Prozessebene - Moeller

moeller

Prozessebene - Moeller

Prozessebene

Interview mit Frank Campbell,

President des Eaton Electrical Sectors für die Region Europe, Middle East, Africa

Eaton, ein diversifiziertes Energiemanagement­Unternehmen,

zählt zu

den Weltmarktführern bei elektrischen

Komponenten und Systemen für die sichere

Stromversorgung, ­verteilung und

­steuerung. Warum steigt Eaton nun in

das hart umkämpfte Automatisierungsgeschäft

ein?

F. Campbell: Für unsere OEM-Kunden

war und ist die Automatisierung eines

der zentralen Themen beim technologischen

Fortschritt – mit all den zugehörigen

Produkten. Für uns ist es daher

sehr wichtig, über unsere bisherigen

Kernprodukte hinaus, auch im Bereich

Automatisierungstechnik ein entsprechendes

Produktportfolio selbst verfügbar

zu haben und anbieten zu können.

Die Automationsanbindung ist gleichsam

in vielen unserer Kernprodukten

bereits vorhanden – so ist es nur konsequent,

dieses Feld auch zu bearbeiten.

Warum hat Eaton das Unternehmen

Micro Innovation akquiriert?

F. Campbell: Vielleicht sollten wir das

kurz historisch betrachten. Moeller war

im Automationsgeschäft früher bereits

aktiv und hatte durch seinen 50-prozentigen

Anteil an der Micro Innovation Zugang

zu deren Produkten und Knowhow.

Es entsteht also kein neuer Anbieter,

er ist ja bereits am Markt aktiv. Für

Eaton gab es nun die Alternative, die

weiteren 50 % ebenfalls zu erwerben

oder nicht. Da es bereits eine intensive

und gute Zusammenarbeit zwischen Micro

Innovation und Moeller gab, und die

Produktpaletten beider Marken sich in

der Hard- und Software optimal ergän-

nebst der bewährten Visualisierung Galileo

auch auf die Codesys-Visualisierung“, so Dr.

M. U. Schefter. Zu diesem Stichwort ergänzt

er: „Wichtig zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang,

dass wir ab Mitte des Jahres für alle

Codesys-basierten Produkte, eine einheitliche

Programmier-Software, die „xSoft“-Codesys-2

verwenden. Daraus resultieren für den Kunden

wesentliche Vorteile in der Projektierung.“

Aus dem Steuerungsbereich verweist er

auf die Einführung der XC202, eine hochperformante

modulare SPS, die sich unter anderem

durch ihre Schnittstellenvielfalt auszeichnet

und in der XV-Variante einen Webserver

beinhaltet.

zen, war für Eaton der Zukauf nur folgerichtig.

Außerdem bieten die sehr guten

Kundenbeziehungen von Moeller und

Micro Innovation eine ex zellente Basis

für den Aufbau weiterer Geschäfte, die

nun vom selben Support und Vertriebsteam

weiter und umfassender betreut

werden können.

Wann wird die Integration von Micro

Innovation abgeschlossen sein?

F. Campbell: Eaton hat Micro Innovation

im September 2009 akquiriert. Die

Firmen- und Produktintegration wird aus

strategischen Gründen forciert, sodass

die wesentlichen Integrationsschritte voraussichtlich

zum Jahresende abgeschlossen

sein werden.

Weitere geplante Highlights und

Neuheiten für 2010

Highlight wird eine in den Micro Panel

XV100 und 150 integrierte „SmartWire-

Darwin“-Master-Anschaltung sein. „Damit

ermöglichen wir den direkten Zugriff von einem

Micro Panel auf alle weiteren „Smart-

Wire-Darwin“-Produkte – ohne ein Gateway

zwischenschalten zu müssen“, verdeutlicht

Dr. M. U. Schefter. „Mit diesem wichtigen

Schritt bieten wir erstmalig ein mit Codesys

programmierbares ,SmartWire-Darwin‘-Master-Produkt

an. Mit dem Micro Panel (HMI/

PLC), dem Gehirn einer Maschine, ermöglichen

wir eine kostenoptimierte und direkte

Möchte Eaton außerhalb EMEA noch

weitere Märkte bei der Automatisierungstechnik

erschließen?

F. Campbell: Eaton ist ein global agierendes

Unternehmen mit Sitz in den

USA. Der Electrical Sector bedient die

Märkte America, Europe, Middle East,

Africa und Asia Pacific. Außer EMEA hat

der amerikanische Markt für uns naturgemäß

einen hohen Stellenwert.

Das Automatisierungsgeschäft ist zumeist

ein lösungsorientiertes Geschäft.

Sowohl Micro Innovation als auch

Moeller waren zuletzt als Komponentenanbieter

aufgestellt. Bleibt es dabei

oder wird Eaton zukünftig auch Engineering­Leistungen

und kundenspezifische

Lösungen anbieten?

F. Campbell: Im Automatisierungsbereich

dominiert das lösungsorientierte

Geschäft. Schwerpunkt sowohl bei Micro

Innovation als auch bei Moeller waren

Komponenten. Zukünftig wollen wir

Kunden auch Lösungen anbieten und

werden unser Geschäft in diese Richtung

schrittweise ausbauen.

Wie wird dieser Ausbau aussehen?

F. Campbell: Mit der Akquisition von

Micro Innovation sowie der Zusammenführung

der Moeller-Produktpalette bei

der Automatisierung haben wir einen

entscheidenden Schritt zum Aufbau einer

Plattform für unser zukünftiges Automatisierungsgeschäft

getan. Diese Plattform

nutzen wir in Zukunft, um unseren

Kunden neue Lösungsmöglichkeiten anzubieten.

Die ersten Ansätze werden Sie

in Hannover und Nürnberg sehen.

Anbindung aller „SmartWire-Darwin“-Produkte.

Konkret lassen sich somit komplette

Steuerungskonzepte im „SmartWire-

Darwin“-Verbund abbilden, beispielsweise

ein Micro Panel (HMI/PLC) direkt verbunden

mit digitalen und analogen SWD-IO-Modulen,

DIL-Schützen, PKE-Motorstartern, Softstartern

DS7, Befehls- und Meldegeräten RMQ

oder NZM-Leistungsschaltern“, erklärt er

weiter.

„Der nächste Schritt – eine Innovation in

der Steuerungswelt – werden programmierbare

,SmartWire-Darwin‘-Master-Produkte

sein“, sagt der Geschäftsführer. Anstelle eines

Gateways und einer Steuerung kann ein

2 1-2/10

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine