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SPRACHROHR 2/2008

Zeitung des ver.di-Landesfachbereichs Medien, Kunst und Industrie Berlin-Brandenburg.

SPRACHROHR

SPRACHROHR MITGLIEDERZEITUNG DES FACHBEREICHES MEDIEN, 18. Jahrgang Nr. 02 KUNST UND INDUSTRIE BERLIN-BRANDENBURG 21. April 2008 Gute Argumente für einen guten Abschluss hatten ver.di und die Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Nun gibt das Ergebnis ein gutes Signal. Verzicht war gestern Tarifabschluss im öffentlichen Dienst hat Signalwirkung „Dieser Tarifabschluss liegt in beiden Jahren deutlich über der Inflationsrate. Damit gibt es seit langer Zeit mal wieder Reallohnzuwachs“, so wertete ver.di-Chef Um das Tarifergebnis hart gerungen und Verhandlungsführer Frank Bsirske das Ergebnis der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst, von dem Hunderttausende Beschäftigte in Bund und Kommunen profitieren, hoffentlich bald auch die Berliner. Die haben 2004 zuletzt ein Prozent bekommen und sind seither abgehängt. Nun antworten sie mit Streik. Im Durchschnitt liegt der Gehaltszuwachs beim bundesweiten Abschluss 2008 bei gut fünf Prozent, in den unteren und mittleren Einkommensgruppen sogar darüber. Rückwirkend zum 1. Januar steigen die Einkommen in den alten Bundesländern um 50 Euro, zusätzlich linear um 3,1 Prozent. Dort erhöht sich allerdings die Arbeitszeit für kommunale Beschäftigte um eine halbe auf 39 Stunden. Im Osten tritt die Entgelterhöhung ab 1. April in Kraft. Zum 1. Januar nächsten Jahres steigen die Vergütungen generell um weitere 2,8 Prozent. Für die Beschäftigten der Entgeltgruppen 1 bis 15 gibt’s zusätzlich eine Einmalzahlung von 225 Euro. Die Ausbildungsentgelte erhöhen sich ab 1. Januar 2008 um 70 Euro. So lässt sich das Tarifergebnis zusammenfassen, um das hart gerungen wurde. Der Abschluss Foto: transit / v. Polentz wird jetzt in einer ver.di-Mitgliederbefragung zur Abstimmung gestellt. Die Bundestarifkommission empfiehlt die Annahme. Das Ergebnis kann sich schon sehen lassen. Zu Recht betont wird die ausgeprägte soziale Komponente durch Berücksichtigung der unteren Einkommensgruppen. Auch der Großangriff öffentlicher Arbeitgeber auf die Arbeitszeit konnte weitgehend abgewehrt Leih- und Zeitarbeit nicht vergessen werden. Zweifellos werden diese Ergebnisse und die Prozentzahlen Signalwirkung haben. Die Tarifbewegung 2008 von ver.di ist bekanntlich nicht zu Ende. Seit ei- Aus dem Inhalt Seite 3 Von Handwerk und Haltung – Egon Erwin Kisch in der MedienGalerie Seite 4 Nicht zu Lasten der Idee – Irritationen um brandenburgisches Sozialticket Seite 5 Berliner Zeitung – Redaktion wehrt sich gegen „Anzeigenumfeldjournalismus“ Seite 6/7 Schubladenschätze – 8. Lesemarathon des Berliner VS Mittelseiten Bühne frei für neuen Tarif – bei Opern, Zeitungsverlagen und Papierverarbeitung Seite 16 Erste deutsche Volksbibliothekarin – Stadtspaziergang zu Bona Peiser nem Jahr wird im Einzelhandel gestreikt. Noch ist bei der BVG nichts unter Dach und Fach, auch bei der Post nichts entschieden, geschweige in der Papierverarbeitung oder in der Druckbranche (siehe Mittelseiten). Das Tarifergebnis des öffentlichen Dienstes sollte den gewerkschaftlichen Tarifkommissionen prin zipiell den Rücken stärken und Selbstbewusstsein geben: Verzicht war gestern. Soll die Binnenkonjunktur auf Touren kommen, müssen die Beschäftigten mehr Geld in die Tasche bekommen! Lineare Entgelterhöhungen sind an der Tagesordnung. Doch die sind andererseits nicht alles. In diesen Monaten verschärfter Auseinandersetzungen sollten deshalb das Arbeitszeitproblem und solche Themen wie Leih- und Zeitarbeit nicht aus den Augen verloren werden. Was nützt der beste Tarifabschluss, wenn er für immer weniger Festangestellte gilt, die bis an die Grenze des Belastbaren Überstunden leisten? neh