Lese-Werkstatt

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Lese-Werkstatt

40081 – Pusteblume. Materialien zur Werkstatt-Sammlung 4 © Schroedel, Braunschweig Hinweis zum Recht der Vervielfältigung siehe Seite 2Lese-WerkstattSeite 4–55Informationen zur WerkstattDie Lese-Werkstatt ist ein Lesewerk zum KompetenzbereichLesen – mit Texten und Medien umgehen. Es festigtdie im Anfangsunterricht erworbenen Fähigkeiten durchanalytisch-synthetische Übungen; es fördert die Fähigkeitder Textpräsentation durch sinngestaltendes Vorlesen;und es vermittelt Hilfen zum texterschließendenLesen und zum Vergleichen von Texten aus unterschiedlichenMedien.Die Lese-Werkstatt dient dem gemeinsamen Unterrichtin der Klasse, genau wie das Kapitel eines Lesebuches,und ermöglicht zugleich dem einzelnen Kind oder einerGruppe, Aufgaben an Ort und Stelle zu lösen. DasWerkstattheft darf also nicht, wie die Übungen in einemArbeitsheft, ausschließlich als Material für die Stillarbeitoder für Hausaufgaben verwendet werden; es istvielmehr auf den gemeinsamen Gewinn von Einsichten,auf das Lösen von Problemen und das Gespräch in derKlasse gerichtet.Der Vorzug gegenüber einem Sprach- oder Lesebuch bestehtdarin, dass in diesem Heft auch geschrieben, markiert,unterstrichen, angekreuzt und gezeichnet werdenkann. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden dann mit denenanderer Kinder verglichen und, wenn nötig, auchkorrigiert.Das Lesen in einem Lesebuch oder in anderen Büchernersetzt die Lese-Werkstatt allerdings nicht; denn dortstehen den Kindern umfangreichere Texte zur Verfügung,die zu bestimmten Themen, Situationen und Formender Literatur Auskunft geben. In einem Werkstattheftist dies wegen seines geringeren Umfangs nichtmöglich. Was dieses Heft jedoch besonders gut leistenkann, ist: das Lesen von Texten gezielt vorzubereitenund die Verfahren zu vermitteln, mit denen dann weitereTexte in anderen Medien erfolgreich gelesen werdenkönnen.Auf Seite 52–55 der Lese-Werkstatt, betitelt mit Waskann ich nun?, können die Kinder selbstständig mithilfeder Lösungen auf Seite 56 überprüfen, ob sie das zuvorGeübte schon können – oder noch weiterer Übung bedürfen.Vergleichbare Aufgaben, die die Kinder ebenfallsselbstständig durchführen können, um ihre Kompetenzenim Anschluss an die Lese-Werkstatt zu überprüfen,bieten die Kopiervorlagen 14.14–14.17. Auch sie tragenden Titel Was kann ich nun? – in Analogie zu den obengenannten Seiten. Im Gegensatz aber zu den oben erwähntenSeiten liegen die Lösungen den Kindern nichtvor. Somit können diese Kopiervorlagen von der Lehrkraftauch dazu genutzt werden, sich nach der Bearbeitungder Lese-Werkstatt einen Überblick über die Kompetenzender jeweiligen Lerngruppe zu verschaffen.Eine andere Möglichkeit besteht selbstverständlich darin,die Lösungen an die Kinder zu verteilen oder dieErgebnisse gemeinsam im Plenum zu besprechen.Schwerpunkte der WerkstattIn dieser Lese-Werkstatt geht es, wie es ein kompetenzorientierterLeseunterricht fordert, im Prinzip um zweierlei:1. Texte verstehen (leises Lesen) und2. Texte präsentieren (vorlesen, wiedergeben) zu lernen.Dabei steht beides durchaus im Wechselverhältnis zueinander:Man muss einen Text einerseits erst verstanden haben,ehe man ihn durch Vorlesen, Vortragen oder andereHandlungen präsentieren kann. Doch durch das kontrollierteVorlesen lernt man andererseits einen Textauch besser zu verstehen.Gegliedert ist die Lese-Werkstatt nach folgenden übergeordnetenGesichtspunkten:• Anknüpfen an den Anfangsunterricht:Lesen üben; Buchstaben, Wörter und Sätze ergänzen;Texte entflechten• Texte und Textteile ordnen• Nach Texten handeln:zeichnen und spielen• Über Texte Auskunft geben:Fragen beantworten, Wörter herausschreiben, passendeAussagen auswählen• Texte vergleichen:Bilder und Texte, Tabellen und Texte, unterschiedlicheInformationen• Texte vorlesen und präsentieren:Gedichte lesen, richtig betonen, Pausenzeichen setzen,zu zweit lesen, lesen und zuhören• Lern-Werkstatt:Hier werden grundsätzliche Verfahrensweisen erlernt,mit denen sich die Kinder Texte zugänglichmachen, sie erarbeiten und verstehen können.Vernetzt unterrichten▶ Kopiervorlagen: 13.1–13.15, 14.14–14.17▶ Lernsoftware: Nr. 63–80▶ Förderheft: Seite 5, 26, 38, 39▶ Forderkartei: Nr. 5–8, 25, 26, 109▶ Schreib-Werkstatt: Seite 18–23, 34, 35, 40, 41, 44, 45▶ Lesebuch: Seite 10–12, 15, 36–45, 53–55, 68–79, 142–144, 150–161, 164, 169, 172–185▶ Hör-CD 1: Nr. 1, 7–9, 18–20▶ Hör-CD 2: Nr. 12–18, 20, 21, 24, 25▶ Lösungen: Seite 56Lese-Werkstatt113


40081 – Pusteblume. Materialien zur Werkstatt-Sammlung 4 © Schroedel, Braunschweig Hinweis zum Recht der Vervielfältigung siehe Seite 2Eine Geschichte – immer andersSeite 8 und 9Informationen zur DoppelseiteDies ist ein Erlebnisbericht, der immer wieder neu vonPerson zu Person erzählt und damit auch verändertwird.Inhaltlich geht es um einen Beinaheunfall, emotionalgeht es um Betroffenheit, dass beinahe etwas passiertwäre. Das ist diffus, aber jedem vertraut. Es passiert immerwieder, dass die gleiche Situation anders gesehen– interpretiert – wird.Vernetzt unterrichten▶ Schreib-Werkstatt: Seite 40, 41▶ Lese-Werkstatt: Seite 30, 31, 50Methodische Anregungen1 Die Geschichte wird abschnittsweise von mehrerenKindern vorgelesen.2 Nun wird aufgeschlüsselt, was die verschiedenenPersonen jeweils anders erzählen und warum sie diestun.Der Vater hat Angst um seine Tochter.Die Kollegin möchte ihre Tochter mit dieser verändertenDarstellung warnen, dass sie immer gut im Straßenverkehraufpasst.Hannah hat gar nicht so richtig zugehört und erzähltihre eigene Geschichte. Sie spricht abfällig über Lisa undmöchte sie schlecht machen.Hinweise für das Führen von Gesprächen über Texte erhaltendie Kinder auf Seite 50.DifferenzierungAnstatt im Klassenverband kann Aufgabe 2 auch inKleingruppen bearbeitet werden. Jede Gruppe stellt ihreErgebnisse der Klasse vor.Vorschlag zur WeiterarbeitDie Kinder erzählen sich in Kleingruppen nach denSpielregeln von Stille Post Geschichten.Abschnitte einer Sage in dierichtige Reihenfolge bringen –Texte ordnenSeite 10 und 11Informationen zur DoppelseiteAuf der Doppelseite steht die Sage Riesen backen gemeinschaftlichim Mittelpunkt.Diese Sage beinhaltet zwei wesentliche, für Sagen typischeElemente:1. In ihr kommen Fantasiefiguren vor, hier die beidenRiesen.2. Darüber hinaus ist diese Sage eine Ortssage, die sichauf bestimmte, im Land auffindbare Orte bezieht: dieGegend um Göttingen mit den Burgen Plesse undBramburg und den Orten Lödingsen und Asche.Zu vielen Orten und Bauwerken haben sich die Menschensolche Sagen ausgedacht. Häufig finden darinauch landschaftliche Besonderheiten ihre „sagenhafte“Erklärung, wie hier die Vertiefungen in einem Felsen,die von den Riesenfingern herrühren sollen.Diese in der Wirklichkeit identifizierbaren Elementewerden auch als der „wahre Kern“ einer Sage bezeichnet.Die Kinder sollen sich den Text auf drei Arten erarbeiten.1. Sie lesen die sechs verwürfelten Abschnitte der Sage,identifizieren die Sinnschritte und bringen sie in dierichtige Reihenfolge.2. Sie erlesen einen Informationstext über Sagen und beziehenden Inhalt auf die Riesensage.3. Sie lesen Aussagen aus zwei Gesprächssträngen undordnen diese Aussagen.Um die Bedeutung des Textes zu erschließen, müssen dieKinder über folgende Kompetenzen verfügen:• Auf der Wortebene:Lexikalisches Wissen (Wortschatz), Illustrationen zumVerständnis nutzen• Auf der Satzebene:Unbekannte Wörter aus dem Kontext erschließenLese-Werkstatt117


40081 – Pusteblume. Materialien zur Werkstatt-Sammlung 4 © Schroedel, Braunschweig Hinweis zum Recht der Vervielfältigung siehe Seite 2• Auf der Textebene:Weltwissen nutzen, unbekannte Wörter und Passagenaus dem Kontext erschließen, Begriffe im LexikonnachschlagenDie Anforderungen an das Verständnis des Sagen- sowiedes Infotextes bewegen sich auf der Kompetenzstufe 1:Informationen im Text erkennen und in unveränderterForm wiedergeben.Das Herstellen der richtigen Reihenfolge der Textabschnittesowie die Frage, wie es zu dem Streit kam, sindder Kompetenzstufe 2 zuzurechnen: Informationen ausdem Text entnehmen und in veränderter Form wiedergebenund einfache Schlussfolgerungen ziehen.Die Aufgabe, über den „wahren Kern“ der Sage nachzudenkenund in der eigenen Gegend nach etwas zu suchen,was der wahre Kern einer Sage sein könnte, sindder Kompetenzstufe 3 zuzurechnen: Informationen aufvergleichbare Sachverhalte und Anwendungssituationenbeziehen, komplexe Schlussfolgerungen ziehen undeinfache Probleme lösen (Transfer).Auch die Eingruppierung der Aussagen der Diskussiongehört in die Kompetenzstufe 3.Vernetzt unterrichten▶ Lese-Werkstatt: Seite 50▶ Lesebuch: Seite 72, 73▶ Hör-CD 1: Nr. 18Methodische Anregungen1 Dass an der Reihenfolge der Abschnitte etwas nichtstimmt, soll jedes Kind selbst erleben. Darum sollten alleden Text in der vorgegebenen Reihenfolge einmalleise lesen.2 Die Reihenfolge sollen sich die Kinder in Gruppenerschließen. Dabei soll sich jedes Kind einen Abschnittvornehmen und vorlesen. Dann können sich die Gruppenmitgliederin der richtigen Reihenfolge ihrer Abschnittehinsetzen oder aufstellen. Das Lösungswortlautet RIESEN.3 Der Streit entstand eigentlich aus einem nichtigenAnlass. Ein Riesenbruder glaubte, der andere habe amBacktrog gekratzt und ist auf die Burg des Bruders gegangen.Dabei hat der nur an seiner Brust gekratzt. Dererste ist also ganz umsonst mit seinem Teig losgelaufenund hat sich geärgert.Diesen Tatbestand im Gespräch herauszuarbeiten, istGegenstand der Aufgabe. Dabei sollen die Kinder ihreMeinung an einzelnen Textpassagen begründen. Hinweisefür das Führen von Gesprächen über Texte erhaltendie Kinder auf Seite 50.4 Bei der Arbeit an dieser Aufgabe müssen die Kinderdie Aussagen des Infotextes auf die Riesensage beziehen.Um die Frage nach dem „wahren Kern“ beantwortenzu können, müssen sie in der Sage Aussagen überOrte (Bramburg, Plesse, Lödingsen, Asche, Göttingen,Felsen) finden.Der wahre Kern einer Sage im eigenen Umfeld könntesein:• ein besonders dicker Baum,• ein auffälliger Name in der Landschaft,• ein besonderer Berg oder ein Gewässer,• ein auffälliges, altes Gebäude.Es muss etwas Altes sein, denn Sagen sind ja alte Geschichten.In einer modernen Stadt wird es kaum etwasgeben, das der „wahre Kern“ einer Sage sein könnte.5 Die abgedruckten Aussagen könnten den Gesprächsbeiträgenzu den Aufgaben 3 und 4 entnommen sein.Sie zeigen auch, wie das wirkliche Klassengespräch zuden Aufgaben verlaufen sein kann.Die Kinder sollen die Aussagen den Aufgaben zuordnen.Lösungen:Aufgabe 3: b, c, e, fAufgabe 4: a, d, g118Lese-Werkstatt


40081 – Pusteblume. Materialien zur Werkstatt-Sammlung 4 © Schroedel, Braunschweig Hinweis zum Recht der Vervielfältigung siehe Seite 2Verse in die richtigeReihenfolge bringenSeite 12 und 13Informationen zur DoppelseiteAuf dieser Doppelseite geht es um die Rekonstruktiondes Gedichts Der Schatz von Georg Bydlinski.Das Gedicht, das von einer fantastischen und witzig absurdenBegebenheit erzählt, besteht aus fünf Strophenmit jeweils vier Zeilen. Zwei Zeilen bilden jeweils einenVers. Die Verse der ersten und fünften Strophe habenjeweils Paarreime, die Verse der Strophen zwei, drei undvier enden dagegen auf einem Kreuzreim.Die zweiten Verse der Strophen wurden herausgenommenund sind auf der linken Seite verwürfelt angeboten.Die besondere Herausforderung bei der Rekonstruktionbesteht darin, dass sich die Kinder von Anfangan auf die inhaltlichen Informationen der Verse konzentrierenund sich ein Bild davon machen müssen, wasauf der rechten Seite – in den Anfangszeilen der jeweiligenStrophe – erzählt wird und wie es dann dem Kontextentsprechend mit einem Vers der linken Seite wohlweitergehen könnte. Die Endreime der mittleren Strophengeben dann zusätzlich die Bestätigung für die jeweilsrichtige Einfügung.Die richtige Reihenfolge der einzusetzenden Verse istD, E, B, A, C.Eine weitere Kontrolle der richtigen Lösung für die Kinderbietet das Lösungswort genau, das sich aus den rotenBuchstaben in den Versen der linken Seite ergibt.Vernetzt unterrichten▶ Kopiervorlagen: 13.3, 13.4▶ Lese-Werkstatt: Seite 40Methodische Anregungen1 Zum Verständnis der Aufgabe 1 sollten die zu einemGedicht gehörenden Fachbegriffe Vers, Strophe undReim allen Kindern klar sein.Einstieg in die Arbeit mit dieser Doppelseite könnten Assoziationender Kinder zur Überschrift des Gedichts sein.2 , 3 , 4 Damit sich alle Kinder mit dem Inhalt unddem Aufbau des Gedichts intensiv auseinandersetzen,empfiehlt sich, wie in den Aufgaben 2 bis 4 vorgeschlagen,Partnerarbeit oder die Arbeit in der Kleingruppe,abwechselnd mit Einzelarbeit.Der Vergleich der markierten Textstellen dient dem inhaltlichenVerständnis sowie dem Erkennen der Pointedes Gedichts.Ist die Rekonstruktion des Gedichts erfolgreich gelöst,sollten die Lösungswege gemeinsam reflektiert werden.Dazu können die Verse des Gedichts auf Folie kopiertund die Strophen Schritt für Schritt zusammengefügtwerden.DifferenzierungDie Kopiervorlagen 13.3 und 13.4 können zur inhaltlichenAuseinandersetzung und als Ordnungshilfe bei derRekonstruktion des Gedichts eingesetzt werden. Die Notizender Kinder zu den einzelnen Strophen dienen auchdem anschließenden Reflexionsgespräch, in dem außerdem formalen Aufbau und dem Inhalt des Gedichtsauch die Pointe erörtert werden sollte.5 Das Gedicht eignet sich gut, das sinngestaltendeVorlesen oder Vortragen zu üben. Hinweise hierfür erhaltendie Kinder auf Seite 40.Lese-Werkstatt119


40081 – Pusteblume. Materialien zur Werkstatt-Sammlung 4 © Schroedel, Braunschweig Hinweis zum Recht der Vervielfältigung siehe Seite 2Lesen und spielenSeite 14Informationen zur SeiteAuf dieser Seite wird ein Sprachspiel dargestellt, das einigeKinder in sehr ähnlicher Form evtl. schon als konfektioniertesGesellschaftsspiel kennen.Ein bestimmter Begriff muss für die eigene Mannschaftbeschrieben werden, ohne dass er direkt benannt werdendarf. Zusätzlich müssen bei der Beschreibung weiterebestimmte Wörter vermieden werden. Die gegnerischeMannschaft kennt den Begriff und die verbotenenWörter. Dies macht den besonderen Reiz des Spiels aus,weil die beschreibende Person sehr erfinderisch bei derWortwahl sein muss, um den Zuhörenden der eigenenMannschaft in kurzer Zeit wesentliche Hinweise auf denzu ratenden Begriff geben zu können.Vernetzt unterrichten▶ Lese-Werkstatt: Seite 6Methodische Anregungen1 Zunächst geht es für die Kinder darum, die Spielanleitungzu verstehen und das Spielprinzip anhand derabgebildeten Spielkarte mit den verbotenen Wörternzum Begriff Schule exemplarisch auszuprobieren. Siekönnen hierbei in ihrer Gruppe üben, wie eine solcheBeschreibung gelingen könnte und darauf achten, dasswirklich keines der Wörter auf der abgebildeten Kartebenutzt wird.2 Sebastian beschreibt einen Hund. Seine Beschreibungist ein mögliches Beispiel. Wenn die Kinder nunüberlegen, welche Wörter wohl verboten sind, kommensie wahrscheinlich auf eine Vielzahl von Möglichkeiten.3 Beim Vergleich der notierten verbotenen Wörter istdie Erkenntnis wichtig, dass alle gefundenen Begriffenicht beliebig sind, sondern etwas mit dem Hund, seinerEigenart, seinem Lebensraum, seinen Bedürfnissen usw.zu tun haben.Vorschlag zu WeiterarbeitDie Kinder spielen das Spiel nach den vorgestellten Regeln.Dafür sollte eine größere Menge Karten mit Begriffenund verbotenen Wörtern vorhanden sein.Zu zweit oder zu dritt können die Kinder Spielkartennach dem Muster der Abbildung auf Seite 14 herstellen.Zu jedem Begriff sollten mindestens drei verboteneWörter aufgeschrieben werden. Als Material eignensich kleine Karteikarten, die gut in einer Schachtel aufbewahrtund auch zum späteren Zeitpunkt wieder fürdas gemeinsame Spiel benutzt werden können.Damit es keine Begriffsdoppelungen gibt, könnten Sieeine Liste mit geeigneten Begriffen vorbereiten und denGruppen zuteilen.120Lese-Werkstatt


40081 – Pusteblume. Materialien zur Werkstatt-Sammlung 4 © Schroedel, Braunschweig Hinweis zum Recht der Vervielfältigung siehe Seite 2Lesen und malenSeite 15Informationen zur SeiteDie Illustration eines Textes verlangt stets eine intensiveAuseinandersetzung mit seinem Inhalt.Das witzig ironische Gedicht Das gute Schwein von RobertGernhardt erzählt, wie das frustrierte Schwein sichauf den Weg macht, um seine Situation zu ändern. Unterwegslädt es sich zunächst aus Freundlichkeit undHilfsbereitschaft ein lahmes Tier nach dem anderen auf,und schließlich schleppt es drei Tiere auf seinem Rücken.Warum das Schwein die Last erträgt, erklärt der Schluss:„Doch alle riefen: Jammer nicht, wir brauchen dich, wirlieben dich! Da war das Schwein sehr fröhlich.“Die Situation des Schweins ändert sich von Strophe zuStrophe und lässt sich dementsprechend bildhaft vorunddarstellen.Vernetzt unterrichten▶ Lese-Werkstatt: Seite 40, 50Methodische AnregungenUm den Inhalt des Gedichts umfassend zu verstehen,sollte der Text mindestens zweimal gelesen werden.Dies kann in Stillarbeit oder in Kleingruppen bzw. imKlassenverband erfolgen, wobei der Text abschnittsweisevon verschiedenen Kindern vorgelesen wird. Alternativkann das Gedicht auch von der Lehrkraft vorgetragenwerden.Anschließend äußern die Kinder ihre spontanen Eindrücke,z. B. die bildhafte Parallele zu den Bremer Stadtmusikanten.1 Hier liegt der Schwerpunkt auf der individuellenAuseinandersetzung mit dem Gedicht. Jedes Kind sollseine eigene zeichnerische Darstellung des Inhaltes entwickeln,z. B. auch die Visualisierung als Comic.Ob der Aufgabe ein intensives, gelenktes Gespräch überdie Klärung der verschiedenen Möglichkeiten für einevisualisierende Umsetzung des Gedichts im Plenum oderein Gespräch in der Kleingruppe vorausgeht, hängt vonder jeweiligen Klassensituation ab.Ein Vergleich der Bilder ist denkbar sowohl währendder Zeichenphase als gegenseitige Anregung im Sinneder Differenzierung, als auch am Ende als Grundlagefür das Gespräch über den Inhalt des Gedichts.Differenzierung2 Es kann nicht erwartet werden, dass alle Kinder dieIronie der Pointe verstehen.Über die Situation des Schweins und seine Gefühle könnendie Kinder jedoch ein Gespräch führen, gemeinsamnachdenken und evtl. dazu Beispiele aus der Lebenswirklichkeitdiskutieren.Vorschläge zur WeiterarbeitDas Gedicht eignet sich hervorragend für einen sinngestaltendenVortrag. Hinweise hierfür erhalten die Kinderauf Seite 40.Gelungene Illustrationen der Kinder könnten vergrößertund projiziert werden.Denkbar wäre auch, dass einzelne Kinder Freude daranhaben, ihre Illustrationen großformatig auszuführen,nachdem sie auf der Werkstattseite skizziert wurden.Zu der Bilderfolge wird dann das Gedicht jeweils voneinem Kind oder einer Gruppe vorgelesen oder auch freivorgetragen.Lese-Werkstatt121


40081 – Pusteblume. Materialien zur Werkstatt-Sammlung 4 © Schroedel, Braunschweig Hinweis zum Recht der Vervielfältigung siehe Seite 2Einen Text inszenierenSeite 16 und 17Informationen zur DoppelseiteDie szenische Gestaltung von Texten fördert das Verstehendes Inhalts und die Auseinandersetzung damit. Wasbei der Arbeit mit der vorliegenden Fabel angeregtwird, lässt sich auch auf andere Texte, wie z. B. auf weitereFabeln oder Märchen, anwenden.Der vorliegende Fabeltext ist bereits in Abschnitte eingeteilt,die jeweils einer spielbaren Szene entsprechen.Dialoge sind hier explizit nicht vorhanden, aber zu derHandlung in jedem Textabschnitt gut vorstellbar. DieHerausforderung für die Kinder besteht vor allem darin,die Protagonisten als Rollenträger herauszufinden undderen Dialoge selbst zu entwickeln. Für ein Rollenspielkommen außerdem noch Überlegungen zu Gestik undMimik hinzu. Möglich ist auch die Inszenierung des Textesmithilfe von Spielfiguren. Es könnten auch Textteilevon einem Erzähler übernommen werden, z. B. AbschnittA und C sowie der Lehrsatz am Schluss.Beim Planen und Spielen können eigene und gemeinsamgefundene Ideen ausprobiert werden. Kreativitätund Spontaneität mit Sprache und Körper sowie der Einsatzvon Medien können dabei entfaltet werden. ImWesentlichen kommt es hier auf den Prozess der szenischenGestaltung und nicht auf ein perfektes Ergebnisan.Vernetzt unterrichten▶ Schreib-Werkstatt: Seite 18–23▶ Lesebuch: Seite 150–161, 172–185▶ Hör-CD 2: Nr. 14–17, 24, 25Methodische Anregungen1 Zunächst lesen die Kinder die Fabel und sprechenüber deren Inhalt. Anschließend untersuchen sie die einzelnenTextabschnitte:• An welchem Ort spielt diese Szene?• Welche Rollen gibt es in diesem Textabschnitt?• Muss in jeder Szene gesprochen werden oder sindauch andere Ausdrucksmittel möglich und nötig?(Z. B. Abschnitt G)Die Orte können an der Tafel, die Rollen auf Papierstreifennotiert und anschließend den jeweiligen Szenenzugeordnet werden. Haupt- und Nebenrollen werden –wenn in einer Szene (B, D, E, F) erforderlich – festgelegt.Nach der gemeinsamen Vorarbeit teilen die Kinder dieSzenen untereinander auf.2 Die Kinder arbeiten an ihrer Szene in Gruppen, wennmöglich räumlich so weit getrennt, dass sie ihre Spielideenauch ausprobieren können.Es empfiehlt sich, dass die Kinder ihre Notizen zu denDialogen und Regieanweisungen zuerst auf Zettelschreiben. Wenn ein Konsens über den geplanten Dialogund die Spielweise gefunden wurde, trägt ihn jedesKind ins Werkstattheft ein.3 Jede Gruppe sollte seine Ideen einem Publikum, d. h.den anderen Gruppen, vorstellen und eine konstruktiveRückmeldung mit Beifall, Tipps und Kritik erhalten.Dementsprechend können die Spielszenen wiederholtund geübt werden.Differenzierung4 Vom Interesse der Klasse, organisatorischen sowiezeitlichen Gegebenheiten hängt es ab, ob aus den Improvisationenzu den einzelnen Szenen ein Theaterstückentstehen soll, an dem die ganze Klasse beteiligt ist.Hierzu müsste eine Gruppe aus den vorgestellten Ideenein Drehbuch entwickeln und alle Dialoge sowie vielleichtauch die Hinweise zu Gestik und Mimik (Regieanweisungen)aufschreiben.Die anderen Kinder könnten sich währenddessen um dienotwendigen Requisiten kümmern und z. B. einfacheKostüme für die Katzen und Mäuse (Ohren, Schwänze,Masken) oder (Stab-)Figuren herstellen.122Lese-Werkstatt


40081 – Pusteblume. Materialien zur Werkstatt-Sammlung 4 © Schroedel, Braunschweig Hinweis zum Recht der Vervielfältigung siehe Seite 2BastelanleitungSeite 18 und 19Informationen zur DoppelseiteEin garantiert flugtauglicher Segelflieger aus Papierlässt sich nach der vorliegenden Bastelanleitung ohnegroßen Materialaufwand erfolgreich falten.Jeder einzelne Arbeitsschritt ist beschrieben und visualisiert,also leicht nachvollziehbar und kontrollierbar.Dennoch hängt der Erfolg auch von der Geschicklichkeitund Sorgfalt der Kinder ab.Wir empfehlen Ihnen daher, die Bastelanleitung zunächsteinmal selbst auszuprobieren, um spezifischeTechniken beim Falten, wie z. B. das sorgfältige Falzender Kanten, oder auch Schwierigkeiten, wie die Faltungbei den Schritten 9–13, zu erkennen.Erfahrungsgemäß kennen einige Kinder noch andereArten, einen Papierflieger zu falten. Sie haben dann dieMöglichkeit, ihre Erfahrungen und Fertigkeiten den anderenzu vermitteln.Vernetzt unterrichten▶ Schreib-Werkstatt: Seite 44, 45Methodische AnregungenZuerst schauen die Kinder die Bilder der Anleitung anund verständigen sich über die Bedeutung der Faltlinien:• Gestrichelte Linien:nach innen bzw. nach vorn falten• Geschlossene Linien:nach außen bzw. nach hinten faltenDanach überfliegen sie den Text und klären unbekannteBegriffe, wie z. B. falzen (= Herstellen einer scharfenKnickkante mithilfe eines Falzbeins. Es geht aber auchmit der Kante eines Bleistifts, mit einem Lineal, notfallsauch mit dem Daumennagel).Es sollte ein Raum und der Zeitpunkt vereinbart werden,wo und wann die Kinder ihre fertigen Flieger ausprobierenund deren Flugfähigkeit bewerten können.DifferenzierungDie Kinder arbeiten selbstständig. Schwierigkeiten könnenim Rahmen einer Zwischenreflexion besprochenwerden. Möglicherweise stellen sich Experten heraus,die dann anderen Kindern Tipps und Hilfestellung gebenkönnen.Vorschlag zur WeiterarbeitIm Internet findet man zum Stichwort Flieger faltenzahlreiche verschiedene Bastelanleitungen, die ausprobiert,vorgestellt und z. B. hinsichtlich ihrer Tauglichkeitbewertet werden können.Lese-Werkstatt123

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