Contura - RhB

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Contura - RhB

Herbst / Winter 2013 / 14

Contura

Das Magazin der Rhätischen Bahn

Brauchtum

Bündner Bräuche

rund ums Jahr

Aus Berufung

Ein Mann, ein Plan:

der Fahrplaner

Glacier Express

Kleine grosse Welt

im Glacier Express


Freibillett

Alpenrauschen

Flurina stieg in Landquart in die Rhätische Bahn um. Die Plättchen der

elektronischen Anzeige auf dem gegenüberliegenden Gleis klapperten. Wie

müde Augenlider rieselten sie herunter. Aus der Zehn wurde eine Elf. Aus

der Elf eine Zwölf. Nach der 23 kam die Doppelnull und dann nichts mehr.

Der rote Zug auf dem anderen Gleis hatte sich bereits in Bewegung gesetzt.

Er fuhr Richtung Davos.

Sie schaute auf den langen schwarzen Zeiger der Bahnhofsuhr. Noch zwei

Minuten. Die Uhr am Perron gegenüber zeigte die gleiche Zeit. Die roten

Sekundenzeiger bewegten sich im selben Takt. Einmal 360 Grad rundherum.

Auf zwölf Uhr hielten sie kurz inne, machten zusammen mit den Minutenzeigern

einen Sprung und glitten weiter.

Dieses kurze Innehalten sei nötig, um alle Uhren zu synchronisieren. Das

hatte sie einmal gelesen. Die schnelleren wurden abgebremst, damit die

langsameren aufholen konnten. Wie viele Bahnhofsuhren es wohl in der

Schweiz gibt?, fragte sie sich. Und alle zeigen dieselbe Zeit? Aber vor allem:

Wie lässt sich kontrollieren, ob es wirklich so ist?

Das Zugteam begrüsste die Reisenden über Lautsprecher. Der Minutenzeiger

schnellte auf den nächsten Strich. Noch eine Minute. Sie hätte Zeit auszusteigen.

Mit dem nächsten Zug nach Zürich zurückfahren. Oder nach Chur.

Der Sekundenzeiger näherte sich der Zwölf und stand still. Es erschien ihr

wie eine Ewigkeit. Dann sprang er weiter und der Zug setzte sich mit einem

Ruck in Bewegung. Flurina atmete tief durch.

Die Abfahrt hatte etwas Endgültiges, obwohl sie wusste, dass die Bahn

schon bald wieder in Malans halten würde. Doch zum Aussteigen war es

nun zu spät. Sie hatte in Landquart einen Entscheid gefällt, sie war in den

Zug nach Sursass eingestiegen. Nun konnte sie nicht mehr zurück. Auch

wenn sie wieder umkehrte. Sie war sicher, dass die Angst bleiben und vielleicht

noch schlimmer werden würde.

aus: «Alpenrauschen», Sabina Altermatt

© by Limmat Verlag, Zürich

2

www.rhb.ch/contura


Editorial

Traditionsgemäss vorne mit dabei

Sie rollt und rollt, seit bald 125 Jahren: die Rhätische

Bahn. Sie gehört ganz selbstverständlich dazu: zu Grau-

angeht

mit der RhB, auch im 21. Jahrhundert, ist jedoch

nicht selbstverständlich. Und nicht so einfach, wie man

sich das vorstellen würde. Wir bestellen heute Triebwagen

Ivo Hutter und Pendelzüge, die wir in fünf bis zehn Jahren benötigen

und die auch in 40 Jahren noch betrieben werden. Da

Leiter Rollmaterial

braucht es Weitblick, wie und wie oft Menschen sich mit der Bahn dann fortbewegen

wollen. Wer hier nicht jahrhundertelange Erfahrung mitbringt, steht

auf verlorenem Posten. Oder landet vermutlich rasch auf dem Abstellgleis.

Ich garantiere Ihnen: Auf eine topmoderne RhB

können Sie auch in Zukunft zählen.

Jede/r weiss: Die RhB ist eine attraktive Arbeitgeberin in

Graubünden, die drittgrösste in diesem Bergkanton. Mit

Betonung auf: altbewährt, aber nicht altbacken. Rund

1400 Mitarbeitende halten unsere Bahn in Bewegung –

und damit jung. So bilden wir momentan 107 Lernende

aus. Oder sind aktuell auf der Suche nach mehr Frauen

Stephanie im Führerstand. Auch arbeiten bei der RhB ganz selbstverständlich

Talente Teilzeit: zum Beispiel zur Hälfte als

Rielle La Bella

Leiterin Personal

Lokführer und daneben als Linienpilot oder Önologe. Sie

alle gehen meilenweit für die RhB – wie der langjährige Verkehrswegbauer

Walter Gubser. Begleiten Sie ihn in dieser Ausgabe von Contura.

Viel Vergnügen unterwegs auf der gedanklichen Reise

mit der RhB und unseren Mitarbeitenden.

PS: Auf dem Laufenden bleiben mit dem spannenden RhB-Newsletter –

noch heute abonnieren: www.rhb.ch/newsletter

3


Inhaltsverzeichnis


14

Brauchtum Bündner Bräuche rund ums Jahr

20

Tradition

Voll im Saft:

der Bündner Röteli

32 46

UNESCO Welterbe RhB

Bernina – Herrscher über

Legenden und Leidenschaft

Nächster Halt

Engadin Skimarathon:

Hier läuft was!

4

Impressum: © Copyright /Herausgeber: Rhätische Bahn AG, Bahnhofstrasse 25, 7002 Chur | Technische Daten:

r | Fotos: Archiv Rhätische Bahn,

Archiv Graubünden Ferien, Y. Andrea, A. Badrutt, G. Brüngger, Foto Geiger, T. Keller, M. Kobald, G. Krischker,

A. Mettler, Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, © ZHdK, M. Schade, Sedrun Bergbahnen, Chr. Sonder

egger, Tourist Board St. Moritz, S. Triacca | Gedruckt in der Schweiz, Ausgabe Nr. 3, 2013


Contura gibt’s online via

www.rhb.ch/contura oder

als App passend für Ihr iPad.

16 Scena

Es war einmal …

10 Aus Berufung

Ein Mann, ein Plan:

der Fahrplaner

14 Brauchtum

Bündner Bräuche rund ums Jahr

20 Tradition

Voll im Saft:

der Bündner Röteli

24 Fensterplatz

26 Albulalinie

Nachts auf der schönsten

Bahnstrecke der Welt

32 UNESCO Welterbe RhB

Bernina: Herrscher über

Legenden und Leidenschaft

36 Glacier Express

Kleine grosse Welt

im Glacier Express

41

Zahlenkultur

42 Was machen eigentlich …

… die Pistenbully-Fahrer

von Sedrun im Sommer?

44 Berühmte Namen

Die Lok zum Berg: «Bernina»

45 Wir stellen vor

«C 2012»: der älteste

Drittklasswagen der RhB

46 Nächster Halt

Engadin Skimarathon:

Hier läuft was!

50 Aus der Werkstätte

Echt bündnerisch: der

Schlittenbauer aus Sri Lanka

56 Streckennetz

Höhepunkte der

Rhätischen Bahn

58 Gut zu wissen

Grün, rot, orange: die Signale

und Schilder der RhB

60 Wettbewerb

61 Agenda

Die Veranstaltungen

auf einen Blick

62 RhB handlich

Broschüren und Erlebniskarten

63 Railshop

Souvenirs für Gross und Klein

Handlich: RhB-Erlebniskarten

und Broschüren

zum Downloaden.

Webcode 2187

Wie funktioniert der Webcode?

Geben Sie auf www.rhb.ch die entsprechende Nummer im Feld «Webcode»

ein und Sie erhalten mehr Informationen zum jeweiligen Angebot.

5


Scena

Es war

einmal …

Graubünden entdecken:

Zum Beispiel auf der

Engadin Rundfahrt durch

das Inntal. 1579

6 Plakat von 1921: Zuoz – Switzerland – Engadine, Gestaltung: Ernst Emil Schlatter


1 Stunde, 1000 Höhenmeter:

Mit der Arosa Bahn

zu Erholung und Spass im

Luftkurort. 552

Plakat von 1937: Arosa, Gestaltung: Hugo Laubi

7


Ab aufs Eis: Mit den

RhB-Extrazügen zu den

Meisterschaftsspielen

des HC Davos. 974

8 Plakat von 1914: Winter in Davos, Gestaltung: Burkhard Mangold


Historik in St. Moritz:

Mit dem eleganten Pullman

Express aus den

30er-Jahren von St. Moritz

nach Zermatt. 234

Plakat von 1924: St. Moritz, Gestaltung: Carl Moos

9


Aus Berufung

Ein Mann, ein Plan:

der Fahrplaner

Arbeiten bei der RhB:

Wir suchen Menschen

mit Zug – alle Infos

unter 89

10 Weitblick und 35 Jahre Erfahrung: Marco Margadant vor «seinem» Taktfahrplan in Chur


Auf die Minute kommt es an: Chef-Fahrplaner

Margadant sorgt eigenhändig für

Pünktlichkeit – natürlich mit der legendären

Bahnhofsuhr am Arm.

Er ist so etwas wie der Chef des laufenden Fahrplans. Bei ihm und

den Kollegen der Betriebszentrale Landquart laufen die Drähte zusammen.

Und bisweilen auch heiss, wenn draussen Wind und Wetter

den Weichen oder der Stromzufuhr zusetzen. Marco Margadant,

oberster Fahrplaner bei der RhB, entscheidet in Sekundenschnelle,

damit die Züge im Takt bleiben. Pünktlichkeit ist oberstes Gebot.

Ist es ein Spinnennetz? Oder eher ein Schnittmuster, was hier auf dem Tisch


wenn es um Marco Margadants Arbeit geht. Hier sitzt er: der oberste Fahrplaner.

Vor seinem Bildschirm spinnt er gerade Gedanken, wie der Fahrplan

des übernächsten Jahres aussehen könnte: «Wir sind der Zeit immer

voraus. Wir müssen es sein, denn unsere Partner wie SBB oder PostAuto,

welche die Zubringer und Anschlüsse garantieren, planen

auch immer schon eineinhalb Jahre im Vorfeld.»

«Wir sind der Zeit

immer voraus. Das

Im Fingerumdrehen simuliert

müssen wir sein – so

Mit wenigen Klicks entwirft er aufgrund des vorgegebewie

unsere Partner.»

Marco Margadant

Auf dem Bildschirm erscheint ein wirres Gebilde aus

Strichen, das Streckennetz sozusagen. Der erste Durchgang

beim Fahrplanen gehört nämlich dem Fahrweg. «Wobei, um präzise

zu sein: Zuoberst steht immer der Kundenwunsch – soweit er wirtschaftlich

umsetzbar ist. Wir müssen uns fragen: Können wir diese Strecke sinnvoll

betreiben und auslasten?» Nächster Klick, andere Farbe: Der Strecke

werden eine Lokomotive und eine Zugformation mit Wagen zugeordnet.

Und noch ein Klick, wieder in einer neuen Farbe: Der Zug ist bestückt, mit

Lokführer und Zugbegleiter. Das ist zwar Handarbeit, aber nicht mehr wie

früher, als sämtliche Fahrpläne noch von Hand mit Bleistift aufgezeichnet

und mit Stecknadeln an der Wand befestigt werden mussten. Heute

erledigt dies eine Standardsoftware. «Wenn mein PC nicht läuft, kann ich

nur noch die Post leeren. Dann geht hier nichts mehr.» Doch wer meint,

11


Der Teufel steckt

im Detail: Strich

um Strich, Ebene

um Ebene entwickelt

Marco

Margadant seinen

Netzplan – bis

alles perfekt sitzt.

Margadant sitze nur vor dem PC, irrt: 50 Prozent seiner Arbeitszeit verbringt

er mit Koordinationssitzungen – mit Kollegen aus der Produktion,

aber auch mit Beauftragten aus der Personalabteilung.

Von der Pike auf gelernt

Sein Handwerk hat Margadant von Grund auf erlernt. Die ersten Gehversuche

bei der RhB machte er 1974 bis 1978 als Maschinenzeichner in den

technischen Büros der Werkstätten in Landquart. Am 1. April 1979 startete

er die Ausbildung als Lokführer. Bis 1990 kurvte er auf dem ganzen

Streckennetz umher. So auch ein Jahr auf der Bergstrecke von Chur nach

Arosa. «Das war besonders interessant. Technisch, weil wir mit einer anderen

Spannung – 2400 Volt Gleichstrom – unterwegs waren. Praktisch,

weil diese speziellen Triebwagen eher störungsanfällig waren – und die

Strecke auch nicht ohne ist. Im Winter wartete da ab und zu eine Überraschung:

ein Baum, der die Fahrleitung trennte, oder Schneemassen, die

uns am Weiterkommen hinderten.» Unterdessen kennt Margadant fast

jede Schwelle auf den 384 Kilometern RhB. 1990 wurde er Ausbildner der

Lokführer, 1995 übernahm er die Lokleitung. Seine Passion sind die 1500

bis 3200 Kilowatt der RhB-Maschinen. «Lokführer sein ist wie eine Krankheit.

Und auch als Fahrplaner bin ich gerne bei meinen Kollegen an der

Front. Wenn ich die Routen selbst abfahre, spüre ich am besten, wo die

fahrplantechnisch heiklen Stellen sind, und plane realistischer», ist Margadant,

seit 2001 nun Leiter Produktion (oder wie es heute korrekt heisst:

Netzplanung und -steuerung), überzeugt.

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Kopfweh wegen sechs Minuten

Es geht um wenige Minuten, wenn es – neben der Sicherheit – ums oberste

Credo von Margadant geht: pünktlich, pünktlich, pünktlich sein. In 96

Prozent der Fälle ist dies die RhB auch – sprich: Die Züge fahren innert der

erlaubten fünf Minuten Toleranz ein. Heikel wird es bei Baustellen, wo

langsames Fahren angesagt ist. Das frisst am meisten Zeit. Mit den Infrastruktur-Fachleuten

muss er monatelang im Voraus

bewusst Verspätungen einkalkulieren, damit

«Wenn ich die Routen

punkt

sind die Umsteigebahnhöfe von Landquart

selbst abfahre, erkenne ich

die heiklen Stellen.» und Chur. Hier müssen die Gäste die Anschlüsse

Marco Margadant

der SBB erwischen. Sechs Prozent Fahrzeitreserve

und Umsteigezeiten von nur sechs Minuten sieht

Margadant vor. Und dann und wann kann der sonst ruhige Bündner unangenehm

werden. «Eigentlich ist das Fahrplaner-Dasein ein undankbarer

Job: Man muss immer allen auf die Füsse treten. Aber es geht nicht anders.

Das Gerüst muss eingehalten werden, gehauen oder gestochen.» Und

wenn trotzdem alle Stricke reissen, erinnert sich Margadant an den Tipp

eines Polizeikommandanten bei den gemeinsamen Einsätzen am World

Economic Forum in Davos: «Morgen ist ein neuer Tag.» Wie zum Beispiel

im Lawinenwinter 1999, wo die Fahrplaner keinen Tag wussten, wie ihnen

geschieht, sprich: was läuft oder eben auch nicht.

Macht sich einen Sport aus den speziellen Tagen

Wenn wir gerade bei den anspruchsvollen Momenten sind: Wann kommt

Marco Margadant so richtig in Fahrt? «Wenn ich meinen eigenen Fahrplan

machen kann, zum Beispiel während des Swiss Alpine Marathon in Davos»,

gibt er zu Protokoll. Dann erstellt der weitsichtige Churer einen Interimsfahrplan

– mit geplanten Verspätungen! «Natürlich nicht zufällig, sondern

exakt nach Sonderfahrplan, den aber die Kunden nicht im Detail kennen.

Oder besser: kennen müssen. Hauptsache, wir haben die vorgesehenen


grosse Gästezahl transportiert sein will, hat Margadant liebend gerne seine

Finger im Spiel. Dann kann er schalten und walten, wie es ihm gefällt.

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Brauchtum

Bündner

Bräuche rund

ums Jahr

14 Graubünden legt Wert auf den Erhalt seiner Bräuche – hier die romantische «Schlitteda»


Der Erhalt von Brauchtum und Tradition

wird in Graubünden grossgeschrieben:

Das ganze Jahr über pflegen

verschiedene Gemeinden und

Dörfer jahrhundertealte Bräuche.

RhB RailHit: Eine

Person bezahlt, die

zweite fährt umsonst

mit. 2308

Januar

«Dreikönigs- und Sternsingen»

Um den Dreikönigstag ziehen in den katholischen

Gegenden Schülerinnen und

Schüler als die Heiligen Drei Könige verkleidet

von Haus zu Haus. Sie singen

alte und neue Dreikönigslieder, darunter

auch religiöse Weisen aus dem 17. Jahrhundert.

Oft werden die drei Könige von

einem Sternträger, Dienern oder Soldaten

begleitet. In bunten Kostümen und mit

glänzenden Kronen wandern sie durch

die Dörfer und sammeln Geld für Kinderhilfswerke

– und für Süssigkeiten.

15


Februar

«Schlitteda Engadinaisa»

Alljährlich an einem Sonntag im Januar

oder Februar feiern die Oberengadiner

die «Schlitteda Engadinaisa» – das ge-


die «Guiventüna», ein Rat der jungen

Burschen. Mit festlichen Pferdeschlitten

und in der rot-schwarzen Engadiner

Tracht machen sich die Dorfbewohner

an diesem Tag auf zu einer rund zweistündigen

Pferdeschlittenfahrt durch die

verschneite Landschaft. Früher war die

«Schlitteda» ausschliesslich ein Fest für

ledige Paare: Der Bursche lud sein Mädchen

formell zur gemeinsamen Fahrt

ein. Mit der Zeit hat sich der Brauch zu


sowohl Ledige wie auch Verheiratete erfreuen.

Die Feierlichkeiten werden mit

dem «Schlitteda-Ball» beendet.

Februar / März

«Scheibenschlagen»

Am ersten Fastensonntag wandert die

männliche Jugend aus Untervaz sobald

es dunkelt zu sogenannten Scheibenplätzen

oberhalb des Dorfes. Jeder trägt

eine Fackel, eine lange Haselrute und

Holzscheiben aus Buchenholz mit sich.

Oben angelangt, stecken sie die Scheiben

einzeln auf die Rute, bringen sie im Feuer

zum Glühen und schleudern sie dann

mit Schwung von der Abschussrampe ins

Tal hinunter. Jede Scheibe wird begleitet

von einem Ruf: einer Widmung für

ein Mädchen oder eine ledige Frau. Die

Musikgesellschaft begleitet danach den

Fackelabzug mit Blasmusik. Zurück im

Dorf besuchen die Burschen die Mäd-

lich

wird die Tradition auch in der Surselva

noch heute gelebt.

16

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März

«Chalandamarz»

Am 1. März ziehen Schulkinder – meist

in blauen Bauernkitteln und roten Zipfelmützen

– am frühen Morgen mit Kuhschellen

und Peitschen durch die Dörfer

und singen Lieder. So wird der Winter

lautstark vertrieben. Schön dargestellt

wird der «Chalandamarz» im Kinderbuch

«Schellenursli». Der Brauch, der im Engadin,

Münstertal, Bergell, Puschlav, Misox,

Oberhalbstein und Albulatal ausgeübt

wird, gestaltet sich von Dorf zu Dorf

verschieden: Die Scuoler duellieren sich

im Peitschenknallen, der Ftaner «Chalandamarz»

gleicht einem Fasnachtsumzug

– die Burschen sind kostümiert und

hauen die Mädchen mit aufgeblasenen

Schweinsblasen. In Poschiavo und im

Misox wird ein Schneemann als Symbol

des Winters verbrannt.

April

«Hürnä»


Männer und Burschen in Furna an zwei,

drei Sonntagen zum «Hürnä», einer einfachen

Form des Spiels Hornussen, wie

man es nur in diesem Prättigauer Dorf

kennt und spielt. An der tiefsten Stelle

des Hangs wird die hölzerne Schlaglatte

aufgestellt, etwa 20 Meter oberhalb


Schläger ist es, den «Huri» – die hölzerne

Spielscheibe, ähnlich einem Eishockey-Puck

– mit dem zwei Meter langen

Haselstock von der Schlaglatte ins Zielfeld

zu schleudern. Die Fänger andererseits

versuchen, den Huri mit Fangschindeln

in der Luft zu stoppen. Jeder Huri,

der im Zielfeld nicht abgefangen wird,



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Mai

«Maiensässfahrt»


in Chur jedes Jahr an einem sonnigen Tag

im Mai die «Maiensässfahrt» der Schuljugend

statt: Morgens um sieben Uhr

wandern die rund 3 000 Schulkinder mit

ihren Lehrerinnen und Lehrern durch das

Obertor aus der Stadt hinaus und zu den

umliegenden Maiensässen hinauf, wo

sie den Tag in den Bergen beim Spiel und

Bräteln geniessen. Am Abend empfängt

die Spalier stehende Stadtbevölkerung

die Schulkinder, die durch die Strassen

von Chur zur Quaderwiese ziehen, wo

sammen

das Churer Stadtlied und das

Maiensässlied singen. Als Höhepunkt

gilt der Moment, wenn eine Lehrperson

den Kindern zuruft: «… und

moora isch schualfrei!».

Die Alpenstadt:

Chur bietet Bergzauber

und Stadtleben.

2203

Mai / Juni

«Kränzli und Tschäppel»


Mütter und Grossmütter im Prättigau

Enzian, Vergissmeinnicht, Hahnenfuss,

Gänseblümchen und andere Frühlingsblumen,

die auf den Prättigauer Wiesen


Töchter und Enkelinnen in sorgfältiger

Handarbeit Haarkränzchen. Für die Buben

gibt es kleine Sträusschen, sogenannte

«Tschäppel», die am Revers befestigt

werden. So geschmückt und in

feiner Tracht oder Kutte besuchen die

Dorfbewohner dann gemeinsam den

Gottesdienst. Die Kinder aus Luzein und

Pany werden sogar mit Ross und Wagen


verbringen die einzelnen Dörfer unterschiedlich,

oft mit einem festlichen Umzug

vor oder nach dem Gottesdienst.

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November

«Kastanien-Klopfen»

Den eigentümlichen Brauch des Kastanien-Klopfens

kennt man nur im Bergell.

Hier werden die Kastanien in speziellen

Dörrhäusern, den «Cascine», fünf

bis sechs Wochen lang getrocknet. Bei

einem geselligen Fest im November

«klopfen» die Bergeller dann die Kastanien,

um die Frucht von der Schale zu

trennen. In einem grossen Teil der italienischen

Schweiz und im bündnerischen

Bergell spielte die Edelkastanie während

Jahrhunderten in der Ernährung

eine bedeutende Rolle. Wichtig war insbesondere

auch die Aufbewahrung der

Früchte, die in den kleinen, zu diesem

Zweck errichteten Gebäuden erfolgte.

Noch heute ehren die Bergeller jedes

Jahr «ihre» Kastanie: mit dem Kastanienfestival

im Herbst.

Dezember

«Barchinas»

In Scuol feiert die Dorf bevölkerung zum

Jahresende am 31. Dezember den alten

nas»,

rätoromanisch im Idiom Vallader


aus heidnischer Zeit: Am Silvesterabend


aus Nussschalen oder Rindenholz mit

nem

Docht, zünden ihn an und legen


der alten Scuoler Quartiere. Dem Sinn

nach feiert der Brauch die Wintersonnenwende

vom 21. oder 22. Dezember,

er wurde aber womöglich durch das

christliche Weihnachtsfest nach hinten

verdrängt. Die schwimmenden Lichter-


Licht, das die Nacht durchdringt.

19


Tradition

Voll im Saft:

der Bündner Röteli

20 Ausgewogenheit ist das A und O, weiss Rico Kindschi, Hersteller des Kindschi Bündner Röteli


Bündner «Zwipf»: Die RhB-

Marenda-Box ist gefüllt mit

Bündner Spezialitäten –

unter anderem einem Röteli

von Kindschi. 33

Man braucht nicht rot zu werden, wenn man ihn (noch) nicht kennt.

Doch wer den dunkelroten, traditionsreichen Gewürztrank erst

einmal für sich entdeckt hat, dem wird warm ums Herz. Denn er

weckt Feriengefühle – oder Heimweh. Für alle Davos-Fans, die auf

dem Weg ins Landwassertal auch in Schiers einen Halt einlegen

wollen: für ein Glas Röteli von Kindschi Söhne AG.

«Mein Grossvater, der war so ein richtiger Charmeur. Er zog von Hof zu Hof

– und machte den Bauernfräulein buchstäblich den Hof. Ganz en passant

entlockte er jeder ihr Geheimnis. Und so entstand es: unser Geheimrezept

für den Bündner Röteli», stellt Rico Kindschi nüchtern fest. Der trockene

Schalk eines Berglers steht ihm ins Gesicht geschrieben. Die Davoser Wein-


den Ohren, als es um die richtige Zusammensetzung dieses feinen Tropfens


Dieser «Chriesi-Schnaps» – eigentlich ein Likör aus Trockenkirschen –bringt

Heimwehbündner nicht erst seit heute ins Schwärmen.

Wer hat’s erfunden? Die Walser

Rötelis gab es einst wie Sand am Meer. Oder mit den Worten von Rico Kindschi:

«Röteli-Rezepte gibt’s so viele wie Schwiegermütter, sagt man.» Jede

Bauernfrau in und um Davos, im Prättigau, im Domleschg und sogar bis in

die Hauptstadt Chur hat ihren eigenen Röteli zu Hause angesetzt. Wo der

Röteli ist, waren auch die Walser. Dieser Bergstamm, der einst aus dem

Wallis über die Pässe nach Graubünden vorstiess, hat diesen Zaubertrank

21


Für den feinen

Röteli braucht

es schaufelweise

edle Kirschen

und Gewürze.

erfunden und verbreitet. Von Familie zu Familie, von Generation zu Generation

wanderten die Rezepte. Im Prinzip ist der Röteli nichts anderes als

Wasser, Schnaps, gedörrte Kirschen und Gewürze. Getrunken wurde das

feine Mazerat damals zur Silvesternacht. «Dann läuteten die verheirateten

Männer das Altjahr aus. Und das neue Jahr wurde durch die Junggesellen

eingeläutet. Sie zogen los, von Hof zu Hof, um Glück und Segen zu wünschen,

zum neuen Jahr und im Stall. Oder genauer: um den Töchtern des

Hofs den Hof zu machen. Als Belohnung gab es jeweils einen Schluck Röteli.

Und der Schlucke wurden mehr und mehr – und der guten und bisweilen

auch frommen Wünsche ebenso», schmunzelt Kindschi, der dieses Ritual

noch selbst mitgemacht hat. Er, aufgewachsen in Davos Dorf, wo nicht weit

vom Bahnhof Dorf bis 2012 die Produktionsstätte von Kindschi Söhne AG

gestanden hat, ist auch um die Häuser gezogen. Es sei eine Art von Dating

gewesen, lange vor Internet und Facebook. Freundschaften und auch

Liebschaften fürs Leben seien hier entstanden, dank des Liebestranks.

Der Beste ist der Ausgewogenste

«Ein guter Röteli soll im Gaumen eine Vielfalt von Geschmacksnoten freisetzen.

Kein Gewürz darf vorherrschen. Ausgewogenheit ist das A und O»,

erklärt Kindschi. Und weist nicht ganz ohne Stolz auf die 100 000 Liter hin,

die er jährlich produziert. Tendenz steigend. Davos ist klar Nummer eins

bei der Herstellung des Likörs. Und wie macht man einen guten Röteli?

Zuerst brauche er hochqualitative Dörrkirschen. Wie bitte: Kirschen in Davos,

auf 1500 Metern über Meer, weit über der Fruchtbaum-Grenze? Ganz

früher hätten die Säumer mit ihren Lasttieren die getrockneten und lange

haltbaren Köstlichkeiten aus Italien und dem Orient hergebracht. Später

habe er diese in der Schweiz beziehen können. Nun aber müsse er die drei

bis vier Tonnen Kirschen aus der Türkei anliefern lassen, weil die Schweizer

nicht mehr genügend Menge garantieren könnten. Auf 240 Kilogramm

Kirschen pro Stahltank kommen 16 Kilogramm Gewürze: Zimt, Vanille, Nelken

und Kardamom – der Rest bleibt geheim. Dazu kommen 2000 Liter

Kernobstschnaps, zumeist Apfel oder Birne, mit einem Alkoholgehalt von

40 Prozent. Fünf Monate liegen die Kirschen im Saft. Ab und zu werden sie

durchgerührt. «Es geht darum, dass der Schnaps möglichst viele Aroma-

22

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den feinen Bittermandelton verleihen.» Danach werden die eingelegten


Nektar wird mit Wasser verdünnt, auf die gewünschten 22 Volumenpro-


grosse weite Welt spediert: als Bündner Röteli, verpackt mit der bekannten

Etikette. Zum Beispiel nach Bangkok, wo ein Schweizer typische Spezialitäten

anbietet. Auch das World Economic Forum war schon Abnehmer

von Röteli, der den Teilnehmenden in «Alphörnli» aus Glas serviert wurde.

Man kennt und liebt ihn

«Sie können sich nicht vorstellen, welche Emotionen unser Röteli weckt.

Beziehungsweise neuerdings der Steinbock», berichtet Kindschi. Als er und

sein Werber nämlich beschlossen, das Sujet auf der Etikette zu verändern,

meldete sich allerhand Kundschaft. Die einen schwärmten, weil sie sich jetzt

noch näher an den Bündner Bergen wähnten, andere

meinten eine Veränderung im Geschmack festge-

«Der Name kommt von


den roten Kirschen.»

sein kann, denn das Rezept blieb haargenau dasselbe.

Rico Kindschi

Seit Generationen. Und seit Kindsbeinen arbeitet Rico

Kindschi im Betrieb mit. In Berlin erlernte er einst am

Institut für Gärtechnologie das Schnapsbrennen.

Dann destillierte er eineinhalb Jahre bei Volg, bevor

er zusammen mit seinem Bruder das Geschäft

übernahm. «Ob es eine sechste Generation geben

wird, die den Betrieb weiterführt, wissen wir noch


wir auch nochmals tüchtig», erklärt Kindschi. Per

2012 sind die Kindschis talwärts gezogen – wie

einst ihre Vorfahren, die Säumer. Nach Schiers,

auch eine Walsersiedlung übrigens. Dort steht die

topmoderne Produktions- und Verkaufszentrale,

gerade vis-à-vis dem Bahnhof. Und Rico Kindschi

pendelt: mit der RhB zum neuen Arbeitsplatz.

23


Fensterplatz

1-Franken-Vergnügen:

Freipass für Pistenspass

in ausgewählten

Winter sportregionen!

222

Shep Sonstegard (23)

aus Minnesota in den

USA ist auf dem Weg

von Bergün nach Basel.

«Ich bin schon fast das ganze Netz der

Rhätischen Bahn abgefahren.»

Entschuldigung, dürfen wir uns

kurz zu Ihnen setzen?

Excuse me? I don’t understand.

ist die Schweiz ein sehr schönes Land –

und vom Zug aus kann man die einmalige

Aussicht richtig geniessen.

Oh, Sie sprechen Englisch.

Woher kommen Sie?

Aus Minnesota, USA. Das liegt im Norden

des Landes, an der Grenze zu Kanada.

Und was verschlägt Sie nach Bergün,

in diesen Zug der RhB?

Ich reise gerade für zwei Monate durch

die Schweiz und bin immer mit dem Zug

unterwegs. Mein Vater und mein Bruder

sind ebenfalls hier, in Basel – da fahre

ich jetzt auch hin, via Chur.

Was haben Sie in Bergün gemacht?

Heute war ich snowboarden. Aber ich

war auch einmal beim Nachtschlitteln,

das war wirklich grossartig! Überhaupt

Wo sonst waren Sie in der Schweiz noch

unterwegs?

Ich habe auch St. Moritz, Davos und Laax

besucht – dort hat mir das Snowboarden


Dann sind Sie heute nicht das erste Mal

mit der RhB unterwegs …

Nein, tatsächlich nicht. Ich glaube, ich

bin schon fast das ganze Netz der RhB

abgefahren.

Und was hat Ihnen unterwegs mit der

RhB am besten gefallen?

Das ist einfach: Die Fahrt mit dem Glacier

Express war fantastisch! Das würde ich

jedem Touristen weiterempfehlen.

24

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Anette Joos mit ihrem

Mann Ingo Geiselhart

und den zwei Söhnen

Lukas und Fabian.

«Dass die RhB die Schlittelstrecke von Bergün


Grüezi! Sie sehen eindeutig nach

Schlittenfahrern aus. Fahren Sie grad

nochmals hoch nach Preda?

Ja, wir warten auf den Zug hinauf nach

Preda. Aber das Schlittelabenteuer ist für

heute zu Ende.

Und weshalb fahren Sie nochmals rauf

nach Preda?

Wir übernachten jeweils dort. Wir waren

schon einige Male hier zum Schlitteln –

das ist jetzt … das vierte Mal.

telstrecke

von Preda nach Bergün …

Und wie! Sie ist super lang – das ist wirklich

toll. Und dass wir dank der Tageskarte

der RhB beliebig oft wieder rauf

nach Preda fahren können, ist besonders

praktisch. Aber wir kommen natürlich

nicht nur zum Schlitteln hierher.

Uns gefallen auch die Gegend und die

vielen kleinen Dörfer hier.

Verstehen Sie denn das Schweizerdeutsch,

das in diesen Bündner Dörfern

gesprochen wird?

Unsere Stadt, Weingarten in Baden-

Württemberg, ist nur eine gute halbe

Autostunde vom Bodensee und der

Schweizer Grenze entfernt. Und wir waren

wie gesagt schon öfter hier. Schweizerdeutsch

ist also kein Problem für uns

– zumindest das Verstehen …

Dann waren Sie bei Ihren Besuchen

hier also auch schon öfters mit der RhB

unterwegs?

Wir sind oft mit der Bahn unterwegs

– auch zu Hause in Deutschland. Auf

den Zugfahrten mit der RhB ist aber die

Landschaft schon ganz besonders schön.

25


Albulalinie

Nachts auf

der schönsten

Bahnstrecke

der Welt

Bahnerlebnisse:

Für Bahnliebhaber und

Nostalgiker hat die RhB

ideenreiche Bahnfahrten

im Angebot. 233

26 www.rhb.ch/contura


Nachts unterwegs auf den Gleisen der RhB – eine aussergewöhnliche Atmosphäre

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Die RhB-Strecke zwischen Bergün und Preda ist schon tagsüber ein

Erlebnis. Nach 22 Uhr wird sie zum exklusiven Abenteuer. Verkehrswegbauer

Walter Gubser lässt sich von Contura bei der Arbeit über

die Schulter blicken – unterwegs auf den Gleisen der RhB.

Warum nur wollen eigentlich alle als kleine Buben Lokführer werden? Die

wahren Helden der Eisenbahn sind nämlich nicht sie, sondern die Männer

in ihren orangen «Gwändli». Walter Gubser ist einer von ihnen. Er führt

uns in dieser Frühlingsnacht über die Albulalinie der Rhätischen Bahn.

Unzählige Sterne leuchten die Gleise, Viadukte und Kehrtunnel aus, ab


nach 22 Uhr ist der letzte Zug zwischen Bergün und Preda durchgefahren,

nun gehört die Strecke uns, und wir tun etwas, das nur wenigen Menschen

erlaubt ist: Wir laufen zwischen den Schienensträngen, über Brücken und

lassen uns von Gubser hinter die Kulissen dieser Strecke führen, die zum

UNESCO Welterbe gehört.

Harte Arbeit – damals wie heute

Der Verkehrswegbauer kennt jeden Meter, jede Schwelle und wahrscheinlich

auch jeden Schotterstein. Das ist nicht übertrieben: «Unsere Erkennungsmelodie

war früher das Tic, Tic, Tic, Tic», erzählt er. Das Geräusch

kam von den Gramper genannten Gleisarbeitern, die immer zu viert mit

ihren Pickeln den losen Schotter unter die Schwellen beförderten. «Und


wurden zuerst Gleismonteure, dann Verkehrswegbauer. Das Grampen selber

besorgt heute ein Stopfhammer. Doch

weniger hart ist die Arbeit nicht geworden.

Gubser, der sich gerne auch mal als eidg.

dipl. Schottersteinunterschlagungsbeamter

bezeichnet, ist während 10 bis 15 Wochen

pro Jahr nachts unterwegs. Anders geht

es bei den intensiven Zugfrequenzen gar

nicht. Und ob es dann 25 Grad unter null

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www.rhb.ch/contura


UNESCO Welterbe RhB:

Die Albulalinie – eine

Meisterleistung in Sachen

Bahntechnik und Linienführung.

2180

Auch nachts

ist Wachsamkeit

gefragt: Die

Arbeit auf den

Gleisen ist nicht

ungefährlich.

ist, ob es schneit oder «nur» regnet: Ausgefahrene Schienen müssen ersetzt,

Rutsche beseitigt, Weichen von Eis und Schnee befreit werden. «Am

Anfang geht’s noch, doch so ab zwei Uhr in der Nacht zerrinnt dir die Zeit

zwischen den Fingern. Du pickelst, schaufelst, kontrollierst die Befestigungen,

schaust auf die Uhr, legst noch einen Zahn zu, schon kommt der

erste Zug.» Pause? In der Nacht meist im Stehen. Essen? Aus dem Rucksack.

Schnee gegen Eis

Auf dem Weg von Schwelle zu Schwelle, die jeweils 60 Zentimeter Abstand

haben, weist Gubser auf die Schotterkronen, diese symmetrisch perfekten

Steinwälle links und rechts der Gleise. Die wirken wie Kunstwerke, doch

sie stehen da nicht um ihrer Schönheit willen: «Die Kronen sind essenziell

für die Stabilisierung des Schienenwegs und werden von uns besonders

überwacht.» Dann erreichen wir den Zuondra-Tunnel und staunen: Der

Boden des Tunnels ist selbst jetzt, im Frühling, noch mit Schnee bedeckt.

«Den schaufeln wir gegen die Kälte hinein», sagt Gubser. «Sonst gefriert

das Wasser der Tunnel-Entwässerung im Boden.» Vor Jahren wollte ein besonders

kluger Kopf die Zeit für das Schneeschaufeln einsparen: «Das Eis

wuchs immer wieder weit über die Schienen und wir haben gepickelt wie

29


Walter Gubser in

seinem Element:

bei der nächtlichen

Kontrollfahrt auf

«seinen» Gleisen.

die Wahnsinnigen. Tagelang.» Ein anderes Mittel gegen die Kälte wählte

man beim Rugnux-Tunnel: Zwischen den Zugsdurchfahrten wird er jeweils

mit Toren verschlossen.

Traumjob – auch ohne Applaus

Gubser kann sich keinen schöneren Job vorstellen. Auch wenn er mal die

Überreste eines unter den Zug geratenen Hirschs beseitigen muss. Auch

wenn seine Arbeit so nah bei den Stromleitungen und im steilen Gelände

gefährlich ist. Auch wenn er einmal Todesangst hatte: Er war nachts mit

der Draisine – dem kleinen Schienenfahrzeug – unterwegs,

als ihm plötzlich im Tunnel ein Scheinwerferpaar

«Wir sind stolz, wenn

entgegenkam. Er schloss mit dem Leben ab. Doch die

Zug und Passagiere

Scheinwerfer gehörten zu einem Auto und leuchteten

sicher auf den Gleisen von der nahen Strassenkurve einen endlosen Augenblick

lang in den Tunnel hinein. Solche Schrecken ge-

der RhB fahren.»

Walter Gubser

hen vorbei, die Freude bleibt: «Wir sind verantwortlich

für den Unterhalt der Fahrbahn und Kunstbauten, für


Gleis-Umgebung und vieles mehr – und dies in einer wunderschönen Gegend»,

sagt Walter Gubser. «Sicher sind wir auch stolz, wenn der Zug und

seine Passagiere sicher auf ‹unserem› Gleis vorbeifahren, das wir gerade

umgebaut oder gerichtet haben.»

Am nächsten Morgen stehen wir auf dem Bergüner Bahnhof. Unser Zug

fährt ein, ein paar Touristen winken dem Lokführer zu. Weiter hinten ist

eine Handvoll orange gekleideter Männer unterwegs. Denen winkt keiner.

Text: Franz Bamert

30

www.rhb.ch/contura


Das dampfende Ungeheuer

Nicht immer dient der Schnee auf den Gleisen als Isolation – nicht

immer ist der Schnee auf den Gleisen deshalb erwünscht: Bis

zu zehn Mitarbeitende der RhB kämpfen sich im Winter mit der

Dampfschneeschleuder Xrot 9213 durch die manchmal meterhohen

Schneemauern an der Bernina.

Die RhB besitzt die weltweit einzige noch in Betrieb stehende Dampfschneeschleuder.

Über hundert Jahre ist das 60 Tonnen schwere Ungeheuer

alt. Auf der Berninalinie schleudert das rotierende Drei-Tonnen-Blatt der

Xrot 9213 im Winter mühelos den Schnee von den Schienen. Im Ernstfall


das Bahntrassee von Steinen oder ganzen Bäume befreien. Für die Mitarbeitenden

ist die Arbeit im Innern des Ungeheuers aber alles andere als

mühelos: Dampf und Rauch überall, schlechte Sicht, schier unerträgliche


Lokführer und Heizer aus.

Das muss man erlebt haben! Und die RhB macht’s möglich. Eine Fahrt

mit dem heissen Unikum von 1910 ist für Bahnnostalgiker unvergesslich:

Hautnah kann der Kampf gegen die Schneemassen miterlebt werden, ein

Reisebegleiter erklärt die technischen Details – von den Ölschmierungen

bis zum Heizvorgang. Und

die Fahrt lohnt sich doppelt:

Die Strecke gehört

zum UNESCO Welterbe. Die

Fahrt mit dem Schleuderzug

führt von Morteratsch

auf die Alp Grüm oder von

Cavaglia nach Ospizio Bernina.

Im Ristorante Albergo

Alp Grüm warten Engadiner

Spezialitäten: Mensch

und Maschine haben sich

eine Pause verdient.

Ein kleines Weltwunder:

Erleben Sie eine Dampfschneeschleuderfahrt

mit

dem Bernina-Ungeheuer.

988

31


UNESCO Welterbe RhB

Bernina: Herrscher

über Legenden

und Leidenschaft

Bernina Express:

Ein Erlebnis der Ex t ra -

klasse ist die Panoramafahrt

von den Gletschern

zu den Palmen. 33

32

Bernina: ein Berg, tausend Geschichten


Für Gian Luck ist der Bernina die grosse Liebe. Im wahrsten Sinn

des Wortes: Der Bergführer aus Pontresina kennt den Berg wie

seine Hosentasche. Wer seine Begeisterung spürt, möchte gleich

losmarschieren. Patrick Burger vom Kulturhaus Bellaluna in Filisur

bewundert den 4049 Meter hohen Riesen lieber aus der Ferne. Und

empfiehlt ihn den sportlichen Gästen. Zwei Geschichten. Ein Berg.

«Nach der Matura war mir schnell klar, dass ich meine

Brötchen im Freien verdienen will.» Dieses Ziel hat

Gian Luck ganz klar erreicht. Der 31-jährige Bündner

aus Haldenstein verbringt sein Leben am Berg:

als Bergführer in Pontresina, als Geschäftsführer

der Bergsteigerschule Pontresina – und als Präsident

des Bündner Bergführerverbandes. Und warum

hat er sich fürs Engadin entschieden? «Ich arbeite

quasi vor meiner Haustüre. Das Berninamassiv

Gian Luck, leidenschaftlicher

Bergführer ist einfach Heimat.» Und dann war da noch die Liebe

zu seiner Freundin, die ihn nach Pontresina ge-

aus Pontresina.

zogen hat. Er habe das noch nie bereut – im Gegenteil.

Rund 200 Tage pro Jahr ist Gian Luck mit Gästen unterwegs am Piz

Bernina und Piz Palü. «Es ist einfach toll, auf dem Gipfel die leuchtenden

Augen der Leute zu sehen und ihre Freude zu spüren. Ich teile mit ihnen

ein Naturerlebnis, das sie nie mehr vergessen. Das macht auch mich

glücklich.» Und wenn Gian Luck erzählt, leuchten auch seine Augen – und

ter

genannt. Du stehst da unterhalb des langen weissen Grats, der sich

endlos zieht in Richtung Blau. Und auf dem Gipfel siehst du die ganze

Alpen-Pracht: vom Ortler bis zum Monte Rosa und die ganzen Berner

Gipfel.» Seine Gäste, so der Bergführer, das seien Leute mit

dem Wunsch nach einem unvergesslichen Bergerlebnis. Jeder

Teilnehmende brauche Vorkenntnisse, müsse schon anspruchsvolle

Touren gemacht haben. Denn der Bernina sei nicht ohne.

33


Mit den meisten Leuten machen die Bergführer von Pontresina eine

2,5-tägige Tour, mit Übernachtung. Am ersten Tag geht man ganze acht bis

neun Stunden. Zwischen Juli und September sei es am schönsten. Gian Luck:

«Der Sonnenaufgang auf dem Bernina ist absolut fantastisch», schwärmt er.

Und wo Leidenschaft im Spiel ist, sind auch Mythen und Geschichten nicht

weit. Auch Gian Luck hat eine parat: «Ende der 70er-Jahre lebte auf der

Diavolezza eine Katze, auch bekannt als Palü-Katze. Manchmal begleitete

sie die Tourengänger auf den Piz Palü. Sie folgte ihnen in ihrer Spur bis auf

den Gipfel. Als eines Tages zwei Bergsteiger am Bumillerpfeiler unterwegs

waren, kam schlechtes Wetter auf. Am Gipfel angekommen, entschieden

sie, dort zu biwakieren. Mitten in der Nacht wachten sie auf. Sie hörten

ein Miauen – und waren überzeugt davon, total durchzudrehen und dem


Die Palü-Katze hatte dort Unterschlupf gefunden.»


auch «anders» schön. Zum Beispiel vom Zug aus, auf der Fahrt quer durchs

UNESCO Welterbe. «Wer mit dem

Bernina Expess gefahren ist und

den Blick aufs Berninamassiv genossen

hat, der vergisst die schöne

Berglandschaft nicht so schnell.

Bergseen in allen Farben und die

andauernde Macht des Wassers,

das unsere Täler geformt hat. Und

immer wieder ein Tier, das scheu

in der Gegend steht. Was gibt es

Schöneres?» Gian Luck, ein leidenschaftlicher

Bergführer – mit philosophischem

Blick auf eine Gegend,

die ihm alles bedeutet.

Text: Angela Cadruvi

So fühlt sich Gian Luck in seinem Element:

mit Gästen unterwegs am Biancograt des Bernina.

www.bergsteiger-pontresina.ch

34

www.rhb.ch/contura


Bellaluna – ein magischer Ort

Hexen, Erz und Mordgeschichten: Ums

Restaurant Bellaluna in Filisur ranken

sich Geschichten, die einen erschaudern

lassen. Und den Wunsch wecken, diesen

Ort zu besuchen. Ein Gespräch mit Liegenschaftsbesitzer

Patrick Burger.

Warum heisst Ihr Haus Bellaluna?

Es gibt verschiedene Geschichten. Grubenarbeiter

sollen in einer feuchtfröhlichen

Vollmondnacht das Haus so getauft

haben. Andere Quellen behaupten,

der Name werde von Bal a l’üna, dem

Tanz nachts um eins, abgeleitet. Unsere

Waldlichtung sei einer der berüchtigsten

Hexenplätze Graubündens gewesen.

Hier versammelten sich bei Vollmond die

Vollmondfahrt: Die

mysti sche Sonderfahrt

von St. Moritz nach Alp

Grüm ist ein besonderes

Erlebnis. 1745

Hexen zum Tanz, bevor sie auf ihren Besen

Richtung Holland starteten.

Paula Roth, die ehemalige Besitzerin

vom Bellaluna, wurde 1988 ermordet.

Wie ist das für Sie?

Sie gehört zu unserem Alltag. Es gibt im

Bellaluna einen Erlebnisraum und ein

kleines Paula-Roth-Museum. Und es gibt

einen interessanten Film über Paula Roth

und viele Bücher.

Haben Sie hier schon einen Spuk erlebt?

Im Museum hängen Bilder von Paula

Roth. Die sind im Sommer einfach so von

der Wand gefallen. Und einmal ging der

Kassettenrecorder an, ohne dass jemand

Play gedrückt hatte.

Haben Sie keine Angst, hier zu leben?

Nein – wir haben einen guten Kontakt

zu Paula. Es kommen auch immer wieder

Leute vorbei, die Paula Roth kannten.

Sie muss eine tolle Frau gewesen sein!

Was ist denn so magisch an diesem Ort,

dieser Gegend?

Am Abend kann man nach den Sternen

greifen. Die Albula plätschert – mal lauter,

mal leiser, still und meditativ. Die

Natur hier ist einfach einmalig.

Eine Mischung aus Neugier,

Natur und dem Wunsch nach

Kultur und gutem Essen

lockt die Gäste ins Bellaluna.

www.bellaluna.ch

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Glacier Express

Kleine grosse Welt

im Glacier Express

Immer eine Reise wert:

Im Winter mindestens so

schön wie im Sommer –

die Fahrt mit dem Glacier

Express. 34

36 Begeistert von Essen und Aussicht: Namrata Surendar und Rahul Prasad im Glacier Express


Er gehört zu den Top Ten auf der Welt: der Glacier Express.

Das Zugpferd der RhB zieht Menschen aus aller Herren Länder

an. Jeden Tag formt sich so ein neuer Nationen-Mix – eine

Welt für sich. Ein Protokoll von drei Begegnungen im rollenden

Schmelztiegel der Kulturen von St. Moritz nach Zermatt.

Wagen 44, Sitze 11 und 12, 2. Klasse:

Indisch essen mit Namrata Surendar und Rahul Prasad

Sie sind gerade seit zehn Tagen in der Schweiz. Beide stammen aus

Bangalore im Süden Indiens. Und nun leben sie in Passugg, ob Chur.

Was um Gottes Willen hat die jungen Inder in die Ferienecke der

solvieren

ein Nachdiplomstudium an der Swiss School of Tourism

and Hospitality. Und ihr Antrittsbesuch gilt dem Glacier Express.

Ihr erster Eindruck? «Unglaublich. Ich kann mich gar nicht sattse-

dern.

Ausser, dass wir hier nicht übernachten können, leider. Und

ein wenig schaukeln tut’s auch – das Servicepersonal muss ganz

schön vorsichtig sein, damit es nicht kleckert.» Natürlich habe man

die Schweizer Berge und Züge in den Bollywood-Filmen gesehen,

zuhauf sogar. Aber dass diese Natur eine derartige Ruhe ausstrahle,

-


haben indische Menüs vorbestellt. Namrata geniesst das vegetarische

Jalfrezi-Gericht. Sie isst kein Fleisch, aus religiöser Überzeu-



Das Joghurt-Dressing schmeckt soweit. Auf Brot verzichten sie: «Wir

sind dunkles Brot nicht gewöhnt. Wir essen Fladenbrot, Roti Prata

oder Naan, meistens zusammen mit dem Reis und Hauptgericht –

und von Hand», so Namrata. Die Hauptgerichte schmecken authen-



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Reis kommt gut an: «Mit einigen kandierten Früchten, gerösteten Cashew-



durch Lamm ersetzen, weil in Indien Kühe heilig sind.» Zum Dessert ist klar,

was es braucht: Swiss Chocolate natürlich! «Das passt perfekt zu diesem


Wagen 44, Sitze 45 und 46, 2. Klasse:

Feiern mit Renate und Friedrich Schliephake


St. Moritz, Zermatt plus Glacier Express in vier Tagen schienen uns gerade

richtig, zumal der Preis für das Pauschalangebot auch stimmt, wenn man


von Goslar im Harzgebirge, wo sie sonst mit der Brockenbahn – auch mal


Der Zug durchquert die herbstliche Rheinschlucht, den Grand Canyon der

Schweiz. Die Schliephakes staunen, kein Wort. «Toll. So wuchtig habe ich

mir das nicht vorgestellt», sagt sie. Er stimmt zu: «Im Fernsehen sah das



Reisen geht. Ist er nicht auch Schweizer?»

Zweimal haben sie den Bericht über den Zug

schon gesehen, bevor es endlich richtig los-

tungen.

Keine Spur von Langeweile, nicht

eine Sekunde. «Alle sind so nett, freund-


könne.» Der Tagesteller wird serviert: Gulasch,

Reis und Gemüse. Sie hatten nur den


das Menü. Da wollten sie sich überraschen

lassen. Sie scheinen es zu geniessen, essen

lautlos, weil sie den Informationen aus den

38

www.rhb.ch/contura


Erinnerungsfoto vor dem Glacier Express –

diesem Zug, der das Beste der Schweiz in

konzentrierter Form in sich vereint.

ernd

rauspurzeln. Sie muss lachen. «Wie machen das bloss die Koreaner

re

Ohren einfach zu gross – oder wir zu unbegabt. Denn das System ist perfekt,

sehr diskret, niemand wird gestört.» Und schon wird der Nachtisch

gereicht: Tiramisu. Schmunzelnd schiebt Renate Schliephake ihren Teller in

-





kauft.

«70 Minuten Glacier Express. Statt 1000 Bilder zu knipsen, zeigen

wir unseren Freunden zu Hause lieber professionelle Aufnahmen. Seien Sie


39


Im Glacier Express ist für alles

gesorgt: herrliche Aussichten


Wagen 45, Sitze 43 und 44, 1. Klasse:

Japanische Ansichten von Shoichi Tamura und Satuki Hirata


















Der langsamste

Schnellzug der Welt


sich ein – mit Höhepunkten

am Anfang und am Ende.

In St. Moritz grüsst die Welt

der Schönen und Reichen, in

Davos die Höhenluft und in

Zermatt das Matterhorn.

Im Winter von St. Moritz nach

Zermatt ab CHF 128.50

inkl. 3-Gang-Menu am Sitzplatz

www.rhb.ch/glacierexpress
















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www.rhb.ch/contura


Hätten Sie das gewusst?

Zahlenkultur

Rund 1400 Menschen arbeiten bei der Rhätischen Bahn in über 200 unterschiedlichen

Berufen: vom Verkehrswegbauer (ehemals «Gramper» genannt) auf der

Berninalinie über die Zugbegleiterin im langsamsten Schnellzug der Welt bis zum

IT-Spezialisten. Nebst Schweizerinnen und Schweizern sind Menschen aus Albanien,

Deutschland, Italien, Kroatien, Marokko, Mazedonien, Nigeria, Österreich, Portugal

und Serbien bei der RhB tätig – ein Potpourri aus 11 Ländern aus der ganzen Welt.

Das Durchschnittsalter beträgt 45,8 Jahre – von den 107 Lernenden über die Praktikanten

bis zu den 12 Pensionierten, welche die RhB beispielsweise als Reiseleiter

unterstützen. Apropos mithelfen: 2003 wurde der Dachverband «historic RhB»

zur Erhaltung, Restaurierung und Instandstellung sowie Zurschaustellung und den

Betrieb von historischen Fahrzeugen der RhB gegründet. Der Dachorganisation gehören

die 6 Mitgliedervereine «Club 1889», «Verein pro Salonwagen RhB», «Verein


Schmalspurbahnen» und «Interessengemeinschaft Zügen-Landwasser» sowie die

Stiftung «Bahnmuseum Albula Bergün» an. In deren Verzeichnis über das histori-

52 Objekte, die sie der Nachwelt erhalten

möchten. 2014 feiert die RhB ihren 125. Geburtstag: Während all dieser Jahre verkehrten

241 Lokomotiven und Züge auf ihrem Streckennetz, davon 47 unterschiedliche

Lok-Typen – Dienstfahrzeuge nicht mitgerechnet.

Halten die eR

RhB-Gleise in Top-Zustand: :die

«Gramper», r», heute eV

Verkehrswegbauer ehr

genannt

nt

41


Was machen eigentlich …

… die Pistenbully-

Fahrer von Sedrun im

Sommer?

Ihr Job ist es, die Naturgewalt Schnee unter Kontrolle zu bringen,

in einer Landschaft der Extreme mit bis zu minus 30 Grad Celsius,

bei Wind und Wetter. Die Pistenbully-Fahrer im Skigebiet Sedrun

Oberalp trotzen den frostigen Bedingungen von Anfang Dezember

bis nach Ostern. Und wenn der Schnee weg ist?

Eigentlich ist der 33-jährige Armin Manetsch gelernter Mechaniker. Mittlerweile

hat er den elterlichen Bauernhof übernommen, wo er tatkräftig

mit anpackt – solange kein Schnee fällt. Denn Manetschs wahre Leidenschaft

ist das Pistenraupen-Fahren. «Wir Pistenbully-Fahrer haben meistens

Saisonjobs, bei denen handwerkliches Geschick gefragt ist – das

haben wir alle gemeinsam», so der Bauer. Das «Pistnen», wie es im Fachjargon

heisst, gilt als idealer Nebenverdienst für Landwirte, Zimmermänner,

Lastwagenfahrer und Bau- oder Forstarbeiter aus den Bergregionen.


sein», sagt Manetsch, für den das Pistenbully-Fahren ein Bubentraum war.

«Als Mechaniker fasziniert mich natürlich die Technik dieser gigantischen

42

www.rhb.ch/contura


Schneeschuhtouren:


führt zu den schönsten

Touren entlang dem

RhB-Netz. 1756

Der Umgang mit den tonnenschweren

Pistenraupen verlangt viel Feingefühl.

Maschinen.» So gesehen gibt es zwischen dem Bauern und dem Bully-

Fahren durchaus Parallelen: Grosse Gefährte gehören bei der täglichen

Arbeit dazu, egal ob Traktor oder eben Pistenfahrzeug.

Warten, bis die Natur bereit ist

Wie beim Bauern gibt auch beim Pistnen die Natur den Arbeitsrhythmus

vor: Bei schönem Wetter schwärmen die Pistenbullys schon um 17 Uhr aus

und präparieren bis lange nach Mitternacht. Fällt Schnee, beginnen die

Fahrer um vier Uhr nachts. Dann dauert das Pistnen bis kurz vor neun Uhr


brettern. «Als Pistenbully-Fahrer ist Flexibilität gefragt», erklärt Armin Manetsch,

der sich im Alter von 20 Jahren zum ersten Mal hinters Steuer der

Ungetüme wagte. «Es gibt längere und kürzere oder ausnahmsweise sogar

Tage mit 13 bis 14 Stunden Arbeitszeit – zum Beispiel, wenn auf einen verschneiten

Tag ein schöner folgt.» Geduld mit der Natur braucht es auch bei

Lawinengefahr: Dann müssen die Pistenbully-Fahrer manchmal vier, fünf

Tage lang auf dem Berg bleiben, weil die Rückfahrt zu gefährlich wäre. Zum

keiten

in Restaurants. Und worin liegt die Schwierigkeit bei der Arbeit mit

den Pistenfahrzeugen? «Bei Neuschnee ist es schwierig, die steilen Hänge

raufzukommen. Die grösste Herausforderung ist aber das Wetter: Nebel

und Schneestürme lassen Konturen und Orientierungspunkte

verschwimmen. Dann heisst es abwarten, bis die Sicht wieder

besser ist.» Schliesslich sollen die Pisten aus einem Guss sein.

Keine leichte Aufgabe: «Die Spuren der Pistenbullys sind vier

Meter breit – diese eng anliegend, ganz ohne Unebenheiten zu

ziehen, ist eine Kunst. Der Umgang mit den tonnenschweren

Fahrzeugen erfordert viel Feingefühl», erklärt Manetsch, für

den das Pistnen mehr Hobby als Beruf ist. Und brettert Armin

Armin Manetsch (33):

Manetsch auch selbst über «seine» schön präparierten Pisten?

im Sommer Bauer, im

«Ich fahre schon Ski, aber nicht täglich. Dafür habe ich die Pisten

schon zu viel befahren – mit meinem Pistenbully.»

Winter begeisterter

Pistenbully-Fahrer.

43


Berühmte Namen

Die Lok zum Berg: «Bernina»

Seit dem 7. März 2012 befindet sich die «Bernina» im wohlverdienten Ruhestand.

Still geworden ist es um die Lokomotive mit Baujahr 1947 aber

nicht – im Gegenteil. Ihren Lebensabend verbringt die Rentnerin im Verkehrshaus

der Schweiz in Luzern. Ein letztes Engagement für eine Lok, die

auf eine bewegte Vergangenheit zurückblickt.

Die Rhätische Bahn übergab die «Bernina» im Jahr 2012 dem Verkehrshaus als Leihgabe

für fünf Jahre. Ein Klacks verglichen mit den 66 Jahren, welche die Lok inzwischen

bereits auf dem Buckel hat. Sie spulte während ihrer Aktivzeit eine Strecke von über

sechs Millionen Kilometern ab – mit 1600 Pferdestärken und einem Gewicht von 47

te

die RhB zehn Lokomotiven des Typs Ge 4/4 I mit den Seriennummern 601 bis 610.

Klassiker auf dem Streckennetz der RhB

Die «Bernina» und ihre Schwestern dominierten während Jahrzehnten das Bild

der Traktionsfahrzeuge und verstärkten den durch die legendären Krokodilloks aus

den 20er-Jahren geprägten Fuhrpark der RhB. Noch bis 2017 lässt sich die Ge 4/4 I

Nr. 602 «Bernina» im Verkehrshaus bestaunen. Für ihre Schwester «Badus» mit

der Seriennummer 603 ging die Reise noch ein bisschen weiter: Sie wurde dem

Bahnpark Augsburg in Deutschland übergeben. Immer noch auf Achse sind die

«Silvretta» (605) und die «Viamala» (610). Sie bereisen die Gleise des Kantons Graubünden

auch im Jahr 2013.

44

www.rhb.ch/contura


Wir stellen vor

«C 2012»: der älteste Drittklasswagen der RhB

1889 hiess er noch «C 32», 1911 nannte man ihn «C 2012» und 1940 dann

«X 9034». Doch während seiner langen Dienstzeit machte der historische

Drittklasswagen weit mehr durch als einige Umnummerierungen. 1994 rangierte

die Rhätische Bahn den Wagen definitiv aus und stellte ihn aufs Abstellgleis.

Erst der «Club 1889» hauchte dem Bahnrelikt wieder Leben ein.

1989 feierte die Rhätische Bahn ihren hundertsten Geburtstag. Zu diesem feierlichen

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www.club1889.ch

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Nächster Halt

Engadin Skimarathon:

Hier läuft was!

Über 12 000 Läuferinnen und Läufer, die an einem Tag transportiert

werden wollen: Der Engadin Skimarathon ist für die RhB als Transportpartnerin

eine logistische Höchstleistung. Eine Herausforderung

sind die 42 Kilometer aber natürlich auch für die Langläuferinnen

und Langläufer – unter ihnen Samuel Rindlisbacher, Leiter

Controlling bei der RhB. Contura «lief» mit ihm mit.

Schnell noch ein heisser Tee und eine Banane, die Schuhe wechseln, den

Kleidersack beim Militärlastwagen 21 deponieren, dann geht es – die Ski

gebuckelt – in Richtung Startgelände. Einige kurze Sprints, ein paar Armschwünge

und Dehnübungen, dann werden die Ski angeschnallt und Samuel

Rindlisbacher reiht sich ein, neben Hunderten anderer Läuferinnen

und Läufer. Aus den Lautsprechern ertönt – ein wenig pathetisch – Vangelis’

«Conquest of Paradise». Obwohl: Für die rund 12 000 Läuferinnen und

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www.rhb.ch/contura


Läufer, die an diesem Morgen in Maloja bei strahlendem Sonnenschein auf

dem schneebedeckten Lej da Segl zum 45. Engadin Skimarathon starten,

fühlt es sich vielleicht tatsächlich so an, als würden sie gerade eben ein

Stück Paradies erobern. Drei, zwei, eins – und los geht’s. Nach wenigen

Minuten sind die Sportlerinnen und Sportler nur noch als kleine Punkte

auf dem weissen Silsersee zu erkennen.

Erfolgsrezept: Entspannung und Pasta

Samuel Rindlisbacher ist 2013 zum dritten Mal beim Skimarathon dabei.

Schon ganz Routinier zeigt er kaum Nervosität: «Ich mache aus Plausch

mit», sagt er. Dieses Jahr habe er nicht so viel trainieren können wie die

Male zuvor – er sei vor Kurzem Vater geworden. Ganz Sportler steht aber

auf seinem Speiseplan am Abend vor dem grossen Lauf haufenweise Pasta.

Der 34-Jährige begann vor fünf Jahren mit dem Langlauf – «aus Gwunder»,

wie er sagt. Früher fuhr er Ski. Doch ihm gefällt, dass er beim Langlauf

vom Gedränge am Skilift und auf den Pisten verschont bleibt. Samuel

Rindlisbacher startet in der Kategorie Volksläufer: «Ich habe letztes


Geschäftig und doch ganz locker geht es zu und her bei den Volksläufern;

der Ehrgeiz, die 42 Kilometer von Maloja über Pontresina bis S-chanf

mit den Langlaufski zu absolvieren, ist zu spüren, ein bisschen Aufregung

schwingt mit, aber die Stimmung an diesem sonnigen Wintermorgen

im Startgelände scheint ganz entspannt. «Der Engadin Skimarathon

ist immer tipptopp organisiert, hier gibt es kein Chaos», so Rindlisbacher.

Gut aufwärmen

und eine Trinkpause

in Pontresina:

So macht

Samuel Rindlisbacher

den Marathon

(fast) mit links.

47


Samuel Rindlisbacher ist

auf halber Strecke in

Pontresina guter Dinge:

«Es läuft rund!»

Verschnaufpause mit Pippa Middleton

In Pontresina, dem Halbmarathonziel, begegnen wir ihm wieder: Wie vor-

-


versorgen die durstigen Läuferinnen und Läufer mit Getränken. Musik, Partyzelte

und Grillwürste: Für die Zuschauerinnen und Zuschauer zeigt sich hier

ein Vorgeschmack auf das Volksfest im Zielgelände in S-chanf. Pippa Middleton

sei soeben vorbeigedüst, klingt es aus den Lautsprechern. Die Schwägerin

von Prinz William landet schliesslich auf dem 233. Platz von 494 Platzierten

in ihrer Kategorie. Auch Samuel Rindlisbacher läuft es in der Halbzeit gut:

«Der Start über den See war sehr schön», erzählt er. «Der Stazerwald gleich

vor Pontresina ist allerdings immer ein Chrampf – aber ich bin gut in der Zeit.»

Volksfest in S-chanf

Mit dem Auto erreichen wir das Zielgelände – selbstverständlich – schneller

als die Marathonläuferinnen und -läufer. Obwohl: Die Schnellsten legen

die 42 Kilometer zwischen Maloja und S-chanf mit den Langlaufski in

weniger als anderthalb Stunden zurück. Unser Läufer von der RhB braucht

etwas länger: Samuel Rindlisbacher ist mit einer Zeit von 3 Stunden 33 Minuten

im Ziel. Er freut sich: «Ich war nur eine Minute langsamer als letztes

Jahr! Es hat Spass gemacht, bis zur Hälfte habe ich mich super gefühlt. Aber

die ‹Golan-Höhen› zum Schluss, die waren schon sehr streng, da gibt es

zwei, drei giftige Anstiege – da leiden alle, so kurz vor dem Ziel.» Mühelos

hingegen erhält er beim Lastwagen 21 seine Habseligkeiten zurück. Perfekt

organisert eben. Und dann stürzt sich Samuel Rindlisbacher zufrieden ins

Getümmel aus Läuferinnen und Zuschauern, aus Food- und Getränkeständen,

Guggenmusik und Massagezelten.

48

www.rhb.ch/contura


Einsteigen und abtauchen:

Mit dem RhB Bade-Kombi –

Entspannung pur, nicht nur

für Sportler. 553

Drei Fragen an die Leiterin Produktion Region West

Patricia Demarmels koordiniert in enger

Abstimmung mit dem OK des Engadin

Ski marathon den Transport der Gäste.

Wie viele Mitarbeitende der RhB

sind für den Engadin Skimarathon

zusätzlich im Einsatz?

Am Marathonsonntag arbeiten gut 50

Mitarbeitende zusätzlich. Diese sind beispielsweise

im Rangierdienst, als Kundenlenker

oder Stellwerkbediener im

Einsatz. Unser Personal freut sich aber

immer auf diesen Anlass – es ist eine Abwechslung

zum normalen Arbeitsalltag.

Wie viele zusätzliche Züge stellt die

RhB für den reibungslosen Ablauf des

Grossanlasses zur Verfügung?

Im 2013 verkehrten an diesem Tag zusätzlich

25 Züge für Läufer und Zuschauer –

sei dies frühmorgens für die Anreise oder

nach dem Lauf für die Heimfahrt. Zudem

halten die Regelzüge am speziell eingerichteten

Bahnhof «S-chanf Marathon».

Und der Transport dieser vielen

Menschen klappt immer reibungslos?

Die RhB transportierte am Marathonsonntag

mehr als 12 000 Personen – das

ist eine ganze Menge. Doch inzwischen

haben wir den Dreh

raus. Und es gibt natürlich immer

auch ein Notfallszenario.

Dieses Jahr war eine der Loks

defekt, doch unsere Fahrgäste

haben davon nichts bemerkt.

Wir verkehren auch an diesem

Grossanlass meistens mit

Patrica Demarmels,

Leiterin Produktion

höchstens ein bis zwei Minuten

Verspätung.

Rhätischen

Region West bei der

Bahn.

49


Aus der Werkstätte

Echt bündnerisch:

der Schlittenbauer

aus Sri Lanka

50 www.rhb.ch/contura


Schlittelspass: Auf den

berühmten Schienen

zum rassigen Vergnügen

auf Kufen. 223

Geflüchtet aus Sri Lanka, heute ein Bündner: Schreiner Kavithas Jeyabalan

51


Stabil steht er da, auf seinen zwei Kufen, von A bis Z aus hochwertigem

Eschenholz und frisch geölt: der Schanfigger Schlitten

– handgefertigt in der Kavi Schreinerei in Peist. Für die Rettung

der alten Schweizer Handwerkskunst setzt sich «Kavi» persönlich

ein: Kavithas Jeyabalan, der 1984 als tamilischer Flüchtling in die

Schweiz kam. Ein wahres Märchen.

Wie um Himmels willen ist er bloss hier gelandet? Diese Frage stellt sich

unweigerlich auf der Zugfahrt von Chur nach Peist, wo der einstige tamilische

Flüchtling Kavithas Jeyabalan seit bald 30 Jahren zu Hause ist. Berge

und tiefe Schluchten wohin man schaut, ab und zu ein kleines Dorf. Nicht

mehr als 200 Einwohner, wie in Peist, eine halbe Stunde von Arosa entfernt.

Wunderschöne Natur, schweizerische Idylle, wie sie im Buche steht

– aber scheinbar am Ende der Welt.

Es ist die RhB, die ihn schliesslich hier hinauf gebracht hat: «Ich war

gwundrig, wo dieser rote Zug wohl hinfährt», erzählt Kavi, wie er sich allen

vorstellt. Und so stieg er eines Tages in Chur, wo er im Asylheim wohnte, in

diese kleine rote Bahn und fuhr rauf, bis nach Arosa.

«Die Schweizer schätzen In einer Schreinerei fragte er nach Arbeit – und blieb

eine hohe Qualität. statt der geplanten zwei Monate ganze zehn Jahre.

Wenn sie etwas kaufen,

In der Werkstatt aufgewachsen

soll es einfach halten.» Heute führt Kavi in Peist sein eigenes Schreinergeschäft

mit sieben Angestellten. Was als Ein-Mann-

Kavithas Jeyabalan

Betrieb in einem Schuppen begann, ist inzwischen


nicht den berühmten Schlitten verdankt, die er mit seinem Team hier oben

fertigt: «Viel Geld lässt sich mit den Schlitten nicht verdienen – damit

könnte ich nicht einmal einen meiner Angestellten bezahlen», lacht er.

Mindestens acht Handwerksstunden und Materialkosten von bis zu 300

Franken stecken in einem Schlitten – da bleiben bei einem Stückpreis von

400 bis 500 Franken nicht viel mehr als 20 Franken pro Schlitten übrig.

Doch die Schlitten, die sind für Kavi sowieso mehr Hobby und Leiden-

52

www.rhb.ch/contura


Traditionelles

Schweizer

Handwerk: Bei

Kavis Schlitten

lottert gar

nichts – «die

halten ewig».

schaft denn Geschäft – Geld verdient er mit dem Ausbau von Küchen und

Innenräumen. Qualität schreibt er aber bei all seinen Arbeiten gross: «Die

Schweiz lebt von hoher Qualität. Und für mich ist das die beste Reklame.»

Das handwerkliche Können hat ihm vermutlich sein Vater schon in die Wiege

gelegt: Ihm gehörte in Sri Lanka ebenfalls eine Schreinerei / Drechslerei.

Die Werkstatt war Kavis Kinderstube, und so verwundert es nicht, dass er

am Technical College – einer Art Fachhochschule – in Sri Lanka Schreiner


einigen Verbesserungen umbenannt hat, lernte der heute 49-Jährige erst

bei seinem damaligen Chef in Arosa kennen.

Handwerk für die Ewigkeit


Ozean den Schweizer Edelschlitten rettet? «Nein», sagt er. «Ich bin stolz

darauf, dieses Schweizer Handwerk zu erhalten.» Das Holz für seine Schan-


Esche muss es sein: Eschenholz bleibt ruhig und verzieht sich auch bei

Feuchtigkeit kaum. Mit der Fräse werden die 22 Einzelteile zugeschnitten,

53


von Kavis Schlitten: Sie kommen ganz ohne Metallverstrebungen und fast

ohne Schrauben aus. «Alles, wo hebe muess, isch gstämmt», erklärt Kavi

cher

in den Querleisten hindurch geführt werden – oder eben im Fachjargon:

die Zapfen werden durch die Schlitze gestemmt.

Sogar Eros Ramazotti Dadurch ist der Schlitten besonders stabil: «Da lottert

gar nichts. So ein Schlitten hält 20 bis 25 Jahre»,

hat einen echten

sagt der Schreiner. Spezielles Augenmerk legen Kavi

Schanfigger Schlitten. und seine Mitarbeitenden auch auf die zwei Kufen: Sie

werden in einem Stück in die richtige Form gebogen,

dann erst in zwei Teile geschnitten. So wird sichergestellt, dass die beiden

Kufen sich nicht unterschiedlich verbiegen und absolut identisch sind –

nur so bleibt der Schlitten perfekt in der Spur. Ist das Holzgefährt fertig zusammengebaut,

wird bei der Endkontrolle nochmals geprüft, ob die Kufen


angebracht, der für eine schnelle Fahrt sorgt. Die Sorgfalt lohnt sich: Bei

den Schlittenrennen im Tal sind die Fahrer mit Kavis Schlitten jedenfalls re-


einen Schlitten aus Kavis Schreinerei, auch viele Unterländer, Berner und


Qualitätsarbeit ist eben tatsächlich die beste Reklame.

Nicht nur Schweizer, sondern Einheimischer

Diesen Erfolg als Schreiner hat sich Kavithas Jeyabalan Stück für Stück aufgebaut.

Im Dorf und im Tal kennen und schätzen ihn alle – ein Beispiel

gelungener Integration, das fast wie ein Märchen klingt. Doch dahinter

stecken Fleiss und harte Arbeit: Als Kavi vor bald 30 Jahren in die Schweiz

-


Schwierigste. Irgendwann stellte sich die Frage: Kehre ich zurück nach

Sri Lanka oder bleibe ich in der Schweiz? Ich hatte einen Job hier – und

dann lernte ich Vreni, meine jetzige Frau kennen. Also entschied ich mich

zu bleiben.» Und von da an setzte er alles daran, die hiesige Sprache zu

54

www.rhb.ch/contura


Perfekt bis ins Detail: Beim Bau seiner


Kavi bei jedem einzelnen Arbeitsschritt

auf hohe Qualität.

lernen, um mit den Menschen zu kommunizieren, sich zu integrieren.

Wort für Wort schrieb er sich auf, was er hörte, in Deutsch und Schweizer-


Moment habe ich zwei Angestellte aus Sri Lanka, deshalb brauche ich ab

und zu wieder Tamil. Aber meistens spreche ich auch mit ihnen konsequent

Deutsch.» 1990 heiratete er seine Vreni und gründete eine Familie:

Gleich gegenüber der Schreinerei bewohnen die beiden mit ihren fünf

Kindern ein altes Bauernhaus, dessen Innenräume Kavi – selbstverständlich

– renoviert hat. Er sei mindestens so schweizerisch wie die Einheimischen,

sage seine Frau immer: Das viele «Chrampfen», die Pünktlichkeit,

das Bewusstsein für Qualität, das alles ist Kavi in Fleisch und Blut übergangen.

Das Tanzen in der Trachtengruppe ist gemeinsames Hobby von

Vreni und Kavi Jeyabalan. Anfang der 90er-Jahre liess

«Es dauerte zwei

sich der Peister aber bewahrt: «Ich bin von Anfang

Jahre, bis ich mich in

an auf die Leute hier zugegangen und habe mit allen

Bündnerdeutsch gesprochen. Egal ob alt oder jung, ich kann eigentlich

verständigen konnte.» mit allen im Dorf gut. Und auch meine Familie ist so

Kavithas Jeyabalan

geworden: Wir mögen es, mit Besuch gesellig zusammenzusitzen

oder zu kochen, auch ganz spontan und

unkompliziert.» Ganz klar: Der Tamile Kavithas Jeyabalan hat im Bergdorf

Peist seine zweite Heimat gefunden. Und die Schlitten? Die laufen wie eh

und je – im übertragenen Sinn genauso wie auf dem Schlittelweg. Und

wenn es nach Kavi geht, noch

viele weitere Jahre: Darum hat

er das traditionelle Handwerk

auch seinen Mitarbeitenden

beigebracht. Doch vorerst bleibt

er noch selbst im Sattel – oder

eben auf dem Schlitten: «Die

nächsten 20 Jahre mache ich

sicher noch weiter!», sagt Kavi

überzeugt.

55


Ve

Valendas-Sa

Streckennetz

Höhepunkte der Rhätischen Bahn

1

Rheinschlucht

N

Basel

Zürich

2

Langwieserviadukt

Bern

SCHWEIZ

Genève

Zermatt

Chur

Graubünden

Lugano

3

4

Landwasserviadukt

Wiesnerviadukt

Oberalppass

Andermatt

Visp

Zermatt

Sumvitg-Cumpadials

Disentis/

Mustér

Sedrun

Rueun

Waltensburg-Vuorz

Tavanasa-Breil/Brigels

Trun

Rabius-Surrein

Vorderrhein

S u r s e l v

Castrisch

Ilanz

Vals

a

5

Albulaviadukte und -kehrtunnels

Lukmanier

Biasca

SCHWEIZ

SWITZERLAND

SVIZZERA

San Bernardino

6

Ospizio Bernina

7

Kreisviadukt Brusio

Bellinzona

Lugano

Milano

56

www.rhb.ch/contura


graubündenPASS:

Fahrspass im ganzen

Kanton. Einsteigen bitte!

1037

Flims Trin

ersam-Safien

gogn

1

Zürich

St. Gallen

Landquart Ried

Igis

Zizers

Untervaz-Trimmis

Haldenstein

Chur Wiesental

Chur West

Felsberg

Domat/Ems

Ems Werk

Calanda

2806 m

Bonaduz

Rhäzüns

Rothenbrunnen

Rodels-Realta

Cazis

Piz Beverin

2998 m

Reichenau-

Tamins

Thusis

Hinterrhein

Rhein/Rhine/Reno

Chiavenna

Lugano

Landquart

Chur

Tiefencastel

Malans

Plessur

Arosa

P r

Filisur

Seewis-Valzeina

Grüsch

Schiers

ä t t

Chur Stadt

Lüen-Castiel

St. Peter-Molinis

Peist

Weisshorn

2806 m

Lenzerheide

Savognin

3

2

Bergün/Bravuogn

Preda

Furna

Jenaz

Fideris

Küblis

i g a

Landwasser

Landquart

Langwies

Litzirüti

u

Albula Tunnel

Samedan

St. Moritz

Cavadürli

Davos Laret

Davos Wolfgang

Davos Dorf

Davos Platz

Davos Frauenkirch

Davos Glaris

Davos Monstein

Davos Wiesen

Piz Ela

3339 m

Piz Nair

3057 m

Maloja

4

5

Spinas

Saas

Celerina

Celerina Staz

Pontresina

Klosters Dorf

Klosters Platz

Vereina Tunnel

O b e r e n g a

Bever

d i n

Zuoz

Madulain

La Punt Chamues-ch

Punt Muragl

Punt Muragl Staz

Surovas

Morteratsch

Bernina Suot

Piz Bernina

4049 m

Piz Palü

3905 m

Piz Linard

3411 m

Valposchiavo

ÖSTERREICH

AUSTRIA

AUSTRIA

Susch

Poschiavo

U n

Sagliains

Zernez

Cinuos-chel-Brail

S-chanf

Muottas Muragl

2450 m

6

Berninapass

Bernina Diavolezza

Bernina Lagalb

Ospizio Bernina

Alp Grüm

Cavaglia

Cadera

Privilasco

7

t e r

Ftan

Ardez

Guarda

Lavin

e n g

Na tiona lpa rk

Livigno

Li Curt

Le Prese

Miralago

Brusio

Campascio

Campocologno

Tirano

Samnaun

i n

a d

Inn

Scuol-Tarasp

Müstair

Rhätische Bahn

UNESCO Welterbe RhB

PostAuto / Bus

Bernina Express Bus

Landeck

Mals

Meran

Lugano

Edolo

Val Camonica

Brescia

ITALIEN

ITALY

ITALIA

57


Gut zu wissen

Grün, rot, orange: Signale und Schilder der RhB

Verstehen Sie bei der Signalisation im Schienenverkehr mit den

verschiedenfarbigen Lampen und den unbekannten Schildern auch

nur Bahnhof? Genauso wie im Strassenverkehr braucht es selbstverständlich

auch im Bahnverkehr fixe Regeln, damit Lokführer

und Bahnmitarbeitende wissen, wie sie sich richtig verhalten.

Der vielleicht grösste Unterschied zum Strassenverkehr: Ein Zug kann nicht

auf Sichtdistanz anhalten, weil er je nach Geschwindigkeit viele Meter

benötigt, bis er stillsteht. Deshalb gibt es auf Bahnstrecken immer ein

Vorsignal, das dem Lokführer das folgende Hauptsignal rechtzeitig ankündigt

– so kann er sich auf das Hauptsignal vorbereiten und entsprechend

handeln.


Damit die beiden Signal-Arten unterschieden werden können, sind Vorsignale

bei der RhB quadratisch, Hauptsignale hingegen hochrechteckig.

Je nachdem, welche Lampen und Farben leuchten, haben die Signale eine

andere Bedeutung: Leuchten beispielsweise die zwei obersten Lampen

des Vorsignals in Orange, bedeutet dies, dass der Lokführer seinen Zug vor

dem nächsten Hauptsignal anhalten muss. Beim Hauptsignal selbst leuchtet

dann ein rotes Lämpchen. Welche Höchstgeschwindigkeit auf welchen


Anders als im Strassenverkehr werden Geschwindigkeitsbegrenzungen dem


auch durch Lichterkombinationen aus Grün und Orange. Wenn ein Zug an

einem Signal vorbeifährt, das eine Geschwindigkeitseinschränkung anzeigt,

muss der Lokführer so lange dieses Tempo einhalten, bis das nächste

Signal eine andere Geschwindigkeit oder «Freie Fahrt» anzeigt. Kurvenabschnitte,

die im Vergleich zur üblichen Streckengeschwindigkeit langsamer

befahren werden müssen, werden hingegen mit Geschwindigkeitstafeln


gültige Geschwindigkeit anzeigt, ein Anfangs- sowie ein Endsignal, ab

welchem wieder die normale Streckengeschwindigkeit gilt.

58

www.rhb.ch/contura


Vorsignal

Signale

Der Lokführer muss anhand der Vorsignale

richtig reagieren, damit er ab dem

derte

Regel – zum Beispiel die richtige

Geschwindigkeit – einhalten kann. Da

heisst es: Augen auf! Eine kleine Auswahl

an Signalen gefällig?

Hauptsignal

Halt vor dem Hauptsignal

Das Hauptsignal «Halt» mit

der roten Lampe wird dem

Lokführer rechtzeitig mit einem

Vorsignal angekündigt: zwei

orange Lampen leuchten.

Geschwindigkeitstafeln

Vorsignal

verminderte Geschwindigkeit

Dieses Vorsignal kündigt an,

dass ab dem folgenden Anfangssignal

die angegebene Höchstgeschwindigkeit

gilt.

Anfangssignal

verminderte Geschwindigkeit

Ab diesem Signal gilt die verminderte

Geschwindigkeit.

Endsignal

verminderte Geschwindigkeit

Bei diesem Signal endet die verminderte

Geschwindigkeit – jedoch

erst, wenn das letzte Fahrzeug an

diesem Signal vorbeigefahren ist.

Freie Fahrt

Die grüne Lampe signalisiert, dass

mit der in der Strecken tabelle

angegebenen Höchst geschwin digkeit

gefahren werden darf.

Fahrt mit Geschwindigkeit 30 km/h

Diese beiden Signale kündigen

an respektive signalisieren, dass

der Zug auf der folgenden Strecke

nur mit 30 km/h fahren darf.

Fahrt mit Geschwindigkeit 45 km/h

Ein paar grüne Lämpchen mehr

und anders platziert, schon hat

die RhB ein neues Signal: Hier

kündigt das Vorsignal an, dass ab

dem folgenden Hauptsignal die

Geschwindigkeit 45 km/h gilt.

Führerstandsfahrten:

Erkunden Sie das UNESCO

Welt erbe RhB so wie es sonst

nur der Lokomotiv führer

sehen kann! 256

59


Wettbewerb

Wie gut kennen Sie die RhB?

Flink springt es von Baum zu Baum, knabbert

lustig an einer Haselnuss und klettert

rasch weiter aufwärts. Worum es sich bei

diesem Waldbewohner handelt? Das Zahlenbild

unten verrät es. Ein Tipp: Auf dem

gleichnamigen Familien-Wanderweg in


Die Rätselfrage:

Wie viele Meter klettert die Arosa Bahn der

RhB auf der Strecke von Chur nach Arosa

während nur einer Stunde in die Höhe?

a) 650 Meter b) 880 Meter

c) 735 Meter d) 1 000 Meter

76

73 74

72

70

71

69

68

67

66

65

64

63

61

54

62 58

60

55

59 57

56

50

79

77

75 78

53

52

51

49

92

80

93

48

91

81

94

82

90

83

84

95

47

46

85

87

86

96

89

45

97

99

117

98

116

1

2

101

102

38

41

43

44

88

100

39

115

40

42

3

37

4

103

5

6

7

8

9

36 32

34

35

11

10

28

27

12

13

15

14

16

18

17

113 112

19

20 21

114 110

108

22 23

111 24

106 109 25

107

105

26

104

29

Natur pur: Ein Ausflug

30

zum gleichnamigen

31

Wanderweg in Arosa.

33

552

Wir verlosen zwei Zugbillette (2. Klasse) von Ihrem Wohnort nach Arosa und retour.


Postkarte an: Rhätische Bahn, Marketing Kommunikation & E-Business, Bahnhofstrasse 25, 7002 Chur.

Die Teilnahme ist gratis und unverbindlich. Billett gültig für Anreise aus der Schweiz. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

Eine Barauszahlung der Preise ist nicht möglich. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt und der

Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die persönlichen Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

60 www.rhb.ch/contura


Für Ihre Agenda

Die Veranstaltungen auf einen Blick

125 Jahre Rhätische Bahn

10. Mai 2014

Schon seit 1889 bürgt die RhB mit ihren

Gebirgsstrecken für aussergewöhnliche

Bahnerlebnisse – ein Grund zum Feiern!

125

100 Jahre Chur – Arosa

13. / 14. Dezember 2014

Die RhB feiert das Streckenjubiläum

Chur – Arosa: ein festliches Winterwochenende

mit zahlreichen Überraschungen.

100

Clà Ferrovia – der Kinder-Kondukteur

19. / 20. Oktober 2013 sowie

15. und 20. / 21. Dezember 2013

Mit Clà Ferrovia unterwegs zu Abenteuern im

Farben- oder Lichterland. www.cla-ferrovia.ch

100 Jahre Schweizerischer Nationalpark

1. August 2014

Mit der RhB schnurstracks in den

Nationalpark Zernez – ans Jubiläum

mit diversen Events. 1039

61


D E F I

Aus Berufung



UNESCO Welterbe RhB

Botschafterin

fder

er Gleise

Via Albulala / Ber

nina

grüsst st Heidi







06.02.13 15:02






































































































































































































































































































































































RhB handlich

Broschüren und Erlebniskarten

Unsere Erlebniskarten und Broschüren – am

RhB-Bahnhof mitnehmen oder bequem downloaden

www.rhb.ch/broschueren





Bernina Express – von den Gletschern zu den Palmen

Erleben Sie eine der spektakulärsten Alpenüberquerungen:

die Albula- und Berninalinie der Rhätischen Bahn.

Ein besonderer Hochgenuss ist die Panorama fahrt im

Bernina Express – vorbei an Gletschern, hinunter zu

den Palmen.

The slowest express train in the world

Glacier Express – der langsamste Schnellzug der Welt

Sie rollen bis zu den Wolken, durch intakte Bergland-



Express durch die Schweizer Alpen prägt sich ein – mit

Höhepunkten am Anfang und am Ende.

Brauchtum

Herbst Winter 2013 / 14

Contura

Das Magazin der Rhätischen Bahn

Bündner Bräuche

rund ums Jahr

Frühling / Sommer 2013

Contura


Das Magazin der Rhätischen Bahn

Aus Berufung

Ein Mann mit Plan:

der Fahrplaner

Herr der Lüfte

und der Gleise


Glacier Expre s

Unterwegs aufd

der

Via Albula / Bernina



Kleine grosse Welt

im Glacier Express

Undewig

grüsst Heidi







Erlebniskarte

































Sommer 2012

UNESCO Welterbe RhB


Erlebniswelt








Contura

Das Magazin der Rhätischen Bahn inspiriert

mit spannenden Geschichten

rund um die RhB. Auch online und als

iPad-App im iTunes Store erhältlich.

Erlebniskarten

Unsere beliebten Erlebniskarten zeigen

auf bildhafte Weise die schönsten

Strecken auf dem Netz der RhB.

62

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Railshop

Souvenirs für Gross und Klein

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Geschenkartikeln und Erinnerungsstücken

www.rhb.ch/railshop

Begleitbuch Bahnerlebnisweg Albula

Auf dem acht Kilometer langen

Bahnerlebnisweg von Preda nach

Filisur erleben Sie Naturgenuss pur.


neuen kompletten Reiseführer.

iPhone-Hülle aus Arvenholz

Riecht wie ein Bündner Arvenstübli: die

neue iPhone-Hülle der RhB, hergestellt

aus echtem Engadiner Arvenholz.

Viadukt zum Puzzeln

Mit diesem Puzzle können Sie auch von

zu Hause aus das Wahrzeichen der RhB-Strecke

bestaunen: Das Puzzlebild aus 1 000 Teilen

zeigt den Glacier Express auf dem be rühmten

Landwasserviadukt bei Filisur.

Die RhB-Kredit- und Prepaidkarte:

Vorteile auf der ganzen Linie

geisterte

und Fans der RhB von allen Vorteilen

des bargeldlosen Bezahlens. Wählen Sie Ihr

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RhB-Karten: Infos zur

neuen RhB-Kredit- und

Prepaidkarte gibt’s

unter: 2534

63


www.rhb.ch

Rhätische Bahn AG

Bahnhofstrasse 25

CH-7002 Chur

Tel +41 (0)81 288 65 65

Fax +41 (0)81 288 61 05


Die RhB online

Neuigkeiten, Wettbewerbe und Austausch

mit uns und anderen RhB-Fans.

www.rhb.ch/facebook

Spannende Filme und exklusive

Einblicke hinter unsere Kulissen.

www.rhb.ch/youtube

Bilder und Impressionen aus unserer

faszinierenden Bahn- und Erlebniswelt.

www.rhb.ch/flickr

Ausgesuchte Geschichten, Angebote


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Tickets rund um die Uhr?

Willkommen am Online-Ticketschalter.

www.rhb.ch/ticketshop

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