGE FANTASTIC HARBOUR LANDSCAPE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

84 x 136 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Blick von erhöhtem Standpunkt, vorbei an einer kleinen<br />

Uferbemauerung, auf das ruhige blaue Meer, auf dem<br />

rechtsseitig gerade ein großes Segelschiff mit Beflaggung<br />

einläuft. Mehrere orientalisch gekleidete Händler<br />

und Figuren beobachten diese Geschehen. Nach links<br />

die große Hafeneinfahrt und mehrere ins Wasser ragende<br />

Landzungen, darunter eine mit Leuchtturm.<br />

Dahinter das große Gebirge mit fantastischen Felsformationen<br />

unter grau-blauem Himmel. Malerei in der<br />

typischen Manier des bekannten Künstlers.<br />

(1361673) (18)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

84 x 136 cm.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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388<br />

MALER DES 18./19. JAHRHUNDERTS<br />

BLICK AUF DEN LAGO MAGGIORE MIT DER ISOLA<br />

BELLA UND DER ISOLA MADRE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

67 x 112 cm.<br />

In dekorativem durchbrochenen Rahmen.<br />

Blick von erhöhtem Standpunkt auf den ruhig fließenden<br />

Lago Maggiore, umgeben von einer Bergkette, unter<br />

hohem grau-blauen Himmel mit wenigen Wolkenformationen.<br />

Im Zentrum die im Wasser liegende Isola<br />

Bella, weltberühmt durch den einzigartigen Garten<br />

des großen Palazzo Borromeo, der von 1631 <strong>–</strong> 1671<br />

angelegt wurde. Linksseitig auf der Insel der große<br />

hohe Brunnen mit lebensgroßen weißen Statuen, das<br />

„Teatro Massimo“. Die Statuen fügen sich perfekt ein<br />

in die zehn malerischen terrassenförmigen Gärten.<br />

Rechtsseitig die Isola Madre, die von einem historischen<br />

Gebäude-Ensemble und einer Parkanlage bedeckt<br />

ist. Beide Inseln sind ein Besuchermagnet, was<br />

mehrere Boote und kleinere Schiffe im Vordergrund<br />

beweisen können.<br />

(1361802) (4) (18)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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Ausschnitt des Gemäldes Lot 388<br />

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155


389<br />

FRANCESCO FIDANZA,<br />

1747 ROM <strong>–</strong> 1819 MAILAND, ZUG.<br />

HAFENLANDSCHAFT BEI SONNENUNTERGANG<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

75 x 100 cm.<br />

In vergoldetem, teils geschnitztem Rahmen.<br />

Blick auf eine Küstenlandschaft mit einem kleinen<br />

Uferstück im Vordergrund auf dem drei Figuren und<br />

ein ankerndes Boot zu erkennen sind, über die Bucht<br />

hinweg bis zum Horizont unter hohem Himmel im<br />

warmen, teils gelb-orangen Licht der untergehenden<br />

Sonne, die sich malerisch im ruhigen Wasser widerspiegelt.<br />

Am rechten Bildrand ein großes, hochragendes<br />

Felsenstück, auf dessen Anhöhe sich ein Gebäude<br />

und eine antike Ruinenanlage befinden. Zudem ragt<br />

eine Landzunge vom Ufer ins Wasser mit einem großen<br />

Rundturm. Auf dem Wasser selbst ein Segelschiff<br />

und im Hintergrund vor Felsenkulisse die Silhouette<br />

einer Stadt im diffusen Licht.<br />

Das Gemälde zeigt sich stark beeinflusst von den im<br />

Gegenlicht geschaffenen Meeresstimmungen des<br />

französischen Malers Joseph Vernet (1714 - 1789).<br />

(1360196) (3) (18)<br />

FRANCESCO FIDANZA,<br />

1747 ROME <strong>–</strong> 1819 MILAN, ATTRIBUTED<br />

HARBOUR LANDSCAPE AT SUNSET<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

75 x 100 cm.<br />

The painting is strongly influenced by the French painter<br />

Joseph Vernet’s sea impressions, which he created<br />

against the light.<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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157


390<br />

VENEZIANISCHER MEISTER 18. JAHRHUNDERTS<br />

DER TRIUMPH ALEXANDER DES GROSSEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

54 x 58 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Auf einem von zwei Schimmeln gezogenen Wagen,<br />

auf einem goldenen Thron sitzend, Alexander der Große<br />

mit Krone und in seiner ausgestreckten rechten<br />

Hand ein Zepter haltend. Umgeben ist er von zahlreichen<br />

Soldaten, meist in Rüstung, mit hochragenden<br />

Lanzen, dazu Fanfarenspieler, die die Rückkehr Alexanders<br />

begleiten. Linksseitig ein Blumen streuender<br />

Mann mit Turban, im Hintergrund Gebäude der Stadt,<br />

unter hohem hellblauem Himmel. Rechtsseitig weitere<br />

Soldaten und ein am Boden kniender Mann mit<br />

großer wertvoller goldener Kanne, alle drei der triumphalen<br />

Rückkehr beiwohnend. Malerei in überwiegend<br />

weicher Farbgebung. Teils Retuschen.<br />

(1360264) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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391<br />

FILIPPO GAGLIARDI,<br />

1606/08 <strong>–</strong> 1659, ZUG.<br />

PALAST MIT RUINEN UND FIGURENSTAFFAGE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

87 x 125 cm.<br />

In vergoldetem Profilrahmen.<br />

Ein Palast, dessen Front gliedernde Doppelsäulen vorgeblendet<br />

sind, schiebt sich von rechts diagonal in<br />

den Bildraum hinein und wird von ruinösen Zwillingsbögen<br />

mit vorgeblendeten figurengefüllten Nischen<br />

bühnenartig hinterfangen, sodass sich ein Atrium ergibt,<br />

dessen Zentrum von einer Brunnenanlage gebildet<br />

wird, um welche antikisch gekleideten Figuren<br />

agieren. Minimal rest.<br />

(1361881) (13)<br />

€ 5.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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392<br />

GIACOMO VAN LINT,<br />

1723 <strong>–</strong> 1790<br />

ROM VEDUTE MIT PETERSPLATZ<br />

Öl auf Leinwand.<br />

70 x 98 cm.<br />

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia,<br />

der das vorliegende Gemälde in die 1770er datiert in<br />

Kopie.<br />

Die Vedute zeigt einen Platz und ein Gebäude in betont<br />

hellem Licht, gesehen aus erhöhtem Standpunkt,<br />

von der linken Ecke der Kolonaden des Bernini. Diese<br />

Perspektive erlaubt einen Gesamtblick über den Platz<br />

und auf das Treiben der zahlreichen Staffagefiguren,<br />

darunter mehrere Kutschen. Diese Schrägansicht auf<br />

den Platz ist als eine Besonderheit bei römischen<br />

Veduten zu sehen, die gewöhnlich eine frontale Schau<br />

auf Platz und Dom liefern. Besonders hervorgehoben<br />

erscheinen die Gebäude der päpstlichen Wohnresidenzen<br />

rechts im Bild. Dass dies im Zusammenhang<br />

mit einem kirchlichen Auftrag erfolgte, die Papstwohnungen<br />

hervorzuheben, ist durchaus möglich.<br />

Die Fassadenansicht zeigt den Bauzustand von St.<br />

Peter noch ohne die beiden seitlichen Uhren über den<br />

mit der Fassade verschmolzenen Glockentürmen mit<br />

ihren großen Uhren, die erst gegen 1790 aufgesetzt<br />

wurden. Auf die Hieroglyphen-Beschriftung des Obelisken,<br />

der aus dem römischen Forum Julii dorthin<br />

versetzt wurde, hat Lint verzichtet.<br />

Das Gemälde steht im Zusammenhang mit einem<br />

weiteren, um 1750, das in den Besitz des Ordens der<br />

Malteser-Ritterschaft kam.<br />

Der Maler war flämischer Herkunft, Sohn des Malers<br />

Hendrik Frans van Lint, der schon in der ersten Hälfte<br />

des Jahrhunderts als römischer Vedutist bekannt<br />

geworden war. Von ihm übernahm er die gängige<br />

Bezeichnung „Monsu Studio“. Höchst erfolgreich,<br />

auch angesichts der großen Nachfrage von italien i-<br />

schen und römischen Veduten für den nordeuropäischen<br />

Sammlermarkt, erstaunt es nicht, dass sich<br />

seine Werke in so vielen Sammlungen und Museen,<br />

vor allem in England finden. A.R.<br />

Provenienz:<br />

Privatsammlung.<br />

Anmerkung:<br />

Ein vergleichbares Werk des Künstlers der „Blick auf<br />

die Lateranbasilika, Rom“ wurde am 9. April 2014 im<br />

Dorotheum Wien unter Lot 523 versteigert.<br />

Literatur:<br />

Edgar Peters Bowron and Joseph J. Rishel, Art<br />

in Rome in the Eighteenth <strong>Century</strong>, Philadelphia<br />

Museum of Art, Museum of Fine Arts, Houston<br />

2000, S. 236 <strong>–</strong> 237.<br />

A. Busiri Vici, Peter, Hendrik e Giacomo Van Lint -<br />

Tre pittori di Anversa del ‚600 e ‚700 lavorano a<br />

Roma, Edition Ugo Bozzi, Rom 1987.<br />

Dudley Dodd, Mr Studio‘s‘ Hand-Coloured Prints at<br />

Stourhead, Contents of Print Quarterly, Vol. 33, No.<br />

3, 2016, S. 263 <strong>–</strong> 77.<br />

(1360199) (3) (11)<br />

GIACOMO VAN LINT,<br />

1723 <strong>–</strong> 1790<br />

VEDUTA OF ROME WITH ST. PETER’S SQUARE<br />

Oil on canvas.<br />

70 x 98 cm.<br />

Accompanied by an expert’s report by Dario Succi,<br />

Gorizia, dating the painting on offer for sale in this lot to<br />

the 1770s, in copy.<br />

€ 30.000 - € 40.000<br />

Sistrix<br />

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159


393<br />

FRANCESCO GUARDI,<br />

1712 VENEDIG <strong>–</strong> 1793 EBENDA, ZUG.<br />

BILDNIS DES HEILIGEN JOSEPH<br />

Öl auf Leinwand.<br />

41,5 x 33 cm.<br />

In vergoldetem Rokokorahmen mit durchbrochenem<br />

Rocailledekor.<br />

Beigegeben eine Expertise von Bozena Anna Kowalczyk,<br />

Venedig, 5. Okt. 2020, in Kopie.<br />

Im Halbbildnis, mit verschränkten Händen und Blick<br />

gegen den Himmel gerichtet. Die Rechte hält einen<br />

Lilienstängel, Attribut des Heiligen Josephs. Auch die<br />

Farben von Kleid und Mantel, in Rot und Grün, sind<br />

als Attribut zu verstehen. Der Farbauftrag verrät einen<br />

borstigen Pinselstrich, jene "pittura di tocco", was<br />

zahlreichen Werken Guardis entspricht. Der Hintergrund<br />

bewusst ohne weitere Darstellung gewählt,<br />

lässt die Figur betonen.<br />

Auch in der beiliegenden Expertise wird der stilistische<br />

Zusammenhang mit Giovanni Battista Piazzetta<br />

und dessen Einfluss auf die venezianische Malerei<br />

der Zeit erwähnt. Ferner werden Verweise auf vergleichbare<br />

Werke Guardis aufgeführt.<br />

Francesco Guardi war der jüngere Sohn des Domenico<br />

Guardi (1678-1716) aus dem Trentino, und der Maria<br />

Claudia Pichler aus Neumarkt. Er war Bruder des<br />

älteren Gianantonio Guardi. Deren Schwester ehelichte<br />

den Maler Giovanni Battista Tiepolo (1696-1770).<br />

Nach seiner Geburt zog die Familie nach Venedig, wo<br />

auch seine Brüder wirkten. Bis 1760, dem Todesjahr<br />

seines Bruders Antonio wirkte er in der Familienwerkstatt.<br />

Zunächst schuf er Altarbilder. Doch als Schüler<br />

von Canaletto verlegte er sich auf die Vedutenmalerei,<br />

nachdem Canaletto Venedig verließ. Mäzene, darunter<br />

vor allem der Doge Alvise IV Mocenigo förderten<br />

ihn durch zahlreiche Aufträge, vor allem für die Ereignisbilder<br />

anlässlich des Besuches der Stadt von Papst<br />

Pius VI, aber auch des russischen Großfürstenpaares.<br />

Werke seiner Hand befinden sich in zahlreichen internationalen<br />

privaten und öffentlichen Sammlungen.<br />

Provenienz:<br />

Sammlung Ferruccio Mestrovich (1921-2009), Venedig.<br />

Europäische Privatsammlung.<br />

Literatur:<br />

L. R. Bortolatto, Francesco Guardi, 1974, Nr. 417.<br />

M. Merling, in Francesco Guardi 1712-1793, Ausstellungskatalog<br />

Venedig, Mailand 2012, S. 175, Nr. 57.<br />

Vgl. F. Pedrocco, Francesco Guardi Pittore di ‚Storia‘,<br />

In: Francesco Guardi 1712 - 1793, 2012.<br />

Vgl. A. Morassi, Guardi. Antonio e Francesco Guardi,<br />

Venedig 1973.<br />

Cornelia Friedrichs, Francesco Guardi, Venezianische<br />

Feste und Zeremonien, Deutscher Kunstverlag,<br />

München 2006.<br />

Francesco Guardi. Ausstellungskatalog Venedig Museo<br />

Correr 2012. A.R.<br />

(1361832) (11)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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395<br />

ENGLISCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

BLICK AUF EINEN GROSSEN PLATZ IN LONDON<br />

ENGLISH PAINTER OF THE 18TH CENTURY<br />

VIEW OF A LARGE SQUARE IN LONDON<br />

394<br />

FRANCESCO GUARDI,<br />

1712 VENEDIG <strong>–</strong> 1793 EBENDA, KREIS DES<br />

(ABB. LINKS)<br />

VENEDIG, BLICK AUF DIE PUNTA DELLA DOGANA<br />

Öl auf Leinwand.<br />

35 x 44 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Der reich mit Booten und Gondeln befahrene Canal<br />

Grande mit der rechtsseitig liegenden Punta della<br />

Dogana, an deren Ufer zahlreiche Figuren zu erkennen<br />

sind. Linksseitig davon die Silhouette der Stadt unter<br />

hohem hellblauen Himmel mit wenigen weißen Wolkenstreifen.<br />

Malerei in raschem Pinselduktus, in der Manier<br />

des bekannten Künstlers.<br />

(1361712) (2) (18)<br />

€ 7.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

51 x 84 cm.<br />

In dekorativem vergoldetem Rahmen.<br />

Unter hohem, türkisblauem Himmel mit weiß-grauen<br />

Wolkenformationen ein großer Platz mit zahlreichen<br />

flanierenden Figuren in eleganter barocker Kleidung.<br />

Das Sonnenlicht fällt aus nicht sichtbarer Quelle von<br />

links herab und bestrahlt die rechte Hälfte des Platzes<br />

sowie einen Weg an einer Mauer entlang und einen<br />

großen, mit Pilastern verzierten Palast. Linksseitig im<br />

Schatten liegend mehrere rot-braune Gebäude mit<br />

den für englische Häuser typischen Schornsteinen. In<br />

der Bildmitte ein prachtvolles neogotisches Gebäude,<br />

mit von zweifarbigen Kacheln verzierten eckigen Türmen<br />

und einem großen Tor. Harmonische Darstellung<br />

in zurückhaltender Farbgebung mit gekonnter Lichtund<br />

Schattensetzung.<br />

(13601011) (18)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

51 x 84 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

396 ENTFÄLLT<br />

Sistrix<br />

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161


397<br />

FRANCESCO TIRONI,<br />

UM 1745 VENEDIG <strong>–</strong> 1797 BOLOGNA, ZUG.<br />

Der Maler war nahezu vergessen, bevor ihn Hermann<br />

Voss 1927/28 mit seinem Werk über die Veduten Venedigs<br />

wieder bekannt gemacht hat. Insgesamt sind<br />

von dem jung verstorbenen Maler etwa 24 Veduten<br />

Venedigs bekannt geworden.<br />

VEDUTE VON VENEDIG<br />

Öl auf Leinwand.<br />

80 x 122 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Unter hohem blauen Himmel mit einigen hellen<br />

Lichtstreifen am Horizont der ruhig verlaufende große<br />

Kanal, von der Sonne beschienen. Linksseitig verschattet<br />

am Ufer stehend eine Reihe von Palastgebäuden,<br />

während auf der rechten Seite die Insel San<br />

Giorgio Maggiore mit der gleichnamigen Kuppelkirche<br />

San Giorgio mit der Renaissance-Fassade und dem<br />

großen dahinterliegenden hohen Campanile zu erkennen<br />

ist. Auf dem Wasser selbst wenige Boote, darunter<br />

besonders auffallend im Vordergrund eine mit<br />

drei elegant gekleideten Damen und einem Hund besetzte<br />

Gondoliere, die auf das linke Ufer zum Anlegen<br />

zusteuert. Malerei mit gekonnter Licht und Schatten<br />

Inszenierung. In der typischen Manier des Künstlers.<br />

Vereinzelt Retuschen.<br />

(1360911) (3) (18)<br />

FRANCESCO TIRONI,<br />

CA. 1745 VENICE <strong>–</strong> 1797 BOLOGNA,<br />

ATTRIBUTED<br />

VEDUTA OF VENICE<br />

Oil on canvas.<br />

80 x 122 cm.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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398<br />

VENEZIANISCHER MALER<br />

DES 18./19. JAHRHUNDERTS<br />

VEDUTE MIT DER PONTE DI TRE ARCHI<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

96 x 125 cm.<br />

In gestuftem Holzrahmen.<br />

Der Betrachter blickt über den Cannaregio hinweg auf<br />

die 1688 von Andrea Tirali errichtete dreibogige Brücke<br />

im Sestiere Cannaregio. Die Besonderheit lag<br />

in der Kombination vom Baumaterial Stein und den<br />

drei Bögen. Die dreibogige Konstruktion wurde sonst<br />

meist bei Holzbrücken verwendet. Auf dem Kanal<br />

sieht man mehrere figurenstaffierte Gondeln, während<br />

eine Seite der Uferarchitektur verschattet ist, erleuchten<br />

die rechten Häuser im Sonnenlicht und unterliegen<br />

einer ähnlichen Stimmung, wie wir sie bei<br />

Veduten Canalettos finden.<br />

(1361641) (4) (13)<br />

€ 4.500 - € 6.500<br />

Sistrix<br />

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399<br />

GIACOMO GUARDI,<br />

1764 VENEDIG <strong>–</strong> 1835, NACHFOLGE<br />

VENEDIGVEDUTE: BLICK AUF SAN GIORGIO<br />

MAGGIORE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

120 x 180 cm.<br />

In Goldrahmen.<br />

Blick über den breiten Ausläufer des Canal Grande,<br />

hin zu der hier nah gebrachten Insel mit der Kirche<br />

San Giorgio Maggiore, dem Campanile und den rahmenden<br />

Gebäudegruppen. In hellem Licht zeigt sich<br />

dort die Fassade des von Palladio ab 1565 erbauten<br />

Kirche mit der dahinter aufsteigenden Kuppel. Weiter<br />

links ragt der im 18. Jahrhundert hochgezogene Campanile<br />

auf, der bewusst mit dem des Markusplatzes<br />

korrespondiert.<br />

Das Gemälde ist betont großformatig geschaffen.<br />

Rechts und im Vordergrund sind ein Segelschiff und<br />

mehrere Gondeln nahe herangebracht, rechts hinten<br />

die Landzunge mit den darauf stehenden Gebäuden<br />

und Kirchen.<br />

Die Malweise des imposanten Gemäldes weist bereits<br />

ins spätere 19. Jahrhundert. Dem entspricht auch der<br />

pastose Farbauftrag. A.R.<br />

(1360195) (3) (11)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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163


400<br />

FRANZÖSISCHE SCHULE DER ZWEITEN HÄLFTE<br />

DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

Gemäldepaar<br />

ALLEGORIEN DER KÜNSTE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

69 x 95 cm und 71,5 x 96,5 cm.<br />

In volutenverzierten Rahmen.<br />

Vor hellblauem Himmel auf einer Wolkenbank sitzend<br />

Athene, die Göttin der Weisheit, der Strategie und des<br />

Kampfes, der Künste, des Handwerks und der Handarbeit.<br />

Sie trägt einen Helm, hält einen ihr attributiv<br />

zugeordneten Speer und ein Schild. Ihr zur Seite<br />

sitzend zwei Putti, die die schönen Künste versinnbildlichen,<br />

einer Flöte spielend, für die Musik, der<br />

andere zeichnend und er hat vor sich liegend eine<br />

Malpalette und eine Büste, sinnbildlich stehend für<br />

Malerei und Bildhauerei. Am linken Bildrand zudem<br />

ein Korb mit Garn und Schere, stellvertretend stehend<br />

für das Kunsthandwerk und die Handarbeit.<br />

Das andere Gemälde zeigt erneut auf einer Wolkenbank<br />

sitzend den fast nackten Hermes, lediglich mit einem<br />

hellblauen Tuch bekleidet, das seinen Hüftbereich<br />

bedeckt. Er gilt in der griechischen Mythologie als<br />

Schutzgott des Verkehrs, der Reisenden, der Kaufleute<br />

und des Handels. Links von ihm stehend Globus<br />

als Verweis und eine ausgebreitete Landkarte, über<br />

die sich ein Putto gebeugt hat und mit einem Zirkel<br />

Entfernungen vermisst. Daneben sind mehrere alte<br />

Bücher, wohl Geschäftsbücher, und ein Füllhorn mit<br />

ausgeschütteten Münzen zu erkennen, als Verweis<br />

auf den Handel. Zwei weitere Putti haben bei der Ausbreitung<br />

der Karte geholfen und werden von dem<br />

Gott mit ausgestreckter Hand und erhobenem Zeigefinger<br />

zur Vorsicht ermahnt. Malerische Darstellungen<br />

der göttlichen Künste, in harmonischer weicher Farbgebung.<br />

(1361004) (3) (18)<br />

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FRENCH SCHOOL, SECOND HALF OF THE<br />

18TH CENTURY<br />

A pair of paintings<br />

ALLEGORY OF THE ARTS<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

69 x 95 cm und 71.5 x 96.5 cm.<br />

€ 16.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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165


401<br />

FRANÇOIS HUBERT DROUAIS,<br />

1727 PARIS <strong>–</strong> 1775 EBENDA, ZUG.<br />

PORTRAIT DER MADEMOISELLE LESPINASSE<br />

FRANÇOIS-HUBERT DROUAIS,<br />

1727 PARIS <strong>–</strong> 1775 IBID., ATTRIBUTED<br />

PORTRAIT OF MADEMOISELLE LESPINASSE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

37 x 29 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Portrait der jungen Frau mit gerüschter Haube, gebunden<br />

mit einer türkisfarbenen Schleife, die farblich zu<br />

ihrem Mantel passt, der mit weißem Pelz verbrämt<br />

ist. Sie hat ein feines Inkarnat, schmale Lippen, leicht<br />

gerötete Wangen und mit ihren blauen Augen schaut<br />

sie interessiert zur rechten Seite hinaus. Qualitätvolle<br />

Darstellung des für seine Portraits bekannten Malers.<br />

(1361168) (18)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

37 x 29 cm.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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402<br />

RÖMISCHER MALER DES BEGINNENDEN<br />

18. JAHRHUNDERTS<br />

Gemäldepaar<br />

DARSTELLUNGEN AUS DEM ALTEN TESTAMENT<br />

MIT ABRAHAM UND HAGAR<br />

Öl auf querovaler Schieferplatte.<br />

Je ca. 26 x 19 cm.<br />

In vergoldetem rechteckigem Rahmen.<br />

Das eine Gemälde zeigt Abraham und Sara mit einem<br />

Feueropfer, denen ein Engel erscheint. Auf Gottes<br />

Verheißung werden ihnen trotz ihres hohen Alters<br />

noch Nachkommen versprochen. Auf dem anderen<br />

Gemälde sieht man in weiter Flusslandschaft Hagar<br />

mit ihrem kleinen Sohn Ismael sitzen, dessen Vater<br />

Abraham ist. Sie wurde von Abraham und seiner Frau<br />

weggeschickt und droht nun zu verhungern und zu<br />

verdursten, worauf ein am Boden liegender Krug hinweist.<br />

Sie werden jedoch durch einen großen ihnen<br />

erscheinenden Engel gerettet, der auf eine Wasserstelle<br />

hinweist. Erzählerische Darstellungen in zurückhaltender<br />

Farbgebung.<br />

(13602511) (18)<br />

ROMAN SCHOOL,<br />

BEGINNING OF THE 18TH CENTURY<br />

A pair of paintings<br />

DEPICTIONS FROM THE OLD TESTAMENT<br />

WITH ABRAHAM UND HAGAR<br />

Oil on stone in horizontal oval shape.<br />

ca. 26 x 19 cm each.<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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167


403<br />

VENEZIANISCHE SCHULE DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

DARSTELLUNGEN VON ALLEGORIEN AUF WOLKEN<br />

IM FIRMAMENT<br />

Öl/ Papier auf Holz.<br />

48 x 37 cm.<br />

In geschnitztem italienischem hochbarockem Holzrahmen<br />

mit abschließendem Puttokopf, teilvergoldet.<br />

In der oberen linken Bildecke zwei geflügelte Putti vor<br />

gelblichem Lichthintergrund, die auf die sitzenden<br />

Allegorien herabschauen. Als erstes Justitia, ihr folgend<br />

Veritas, die Allegorie der Wahrheit mit einem Spiegel<br />

und darunter ein kleiner Putto, in seiner Hand eine<br />

Sonne haltend, wohl stellvertretend stehend für Apollon,<br />

den Gott des Lichts, der Weissagung und der<br />

Künste. In der Mitte links, in Rüstung und leuchtend<br />

rotem bewegten Umhang die Göttin Minerva, stehend<br />

für die Weisheit und den Kampf, an einer Leine<br />

Kerberos haltend. Sie versucht die bösen Kräfte zu<br />

vertreiben, die rechts unten als Allegorien des Neids<br />

und des Hasses dargestellt werden. Erzählerische<br />

vielfigurige Malerei in zurückhaltender Farbgebung,<br />

lediglich Minerva durch den roten Umhang besonders<br />

hervorgehoben. Das vorliegende Werk könnte ein Bozzetto<br />

für ein größeres Deckengemälde gewesen sein.<br />

(13602515) (18)<br />

€ 6.500 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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404<br />

MAESTRO DEI FIORI GUARDESCHI,<br />

TÄTIG IN VENEDIG IN DER ZWEITEN<br />

HÄLFTE DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

GROSSER BLUMENKORB<br />

Öl auf Leinwand.<br />

54 x 65 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Im Zentrum, auf einer Felsplatte vor grauem Hintergrund<br />

stehend, ein großer breiter, geflochtener Korb,<br />

mit einem bunten Blumenstrauß in zarten, weichen<br />

Farbtönen. Rechtsseitig zudem ein zartes Gebinde<br />

mit kleinen Blumen. Malerei in heller, frischer Farbgebung<br />

in lockerem Pinselduktus.<br />

(1360263) (18)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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169


405<br />

FRANCESCO GUARDI,<br />

1712 VENEDIG <strong>–</strong> 1793 EBENDA, WERKSTATT/<br />

NACHFOLGE DES<br />

Gemäldepaar<br />

BLICK AUF DEN MARKUSPLATZ<br />

sowie<br />

BLICK AUF SAN GIORGIO<br />

Öl auf Leinwand.<br />

Je ca. 77 x 43 cm.<br />

In stuckiertem vergoldeten Rahmen mit bewegtem<br />

Abschluss.<br />

Ganz offensichtlich hat der Maler die hier zum Verkauf<br />

stehenden Gemälde bereits als Gemäldepaar konzipiert,<br />

davon zeugen ihre annähernd gleichen Maße,<br />

die gemeinsamen Proportionen ihrer Motive und ihre<br />

eleganten Rahmungen im Louis XV-Stil, welche den<br />

venezianischen Himmel in seiner Weite überhöhen.<br />

Während das eine Gemälde die Basilika San Giorgio<br />

zeigt, führt der Künstler auf dem anderen Gemälde<br />

das wohl beliebteste Bildmotiv Venedigs, nämlich den<br />

Markusplatz vor. Hier kommt dem Campanile eine<br />

zentrale kompositorische Rolle zu, der 1901 eingestürzt<br />

war und neben dem der Torre dell‘ orologio im<br />

Hintergrund zu sehen ist, der die vertikale Mittelachse<br />

der Komposition bildet. Rechts neben ihm die Markus-<br />

und die Theodorussäule auf der Piazetta, dahinter<br />

der Markusdom. Beiden Gemälde sind die vor Ort<br />

befindlichen ruhigen Gewässer, nämlich dem Bacino<br />

di San Marco, vorgelagert mit Gondeln mit Figurenstaffage<br />

und Handelsschiffen, welche den Charakter<br />

der Stadt bestimmen und die ganz in guardesker Manier<br />

ausgeführt sind. Während die Figuren in freier<br />

Form gezeigt sind, sind die Veduten besonders fein<br />

ausgestaltet und in ihrer architektonischen Schattenwirkung<br />

gut beobachtet.<br />

Francesco Guardis Ausbildung und ein Großteil seiner<br />

Tätigkeit bis 1760 erfolgten gemeinsam mit seinem<br />

älteren Bruder Giovanni Antonio Guardi (1698/99 <strong>–</strong><br />

1760), der die Familienwerkstatt leitete. Im Vergleich<br />

zu seinem Bruder zeigt er schon früh eine andere<br />

Sensibilität mit einem schnellen, gebrochenen Pinselstrich,<br />

der die Verbindung zwischen Figuren und Atmosphäre<br />

wiedergibt. Sein Interesse an Landschaften<br />

brachte ihn um 1755 dazu, sich dem Vedutismus<br />

anzunähern. Er schlug eine persönliche Interpretation<br />

vor, die die dokumentarische Komponente zugunsten<br />

einer atmosphärischen Darstellung ersetzte, die in<br />

der Lage war, die besondere Lebendigkeit des Lichts<br />

der Lagune und seiner Bewohner wiederzugeben.<br />

Guardi begann mit der Herstellung seiner ersten<br />

Veduten, wahrscheinlich um sich den lukrativen<br />

Markt der ausländischen Besucher zu erschließen,<br />

der in jenen Jahren durch Canaletto (1697 <strong>–</strong> 1768), der<br />

nach England gegangen war, vakant geworden war.<br />

Seine frühen Werke lehnen sich an die Kompositionen<br />

von Canaletto und Michele Giovanni Marieschi<br />

(1696/1710 <strong>–</strong> 1743) an, die Bildgestaltung ist fließend<br />

und kontrolliert, noch weit entfernt von dem knackigen,<br />

stenografischen Stil, der ihn berühmt machen<br />

sollte. Seine einzigartige Art zeigte sich jedoch bereits<br />

in einigen dieser frühen Werke, in denen die aus<br />

schaumigen Farbmischungen konstruierten Figuren<br />

ein lebhaftes chromatisches Timbre offenbaren.<br />

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So entstanden Meisterwerke wie die beiden Veduten<br />

della Ca d‘Oro (Ansichten des Ca‘ d‘Oro) oder jene,<br />

die in Museen auf der ganzen Welt aufbewahrt werden.<br />

Seine erfolgreichste Zeit liegt zwischen 1770 und<br />

1780: 1764 erhält er den Auftrag für zwei große Ansichten<br />

des Markusplatzes, die er für einen Engländer<br />

ausführt. Etwas später entstanden die zwölf Gemälde<br />

der Dogenfeste nach Canalettos Vorlagen, gestochen<br />

von Giovan Battista Brustolon (1712/26 <strong>–</strong> 1796). Aus<br />

den Drucken hat Francesco Guardi seine Gemälde<br />

abgeleitet, die sich heute im Louvre befinden. Das Ergebnis<br />

ist wirklich erstaunlich und offenbart die verklärende<br />

und fantastische Kraft des Malers. Im Jahr 1782<br />

erhielt er den Auftrag, vier Gemälde zum Gedenken<br />

an den Besuch von Papst Pius VI in Venedig zu schaffen.<br />

Für den inzwischen siebzigjährigen Künstler war es<br />

endlich ein offizieller Auftrag, gefolgt von den Gemälden,<br />

die die Ankunft der Erzherzöge von Russland in Venedig<br />

feierten, die inkognito unter dem Namen der Conti<br />

del Nord kamen. Die Bilder, die an die Hochzeit zwischen<br />

Herzog Armando di Polignac und Baronin Idalia<br />

von Neukirchen erinnern sollten, wurden nie angefertigt,<br />

aber die prächtigen Vorbereitungsblätter dafür<br />

werden im Kupferstichkabinett des Museo Correr in<br />

Venedig aufbewahrt. Mit der Zeit wird sein sehr persönlicher<br />

Stil immer freier und anspielungsreicher,<br />

insbesondere werden die Proportionen zwischen den<br />

verschiedenen Elementen frei verändert, die perspektivische<br />

Struktur wird elastisch und verformt sich<br />

ohne jede Verbindung zur Realität. Schließlich werden<br />

die Figuren zu einfachen Farbflecken, einem schnellen<br />

weißen Gekritzel oder einem schwarzen Punkt,<br />

der mit einer flackernden Markierung nachgezeichnet<br />

wird, wie es auch in dem vorliegenden Gemäldepaar<br />

der Fall ist.<br />

Provenienz:<br />

Französische Privatsammlung. (1360088) (13)<br />

FRANCESCO GUARDI,<br />

1712 VENICE <strong>–</strong> 1793 IBID.<br />

WORKSHOP/ FOLLOWER OF<br />

A pair of paintings.<br />

VENICE, VIEW OF SAINT MARK’S SQUARE<br />

and<br />

VIEW OF SAN GIORGIO<br />

Oil on canvas.<br />

Ca.w 77 x 43 cm.<br />

Provenance:<br />

Private collection, France.<br />

€ 15.000 - € 25.000<br />

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171


406<br />

JANUARIUS JOHANN RASSO ZICK,<br />

1730 MÜNCHEN <strong>–</strong> 1797 EHRENBREITSTEIN<br />

DER WEINENDE AMOR<br />

Öl auf Holz.<br />

24 x 17,5 cm.<br />

Links unten signiert „J. Zick F.“ sowie eine Beschriftung<br />

auf der Vase, auf der Rückseite rotes Wachssiegel.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

In Landschaft mit blauem Himmel und gelblichen Wolken,<br />

vor dem nach rechts geneigtem Stamm eines<br />

Baumes stehend, der nackte Amor, mit kleinen weißen<br />

Flügeln und einem mit Pfeilen gefüllten Köcher, den<br />

er an einem rötlichen Band seitlich über die Schultern<br />

gehängt trägt. Weinend stützt er sich auf ein Tuch ab,<br />

das auf einer hohen Bodenvase liegt. Zudem ist auf<br />

dem Boden liegend sein Bogen erkennbar. Feine einfühlsame<br />

Malerei.<br />

Provenienz:<br />

Galerie Neuse, Bremen, 24. Oktober 2007<br />

Anmerkung:<br />

Ein vergleichbares Gemälde, bei dem es sich wohl<br />

um ein Gegenstück des hier vorliegenden Werkes<br />

handelt, befindet sich unter dem Titel „Trauernder<br />

Amor“ von Januarius Zick im Bestand des Goethe<br />

Museums in Frankfurt.<br />

(1361421) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

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407<br />

FRANZÖSISCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

PORTRAIT EINER ELEGANTEN DAME<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

114 x 88,5 cm.<br />

In weiter bergiger Landschaft im Licht der untergehenden<br />

Sonne die sitzende junge Frau in edlem Gewand<br />

mit weitem spitzenbesetzten Dekolleté mit<br />

einem hinter ihrem Rücken verlaufenden, rot glänzenden<br />

Umhang, von dem sie in ihrer linken Hand eine<br />

Ecke nach oben hält, während sie sich mit ihrer rechten<br />

Hand auf einem Felsenstück abstützt. Sie hat<br />

blonde, leicht gewellte Haare, in denen ein kleines<br />

Blumenarrangement gesteckt ist, ein feines zartes Inkarnat,<br />

leicht gerötete Wangen und rötliche Lippen<br />

und schaut mit ihren glänzenden Augen anmutig aus<br />

dem Bild auf den Betrachter hinaus. Feine qualitätvolle<br />

Malerei.<br />

(1360941) (18)<br />

FRENCH SCHOOL,18TH CENTURY<br />

PORTRAIT OF AN ELEGANT LADY<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

114 x 88.5 cm.<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

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408<br />

ENGLISCHER MEISTER<br />

DES FRÜHEN 18. JAHRHUNDERTS,<br />

IN DER NACHFOLGE DES SIMON PIETERSZ VERELST<br />

(1644 <strong>–</strong> 1721)<br />

PRACHTVOLLES BLUMENSTILLLEBEN<br />

IN EINER VASE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

76,5 x 63,5 cm.<br />

Gerahmt.<br />

Wir danken Dr. Fred G. Meijer vom RKD, Den Haag,<br />

der das Gemälde in die Nachfolge des Simon Verelst<br />

stellt, vermutlich von einem englischen Maler des frühen<br />

18. Jahrhunderts.<br />

Vor dunklem Hintergrund steht auf einer von rechts<br />

ins Bild ragenden Tischplatte ein Blumenstrauß in einer<br />

gebauchten Glasvase. Besonders schöne Exemplare<br />

großer Blüten mit ebenso zarten wie kunstvoll geformten<br />

Blütenblättern sind dabei zu einem kostbaren<br />

Arrangement zusammengestellt. Darunter befinden<br />

sich roséfarbene und weiße Rosen mit gefüllten Blütenköpfen,<br />

Mohnblumen, Malven, Lupinen und Astern.<br />

Ferner rankt sich eine gelbe Kapuzinerkresse über den<br />

Tischrand. Links neben der Vase liegen sieben rote<br />

Kirschen an der Tischecke.<br />

Mit seinen weißen, rosafarbenen, roten sowie gelben<br />

und blauen Tönen in den Blüten und seinem vielschichtig,<br />

nuancierten grünen Blattwerk weist das<br />

Blumenstillleben eine durchaus bunte Farbpalette auf.<br />

Einige weiß-bräunlich gefärbte, verwelkende Rosenblätter<br />

im unteren Bereich des Straußes weisen subtil<br />

auf die Vergänglichkeit der Blütenpracht hin, ein<br />

Momento Mori. Der Künstler wollte wohl die ausgesprochene<br />

Brillanz seiner Farbwahl und seiner Formgebung<br />

anhand des Blumenstillebens vorführen.<br />

(1360108) (18)<br />

ENGLISH SCHOOL, EARLY 18TH CENTURY,<br />

IN THE FOLLOWING OF PIETERSZ VERELST<br />

(1644 <strong>–</strong> 1721)<br />

MAGNIFICENT FLORAL STILL LIFE IN VASE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

76.5 x 63.5 cm.<br />

We would like to thank Dr Fred G. Meijer from the<br />

RKD, The Hague, who describes the painting as in<br />

the following of Simon Verelst, probably created by<br />

an English painter of the early 18th century.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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409<br />

ITALIENISCHER MALER IN DER NACHFOLGE<br />

DES TOMMASO SALINI (UM 1575 <strong>–</strong> 1625)<br />

DER VON EINEM HUND GESTELLTE APFELDIEB<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

104 x 137 cm.<br />

In Prunkrahmen.<br />

In einem Innenraum, halb mit dem Rücken an einer<br />

Wand liegend, ein Junge mit brauner Jacke und weißer<br />

kurzer Beinbekleidung, am Boden vor einem umgeworfenen<br />

Korb mit leuchtend weiß-roten, wohl gestohlenen<br />

Äpfeln liegend. Er hat seine rechte Hand<br />

erhoben, um sich wohl vor der heftigen Angriff eines<br />

braun-weiß gefleckten Hundes zu wehren. Linksseitig<br />

ist zudem ein gleichgefleckter kleiner Hund zu erkennen,<br />

der mit seinen glänzenden braunen Augen vorsichtig<br />

den Liegenden betrachtet. Qualitätvolle Malerei<br />

mit gekonnter Lichtinszenierung und zurückhaltender<br />

Farbgebung, bei der lediglich die leuchtenden, am<br />

Boden liegenden Äpfel hervorgehoben werden.<br />

(1360341) (3) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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410<br />

PSEUDO-JAN VAN KESSEL D. J.,<br />

ZUG.<br />

Notname für einen Maler des ausgehenden 16. und<br />

beginnenden 17. Jahrhunderts, dem mehr als zweihundert<br />

meist kleinformatige Stillleben zugeschrieben<br />

werden.<br />

STILLLEBEN MIT WILD, OBST UND GEMÜSE<br />

Öl auf Kupferplatte.<br />

16 x 22 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Vor braunem Hintergrund, auf dem Boden liegend, ein<br />

erlegter junger Rehbock, eine Taube, diverse weitere<br />

Vögel sowie drei Blumenkohlköpfe und ein Bund<br />

Zwiebeln. Rechtsseitig auf einer Steinplatte liegend<br />

zudem Kürbisse, eine Artischocke und Radieschen.<br />

Im Hintergrund ein großer geflochtener Korb, daraus<br />

herausragend mehrere Weintraubenrispen und leuchtende<br />

rot-grüne Äpfel. Belebt wird das Bild durch<br />

einen fliegenden Kohlweißling und eine kleine Libelle.<br />

Feine Malerei in frischen Farben.<br />

(1362187) (18)<br />

€ 8.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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179


411<br />

DEUTSCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

PORTRAIT EINER ELEGANTEN DAME<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

65 x 49 cm.<br />

In Prunkrahmen.<br />

Vor grünlich-beigem Hintergrund auf einem Sessel sitzend<br />

das Halbportrait einer jungen Frau nach rechts in<br />

einem eleganten, gold-beigem Kleid mit Blumenmuster<br />

und Schleppe, mit Schleifenreihe im Brustbereich<br />

verziert; die Ärmelenden mit Spitze versehen, sowie<br />

um den Hals einen Spitzenkragen, der bis zum mit<br />

Spitze verzierten Dekolleté führt. Auf ihrem Kopf trägt<br />

sie eine Spitzenhaube und in ihrer leicht erhobenen<br />

rechten Hand hält sie ein kleines violettes Blumensträußchen.<br />

Sie hat ein feines zartes Gesicht und mit<br />

ihren braunen Augen blickt sie würdevoll aus dem<br />

Bild auf den Betrachter hinaus.<br />

(13601010) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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412<br />

JOHANN VALENTIN GRAMBS,<br />

1630 FRANKFURT AM MAIN <strong>–</strong> 1708<br />

PORTRAIT DES JON ARENDEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

90,5 x 70 cm.<br />

Rechts unten signiert „J.V Grams pinx“, verso auf der<br />

Leinwand beschriftet „Jon. Arenden oberster bey<br />

dem Venetianem: auch Resident von König Gustavus<br />

von Schweden singne J.V Grams pinxit anno 1674“.<br />

In schwarzem Rahmen mit schmaler Goldleiste.<br />

Halbportrait des Jon Arenden nach rechts in silberglänzender<br />

Rüstung, mit goldenen Nieten verziert,<br />

das Gesicht jedoch nach rechts gewandt und mit<br />

schulterlangen grauen Haaren, einem dünnen Oberlippenbart<br />

sowie mit seinen dunklen glänzenden<br />

Augen stolz und selbstbewusst aus dem Bild auf den<br />

Betrachter herausschauend. Um den Hals trägt er ein<br />

weißes Spitzentuch und mit seiner rechten Hand, auf<br />

der sogar blaue Adern erkennbar sind, einen großen<br />

Feldherrenstab haltend. Malerei im Hochoval vor<br />

dunklem, nach unten rot-braun aufhellendem Hintergrund.<br />

(13619612) (1) (18)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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413<br />

PETER LELY,<br />

1618 SOEST <strong>–</strong> 1680 LONDON, ZUG.<br />

ELEGANTES HERRENPORTRAIT, WOHL<br />

DES JOHN BRERETON<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

76 x 63 cm.<br />

Name des Dargestellten, sowie Künstlername mit Lebensdatum<br />

auf kleinem angebrachten Schild am unteren<br />

Rand des Rahmens.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Vor dunkelbraunem Hintergrund das Halbbildnis eines<br />

eleganten Herrens, mit über die Schulter weiterführender<br />

lockiger Allonge-Perrücke, dunklem Gewand<br />

und langem vom Hals herabhängendem weißen Spitzenkragen.<br />

Er hat ein sehr feines leicht gebräuntes<br />

Gesicht mir rötlichen Wangen, sowie glänzende blaue<br />

Augen mit denen er würdevoll aus dem Bild herausschaut.<br />

Anmerkung:<br />

Sir Peter Lely war ein englischer Maler niederländischer<br />

Herkunft. Im Jahr 1637, mit 19 Jahren, wurde<br />

er Schüler bei Pieter de Grebber in Haarlem. Mit<br />

Bürgschaft seines Lehrers de Grebber konnte er<br />

auch der Lukasgilde beitreten. 1647 ging er nach<br />

London, wo er bekannt wurde, da er seine Portraits<br />

ganz im Stil Athonius van Dycks gestaltete. Unter<br />

König Karl II wurde zu seinem offiziellen Hofmaler.<br />

1680 wurde er von ihm persönlich zum „Knight<br />

Bachelor“ (Sir) geschlagen.<br />

(13619614) (1) (18)<br />

PETER LELY,<br />

1618 SOEST <strong>–</strong> 1680 LONDON, ATTRIBUTED<br />

PORTRAIT OF AN ELEGANT MAN, PROBABLY JOHN<br />

BRERETON<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

76 x 63 cm.<br />

€ 10.000 - € 14.000<br />

Sistrix<br />

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181


414<br />

FRANZÖSISCHER MALER<br />

DES AUSGEHENDEN 18. JAHRHUNDERTS<br />

PORTRAIT EINES VORNEHMEN HERRN<br />

FRENCH SCHOOL,<br />

LATE 18TH CENTURY<br />

PORTRAIT OF A GENTLEMAN<br />

Öl auf Holz.<br />

47 x 36 cm.<br />

In dekorativem vergoldetem Rahmen.<br />

Das Bildnis des Mannes vor dunklem Hintergrund mit<br />

grauen Haaren, leicht sichtbarem Oberlippenbart, in<br />

einer rot-braunen Jacke, einer gelblichen, darunter<br />

befindlichen Weste und einem breiten weißen Tuch,<br />

dass das Kragenende festhält. Er hat ein feines, leicht<br />

bräunliches Gesicht, dessen linke Gesichtshälfte teils<br />

verschattet bleibt und er blickt mit seinen braunen<br />

Augen seitlich aus dem Bild heraus. Das Licht fällt von<br />

links oben auf ihn herab, sodass sein ausdrucksstarkes<br />

Gesicht und seine rechte Schulterpartie mit dem<br />

Kragen gekonnt in Szene gesetzt werden. Bei dem<br />

Dargestellten könnte es sich um eine Persönlichkeit<br />

aus der Zeit der Französischen Revolution handeln.<br />

Oil on panel.<br />

47 x 36 cm.<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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Anmerkung:<br />

In der Herrenmode zur Zeit der Französischen Revolution<br />

nach 1790 verzichtete man auf einen auffälligen<br />

Kragenschmuck und hielt das Kragenende lediglich<br />

mit breiten Tüchern mit vielerlei Bindungsvarianten<br />

hoch. (1362383) (18)<br />

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415<br />

ANTONIO AMAROSI<br />

1660 <strong>–</strong> 1738, ZUG.<br />

JUNGE FRAU MIT KLÄFFENDEM HUND<br />

Öl auf Leinwand.<br />

42 x 32 cm.<br />

Verso auf Leinwand bezeichnet „1588-1659 Ribera“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

In leichter Schrägsicht vor dunklem Hintergrund eines<br />

Innenraums ein Mädchen in gelb-rotem Gewand mit<br />

weißem Rock und rotem Schmuck, in ihrer linken Hand<br />

ein kleines bräunliches Gefäß haltend. In der unteren<br />

linken Ecke der Kopf, die Pfote und das leuchtend rote<br />

Halsband eines Hundes, der sie mit geöffnetem Maul<br />

ankläfft, um sie wohlmöglich von einem Diebstahl abzuhalten.<br />

Erschrocken blickt das junge Mädchen auf<br />

den angsteinflößenden Hund herab. Malerei mit starken<br />

Hell-Dunkel-Kontrasten mit einem Motiv, die des<br />

einen Dieb oder Diebin ankläffenden Hundes, das in<br />

der Malerei der Zeit häufiger zu finden ist.<br />

(1362386) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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416<br />

GIUSEPPE NOGARI,<br />

1699 VENEDIG <strong>–</strong> 1763 EBENDA, ZUG.<br />

PORTRAIT EINER ALTEN DAME<br />

Öl auf Leinwand.<br />

61 x 45,3 cm.<br />

Verso bezeichnet „soi farinel.“.<br />

In dekorativem vergoldeten Rahmen.<br />

Vor dunklem Hintergrund das Brustbildnis einer alten<br />

Dame nach rechts, die rechts vor sich ein Nadelkissen<br />

liegen hat und mit Handarbeiten beschäftigt ist. Sie<br />

trägt ein rotbraunes Kleid mit goldverzierter Borte und<br />

mit weißem Spitzenbesatz. Sie hat ein faltenreiches<br />

Gesicht, den Mund unter dem sich eine kleine Warze<br />

befindet zusammengekniffen, trägt einen goldenen<br />

Ohrring und ein weiteres Schmuckstück in ihrem Haar,<br />

und schaut mit glänzenden Augen leicht ermüdet aus<br />

dem Bild auf den Betrachter hinaus. Malerei in der typischen<br />

Manier des Künstlers mit starker Hell­ Dunkel­<br />

Inszenierung.<br />

(1362103) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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183


417<br />

NICOLAS JACQUES JULLIARD,<br />

1715 <strong>–</strong> 1790<br />

PAYSAGE À LA CHAUMIÈRE ET AUX PAYSANS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

59 x 74 cm<br />

Trägt rechts unten eine Signatur.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

An einem Waldrand stehen zwei knorrige Bäume mit<br />

silbrigen vom warmen Sommerwind bewegten Blättern,<br />

darunter drei Personen, deren rurales Haus das<br />

rechte Bildviertel einnimmt.<br />

Provenienz:<br />

Sotheby‘s, Paris, 15. Juni 2017, Lot 89.<br />

Literatur:<br />

Noah Simmons, Le paysagiste de Nicolas Jacques<br />

Julliard 1719 <strong>–</strong> 1790, catalogue sommaire de son<br />

oeuvre, B.S.H.A.F., 1993, S. 66, Katalognummer 20,<br />

mit Abbildung.<br />

(1362135) (13)<br />

NICOLAS JACQUES JULLIARD,<br />

1715 <strong>–</strong> 1790<br />

PAYSAGE À LA CHAUMIÈRE ET AUX PAYSANS<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

59 x 74 cm<br />

Bears a signature lower right.<br />

Provenance:<br />

Sotheby’s, Paris, 15 June 2017, lot 89.<br />

Literature:<br />

Noah Simmons, Le paysagiste de Nicolas Jacques<br />

Julliard 1719 - 1790, catalogue sommaire de son<br />

oeuvre, B.S.H.A.F., 1993, p. 66, cat. no. 20, with ill.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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185


418<br />

RÖMISCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

BACCHANAL<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

28,5 x 33 cm.<br />

Verso auf Rahmen rotes Wachssiegel.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

In einer Waldlandschaft, unterhalb eines Baumes sitzend<br />

der bocksbeinige Bacchus mit Efeukranz und<br />

links neben ihm ein Ziegenbock, aufmerksam ein Kind<br />

betrachtend, dem er ein Tuch mit Früchten reicht. Ihm<br />

gegenübersitzend wohl Ariadne, die mit ihrer rechten<br />

Hand eine Trinkschale nach oben hält, in die ein hinter<br />

ihr sitzender Faun mit der Hand eine Traubenrispe auspresst.<br />

Über Bacchus zudem an einem Ast hängend<br />

ein großes rotes Laken, das einen Gegenpol bildet<br />

zum weißen Gewand der sitzenden jungen Frau. Harmonische<br />

Malerei mit vielen Details, u.a. einer Skulptur<br />

im Wald und einem am Boden liegenden goldglänzenden<br />

Krug.<br />

(1360931) (3) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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419<br />

VENEZIANISCHER MEISTER<br />

DES 18. JAHRHUNDERTS,<br />

KREIS DES SEBASTIANO RICCI (1659<strong>–</strong>1734)<br />

PUTTEN ERHEBEN KREUZ UND MUSCHELSCHALE<br />

MIT PERLE: ALLEGORIE FÜR DEN HEILIGEN<br />

JOHANNES NEPOMUK<br />

Öl auf Leinwand. Auf Platte aufgezogen.<br />

49 x 40,5 cm.<br />

Im vergoldeten Rokokorahmen.<br />

Der ikonographische Inhalt der Darstellung war bislang<br />

noch nicht geklärt. Drei Putten und zwei geflügelte<br />

Engelsköpfe in Wolken, erheben eine Muschelschale,<br />

darin eine enthüllte Perle, umgeben von fünf Sternen.<br />

Ein Palmzweig daneben weist auf einen Märtyrer-<br />

Bezug. Nach Auffassung unseres Experten Dr. A.<br />

Rauch handelt es sich hierbei um eine Allegorie für<br />

den Heiligen Johannes Nepomuk. Dies bestätigt sich<br />

durch die fünf Sterne, das Holzkreuz und die Palme,<br />

Attribute des Heiligen, sowie durch den auf den<br />

Mund gelegten Finger des Engels oben, was das<br />

Beichtgeheimnis andeutet. Bei der Perle wird auf den<br />

Fluss Moldau in Prag verwiesen, in dem der Heilige<br />

ertränkt wurde.<br />

Seine Heiligsprechung 1732 lässt die Entstehung des<br />

Gemäldes als kurz danach datieren.<br />

Die flotte Malweise verrät einen Maler von Rang. In der<br />

Vorbesitz-Überlieferung wird der Maler Ricci genannt.<br />

Unterstützt durch entsprechendes Exposé mit zahlreichen<br />

Abbildungen (beigegeben).<br />

(1361935) (11)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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420 ENTFÄLLT<br />

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187


19TH/20TH CENTURY<br />

P A I N T I N G S


421<br />

PEDER MØRK MØNSTED,<br />

1859 GRENAA <strong>–</strong> 1941 FREDENSBORG<br />

SOMMERLICHE VENEDIGVEDUTE MIT DER<br />

PIAZZETTA UND DER PUNTA DELLA DOGANA<br />

PEDER MØRK MØNSTED,<br />

1859 GRENAA <strong>–</strong> 1941 FREDENSBORG<br />

SUMMERY VEDUTA OF VENICE WITH PIAZZETTA<br />

AND PUNTA DELLA DOGANA<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

38 x 62 cm.<br />

Links unten signiert „P Monsted“.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Blick auf die sonnenbeschienene Uferpromenade vor<br />

der Piazzetta mit zahlreichen im Wasser staffelartig hintereinander<br />

befindlichen, ankernden, schwarzen Gondeln.<br />

Am Ufer zahlreiche meist gut gekleidete Figuren<br />

und einige Händler, die ihre Ware anbieten, zu erkennen.<br />

Auffallend im Vordergrund eine junge Mutter mit schwarzen<br />

Haaren in langem Kleid, die mit ihrer Tochter die<br />

sie umgebenden Tauben füttert, zudem in der vorderen<br />

Mitte des Bildes ein Junge mit einer Schale in seiner<br />

rechten Hand auf der ein großer Fisch liegt; er ist der<br />

einzige der frontal gezeigt wird und aus dem Bild auf<br />

den Betrachter herausblickt. Rechtsseitig vor der Piazzetta<br />

die beiden Monolithsäulen, die Venedig Stadtheiligen<br />

Markus und Theodorus gewidmet sind. Dahinter<br />

die präzise wiedergegebene Biblioteca Marciana,<br />

die Seite zur Piazzetta verschattet, während die Frontseite<br />

von links von der strahlenden Sonne beschienen<br />

wird. Über den ruhigen Kanal hinweg geht der Blick<br />

auf die Punta della Dogana mit der dahinterliegenden<br />

Kathedrale Santa Maria della Salute mit ihren prachtvollen<br />

großen Kuppeln, die in den hohen hellblauen<br />

fast wolkenlosen Himmel ragen. Präzise, akkurate Feinmalerei<br />

von Gebäuden und Booten, der Hintergrund<br />

in teils diffusem Licht in überwiegend harmonischer<br />

weicher Farbgebung. Meisterhaftes Werk des vor allem<br />

durch seine fotorealistischen und detailgenauen Darstellungen<br />

bekannten und berühmten Malers.<br />

Anmerkung:<br />

Der Künstler studierte von 1875 bis 1878 an der<br />

Kunstakademie Kopenhagen bei Julius Exner. Schon<br />

während seiner Studienzeit wurde er von Werken<br />

von Christian Köpke und Peter Christian Skovgaard,<br />

einem Maler der Romantik und eine Hauptfigur des<br />

Goldenen Zeitalters der dänischen Malerei, beeinflusst.<br />

Im Jahr 1882 reiste er nach Rom und Capri wo ihn<br />

das mediterrane Licht, die Helligkeit des Sonnenlichts<br />

und das Leuchten der Farben beeindruckte.<br />

Diese Helligkeit des Sonnenlichts kommt auch bei<br />

dem vorliegenden Gemälde besonders gut zum Ausdruck.<br />

Neben Rom und Capri reiste der Künstler fast<br />

ununterbrochen und suchte in Italien unter anderem<br />

auch Venedig, den Gardasee und Ravello, in Frankreich<br />

Paris, und in Monaco Monte-Carlo auf. Von seinen<br />

Reise brachte er viele Motive mit, die er im Atelier<br />

ausarbeitete und auf den großen internationalen Verkaufsausstellungen<br />

anbot. Bereits vor 1900 war er in<br />

Deutschland bekannt für seine stimmungsbetonten<br />

Landschaftsdarstellungen, die er auf großen Kunstausstellung<br />

in Berlin und im Münchner Glaspalast<br />

präsentierte. In der Kunstgeschichte gilt er als einer<br />

der bedeutendsten internationalen Landschaftsmaler<br />

um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert.<br />

(1361861) (18)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

38 x 62 cm.<br />

Signed “P Monsted” lower left.<br />

€ 90.000 - € 120.000<br />

Sistrix<br />

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190 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.


422<br />

GIUSEPPE BERNARDINO BISON,<br />

1762 PALMANOVA <strong>–</strong> 1844 MAILAND<br />

Der Künstler war ein italienischer Maler des Klassizismus,<br />

er studierte in Brescia und befasste sich mit<br />

dem Werk von Girolamo Romanino Romani (1484/87-<br />

1562). Später zog er nach Venedig und setzte sein<br />

Kunststudium unter Giovanni Antonio Canal (1697-<br />

1768) fort. Von 1834 bis 1838 unternahm er eine Reihe<br />

von Reisen, die ihn u.a. nach Florenz, Rom, Neapel und<br />

Paestum führten. Mit seinen Venedigveduten begründete<br />

Bison ein kommerzielles Genre um der Nachfrage<br />

von Touristen und Sammlern nachzukommen. Neben<br />

zahlreichen Venedigansichten schuf er auch idyllische<br />

Fantasielandschaften. Neben der Vielfalt seiner Themen<br />

ist besonders die hohe Qualität seiner Bildproduktion<br />

hervorzuheben.<br />

GIUSEPPE BERNARDINO BISON,<br />

1762 PALMANOVA <strong>–</strong> 1844 MILAN<br />

VENICE <strong>–</strong> GRAND CANAL. VIEW OF THE PALAZZO<br />

BALBI TO THE RIALTO BRIDGE<br />

Oil on canvas.<br />

46 x 74 cm.<br />

Accompanied by an expert’s report by Fabrizio Magani<br />

with detailed documentation and examples of comparison,<br />

in copy.<br />

€ 40.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

VENEDIG <strong>–</strong> CANAL GRANDE.<br />

BLICK VOM PALAZZO BALBI ZUR RIALTOBRÜCKE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

46 x 74 cm.<br />

Verso: Aufkleber „Galerie Ollendorff Fine Arts,<br />

New York <strong>–</strong> San Francisco“, mit Lot 6825.<br />

Beigegeben eine Expertise von Fabrizio Magani, mit<br />

ausführlicher Dokumentation und Bildvergleichen, in<br />

Kopie.<br />

Der Blick führt aus weiter Entfernung hin zu der in der<br />

Bildmitte sichtbaren Rialtobrücke. Im Vordergrund<br />

links, vom Bildrand angeschnitten, ist noch der Palazzo<br />

Balbi zu sehen, rechts der Palazzo Giustinian. Auf ruhigem<br />

Kanalwasser zahlreiche Gondeln, rechts Last ­<br />

kähne. Der Prospekt gehört zu den selteneren Venedigansichten.<br />

Antonio Canal hatte sich bereits dieser<br />

Vedutenansicht gewidmet, ebenso Antonio Visenti,<br />

sowohl in Zeichnung als auch in seinem Radierwerk<br />

„Prospectus Magni Canalis Venetiarum“ von 1735. Luca<br />

Carlevarijs hat in seiner Ansicht des Regatta­ Festes<br />

zu Ehren von Friedrich IV von Dänemark 1711 diesen<br />

Betrachterstandpunkt gewählt (Paul Getty Museum,<br />

USA). A.R.<br />

(1362341) (11)<br />

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193


423<br />

FRANCESCO ZANIN,<br />

UM 1824 <strong>–</strong> 1884 VENEDIG<br />

Zwischen 1851-1888 in Venedig tätig. Der Maler wurde<br />

auf Grund seiner beliebten und qualitätvollen Bilder<br />

der „Caneletto des 19. Jahrhunderts“ genannt.<br />

AM FLUSSUFER DER BRENTA<br />

FRANCESCO ZANIN,<br />

CA. 1824 <strong>–</strong> 1884 VENICE<br />

Active in Venice between 1851-1888. The painter was<br />

known as the “Caneletto of the <strong>19th</strong> century” because<br />

of his popular and high-quality paintings.<br />

ON THE BANKS OF THE BRENTA RIVER<br />

Öl auf Leinwand.<br />

43,5 x 64 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Von erhöhtem Standpunkt Blick auf das Ufer des<br />

langen norditalienischen Flusses Brenta, auf dem ein<br />

quadratischer alter, teils bewachsener Turm und mehrere<br />

Gebäude stehen. Ein paar Fischer haben mit<br />

ihren Booten an einem Steg angelegt, während im<br />

Vordergrund noch ein weiteres Boot ans Wasser gezogen<br />

wird, und hinter dem im flachen Ufer zwei Figuren<br />

im Wasser mit einem kleinen Netz zu erkennen<br />

sind.<br />

Von links nähert sich eine Gondel dem Ufer, von der<br />

aber nur die vordere Spitze zu erkennen ist. Im Hintergrund<br />

fast silhouettenhaft das hohe Gebirge unter<br />

hellblauem Himmel, mit wenigen weißen Wolken und<br />

einigen fliegenden Vögeln.<br />

Malerei mit vielen Details und zahlreichen Spiegelungen<br />

der Gebäude, Figuren und Booten im ruhigen<br />

Wasser. Vereinzelt Retuschen.<br />

Oil on canvas.<br />

43.5 x 64 cm.<br />

Signed lower right.<br />

€ 20.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Anmerkung:<br />

Der Brenta ist 174 km langer Fluss in Norditalien.<br />

Bereits im 17. und 18. Jahrhundert war der entstandene<br />

Brenta-Kanal eine frequentierte Reiseroute<br />

zwischen Padua und Venedig. (1340603) (18)<br />

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195


424<br />

FRANCESCO ZANIN,<br />

UM 1824 <strong>–</strong> 1884 VENEDIG<br />

Zwischen 1851 und 1888 in Venedig tätig. Der Maler<br />

wurde aufgrund seiner beliebten und qualitätvollen<br />

Bilder der „Canaletto des 19. Jahrhunderts“ genannt.<br />

Gemäldepaar<br />

DER BUCINTORO BEIM HIMMELFAHRTSFEST<br />

IM CANAL GRANDE<br />

sowie<br />

VENEDIG, DER BUCINTORO BEI SAN NICOLÒ<br />

DI LIDO<br />

Öl auf Leinwand.<br />

Je 52,5 x 74,5 cm.<br />

Um 1850<br />

Die beiden Gemälde greifen ein gemeinsames Thema<br />

auf: nämlich die großartigen und prachtvollen Veranstaltungen<br />

in der Lagunenstadt anlässlich religiöser<br />

Feste. Traditionsgemäß thront der Doge in dem bekannten<br />

Prachtschiff „Bucintoro“ auf der Fahrt durch<br />

den Canal Grande, umgeben von unzähligen, ebenfalls<br />

geschmückten Begleitschiffen und Gondeln. Diese<br />

auch „Bucentaur“ genannte Goldene Barke war das<br />

Staatschiff der Dogen, gebaut als Galeasse mit fast<br />

170 Ruderern, mit einer Länge von 45 Metern. Hintergrund<br />

der Festlichkeit ist die am Christi-Himmelfahrtstag<br />

seit 997 gefeierte „sposalizio del mare“, also die<br />

mythische Vermählung Venedigs mit dem Meer. Zeremoniell<br />

warf der Doge am Lido <strong>–</strong> im anderen zweiten<br />

Bild <strong>–</strong> einen goldenen Ring ins Meer, mit den Beschwörungsworten:<br />

„Wir heiraten dich, Meer, zum<br />

Zeichen unserer wahren und beständigen Herrschaft“.<br />

Die geladenen Botschafter aller Länder sollten die<br />

Demonstration der Herrschaft Venedigs über die Adria<br />

erleben.<br />

In den Bildern sind demgemäß auch zahlreiche Zuschauer<br />

zu sehen, im erstgenannten Gemälde am Ufer<br />

im Vordergrund. Hier wird ein Weitblick über die Lagunenstadt<br />

geboten, gedrängt die vielen geschmückten<br />

Boote und Gondeln.<br />

Im Gegenstück beherrscht die Kirche San Nicolò di<br />

Lido das Bildzentrum. Sie liegt am Ostrand der Lagune,<br />

gegründet 1053, erbaut 1626. Die Brücke ist hier<br />

phantasievoll hinzugesetzt. Hier liegt der Bucintoro<br />

am Ufer an, weithin sichtbar seine rote Flagge<br />

Über die Biographie des Malers, der im 19. Jahrhundert<br />

als der neue Canaletto gefeiert wurde, ist wenig<br />

bekannt. Er zählt zu den bedeutenden Repräsentanten<br />

der historisierenden Veduten im Stil des 18.<br />

Jahrhunderts, mit Rückgriffen auf die Malweise des<br />

Canaletto. Von 1851 an war er Schüler der Akademie<br />

im Bereich der Landschaftsmalerei, geleitet von Francesco<br />

Baguara. Mit seinem Werk „Il Ponte della Pazienza<br />

con la Chiesa del Carmine“ (Privatsammlung),<br />

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FRANCESCO ZANIN,<br />

CA. 1824 <strong>–</strong> 1884 VENICE<br />

die 1856 datiert ist, begann wohl seine Karriere, die<br />

bis Ende der 1880er Jahre anhielt. 1869 war er auf der<br />

Jahresausstellung der Akademie vertreten.<br />

Die beiden Gemälde bestechen auch aufgrund spannungsvoller<br />

Lichtwirkungen, wodurch die Prachtgondeln,<br />

wie die Gebäude nahezu märchenhaft beleuchtet<br />

erscheinen, aber auch durch die rauschende<br />

Festlichkeit der unzähligen Figuren und geschmückten<br />

Schiffe. Dabei ist das Hauptaugenmerk im erstgenannten<br />

der Bilder auf das Prunkschiff gelegt, das majestätisch<br />

im Canalgrande liegt, umgeben von Begleitbooten<br />

mit Fahnen und Wimpeln in reicher Barockdekoration.<br />

Hier deutet sich bereits die Romantik des Jahrhunderts<br />

an.<br />

In ihrer malerischen Charakteristik sind die Gemälde<br />

vergleichbar mit weiteren Werken Zanins, wie „Der<br />

Besuch des Dogen bei der türkischen Gesandtschaft“<br />

oder „Der Bucentauro am Zollhafen“, das<br />

Bild eines ähnlichen Themas „Das Fest der Santa Maria<br />

von Mosa“ oder „Festliche Regatta-Veranstaltung<br />

an der Rialtobrücke Venedig“ (Hampel 2022).<br />

2007 wurde dem Maler eine Ausstellung gewidmet.<br />

A pair of paintings<br />

THE BUCINTORO AT THE ASCENSION FESTIVAL<br />

IN THE CANAL GRANDE<br />

and<br />

VENICE, THE BUCINTORO AT SAN NICOLÒ<br />

DI LIDO<br />

Oil on canvas.<br />

52.5 x 74.5 cm each.<br />

Ca. 1850.<br />

Literature:<br />

Francesco Zanin. Un “Canaletto” nell’ Ottocento,<br />

Fabrizio Magani, Mailan, 2007.<br />

€ 150.000 - € 200.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Literatur:<br />

Francesco Zanin. Un „Canaletto“ nell' Ottocento,<br />

Fabrizio Magani, Mailand, 2007. (1362102) (11)<br />

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197


425<br />

MICHELE MARIESCHI,<br />

1696/1710 VENEDIG <strong>–</strong> 1743 EBENDA, NACHFOLGE<br />

VENEDIG <strong>–</strong> RIALTOBRÜCKE MIT UFER DER<br />

WEIN- UND KOHLENHÄNDLER<br />

Öl auf Leinwand.<br />

57 x 97 cm.<br />

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia, in<br />

Kopie.<br />

In diesem Gemälde dominiert die berühmte, die beiden<br />

Ufer verbindende Rialtobrücke. Die Gondeln und<br />

Lastschiffe sind dem Betrachter im Vordergrund nahe<br />

herangebracht. Dies erlaubt dem Maler hier eine lebendige<br />

Straßenszene ins Bild zu setzen. An der Mole<br />

rechts wird soeben ein Streit ausgefochten. Arbeiter<br />

gehen aufeinander los. Mit gezücktem Dolch steigt<br />

einer der Männer aus dem mit Weinfässern beladenen<br />

Kahn, einer liegt bereits am Boden, während andere<br />

fliehen. Es liegt nahe, die Szenerie mit dem Wein<br />

in Verbindung zu bringen, der hier in Venedig ehemals<br />

gelagert und gehandelt wurde. Auf den Fassböden<br />

mehrere Initialen.<br />

Die Darstellung zeigt sich analog zu einem der Bilder<br />

einer Serie, die um 1882 aus der Sammlung der Farnese<br />

nach Neapel in di Galleria Nazionali di Capodimonte<br />

kamen. Zwischenzeitlich im Palazzo Francavilla,<br />

gelangten sie dann in den Palazzo Reale und ins<br />

Museum Reale Borbonico. 1932 wurden acht der<br />

Bilder nach Rom transferiert, um das Büro des Präsidenten<br />

des Corte dei Conti auszustatten. Anlässlich<br />

einer Ausstellung, kuratiert von Succi, wurden die<br />

Bilder dem Maler Francesco Albotto (um 1723-1758)<br />

zugewiesen.<br />

Der Einfluss der großen venezianischen Vedutisten,<br />

so auch von Marieschi, ist hier noch immer lebendig.<br />

Wie so häufig ist auch hier das Vorbild in den Stichen<br />

von Antonio Visentini (1688-1782) zu sehen, jedoch<br />

vielfach abgewandelt.<br />

MICHELE MARIESCHI,<br />

1696/1710 VENICE <strong>–</strong> 1743 IBID., FOLLOWER OF<br />

VENICE <strong>–</strong> RIALTO BRIDGE WITH WINE AND<br />

COAL MERCHANTS ON THE BANK<br />

Oil on canvas.<br />

57 x 97 cm.<br />

Accompanied by an expert’s report by Dario Succi,<br />

Gorizia, in copy.<br />

€ 28.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

In der beigegebenen Expertise wird darauf verwiesen,<br />

dass ein Zusammenhang mit dem Maler Francesco<br />

Zanin (um 1824-1884) nicht ausgeschlossen ist. A.R.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Dario Succi, Ausstellungskatalog, Marieschi tra<br />

Canaletto e Guardi, Gorizia 1989. (1361851) (3) (11)<br />

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199


426<br />

MICHELE MARIESCHI,<br />

1696/1710 VENEDIG <strong>–</strong> 1743 EBENDA, NACHFOLGE<br />

VENEDIG <strong>–</strong> CANAL GRANDE AM ZUFLUSS DES<br />

CANALE DI CANNAREGIO<br />

Öl auf Leinwand.<br />

57 x 97 cm.<br />

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia, in<br />

Kopie.<br />

Der Kanal verläuft schräg im Bild, womit Blick und<br />

Augenmerk auf die Einmündung des Nebenkanals Rio<br />

di Cannaregio fallen. Dessen kleinere Brücke ist hier,<br />

von den Gebäuden angeschnitten, noch teilweise zu<br />

sehen. Die im 11. Jahrhundert gegründete Kirche San<br />

Geremia erstrahlt in hellem Licht. Der davorstehende,<br />

bis heute erhaltene Campanile aus dem 12. Jahrhundert,<br />

mit seiner Höhe von 43 Metern, zählt zu den<br />

ältesten der Lagunenstadt. Dies ist wohl auch als<br />

Hauptaugenmerk der Darstellung gedacht.<br />

Auch hier hat der Maler den Vordergrund zu einer<br />

Bühne reicher Figurendarstellung gemacht. Das Treiben<br />

der Arbeiter in den großen Lastkähnen, die an<br />

der Mole anliegen, wird detailgenau geschildert. Auf<br />

dem sonnenbeschienenen Platz links sind unter den<br />

Händlern und einem Vogelhändler zwei orientalische<br />

Kaufleute mit Turban auszumachen. Die Bedeutung<br />

Venedigs als internationale Handelsmetropole war<br />

schließlich auch der Stolz der Serenissima, der in die<br />

Veduten eingegangen ist.<br />

Die Darstellung zeigt sich analog zu einem der Bilder<br />

einer Serie, die um 1882 aus der Sammlung der Farnese<br />

nach Neapel in di Galleria Nazionali di Capodimonte<br />

kamen. Zwischenzeitlich im Palazzo Francavilla, gelangten<br />

sie dann in den Palazzo Reale und ins Museum<br />

Reale Borbonico. 1932 wurden acht der Bilder nach<br />

Rom transferiert, um das Büro des Präsidenten des<br />

Corte dei Conti, auszustatten. Anlässlich einer Ausstellung,<br />

kuratiert von Succi, wurden die Bilder dem<br />

Maler Francesco Albotto (um 1723-1758) zugewiesen.<br />

Der Einfluss der großen venezianischen Vedutisten,<br />

so auch von Marieschi, ist hier noch immer lebendig.<br />

Wie so häufig ist auch hier das Vorbild in den Stichen<br />

von Antonio Visentini (1688-1782) zu sehen, jedoch<br />

vielfach abgewandelt.<br />

MICHELE MARIESCHI,<br />

1696/1710 VENICE <strong>–</strong> 1743 IBID, FOLLOWER OF<br />

VENICE <strong>–</strong> CANAL GRANDE WITH CONFLUENCE<br />

OF THE CANALE DI CANNAREGIO<br />

Oil on canvas.<br />

57 x 97 cm.<br />

Accompanied by an expert’s report by Professor Dario<br />

Succi, Gorizia, in copy.<br />

The enclosed expert’s report suggests that a connection<br />

with the painter Francesco Zanin (ca. 1824 - 1884)<br />

cannot be ruled out.<br />

€ 28.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

In der beigegebenen Expertise wird darauf verwiesen,<br />

dass ein Zusammenhang mit dem Maler Francesco<br />

Zanin (um 1824-1884) nicht ausgeschlossen ist.<br />

(1361852) (3) (11)<br />

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201


427<br />

GIUSEPPE BERNARDINO BISON,<br />

1762 PALMANOVA <strong>–</strong> 1844 MAILAND<br />

Der Künstler war ein italienischer Maler des Klassizismus,<br />

er studierte in Brescia und befasste sich mit<br />

dem Werk von Girolamo Romanino Romani (1484/87-<br />

1562). Später zog er nach Venedig und setzte sein<br />

Kunststudium unter Giovanni Antonio Canal (1697-<br />

1768) fort. Von 1834 bis 1838 unternahm er eine Reihe<br />

von Reisen, die ihn u.a. nach Florenz, Rom, Neapel<br />

und Paestum führten. Mit seinen Venedigveduten<br />

begründete Bison ein kommerzielles Genre um der<br />

Nachfrage von Touristen und Sammlern nachzukommen.<br />

Neben zahlreichen Venedigansichten schuf er<br />

auch idyllische Fantasielandschaften. Neben der Vielfalt<br />

seiner Themen ist besonders die hohe Qualität<br />

seiner Bildproduktion hervorzuheben.<br />

VENEDIG <strong>–</strong> CANAL GRANDE MIT SANTA MARIA<br />

DELLA CARITÀ UND SANTA MARIA DELLA SALUTE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

54 x 108 cm.<br />

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia,<br />

in Kopie.<br />

Die Vedute ist in betont breitziehendem Format gehalten.<br />

Der Blick wird vom Vorplatz der Kirche Santa<br />

Maria della Carità mit den hinaufführenden Stufen<br />

entlang des Kanalverlaufs in den fernen Hintergrund<br />

geleitet, der noch die Punta della Dogana zeigt. Dominierend<br />

im Bild ist die verschattete gotische Kirchenfassade<br />

mit dem danebenstehenden Campanile.<br />

Gleich dahinter folgt die bereits hell erleuchtete Kuppel<br />

von Santa Maria della Salute, mit ihren markanten,<br />

mächtigen Voluten. Die Fassaden der Paläste links liegen<br />

hell im Licht und zeigen sich ruhig hintereinander<br />

gestaffelt. In gleicher Ruhe erscheint die Wasseroberfläche<br />

mit den dahinziehenden Gondeln. Auch bei<br />

den Staffagefiguren hat der Maler jegliche Unruhe vermieden,<br />

indem sie weit gestreut positioniert gezeigt<br />

werden.<br />

Diese genannten Merkmale sind <strong>–</strong> mit wenigen Ausnahmen<br />

<strong>–</strong> charakteristisch für die Werke Bisons. Bison<br />

hat in dieser Wirkungsphase wohl sein Hauptaugenmerk<br />

auf die Architektur gelegt. Schließlich arbeitete<br />

er zusammen mit dem Architekten Giannantonio Selva<br />

(1751-1819). Interessanterweise hat Bison hier im<br />

Bild auf dem hell beleuchteten Platz vor der Kirche<br />

einen rechteckigen Steinsockelrahmen gesetzt, auf<br />

dem zwei Leute sitzen. Ein Motiv, das sich in den<br />

Stichen von Visentini („Urbis Venetiarum Prospectus<br />

Celebriores“) von 1742 noch nicht findet.<br />

Anfänglich zog Bison mit seinen venezianischen Eltern<br />

nach Brescia, wo er Schüler von Gerolamo Romani<br />

(1485-1566) wurde, um dann in Venedig bei Costantino<br />

Cedini (1741-1811) zu arbeiten, vor allem aber um<br />

bei Giovanni Antonio Canal (1697-1768) zu studieren,<br />

dem bereits berühmten, als Canaletto bekannt gewordenen<br />

venezianischen Vedutenmaler. Durch Vermittlung<br />

von Selva erhielt er die Position eines Bühnenmalers<br />

für die Opernhäuser in Venedig, Groizia, Triest<br />

und Treviso. Triest verdankt ihm die dekorativen Werke<br />

im Palazzo Carciotti, Palazzo della Borsa und in der<br />

Kirche Santa Maria Maggiore. In Mailand war Bison an<br />

der Accademia di Brera tätig.<br />

Der Stil des Gemäldes weist in die Entstehungszeit<br />

gegen Ende des Jahrhunderts, bevor Bison nach<br />

Triest ging. A.R.<br />

Literatur:<br />

Dario Succi, La Serenissima nello specchio di rame,<br />

Vo. I., 2013, S. 190, Nr. 1.<br />

Elena Bassi, Bison, Giuseppe Bernardino, in: Dizionario<br />

Biografico Italiano 10, 1968, 684 f. (1361671) (11)<br />

GIUSEPPE BERNARDINO BISON,<br />

1762 PALMANOVA <strong>–</strong> 1844 MILAN<br />

VENICE <strong>–</strong> CANAL GRANDE WITH SANTA MARIA<br />

DELLA CARITÀ AND SANTA MARIA DELLA SALUTE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

54 x 108 cm.<br />

Accompanied by an expert’s report by Dario Succi,<br />

Gorizia, in copy.<br />

Literature:<br />

Dario Succi, La Serenissima nello specchio di rame,<br />

vol. I., 2013, p. 190, no. 1.<br />

€ 80.000 - € 120.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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428<br />

IPPOLITO CAFFI,<br />

1809 BELLUNO <strong>–</strong> 1866 LISSA, ZUG.<br />

Caffi studierte in den Jahren 1827-29 an der Akademie<br />

Venedig, begab sich dann 1832 nach Rom, wo er bis<br />

1848 blieb.<br />

FLORENZ, BLICK AUF DIE NÄCHTLICHE PIAZZA<br />

DELLA SIGNORIA MIT DEM FEUERWERK DES SAN<br />

GIOVANNI<br />

Öl auf Leinwand.<br />

37 x 52,5 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Bei nächtlichem Himmel Blick auf den mit Figuren<br />

überfüllten großen Platz mit der Loggia dei Lanzi und<br />

dem hohen Palazzo Vecchio, von dessen Dach aus ein<br />

großes Feuerwerk gezündet wurde, das den Himmel<br />

teils gelb-orange erleuchten lässt. Anlass um den<br />

Himmel der Stadt zu erhellen ist das Fest des Schutzpatrons<br />

zu feiern. Malerei in der typischen Manier des<br />

Künstlers mit zahlreichen Details.<br />

IPPOLITO CAFFI,<br />

1809 BELLUNO <strong>–</strong> 1866 LISSA, ATTRIBUTED<br />

FLORENCE, VIEW OF THE PIAZZA DELLA<br />

SIGNORIA AT NIGHT WITH THE FIREWORKS<br />

OF SAN GIOVANNI<br />

Oil on canvas.<br />

37 x 52.5 cm.<br />

Notes:<br />

A comparable signed work by the artist, showing<br />

fireworks from the Castel Sant’Angelo in Rome,<br />

was sold at auction at Sotheby’s in Milan on 12<br />

November 2003, under lot 180.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Anmerkung:<br />

Ein vergleichbares signiertes Werk des Künstlers,<br />

das ein Feuerwerk von der Engelsburg in Rom zeigt,<br />

wurde bei Sotheby's in Mailand am 12.11.2003 unter<br />

der Nummer 180 versteigert. (1360193) (3) (18)<br />

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205


429<br />

VINCENZO CHILONE,<br />

1758 VENEDIG <strong>–</strong> 1839<br />

Chilone zählt in der venezianischen Vedutenmalerei<br />

zu den Nachfolgern Canalettos (1697-1768). Aus ärmlichen<br />

Verhältnissen hat er sich zwölfjährig mit der<br />

Herstellung von Seidenstrümpfen seinen Unterhalt<br />

verdient, bevor er in die Werkstatt des Francesco<br />

Battaglioli (1725-1796) kam, bei dem er sich die<br />

Kenntnisse der Vedutenmalerei aneignen konnte. 1824<br />

wurde er in die Accademia di Belle Arti di Venezia<br />

aufgenommen. Obwohl vom Adel gefördert, verstarb<br />

Chilone verarmt.<br />

VENEDIG <strong>–</strong> BLICK AUF DIE INSEL SAN GIORGIO<br />

MAGGIORE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

31,5 x 40 cm.<br />

VINCENZO CHILONE,<br />

1758 VENICE <strong>–</strong> 1839<br />

VENICE <strong>–</strong> VIEW OF THE ISLAND SAN GIORGIO<br />

MAGGIORE<br />

Oil on canvas.<br />

31.5 x 40 cm.<br />

Accompanied by an expert’s report by Dario Succi,<br />

Gorizia, in copy.<br />

Literature:<br />

Rodolfo Pallucchini, La pittura veneziana del<br />

Settecento, Venice-Rome 1960, ill. 607.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia,<br />

in Kopie.<br />

Das Bild liefert einen weiten Blick über den breiten<br />

Ausläufer des Canal Grande, hin zu der entfernt liegenden<br />

Insel mit der Kirche San Giorgio Maggiore,<br />

dem Campanile und den rahmenden Gebäudegruppen.<br />

In hellem Licht zeigt sich dort die Fassade des<br />

von Palladio ab 1565 erbauten Kirche mit der dahinter<br />

aufsteigenden Kuppel. Weiter links ragt der im 18.<br />

Jahrhundert hochgezogene Campanile auf, der bewusst<br />

mit dem des Markusplatzes korrespondiert.<br />

Die sich weit bis zum Horizont hinziehende Wasserfläche<br />

liegt ruhig unter hohem, leicht bewölktem<br />

Wolkenhimmel. Feuchte Meeresluft ist hier gleichsam<br />

zu spüren. Hell aufleuchtende Farbaspekte betonen<br />

gleichermaßen das Obergeschoß des Campanile<br />

wie die Segel am fernen Horizont. Dem gegenüber<br />

hat Chilone im Vordergrund links das Heck eines Seglers<br />

mit Fischern nahe an den Betrachter gebracht.<br />

Die weite Wasserfläche dazwischen wird durch mehrere<br />

Gondeln belebt.<br />

Die genannten Qualitäten des Gemäldes entsprechen<br />

dem Werk Chilones, der aus ärmlicher Familie in die<br />

Schule des Francesco Battaglioni kam. Von der gehobenen<br />

Gesellschaft gewürdigt, wurde er Mitglied<br />

der Accademia di Belle Arti in Venedig und gefördert<br />

durch Domanico Dragonetti, der als erfolgreicher Musiker<br />

auch Werke für seine Sammlung erwarb. Dennoch<br />

verstarb er 81-jährig in Armut, wie so viele seiner<br />

Malerkollegen. A.R.<br />

Anmerkung:<br />

Werke seiner Hand finden sich in zahlreichen Museen<br />

und Sammlungen, wie im Museo d’Arte Moderna in<br />

Venedig, Inventarnummer 44 oder in der Collectione<br />

Treves Bonfili, Venedig.<br />

Literatur:<br />

Rodolfo Pallucchini, La pittura veneziana del Settecento,<br />

Venzia-Roma 1960, Abb. 607.<br />

Lina Urban Padoan, Vincenzo Chilone. L’autobiografia,<br />

documenti, notizie, in: Pittura veneziana dal Quattrocento<br />

al Settecento, Studi di storia dell’arte in onore<br />

di Egidio Martini, Arsenale 1999, S. 295-99.<br />

(1360935) (3) (11)<br />

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207


430<br />

ITALIENISCHER MALER<br />

DES 19. JAHRHUNDERTS<br />

FAMILIE IN EINER GONDEL VOR<br />

DER KULISSE VENEDIGS<br />

ITALIAN SCHOOL,<br />

19TH CENTURY<br />

FAMILY IN A GONDOLA AGAINST<br />

THE BACKDROP OF VENICE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

90 x 199 cm.<br />

In gekehltem, ornamental verziertem Rahmen.<br />

Eine raumeinnehmende, horizontal gelagerte Gondel,<br />

mit mehreren Figuren besetzt, ist der Kulisse Venedigs<br />

vorgelagert, wobei der Dogenpalast mit dem Campanile,<br />

Santa Maria della Salute und im Mittelgrund<br />

San Giorgio Maggiore gut zu erkennen sind.<br />

(1360937) (3) (13)<br />

Oil on canvas.<br />

90 x 199 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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431<br />

VENEZIANISCHER MALER<br />

DES BEGINNENDEN 19. JAHRHUNDERTS<br />

VEDUTE DES BACINO DI SAN MARCO MIT DEM<br />

PALAZZO DUCALE<br />

VENETIAN PAINTER,<br />

BEGINNING OF THE 19TH CENTURY<br />

VEDUTA OF THE BACINO DI SAN MARCO WITH<br />

PALAZZO DUCALE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

120 x 180 cm.<br />

In goldgehöhtem Rahmen.<br />

Der Blick auf den Dogenpalast, die Markussäule und<br />

die nach hinten ziehende Häuserfassade, ist aus<br />

leicht erhöhter Kavaliersperspektive vom Canal Grande<br />

aus zu sehen, die anliegenden und abfahrenden<br />

Gondeln im Vordergrund. Leicht gedrungene Figurenstaffage<br />

in der Kleidung des 18. Jahrhunderts teilweise<br />

mit dem Anlanden von Gondeln beschäftigt.<br />

(1360181) (3) (13)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

120 x 180 cm.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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209


432<br />

LORENZO ALIANI,<br />

1825 <strong>–</strong> 1862<br />

PANTHEON IN ROM<br />

Öl auf Leinwand.<br />

61 x 87 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „1845“.<br />

Ansicht des 126 n. Chr. unter Hadrian errichteten, am<br />

besten erhaltenen antiken Bauwerks der Welt. Seit<br />

dem 7. Jahrhundert als Kirche genutzt. Die 16 Säulen<br />

des Portikus tragen einen Giebel, der die Kuppel teilweise<br />

sehen lässt, mit größerem Durchmesser als<br />

der des Petersdomes. Davor der 1575 ausgegrabene,<br />

1711 von Papst Clemens XI auf dem Platzbrunnen aufgestellte<br />

ägyptische Obelisk mit fein wiedergegebenen<br />

Hieroglyphen. Von besonderem Interesse ist<br />

die Wiedergabe der beiden Turmaufsätze, die der berühmte<br />

Bernini entworfen hatte, aber 1883 wieder<br />

abgerissen wurden.<br />

Das Bild vermittelt höchst anschaulich das Treibens<br />

auf der Piazza Rotonda aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.<br />

Verkaufsbuden und Marktstände mit Sonnendächern,<br />

umringt von Marktgängern, Bäuerinnen und<br />

Eseltreibern, Kindern und Personen der bürgerlichen<br />

Gesellschaft, Herren im Zylinder, Damen in langen<br />

Kleidern und Schutenhut. Ein Bilderverkäufer hat sich<br />

an einer Säule aufgestellt, eine Kutsche hält vor dem<br />

Portaleingang.<br />

Vom Künstler ist nicht viel bekannt. Jedoch ist er auch<br />

als Vedutist in Venedig nachweisbar. A.R.<br />

(1362106) (11)<br />

LORENZO ALIANI,<br />

1825 <strong>–</strong> 1862<br />

THE PANTHEON IN ROME<br />

Oil on canvas.<br />

61 x 87 cm.<br />

Signed and dated “1845” lower right.<br />

View of the best-preserved ancient monument of the<br />

world created in 126 AD by Emperor Hadrian.<br />

€ 20.000 - € 40.000<br />

Sistrix<br />

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433<br />

PIETER VAN HANSELAERE,<br />

1786 <strong>–</strong> 1862, ZUG.<br />

Der Künstler war ab 1809 in Paris an der Académie<br />

des Beaux-Arts als Schüler von Jacques Louis David<br />

(1748-1825); hier erhielt er seine Ausbildung in klassizistischer<br />

Historienmalerei. 1821 wurde er zum Professor<br />

ernannt und ging für einige Jahre nach Neapel,<br />

wo er Hofmaler des neapolitanischen Königs und ein<br />

vielbeschäftigter Portraitmaler wurde.<br />

DER ERFÜLLTE WUNSCH<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

83 x 97 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

In der Mitte eines Marktes, auf einem Platz in Neapel,<br />

barfuß stehend eine junge Frau in edlem glänzendem<br />

Gewand, in ihrer linken Hand ein Votivbild haltend, das<br />

sie kniend darstellt, während ein Schiff im Hintergrund<br />

in einen Sturm gerät. Mit ihrem rechten Arm<br />

zeigt sie auf einen geretteten Matrosen mit roter<br />

Kopfbedeckung und mit einem Arm in einer Schlinge,<br />

damit zeigt sie der Menge, dass ihr Wunsch erfüllt<br />

wurde. Zugleich hat sie eine Kollekte organisiert und<br />

wird dabei von der rechtsstehenden Frau unterstützt,<br />

die in ihren Händen ein flaches Kästchen zum Einsammeln<br />

der Spenden hält. Rechtsseitig sitzend eine<br />

junge Mutter, die gerade eine Münze spendet. Linksseitig<br />

ein halb kniender Fischer und weitere Marktbesucher,<br />

die ihr aufmerksam zuhören. Dieses Thema<br />

der Volksfrömmigkeit wird als Grundlage für die Darstellung<br />

einer Menschenmenge in typischen farbigen<br />

Kostümen verwendet, die mit viel Liebe zum Detail<br />

wiedergegeben wurden. Teils rest., teils Retuschen.<br />

(1361382) (18)<br />

€ 5.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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213


433 A<br />

GIOVANNI COBIANCHI,<br />

MALER DES 19. JAHRHUNDERTS, ZUG.<br />

Gemäldepaar<br />

ANSICHT VON TIVOLI<br />

sowie<br />

ANSICHT VOM CONCORDIA-TEMPEL<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

Je 60 x 76 cm.<br />

Je rechts unten bezeichnet. Ein Gemälde rückseitig<br />

auf Leinwand bezeichnet und mit Künstlernennung<br />

„Gio Cobianchi“.<br />

In teilvergoldeten Rahmen.<br />

Auf einer Anhöhe mehrere Schäfer mit ihrer Ziegenherde,<br />

von denen aus der Blick ins Tal auf die Anlage<br />

von Tivoli mit seinen Wasserfällen geht, unter hohem<br />

Himmel im gelb-orangen Licht der malerisch untergehenden<br />

Sonne. Das andere Gemälde zeigt den Concordia-Tempel,<br />

auch Templi Agrigentini genannt, den<br />

prachtvollen in Italien befindlichen griechischen Tempel<br />

mit seinen kannelierten Säulen und einer Beschriftung<br />

auf der Vorderseite. Umgeben wird er von einer idyllischen<br />

grünen Landschaft, in der linksseitig ein Hirte<br />

unter einem knorrigen Weidenbaum mit einer Kuh und<br />

einem Schaf zu sehen ist, des Weiteren ein Paar mit<br />

Kind auf einem schmalen Weg. Im Hintergrund die Silhouette<br />

eines Gebirgszugs unter hohem hell blauen<br />

Himmel mit wenigen weißen Wolkenformationen und<br />

linksseitig den gelblichen letzten Strahlen der untergehenden<br />

Sonne. Stimmungsvolle qualitätvolle Malerei.<br />

Die beiden Gemälde ganz im Stil des Jacob Philipp<br />

Hackert (1737-1807).<br />

(1361745) (3) (18)<br />

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GIOVANNI COBIANCHI,<br />

PAINTER OF THE 19TH CENTURY, ATTRIBUTED<br />

A pair of paintings.<br />

VIEW OF TIVOLI<br />

and<br />

VIEW OF THE TEMPLE OF CONCORDIA<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

60 x 76 cm each.<br />

Each inscribed on lower right. One painting with artist<br />

name “Gio Cobianchi” on the back of the canvas.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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215


434<br />

JAN VAN DER WAARDEN,<br />

1811 <strong>–</strong> 1872<br />

STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN UND BLUMEN<br />

Öl auf Holz.<br />

91,8 x 76,7 cm.<br />

Rechts unten signiert und ortsbezeichnet „J van der<br />

Waarden Haarlem“.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Vor grünlichem Hintergrund auf Steinplatten über zwei<br />

Ebenen liegend die prächtigen Früchte und Blumen:<br />

dazu gehören helle und dunkle Weintraubenrispen an<br />

einem Ast, der sich von rechts oben diagonal nach<br />

links unten zieht, dazwischen Pflaumen, ein geöffneter<br />

Granatapfel, Pfirsiche, davon einer auf der unteren<br />

Platte geöffnet liegend, Maiskolben und Kirschen<br />

sowie Mohn und Edelwicken. Aufgelockert wird die<br />

farbenfrohe Wiedergabe durch einzelne kleine Insekten<br />

und Falter. Kunstvolle Komposition mit feinen<br />

präzisen Details, ein Werk, das noch ganz in der Tradition<br />

der Blumenstillleben des 18. Jahrhunderts steht.<br />

Seine Inspiration für die dargestellten Objekte konnte<br />

sich der Maler wohl in den Haarlemer Gärtnereien<br />

holen, in der seltene und exotische Blumen zu bewundern<br />

waren.<br />

JAN VAN DER WAARDEN,<br />

1811 <strong>–</strong> 1872<br />

STILL LIFE WITH FRUIT AND FLOWERS<br />

Oil on panel.<br />

91.8 x 76.7 cm.<br />

Signed lower right and place name<br />

“J van der Waarden Haarlem”.<br />

Provenance:<br />

Christie’s, London 19 June 1992, lot 11.<br />

Exhibitions:<br />

Frans Hals Museum Haarlem, Hit Boekit, 21 March<br />

- 19 May 1997 under the name of the artist titled<br />

“Stilleven mit Vruchten”.<br />

€ 35.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Provenienz:<br />

Christie’s, London 19. Juni 1992, Lot 11.<br />

Ausstellung:<br />

Frans Hals Museum Haarlem, Hit Boekit vom 21. März<br />

- 19. Mai 1997 unter dem Namen des Künstlers mit<br />

dem Titel „Stilleven mit Vruchten“. (13619829) (18)<br />

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435<br />

ELLEN AUGUSTA HAMBURGER,<br />

AUCH „HÉLÈNE TAUREL“,<br />

1836 ST. MARY NEWINGTON <strong>–</strong> 1919 AMSTERDAM<br />

Hamburger setzte die Tradition der Blumenstillleben<br />

in den Niederlanden aus dem 17. Jahrhundert im 19.<br />

Jahrhundert fort und stammte selbst aus einer Künstlerfamilie,<br />

denn ihr Vater Johann Konrad Hamburger<br />

(1809-1871) war Portrait- und Miniaturmaler, der 1829<br />

nach London ging und Hofmaler Wilhelms IV wurde.<br />

Auch ihre Mutter malte Stillleben und Vogelgemälde.<br />

Zwischen 1858 und 1885 stellte Hamburger regelmäßig<br />

auf Ausstellungen in Amsterdam, Rotterdam<br />

und Den Haag aus.<br />

ELLEN AUGUSTA HAMBURGER,<br />

ALSO KNOWN AS “HÉLÈNE TAUREL”,<br />

1836 ST. MARY NEWINGTON <strong>–</strong> 1919 AMSTERDAM<br />

FLORAL STILL LIFE WITH WICKER BASKET<br />

Oil on panel. Parquetted.<br />

52 x 43.5 cm.<br />

€ 12.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

BLUMENSTILLLEBEN MIT GEFLOCHTENEM KORB<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

52 x 43,5 cm.<br />

In mit Blüten stuckiertem vergoldeten Rahmen.<br />

(1361989) (13)<br />

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436<br />

CESARE TALLONE,<br />

1853 SAVONA <strong>–</strong> 1919 MAILAND<br />

PORTRAIT DER CONTESSA GIUSTINA CASTELLI<br />

Öl auf Leinwand.<br />

162 x 110 cm.<br />

Rechts unten signiert „C. Tallone“.<br />

In à jour gearbeitetem vergoldeten Rahmen.<br />

Beigegeben ein Zertifikat von Finarte Casa d’Aste in<br />

Mailand.<br />

Dreiviertelbildnis der Portraitierten in einem eleganten<br />

Armlehnstuhl sitzend in einem weißen Kleid, vor impressionistisch<br />

wirkendem hellen Hintergrund. Sie<br />

hat schwarzes Haar, feine geschwungene Augenbrauen,<br />

rot geschminkte Lippen und mit ihren dunklen<br />

Augen blickt sie den Betrachter direkt an. Sie trägt<br />

goldene Ohrringe, einen goldenen Armreif um ihr linkes<br />

Handgelenk und einen wertvollen Ring. In der rechten<br />

Hand hält sie einen Fächer. Ihr weites, teils lichtdurchflutetes<br />

Kleid mit großem Dekolleté scheint mit dem<br />

Hintergrund fast zu verschwimmen. Impressionistisch<br />

wirkendes Gemälde mit besonderer Herausstellung<br />

der Physiognomie der portraitierten Contessa. Rest.<br />

(1361031) (2) (13)<br />

CESARE TALLONE,<br />

1853 SAVONA <strong>–</strong> 1919 MILAN<br />

PORTRAIT OF THE CONTESSA GIUSTINA CASTELLI<br />

Oil on canvas.<br />

162 x 110 cm.<br />

Signed lower right “C. Tallone”.<br />

Accompanied by a certificate from Finarte Casa<br />

d’Aste in Milan.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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437<br />

HENRI-THÉODORE FANTIN-LATOUR,<br />

1836 GRENOBLE <strong>–</strong> 1904 BURÉ<br />

Henri-Théodore Fantin-Latour war ein französischer<br />

Maler, der von seinem Vater, einem Portraitisten, ausgebildet<br />

wurde. Er setzte seine Ausbildung an der<br />

École des Beaux-Arts in Paris fort, besuchte regelmäßig<br />

den Louvre, wo er große Meister kopierte. Hier<br />

entwickelte er eine Begeisterung für die venezianische<br />

Malerei, vor allem für die von Tiziano Vecellio<br />

(1485/89-1576) und Paolo Veronese (1528-1588). Er<br />

schloss Freundschaft mit Édouard Manet (1832-<br />

1883), Berthe Morisot (1841-1895) und später mit<br />

James Abbot McNeill Whistler (1834-1903), der ihn<br />

mit nach England nahm und einer Klientel vorstellte,<br />

die sich für seine Stillleben, im Speziellen die Blumenstillleben,<br />

begeisterte. Außerdem mit dem realistischen<br />

Maler Gustave Courbet (1819-187) und den<br />

Impressionisten befreundet, behielt er nichtsdestotrotz<br />

seinen eigenen Stil und orientierte seine Malerei<br />

hin zu Gruppenportraits, wovon die berühmtesten Exemplare<br />

im Musée d'Orsay aufbewahrt sind. Später<br />

zog er sich in die Normandie nach Buré zurück und<br />

widmete sich dort fast ausschließlich seinen Blumensträußen,<br />

die er in seinem Garten pflückte.<br />

AUBÉPINES ROSES, 1871<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

50 x 39 cm.<br />

Rechts oben signiert und datiert „Fantin Mai 1871“.<br />

Rückwärtige Etiketten und alte Auktionsnummern.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Vor dunklem unbestimmtem Grund ein Zweig eines<br />

rosa blühenden Weißdorns mit kleinen zarten Blüten<br />

und seinen charakteristischen gelappten sich im Spiel<br />

des Lichteinfalls den Raum bildenden Blätter. Fantin<br />

Latour hatte mit vielen Künstlern seiner Zeit Kontakt,<br />

er lernte nicht nur Edgard Degas, Èdouard Manet,<br />

Barthe Morisot und James McNeill Whistler kennen,<br />

sondern begegnete 1859 auch Gustave Courbet, in<br />

dessen Atelier er auch arbeitete. Nachdem er 1864 in<br />

der Royal Academy of Arts in London ausgestellt hatte,<br />

waren seine Blumenarrangements sehr beliebt, auf<br />

deren Produktion er sich sich nun konzentrierte <strong>–</strong><br />

eines davon bieten wir mit diesem Los an, das weniger<br />

dem Impressionismus der Zeit, als viel mehr dem<br />

Realismus verpflichtet ist.<br />

Provenienz:<br />

Edwin Edwards, London.<br />

Williams & Son, London.<br />

Privatsammlung, Schottland.<br />

Privatsammlung, Großbritannien.<br />

Sotheby’s, London, 6. Mai 1959, lot 113.<br />

Frost & Reed, London (bei obiger Auktion erworben).<br />

Herbert Wilcox, London.<br />

Sale: Sotheby‘s Parke Bernet, Los Angeles, 4. Februar<br />

1975, lot 301.<br />

Privatsammlung, New York.<br />

Anmerkung:<br />

Das Gemälde wird in das in Vorbereitung befindliche<br />

Werkverzeichnis der Galerie Brame & Lorenceau<br />

aufgenommen.<br />

Literatur:<br />

Mme Fantin-Latour, Catalogue de l‘œuvre complet<br />

de Fantin-Latour, Paris, 1911, Nr. 528, S. 65.<br />

(1362404) (18)<br />

HENRI-THÉODORE FANTIN-LATOUR,<br />

1836 GRENOBLE <strong>–</strong> 1904 BURÉ<br />

AUBÉPINES ROSES, 1871<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

50 x 39 cm.<br />

Signed and dated top right “Fantin Mai 1871”.<br />

Labels and old auction numbers on the back.<br />

In gilt frame.<br />

Provenance:<br />

Edwin Edwards, London.<br />

Williams & Son, London.<br />

Private collection, Scotland.<br />

Private collection, United Kingdom.<br />

Sotheby’s, London, 6 May 1959, lot 113.<br />

Frost & Reed, London (acquired at the above sale).<br />

Herbert Wilcox, London.<br />

Sale: Sotheby’s Parke Bernet, Los Angeles, 4 February<br />

1975, lot 301.<br />

Private collection, New York.<br />

Notes:<br />

The painting will be included in the catalogue raisonné<br />

of Fantin-Latour's paintings by Galerie Brame &<br />

Lorenceau now in preparation.<br />

Literature:<br />

Mme Fantin-Latour, Catalogue de l’oeuvre complet<br />

de Fantin-Latour, Paris 1911, no. 528, p. 65.<br />

€ 125.000 - € 200.000 (†)<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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223


438<br />

FREDERICK HENDRIK KAEMMERER,<br />

1839 DEN HAAG <strong>–</strong> 1902 PARIS<br />

ZWÖLF STERNZEICHEN-GEMÄLDE<br />

Öl auf Leinwand, auf Hartfaser.<br />

Je 18,5 x 10,3 cm.<br />

Die Präsentationsplatte: 115 x 118,5 cm.<br />

Jeweils unten rechts signiert sowie links mit dem<br />

jeweiligen Sternzeichen betitelt.<br />

Auf lachsrotem Untergrund montiert.<br />

Kaemmerer war Schüler von S.L. Veerver (1813-1876)<br />

und arbeitete den größten Teil seines Lebens in Paris,<br />

wo er sich auf die Malerei von Landschaften, Genrestücken<br />

und französischen Damen, wie den hier dargestellten,<br />

spezialisierte.<br />

FREDERICK HENDRIK KAEMMERER,<br />

1839 THE HAGUE <strong>–</strong> 1902 PARIS<br />

TWELVE PAINTINGS OF THE ZODIAC SIGNS<br />

Oil on canvas, on hardboard.<br />

18.5 x 10.3 cm each.<br />

Presentation panel: 115 x 118.5 cm.<br />

Each signed lower right and titled with respective<br />

zodiac sign lower left.<br />

€ 80.000 - € 120.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Provenienz:<br />

Carlos Beilstichting, Rotterdam.<br />

(13619810) (13)<br />

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439<br />

FRANÇOIS-MARIE FIRMIN-GIRARD,<br />

1838 PONCIN, FRANKREICH <strong>–</strong><br />

1921 MONTLUÇON, FRANKREICH<br />

Der Maler trat bereits 1854 in die École des Beaux-<br />

Arts ein, studierte im Atelier von Charles Gleyre<br />

(1808-1874) und Jean-Léon Gérome (1824-1904).<br />

1861 erhielt er den zweiten Prix des Rome, stellte in<br />

der Folge mehrmals im Pariser Salon aus und auf dem<br />

Salon französischer Künstler und erhielt zahlreiche<br />

Medaillen. Seine Werke kommen häufig dem Impressionismus<br />

nahe und haben immer ein schönes Licht.<br />

Mit einer Leichtigkeit malt er Genreszenen, Landschaften<br />

und Blumen, die ihn bekannt gemacht haben. Er<br />

war einer der beliebtesten Maler seiner Zeit in Paris<br />

und wurde unter anderem von Émile Zola (1840-1902)<br />

als einer der anerkanntesten Künstler gesehen.<br />

Blick über eine weite herbstliche Waldlandschaft mit<br />

breitem Weg auf einen großen Fluss, auf dem ein<br />

dampfender Schlepper zu sehen ist. Im Vordergrund<br />

die große Wiese auf der bereits viele rot-braune Blätter<br />

liegen. In der Ferne die fast verschwimmende Waldlandschaft<br />

unter hohem weiß bis hellblauem Himmel.<br />

Malerei in frischer zarter Farbgebung, bei teils raschem<br />

Pinselduktus.<br />

(13506719) (18)<br />

€ 3.000 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

LE REMORQUE (DER SCHLEPPER)<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

46 x 61 cm.<br />

Rechts unten signiert „Firmin-Girard“.<br />

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225


440<br />

CECIL VAN HAANEN,<br />

1844 WIEN <strong>–</strong> 1914 EBENDA<br />

DER VENEZIANISCHE SCHAUSTELLER<br />

Öl auf Leinwand.<br />

73 x 50 cm.<br />

Links unten signiert und datiert „1880“.<br />

Verso bezeichnet.<br />

In Louis XV-Stilrahmen.<br />

Zwei Frauen sind im Begriff die Räumlichkeiten eines<br />

in Venedig befindlichen Schaustellers zu betreten. Am<br />

Eingang auch ein Affe und ein Papagei als werbewirksame<br />

Mitarbeiter.<br />

(1361763) (13)<br />

CECIL VAN HAANEN,<br />

1844 VIENNA <strong>–</strong> 1914 IBID.<br />

THE VENETIAN SHOWMAN<br />

Oil on panel.<br />

73 x 50 cm.<br />

Signed and dated “1880” lower left.<br />

Inscribed on the back.<br />

€ 22.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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441<br />

FEDERICO ZANDOMENEGHI,<br />

1841 VENEDIG <strong>–</strong> 1917 PARIS<br />

PORTRAIT EINER JUNGEN ITALIENISCHEN<br />

FRAU IN TRADITIONELLER KLEIDUNG<br />

Öl auf Leinwand.<br />

58,5 x 50,2 cm.<br />

Rechts unten signiert „F Zandomeneghi“.<br />

In weißem Passepartout mit vergoldetem Rahmen.<br />

Vor braunem Hintergrund das Frontalbildnis der jungen<br />

schönen Frau mit zartem hellem Inkarnat und leicht<br />

geröteten Wangenpartien, rötlichen Lippen und schwarzen<br />

schulterlangen Haaren, über denen sie einen langen<br />

Schleier trägt. Sie trägt ein rötliches Gewand und einen<br />

leger gebundenen rot-blauen Schal um ihren Hals.<br />

Durch die Beleuchtung wird das helle Gesicht und die<br />

Halspartie besonders hervorgehoben. Qualitätvolle<br />

Malerei in der Manier des Künstlers. Retuschen.<br />

Provenienz:<br />

Christie’s, London, 14. März 2007, Lot 128.<br />

(1360903) (18)<br />

€ 5.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

442<br />

EUGEN ALFONS VON BLAAS,<br />

1843 ALBANO LAZIALE <strong>–</strong> 1931 VENEDIG<br />

Der in Italien geborene Maler war Sohn des bekannten<br />

österreichischen Malers Carl von Blaas (1815-1894),<br />

bei dem er auch seinen ersten Unterricht erhielt. Wie<br />

sein Vater hielt auch er später eine Professur an der<br />

Akademie in Venedig. Er wurde bekannt durch seine<br />

Genrebilder.<br />

PORTRAIT EINES ITALIENISCHEN MÄDCHENS<br />

Öl auf Holz.<br />

21 x 15,8 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Dr. Horst G. Ludwig,<br />

München, 01. Juni 2021, in Kopie.<br />

Portrait eines jungen Mädchens nach links im Dreiviertelprofil.<br />

Sie hat hochgestecktes schwarzes Haar,<br />

rote Lippen mit Glanzlichtern und dunkle Augen, mit<br />

denen sie leicht nach unten seitlich aus dem Bild<br />

herausblickt. Zudem trägt sie eine weiße Bluse, darüber<br />

ein gelbes Tuch, das ihren Schulterbereich bedeckt<br />

und um den Hals eine rote Korallenkette. Feine einfühlsame<br />

Darstellung.<br />

(1361461) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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443<br />

MARIE GUILHELMINE BENOIST,<br />

1768 <strong>–</strong> 1826, ZUG.<br />

DAME IN WEISSEM KLEID IN LANDSCHAFT<br />

MARIE GUILLEMINE BENOIST,<br />

1768 <strong>–</strong> 1826, ATTRIBUTED<br />

LADY IN A WHITE DRESS IN LANDSCAPE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

117 x 88 cm.<br />

In vergoldetem Empire-Rahmen.<br />

In einer nachmittäglichen Campagna-Landschaft sitzt<br />

eine in weißem Kleid mit Federsaum gekleidete junge<br />

Dame, deren vornehme Blässe mit einem von polychromen<br />

Ornamenten verziertem Schal kontrastiert<br />

wird.<br />

Oil on canvas.<br />

117 x 88 cm.<br />

€ 18.000 - € 22.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Literatur:<br />

Vgl. Marianne Lévy, Marie-Guillemine Laville-Leroulx<br />

et les siens. Une femme peintre de l’Ancien régime<br />

à la Restauration (1768-1826), Paris 2018. (1351716)<br />

(13)<br />

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444<br />

MALER DES FRÜHEN 19. JAHRHUNDERTS<br />

PORTRAIT EINES JUNGEN ELEGANTEN<br />

MÄDCHENS VOR LANDSCHAFT<br />

Öl auf Leinwand.<br />

117 x 90 cm.<br />

Rechts unten undeutlich signiert und datiert „1810“.<br />

Ungerahmt.<br />

Vor einer großen weiß-grauen Wolke in einer Flusslandschaft<br />

stehend ein junges Mädchen mit Mittelscheitel<br />

und seitlich herabhängenden dunkelblonden<br />

Locken. Sie trägt ein dünnes weißes Gewand, einen<br />

feinen durchsichtigen Schleier mit rosa Band und dazu<br />

rosafarbene Seidenschühchen. Um den Hals trägt sie<br />

eine kleine Korallenkette mit Medaillon und dazu Ohrringe<br />

aus Koralle. In ihren vor der Brust leicht überkreuzten<br />

Händen hält sie zum einen ihren Schleier<br />

nach oben, zum anderen eine weiße Taube und frisch<br />

gepflückte Frühjahrsblüher. Sie hat ein zartes weiches<br />

Inkarnat, leicht gerötete Wangen und mit ihren leuchtenden<br />

blauen Augen blickt sie liebevoll aus dem Bild<br />

heraus. Zu ihren Füßen im Gras liegend ein weißer<br />

Spitz, der sie aufmerksam betrachtet. Hinter ihr zudem<br />

eine steinerne Bank mit einem dahinterliegenden<br />

Rosenstrauch und am seitlichen Rand einige hochragende<br />

Zypressen. Rechtsseitig der Blick in eine weite<br />

Flusslandschaft und einen Berg mit zwei Windmühlen<br />

unter hohem blauen, teils rosa verfärbtem Himmel.<br />

Rest., teils Unterlegungen.<br />

(1361102) (1) (18)<br />

€ 6.500 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

445<br />

ALPHONSE ROBERT,<br />

1807 SÈVRES <strong>–</strong> 1880 EBENDA<br />

BERGIGE LANDSCHAFT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

55 x 75 cm.<br />

Links unten signiert und datiert „AL. Robert. 1851.“.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Vom erhöhten Standpunkt eines sandigen Weges<br />

an einem Waldrand der Blick über ein weites Tal mit<br />

wenigen Häusern auf eine Bergkette im Hintergrund<br />

unter hohem, sommerlich hellblauem Himmel mit<br />

weißen Wolkenformationen. Qualitätvolle feine Malerei<br />

in zurückhaltender Farbigkeit mit gekonnter<br />

Licht- und Schattenführung. Linksseitig rest., vereinzelt<br />

kleine Retuschen.<br />

(1360175) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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233


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446<br />

CHRISTIAN JOHANN GEORG PERLBERG,<br />

1806 KÖLN <strong>–</strong> 1884 MÜNCHEN<br />

DER JUNGE JAN VON WERTH UND SEIN HEER<br />

BEGRÜSSEN DEN BAYERISCHEN KURFÜRSTEN<br />

MAXIMILIAN I NACH DER SCHLACHT BEI<br />

NÖRDLINGEN 1634<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

62 x 79 cm.<br />

Links unten signiert und datiert „G. Perlberg 1894“.<br />

Unter hohem, sommerlich hellblauem Himmel im<br />

Zentrum der Kurfürst Maximilian I von Bayern, auf<br />

einem Schimmel reitend, ihm folgend einige Reiter<br />

mit Flaggen und sein hinter ihm marschierendes Heer<br />

mit hochgehaltenen Säbeln. Der Landesherr wird freudig<br />

begrüßt von dem jungen Jan von Werth auf einem<br />

schwarzen Rappen, ihnen voranreitend zwei Fanfawden<br />

Kurfürsten begrüßend sowie linksseitig des<br />

Weges eine Truppe Spalier stehender Soldaten in<br />

Rüstung mit Helm und dahinter eine Mauer mit mehreren,<br />

an der Begrüßung teilnehmenden Figuren. Figurenreiche<br />

Darstellung eines historischen Ereignisses<br />

mit vielen Details in farbenfrohem Kolorit.<br />

(1361423) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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235


447<br />

JAN HENDRIK VAN GROOTVELD,<br />

1808 VARIK <strong>–</strong> 1855 HERZOGENBOSCH<br />

GROSSE GESELLSCHAFT VOR EINEM GASTHAUS<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

45,5 x 58,5 cm.<br />

Links unten signiert und datiert „1841“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Vor dem großen Gebäudekomplex eines Gasthauses<br />

zahlreiche fröhlich zechende und sich unterhaltende<br />

Gäste. Im Zentrum ein großer, in den Himmel ragender<br />

Baum, auf dessen rechter Seite sich mehrere<br />

Männer und Frauen an einem Tisch und auf verschiedenen<br />

Bänken und Hockern versammelt haben, in<br />

fröhlichem Gespräch, teils trinkend, teils Pfeifchen<br />

rauchend. Vor dem Baum der Wirt mit Hut und weißer<br />

Schürze, einen Krug herbeitragend, interessiert blickend<br />

auf einen älteren Herrn, der einer jungen Frau<br />

Avancen macht, die sich mit ihren erhobenen Händen<br />

dagegen leicht zu wehren versucht. Auf der linken<br />

Bildseite ein musizierender Mann und zwei dazugehörige<br />

Kinder, während im Hintergrund ein Paar wohl<br />

einen Betrunkenen wegzuführen scheint. Nach rechts<br />

fällt der Blick in die weite flache Landschaft mit Kanälen<br />

und zwei Windmühlen, unter hohem hellblauem<br />

Himmel mit dichten weißen Wolkenformationen.<br />

Vielfigurige erzählerische Darstellung, typisch für den<br />

Künstler. Teils Retuschen.<br />

(1361195) (1) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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448<br />

JOHANN BERNARD KLOMBECK,<br />

1815 BEI KLEVE <strong>–</strong> 1893 EBENDA<br />

Der Künstler war ein Landschaftsmaler, welcher der<br />

sogenannten Klever Romantik zuzuordnen ist. Ab 1841<br />

wurde er in der damals neu gegründeten Kunstakademie<br />

in Kleve durch den niederländischen Landschaftsmaler<br />

Barend Cornelis Koekkoek (1803-1862) unterrichtet.<br />

Zwischen 1843 und 1856 wurden seine Werke<br />

auf großen Ausstellungen gezeigt, u.a. in Amsterdam,<br />

Dresden und Berlin.<br />

WALDLANDSCHAFT MIT FIGUREN IM WARMEN<br />

LICHT DER UNTERGEHENDEN SONNE<br />

JOHANN BERNARD KLOMBECK,<br />

1815 NEAR KLEVE <strong>–</strong> 1893 IBID.<br />

FOREST LANDSCAPE WITH FIGURES IN THE<br />

WARM LIGHT OF THE SETTING SUN<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

73 x 93 cm.<br />

Signed lower right “J.B. Klombeck”.<br />

€ 12.000 - € 14.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

73 x 93 cm.<br />

Rechts unten signiert „J.B. Klombeck“.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Am Ufer eines kleinen Flusses ein sonnenbeschienener<br />

Wald mit großen alten, weit verzweigten Bäumen<br />

in frischem Grün, durch den ein schmaler Pfad führt,<br />

auf dem ein Mann mit seinem Sohn und einem Hündchen<br />

laufen und von dem seitlich in der Nähe des<br />

Ufers eine Gruppe von Bauern mit Kindern im Gespräch<br />

ist. Nach links Durchblick in die Ferne mit einer<br />

einsam stehenden Hütte im romantischen Licht der<br />

langsam untergehenden Sonne. Für den Künstler typisch<br />

romantische Darstellung in vielen differenzierten<br />

Farbtönen.<br />

(13611910) (1) (18)<br />

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237


449<br />

VIKTOR DE BORNSCHLEGEL,<br />

1820 <strong>–</strong> 1891<br />

LES DRAGONNADES<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

129,5 x 163 cm.<br />

Links unten signiert und datiert „V. de Bornschlegel<br />

1847“.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

In einem Innenraum im Zentrum des Gemäldes stehend<br />

ein katholischer Ordensbruder in brauner Kutte<br />

mit Tonsur, in seiner linken Hand ein Buch haltend und<br />

mit seiner rechten auf eine ängstlich wirkende Familie<br />

weisend. Linksseitig der stehende Vater mit überkreuzten<br />

Armen, vor ihm seine beiden Kinder und seine<br />

Frau, die sich mit flehendem Blick dem Priester<br />

zuwendet. Auf der rechten Bildseite an einem Tisch<br />

sitzend ein Offizier teils in Rüstung, hinter ihm stehend<br />

drei weitere edel gekleidete Soldaten mit federbesetzten<br />

Hüten. Sie scheinen vermutlich darauf zu<br />

warten, dass die Familie von ihrem protestantischem<br />

Glauben abschwört, möglich wäre auch, dass sie auf<br />

ihre Einquartierung im Hause dieser Familie warten.<br />

Als Dragonnaden bezeichnete man die Strafmaßnahmen<br />

des Königs Ludwig XIV von Frankreich gegen die<br />

protestantischen Kamisarden in Süd- und Südwest­<br />

Frankreich. Das Ziel war, ihre Konversion zum katholischen<br />

Glauben zu erzwingen. Dragoner oder „gestiefelte<br />

Missionare“ wurden auf Befehl des Königs in<br />

den Dörfern, die als aufrührerisch galten einquartiert,<br />

allerdings nur in den Häusern von Protestanten. Die<br />

betroffenen Familien mussten die Soldaten in ihren<br />

Häusern dulden und für deren Verpflegung aufkommen.<br />

Das Gemälde scheint auf diese Strafmaßnahme<br />

hinzuweisen. Erzählerische Darstellung in überwiegend<br />

beige-brauner Farbgebung mit gekonnter Hell­<br />

Dunkel-Inszenierung. Teils Retuschen, teils Rahmenschäden.<br />

(1361114) (18)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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450<br />

FELIX SCHLESINGER,<br />

1833 HAMBURG <strong>–</strong> 1910 MÜNCHEN<br />

BEIM DORFARZT<br />

Öl auf Holz.<br />

38,5 x 51,5 cm.<br />

Rechts unten signiert „F Schlesinger“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

In einer gehobenen bürgerlichen Stube eine junge<br />

Frau in bäuerlicher Tracht mit ihren zwei Kindern, von<br />

denen das kleine Mädchen sich wohl wegen Zahnschmerzen<br />

an die rechte Wange gefasst hat, über der<br />

sie bereits ein weißes Tuch mit einem darüberliegenden<br />

Kopftuch trägt. Links von ihnen sitzt in einem<br />

großen Ohrensessel der Arzt und schaut das Mädchen<br />

mit ausgestreckter linker Hand fragend an.<br />

Linksseitig fällt das Licht durch ein Fenster auf die<br />

Szenerie und lässt zahlreiche Inventarstücke des Raumes,<br />

darunter diverse Keramiken, ein gold gerahmtes<br />

Gemälde an der Wand, sowie einen Schädel auf einer<br />

Eckablage und mehrere Schränke erkennen. Einfühlsame<br />

feine Genremalerei in der typischen Manier des<br />

bekannten Malers.<br />

(13604417) (18)<br />

€ 6.500 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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239


451<br />

PIETER LODEWIJK FRANCISCO KLUYVER,<br />

1816 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1900 EBENDA<br />

Der Künstler war ein typisch romantischer Maler, der<br />

bekannt war für seine fein ausgeführten und atmos<br />

phärischen Landschaften, besonders beliebt wegen<br />

seiner erzielten Sonnenlichtwirkungen.<br />

LANDBEWOHNER AUF EINEM VERSCHNEITEN<br />

WALDWEG<br />

Öl auf Holz.<br />

61,2 x 84,4 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

In dekorativem teilvergoldeten Rahmen.<br />

Seitlich eines kleinen Bachlaufs ragen drei fast hintereinanderstehende<br />

große alte knorrige vielverästelte<br />

Eichen in den hohen Himmel. Auf einem daneben zum<br />

entfernt liegenden Dorf, von dem eine Kirchturmspitze<br />

zu erkennen ist, führenden schneebedeckten und<br />

von der Sonne beschienenen Weg sind in Rückenansicht<br />

ein Reiter in Begleitung einer jungen Frau oder<br />

eines Mädchens erkennbar, die einen Stock trägt und<br />

denen ein Hund folgt. Während der hohe Horizont<br />

linksseitig noch dunkle Wolken aufweist, klart er nach<br />

rechts immer mehr auf und lässt die von der Sonne<br />

bestrahlten Wolken und ein kleineres Stück des hellblauen<br />

Himmels erkennen, durch den herab malerisch<br />

der Waldweg beleuchtet wird. Atmosphärisch<br />

dichte romantische Darstellung, die typisch ist für die<br />

Winterlandschaften des bekannten Malers. Teils rest.<br />

(13619812) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

452<br />

ALBERTUS VERHOESEN,<br />

1806 UTRECHT <strong>–</strong> 1881 EBENDA<br />

Der Maler war Schüler von Pieter Gerardus van Os<br />

(1776-1839). Er lebte in Utrecht und Amersfoort und<br />

gehörte zur Malerkolonie Hilversum von 1824 - 1826.<br />

Er widmete sich vor allem der Tiermalerei sowie der<br />

Landschaft. Bekannt wurde er besonders durch seine<br />

Szenen mit Federvieh. In der Zeit der Malerkolonie<br />

erhielt er Unterricht von Barend Cornelis Koekkoek<br />

(1803-1862), der damals ebenfalls dort wohnte. Werke<br />

seiner Hand im Centraal Museum, Utrecht sowie in<br />

weiteren öffentlichen Galerien in Haarlem, Amsterdam,<br />

Enschede und Rotterdam.<br />

RUHENDES VIEH AN EINEM FLUSS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

62,2 x 80 cm.<br />

Rechts unten mittig signiert und datiert „1849“.<br />

Stimmungsvolle flache Landschaft mit am Horizont<br />

liegender Stadt und Windmühle sowie darauf hinführendes<br />

flaches Gewässer mit daran rastendem Vieh,<br />

inmitten einer grünen Böschung.<br />

(13619825) (13)<br />

€ 3.000 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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453<br />

PIETER LODEWIJK FRANCISCO KLUYVER,<br />

1816 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1900 EBENDA<br />

Der Künstler war ein typisch romantischer Maler, der<br />

bekannt war für seine fein ausgeführten und atmosphärischen<br />

Landschaften, besonders beliebt wegen<br />

seiner erzielten Sonnenlichtwirkungen.<br />

WINTERLICHES VERGNÜGEN AUF DEM EIS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

103 x 126 cm.<br />

Rechts unten signiert „Kluyver“.<br />

In teilvergoldetem Prunkrahmen.<br />

PIETER LODEWIJK FRANCISCO KLUYVER,<br />

1816 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1900 IBID.<br />

WINTER LANDSCAPE WITH ICE AMUSEMENTS<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

103 x 126 cm.<br />

Signed “Kluyver” lower right.<br />

€ 12.000 - € 14.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Holländische flache Landschaft mit zugefrorenem<br />

Kanal, auf dem zahlreiche Figuren Schlittschuh laufen.<br />

Linksseitig ein altes, teils verschneites Gehöft im<br />

Sonnenlicht, an dessen Ufer linksseitig zwei hölzerne<br />

Boote liegen. In der Ferne rechtsseitig eine kleine<br />

Windmühle erkennbar. Stimmungsvolle harmonische<br />

Malerei mit hohem wolkigen Himmel, der fast zwei<br />

Drittel der Bildfläche einnimmt. Vereinzelt rest.<br />

(1361191) (1) (18)<br />

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241


454<br />

NICOLAAS JOHANNES ROOSENBOOM,<br />

1805 SCHELLINGWOUDE <strong>–</strong> 1880 ASSEN<br />

VEREISTE POLDERLANDSCHAFT MIT SCHLITT-<br />

SCHUHLÄUFERN UND WINDMÜHLE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

59 x 77 cm.<br />

Links unten signiert „N J Roosenboom“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Bei strahlendem Sonnenschein ein großer, in die Bildtiefe<br />

führender vereister Wasserlauf mit zahlreichen<br />

Schlittschuhläufern und einem rechtsseitig Schlitten<br />

schiebendem Mann. Linksseitig die schneebedeckte<br />

flache Polderlandschaft mit einer Reihe hintereinanderstehender<br />

Krüppelweiden sowie im Vordergrund<br />

eine alte Hütte, ein blattloser hoher, wohl abgestorbener<br />

Baum, ein am Ufer liegender eingefrorener Kahn<br />

und rechts daneben ein sitzender junger Mann, der<br />

wohl gerade ein Wasserloch in das Eis geschlagen<br />

hat, im Gespräch mit einer Frau. Über das Wasserloch<br />

scheinen sich auch zwei kleine Enten am linken Bildrand<br />

zu freuen. Im Hintergrund rechtsseitig des vereisten<br />

Wasserlaufs die Häuser und Dächer eines Dorfes,<br />

vor einem Wäldchen und mit einer herausragenden<br />

Kirchturmspitze sowie einer großen imposanten Windmühle.<br />

Harmonische stimmungsvolle Malerei, in der<br />

Manier des Künstlers.<br />

(13621219) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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455<br />

ALEXANDRE JEAN NOEL,<br />

1752 <strong>–</strong> 1834<br />

DAS ARSENAL VON BREST<br />

Mischtechnik/ Gouache, Aquarell auf Papier.<br />

53,5 x 87 cm.<br />

Links unten signiert.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Unter hohem, gänzlich rosafarbenem Himmel die<br />

Ansammlung von Marine- und Militärgebäuden am<br />

Ufer des Flusses Penfeld in Brest, Frankreich. Linksseitig<br />

vor einem Gebäude ein Schiff im Trockendock,<br />

an dem mehrere Figuren mit Ausbesserungen beschäftigt<br />

sind. Im linken Vordergrund auf dem Wasser<br />

ein großes Ruderboot, in dem eine vornehm gekleidete<br />

Dame mit langem Gewand zwischen drei Kavalieren<br />

zu erkennen ist. Nach rechts geht der Blick auf eine<br />

weitere Uferanlange mit einem schräg im Wasser<br />

liegen den großen Zweimaster, dessen Rumpf am<br />

brennen ist und mehrere Figuren versuchen den Brand<br />

mit Wasser zu löschen. Malerei in überwiegend blaugrauer<br />

und rosafarbener Farbgebung, in der typischen<br />

Manier des Künstlers. Nicht geöffnet.<br />

(13621332) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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243


456<br />

CHARLES FRANÇOIS DAUBIGNY,<br />

1817 PARIS <strong>–</strong> 1878 EBENDA<br />

FLUSSLANDSCHAFT MIT LASTENBOOT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

76 x 127 cm.<br />

Links unten signiert „Daubigny“, bezeichnet auf<br />

Boot mit der Jahreszahl „1834“.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

In weiter flacher Landschaft mit grünen Wiesen und<br />

mehreren, in den hohen blauen Himmel ragenden<br />

Bäumen ein breiter Fluss mit einem kleineren flachen<br />

Nebenarm, in dem ein schwer beladenes Boot am<br />

Ufer steht. Links des Bootes zwei kleinere Hütten<br />

und ein großer Stapel von weiterem Ladegut, vor dem<br />

ein Mann im Schatten auf das fast überladene Boot<br />

blickt. Rechtsseitig die bewachsene flache Uferseite<br />

mit niedrigem Horizont und einem, in der Ferne sichtbarem<br />

weiterem Gebäude. Malerei in lockerem leichten<br />

Pinselduktus in vielen differenzierten Grüntönen,<br />

in der typischen Manier des Künstlers. Vereinzelt<br />

Retuschen.<br />

(1361717) (2) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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457<br />

ANDREAS SCHELFHOUT,<br />

1787 DEN HAAG <strong>–</strong> 1870 EBENDA<br />

Schon seit Lebzeiten waren die Landschaften von<br />

seiner Hand sehr beliebt. Er malte sie sorgfältig, mit<br />

großem technischen Raffinement und mit einem<br />

starken Gefühl für anekdotische Details. Schelfhout<br />

war einer der größten Spezialisten der holländischen<br />

Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts. Seine Gemälde<br />

knüpfen sichtbar an die große holländische<br />

Tradition des 17. Jahrhunderts an. Zu Schelfhouts Schülern<br />

gehörten unter anderem Charles Henry Joseph<br />

Leickert (1816-1907), Johan-Barthold Jongkind (1819-<br />

1891) und Barend Cornelis Koekkoek (1803-1862),<br />

Lodewijk Johannes Kleijn (1817-1897) und Nicolaas<br />

Johannes Roosenboom (1805-1880).<br />

In freundlichem Sommerlicht mit aufspringendem<br />

Gewölk ein diagonal in die Bildmitte führendes Ufer<br />

mit einem anlandenden Einmaster, inmitten von<br />

Wellenschlag und einem am Ufer liegenden Beiboot<br />

mit zwei Figuren. Schelfhout malte sowohl winterliche<br />

Eisansichten als auch Sommerlandschaften, wie<br />

die hier vorgeführte, mit einem großen technischen<br />

Raffinement. Von Zeit zu Zeit staffierte der Maler<br />

Pieter Gerardus van Os (1776-1839) seine Gemälde.<br />

Provenienz:<br />

Douwes Fine Art, Amsterdam/ London.<br />

Kunsthandel Rokoko, Gulpen. (13619819) (13)<br />

ANDREAS SCHELFHOUT,<br />

1787 THE HAGUE <strong>–</strong> 1870 IBID.<br />

DOCKING SAILING BOAT<br />

Oil on panel.<br />

32.5 x 41.5 cm.<br />

Signed lower right.<br />

€ 22.000 - € 24.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

ANLANDENDES SEGELSCHIFF<br />

Öl auf Holz.<br />

32,5 x 41,5 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

In ornamental verziertem vergoldeten Rahmen.<br />

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245


458<br />

JOZEF JODOCUS MOERENHOUT,<br />

1801 EECKEREN <strong>–</strong> 1875 ANTWERPEN<br />

Moerenhout lebte zwischen 1824 und 1831 sowie 1853<br />

in Den Haag, in dieser Zeit staffierte er auch Arbeiten<br />

von Andreas Schelfhout (1787-1870) und Louis Johan<br />

Hendrik Meijer (1809-1866).<br />

PFERDE UND SCHLITTEN AUF DEM EIS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

85 x 118,5 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

Niedriger Horizont mit sich spiegelndem Eis und darauf<br />

dargestellten Pferdeschlitten und Schlittschuhläufern.<br />

Links ein Gehöft mit Windmühle, rechts die Aussicht<br />

auf eine Stadt mit Kirchturm, am Horizont liegend.<br />

JOZEF JODOCUS MOERENHOUT,<br />

1801 EECKEREN <strong>–</strong> 1875 ANTWERP<br />

HORSES AND SLEIGHS ON THE ICE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

85 x 118.5 cm.<br />

Signed lower right.<br />

Exhibitions:<br />

Enkhuizen, Zuiderzee-Museum, Winterkoorts,<br />

3 December 2021 - 13 March 2022.<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Provenienz:<br />

Kunstsammlung New Jersey, USA.<br />

Ausstellungen:<br />

Zuiderzee-Museum, Winterkoorts, 03. Dezember<br />

2021 - 13. März 2022, Enkhuizen. (13619816) (13)<br />

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459<br />

JAN JACOB SPOHLER,<br />

1811 NIEDERHORST DEN BERG <strong>–</strong><br />

1866/79 AMSTERDAM, ZUG./ KREIS DES<br />

WINTERLANDSCHAFT MIT SCHLITTSCHUH­<br />

LÄUFERN AUF EINEM ZUGEFRORENEN FLUSS<br />

Öl auf Holz.<br />

43 x 59 cm.<br />

Rechts unten Signatur.<br />

Verso zwei Aufkleber mit Provenienzangaben.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Im warmen winterlichen Sonnenlicht eine vereiste<br />

Polderlandschaft mit großer erhebender Windmühle<br />

auf der linken Seite, hinter dieser zudem ein Turm einer<br />

Kirche erkennbar. In der Mitte des Vordergrunds eine<br />

Familie mit Schlitten, linksseitig drei in der Nähe des<br />

Ufers stehende Holzboote sowie auf der rechten Seite<br />

auf dem Eis ein kleiner sonnenbeschienener Verkaufsstand.<br />

In der Ferne auf dem Eis diverse einzelne und<br />

paarweise Schlittschuhläufer vor der Silhouette einer<br />

kleineren Stadt. Malerische Wiedergabe mit diversen<br />

Spiegelungen auf dem Eis, bei gekonnter Licht- und<br />

Schatteninszenierung.<br />

(13619820) (18)<br />

JAN JACOB SPOHLER,<br />

1811 NIEDERHORST DEN BERG <strong>–</strong><br />

1866/79 AMSTERDAM, ATTRIBUTED/ CIRCLE OF<br />

WINTER LANDSCAPE WITH ICE SKATERS<br />

ON FROZEN RIVER<br />

Oil on panel.<br />

43 x 59 cm.<br />

Signed lower right.<br />

Two labels with provenance references on the back.<br />

€ 13.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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247


460<br />

DÉSIRÉ THOMASSIN-RENARDT,<br />

1858 WIEN <strong>–</strong> 1933 MÜNCHEN<br />

Thomassin-Renardt wurde in Wien geboren, lebte und<br />

arbeitete jedoch die meiste Zeit seines Lebens in<br />

Deutschland in der Nähe von München.<br />

FISCHVERKAUF AM STRAND<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

50,5 x 60,5 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

Thomassin-Renardt fertigte vor allem Landschaften<br />

mit Figurenstaffage, aber auch Genreszenen und<br />

Seestücke wie diese reizvolle Ansicht eines flachen<br />

Küstengewässers mit Steilküste im Hintergrund und<br />

anlandenden Fischerbooten, deren Ware soeben am<br />

Strand umgeschlagen wird.<br />

Provenienz:<br />

Kunsthandlung Rokoko, Gulpen. (13619824) (13)<br />

€ 2.500 - € 3.500<br />

Sistrix<br />

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461<br />

(ABB. LINKS)<br />

JAN HERMANN BAREND KOEKKOEK,<br />

1840 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1912 HILVERSUM<br />

ANLANDENDE FISCHER AM STRAND<br />

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.<br />

42 x 67,5 cm.<br />

Rechts unten signiert, verso mit diversen Galerieetiketten.<br />

In ornamental verziertem vergoldeten Rahmen.<br />

Im Morgenlicht hügelige Stranddarstellung mit in die<br />

Bucht hineinragenden Felsen und einem anlandenden<br />

Einmaster mit einem dem Betrachter entgegenschreitenden<br />

Fischer. Koekkoek war Schüler seines Vaters<br />

Hermanus Koekkoek d. Ä. (1815-1882), dessen Einfluss<br />

in dem vorliegenden Gemälde noch klar erkennbar<br />

ist, wobei in seinen späteren Gemälden der Einfluss<br />

der Haager Schule duchschlägt und einen lockerern<br />

Stil präsentiert.<br />

(13619813) (13)<br />

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€ 5.000 - € 7.000 Sistrix<br />

462<br />

JOHANN BERNARD KLOMBECK,<br />

1815 BEI KLEVE <strong>–</strong> 1893 EBENDA<br />

Der Künstler war ein Landschaftsmaler, welcher der<br />

sogenannten Klever Romantik zuzuordnen ist. Ab 1841<br />

wurde er in der damals neu gegründeten Kunstakademie<br />

in Kleve durch den niederländischen Landschaftsmaler<br />

Barend Cornelis Koekkoek (1803-1862) unterrichtet.<br />

Zwischen 1843 und 1856 wurden seine Werke<br />

auf großen Ausstellungen gezeigt, u.a. in Amsterdam,<br />

Dresden und Berlin.<br />

HIRTEN AUF EINEM WALDWEG<br />

Öl auf Holz.<br />

38,5 x 56 cm.<br />

Rechts unten auf dem Stein signiert.<br />

In vergoldetem, ornamental verziertem Rahmen.<br />

Romantische Landschaft mit Fluss vor einem Gebirgszug.<br />

Klombecks Werke wurden häufig von Eugène<br />

Verboeckhoven (1798/99-1881) staffiert, der ab 1860<br />

mit Klombeck zusammenarbeitete.<br />

(13619811) (13)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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249


463<br />

CHARLES JOHANN PALMIÉ,<br />

1863 ASCHERSLEBEN <strong>–</strong> 1911 MÜNCHEN<br />

Der Künstler war Gründungsmitglied der „Neuen<br />

Künstlervereinigung München“ am 22.01.1909.<br />

BLICK AUF DIE MÜNCHENER FRAUENKIRCHE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

73 x 83 cm.<br />

Rechts unten signiert „Charles J. Palmié“.<br />

In dekorativem teilvergoldeten Rahmen.<br />

Beigegeben ein Wertgutachten von Carlo Karrenbauer<br />

vom 22.09.2008 sowie eine Echtheitsbestätigung von<br />

Dr. Horst Ludwig, München, vom 05.12.1990, in Kopie.<br />

Blick von erhöhtem Standpunkt, eventuell vom Alten<br />

Peter, in westliche Richtung auf den Dom mit seinen<br />

hochragenden Doppeltürmen. Davor wird die Schlucht<br />

der Kaufingerstraße erkennbar, die sich diagonal nach<br />

links durch die Komposition zieht. Dahinter das bei<br />

nebligem Wetter und bei Schneetreiben verschwimmende<br />

Häusermeer, welches mit dem graublauen<br />

Himmel einen sanften Kontrast bildet. Malerei in der<br />

typischen Manier des Künstlers.<br />

(1361471) (18)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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464<br />

EDUARD SCHLEICH D. Ä.,<br />

1812 HAARBACH <strong>–</strong> 1874 MÜNCHEN, ZUG.<br />

SOMMERLICHE LANDSCHAFT MIT GEWÄSSER<br />

UND BLICK AUF MÜNCHEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

46 x 76 cm.<br />

Von einem stehenden Gewässer, zu dem ein kleiner<br />

Weg führt, geht nach links der Blick auf eine große<br />

baumbestandene, in die Tiefe der Mitte führende<br />

Allee, auf der ein im Schatten stehendes Paar sowie<br />

ein Planwagen zu erkennen ist. Oberhalb des Gewässers<br />

auf einer grünen Wiese ein Schäfer mit seiner<br />

Herde und im Hintergrund die Silhouette der Stadt<br />

München mit der Frauenkirche, weiteren Türmen der<br />

Stadt und nach rechts führend die alte Ziegelei. Qualitätvolle<br />

Darstellung mit hohem blauen Himmel und<br />

nach rechts dunklen aufziehenden Wolken. Teils Retuschen.<br />

(1361462) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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251


465<br />

ÉDOUARD CORTES,<br />

1882 LAGNY-SUR-MARNE <strong>–</strong> 1969 EBENDA<br />

Schüler der École des Beaux-Arts unter William Adolphe<br />

Bouguereau (1825-1905). 1901 Ausstellung im Salon<br />

des Indépendants.<br />

BLICK AUF DEN ARC DE TRIOMPHE, PARIS<br />

ÉDOUARD CORTES,<br />

1882 LAGNY-SUR-MARNE <strong>–</strong> 1969 IBID.<br />

Student at the École des Beaux-Arts under William-<br />

Adolphe Bouguereau (1825-1905). In 1901 he exhibited<br />

at the Salon des Indépendants.<br />

VIEW OF THE ARC DE TRIOMPHE, PARIS<br />

Öl auf Karton.<br />

35 x 50 cm.<br />

Rechts unten signiert „Edouard Cortes“<br />

In dekorativen Rahmen.<br />

Blick auf den Regen nassen Place l’Etoual und den<br />

großen berühmten Arc de Triomph. Drei alte Straßenlaterne<br />

mit gelbrötlichen Lichtern ragen in den noch<br />

grauen, aber langsam aufklarenden Himmel. Besonders<br />

auffallend eine beleuchtete alte grünliche Straßenbahn,<br />

eine schwarze Limousine, eine beleuchtete<br />

Litfaß säule und rechts daneben ein Café oder Kiosk,<br />

deren Beleuchtung sich alle samt auf der Straße und<br />

den von zahlreichen Figuren gesäumten Wegen widerspiegeln.<br />

Malerische Darstellung in der typischen<br />

Manier in meist raffen Pinselduktus eines Motivs,<br />

das mehrfach im Werk des Künstlers mit kleineren<br />

Ab änderungen zu finden ist. Vereinzelt rest.<br />

(1362039) (18)<br />

Oil on card.<br />

35 x 50 cm.<br />

Signed “Edouard Cortès” lower right.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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253


466<br />

PIERRE LÉON TESSIER,<br />

1824 <strong>–</strong> 1885<br />

COURBET UND DIE KÜNSTLERFREUNDE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

50 x 80 cm.<br />

Signiert und datiert unten links „Léon Tessier, 1877“.<br />

Gerahmt.<br />

An einem schönen Nachmittag versammelte sich<br />

diese Gruppe von Freunden in einem Garten, dessen<br />

blühende Pflanzen den Frühling ankündigten. Es wird<br />

geredet, gespielt und alsbald getrunken, denn gerade<br />

kommt eine Dienerin mit einem Tablett mit Gläsern<br />

und einer Flasche Wein aus dem Haus. Im Zentrum,<br />

an einem runden Tisch ist eine Schachpartie im Gange.<br />

Rechtsseitig ist Gustave Courbet zu erkennen, der<br />

lässig in seinem Sessel lehnt. Neben ihm steht eine,<br />

die dem Spiel aufmerksam folgt. Auf der gegenüberliegenden<br />

Seite beugt sich sein Spielpartner über das<br />

Schachbrett und zieht an seiner Pfeife. Seiner weißen<br />

Jacke nach zu urteilen handelt es sich auch um einen<br />

Maler. Eine dritte Figur am Tisch, verfolgt ebenfalls<br />

interessiert das Spiel. Hinter ihnen auf einer Bank unterhält<br />

sich ein Paar, daneben kleines Mädchen mit<br />

einem Reifen.<br />

Im Vordergrund dreht ein Junge seinen Kreisel vor<br />

den Augen eines staunenden Mädchens, unter dem<br />

wohlwollenden Blick ihrer Mutter, die neben ihnen<br />

hockt. Die Stimmung ist sanft und heiter, familiär. Die<br />

Darstellung ist präzise, beschreibend und realistisch,<br />

entsprechend den Gemälden von Courbet. Tessiers<br />

Portrait einer Gesellschaft ähnelt Fantin-Latours<br />

„réunions d‘artistes“, jedoch in einer bukolischeren<br />

Version. Die Natur in Tessiers Darstellung ist sehr<br />

präsent durch die Wahl des wenig herausgeputzten<br />

bürgerlichen Gartens, der ein Vorwand ist, um eine üppige<br />

Vegetation zu zeigen. Die Bäume versperren den<br />

Blick auf den Horizont und umschließen die Figuren<br />

in einer grünen Umgebung.<br />

Provenienz:<br />

Chochon-Barré & Allardi, 16. März 2001, Lot 356.<br />

Alexander Kahan Fine Arts Ltd, New York.<br />

Anmerkung:<br />

Über Pierre-Léon Tessier ist nur wenig bekannt, dafür<br />

kann man aber das Leben des Gustave Courbet<br />

(1819- 1877) genau verfolgen, dessen Exil in der<br />

Schweiz das vorliegende Gemälde verewigt. Da es<br />

jedoch im Jahr seines Todes gemalt wurde, handelt<br />

es sich hierbei wohl eher um ein Erinnerungsbild als<br />

Hommage an den Anführer des Realismus.<br />

(1362409) (10)<br />

PIERRE LÉON TESSIER,<br />

1824 <strong>–</strong> 1885<br />

COURBET AND THE ARTIST FRIENDS<br />

Oil on canvas.<br />

50 x 80 cm.<br />

Signed and dated “Léon Tessier, 1877” lower left.<br />

€ 25.000 - € 40.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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255


467<br />

MALER DES 19. JAHRHUNDERTS<br />

VENEDIG ANSICHT MIT FISCHERBOOTEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

68 x 101 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Das Augenmerk des Gemäldes gilt zwei großen<br />

Fischerbooten mit gesetzten Segeln. Rechtsseitig<br />

sind auf dem Boot mit einem orangen und einem<br />

beigen Segel drei Männer gerade dabei, ein großes<br />

im Wasser liegendes Netz einzuholen, während ein<br />

weiterer, neben ihnen stehender mit weissem Turban<br />

zuschaut. Nach links eine Gondel und erneut ein Fischerboot<br />

mit sonnenbeschienenen hellen Segeln,<br />

während der Vordergund leicht verschattet ist. Zwischen<br />

den Booten fällt der Blick auf den Hintergrund<br />

mit der Silhouette von Venedig und seinem Ufer mit<br />

dem Dogenpalast und dem dahinter hochragenden<br />

Campanile, zudem am linken Bildrand auf die Basilika<br />

Santa Maria della Salute. Stimmungsvolle Darstellung<br />

mit hohem wolkigen Himmel im diesigen Sonnenlicht,<br />

das auf einen beginnenden Sommertag hindeutet.<br />

Teils rest.<br />

(1361726) (3) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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468<br />

MALER DES 18./ 19. JAHRHUNDERTS<br />

BLICK AUF DEN PRACHTVOLLEN KÖNIGSPALAST<br />

VON CASERTA UNTER SOMMERLICH BLAUEM<br />

HIMMEL<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

61 x 105 cm.<br />

In weiter Gartenanlage Blick auf den prachtvollen<br />

rechteckigen Palast, der als einer der größten Schlösser<br />

Europas gilt und etwa 40 km von Neapel entfernt<br />

ist. Im Hintergrund links der rauchende Vesuv, während<br />

im Vordergrund ein breiter Weg mit zahlreichen,<br />

elegant gekleideten Besuchern zu erkennen ist. Die<br />

Darstellung wird jeweils seitlich flankiert von hohen,<br />

in den Himmel ragenden Bäumen, die als Repoussoir<br />

dienen. Präzise Darstellung des Palastes, der als Residenz<br />

der Bourbonen errichtet wurde, mit gekonnter<br />

Licht- und Schatteninszenierung. Vereinzelt rest.,<br />

kleine Rahmenschäden.<br />

(1361746) (3) (18)<br />

PAINTER OF THE 18TH/ 19TH CENTURY<br />

VIEW OF THE MAGNIFICENT ROYAL PALACE<br />

OF CASERTA UNDER A BLUE SUMMER SKY<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

61 x 105 cm.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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257


469<br />

FRIEDRICH RITTER VON AMERLING,<br />

1803 SPITTELBERG <strong>–</strong> 1887 WIEN<br />

PORTRAIT EINES JUNGEN ADELIGEN<br />

VOR LANDSCHAFT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

46 x 38 cm.<br />

Links unten signiert „F. Amerling“.<br />

Portrait eines leicht nach links blickenden jungen Mannes<br />

mit Spitzbart, dunkelblonden lockigen Haaren und<br />

blauen glänzenden Augen. Er trägt über einem weißen<br />

Hemd ein schwarzes Tuch, eine gelbe Weste und darüber<br />

einen schwarzen Gehrock. Er scheint auf einem<br />

Stuhl zu sitzen, auf dem linksseitig hinter dem Rücken<br />

noch eine braune Kante zu erkennen ist. Im Hintergrund<br />

eine weite Landschaft unter hohem, dunkel<br />

werdendem Himmel, in dem noch die letzten gelborangen<br />

Strahlen der untergehenden Sonne zu erkennen<br />

sind. Feine qualitätvolle Malerei, in der typischen<br />

Manier des bekannten Künstlers.<br />

Anmerkung:<br />

Der Künstler war einer der angesehensten österreichischen<br />

Portraitmaler des 19. Jahrhunderts. 1824<br />

ging er nach Prag und studierte dort an der Akademie<br />

der bildenden Künste. Ab 1828 war er zurück in Wien<br />

und führte Aufträge des österreichischen Kaiserhauses,<br />

des Adels und des Bürgertums aus. Bei dem Dargestellten<br />

könnte es sich daher um ein Portrait eines<br />

Mitglieds des österreichischen Kaiserhauses handeln.<br />

1878 wurde der Maler in den Adelsstand erhoben und<br />

hieß seither Friedrich Ritter von Amerling. Er war der<br />

beliebteste Portraitist des Hochadels und des Großbürgertums<br />

in der Zeit des Wiener Biedermeier, der<br />

Höhepunkt seines Schaffens lag in der Zeit von 1830-<br />

1950. Der Großteil seiner Gemälde befindet sich in<br />

österreichischen Museen und Sammlungen.<br />

(1360601) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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470<br />

(ABB. LINKS)<br />

NEAPOLITANISCHER MALER<br />

DER MITTE DES 19. JAHRHUNDERTS<br />

NEAPEL, VIA MEDINA RICHTUNG CASTEL NUOVO<br />

UND KÖNIGSPALAST<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

40 x 60 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Im Zentrum des Platzes zahlreiche versammelte Figuren<br />

und ein von zwei weißen Ochsen gezogener<br />

Karren, der Fässer transportiert. Im Hintergrund die<br />

mächtigen runden Türme des Castel Nuova. Rechtsseitig<br />

im Schatten liegend mehrere Läden, in und vor<br />

denen Händler ihre Ware anbieten, darunter auch an<br />

den Eingängen lange herabhängende Kleidungsstücke,<br />

wie Mäntel und Damenkleider. Am linken unteren<br />

Bild rand zudem vor einer Hausfront mit Uhr ein Stand<br />

mit Getränken. Harmonische Darstellung mit hohem,<br />

fast wolkenlosem Himmel in überwiegend beigen und<br />

rötlich-braunen Farbtönen. Teils Retuschen.<br />

(1360194) (3) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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471<br />

FRANS VERVLOET,<br />

1795 MECHELN <strong>–</strong> 1872 VENEDIG, ZUG./ KREIS DES<br />

VENEDIG, BLICK ÜBER DEN CANAL GRANDE<br />

AUF DIE RIALTO-BRÜCKE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

46 x 65 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Ansicht des ruhigen Canal Grande mit seitlich ankernden<br />

Booten und Gondeln im Licht der untergehenden<br />

gelb-orangen Sonne, die linksseitig die Häuserfront<br />

noch erhellt, während die Bauten der rechten Uferseite<br />

bereits im Schatten liegen. In der Mitte des<br />

Hintergrundes die Rialto-Brücke mit benachbarten<br />

Gebäuden bereits im diffusen grauen Licht. Rest.,<br />

teils Retuschen.<br />

(1360182) (3) (18)<br />

€ 6.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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259


472<br />

ITALIENISCHER MEISTER DES 19. JAHRHUNDERTS<br />

Gemäldepaar<br />

ZWEI ANSICHTEN VON VENEDIG<br />

ITALIAN SCHOOL, 19TH CENTURY<br />

A pair of paintings<br />

TWO VIEWS OF VENICE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

Je 47,4 x 60 cm.<br />

Jeweils in vergoldetem Rahmen.<br />

Vor leicht bewölktem Himmel ragt die venezianische<br />

Kirche Santa Maria della Salute, deren typischen Voluten<br />

fehlen, am rechten Bildrand herein. Der Vorplatz<br />

ist mit einiger Figurenstaffage bevölkert. Auf dem<br />

Canal Grande ziehen einige Gondeln ihre ruhigen Bahnen.<br />

Das zweite Gemälde zeigt in Zentralperspektive<br />

eine weitere detaillierte Ansicht des Canal Grande.<br />

Die Architekturen spiegeln sich im gemächlich dahinfließenden<br />

Wasser und auch die Gondeln strahlen<br />

eine Gelassenheit aus. Stimmungsvolle Wiedergabe<br />

typischer venezianischer Ansichten. Minimal retuschiert.<br />

Rahmen minimale Rissbildung.<br />

(1362034) (19)<br />

Oil on canvas.<br />

47.4 x 60 cm each.<br />

€ 14.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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261


473<br />

GIUSEPPE BORSATO,<br />

1771 VENEDIG <strong>–</strong> 1849 EBENDA<br />

VENEDIG, BLICK IN DAS INNERE DER FRARIKIRCHE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

84 x 70 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „Borsato f. 1834“.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Blick durch das Querschiff auf eine Seitenkapelle, in<br />

der gerade ein Priester eine Messe zelebriert. Im<br />

Mittelfeld zahlreiche, meist kniende Gläubige, die der<br />

Messe beiwohnen. Im Vordergrund auf einem zweifarbigen<br />

gekachelten Boden stehend zwei Damen<br />

und ein Kind, im Gespräch mit einem eleganten Herrn.<br />

Im Boden zudem zwei eingelassene Grabplatten erkennbar,<br />

rechtsseitig über zwei Stufen führend ein<br />

angedeuteter Nebenaltar. Das Innere der gotischen<br />

Kirche mit deutlich sichtbaren Kreuzrippengewölben<br />

und reicher Wandausstattung. Malerei in überwiegend<br />

beige-brauner und rötlicher Farbigkeit, in typischer<br />

Manier des Künstlers. Teils Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Santa Maria Gloriosa dei Frari, auch Frarikirche ist<br />

neben San Zanipolo der größte und bedeutendste<br />

gotische Sakralbau in Venedig. Sie ist mit zahlreichen<br />

Kunstwerken ausgestattet und beherbergt zahlreiche<br />

Grabmonumente berühmter Venezianer, so auch von<br />

Tizian (1485-1576). (1361833) (18)<br />

GUISEPPE BORSATO,<br />

1771 VENICE <strong>–</strong> 1849 IBID.<br />

VENICE, VIEW OF THE INTERIOR OF SANTA MARIA<br />

GLORIOSA DEI FRARI<br />

Oil on canvas.<br />

84 x 70 cm.<br />

Signed and dated “Borsato f. 1834” lower right.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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474<br />

VINCENZO CHILONE,<br />

1758 VENEDIG <strong>–</strong> 1839<br />

Chilone zählt in der venezianischen Vedutenmalerei zu<br />

den Nachfolgern Canalettos (1697-1768). Aus ärmlichen<br />

Verhältnissen hat er sich zwölfjährig mit der Herstellung<br />

von Seidenstrümpfen seinen Unterhalt verdient, bevor<br />

er in die Werkstatt des Francesco Battaglioli (1725-1796)<br />

kam, bei dem er sich die Kenntnisse der Vedutenmalerei<br />

aneignen konnte. 1824 wurde er in die Accademia<br />

di Belle Arti di Venezia aufgenommen. Obwohl<br />

vom Adel gefördert, verstarb Chilone verarmt.<br />

VENEDIG, BLICK IN EINE GASSE MIT<br />

DEM CAMPANILE VON SAN SEBASTIANO<br />

Öl auf Leinwand.<br />

45 x 25 cm.<br />

Gerahmt.<br />

Dem Gemälde ist eine ausführlich dokumentierte<br />

Expertise von Dr. Federica Spadotto, beigegeben, mit<br />

Vergleichsbeispielen und Literaturangaben, in Kopie<br />

vorliegend.<br />

Das betont schlanke Hochformat findet sich im Werk<br />

des Malers mehrfach, resultierend aus dem Wunsch,<br />

wie hier zuweilen der Enge der Gassen der Stadt zu<br />

entsprechen. Das Bildformat lässt auch den im Hintergrund<br />

hochragenden, 1545 errichteten Campanile der<br />

Kirche San Sebastiano zur Geltung bringen. Im Vordergrund<br />

sind die Ufermauern eines Kanals des Sestiere<br />

Dorsoduro zu sehen, davor ein Fischer, der Kontakt<br />

mit einer Frau mit Kind am gegenüberliegenden Ufer<br />

hält. Weiter hinten auf dem kleinen Campiello weitere<br />

Bewohner des Viertels sowie ein Hündchen. Insgesamt<br />

beschreibt das Bild eine venezianische Idylle<br />

außerhalb der berühmten Stadtansichten, damals bei<br />

Sammlern und Reisenden sehr beliebt.<br />

Der Maler studierte bei Francesco Battaglioni. Aus finanziellen<br />

Gründen verdingte er sich bei dem Bühnenmaler<br />

Alessandro Mauro. Mit ihm zusammen war<br />

er an der Ausschmückung mit Freskenarbeiten im<br />

Theater von Udine tätig, die von Giambattista Canal<br />

geleitet wurden. 1815 zurück in Venedig, war er inzwischen<br />

vergessen und genötigt, für andere Maler zu<br />

arbeiten. Erst 1824 wurde er mit der Aufnahme in<br />

die Akademie von Venedig geehrt. A.R.<br />

Literatur:<br />

Federica Spadotto, Io sono ‘700. L‘anima di Venezia<br />

tra pittori, mercanti e bottigheri da quadri. Sommacampagna<br />

(Vr.) 2018.<br />

Federica Spadotto, Giacomo Guardi, Dipinti, disegni,<br />

gouaches, Soncino (Cr.) 2019.<br />

(1361762) (11)<br />

VINCENZO CHILONE,<br />

1758 VENICE <strong>–</strong> 1839<br />

VENICE, VIEW OF AN ALLEY WITH THE<br />

CAMPANILE OF SAN SEBASTIANO<br />

Oil on canvas.<br />

45 x 25 cm.<br />

The painting is accompanied by an extensively documented<br />

expert’s report by Dr Federica Spadotto with<br />

comparative examples and references, in copy.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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263


475<br />

FRANZÖSISCHER MALER DES 19. JAHRHUNDERTS<br />

AMOR UND PSYCHE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

72,5 x 55,5 cm.<br />

Vor nicht näher bestimmtem Hintergrund wird die<br />

mythische Liebesbeziehung zwischen dem Gott Amor<br />

und der sterblichen Königstochter Psyche dargestellt.<br />

Rechtsseitig der nackte geflügelte Amor, dessen<br />

Hüftbereich teils von einem rot leuchtenden Tuch bedeckt<br />

wird, in enger liebevoller Umarmung mit der<br />

zarten Psyche mit hellem Inkarnat und leicht gesenkten<br />

Augen, umhüllt von einem weißen Tuch. Liebevolle<br />

Darstellung eines bekannten Motivs in teils raschem<br />

Pinselduktus bei zurückhaltender Farbgebung. Teils<br />

Retuschen.<br />

(1360871) (3) (18)<br />

€ 5.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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476<br />

ELIZABETH JANE BOUGUEREAU,<br />

AUCH „ELISABETH-JEANNE GARDNER“,<br />

1837 EXETER, NEW HAMPSHIRE <strong>–</strong> 1922 PARIS<br />

FLÖTE SPIELENDER KNABE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

73 x 92 cm.<br />

Rechts unten signiert „Elisabeth Gardner“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Ein junger nackter Knabe in Seitenansicht, auf dem<br />

Boden vor einem Wald sitzend und konzentriert auf<br />

seiner Flöte spielend. Der Knabe mit braunem Haar<br />

und dunklen Augen sowie feinem, sanft vom Licht<br />

beschienenen, weichen Inkarnat. Einfühlsame Darstellung<br />

der für ihre Kinderportraits bekannten Malerin.<br />

Rest.<br />

(1360381) (18)<br />

ELIZABETH JANE BOUGUEREAU,<br />

ALSO KNOWN AS “ELIZABETH JANE GARDNER”,<br />

1837 EXETER, NEW HAMPSHIRE <strong>–</strong> 1922 PARIS<br />

BOY PLAYING THE FLUTE<br />

Oil on canvas.<br />

73 x 92 cm.<br />

Signed “Elisabeth Gardner” lower right.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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265


477<br />

ANTONIO MANCINI,<br />

1852 ALBANO LAZIALE <strong>–</strong> 1930 ROM<br />

Der Maler zählt zu den bedeutendsten Künstlern der<br />

italienischen Moderne. Nach lobendem Urteil über<br />

seine Jugendzeichnungen durch Domenico Morelli<br />

(1823-1901) wurde er bereits mit zwölf Jahren an<br />

der Kunstakademie in Napoli aufgenommen. Bereits<br />

18- jährig stellte er unter großem Beifall im Salon du<br />

Paris aus. Mancini war Mitglied der Verismo-Bewegung.<br />

Er begab sich 1877 nach Frankreich, wo er Édouard<br />

Manet (1832-1883) und Edgar Degas (1834-1917)<br />

kennenlernte, später war er eng befreundet mit John<br />

Singer Sargent (1856-1925) in London.<br />

BILDNIS DES NIPOTE ALFREDO<br />

Öl auf Leinwand.<br />

70 x 51 cm.<br />

Verso auf Rückseite signiert und datiert sowie handschriftlich<br />

in rot bezeichnet „Mancini Alfredo Roma<br />

1929“.<br />

In Prunkrahmen.<br />

Profil des jungen Mannes nach rechts vor dunklem,<br />

pastos und impressionistisch aufgefasstem Hintergrund.<br />

Der junge Mann trägt ein weißes Hemd,<br />

schwarze Krawatte und eine schwarze Jacke. Er hat<br />

dunkles Haar und mit seinen braunen Augen schaut<br />

er ernsthaft aus dem Bild heraus. Das Licht fällt von<br />

links herein und beleuchtet die rechte Gesichtshälfte<br />

und den hellen Kragen. Typisches Werk des italienischen<br />

Impressionisten, der als einer der wichtigsten<br />

Italienischen Maler seiner Zeit gilt.<br />

(1360364) (18)<br />

ANTONIO MANCINI,<br />

1852 ALBANO LAZIALE <strong>–</strong> 1930 ROME<br />

PORTRAIT OF NIPOTE ALFREDO<br />

Oil on canvas.<br />

70 x 51 cm.<br />

Signed and dated on the reverse and handwritten<br />

inscription in red”Mancini Alfredo Roma 1929”.<br />

Typical work by the Italian impressionist, who is considered<br />

one of the most important Italian painters<br />

of his time.<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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478<br />

MARIA VAN DER VOORT,<br />

1856 <strong>–</strong> 1923<br />

GEFÜLLTE MOHNBLUMEN IN EINER VASE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

79 x 65 cm.<br />

Links unten signiert „Maria van der Voort“.<br />

In Prunkrahmen.<br />

Vor bräunlichem Hintergrund eine grünliche Vase<br />

stehend, darin die farbenfrohen weißen, rosafarbenen<br />

und roten gefüllten Mohnblumen, von denen eine<br />

Blüte und eine Knospe mit Blättern am Boden vor<br />

der Vase liegen. Malerei in der typischen Manier der<br />

Künstlerin.<br />

Provenienz:<br />

Christie’s, New York, 23. Oktober 1996, Lot 106.<br />

(13619828) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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479<br />

GIOVANNI SEGANTINI,<br />

1858 <strong>–</strong> 1899<br />

IL MAIALE, UM 1880<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

59,5 x 90 cm.<br />

Undeutlich signiert unten rechts.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Dr. Annie-Paule<br />

Qinsac, New York, vom 7. Juni 2016, in Kopie.<br />

Darstellung einer Seitenansicht eines nach links<br />

gerichtetem Schweins inmitten eines hinten abgezäunten<br />

Geheges. Im Œuvre Segantinis steht die<br />

Darstellung eines Schweines singulär da, sodass<br />

Quinsac davon ausgeht, dass es sich hierbei um eine<br />

Auftragsarbeit gehandelt haben muss.<br />

(1362261) (13)<br />

GIOVANNI SEGANTINI,<br />

1858 <strong>–</strong> 1899<br />

IL MAIALE, CA. 1880<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

59.5 x 90 cm.<br />

Signed indistinctly lower right.<br />

Accompanied by a copy of an expert’s report by Professor<br />

Dr Annie-Paule Qinsac, New York, dated 7 June<br />

2016, in copy.<br />

€ 60.000 - € 90.000<br />

Sistrix<br />

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267


CATALOGUE IV<br />

IMPRESSIONISTS & MODERN ART<br />

YOUNG COLLECTORS: MODERN &<br />

CONTEMPORARY EDITIONS<br />

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ONE OF THE LEADING<br />

AUCTION HOUSES<br />

IN EUROPE<br />

CATALOGUE IV<br />

IMPRESSIONISTS & MODERN ART<br />

YOUNG COLLECTORS:<br />

MODERN & CONTEMPORARY EDITIONS<br />

Auctions: Thursday, 29 June 2023<br />

Exhibition: Saturday, 24 June <strong>–</strong> Tuesday, 27 June 2023

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