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Impressionisten & Moderne, Gemälde 19./20. Jh.

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ONE OF THE LEADING AUCTION HOUSES IN EUROPE<br />

CATALOGUE IV<br />

IMPRESSIONISTS & MODERN ART<br />

19TH/20TH CENTURY PAINTINGS<br />

Auctions: Thursday, 28 September 2023<br />

Exhibition: Saturday, 23 September – Tuesday, 26 September 2023


IMPRESSIONISTS<br />

&<br />

MODERN ART


HENRI-THÉODORE<br />

FANTIN-LATOUR<br />

1836 Grenoble – 1904 Buré<br />

335<br />

HENRI-THÉODORE FANTIN-LATOUR,<br />

1836 GRENOBLE – 1904 BURÉ<br />

Henri-Théodore Fantin-Latour war ein französischer<br />

Maler, der von seinem Vater, einem Portraitisten, ausgebildet<br />

wurde. Er setzte seine Ausbildung an der<br />

École des Beaux-Arts in Paris fort, besuchte regelmäßig<br />

den Louvre, wo er große Meister kopierte. Hier<br />

entwickelte er eine Begeisterung für die venezianische<br />

Malerei, vor allem für die von Tiziano Vecellio (1485/89-<br />

1576) und Paolo Veronese (1528-1588). Er schloss<br />

Freundschaft mit Édouard Manet (1832-1883), Berthe<br />

Morisot (1841-1895) und später mit James Abbot<br />

McNeill Whistler (1834-1903), der ihn mit nach England<br />

nahm und einer Klientel vorstellte, die sich für<br />

seine Stillleben, im Speziellen die Blumenstillleben,<br />

begeisterte. Außerdem mit dem realistischen Maler<br />

Gustave Courbet (1819-187) und den <strong>Impressionisten</strong><br />

befreundet, behielt er nichtsdestotrotz seinen eigenen<br />

Stil und orientierte seine Malerei hin zu Gruppenportraits,<br />

wovon die berühmtesten Exemplare im<br />

Musée d’Orsay aufbewahrt werden. Später zog er<br />

sich in die Normandie nach Buré zurück und widmete<br />

sich dort fast ausschließlich seinen Blumensträußen,<br />

die er in seinem Garten pflückte.<br />

PETIT BOUQUET, 1891<br />

Öl auf Leinwand.<br />

42 x 33,5 cm.<br />

Links unten signiert und datiert „Fantin 91“.<br />

Verso mit mehreren Etiketten.<br />

In Louis XV-Stilrahmen.<br />

Beigegeben eine Bestätigung von Sylvie Brame, Paris,<br />

vom 16. Dezember 2020, über die Aufnahme des<br />

hier angebotenen <strong>Gemälde</strong>s in den in Vorbereitung<br />

befindlichen Catalogue Raisonné der Galerie Brame &<br />

Lorenceau, in Kopie.<br />

Auf einer knapp horizontal im Bildraum liegenden<br />

Tischplatte, deren schräger Abschluss rechts am<br />

Rand zu erkennen ist, steht eine kolbenförmige Glasvase<br />

mit Blumen verschiedener Couleur, die in ihren<br />

unterschiedlichen Ausrichtungen den Bildraum vor<br />

beigem Fond erobern. Fantin-Latour hatte mit vielen<br />

Künstlern seiner Zeit Kontakt, er lernte nicht nur<br />

Edgard Degas, Èdouard Manet, Berthe Morisot und<br />

James McNeill Whistler kennen, sondern begegnete<br />

1859 auch Gustave Courbet, in dessen Atelier er auch<br />

arbeitete. Nachdem er 1864 in der Royal Academy of<br />

Arts in London ausgestellt hatte, waren seine Blumenarrangements<br />

sehr beliebt, auf deren Produktion er<br />

sich sich nun konzentrierte – eines davon bieten wir<br />

mit diesem Lot an, das weniger dem Impressionismus<br />

der Zeit, als viel mehr dem Realismus verpflichtet ist.<br />

Provenienz:<br />

Mrs Edwards, London.<br />

Christie’s, London, 27. Juni 1903, Lot 77.<br />

Dort erworben von: Obach & Co., London.<br />

Privatsammlung Niederlande.<br />

Verkauft durch: S. J. Mak van Waay, Amsterdam,<br />

15-16. April 1942, Lot 44.<br />

Hirschl & Adler Galleries, New York (erworben 1962).<br />

Mrs Augusta Clark, New York.<br />

Verkauft durch Christie’s, New York, <strong>19.</strong> Mai 1982,<br />

Lot 13.<br />

Richard Green Gallery, London (erworben 1982).<br />

Dort erworben von Privatsammlung Niederlande.<br />

Durch Erbschaft an: Privatsammlung Niederlande.<br />

Vom Einlieferer von dort 2015 erworben.<br />

Literatur:<br />

Das hier angebotene <strong>Gemälde</strong> ist aufgeführt in: Mme<br />

Fantin-Latour, Catalogue de l’œuvre complet de Henri<br />

Fantin-Latour, Paris 1911, Nr. 1449, S. 153 (betitelt<br />

Petit Bouquet). (1370483) (13)<br />

HENRI THÉODORE FANTIN-LATOUR,<br />

1836 GRENOBLE – 1904 BURÉ<br />

SMALL BOUQUET, 1891<br />

Oil on canvas.<br />

42 x 33.5 cm.<br />

Signed and dated lower left: ”Fantin 91“.<br />

Accompanied by a confirmation by Sylvie Brame, Paris,<br />

dated 16 December 2020 that the present painting<br />

will be included in the upcoming catalogue raisonné<br />

by Galerie Brame & Lorenceau, in copy.<br />

Literature:<br />

The painting on offer for sale in this lot is listed in<br />

Mme Fantin-Latour, catalogue de l’œuvre complet<br />

de Henri Fantin-Latour, Paris 1911, no. 1449, p. 153<br />

(titled Petit Bouquet).<br />

€ 270.000 - € 350.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

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CAMILLE JEAN-BAPTISTE COROT<br />

1796 Paris – 1875 ebenda<br />

336<br />

CAMILLE JEAN-BAPTISTE COROT,<br />

1796 PARIS – 1875 EBENDA<br />

LE FERMIER DE PITHIVIERS, UM 1840<br />

Öl auf Leinwand.<br />

35 x 46 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

Inmitten einer kargen Landschaft sieht der Betrachter<br />

einen Reiter, der ihm den Rücken zuwendet. Links vor<br />

ihm befindet sich ein mit Heu beladener Wagen sowie<br />

zwei weitere Reiter, die sich auf die bläuliche Horizontlinie<br />

zubewegen. Dem Himmel räumt der Maler zwei<br />

Drittel der Gesamtfläche des <strong>Gemälde</strong>s ein und präsentiert<br />

ihn mit weißen sich nach oben grau verdichtenden<br />

Wolken. Rechts oben stehen zwei Wind mühlen auf<br />

einer felsigen kreideweißen Anhöhe. Der reitende<br />

Bauer im Vordergrund ist nur durch seinen Schatten,<br />

dem einzigen im Bild, mit dem Grund verbunden.<br />

Seine in leuchtenden Farben wiedergegebene Gestalt<br />

führt den Betrachter in das Bild hinein. Die schräge<br />

Positionierung des Reiters unterstützt die Richtung<br />

des Weges und lenkt den Blick des Betrachters über<br />

den Heuwagen und die Reiter zur Horizontlinie mit<br />

Kirchturm (Pithiviers?). Die Windmühlen rechts verschwimmen<br />

fast mit dem Himmel. Die Landschaft<br />

mit ihren wüstenhaft anmutenden Zügen erinnert an<br />

orientalistische Landschaften wie jene von Eugène<br />

Fromentin (1820-1876), die Corot im Salon gesehen<br />

haben könnte.<br />

Corot zählt zu den bedeutendsten Landschaftsmalern<br />

des <strong>19.</strong> Jahrhunderts und hinterließ im Laufe seiner<br />

langen Karriere ein reiches Œuvre. Obwohl ihm zunächst<br />

eine Kaufmannskarriere angedacht war, trat<br />

er mit 26 Jahren in das Atelier von Achille Etna Michallon<br />

(1796-1822) ein. Von ihm lernte er die Prinzipien<br />

der klassizistischen Landschaftsmalerei und wurde in<br />

der Pleinair-Malerei bestärkt. Aus seinen zahlreichen<br />

Reisen durch Italien brachte er Ansichten von Florenz,<br />

Rom und Tivoli zurück und bereiste anschließend<br />

Frankreich. Bis 1835 stellt er nicht im Salon aus,<br />

danach aber fanden seine Werke dort großen Anklang<br />

und Zuspruch. Mit den klassischen realistisch behandelten<br />

Themen gelang es ihm, bei seinen Zeitgenossen<br />

Aufmerksamkeit zu erregen. Das <strong>Gemälde</strong> enstand<br />

in seiner ersten Schaffensperiode, als die Palette noch<br />

sehr hell und der Pinselduktus sehr direkt war. Ab<br />

1850 verzichtete er auf die exakte Wiedergabe des<br />

Motivs und gab die Landschaften freier wieder.<br />

CAMILLE JEAN-BAPTISTE COROT,<br />

1796 PARIS – 1875 IBID.<br />

LE FERMIER DE PITHIVIERS, CA. 1840<br />

Oil on canvas.<br />

35 x 46 cm.<br />

Signed lower right.<br />

The desert-like landscape appears to be oriental, like<br />

those of Eugène Fromentin (1820-1876) that Corot<br />

might have seen at the Salon. Corot is one of the most<br />

important 19th century landscape painters and during<br />

the course of his long career he left a considerable<br />

œuvre. The classical, but realistically painted subjects<br />

attracted the attention of his contemporaries. This<br />

work was painted during his first creative period,<br />

when his colour palette was still very light and his<br />

brushstrokes very direct. From 1850 he abandoned<br />

depicting exact motifs and painted landscapes much<br />

more freely.<br />

Provenance:<br />

M. Popelin Delalain, 1875.<br />

Private Collection.<br />

Literature:<br />

Alfred Robaut, L’œuvre de Corot. Catalogue raisonné<br />

et illustré, Paris 1905, vol. II, p. 222, 223 (ill. 631);<br />

here as a drawing by Robaut.<br />

€ 270.000 - € 400.000 (†)<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Provenienz:<br />

M. Popelin Delalain, 1875. Privatsammlung.<br />

Literatur:<br />

Alfred Robaut, L’œuvre de Corot. Catalogue raisonné<br />

et illustré, Paris 1905, Band II, S. 222, S. 223 (Abb. 631);<br />

hier als Zeichnung von Robaut. (1371534) (10)<br />

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17


EUGÈNE BOUDIN<br />

1824 Honfleur – 1898 Deauville<br />

337<br />

EUGÈNE BOUDIN,<br />

1824 HONFLEUR – 1898 DEAUVILLE<br />

Eugène Boudin gilt als einer der bedeutenden Vorläufer<br />

des Impressionismus. Zehnjährig zog Boudin mit seiner<br />

Familie nach Le Havre, wo er später Maler wie<br />

Constant Troyon (1810-1865), Jean François Millet<br />

(1814-1875) und Eugène Isabey (1804-1886) kennenlernte.<br />

Sie ermutigten ihn, sich als Maler selbst zu<br />

verwirklichen, worauf er 22-jährig sein Ladengeschäft<br />

aufgab und sich ausschließlich als erfolgreicher Maler<br />

betätigte. 1851 studierte er in Paris, bevor er mehrere<br />

Studienreisen in Europa unternahm. Zu seinen Malerkollegen<br />

und Freunden gehörten Gustave Courbet<br />

(1819-1877) und Claude Monet (1840-1926).<br />

BOULOGNE-SUR-MER, LE PORT, 1891 – 93<br />

Öl auf Leinwand.<br />

45 x 65 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert.<br />

Wie ein Schiffsbug ragt der Kai in die Bildtiefe. Es ist<br />

fast keine menschliche Aktivität zu sehen. Lediglich<br />

eine auf dem Kai liegende Person ist zu sehen, die sich<br />

mit einer anderen Person auf einem Boot links unterhält.<br />

Reparaturarbeiten scheinen für den Moment still<br />

zu stehen oder abgeschlossen zu sein, wie die leer<br />

stehenden Holzböcke rechts im Vordergrund und das<br />

lose Tauwerk auf dem Boden bezeugen. Der Poller, an<br />

dem die Taue befestigt sind, bildet in seinem intensiven<br />

Schwarz einen visuellen Angelpunkt auf Höhe der<br />

Horizontlinie und befindet sich im Zentrum der Komposition.<br />

Von links und rechts laufen die Landzungen<br />

auf diesen Punkt zu. Besonders in der rechten Bildhälfte<br />

befinden sich imposamte Dreimaster, wobei<br />

das Schiff ganz rechts in Schräglage während einer<br />

Reparatur zu sehen ist und damit die Aktivität des<br />

Hafens verdeutlicht.<br />

Im äußersten Hintergrund sind die Vorzeichen des<br />

sich durchsetzenden Industriezeitalters zu sehen: mit<br />

der Rauchsäule aus dem Schlot eines Dampfschiffs,<br />

die in ihrer Höhe mit den Dreimastern rivalisiert. Der<br />

Maler erzeugt damit Temporalität durch Raumtiefe,<br />

indem sich im Hintergrund die Ablösung der Segelschiffe<br />

durch das Dampfschiff andeutet.<br />

Boudin, Zeitzeuge der Industrialisierung, zeigt auf<br />

dem vorliegenden <strong>Gemälde</strong> seine genaue Kenntnis<br />

der holländische Alten Meister der Seestücke, in<br />

deren Tradition das Bild steht. Besonders in der Behandlung<br />

des Himmels treten diese zum Vorschein.<br />

Als genauer Beobachter der Natur erzeugt er aber<br />

einen Bruch mit der Malerei des Goldenen Zeitalters,<br />

indem er das Dampfschiff mit seiner Rauchsäule in<br />

die Malerei einführt.<br />

(1371532) (10)<br />

EUGÈNE BOUDIN,<br />

1824 HONFLEUR – 1898 DEAUVILLE<br />

BOULOGNE-SUR-MER, LE PORT, 1891 – 93<br />

Oil on canvas.<br />

45 x 65 cm.<br />

Signed and dated lower right.<br />

A pier juts out from the background like the bow of a<br />

ship. There is almost no human activity apart from one<br />

person lying on the pier, talking to another person in a<br />

boat on the lower left. Any kind of repairs seem to<br />

have come to a standstill or completed for the moment<br />

as the empty wood-horses in the foreground on the<br />

right and the loose ropes on the floor suggest. The<br />

ropes are tied to an intensely black cleat, which forms<br />

a visual focal point placed at the centre of the composition<br />

and on height of the horizon line. Impressive<br />

three mast ships are shown especially in the right half<br />

of the painting, with the ship furthest to the right<br />

tilted for repairs, highlighting the ports activities.<br />

Signs of the emerging Industrial Age show in the<br />

very background: a chimney from a steam boat with<br />

a column of smoke whose height rivals the three<br />

mast ships. By implying the sailing boats replacement<br />

by steamers in the background, the painter uses the<br />

depth of the painting to introduce the element of<br />

time.<br />

Boudin, a contemporary witness to the Industrial Age,<br />

shows his detailed knowledge of the seascapes of<br />

the Old Dutch Masters in whose tradition the present<br />

work stands, made particularly apparent by the way<br />

Boudin has painted the sky. However, as a close<br />

observer of nature, he breaks with the traditions of<br />

the Golden Age by introducing the steamer with its<br />

column of smoke to painting.<br />

€ 140.000 - € 180.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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19


FRANCIS PICABIA<br />

1879 Paris – 1953 ebenda<br />

338<br />

FRANCIS PICABIA,<br />

1879 PARIS – 1953 EBENDA<br />

FRANCIS PICABIA,<br />

1879 PARIS – 1953 IBID.<br />

Der Künstler war ein französischer Schriftsteller, Maler Das <strong>Gemälde</strong> entstand im Süden Frankreichs, in der<br />

und Grafiker. Er studierte von 1895-1897 zunächst an ersten Phase seines impressionistischen Wirkens, ein<br />

der École des Arts Décoratifs in Paris und ab 1899 bei Jahr nach seinem Erfolg bei den Ausstellungen in den<br />

Fernand Cormon (1845-1924) in dessen Atelier. Der Salons d’Automne und des Indépendants und kurz vor<br />

Künstler wechselte mehrfach die Stilrichtung. Er begann<br />

denen in der Galerie Hausssmann. Im Gegensatz zu<br />

1902/03 als Impressionist, setzte sich aber auch den weit späteren Landschaften ist die Farbpalette<br />

mit dem Kubismus auseinander und verarbeitete auch noch zurückhaltend; dem entspricht auch die Stimmung<br />

Elemente des Fauvismus und des Neo-Impressionismus.<br />

dieser Landschaft, die wohl im Vorfrühling 1904<br />

1912 war er neben Marcel Duchamp (1887-1968) entstanden sein dürfte. Gegen die hellen Brauntöne<br />

und Juan Gris (1887-1927) Mitbegründer der Section der laublosen jungen Bäume tritt hier nun ein auffallend<br />

d’Or. Er gilt als exzentrischer Künstler, der sich keinen<br />

frisches, leuchtendes Grün der Sträucher hervor.<br />

Dogmen unterordnen wollte. Er beeinflusste maßgeblich<br />

Die beiden Figuren bereits auf dem hell belichteten<br />

die moderne Kunst, vor allem aber den Dadaismus. „Sandweg”– so der Titel. Partiell zeigt sich der Pinsel-<br />

duktus noch pointilistisch.<br />

CHEMIN DES SABLONS À MORET, 1904 Eines seiner bald danach geschaffenen Landschafts-<br />

€ 80.000 - € 100.000 (†)<br />

Öl auf Leinwand.<br />

46,5 x 55 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „1904”.<br />

Verso Titelbezeichnung auf dem Keilrahmen.<br />

Gerahmt.<br />

Picabia, Sohn eines adeligen Botschaftsangestellten<br />

änderte mehrfach seine Stilrichtung. Als Maler aber<br />

auch Autor von Aphorismen gilt er als erster Mitstreiter<br />

für die <strong>Moderne</strong>, vor allem für den Dadaismus.<br />

1895-97 an der École des arts décoratifs in Paris, stellte<br />

er erstmals 1903 im Salon d’Automne und im Salon<br />

des Indépendants aus. 1905 hatte er seine erste Einzelausstellung<br />

in der Galerie Haussmann in Paris, setzte<br />

sich dann mit dem Kubismus und der Abstraktion auseinander.<br />

Ab 1911 traf er seine Freunde wie Fernand<br />

Léger, Fresnay, Gleizes, Apollinaire und Duchamp in<br />

wöchentlichen Zusammenkünften. Mit Juan Gris und<br />

anderen begründete er die „Section d´Or”. Sein USA-<br />

Besuch ließ ihn die „Mechanische Methode” entwickeln,<br />

später gründete er die Dada-Zeitschrift „391”.<br />

In den 1930er-Jahren fand er zu einem nun gewandelten<br />

Impressionismus seiner Frühzeit zurück.<br />

bilder „Sonne an den Ufern der Loing, Moret” von<br />

1905 befindet sich im Philadelphia Museum of Art.<br />

A.R.<br />

Provenienz:<br />

Paris, wahrscheinlich „Palais Galliera“, 13. März 1964,<br />

Lot 260.<br />

Erworben von David Montagu (1928-1998) 4th Baron<br />

Swaythling, 1985.<br />

Literatur:<br />

Maria Lluïsa Borràs, Picabia, New York 1985, Nr. 20,<br />

S. 503 (Abb. 135, S. 68; betitelt „The Road to Les<br />

Sablons“).<br />

William A. Camfield, Beverley Calte, Candance Clements<br />

& Arnauld Pierre, Francis Picabia: Catalogue<br />

Raisonne, Bd. I, 1898-1914, Brüssel 2014, Nr. 116,<br />

S. 199 (Abb.).<br />

Ausstellung:<br />

Francis Picabia, 1879-1953: exposición antológica,<br />

Januar-März 1985, Madrid 1985, Nr. 3, S. 365 (betitelt<br />

„Chemins de Sablons” mit inkorrekten Maßen);<br />

diese Ausstellung wurde später in Barcelona, Fundació<br />

Caixa de Pensions, April-Mai 1985, gezeigt.<br />

(1371552) (11)<br />

CHEMIN DES SABLONS À MORET, 1904<br />

Oil on canvas.<br />

46.5 x 55 cm.<br />

Signed and dated “1904” lower right. Title inscribed<br />

on the back of the stretcher.<br />

Provenance:<br />

Paris, probably “Palais Galliera”, 13 March 1964,<br />

lot 260.<br />

Acquired by David Montagu (1928-1998), 4th Baron<br />

Swaythling, 1985.<br />

Sistrix<br />

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21


GUSTAVE LOISEAU<br />

1865 Paris – 1935 ebenda<br />

339<br />

GUSTAVE LOISEAU,<br />

1865 PARIS – 1935 EBENDA<br />

Loiseau war ein französischer postimpressionistischer<br />

Maler, bekannt vor allem für seine Landschaften und<br />

Szenen von Straßen. 1890 ging er nach Pont-Aven in<br />

der Bretagne und kam dort in Kontakt mit den Künstlern,<br />

insbesondere Paul Gauguin (1848-1903) und<br />

Emile Henri Bernard (1868-1941). In den Folgejahren<br />

reiste er auch in die Normandie und die Bretagne, wo<br />

er die Hügel und Flüsse der Region malte.<br />

LA PLACE DE LA BASTILLE, 1922<br />

Öl auf Leinwand.<br />

60 x 71,5 cm.<br />

Links unten signiert. Verso mit Datierung „1922“ auf<br />

der Leinwand. Keilrahmen mit Etikett mit „Loiseau<br />

N. 12110, La Place de la Bastille, Paris, 14 juillet 1922.“<br />

In vergoldetem ornamental verziertem Profilrahmen<br />

mit Textilpassepartout.<br />

Dort wo bis zur Revolution von 1789 noch die Bastille<br />

stand, Symbol für die uneingeschränkte Macht des<br />

Ancien Regime, steht nun die Julisäule, die von dem<br />

Genius der Freiheit bekrönt wird und an die Revolution<br />

von 1830 erinnert. Passend zur Revolution von 1789,<br />

denn am 14. Juli diesen Jahres wurde die Bastille<br />

gestürmt, schuf Loiseau am 14. Juli 1922 dieses<br />

<strong>Gemälde</strong> und bekräftigt so den Willen zur Freiheit,<br />

dem er in seinem flotten Pinselduktus Ausdruck zu<br />

verschaffen versteht.<br />

(1371464) (18)<br />

GUSTAVE LOISEAU,<br />

1865 PARIS – 1935 IBID.<br />

LA PLACE DE LA BASTILLE, 1922<br />

Oil on canvas.<br />

60 x 71.5 cm.<br />

Signed lower left. Dated “1922” on the reverse of the<br />

canvas. Stretcher with label “Loiseau n. 12110, La<br />

Place de la Bastille, Paris, 14 juillet 1922.”<br />

The place where once stood the Bastille before the<br />

1789 Revolution– a symbol of the unrestricted power<br />

of the Ancien Régime – the July Column now stands,<br />

crowned by the Spirit of Freedom and commemorating<br />

the 1830 Revolution. The Bastille was stormed<br />

on 14 July during the 1789 Revolution and fittingly<br />

Loiseau created this painting on 14 July 1922 affirming<br />

the will to freedom, skilfully expressed in his brisk<br />

brushwork.<br />

€ 45.000 - € 60.000<br />

Sistrix<br />

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23


GUSTAVE LOISEAU<br />

1865 Paris – 1935 ebenda<br />

340<br />

GUSTAVE LOISEAU,<br />

1865 PARIS – 1935 EBENDA<br />

Loiseau war ein französischer postimpressionistischer<br />

Maler, bekannt vor allem für seine Landschaften und<br />

Szenen von Straßen. 1890 ging er nach Pont-Aven in<br />

der Bretagne und kam dort in Kontakt mit den Künstlern,<br />

insbesondere Paul Gauguin (1848-1903) und<br />

Emile Henri Bernard (1868-1941). In den Folgejahren<br />

reiste er auch in die Normandie und die Bretagne, wo<br />

er die Hügel und Flüsse der Region malte.<br />

ARBRES FRUITIERS EN FLEURS, 1933<br />

Öl auf Leinwand.<br />

58 x 73 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „G. Loiseau 1933“.<br />

In mit Goldprofilen versehenem Rahmen.<br />

Beigegeben eine Bestätigung von Didier Imbert,<br />

Neuchatel, 6. November 2017, über die Aufnahme des<br />

hier angebotenen <strong>Gemälde</strong>s in das in Vorbereitung befindliche<br />

Werkverzeichnis, Nr. C878 Fi 2169, in Kopie.<br />

Weiterhin beigegeben Schreiben des Didier Imbert<br />

vom <strong>20.</strong> November 2019 mit nach Restaurierung korrigierter<br />

Bestimmung der Datierung auf 1933, in Kopie.<br />

GUSTAVE LOISEAU,<br />

1865 PARIS – 1935 IBID.<br />

ARBRES FRUITIERS EN FLEURS, 1933<br />

Oil on canvas.<br />

58 x 73 cm.<br />

Signed and dated lower right “G. Loiseau 1933”.<br />

Accompanied by a confirmation from Didier Imbert,<br />

Neuchâtel, dated 6 November 2017 that the present<br />

painting will be included in the forthcoming catalogue<br />

raisonné, no. C878 Fi 2169, in copy.<br />

Furthermore, enclosed a letter by Didier Imbert, dated<br />

20 November 2019 with the corrected specification of<br />

the dating to 1933 after restoration, in copy.<br />

Provenance:<br />

Hôtel des Ventes de Monte-Carlo, Monaco,<br />

23 July 2017, lot 2.<br />

Private collection, France.<br />

€ 150.000 - € 200.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Vom Sommerwind bewegte hohe Wiese mit darauf<br />

stehenden Obstbäumen in voller Blüte, die eine diagonal<br />

in das Bildfeld hineinführende Reihung bilden,<br />

die sich am Fuße eines sanften Hügels mit ruraler<br />

Architektur befindet.<br />

Provenienz:<br />

Hôtel des Ventes de Monte-Carlo, Monaco,<br />

23. Juli 2017, Lot 2.<br />

Privatsammlung Frankreich. (1371081) (13)<br />

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25


JOSEPH OPPENHEIMER<br />

1876 Würzburg – 1966 Montreal<br />

341<br />

JOSEPH OPPENHEIMER,<br />

1876 WÜRZBURG – 1966 MONTREAL<br />

FRAU MIT DUFTWICKE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

68,8 x 51,3 cm.<br />

Links oben signiert und datiert „London 1904“.<br />

Verso mit verschiedenen Etiketten.<br />

Brustportrait einer nach rechts gewandten Dame in<br />

pudrigem Kleid mit Sonnenhut und Gaze um das<br />

Gesicht.<br />

Provenienz:<br />

Sammlung Christopher Wood.<br />

Auktion Christie’s, 24. Oktober 1997, Lot 85.<br />

Privatbesitz, Großbritannien.<br />

JOSEPH OPPENHEIMER,<br />

1876 WÜRZBURG – 1966 MONTREAL<br />

WOMAN WITH SWEET PEA<br />

Oil on canvas.<br />

68.8 x 51.3 cm.<br />

Signed and dated “London 1904” top left.<br />

Provenance:<br />

Christopher Wood collection.<br />

Auction Christie’s, 24 October 1997, lot 85.<br />

€ 15.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Anmerkung:<br />

Über die Akademien in München, Rom und Neapel<br />

und Reisen nach Ägypten und in die USA gelangte<br />

Oppenheimer nach England, wo er zwischen 1896<br />

und 1908 in seinem Londoner Atelier malte. Dort<br />

porträtierte er diese Frau mit Hut und Schleier, die<br />

an einem Zweig riecht. Neben dieser eleganten Dame<br />

malte Oppenheimer auch Berühmtheiten wie Albert<br />

Einstein sowie weitere schöne Frauen der europäischen<br />

High Society sowie unzählige Film- und Theaterschauspielerinnen.<br />

Literatur:<br />

Ausstellungskatalog London David Bobbet Hirst,<br />

Saint James Art Group, Joseph Oppenheimer 1876-<br />

1966, 1990. Mit dortiger Ausstellung.<br />

(13711526) (13)<br />

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27


HENRI EDMOND CROSS<br />

1856 Dourai – 1910 Saint-Clair<br />

342<br />

HENRI EDMOND CROSS,<br />

1856 DOURAI – 1910 SAINT-CLAIR<br />

Der französische Maler war einer der bedeutendsten<br />

Vertreter des Pointilismus.<br />

VENISE<br />

Aquarell auf Papier.<br />

16,5 x 24,5 cm.<br />

Rechts unten Monogrammiert „HE. C“. Verso zwei<br />

Galerieaufkleber mit Künstlername, Betitelung und<br />

Datierung auf 1903.<br />

Freigestellt in Passepartout, hinter Glas gerahmt.<br />

Feine stimmungsvolle Ansicht des schimmernden<br />

Wassers mit zwei Gondeln.<br />

(1371471) (18)<br />

HENRI EDMOND CROSS,<br />

1856 DOURAI – 1910 SAINT-CLAIR<br />

The French painter was one of the most prominent<br />

artists of Pointillism.<br />

VENISE<br />

Watercolour on paper.<br />

16.5 x 24.5 cm.<br />

Monogrammed “HE. C” lower right. Gallery label with<br />

artist name, title, and date “1903” on the reverse.<br />

€ 35.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

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29


RICHARD BLOOS<br />

1878 Brühl – 1956 Düsseldorf<br />

343<br />

RICHARD BLOOS,<br />

1878 BRÜHL – 1956 DÜSSELDORF<br />

Der Künstler wurde an der berühmten Kunstakademie<br />

Düsseldorf als Maler ausgebildet. 1896 zog er nach<br />

Paris, wo er sich den Künstlerkreisen Montmartre und<br />

Montparnasse anschloss. Seine Einführung in den<br />

französischen Impressionismus war entscheidend für<br />

seine künstlerische Entwicklung. Zu seinen bevorzugten<br />

Darstellungen gehört das weltliche Pariser<br />

Stadtleben, das er in Figuren, Portraits, Genreszenen,<br />

aber auch beim Besuch von Zirkuszelten festhielt. Er<br />

ist einer der bekanntesten Vertreter der modernen<br />

Düsseldorfer Schule (nach 1900).<br />

DER SÄNGER IM CAFÉ<br />

Öl auf Leinwand.<br />

132,5 x 165,8 cm.<br />

Links unten signiert und datiert „Paris 09“. Verso<br />

auf der Leinwand mit altem Etikett und Stempel des<br />

Malmittel-Herstellers.<br />

In ornamental verziertem breiten Rahmen.<br />

RICHARD BLOOS,<br />

1878 BRÜHL – 1956 DÜSSELDORF<br />

THE SINGER IN THE CAFÉ<br />

Oil on canvas.<br />

132.5 x 165.8 cm.<br />

Signed and dated “Paris 09” lower left.<br />

Exhibition:<br />

Zwolle Stedelijk Museum, 8 November 2015 - 31<br />

January 2016.<br />

€ 28.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Mehrere Figuren in einem von einer einzigen Leuchte<br />

erhellten Raum, dessen Wände mit <strong>Gemälde</strong>n behangen<br />

sind und somit als Künstlercafé zu erkennen ist.<br />

An der rückwärtigen Wand ein Sänger, der von einem<br />

Gitaristen begleitet wird.<br />

Provenienz:<br />

Privatsammlung, Frankreich.<br />

Ausstellung:<br />

Stedelijk Museum Zwolle, 08. November 2015 - 31,<br />

Januar 2016. (13711528) (13)<br />

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31


AUGUSTE RODIN<br />

1840 Paris – 1917 Meudon<br />

344<br />

AUGUSTE RODIN,<br />

1840 PARIS – 1917 MEUDON, NACH<br />

L’OMBRE<br />

Höhe: 96 cm.<br />

Verso mit Signatur „A. Rodin“, Nummerierung 1 / 25<br />

und Gießerstempel Fonderie New Yorkaise Gantz.<br />

Beigegeben ein Zertifikat von Jean-Christian Daveau,<br />

Paris vom 16. Oktober 20<strong>20.</strong><br />

Bronze, gegossen, mittelbraun patiniert. Posthumer preproduzierter<br />

Bronzeguss der bekannten Figur des<br />

Schattens, wie er auch in den Gärten der Tuillerien in<br />

Paris oder im Musée Rodin in Paris zu finden ist und der<br />

ca. 1880 entworfen wurde und im engen Zusammenhang<br />

mit seinem großformatigem Höllentor steht,<br />

dessen Gipsmodell sich wiederum im Musée d’Orsay<br />

in Paris befindet und dessen Bronzeausformungen<br />

sich heute gleich in mehreren Städten befinden.<br />

AUGUSTE RODIN,<br />

1840 PARIS – 1917 MEUDON, AFTER<br />

L’OMBRE<br />

Height: 96 cm.<br />

Signature “A. Rodin” on the back, limited ed. no. 1/25<br />

and foundry mark “Fonderie New Yorkaise Gantz”.<br />

Accompanied by a certificate of authenticity from<br />

Jean-Christian Daveau, Paris dated 16 October 20<strong>20.</strong><br />

Bronze; cast with mid-brown patina.<br />

€ 30.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Literatur:<br />

Vgl. Georges Grappe, Catalogue du Musée Rodin. I.<br />

Hôtel Biron. Essai de Classement chronologique des<br />

Œuvres d’Auguste Rodin, Paris 1944, S. 338, Nr. 57.<br />

Vgl. Museo Soumaya, México, Fundación Carlos Slim,<br />

2015, S. 90-91. (1371583) (13)<br />

zum Größenvergleich<br />

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35


JEAN-BAPTISTE CARPEAUX<br />

1827 Valenciennes – 1875 Courbevoie<br />

345<br />

JEAN-BAPTISTE CARPEAUX,<br />

1827 VALENCIENNES – 1875 COURBEVOIE<br />

ALLEGORIE DES FRÜHLINGS, UM 1870<br />

Höhe: 52 cm.<br />

Länge: 29,8 cm.<br />

Tiefe: 26,3 cm.<br />

Auf Sockel signiert „Carpeaux. SC“ und<br />

„Propriété Carpeaux“.<br />

JEAN-BAPTISTE CARPEAUX,<br />

1827 VALENCIENNES – 1875 COURBEVOIE<br />

ALLEGORY OF SPRING, CA. 1870<br />

Height: 52 cm.<br />

Length: 29.8 cm.<br />

Depth: 26.3 cm.<br />

Signed on base: “Carpeaux. SC” and<br />

“Propriété Carpeaux”<br />

Bronze, braun patiniert. Die vollplastische Aktdarstellung<br />

eines jungen Mädchens in hockender Haltung<br />

zeigt sich lächelnd während sie sich einen Blumenkranz<br />

auf ihr Haupt legt. Das Haar fließt in schönen<br />

Wellen über ihre Schultern. Die stark bewegte Figur<br />

ist naturalistisch aufgefasst. Der achteckige Sockel ist<br />

mit gekehltem Randprofil ausgeführt. Bei der Bronze<br />

handelt es sich um einen seltenen Probeguss einer<br />

Auflage aus der Werkstatt des Künstlers um 1870.<br />

Carpeaux war einer der bedeutensten Bildhauer<br />

Frankreichs im <strong>19.</strong> Jahrhundert, der die École nationale<br />

supérieure des beaux-arts in Paris besuchte und dort<br />

Schüler von Francisque Joseph Duret (1804-1865)<br />

und François Rude (1784-1855) war. Bereits 27-jährig<br />

wurde er mit dem Prix de Rome ausgezeichnet, was<br />

ihm eine Studienreise nach Italien ermöglichte. Während<br />

der Regierungszeit Napoleons III durfte er den<br />

Flora- Pavillon des Louvre ausschmücken. Als eines<br />

seiner Hauptwerke gilt die sehr lebendige, einem pathetischen<br />

Realismus verpflichtete Figurengruppe<br />

„La Danse“ an der Fassade der Oper in Paris. Der<br />

Künstler hat auch bedeutende Schüler hervorgebracht<br />

wie Jules Dalou (1838-1902) oder Jean-Louis Forain<br />

(1852-1931).<br />

(1370413) (19)<br />

Bronze; brown patina.<br />

€ 25.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

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ALFRED BOUCHER<br />

1850 – 1934<br />

346<br />

ALFRED BOUCHER,<br />

1850 – 1934<br />

LA JEUNESSE, UM 1900<br />

Höhe: 64,6 cm.<br />

Länge: 33 cm.<br />

Tiefe: 21,5 cm.<br />

An der rechten Schulter „A. Boucher“ signiert.<br />

Carrara-Marmor. Die Büste, um 1900 gefertigt, zeigt<br />

ein junges Mädchen, das den Blick gesenkt nach<br />

rechts hält. Ihre streng zurückgekämmten Haare, die<br />

zu einem kunstvollen Dutt am Hinterkopf geformt<br />

sind, lassen die weichen Formen ihres Gesichtes in<br />

volle Erscheinung treten. Jacques Piette sieht hier das<br />

berühmte Modell Volubilis als Vorbild. Auf rundem,<br />

gekehltem Sockel.<br />

Eine Version der Büste ist im Museum Camille Claudel<br />

in Nogent-sur-Seine (Inv.Nr. 993.003; Piette, op. cit.,<br />

Nr. PB73-2) ausgestellt.<br />

Alfred Boucher lehrte unter anderem Camille Claudel,<br />

die er später mit Auguste Rodin in Kontakt brachte.<br />

Boucher konzentrierte sich vor allem auf Büsten und<br />

die Darstellung des menschlichen Körpers.<br />

ALFRED BOUCHER,<br />

1850 – 1934<br />

LA JEUNESSE, CA. 1900<br />

Height: 64.6 cm.<br />

Length: 33 cm.<br />

Depth: 21.5 cm.<br />

Signed “A. Boucher” on right shoulder.<br />

Carrara marble. The bust, created ca. 1900, depicts<br />

a young girl, her gaze lowered towards the right.<br />

A version of the bust is exhibited at the Museum<br />

Camille Claudel in Nogent-sur-Seine (inv. no. 993.003;<br />

Piette, op. cit., no. PB73-2).<br />

€ 30.000 - € 40.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Literatur:<br />

Vgl. Jacques Piette, Alfred Boucher (1850-1934):<br />

L’œuvre sculpté, 2014. (1370411) (19)<br />

zum Größenvergleich<br />

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GUSTAV ADOLPHE HIERHOLTZ<br />

1877 – 1948<br />

347<br />

GUSTAV ADOLPHE HIERHOLTZ,<br />

1877 – 1948<br />

ELEFANT<br />

Höhe: 37,6 cm.<br />

Breite: 18 cm.<br />

Länge: 42,5 cm.<br />

Auf Plinthe signiert „G. Hierholtz“, Gießereistempel<br />

und mit „Susse Frères Éditeurs Paris“ versehen<br />

sowie „6“ nummeriert.<br />

Bronzeguss, braun patiniert. Auf einer kleinen, naturalistisch<br />

gestalteten Plinthe steht ein mächtiger Elefant,<br />

der seinen Rüssel um eine große Pflanze geschlungen<br />

hat. Er ist im Begriff, diese zu heben und stemmt<br />

sich mit Kraft gegen den Boden. Die detailreiche Darstellung<br />

der vollplastischen Figur zeigt die typische<br />

Haut mit unzähligen Falten übersät. Der Elefant konzentriert<br />

sich auf sein Tun und drückt eine Ruhe und<br />

Gelassenheit gepaart mit Kraft und Stärke aus. Hierholtz<br />

schuf Skulpturen, die das Gemüt und die Eigenart<br />

eines Tieres auf einzigartige Weise darstellten und<br />

so die gezeigten Tiere auf anschauliche Weise charakterisierten.<br />

(1370415) (19)<br />

GUSTAVE ADOLPHE HIERHOLTZ,<br />

1877 – 1948<br />

ELEPHANT<br />

Height: 37.6 cm.<br />

Width: 18 cm.<br />

Length: 42.5 cm.<br />

Signed “G. Hierholtz”, foundry mark and “Susse<br />

Frères Éditeurs Paris” and no. “6” on plinth.<br />

Bronze casting; brown patina.<br />

€ 30.000 - € 40.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

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MATEO HERNANDEZ<br />

1885 – 1949<br />

348<br />

MATEO HERNANDEZ,<br />

1885 – 1949<br />

JUNGER HIRSCH, 1912<br />

Höhe: 27,6 cm.<br />

Länge: 45 cm.<br />

Tiefe: 11,5 cm.<br />

Auf Plinthe signiert und datiert „Mateo Hernandez<br />

Talla Directo 1912“.<br />

MATEO HERNANDEZ,<br />

1885 – 1949<br />

YOUNG DEER. 1912<br />

Height: 27.6 cm.<br />

Length: 45 cm.<br />

Depth: 11.5 cm.<br />

Signed and dated “Mateo Hernandez<br />

Talla Directo 1912” on plinth.<br />

Granit. Auf einem rechteckigen Sockel an einer Seite<br />

leicht abgerundet, ruht die vollplastische Figur eines<br />

jungen Hirsches. Ein Vorderlauf ist ausgestreckt, seinen<br />

Kopf hat er aufmerksam erhoben und blickt nach<br />

vorne. Die Formen des Körpers sind leicht stilisiert. Der<br />

Hirsch ist, wie alle Figuren von Hernandez, in „taille<br />

directe“, also direkt aus einem Granitblock, gearbeitet.<br />

Für ihn barg ein Stein das letztendliche Werk und er<br />

empfand es als seine Aufgabe, das noch verborgene<br />

Werk aus dem Stein herauszuarbeiten. Hernandez,<br />

ein spanischer Bidlhauer, der sich sein Können autodidaktisch<br />

aneignete, erschuf bevorzugt Tierskulpturen.<br />

Beeindruckt war er von Rodin und Maillol. Der<br />

bedeutende Unterschied zwischen ihm und Rodin<br />

war die Herangehensweise an die Arbeiten: während<br />

Rodin mithilfe von Abgüssen zu seinen Skulpturen<br />

fand, wollte Hernandez eine direkte Beziehung zwischen<br />

dem Abzubildenden und dem Material. So<br />

schnitt er meist unmittelbar vor dem Darzustellenden.<br />

(1370414) (19)<br />

Granite.<br />

€ 38.000 - € 45.000<br />

Sistrix<br />

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CAMILLE CLAUDEL<br />

1864 Fere-en-Tardenois – 1943 Montdevergues<br />

349<br />

CAMILLE CLAUDEL,<br />

1864 FÈRE-EN-TARDENOIS –<br />

1943 MONTDEVERGUES<br />

LA PETITE CHÂTELAINE<br />

Höhe: 35 cm.<br />

Breite: 28,5.<br />

Tiefe: 18 cm.<br />

Verso signiert, mit Gießereistempel versehen und<br />

mit „EA II/IV“ nummeriert.<br />

Beigegeben ein Fotozertifikat von François de Massary,<br />

des Großneffen der Künstlerin, vom 6.12.1995, im<br />

Original.<br />

Bronze, braun patiniert. Bei dem dargestellten Mädchen<br />

handelt es sich um die Enkelin des Schlossherren<br />

von l’Islette im Loiretal. Dort verbrachte die Künstlerin<br />

Camille Claudel mit Auguste Rodin mehrere Aufenthalte.<br />

Das 6-jährige Mädchen stand Modell für Claudel,<br />

auf Grundlage des Portraits wurden ab 1896 Büsten<br />

in verschiedenen Ausführungen in unterschiedlichen<br />

Materialien angefertigt. Die hier angebotene Bronze<br />

ist mit „EA II/IV“ versehen, es handelt sich also um<br />

einen Guss für die Künstlerin.<br />

Ab 1883 unterrichtete Auguste Rodin die 24 Jahre<br />

jüngere Claudel in Paris. Drei Jahre später verpflichtete<br />

sich Rodin, Claudel als einzige Schülerin zu unterrichten<br />

und sie zu protegieren. Die durchaus schwierige<br />

Beziehung der beiden Künstler endete 1892. Das<br />

Werk von Claudel wird im Museum Nogent-sur-Seine<br />

aufgewahrt.<br />

(1370531) (19)<br />

CAMILLE CLAUDEL,<br />

1864 FÈRE-EN-TARDENOIS –<br />

1943 MONTDEVERGUES<br />

LA PETITE CHÂTELAINE<br />

Bronze; brown patina.<br />

Height: 35 cm.<br />

Width: 28.5.<br />

Depth: 18 cm.<br />

Signed, foundry mark and no. “EA II/IV” on the back.<br />

Accompanied by an original photographic certificate<br />

of authenticity by François de Massary, the grandnephew<br />

of the artist, dated 6 December 1995.<br />

€ 30.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

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FRANÇOIS POMPON<br />

1855 Saulieu – 1933 Paris<br />

350<br />

FRANÇOIS POMPON,<br />

1855 SAULIEU – 1933 PARIS<br />

SCHLAFENDER HAHN, 1927<br />

Höhe: 21,5 cm.<br />

Auf Plinthe signiert „POMPON“ und mit Gießereistempel<br />

„A. A. Hébrard“ versehen, auf 1927 datiert<br />

und „B5“ nummeriert.<br />

Bronze, braun patiniert. Auf einer naturalistisch geformten<br />

Plinthe steht ein schlafender Hahn in vereinfachten,<br />

zurückgenommenen Formen.<br />

Pompons Stil zeichnet sich durch die stark Reduktion<br />

der Körperformen, vornehmlich Tierfiguren, aus.<br />

Weiche, harmonische Übergänge waren ihm dabei<br />

wichtig und er verzichtete auf jegliche Ausformung von<br />

starken Kanten.<br />

Pompon lernte an der École des Beaux Arts und wurde<br />

von Bildhauern wie Pierre-Louis Rouillard und René<br />

de Saint-Marceaux beeinflusst. Nach der Entwicklung<br />

seines eigenen Stils leitete er drei Jahre lang die<br />

Werkstatt von Auguste Renoir. Seinen künstlerischen<br />

Durchbruch erlangte er mit seinem berühmtem Eisbären,<br />

den er im Art déco-Stil schuf. Exemplare hiervon<br />

stehen unter anderem im Metropolitan Museum<br />

of Art in New York und im Musée d’Orsay, Paris.<br />

(1370416) (19)<br />

FRANÇOIS POMPON,<br />

1855 SAULIEU – 1933 PARIS<br />

SLEEPING COCKEREL, 1927<br />

Height: 21.5 cm.<br />

Signed “POMPON” and foundry mark “A. A.<br />

Hébrard”, dated 1927 and no. “B5” on plinth.<br />

Bronze; brown patina.<br />

€ 50.000 - € 60.000<br />

Sistrix<br />

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ALBERT MARQUET<br />

1875 Bordeaux – 1947 Paris<br />

351<br />

ALBERT MARQUET,<br />

1875 BORDEAUX – 1947 PARIS<br />

AVENUE DE VERSAILLES, 1904<br />

Öl auf Leinwand.<br />

65 x 81 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

Dieses Werk ist im Wildenstein Institute unter der Referenznummer<br />

„95.06.06/4285/1750“ verzeichnet.<br />

Beigegeben ein Zertifikat des Wildenstein Institutes<br />

vom 6. Juni 1995, in Kopie.<br />

Das <strong>Gemälde</strong> zeigt einen Straßenzug in Versailles.<br />

Das Werk ist vorwiegend in Ockertönen gehalten,<br />

die Bäume und Passanten auf der Straße schemenhaft<br />

angedeutet. Die hellen Häuserfassaden sowie<br />

die Baumreihen bilden eine Achse, die den Blick des<br />

Betrachters in die Ferne lenkt.<br />

Der französische Landschaftsmaler Albert Marquet<br />

nahm 1905 mit seinen Freunden Henri Matisse (1869-<br />

1954) und André Derain (1880-1954) an einer Ausstellung<br />

der „Fauves“ teil. Sein zentrales Thema ist der<br />

Zusammenhang von Farbigkeit und Licht sowie der<br />

Einfluss von Licht auf Farbe. 1939 ließ er sich bei La<br />

Frette an der Seine permanent nieder. Aus dieser<br />

letzten Schaffenszeit stammt auch das vorliegende<br />

<strong>Gemälde</strong>.<br />

Literatur:<br />

Wird in das in Vorbereitung befindliche WVZ<br />

von Jean-Claude Martinet, Wildenstein Institute<br />

aufgenommen.<br />

Ausstellungskatalog Marquet, Vues de Paris et<br />

de l’île de France, Musée Carnavalet, 20 octobre<br />

2004 - 23 janvier 2005.<br />

F. Jourdain, Marquet, Paris 1959, S. 105<br />

(s/w Abbildung).<br />

ALBERT MARQUET,<br />

1875 BORDEAUX – 1947 PARIS<br />

AVENUE DE VERSAILLES, 1904<br />

Oil on canvas.<br />

65 x 81 cm.<br />

Signed lower right.<br />

This painting is listed with reference number<br />

“95.06.06 /4285/1750” at the Wildenstein Institute.<br />

Accompanied by certificate by the Wildenstein Institute<br />

dated 6 June 1995, in copy.<br />

Literature:<br />

Will be included in the forthcoming catalogue raisonné<br />

by Jean-Claude Martinet, Wildenstein Institute.<br />

Exhibition catalogue Marquet. Vues de Paris et de<br />

l’île de France, Musée Carnavalet, 20 October 2004<br />

- 23 January 2005.<br />

F. Jourdain, Marquet, Paris 1959, p. 105 (b&w-ill.).<br />

Exhibitions:<br />

Paris, Maison de la Pensée française, 22 October -<br />

14 December 1953, Marquet (no. 8).<br />

Hamburg, Kunstverein, 14 November 1964 - 10 January<br />

1965, Albert Marquet (no. 11, ill. p.12, dated<br />

1904).<br />

€ 280.000 - € 350.000 (†)<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Ausstellungen:<br />

Paris, Maisson de la Pensée française, 22. Oktober -<br />

14. Dezember 1953, Marquet (Nr. 8).<br />

Hamburg, Kunstverein, 14. November 1964 -<br />

10. Januar 1965, Albert Marquet (Nr. 11, Abb. S.12,<br />

datiert 1904). (13715310) (10)<br />

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MAURICE UTRILLO<br />

1883 Paris – 1955 Dax<br />

352<br />

MAURICE UTRILLO,<br />

1883 PARIS – 1955 DAX<br />

LA GARE DE BELLEVILLE-SUR-SAÔNE (RHÔNE),<br />

UM 1920<br />

Öl auf Leinwand.<br />

50,2 x 61 cm.<br />

Rechts unten signiert „Maurice, Utrillo, V“.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Der Bahnhof, der am 10. Juli 1854 auf der Strecke Paris<br />

– Lyon seinen Dienst aufnahm, diagonal in den Bildgrund<br />

führend, der von belaubten Bäumen an einer<br />

Straße gesäumt wird. Utrillo konzentriert sich in seiner<br />

Darstellung auf die perspektivische Linienführung der<br />

Architektur und Straße und lässt nur fünf Figuren die<br />

bereits durch Bäume belebte Szene als Auflockerung<br />

zu. Das kontrastierende Rot und Schwarz der Dächer<br />

kulminiert koloristisch im grau-rosa Himmel, der die<br />

Szene überfängt.<br />

Provenienz:<br />

Privatsammlung, Europa.<br />

Auktion Sotheby’s, London, 1. Dezember 1965, Lot 107.<br />

Privatsammlung, Großbritannien.<br />

Sammlung Falsetti, Europa.<br />

Auktion Sotheby’s, London, 1. April, 1981, Lot 55.<br />

Privatsammlung (auf obiger Auktion erworben).<br />

Privatsammlung, New York.<br />

Auktion Sotheby’s, New York, 14. November 1985,<br />

Lot 298.<br />

Dort von einem Vorbesitzer erworben.<br />

(13715312) (13)<br />

MAURICE UTRILLO,<br />

1883 PARIS – 1955 DAX<br />

LA GARE DE BELLEVILLE-SUR-SAÔNE (RHÔNE),<br />

CA. 1920<br />

Oil on canvas.<br />

50.2 x 61 cm.<br />

Signed “Maurice, Utrillo, V.” lower right.<br />

In gilt frame.<br />

Provenance:<br />

Private collection, Europe.<br />

Auction Sotheby’s, London, 1 December 1965, lot 107.<br />

Private collection, Great Britain.<br />

Falsetti collection, Europe.<br />

Auction Sotheby’s, London, 1 April 1981, lot 55.<br />

Private collection (acquired at the above sale).<br />

Private collection, New York.<br />

Auction Sotheby’s, New York, 14 November 1985,<br />

lot 298.<br />

Acquired at the above sale by the previous owner.<br />

€ 1<strong>20.</strong>000 - € 150.000 (†)<br />

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CAMILLE PISSARRO<br />

1830 Charlotte Amalie, Dänisch-Westindien – 1903 Paris<br />

353<br />

CAMILLE PISSARRO,<br />

1830 CHARLOTTE AMALIE, DÄNISCH-WESTINDIEN<br />

– 1903 PARIS<br />

FEMME ÉTENDANT DU LINGE, 1887<br />

Öl auf Leinwand.<br />

73,3 x 59,7 cm.<br />

Links unten monogrammiert.<br />

Beigegeben ein Zertifikat von Lionel Pissarro vom<br />

6. März 2006, in Kopie. Verzeichnet bei Ventury<br />

Nr. 716 und Wildenstein Institute Nr. 853.<br />

Pissarro wählt einen ungewöhnlichen Bildaufbau, an<br />

den sich das Auge des Betrachters zuerst gewöhnen<br />

muss. In horizontal aufgebauten Bändern liegen Boden,<br />

Mauern und Himmel übereinander, ohne dass zunächst<br />

eine klare Tiefenräumlichkeit erzeugt wird. Einzig die<br />

niedrige Balustrade, vor der die Bäuerin ihre Wäsche<br />

aufhängt, erzeugt eine gewisse Perspektive und Raumtiefe.<br />

Dieser Effekt wird aber durch den gleichförmigen,<br />

mal dichter, mal weniger dicht gesetzten Pinselduktus<br />

relativiert. Einzig der Himmel macht hier eine Ausnahme<br />

mit seiner dunstig-flächigen Struktur ohne klar<br />

erkennbaren Duktus. Die warme Pallette wird von<br />

Rot- und Ockertönen dominiert, unterstützt durch<br />

vereinzelte Grüntöne. Dieses Farbschema wird einzig<br />

in der türkisfarbenen Schürze unterbrochen und<br />

lenkt damit den Blick des Betrachters auf die Protagonistin.<br />

Der Maler bedient sich der Farbe, um den<br />

Raum einerseits zu konstruieren, indem er die Farbflächen<br />

mittels der weißen Laken unterbricht, und<br />

auf der anderen Seite vereinheitlicht er ihn durch die<br />

völlig gleichmäßige Behandlung aller Elemente.<br />

Pissarro gehört zu den Gründern des Impressionismus.<br />

Obwohl zunächst für eine Karriere in der väterlichen<br />

Firma auf den Antillen vorgesehen, wandte sich<br />

Pissarro von diesem Weg ab und zog mit 25 Jahren<br />

nach Frankreich, wo er Unterricht an der École des<br />

Beaux-Arts in Paris nahm. Schnell lernte er Gustave<br />

Courbet (1819-1877), Charles-François Daubigny<br />

(1817-1878) und Jean-Baptiste Camille Corot (1796-<br />

1875) kennen und sah sich eine Zeit lang als deren<br />

Schüler. Zudem pflegte er Kontakt zu Paul Cézanne<br />

(1839-1906) und Claude Monet (1840-1926). Mit seinen<br />

häufigen Besuchen in Pontoise, wo er die anderen<br />

<strong>Impressionisten</strong> wieder traf, befand sich der bedeutende<br />

Maler stets im Epizentrum der Bewegung. Die<br />

Begegung mit Georges Seurat (1859-1891) 1885,<br />

zwei Jahre vor Entstehung des vorliegenden <strong>Gemälde</strong>s,<br />

veranlasste ihn, sich an der Technik des Pointilissmus<br />

zu versuchen. Das <strong>Gemälde</strong> „Femme étendant<br />

du linge“ legt dafür ein seltenes Zeugnis ab.<br />

Doch zerlegt Pissarro die Farbe nicht in kleine Pünktchen,<br />

sondern verwendet einen lebhafteren und zugleich<br />

wärmeren Duktus, womit er in dieser Technik<br />

einen völlig eigenen Ansatz findet und beschreitet.<br />

Literatur:<br />

Ausst.kat. Pioneering Modern Painting: Cézanne &<br />

Pissarro 1865 – 1885, by Joachim Pissarro, at The<br />

Museum of Modern Art, New York, June 26 - September<br />

12, 2005, S. 64, Abb. 61.<br />

(13715311) (10)<br />

CAMILLE PISSARRO,<br />

1830 CHARLOTTE AMALIE, DANISH-WEST INDIA<br />

– 1903 PARIS<br />

FEMME ÉTENDANT DU LINGE, 1887<br />

Oil on canvas.<br />

73.3 x 59.7 cm.<br />

Monogrammed lower left.<br />

Accompanied by a certificate of authenticity by Lionel<br />

Pissarro dated 6 March 2006, in copy. Listed with<br />

Ventury under no. 716 and Wildenstein Institute under<br />

no. 853.<br />

Pissarro has chosen an unusual composition that takes<br />

some getting used to at first. The ground, walls and<br />

sky are laid horizontally on top of one another without<br />

creating any kind of obvious spatiality. A peasant<br />

woman is hanging up washing in front of a low balustrade,<br />

which is the only element creating a certain kind<br />

of perspective and three-dimensionality. This effect<br />

is, however, relativized by the uniform and alternatingly<br />

dense and less dense brushstrokes. The sky is the<br />

only area that is an exception with a flat misty structure<br />

and without any visible brushstrokes. The warm<br />

palette is dominated by hues of red and ochre and<br />

supported by scattered shades of green. This colour<br />

scheme is only broken up by the woman’s turquoise<br />

apron that directs the viewer’s gaze to the protagonist.<br />

The painter uses colour to construct space by<br />

breaking up colour fields through white sheets on the<br />

one hand and harmonizing it by treating all elements<br />

completely uniformly.<br />

Pissarro is a founding member of Impressionism. Although<br />

he was predestined to make his career in his<br />

father’s company on the Antilles, Pissarro went down<br />

a different path and moved to France aged 25 where<br />

he trained at the École des Beaux-Arts in Paris. He<br />

quickly became acquainted with Gustave Courbet<br />

(1819-1877), Charles-François Daubigny (1817-1878)<br />

and Baptiste Camille Corot (1796-1875) and perceived<br />

himself as their student for a long time. He was also<br />

in contact with Paul Cézanne (1839-1906) and Claude<br />

Monet (1840-1926). His frequent visits to Pontoise,<br />

the epicentre of the Impressionist movement brought<br />

him in close contact with fellow Impressionist colleagues.<br />

His acquaintance with Georges Seurat<br />

(1859-1891) in 1885, two years previous to the creation<br />

of the painting on offer in this lot, prompted him<br />

to try out the techniques of Pointillism. The present<br />

painting titled “Femme étendant du linge” bears witness<br />

to this. Pissarro does not break up the colour<br />

into small dots but uses livelier and at the same time<br />

warmer brushstrokes, giving this technique his own<br />

twist and pursuing his own style.<br />

Literature:<br />

Exhibition catalogue Pioneering Modern Painting:<br />

Cézanne & Pissarro 1865 – 1885, by Joachim Pissarro,<br />

at The Museum of Modern Art, New York, June 26<br />

– September 12, 2005, p. 64, ill. 61.<br />

€ 450.000 - € 550.000 (†)<br />

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LOVIS CORINTH<br />

1858 Tapiau – 1925 Zandvoort<br />

354<br />

LOVIS CORINTH,<br />

1858 TAPIAU – 1925 ZANDVOORT<br />

WALCHENSEE - BLICK VOM BALKON DES FERIEN-<br />

HAUSES, 1920ER-JAHRE<br />

Aquarell und Gouache auf Papier.<br />

36,5 x 51 cm.<br />

Unten mittig signiert „Lovis Corinth“.<br />

Im Passepartout, hinter Glas gerahmt.<br />

Beigegeben eine Expertise von Prof. Dr. Thomas<br />

Deeke, Berlin, vom 14.12.2015, in Kopie.<br />

Corinth gilt als einer der bedeutendsten Maler des<br />

deutschen Impressionismus, neben Max Liebermann,<br />

Ernst Oppler und Max Slevogt. Doch weit stärker als<br />

jene entwickelte er seinen Malstil in eine expressive<br />

Richtung, womit ihm zurecht die Würdigung als einer<br />

der Protagonisten der „Geburt der <strong>Moderne</strong>“ zuteil<br />

wurde, ihn in der NS-Zeit jedoch als „entartet“ diffamierte.<br />

Nach Ausbildungen in Königsberg, Antwerpen, Paris<br />

und München wirkte er vor allem in Berlin, wo er 1901<br />

der Secession beitrat. Noch im Oktober desselben<br />

Jahres eröffnete er eine Malschule. Seine erste<br />

Schülerin, Charlotte Berend (1880-1967), Tochter aus<br />

jüdischem Elternhaus, wurde neben Käthe Kollwitz<br />

(1867-1945) als eine der wenigen Frauen in die<br />

Secession aufgenommen. Als 22 Jahre jüngere Ehefrau<br />

und Mutter zweier Kinder spielte sie eine tragende<br />

Rolle im Wirken Corinths. In mehr als sechzig seiner<br />

<strong>Gemälde</strong> unterschiedlicher Thematik ist sie zu sehen.<br />

1918, nach den Schrecken des Krieges, suchten die<br />

beiden erstmals den Gebirgsort Urfeld am Walchensee<br />

auf. Im Jahr darauf ließ Charlotte Berend-Corinth<br />

dort ein Holzhaus mit Blick auf den See errichten.<br />

Charlotte berichtete später: „Lovis war sogleich von<br />

der Schönheit der Landschaft - vom Zauber des Walchensees,<br />

. des Lichts und der Luft gepackt“.<br />

1924 erinnert sich der Sohn Thomas: „Ich ging ans<br />

Fenster und sah meinen Vater . draußen auf dem Balkon<br />

mit größter Konzentration ein Bild malen. . und bat<br />

ihn, sich wenigstens etwas Wärmeres anzuziehen.<br />

Lovis wurde darauf furchtbar böse . und er würde das<br />

Malen hinschmeißen, wenn ich ihn noch weiter belästigte“.<br />

Das vorliegende Aquarell, ohne Vorzeichnung, nass in<br />

nass gemalt, zeigt den Blick vom Balkon eben dieses<br />

Ferienhauses über Bäume, Sträucher und Nachbargebäude<br />

hinweg, der See in der Ferne. Im Hintergrund<br />

ein weiß getünchtes Haus, „Fischer am See“.<br />

Links im Bild die Balkonbrüstung, vom Garten ziehen<br />

zwei schlanke Baumstämme herauf, die eine prominente<br />

Stellung in der Komposition einnehmen. Dieses<br />

Motiv finden wir auch in anderen Landschaftsdarstellungen<br />

Corinths. Etwa in seiner „Landschaft am<br />

Walchensee“ von 1919 in der Staatlichen Kunsthalle<br />

Karlsruhe (Inv. 1520), aber auch im „Blick von der Kanzel“<br />

von 1924.<br />

So ist das bisher unveröffentlichte Aquarell als ein bedeutendes,<br />

sehr privat-intimes Dokument der 1920er-<br />

Jahre zu würdigen, jener Sommeraufenthalte, die<br />

Corinth mit seiner Familie bis zu seinem Tod am Walchensee<br />

verbrachte. Prof. Horst Uhr datiert das Werk<br />

in einen Sommeraufenthalt der Zeit vom 13. Juni bis<br />

5. August 19<strong>20.</strong> Die Expertise von Prof. Deeke zieht<br />

die 20er-Jahre in Betracht.<br />

Daneben entstanden freilich auch weitere flott aufs<br />

Aquarellpapier gebrachte Landschaftsszenen aus ähnlichen<br />

Blickwinkeln, wie etwa „Walchensee im Herbst<br />

1921“ oder „Walchenseelandschaft 1922“. Doch neben<br />

diesen Einzel- oder Detailansichten vereint das<br />

vorliegende Aquarell alle Elemente der genannten<br />

Beispiele. A.R.<br />

Provenienz:<br />

Privatsammlung, Berlin, ca. 1920 erworben, danach<br />

in der Familie weitervererbt.<br />

Literatur:<br />

2008/09: Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg:<br />

Lovis Corinth und die Geburt der <strong>Moderne</strong> (eigenständig<br />

erweiterte Fassung der Ausstellung im<br />

Musée d’Orsay), Kerber Verlag.<br />

Thomas Deecke, Lovis Corinth - Ein Künstlerleben<br />

zwischen den Zeiten in Katalog Lovis Corinth, Von<br />

der Heydt-Museum, Wuppertal 1999, S. 9ff.<br />

Charlotte Berend-Corinth, Lovis Corinth: Die <strong>Gemälde</strong>.<br />

Werkverzeichnis, München 1992. Neu bearbeitet<br />

von Béatrice Hernad.<br />

Werner Timm (Hrsg.): Lovis Corinth - Die Bilder vom<br />

Walchensee; Vision und Realität. Ostdeutsche Galerie<br />

Regensburg, 27.04.-15.06.1986; Kusnthalle Bremen,<br />

22.06.-18.08.1986, Regensburg 1986.<br />

Thomas Corinth, Lovis Corinth: eine Dokumentation,<br />

Tübingen 1979.<br />

Thomas Deecke, Die Zeichnungen von Lovis Corinth:<br />

Studien zur Stilentwicklung: Berlin 1973 (Diss. Freie<br />

Universität Berlin). (1371074) (11)<br />

LOVIS CORINTH,<br />

1858 TAPIAU – 1925 ZANDVOORT<br />

WALCHENSEE - BLICK VOM BALKON DES<br />

FERIENHAUSES, 1920S<br />

Watercolour and gouache on paper.<br />

36.5 x 51 cm.<br />

Signed “Lovis Corinth” at lower centre.<br />

Accompanies by an expert’s report by Professor<br />

Dr Thomas Deeke, Berlin, dated 14 December 2015,<br />

in copy. Professor Horst Uhr dates the work to the<br />

summer stay between 13 June and 5 August 19<strong>20.</strong><br />

Professor Deeke considers in his report the 1920s as<br />

the time of creation.<br />

Provenance:<br />

Private collection, Berlin, acquired ca. 1920, then<br />

passed down in the family.<br />

€ 160.000 - € 200.000<br />

Sistrix<br />

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55


MARIE LAURENCIN<br />

1883 Paris – 1956 ebenda<br />

355<br />

MARIE LAURENCIN,<br />

1883 PARIS – 1956 EBENDA<br />

Nach einer Ausbildung zur Porzellanmalerin besuchte<br />

Laurencin in den ersten Jahrzehnten des <strong>20.</strong> Jahrhunderts<br />

eine der vielen Akademien in Paris, die Académie<br />

Humbert, wo sie Georges Braque (1882-1963) in den<br />

künstlerischen Kreis um Pablo Picasso (1881-1973)<br />

einführte.<br />

Ihren <strong>Gemälde</strong>n, sowohl den zahlreichen Portraits,<br />

aber auch den Stillleben, wie es wir hier vor uns sehen,<br />

schwingt stets ein unverkennbar femininer Geist mit,<br />

der unter der zahlenmäßig überlegeneren männlichen<br />

Künstlerschaft ihrer Epoche einen besonderen Reiz<br />

ausstrahlen musste. Hier sehen wir ein um 1940 entstandenes<br />

Blumenstück mit einem Ausschnitt, der<br />

den Betrachter stark an die Blüten heranzieht und den<br />

Cachepot lediglich anschneidet, ihn in seiner Wichtigkeit<br />

unterminiert und vielleicht sogar eine Bewegung<br />

auf das anvisierte Objekt hin zu andeutet.<br />

Die in Paris geborene Künstlerin begann zunächst als<br />

Porzellanmalerin in der Manufaktur Sèvres im Jahr<br />

1901. Anschließend ließ sie sich in Paris weiter unterrichten,<br />

um schließlich an der Humbert Academy zu<br />

studieren, wo sie den Maler Georges Braque (1882-<br />

1963) kennenlernte. In dessen Kreis machte sie Bekanntschaft<br />

mit Pablo Picasso (1881-1973) und dem<br />

bekannten Autor und Dichter Guillaume Apollinaire<br />

(1880-1918), der sie adoptierte und sie in seine Kunsttheorie<br />

einschloss, aus der sich später der Kubismus<br />

entwickeln sollte. Trotz aller Einflüsse bewahrte<br />

sie ihren eigenen Stil. Ihre oftmals sehr poetischen<br />

Motive, wie etwa traumverlorene Mädchen, aber auch<br />

ihre zarten eleganten Bildformen, stimmen zusammen<br />

mit ihrem fast pastelligen Kolorit. 1907 stellte sie<br />

im Salon des Indépendants, in der Folge aber auch in<br />

den Salons von u.a. Rosenberg aus. Für die Bühne<br />

produzierte sie Bühnenbilder, etwa für das Ballets<br />

Russes oder die Comédie Française.<br />

Anmerkung:<br />

Zunächst schrieb sich die Portraitistin, Poetin und<br />

Illustratorin an der Schule von Sèvres ein, dann jedoch<br />

an der Académie Humbert – nun lernte sie<br />

Braque und Picabia kennen. Erst 1907 hatte sie das<br />

erste Mal die Chance, im Salon des Indépendants<br />

zusammen mit Picasso und Derain auszustellen.<br />

(1371537) (13)<br />

MARIE LAURENCIN,<br />

1883 PARIS – 1956 IBID.<br />

VASE DE FLEURS SUR UN ENTABLEMENT,<br />

CA. 1940<br />

Oil on canvas.<br />

50 x 61 cm.<br />

Signed top right “Marie Laurencin”.<br />

VASE DE FLEURS SUR UN ENTABLEMENT,<br />

UM 1940 € 75.000 - € 90.000 (†)<br />

Öl auf Leinwand.<br />

50 x 61 cm.<br />

Rechts oben signiert „Marie Laurencin“.<br />

In teilvergoldetem Profilrahmen.<br />

Sistrix<br />

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ANDRÉ LHOTE<br />

1885 Bordeaux – 1962 Paris<br />

356<br />

ANDRÉ LHOTE,<br />

1885 BORDEAUX – 1962 PARIS<br />

BATEAU À ROUE À AUBES<br />

Öl auf Leinwand.<br />

23 x 34 cm.<br />

Rechts unten signiert „A. Lhote“.<br />

Im cremefarbenem Passepartout, in Montparnasse-<br />

Rahmen.<br />

Um 19<strong>20.</strong><br />

Inmitten einer Flusslandschaft, die nach vorn hin von<br />

Vegetation in verschiedenen Grüntönen begrenzt<br />

wird, sind zwei Schiffe unterschiedlichen Formates zu<br />

sehen, deren französische Beflaggung zu einer nationalen<br />

Feierlichkeit beitragen mögen. Wie auch die<br />

geometrisierte Vegetation im Vordergrund in unterschiedlichen<br />

Tönen schimmert und in verschiedenen<br />

Richtungen wächst, ist auch das Flussdelta seiner<br />

Dichte und seines Nährstoffreichtums gemäß, in verschiedenen<br />

Farben dargestellt, die dem Bild ein horizontal<br />

gestuftes Gepräge geben, während sich die<br />

Dampfwolken des Schaufelraddampfers in den Felsen<br />

am Horizont wiederholen.<br />

Die dunklen, rechteckigen Silhouetten der Boote<br />

scheinen auf Schienen zu gleiten. André Lhote folgt<br />

hier den kubistischen Theorien, um sein Bild zu konstruieren.<br />

Die pastellfarbene Farbpalette ist Cézanne zu<br />

verdanken, dessen glühender Bewunderer Lhote war.<br />

André Lhote (1885-1962) war ein französischer Maler<br />

und Kunsttheoretiker. Nach einer zehnjährigen Lehre<br />

in der Kunsttischlerei Courbaterre, besuchte er die<br />

Kurse für dekorative Kunst an der Kunstschule in Bordeaux<br />

bis 1904. Danach widmete er sich der Malerei,<br />

entdeckte Gauguin (1848-1903) und Cézanne (1839-<br />

1906), aber auch die afrikanische Kunst. Nach seiner<br />

Ankunft in Paris im Jahr 1907 nahm er am Salon<br />

d’Automne teil und veranstaltete 1910 seine erste Ausstellung<br />

in der Galerie Eugène Druet. Mit seinem<br />

<strong>Gemälde</strong> „Paysage français“ trat er 1912 der kubistischen<br />

Bewegung bei.<br />

Er lehnte jedoch die abstrakte Seite der Bewegung ab<br />

und blieb den romanischen Fresken und der traditionellen<br />

Kunst verbunden. Er versuchte stets, eine<br />

Verbindung zur klassischen Malerei zu bewahren. Ab<br />

1918 unterrichtete er Malerei an verschiedenen Akademien,<br />

bis er 1925 seine eigene Akademie in Montparnasse<br />

gründete, an der viele Maler der Pariser Schule<br />

studierten, wie Hans Hartung (1904-1989) oder Tamara<br />

de Lempicka (1898-1980). Im Jahr 1919 wird er Kunstkritiker<br />

in der Nouvelle Revue française. In der Zeit<br />

von 1920 bis 1930 war Lhote sehr aktiv und nahm<br />

an zahlreichen Ausstellungen in Frankreich und im<br />

Ausland teil.<br />

Als wichtiger Initiator von Reflexionen über die Entwicklung<br />

der Kunst beteiligte er sich an den großen<br />

Polemiken der Kunstszene der Zwischenkriegszeit. Er<br />

verfasste u.a. die „Traité du paysage“ (1939) und „Traité<br />

de la figure“ (1950). Lhote organisierte auch ab 1926<br />

Sommerkurse für seine Schüler in seinem Haus in<br />

Mirmande in der Drôme. 1938 kaufte er in Gordes ein<br />

Haus, in dem während der Besatzung viele Künstler<br />

Zuflucht fanden, darunter auch Marc Chagall (1887-<br />

1985). 1958 ist das Jahr der großen Retrospektive seines<br />

Werks im Musée National d’Art <strong>Moderne</strong> in Paris,<br />

gefolgt von einer zweijährigen retrospektiven Ausstellung<br />

in der Juster Gallery in New York.<br />

(1371538) (13)<br />

ANDRÉ LHOTE,<br />

1885 BORDEAUX – 1962 PARIS<br />

BATEAU À ROUE À AUBES<br />

Oil on canvas.<br />

23 x 34 cm.<br />

Signed lower right “A. Lhote”.<br />

Ca. 19<strong>20.</strong><br />

In Montparnasse frame with crème-coloured mount.<br />

€ 35.000 - € 50.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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59


MAX LIEBERMANN<br />

1847 Berlin – 1935 ebenda<br />

357<br />

MAX LIEBERMANN,<br />

1847 BERLIN – 1935 EBENDA<br />

JUNGE MIT PFERD AM STRANDE, 1907<br />

Öl auf Leinwand.<br />

65 x 71 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert<br />

„M. Liebermann 1907“<br />

In breitem teilebonisierten Rahmen.<br />

Beigegeben ein Gutachten vom Werkverzeichnisverfasser<br />

des Künstlers Prof. Dr. Matthias Eberle<br />

vom 7. Februar 2018, in Kopie.<br />

„Was mich persönlich betrifft, so bin ich in eine neue<br />

Periode getreten: in den drei Monaten, die ich jetzt in<br />

Holland war, habe ich mich wieder gehäutet, male<br />

Pferde.“ (Brief von Liebermann an Franz Servaes,<br />

14.10.1900).<br />

„Junge mit Pferd am Strande“ gehört zu jenen Strandbildern,<br />

die Gustav Pauli 1911 als neuen Höhepunkt<br />

von Liebermanns Lebenswerk bezeichnet (Max Liebermann.<br />

Des Meisters <strong>Gemälde</strong>, 1911, S. 32 ). Ein<br />

junger Mann hält ein nach rechts gewandtes Pferd im<br />

Zaum, damit der Maler es am Meeresufer in Öl erfassen<br />

kann. Zu den Pferdebildern inspirierte ihn Isaac<br />

Israels, den er im Sommer in Holland traf und dessen<br />

schnelle Arbeitsweise ihn faszinierte. Schnell musste<br />

Liebermann beim vorliegenden <strong>Gemälde</strong> auch arbeiten.<br />

Das zeigt die flotte Malweise und das erforderte<br />

die Situation. Wie an den angelegten Ohren und angespannten<br />

Muskeln des Pferdes zu erkennen ist, war<br />

es nervös und hielt nur still, weil der Junge es für den<br />

Künstler am Zaum hielt. Da Liebermann im Freien vor<br />

dem Motiv malte, wehte ihm ständig Sand in die<br />

frische Farbe, der sich noch heute auf dem Bild, etwa<br />

auf dem Rückenbereich des Pferdes, befindet – ein<br />

untrüglicher Beweis für Pleinair-Malerei. Neben dem<br />

Motiv der badenden Knaben und der im Sand spielenden<br />

Mädchen entdeckte Liebermann nun auch<br />

das Pferd als Motiv für sich. Schon als Schüler des<br />

Berliner Pferdemahlers Carl Steffeck (1818-1890)<br />

lernte er, das Wesen dieser anmutigen Wesen zu erfassen.<br />

Entdeckte das Pferd als eigenständiges Motiv<br />

jedoch erst in seiner niederländischen Periode, wo<br />

zahlreiche Studien entstanden, in denen Liebermann<br />

die Bewegungsabläufe der Pferde genau studierte.<br />

Provenienz:<br />

Bruno Cassirer, Berlin 1914.<br />

Sammlung Ernst Keiler, Deutschland, erworben<br />

1930er-Jahre.<br />

Durch Erbschaft an die Vorbesitzer.<br />

Sotheby’s, New York, 15. Mai 2018, Lot 122.<br />

Literatur:<br />

Erich Hancke, Max Liebermann: sein Leben und seine<br />

Werke, Berlin 1914, S. 543 (laut Eberle vermutlich das<br />

hier angebotene <strong>Gemälde</strong>).<br />

Matthias Eberle, Max Liebermann, 1847-1935, Werkverzeichnis<br />

der <strong>Gemälde</strong> und Ölstudien, Band 2,<br />

München 1996, 1907/31.<br />

Vgl. Ausstellungskatalog, Barbara C. Gilbert (Hrsg.),<br />

Max Liebermann: from Realism to impressionism,<br />

Los Angeles 2005, S. 43-44. (1371071) (13)<br />

MAX LIEBERMANN,<br />

1847 BERLIN – 1935 IBID.<br />

BOY WITH HORSE ON THE BEACH, 1907<br />

Oil on canvas.<br />

65 x 71 cm.<br />

Signed and dated lower right “M. Liebermann 1907”.<br />

Accompanied by an expert’s report by Professor<br />

Dr Matthias Eberle, the author of the catalogue raisonné<br />

dated 7 February 2018, in copy.<br />

“Junge mit Pferd am Strande” is one of the beach<br />

paintings that Gustav Pauli described as a new highlight<br />

in Liebermann’s œuvre in 1911. (Max Liebermann.<br />

Des Meisters <strong>Gemälde</strong>, 1911, p. 32). As Liebermann<br />

was painting in front of the motif outdoors, sand was<br />

constantly blowing into the fresh paint, which is also<br />

still visible in the painting today, for example on the<br />

back of the horse – unmistakable proof of plein air<br />

painting.<br />

Provenance:<br />

Bruno Cassirer, Berlin (1914).<br />

Ernst Keiler collection, Germany, acquired in the<br />

1930s.<br />

By inheritance to the previous owners.<br />

Sotheby’s, New York, 15 May 2018, lot 122.<br />

Literature:<br />

Erich Hancke, Max Liebermann. Sein Leben und seine<br />

Werke, Berlin 1914, p. 543 (according to Eberle this<br />

is probably the painting on offer for sale in this lot).<br />

Matthias Eberle, Max Liebermann - Werkverzeichnis<br />

der <strong>Gemälde</strong> und Ölstudien, vol. 2, Munich 1996,<br />

1907 / 31.<br />

cf. Barbara C. Gilbert, Max Liebermann, From Realism<br />

to Impressionism, exhibition catalogue, Los<br />

Angeles / New York, 2005 / 2006, pp. 43-44.<br />

€ 270.000 - € 350.000<br />

Sistrix<br />

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61


LEO PUTZ<br />

1869 Meran – 1940 ebenda<br />

358<br />

LEO PUTZ,<br />

1869 MERAN – 1940 EBENDA<br />

BILDNIS<br />

Öl auf Leinwand.<br />

63 x 52 cm.<br />

Rechts unten signiert „Leo Putz“, verso alter Aufkleber<br />

mit Bezeichnung „Studie zum Bildnis“, sowie weiterer<br />

Aufkleber der Galleria dell Levante mit der Betitelung<br />

„Frieda“.<br />

In Prunkrahmen.<br />

Die Dargestellte zeigt seine spätere Frau Frieda Blell,<br />

die er 1901 in München kennenlernte. Laut Galerieaufkleber<br />

auf der Rückseite steht sie vor dem Schloss<br />

Planegg. Zu dieser benannten Studie existieren zwei<br />

ausgefertigte Ölgemälde, eines betitelt „Herbsttag“<br />

und 1904 datiert, das weitere <strong>Gemälde</strong> betitelt<br />

„Bildnis“, 1907 ausgeführt und befindet sich in der<br />

Neuen Pinakothek München. Für den Künstler äußerst<br />

qualitätvolle Malweise in der Art der impressionistischen<br />

Lichthöhung, bei pastosem Farbauftrag.<br />

Literatur:<br />

Die vorliegende Studie ist abgebildet in: Helmut Putz,<br />

Leo Putz (1869-1940), Werksverzeichnis in zwei<br />

Bänden, Bd. 2, Gauting 1994, S. 642, Nr. 306.<br />

(1371462) (18)<br />

LEO PUTZ,<br />

1869 MERAN - 1940 IBID.<br />

BILDNIS<br />

Oil on canvas.<br />

63 x 52 cm.<br />

Signed “Leo Putz” lower right, old label inscribed<br />

“Studie zum Bildnis” on the back, and another label<br />

by Galleria del Levante titled “Frieda“.<br />

The depicted is the artist’s future wife Frieda Blell,<br />

whom he met in Munich in 1901. According to the<br />

gallery sticker on the back, she is standing outside of<br />

Planegg Castle. Two completed oil paintings are known<br />

for this study, one titled “Herbsttag“ [Autumn Day]<br />

and dated 1904, the other “Portrait“, painted in 1907<br />

is held at the Neue Pinakothek in Munich.<br />

Literature:<br />

The present study is illustrated in: Helmut Putz, Leo<br />

Putz (1869-1940), Werksverzeichnis in zwei Bänden,<br />

vol. 2, Gauting 1994, p. 642, no. 306.<br />

€ 55.000 - € 70.000<br />

Sistrix<br />

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ISAAC LAZARUS ISRAËLS<br />

1865 Amsterdam – 1934 Den Haag<br />

359<br />

ISAAC LAZARUS ISRAËLS,<br />

1865 AMSTERDAM – 1934 DEN HAAG<br />

JUNGE FRAU AM STRAND VON VIAREGGIO<br />

Öl auf Leinwand.<br />

50 x 40 cm.<br />

Rechts unten signiert „Isaac Israels“.<br />

Gerahmt.<br />

Die schlanke Frau frontal im Bildzentrum, dahinter ein<br />

weiteres Mädchen auf einem Strandhocker hinter einem<br />

weißen, im Sand anliegenden Boot. Flotter Pinselstrich,<br />

zum Teil leicht pastos aufgetragen, die Strandszene<br />

in hellem Sonnenlicht. Der gelbe Strandanzug<br />

komplementiert bewusst die Blautöne von Meer und<br />

Himmel.<br />

Der bekannte Spätimpressionist war Sohn des ebenfalls<br />

bedeutenden Malers Jozef Israels, der besonders<br />

großen Einfluss auf Max Liebermann hatte. Isaac<br />

Israels studierte an der Königlichen Kunst-Akademie<br />

in Haag und stand lebenslang mit seinem Mitschüler<br />

George Hendrik Breitner in freundschaftlicher Beziehung.<br />

Bereits 1881 konnte er, gerade 16-jährig, an den<br />

Künstler und Sammler Hendrik Willem Mesdag ein<br />

Werk veräußern, was seinen Bekanntheitsgrad erhöhte.<br />

Ab 1878 besuchte er jährlich den Salon des<br />

Artistes Français, und bereits 1882 machte er sich einen<br />

Namen mit einem Werk, das eine militärische<br />

Beisetzung thematisierte. Nach seinen Erfolgen im<br />

Salon unternahm er mehrfach Reisen in die belgische<br />

Minenlandschaft. Sein Interesse an den auch unspektakulären<br />

Straßen- oder Kaffeehausszenen ließ ein bedeutendes<br />

Œuvre entstehen, das die Zeitstimmung in<br />

hoher Qualität dokumentiert. Die Sommermonate verbrachte<br />

er oft zusammen mit seinem Vater an den<br />

Stränden von Scheveningen nahe Den Haag. 1904<br />

übersiedelte er nach Paris und unterhielt sein Atelier<br />

nahe dem Montmartre, nur wenige Meter entfernt von<br />

dem von Loulouse-Lautrec. Auch dort widmete er sich<br />

den Straßenszenen, es entstanden typische Pariser<br />

Motive aus den Parks, Bistros und Cabarets. Beim<br />

Ausbruch des Ersten Weltkrieges lebte er bereits in<br />

London. Später widmete er sich häufig Portraits, wobei<br />

so bekannte Persönlichkeiten wie Mata Hari, Johanna<br />

van Gogh-Bonger oder die feministische Ärztin<br />

Aletta Jacobs zu seinen Auftraggeberinnen zählten.<br />

1928 erhielt er anlässlich der Olympischen Spiele die<br />

Goldmedaille. 1934 verstarb er nach einem Straßenunfall.<br />

Sein Werk zeigt durchwegs höchste künstlerische<br />

wie malerische Qualität, die den noch größeren<br />

Namen keineswegs nachstehen. A.R.<br />

Provenienz:<br />

AAG Auctioneers, Amsterdam, 25. Juni 2017, Lot 1<strong>20.</strong><br />

Venduehuis der Notarissen te’s-Gravenhage, Den Haag,<br />

24. Mai 2023, Lot 245.<br />

Literatur:<br />

Dolf Welling, Isaac Israels. The Sunny World of a<br />

Hague Cosmopolitan, Den Haag 1991, S. 50<br />

(mit Abb.).<br />

(1370485) (11)<br />

ISAAC LAZARUS ISRAËLS,<br />

1865 AMSTERDAM – 1934 THE HAGUE<br />

YOUNG WOMAN AT THE BEACH OF VIAREGGIO<br />

Oil on canvas.<br />

50 x 40 cm.<br />

Signed lower right “Isaac Israels“.<br />

Literature:<br />

Dolf Welling, Isaac Israels. The Sunny World of a<br />

Hague Cosmopolitan, The Hague, p. 50 (with ill.).<br />

€ 90.000 - € 150.000<br />

Sistrix<br />

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ISAAC LAZARUS ISRAËLS<br />

1865 Amsterdam – 1934 Den Haag<br />

360<br />

ISAAC LAZARUS ISRAËLS,<br />

1865 AMSTERDAM – 1934 DEN HAAG<br />

Der Maler war Sohn des Frühimpressionisten Jozef<br />

Israels (1824-1911). Er besuchte zunächst die Koninklijke<br />

Academie van Beeldende Kunsten in Den Haag,<br />

ehe er sich an der Rijksakademie van Beeldende<br />

Kunsten von Amsterdam einschrieb. Im Sommer war<br />

er oft in Scheveningen an der holländischen Küste,<br />

wo er mit dem älteren deutschen <strong>Impressionisten</strong><br />

Max Liebermann (1847-1935) zusammenarbeitete. Er<br />

war Freund von Georg Hendrik Breitner (1857-1923),<br />

vor allem während seiner Arbeitszeit in Paris und<br />

London. 1928 erhielt er die Goldmedaille für sein Bild<br />

„Reiter in rotem Rock“.<br />

DANCING GIRL<br />

ISAAC LAZARUS ISRAËLS,<br />

1865 AMSTERDAM – 1934 THE HAGUE<br />

DANCING GIRL<br />

Oil on canvas.<br />

101 x 66 cm.<br />

Signed “Isaac Israels” lower left.<br />

Notes:<br />

The present painting was offered for sale at Christie’s,<br />

Amsterdam on 28 October 2003, lot 177.<br />

€ 90.000 - € 150.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

101 x 66 cm.<br />

Links unten signiert „Isaac Israels“.<br />

In dekorativen vergoldeten Rahmen.<br />

In einem Innenraum an eine Wand neben einer Holztür<br />

angelehnt, die stehende junge Tänzerin in enganliegenden<br />

kurzem rosafarbenen Tanzkostüm, dieses wohl<br />

mit künstlichen rosafarbenen Blüten verziert, den Kopf<br />

leicht zu Seite gewendet und mit ihren Augen aus<br />

dem Bild herausschauend. Eine qualitätvolle Malerei<br />

in reduzierter harmonischer Farbigkeit in raschem<br />

Pinselduktus, in der für den bekannten Künstler typischen<br />

Manier.<br />

Anmerkung:<br />

Das vorliegende <strong>Gemälde</strong> wurde bei Christie’s,<br />

Amsterdam am 28. Oktober 2003 unter Lot 177<br />

angeboten. (1370484) (18)<br />

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GEORGES ROUAULT<br />

1871 Paris – 1958 ebenda<br />

361<br />

GEORGES ROUAULT,<br />

1871 PARIS – 1958 EBENDA<br />

BORD DE MER, PAYSAGE ANIMÉ, UM 1916<br />

Tempera auf Karton.<br />

79 x 57,2 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „Georges Rouault<br />

1916“.<br />

Beigegeben in Gutachten von Isabelle Rouault,<br />

in Kopie.<br />

Von den beiden vorderen Bildecken ausgehend erstreckt<br />

sich ein brauner Weg entlang einiger Häuser<br />

und einer Kirche bis zu einem großen ultramarinblauen<br />

Feld, das wir als Meer interpretieren dürfen, das sich<br />

die Erdkrümmung übertreibend nach oben über den<br />

Horizont hinweg wölbt, davor sanft hügelige Felder.<br />

Auf dem Weg drei Personen, deren Füße fast auf dem<br />

Bildrand zu stehen scheinen.<br />

Provenienz:<br />

Sammlung Charles Hall Throndike (von diesem beim<br />

Künstler erworben).<br />

Sammlung Paul & Marcelle Hertzog, Paris.<br />

Privatsammlung, Paris.<br />

Auktion Sotheby’s, London, 6. Februar 2008, Lot 502.<br />

Danach an den Vorbesitzer.<br />

Ausstellung:<br />

Forme, Musée d’Art <strong>Moderne</strong> et cContemporain de<br />

Strasbourg, Georges Rouault, couleur, harmonie,<br />

Straßburg, 10. November 2006 - 18. März 2007, Nr. 33.<br />

Literatur:<br />

O. Nouaille & O. Rouault, Rouault: l’œuvre peint,<br />

Bd. III, Paris 2021, Nr. 2653, Abb. S. 47.<br />

(13715317) (13)<br />

GEORGES ROUAULT,<br />

1871 PARIS – 1958 IBID.<br />

BORD DE MER, PAYSAGE ANIMÉ, CA. 1916<br />

Tempera on card.<br />

79 x 57.2 cm.<br />

Signed and dated lower right: "Georges Rouault 1916".<br />

Accompanied by an expert’s report by<br />

Isabelle Rouault, in copy.<br />

<br />

From the two bottom corners of the painting a brown<br />

path stretches along some houses and a church to a<br />

large ultramarine blue field, which may be interpreted<br />

as the sea with an exaggerated curvature of the earth,<br />

arching upwards over the horizon, in front of gently<br />

rolling fields. Three figures are depicted on the path,<br />

up close with their feet seemingly almost touching<br />

the lower edge of the painting.<br />

Provenance:<br />

Charles Hall Thorndike collection (acquired by him<br />

from artist).<br />

Paul & Marcelle Hertzog collection, Paris.<br />

Private collection, Paris.<br />

Auction Sotheby’s, London, 6 February 2008, lot 502.<br />

Thereafter to previous owner.<br />

Exhibitions:<br />

Straßburg, Musée d’Art moderne et contemporain<br />

de Strasbourg, Georges Rouault, Forme, couleur,<br />

harmonie, 10 November 2006 - 18 March 2007, no. 33.<br />

Literature:<br />

O. Nouaille & O. Rouault, Rouault: l’œuvre peint,<br />

vol. III, Paris, 2021, no. 2653, ill. p. 47.<br />

€ 280.000 - € 400.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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MARC CHAGALL<br />

1887 Wizebsk – 1985 Saint-Paul-de-Vence<br />

362<br />

MARC CHAGALL,<br />

1887 WIZEBSK – 1985 SAINT-PAUL-DE-VENCE<br />

MARC CHAGALL / DOUZE / MAQUETTES / DE /<br />

VITRAUX / POUR / JERUSALEM<br />

Die seltene große Mappe mit Originallithografien, den<br />

Entwürfen für die Glasfenster in Jerusalem (1964).<br />

Sämtliche Blätter auf ARCHES -Bütten.<br />

Blattgröße: 73,5 x 52,5 cm.<br />

Mappengröße: 77 x 44 cm.<br />

„A´cheve d´imprimer le 8. Novembre 1963 par<br />

Mourlot .. Gravées sur Pierre par Charles Sorlier<br />

sou la direction de l´artiste.“<br />

Nationaldruckerei Paris.<br />

Auflagenhöhe 75 Exemplare.<br />

Jedes Blatt auflagenbezeichnet: „XVI / LXXV“ und in<br />

Blei handsigniert.<br />

Auf den 2 Blättern des dreiseitigen Vorworts zwei<br />

weitere Originallithografien.<br />

Mappe leinenbezogen und druckbeschriftet.<br />

1959 wurde Chagall von der Frauenorganisation Hadassah,<br />

die Stifterin des Krankenhauses in Jerusalem<br />

beauftragt, die Entwürfe für 12 Glas-Bildfenster zu<br />

schaffen. Zusammen mit den beiden französischen<br />

Glaskunstmeistern Charles Marq und seiner Frau<br />

Brigitte arbeitete er zwei Jahre an dem Projekt. Chagall<br />

verzichtete auf das Honorar, die Ausführungskosten<br />

übernahm die Stiftung. Die Glasfenster wurden nach<br />

Fertigstellung zuerst im Louvre, dann Museum of<br />

Modern Art in New York ausgestellt, dann erst in die<br />

vom Architekten Joseph Neufeld erbauten Synagoge<br />

im Hadassa-Krankenhaus eingebaut.<br />

Die Zahl der Fenster steht symbolisch für die zwölf<br />

Söhne Jakobs, damit die Stämme Israels. Die rundbogige<br />

Form erinnert an die Gesetzestafeln. Entsprechend<br />

den Bibeltexten mit den Charakterisierungen<br />

der Söhne Jakobs, hat Chagall Symbole in die Darstellungen<br />

eingebracht. „Die Söhne, die Lea geboren hatte,<br />

waren: Ruben, der Erstgeborene, Simeon, Levi,<br />

Juda, Issachar und Sebulon. Die Söhne, die Rahel<br />

geboren hatte, waren: Josef und Benjamin. Die Söhne<br />

von Bilha, der Dienerin Rahels, waren Dan und Naftali,<br />

die von Silpa, der Dienerin Leas, waren Gad und Asher.“<br />

Jedes Fenster ist oben mit dem Stammesnamen in<br />

hebräischen Buchstaben bezeichnet.<br />

Chagall sagte über seine Fenster: „Ich wollte das<br />

Mysterium und die Spiritualität zum Ausdruck bringen,<br />

die ich in Israel zutiefst empfinde... Ich habe nicht<br />

versucht, irgendeiner Theorie zu folgen. Gott schuf<br />

den Menschen ohne eine Theorie, und Kunst wird am<br />

besten ohne eine Theorie hervorgebracht. Das Einzige,<br />

was in unserer Macht liegt, ist für die Kunst zu arbeiten.<br />

Das übrige erledigt Gott.“<br />

Die Glasfarben wählte Chagall nach den biblischen<br />

Angaben für die Priestergewänder.<br />

Die Mappenausgabe enthält die Farblithografien der<br />

12 Fenster, jeweils in zwei Exemplaren, ein signiertesund<br />

ein unsigniertes Blatt.<br />

Mit einem Vorwort: „Préface du Monsieur von Julien<br />

Cain, Membre de l´Institut, illustrée du deux lithographies<br />

originales de Marc Chagall“.<br />

Mit Auflistung der 12 Tafeln: I Ruben, II Simeon, III Levi,<br />

IV Judah, V Zabulon, VI Issachar, VII Dan, VIII Gad, IX<br />

Asher, X Nephtali, XI Joseph, XII Benjamin.<br />

Tadelloser Zustand.<br />

Literatur:<br />

Miriam Freund, Die Söhne Jakobs, In Glasfenster<br />

dargestellt von Marc Chagall, Freiburg im Breisgau<br />

1964. A.R. (1371591) (11)<br />

MARC CHAGALL,<br />

1887 WIZEBSK – 1985 SAINT-PAUL-DE-VENCE<br />

MARC CHAGALL / DOUZE / MAQUETTES / DE / VIT-<br />

RAUX / POUR / JERUSALEM<br />

Rare large portfolio with original lithographs of the<br />

designs for the stained-glass windows in Jerusalem<br />

(1964)<br />

Sheet size: 73.5 x 52.5 cm.<br />

Portfolio dimensions: 77 x 44 cm.<br />

€ 90.000 - € 1<strong>20.</strong>000<br />

Sistrix<br />

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71


Vorwort mit weiteren Originallithografien<br />

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73


CHRISTIAN ROHLFS<br />

1849 Groß Niendorf – 1938 Hagen<br />

363<br />

CHRISTIAN ROHLFS,<br />

1849 GROSS NIENDORF – 1938 HAGEN<br />

KORNFELD<br />

Öl auf Leinwand.<br />

60 x 100,5 cm.<br />

Rechts unten signiert „C Rohlfs 7“.<br />

In breitem teilvergoldetem Rahmen.<br />

In Nahsicht ohne blauen Horizont ein abgeerntetes<br />

Kornfeld mit den von links vorne nach rechts hintereinander<br />

gestaffelten Heuhocken im strahlenden Sonnenlicht,<br />

links im Hintergrund weitere nebeneinander<br />

liegende Felder, wohl mit unterschiedlichen Gemüsesorten.<br />

Farbkräftige expressionistische Malerei mit<br />

breitem, im Vordergrund senkrechtem und im Hintergrund<br />

die Felder in waagrechtem pastosem Pinselstrich<br />

ausgeführt. Meisterhaftes Werk mit bravouröser<br />

Lichtführung.<br />

CHRISTIAN ROHLFS,<br />

1849 GROSS NIENDORF – 1938 HAGEN<br />

CORNFIELD<br />

Oil on canvas.<br />

60 x 100.5 cm.<br />

Signed lower right “C Rohlfs 7”.<br />

In wide gilt frame.<br />

Literature:<br />

Paul Vogt, Christian Rohlfs. Œuvre-Katalog der<br />

<strong>Gemälde</strong>, Bongers Recklinghausen 1978, no. 409<br />

(Kornfeld).<br />

€ 55.000 - € 70.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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Provenienz:<br />

Private Sammlung, Berlin.<br />

Pietro del Vecchio, Leipzig.<br />

W. Colsman, Göttingen, 1949.<br />

Anonymer Verkauf, Karl & Faber, München,<br />

18.-<strong>19.</strong> Oktober 1966, Lot 1038.<br />

Galerie Utermann, Dortmund, 1972.<br />

Anonymer Verkauf, Kunsthaus Lempertz, Köln,<br />

5. Dezember 1975, Lot 648.<br />

Anonymer Verkauf, Hauswedell & Nolte, Hamburg,<br />

2.-4. Juni 1976, Lot 1357.<br />

Anonymer Verkauf, Bassenge, Berlin, 28. November<br />

1998, Lot 6580.<br />

Galerie Salis & Vertes, Salzburg. Erworben dort vom<br />

Sammler, April 1999.<br />

Privatsammlung.<br />

Anmerkung:<br />

Der Künstler war ein deutscher Maler der <strong>Moderne</strong>.<br />

Er studierte an der Großherzoglichen Kunstschule in<br />

Weimar. Ab 1884 war er freischaffender Künstler in<br />

Weimar und wendete sich zunehmend dem Impressionismus<br />

zu. Ab etwa 1910 ist er den Expressionisten<br />

zuzuordnen, in dem Jahr wurde er in Darmstadt zum<br />

Jurymitglied des Deutschen Künstlerbundes gewählt.<br />

Von 1910 bis 1912 hielt er sich auf Einladung eines<br />

Mäzens in München und Umland auf. 1930 begegnete<br />

er in Ascona Helmuth Macke und Marianne von<br />

Werefkin, mit denen er bis Frühjahr 1931 eng zusammenarbeitete.<br />

Die umfangreichste Sammlung seiner<br />

Werke, rund 700 Arbeiten, befindet sich heute im<br />

Osthaus Museum Hagen.<br />

Literatur:<br />

Paul Vogt, Christian Rohfls. Œuvre-Katalog der<br />

<strong>Gemälde</strong>, Bongers Recklinghausen 1978, Nr. 409<br />

(Kornfeld). (1371551) (18)<br />

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75


364<br />

EMMANUEL DE LA VILLÉON,<br />

1858 FOUGÈRES – 1944 PARIS<br />

Der Maler war einer der letzten der französischen <strong>Impressionisten</strong>.<br />

Werke seiner Hand im Musée Emmanuel<br />

de la Villéon, Fougères, Musée de Grenoble,<br />

Musée Fournaise, Chatou.<br />

FRÜHLINGSLANDSCHAFT MIT TURM<br />

ZWISCHEN BÄUMEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

62 x 92 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

Gerahmt.<br />

Das <strong>Gemälde</strong> in kontrastbetonendem Impressionismus.<br />

Ein gewundener Waldweg, von Blumen gesäumt,<br />

führt hach hinten ins Freie, seitlich junge Bäume mit<br />

frischgrünem Laub, zwischen denen links ein Bachlauf<br />

und weiter hinten ein Turm zu erkennen ist. Auffallend<br />

für die Malweise des Künstlers sind die Lichtflecken<br />

an den Baumstämmen, die mit dunklen Partien<br />

nahezu regelmäßig wechseln. Die Blumenreihen, die<br />

die Wiesenpartien säumen lassen an einen Park denken.<br />

Links im Bild fügt sich eine im Gras sitzende, lesende<br />

Dame fast unbemerkt in die Vegetation.<br />

Verso auf dem Keilrahmen in Blei die Bildtitel, wohl Aufschrift<br />

vom Künstler, „La ... de Staint Serain”. Ferner:<br />

Nummernstempel im Schwarz „94010902”. Auf der<br />

Leinwand (wohl Werknummerierung) in Schwarz<br />

„No 3319” sowie Leinwand-Herstellerstempel mit<br />

Palette „Blanchet- Paris”. A.R.<br />

(13714613) (11)<br />

€ 6.500 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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365<br />

ITALIENISCHER KÜNSTLER<br />

DES <strong>19.</strong>/ <strong>20.</strong> JAHRHUNDERTS<br />

KLOSTERANLAGE MIT MARIENSTATUE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

114 x 158 cm.<br />

Rechts unten signiert „Merello R.“.<br />

In ornamental verziertem aufstuckiertem Rahmen.<br />

Zwei mächtige Zypressen bilden das Zentrum der<br />

rechten Bildhälfte, die auf einem Campo stehen, der<br />

von einer niedrigen Mauer umzogen wird. Vermutlich<br />

zu einem Kloster gehörige Anlage mit im Zentrum<br />

stehender Skulptur einer Marienstatue, diese von<br />

einem Kreuz überfangen. Links ein Portal mit dahinterstehenden<br />

weiteren Zypressen, vermutlich der Zugang<br />

zu dem Kloster. Rückwärtig durch angedeutete<br />

Gebirgszüge und darüber sich erhebenden Wolkenformationen<br />

hinterfangen.<br />

Ausstellung:<br />

Vgl. Rubaldo Merello - tra diusionismo e simbolismo,<br />

Genua, Oktober 2017 - Februar 2018. (1350971) (13)<br />

€ 6.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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77


JEAN DUFY<br />

1888 Le Havre – 1964 Boussay<br />

366<br />

JEAN DUFY,<br />

1888 LE HAVRE – 1964 BOUSSAY<br />

Der Künstler erhielt seine Ausbildung an der École des<br />

beaux-arts in Le Havre und folgte dann seinem Bruder<br />

Raoul Dufy (1877-1953) 1912 nach Paris. Sein Bruder<br />

stellte ihm seinen Kreis postimpressionistischer<br />

Freunde vor, darunter Georges Braque (1882-1963)<br />

und Pablo Picasso (1881-1973). 1914 wurde seine erste<br />

Ausstellung organisiert, aber die charakteristische<br />

Lebendigkeit seiner Palette und seines Pinselstrichs<br />

manifestierten erst nach dem Ersten Weltkrieg zum<br />

Vorschein.<br />

VOILIERS DANS LE PORT DU HAVRE, 1907<br />

Öl auf Leinwand.<br />

50 x 64 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

In breitem vergoldetem gekehltem Rahmen.<br />

JEAN DUFY,<br />

1888 LE HAVRE – 1964 BOUSSAY<br />

VOILIERS DANS LE PORT DU HAVRE, 1907<br />

Oil on canvas.<br />

50 x 64 cm.<br />

Signed lower right.<br />

Accompanied by an certificate by Monsieur Quesnel<br />

and by Monsieur Marumo.<br />

€ 300.000 - € 500.000 (†)<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Anbei ein Zertifikat von Monsieur Quesnel und eines<br />

von Monsieur Marumo.<br />

Dufys Bestimmung war nicht von Vornherein im künstlerischen<br />

Metier zu suchen, denn er war Außenvertreter<br />

eines Handelsunternehmens, das Überseewaren<br />

importierte und auch als Sekretär auf dem Überseedampfer<br />

„La Savoie“ angestellt, der Le Havre und<br />

New York verband. Erst eine Ausstellung, die 1906 in<br />

seiner Heimatstadt stattfand und Matisse, Derain,<br />

Marquet und Picasso zeigte, führte ihn auf den künstlerischen<br />

Weg, der für ihn bestimmt war. Besonders<br />

ein <strong>Gemälde</strong> von Matisse, nämlich „Fenêtre ouverte<br />

à Collioure“ beeindruckte ihn mit seinen leuchtenden<br />

Farben und strahlendem Licht, sodass es in seinem<br />

Werk stark nachhallte - und auch in unserem Werk in<br />

Bezug auf Farbintensität und Macht der geometrischen<br />

eingebundenen Formen immanent zu sein<br />

scheint.<br />

In unserem Bild werden Kaimauern gezeigt und kleine<br />

trapezförmige Becken, ein Leuchtturm und Lagerhäuser,<br />

hinter denen sich das Meer erstreckt. Ein Segelboot<br />

beschreibt eine große Vertikale im linken Vordergrund,<br />

dessen Segel sich messerscharf in den Wind<br />

werfen und den Betrachterraum mit dem Bildraum<br />

verbinden. Dufy, der nach seinem Wehrdienst in Paris<br />

Drain, Braque, Picasso und Apollinaire begegnete, verwandte<br />

fortan vorwiegend stumpfere Farbtöne, wie<br />

Braun, Blau und Dunkelrot, während unser <strong>Gemälde</strong><br />

von 1907 noch in strahlenden diversen Farben leuchtet<br />

und der Darstellung zusammen mit ihren gebrochenen<br />

geometrischen Formen Dynamik verleiht. Viele seiner<br />

meist späteren Werke werden in hochklassigen<br />

Museen der ganzen Welt ausgestellt, wie im Musée<br />

national d’Art moderne und im Centre Pompoidou in<br />

Paris, in der Albertina in Wien, im Art Institute of<br />

Chicago oder im MoMA in New York. Daher ist es uns<br />

eine besondere Freude ein so frühes Werk, welches<br />

Dufys Heimatstadt zeigt, mit der er emotional verbunden<br />

war, anbieten zu dürfen.<br />

(1371535) (13)<br />

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79


RAOUL DUFY<br />

1877 Le Havre – 1953 Forcalquier<br />

367<br />

RAOUL DUFY,<br />

1877 LE HAVRE – 1953 FORCALQUIER<br />

PFERDE HINTER EINEM ZAUN<br />

RAOUL DUFY,<br />

1877 LE HAVRE – 1953 FORCALQUIER<br />

HORSES BEHIND A FENCE<br />

Aquarell auf Papier.<br />

49 x 65 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

Im Passepartout, hinter Glas in gekehltem Rahmen.<br />

Raoul Dufy war einer der Hauptvertreter des Fauvismus.<br />

Anfangs galt sein Interesse vor allem Keramiken<br />

und Holzschnitten, mit zunehmendem Alter beschäftigte<br />

er sich aber vor allem mit der Malerei, die er<br />

vermehrt mit einer großen Leichtigkeit versah. So auch<br />

das vorliegende Aquarell, bei dem er zwei Pferde<br />

hinter einem Zaun darstellte und vor allem verschiedene<br />

Grün- und Blautöne nutzte, um eine heitere<br />

Stimmung zu erzeugen. Die mit Schwarz umrissenen<br />

Pferde sind zentral im Bild angeordnet und scheinen<br />

den hohen Zaun aufzulösen. Pferde waren ein häufigeres<br />

Sujet bei Dufy, aber auch Landschaften und<br />

Meeresdarstellungen sowie die französischen Urlaubsorte<br />

der Côte d’Azur fanden sein Interesse. Meist<br />

hält er illustrative Momentaufnahmen fest, die eine<br />

sommerliche Atmospähre wiedergeben. Aufgrund<br />

des Sujets und der Malart dürfte dieses Aquarell in<br />

den 1930er Jahren entstanden sein.<br />

(1370106) (19)<br />

Watercolour on paper.<br />

49 x 65 cm.<br />

Signed lower right.<br />

€ <strong>20.</strong>000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

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81


AUGUST MACKE<br />

1887 Meschede – 1914 Perthes-les-Hurlus<br />

368<br />

AUGUST MACKE,<br />

1887 MESCHEDE – 1914 PERTHES-LES-HURLUS<br />

STUDIENBLATT II<br />

Aquarell auf Pauspapier.<br />

27 x 32 cm.<br />

Rechts unten datiert „1912“.<br />

Im Passepartout, hinter Glas gerahmt.<br />

Beigegeben ein Zertifikat des Art Loss Register.<br />

„Fast immer habe ich auf der Straße das Skizzenbuch<br />

zur Hand, um Bewegungen von Menschen und Tieren<br />

allmählich voll beherrschen zu können, denn das lehrt<br />

einen kein Professor“, das schrieb Macke 1904 seinen<br />

Eltern. Er bezog sich hier auf seine Skizzenbuchzeichnungen,<br />

von denen er ca. 6000 Stück hinterlassen<br />

hatte, an Einzelblattaufzeichnungen sind es ca. 3000.<br />

Diese Zeichnung erinnert thematisch an die der französischen<br />

<strong>Impressionisten</strong>, denen er nach seiner ersten<br />

Parisreise 1907 malerisch, thematisch und kompositorisch<br />

viel verdankte. Als Lehrer für impressionistische<br />

Malerei suchte er sich übrigens Lovis Corinth aus, von<br />

dem wir in dieser Auktion ebenfalls ein Werk anbieten.<br />

Unser Aquarell entstand in dem für Macke wichtigen<br />

Jahr 1912, in dem er die Weichen für seine Künstlerlaufbahn<br />

neu stellte. Bereits im Dezember 1911 stellte<br />

er drei Bilder bei der ersten Ausstellung „Der Blaue<br />

Reiter“ der Galerie Thannhauser in München aus. Eben<br />

diese Ausstellung wurde im Jahr 1912 auch in Köln,<br />

Berlin, Hagen und Frankfurt gezeigt. Bei der Vorbereitung<br />

der Sonderbund-Ausstellung in Köln trat er als<br />

Interessenvertreter des Blauen Reiters auf, und für die<br />

Veröffentlichung des Almanachs „Der Blaue Reiter“ im<br />

Piper-Verlag in München gewann er Bernhard Koehler,<br />

den wohlhabenden Onkel seiner Frau, als Sponsor.<br />

Auch wenn er besonders Franz Marc stets freundschaftlich<br />

verbunden blieb, war das Geistige in der<br />

Kunst und der Weg in die reine Abstraktion nicht sein<br />

Ansatz – seine Kunst sollte gegenständlich bleiben.<br />

Mit dem Ehepaar Marc besuchte er und seine Frau<br />

Paris und die dortigen Ausstellungen der Fauvisten,<br />

Futuristen und Kubisten. Zurück in Deutschland ist<br />

dieses Studienblatt entstanden mit Spaziergängern,<br />

Kindern und Tieren, die er zuvor in Paris bewundern<br />

durfte und deren runde harmonische Studien an<br />

Matisse und die Fauvisten erinnern. Seine Formen<br />

werden weniger naturalistisch in ihrer Auffassung.<br />

Wenige Falten, Papier nachgedunkelt.<br />

AUGUST MACKE,<br />

1887 MESCHEDE – 1914 PERTHES-LES-HURLUS<br />

STUDY II<br />

Watercolour on tracing paper.<br />

27 x 32 cm.<br />

Dated “1912” lower right.<br />

Framed with mount under glass.<br />

Accompanied by a certificate from the Art Loss Register.<br />

With few creases, paper darkened.<br />

Provenance:<br />

Galerie Abels, Cologne, after 1945.<br />

Germany private collection, purchased by Abels<br />

before 1957.<br />

Purchased by previous owner between 2009 and<br />

20<strong>19.</strong><br />

Literature:<br />

The object on offer for sale in this lot is listed in the<br />

catalogue raisonné: Ursula Heiderich, August Macke,<br />

catalogue raisonné, Stuttgart 1997, no. 187, ill. p. 247.<br />

Exhibitions:<br />

Bielefeld, Städtisches Kunsthaus, Macke. 1887-1914,<br />

Exhibition of Watercolours, 23 June - 21 July 1957,<br />

no. 213.<br />

€ 25.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Provenienz:<br />

Galerie Abels, Köln, nach 1945.<br />

Deutscher Privatbesitz, vor 1957 von Abels erworben.<br />

Vom Vorbesitzer erworben zwischen 2009 und 20<strong>19.</strong><br />

Literatur:<br />

Das hier angebotene Objekt im Werkverzeichnis:<br />

Ursula Heiderich, August Macke. Aquarelle. Werkverzeichnis,<br />

Stuttgart 1997, Nr. 187, Abb. S. 247.<br />

Ausstellungen:<br />

Bielefeld, Städtisches Kunsthaus, Macke. 1887-1914,<br />

Aquarell-Ausstellung, 23.06.-21.07. 1957, Nr. 213.<br />

(1371073) (13)<br />

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83


KARL SCHMIDT-ROTTLUFF<br />

1884 Rottluff/ Chemnitz – 1976 Berlin<br />

369<br />

KARL SCHMIDT-ROTTLUFF,<br />

1884 ROTTLUFF/ CHEMNITZ – 1976 BERLIN<br />

MYSTERIÖSE BLÜTE, 1968<br />

Aquarell, Tusche, Tinte und Buntstifte auf<br />

Aquarellkarton.<br />

49,5 x 69,5 cm.<br />

Rechts unten signiert „SRottluff”,<br />

verso Nachlassstempel.<br />

In Passepartout, hinter Glas gerahmt.<br />

Der Maler zählt zu den bedeutendsten Klassikern der<br />

<strong>Moderne</strong> und den wichtigsten Vertretern des Expressionismus.<br />

Als Sohn eines Mühlenbesitzers entschied<br />

er sich zum Studium der Architektur und Kunst und<br />

schloss sich der Künstlergruppe „Brücke“ an, die<br />

1905 in Dresden gegründet wurde, zu der auch Erich<br />

Heckel, Max Pechstein und Ernst Ludwig Kirchner<br />

zählten. 1910 Beteiligung an Ausstellungen der Neuen<br />

Secession in Berlin, 1912 der des Blauen Reiters in<br />

München. Er verband fortan den Namen seines Geburtsorts<br />

mit seinem Familiennamen. Letztmals vor<br />

seinem Arbeitsverbot durch das NS-Regime stellte er<br />

1936 im Hamburger Kunstverein aus. Seine Werke<br />

wurden als „Entartete Kunst“ beschlagnahmt. Im<br />

Anwesen von James Graf von Moltke (1907-1945) auf<br />

Schloss Kreisau arbeitete er dennoch weiter. Von 1932<br />

bis 1972 hielt er sich jährlich in seinem Arbeitsdomizil<br />

im „Blauen Haus“ in Hofheim am Taunus auf, wo<br />

möglicherweise auch das vorliegende Werk entstand.<br />

In dieser späteren Zeit wandelte sich sein Stil von einem<br />

strengen Expressionismus zu einer eher abstrahierenden<br />

Bildauffassung, was auch dieses Aquarell<br />

belegt. A.R.<br />

KARL SCHMIDT-ROTTLUFF,<br />

1884 ROTTLUFF/ CHEMNITZ – 1976 BERLIN<br />

MYSTERIOUS BLOSSOM, 1968<br />

Watercolour, brush and ink and crayon on paper.<br />

49.5 x 69.5 cm.<br />

Signed “SRottluff” lower right.<br />

Estate stamp on the back.<br />

Framed freely with mount under glass.<br />

Provenance:<br />

Artist’s estate.<br />

Schmidt-Rottluff Foundation, Berlin.<br />

Galerie am Brucher-Kotten, Haan.<br />

Private collection, Germany (1988 acquired in above<br />

mentioned gallery)<br />

Private collection.<br />

Notes:<br />

The painting on offer for sale in this lot is registered<br />

in the archive of the Karl and Emy Schmidt-Rottluff<br />

Foundation.<br />

€ <strong>20.</strong>000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Provenienz:<br />

Nachlass des Künstlers.<br />

Schmidt-Rottluffstiftung Berlin.<br />

Galerie am Brucher-Kotten, Haan.<br />

Privatsammlung, Deutschland (1988 in obiger Galerie<br />

erworben).<br />

Privatsammlung.<br />

Anmerkung:<br />

Das vorliegende <strong>Gemälde</strong> ist im Archiv der Karl und<br />

Emy Schmidt-Rottluff Stiftung registriert.<br />

(1371072) (11)<br />

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85


PAUL KLEE<br />

1879 Münchenbuchsee, Kanton Bern – 1940 Muralto, Tessin<br />

370<br />

PAUL KLEE,<br />

1879 MÜNCHENBUCHSEE, KANTON BERN –<br />

1940 MURALTO, TESSIN<br />

HOFFMANNESKE SZENE, 1921<br />

Farblithografie.<br />

Plattenrand: 31,8 x 22,7 cm.<br />

Mittig unten signiert, datiert und Werknummer „123“.<br />

Im Passepartout, hinter Glas gerahmt.<br />

Anmerkung:<br />

Paul Klee war ein Bewunderer des Schriftstellers E.T.A.<br />

Hoffmann (1776-1822). Die vorliegende Arbeit bezieht<br />

sich auf eine Novelle des Künstlers mit dem Titel „Der<br />

goldene Topf“. In seiner eigenen poetischen Formensprache<br />

überträgt Klee Schlüsselmomente der Geschichte<br />

in diese Grafik. (13713324) (18)<br />

PAUL KLEE,<br />

1879 MÜNCHENBUCHSEE, CANTON OF BERN –<br />

1940 MURALTO, TICINO<br />

HOFFMANNESKE SZENE, 1921<br />

Colour lithography.<br />

Platemark: 31.8 x 22.7 cm.<br />

Signed, dated and no. “123” at bottom centre.<br />

Framed with mount behind glass.<br />

€ 15.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

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OSSIP ZADKINE<br />

1890 Smolensk – 1967 Paris<br />

371<br />

OSSIP ZADKINE,<br />

1890 SMOLENSK – 1967 PARIS<br />

VIOLONCELLISTE<br />

58 x 18 x 15 cm.<br />

Signiert, nummeriert „3/5“ und mit Gießerstempel<br />

von Susse Fondeur, Paris versehen.<br />

Beigegeben ein Gutachten des Zadkine Research<br />

Center, Brüssel, 21. Juni 2023 mit der Archivnummer<br />

S-499-3, in Kopie.<br />

OSSIP ZADKINE,<br />

1890 SMOLENSK – 1967 PARIS<br />

VIOLONCELLISTE<br />

58 x 18 x 15 cm.<br />

Signed, numbered 3/5 and foundry mark by Susse<br />

Fondeur, Paris.<br />

Accompanied by an expert’s report of Zadkine Research<br />

Center, Brussels, 21 June 2023 with archive no. S-499-3,<br />

in copy.<br />

Bronze, gegossen, patiniert. Auf einer rechteckigen<br />

mitgegossenen Plinthe steht die Figur des Musikers,<br />

der sein Instrument direkt vor sich hält und mit ihm<br />

besonders am Kopf verwachsen scheint.<br />

(1370111) (13)<br />

Bronze; cast and patinated.<br />

€ <strong>20.</strong>000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

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ZORAN ANTONIO MUŠIČ<br />

1909 Gorizia – 2005 Venedig<br />

372<br />

ZORAN ANTONIO MUŠIČ,<br />

1909 GORIZIA – 2005 VENEDIG<br />

Studium an der Akademie in Zagreb sowie 1935 in<br />

Spanien, danach in Dalmatien und Venedig. 1944 im<br />

Konzentrationslager Dachau. 1948 Teilnahme an der<br />

ersten Biennale in Venedig, erneute Teilnahme in den<br />

Jahren 1950 bis 1985 sowie Teilnehmer der documenta<br />

I, II und VI.<br />

DAS INNERE EINER KATHEDRALE<br />

Mischtechnik/ Öl auf Leinwand.<br />

92 x 60 cm.<br />

Links unten signiert „Music Zoran“, verso Künstlerbenennung<br />

„Music“ und Datierung „199(?)“.<br />

In teilvergoldetem Rahmen.<br />

ZORAN ANTONIO MUŠIČ,<br />

1909 GORIZIA – 2005 VENICE<br />

INTERIOR OF CATHEDRAL<br />

Mixed media/ oil on canvas.<br />

92 x 60 cm.<br />

Signed “Music Zoran” lower left, artist name<br />

“Music”and dated “199(?)” on the reverse.<br />

€ 25.000 - € 35.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Blick vom Inneren einer Kathedrale auf den hohen<br />

Eingangsbereich mit dem Mittelportal und zwei Seitenportalen,<br />

darüberliegend eine große runde Fensterrosette<br />

und drei weitere schmale Fensteröffnungen.<br />

Malerei überwiegend in Beige-, Ocker- und Brauntönen,<br />

in der typischen Manier des Künstlers.<br />

(1371465) (18)<br />

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HANS HARTUNG<br />

1904 Leipzig – 1989 Antibes<br />

373<br />

HANS HARTUNG,<br />

1904 LEIPZIG – 1989 ANTIBES<br />

P20-1984-H9<br />

Pastell auf Papier.<br />

52,5 x 74,5 cm.<br />

Verso im Ausschnitt der Abdeckung betitelt.<br />

Hinter Glas und Passepartout gerahmt.<br />

Das hier angebotene Werk wird in der Fondation Hans<br />

Hartung und Anna-Eva Bergman unter Nummer<br />

CT.1130-3 geführt.<br />

(1371407) (1) (13)<br />

HANS HARTUNG,<br />

1904 LEIPZIG – 1989 ANTIBES<br />

P20-1984-H9<br />

Pastel on paper.<br />

52.5 x 74.5 cm.<br />

Titled on the reverse in cut out of the cover.<br />

Framed with mount under glass.<br />

The present painting is listed at the Fondation Hans<br />

Hartung and Anna-Eva Bergman under no. CT.1130-3.<br />

€ 35.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

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93


ADOLF HÖFER<br />

1869 München – 1927 Parsberg<br />

374<br />

ADOLF HÖFER,<br />

1869 MÜNCHEN – 1927 PARSBERG<br />

FRAU MIT STROHHUT UND SONNENSCHIRM,<br />

UM 1910<br />

Öl auf Leinwand, auf Platte.<br />

63,3 x 45,8 cm.<br />

Rechts unten monogrammiert.<br />

In teilebonisiertem Rahmen mit Wellenprofil.<br />

Polychrome Darstellung mit kontrastierender farbflächiger<br />

Gliederung. Höfer besuchte die Akademie in<br />

München bei Paul Höcker (1854-1910) und gehörte<br />

zur Künstlervereinigung Scholle, deren erste Ausstellung<br />

1899 im Glaspalast eröffnete.<br />

(13711519) (13)<br />

€ 8.500 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

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OSKAR MULLEY<br />

1891 Klagenfurt – 1949 Garmisch<br />

375<br />

OSKAR MULLEY,<br />

1891 KLAGENFURT – 1949 GARMISCH<br />

Der Künstler war ein österreichischer akademischer<br />

Landschaftsmaler und Absolvent der Akademie der<br />

bildenden Künste Wien. Er gehört zu den führenden<br />

Vertretern der „Tiroler Kunst der Zwischenzeit“ (u.a.<br />

Albin Egger-Lienz (1868-1926), Alfons Walde (1891-<br />

1959)). In seiner Kufsteiner Periode herrschen Gebirgsmotive<br />

vor, die stets frei von Figuren sind. Seine heroischen<br />

Landschaften mit pastosem Farbauftrag in<br />

Spachteltechnik waren seit Mitte der 1920er-Jahre<br />

sehr geschätzt.<br />

OSKAR MULLEY,<br />

1891 KLAGENFURT – 1949 GARMISCH<br />

HOCHGEBIRGE MIT KLEINER KAPELLE<br />

Oil on canvas.<br />

45 x 52.5 cm.<br />

Signed “Mulley” lower left.<br />

€ 25.000 - € 35.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

HOCHGEBIRGE MIT KLEINER KAPELLE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

45 x 52,5 cm.<br />

Links unten signiert „Mulley“.<br />

Im Mittelpunkt stehend eine kleine einfache Kapelle,<br />

die frontal von der Sonne beschienen wird, mit Holzdach,<br />

auf dem ein kleines Kreuz zu sehen ist, das so<br />

auf die Funktion des Baus von außen verweist. Vor<br />

dem großen Rundbogenfenster ist zudem eine grüne<br />

Pflanze mit roten Blüten zu erkennen, eines der wenigen<br />

farbigen Elemente des <strong>Gemälde</strong>s. Im Vordergrund<br />

mehrere graue und weiße Felsblöcke sowie linksseitig<br />

ein grünes Wiesenstück, nach rechts ein altes<br />

Holzgatter, das wohl den Weg zur Kapelle begrenzt.<br />

Im Hintergrund rechts das alpine Hochgebirge in<br />

überwiegend dunkelgrauen Farbtönen, während links<br />

der Blick auf den hellgrauen Himmel fällt. Malerei mit<br />

gekonnter Licht- und Schattensetzung, in der für den<br />

Künstler typischen Spachteltechnik.<br />

(1371468) (18)<br />

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97


ALFONS WALDE<br />

1891 Oberndorf – 1958 Kitzbühel<br />

376<br />

ALFONS WALDE,<br />

1891 OBERNDORF – 1958 KITZBÜHEL<br />

KAPELLE IM GRÜNEN<br />

Mischtechnik (Aquarell, Farbkreide, Bleistift)<br />

auf Papier.<br />

29 x 42,5 cm.<br />

Verso Holzschnittetikett Alfons Waldes, sowie gestempeltes<br />

Etikett auf Rahmen „AUS DEM NACH-<br />

LASS VON PROF. A.Walde, KITZBÜHEL“.<br />

Hinter Glas gerahmt.<br />

Beigegeben Gutachten von Mag. Verena Gschnitzer<br />

Konzert, mit Werksverzeichnis-Nr. D-LA-822, Innsbruck,<br />

13. Juni 2023, sowie des Sachverständigen<br />

Mag. Peter Kovacek, Wien, April 1994, in Kopie.<br />

Laut Kovacek zeigt das <strong>Gemälde</strong> eine Kapelle in der<br />

Nähe von Kitzbühel inmitten von Lerchen und anderen<br />

Bäumen im Frühling. Malerei in vielen differenzierten,<br />

frischen gelben und grünen Farbtönen.<br />

ALFONS WALDE,<br />

1891 OBERNDORF – 1958 KITZBÜHEL<br />

KAPELLE IM GRÜNEN (CHAPEL IN THE GREEN)<br />

Mixed media (watercolour, coloured crayon, pencil)<br />

on paper.<br />

29 x 42.5 cm.<br />

Woodcut label Alfons Walde on the back, stamped estate<br />

label on frame: “AUS DEM NACHLASS VON<br />

PROF. A.Walde, KITZBÜHEL”.<br />

Accompanied by an expert’s report by Verena<br />

Gschnitzer Konzert, MA, with catalogue raisonné<br />

no. D-LA-822, Innsbruck, 13 June 2023, and a report<br />

by expert Peter Kovacek, MA, Vienna, April 1994, in<br />

copy.<br />

€ 15.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Provenienz:<br />

Aus der Familie des Künstlers. (13703336) (18)<br />

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99


STEPHAN BALKENHOL<br />

geb. 1957 Fritzlar<br />

377<br />

STEPHAN BALKENHOL,<br />

GEB. 1957 FRITZLAR<br />

Zeitgenössischer deutscher Bildhauer.<br />

LAOKOON, 2016<br />

Höhe: 35 cm.<br />

Breite: 56 cm.<br />

Tiefe: 36cm.<br />

Bodenseitig handsigniert und nummeriert 24/24.<br />

In Bronze gegossen, patiniert und gefasst.<br />

(13711410) (1) (13)<br />

STEPHAN BALKENHOL,<br />

BORN 1957 FRITZLAR<br />

LAOCOON, 2016<br />

35 x 56 x 36 cm.<br />

Hand signature and numbered 24/24 on underside.<br />

Bronze; cast, patinated and polychromy.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

zum Größenvergleich<br />

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101


ROY LICHTENSTEIN<br />

1923 New York – 1997 ebenda<br />

378<br />

ROY LICHTENSTEIN,<br />

1923 NEW YORK – 1997 EBENDA<br />

COW GOING ABSTRACT, 1982<br />

Serie von drei Farbserigrafien auf Papier, auf Holz.<br />

Sichtmaß: je 65 x 77 cm.<br />

Jeweils links unten Auflage 33/150. Das erste Blatt<br />

rechts unten, unterhalb der Darstellung signiert<br />

„R. Lichtenstein“.<br />

Jeweils hinter Glas gerahmt.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Mary Lee Corlet und Roy Lichtenstein, The Prints<br />

of Roy Lichtenstein: A Catalogue Raisonne 1948-1993,<br />

New York 1994. (1371393) (18)<br />

ROY LICHTENSTEIN,<br />

1923 NEW YORK – 1997 IBID.<br />

COW GOING ABSTRACT, 1982<br />

Series of three colour silkscreens on paper,<br />

laid on panel.<br />

Sight size: 65 x 77 cm each.<br />

Each with edition no. 33/150 lower left. The first<br />

print signed “R. Lichtenstein” lower right, below the<br />

depiction.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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103


379<br />

ESTHER MAHLANGU,<br />

GEB. 1935<br />

OHNE TITEL.<br />

Acryl auf Leinwand.<br />

120 x 175 cm.<br />

Links unten signiert und datiert 2009.<br />

Ungerahmt.<br />

Authentifizierung der Künstlerin auf Foto.<br />

(1371397) (13)<br />

ESTHER MAHLANGU,<br />

BORN 1935<br />

UNTITLED<br />

Acrylic on canvas.<br />

120 x 175 cm.<br />

Signed lower left and dated 2009.<br />

Authentification of the artist on photo.<br />

€ 11.000 - € 14.000<br />

Sistrix<br />

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380<br />

ANDY WARHOL,<br />

1928 PITTSBURGH – 1987 NEW YORK<br />

FLOWERS, 1964<br />

Offset in vier Farben.<br />

58,6 x 58,6 cm.<br />

Rechts unten mit Filzstift signiert und datiert „Andy<br />

Warhol 65”. Auflage ca. 300.<br />

Im Passepartout, hinter Glas gerahmt.<br />

Herausgeber: Leo Castelli Gallery, New York.<br />

Drucker: Total Color, New York.<br />

Provenienz:<br />

Leo Castelli Gallery, New York.<br />

Von Privatsammlung dort in den 1960er-Jahren<br />

erworben.<br />

Auktion Bukowskis, Stockholm, 6/ 13. November<br />

2013, Lot 251.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Frayda Feldmann, Jörg Schellmann, Andy Warhol-<br />

Prints. A catalogue raisonné, 1962 - 1987. Mailand<br />

1997, S. 82, Abb. II.6. (1371398) (13)<br />

381<br />

ENTFÄLLT<br />

ANDY WARHOL,<br />

1928 PITTSBURGH – 1987 NEW YORK<br />

FLOWERS, 1964<br />

Offset lithograph in four colours.<br />

58.6 x 58.6 cm.<br />

Signed and dated “Andy Warhol 65” in felt pen lower<br />

right. Limited ed. of ca. 300.<br />

Editor: Leo Castelli Gallery, New York.<br />

Printer: Total Color, New York.<br />

Provenance:<br />

Leo Castelli Gallery, New York.<br />

Purchased there by private collection in 1960s.<br />

Auction Bukowskis, Stockholm, 6/ 13 November<br />

2013, lot 251.<br />

Literature:<br />

cf. Frayda Feldmann, Jörg Schellmann, Andy Warhol-<br />

Prints. A catalogue raisonné, 1962 - 1987, Milan 1997,<br />

p. 82, ill. II.6.<br />

€ 18.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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105


382<br />

JACQUES VILLEGLÉ,<br />

1926 QUIMPER – 2022<br />

BAGNEUX, 1991<br />

Mischtechnik auf Leinwand.<br />

35 x 44,5 cm.<br />

Rechts unten signiert „Villeglé“, verso auf Leinwand<br />

betitelt und datiert „Juin 1991“.<br />

Gerahmt, eingefügt in Glassetzkasten.<br />

Beigegeben ein Echtheitszertifikat des Künstlers,<br />

Paris, vom 5. September 2011, in Kopie.<br />

Anmerkung:<br />

Der französische Künstler war Mitbegründer des<br />

Nouveau Réalisme. Ab Dezember 1949 bis 1954 gestaltete<br />

er mit Raynond Hains (1926-2005) zerrissene<br />

Plakate. Die Freunde bezeichneten sich als „affichistes“<br />

(Plakatabreißer), ihre Werke als „affiches lacérées“<br />

(abgerissene Plakate).<br />

JACQUES VILLEGLÉ,<br />

1926 QUIMPER – 2022<br />

BAGNEUX, 1991<br />

Mixed media on canvas.<br />

35 x 44.5 cm.<br />

Signed “Villeglé” lower right, titled and<br />

dated on canvas verso “Juin 1991”.<br />

Accompanied by a certificate of authenticity by the<br />

artist, Paris, dated 5 September 2011, in copy.<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Ausstellungen:<br />

Jacques Villeglé, Retrospective, kuratiert von Dominique<br />

Stella, Mucciaccia Gallery, 3. Dezember 2014<br />

- 6. Februar 2015, S. 154-155. (1370272) (18)<br />

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383<br />

JACQUES VILLEGLÉ,<br />

1926 QUIMPER – 2022<br />

RATP, 1977<br />

Décollage auf Leinwand/ Affiches lacérées<br />

marouflées sur toile.<br />

52,8 x 27 cm.<br />

Rechts unten signiert „villeglé“,<br />

verso auf Leinwand betitelt und datiert.<br />

Gerahmt, eingefügt in Glassetzkasten.<br />

Beigegeben ein Echtheitszertifikat des Künstlers,<br />

Paris, 12. März 2014, in Kopie.<br />

Anmerkung:<br />

Der französische Künstler war Mitbegründer des Nouveau<br />

Réalisme. Ab Dezember 1949 bis 1954 gestaltete<br />

er mit Raynond Hains (1926-2005) zerrissene<br />

Plakate. Die Freunde bezeichneten sich als „affichistes“<br />

(Plakatabreißer), ihre Werke als „affiches lacérées“<br />

(abgerissene Plakate).<br />

Ausstellungen:<br />

Jacques Villeglé, Retrospective, kuratiert von Dominique<br />

Stella, Mucciaccia Gallery, 3. Dezember 2014<br />

- 6. Februar 2015, S. 118-1<strong>19.</strong> (1370271) (18)<br />

JACQUES VILLEGLÉ,<br />

1926 QUIMPER – 2022<br />

RATP, 1977<br />

Décollage on canvas/ Affiches lacérées marouflées<br />

sur toile.<br />

52.8 x 27 cm.<br />

Signed “villeglé” lower right.<br />

Accompanied by a certificate of authenticity by the<br />

artist, Paris, dated 12 March 2014, in copy.<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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107


ARIK BRAUER<br />

geb. 1929 Wien<br />

384<br />

ARIK BRAUER,<br />

GEB. 1929 WIEN<br />

ABENDGELB<br />

Öl auf Holz.<br />

14,5 x 23,5 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

Verso bezeichnet: Paris 1963 / Brauer / „Abentgelb” /<br />

Galerie Sydow” sowie Galerie stempel Dieder Brusberg,<br />

Galerie und Verlag, Hannover.<br />

In breitem ebonisiertem Profilrahmen.<br />

Phantastische Landschaft mit nah an den Betrachter<br />

gerückte als Bruststück erkennb are Person mit Hut<br />

und hinter dieser laufender weiterer Person in rotem<br />

Mantel, dazu erfundene Insekten und Pflanzen, der<br />

Himmel in leuchtendem Gelb.<br />

(1371466) (13)<br />

ARIK BRAUER,<br />

BORN 1929 VIENNA<br />

ABENDGELB<br />

Oil on panel.<br />

14.5 x 23.5 cm.<br />

Signed lower right and inscribed on the back: Paris<br />

1963 / Brauer/ “Abentgelb”/ Galerie Sydow and gallery<br />

stamp by Dieder Brusberg, gallery and publisher,<br />

Hannover.<br />

€ 22.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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zum Größenvergleich<br />

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109


HERMANN NITSCH<br />

1938 Wien – 2022 Mistelbach, Österreich<br />

385<br />

HERMANN NITSCH,<br />

1938 WIEN – 2022 MISTELBACH, ÖSTERREICH<br />

Hermann Nitsch war ein österreichischer Maler<br />

und Aktionskünstler. Er war ein bedeutender<br />

Vertreter des Wiener Aktionismus. Auch war er<br />

einer der bekann-testen Künstler, die mit der<br />

Technik des Schüttbilds arbeiteten. Ein Schüttbild<br />

wird von Aktionskünstlern durch das Schütten von<br />

Farbe direkt aus ihrem Be-hälter in größeren<br />

Mengen auf einen Bildträger produziert.<br />

SCHÜTTBILD<br />

HERMANN NITSCH,<br />

1938 VIENNA – 2022 MISTELBACH, AUSTRIA<br />

SCHÜTTBILD<br />

Mixed media/ acrylic on jute.<br />

80 x 60 cm.<br />

Signed and dated ”09“ on the reverse.<br />

Provenance: Nitsch Foundation.<br />

€ 40.000 - € 60.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Mischtechnik/ Acryl auf Jute.<br />

80 x 60 cm.<br />

Verso signiert und datiert „09“.<br />

Freigestel lt in schwarzem Rahmen.<br />

Provenienz: Nitsch Foundation.<br />

(1371472) (18)<br />

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111


BERNARD AUBERTIN<br />

1934 Fontenay-aux-Roses – 2015 Reutlingen<br />

386<br />

BERNARD AUBERTIN,<br />

1934 FONTENAY-AUX-ROSES – 2015 REUTLINGEN<br />

TABLEAU CLOUS, 1963<br />

Mischtechnik mit Nägeln und roter Farbe, auf Platte.<br />

90 x 50 cm.<br />

In Setzkasten hinter Glas.<br />

Beigegeben eine Bestätigung des Archivio Opere<br />

Bernard Aubertin von Januar 2023 mit Abbildung des<br />

Werkes und der Archivnummer: TCLR36-1000365723.<br />

Teils leichter Farbverlust.<br />

(1371681) (18)<br />

€ 7.500 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

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DOUG ARGUE<br />

1962 Saint Paul, Minnesota<br />

387<br />

DOUG ARGUE,<br />

1962 SAINT PAUL, MINNESOTA<br />

THE IDEA, 2019<br />

Acryl auf Leinwand, auf Holz.<br />

48,5 x 61,5 cm.<br />

Verso signiert, betitelt und datiert.<br />

In ebonisierter Schattenfugenleiste.<br />

Wie so oft kulminieren in Argues <strong>Gemälde</strong>n auch hier<br />

Präzision und malerische Geste, wobei er sich häufig<br />

auf literarische Texte etwa von Petrarca, Melville und<br />

Rimbaud bezieht.<br />

(1371473) (13)<br />

DOUG ARGUE,<br />

1962 SAINT PAUL, MINNESOTA<br />

THE IDEA, 2019<br />

Acrylic on canvas, on panel.<br />

48.5 x 61.5 cm.<br />

Signed, titled and dated on verso.<br />

€ 15.000 - € <strong>20.</strong>000<br />

Sistrix<br />

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113


HERMANN ALBERT<br />

geb. 1937 Ansbach<br />

388<br />

HERMANN ALBERT,<br />

GEB. 1937 ANSBACH<br />

Der Künstler erhielt seine Ausbildung an der staatlichen<br />

Hochschule für bildende Künste in Braunschweig.<br />

Ab 1967 sind seine Werke auf Einzelausstellungen in<br />

Berlin, Aachen sowie Baden-Baden zu sehen. 1977<br />

beteiligte er sich an der documenta 6 in Kassel.<br />

FISCHERFAMILIE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

195 x 215 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „(19)87”.<br />

In grauer Leiste.<br />

HERMANN ALBERT,<br />

BORN 1937 ANSBACH<br />

FISHER FAMILY<br />

Oil on canvas.<br />

195 x 215 cm.<br />

Signed and dated “(19)87” lower right.<br />

Framed in grey moulding.<br />

€ 10.000 - € 14.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Groß angelegte figurative Komposition eine pastorale<br />

Familie vor einem Fischerhaus beim Fischfang.<br />

(13711413) (1) (13)<br />

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115


MEL RAMOS<br />

1935 Sacramento/ Kalifornien – 2018 Oakland/ Kalifornien<br />

389<br />

MEL RAMOS,<br />

1935 SACRAMENTO/ KALIFORNIEN –<br />

2018 OAKLAND/ KALIFORNIEN<br />

THE FAMOUS FOUR OF 1971 –<br />

THE CUT OUT PROJECT OF 2018<br />

Holzbox mit vier Serigrafien und Digitaldrucken auf<br />

Plexiglas, dazu Ausstellungskatalog.<br />

Die auf der Vorderseite in Rot bedruckte Originalholzbox<br />

hat die Maße: 70,5 x 47 x 16,5 cm.<br />

Die vier Digitaldrucke auf Plexiglas jeweils mit Hängevorrichtung<br />

und rückseitigem beschriftetem Aufkleber<br />

„Mel Ramos Studio. The Cut Out Project 1972/2018.<br />

This is copy 14 of 14 AP.“ darauffolgend die Signatur<br />

des Künstlers. Vorhanden sind: Della Monty, Lola<br />

Cola, A.C. Annie sowie Tobacco Red. Jeweils zwischen<br />

Styropor-Platten in der Box. In sehr gutem Zustand.<br />

(1371171) (18)<br />

MEL RAMOS,<br />

1935 SACRAMENTO/ CALIFORNIA –<br />

2018 OAKLAND/ CALIFORNIA<br />

THE FAMOUS FOUR OF 1971 –<br />

THE CUT OUT PROJECT OF 2018<br />

Wooden box with four silkscreen prints and digital<br />

prints on acrylic glass with exhibition catalogue.<br />

The original wooden box with red print on the front<br />

measures: 70.5 x 47 x 16.5 cm.<br />

The four digital prints on acrylic glass each with a<br />

hanging system and a label on the back inscribed<br />

“Mel Ramos Studio. The Cut Out Project 1972/2018.<br />

This is copy 14 of 14 AP.” followed by the artist’s<br />

signature. The following are enclosed: Della Monty,<br />

Lola Cola, A.C. Annie, and Tobacco Red. Each between<br />

polystyrene plates in box. In very good condition.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

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390<br />

MARIO SCHIFANO,<br />

1934 HOMS – 1998 ROM<br />

OHNE TITEL ( X MOMO)<br />

Emaillefarben und Phosphor auf Karton.<br />

100 x 70 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

Hinter Plexiglas in breitem Rahmen.<br />

Beigegeben ein Echtheitszertifikat des Archivio Mario<br />

Schifano vom 11. August 2008 mit Nummerierung<br />

01129080814, in Kopie.<br />

Provenienz:<br />

Sammlung Marco Schifano, Rom. (1361662) (13)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

391<br />

MARIO SCHIFANO,<br />

1934 HOMS – 1998 ROM<br />

OHNE TITEL (COSTRUZIONI), 1974 – 1978<br />

Collage mit Emailfarben und Grafit.<br />

100 x 70 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

Hinter Plexiglas in ebonisiertem Wellenleistenrahmen.<br />

Beigegeben ein Echtheitszertifikat der Fondazione<br />

Mario Schifano vom 15. Januar 2001 mit Archivnummer<br />

S.M. 70/529. Ferner ein Echtheitszertifikat des<br />

Archivio Mario Schifano vom 31. Dezember 2012 mit<br />

der Archivnummer 02353121231, in Kopie.<br />

(1361663) (13)<br />

MARIO SCHIFANO,<br />

1934 HOMS – 1998 ROME<br />

UNTITLED (COSTRUZIONI), 1974 – 1978<br />

Collage, with enamel paint and graphite.<br />

100 x 70 cm.<br />

Signed lower right.<br />

Accompanied by a certificate of authenticity from<br />

Fondazione Mario Schifano dated 15 January 2001<br />

with archive no. S.M. 70/529, in copy. Furthermore, a<br />

certificate of authenticity from Archivio Mario Schifano<br />

dated 31 December 2012 with archive no. 02353121231.<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

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119


19TH/20TH CENTURY<br />

P A I N T I N G S


392<br />

FRIEDRICH NERLY D. J.,<br />

1842 VENEDIG – 1919 LUZERN<br />

BLICK AUF VENEDIG MIT DER PUNTA<br />

DELLA DOGANA<br />

FRIEDRICH NERLY THE YOUNGER,<br />

1842 VENICE – 1919 LUCERNE<br />

VIEW OF VENICE WITH THE PUNTA<br />

DELLA DOGANA<br />

Öl auf Leinwand.<br />

66 x 134 cm.<br />

Links unten signiert.<br />

In dekorativem vergoldetem Rahmen.<br />

Vom Wasser aus Ansicht des rechtsseitig liegenden<br />

Dogenpalasts mit dem Campanile, nach links erstreckt<br />

sich der Blick auf die Punta della Dogana und die<br />

weißen Kuppeln der Basilika Santa Maria della Salute.<br />

In der Bildmitte ein prachtvolles Schiff mit gesetzten<br />

Segeln, in deren Faltenwurf sich Licht und Schatten<br />

harmonisch widerspiegeln. Weitere am rechten Ufer<br />

ankernde Segelboote sowie mehrere Schiffe und<br />

eine Gondel ergänzen das Bild. Im ruhigen Wasser<br />

sind zahlreiche Spiegelungen der Boote, Schiffe und<br />

Gebäude zu erkennen. Stimmungsvolle, harmonisch<br />

ruhige Darstellung mit hohem wolkenlosen Himmel in<br />

frischer Farbgebung.<br />

Oil on canvas.<br />

66 x 134 cm.<br />

Signed lower left.<br />

€ <strong>20.</strong>000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Anmerkung:<br />

Der Vater des Künstlers war Friedrich Nerly d. Ä.<br />

(1809-1878). Nach dem künstlerischen Unterricht<br />

durch seinen Vater studierte er Landschaftsmalerei<br />

bei Karl von Blaas oder dessen Sohn Eugene de<br />

Blaas. Bis 1915 war er in Rom tätig. Hauptthemen<br />

seines Werkes waren italienische Hafen-, Strandund<br />

Städtelandschaften. (1371243) (18)<br />

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393<br />

LUIGI QUERENA,<br />

1820 – 1887 VENEDIG<br />

Der Künstler trat in die Fußstapfen seines Vaters<br />

Lattanzio Querena (1768-1853), ein Maler historischer<br />

und religiöser Werke. Luigi schrieb sich im Alter von<br />

zwölf Jahren an der Akademie der schönen Künste in<br />

Venedig ein, studierte bei Federico Moja (1802-1885)<br />

und profilierte sich als Vedutenmaler. 1857 wurde er<br />

Ehrenmitglied der Akademie der schönen Künste von<br />

Venedig, war an deren Ausstellungen regelmäßiger<br />

Teilnehmer und präsentierte seine Arbeiten auch auf<br />

den Ausstellungen der Brera-Akademie in Mailand sowie<br />

auf Ausstellungen in Neapel, Turin und Mailand.<br />

PANORAMABLICK VON DER RIVA DEGLI<br />

SCHIAVONI AUF VENEDIG<br />

Öl auf Leinwand.<br />

46 x 94 cm.<br />

Signiert unten links „L. Querena“.<br />

Gerahmt.<br />

Ohne Zweifel kann das <strong>Gemälde</strong> als ein Hauptwerk<br />

des Malers gesehen werden, darüber hinaus auch als<br />

ein Meisterwerk der Vedutenmalerei Venedigs, wie sie<br />

im <strong>19.</strong> Jahrhundert zu einem neuen Höhepunkt gebracht<br />

wurde. Hier steht der Maler wohl an erster<br />

Stelle. Seine Bildauffassung von der Venezianischen<br />

Vedute wird hier zu einer bis dahin nie gesehenen<br />

realistischen Aussage gebracht. Dies zeigt sich auch<br />

in dem im Jahrhundert sich neu entwickelten italienischen<br />

Realismus, wie sie die „Macchiaioli“ gepflegt<br />

haben, darunter etwa Silvestro Lega (1826-1895). Nicht<br />

nur die nahezu fotografische Erfassung der Stadtvedute,<br />

die den Panoramablick von der Isola di San<br />

Giorgio – über die Kuppelkirche Santa Maria della Salute<br />

– und dann rechts folgend zum Dogenpalast mit<br />

Campanile und zur Biblioteca führt, wirkt faszinierend,<br />

sondern vor allem die Gesamtauffassung, bei der die<br />

einzelnen Hauptwerke der Stadt in einer geschichtsdistanzierenden<br />

Sicht nebeneinander gereiht erscheinen.<br />

Im Gegensatz zu Veduten des 18. Jahrhunderts<br />

wird hier kein einzelner Bau besonders hervorgehoben.<br />

Vielmehr wird die Stadt als Ganzheit dokumentiert.<br />

Das über der Stadt liegende diesige Licht, der lockere<br />

Wolkenhimmel, all das vermittelt Venedigs südliches<br />

Fluidum. Der Unterschied zu Veduten des 18. Jahrhunderts<br />

ist auch in der realistischen Wiedergabe der<br />

Staffagefiguren zu sehen. Waren sie etwa bei Bellotto<br />

oder Marieschi beliebig eingefügt, wird hier ein Bild<br />

realer sozialer Gegebenheiten geliefert: Auf Brücke und<br />

Uferstraße begegnen sich Menschen unterschiedlichster<br />

Schichten. Ein alter Geiger mit Zylinder hält<br />

sich an der Brüstung fest. Gut gekleidete Damen mit<br />

Schirmen und Kindern neben ärmlichen Hausierern<br />

oder Arbeitern. Ein Altwarenhändler ruft seine Ware<br />

aus, bepackt mit Stiefeln, Hüten und einer Uhr. Auch<br />

in den weiteren seiner Bilder nimmt die zeitgenössische<br />

Figurendarstellung eine prominente Bedeutung<br />

ein. Dieser Stilwandel des Malers ist erstaunlich, hat<br />

er doch zunächst bei seinem Vater Lattanzio Querena<br />

(1768-1853) gelernt, der noch im Stil der religiösen<br />

Barockmalerei gearbeitet hat. Bereits 12-jährig ging<br />

er an die Akademie Venedig zu dem Architekturmaler<br />

Federico Moja (1802-1885). Zunächst hatte er noch<br />

Veduten mit historischen Themen geschaffen, was ihm<br />

den Ruf einbrachte, Canaletto neu populär gemacht<br />

zu haben. 1848 nahm er an den Aufständen für die<br />

Unabhängigkeit Italiens teil. In diesem Zusammenhang<br />

schuf er bereits 1850 Panoramagemälde. 1857<br />

stellte er in der Academia di Brera in Mailand aus, dort<br />

nochmals 1881, in Genua, Neapel (1877) und Turin<br />

(1880). So ist es verständlich, dass <strong>Gemälde</strong>, insbesondere<br />

solche mit Darstellungen Venedigs, in letzter<br />

Zeit höchste Rekordpreise erzielt haben.<br />

Provenienz:<br />

Venedig, Imperial Regia Accademia Veneta di Belle<br />

Arti, 1862 (hier vermutlich).<br />

Piazzola sul Brenta, Villa Contarini, L’armonia del vero.<br />

Vita e paesaggi tra terre e acque 1842-1932, 11. September<br />

- 30. November 2015.<br />

Venedig, Palazzo Querini, Venezia in Chiaro, dialoghi<br />

e silenzi nella pittura tra Ottocento e Novecento,<br />

1. November 2018 - 13. Januar 20<strong>19.</strong><br />

Literatur:<br />

Elenco degli oggetti d’arte ammessi all’Esposizione<br />

nelle sale della I. R. Accademia Veneta di Belle Arti,<br />

Venedig 1862.<br />

Luisa Turchi, Ausstellungskatalog L’armonia del vero.<br />

Vita e paesaggi tra terre e acque 1842-1932, Turin,<br />

Allemandi, 2015, S. 29, 128-129, Nr. 38.<br />

Luisa Turchi und Stefano Cecchetto, Ausstellungskatalog,<br />

Venezia in Chiaro, dialoghi e silenzi nella pittura<br />

tra Ottocento e Novecento, Venedig, S. 102, 209-210,<br />

Nr. 28.<br />

Vgl. Laura Casone, Luigi Querena, online catalogue<br />

Artgate by Fondazione Cariplo, 2010. (1370317) (11)<br />

LUIGI QUERENA,<br />

1820 – 1887 VENICE<br />

PANORAMIC VIEW OF VENICE FROM THE RIVA<br />

DEGLI SCHIAVONI.<br />

Oil on canvas.<br />

46 x 94 cm.<br />

Signed lower left “L. Querena”.<br />

Provenance:<br />

Venice, Imperial Regia Accademia Veneta di Belle Arti,<br />

1862 (probably here).<br />

Piazzola sul Brenta, Villa Contarini, L’Tarmonia del<br />

vero. ita e paesaggi tra terre e acque 1842-1932, 11.<br />

September - 30. November 2015.<br />

Venice, Palazzo Querini, Venezia in Chiaro, dialoghi<br />

e silenzi nella pittura tra Ottocento e Novecento,<br />

1. November 2018 - 13. January 20<strong>19.</strong><br />

Literature:<br />

Elenco degli oggetti d’Tarte ammessi all’TEsposizione<br />

nelle sale della I. R. Accademia Veneta di Belle Arti,<br />

Venice 1862.<br />

Luisa Turchi, Ausstellungskatalog L’Tarmonia del vero.<br />

Vita e paesaggi tra terre e acque 1842-1932, Turin,<br />

Allemandi, 2015, p. 29, 128-129, no. 38.<br />

Luisa Turchi und Stefano Cecchetto, exhibition catalogue,<br />

Venezia in Chiaro, dialoghi e silenzi nella pittura<br />

tra Ottocento e Novecento, Venedig, pp. 102, 209-210,<br />

no. 28.<br />

cf. Laura Casone, Luigi Querena, online catalogue<br />

Artgate by Fondazione Cariplo, 2010.<br />

€ 60.000 - € 80.000 (†)<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

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Detailabbildungen<br />

Lot 393<br />

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125


394<br />

FRANZ RICHARD UNTERBERGER,<br />

1838 INNSBRUCK – 1902 NEUILLY<br />

Der Künstler war ein Tiroler Landschaftsmaler. Nach<br />

seinem Studium an der Akademie der Bildenden<br />

Künste in München war er von 1860 bis 1864 Schüler<br />

der Düsseldorfer Akademie unter Andreas Achenbach<br />

(1815-1910) und später Privatschüler von Oswald<br />

Achenbach (1827-1905). Gegen Ende der 1860er-<br />

Jahren bereiste er auch das südliche Italien, wo er<br />

zahlreiche <strong>Gemälde</strong> schuf. Die sonnigen Küstenlandschaften<br />

der Adria, aber auch Venedig, wurden für<br />

Unterberger bald zum Mittelpunkt seines künstlerischen<br />

Schaffens.<br />

BLICK AUF SANTA MARIA DELLA SALUTE<br />

Das <strong>Gemälde</strong> in ausgedehntem Querformat zeigt eine<br />

stimmungsvolle Ansicht von Venedig, im Zentrum die<br />

dunstige Silhouette der Basilika Santa Maria della<br />

Salute. Der Himmel mit von der Abendsonne verfärbten<br />

Wolken spiegelt sich in dem ruhigen Wasser. Die<br />

malerische Gegenstandsauflösung im Gegenlicht steht<br />

im Kontrast zu den dunklen Schiffen vor der Kirche,<br />

welche die Tiefenwirkung der Szene erhöhen. Rest.<br />

(1370906) (19)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

60,5 x 150,5 cm.<br />

Links unten signiert „F. R. Unterberger“.<br />

In profiliertem Rahmen.<br />

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395<br />

JAN SAFARIK,<br />

1886 PROSTÉJOV – 1915<br />

DIE PARISER OPER<br />

Öl auf Leinwand.<br />

59 x 78 cm.<br />

Rechts unten signiert „Safarik“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Blick in das Innere der prachtvollen Oper mit illustrer<br />

Gesellschaft, die gerade eine Vorstellung verlässt.<br />

Die Damen in langen Kleidern mit Mänteln, die Herren<br />

in schwarzen Fracks, teils mit bereits aufgesetzten<br />

Zylindern.<br />

(1371211) (18)<br />

JAN SAFARIK,<br />

1886 PROSTÉJOV – 1915<br />

THE PARISIAN OPERA<br />

Oil on canvas.<br />

59 x 78 cm.<br />

Signed “Safarik” lower right.<br />

€ 15.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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129


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396<br />

FRANZÖSISCHER MALER,<br />

ENDE 18./ ANFANG <strong>19.</strong> JAHRHUNDERT,<br />

MÖGLICHERWEISE JEAN-MARIE HÉMON<br />

ZUZUSCHREIBEN<br />

<strong>Gemälde</strong>paar<br />

WEITE FRANZÖSISCHE LANDSCHAFTEN MIT<br />

BLICK AUF BURG UND SCHLOSS<br />

FRENCH SCHOOL,<br />

LATE 18TH/ EARLY 19TH CENTURY,<br />

POSSIBLY ATTRIBUTABLE TO JEAN-MARIE<br />

HÉMON<br />

A pair of paintings<br />

VAST FRENCH LANDSCAPES WITH VIEW OF<br />

CASTLE AND PALACE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

Je 65 x 80 cm.<br />

Bezeichnet „Hemon“.<br />

Gerahmt.<br />

Die Veduten in Spätlichtstimmung, die befestigten<br />

Schlossanlagen umgeben von Häusern, bzw. mit dahinterliegender<br />

Stadt. Jeweils fein gemalte Details<br />

und Staffagefiguren bis in die Bildtiefe.<br />

(1351874) (11)<br />

Oil on canvas.<br />

65 x 80 cm each.<br />

Inscribed “Hemon”.<br />

€ 14.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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131


397<br />

PETER VON HESS,<br />

1792 DÜSSELDORF – 1871 MÜNCHEN<br />

Peter von Hess war der Sohn des Kupferstechers Carl<br />

Ernst Christoph Hess. Seit 1782 war sein Vater Professor<br />

für Kupferstich an der Kunstakademie Düsseldorf,<br />

von dem er seinen ersten künstlerischen Unterricht<br />

erhielt. Ab 1800 schuf Hess seine ersten Stiche;<br />

meistenteils bevorzugte er hier die Darstellungen von<br />

Tieren. Mit 14 Jahren wurde Hess 1806 als Schüler an<br />

der Kunstakademie in München zugelassen. Seinen<br />

Militärdienst konnte er im Generalstab des Fürsten Carl<br />

Philipp von Wrede ableisten. Diesen begleitete er auch<br />

während der Kriege 1813 bis 1815 und auch zum Wiener<br />

Kongress. In dieser Zeit schuf Hess eine Vielzahl<br />

von Skizzen, welche dann die Grundlage für seine Ölbilder<br />

bildeten, so wie das hier gezeigte <strong>Gemälde</strong>.<br />

1820 wurde er zum bayerischen Hofmaler ernannt. Vor<br />

allem der Adel und Königshäuser gaben bei ihm großformatige<br />

Darstellungen von Schlachten in Auftrag.<br />

DER RUSSISCHE GENERAL GRAF OZAROWSKI UND<br />

DER BAYERISCHE GENERALFELDMARSCHALL<br />

FÜRST WREDE GRATULIEREN SICH ZU EINER<br />

ERFOLGREICHEN ATTACKE AM 23. MÄRZ 1814<br />

Öl auf Leinwand.<br />

109 x 176 cm.<br />

Links unten signiert und datiert „Peter Hess. 1861.“<br />

Ungerahmt.<br />

In weiter Landschaft unter hohem wolkigem teils mit<br />

Rauchschwaden versehenen Himmel stehen im Mittelpunkt<br />

der auf einem Schimmel sitzende russische<br />

General Graf Adam Petrovich Ozarowski, der eine<br />

Gratulation des königlich bayerischen Feldmarschall<br />

Fürst Wrede entgegennimmt. Gerade hatte er mit seiner<br />

Kavallerie den großen Geschützpark des französischen<br />

Marschall MacDonald erobert, der mehr als 30<br />

schwere Geschütze umfasste. Zur Rechten der beiden<br />

Oberbefehlshaber ist die 2. bayerische Division des<br />

Feldmarschalls Wrede, die er seit 1812 anführte, mit<br />

einigen ranghohen Divisionsmitgliedern und Generälen<br />

dargestellt, darunter Fürst Taxis, Fürst Hohenzollern,<br />

Fürst Lichtenstein, und auf einem Braunen<br />

sitzend Lord Bourghersh, der gerade ein Fernrohr einem<br />

Soldaten herabreicht. Auf der linken Bildseite<br />

spricht General Graf Pototzky mit erhobenem rechten<br />

Arm den Truppen seine Zufriedenheit aus, welche mit<br />

erhobenen Säbeln dem General zujubeln. Im Hintergrund<br />

ist eine karge Landschaft mit wenigen, fast<br />

kahlen Bäumen dargestellt. Auffallend im Vordergrund<br />

unterhalb eines frischen Baumstumpfes ein junger<br />

gefallener Soldat, der die Schrecken des Krieges plastisch<br />

veranschaulicht.<br />

Hess weist sich in diesem <strong>Gemälde</strong> als Meister einer<br />

historisch exakten Darstellung aus, die seine Auftraggeber<br />

schätzten. Aus den zahlreichen auf dem Schlachtfeld<br />

gefertigten Studien entstanden im Atelier die großformatigen<br />

<strong>Gemälde</strong>. Die Landschaft wurde mit der<br />

gleichen Authentizität wiedergegeben wie die Wetterlage<br />

und das Kriegsgerät. Lediglich die prachtvollen<br />

Paradeuniformen der Befehlshaber entsprechen kaum<br />

den während der Schlacht tatsächlich getragenen einfacheren<br />

Felduniformen. Teils kleine Retuschen am<br />

Bildrand.<br />

Provenienz:<br />

Privatbesitz der Familie Thiereck, Burg Schloss<br />

Staufeneck bei Piding.<br />

Baronin Hertha Abt, geb. Thiereck (gest. 2013),<br />

Zweibrücken.<br />

Anmerkung:<br />

Dem <strong>Gemälde</strong> ist eine kleine Darstellung beigegeben,<br />

deren ehemalige original Tuschzeichnung von der<br />

Hand des Künstlers stammte, welche die dargestellten<br />

Personen portraitiert und identifiziert, sowie die<br />

Szene beschreibt. Die Portraits hatte Hess wohl schon<br />

auf dem Feldzug 1814 gefertigt. (1350351) (18)<br />

PETER VON HESS,<br />

1792 DÜSSELDORF – 1871 MUNICH<br />

THE RUSSIAN GENERAL COUNT OZHAROVSKY<br />

AND THE BAVARIAN FIELD MARSHAL PRINCE<br />

VON WREDE CONGRATULATE EACH OTHER ON<br />

A SUCCESSFUL ATTACK ON 23 MARCH 1814<br />

Oil on canvas.<br />

109 x 176 cm.<br />

Signed and dated “Peter Hess. 1861.” lower left.<br />

Provenance:<br />

Private collection of the Thiereck family, Staufeneck<br />

Castle near Piding<br />

Baroness Hertha Abt, born Thiereck (died 2013),<br />

Zweibrücken.<br />

Notes:<br />

Enclosed is a small depiction and its former original<br />

ink drawing was by the artist himself portraying and<br />

identifying the depicted persons and describing the<br />

scene. Hess had probably already made the portraits<br />

during the 1814 campaign.<br />

€ 50.000 - € 60.000<br />

Sistrix<br />

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398<br />

PELAGIO PALAGI,<br />

1775 BOLOGNA – 1860 TURIN<br />

HERKULES IM KAMPF GEGEN THANATOS<br />

Öl auf Leinwand.<br />

161 x 227 cm.<br />

Beigegeben eine Expertise von Prof. Fernando<br />

Mazzocca, Mailand 6. Mai 2019, in Kopie.<br />

Der Maler des vorliegenden <strong>Gemälde</strong>s zählt zu den<br />

hervorragenden Künstlern des italienischen Klassizismus.<br />

Neben der Malerei widmete er sich auch der<br />

Architektur und Bildhauerei. Seine Bedeutung lässt<br />

sich ermessen, wenn wir erfahren, dass Johann Wolfgang<br />

von Goethe (1749-1832) eine Medaille mit dem<br />

Bild des Künstlers in seiner Sammlung hielt, dass ferner<br />

der französische Schriftsteller Stendhal (1783-<br />

1842) ihn in seinem Hauptwerk „Die Karthause von<br />

Parma“ öfters erwähnt.<br />

Erste Ausbildung erhielt Palagi an der Accademia di<br />

Bologna. 1806 begab er sich nach Rom an die Accademia<br />

di San Luca, wo er auch das Lehramt übernahm.<br />

Ab 1815 in Mailand, wurde er vom König von Sardinien<br />

und Piemont nach Turin gerufen, um dort ein Denkmal<br />

auf der Piazza del Palazzo di Cittá zu schaffen. 1836<br />

wurde er zum „Maler für die königlichen Paläste“ bestimmt.<br />

Sein Œuvre zeigt dem Klassizismus der Zeit entsprechend<br />

überwiegend Themen der Antike. Die umfangreichen<br />

Kenntnisse darüber erwarb er sich<br />

durch intensive Studien, nicht zuletzt in Folge seiner<br />

umfangreichen Bibliothek, die er dem Archiginnasio di<br />

Bologna überließ. Aufgrund dieser Kenntnisse, aber<br />

auch seiner Sammlung von ägyptischen, etruskischen<br />

und griechischen Antiken war er in der Lage, antikmythologische,<br />

wie auch historistische Bildthemen in<br />

zum Teil neuartiger Sicht darzustellen. Seine Sammlung<br />

bildete einen Grundstock des Museo Civico Archaeologico<br />

in Bologna.<br />

Dieses vertiefte Interesse beweist auch das vorliegende<br />

<strong>Gemälde</strong>. Es zeigt die griechisch-mythische<br />

Legende, wonach Herkules den Totengott Thanatos<br />

besiegt, um Alkestis vom Tod zu erretten. Alkestis<br />

war die Gattin des Argonauten Admetus, König von<br />

Pherae. Die Geschichte wurde schon früh durch Euripides<br />

mit dessen Tragödie bekannt, darüber hinaus<br />

auch von weiteren antiken Schriftstellern wie<br />

Pausanias oder Apollodor verbreitet. Mit dem aufkommenden<br />

Interesse an antiken Stoffen in der Neuzeit<br />

wurde diese Tragödie auch für die Oper und das Theater<br />

neu entdeckt. Vittorio Alfieri etwa verfasste 1798<br />

das Drama „Alceste“ (1714-1787), und Christoph Willibald<br />

Gluck komponierte die gleichnamige Oper, die<br />

1767 in der Wiener Hofburg uraufgeführt wurde. Auch<br />

heute weniger bekannte Opernkomponisten griffen<br />

das Thema auf, etwa Giovanni Battista Lampugnani<br />

und Antonio Marcos Portugal. Deren Aufführungen<br />

erfolgten 1774 in London sowie 1799 in Venedig.<br />

Vor diesem Hintergrund ist auch das große Interesse<br />

an diesem Thema in der Malerei zu verstehen. Jean-<br />

François Peyron schuf 1785 ein entsprechendes <strong>Gemälde</strong>,<br />

welches sich im Louvre befindet. Völlig anders als<br />

die üblichen Darstellungen, die Alkestis zumeist als<br />

Sterbende im Bildzentrum zeigen, stellt Palagi hier den<br />

legendären Kampf zwischen Herkules und Thanatos<br />

dar. Der Gott des Todes, schon mit einem Fuß im<br />

Fluss Lethe, über den er Alkestis in den Hades führen<br />

wollte, wird durch den übermächtigen Herkules mit<br />

seiner Keule vertrieben. Leichenhaft, mit ins Grau<br />

ziehendem Inkarnat, wird Thanatos gezeigt, nur mit<br />

räudigem Fell bekleidet, sein Blick furchterregend. Im<br />

Hintergrund ist vor der Kulisse antiker Bauten die trauernde<br />

Familie der Alkestis zu sehen, die totenbleich<br />

niedersinkt. Die enge Gruppierung der Figuren erinnert<br />

an den traditionellen Chor griechischer Tragödienaufführungen.<br />

Das Bildmotiv des Helden, der die Keule zum Schlag<br />

erhebt, hat Palagi auch in seiner oben genannten plastischen<br />

Statue des Amedeo VI. von Savoyen in Turin<br />

von 1835 in Szene gesetzt.<br />

Figuren des <strong>Gemälde</strong>s finden sich auch in einer Reihe<br />

von Zeichnungen wieder. Eine davon hat Francesco<br />

Rosaspina im Stich veröffentlicht.<br />

Der glückliche Ausgang der Legende war es wohl<br />

auch, der das mythologische Thema so beliebt gemacht<br />

hat. Der Kampf der beiden Titelhelden findet<br />

sich in der Malerei dagegen nur selten. 1860 zeigt Delacroix<br />

Herkules, wie er die zum Leben erwachte in<br />

seinen Armen hält, vom Hades befreit. Frederic Leighton<br />

schuf um 1869 eine Darstellung der auf einem<br />

Laken liegenden Alkestis, ebenfalls mit einer Kampfszene<br />

rechts im Bild. Herbert Thomas Dicksee (1862-<br />

1942) schuf erst 1884 eine entsprechende Darstellung.<br />

Somit war Palagi wohl der Erste, der den<br />

eigentlichen Kampf zwischen Herkules und Thanatos<br />

als selbständiges Thema ins Bild gesetzt hat. A.R.<br />

Provenienz:<br />

Ehemals Privatsammlung, Bologna.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Pelagio Palagi artista e collezionista. Grafis,<br />

Bologna 1976.<br />

Vgl. Claudio Poppi (Hrsg.), Pelagio Palagi pittore.<br />

Dipinti dalle raccolte del Comune di Bologna,<br />

Mailand 1996.<br />

Vgl. Carla Bernardini (Hrsg.): Pelagio Palagi alle collezioni<br />

Comunali d’arte. Palazzo Comunale, Collezioni<br />

comunali d’arte, Bologna/Ferrara 2004.<br />

Vgl. Carla Bernardini, Anna Maria Matteucci, Antonella<br />

Mampieri (Hrsg.), Magnifiche prospettive. Palagi e il<br />

sogno dell’antico, Ferrara 2007.<br />

Vgl. C. Poppi (Hrsg.), L’Ombra di Core. Disegni del<br />

fondo Palagi della Biblioteca dell’Archiginnasio, Ausstellungskatalog,<br />

Casalecchio di Reno 1988, S. 76 f.,<br />

122-125. (1370755) (4) (11)<br />

PELAGIO PALAGI,<br />

1775 BOLOGNA – 1860 TURIN<br />

HERCULES FIGHTING THANATOS<br />

Oil on canvas.<br />

161 x 227 cm.<br />

Accompanied by an expert’s report by Professor<br />

Fernando Mazzocca, Milan, 6 May 2019, in copy.<br />

The painter of the present painting is one of the eminent<br />

painters of Italian Classicism. In addition to painting,<br />

he also devoted himself to architecture and sculpture.<br />

As is typical for the Classicism of the time, his<br />

œuvre mainly shows subjects from antiquity. Through<br />

intensive studies he gained extensive knowledge in<br />

this regard. Thanks to this knowledge, he was able to<br />

present ancient mythological as well as historical subjects<br />

in a partially new perspective. Completely different<br />

from the usual depictions, which mostly show<br />

Alcestis as a dying woman at the centre of the composition,<br />

Palagi depicts the legendary fight between<br />

Hercules and Thanatos. Figures from the painting can<br />

also be found in several drawings. Francesco Rosaspina<br />

published one of them in an engraving.<br />

Provenance:<br />

Formerly private collection, Bologna.<br />

Literature:<br />

cf. Pelagio Palagi artista e collezionista, Grafis,<br />

Bologna 1976.<br />

cf. Claudio Poppi (ed.), Pelagio Palagi pittore. Dipinti<br />

dalle raccolte del Comune di Bologna, Electa, Milan<br />

1996.<br />

cf. Carla Bernardini (ed.), Pelagio Palagi alle collezioni<br />

Comunali d’arte. Bologna, palazzo Comunale, Collezioni<br />

comunali d’arte, Edisai, 2004.<br />

cf. Carla Bernardini, Anna Maria Matteucci, Antonella<br />

Mampieri (ed.), Magnifiche prospettive. Palagi e il<br />

sogno dell’antico, Edisai, 2007.<br />

C. Poppi [ed.], L’Ombra di Core. Disegni del fondo<br />

Palagi della Biblioteca dell’Archiginnasio, exhibition<br />

catalogue, Casalecchio di Reno 1988, p. 76ff., 122-125.<br />

€ 40.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

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137


399<br />

CHARLES HENRI JOSEPH LEICKERT,<br />

1816 BRÜSSEL – 1907 MAINZ<br />

Der Maler zählt neben seinen Lehrern Andreas Schelfhout<br />

(1787-1870), Wijnand Jan Joseph Nuyen (1813-<br />

1839) oder Bartholomäus van Hove (1850-1914) zu<br />

den bekanntesten Landschaftsmalern Hollands im <strong>19.</strong><br />

Jahrhundert. Seine Küstenansichten, Straßenveduten<br />

oder Flusslandschaften, nicht selten mit Windmühlen,<br />

und reicher Figurenstaffage haben ihn weit über sein<br />

Wirkungsgebiet hinaus bekannt gemacht. Seine Feinmalerei<br />

gibt den Bildgegenstand jeweils minutiös<br />

wieder, was gerade im heutigen zeitlichen Abstand<br />

zur Entstehung der <strong>Gemälde</strong> als bedeutende Dokumentation<br />

gewürdigt werden muss. Neben seinen<br />

bekannten holländischen Winterlandschaften finden<br />

sich nicht wenig authentische Stadtansichten seiner<br />

Heimat, aber vor allem auch der Niederlande. In Den<br />

Haag lebte und arbeitete er in den Jahren 1841 und<br />

1848, um danach seinen langen Aufenthalt von 1849<br />

bis 1883 zu nehmen. 1856 wurde er mit der Mitgliedschaft<br />

der Königlichen Akademie von Amsterdam geehrt.<br />

In der Folge bereiste er Frankreich, Deutschland<br />

und Italien.<br />

CHARLES HENRI JOSEPH LEICKERT,<br />

1816 BRUSSELS – 1907 MAINZ<br />

THE TREKVLIET NEAR DEN HAAG<br />

Oil on panel.<br />

29 x 40 cm.<br />

Signed lower left: “Ch. Leickert”.<br />

€ 35.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

DIE TREKVLIET BEI DEN HAAG<br />

Öl auf Holz.<br />

29 x 40 cm.<br />

Links unten signiert „Ch. Leickert“.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Von links kommend bildet der bereits in den Jahren<br />

1344 – 45 gegrabene Kanal eine aufsteigende Diagonale,<br />

die nach Den Haag führt, deren Stadtsilhouette<br />

am abendlich roten Horizont zu erkennen ist.<br />

(1370487) (13)<br />

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139


400<br />

ELIAS PIETER VAN BOMMEL,<br />

1819 AMSTERDAM – 1890 WIEN<br />

FANTASIEANSICHT VON AMSTERDAM MIT<br />

ANKERNDEN BOOTEN UND SCHIFFEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

50,5 x 82,4 cm.<br />

Links unten signiert „J. B. van Bommel“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Stimmungsvolle Ansicht mit zahlreichen Bauten am<br />

Ufer sowie mehreren Staffagefiguren, die sich am<br />

Uferrand oder in Booten befinden.<br />

ELIAS PIETER VAN BOMMEL,<br />

1819 AMSTERDAM – 1890 VIENNA<br />

PHANTASTICAL VIEW OF AMSTERDAM WITH<br />

ANCHORING BOATS AND SHIPS<br />

Oil on canvas.<br />

50.5 x 82.4 cm.<br />

Signed “J. B. van Bommel” lower left.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Anmerkung:<br />

Der Künstler war Schüler der Reichsakademie von<br />

Amsterdam und von dem Landschaftsmaler George<br />

Andries Roth.<br />

Anfänglich malte er Landschaften, ging aber später<br />

dazu über Stadtansichten zu malen, die lebhaft geschmückt<br />

waren. Seine Inspiration holte er sich in<br />

Städten wie Rotterdam, Dordrecht und Amsterdam.<br />

(1371154) (18)<br />

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401<br />

CHARLES HENRI JOSEPH LEICKERT,<br />

1816 BRÜSSEL – 1907 MAINZ<br />

Der Maler zählt neben seinen Lehrern Andreas Schelfhout<br />

(1787-1870), Wijnand Jan Joseph Nuyen (1813-<br />

1839) oder Bartholomäus van Hove (1850-1914) zu<br />

den bekanntesten Landschaftsmalern Hollands im <strong>19.</strong><br />

Jahrhundert. Seine Küstenansichten, Straßenveduten<br />

oder Flusslandschaften, nicht selten mit Windmühlen,<br />

und reicher Figurenstaffage haben ihn weit über sein<br />

Wirkungsgebiet hinaus bekannt gemacht. Seine Feinmalerei<br />

gibt den Bildgegenstand jeweils minutiös wieder,<br />

was gerade im heutigen zeitlichen Abstand zur<br />

Entstehung der <strong>Gemälde</strong> als bedeutende Dokumentation<br />

gewürdigt werden muss. Neben seinen bekannten<br />

holländischen Winterlandschaften finden sich nicht<br />

wenig authentische Stadtansichten seiner Heimat,<br />

aber vor allem auch der Niederlande. In Den Haag lebte<br />

und arbeitete er in den Jahren 1841 und 1848, um<br />

danach seinen langen Aufenthalt von 1849 bis 1883<br />

zu nehmen. 1856 wurde er mit der Mitgliedschaft der<br />

Königlichen Akademie von Amsterdam geehrt. In der<br />

Folge bereiste er Frankreich, Deutschland und Italien.<br />

NIEDERLÄNDISCHE STRANDLANDSCHAFT<br />

BEI ABZIEHENDEM REGEN<br />

Öl auf Leinwand. Wachsdoubliert.<br />

30,5 x 59,5 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

Blick vom Dünenufer über den Sandstrand hinweg<br />

bis zum fernen Horizont, der auf der Meeresoberfläche<br />

durch einen schmalen Lichtstreifen noch einmal<br />

aufleuchtet. Links im Bild leicht höherstehend ein<br />

massiver Rundturm, davor einige Personengruppen.<br />

In der unteren Mitte ein an Land gezogener Kahn in<br />

einem Flachwasser mit Brandungsgischt. Ein im hellen<br />

Licht stehender Segler, dahinter weitere Segelschiffe.<br />

Die dunklen Regenwolken ziehen nach rechts ab, gefolgt<br />

von heller beleuchteten gebauschten Wolken.<br />

(1370678) (11)<br />

CHARLES HENRI JOSEPH LEICKERT,<br />

1816 BRUSSELS – 1907 MAINZ<br />

DUTCH BEACH SCENERY WITH CLEARING SKIES<br />

AFTER A SHOWER<br />

Oil on canvas. Wax relining.<br />

30.5 x 59.5 cm.<br />

Signed lower right.<br />

€ 5.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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141


402<br />

CHARLES HENRI JOSEPH LEICKERT,<br />

1816 BRÜSSEL – 1907 MAINZ, ZUG.<br />

FISCHER AM STRAND IN DER NÄHE EINES<br />

TROCKENGELEGTEN BOOTES<br />

CHARLES HENRI JOSEPH LEICKERT,<br />

1816 BRUSSELS – 1907 MAINZ, ATTRIBUTED<br />

FISHERMEN ON THE BEACH NEAR<br />

A DRAINED BOAT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

78 x 103 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Blick auf einen breiten, sandigen, von der Sonne beschienenen<br />

Strand mit mehreren Fischerfamilien. Im<br />

flachen Wasser drei Segelboote, von denen eins gerade<br />

entladen wird. Linksseitig ein am Strand im Schatten<br />

stehendes Boot, an dem gerade Reparaturarbeiten<br />

durchgeführt werden. Stimmungsvolles <strong>Gemälde</strong> mit<br />

vielen erzählerischen Details unter hohem hellblauen<br />

Himmel mit großen weißen Wolken.<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

78 x 103 cm.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Anmerkung:<br />

Der Künstler begann seine Ausbildung an der Den<br />

Haager Zeichenakademie und arbeitete gleichzeitig<br />

im Atelier von Bartholomeus Johannes van Hove<br />

(1790-1880), Maler von Stadt- und Bühnenbildern.<br />

1850 ging Leickert nach Amsterdam und malte häufig<br />

am Wasser, am Strand und an Flüssen – an Orten<br />

mit viel Aktivität. Er zog es oft vor eine Landschaft<br />

einzufangen, die die Schönheit widerspiegelte.<br />

(13711524) (18)<br />

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403<br />

CHARLES HENRI JOSEPH LEICKERT,<br />

1816 BRÜSSEL – 1907 MAINZ<br />

Der Maler zählt neben seinen Lehrern Andreas Schelfhout<br />

(1787-1870), Wijnand Jan Joseph Nuyen (1813-<br />

1839) oder Bartholomäus van Hove (1850-1914) zu den<br />

bekanntesten Landschaftsmalern Hollands im <strong>19.</strong> Jahrhundert.<br />

Seine Küstenansichten, Straßenveduten<br />

oder Flusslandschaften, nicht selten mit Windmühlen,<br />

und reicher Figurenstaffage haben ihn weit über<br />

sein Wirkungsgebiet hinaus bekannt gemacht. Seine<br />

Feinmalerei gibt den Bildgegenstand jeweils minutiös<br />

wieder, was gerade im heutigen zeitlichen Abstand<br />

zur Entstehung der <strong>Gemälde</strong> als bedeutende Dokumentation<br />

gewürdigt werden muss. Neben seinen<br />

bekannten holländischen Winterlandschaften finden<br />

sich nicht wenig authentische Stadtansichten seiner<br />

Heimat, aber vor allem auch der Niederlande. In Den<br />

Haag lebte und arbeitete er in den Jahren 1841 und<br />

1848, um danach seinen langen Aufenthalt von 1849<br />

bis 1883 zu nehmen. 1856 wurde er mit der Mitgliedschaft<br />

der Königlichen Akademie von Amsterdam geehrt.<br />

In der Folge bereiste er Frankreich, Deutschland<br />

und Italien.<br />

FISCHVERKAUF AM STRAND VON SCHEVENINGEN<br />

Öl auf Holz.<br />

19,2 x 27 cm.<br />

Rechts unten signiert. Verso mit alten Etiketten und<br />

handschriftlichen Vermerken.<br />

In ornamental verziertem Rahmen.<br />

Strandstück mit niedrigem von lockeren Wolken überfangenem<br />

Horizont. Angelandete Segelschiffe beim<br />

Löschen ihrer Ware und an den Fischen interessierte<br />

Scheveninger Bevölkerung.<br />

Provenienz:<br />

Privatbesitz Deutschland. (13711523) (13)<br />

CHARLES HENRI JOSEPH LEICKERT,<br />

1816 BRUSSELS – 1907 MAINZ<br />

FISH SALE ON THE BEACH OF SCHEVENINGEN<br />

Oil on panel.<br />

<strong>19.</strong>2 x 27 cm.<br />

Signed lower right.<br />

€ 12.000 - € 14.000<br />

Sistrix<br />

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143


404<br />

HENDRIK WILLEM MESDAG,<br />

1831 GRONINGEN – 1915 DEN HAAG<br />

SEGELSCHIFFE BEI STÜRMISCHER SEE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

114 x 173 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „1887“.<br />

In vergoldetem kannelierten Rahmen.<br />

Ein vom linken Horizont heranschnellendes Unwetter<br />

bedroht die Segelschiffe, die bis in den Vordergrund<br />

hinein von Gischt umspült und deren Segel<br />

von Möwen umspielt werden, wobei sowohl Gischt<br />

als auch Möwen in reizvollem Kontrast zum Dunkel<br />

der Umgebung stehen.<br />

(1370488) (13)<br />

HENDRIK WILLEM MESDAG,<br />

1831 GRONINGEN – 1915 THE HAGUE<br />

SAILING SHIPS IN ROUGH SEAS<br />

Oil on canvas.<br />

114 x 173 cm.<br />

Signed and dated “1887” lower right.<br />

€ 60.000 - € 80.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

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145


405<br />

PETRUS VAN SCHENDEL,<br />

1806 TERHEIJDEN/ BRABANT – 1870 BRÜSSEL,<br />

ZUG.<br />

LIEBESPAAR IM KERZENLICHT MIT AUSTERN<br />

PETRUS VAN SCHENDEL,<br />

1806 TERHEIJDEN/ BRABANT – 1870 BRUSSELS,<br />

ATTRIBUTED<br />

LOVERS BY CANDLELIGHT WITH OYSTERS<br />

Öl auf Holz.<br />

30,5 x 24,5 cm.<br />

Verso alter gedruckter Sammlungsaufkleber<br />

„EX THESAURO IRENE & STANHOPE SHELTON“.<br />

Im wohl original zugehörigen, schön gearbeiteten<br />

schwarzen Rahmen mit feinen Flammleisten und<br />

Marketerie.<br />

Oil on panel.<br />

30.5 x 24.5 cm.<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Das nicht allzu große, nahezu porzellanartig fein gemalte<br />

Bild zeigt eine junge Frau an einem Tisch, darauf ein<br />

Kerzenlicht, das im dunklen Raum nur die Hauptgegenstände<br />

der Darstellung beleuchtet. In der linken<br />

Hand hält sie ein Weinglas, während ihr der junge<br />

Liebhaber eine Zinnschale auf den Tisch legt, von<br />

dem sie eine der Austern nimmt. Dabei ist das Austernessen<br />

mit einer alten erotischen Konnotation zu<br />

sehen. Am linken Bildrand ist noch ein Krug zu sehen.<br />

Van Schendel war ab 1834 Mitglied der Königlichen<br />

Akademie in Amsterdam. Für seine Portraits, Seestücke<br />

und Landschaften bekannt, zeigt er sich jedoch mit<br />

einem Großteil seines Werkes als Meister der Kerzenlicht-Malerei.<br />

Nicht wenige Marktszenen, Genredarstellungen,<br />

aber auch Portraits hat er in nächtliches<br />

Fluidum getaucht, mit Kerzen- oder Fackelbeleuchtung.<br />

Diese Malweise hatte in den Niederlanden<br />

bereits eine lange Tradition. Nach den sogenannten<br />

Candellight-Masters war es vor allem Godfrid Schalcken<br />

(1643-1706), der für seine Kerzenlichtbilder bekannt<br />

wurde.<br />

Hier besticht eine Feinmalerei, die letztlich ebenfalls<br />

auf niederländische Meister des 17. Jahrhunderts, wie<br />

etwa Mieris, zurückgeht. A.R.<br />

(1371581) (11)<br />

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406<br />

JOZEF JODOCUS MOERENHOUT,<br />

1801 EECKEREN – 1875 ANTWERPEN<br />

Moerenhout lebte zwischen 1824 und 1831 sowie<br />

1853 in Den Haag, in dieser Zeit staffierte er auch<br />

Arbeiten von Andreas Schelfhout (1787-1870) und<br />

Louis Johan Hendrik Meijer (1809-1866).<br />

DIE RÜCKKEHR VON DER JAGD<br />

Öl auf Holz.<br />

46 x 63 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „Jos Moerenhout<br />

1849“.<br />

In weiter bergiger Landschaft, auf einer kleinen steinernen<br />

Terrasse, empfängt eine junge Dame eine<br />

gerade zurückkehrende Jagdgesellschaft. Sie wird<br />

flankiert von zwei großen Vasen auf Sockeln. Hinter<br />

der Dame zwei Bedienstete, von denen eine ein kleines<br />

Kind hält sowie ein weiterer einen geöffneten<br />

Schirm zum Schutz vor der strahlenden Sonne. Der<br />

auf einem prachtvollen Schimmel mit glänzendem<br />

Fell sitzende Reiter begrüßt die stehende Dame mit<br />

erhobenem Hut, dabei wird er begleitet von einer<br />

weiteren Dame auf einem Pferd. Um die beiden herum<br />

zahlreiche Jagdhunde und ihre erlegte Beute, zu<br />

der neben Waldtieren auch Vögel gehören. Auf einem<br />

kleinen Gestell im Vordergrund sind zudem mehrere<br />

sitzende Jagdfalken zu erkennen. Harmonische feine<br />

Darstellung mit vielen Details unter hohem hellblauen<br />

Himmel, in dem die letzten Strahlen der gelblich untergehenden<br />

Sonne zu erkennen sind.<br />

Anmerkung:<br />

Die Landschaften des belgischen Malers waren oft<br />

mit Pferden ausgestattet. Er wurde in Antwerpen<br />

von Hendrik Josef van der Poortens und in Paris<br />

von Horace Vernets ausgebildet. (1371502) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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407<br />

JACOB A. JACOBS,<br />

1812 ANTWERPEN – 1879 EBENDA<br />

Stellte ab 1833 im Antwerpener Salon aus. Ab 1845<br />

in der Royal Academy in London. Bilder seiner Hand<br />

in mehreren bedeutenden Sammlungen des Hochadels<br />

sowie in öffentlichen Museen wie in Antwerpen,<br />

Weimar und München.<br />

KÜSTENSTÜCK IN KONSTANTINOPEL<br />

Öl auf Holz.<br />

62 x 79 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „Jacob Jacobs<br />

1842“.<br />

In ornamental verziertem Rahmen.<br />

Von erhöhtem Standpunkt mit einer verschattet liegenden<br />

Ruine eines Turmes, vor der ein Schäfer seine<br />

Herde antreibt, fällt der Blick ins Tal auf die Stadt, das<br />

blaue ruhige Meer mit wenigen Schiffen und auf den<br />

hohen, fast gänzlich gelb glänzenden Himmel und<br />

der sich im Wasser widerspiegelnden Sonne. Auf der<br />

linken Seite des <strong>Gemälde</strong>s ist im Hintergrund eine<br />

massive Festung mit neu errichteten Minaretten erkennbar,<br />

während im Vordergrund das Stadtzentrum<br />

mit der Hagia Sophia sichtbar ist. Am rechten Bildrand<br />

ist auf der Anhöhe eine weitere Festung im hellen<br />

Sonnenlicht wiedergegeben. Erst auf den zweiten<br />

Blick zu entdecken ist ein bewaffneter alter Mann mit<br />

langem Gewehr vor einer leicht versteckt stehenden<br />

großen Kanone und zwei liegenden Kanonenrohren<br />

im verschatteten linken Vordergrund. Qualitätvolle<br />

malerische, romantische Ansicht von Konstantinopel.<br />

(1371507) (13)<br />

JACOB A. JACOBS,<br />

1812 ANTWERP – 1879 IBID.<br />

COASTAL SCENE OF CONSTANTINOPLE<br />

Oil on panel.<br />

62 x 79 cm.<br />

Signed and dated “Jacob Jacobs 1842” lower right.<br />

€ 13.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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149


408<br />

KNUD LARSEN BERGSLIEN,<br />

1827 VOSS – 1908 KRISTIANIA<br />

Knud Larsen Bergslien war ein norwegischer Maler<br />

der Nationalromantik. Von 1849-1852 besuchte er die<br />

Kunstakademie in Antwerpen. 1852-1854 war er Lehrer<br />

an der Zeichen- und Malschule in Bergen. 1855-1869<br />

lebte er in Düsseldorf, hier übernahm er die Thematik<br />

des Volkslebens und widmete sich auch Themen aus<br />

der norwegischen Geschichte. 1969 kehrte er nach<br />

Norwegen zurück und wohnte in Kristiania.<br />

SKI-BIRCHLEGS, DIE DEN BERG MIT<br />

DEM KÖNIGLICHEN KIND ÜBERQUEREN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

94 x 125 cm.<br />

Links unten signiert, ortsbezeichnet und datiert „K.<br />

Bergslien Christiana 1869.“<br />

Das <strong>Gemälde</strong>, auch „Die Birkebeiner“ genannt, zeigt<br />

Torstein Skevla und Skjervald Skrukka, die 1206 den<br />

Königssohn Haakon Haakonsson retten. Die beiden<br />

Dargestellten auf Skier, durch den winterlichen Wald<br />

fahrend, mit schwerer Bewaffnung mit Lanze, Bogen,<br />

Pfeil und Beil, hinter einem Schutzschild den aus dem<br />

Bild herausblickenden Königssohn warm eingepackt<br />

verbergend. Qualitätvolle bedeutende Darstellung eines<br />

der bekanntesten Historiengemälde des Künstlers.<br />

Birkebeiner nannten sich Rebellen der Zeit des norwegischen<br />

Bürgerkriegs im 13. Jahrhundert. Der Name<br />

rührt von der Propaganda ihrer politischen Gegner, der<br />

Bagler her, weil die Rebellen nach einer anfänglichen<br />

Niederlage in die Wälder flüchten mussten und bei der<br />

Kälte ihre Waden mit Birkenrinde umwickelt hatten.<br />

Die Bagler trachteten dem Königssohn Haakon Haakonsson,<br />

welcher später als König Haakon IV 1217-<br />

1263 Norwegen regieren sollte, nach dem Leben. Der<br />

Sage nach brachten die zwei besten Birkebeiner Skiläufer<br />

zu Weihnachten den Königssohn zu König Inge<br />

II. Wegen der übereilt zu erwarteten Bagler nahmen<br />

sie nicht den normalen Weg durchs Gudbrandsdalen,<br />

sondern zogen bei Frost, Schneetreiben und sehr<br />

schlechtem Wetter über die Berge ins Østerdalen.<br />

Anmerkung:<br />

Bergslien malte hauptsächlich Portraits, aber am<br />

bekanntesten sind seine Historienmalereien, wozu<br />

auch das hier vorliegende <strong>Gemälde</strong> gehört. Die<br />

Bekanntheit des <strong>Gemälde</strong>s wurde auch durch<br />

angefertigte Grafiken verbreitet.<br />

(1371469) (18)<br />

150 Hampel Online Visit www.hampel-auctions.com for around 6.500 additional images.


Detailabbildung Lot 408<br />

KNUD LARSEN BERGSLIEN,<br />

1827 VOSS – 1908 KRISTIANIA<br />

SKIING BIRCHLEGS CROSSING THE MOUNTAIN<br />

WITH THE ROYAL CHILD<br />

Oil on canvas.<br />

94 x 125 cm.<br />

Signed, place name and dated “K. Bergslien<br />

Christiana 1869” lower left.<br />

The painting, also known as The Birkebeiners, shows<br />

Torstein Skevla and Skjervald Skrukka rescuing the<br />

king’s son Haakon Haakonsson in 1206. The two figures<br />

on skis, driving through the wintry forest, heavily<br />

armed with spear, bow, arrow, and axe. The king’s son<br />

is wrapped warmly, hiding behind a shield and looking<br />

straight out of the painting.<br />

€ 35.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

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151


409<br />

EUGEN ALFONS VON BLAAS,<br />

1843 ALBANO LAZIALE – 1931 VENEDIG<br />

Der in Italien geborene Maler war Sohn des bekannten<br />

österreichischen Malers Carl von Blaas (1815-1894),<br />

bei dem er auch seinen ersten Unterricht erhielt. Wie<br />

sein Vater erhielt auch er später eine Professur an der<br />

Akademie in Venedig. Er wurde bekannt durch seine<br />

Genrebilder.<br />

Vor hellblauem Hintergrund das Brustbildnis einer<br />

schönen jungen Frau nach links mit hochgestreckten<br />

roten Haaren, einem weißen Kleid mit weitem Dekolleté,<br />

sowie eine dreireihige Korallenkette um den<br />

Hals. Sie hat ein feines zartes Gesicht und mit ihren<br />

glänzenden Augen blickt sie aufmerksam seitlich<br />

aus dem Bild heraus.<br />

(1371474) (18)<br />

EUGEN ALFONS VON BLAAS,<br />

1843 ALBANO LAZIALE – 1931 VENICE<br />

AN ITALIAN BEAUTY, 1898<br />

DIE SCHÖNE ITALIENERIN, 1898 € <strong>20.</strong>000 - € 30.000<br />

Öl auf Holz.<br />

28,5 x 22,2 cm.<br />

Rechts oben signiert und datiert „E. de Blaas 1898“.<br />

Im dekorativen vergoldeten Rahmen.<br />

Oil on panel.<br />

28.5 x 22.2 cm.<br />

Signed and dated “E. de Blaas 1898” top right.<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

152 Hampel Online Visit www.hampel-auctions.com for around 6.500 additional images.


410<br />

WILLEM KOEKKOEK,<br />

1839 AMSTERDAM – 1895 NIEUWER-AMSTEL<br />

FANTASIEVOLLE NIEDERLÄNDISCHE<br />

STADTANSICHT<br />

Öl auf Leinwand.<br />

85 x 124 cm.<br />

Rechts unten auf Fenstersims signiert „W Koekkoek“.<br />

In dekorativem vergoldeten Rahmen.<br />

Eine in die linke Tiefe ziehende Häuserzeile wird von<br />

einem Gebäude mit prachtvoller Fassade in der Flucht<br />

unterbrochen. Das Gebäude setzt leicht links mittig<br />

einen Akzent auf die fantastische Stadtansicht, bei der<br />

der Maler ein großes Augenmerk auf die unterschiedlichen<br />

Gestaltungen der Architekturen gesetzt hat. Auf<br />

der Straße tummeln sich Menschen bei der Verrichtung<br />

ihres unterschiedlichen Tagewerks, darunter<br />

beispielsweise in der unteren Bildmitte eine Schmiede<br />

mit Schimmel davor, gefolgt von Gemüsehändlern,<br />

Straßenkehrern und Frauen beim Einkauf, sowie einigen<br />

stehenden Frauen mit Kübeln, wohl vor einem<br />

grünlichen Steinbrunnen. Das ungewöhnlich großformatige<br />

<strong>Gemälde</strong> des holländischen Künstlers Willem<br />

Koekkoek vermittelt dabei den Eindruck eines<br />

geschäftigen Sommertages in einer idealen niederländischen<br />

Stadt.<br />

Anmerkung:<br />

Willem Koekkoek stammte aus der holländischen<br />

Künstlerfamilie Koekkoek. Er war der zweite Sohn des<br />

Marinemalers Hermanus Koekkoek der Ältere (1815-<br />

1882) und Enkel des Malers Johannes Hermanus<br />

Koekkoek. Seine Brüder waren Hermanus Koekkoek<br />

der Jüngere, Johannes Hermanus Barend Koekkoek<br />

und Hendrik Barend Koekkoek. Sein Vater folgte der<br />

Familientradition und führte seine Söhne in die Malerei<br />

ein. (1370486) (18)<br />

WILLEM KOEKKOEK,<br />

1839 AMSTERDAM – 1895 NIEUWER-AMSTEL<br />

CITYSCAPE<br />

Oil on canvas.<br />

86 x 125 cm.<br />

Signed below right on windowsill “W Koekkoek“.<br />

This unusually large-scale painting of the Dutch artist<br />

Willem Koekkoek gives the impression of a bustling<br />

summer’s day set in an ideal Dutch city.<br />

€ 75.000 - € 90.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Detailabbildung Lot 410<br />

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155


411<br />

JOHAN-BARTHOLD JONGKIND,<br />

1819 LATTROP – 1891 SAINT-EGRÈVE<br />

BEI GRENOBLE<br />

ANSICHT DER WEEZENBRUG UND DES<br />

VLASMARKT IN ROTTERDAM<br />

Öl auf Holz.<br />

37,5 x 22,3 cm.<br />

Links unten signiert und datiert: 1856.<br />

In ornamental verziertem Rahmen.<br />

Diagonal in das Bildfeld hineinführender Fluss mit Wäscherinnen,<br />

Brücke und städtischer Architektur. Einen<br />

Großteil seines Lebens verbrachte Jongkind in Frankreich.<br />

Er reiste regelmäßig in die Niederlande wo er<br />

sich in der Gegend um Rotterdam inspirieren ließ.<br />

Sein lockerer Pinselstrich verleiht seinen <strong>Gemälde</strong>n<br />

die Direktheit der Werke der <strong>Impressionisten</strong>, wenngleich<br />

er die <strong>Gemälde</strong> in seinem Atelier und nicht plein<br />

air malte. Manet nannte ihn den Vater der modernen<br />

Landschaftsmaler.<br />

Provenienz:<br />

Albert Caressa, Paris.<br />

E.J. van Wisselingh & Co, Amsterdam, Inv. Nr. S3643.<br />

Auktion Sotheby’s Mark van Waay, Amsterdam, 13.<br />

Dezember 1966, lot 26.<br />

Auktion Christie’s, London, 4. Juli 1969, lot 157.<br />

Privatsammlung Großbritannien.<br />

Literatur:<br />

A. Stein, S. Brame, F. Lorenceau, J. Sinizergues,<br />

Catalogue critique de l’Œuvre de Jongkind, Bd. 1:<br />

Peintures, Paris, 2003, S. 111, Katnr. 164.<br />

Ausstellungen und Literatur in den entsprechenden<br />

Ausstellungskatalogen:<br />

Paris, Galerie Georges Petit, J. B. Jongkind, 4. - 23.<br />

November 1921, Kat. <strong>20.</strong><br />

London, Kaplan Gallery, French Impressionist Paintings,<br />

12. April - 27. Mai 1967, Kat. Nr. 8.<br />

Enschede, Rijksmuseum, Twenthe, 7. April - 23. Mai<br />

1971, Kat. Nr. 5.<br />

(13711521) (13)<br />

JOHAN-BARTHOLD JONGKIND,<br />

1819 LATTROP – 1891 SAINT-EGRÈVE<br />

NEAR GRENOBLE<br />

VIEW OF THE WEEZENBRUG AND THE VLASMARKT<br />

IN ROTTERDAM<br />

Oil on wood.<br />

37,5 x 22,3 cm.<br />

Signed and dated lower left: 1856.<br />

In ornamentally decorated frame.<br />

€ 18.000 - € <strong>20.</strong>000<br />

Sistrix<br />

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412<br />

ADRIANUS EVERSEN,<br />

1818 AMSTERDAM – 1897 DELFT<br />

MARKTTAG BEI DER KIRCHE<br />

Öl auf Holz.<br />

19 x 15,3 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

In ornamental verziertem Rahmen.<br />

Diagonal in den Bildraum hineinführender Straßenzug<br />

mit eingefügtem Ostchor einer Kirche und davor<br />

stehenden Marktständen mit minutiös erfasster Figurenstaffage.<br />

Adrianus Eversen war der begabteste<br />

Schüler des Stadtansichtenmalers Cornelis Springer.<br />

Von seinem Lehrmeister übernahm der den kompositorischen<br />

Aufbau, die Ausarbeitung der Details und die<br />

warme Farbpalette. In der Wahl seiner Gegenstände<br />

war er aber freier. Malte Springer vor allen real erfasste<br />

Veduten von Gebäuden und Stadtteilen, arrangierte<br />

Eversen eher capricciohaft, sodass schöne ideale<br />

Stadtansichten entstanden.<br />

(13711515) (13)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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157


413<br />

JACQUES FRANÇOIS CARABAIN,<br />

1834 AMSTERDAM – 1933 SCHAERBEEK<br />

Der niederländisch-belgische Künstler studierte an der<br />

Amsterdamer Kunstakademie. Er schuf hauptsächlich<br />

Stadt- und Gebäudeansichten im Stil des „Romantischen<br />

Realismus“.<br />

DE GOUDEN BRUILOFT<br />

Öl auf Leinwand.<br />

96,2 x 76,2 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „1861“.<br />

In ebonisiertem profilierten Rahmen.<br />

Carabain wurde in Amsterdam geboren und malte mit<br />

Vorliebe romantische Stadt- und Dorfansichten. Sein<br />

Lehrer war der in Amsterdam tätige Valentin Bing<br />

(1812-1895). Carabain besuchte mehrmals Italien,<br />

Frankreich, Österreich und Deutschland und fertigte<br />

auch südfranzösische und italienische Küstenansichten<br />

an, bis er sich 1880 in Brüssel niederließ.<br />

Darstellung einer Dorfansicht mit einer Kirche, aus<br />

deren Portal soeben ein Hochzeitspaar tritt. Mit zahlreichen<br />

sie umstehenden Figuren.<br />

Provenienz:<br />

Belgischer Privatbesitz. (13711510) (13)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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414<br />

WILLY MORALT,<br />

1884 MÜNCHEN – 1947 LENGGRIES<br />

ANKUNFT EINER KUTSCHE AUF HÖHENPLATEAU<br />

MIT DAMENGESELLSCHAFT UND EINEM<br />

WACHSOLDATEN<br />

Öl auf Sperrholz.<br />

39 x 55 cm.<br />

Links unten signiert.<br />

Gerahmt.<br />

Willy Moralt entstammte einer Musikerfamilie und war<br />

Sohn des Malers Paul Moralt, dem Schüler von Carl<br />

Spitzweg. So wird der Maler oft als Großneffe Spitzwegs<br />

bezeichnet, eigentlich jedoch von dessen Bruder<br />

Eduard Spitzweg. Die Begeisterung für die Themen<br />

des Altmeisters der Münchner Schule hat sich im<br />

Werk von Willy Moralt niedergeschlagen. Auch kam er<br />

durch Erbschaft in den Besitz von Skizzenbüchern und<br />

Zeichnungen Spitzwegs.<br />

Wie etliche <strong>Gemälde</strong> Spitzwegs zeigt das Bild hier<br />

eine Höhensituation über einer Talsenke mit gegenüberliegender<br />

Burganlage und einem Städtchen mit<br />

Brücke am Fluss. Im Bildzentrum ein Wachsoldat, der<br />

die ankommen Kutsche betrachtet. A.R.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Konrad Dreher, Willy Moralt. Fröhliche Bilder aus<br />

sonnigem Leben, München 1923.<br />

Vgl. Bruckmanns Lexikon der Münchener Kunst,<br />

Münchener Maler im <strong>19.</strong>/<strong>20.</strong> Jahrhundert, Bd. 6,<br />

München 1994, S. 95-97. (1370613) (11)<br />

€ 3.500 - € 4.500<br />

Sistrix<br />

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415<br />

ENGLISCHER MALER DES <strong>19.</strong> JAHRHUNDERTS,<br />

IM KREIS DES HENRY THOMAS ALKEN D. Ä.,<br />

1785 – 1851<br />

FUCHSJAGD<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

56 x 72 cm.<br />

Verso etikettiert und am Rahmen beschildert.<br />

In profiliertem Rahmen.<br />

In gedeckter Farbpalette präsentiert sich hier ein englischer<br />

Reiter vor seinem Pferd. Im Hintergrund umringen<br />

Jagdhunde einen Reiter mit erlegtem Fuchs. Die<br />

Jagdgesellschaft sprengt im gestreckten Galopp heran.<br />

Präzise, naturnahe Tierdarstellung aus dem Umkreis<br />

des Henry Alken d. Ä., einem englischen Maler,<br />

der sowohl Karikaturen als auch Jagdszenen festhielt.<br />

(1370747) (2) (19)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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159


416<br />

GIACINTO GIGANTE,<br />

1806 NEAPEL – 1876 EBENDA, ZUG./ KREIS DES<br />

<strong>Gemälde</strong>paar<br />

ANSICHTEN MIT DER BUCHT VON NEAPEL<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

Je 32 x 48 cm.<br />

In vergoldeten Prunkrahmen.<br />

Das eine <strong>Gemälde</strong> zeigt von erhöhtem Standpunkt die<br />

in der Ferne liegende Bucht von Neapel. Rechtsseitig<br />

in den fast wolkenlosen hellblauen Himmel ragende<br />

Pinienbäume und im Vordergrund ein Hirte mit Tieren.<br />

Das andere <strong>Gemälde</strong> zeigt die mit zahlreichen<br />

Figuren, Pferden und Pferdekutschen belebte Uferpromenade<br />

von Neapel, vor der im Schatten liegenden<br />

großen Häuserkulisse. Auf beiden <strong>Gemälde</strong>n<br />

jeweils der im Hintergrund rauchende Vesuv unter<br />

hellblauem Himmel zu erkennen.<br />

(1371242) (18)<br />

€ 7.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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417<br />

EMILE HOETERICKX,<br />

1858 BRÜSSEL – 1923 IXELLES<br />

Emile Hoeterickx (1858-1923) war ein belgischer Maler<br />

von Genreszenen, Stadtansichten, Landschaften und<br />

Meereslandschaften. Ausgebildet an der Brüsseler<br />

Akademie, begann er seine Karriere als Dekorationsmaler<br />

am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, dann wurde<br />

er Professor am Institut des Arts et Métiers und an<br />

der Académie d’Ixelles. Er war ein produktiver Maler<br />

und arbeitete abwechselnd in Paris, London und Haarlem.<br />

Im Jahr 1900 erhielt er die Bronzemedaille auf der<br />

Exposition Universelle in Paris und wurde anschließend<br />

zum Chevalier de l’Ordre de Léopold ernannt.<br />

Emile Hoeterickx ist auch bekannt als eines der<br />

Gründungsmitglieder des Künstlerkreises „l’Essor“<br />

aus dem Jahr 1880, dessen Motto „Eine einzigartige<br />

Kunst, ein einzigartiges Leben“ auf den Verbindungen<br />

besteht, die Kunst zum Leben, daher seine Wahl<br />

der Themen, wie in dieser Ankunft des Postschiffs in<br />

Dover, in dem es um das moderne Leben geht. Ihm<br />

schlossen sich bald Fernand Khnopff und James<br />

Ensor an, aber auch Théo Van Rysselberghe; dieser<br />

Kreis organisierte einen eigenen Salon, in dem sich<br />

akademische und Avantgarde-Künstlern trafen und<br />

wo König Leopold II. mehrere Werke kaufte. Am<br />

Schnittpunkt dieser beiden Strömungen entwickelte<br />

Hoeterickx eine persönliche Kunst, die durch seine<br />

Themen in seinem Jahrhundert verwurzelt war.<br />

DAS AUSFLUGSSCHIFF<br />

Öl auf Leinwand.<br />

52,5 x 85 cm.<br />

Links unten signiert und datiert „1883“.<br />

Rahmen mit Betitelung.<br />

In vergoldetem und ornamental verziertem Rahmen.<br />

Diagonal in das Bild hineinführende Wasserfläche mit<br />

abschließender Begrünung und Architekturstaffage.<br />

Zentral ein Dampfschiff mit zahlreichen Ausflüglern<br />

und das Schiff begleitenden Ruderbooten. Abgebildet<br />

ist hier die Willebroekse Vaart, die früher am Garten<br />

und Schloss Laeken in Brüssel und der Domäne Drie<br />

Fonteinen, einem Fluss, Park und Dorf, das heute in<br />

Vilevoorde liegt, vorbeiführte. Wie hier zu sehen ist,<br />

war dieses Gewässer im <strong>19.</strong> Jahrhundert ein beliebtes<br />

Ausflugsziel für die Brüsseler Gesellschaft.<br />

Provenienz:<br />

Privatsammlung, Frankreich. (13711518) (13)<br />

EMILE HOETERICKX,<br />

1858 BRUSSELS – 1923 IXELLES<br />

THE EXCURSION BOAT<br />

Oil on canvas.<br />

52.5 x 85 cm.<br />

Signed and dated “1883” lower left.<br />

€ 15.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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418<br />

SALVATORE CANDIDO,<br />

TÄTIG 1823 - 1869<br />

Der in Neapel tätige Salvatore Candido wird zum Kreis<br />

der Maler um Giacinto Gigante (1806-1876) gezählt<br />

und vereinigte in seinen detailreichen Veduten aus der<br />

Gegend von und in Neapel Einflüsse der Vedutenmalerei<br />

des 18. Jahrhunderts.<br />

<strong>Gemälde</strong>paar<br />

ANSICHTEN VON NEAPEL<br />

Jeweils Öl auf Leinwand.<br />

Sichtmaß: je 25,5 x 40,5 cm.<br />

Jeweils links unten signiert und datiert<br />

„Candido 1853“.<br />

SALVATORE CANDIDO,<br />

ACTIVE 1823 – 1869<br />

A pair of paintings.<br />

VIEWS OF NAPLES<br />

Oil on canvas each.<br />

Sight size: 25.5 x 40.5 cm each.<br />

Each signed and dated “Candido 1853” lower left.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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Das eine <strong>Gemälde</strong> zeigt den Blick auf den Golf von<br />

Neapel mit ankernden Booten am Ufer und dem rauchenden<br />

Vesuv im Hintergrund. Das andere Bild zeigt<br />

die breite Straße mit der Villa Communale im Licht der<br />

Sonne. Beide Darstellungen mit belebter reicher Figurenstaffage,<br />

zu denen sich einige Kutschen gesellen.<br />

Stimmungsvolle Malerei in der typischen Manier des<br />

Künstlers.<br />

(1371241) (18)<br />

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163


419<br />

FERDINANDO PAPPACENA,<br />

TÄTIG IM <strong>19.</strong> JAHRHUNDERT IN ITALIEN<br />

Pappacena war zwischen 1850 und 1890 vor allem in<br />

Neapel tätig. Dort stellte er in verschiedenen Ausstellungen<br />

aus. Später war er häufig in den Pariser Salons<br />

vertreten. Er malte vornehmlich Landschaften und<br />

setzte literarische Themen um.<br />

TARANTELLA<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

100 x 130 cm.<br />

Rechts unten signiert „Pappacena“.<br />

Prächtig gerahmt.<br />

Unter einer weinbelaubten Pergola an einer Meeresküste<br />

hat sich eine Gesellschaft zu Tanz und Wein<br />

getroffen. Die beiden Tanzenden in der Mitte des <strong>Gemälde</strong>s<br />

bilden eine Diagonale, die dem Geschehen<br />

eine große Dynamik verleiht. Die Aufmerksamkeit der<br />

umstehenden Personen ist auf das tanzende Paar gerichtet.<br />

Während diese Szene – in kräftiger Farbpalette<br />

– im Schatten liegt, wird der Hintergrund – ein Ausblick<br />

auf eine Küstenlandschaft und das Meer – von<br />

gleißendem Sonnenschein erhellt.<br />

Durch das angeschnittene Gebäude auf der linken<br />

Seite wird der Betrachter in das Bildgeschehen miteinbezogen.<br />

Die Hell-Dunkel-Effekte und der zentralperspektivische<br />

Aufbau verleihen dem Bild einen<br />

großent Tiefeneffekt.<br />

Ausstellung:<br />

Degas, il ritorno a Napoli, San Domenico Maggiore,<br />

Neapel, 14. Januar - 10. April 2023. (1370752) (4)<br />

(19)<br />

FERDINANDO PAPPACENA,<br />

ACTIVE IN ITALY IN THE 19TH CENTURY<br />

TARANTELLA<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

100 x 130 cm.<br />

Signed “Pappacena” lower right.<br />

Exhibition:<br />

Degas, il ritorno a Napoli, San Domenico Maggiore,<br />

Naples, 14 January - 10 April 2023.<br />

€ 16.000 - € <strong>20.</strong>000<br />

Sistrix<br />

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420<br />

EDGARD FARASYN,<br />

1858 – 1938<br />

KREVETTENFISCHER<br />

Öl auf Leinwand.<br />

88,2 x 120,7 cm.<br />

Links unten signiert.<br />

Der vor allem für seine farbenfrohen Markt- und<br />

Strandszenen mit Fischern berühmte Maler ließ sich<br />

gerne an den Küsten Flanderns und Hollands inspirieren.<br />

Zwischen 1898 und 1913 hielt er sich mehrmals<br />

in Katwijk auf, um das Leben der Fischer auf<br />

Leinwand zu bannen.<br />

Provenienz:<br />

Privatsammlung, Belgien. (13711516) (13)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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165


421<br />

HANS VON BARTELS,<br />

1856 HAMBURG – 1913 MÜNCHEN<br />

Der Künstler studierte zuerst bei dem Marinemaler<br />

Rudolf Hardorff (1816-1907) in Hamburg, dann bei<br />

Adolf Gustav Schweitzer (1847-1914) in Düsseldorf<br />

und bei Carl Wilhelm Friedrich Oesterley (1805-1891)<br />

wiederum in Hamburg. 1885 ließ er sich in München<br />

nieder und wurde 1891 zum Professor für Malerei ernannt.<br />

Thematisch beschäftigte er sich hauptsächlich<br />

mit dem Meer und dem Leben der Fischer, vor allem<br />

der niederländischen Küste.<br />

HANS VON BARTELS,<br />

1856 HAMBURG – 1913 MUNICH<br />

THE RETURN OF THE FISHERMEN<br />

Gouache on paper, on canvas.<br />

60,2 x 54 cm.<br />

Signed with place name München lower left.<br />

€ 15.000 - € <strong>20.</strong>000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

DIE RÜCKKEHR DER FISCHER.<br />

Gouache auf Papier, auf Leinwand.<br />

60,2 x 54 cm.<br />

Links unten signiert und ortsbezeichnet München.<br />

In plastisch verziertem Rahmen hinter Glas gerahmt.<br />

Darstellung einer jungen Frau, die ihre Hand zum Ruf<br />

an die Wange hält, im Hintergrund mehrere wartende<br />

Personen sowie ein anlandendes Segelschiff.<br />

(1371153) (13)<br />

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422<br />

HEINRICH BÜRKEL,<br />

1802 PIRMASENS – 1869 MÜNCHEN<br />

Der Künstler war ein Maler des Biedermeier, er malte<br />

hauptsächlich Landschaften und Darstellungen aus<br />

dem Volksleben der Alpen. Ab 1824 zählte er zu den<br />

ersten und wichtigsten Mitgliedern des neugegründeten<br />

Münchner Kunstvereins, der das Ausstellen<br />

seiner Bilder unabhängig von der Akademie ermöglichte.<br />

Mehrfach reiste er auch nach Italien und blieb<br />

teilweise bis zu zwei Jahre dort. Zu seinen Freunden<br />

zählten Mitte des <strong>19.</strong> Jahrhunderts Carl Spitzweg<br />

(1808-1885) und Adalbert Stifter (1805-1868).<br />

Skizzenhaft angelegtes <strong>Gemälde</strong> mit Blick von erhöhtem<br />

Standpunkt auf schräg nach unten abfallendes<br />

Gelände mit hell belichtetem Steinbruch, dazwischen<br />

Arbeiter und ein Pferdekarren. Rechts Blick in die<br />

Talebene. Virtuose und lockere Pinselführung in der<br />

typischen Art der Vorskizzen.<br />

(13706711) (11)<br />

€ 1.500 - € 2.500<br />

Sistrix<br />

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LANDSCHAFT MIT ARBEITERN AN<br />

EINEM STEINBRUCH<br />

Öl auf Malkarton.<br />

29 x 51 cm.<br />

Verso beschrifteter Aufkleber mit Bestätigung der<br />

Echtheit durch den Enkel von Heinrich Bürkel, mit<br />

Unterschrift.<br />

Hinter Glas gerahmt.<br />

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423<br />

EDUARD SCHLEICH D. Ä.,<br />

1812 HAARBACH – 1874 MÜNCHEN, ZUG.<br />

SOMMERLICHE LANDSCHAFT MIT GEWÄSSER<br />

UND BLICK AUF MÜNCHEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

46 x 76 cm.<br />

Von einem stehenden Gewässer, zu dem ein kleiner<br />

Weg führt, geht nach links der Blick auf eine große<br />

baumbestandene, in die Tiefe der Mitte führende Allee,<br />

auf der ein im Schatten stehendes Paar sowie ein<br />

Planwagen zu erkennen ist. Oberhalb des Gewässers<br />

auf einer grünen Wiese ein Schäfer mit seiner Herde<br />

und im Hintergrund die Silhouette der Stadt München<br />

mit der Frauenkirche, weiteren Türmen der Stadt und<br />

nach rechts führend die alte Ziegelei. Qualitätvolle<br />

Darstellung mit hohem blauen Himmel und nach rechts<br />

dunklen aufziehenden Wolken. Teils Retuschen.<br />

(1361462) (18)<br />

€ 2.000 - € 4.000<br />

Sistrix<br />

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169


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424<br />

GUGLIELMO STELLA,<br />

1828 MAILAND – 1888<br />

FAMILIENSZENE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

140 x 108 cm.<br />

Rechts unten signiert, ortsbezeichnet und datiert<br />

„Guglielmo Stella Venezia 1868“.<br />

In palmettenverziertem Rahmen.<br />

Die Genreszene zeigt einen Jungen, der sein durch<br />

handwerkliche Tätigkeiten erarbeitetes Geld bei seiner<br />

Mutter abgibt. Diese blickt ihn liebevoll an. Ein kleines<br />

Mädchen schaut hinter der Mutter hervor. Beschrieben<br />

werden hier die sozialen Beziehungen sowie die<br />

Tugenden der Mutter und der fleißigen Kinder. Stella<br />

fängt mit kräftigen Farben, sicherer Formgebung und<br />

klarem Bildaufbau die Szene der ärmeren Gesellschaftsschicht<br />

naturgetreu ein.<br />

(13701812) (19)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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425<br />

EUGÈNE VERBOECKHOVEN,<br />

1798/99 WARNETON – 1881 BRÜSSEL, ZUG.<br />

STALLSZENE MIT SCHAFSFAMILIE,<br />

HAHN UND HENNE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

56 x 73 cm.<br />

In Prunkrahmen.<br />

Von links tritt ein helles Licht aus einer nicht sichtbaren<br />

Lichtquelle in den dunklen Stall ein und erleuchtet<br />

ein Schaf mit seinen beiden Lämmern, wobei<br />

diese sich an die Mutter schmiegen und das Schaf in<br />

die Richtung des Lichtes blickt. Am linken unteren<br />

Bildrand picken ein Hahn und eine Henne an einem<br />

umgestürzten Korb.<br />

(13711213) (18)<br />

€ 3.000 - € 4.000<br />

Sistrix<br />

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171


426<br />

FRANZÖSISCHER MALER DES <strong>20.</strong> JAHRHUNDERTS<br />

STEHENDER WEIBLICHER AKT<br />

Öl auf Leinwand.<br />

130 x 53 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Wohl Bozzetto für ein größeres Werk. Am Ufer eines<br />

Flusses, in dessen Wasser sich das Mondlicht wiederspiegelt,<br />

in Frontalsstellung eine junge Frau, die sich<br />

mit ihrem rechten Arm nach oben streckt und in der<br />

Hand ein weißes strahlendes, spiegelartiges Objekt<br />

hält. Die am Ufer wachsenden blauen Schwertlilien<br />

könnten dabei Reichtum und Wohlstand symbilisieren.<br />

(13701814) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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427<br />

ALEXANDER KOESTER,<br />

1864 BERGNEUSTADT – 1932 MÜNCHEN<br />

KANAL MIT DREI ENTEN<br />

Öl auf Leinwand, auf Karton.<br />

46 x 62 cm.<br />

Rechts unten signiert „A KOESTER“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Die Enten auf dem ruhigen blau-grünen Wasser des<br />

Kanals schwimmend, auf dem sich teils die Uferbepflanzung<br />

widerspiegelt. Als Repoussoir im Vordergrund<br />

links ein hoher Schilfbündel. Malerei in der typischen<br />

Manier des Künstlers.<br />

Literatur:<br />

Ruth Stein und Hans Koester, Alexander Koester.<br />

1864 - 1932. Leben und Werk, Recklinghausen<br />

1988, Abb. 972.<br />

(1371467) (18)<br />

ALEXANDER KOESTER,<br />

1864 BERGNEUSTADT – 1932 MUNICH<br />

KANAL MIT DREI ENTEN<br />

Oil on canvas, laid on card.<br />

46 x 62 cm.<br />

Signed “A KOESTER” lower right.<br />

Literature:<br />

Ruth Stein and Hans Koester, Alexander Koester.<br />

1864 - 1932. Leben und Werk, Recklinghausen<br />

1988, ill. 972.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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173


428<br />

CARLO VITALE,<br />

1902 – 1996<br />

HANNIE AUF DER TERRASSE<br />

Öl auf Holzplatte.<br />

90 x 70 cm.<br />

Rechts unten signiert „VITALE“.<br />

In hellem Rahmen.<br />

Auf einer Terrasse lehnt sich eine müde wirkende<br />

Frau mit ihrem linken Arm an eine Brüstung. Verso<br />

eine Skizze eines Mannes an einem Tisch lesend, im<br />

Hintergrund ein Modell.<br />

Der italienische Maler studierte in Pavia, Mailand,<br />

Rom und Florenz. Sein Werk zeichnet sich durch seine<br />

zeichnerische Herangehensweise aus. Auch seine<br />

weichen, zarten Farben sowie die nachdenklichen<br />

Sujets prägen sein Œuvre.<br />

Literatur:<br />

Guido Cribiori, Tra le righe. Ventiquattro maestri del<br />

Novecento italiano attraverso immagini e parole,<br />

Mailand 2023, Tafel 237. (13707512) (4) (19)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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429<br />

FLORIS ARNTZENIUS,<br />

1864 – 1925 DEN HAAG<br />

BLUMENSTILLEBEN MIT ROSEN UND<br />

RITTERSPORN<br />

Öl auf Leinwand, auf Platte.<br />

27,3 x 43,5 cm.<br />

Links unten signiert.<br />

In ornamental verziertem, vergoldetem Rahmen.<br />

Auf einer Tischplatte vor dunkelgrünem Hintergrund<br />

steht eine Vase mit zwei Rosen sowie einem blühenden<br />

Rittersporn. Einzelne Lichtreflexe auf der Vase erhöhen<br />

die Tiefenwirkung.<br />

Arntzenius gilt als Vertreter der jüngeren Generation<br />

der Haager Schule, die vor allem zwischen 1870 und<br />

1920 wirkte. Sie steht in der Nachfolge der Schule<br />

von Barbizon und verhaftete dem Stil des Impressionismus<br />

mit dem Streben der Wiedergabe bestimmter<br />

Atmosphären.<br />

Provenienz:<br />

Vermutlich in der Sammlung von Cornelis Anthonij<br />

van Waning.<br />

Kunsthandel G.J. Nieuwenhuizen Segaar, Den Haag.<br />

Auktion Van Marle, De Sille & Baan, Rotterdam, 1 Juni<br />

1960, Lot 523.<br />

Sammlung C.D. Tukker, Rotterdam. (1370481) (19)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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430<br />

EMILE BAES,<br />

1879 BRÜSSEL – 1954 PARIS<br />

Schüler der Brüsseler und Pariser Akademie sowie<br />

von J. Stallaert. Werke seiner Hand wurden 1903/04<br />

im Brüsseler Salon ausgestellt.<br />

DAS TOR DER LIEBE<br />

Öl auf Leinwand sowie Öl auf Holz.<br />

Höhe inkl. Rahmen: 112,5 cm.<br />

Breite inkl. Rahmen: 150 cm.<br />

Rechts oben am inneren Bild signiert.<br />

Das Kunstwerk besteht aus fünf <strong>Gemälde</strong>n, die zu<br />

einem aufklappbaren Triptychon angeordnet sind.<br />

Gefasst sind sie von einem kunstvoll gearbeiteten<br />

Rahmen, der im oberen Bereich mit aufgelegten Blumenfestons,<br />

im unteren Bereich mit einem Wellenband<br />

verziert ist. Die zwei äußeren <strong>Gemälde</strong> zeigen je<br />

einen jungen Mann und eine junge Dame, die sich<br />

dem Betrachter zuwenden. Eine stilllebenhaft angeordnete<br />

Obstschale verbindet die zwei Portaits wie<br />

auch der parkähnliche Hintergrund, der sich über<br />

beide Werke zieht. Öffnet man das Triptychon so werden<br />

die Innenseiten der Flügel von je zwei Aktdarstellungen<br />

der außen Dargestellten geschmückt. Sie<br />

blicken jedoch keusch zu Boden. Das mittlere <strong>Gemälde</strong><br />

zeigt das Paar innig umschlungen in einer weiten<br />

Naturdarstellung.<br />

Emile Baes widmete sich vor allem Portraits und Aktdarstellungen.<br />

Anfangs noch dem akademischen Stil<br />

verhaftet, ließ er sich immer mehr vom Impressionismus<br />

beeinflussen, dessen pastoser Farbauftrag und<br />

schneller Pinselduktus auch in dem vorliegenden Tiptychon<br />

zu erkennen ist. Abschließbar, Schlüssel nicht<br />

vorhanden, Triptychon ohne Schlüssel zu öffnen.<br />

(1370482) (19)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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175


431<br />

WIENER MALER DES <strong>19.</strong> JAHRHUNDERTS<br />

<strong>Gemälde</strong>paar<br />

PUTTIREIGEN<br />

VIENNESE SCHOOL, 19TH CENTURY<br />

A Pair of Paintings<br />

A ROUNDEL OF CHERUBS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

109 x 210 cm sowie 109 x 174,3 cm<br />

Ungerahmt.<br />

Die zwei <strong>Gemälde</strong> zeigen einen lichten Himmel mit<br />

freudig spielenden Putti. Die Putti des größeren <strong>Gemälde</strong>s,<br />

einer Allegorie des Frühlings, sitzen auf einer<br />

von Schmetterlingen gezogenen Blütenwolke, die<br />

von einem konzentriert blickenden Putti gelenkt wird.<br />

Die Putti des kleineren <strong>Gemälde</strong>s, einer Allegorie<br />

des Herbstes, sind auf einer Wolkenformation situiert.<br />

Sie tragen Gemüse und Obst sowie Wild- und Meeresgetier.<br />

Mittig sitzen zwei sich küssende Putti. Feine,<br />

duftige Malerei, die sehr detailgetreu umgesetzt ist.<br />

Die beinahe stilllebenhaft angeordeten Blumen und<br />

Tiere sind von großer Naturtreue und Farbigkeit.<br />

(13703335) (19)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

109 x 210 cm and 109 x 174.3 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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177


KATALOG V<br />

SCHMUCK, ACCESSOIRES &<br />

ARMBANDUHREN<br />

HAMPEL LIVING<br />

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ONE OF THE LEADING AUCTION HOUSES IN EUROPE<br />

CATALOGUE V<br />

JEWELLERY, ACCESSORIES & WRISTWATCHES<br />

HAMPEL LIVING<br />

Auctions: Thursday, 28 September 2023<br />

Exhibition: Saturday, 23 September – Tuesday, 26 September 2023

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