brief 1 - Erzdiözese Salzburg

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brief 1 - Erzdiözese Salzburg

MISSION:

IMPOSSIBLE


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VON ROMAN EDER

UNSER BRIEF 2011

Das Titelfoto zeigt zwei Missionare -

wenn man sie so nennen will - die ihr

Missionsgebiet vor sich liegen haben,

die Stadt Salzburg im Jahr 2011.

Machen wir einen Blick zurück ins Jahr

696: Da stand der Missionsbischof Rupert

vor der zerstörten Stadt Juvavum.

Vom Christentum war so gut wie nichts

vorhanden, doch der hl. Rupert machte

in dieser Lage das schier Unmögliche

möglich und brachte die Kirche und

damit ganz Salzburg zum Blühen.

Vorwort zum Thema

Noch dazu wird in den Medien meist

ein einseitiges, negatives Bild von der

Kirche gebracht.

Fakt ist: Die Kirche und damit auch die

Seelsorge befindet sich in einem Wandel.

Das muss allen, besonders angehenden

Priestern, bewusst sein. Wie es

in 10 oder 20 Jahren sein wird, weiß

keiner genau. Als Christ zu leben

scheint in dieser Zeit - wie zu Zeiten

Ruperts - eine „mission impossible“, ein

Ding der Unmöglichkeit zu sein. Gerade

deshalb muss der Mut zu neuen

Wegen in der Seelsorge vorhanden

sein, um das Feuer des Glaubens wieder

aufs Neue zu entfachen.

Sebastian Stief: Der hl. Rupert erblickt die Ruinen Juvavums

(Orig. im eb. Palais)

Foto: Josef Kral

Somit gibt es gewisse Parallelen zu

heute, wo die Situation ebenfalls aussichtslos

erscheint: Die Anzahl der

Gläubigen schrumpft, gleichzeitig steigt

deren Altersdurchschnitt. Eng damit

verknüpft ist auch der mangelnde

Nachwuchs an geistlichen Berufen.

Neue Wege wollen wir auch mit dieser

Ausgabe von „Unser Brief“ beschreiten,

da wir - in Anlehnung an einen Film -

ein englischsprachiges Thema wählten.

„Mission (im)possible“ ist ein Wagnis,

das war uns bewusst. Es kann sein,

dass es deswegen Beschwerden hagelt:

„Das versteht doch keiner!“

Aber wir wollen mit diesem Motto einmal

vom Althergebrachten abrücken,

um zu zeigen, dass wir Theologen im

Priesterseminar nicht verstaubt sind.

Denn heute sind englische Ausdrücke

gang und gäbe, und dieser Zeit verschließen

wir uns nicht. In diesem Sinne:

Enjoy Reading!

Impressum

„Unser Brief“ ist die Zeitschrift für die Freunde des Priesterseminars Salzburg und erscheint 1x im Jahr.

Herausgeber, Eigentümer und Verleger: Priesterseminar Salzburg, Dreifaltigkeitsgasse 14, 5020 Salzburg.

Tel: 0662/ 877 495. E-Mail: sekretariat@priesterseminar.kirchen.net. Web: www.kirchen.net/priesterseminar.

Redaktion: Roman Eder, Florian Zimmet, Johannes Hofer. Versand: Christian Hauser, Anna Diener. Druck:

Hausdruckerei der Erzdiözese Salzburg, Kapitelplatz 2, 5020 Salzburg. Fotos (wenn nicht anders angegeben):

Priesterseminar.

Für eine Spende für unser Priesterseminar sagen wir Ihnen ein herzliches „Vergelt’s Gott!“

Unser Konto: Hypo-Bank Salzburg, BLZ 55 000, Konto 290 4003


Liebe Freunde des Priesterseminars!

UNSER BRIEF 2011

Die Kraft des Vertrauens macht es möglich!

Mit einem herzlichen Gruß aus dem Priesterseminar in

Salzburg überreiche ich Ihnen unsere jährlich erscheinende

Seminarzeitschrift „Unser Brief“ und freue mich,

dass es wiederum gelungen ist, einen bunten und ansprechenden

„Brief“ zu gestalten. Allen, die dazu beigetragen

haben, möchte ich herzlich Dank sagen, besonders

für die persönlichen Glaubens- und Berufungszeugnisse.

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Als Menschen sind wir öfters geneigt zu sagen, das

geht nicht, das ist unmöglich zu bewältigen, das kann

ich nicht, dazu fühle ich mich nicht berufen, das sollen

andere machen. Diese „Gegenrede“ kennen wir auch

Foto: Erzdiözese

aus der Heiligen Schrift, wenn es darum geht, aufzubrechen,

etwas Neues zu beginnen, Gewohntes aufzugeben oder auch, wenn von

Gott Berufene heftig Einspruch erheben gegen ihnen zugedachte Aufgaben und

Aufträge. Für uns Menschen scheinbar Unmögliches kann im Licht des Glaubens

betrachtet eine Zumutung im besten Sinne des Wortes sein und ein Ansporn, Gott

mehr und mehr zu vertrauen.

Weil Menschen Wagnis und Mut bewiesen haben, ist vordergründig betrachtet

Unmögliches immer wieder Wirklichkeit geworden. Auch im Glauben braucht es

Mut und Wagnis, besonders wenn es darum geht, einer möglichen geistlichen Berufung

nachzugehen. Die Berufung zum Leben und zum Dienst als Priester – so

wie die Kirche es hier und heute vorsieht – mag vielleicht manchen unmöglich erscheinen

und doch wird sie immer Wirklichkeit, wenn jemand diesen Weg geht und

sich zum Priester weihen lässt. Daher danke ich unseren Seminaristen für ihren

Mut und ihr Wagnis, sich auf diese „Mission“ einzulassen. Dazu braucht es auch

ein gutes und positives Berufungsklima und das Gebet, worum ich Sie bitten darf.

Die im Juni 2010 begonnene und dringend notwendige Generalsanierung des

Priesterhauses schreitet zügig voran und im Baubericht dürfen wir Sie ausführlich

darüber informieren.

Für jede Spende sowohl für unsere Seminaristen als auch für die laufende Generalsanierung

darf ich Ihnen namens der Hausvorstehung und der Seminaristen

sehr herzlich danken und Vergelt´s Gott sagen!

REGENS GOTTFRIED LAIREITER

Wenn Sie unsere jährlich erscheinende Zeitschrift „Unser Brief“ noch nicht regelmäßig beziehen, lade ich Sie

herzlich dazu ein, diese zu abonnieren. Senden Sie bitte Ihre Adresse an: Priesterseminar Salzburg, Dreifaltigkeitsgasse

14, 5020 Salzburg. Per Mail: sekretariat@priesterseminar.kirchen.net


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VON P. MATTHIAS FELBER SVD

UNSER BRIEF 2011

Mein Ausbildungs-Präfekt, ein langjähriger

Missionar in Argentinien, sagte mir

einmal, dass er es schwierig findet, sich

als Verantwortlicher der Ausbildung von

Missionaren als Missionar im Vollsinn

zu sehen. Er sah mein Fragezeichen im

Gesicht und setzte nach: „Wenn ich

nicht bei den Menschen bin, ganz unten

an der Basis, im Sinne der Bibel

Auf Missio

Südamerika oder gar Asien. So ist es

Ghana geworden.

Man möchte aufgrund des internationalen

Auftretens Ghanas glauben, dass

es eigentlich kein Entwicklungsland

mehr ist. Ja, es gibt ermutigende Wirtschaftsdaten.

Es gibt eine gute Gruppe

Reiche. Aber die Schere zwischen arm

und reich wird auch hier immer größer.

Gott sei Dank hat mich der Herrgott,

zusammen mit den Oberen, in ein Gebiet

von Ghana geführt,

wo sich bisher

kaum einer um die

Armen gekümmert hat.

Für einige Jahre war

für ein Gebiet, das fast

so groß ist wie das

Bundesland Salzburg

(ohne Pinzgau), nur

ein einziger Priester

zur Verfügung. Heute,

2011, schaut das offizielle

Ghana zusammen

mit den USA und

China auf die Afram

Plains. Es wird viel

investiert.

Messe in Zigakope: Dieses Bild zeigt etwas von der Einfachheit der Kirche hier. Das

Gold Ghanas sind die Menschen.

Fotos (2): Felber

und von Jesus, bei den Armen, dann

bin ich kein voller Missionar.“

Diese Aussage hat mich immer begleitet

und sie wurde mir eine Art Gradmesser.

In der Schulseelsorge fand ich

zwar ‚Jugend an der Basis’, aber keine

Armen im Sinn Jesu, die sich nach der

befreienden Botschaft Jesu sehnten.

Mich trieb es woanders hin, dorthin, wo

die Not größer ist und ich vielleicht

mehr gebraucht werden könnte. Afrika

hat mich immer fasziniert. Mehr als

Auch die Kirche hat

sich die Sporen gegeben.

Die Afram Plains

sind inzwischen Apostolisches

Vikariat mit einem Bischof.

Zwei Schwesternkongregationen arbeiten

zusammen mit 5 Diözesanpriestern

und 8 Steyler Missionaren und einem

Spiritaner. Alle kirchliche und pastorale

Infrastruktur wurde von den Steyler

Missionaren aufgebaut.

Die Menschen hier sind arm. Bauern

und Fischer, die von der Hand in den

Mund leben. Höhere Schulen für die

Kinder sind für viele unerschwinglich.

Wir helfen ihnen zu verstehen, dass der

Traum vom Reichtum sie nicht ins


UNSER BRIEF 2011

n in Ghana

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Zwei Stationen kann P. Matthias nur per Boot erreichen. Eine Stunde ist er dazu auf dem Volta

See unterwegs. Er liebt diese Besuche, die oft nicht einfach sind. Die Leute sind ganz einfache

Fischer und Bauern. „Aber glauben können sie, da lerne ich jedes Mal selbst“, so der umtriebige

Missionar.

Glück führt. Aber dass fester Glaube

und eine gute Beheimatung in der Kirche

sehr wohl Hoffnung und Zuversicht

bringen, das kann ich bestätigen. Das

Leben wird deswegen nicht einfacher,

aber viele Ängste können genommen

werden und in der heilenden, frohen

Botschaft Jesu freies Atmen der Seele

ermöglichen.

Nur langsam durchdringt der Geist Jesu

die alten Traditionen der Menschen.

Inkulturation der Botschaft vom Reich

Gottes ist mühsam und spannend

zugleich. Die Saat fällt in Afrika auf guten

Boden. Die Menschen sind sehr

gläubig und offen für Fragen des Glaubens.

Hier gilt nicht die Frage: Mission impossible?

Vielmehr die affirmative Einladung:

Mission necessary. Come and

join us here! Gott war schon lange hier,

doch er braucht uns.

ZUR PERSON

P. Matthias Felber SVD

Der gebürtige Oberndorfer ist seit 1987 bei

den Steyler Missionaren, 1995 empfing er

die Priesterweihe. Danach war er zwei Jahre

Kooperator in Bischofshofen und acht Jahre

Schulseelsorger im Missionsprivatgymnasium

St. Rupert. Seit 2005 ist Felber als Missionar

in Ghana.


UNSER BRIEF 2011

Missio: Loretto

Schnell verbreitet sich

dieses Feuer und viele

Menschen lassen sich

davon anstecken. Sie

machen sich auf die Suche,

voller Sehnsucht

nach einer lebendigen

Beziehung zu Jesus

Christus. Die Welle dieser

Erweckung ist in vielen

Teilen unseres Landes und unserer

Erzdiözese spürbar und nicht mehr zu

bremsen.

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VON FRANZISKA SCHOBER, ALTENMARKT

Die Loretto-Gemeinschaft ist eine Jugendbewegung

im Herzen der Katholischen

Kirche und obwohl Christus

scheinbar immer weniger Platz in unserer

Gesellschaft hat, wächst diese Gemeinschaft

immer mehr und beginnt,

missionarisch zu werden.

Die Mission von Loretto ist es u.a. Räume

zu schaffen, in denen Gott erfahrbar

wird. In ganz Österreich und über

die Grenzen hinaus gibt es derzeit

knapp 40 Loretto-Gebetskreise. Seit

März 2009 auch in St. Johann/Pg. Viele

Jugendliche kommen regelmäßig zu

den Treffen und finden Anschluss. Sie

beschäftigen sich mit Gott, ihrem Glauben

und ihrer eigenen Person. Diese

Jugendlichen haben ein enormes Potential.

Entdecken sie ihre Vision, sind

sie Feuer und Flamme, voller Ideen,

Hingabe und tiefer, echter

Freude.

In der jungen Generation unserer

Gemeinschaft bricht gerade eine

große Leidenschaft für das Gebet

und die Evangelisation aus. Einmal

im Monat wird im Geistlichen Zentrum

St. Blasius eine ganze Woche

24 Stunden-7 Tage lang durchgehend

angebetet und auch in St. Johann gibt

es diese 24/7 Prayers. Wir beten in

diesen Stunden für viele Anliegen und

besonders auch für unsere Stadt und

unser Land. Diesen Gebeten folgen

konkrete Evangelisationseinsätze und

die Früchte daraus sind erstaunlich.

Natürlich ist dieses, unser Leben in der

Nachfolge ein ständiges Schwimmen

gegen den Strom, aber ich bin derselben

Meinung wie Pete Greig in seinem

Buch ‚The Vision‘:

„Der Preis, den wir bezahlen, um Jesus

nachzufolgen, egal wie hoch er ist, ist

für uns immer noch das größte

Schnäppchen unseres Lebens!“

Wir glauben daran, dass diese Welt

immer noch verändert werden kann,

denn für Gott ist nichts unmöglich –

Mission is possible!!

Fotos (2): Schober


VON ERWIN NEUMAYER

In Zeiten knapper Personalreserven

stellt sich für manche die Frage nach

der Sinnhaftigkeit eines dritten Mitgliedes

der Priesterseminarleitung.

Seit den späten 90-iger Jahren unter

Regens Martin Walchhofer wurde die

Aufgabe eines Studienpräfekten vom

derzeitigen Regens

des Priest

e r s e m i n a r s

Nitra, Pavel Zahatlan,

wahrgenommen

und

danach vom damaligen

Jugendseelsorger

Harald

Mattel bekleidet.

Nach

dessen Übersiedlung

als

Pfarrer in Salzburg

Maxglan

blieb diese Aufgabe

zwei Jahre

vakant und wurde

von den Seminaristen

als

unbefriedigend

erlebt. Auf Anfrage

von Regens Laireiter und Erzbischof

Kothgasser habe ich diese Aufgabe

gerne übernommen.

UNSER BRIEF 2011

Unser neuer Vizeregens

Eigentlich gehören zu einer vollen Seminarleitung

stets ein Regens, der Spiritual

und ein Vizeregens, der - wie bis

vor kurzem in Wien und derzeit in St.

Pölten - die Agenden der Studienbegleitung

der Seminaristen übernimmt.

Diese vorrangige Aufgabe wurde auch

mir hier in Salzburg übertragen. Dazu

kommt noch die Unterscheidung zwischen

forum externum und forum internum.

Was ist das? Es gibt im Laufe der

Seminarausbildung Themen, welche

sinnhafterweise nur mit dem Spiritual

besprochen werden können und müssen,

über die er absolutes Stillschweigen

zu wahren hat; das sind unter anderem

Themen des geistlichen Lebens,

des Innenlebens der Seminaristen,

kurz: Dinge, welche in der Beichte und

geistlichen Begleitung

ihren Platz

Foto: Universitätspfarre

haben. Sämtliche

Angelegenheiten,

welche das Seminarleben,

die Ausbildung

und auch

d a s S t u d i u m

betreffen, werden

mit dem Regens

bzw. mit dem Vizeregens

besprochen.

Als zusätzliches

Mitglied der Hausvorstehung

obliegt

dem Vizeregens

die Begleitung des

Studiums, die Hinführung

und Ausbildung

zum Predigtdienst

und zusammen

mit dem Regens die Aufnahme

neuer Seminaristen.

Meine Ziele für diesen Dienst sehe ich

in der Begleitung – und falls nötig –

auch Unterstützung des Studiums, einer

bestmöglichen Hinführung und Ausbildung

zum Predigtdienst und im Vorbereiten

auf den praktischen Dienst als

Priester in der Seelsorge. Die vielen

Erfahrungen aus der Kooperatorenund

Pfarrerzeit gebe ich dabei gerne an

die Seminaristen weiter.

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UNSER BRIEF 2011

Warum hast du dich

entschieden, Priester

zu werden?

Wir Studenten haben die

Freiheit für das Wirken

der Kirche nach dem

Krieg wie einen Sieg

erlebt. Priester, die aus

der Gefangenschaft

heimgekehrt waren und

die anderen Seelsorger

begannen mit Begeisterung

die Jugendarbeit in

den Pfarren, das Borromäum

und das Priesterseminar

konnten wieder

geöffnet werden. Für die

Mehrzahl meines Maturajahrgangs ging

es nahtlos weiter ins Priesterseminar.

Die Frage nach der Berufung stellte

sich für manchen erst vor der Diakonenweihe.

Aus Gesprächen weiß ich:

ein Berufungserlebnis kennt keiner von

uns.

Von mir kann ich sagen: Die theologische

Welle war damals: Kirche als

mystischer Leib Christi. Dazu gab es

auch ein Rundschreiben von Pius XII:

Christus lebt und wirkt weiter in seiner

Kirche. Alle, die das tiefer erkannt hatten,

waren in Freude bereit, da mitzutun.

Und wenn der Bischof ruft, wenn er

mich als Priester für die Kirche brauchen

kann – ich bin bereit. So trat ich

zur Priesterweihe an. Das konkrete

Leben der Priester kannten wir von

unseren Jugendseelsorgern her. Mehr

begeistert als gründlich vorgebildet

wurden wir in die Seelsorge geschickt.

Jeder hatte als Kooperator eine Menge

Religionsstunden und Gruppenstunden

für Jugend und Jungschar zu leisten.

Heimat war für mich der Pfarrhof.

Das tiefgreifendste Erlebnis in 50 Priesterjahren

heißt Konzil, Kirche bewegt

sich, sie lebt. Anliegen und Wünsche,

Priester aus verschiedenen Ge

Foto: Pfarre Strobl

die wir hatten, wurden

nun auch in Rom

diskutiert. In meinen

ersten zehn Priesterjahren

gab es die

Messfeier und das

Brevier nur in Latein.

Stufenweise durften

dann Lesung und

Evangelium in der

Muttersprache verkündet

werden. Nie

hatte ich geträumt,

die Kanongebete in

Deutsch zu sprechen.

So ungewohnt und

fremd wirkten Neuerungen,

dass Gegner fromme Leute

aufhetzen konnten: Das ist nicht mehr

unsere katholische Kirche. Salzburg hat

bald nach dem Konzil eine Synode gewagt,

um Konzilstexte und Weisungen

in die Seelsorge umzusetzen. Ich durfte

in Priesterkreisen mit vorbereiten und

nach der Synode als Pfarrer das Neue

in die Pfarre bringen. Meine eigene

Begeisterung hat da einiges Altes aufgeweicht.

In meinen Pfarren habe ich

keinen lauten Gegensatz erlebt zwischen

dem Bisherigen und dem Neuen.

Was findest du das Schönste an deinem

Beruf?

Eigentlich hat mich jede Aufgabe gefreut,

auch wenn ich nicht für jede gleiches

Talent habe. Am liebsten ist mir

die Arbeit mit der Bibel. Über 20 Jahre

habe ich für mich Bibelvorlesungen

besucht, um besser zu verstehen und

so die Botschaft weiterzugeben. In der

Pfarre hatten wir all diese Jahre Bibelrunden

angeboten und dazu ein Glaubensgespräch.

Wenn das auch kleine

Gruppen waren, bedeuteten sie für andere

eine Stütze, wenn sie im Glauben

klarer und gefestigter wurden. Ein zwei-


UNSER BRIEF 2011

nerationen: Franz Weikinger

tes, das mir am Herzen liegt, ist das

Feiern des Glaubens bei unseren Festen,

ich denke besonders an die Karwoche

und an Ostern. Vor Gott stehen –

umgeben von einer Schar wacher,

gläubiger Christen – und so Eucharistie

feiern, höher geht es für einen Priester

nicht.

Was war ein kurioses Ereignis, das

dir in deinem Dienst passiert ist?

Ein Mann in meiner Pfarre – kritisch,

mit der Kirche nicht zufrieden,

schloss sich mit Eifer den

Zeugen Jehovas an, nach Jahren

hatte er sich aber auch mit diesen

überworfen und losgesagt. Als er

starb, kam sein Sohn zu mir, und

im Taufbuch war kein Austritt vermerkt.

Einverständlich haben wir

daher den Termin für das Begräbnis

- in gewohnter Form - festgelegt,

wussten aber nicht, dass an

diesem Nachmittag die Stromführung

auf die Verkabelung umgeschaltet

wird. Deshalb gab es keinen

Strom für Glocken, Orgel, Beleuchtung

und Mikrophon. Drei

Mal sagte ich an, dass niemand dafür

kann. Trotzdem wurde getuschelt: „Weil

er halt bei den Zeugen Jehovas mitgetan

hat.“

Welche Erwartungen hast du an angehende

Priester?

Jeder junge Mann, der priesterliches

Leben anstrebt, ist ein Zeichen der

Hoffnung. Das Berufsprofil wird der

Bischof vorgeben. Ich wünsche mir

freudige Apostel, theologisch klar gebildet,

im Gespräch bescheiden, mehr

Priester der Kirche als Privatgelehrte.

Priesterliche Lebensform geht über das

Gewöhnliche hinaus. Das gläubige Volk

möchte Priester, zu denen es aufschauen

kann, denen es Vertrauen

schenken will. Aus Erfahrung füge ich

dazu: Der Priester soll sich durchringen,

die Leute zu mögen, zu denen er

gesandt ist: Schüler einer Klasse, PGR-

Mitglieder, Vereinsleute, Senioren.

Wenn wir sie nicht gern haben, richten

wir nichts aus. Denn die Liebe macht

erfinderisch und schenkt gedeihliches

Zusammenarbeiten.

Was fällt dir zum Thema „mission

(im)possible“ in Bezug auf deine

Aufgaben ein?

Was früher leichter war – eben von

meinen Kurskollegen her, ist heute

existenznotwendig: Freundschaft unter

Priestern. Soweit es möglich ist, auch

freie Tage miteinander suchen und

gestalten.

ZUR PERSON

Jahrgang: 1930

Heimatpfarre: Strobl

Priesterweihe: 10.7.1955

Aktuelle Tätigkeit: Pensionist, Helfer

Vorherige Stationen: Kooperator in Thalgau,

Salzburg-St.Andrä; Pfarrer in Obertrum,

Thalgau

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Bei der Primiz vor dem Elternhaus Foto: Weikinger


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VON GENERALSENIOR RALF PETER

UNSER BRIEF 2011

Die Aktionswoche

„Offener Himmel“

ist das Projekt der

Erzdiözese, um

neue Zugänge zur

Kirche und zum

G l a u b e n z u

schaffen

Foto: Detlef Schwarz

Erneuerung der Kirche

Am Vorabend des Festes Peter und

Paul, am 28. Juni 2010, kündigte Papst

Benedikt XVI. in Gegenwart einer Delegation

des Patriarchen von Konstantinopel

die Gründung einer Behörde zur

Neuevangelisierung an. In seiner Ansprache

betonte der Papst, dass die

Kirche eine wichtige Kraft zur Erneuerung

in der Welt sei. Mit der Bemühung

um eine Neuevangelisierung, müsse

auch das Bemühen um die Einheit der

Christen verbunden sein.

Am 21. September 2010 veröffentliche

Papst Benedikt XVI. das Apostolische

Schreiben in Form eines Motu Proprio

„Ubicumque et semper“ zur Errichtung

des Päpstlichen Rates zur Förderung

der Neuevangelisierung.

Die Verpflichtung, das Evangelium zu

verkünden, ist eine wesentliche Aufgabe

der Kirche. Diese Sendung hat sie

immer wieder in unterschiedlichen

Kontexten und gesellschaftlichen

Herausforderungen wahrgenommen.

Auch heute erlebt die Kirche eine Herausforderung

besonderer Art und Weise.

Fortschritte in Wissenschaft und

Technik, ausgeweitete Lebensmöglichkeiten,

individuelle Freiheit, Veränderungen

in der Wirtschaft, die Migrationsbewegungen

und die Abhängigkeiten

unter den Völkern machen deutlich,

dass die Kirche einer veränderten Zeit

gegenübersteht. Unleugbar erfährt die

Menschheit auch in moderner Zeit unzählige

Vorteile durch die Errungenschaften

der Gegenwart.

Dies lässt jedoch nicht übersehen, dass

auch in den Ländern, die bereits vor

Hunderten von Jahren evangelisiert

wurden, sich ein Abfall vom Glauben

und von überlieferten Werten zeigt, der

einhergeht mit einer nachfolgenden

Leere. Bereits Papst Paul VI. betonte

besonders die Notwendigkeit der Evangelisierung

für jene, die zwar getauft

sind, aber außerhalb eines

christlichen Lebensraumes stehen;

für jene, die einen gewissen

Glauben haben, aber

seine Grundlagen nicht kennen;

für jene, die den Glauben

vertiefen wollen und schließlich

die Verkündigung des Evangeliums

an jene, die dem Glauben

fern stehen. Papst Johannes Paul

II. fasste diese Aufgabe unter dem Begriff

„Neuevangelisierung“ zusammen.

Es ging Johannes Paul II. um die Erneuerung

der christlichen Substanz der

Gemeinden in jenen Ländern und Nationen,

die schon vor langer Zeit den

Glauben angenommen hatten.

Die ganze Kirche soll sich nach Papst

Benedikt der heutigen Welt mit einem

neuen missionarischen Elan zeigen.

Die Gebiete alter Evangelisierung teilt

der Papst in drei Gruppen ein: jene


: Neuevangelisierung

UNSER BRIEF 2011

Foto: www.n24.de

Territorien, in denen trotz zunehmender

Säkularisierung bei der überwiegenden

Mehrheit die christliche Praxis und die

geistige Verwurzelung erhalten sind,

jene Regionen mit einer eindeutigeren

Distanzierung der Mehrheit der Bevölkerung

zum Glauben und einem

schwächeren kirchlichen Gefüge, und

jene Zonen, die weitgehend entchristlicht

scheinen.

Da von unterschiedlichen Situationen

ausgegangen werden muss, bedeutet

eine neue Evangelisierung nicht, eine

einzige Antwort für alle Umstände zu

haben. Bei allen Anforderungen, die

sich stellen, braucht es vor allem eine

tiefgehende Gotteserfahrung, die der

Verkündigung des Evangeliums vorausgeht.

Um das Anliegen der Neuevangelisierung

zu fördern, hat Papst Benedikt

den Päpstlichen Rat zur Neuevangelisierung

errichtet, um über die Themen

zur Neuevangelisierung nachzudenken

und geeignete Formen und Mittel zu

finden, um diese zu fördern. Wesentliche

Aufgaben des Rates sind:

− Die theologische und pastorale Bedeutung

der Neuevangelisierung zu

vertiefen.

− Das Studium, die Verbreitung und

die Anwendung des päpstlichen

Lehramtes mit Bezug auf jene Themenkreise,

die mit der Neuevangelisierung

verbunden sind, zu fördern.

− Initiativen, die mit der Neuevangelisierung

zusammenhängen, bekannt

zu machen, zu unterstützen und die

Verwirklichung neuer Initiativen zu

fördern.

− Die Anwendung moderner Kommunikationsmittel

im Hinblick auf ihre

Nutzbarmachung zur Neuevangelisierung

zu studieren und zu fördern.

− Da der Katechismus der Katholischen

Kirche den Glauben für die

Menschen unserer Tage zusammenfasst,

seinen Gebrauch zu unterstützen.

Der Päpstliche Rat wird von einem Erzbischof

als Präsidenten geleitet. Gegenwärtig

hat dieses Amt Salvatore

Fisichella inne.

Wenn dieser neue Päpstliche Rat eine

Aufgabe darin sieht, die Initiativen zur

Neuevangelisierung bekannt zu machen

und Verwirklichung neuer Initiativen

zu fördern, so werden hier nicht nur

die Gemeinschaften und Gruppen innerhalb

der Kirche angesprochen, sondern

jeder, dem die Neuevangelisierung

seiner Heimat oder Umgebung ein

Herzensanliegen ist. In diesem Sinn

sind wir alle Missionare in einer Mission,

die auch heute noch möglich ist, wo

Menschen bereit sind, ihre Zeit, ihre

Gaben und Talente, ja ihr ganzes Sein

in den Dienst der Verkündigung des

Herrn zu stellen.

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UNSER BRIEF 2011

Warum hast du

dich entschieden,

Priester zu

werden?

Die Berufung ist

auch bei mir ein

Geheimnis - so

wie jede Berufung

in der Welt,

die vom Glauben

her gesehen wird

und einen Menschen

„trifft“. Sie

resultiert aus den

Fähigkeiten, die

einem innewohnen

und wo Gott

einhakt, denke

ich. Bei mir war

es von Kindheit an eine Sache, die

mich bewegte und nachdem ich Ministrant

geworden bin, wurde der Ruf stärker.

Auch das Beispiel einiger Priester

hat mich damals beeindruckt. Wenn ich

von einem Berufungserlebnis sprechen

kann, war es damals Johannes XXIII.,

der den letzten Kick gab, dass ich mich

zum Priesterberuf entschied. Der in der

Luft hängende Aufschwung in der katholischen

Kirche bestärkte mich zum

JA. Das II. Vatikanische Konzil trug

auch seinen Teil dazu bei und bewegt

mich heute noch.

Was findest du das Schönste an deinem

Beruf?

Das Schönste an meinem Beruf ist die

Vielfalt der Einsätze für die Menschen

und die Glaubenden zu begeistern für

die Sache Jesu. Es ist auch ein großes

Geschenk, dass mir die Freude am

Priestersein nicht abhanden gekommen

ist, was mit der Herausforderung als

Jugendseelsorger (1973-80) zu tun hat

und später mit der Bibelschule 1990 in

Israel. Besonders die „Entdeckung“ der

Priesterserie:

Bibel gab mir Halt

und Ausdauer und

klingt bis heute nach.

Solche Erfahrungen

sind „Lebens-Not-

Wendig“.

Was war ein kurioses

Ereignis, das

dir in deinem

Dienst passiert ist?

Zweimal ist es passiert,

dass bei einer

Eucharistiefeier statt

Wein Schnaps im

Kelch war. Das erste

Mal waren es die

Kinder bei einem

Foto: Pfarre Sbg.-Gneis

Jugendlager, dann

am Obertauern der Mesner – ohne Absicht

und das in der Osternacht! Ich

denke, Jesus hat gelächelt…

Zwei Bergmessen am Frommerkogel

mit der Landjugend sind auch unvergesslich

durch die vielen Fliegen, die

mit den Rindern anwesend waren. Da

musste ich jedes Mal einige Fliegen

trinken, denn das Herausfischen hätte

zu einem Lachen der frommen Teilnehmer

geführt. Ich habe es gut verdaut –

die Fliegen waren selber schuld (lacht)!

Welche Erwartungen hast du an angehende

Priester?

1. Die Offenheit für die Menschen, so

wie sie sind – in den verschiedenen

Lebensaltern und Situationen.

2. Die Bereitschaft, mit den Glaubenden

das Leben in der Pfarre zu gestalten

und loslassen können von verklemmten

Vorstellungen und Haltungen.

3. Die Wichtigkeit der Zusammenarbeit

zu sehen und aus dem Miteinander der

verschiedenen Charismen gute Wege

für sich und die Glaubenden zu suchen


Peter Zeiner

und zu gehen – alles im

Blick auf das Reich Gottes.

UNSER BRIEF 2011

Was fällt dir zum Thema

„mission (im)possible“

in Bezug auf deine Aufgaben

ein?

Ich merke, dass ich in

meinem Alter und durch

den Herzinfarkt vor drei

Jahren die Notwendigkeit

der Missio (= das Gehen

zu den Menschen) sehr

deutlich sehe, aber die Durchführung

ist nicht mehr so leicht. Ich bin glücklich,

dass es dann und wann gelingt,

die Frohbotschaft in den Menschen zu

verankern. Wichtig ist, dass ich mit meiner

Person und Position nicht im Weg

stehe und den Menschen den Ausblick

auf Gott, die Schöpfung und das Geheimnis

nicht raube. Dass mir die Freude

am Gebet, am Feiern und am Wort

Gottes und den konkreten Menschen

nicht abhanden kommt, ist die große

Bitte an IHN, der mich bisher geführt

hat. Ich bin überzeugt, dass ER mir

auch weiterhin den langen Atem

schenkt, denn ER ist treu.

ZUR PERSON

Primiz in Tamsweg

Foto: Zeiner

Jahrgang: 1942

Heimatpfarre: Tamsweg

Priesterweihe: 2.7.1966

Aktuelle Tätigkeit: Pfarrer in Salzburg-

Gneis, Dechant im Dekanat Salzburg-Süd

Vorherige Stationen: Kooperator in Wörgl,

Golling; Diözesanjugendseelsorger; Pfarrer

in Salzburg-St. Elisabeth

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Witz

Jesus fragte einen Bauern: „Wer bin ich?“

„Du bist das Brot des Lebens“

Er fragte einen Seemann, und der antwortete: „Du bist das rettende Ufer,

wenn das Schiff in Not ist.“

Er fragte auch ein Kind. Das sagte: „Du bist wie eine Mutter, die niemals

schimpft.“

Zum Schluss fragte er einen Theologen: „Wer bin ich?“

Der Theologe antwortete: „Du bist Christus, die soteriologische Ausprägung

der Offenbarung von der Heilswirklichkeit Gottes, der Mittelpunkt der

Schöpfung, ohne den alle Suche nach Sinnhaltigkeit der Welt verblassen

würde.“

Und Jesus staunend: „Was bin ich?“


Foto: www.jugendfotos.de - Zeno F. Pensky

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VON ROMAN EDER

UNSER BRIEF 2011

Kirche und

"Geht zu allen Völkern und macht alle

Menschen zu meinen Jüngern!" Das ist

nach wie vor der Grundauftrag der Kirche,

und dazu muss sie auch das Internet

verwenden. Denn ohne zeitgemäße

Methoden lockt man heutzutage keine

Katze mehr hinter dem Ofen hervor.

Lange habe ich geglaubt, dass eine

althergebrachte Website genügt, und

ich stürzte mich mit Eifer auf unsere

Pfarr-Homepage, später auf die Seite

vom Priesterseminar. Aber: Das ist im

schnelllebigen Internet-Zeitalter mittlerweile

fast schon vorsintflutlich, gefragt

ist heute das Web 2.0, das interaktive

Internet, bei dem sich jeder beteiligen

kann. Besonders „in“ sind derzeit die

Social Networks, allen voran Facebook.

Damit kann man mit Leuten in Kontakt

treten, Nachrichten verschicken, Veranstaltungen

bewerben, ...

Ich selber habe lange gezögert, um

mich bei Facebook anzumelden. Und

ich muss zugeben: Am Anfang habe ich

die Wirkung von Facebook unterschätzt.

Denn wenn man einen Blick

auf die Statistik wirft, so sind in Österreich

mehr als 2,2 Mio. Menschen angemeldet,

rund 75% davon sind zw. 13

und 34 Jahren alt, also

genau

jene

Gruppe,

bei

der die Kirche am schwersten Zugang

hat. Um diese Gruppe nicht aus den

Augen zu verlieren, sollte auch die offizielle

Kirche, v.a. die Pfarren, verstärkt

dieses Medium verwenden. Durch Ignorieren

dieses Mediums verstärkt sich

nur das Vorurteil, dass die Kirche allem

Neuen gegenüber kritisch und zurückhaltend

eingestellt ist. Einige stechen

jedoch bereits positiv hervor, wie z.B.

die Pfarre Saalfelden, die das Web 2.0

intensiv verwendet.

Auch ich verwende Facebook für die

Pfarre, ich habe eine Seite für die KJ

Thalgau eingerichtet. Jetzt gibt es da

schon Fans, die ich nicht einmal kenne.

Darin sehe ich auch den großen Vorteil:

Die Vernetzung mit vielen Personen, zu

denen man persönlich vielleicht gar

keinen Kontakt hat. Bei einer Veranstaltung

wie einem Jugendgottesdienst

lade ich nun viele Facebook-Thalgauer

ein, ob sie wollen oder nicht. Wenn ich

es nur in der Kirche vom Pfarrer verkünden

lasse, hören es wenige, doch

im Internet kann man fast alle Jugendlichen

erreichen. Damit kann auch einem

Problem entgegengewirkt werden,

nämlich immer in der selben Suppe zu

schwimmen. Denn mit Facebook kann

ich auch einmal andere mit der Pfarre

konfrontieren.

Das Web 2.0 ist zwar nur eine Ergänzung

und Mittel zum Zweck, allerdings

steckt darin ein riesiges

Potential für die Kirche.

Die vielen Möglichkeiten

müssen verstärkt als

neue Wege der Glaubensverkündigung

gesehen und

genutzt werden. Man gebe

nur bei google.at „Kirche

und Web 2.0“ ein!


VON FLORIAN ZIMMET

UNSER BRIEF 2011

Priesterseminar von A bis Z

Anbetung

Baustelle

Christus

Domdienst

Exerzitien

Fußball

Gitarre spielen

Hauswochenende

Internet

Jause

Kaffee

Liturgie

Musik

Nikolaus

Offener Himmel

Personal

Qual(ität)

Regens

Standortpfarre

Taizé - Gebet

Uni

Vorlesung

Witze

Xylophon

Zölibat

15


16

UNSER BRIEF 2011

Warum hast du dich entschieden,

Priester zu werden?

„Priester sein“ war für mich als Kind

schon ein Traumberuf. Die Ausstrahlung

und das Wirken einzelner Priesterpersönlichkeiten

faszinierten mich. Ich

fühlte mich von Gott gerufen, die Heilsbotschaft

in Wort und Tat zu verkünden

und zu feiern. Freilich, das tridentinische

Priesterbild, das ich seinerzeit

hatte, hat sich mit den Jahren gewandelt.

Die Zeit des 2. Vatikanischen Konzils

ließ vieles aufbrechen und aufblühen.

Trotz meiner Schwierigkeiten mit

der zölibatären Lebensform habe ich

mich nach langem Hin und Her durchgerungen,

Ja zu sagen, ich bin bereit,

aufgrund einiger Schlüsselbegegnungen

– auch in der Krankenseelsorge.

Was findest du das Schönste an deinem

Beruf?

Das Dabei-sein bei „AHA – Erfahrungen“,

„Das gibt’s doch nicht!“. Ich als

„Verwundeter“ darf dabei sein bei Wundern

der Heilung, des Aufbrechens.

Wenn es auch noch so aussichtslos

ausschaut und wo man es nicht erwartet,

tut sich auf einmal der Himmel auf,

ergibt sich eine Lösung und Gott überrascht

mit seinem Entgegenkommen,

seinem Charme, seiner Gnade.

Schöne Seiten sind auch das Vorschussvertrauen,

das mir geschenkt

wird und dass ich die frohe Botschaft,

in allen Lebenslagen zusagen, vermitteln,

feiern darf: „Gott ist mit dir. Er mag

dich, Er ist da für dich, Er geht alle deine

Wege mit, Er schenkt dir seine Liebe,

sein Erbarmen, seine Huld. Du

kannst wieder neu anfangen. Deine

Schuld ist dir vergeben.“

Was war ein kurioses Ereignis, das

dir in deinem Dienst passiert ist?

„Wer noch nie ausgenutzt worden ist,

Priesterserie: Gerh

hat noch nie

was Gutes

getan.“: Oft

bot ich in jungen

Jahren

Hilfesuchenden

1000,-

ATS bar auf

die Hand an!

Einmal kam

ein junger

Mann mit

traurigen Augen

ein zweites

Mal und

ich glaubte

ihm. Erst als

ich mit ihm

trotz vieler

Termine auf

dem Weg

war, gestand er mir seine Lügenmärchen.

Und: Bei einem Taufschmaus fragte ein

Kind die Mutter: „Du Mama, ist der

Pfarrer auch schwanger?“

Welche Erwartungen hast du an angehende

Priester?

- Ein Bemühen, Christus ähnlich zu

werden, doch nicht zu meinen, das Ziel

schon erreicht zu haben

- Gut aus-, nicht eingebildet sein

- Mit dem Volk, für das Volk da sein:

Die Bereitschaft, Freude und Hoffnung,

Trauer und Angst mit den Menschen

teilen

- Als Ergriffener begreifen und als Zeuge

der Auferstehung und Geisterfüllter

andere für das Reich Gottes begeistern,

ein passionierter Priester sein

- Herzensbildung, Glaubwürdigkeit ohne

Masken

- Dialogfähig, Teamfähig, Tolerant

- Ein Mystagoge (Unterweiser) einer

personalen Frömmigkeit sein


ard Mühlthaler

Was fällt dir zum Thema „mission

(im)possible“ in Bezug auf deine

Aufgaben ein?

Allzeit bereit!

Der Typ des allkompetenten Priesters

ist in vieler Hinsicht zu anspruchsvoll,

eine Überforderung und zur Zeit nicht

mehr verfügbar.

Ich schließe mich den Vorschlägen von

Paul Michael Zulehner und

Fritz Lobinger an: „Der herkömmliche

Priestertyp soll

durch einen zweiten Priestertyp

ergänzt werden entsprechend

der Paulinischen Gemeindeberichte.

Diese kennen

gleichfalls zwei Priestertypen:

einen gemeindegründerisch-missionarischen

Typ

– Paulus selbst – und in den

einzelnen Gemeinden einen

g e m e i n d e l e i t e n d e n -

gottesdienstvorstehenden Typ

– die Presbyter etwa in Korinth.

„Pauluspriester“ –

„Korinthpriester“.

Korinthpriester werden für

priesterliche Aufgaben in jeder Gemeinde

bestellt, aus der sie kommen, und

sie existieren immer als ein Team, nicht

als einzelne. Der erste Schritt ist dabei

nicht die Suche nach einer Priesterberufung,

die im Herzen der Einzelnen

aufbricht, sondern es ist die Gemeinde,

die gemeindeerfahrene Personen sucht

(viri probati), die sie für das Priesteramt

erwählt und die der Bischof in einem

Gottesdienst in gemeindliches Presbyterium

hineinweiht. Sie stehen der Eucharistiefeier

vor und leiten aus deren

Mitte her die Gläubigen, indem sie die

Gemeinde, die sie erwählt hat, in der

Spur des Evangeliums halten.

Pauluspriester wiederum wissen sich

zunächst als Person zum Priesteramt

UNSER BRIEF 2011

berufen und werden dann zu einer amtlichen

Aufgabe bestellt. Ihr Auftrag ist

es, mit dem anvertrauten Evangelium

Gemeinden zu gründen sowie gegründete

Gemeinden und deren Korinthpriester

zu begleiten.

Außerdem fällt mir noch ein: „Wer Licht

in die Welt bringen möchte, wird entweder

Elektriker oder Priester.“ Priestersein

ist sehr anspruchsvoll. Es fordert

den, der sich einmal dafür entschieden

hat, ganz, und er macht auch die Erfahrung:

Wo viel Licht, da ist viel Schatten.

Mein Wunsch für uns alle:

Christus, das Licht unseres Lebens,

das im Dunkel unserer Nacht ein Feuer

entzündet, das nie mehr erlischt.

ZUR PERSON

Primiz in Leogang

Jahrgang: 1951

Heimatpfarre: Leogang

Priesterweihe: 14.10.1978

Aktuelle Tätigkeit: Pfarrer in Kuchl

Vorherige Stationen: Kooperator in St.

Johann i.T., Salzburg-St.Andrä; Pfarrer in

Rattenberg

17

Fotos (2): Mühlthaler


18

UNSER BRIEF 2011

Warum hast du dich entschieden,

Priester zu werden?

Wenn ich auf meine Berufungsgeschichte

zurückschaue, so fallen mir

dazu viele Ereignisse, Begegnungen,

Erfahrungen, ... ein, die in mir den Entschluss

reifen ließen, Priester zu werden.

Entscheidend war ganz gewiss

mein Elternhaus. Der Sonntagskirchgang

gehörte da genauso selbstverständlich

zu unserem Alltag wie etwa

das Tischgebet. Das, was meinen Eltern

im Glauben wichtig

war, lebten sie einfach

vor, ohne darüber allzu

viele Worte zu verlieren.

Und dieses Lebensbeispiel

wirkte. Große

Wegweiser waren auch

mein damaliger Heimatpfarrer

Michael Wieser

und mein Religionslehrer

Gottfried Pfluger.

Beide Priester waren für

mich in ihrer ganz unterschiedlichen

Art und

Weise Vorbilder, die

mich ansprachen und

begeisterten.

Und eine wichtige Erfahrung fällt mir

ganz besonders immer wieder ein: Bevor

ich begann, Theologie zu studieren,

begann ich eine Ausbildung zum Ergotherapeuten

in der heutigen Christian-

Doppler-Klinik in Salzburg. Bei einem

Rundgang wurde uns zuletzt auch ein

kurzer Blick in die geschlossene Abteilung

erlaubt, in der Schwerstkranke

behandelt wurden. Und ein Bild werde

ich da wohl nie vergessen: Am Boden

lag ein Patient, sein Kopf überdimensioniert,

Speichel floss aus seinem Mund

und er war nur fähig, tierähnliche Laute

von sich zu geben. Gepflegt und betreut

wurde er von einer geistlichen

Schwester. Betroffen von dieser Begegnung

grübelte ich noch lange darüber

nach. Dabei ist mir schon damals

eines bewusst geworden: Würde einem

der Glaube nicht wissen lassen, dass

auch dieser schwerkranke Patient ein

Mensch ist mit einer ihm eigenen Würde

und ein von Gott geliebtes Geschöpf,

käme man wahrscheinlich wirklich

auf letztlich sehr unmenschliche

Gedanken. Die geistliche Schwester,

die für diesen Patienten mehr oder weniger

rund um die Uhr da war, bezeugte

diesen Glauben auf

eindrucksvolle Art. Sie

war ganz einfach und

unspektakulär für diesen

Menschen da und

begleitete ihn mit Liebe.

Heute weiß ich, dass

dies für mich eine ganz

wichtige und wertvolle

Stunde meines Lebens

war, die sehr (!) bedeutungsvoll

für meine Berufungsgeschichte

gewesen

ist.

Fotos (2):Mairhofer

Priesterserie: T

Was findest du das

Schönste an deinem Beruf?

Ich möchte es in Anlehnung an Worte

aus dem Konzilsdokument „Gaudium et

spes“ sagen: Das „Da-sein-dürfen“ im

Glauben für die Menschen: in ihrer

Freude und Hoffnung, Trauer und

Angst, in ihrer Not und Bedrängnis.

Was war ein kurioses Ereignis, das

dir in deinem Dienst passiert ist?

Dazu fällt mir die Bitte einer Trauerfamilie

ein, es möge der Rosenkranz für

ihren lieben Verstorbenen gebetet werden;

aber Gott soll nicht vorkommen,

weil sie ja nicht so gläubig seien. Aber

sonst soll auf alle Fälle alles so ablaufen

wie es bei Verabschiedungen vorgesehen

ist.


heo Mairhofer

Welche Erwartungen hast du an angehende

Priester?

Dass sie theologisch gut ausgebildet

sind, mit beiden Füßen in dieser Welt

stehen und gut in der persönlichen

Freundschaft mit Jesus beheimatet

sind. Oder, um es mit einem Wort von

Frère Roger Schutz von Taizé zu sagen:

Dass sie christliche Menschen und

menschliche Christen sind.

Was fällt dir zum Thema „mission

(im)possible“ in Bezug auf deine

Aufgaben ein?

Zunächst fällt mir die Erfahrung ein,

dass es durchaus nicht einfach ist,

Menschen für das Evangelium zu begeistern.

Es ist eine Tatsache, dass

heute vieles von dem, was in vergangenen

Jahrzehnten noch selbstverständlich

geglaubt und weitertradiert wurde,

nicht mehr einfach von der jüngeren

Generation übernommen und angenommen

wird. Obwohl viele Mitarbeiter

mit mir gemeinsam redlich versuchen,

den Glauben weiterzugeben, hat es oft

den Anschein, als sei alles vergebliche

Liebesmüh‘. Also: Mission impossible!?

Ein Gedanke, der mir nicht fremd ist.

Aber dann gibt es Gott sei Dank die

andere Sicht der Dinge, die einem der

Glaube schenkt und vieles ins rechte

Licht rückt. Natürlich ist es ein Stück

weit mühsam und herausfordernd, mitten

in der Welt von heute, die säkularer

geworden ist, Menschen für den christlichen

Weg begeistern zu können. Aber

der Alltag bestätigt auch immer wieder,

wie dankbar unzählige Menschen sind

für die größere Hoffnung, die wir bezeugen

dürfen. Die scheinbare Erfolglosigkeit

im pastoralen Arbeiten deute

ich für mich persönlich als Einladung,

immer wieder genauer hinzuschauen,

wo SEIN Same aufgeht und Frucht

bringt. Nicht selten nehme ich dann

UNSER BRIEF 2011

Dinge wahr, die ich gerne übersehe,

weil ich zu sehr fast ausschließlich

n ac h „althe rge b rac h ten E rf ol -

gen“ (Anzahl der Kirchenbesucher/

innen,...) Ausschau halte.

Und die scheinbare Erfolglosigkeit erinnert

mich persönlich auch immer wieder

an das Grundgesetz des Evangeliums:

Nicht ich mache, sondern ER

macht. Ich brauche nicht der große

Macher zu sein. Wir sind und bleiben

MitarbeiterInnen; das Eigentliche hat

ER schon für uns getan: Wir sind erlöst.

Und das Eigentliche wird auch ER wieder

tun: dass Vollendung geschieht.

Das entlastet mich persönlich ungemein

und lässt mich auch heute noch –

Gott sei Dank – meinen Dienst mit

Freude und in großer Gelassenheit tun.

Und deswegen gilt für mich: „Mission is

possible!“

ZUR PERSON

Jahrgang: 1962

Heimatpfarre: Thiersee

Priesterweihe: 1989

Aktuelle Tätigkeit: Dechant in Wörgl

Vorherige Stationen: Kooperator in Kuchl;

Provisor in Vigaun, Pfarrer in Schwarzach

19

Primiz in Thiersee


20

Sr. Barbara Grundschober

ist auf heikler Mission:

Als „Chefin“ in der

priesterlosen Pfarre

Waidring. „Unser

Brief“ bat sie zum

Interview.

VON ROMAN EDER

UNSER BRIEF 2011

Sr. Barbara, wie

heißt deine Gemeinschaft

und

welche Aufgaben

habt ihr?

Meine Gemeinschaft

ist eine junge Gründung (1937),

sie heißt „Kongregation der Schwestern

von der heiligsten Eucharistie“.

Das Anliegen unserer Gründerin war,

von der Mitte der Eucharistie zu leben

und hinauszugehen, um für die Menschen

da zu sein. So arbeiten die

Schwestern schon immer in allen Bereichen

der Seelsorge mit.

Wie bist du auf die Idee gekommen,

in einen Orden einzutreten?

In meiner Heimatpfarre hat mich unser

Pfarrer immer wieder zu verschiedenen

Diensten gefragt, vor allem die Jugendarbeit

war ihm wichtig. Diese Arbeit

machte mir sehr viel Spaß. Da ich in

jungen Jahren nicht recht wusste, welchen

Beruf ich erlernen sollte, fragte

ich mich, ob das meine Berufung sein

könnte. So kam ich auch mit verschiedenen

Ordensgemeinschaften in Kontakt.

Ihre Lebensweise und Ausstrahlung

waren für mich sehr faszinierend.

Es kam aber auch in Frage, eine Familie

zu gründen und Kinder zu haben.

So beschloss ich, vorerst die vierjährige

Ausbildung zur Pastoralassistentin

in Wien zu machen. Dort habe ich unsere

jetzige Oberin und auch die Ge-

Mit Menschen das R

meinschaft kennengelernt. Im

letzten Jahr der Ausbildung traf

ich dann die Entscheidung, bei

diesen Schwestern einzutreten.

Ich bin einfach meiner

Sehnsucht und

meine m W unsc h

nachgegangen, für

Gott und die Menschen

da zu sein –

eben als Ordensschwester.

Hast du so etwas

wie ein Lebensmotto?

Mit den Menschen

das Reich Gottes wagen.

Woraus schöpfst du Kraft?

Gebet und Eucharistie. Das hat mich

schon immer begeistert: Von der Mitte

her leben, und von dieser Mitte hinaus

gehen und für die Menschen da sein.

Total wichtig sind mir auch Beziehungen

zu verschiedenen Menschen und

Freizeit. Ich gehe gerne Schi fahren

und schwimmen, oder genieße einfach

die wunderschöne Natur. Mit Freunden

gemütlich zusammen sein ist auch eine

Kraftquelle.

Zu deiner jetzigen Aufgabe: Was

gefällt dir daran und mit welchen

Herausforderungen hast du zu

kämpfen?

Gut gefällt mir die Selbständigkeit mit

der ich arbeiten kann. Ich kann meine

eigenen Schwerpunkte setzen. Besonders

wichtig ist mir die Kinder- und Jugendarbeit

– sie bringen in unsere Kirche

eine Lebendigkeit hinein.

Positiv sehe ich auch die bunte Vielfalt

meiner Arbeit: mit Kindern, Jugend,

Senioren, Nahe- und Fernstehende,

Sakramentenvorbereitung, Kanzleiar-


UNSER BRIEF 2011

eich Gottes wagen

beit, ... Ich kann vieles umsetzen und

verwirklichen. Aber manchmal ist es

schwierig, Mitarbeiter zu finden, die mit

mir Reich Gottes wagen, denn alleine

geht es nicht. Da braucht es welche,

die mittragen und mitarbeiten.

Was erhoffst du dir denn von deiner

Arbeit?

Menschen sollen wieder einen Weg zu

Gott finden, sich von Gott begleitet erfahren

- in allen Höhen und Tiefen ihres

Lebens.

Mit welchen Gefühlen gehst du der

Zukunft entgegen?

Vieles, was ich erlebe und sehe, macht

mir große Sorgen. Einerseits vertraue

ich darauf, dass Gott auch heute wirkt

durch den Hl. Geist, aber manchmal ist

so wenig spürbar. Außerdem fühle ich

mich oft ohnmächtig und erlebe, wie

mir die Hände gebunden sind.

Diese Sorgen betreffen die Gemeinschaft,

wo der Nachwuchs fehlt und ich

die jüngste bin, aber auch die Kirche,

wo junge Priester fehlen, die mit beiden

Beinen am Boden stehen und keine

einseitigen Richtungen einschlagen.

Und dann die vielen, die die Kirche verlassen,

weil sie nie wirklich darin Heimat

gefunden haben. Unsere Familien,

Kinder und Jugendlichen sind nur mehr

punktuell zu begeistern – bei vielen

Gottesdiensten fehlen sie.

Trotzdem gibt es für mich „Highlights“,

wenn Menschen sich für unscheinbare

Dinge bedanken, die mir aber zeigen,

dass alles seinen Sinn hat und nichts

umsonst ist – die kleinen Dinge zählen!

Angesichts des geringen Nachwuchses:

Ist ein geistlicher Beruf in der

heutigen Zeit eine „mission impossible“?

Glaube ich nicht, aber irgendetwas fehlt

derzeit. Doch Berufung ist letztlich ein

Geheimnis. Beeindruckend finde ich,

dass bei manchen die Berufung vom

Unmöglichen zum Möglichen wird.

www.eucharistie-schwestern.net

ZUR PERSON

Sr. Barbara Grundschober

Die ausgebildete Pastoralassistentin aus

Leitzersdorf in NÖ ist seit 1985 bei den

Eucharistie-Schwestern. Sie war zwei Jahre

im Mutterhaus in Salzburg-Herrnau, danach

15 Jahre in Thalgau tätig. Seit 2002 ist sie

Pfarrassistentin in Waidring.

21

Fotos (2): Pfarre Waidring


22

UNSER BRIEF 2011

Priesterserie: Manfred Thaler

Warum hast du dich entschieden,

Priester zu werden?

In meinem Leben gibt es kein spezielles

Berufungserlebnis, das mich bewogen

hat, den Priesterberuf zu ergreifen.

Meine Entscheidung dazu ist vielmehr

einer Art innerem „Sich-hingezogenfühlen“

entsprungen. Ich habe das als

Berufung erfahren, von der ich überzeugt

war, ihr nachgehen zu müssen,

ein Weg, den ich bislang nicht bereut

habe.

Was findest du das Schönste an deinem

Beruf?

Zweifellos besticht der Beruf des Priesters

durch die reiche Abwechslung der

mit ihm verbundenen Tätigkeiten. Das

Schönste daran ist für mich das Gefühl,

gebraucht zu werden, ganz unabhängig

vom jeweiligen Ereignis. Umgekehrt

wäre es das Schlimmste für mich, wenn

ich den Eindruck gewänne, nicht mehr

gebraucht oder überflüssig zu sein.

Was war ein kurioses

Ereignis,

das dir in deinem

Dienst passiert

ist?

Ich erinnere mich

insbesondere an

eine Situation, die

zu größerem Gelächter

in der Kirche

Anlass gegeben

hat. In einem

Predigtgespräch

Foto: Pfarre Ramingstein

anlässlich eines

Gottesdienstes mit Kindern habe ich

ein paar Wiederholungsfragen zum

eben gehörten Evangelium gestellt,

unter anderem folgende: „Was hat Jesus

die Jünger gefragt?“ Die Antwort

eines Kindes aus der Bank kam, wohl

von einem entsprechenden Bedürfnis

g e t r i e b e n ,

prompt: „Habt ihr

irgendwo ein

Klo?“

Welche Erwartungen

hast du

an angehende

Priester?

Von angehenden

Priestern erwarte

ich mir eine

g r u n d s ä t z l i c h

positive Einstellung

gegenüber der Kirche, Freude am

priesterlichen Dienst sowie einen umgänglichen

Zugang zu den Menschen.

Die Aufgaben sind im Hier und Jetzt zu

bewältigen. Das Vergangene zu verklären

hilft dabei genauso wenig wie von

künftigen Idealen zu träumen.

Was fällt dir zum Thema „mission

(im)possible“ in Bezug auf deine

Aufgaben ein?

Grundsätzlich ist jede seelsorgliche

Tätigkeit eine „mission impossible“.

Denn der priesterliche Dienst kennt

letztlich kein „Fertig!“ und kein „Auftrag

erfüllt!“ So spüre ich in meinem Alltag

immer auch das Zurückbleiben meiner

Arbeit hinter den Geboten Gottes sowie

hinter den eigenen Erwartungen und

den Anforderungen der Wirklichkeit.

Trotzdem bin ich davon überzeugt,

dass mit der Hilfe Gottes unser Mühen

durchaus fruchtbar sein und werden

kann.

ZUR PERSON

Primizbild: Chorfenster der Pfarrkirche

Vorderthiersee (Abendmahl)

Jahrgang: 1973

Heimatpfarre: Thiersee

Priesterweihe: 29.06.1998

Aktuelle Tätigkeit: Pfarrer in Ramingstein

und Thomatal

Vorherige Stationen: Kooperator in Tamsweg,

Ebbs; Provisor in Jochberg & Aurach


UNSER BRIEF 2011

Was zeichnet einen Christen aus?

UMFRAGE NACH DEM SONNTAGSGOTTESDIENST IN THALGAU

Zu einem Christen gehört für mich die Gemeinschaft,

dass man für die Mitmenschen da ist. Dazu gehört

auch das Sich-Einbringen in die Pfarre, dass man den

Glauben auch an Jüngere weitergibt. Ein Teil ist auch

der regelmäßige Besuch des Sonntagsgottesdienstes,

und weiters, dass man ein ordentliches, korrektes Leben

führt.

23

Brigitte Salzmann

Ein Christ soll danach leben, was in der Bibel steht, nur

am Sonntag in die Kirche zu gehen ist zu wenig, da

gehört mehr dazu. Beispielsweise, dass man nicht

wegschaut, wenn andere in Not sind, sondern handelt.

Die Gemeinschaft ist auch ein wesentlicher Bereich,

dass man da ist für diese.

Johann Schwertl

Der Glaube soll nicht verleugnet werden, sondern als

Christ muss man dazu stehen und nicht schlecht darüber

reden. Die Glaubensgrundsätze sollen schon eingehalten

werden, und das ist für mich ein zivilisiertes

Leben führen und nicht gewalttätig sein oder so. Der

Sonntagsgottesdienst gehört meiner Meinung nach

nicht so direkt dazu, nur wenn man auch wirklich dabei

sein will und gerne

Daniela Lichtmannsperger kommt.

Ein christliches Leben macht so vieles aus, wie beispielsweise

Ehrlichkeit oder Treue, wo so vieles schon

drin steckt. Ein Christ soll natürlich gläubig sein, und

das, was er glaubt, auch umsetzen und nicht nur reden.

Dieser Glaube soll unerschütterlich sein, auch in

Situationen oder Lebensphasen, wo es einem nicht so

gut geht.

Johann Greisberger


24

UNSER BRIEF 2011

Priesterserie: Bernhard Pollhammer

Warum hast du dich entschieden,

Priester zu werden?

Wenn ich an meine Berufung denke,

dann fällt mir zuerst der Prophet Samuel

ein. Seine Mutter Hanna konnte lange

Zeit keine Kinder bekommen und so

ging sie in ihrem Elend in den Tempel,

um Gott ihr Los zu klagen und Ihn zu

bitten, dass Er diese Last von ihr nehme.

Meine Mutter

war in gewisser

Weise so

eine Hanna. Meine

Eltern konnten

lange Zeit

keine Kinder bekommen.

In ihrer

Verzweiflung und

unter Tränen,

wie sie mir erst

nach meinem

Seminareintritt

offenbarte, rief

sie zu Gott in ihrer Not. „Wenn es Dich

gibt Herr, schick ein Kind, Du kannst es

haben, aber schick ein Kind!“. Nun,

dieses unbewusste Gebet wurde jedenfalls

erhört und nicht viel später durften

sich meine Eltern auf mein Kommen

freuen.

Wer deshalb aber meinen würde, dass

ich Priester werden musste, der täuscht

sich. Im Gegenteil! Tierarzt hätte ich

werden sollen. Umso mehr kann man

sich vorstellen, wie erstaunt, ja vielleicht

sogar ein wenig bestürzt alle waren,

wie ich ab ca. fünf Jahre sagte,

dass ich Pfarrer werden wolle. An jenen

Moment, in dem ich wusste, was ich

werden wollte, kann ich mich noch gut

erinnern: Ich saß mit meinen Eltern

relativ weit hinten in der Kirche (da

kann man unauffällig das Gotteshaus

verlassen, falls der kleine Bernhard

quengeln sollte) und verfolgte mit kindlichem

Unverständnis den Gottesdienst.

Bei der Präfation sah ich den Priester

und wusste: Das ist es. Dieses „Gefühl“

hat mich seit jenen Tagen nicht losgelassen.

Was findest du das Schönste an deinem

Beruf?

Die Eucharistie. All die unzähligen

Freuden, alle beglückenden Momente,

wo man Menschen

im Namen

Gottes

helfen kann, sei

es durch die

Kraft des Herrn

in den Sakramenten

oder

durch ganz ein-

Foto: Katholische Jungschar

fache Dinge,

alles hat seine

Wurzeln in der

Eucharistie. Ich

kann es schwer

erklären. Wenn ich an Jesus in der Eucharistie

denke, dann fällt mir immer

der Pfarrer von Ars ein, der staunend

ob dieses Geheimnisses seinen Pfarrkindern

nichts anderes zu sagen wusste

als „Il e la“ – „Er ist da!“. Die Eucharistie

ist Staunen ohne Ende, Quelle

und Höhepunkt, Freude, Trost, Hoffnung

– Alles.

Was war ein kurioses Ereignis, das

dir in deinem Dienst passiert ist?

Als bei meiner ersten Taufe der Moment

kam, wo ich die Predigt halten

sollte: Als ich zur Katechese ansetzte,

auf die ich mich redlich (weil extrem

aufgeregt) vorbereitet hatte, fing der

kleine Täufling zum Brüllen an, als ob

ihm jemand ans Leben ginge. Ich predigte

kurz und genau mit dem „Amen“

verstummte die kraftvolle Unterstützung,

die mir der Kleine zugedacht hatte.


UNSER BRIEF 2011

Welche Erwartungen hast du an

angehende Priester?

Nur eine: dass sie die Kirche leidenschaftlich

lieben.

Was fällt dir zum Thema „mission

(im)possible“ in Bezug auf deine

Aufgaben ein?

„Unsere Stärke ist Stärke nur, wenn

Du sie bist“ schreibt der heilige Augustinus

so trefflich in seinen Confessiones.

Wir leben in einer Zeit, in der

immer mehr Menschen an ihren Grenzen

scheitern. Wir meinen heute oft,

dass alle alles können, dass jeder ein

Supermann, eine Superfrau sein

kann, wenn er/sie nur anfängt wie

einer zu denken und wie einer zu handeln.

„Der Mensch hat das Potential

wie Gott zu sein!“. Wer das denkt,

unterliegt einem furchtbaren Irrtum.

Wir haben unsere Grenzen, wir machen

Fehler und fallen. Mir war das

Christentum mitunter so lieb, weil es

für mich so menschlich, so ehrlich ist.

Ich darf ganz Realist sein, ohne Angst

zu haben. Jesus ist der Heiland, das

Licht der Welt, der uns herausführt

aus dem Dunkel des Versagens und

der Schuld, und der neues Leben

schafft.

Christ sein heißt nicht Supermann

spielen, Masken tragen, es heißt mitunter

einfach ehrlich sein mit sich und

den Menschen, es heißt sich geben,

aufs Ganze gehen und dennoch alles

von Ihm zu empfangen, es heißt stark

sein in Gott. Er hat uns erlöst, nicht

wir müssen Erlöser spielen.

Seine Gnade genügt uns, denn sie

erweist ihre Kraft in unserer Schwäche.

Gott allein genügt – für uns als

Kirche von heute und auch für die

Kirche der Zukunft und so bewahrheitet

sich, was Johannes XXIII gesagt

hat: „Nimm dir nicht zuviel vor. Es

genügt die friedliche, ruhige Suche

nach dem Guten an jedem Tag zu

jeder Stunde, und ohne Übertreibung

und ohne Ungeduld.“ Seht ich bin

Euch alle Tage bis zum Ende der

Welt. Und wenn Er, der Herr, das ist,

ist die mission possible.

ZUR PERSON

Jahrgang: 1981

Heimatpfarre: St. Martin - Liefering

Priesterweihe: 29.06.2007

Aktuelle Tätigkeit: Kooperator in Dorfgastein

und Bad Hofgastein, Mini-Seelsorger

Vorherige Station: Kooperator in Zell am

See und Schüttdorf

Warum gibt es Ministranten?

25


26

VON FLORIAN ZIMMET

UNSER BRIEF 2011

Dieser Weg wird kein leichter sein

Wir Christen befinden uns gemeinsam

in unserem Leben auf einem Weg. Genau

diesen Weg beschreibt auch das

Lied von Xavier Naidoo „Dieser Weg“.

In dem Lied heißt der Refrain:

„Dieser Weg wird kein leichter sein.

Dieser Weg wird steinig und schwer.

Nicht mit vielen wirst du dir einig sein.

Doch dieses Leben bietet so viel mehr.“

Darin steckt viel Wahrheit, denn unser

Leben ist nicht immer leicht und wird oft

auch durch Schicksalsschläge und Prüfungen

gewaltig erschwert. Wer kennt

nicht solche Momente? Wenn man seine

Ziele nicht erreicht. Wenn Menschen,

die uns wichtig sind, aus unserem

Leben verschwinden. Ist der Weg

allerdings dadurch eine „Mission impossible?“

Nein, ist er nicht. Natürlich sehen wir

Menschen oft schneller die Dinge, die

in unserem Lebensweg verkehrt laufen,

die uns das Vorankommen erschweren

und uns auch einmal aus der Bahn

werfen.

Doch wenn wir zur Ruhe kommen und

nachdenken, dann können wir sehen,

dass es viel Gutes gegeben hat, dass

wir unseren Weg trotzdem weitergegangen

sind, vielleicht auch, ohne dass

wir es bemerkt haben.

Alles, was wir erleben, auch jeder

Stein, gehört zu unserem Leben, formt

uns und macht uns zu dem, was wir

sind. Es ist nicht leicht, das zu akzeptieren,

aber nur dadurch können wir

erkennen, dass dieses Leben so viel

mehr bietet und unser Weg eine

„Mission possible“ ist und uns zu unserem

Ziel führt.

Foto: www.pixeliode - Rainer Sturm


UNSER BRIEF 2011

Das Geistliche Zentrum Embach

VON KATHARINA KLING-

LER, EMBACH

Am 31. Oktober war es

endlich so weit: Das

Geistliche Zentrum wurde

eingeweiht. Es war

Foto: Christina Repolust

ein schönes, gelungenes

Fest. Bereits in der Woche vorher

hatte man verschiedene Veranstaltungen

angeboten, um auf die Möglichkeiten,

welche mit dem Geistlichen Zentrum

verbunden sind, hinzuweisen.

Inzwischen ist der Alltag eingekehrt und

viele verschiedene Gruppen, wie z. B.

der Kirchenchor, welcher den Pfarrsaal

für seine Chorproben nutzt, oder die

Gruppe „Silent Voices“, die den Pfarrsaal

zum Proben und den Meditationsraum

zum Meditieren nutzen, der

„Zwergerlclub“, das sind die kleinsten

Embacher, und die Kontemplationsgruppe,

welche jede 2. Woche im Meditationsraum

meditiert, freuen sich nun

endlich, einen öffentlichen Raum zur

Verfügung zu haben und sich nicht wie

bisher im ungemütlichen Pfarrhof oder

privat treffen zu müssen. Der

„ungemütliche“ Pfarrhof erstrahlt nach

der Renovierung ebenfalls in neuem

Glanz und die „Dreieinheit“ Kirche,

Pfarrhof und Geistliches Zentrum ergeben

für den Ort Embach eine sehr positive

Aufwertung.

Allerdings sind

die Embacher

derzeit noch

der Meinung,

dass es vor

allem die Besucher

von

auswärts sind,

welche das

G e i s t l i c h e

Zentrum bei den verschiedenen angebotenen

Kursen nutzen und beleben

werden und verhalten sich vorerst eher

abwartend. Aus der Gruppe „Silent Voices“,

das sind 14 junge Frauen, welche

mit Gesang und Meditation ihre Zusammenkünfte

gestalten, könnte es gut

sein, dass sich einzelne auf einen intensiveren

Glaubensweg einlassen

werden.

Im vom Seelsorgeamt der Erzdiözese

Salzburg angebotenen Kurs „Exerzitien

im Alltag“ hat das erste Wochenende in

den Räumen des Geistlichen Zentrums

stattgefunden. Die von tiefer Ruhe geprägte

Umgebung - es hat geschneit

und der Wind blies den Schnee in die

offenen Ritzen des alten Pfarrstalles

und den Zugang zum Geistlichen Zentrum

- eine Erfahrung die man im eigenen

Haus nicht unbedingt machen

möchte - hat bei allen TeilnehmerInnen

eine gewisse Irritation hervorgerufen.

Aber das unmittelbare, nahezu hautnahe

Erleben der Natur hatte eine besondere

Wirkung auf die Stimmung. Eine

hohe Einsatzbereitschaft seitens der

Embacher/Innen an der Entstehung

des Geistlichen Zentrums bei den Bauarbeiten

und bis zum Tag vor der Einweihung

die Mithilfe der verschiedensten

Menschen und unterschiedlichen

Gruppierungen haben es möglich gemacht,

dieses Zentrum entstehen zu

lassen. Nun bietet

es allen Interessierten

einen Platz für

verschiedene geistliche

Aktivitäten.

Das Kursprogramm

finden Sie unter:

www.geistlicheszentrum.at

27

Foto: Pfarre Embach


UNSER BRIEF 2011

28

VON GERHARD VIEHHAUSER

Mein Dienst als Spiritual

Pfarrer, geistlicher Leiter und Spiritual

Seit 2005 bin ich Spiritual neben meinen

Aufgaben als Pfarrer der Stadtpfarre

Salzburg-St. Blasius und der geistlichen

Leitung der in meiner Pfarre beheimateten

Jugendbewegung der Lorettogemeinschaft.

Meine Erfahrung in

der geistlichen Leitung der Gemeinschaft

ist, dass viele junge Menschen

wirklich Gott suchen und menschliche

Gemeinschaft. Das ist ein großes Zeichen

der Lebendigkeit und Zukunft für

die Kirche. Als Pfarrer bin ich aber nicht

nur mit jungen Leuten in Kontakt, auch

viele alte und kranke Menschen darf ich

begleiten. Auch dabei erfahre ich das

bewusste oder unbewusste Suchen der

Menschen nach Gott.

Die Aufgabe als Spiritual verbindet

mich mit den Priesterseminaristen, die

zum Teil jetzt schon Menschen begleiten

und die später als Priester junge,

alte und kranke Menschen begleiten

werden. Selber ein Suchender nach

Gott und nach menschlicher Gemeinschaft

zu sein und Menschen auf ihrer

Suche zu begleiten ist eine spannende

und erfüllende Aufgabe als Priester.

Meine Aufgabe als Spiritual im Priesterseminar

Das Wort „Spiritual“ beinhaltet den lateinischen

Begriff für den Heiligen

Geist: Spiritus Sanctus.

Der Heilige Geist entfacht und belebt

unser „geistliches“, spirituelles und

menschliches Leben. Ohne den Heiligen

Geist sind wir tot. Er ist der Creator,

der Schöpfer, der alles belebt. Wir

singen in einem Hymnus: „Komm,

Schöpfer Geist“.

Auf Christus, den Kommenden, hinzuweisen,

das war die Sendung Johannes

des Täufers.

Meine Aufgabe als

Spiritual sehe ich

ähnlich: Ich darf auf

Christus und seinen

Geist hinweisen,

obwohl ich selber

auch immer wieder

auf Christus und seinen Geist hingewiesen

werden muss. Als Hinweis auf

Christus und seinen Geist darf ich die

Seminaristen in geistlichen Gesprächen,

bei Impulsen, Einkehrtagen und

Exerzitien ermutigen und anleiten und

sie in ihrer Berufung begleiten. Die

Nachfolge Christi, die Suche nach dem

geistlichen Weg und die Klärung von

Berufungsfragen brauchen Anleitungen

und Einübung. Durch Einübung in das

geistliche Leben geschieht Formung für

den weiteren Weg des geistlichen Menschen.

Ausblick

Mission Impossible – hier ist Sendung

und Möglichkeit-Unmöglichkeit angesprochen.

Wenn wir in die Zukunft blicken, scheint

es, dass wir heute zwischen Möglichkeit

und Unmöglichkeit stehen. Wir meinen,

es ist unmöglich, allen die Botschaft

des Evangeliums zu bringen. Wir

meinen, es ist unmöglich, die wachsende

Gleichgültigkeit oder auch Ablehnung

der Kirche gegenüber zu stoppen.

Doch ich frage mich, ist das wirklich

so? Im Lukasevangelium lesen wir: „Bei

Gott ist nichts unmöglich“. Der Heilige

Geist bewirkt scheinbar Unmögliches.

Mit ihm können wir die Sendung für das

scheinbar Unmögliche mit hoffnungsvollem

Herzen angehen. Ich glaube

schon, dass es immer möglich ist, den

Menschen mit der Liebe Gottes zu begegnen

und ER ist es, der das scheinbar

Unmögliche möglich machen kann.


VON FLORIAN ZIMMET

Vom 1.-7. August 2010 war es wieder

soweit: Über 53.000 Ministranten aus

aller Welt, davon 45.000 aus den

deutschsprachigen Ländern, hatten

Rom in Besitz genommen und trotzten

der Hitze, um unter dem Motto „Aus der

wahren Quelle trinken“ gemeinsam zu

beten und zu feiern.

UNSER BRIEF 2011

Internationale Ministrantenwallfahrt 2010

Foto: Katholische Jungschar

Überall in Rom sah und vor allem hörte

man die Ministrantengruppen. Ob beim

Stadtrundgang mit Forum Romanum,

Kolosseum, Vaterlandsaltar, Trevibrunnen,

Spanischer Treppe, Santa Maria

Maggiore, Engelsburg und vielen weiteren

Attraktionen, bei den Eröffnungsund

Abschlussgottesdiensten mit ihren

jeweiligen Diözesanbischöfen im Lateran

bzw. in St. Paul vor den Mauern

und genauso beim Baden im Meer.

Doch die Höhepunkte der Fahrt bildeten

am 3. August das Abendgebet aller

Ministranten auf dem Petersplatz, welches

dieses Mal unter dem Aspekt des

50-jährigen Jubiläums der Wallfahrt

stand und in dem uns vor allem der

Schutzpatron der Ministranten, der hl.

Tarzisius, näher gebracht wurde. Beeindruckend

war natürlich die Generalaudienz

mit unserem Papst Benedikt

XVI. am folgenden Tag, der allen für

ihren Dienst am Altar dankte. An diesen

beiden Tagen war der Petersplatz ein

einziges Fahnenmeer und alle

schwenkten ihre Tücher, das jeder Ministrant

bekommen hat. Es war ein beeindruckendes

Erlebnis, so viele Ministranten

zusammen feiern zu sehen und

gemeinsam diese Woche verbringen zu

dürfen.

29

Witze

Der Pfarrer auf Urlaub in Afrika sieht sich plötzlich von einem Rudel Löwen umzingelt. Die

Flucht ist ausgeschlossen. Da fällt er auf die Knie, schließt die Augen und betet: "Oh Herr,

verschone mich und gib mir ein Zeichen deiner Gnade! Befiehl diesen Löwen, sich wie

echte Christen zu verhalten!"

Als er wieder aufblickt, sitzen die Löwen im Kreis um ihn herum, haben die Pfoten gefaltet

und beten: "Komm Herr Jesus, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast."

"Warum bist du denn ausgerechnet

in eine Seifenfabrik eingebrochen?“,

fragt der Gefängnisseelsorger einen

Gefangenen.

Dieser antwortet: „Weil es mir damals

so dreckig gegangen ist!“

"Verlangen deine Eltern von dir, dass du

vor dem Essen betest?", erkundigt sich

der Pfarrer.

"Nein", schüttelt Seppi den Kopf, "Denn

meine Mama kocht eigentlich recht gut!"


30

VON CHRISTIAN WALCH

UNSER BRIEF 2011

Die Lichter des Fahrzeugs vor mir spiegeln

sich in der regennassen Fahrbahn.

Schon bald taucht in der Ferne der

schöne, große Kirchturm auf, der mir in

den letzten Jahren sehr vertraut geworden

ist. Es ist Freitagnachmittag und in

ein paar Minuten werde ich wieder da

sein, bei meinem „Vier-Sterne-Pfarrer“!

Gleich biege ich scharf rechts ab und

das Auto müht sich etwas, über den

steilen Kirchhügel hinaufzukommen.

Das letzte Mal ist noch gar nicht lange

her, dass ich bei Pfarrer Ernst Mühlbacher

in Unken war – trotzdem freue ich

mich, wieder hier zu sein in meiner

Standortpfarre. Unken ist für mich

schon ein wenig ein Zuhause geworden.

Dazu tragen auch vor allem die

Menschen bei, Menschen wie etwa

Pfarrhaushälterin Johanna, die mir immer

mein Zimmer, meine „Suite“ bereitet,

bevor ich komme.

Im Rahmen der neuen Pfarrverbände

Mein Vier-St

entstand der

Pfarrverband

„ U n t e r e s

Saalachtal“,

zu dem neben

Unken

und St. Martin

noch Lofer

und Weißbach

hinzug

e k o m m e n

sind. So wurde

aus dem

„Zwei-Sterne-

Pfarrer“ Ernst

Mühlbacher

ein „Vier-

S t e r n e -

Foto: Christian Walch

Pfarrer“. Meiner

Meinung nach

zeigen die Vier Sterne aber nicht nur

die Anzahl der Pfarren an, sondern

auch die Qualität der Arbeit, die Pfarrer

Ernst in seinen Pfarren tut! Es ist mir

eine Freude, mit ihm gemeinsam immer

wieder ein paar Tage zu verbringen

und ihm bei seinem Tun über die

Schulter zu schauen, was mir bei dem

Größenunterschied, der zwischen uns

besteht, eigentlich ganz leicht fällt.

Ernst hat sein Herz bei den Menschen

und bei Gott – da lerne ich gerne von

ihm.

Dieses Mal wartete auch ein abwechslungsreiches

Programm auf uns. Gestartet

haben wir in Weißbach mit einem

Geburtstagsbesuch bei einem

älteren Herrn. Dann ging es zum Gottesdienst

der Ehejubilare dieses Jahres

– anschließend durften wir mit ihnen

feiern.

Samstag Morgen starteten wir mit den

Laudes, dem Morgengebet in den Tag

und dachten dabei an all jene, die die-


erne-Pfarrer

sen Tag vielleicht nicht im Gebet beginnen

wollen oder können. Nach einem

herzhaften Frühstück, das immer schon

von Ernst fertig vorbereitet ist, wartete

ein Stück Arbeit auf uns – die Predigt

für die Vorabendmesse und den Sonntag

muss noch zu Papier gebracht werden.

Ernst diktierte und ich war sein

„Vier-Sterne-Sekretär“. Ist dann alles

erledigt, was der Vormittag so mit sich

gebracht hat, verwandelt sich der „Vier-

Sterne-Pfarrer“ in einen „Vier-Hauben-

Koch“. Dann zaubert Ernst etwas Gutes

für unser gemeinsames Mittagessen.

UNSER BRIEF 2011

Eine Goldene Hochzeit wartete am

Nachmittag auf uns. Für mich sind solche

Anlässe etwas Besonderes, da ich

Feiern dieser Art aus meiner Heimatpfarre

nicht kenne. Natürlich haben wir

mit der Hochzeitsgesellschaft nach der

Feier in der Kirche anschließend im

Gasthaus weiter gefeiert und auch die

Braut gestohlen, was jedoch in Anbetracht

des Alters der Braut ziemlich

harmlos ausgefallen ist.

Am Abend ist es nicht minder festlich

zugegangen. Auch in Lofer durften wir

uns mit den Ehejubilaren freuen und für

die zahlreichen gemeinsamen Ehejahre

„Danke“ sagen.

Am Sonntag feierten wir mit den stolzen

St. Martinern Patrozinium. Es war

wirklich festlich! Nur wenig später, um

10 Uhr, waren wir schon wieder in Unken,

ebenso zur Sonntagsmesse –

auch das gehört zum Leben eines

„Vier-Sterne-Pfarrers“!

Wenn ich auf dem Heimweg dann wieder

im Auto sitze, denke ich nach über

das Erlebte. Ich schätze die gemeinsame

Zeit und das verbindende Gebet

und ich weiß, dass ich in nicht allzu

langer Zeit den schönen großen Kirchturm

von Unken wieder vor mir auftauchen

sehen werde.

31

Karikatur: Josef Promitzer, Seminarist der Diözese Graz-Seckau


32

EIN KURZER ERFAHRUNGSBERICHT VON

MAX NIESNER

UNSER BRIEF 2011

Pro/pä/deu/ti/kum, das

Gemeinschaften prägen unser Leben

maßgeblich, entwickeln unter bewusster

Führung und in freier, offener Atmosphäre

eine unglaubliche Dynamik.

Letztes Jahr durfte ich an solcher Dynamik

teilhaben, um mir über mich und

meine Berufung klarer werden zu können

- im brüderlichen Umfeld, spirituell

begleitet. Im Canisiusheim in Horn, an

der Schwelle zwischen Wein- und

Waldviertel, lebte ich ein Jahr unter

Menschen, die sich ihrerseits auf der

geheimnisvollen, abenteuerlichen Spur

ihrer Berufung befinden, lernte Beobachten,

aufeinander Hören und miteinander

Lachen in ungeahnter Intensität

kennen, gerahmt, gestützt und durchdrungen

von der spürbaren Gegenwart

unseres liebenden Gottes.

Ein Sozialeinsatz im Krankenhaus eröffnete

mir Perspektiven auf Menschen,

deren Freude und Leid von einem ärztlichen

Befund abhängen, die danken,

weinen, warten und hoffen. Ich konnte

teilen: das Vertrauen und den Glauben,

meine Fähigkeit und Kraft, mein Leben

- in der tätigen Hilfe, in ermunternden

Worten, oft auch nur mit einem Lächeln.

Am intensivsten erlebte ich in diesem

Jahr die gemeinsame Reise ins Heilige

Land. Dort für längere Zeit zwischen

den Kulturen zu leben, sorglos die Bibel

zu studieren, unter einem Himmel, zu

dem vielleicht schon Jesus aufblickte,

bevor er die ersten Jünger lehrte und

gleichzeitig tiefen Frieden, sowie die

politischen Spannungen dieses Landstrichs

zu ahnen, ließen mich, begleitet

von einer liebenden Gemeinschaft, sicher

werden in welcher Grundausrichtung

mein Leben geschehen soll: in

enger Verbundenheit mit Jesus, mit

vollem Einsatz und fröhlichem Herzen

am Reich Gottes mitbauen.

Im Propädeutikum trafen sich bewegende

Erlebnisse, manches Vorbild

und tiefgehende Freundschaften in

meinem Sehnen die Liebe Jesu zu atmen

und weiterzuschenken. Gestärkt

mache ich mich nun auf den Weg, mich

zu verlassen und aufzubrechen: zu

dem Mann aus Nazareth, in jedem von

uns.

Ich rate vielen jungen und nicht mehr

so jungen Menschen der inneren Sehnsucht

nachzugehen und im Vertrauen

den Schritt zu ihm zu wagen: seine

Liebe ist das größte Abenteuer meines

Lebens.

Foto: Niesner


UNSER BRIEF 2011

Zwei neue Gesichter

Hallo, Grüß Gott! Als neuer Seminarist darf ich

mich kurz vorstellen. Ich heiße Johannes Hofer

und komme aus Windhaag bei Perg in Oberösterreich.

Dort wuchs ich in der Familie mit meinem

Bruder und meiner Schwester auf. Nach der

Matura, dem Zivildienst und zwei Jahren der Mithilfe

auf einem Bauernhof wurde in mir die Sehnsucht,

mich in den Dienst für Gott und die Mitmenschen

zu stellen, wach.

33

Darauf wagte ich einen ersten Schritt zum Priesterseminar

und durfte gemeinsam mit 13 Kollegen

das Vorbereitungsjahr in Horn verbringen. In

dieser Zeit zur persönlichen Reflexion, zur Klärung

oder Diskussion von Fragen und mit einer

Reihe von Eindrücken in verschiedensten Bereichen

bildete die „Bibelschule“ mit einer Reise ins

Heilige Land für mich einen Höhepunkt. Im Herbst durfte ich mit zwei Freunden

und Kollegen aus dem Propädeutikum als Gastseminarist in Salzburg mit dem ersten

Studienjahr beginnen.

Foto: Zimmet

Mein Name ist Florian Zimmet, ich bin 23

Jahre alt und komme aus Oberviechtach

(Oberpfalz).

Durch die Arbeit als Ministrant, in der Jugendarbeit

unserer Pfarrei und die Zusammenarbeit

mit unseren jeweiligen Pfarrern

und Kaplänen bin ich immer mehr mit dem

Wunsch Priester zu werden in Berührung

gekommen, und dieser hat sich dann in mir

verfestigt.

Also bin ich 2007 nach meinem Abitur am

Ortenburg Gymnasium Oberviechtach ins

Priesterseminar Regensburg eingetreten

und habe mich auf das „Abenteuer“ Priesterseminar

eingelassen. Nach meinem Freijahr

in Würzburg entschloss ich mich, mein

Studium in der nächsten „Burg“ fortzusetzen.

So bin ich nun seit September des letzten

Jahres als Gastseminarist in Salzburg.


34

VON THOMAS BELITZER

UNSER BRIEF 2011

Als einziger „Salzburger“ Seminarist

machte ich mich Anfang Oktober vom

bayerischen Tacherting auf den Weg in

das schöne Horn, um das Propädeutikum

zu beginnen. Zuerst möchte ich

mich kurz vorstellen und dann etwas

auf meinen Berufungsweg eingehen.

Geboren wurde ich am 24. September

1985 in Trostberg an der Alz und

wuchs in dem benachbarten Tacherting

auf, wo ich auch die Volks- und Hauptschule

besuchte. Anschließend folgte

eine Ausbildung zum Verkäufer, Berufstätigkeit

und ein Auslandspraktikum

in England. Die letzten drei Jahre verbrachte

ich dann an der staatl. Fachoberschule

in Traunstein, wo ich in der

Ausbildungsrichtung Sozialwesen das

Abitur nachholte.

Im Propädeutikum

Meine Berufungsgeschichte verlief

zwar nicht immer gerade, aber doch

kann ich rückblickend immer den berühmten

roten Faden erkennen. So

begann ich mit neun Jahren

den Ministrantendienst,

den ich bis heute

mit sehr großer

Freude ausübe. Gerade

auch der

Dienst und die

enge Verbindung

zur Heimatpfarre

sowie

mit dem Heimatpfarrer

haben

mich stets bestärkt

und unters

t ü t zt. S o g a r

schon als kleines

Kind wollte ich

immer Pfarrer

werden und war

ganz begeistert

vom „Kirche spielen“.

Nach meiner Ausbildung

wurde dieser

Wunsch wieder sehr

stark und ich suchte

nach einer

passenden Möglichkeit,

mich auf

den richtigen

Weg zu machen.

Daher entschloss ich mich, auf dem

zweiten Bildungsweg die Hochschulreife

zu erlangen.

Dies geschah dieses Jahr und so konnte

ich nun voll Freude für die ED Salzburg

mit dem Propädeutikum starten.

Nach den ersten drei Monaten in Horn

kann ich sagen, dass es bis jetzt durchwegs

eine gesegnete Zeit war, voller

spiritueller, intellektueller und menschlicher

Erfahrungen, die uns bereits jetzt

zu einer kleinen Familie auf dem Weg

der Nachfolge des Herrn zusammenwachsen

ließen. So möchte ich mich

und alle Propädeutiker Ihrem Gebet

anvertrauen, auf dass uns der Herrgott

stets mit seiner unbeschreiblichen Liebe

auf

unserem

W e g

stärkt!

Fotos (2): Propädeutikum Horn


UNSER BRIEF 2011

Steckbriefe der Seminargemeinschaft

Name: Roman Eder

Heimatort: Thalgau

Hobbies:

Jungschar/Jugend, Fußball, Langlaufen, auf

Konzert der TMK gehen, Feuerwehr

Leitspruch: Die Sache Jesu braucht Begeisterte

Berufswunsch als Kind: Kameramann

Lied meines Lebens: Rainermarsch

35

Name: Gottfried Laireiter

Heimatort: Großarl

Hobbies:

Lesen, Bergwandern, mit netten Leuten

beisammen sein, Kultur

Leitspruch: Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen

Berufswunsch als Kind: Landwirt

Lied meines Lebens: O wie schön ist‘s auf den Höhen

Name: Christian Hauser

Heimatort: St. Johann i. T.

Hobbies:

Querflöte spielen, Schi fahren, Wandern,

Lesen

Leitspruch: Ein Segen sollst du sein

Berufswunsch als Kind: Volksschullehrer

Lied meines Lebens: Wohl ist die Welt so groß so

schön

Name: Christian Walch

Heimatort: Rif/Hallein

Hobbies:

Bergsteigen, Basketball, Klettern, Lesen,

auf der faulen Haut liegen

Leitspruch: Was für Menschen unmöglich ist, ist für

Gott möglich

Berufswunsch als Kind: Bauer

Lied meines Lebens: In de Berg bin I gern


UNSER BRIEF 2011

36

Name: Josef Brandstätter

Heimatort: Mühlbach am Hochkönig

Hobbies:

Wandern, Musizieren, Schwimmen, Schi fahren,

Lesen

Leitspruch: Die Freude am Herrn ist meine Stärke

Berufswunsch als Kind: Bauer

Lied meines Lebens: Der Komponist ist damit noch nicht

fertig

Name: Johannes Hofer

Heimatort: Windhaag b. Perg

Hobbies:

Wandern, Rad fahren, Lesen, Mitmenschen

helfen, mit Freunden treffen, Zeit der Ruhe

Leitspruch: Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es

Berufswunsch als Kind: Feuerwehrmann

Lied meines Lebens: Resucito

Name:

Heimatort:

Hobbies:

Leitspruch:

Jürgen Heiter

Schwanenstadt

Literatur, Kunst, Philosophie, Naturwissenschaft,

Theologie

Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und

das Leben

Berufswunsch als Kind: Arzt

Lied meines Lebens: Sonnengesang des hl. Franziskus

Name:

Heimatort:

Hobbies:

Martin Schmid

Oberrieden

Schwimmen, Rad fahren, Singen, Blumen

und Natur, Fotografieren

Leitspruch: Mensch sein für die Menschen

Berufswunsch als Kind: Florist, Koch

Lied meines Lebens: Gott liebt alle Menschen, daher ist

Gottes Liebe so wunderbar


UNSER BRIEF 2011

Name: Ralf Peter

Heimatort: Buchen im Odenwald

Hobbies: Lesen, Freunde und Bekannte treffen

Leitspruch: Mein Mund verkünde das Lob des Herrn

Berufswunsch als Kind: Pilot

Lied meines Lebens: Black or white

Name: Kamil Fuchs

Heimatort: Spisské Podhradie

Hobbies:

Wandern, Klavier spielen, Musik, Tierpark

besuchen, Filme anschauen

Leitspruch: Der Herr ist mein Licht und mein Heil

Berufswunsch als Kind: Pilot

Lied meines Lebens: Großer Gott

37

Name: Florian Zimmet

Heimatort: Oberviechtach

Hobbies:

Lesen, Fußball, Gitarre spielen, Freunde

treffen, Jugendarbeit, Filme schauen

Leitspruch: Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen

pfeifen lassen

Berufswunsch als Kind: Tierforscher

Lied meines Lebens: Probier‘s mal mit Gemütlichkeit

Name: Maximilian Niesner

Heimatort: Rosenheim

Hobbies: Literatur, Philosophieren, Reden, Musik

Leitspruch: Wer sein Ziel weit steckt, hat viel Platz

zum Wachsen

Berufswunsch als Kind: Archäologe

Lied meines Lebens: River of dream

Name:

Roland Frank

Heimatort: Baiersdorf

Hobbies: Gitarre spielen, Schwimmen

Leitspruch: Genieße das Leben

Berufswunsch als Kind: Pfarrer

Lied meines Lebens: Stille Nacht


UNSER BRIEF 2011

Blitzlichter aus d

38


em Seminarleben

UNSER BRIEF 2011

39


40

VON DEN CHRONISTEN RALF PETER UND

CHRISTIAN HAUSER

Jänner

UNSER BRIEF 2011

Aus unserer Seminarchronik

9. Unser Generalvikar Dr. Hansjörg

Hofer hält uns den Einkehrtag

10. Am Seminarsonntag verbringen

wir den Nachmittag mit Schlittenfahren

in Faistenau.

Das Jahr 2010

22.-24. Umzug einiger Seminaristen

wegen des kommenden Umbaus.

März

10. Unser Seminarbrief wird zum

Versand bereit gemacht.

20. Unsere Neupriester Simon

Weyringer und Christoph Eder

feiern die Hl. Messe mit uns.

Februar

Schlittenpartie in Faistenau

7.-10. Einige Seminaristen und Herr

Regens sind zu Wintersporttagen

in Auffach.

14.-20. Exerzitien in Kremsmünster mit

P. Willi Klein von den Missionaren

vom Kostbaren Blut. In dieser

Zeit beginnen wir am

Aschermittwoch die Fastenzeit.

22. Mag. Jonathan Werner wird

von Erzbischof Dr. Alois

Kothgasser zum Akolythen beauftragt.

„Unser Brief“ wird verpackt

11. Wir laden zu einem Bußgottesdienst

ein, um durch diese Art

von Gottesdienst bewusst einen

Schritt in der Fastenzeit zu

setzen.

14. Einige Seminaristen fahren zur

„Krautmesse“ nach Wals und

danken für die großzügige Gemüselieferung

im Herbst.

22. Mag. Jonathan Werner und

Christian Walch werden durch

die „Admissio“ von Erzbischof

Dr. Alois Kothgasser in den

Kreis der Weihekandidaten

aufgenommen.

24. Wir feiern den Fakultätsgottesdienst

in der Kollegienkirche

mit.

26. In der Früh laden wir zu einem

Kreuzweg auf den Kapuzinerberg

ein. Die Stationen lassen


UNSER BRIEF 2011

uns über das Leiden des Herrn

meditieren. Anschließend sind

alle zum Frühstück im Seminar

eingeladen.

31. Priestereinkehrtag im Borromäum

mit Abt Johannes Perkmann

von Michaelbeuern. Anschließend

Ölweihmesse im

Dom, bei der die Seminaristen

ministrieren.

April

zu einem islamischen Gebetshaus

und zur rumänischorthodoxen

Kirche geführt. Wir

erleben eine herzliche Aufnahme

und interessante Führungen.

24. Pfarrer Theo Mairhofer aus

Wörgl gestaltet für uns den

Einkehrtag

25. Am Seminarsonntag besuchen

wir das Freilichtmuseum in

Großgmain.

41

1.-4. An den Kar- und Ostertagen

ministrieren wir im Dom.

5.-8. Am Ostermontag brechen wir

nach Prag auf, wo wir im Prämonstratenserkloster

Strahov

freundliche Aufnahme finden.

Wir besuchen unter anderem

den Veitsdom, das Prager Jesulein,

Loreto und das Jüdische

Viertel unter kundiger Führung

von Mag. Jonathan Werner.

23. Wir werden von Mag. Matthias

Hohla vom „Referat für Ökumene

und Dialog der Religionen“

Ausflug ins Freilichtmuseum

28. Wir feiern mit den Benediktinern

die hl. Messe in der Kollegienkirche

und gehen anschließend

zum Fest in das Kolleg

St. Benedikt.

Mai

Besuch der rum.-orth. Kirche in Salzburg-Schallmoos

12. Der Bittgang vor Christi Himmelfahrt

führt uns zur Johannes-Kirche

am Imberg, wo wir

die hl. Messe feiern dürfen. Am

Nachmittag feiern wir die erste

Vesper des Festes „Christi

Himmelfahrt“ im Dom mit.

13. Die Seminaristen ministrieren

im Dom beim Pontifikalamt.

14.-16. Die Seminaristen und Hausvorstände

der Seminare Österreichs

und Südtirols treffen sich

in Brixen. Wir sind sehr gut im


42

UNSER BRIEF 2011

dortigen Bildungshaus untergebracht

und genießen die Gastfreundschaft

der Südtiroler. Ein

Ausflug führt uns auch zum

Geburtshaus des hl. Josef Freinademetz.

20. Ausbildungsabend mit Prälat

Martin Walchhofer zum Thema

„Weltkirche“ und „Missio“.

26. Roman Eder aus der Pfarre

Thalgau wird von unserem Erzbischof

zum Lektor beauftragt.

Juni

2. Die Seminargemeinschaft feiert

die erste Vesper des Fronleichnamsfestes

im Dom mit.

3. Beim Pontifikalamt im Dom

ministrieren die Seminaristen.

4. Bischofsvikar Prälat Johann

Reißmeier hält den Studientag

zum Thema „Umgang mit Kindern

und Jugendlichen“.

10. Christian Walch hält einen anschaulichen

Vortrag über seine

Reise nach Israel.

14. Beginn der Umbauarbeiten zur

Generalsanierung.

17. Zum jährlichen Hoffest kommen

zahlreiche Gäste, die nach

dem Gottesdienst mit der Seminargemeinschaft

im Innenhof

feiern.

19. Pfarrer Franz Graber aus Seekirchen

hält uns einen Einkehrtag

Beauftragung von Roman Eder

28. Auch unser Gotteshaus nimmt

an der Langen Nacht der Kirchen

teil. Wir gestalten die Anbetung

in der Kirche. Zu bestimmten

Zeiten werden vom

Herrn Regens Führungen

durch das Haus angeboten.

Anschließend ist die Möglichkeit,

sich bei einer kleinen Agape

zu stärken.

29. P. Johannes Schneider vom

Franziskanerkloster in Salzburg

hält den Einkehrtag

30. Beim Festgottesdinst in der

Dreifaltigkeitskirche hält P. Johannes

Schneider auch die

Predigt. Anschließend sind die

Familien der Seminaristen zum

Essen eingeladen.

Einkehrtag mit Pfarrer Franz Graber

20. Am Seminarsonntag fahren wir

in die Standortpfarre von Josef

Brandstätter nach Kössen. Wir

besuchen die Wallfahrtskirche

„Maria Klobenstein“.

22. Wir feiern die Messe im Sacellum

mit und nehmen anschließend

am Arkadenfest des

TheologInnenzentrums teil.


24. Schlusskonferenz dieses Studienjahres.

28. Unser Erzbischof Dr. Alois

Kothgasser hält die Weiheexhorte

für Diakon Mag. Christian

Hödlmoser.

29. Christian Hödlmoser wird durch

Handauflegung und Gebet von

Erzbischof Dr. Alois Kothgasser

im Dom zum Priester geweiht.

Die Seminargemeinschaft begrüßt

den Neugeweihten mit

seinen Gästen zum Abendessen

im Seminar. In der anschließenden

Dankandacht

dürfen wir den Primizsegen

empfangen.

30. Die Ferien beginnen mit ihren

vielfältigen Möglichkeiten der

Gestaltung.

Juli/August/September

Gleich zu Beginn der Ferien

sind zahlreiche Seminaristen

am 4. Juli bei der Primiz in

Abersee. Ansonsten gib es in

den Sommermonaten Zeit und

UNSER BRIEF 2011

Oktober

Möglichkeit zum Entspannen

sowie zum Absolvieren von

Praktika. Ein Wiedersehen gibt

es bei der Klausur am 21. September

auf der Erentrudisalm

sowie beim Hochfest der hll.

Rupert und Virgil am 24. September.

1. Beginn des neuen Studienjahres

2010/11 mit einer Wallfahrt

nach Maria Plain

2. Einkehrtag mit unserem Spiritual

Gerhard Viehhauser

3. Wallfahrt zu unserem Seminarpatron,

sel. P. Kaspar Stangassinger,

nach Gars am Inn

7. Erste Hauskonferenz im neuen

Studienjahr mit Verteilung der

Dienste. Diakon Ralf Peter wird

zum neuen Generalsenior gewählt

18. Heute erreicht uns die traurige

Nachricht vom Ableben der

Mutter unseres Mitbruders Johannes

Hofer

43

Primiz in Abersee


44

UNSER BRIEF 2011

18. Im Rahmen der Aktion Offener

Himmel im Dekanat Thalgau

gestalten wir Vesper und Komplet

in der Filialkirche Guggenthal,

anschließend Begegnung

mit den Mitfeiernden

19. Die Gemüsebauern aus Wals

bringen uns wieder viele gute

Gaben

31. Luzernarium (Lichtfeier) in der

Dreifaltigkeitskirche

November

Lichtfeier in der Seminarkirche

Gemüsespende der Walser Bauern

20. Uni-Eröffnungsgottesdienst

zum neuen Studienjahr mit Erzbischof

Dr. Alois Kothgasser in

der Kollegienkirche

22.-24. Erstes Praxiswochenende in

unseren Standortpfarren

22.-25. Hausvorstehungs- und Seminarsprechertagung

in Tainach/

Kärnten

26. Wallfahrt um geistliche Berufe

mit Erzbischof Dr. Alois

Kothgasser nach Mariapfarr im

Lungau

1. Am Hochfest Allerheiligen assistieren

die Seminaristen beim

Pontifikalamt im Dom. Dabei ist

die Einführung des neuen

Domdechanten Prälat Hans-

Walter Vavrosky. Am Nachmittag

wird bei der Gräbersegnung

auf dem Kommunalfriedhof der

Dienst versehen.

17. Ein Teil der Seminaristen besichtigt

den Dom unter der

fachkundigen Führung von

Pfarrer Roland Kerschbaum.

18. Ausbildungsabend im Kolleg

St. Benedikt. Nach der Messe,

und dem schmackhaftes

A b e n d e s s e n g i b t e s

Workshops zum Thema Jugendarbeit.

Mitarbeiter der KJ

Salzburg informierten uns über

ihre Angebote und Aktivitäten

20. Einkehrtag mit Pfarrer Gerhard

Fuchsberger aus St. Georgen

21. Wir assistieren im Dom bei der

Diakonenweihe von Ing. Stefan

Lebesmühlbacher und fr. Virgil

Steindlmüller OSB

28. Am Abend des ersten Adventsonntages

findet die Segnung

der Adventkränze statt.


29. Rorate in der Krypta des Domes

30. Mitarbeiterehrung des Priesterseminares

in Mattsee: 25-

jähriges Dienstjubiläum: Frau

Maria Kolaric und Herr Hannes

Wagner; 15-jähriges Dienstjubiläum:

Frau Elisabeth Braunwieser

Dezember

Gratulation unserer Mitarbeiter

6. Die jährliche Nikolausfeier beginnt

mit der Vesper. Nach dem

Abendessen im Speisensaal

besucht uns der Nikolaus und

verteilt seine Gaben.

UNSER BRIEF 2011

8. Hochfest der ohne Erbsünde

empfangenen Jungfrau und

Gottesmutter Maria. Die Seminaristen

ministrieren beim Pontifikalamt

im Dom.

11. Einkehrtag mit P. Andreas Bonenberger

12. Besuch im Mutterhaus der Halleiner

Schwestern Franziskanerinnen

in der Emsburg

13. Rorate in den Katakomben von

St. Peter, anschließend Frühstück

im Stift

21. Rorate in der Krypta des Stiftes

Nonnberg

24. Nach der Rorate in der Dreifaltigkeitskirche

beginnen die Vorbereitungen

in Haus und Kirche

für das Weihnachtsfest. Um

15.00 Uhr feiern wir die Vesper

im Dom mit. Vor dem Abendessen

segnet unser Herr Regens

das Haus und seine Räumlichkeiten.

Nach der Weihnachtsfeier

begeben wir uns in den

Dom zur Christmette. Danach

gibt‘s noch das Würstelessen.

25. Um 10.00 Uhr ministrieren wir

beim Hochamt in der Seminarkirche.

Nach dem festlichen

Mittagessen begeben wir uns in

die wohlverdienten Ferien.

45

Besuch auf der Emsburg


46

UNSER BRIEF 2011

REGENS GOTTFRIED LAIREITER UND VER-

WALTUNGSASSISTENT JOHANNES WAGNER

Nach langwierigen Verhandlungen mit

sämtlichen für ein denkmalgeschütztes

Gebäude wie das Priesterseminar zuständigen

Behörden und Kommissionen

konnte am 14. Juni 2010 der erste

Bauabschnitt der Generalsanierung des

Seminargebäudes beginnen.

Binnen weniger Wochen wurde aus der

über viele Jahre vertrauten Umgebung

innerhalb des Hauses eine Großbaustelle.

Die Heizung wurde demontiert,

Wände wurden abgetragen, an andere

Stelle wurde neu aufgemauert, sämtliche

Böden mussten geöffnet werden,

um die neue Haustechnik installieren

zu können, Wandschlitze und Durchbrüche

mussten hergestellt werden.

Teilweise konnte man sogar von den

Gängen ins nächste Stockwerk blicken,

weil Dippelbaumdecken wegen Fäulnis

entfernt werden mussten. Auch der

Innenhof mit dem Arkadengang blieb

nicht verschont. Der gewohnte Anblick

von blühenden Kübelpflanzen musste

der Baustelleneinrichtung mit Maschinen

und Baumaterial weichen. Ein Kran

Generalsanierung Priest

ragt weithin sichtbar neben dem Seminargebäude

in die Höhe.

Die Sanierungsarbeiten gehen derzeit

zügig voran. Sämtliche künftigen Seminaristenzimmer

sowie Büros und Wohnungen,

die neue Rezeption, Seminarräume

und Sanitärräume sind innerhalb

der letzten Monate im Rohbau soweit

fertig gestellt worden, dass bereits die

Fliesenleger, Maler und Parkettleger

mit den „Feinarbeiten“ beginnen konnten.

Rechtzeitig vor Weihnachten konnte

auch schon die neue Heizung in Betrieb

genommen werden.

Wie schon im „Unser Brief“ des Vorjahres

kurz umrissen, soll im Zuge der

Erneuerung der Haustechnik zugleich

eine räumliche Trennung von Priesterseminar

und Gastbetrieb erreicht werden.

Somit sind im Erdgeschoß des

Nordtraktes eine Rezeption sowie zwei

Seminarräume, ein Mehrzweckraum,

WC-Anlagen und ein behindertengerechter

Hauseingang von der

Bergstrasse entstanden. Zwei Frühstücksräume

werden im Zuge des Küchenumbaus

adaptiert.

Im 1. Obergeschoss des Nordtraktes

sind zwei Dienstwohnungen für unsere

Hausangestellten neu entstanden, die

Handbibliothek und der Zeitschriftenraum

werden im ehemaligen Freizeitraum

zusammengeführt und in der ehemaligen

Dienstwohnung des Regens ist

jetzt das Verwaltungsbüro untergebracht.

Das 2. Obergeschoss

wird zum

Kernwohnbereich

der Seminaristen.

Sämtliche 24 Zimmer

werden mit Dusche/WC

und Internetverbindung

ausgestattet,

zu gemei

nschaf tlic hen


erseminar - Baubericht

Aktivitäten stehen zwei Aufenthaltsräume

mit eingebauter Teeküche zur Verfügung.

Eine kleine Waschküche mit

anschließendem Bügelraum trägt zur

„Selbstversorgung“ der Seminaristen

bei.

Im Dachgeschoss sind mehrere bisherige

Seminaristenzimmer zu insgesamt 3

Kleinwohnungen zusammengefasst

worden. Hier werden künftig der Regens

und der Vizeregens ihre Wohnräume

haben, die dritte Einheit soll als

Priesterwohnung verwendet werden;

ebenfalls im Dachgeschoss untergebracht

ist der Meditationsraum. Die

Lüftungszentrale hat im Dachboden

Platz gefunden.

Bei einer Baustelle in dieser Größenordnung

bleibt natürlich auch die eine

oder andere Überraschung nicht aus.

So musste zum Beispiel die vor 25 Jahren

im Zuge des Dachgeschoßausbaus

eingebrachte Wärmedämmung wegen

hoher Brandgefährlichkeit durch ein

unbrennbares Material ersetzt werden,

vom Stadtbrand im Jahre 1818 mussten

durch Löschwasser erstickte Dippelbaumträme

ausgetauscht werden,

auch die restlos kaputte Kanalisation

muss vollständig Zug um Zug erneuert

werden. Grosse Sorge bereitet uns seit

Beginn der Arbeiten die Küchenlüftungsanlage,

die durch von ehemaligen

Kaminen durchlöchertes Mauerwerk

vom Erdgeschoss

bis über das Dach

geführt werden soll,

wobei eine sanier

u n g s b e d ü r f t i g e

Decke durchdrungen

werden muss.

Hier müssen statische

Vorgaben mit

denkmalschützerischen

Interessen in

UNSER BRIEF 2011

Einklang gebracht werden. Die vielen

zum Teil nicht vorhersehbaren Mängel

und Schäden zeigen vor allem, dass

eine gründliche Generalsanierung

nach so vielen Jahrzehnten unumgänglich

geworden ist.

Insgesamt sind wir zuversichtlich, dass

der vorgesehene Bauzeitplan eingehalten

werden kann. Bis auf die Sanierung

der Küche samt Nebenräumen, die

wegen aufrechten Betriebes erst im

kommenden Sommer durchgeführt

werden soll, könnte die Sanierung des

Nordtraktes im

F r ü h s o m m e r

2011 abgeschlossen

sein.

Die provisorisch

im Südtrakt

untergebrachten

Seminaristen

und Gastpriester

werden

dann schon die

neu errichteten

und auch neu

eingerichteten

Zimmer beziehen

können.

Auch sämtliche

B ü r o s u n d

Dienstwohnungen

werden bezugsfertig sein.

Da eine Sanierung in dieser Größenordnung

natürlich erhebliche finanzielle

Aufwendungen bedeutet, sind wir für

jede finanzielle Unterstützung sehr

dankbar und dürfen Sie um Ihren Beitrag

nach Ihren Möglichkeiten herzlich

bitten und ersuchen. Für jede Spende

ein recht herzliches Vergelt´s Gott!

An dieser Stelle wollen wir uns auch bei

allen am Umbau beteiligten Firmen und

Fachplanern für die bisherige gute Zusammenarbeit

bedanken und hoffen

auf einen weiteren guten Baufortschritt.

47


UNSER BRIEF 2011

Seminaristen 2010/11

48

v.l.n.r.: Kamil Fuchs, Ralf Peter, Christian Hauser, Johannes Hofer, Spiritual Gerhard Viehauser, Vizeregens

Erwin Neumayer, Florian Zimmet, Regens Gottfried Laireiter, Roland Frank, Gastpriester Joseph

Shijo, Josef Brandstätter, Martin Schmid, Christian Walch, Kooperator Christian Hödlmoser, Jürgen Heiter,

Gastpriester P. Zakayo Kimaro, Roman Eder, Maximilian Niesner, Kooperator Ferdinand Schnaiter

Nicht am Bild die Gastpriester P. Thaddeus Siya, P. Appathurai Selvaraj, P. Saji George

Propädeutikum

Thomas Belitzer, 1985

1. Jahrgang

Christian Hauser, 1968

Maximilian Niesner, 1988

2. Jahrgang

Roman Eder, 1989

5. Jahrgang

Diakon Ralf Peter, 1971

Martin Schmid, 1976

Jürgen Heiter, 1967

6. Jahrgang

Josef Brandstätter, 1967

Roland Frank, 1978

Kamil Fuchs, 1983

Christian Walch, 1983

Pastoralpraktikum

Roland Frühauf, 1977

Praktikumspfarre: Saalfelden

Gastseminaristen

Johannes Hofer, 1986

Florian Zimmet, 1987


Prälat Dr. Gottfried Griesl

Emerit. Universitätsprofessor für Pastoraltheologie

in Salzburg

geb. am 17. 4. 1917

Priesterweihe am 13. 6. 1940

gest. am 22. 1. 2010

HR Msgr. Dr. Andreas Kreuzeder

Direktor i. R. des Eb. PG Borromäum

geb. am 1. 2. 1912

Priesterweihe am 14. 7. 1935

gest. am 12. 4. 2010

UNSER BRIEF 2011

Verstorbene Priester

OStR KR Josef Alkuin Loley

Religionsprofessor i. R.

geb. am 31. 3. 1929

Priesterweihe am 11. 7. 1954

gest. am 13. 9. 2010

P. Artur Kalinowski MSC

Herz-Jesu-Missionar in Salzburg

geb. am 5. 10. 1978

Priesterweihe am 29. 6. 2005

gest. am 27. 10. 2010

49

GR Johann Dollmann

Pfarrer i. R.

geb. am 28. 2. 1932

Priesterweihe am 15. 7. 1956

gest. am 4. 9. 2010

Emerit. Weihbischof Jakob Mayr zum dankbaren Gedenken:

Weihbischof Jakob Mayr ist am 24. Juli 1924 als

drittes von sechs Kindern einer Bauernfamilie in

Kirchbichl geboren worden. Von Erzbischof Dr. Andreas

Rohracher wurde er am 9. Juli 1950 zum Priester

geweiht. Nach einigen Seelsorgsjahren als Kooperator,

Domprediger, Jugendseelsorger, Präfekt am

Borromäum sowie als Pfarrer wurde er im Dezember

1969 zum Ordinariatskanzler ernannt. Zum Bischof wurde

Jakob Mayr geweiht am 20. Mai 1971. Zwanzig Jahre

lang hatte er das Amt des Generalvikars inne und als Bischofsvikar

war er für die Orden und geistlichen Bewegungen

zuständig. Nach einem überaus erfüllten Leben und

Foto: Erzdiözese

vielen Jahrzehnten segensreichen seelsorglichen Wirkens

ist Jakob Mayr am 19. September 2010 in die ewige Heimat gerufen worden. Dem

Priesterseminar war er stets sehr verbunden und er war ein großer Beter im Anliegen

um Priesterberufungen. Auf seine stille und vornehme Art und Weise hat er sich

immer wieder nach dem Priesterseminar erkundigt und seine Mitsorge und sein

Wohlwollen dem Seminar gegenüber auf verschiedene Weise zum Ausdruck gebracht.

Das Priesterseminar weiß sich daher Weihbischof Jakob zu großem Dank

verpflichtet.

„Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Hl. Geist. Ich habe versucht,

diesen Lobpreis durch mein Denken, Beten, Reden und Tun zu verwirklichen.“

(aus dem geistlichen Testament von WB Jakob Mayr)

Regens Gottfried Laireiter


UNSER BRIEF 2011

50

ELEKTRO

EBNER GesmbH

Ausführen der gesamten Elektroinstallationsarbeiten,

der gesamten Beleuchtungsanlage,

Sicherheitsbeleuchtung, Brandmeldeanlage

und EDV-Netzwerkverkabelung.

5400 Hallein, Schiemerstraße 3-7

Tel. 06245/86991-31 Fax. 06245/86991-73

E-mail: sekretariat@elektro-ebner.com,

www.elektro-ebner.com

Statik und Konstruktion


UNSER BRIEF 2011

51


Wir suchen einen oder mehrere Maturanten sowie berufserfahrene Männer als

Priesterseminarist

• die Freude und Begeisterung am Engagement in der Pfarre, in Jugendgruppen,

als Ministrant haben

• die Menschen gern haben und ihnen in allen möglichen Lebenssituationen

beistehen wollen

• die ihre Beziehung zu Gott gerne vertiefen und anderen

Menschen weitergeben wollen

• die ohne wirklichen Grund mit der derzeitigen Lebenssituation

unzufrieden sind und sich nach "mehr" sehnen

• die evtl. angesprochen worden sind, ob sie Priester

werden wollen oder ihnen dieser Gedanke immer wieder in den Sinn kommt

• die eine herausfordernde, abwechslungsreiche und geschätzte Tätigkeit mit großer

Verantwortung und Selbstständigkeit anstreben

Interessiert?

Herr Gottfried Laireiter freut sich auf einen Kontakt: Telefonisch unter 0662/ 877 495-42 oder per

E-Mail: gottfried.laireiter@priesterseminar.kirchen.net

Wussten Sie,

... dass wir auf Anfrage auch gerne in Schulklassen, Firmgruppen, etc. kommen, um

uns und unser Leben im Seminar vorzustellen und um gemeinsam über geistliche Berufe

zu sprechen?

... dass man nach einem Studienberichtigungskurs das Theologiestudium beginnen

und dann auch Priester werden kann?

... dass wir uns über eine Einladung zu einer Begegnung in Pfarren freuen, wo wir

beim Sonntagsgottesdienst von unserem Weg erzählen und so auf Berufung aufmerksam

machen wollen?

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