Jahresbericht 2011 - Presse - Kunsthistorisches Museum Wien

press.khm.at

Jahresbericht 2011 - Presse - Kunsthistorisches Museum Wien

Jahresbericht

2011


Jahresbericht

2011


2 sammlung


Jahresbericht 2011

Kunsthistorisches Museum

mit MVK und ÖTM


Impressum

medIenInhaber und herausgeber

Generaldirektorin

Dr. Sabine HAAG

redaktIon

Franz PicHorner

elisabeth HerrMAnn

lektorat

elisabeth HerrMAnn

Annette ScHÄFer

Übersetzungen

elizabeth MorTiMer

art-dIrektIon

Stefan ZeiSLer

FotonachweIs

©, falls nicht anders angegeben: KHM

leitung Fotografie und bildbearbeitung

Stefan ZeiSLer

bildbearbeitung

Michael AUMÜLLer

Fotografen

christian MenDeZ

Thomas riTTer

Alexander roSoLi

Andreas ULDricH

graFIsche gestaltung

ATeLier SiMMA, Wien

druck

Druckerei Walla GmbH

www.khm.at

© 2012

Kunsthistorisches Museum Wien

Alle rechte vorbehalten.


Inhalt

8 Geschäftsführung

17 Aus der chronik von KHM, MVK und ÖTM

21 Sammlungen des Kunsthistorischen Museums

73 Sammlungen des Museums für Völkerkunde

91 Sammlungen des Österreichischen Theatermuseums

103 Abteilungen

137 Ausstellungen

169 Publikationen

173 Diverses

183 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

187 english Summary

Geschäftsbericht


6 sammlung


sammlungen khm

GeScHÄFTSFÜHrUnG

7


8

Vorwort

Seit 10 Jahren gibt das Kunsthistorische

Museum mit seinen angeschlossenen Museen

jeweils einen Tätigkeitsbericht heraus, in

dem seine Forschungs-, Vermittlungs- und

Ausstellungstätigkeit ausführlich dargestellt

und den erbrachten Leistungen seiner Mitarbeiterinnen

der gebührende Platz eingeräumt

wird.

Über 1,1 Mio. Besucherinnen haben im Laufe

des vergangenen Jahres trotz allgegen -

wär tiger internationaler Wirtschaftskrise und

angespannter Budgets die Sammlungen und

Sonderausstellungen unserer Museen besucht

und das Programm, das wir unserem Publikum

in vielfältigster Weise dargeboten haben,

positiv angenommen. im Kunst historischen

Museum waren es gleich vier hochkarätige

und vielbesuchte Sonder aus stellungen: Hans

von Aachen (ausgezeichnet von „Apollo“ als

„exhibition of the Year“) und al-Fann. Kunst

der islamischen Welt am Jahresbeginn,

Dürer – Cranach – Holbein zur Jahresmitte

und Wintermärchen ab Herbst 2011. Die

Gemäldegalerie war mit einer prächtigen

Sonderausstellung über die venezianischen

renaissancekünstler ab oktober in San

Francisco und mit den altniederländischen

Meistern in Brügge zu Gast, die Kunstkammer

war mit einer elfenbein-Ausstellung

im Liebieghaus Frankfurt und mit einer

Pretiosenausstellung in Pforzheim, Halle

und cambridge prominent vertreten.

einen Höhepunkt des vergangenen Jahres

bildete aber zweifellos die eröffnung unseres

neuen Zentraldepots am Wiener Stadtrand

durch Frau Bundesministerin claudia

Schmied. nach nur kurzer Bau- und einrich-

tungsphase ist ein problemloser Umzug aus

den alten Depots erfolgt, wofür wir allen

Beteiligten unseren großen Dank aussprechen.

Damit haben das Kunsthistorische

Museum und seine beiden angeschlossenen

Museen für die nächsten Jahrzehnte ein

perfekt eingerichtetes, klima- und sicherheitstechnisch

befriedigendes Museums depot

geschaffen.

2011 konnte darüber hinaus die entscheidung

für eine neubesetzung der Direktion des

Museums für Völkerkunde ab Mai 2012 getroffen

und für dieses bedeutende Museum

eine neuausrichtung eingeleitet werden, nachdem

die endgültige Aussage des Museums

für Volkskunde feststand, nicht dem Museumsverbund

beitreten zu wollen. Die vollständige

Wiedereinrichtung der Schau sammlung und

die inhaltliche neupositionierung anhand

von erkenntnissen aus dem mehrjährigen

Diskussionsprozess um das Museum neu

haben hier die oberste Priorität.

Das Österreichische Theatermuseum, das

2011 sein 20-jähriges Bestehen feierte, hat

mit seinen erfolgreichen Sonderausstellungen

und einer Vielzahl von Veranstaltungen wie

Konzerten, Theateraufführungen, Buchpräsentationen

und Vorträgen wiederum ein

großes Publikum angesprochen und seine

Bedeutung innerhalb der österreichischen

Museumslandschaft erneut unter Beweis gestellt.

2011 stand auch im Zeichen intensivster

Bauarbeiten im Bereich der Kunstkammer,

die nach 10-jähriger Schließung wiedereröffnet

werden soll. Hier sind große erfolge

im Fundraising und die wertvolle finanzielle

Unterstützung unseres Wiener Freundesvereins

sowie der international Friends of KHM

zu nennen.

2011 wurde ferner unter einbindung aller

Führungskräfte des Hauses ein bedeutender

re-Branding-Prozess in die Wege geleitet

und es wurden in zahlreichen Workshops

wichtige erkenntnisse für eine neue Markenstrategie

und die neupositionierung der

Museen gewonnen.

Mit der Präsentation eines Modern & Contemporary

Programme will das Kunsthistorische

Museum in Zukunft sammlungsüberschreitende

und spannende Auseinandersetzungen

mit Gegenwartskünstlern

ermöglichen. Der Belgier Jan Fabre hat hier

2011 in der Gemäldegalerie einen ersten

Schwerpunkt gesetzt.

Mit der eröffnung eines neuen Kreativ-

Ateliers und einem vielfältigen Vermittlungsund

Veranstaltungsprogramm kam das

Museum auch im Jahr 2011 seiner wichtigen

Kernaufgabe des Vermittelns und des

erschließens neuer Publikumsschichten nach.

Der freie eintritt für alle unter 19-Jährigen

hat in dieser Zielgruppe zu weiteren Besuchssteigerungen

geführt und uns gezeigt, dass

hier ein ganz wesentlicher kulturpolitischer

Schritt gesetzt werden konnte.

Unser Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern für die im Berichtsjahr geleistete

Arbeit und ihren großen einsatz. Allen, die

am Zustandekommen des Jahresberichts

2011 mitgewirkt haben, sei an dieser Stelle

gleichfalls aufrichtig gedankt.

Dr. Sabine HAAG

Generaldirektorin, Wissenschaftliche

Geschäftsführerin

Dr. Paul FreY

Kaufmännischer

Geschäftsführer


preFace

over the past ten years the Kunsthistorisches

Museum, together with its affiliated museums,

has published an annual report, in

which its research, educational and exhibition

activities are presented in detail and the

achievements of its staff members are given

due mention. over the past year, despite the

omnipresent international economic crisis and

constrained budgets, more than 1.1 million

people visited the collections and attended

the special exhibitions in our museums; the

very varied programme that we presented to

our public was positively received. in the

Kunsthistorisches Museum there were four

out standing special exhibitions which attracted

many visitors: Hans von Aachen

(which received the “Apollo” award as

“exhibition of the Year”) and al-Fann. Art from

the Islamic Civilisation at the beginning of

the year; Dürer – Cranach – Holbein in the

middle of the year and Wintermärchen

(Winter Tales) from the autumn of 2011.

The Picture Gallery was represented in a

magnificent special exhibition on Venetian

renaissance artists from october in San

Francisco, and examples of the old Dutch

masters were shown in Bruges; the Kunstkammer

(collection of Sculpture and Decorative

Arts) was eminently represented in

the Liebieghaus Frankfurt with an exhibition

of ivory, and with an exhibition of precious

items in Pforzheim, Halle and cambridge.

However, a major highlight of the past year

was undoubtedly the opening of our new

central depot on the outskirts of Vienna by

the Austrian Federal Minister for education,

Arts and culture, claudia Schmied. The con-

struction and fitting-out phase was short and

the removal from the former depots occurred

smoothly. For this we are extremely grateful

to all those involved. The Kunst histo risches

Museum and its two affiliated museums have

now for the coming decades created a perfectly

equipped museum depot with satisfactory

climatic and security technology.

in 2011 a decision was also taken concerning

the new appointment of a director for the

Museum of ethnology from May 2012, thus

paving the way for a new orientation of this

important museum. This was possible after

it finally became clear that the Museum of

Folklore had no intention of joining the

Museum Group. on the basis of knowledge

gained from the discussion process lasting

several years concerning the new Museum

the complete re-furnishing of the public

collection and a new positioning as regards

content have highest priority here.

in 2011 the Austrian Theatre Museum celebrated

its 20th anniversary. With its successful

special exhibitions and a great number of

events such as concerts, theatre performances,

book presentations and lectures the Theatre

Museum again attracted a large public, thus

repeatedly demonstrating its significance

among Austrian museums.

2011 was again marked by intensive construction

work for the Kunstkammer (collection

of Sculpture and Decorative Arts),

which is to be re-opened after being closedfor

ten years. Here we are pleased to mention

great success in the sphere of fundraising

and the valuable financial support of

geschäFtsFÜhrung

our Association of Friends of the Museum in

Vienna as well as the international Friends of

the Kunst historisches Museum. All management

forces of the museum were also involved

in 2011 in evolving a major re-branding

process, and important findings were

made in several workshops as regards a new

marketing strategy and the new positioning

of the museums.

By presenting a “Modern and contemporary

Programme” the Kunsthistorisches

Museum aims in future to make it possible

to present discussions going beyond the

museum’s own collections in exciting analyses

with contemporary artists. one first major

project in this context in 2011 was the presentation

of work by the Belgian artist Jan

Fabre in the Picture Gallery.

The opening of a new creative atelier, varied

educational projects and a diverse programme

of events meant that in 2011 the

Kunsthistorisches Museum was again able

to meet its major core aim of educating and

opening up new circles of visitors. All members

of the public under 19 years of age can

enter the museum free of charge which in

this target group led to further increases in

the number of visitors. it was thus evident

that here a very important cultural and

political step had been taken.

our thanks are due to all members of staff

for the achievements of the past year and

for their great commitment. We should also

like to offer our sincere thanks to all those

involved in drawing up the Annual report

for 2011.

Dr. Sabine HAAG

Director General and

executive Manager for

Academic Affairs

Dr. Paul FreY

cFo

9


10

neues kunstdepot FÜr das khm mIt mVk und Ötm

Das Kunsthistorische Museum verfügt gemeinsam

mit dem Museum für Völkerkunde

und dem Österreichischen Theatermuseum

als größte wissenschaftliche Anstalt Österreichs

über knapp vier Millionen Museumsobjekte.

Zwar können die Besucherinnen an

sieben Museumsstandorten (Kunsthistorisches

Museum am Burgring, neue Burg, Schatzkammer,

Wagenburg in Schönbrunn, Schloss

Ambras in Tirol, Museum für Völkerkunde

und Österreichisches Theatermuseum) auf

über 33.000 m2 viele davon sehen, doch ist

zugleich das Bewahren der nicht ständig

ausgestellten Museumsobjekte ein Dauerthema

für das Museum. Um den reichtum

dieser Sammlungen auch für zukünftige

Generationen zu erhalten, hat das Kunsthistorische

Museum im Jahr 2011 am Wiener

Stadtrand ein modernes und adäquates

Depot errichtet.

Ursprünglich war bei der eröffnung des Kunsthistorischen

Museums am Burgring im Jahr

1891 vorgesehen, in den ständigen Schau-

sammlungen möglichst viel vom damals

kaiserlichen Kunstbesitz zu zeigen. Dementsprechend

dicht und eng waren die Hängungen

und Aufstellungen, weniger objekte

als heute wurden in Depots verwahrt. Durch

den sich verändernden Ausstellungsstil in

den Museen und zusätzliche erwerbungen

wurden in weiterer Folge die Depoträume

in den Museen immer voller, doch erfolgte

erst in den 1990er Jahren die Anmietung eines

externen, als Übergangslösung gedachten

Depots – ein Provisorium, das immerhin

fast zwanzig Jahre lang hielt.

Um der Vielfalt der Sammlungen und den

neuen wissenschaftlichen erkenntnissen auf

dem Gebiet der Konservierung besser zu

entsprechen, aber auch aus wirtschaftlichen

Überlegungen wurde ab 2008 ein neues

Depotkonzept entwickelt. eine Durchrechnung

verschiedener Modelle ließ letztendlich

angesichts der permanenten notwendigkeit

eines Depots eine Variante im eigentum des

Museums auf eigenem Grund als die güns-

tigste erscheinen. Die budgetierten Projektkosten

einschließlich des Grundstücksankaufs

und der Übersiedlung lagen bei eUr 14 Mio.,

wovon das Bundesministerium für Unterricht,

Kunst und Kultur eUr 3,5 Mio. für die

einrichtung des Depots und die Übersiedlung

der Bestände trägt. Den Hauptteil der

Kosten hat das Museum daher selbst finanziert;

es tauscht wie bei der Anschaffung einer

privaten eigentumswohnung die Mietkosten

für das bisherige alte Provisorium gegen die

Finanzierungsraten für das neue Depot.

Die Planung des Gebäudes erfolgte in enger

Abstimmung mit internationalen Fachleuten

und den Sammlungen der Museen. So

konnte die Vielfalt der epochen vom Alten

Ägypten bis in das 21. Jahrhundert, aber

auch die jenige der Materialien und wissenschaftlichen

Disziplinen am besten einfließen.

nach einem Jahr Detailplanung, den erforderlichen

Ausschreibungen, dem Grundstücksankauf,

der einholung aller Genehmigungen

und der Fixierung der Finanzierung erfolgte


im September 2010 der Spatenstich. Trotz

einer besonders frostigen Wintersaison mit

wetterbedingten Unterbrechungen im Dezember

und Jänner war das Gebäude nach nur

acht Monaten fertiggestellt. Am 6. Juli 2011

konnte Bundesministerin claudia Schmied

gemeinsam mit der Geschäfts führung des

KHM mit MVK und ÖTM das neue Depot

feierlich eröffnen.

Mit August 2011 und dem Beginn der Übersiedlungen

ist das neue KHM-Depot in Betrieb

gegangen. Täglich fuhren die Kunsttransporte,

freilich immer von Museums- und

Transportexpertinnen begleitet und überwacht,

zur LKW-Anlieferungsschleuse und

brachten logistisch perfekt vorbereitetes und

sorgsam verpacktes Kulturgut an seinen

neuen Bestimmungsort. Bis ende des Jahres

wurden alle Sammlungsbestände über siedelt,

die bis dahin in verschiedenen Außendepots

gelagert waren; 2012 und 2013

folgen dann noch weitere Kunst transporte

aus Lagerräumen in den Museen selbst. Das

neue Depot ist zugleich aber auch für den

Sammlungszuwachs der nächsten dreißig

Jahre konzipiert.

es bietet auf vier Stockwerken und insgesamt

14.000 m2 , davon 12.000 m2 reine Kunstlagerfläche,

den Kunstobjekten ein neues,

sicheres Zuhause. eine einfache, aber ziel-

geschäFtsFÜhrung

gerichtete Architektur erlaubt die optimale

Ausnutzung der Kubatur für Zwischenebenen,

rollregalsysteme und material spezifische

einrichtungsgegenstände. Vom kleinformatigen

Papierobjekt über Tapis serien,

Theaterkostüme, Musikinstrumente, Skulpturen

und Gemälde bis zu gigantischen

Blöcken aus Marmor findet alles seinen

idealen Platz. Die Standorterfassung im

neuen Depot mittels Barcode-Systems und

sofortiger rückkopplung mit der Museums-

Software TMS war für das Übersiedlungsteam,

die Kuratorinnen und Kuratoren sowie

die restauratorinnen und restauratoren eine

besondere Herausforderung.

11


12

neues kunstdepot FÜr das khm mIt mVk und Ötm

Durch die einrichtung von räumen für

Forschung und restaurierung, Stickstoffbegasung

und Quarantäne sowie eines

Fotoraums zur weiteren digitalen erfassung

und erforschung der Depotbestände wurde

dafür gesorgt, dass das neue Kunstdepot

nicht nur ein ort des Bewahrens, sondern

auch einer des Forschens und der Wissenschaft

ist. Selbstverständlich sind in Planung

und Bau auch alle sicherheitstechnischen

Aspekte eingeflossen.

Als den Planungen übergeordnetes Prinzip

fungierte der sogenannte „Horizont 100“

und somit die Frage: „Was muss das neue

Depot können und wie muss es beschaffen

sein, damit auch noch nach hundert Jahren

möglichst viel an originalsubstanz erhalten

ist und künftigen Besucher- und Forschergenerationen

zur Verfügung steht?“ Besonderes

Augenmerk wurde deshalb der Haustechnik

sowie dem Gebäude- und raumklima

geschenkt. Die größten Schäden an deponier-

tem Kulturgut sind weltweit in den letzten

Jahren durch den plötzlichen Ausfall moderner

Gebäudetechnik, etwa der Klimaanlagen,

entstanden. Kunstgegenstände brauchen für

eine optimale Lagerung in erster Linie konstante

Temperatur- und Klimawerte.

Das neue Depot des Kunsthistorischen Museums

verzichtet deshalb weitgehend auf

maschinelle Klimatisierung und setzt auf

Bau teilaktivierung mit geothermischer Speisung,

also auf erdwärme. Dies gewährleistet

Kühlung im Sommer und natürliche erwärmung

im Winter, hat neben ausge wogenen

Temperatur- und Luftfeuchtigkeitskurven eine

Verringerung der Betriebs kosten zur Folge

und bringt eine weitgehende Unabhängigkeit

von fossiler energie mit sich. im

nächsten Jahr soll darüber hinaus eine Fotovoltaik-Anlage

die innovative energiebewirtschaftung

des Depots ergänzen und auch

die Kraft der Sonne für unsere Museen nutzbar

machen.

ressourcen zu schonen statt hungrig nach

ressourcen zu sein, Funktion vor Design zu

stellen und die rückbesinnung auf natürliche

energievorkommen statt der Verwendung

von High-Tech-energie waren die

technischen und ökonomischen Leitlinien

des Depotprojekts. Ziel war es letztendlich,

damit eine fast „natürliche“ Umgebung zu

schaffen, wie sie den meisten objekte auch

schon in den Jahrhunderten davor zur

Verfügung gestanden war, und gleichzeitig

die erkenntnisse vor allem der letzten Jahrzehnte

in den Bereichen Konservierung und

Materialkunde einfließen zu lassen.

Das neue Depot des KHM mit MVK und

ÖTM ist bereits jetzt ein Vorzeigeprojekt

im internationalen Museumsumfeld und kann

sich in zahlreichen Symposien, Veranstaltungen

und Vorträgen als innova tiver Beitrag

zum „grünen Museum“ und zu einer

„Kultur der nachhaltigkeit“ prä sentieren.

Bericht: Dr. Paul FreY


wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. Sabine HAAG

ausstellungen

Kuratorin der Ausstellung Elfenbein. Barocke Pracht am

Wiener Hof, Frankfurt/Main (Liebieghaus Skulpturensammlung)

2011 (gemeinsam mit Maraike Bückling)

publIkatIonen

Vorwort, in: Josef rainer, Das Leben des Benvenuto

Cellini und der Diebstahl der Saliera, Wien 2011

Herausgabe von Ausstellungskatalog Elfenbein.

Barocke Pracht am Wiener Hof, Frankfurt/Main

(Liebieghaus Skulpturensammlung) 2011

(gemeinsam mit M. Bückling); „… DAS ARTIGSTE …

ALS ICH MEIN TAGE WASS GESEHEN HABE …“.

Elfenbeinkunst im kaiserlichen Wien der Barockzeit,

ebenda, 15–31

Herausgabe von Ausstellungskatalog Dürer – Cranach –

Holbein. Die Entdeckung des Menschen: Das deutsche

Porträt um 1500, Wien (KHM) 2011 (gemeinsam mit

c. Lange, c. Metzger und K. Schütz)

Herausgabe von Ausstellungskatalog Wintermärchen.

Winter-Darstellungen in der europäischen Kunst von

Bruegel bis Beuys, Wien (KHM) 2011 (gemeinsam mit

r. de Leeuw und c. Becker)

Herausgabe von Ausstellungskatalog Schaurig schön.

Ungeheuerliches in der Kunst, Wien (KHM) 2011

Herausgabe von Ausstellungskatalog M. Alram –

K. Vondrovec – U. Werz – B. Zäch, Götter, Menschen

und das Geld der Griechen, Wien (KHM) 2011

(gemeinsam mit n. Kurmann)

Herausgabe von Ausstellungskatalog o. Biba –

i. Fuchs – r. Hopfner, „Der Himmel hängt voller

Geigen“. Die Violine in Biedermeier und Romantik,

Wien (KHM) 2011

Herausgabe von Ausstellungskatalog Jan Fabre.

Die Jahre der Blauen Stunde. The Years of the Hour Blue,

Wien (KHM) 2011

Herausgabe von Ausstellungskatalog Trinkfest! Bacchus

lädt ein, innsbruck (Schloss Ambras) 2011

Herausgabe von Ausstellungskatalog All’Antica.

Götter & Helden auf Schloss Ambras, innsbruck

(Schloss Ambras) 2011

Herausgabe von Ausstellungskatalog Das Eigene &

das Fremde, innsbruck (Schloss Ambras) 2011

Herausgabe von Ausstellungskatalog G. Swoboda,

Zu Gast in Ambras. Die Zerstörung des Tempels in

Jerusalem von Nicolas Poussin, innsbruck

(Schloss Ambras) 2011

Herausgabe von Ausstellungskatalog P. rainer,

Splendour & Power. Imperial Treasures from Vienna,

cambridge (The Fitzwilliam Museum cambridge)

2011 (gemeinsam mit c. Holzach und K. Schneider)

Herausgabe von Jahresbericht 2010 Kunsthistorisches

Museum mit MVK und ÖTM, redaktion: F. Pichorner

Herausgabe von Technologische Studien Kunsthistorisches

Museum. Konservierung – restaurierung –

Forschung – Technologie, Bd. 7, 2010 (erschienen

2011); Bd. 8, 2011; redaktion: M. Grießer, A. Huber

und e. oberthaler

Herausgabe von B. Darmstädter unter Mitarbeit von

D. Salaberger und mit einem Beitrag von Bruce Dickey,

Die Zinken und der Serpent der Sammlung alter Musikinstrumente

(Sammlungskataloge des Kunsthistorischen

Museums, Bd. 7), Wien 2011

Herausgabe von Schaurig schön. Allerlei Fabelwesen

im Kunsthistorischen Museum. Ein Museumsbuch für

junge Leser, Wien 2011

Herausgabe von D. Uchtmann, Tafelfreuden in der

Kunst; Blumenpracht in der Kunst; Liebespaare in

der Kunst, Wien 2011

Vorträge, teIlnahme an tagungen

12.1. Die Kunst- und Wunderkammer der Habsburger

und ihre Neuaufstellung, Wien, Kunsthistorische

Gesellschaft am institut für Kunstgeschichte der

Universität Wien

3.3. Vermeer. Die Malkunst – Spurensicherung an

einem Meisterwerk, Bregenz, Vorarlberger Landesmuseum,

Tagung Mit Dingen argumentieren.

Die Sonderausstellung

11.3. Die Relevanz der Herkunft und die aktuelle

berufliche Tätigkeit, Bregenz, Kunsthaus, Vortragsreihe

Wiedersehen in Bregenz

31.3. Die Kunst- und Wunderkammer der Habsburger

und ihre Neuaufstellung, Wien, Bundesdenkmalamt,

Gesellschaft für Denkmalpflege

5.4. Benvenuto Cellini’s Saliera: A Royal gift, new York,

cosmopolitan club

5.5. Festrede zur eröffnung emsiana 2011, Hohenems,

Markus Sittikus Saal

12.5. Cellini’s Saliera, Linz, ars electronica

3.10. KHM – History and Collections, San Francisco,

de Young Museum, Ausstellung Masters of Venice

11.11. Die Kunstkammer: Kulturerbe Europas, Wien,

Hofburg, Art & Antique Messe

21.11. Die Kunstkammer des KHM: Staunen –

Lernen – Wissen, Wien, Hotel de France,

rotary Wien nord-ost

Dr. Franz PicHorner

geschäFtsFÜhrung

publIkatIonen

redaktion von: Ausstellungskatalog S. Haag –

r. de Leeuw – c. Becker (Hgg.), Wintermärchen.

Winter-Darstellungen in der europäischen Kunst

von Bruegel bis Beuys, Wien (KHM) 2011

(gemeinsam mit U. Becker)

redaktion von Jahresbericht 2010 Kunsthistorisches

Museum mit MVK und ÖTM, hg. von S. Haag

Dr. Paul FreY

publIkatIonen

Herausgabe von Bulletin Kunst & recht i und ii,

Jg. 2, 2011

Vorträge, teIlnahme an tagungen

27.1. Privates Sammeln, Wien, cercle Kunst & Recht

14.4. Kulturmanagement und Museumsführung –

das KHM von innen, Wien, rotary Wien-Hofburg

9.5. Die Wiedereröffnung der Kunstkammer, Wien,

rotary Wien-Schönbrunn

16.9. Ausgliederung von Museen in Österreich,

Köln, Kulturdezernat Köln

25.9. Kinder der Aufklärung – das Museum und

das ABGB, Wien, Zivilrechtslehrertagung 2011

(25.–27.9.)

28.9. Der Jurist im Unternehmen, Wien,

Juristen-Tagung

5.10. The Reopening of the Kunstkammer –

a Realm of Fantasy, new York

lehrtätIgkeIt

WS 2011/12 Kulturrecht I, Wien, Universität,

rechtswissenschaftliche Fakultät, Vorlesung

13


14

kuratorIum, VereIne

mItglIeder des kuratorIums des khm mIt

mVk und Ötm zum 31.12.2011

Vorsitzender: Dkfm. Peter PÜSPÖK

Stellvertreter: em. Univ.-Prof. Dr. Theodor ÖHLinGer

Dr. Brigitte BorcHArDT-BirBAUMer

Dr. roswitha DenK

Dr. rudolf erTL

Hr Dr. Josef KircHBerGer

MMag. Bernhard MAZeGGer

ADir. Johann PAUXBerGer

Mr Di Wolfgang PoLZHUBer

VorstandsmItglIeder des VereIns der

Freunde des kunsthIstorIschen museums

obmann: Dr. Konstantin KLien

1. Stellvertreter: Hr Prof. Dr. Wilfried SeiPeL

2. Stellvertreter: Dr. Johanna ScHÖnBUrG-HArTenSTein

Schriftführer: em. Univ.-Prof. Dr. Theodor ÖHLinGer

Schatzmeister: Dr. Pipin HenZL

Mag. Dr. Alfred BroGYAnYi

rA Dr. Martin eDer

GD Dr. Sabine HAAG

Präsident Dkfm. Dr. claus J. rAiDL

GD Dr. Walter roTHenSTeiner

Kr Herbert ScHiMeTScHeK

Dr. Gertrude TUMPeL-GUGereLL

VorstandsmItglIeder des VereIns

InternatIonal FrIends oF khm

President: Dr. christiana KiLLiAn

Vice President: GD Dr. Sabine HAAG

Treasurer: Dr. Stephen M. HArniK

Secretary: Alice A. KnAPP

Assistant Secretary: Dr. Stephen M. HArniK

Members: Dr. renée Price

Dr. Franz PicHorner

Dr. Johanna ScHÖnBUrG-HArTenSTein

Dr. Géza von HABSBUrG

VorstandsmItglIeder des VereIns

Freunde der VÖlkerkunde

Präsident: Prof. erwin MeLcHArDT

1. Vizepräsident: Univ.-Prof. Dr. christian F. FeeST

2. Vizepräsidentin: Dr. Barbara PLAnKenSTeiner

1. Schriftführerin: Mag. Petra nAVArA-UnTerLUGGAUer

2. Schriftführer: Dr. christian ScHicKLGrUBer

Schatzmeister: John MArSHALL

Schatzmeister Stv.: Dr. claudia AUGUSTAT

Weitere Mitglieder: a. o. Univ.-Prof. Dr. Thomas FiLLiTZ

renate GrÜnBerGer †

Mag. Sita TreYTL

Mag. Margit WAGner

1. rechnungsprüfer: Dr. norbert MYLiUS

2. rechnungsprüferin: Susi GrAcZoL

VorstandsmItglIeder des VereIns der

Freunde der wagenburg

Präsidentin: Dkfm. Heide SenGer-WeiSS

Vizepräsidentin: Dir. Dr. Monica KUrZeL-rUnTScHeiner

Kassierin: Mag. Diana MAUTner-MArKHoF

1. rechnungsprüfer: Mag. Franz P. KUS

2. rechnungsprüfer: Dr. Stefan WUrST

VorstandsmItglIeder des VereIns

Freunde der hoFJagd- und rÜstkammer

Präsident: Dr. Veit SorGer

Vizepräsident: Dr. christian KonrAD

Schatzmeister: Mag. Peter BÖHLer

Vizeschatzmeister: Dr. Andreas TreicHL

Generalsekretär: Karl HoHenLoHe


organIgramm khm mIt mVk und Ötm

Generalsekretariat

corporate Design

Ägyptisch-orien -

ta lische Sammlung

Antikensammlung

Münzkabinett

Kunstkammer &

Schatzkammern

Gemäldegalerie

Hofjagd- &

rüstkammer

Sammlung alter

Musikinstrumente

Wagenburg &

Monturdepot

Schloss Ambras

Archiv

Bibliothek

KHM

Sammlungen

Generaldirektion

Wissenschaftliche Geschäftsführung

Kommunikation &

Marketing

Museum &

Publikum

Visuelle Medien

naturwissenschaft-

liches Labor

MVK

Direktion

ÖTM

Direktion

Sponsoring &

events

Ausstellungs-

management

Publikationen

Personal-

management

organisation &

einkauf

Ticketing &

Tourismus

Sicherheits-

management

informations-

technologie

Kaufmännische

Geschäftsführung

Buchhaltung &

Finanzen

controlling &

Projektmanagement

Shops & repro

Gebäude-

management

geschäFtsFÜhrung

recht

15


16

sammlung

AUS Der cHroniK Von

KHM, MVK UnD ÖTM


aus der chronIk Von khm, mVk und Ötm

17.1.

Antritts-Pressekonferenz der neuen Direktorin der

Gemäldegalerie Dr. Sylvia Ferino

20.–26.1.

GD Sabine Haag führt Gespräche zu Ausstellungskooperationen

in Japan

1.2.

eröffnung der Ausstellung Bali. Kunst im Wandel im MVK

2.2.

Pressekonferenz und Ausstellungseröffnung Elfenbein.

Barocke Pracht am Wiener Hof in der Liebieghaus

Skulpturensammlung Frankfurt/Main durch GD Sabine

Haag und Direktor Max Hollein

Generalversammlung des Vereins „egypt & Austria“

im Vortragsraum des KHM

9. 2.

eröffnung der von Sylvia Ferino kuratierten Ausstellung

Arcimboldo. Artista milanese tra Leonardo e Caravaggio

im Palazzo reale in Mailand

14.2.

Pressekonferenz, Preview und eröffnung der Ausstellung

Schaurig schön (intermezzo 4) in der Kuppelhalle des

KHM

15.2.

BM Dr. claudia Schmied überreicht Dr. Paul Frey das

Dekret für eine weitere Funktionsperiode als kfm.

Ge schäftsführer des KHM mit MVK und ÖTM (ab

1.4.2012)

17.2.

Pressekonferenz und eröffnung der Ausstellung Die

Kultur der Kulturrevolution. Personenkult und politisches

Design im China von Mao Zedong im MVK

18.2.

Fremdenführerinnen-Tag im KHM

Blindenprojekt der Abteilung Museum und Publikum

19.2.

eröffnung des neuen Kreativateliers im KHM

19.–23.2.

GD Haag nimmt als Delegationsmitglied am Staatsbesuch

von BP Dr. Heinz Fischer in Singapur teil

23.2.

inszenierung von Ganymed Boarding von Jacqueline

Kornmüller und Peter Wolf vor Alten Meistern in der

Gemäldegalerie des KHM

24.2.

Lesung Schnitzler’s hidden manuscripts in Kooperation

mit der israelitischen Kultusgemeinde Wien im eroica-

Saal des ÖTM

25.2.

erster Workshop der Führungskräfte des KHM mit MVK

und ÖTM zur neuen Markenstrategie des KHM mit der

Agentur „Brainds“

2.3.

Pressekonferenz und eröffnung der Ausstellung

Mantel der Träume im eroica-Saal des ÖTM

9.3.

51. Sitzung des Kuratoriums im Vortragsraum des KHM

Ganymed Boarding in der Gemäldegalerie des KHM

10.3.

Bilanzpressekonferenz im Vortragsraum des KHM

Präsentation des Sammlungskataloges Caravaggio

und der internationale Caravaggismus in der Gemäldegalerie

des KHM durch die Direktorin der Bibliotheca

Hertziana, rom, Prof. Dr. Sybille ebert-Schifferer

15.3.

Vorstandssitzung des Vereins der Freunde des KHM

16.3.

Ganymed Boarding in der Gemäldegalerie des KHM

Benefiz-Suppenessen der Katholischen Frauenbewegung

in Anwesenheit von BP Dr. Heinz Fischer

in der Säulenhalle des MVK

Konzert und Buchpräsentation Leo Fall. Spöttischer

Rebell der Operette von Stefan Frey, christine Stemprok

und Wolfgang Dosch im eroica-Saal des ÖTM

21.3.

Pressekonferenz, Preview und eröffnung der Ausstellung

al-Fann. Kunst der islamischen Welt aus der Sammlung

al-Sabah, Kuwait in der Kuppelhalle des KHM durch

BP Dr. Heinz Fischer und Sheikha Hussa al-Sabah

al-Salem al-Sabah

22.3.

Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Gerte reichelt

Reproduk tionsrechte an Kunstwerken im ÖTM

23.3.

Lesung von Michael Köhlmeier im rahmen der

Aus stellung Schaurig schön in der Kuppelhalle des KHM

25.3.

eröffnung der vom KHM organisierten Ausstellung

Venedig. Seemacht, Kunst und Karneval auf der

Schallaburg

25.–30.3.

indian Festival in Kooperation mit der Botschaft der

republik indien in der Säulenhalle des MVK und auf

dem Heldenplatz

30.3.

GD Haag führt Kooperationsgespräche mit dem

Museo del Prado in Madrid

inszenierung von Ganymed Boarding in der

Gemäldegalerie des KHM

Konzert und Lesung mit Peter esterhazy und dem Trio

Lignum im rahmen der Ausstellung Mantel der Träume

im eroica-Saal des ÖTM

1.4.

Übernahme des Kaffeehausbetriebs in KHM und MVK

durch die Gourmet Group

chronIk

1.–2.4.

erster Wissenschaftstag des KHM am Semmering

(Moderation: Dr. Arnold Mettnitzer)

3.–6.4.

GD Haag und Dr. Pichorner nehmen am Board-Meeting

der international Friends of KHM in new York teil und

führen Kooperationsgespräche

6.4.

Ganymed Boarding in der Gemäldegalerie des KHM

7.4.

eröffnung der Ausstellung Trinkfest! Bacchus lädt ein

auf Schloss Ambras in Anwesenheit von BM claudia

Schmied

Vortrag Die Gedichte Mao Zedongs und ihre

Übersetzung ins Deutsche von Dr. Helmut opletal

und Lesung von Paul Stein und erwin Landrichter

im rahmen der Ausstellung Die Kultur der

Kulturrevolution im Vortragssaal des MVK

Kick-off-event 11 festival for fashion & photography

von Unit F in der Säulenhalle des MVK

11.4.

Tag der Freunde des Kunsthistorischen Museums und

eröffnung der neuen Member’s Lounge im 2. Stock

des KHM

Besuch der Bundespräsidentin der Schweizerischen

eidgenossenschaft Micheline calmy-rey und von

BP Dr. Heinz Fischer in der Schatzkammer

12.4.

Besuch von BP Dr. Heinz Fischer und Gästen in

der Ausstellung al-Fann

iMPULS-Projekt-Workshop im Vortragssaal des

MVK

13.4.

Ganymed Boarding in der Gemäldegalerie des

KHM

14.4.

Pressekonferenz und eröffnung der Ausstellung

„Der Himmel hängt voller Geigen“ auf dem

Jagdplateau der neuen Burg

16.4.

GD Haag eröffnet die Kunstkammer-Ausstellung

Glanz der Macht in Halle/Saale, Stiftung Moritzburg

19.4.

Gleichenfest für das neue Depot am Stadtrand von

Wien

27.4.

Finissage von Ganymed Boarding in der Gemäldegalerie

des KHM

1.5.

Benefizveranstaltung für die opfer der Atomkatastrophe

und des Tsunami in Japan, veranstaltet vom MVK

2.5.

open House auf Schloss Ambras

17


18

aus der chronIk Von khm, mVk und Ötm

3.5.

Premiere von Play Ganymed – ein Projekt für

100 Schulklassen von wenn es soweit ist, inszeniert

von Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf in der

Gemäldegalerie des KHM

Pressekonferenz und eröffnung der Ausstellung

Jan Fabre. Die Jahre der Blauen Stunde in der

Gemäldegalerie

9.5.

eröffnung der Ausstellung Die Meisterklasse druckt

Ex Libris, veranstaltet von der Höheren Graphischen

Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt im eroica-Saal des

ÖTM

11.5.

BM Dr. claudia Schmied besucht die Wagenburg

Zweiter Workshop der Führungskräfte des KHM mit

MVK und ÖTM zum Thema Markenstrategie mit der

Agentur „Brainds“

13.5.

GD Haag führt die Gruppe „The Monaco Project

for the Arts“ durch die Kunstkammer-Depots

17.5.

Der polnische regisseur Lech Majewski präsentiert

seinen Bruegel-Film The Mill and the Cross in der

Generaldirektion des KHM

19.5.

Performance von nikolaus Gansterer De-Stilling

Still Life im Foyer des KHM

23.5.

eröffnung der Ausstellung Was Wir Sehen. Bilder,

Stimmen, Repräsentation. Zur Kritik einer anthro -

po metrischen Sammlung aus dem südlichen Afrika

im MVK

Theatralische Lesung Arthur Schnitzler und das

Judentum mit elisabeth orth und cornelius obonya

in Kooperation mit dem Kulturpanel der israelitischen

Kultusgemeinde im eroica-Saal des ÖTM

25.5.

52. Sitzung des Kuratoriums im Seminarraum des

MVK

Pressekonferenz und eröffnung der Ausstellung

Ungezähmte Natur als Schauplatz. Bühnenbilder

aus drei Jahrhunderten im eroica-Saal des ÖTM

26.–28.5.

Teilnahme von GD Haag an der internationalen

Museumsdirektorenkonferenz (Bizot Group) in oxford

30.5.

Pressekonferenz, Preview und eröffnung der Ausstellung

Dürer. Cranach. Holbein. Die Entdeckung des Menschen:

Das deutsche Porträt um 1500 in der Kuppelhalle des

KHM

1.6.

GD Haag nimmt an der Ausstellungseröffnung Pietas

Jan Fabre in der nuova Scuola Grande di Santa Maria

della Misericordia in Venedig teil

6.6.

Bundesmuseen-Direktorenkonferenz im

naturhistorischen Museum Wien

16.6.

Study Day in Kooperation mit dem „Verein egypt &

Austria“ zum Thema Das alte Ägypten in der Reiseliteratur

im Vortragsraum des KHM

19.6.

open House in der Wagenburg

20.6.

Pressekonferenz und eröffnung der Ausstellung

Götter, Menschen und das Geld der Griechen des

Münzkabinetts in der Kuppelhalle des KHM

21.6.

Betriebsratsversammlung im Vortragssaal des MVK

22.6.

Pressekonferenz und eröffnung der Ausstellung

All’Antica. Götter & Helden durch BM Univ.-Prof.

Dr. Karlheinz Töchterle auf Schloss Ambras

6.7.

eröffnung des neuen Museumsdepots in Himberg

durch BM Dr. claudia Schmied

19.7.

Sommerball im ÖTM

28.–29.7.

Dritter Workshop der Führungskräfte des KHM mit

MVK und ÖTM zum Thema Markenstrategie mit

der Agentur „Brainds“

29.7.

Die französische Kulturministerin roselyne Bachelot

narquin besucht die Ausstellung Dürer – Cranach –

Holbein. Die Entdeckung des Menschen: Das deutsche

Porträt um 1500 im KHM

31.7.

Der langjährige Kurator und Direktor der Kunstkammer

und Schatzkammer (2000–2002), Dr. rudolf Distelberger,

stirbt im 75. Lebensjahr

3.8.

GD Haag und GD Wieczorek geben im rahmen einer

Pressekonferenz in den reiss-engelhorn-Museen in

Mannheim eine fünfjährige Kooperation bekannt

4.–17.8.

Sound-Video installation Private Nature in der

Bacchus-Grotte von Schloss Ambras

15.8.

Dr. Franz Pichorner und Mag. Paulus rainer

eröffnen die KHM-Ausstellung Splendour & Power.

Imperial Treasures from Vienna im Fitzwilliam Museum,

cambridge

6.9.

Pressekonferenz und eröffnung der Ausstellung

Wald / Baum / Mensch im MVK

11.9.

open House in der neuen Burg, veranstaltet gemeinsam

mit der Österreichischen nationalbibliothek

12.9.

Pressekonferenz im KHM; Sneak Preview zur Kunstkammer

mit BM Dr. claudia Schmied am Maria

Theresien-Platz und eröffnung eines info-containers

14.9.

GD Haag und Dr. Karl Schütz eröffnen die Ausstellung

Dürer – Cranach – Holbein. Die Entdeckung des

Menschen: Das deutsche Porträt um 1500 in der

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München

15.–17.9.

Tagung der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde

(DGV) im MVK

19.9.

Pressekonferenz mit Jasper Sharp Modern and

Contemporary Art Programme in der Kuppelhalle

des KHM

21.9.

Performance La Battaglia di Constantinopel. Eine

virtuelle Erkundung von Krieg, Religion und Politik,

produziert von PHAce in Kooperation mit Klangspuren

Schwaz in Tirol mit Texten von Yamamoto Tsunetomo,

Yukio Mishima und Tanizaki Jun‘ichiro im KHM

25.9.

Matinee mit den Quatuor Mosaïques zur Finissage

der Ausstellung „Der Himmel hängt voller Geigen“.

Die Violine in Biedermeier und Romantik im

Marmorsaal der neuen Burg

28.9.

53. Sitzung des Kuratoriums im Vortragsraum des KHM

29.9.

Kuratorengespräch Zu Gast in Ambras mit GD Haag

und Dr. Gudrun Swoboda auf Schloss Ambras

1.10.

Lange nacht der Museen

Jubiläumsfest: 20 Jahre Österreichisches Theatermuseum

mit Maria Happel, Michael Maertens, Heinz Zuber u. a.

im ÖTM

3.10.

GD Haag hält beim Annual Donors‘ Luncheon in den

Fine Arts Museen, San Francisco, einen Vortrag über die

venezianische Malerei in der Gemäldegalerie des KHM

Dr. Sylvia Ferino und Dr. Pichorner eröffnen die Ausstellung

Fürstlich gesammelt. Van Eyck / Gossaert / Bruegel.

Meisterwerke des Kunsthistorischen Museums Wien im

Groeningemuseum, Brügge

5.10.

Besuch von Devisingh ramsingh Shekhawat, Gemahl

der Staatspräsidentin der republik indien, und Frau

Margit Fischer in der Schatzkammer

Kfm. GF Dr. Paul Frey eröffnet gemeinsam mit Michael

Gigl den neuen Pop-Up Store in new York


6.10.

Musiksalon mit dem Musikkritiker der „Presse

Wilhelm Sinkovicz im ÖTM

16.10.

Fundraising-Dinner in der Kuppelhalle des KHM

und Preview der Ausstellung Wintermärchen. Winter-

Dar stellungen in der europäischen Kunst von Bruegel

bis Beuys im KHM

17.10.

Board meeting der „international Friends of KHM“

in der Generaldirektion

Pressekonferenz, Preview und eröffnung der Ausstel

lungen Wintermärchen. Winter-Darstellungen in

der europäischen Kunst von Bruegel bis Beuys und

„… Alles ist sehr schön ausgefallen“ (Kaiser Franz

Joseph I.). 120 Jahre Kunsthistorisches Museum im

KHM durch BP Dr. Heinz Fischer

18.10.

Vortrag Harsh Winters, Fascinating Stories: Dutch

Winterlandscapes in Historic Perspective von Pieter

roelofs, rijksmuseum, Amsterdam, im rahmen der

Ausstellung Wintermärchen. Winter-Darstellungen

in der europäischen Kunst von Bruegel bis Beuys im

Vortragssaal des KHM

Fundraising Dinner für die neuaufstellung zur Hofjagd

in der Hofjagd- und rüstkammer auf dem Jagdplateau

der neuen Burg

19.10.

Betriebsversammlung im Bassano Saal

eröffnung der Ausstellung Heinrich von Kleist

1777–1811 im ÖTM

20.10.

Vorstandssitzung und Generalversammlung des

„Vereins der Freunde des Kunsthistorischen Museums“

21.10.

Symposium in Kooperation mit der Botschaft der

republik der Philippinen im MVK

Symposium Kulturgüterschutz in Europa. Schutz von

archäologischem Kulturgut – Schwerpunkt Griechenland

und Türkei in Kooperation mit der „Forschungsgesellschaft

Kunst & recht“ im ephesos Museum

22.10.

Aktionstag für Kinder im rahmen der Ausstellung

Wald / Baum / Mensch im MVK

24.10.

Dr. Steven engelsman, Direktor des Völkerkundemuseums

in Leiden, wird zum neuen Direktor des

Museums für Völkerkunde ernannt (Amtsantritt:

1.5.2012)

28.10.

Dr. Sylvia Ferino eröffnet die KHM-Ausstellung Masters

of Venice. Renaissance Painters of Passion and Power

from the Kunsthistorisches Museum, Vienna im de

Young Museum in San Francisco

3.–5.11.

Teilnahme von GD Haag an der internationalen

Museumsdirektorenkonferenz (Bizot Group) in

Washington

7.11.

eröffnung der Ausstellung Renessenz. Facetten

der Renaissance in der Kuppelhalle des KHM und

Präsen tation der neuen KHM-Dienstkleidungen

9.11.

Präsentation der im Verlag christian Brandstätter

erschienenen Bücher Tafelfreuden in der Kunst;

Blumenpracht in der Kunst; Liebespaare in der Kunst

von Daniel Uchtmann in der Kuppelhalle des KHM

14.11.

Buchpräsentation Alte Meister gezeichnet von Mahler

mit nicolas Mahler in Kooperation mit dem Suhrkamp

und dem insel Verlag, moderiert von Andreas Platthaus,

FAZ, und gelesen von Martin Schwab im Bassano Saal

des KHM

Die Produktion Ganymed Boarding erhält im rahmen

einer Galaveranstaltung im raimund Theater den

Wiener Theaterpreis „nestroy“ für die beste off

Produktion

15.11.

54. Sitzung des Kuratoriums im Vortragsraum des

KHM

Pressekonferenz und eröffnung der Ausstellung

Abenteuer Wissenschaft. Etta Becker-Donner in Afrika

und Lateinamerika in der Säulenhalle des MVK

16.11.

Pressekonferenz und eröffnung der Ausstellung Zauber

des bunten Schattens. Das chinesische Schattentheater

im ÖTM

17.–18.11.

Gastspiel des chinesischen Schattentheaters aus

changsha Schildkröte und Kranich im ÖTM

18.11.

Fremdenführerinnen-Tag im KHM

19.11.

Aktionstag für Kinder im rahmen der Ausstellung

Wald / Baum / Mensch im MVK

21.11.

Bundesmuseendirektorinnensitzung im MAK

23.11.

Vortrag Such dir den Schnee vom vergangenen Jahr.

Eine Winterreise durch die Kunst Europas von ronald

de Leeuw im rahmen der Ausstellung Wintermärchen.

Winter-Darstellungen in der europäischen Kunst von

Bruegel bis Beuys im Vortragssaal des KHM

24.–26.11.

internationales Symposium Eine sichtbare Geschichte

der Kunst. Europäische Museumskultur um 1800 im

Bassano Saal des KHM

chronIk

25.11.

Szenische Lesung von Ulrich Matthes KLEIST.

Geschichte einer Seele im rahmen der Ausstellung

Heinrich von Kleist 1777–1811 im ÖTM

28.11.

Feier des national Day der Botschaft von Panama

im MVK

29.11.

BP Dr. Heinz Fischer und der Präsident der Palästinensischen

Autonomiebehörde Mahmud Abbas besuchen

die Schatzkammer

1.12.

Konzertabend Franz Schubert: Winterreise.

Liederzyklus op. 89, D 911 mit Georg Lehner,

Bariton, und David Lutz, Klavier im rahmen der

Ausstellung Wintermärchen. Winter-Darstellungen

in der europäischen Kunst von Bruegel bis Beuys

im Bassano Saal des KHM

6.12.

Bundesmuseendirektorinnenkonferenz in der

General direktion der Österreichischen

nationalbibliothek

Vortrag Der Lauf der Zeit: Zur Darstellung des Winters

in Tapisserien von Dr. Katja Schmitz-von Ledebur im

rahmen der Ausstellung Wintermärchen. Winter-

Darstellungen in der europäischen Kunst von Bruegel

bis Beuys im Vortragssaal des KHM

14.12.

BM Dr. claudia Schmied besucht die Ausstellung

Wintermärchen. Winter-Darstellungen in der

europäischen Kunst von Bruegel bis Beuys im KHM

Vortrag Von Göttern und Eisläufern. Winterallegorien

für Garten, Tisch und Kunstkammer von Dr. claudia

Lehner-Jobst im rahmen der Ausstellung Winter

märchen. Winter-Darstellungen in der europäischen

Kunst von Bruegel bis Beuys im Vortragssaal des

KHM

15.12.

Musiksalon im Bassano Saal: Der Musikkritiker der

Presse“ Dr. Wilhelm Sinkovicz im Gespräch mit

Ausstellungskurator ronald de Leeuw

16.12.

Weihnachtsempfang An African Christmas With

MoZuluArt in der Säulenhalle des MVK

19.12.

Weihnachtsfeier für die Mitarbeiterinnen im KHM

20.12.

Vortrag Splendeurs et misères: Depicting Winter in

the 19 th Century von ronald de Leeuw im rahmen

der Ausstellung Wintermärchen. Winter-Darstellungen

in der europäischen Kunst von Bruegel bis Beuys im

Vortragssaal des KHM

31.12.

Silvestergala in der Kuppelhalle des KHM

19


20 sammlung

SAMMLUnGen DeS

KUnSTHiSToriScHen MUSeUMS


ägyptIsch-orIentalIsche sammlung

Dr. regina HÖLZL, Direktorin

Mag. Michaela HÜTTner

Mag. Michael neUMAnn (ab 1.8.)

Barbara PoroPATicH (bis 31.12.)

Mag. Doris BAUer (bis 31.12.)

Sabine MUcKenSTUrM

restaurierung

Mag. irene enGeLHArDT

Mag. Michael LoAcKer

Mag. Vanessa noVAK-TUcoM

generalreVIsIon der InVentare

Die Ägyptisch-orientalische Sammlung besitzt

insgesamt vier inventare: das sogenannte

Hauptinventar (Ägyptisches inventar), das

Semitische inventar, das Sonderinventar

„Sichem“ sowie das Archäologische inventar

(A-inventar).

Das erste ägyptische inventar der kaiserlichen

Sammlungen war das sogenannte Supplementinventar,

das 1824 von Anton von Steinbüchel,

Direktor des Münz- und Antikenkabinettes,

vorgelegt wurde. Bis zum Jahre

1821 waren die nicht sehr zahlreichen

Aegyptiaca der habsburgischen Sammlung

Teil der Antikensammlung. Anlass für die

Begründung eines gesonderten ägyptischen

inventars war der Ankauf von mehr als 3000

objekten durch ernst August Burghart für die

kaiserlichen Sammlungen, womit die Aegyptiaca

– wie auch die Münzen und die Antikensammlung

– zu einem gesonderten Sammlungs

bereich innerhalb des Münz- und Antikenkabinettes

zusammengefasst wurden. 1875

wurde im Zuge einer General inventur ein

neues inventar angelegt, das bis heute als sogenanntes

Hauptinventar weitergeführt wird.

Das Semitische inventar wurde 1894 begründet,

nachdem das Kunsthistorische

Museum 660 objekte aus Südarabien erhalten

hatte, die der Forscher eduard Glaser

von seiner vierten expeditionsreise aus dem

Jemen mitbrachte. in der Folge wurden im

Semitischen inventar nicht nur südarabische

objekte inventarisiert, sondern auch objekte

anderer orientalischer Kulturen. Die Ägyptische

Sammlung wurde dadurch zur „Ägyptisch-orientalischen

Sammlung“.

im Zuge der Generalrevision der inventare

der Ägyptisch-orientalischen Sammlung von

1952 wurden verstreute Bestände entdeckt,

die offenbar von den Grabungen des Bibelforschers

und Archäologen ernst Sellin in

Sichem/Palästina stammten. Die zugehörigen

objekte wurden identifiziert und 1965 im

sogenannten Sonderinventar „Sichem“ inventarisiert.

Das jüngste inventar der Ägyptisch-orientalischen

Sammlung ist das Archäologische

inventar (A-inventar). Dieses umfasst die

Funde aus den österreichischen UneScorettungsgrabungen

in Sayala (nubien) und

aus den Grabungen des Österreichischen

Archäologischen instituts Kairo aus den

1960er bis 1980er Jahren, die im Asasif

(Theben) und in Tell el-Daba im ostdelta

gefunden wurden. Die letzte Fundteilung

fand 1984 statt. Die Funde aus den Grabungen

in Sayala kamen zunächst an das naturhistorische

Museum Wien und wurden

von diesem an die Ägyptisch-orientalische

Sammlung des Kunsthistorischen Museums

abgegeben; die Funde aus dem Asasif und

aus Tell el-Daba gelangten direkt in das

Museum. im Jahr 1977 wurde für die inventarisierung

dieser Grabungsfunde ein eigenes

inventar – das sogenannte Archäologische

inventar (A-inventar) – begründet.

Standortkontrolle der Uschebtis in Saal iii

sammlungen khm

es gab mehrere Gründe für eine umfassende

Generalrevision der inventare der Ägyptischorientalischen

Sammlung: Die letzte Generalrevision

der inventare fand von 1952 bis 1967

statt und liegt demnach schon sehr lange

zurück, zudem war das Archäologische inventar

bisher noch nie einer revision unterzogen

worden. Prinzipiell sollen nun alle inventare

der Ägyptisch-orientalischen Sammlung überprüft

werden, vordringlich ist jedoch die

Überprüfung des Hauptinventars und des

Archäologischen inventars.

im Zuge der Vorbereitungen der Depotübersiedlung

von der Traviatagasse (siehe dazu

Bericht unten „Depotumzug 2011“), wo

der Großteil des archäologischen Materials

aufbewahrt wurde, in das Zentraldepot am

Wiener Stadtrand ergaben sich viele offene

Fragestellungen hinsichtlich der dort gelagerten

Bestände. Auch wurden zahlreiche

uninventarisierte objekte aus den frühen

Grabungen der Österreichischen Akademie

der Wissenschaften erstmals vollständig erfasst,

um in der Folge näher bestimmt und

wissenschaftlich be arbeitet werden zu können

(internes Forschungsprojekt: Die frühen Grabungen

der Österreichischen Akademie der

Wissenschaften in Ägypten und Nubien –

Tura – Kubanieh – Ermenne – Toschke).

21


22

ägyptIsch-orIentalIsche sammlung

Sowohl beim Archäologischen inventar als

auch beim ägyptischen Hauptinventar konnten

durch umfassende Standortkontrollen

bzw. gleichzeitige Abgleiche mit den inventarbüchern,

elektronischen Datenbanken und

anderem Dokumentationsmaterial ausführliche

Dokumentationen erstellt und dadurch

viele Fragen beantwortet werden.

Als externe Gutachterin der revision fungiert

Prof. Dr. regine Schulz (vormals Director of

international curatorial relations, curator

of Ancient Art, Walters Art Museum Baltimore),

die seit oktober 2011 das roemerund

Pelizaeus-Museum in Hildesheim leitet.

Die revision, an der neben dem wissenschaftlichen

Personal der Ägyptisch-orientalischen

Sammlung auch Barbara Poropatich und

Mag. Doris Bauer als registrare der Sammlung

maßgeblich beteiligt waren, soll im

Jahr 2012 fortgesetzt werden.

Bericht: Dr. regina HÖLZL,

Mag. Michaela HÜTTner,

Mag. Michael neUMAnn

Standortkontrolle und registrierung von objekten

im alten Depot Traviatagasse

depotumzug 2011

Die umfangreichen Vorarbeiten zur Übersiedlung

der Bestände in den alten Depots in

der Traviatagasse, die bereits 2010 begonnen

hatten, wurden Anfang 2011 fortgesetzt.

Bereits 2010 war mit der genauen erhebung

der zu übersiedelnden Steinobjekte begonnen

worden. es wurden die Zahl der benötigten

Paletten sowie Art und Umfang der verschiedenen

Verpackungsmaterialien ermittelt, wobei

nicht nur die Steinobjekte der Ägyptischorientalischen

Sammlung, sondern auch die

sehr umfangreichen Bestände der Antikensammlung

und die Steinobjekte der Kunstkammer

mitbetreut wurden. Die Umlagerungen

der zahlreichen und bis zu 1000 kg

schweren Steinobjekte auf die neuen europaletten

mussten ebenfalls bereits im Vorfeld

der eigentlichen Übersiedlung erfolgen.

Der Transport der Schwerlastobjekte dauerte

von 25.7. bis 23.9.2011. Die Übersiedlung

der Steinobjekte der Ägyptisch-orientalischen

Sammlung fand vom 31.8. bis 23.9.2011

statt und erfolgte vorwiegend auf Paletten

mit Zurrgurtfixierungen. Allerdings waren für

andere objekte (insbesondere für solche aus

der Antikensammlung) auch noch andere

und zum Teil aufwendigere Transportkonstruktionen

erforderlich.

Bericht: Mag. Michael LoAcKer

Übersiedlung der Schwerlastobjekte:

Umlagern eines Sphinx

rechts oben: Vor der

reinigung: punktueller

Schimmelbefall

rechts unten: nach der

reinigung

reInIgung und entschImmelung

in den beiden rollschrankanlagen des alten

Depots in der Traviatagasse wurden vor

allem die archäologischen Funde aus den

Grabungen der Österreichischen Akademie

der Wissenschaften vom Beginn des 20. Jahrhunderts

in Ägypten und nubien sowie die

Funde aus den Grabungen des Österreichischen

Archäologischen instituts aus den

1960er bis 1980er Jahren aus Sayala in nubien,

aus dem Asasif bei Theben und aus Tell

el-Daba im ägyptischen nildelta aufbewahrt

(siehe oben Bericht „Generalrevision der

inventare“). Bei den Funden handelte es

sich überwiegend um objekte aus Keramik,

Stein oder Metall, aber auch um solche aus

organischen Materialien wie Leder, Fell, Textilien,

Holz, weiters um Gegenstände aus

Pflanzen und Pflanzenteilen, Muscheln, Knochen,

Haaren, getrockneten Früchten etc.

ein großer Teil der objekte war nicht nur

stark verschmutzt, sondern aufgrund einer

früheren Lagerung unter sehr ungünstigen

Klimabedingungen auch von Schimmel befallen.

Vor der Verlagerung der objekte in das

neue Zentraldepot am Wiener Stadtrand

waren neben einer gründlichen reinigung

auch gewisse konservatorische Maßnahmen

erforderlich.


oben: Vor der reinigung: Schimmelbefall

an einem Lederschuh

unten: nach der reinigung

eingangsaufnahme: Holzlade mit objekten

aus verschiedenen Materialien

oben: Gesichtete und zugeordnete

objektfragmente

(Armreife)

rechts: endaufnahme:

gereinigte, geordnete und

verpackte objekte (Armreife)

sammlungen khm 23

reinigung mittels Spezialstaubsaugers

mit Bürstenaufsatz

objektreinigung im alten Depot

in der Traviatagasse


24

ägyptIsch-orIentalIsche sammlung

Zu den aufgetretenen Schadensphänomenen

zählten neben dem Schimmelbefall

auch Salz ausblühungen bzw. abblätternde,

ab sandende Materialschichten sowie Schädlingsbefall

(Löcher, Fraßgänge), z. B. an Lederfragmenten.

Aufgrund der ergebnisse der Schimmelpilzanalysen

wurde eine Trockenreinigung mit

Schutzmaßnahmen für die Gesundheit der

restauratoren (Atemmaske, Handschuhe,

tem porär Brille und overall) konzipiert. Vor

der reinigung wurde jedes objekt (auch im

Hinblick auf die Generalrevision der inventare)

registriert und kurz beschrieben. im Zuge

der reinigung wurde ferner eine Fotodokumentation

angefertigt. Die ausschließlich

an gewendete Trockenreinigung erfolgte

mit tels Spezialstaubsaugers und speziellen

Filter ein sätzen. Von vielen der zu reinigenden

Keramikgefäße wurden Proben genommen,

um daraus eventuelle rückschlüsse auf den

ursprünglich darin gelagerten inhalt ziehen

zu können. Auch wurden sämtliche beiliegenden

informationen (alte Fundzettel etc.)

fotografisch dokumentiert.

eine Verbesserung und Beschleunigung des

Handlings der objekte und der Vorgänge

bei der Transportverpackung wurde bereits

bei der Zwischenlagerung der gereinigten

objekte in schadstofffreien Kunststoffbeuteln

und -folien erzielt. Die Übersiedlung der

objekte aus den rollschrankanlagen fand

vom 10.10. bis 4.11.2011 statt.

Bericht: Mag. irene enGeLHArDT,

Mag. Vanessa noVAK

kooperatIon mIt dem wIssenschaFtlIchen

VereIn „egypt & austrIa“

Die erfolgreiche Kooperation mit dem wissenschaftlichen

Verein „egypt & Austria“ wurde

auch 2011 fortgesetzt.

Zusätzlich zu einer sechsteiligen Vortragsreihe

wurde am 16.6. im Vortragsraum des KHM

ein eintägiger „Study Day“ zum Thema Das

Alte Ägypten in der Reiseliteratur veranstaltet.

Wissenschaftler aus dem in- und Ausland

beschäftigten sich in insgesamt elf referaten

mit folgenden Themenkreisen:

• reiseliteratur als Quelle für die Archäologie;

• altägyptische Monumente als reiseziel;

• altägyptische Monumente und die Bibel;

• Unterschiede in weiblicher und männlicher

Betrachtungsweise.

Den Festvortrag mit dem Titel „… a perfect

feast to the eye“ – Frühe Forscher und Reisende

in Assiut hielt Univ.-Prof. Dr. Jochem Kahl

von der Freien Universität in Berlin.

leIhVerkehr

41objekte wurden auf Leihfähigkeit geprüft

und für Ausstellungen vorbereitet; Betreuung

der Hin- und rücktransporte von

25 Leih gaben auf 4 reisen; erstellung von

32 Zu stands protokollen.

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. regina HÖLZL

publIkatIonen

Hermann Junker und die Grabungen der Akademie

der Wissenschaften, in: Ausstellungskatalog Giza –

Am Fuße der großen Pyramiden, Hildesheim

(roemer- und Pelizaeus-Museum) 2011, 56–63

Forschungen

Die frühen Grabungen der Österreichischen Akademie

der Wissenschaften in Ägypten und Nubien – Tura –

Kubanieh – Ermenne – Toschke, Fortsetzung der

objekt- und Dokumentationsrecherchen.

Corpus Antiquitatum Aegyptiacarum (gemeinsam

mit Michaela Hüttner und Helmut Satzinger).

Vorträge, teIlnahme an tagungen

21.2. Ägypten in Wien – Österreich vor den Pyramiden,

Hildesheim, roemer- und Pelizaeus-Museum, auf

einladung des Fördervereins des roemer- und

Pelizaeus-Museums Hildesheim

1.–2.4. Semmering, KHM-Wissenschaftstag

16.6. KHM, Vortragsraum, Planung und organisation

des egypt & Austria Study Day zum Thema Das Alte

Ägypten in der Reiseliteratur (gemeinsam mit dem

wissenschaftlichen Verein „egypt & Austria“)

22.–24.7. Leipzig, Ständige Ägyptologenkonferenz

(SÄK) zum Thema Ägyptologen und Ägyptologie(n)

zwischen Kaiserreich und der Gründung der beiden

deutschen Staaten (1871–1949)

Planung und organisation einer sechsteiligen Vortragsreihe

im KHM (gemeinsam mit dem wissenschaftlichen

Verein „egypt & Austria“)

Mag. Michaela HÜTTner

ausstellungen

Kuratierung der Ausstellung Schaurig schön. Ungeheuerliches

in der Kunst (intermezzo 03), Wien (KHM)

2011 (gemeinsam mit christian Beaufort-Spontin,

Gerlinde Gruber, Bettina Kratzmüller, Beatrix Krillererdrich,

claudia Kryza-Gersch, Manuela Laubenberger,

Agnes Stillfried, Klaus Vondrovec und Karoline Zhuberokrog)

publIkatIonen

objekttexte und einleitungen in: Ausstellungskatalog

S. Haag (Hg.), Schaurig schön. Ungeheuerliches in

der Kunst (intermezzo 03), Wien (KHM) 2011

Forschungen

Corpus Antiquitatum Aegyptiacarum (gemeinsam

mit regina Hölzl und Helmut Satzinger).

Vorträge, teIlnahme an tagungen

1.–2.4. Semmering, KHM-Wissenschaftstag

16.6. KHM, Vortragsraum, egypt & Austria Study

Day zum Thema Das Alte Ägypten in der Reiseliteratur

(gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Verein

„egypt & Austria“)

3.9. The relocation of KHM’s storage, Poznań, Annual

meeting of icoM – ciPeG (international committee

for egyptology) (Poznań und Berlin, 31.8.–6.9.)

Mag. irene enGeLHArDT

Forschungen

Mitbetreuung eines Forschungsauftrages (Diplomarbeit

an der Akademie der Bildenden Künste Wien – institut

für restaurierung/Konservierung): restaurierung des

Sarges inv.-nr. ÄS 6271.

Vorträge, teIlnahme an tagungen

18.–20.5. Linz, Schlossmuseum, 15. Tagung der

Österreichischen restaurator/innen für archäologische

Bodenfunde

leIhgaben

im Jahr 2011 war die Ägyptisch-orientalische

Sammlung mit 25 Leihgaben an 3 Ausstellungen

im Ausland beteiligt.


antIkensammlung

Hr Dr. Alfred BernHArD-WALcHer, Direktor

Dr. Manuela LAUBenBerGer

Dr. Georg PLATTner

Mag. Karoline ZHUBer-oKroG

Barbara KoVAcS

ruperta PicHLer

Ar irene MÜHLBAcHer (Karenz)

Birgit oSWALD (Karenz)

Hr. Dr. Kurt GScHWAnTLer*

Dr. Bettina KrATZMÜLLer*

Dr. Ulrike MÜLLer-KASPAr*

restaurierung

Mag. Viktor FreiBerGer, Leiter

Mag. Angelika KATHrein

Mag. Michael LoAcKer

Mag. Bettina VAK

Alexander FreiBerGer*

Mag. Brigitte ProLL*

* Mitarbeiterin Forschungsprojekt

zentraldepot

Dr. Alfred Bernhard-Walcher war für die

Projektsteuerung Übersiedlung für das neue

Zentraldepot des KHM sowie für die Leitung

des Projektteams Übersiedlung verantwortlich

und arbeitete im Projektteam Bau mit.

das neue zentraldepot des

kunsthistorischen museums, wien

Das Kunsthistorische Museum mit MVK und

ÖTM WAör entschloss sich im September

2009, ein neues Zentraldepot zu bauen. Bis

zu diesem Zeitpunkt waren die Kunstdepots

des KHM auf neun verschiedene Standorte

in Wien und Wien-Umgebung aufgeteilt. Bei

diesen meist veralteten, z. T. sanierungsbedürftigen

räumlichkeiten mit veralteter technischer

infrastruktur handelte es sich mehrfach

um immobilien mit schlechten klimatischen

Voraussetzungen und hohen Mietkosten.

Somit ergab sich aus konservatorischen,

betrieblichen und betriebswirtschaftlichen

Gründen ein dringender Handlungsbedarf.

Zunächst wurden von ende 2009 bis in das

erste Quartal 2010 Bestandserhebungen in

allen Sammlungen durchgeführt und daraus

resultierend die Anforderungen an das neue

Zentraldepot definiert. Parallel dazu erfolgten

die eU-weite Architektenaus schreibung

und die Grundstückssuche. Der Zuschlag für

die Generalplaner-Leistung erging an die

ArGe „B-18 Architekten ZT GmbH Wien /

Architektenbüro Karl reuter“.

Mit der Gründung der Projektteams Bau

und Übersiedelung, dessen Mitglieder durch

die Geschäftsführung bestimmt wurden,

konnte Anfang 2010 die aufwendige und

intensive Planung und Vorbereitung für das

neue Zentraldepot forciert werden.

Bauteam (5 Mitglieder):

• Projektleitung: ing. Stefan FLecK**

• Vertretung Kuratoren:

Dr. Alfred BernHArD-WALcHer**

• Vertretung restauratoren:

Dipl.-rest. christina

ScHAAF-FUnDneiDer**

Museumsberater:

Dr. Joachim HUBer (Firma PrevArt)**

• Architekt: Architekt Karl reUTer

(Architekturbüro Karl reuter)

** auch Übersiedlungsteam

Übersiedlungsteam (6–15 Mitglieder):

• Projektleitung:

Dr. Alfred BernHArD-WALcHer**

• Vertretung restauratoren:

Dipl.-rest. christina

ScHAAF-FUnDneiDer**

Univ.-Ass. Dipl.-rest. Tanja KiMMeL

• Vertretung Gebäudemanagement:

ing. Stefan FLecK**

Himberg, Außenansicht des Zentraldepots

sammlungen khm

Museumsberater:

Dr. Joachim HUBer (Firma PrevArt)**

• operative Umsetzung/Leitung:

Martin DorFMAnn (Firma dp-Art)

• Ansprechpartner Sammlung:

1 pro Sammlung nach Bedarf

• Ansprechpartner inventar/iT, registrar,

iPM, Security: nach Bedarf

** auch Bauteam

Das Gebäude

Gesamtnutzfläche: ca. 14.000 m²

Kunstdepotfläche: ca. 12.000 m²

Fotoatelier: ca. 120 m²

4 multifunktionale restaurierwerkstätten:

jeweils ca. 60 – 80 m²

Packraum: ca. 120 m²

entpackungsraum: ca. 120 m²

Quarantäneräume, Schimmelraum,

n2-Behandlungskammer,

Auslieferungsräume

Das neue Zentraldepot des Kunsthistorischen

Museums wurde in einer netto-Bauzeit von

acht Monaten in Himberg bei Wien errichtet.

Durch die Verwendung von industriell

vorgefertigten Bauteilen konnte diese kurze

Bauzeit eingehalten sowie eine optimierung

der Gesamtbaukosten erzielt werden.

Stützen, Unterzüge und Treppen wurden als

Stahlbeton-Fertigteile vom Werk auf die Baustelle

geliefert und dort montiert. Die Fassade

25


26

antIkensammlung

des Kunstdepots besteht aus 35 cm starken

Beton-Sandwich-elementen mit Kerndämmung,

die als vorgefertigte Fassadenplatten

inklusive aller Öffnungen für Fenster, Türen

und Tore an den Außenstützen angebracht

sind. neben der Wärmedämmung bietet diese

Fassade eine stark einbruchhemmende Wirkung.

Bei den Geschoßdecken kamen Filigrandecken

als Halb-Fertigteile zum einsatz. Darauf

wurden vor ort rohrschlangen für die Betonkernaktivierung

eingelegt und dann wurde

Beton aufgebracht, so dass alle Geschoßplatten

zur Heizung (im Winter) und Kühlung

(im Sommer) des Gebäudes verwendet

werden.

Das Klimakonzept ist so ausgelegt, dass keine

weitere konventionelle Klimaanlage eingeplant

ist und somit laufende Verbrauchskosten

des Depots niedrig gehalten werden.

Die aktivierten Geschoßböden und -decken

erzeugen gleich bleibende und stabile Temperaturen.

Die Beheizung bzw. Kühlung der

oben: Das Übersiedelungsteam

unten: Traviatagasse, Depotbereich der

Antikensammlung, vor der Übersiedelung

Soleflüssigkeit in den rohrschlangen der Betonkernaktivierung

erfolgt über ein System

von Wärmepumpen, die über eine geothermische

Sondenanlage (erdwärme) versorgt

werden.

Auf dem Grundstück des KHM sind in einem

Sondenfeld Tiefensonden mit insgesamt

3.200 lfm Länge eingebracht worden. Der

Boden in tieferen Schichten hat eine stabil bleibende

Temperatur. Durch die jeweils 100 m

tief reichenden Sonden wird im Winter dem

Boden Wärme entzogen und in die aktivierten

Bauteile im Gebäude geleitet, dieses wird

somit beheizt. im Sommer kann der Boden

die abgeleitete Wärme aus dem Gebäude

wieder aufnehmen und das Depot wird gekühlt.

Dieses System reagiert sehr träge,

weshalb ein schwankungsfreies Klima erreicht

wird. Der Sollwert der Temperatur im Depot

liegt bei + 20 °c.

Um die vorgegebene relative Luftfeuchte von

50 % zu erzielen, wird die entfeuchtung der

räume mit handelsüblichen Standgeräten

Traviatagasse, objekte der Antikensammlung

während der Übersiedelung

umgesetzt. Für die entfeuchtung im Hochsommer

ist beispielsweise pro 500 m² Depotfläche

ein Gerät erforderlich. in Bereichen mit

geringerer Luftfeuchte, wie z. B. den separaten

Klimaboxen für korrosionsempfindliche

Metallobjekte, muss die Anzahl bzw.

Leistung der Geräte erhöht werden. Die

Kondensatleitungen für die entfeuchter sind

in die Betondecken eingegossen, damit die

gelagerten Kunstgegenstände zu keiner Zeit

Wasser aus gesetzt sind. Die Befeuchtung

der räume erfolgt über Ultraschall-Befeuchter,

die in eine Umluftanlage integriert sind.

Auf eine automatische Löschanlage wurde

bewusst verzichtet – dafür wurde der bauliche

Brandschutz erhöht. Die Brandabschnitte

sind max. 1.500 m² groß, tragende Bauteile

wie Boden, Wände und Decken haben eine

Betonstärke von mind. 20 cm und sind feuerbeständig

ausgeführt. Durch automatische

Strom- Abschaltung über die einbruchmeldeanlage

wird außerdem die Brandgefahr erheblich

reduziert. Um die raumhöhen opti-

oben: Himberg, Depotbereich der Antikensammlung,

ohne einrichtung

unten: Himberg, Depotbereich der Antikensammlung,

mit einrichtung während der Übersiedelung


mal auszunutzen und die nutzbare Lagerfläche

zu erhöhen, wurden in Teilbereichen

der massiven Geschoße Stahl-Zwischenbühnen

eingezogen. Der eingebaute Lastenaufzug,

der einen bestmöglichen Transport innerhalb

des Gebäudes ermöglicht, entspricht

mit seinem Kabinen-innenmaß von 2,50 m

Breite / 8,00 m Tiefe / 3,50 m Höhe der Ladefläche

des größten Kunsttransport-LKWs.

Als Bauherrenberater konnte Herr Dr. Joachim

Huber von der Fa. PrevArt gewonnen werden,

der über langjährige erfahrungen im

Bereich von Depotneubauten verfügt. Als

Grund lage für alle weiteren Planungen

diente die erstellung eines Mengengerüsts,

das Aufschluss über den zu siedelnden

Sammlungsbestand gab. neben der aktuellen

Art der Aufbewahrung und konservatorischen

Anforderungen wurden darin auch

die zukünftige Lagerart und der potentielle

Sammlungszuwachs erfasst. Das neue Depot

soll den Lagerbedarf des KHM in den nächsten

30 Jahren decken.

Feierliche eröffnung des Zentraldepots in Himberg

am 6.7.2011

Die Übersiedelung

ein Fragenkatalog sollte den Sammlungen

helfen, die für die Übersiedelung ihrer Kunstwerke

notwendigen Angaben zu erarbeiten.

Hierzu zählten neben der Anzahl der zu

übersiedelnden objekte auch deren Zustand,

Maße und Gewicht. Ferner wurden im Katalog

Angaben zu einem möglichen Schädlings-

und Schimmelbefall der Sammlungsobjekte

abgefragt. Unter Berücksichtigung

laufender Projekte und der Angaben zu personellen

ressourcen in den Sammlungen

konnten schließlich die Kosten für die Übersiedelung

kalkuliert werden. Der Fragenkatalog

diente auch zur entwicklung eines

Grobzeitplans mit erfassung notwendiger

Vorarbeiten und Zuteilung externer Hilfskräfte.

es folgten zahlreiche Begehungen

an den verschiedenen Standorten mit den

zuständigen Kuratoren und restauratoren,

die den endgültigen Zeitplan fixierten.

Basierend auf der Auswertung des Fragenkataloges

wurde auch die Ausschreibung

sammlungen khm

für die Kunsttransporte entwickelt. Aus der

Ausschreibung wurde als Bestbieter die

Fa. Kunsttrans ermittelt, die mit der Übersiedelung

der umfangreichen Sammlungsbestände

des KHM betraut war.

Unter der Koordinationsleitung von Herrn

Martin Dorfmann (dp-Art) wurden den

Mitarbeitern der Fa. Kunsttrans die vom

Projektteam entwickelten Verpackungs standards

für die zu übersiedelnden objektgruppen

vorgestellt. Die Mitarbeiter der Fa. Füreder

erhielten eine einschulung im Arthandling.

ein Desiderat des Projektteams Übersiedelung

war es, für 95 % der zu übersiedelnden Sammlungsobjekte

standardisierte Verpackungslösungen

zu entwickeln. Diese mussten abgesehen

von der Gewährleistung eines sicheren

Transports auch kostengünstig, effizient

und möglichst häufig sammlungsübergreifend

wiederverwendbar sein. Für übergroße

oder besonders fragile Kunstwerke galt es Sonderlösungen

zu entwickeln. es folgten Bestel-

oben: Traviatagasse, objekte der Gemäldegalerie,

während der Übersiedelung

unten: Himberg, Depotbereich der Gemäldegalerie,

mit einrichtung während der Übersiedelung

27


28

antIkensammlung

lungen von Material, Gerätschaften und Hilfsmitteln,

die projektintern abge wickelt wurden.

Mit Dr. Pascal Querner wurde ein externer

Berater für das iPM (integrated Pest Management)

konsultiert, der ein Schädlingsmonitoring

in den zu übersiedelnden Depots

durchführte. Das Monitoring hatte zum Ziel,

befallene Bestände auszumachen, die Schädlinge

zu identifizieren und im Vorfeld der

Übersiedelung geeignete Maßnahmen zur

Bekämpfung durchzuführen. in einem Fachvortrag

wurden die Museumsmitarbeiter für

das Thema sensibilisiert und die ergebnisse

des Monitorings vorgestellt.

Die Auslastung der hauseigenen Begasungsanlage

erforderte zusätzliche Möglichkeiten

an giftfreien Bekämpfungsmethoden. So wurden

sämtliche Gemälde und Zierrahmen aus

der Gemäldegalerie vor ort mittels Folienzeltes

durch die Fa. Singer mit Stickstoff

begast. Auch in der Wagenburg wurden

Folientunnel zur Stick stoff-Behandlung befallener

objekte aufgestellt.

nach aufwendigen und intensiven Vorbereitungsarbeiten

wie oberflächenreinigungen,

notsicherungen, Stabilisierungen sowie sorgfältigem

Verpacken seitens der Sammlungen

mit Unterstützung externer Hilfskräfte konnte

die Übersiedelung wie geplant mit 1. August

2011 starten. Zuerst wurden die Steinobjekte

der Antikensammlung mit einem Gesamtgewicht

von 450 Tonnen an den neuen Standort

verlagert. Aus dem Depot Traviatagasse

folgten objekte der Sammlungen Gemäldegalerie,

Ägyptisch-orientalische Sammlung,

Kunstkammer inkl. Tapisserien, Monturdepot

und Sammlung alter Musik instrumente sowie

das Vitrinendepot.

Aus dem Arsenal und aus Korneuburg wurden

zeitgleich sämtliche Vitrinen, Möbel, Ausstellungsbehelfe

und die Shopware über siedelt

und im allgemeinen Lager (2. obergeschoß)

untergebracht. Parallel dazu wurden mit dem

Hanuschhof und dem Hafen die Depots des

Österreichischen Theatermuseums geräumt.

Mit der Überstellung von Fahrzeugen und

reitzubehör konnten die Depots der Wagenburg

entlastet werden. Sämtliche bis dato in

den externen Depots untergebrachten Sammlungsobjekte

sind bereits zum Großteil am

neuen Standort aufgestellt.

Durch die investition von 1,7 Millionen euro

in neue einrichtungen wie regalanlagen,

Gitterzugwände und spezielle Konstruktionen

konnte die Unterbringung der Sammlungsobjekte

optimiert werden.

Ausgeschiedene Lagertechnik des Depots

Traviatagasse wurde auf der Homepage des

KHM unter der rubrik „online-Flohmarkt“

interessenten aus dem Kunst- und Kulturbereich

zum Kauf angeboten. Die einnahmen

von rund 20.000,– € flossen wieder in das

Projekt zurück.

Mit 30. november 2011 konnte die erste

Übersiedelungsphase nach 426 LKW-Transporten

ohne Probleme und Zwischenfälle

vorzeitig und erfolgreich abgeschlossen

werden.

eine große Herausforderung stellte die entrümpelung

des Depots in der Traviatagasse

dar. Die rückbauten erwiesen sich hingegen

als weniger aufwendig als ursprünglich angenommen.

nach 20-jähriger nutzung konnten

die räumlichkeiten fristgerecht an den

eigentümer übergeben werden.

Die Durchführung der seit oktober 2011

laufenden reinigungs- und entschimmelungsarbeiten

von kontaminierten Theatermodellen

und -kostümen des ÖTM sowie von Gefäßen

und Scherbenfragmenten aus der Ägyptischorientalischen

Sammlung erfolgt mit Hilfe

von externen Mitarbeitern. Die Maßnahmen

zum Arbeitsschutz basieren auf empfehlungen

von Prof. Dr. Katja Sterflinger (BoKU, institut

für Mikrobiologie), die an den betroffenen

Standorten im Vorfeld Schimmeluntersuchungen

durchführte. Dank der investition von

knapp 70.000,– € sind Behandlung und Aufarbeitung

dieser objekte möglich.

Durch die Unterbringung an einem zentralen

Standort konnten erstmalig die bis dahin auf

verschiedene Standorte verteilten Sammlungsbestände

zusammengeführt werden. Dies

ermöglichte auch die inventarisierung von

bisher nicht erfassten Sammlungsbeständen.

Für eine zeitgemäße Standorterfassung und

-bewirtschaftung ist die Kennzeichnung sämtlicher

objekte mittels Barcode-etiketten vorgesehen.

Die Gemäldegalerie konnte dieses

Projekt bereits erfolgreich für ihre Zierrahmen

und den Gemälde bestand aus der Traviatagasse

umsetzen.

ein konstantes raumklima gewährleistet den

Fortbestand der Kunstschätze; dieses hat

sich bereits nach drei Monaten im angestrebten

Grenzwertbereich eingependelt.

Das an den alten Standorten eingeführte

integrated Pest Management wird auch im

neuen Zentraldepot von Herrn Dr. Pascal

Querner fortgesetzt. Für die Sicherheit vor

ort sind die beiden Depotverwalter Gerhard

ifkovits und Peter Planegger verantwortlich.

Die einzelnen Bauphasen wurden durch

ing. Stefan Fleck fotografisch festgehalten.

Die räumungs- und einlagerungsarbeiten

wurden durch das Fotoatelier dokumentiert.

in einer zweiten Übersiedelungsphase werden

ab dem 2. Quartal 2012 die Teilbestände

aus den Depots am Burgring (Ägyptischorientalische

Sammlung, Bibliothek, Fotoatelier,

Kunstkammer, Münzkabinett), der

neuen Burg (Archiv), der Hofburg (Monturdepot)

und dem Palais Lobkowitz (ÖTM)

in das neue Zentraldepot in Himberg überstellt.

Derzeit laufen die hierfür notwendigen

Vorbereitungen. Mit der Übersiedelung

der Sekundärgalerie der Gemäldegalerie

im 1. Quartal 2013 wird das Vorzeigeprojekt

abgeschlossen.

Wegen der kostenoptimierten Bauweise, der

hohen Funktionalität des Bauwerks und der

geringen Betriebskosten ist das neue Zentraldepot

europaweit Vorbild für nachhaltige

Depotneubauten geworden. interessierte Bauträger

namhafter Museen haben bereits die

Möglichkeit einer Besichtigung vor ort genutzt.

Das Bauprojekt wurde auch schon im

rahmen von Fachtagungen vorgestellt. Zusätzlich

sollen die während der Übersiedelung

gesammelten erfahrungen im rahmen

von Fachpublikationen und -tagungen an

interessierte weitergegeben werden.

Bericht:

Dipl.-rest. christina ScHAAF-FUnDneiDer,

Univ.-Ass. Dipl.-rest. TAnJA KiMMeL,

ing. Stefan FLecK


ForschungsproJekte

antike porträts in wien

erarbeitung eines wissenschaftlichen

Bestandskataloges der Porträtskulptur der

Antikensammlung des Kunsthistorischen

Museums

Projektleitung: Dr. Manuela LAUBenBerGer

Projektmitarbeit: Dr. Alfred BernHArD-

WALcHer, Mag. Viktor FreiBerGer,

Dr. Ulrike MÜLLer-KASPAr, Mag. Brigitte

ProLL, Alexander FreiBerGer

Finanzierung: KHM; BMWF Förderprogramm

forMuse – Forschung an Museen

im zweiten Projektjahr standen die restaurierungen,

die schriftliche und bildliche

Dokumentation der objekte und die Pflege

der Kontakte zu unserem Kooperationspartner

Detail von der rechten Schulter mit „Blattrippe“

von einem Kapitell korinthischer ordnung

Museo del Prado in Madrid im Mittelpunkt.

einen weiteren Schwerpunkt bildete die

orientierung innerhalb der internatio nalen

Forschungstätigkeit zum Kernthema des

Projekts, nämlich der Geschichte der antiken

Porträts nach ihrer Auffindung und der an

ihnen vorgenommenen Veränderungen bis

heute. Damit verbunden war die Teilnahme

an verschiedenen Tagungen und Vorträgen

im in- und Ausland.

Die restaurierung und Dokumentation der

weiblichen Büsten durch Mag. Brigitte Proll

mit Unterstützung von Alexander Freiberger

(35 objekte) wurde erfolgreich abge schlossen.

An weiteren 13 objekten waren aufwendigere

restaurierungsmaßnahmen – wie die erneuerung

von Montagen – nötig, die im Team

mit Viktor Freiberger und Angelika Kathrein

Weiblicher römischer Porträtkopf auf neuzeitlicher Büste

und rundsockel, inv.-nr. i 1296

sammlungen khm

durchgeführt wurden. Die restaurierung der

Porträts wurde durch Materialanalysen des

naturwissenschaftlichen Labors (Dr. Martina

Grießer, Dr. Václav Pitthard) unterstützend

begleitet. Die umfassende Fotodokumentation

von 45 Porträts durch das Fotoatelier

(Alexander rosoli) konnte abgeschlossen

werden.

Als Beispiel für die aus der restaurierung

und aus der bisherigen wissenschaftlichen

Untersuchung der Porträts gewonnenen erkenntnisse

zur Geschichte der Porträts sei

die weibliche Marmorbüste aus der Sammlung

este genannt. Vor der restaurierung

war nicht erkennbar, dass der mittlere Teil

der Büste (wahrscheinlich bereits in der

renaissance) aus einem antiken Kapitellfragment

umgearbeitet und ergänzt wurde.

oben: Detail: linkes Kopfprofil des weiblichen

Porträts aus flavischer Zeit (ende 1. Jh.) mit

typischer Lockenfrisur

unten: Detail von der Unterseite der Büste während

der restaurierung: Blätter des Kapitells entlang des

Büstenrandes erkennbar

29


30

antIkensammlung

der erotenfries des theaters von ephesos

Projektleitung: Dr. Georg PLATTner,

Dr. Maria AUrenHAMMer [ÖAi]

Finanzierung: KHM, ÖAi

Unter den Skulpturen, die in den ersten Jahren

der österreichischen Ausgrabungen in ephesos

(seit 1895) gefunden worden sind, waren

zahlreiche Fragmente eines Marmorfrieses. Die

reliefs stammen von der scaenae frons, der

Bühnenrückwand des ephesischen Theaters.

Hunderte von Fragmenten wurden damals

systematisch gesammelt und viele von ihnen

wurden wieder zusammengesetzt. Die wissenschaftliche

erforschung des Frieses wird in

Zusammenarbeit zwischen dem Österreichischen

Archäologischen institut und der Antikensammlung

geleistet. Unter Berücksichtigung

der Fragmente, die bereits im 19. Jahrhundert

an das British Museum in London

gekommen sind, wird der Fries ausführlich

bearbeitet und dokumentiert, er soll in einer

Publikation vorgelegt werden.

ephesos, Fries vom Theater: erosknabe,

inv.-nr. i 1973

restaurIerwerkstätte

im Zuge der Übersiedelung der Depotbestände

der Antikensammlung wurden sämtliche

objekte einer Kontrolle unterzogen

und es wurden, wo notwendig, Sicherungsmaßnahmen

getroffen. Zusätzlich wurden

im Jahr 2011 in der restaurierwerkstätte der

Antikensammlung 194 objekte untersucht,

konservatorisch bearbeitet bzw. restauriert.

Detail: Krieger, Zustand bei der Übernahme der Bandhenkelamphora

inv.-nr. iV 3607

bandhenkelamphora

Die attisch weißgrundig schwarzfigurige

Bandhenkelamphora inv.-nr. AnSA iV 3607

stellt wegen ihrer Form und ihres Dekors

eines der interessantesten Stücke dar, die

im Zuge des Projekts Corpus Vasorum

Antiquorum KHM Band 6 (Attisch geometrische,

protoattische und attisch schwarzfigurige

Vasen) untersucht wurden. Das

Gefäß gehört der so genannten Klasse

„cabinet des Médailles 218“ an und wird

um 500 v. chr. datiert. Die Dekoration ist

in schwarzfiguriger Technik ausgeführt, wobei

der Bildhintergrund an Bauch und Schulter

weißgrundig gehalten ist. Die innenzeichnung

der dunklen Figuren ist geritzt,

wichtige Details sind mit zusätzlich aufgetragenem

rot oder Weiß bemalt. Durch

das flächig auf den schwarzen Grund

auf gebrachte Weiß stellt das Gefäß eines

der wenigen Beispiele des so genannten

„second white“ dar.


Die Bilder beider Seiten – Krieger bzw. Kitharode

– werden von so genannten „nearsense

inscriptions“ begleitet, wie sie beim

Sappho-Maler auf mehreren Gefäßen vorkommen.

oft scheint es, als ob dabei vorliegende

Beischriften nicht exakt abgeschrieben

oder bei Buchstaben einfach Teile

wie z. B. Querhasten einfach weggelassen

oder falsch ergänzt wurden. Auf der Vorderseite

der Amphora wird der Leichnam des

Achill (Beischrift: „[Achil]LeoS“) von einem

Krieger auf die Schulter gehoben. Die diesem

beigeschriebenen Buchstaben erinnern an

„AiAS [h]o SAiS“. Die Bezeichnung „Aias,

der Krieger“ passt zu diesem Heros, der von

Homer (Ilias 2.768–9) als der beste Kämpfer

der Achäer neben Achill bezeichnet wird.

Die Amphora war 1865 von der Sammlung

castellani in rom übernommen worden.

ihre historische restaurierung, die sicher vor

dem Kauf durchgeführt wurde, ist in einer

späteren Zeit überarbeitet worden, vermut-

28 Fragmente mit ergänzungen und Papierverstärkung

lich um die entstandenen Schwundrisse in der

Kittmasse auszugleichen. nach Auswertung

einiger Materialproben dürfte der restauratorische

Vorgang folgender gewesen sein:

Zuerst verklebte man die 28 Scherben mit

tierischem Leim, dann wurde eine innenverstärkung

aus Zellulose (Papier) hergestellt,

die mit dünnflüssigem Leim an die innerseite

geklebt wurde, darauf trug man vermutlich

Kreide mit Leim und Leinöl versetzt von

außen als Kittmasse auf die Fehlstellen auf.

Der fehlende Teil des Henkels wurde aus derselben

Masse ergänzt. Die Fehlstellen wurden

nun mit Temperafarben retouchiert und

poliert. in der zweiten Phase wurden die

schon retouchierten Fehlstellen mit Öl farbe

großflächig übermalt. Dies gilt auch für die

von einem fehlerhaften Brand herrührenden

Stellen in der schwarzen engobe. ein vollständiger

Überfang mit tierischem Leim ist

in beiden Phasen vorstellbar, die feine

engobe ist mit Leimresten bedeckt.

Seite mit Kitharode unter UV-Licht (354 nm)

sammlungen khm

Die Loslösung der Papierverstärkung im Laufe

der Jahrzehnte und mit ihr einhergehend

das Schrumpfen der großen Kittstelle an der

Vorderseite sowie die Lösung der Leimverklebung

führten zu einem Stabilitätsverlust

der dünnwandigen Amphora. Durch den

entstandenen Schwundriss war keine Haftung

am original mehr gegeben. Die feine

Zeichnung, darunter auch diejenige der

Schriftzeichen, war durch die übergreifende

Be malung undeutlich oder unleserlich geworden.

Für eine Präsentation der Amphora

mussten die ergänzungen vollständig entfernt

und die Teile der Keramik in einzelne

Scherben zerlegt und gereinigt werden.

eine zweischichtige neuverklebung mit

Acrylharzen sowie standardmäßige ergänzungen

aus Stabilitätsgründen schlossen

sich an.

Bericht: Mag. Bettina VAK,

Dr. Bettina KrATZMÜLLer

endzustand: Kitharode

31


32

antIkensammlung

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Hr Dr. Alfred BernHArD-WALcHer

ForschungsproJekte

Leitung des Forschungsprojekts Corpus Vasorum

Antiquorum KHM Band 6 (Attisch geometrische,

protoattische und attisch schwarzfigurige Vasen)

(Projektmitarbeit: Dr. Bettina Kratzmüller, Mag. Bettina

Vak; Finanzierung: FWF, Projekt-nr. P21171-G19; KHM)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

16.2. Wien, Österreichische Akademie der Wissenschaften,

6. Tagung des österreichischen CVA-Arbeitskreises

31.5. Diplomat, Art Collector and Archaeologist: Count

Anton Franz de Paula von Lamberg-Sprinzenstein and

the Beginnings of the Viennese collection of Greek Vases,

Paris, inHA, Kolloquium L’Europe du vase antique:

collectionneurs, savants, restaurateurs aux XVIIIe et

XIXe siècles (31.5.–1.6.)

sonstIges

Projektsteuerung Übersiedelung für das neue

Zentral depot des KHM, Leitung des Projektteams

Übersiedelung und Mitarbeit im Projektteam Bau

Dr. Manuela LAUBenBerGer

ausstellungen

Kuratierung der Ausstellung Schaurig schön. Ungeheuerliches

in der Kunst (intermezzo 03), Wien (KHM)

2011 (gemeinsam mit christian Beaufort-Spontin,

Gerlinde Gruber, Michaela Hüttner, Bettina Kratzmüller,

Beatrix Kriller-erdrich, claudia Kryza-Gersch, Agnes

Stillfried, Klaus Vondrovec und Karoline Zhuber-okrog)

Mitarbeit an der Ausstellung All’Antica. Götter & Helden

auf Schloss Ambras, innsbruck (Schloss Ambras) 2011

(Konzept: Veronika Sandbichler; gemeinsam mit

Wencke Deiters, claudia Kryza-Gersch und Karin Zeleny)

publIkatIonen

Untersuchungen zur Marmorprovenienz von zwei

Porträtköpfen aus Ephesos im Kunsthistorischen Museum

in Wien, in: Technologische Studien Kunsthistorisches

Museum. Konservierung – restaurierung – Forschung –

Technologie, Bd. 8, 2011, 43–65 (gemeinsam mit

W. Prochaska)

Antiken Sammeln. Die Ambraser und Wiener Antikensammlungen

des Kunsthistorischen Museums, in: Ausstellungskatalog

S. Haag (Hg.), All’Antica. Götter &

Helden auf Schloss Ambras, innsbruck (Schloss Ambras)

2011, 62–66; objekttexte ebenda

einleitungen und objekttexte in: Ausstellungskatalog

S. Haag (Hg.), Schaurig schön. Ungeheuerliches in der

Kunst (intermezzo 03), Wien (KHM) 2011

objekttext in: Ausstellungskatalog F. Humer – G. Kremer

(Hgg.), Götterbilder – Menschenbilder. Religion und

Kulte in Carnuntum, Ausstellung im rahmen der

niederösterreichischen Landesausstellung 2011

Erobern Entdecken Erleben im Römerland Carnuntum,

erschienen Schallaburg 2011

objekttext in: Ausstellungskatalog B. Fourlas –

V. Tsamakda, Wege nach Byzanz, Mainz (Landesmuseum)

2011/2012

ForschungsproJekte

Leitung des Forschungsprojekts Antike Porträts

in Wien. Erarbeitung eines wissenschaftlichen

Bestandskataloges der Porträtskulptur der Antikensammlung

des Kunst historischen Museums

(Projektmitarbeit: Dr. Alfred Bernhard-Walcher,

Mag. Viktor Freiberger, Dr. Ulrike Müller-Kaspar,

Mag. Brigitte Proll, Alexander Freiberger;

Finanzierung: KHM; BMWF im Förderprogramm

forMuse – Forschung an Museen)

Mitarbeit am Forschungsprojekt Die Skulpturen

von Ephesos – Bildwerke aus Stein und Bronze

(Projektleitung: Dr. Maria Aurenhammer, ÖAi)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

25.–26.3. Berlin, Humboldt-Universität, Workshop

Ergänzungsprozesse – Aneignung antiker Skulptur

in der frühen Neuzeit

12.4. Forschungen an Museen: Die Porträts der

Wiener Antikensammlung – ein Zwischenbericht,

Wien, Universität, institut für Klassische Archäologie

(gemeinsam mit U. Müller-Kaspar)

26.5. The Metamorphosis of some female sculptures

of the collection Obizzi in Catajo, Barcelona,

Universitat Autònoma de Barcelona, Tagung Antiguo

o Moderno. Encuadre de la Escultura de Estilo Clásico

en el Período que le corresponde (25.–26.5.;

gemeinsam mit U. Müller-Kaspar)

24.–25.11. objektpräsentation am „Schauplatz des

Wissens“, Graz, Tagung Weltenmaschine Museum.

Österreichischer Museumstag 2011, veranstaltet vom

Universalmuseum Joanneum in Kooperation mit

Museumsbund Österreich und icoM Österreich

(24.–26.11.)

1.12. Die Porträts im Kunsthistorischen Museum,

Wien, Österreichisches Archäologisches institut,

Workshop Ephesische Porträts

lehrtätIgkeIt

WS 2010/11 Skulpturen und Portraits in der

Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums,

Wien, Universität, institut für Klassische Archäologie,

Übung

Dr. Georg PLATTner

ausstellungen

Kuratorische Vorbereitung der Ausstellung Kunst_

voller_Wein (intermezzo 04), Wien (KHM) 2012

(gemeinsam mit Francesca Del Torre, Thomas Kuster,

Bettina Kratzmüller, Konrad Schlegel und

Klaus Vondrovec)

publIkatIonen

Kleinasiatische Schätze im Herzen Wiens.

Ephesos Museum, in: Antike Welt 4, 2011, 84–87

rezension: I. H. Mert, Untersuchungen zur hellenistischen

und kaiserzeitlichen Bauornamentik von Stratonikeia,

in: Gnomon 83, 2011, 718–729

Marmor und andere Steine: ASMOSIA VII, in:

Journal of roman Archaeology 24, 2011, 635–640

objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

All’Antica. Götter & Helden auf Schloss Ambras,

innsbruck (Schloss Ambras) 2011

ForschungsproJekte

Leitung des Forschungsprojektes Der Erotenfries

des Theaters von Ephesos (gemeinsam mit Dr. Maria

Aurenhammer [ÖAi]; Finanzierung: KHM, ÖAi)

Mitarbeit (Architektur, Bauornamentik) am Forschungsprojekt

Wohneinheit 7 im Hanghaus 2 in Ephesos

(Projektleitung: Dr. elisabeth rathmayr (ÖAW);

Finanzierung: FWF, Projekt-nr. 22102)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

18.5. „Bauhütte“ und Baubetrieb. Zur Diskussion

um Werkstätten in der Architektur und Bauornamentik

des kaiserzeitlichen Kleinasien, Münster, Universität,

institut für Klassische Archäologie und Frühchristliche

Archäologie

19.5. Marmor und Ornament. Rohstoff und Baubetrieb

im kaiserzeitlichen und spätantiken Kleinasien,

Bochum, Universität, institut für Archäologische

Wissenschaften

14.10. Werkstatt und Muster. Zur Methode der

Scheidung von Arbeitsprozessen und Stilelementen,

München, Universität, Kolloquium Antike Bauornamentik:

Möglichkeiten und Grenzen ihrer Erforschung

(13.–15.10.)

17.11. Ephesos. Weltstadt der Antike, KHM,

für den Verein der Freunde des KHM

1.12. The art of wine in the collections of the

Kunst historisches Museum Vienna. An exhibition

in June 2012, Genf, Académie internationale du Vin,

Jour du symposium

lehrtätIgkeIt

WS 2010/11 Hellenistische und Römische Bauornamentik,

Wien, Universität, institut für Klassische Archäologie,

Übung

Mag. Karoline ZHUBer-oKroG

ausstellungen

Kuratierung der Ausstellung Schaurig schön. Ungeheuerliches

in der Kunst (intermezzo 03), Wien (KHM)

2011 (gemeinsam mit christian Beaufort-Spontin,

Gerlinde Gruber, Michaela Hüttner, Bettina Kratzmüller,

Beatrix Kriller-erdrich, claudia Kryza-Gersch, Manuela

Laubenberger, Agnes Stillfried und Klaus Vondrovec)

publIkatIonen

objekttexte in: Ausstellungskatalog e. Bruckmüller

(Hg.), Erobern Entdecken Erleben im Römerland

Carnuntum, niederösterreichische Landesausstellung

2011, erschienen Schallaburg 2011

objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

All’Antica. Götter & Helden auf Schloss Ambras,

innsbruck (Schloss Ambras) 2011

redaktion von: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

Schaurig schön. Ungeheuerliches in der Kunst

(intermezzo 03), Wien (KHM) 2011 (gemeinsam mit

G. Gruber und B. Kratzmüller); einleitungen und

objekttexte ebenda

objekttext in: K. Peitler u. a., Lebensspuren. Die

bedeutendsten Objekte der Archäologischen

Sammlungen und des Münzkabinetts. Münzkabinett.

Archäologiemuseum. Schloss Eggenberg. Universalmuseum

Joanneum, Schild von Steier 24, 2011


ForschungsproJekte

Koordination des Forschungsprojektes Der Grabfund

von Czéke-Cejkov in Wien (Projektleitung: Dr. Dieter

Quast, römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz;

Finanzierung: rGZM, KHM)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

25.–26.11. Graz, Tagung Weltenmaschine Museum.

Österreichischer Museumstag 2011, veranstaltet

vom Universalmuseum Joanneum in Kooperation

mit Museumsbund Österreich und icoM

Österreich

Mag. Viktor FreiBerGer

Vorträge, teIlnahme an tagungen

16.–20.11. Tengelice (bei Szekszárd, Ungarn),

Symposium Macht des Goldes – Gold der Macht.

Herrschafts- und Jenseitsrepräsentation zwischen

Antike und Frühmittelalter im mittleren Donauraum

(3. – 10. Jh.). 23. Internationales Symposium der

Grundprobleme der frühgeschichtlichen Entwicklung

im mittleren Donauraum, veranstaltet vom Geisteswissenschaftlichen

Zentrum Geschichte und Kultur

ostmitteleuropas und der Prähistorischen Kommission

der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

unter Mitarbeit des Archäologischen instituts der

Ungarischen Akademie der Wissenschaften und des

Wosinszky Mór Museums, Szekszárd

Mag. Angelika KATHrein

Vorträge, teIlnahme an tagungen

18.–20.5. Linz, oÖ Landesmuseen – Schlossmuseum,

15. Tagung der Österreichischen Restaurator/innen

für Archäologische Bodenfunde, veranstaltet von

den oberösterreichischen Landesmuseen und der

Gesellschaft für Archäologie in oberösterreich

Mag. Bettina VAK

ForschungsproJekte

Mitarbeit am Forschungsprojekt Corpus Vasorum

Antiquorum KHM Band 6 (Attisch geometrische,

protoattische und attisch schwarzfigurige Vasen)

(Projektleitung: Dr. Alfred Bernhard-Walcher;

FWF Projekt-nr. P21171-G19)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

16.2. Wien, Österreichische Akademie der

Wissenschaften, 6. Tagung des österreichischen

CVA-Arbeitskreises

proJektmItarbeIter

Hr Dr. Kurt GScHWAnTLer*

publIkatIonen

Figürliche Bronzen, in: Martin Mosser u. a., Die

römischen Kasernen im Legionslager Vindobona.

Die Ausgrabungen am Judenplatz in Wien in den

Jahren 1995–1998 (Monografien der Stadtarchäologie

Wien Bd. 5), Wien 2011, 741–749

objekttext in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

All’Antica. Götter & Helden auf Schloss Ambras,

innsbruck (Schloss Ambras) 2011

objekttexte in: Ausstellungskatalog F. Humer –

G. Kremer (Hgg.), Götterbilder – Menschenbilder.

Religion und Kulte in Carnuntum, Bad Deutsch-

Altenburg (Archäologisches Museum carnuntinum)

2011/2012

ForschungsproJekte, Forschungen

Der Jüngling vom Magdalensberg

(Finanzierung: KHM).

Vorträge, teIlnahme an tagungen

22.–23.5. izmir (Türkei), Dokuz eylül University,

17. internationaler Bronzenkongress The Art of

Bronzes in Anatolia and the Eastern Mediterranean

from Protogeometric to Early Byzantine Periods

Dr. Bettina KrATZMÜLLer*

ausstellungen

Kuratierung der Ausstellung Schaurig schön. Ungeheuerliches

in der Kunst (intermezzo 03), Wien (KHM)

2011 (gemeinsam mit christian Beaufort-Spontin,

Gerlinde Gruber, Michaela Hüttner, Beatrix Krillererdrich,

claudia Kryza-Gersch, Manuela Laubenberger,

Agnes Stillfried, Klaus Vondrovec und Karoline Zhuberokrog)

Kuratorische Vorbereitung der Ausstellung Kunst_

voller_Wein (intermezzo 04), Wien (KHM) 2012

(gemeinsam mit Francesca Del Torre, Thomas Kuster,

Georg Plattner, Konrad Schlegel und Klaus Vondrovec)

publIkatIonen

Rollouts of Fine Ware Pottery using High Resolution

3D Meshes, in: A. Artusi – M. Joly-Parvex – G. Lucet –

A. ribés – D. Pitzalis (Hgg.), VAST 10: The 11th International

Symposium on Virtual Reality, Archaeology

and Intelligent Cultural Heritage. Full Papers, Paris

2010, 79–86 (gemeinsam mit S. Bechtold, S. Krömker

und H. Mara)

Astérix aux Jeux Olympiques – Popularising the History

of Ancient Sports through Comics, in: K. Voolaid (Hg.),

People in sport history – sport history for people.

Proceedings of the ISHPES seminar Tartu, Estonia 2008,

Tartu 2011, 208–218

Hatshepsut Maatkare – A Running Egyptian King

Surpassing her Female Body’s Limits, in: A. Teja –

A. Krueger – J.-F. Loudcher – T. Gonzalez Aja –

M. Mercedes Palandri (Hgg.), Corpo e senso del limite.

Sport and a sense of the body’s limits. Proceedings of

the 14th International CESH Congress and of the

1st National SISS Congress, 17th –20th September 2009,

University of Pisa, Polo Carmignani, Pisa 2011,

425–431

Gemischter Satz – In Memoriam Friedrich Brein,

in: Forum Archaeologiae 60, iX, 2011 (http://farch.net;

gemeinsam mit K. Schaller, n. Schlager, H. Szemethy,

e. Trinkl und M. Weißl)

The Pentathlete as Ideal Warrior – a Comparison

between Antiquity and Modernity, in: A. Hofmann –

S. Buck – i. Huber (Hgg.), ISHPES Congress 2011

Program and Abstract Book, Frankfurt 2011, 35 f.

(gemeinsam mit S. Heck)

sammlungen khm

redaktion von: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

Schaurig schön. Ungeheuerliches in der Kunst

(intermezzo 03), Wien (KHM) 2011 (gemeinsam mit

G. Gruber und K. Zhuber-okrog); einleitungen und

objekttexte ebenda

ForschungsproJekte

Mitarbeit am Forschungsprojekt Corpus Vasorum

Antiquorum Band 6 (Attisch geometrische, protoattische

und attisch schwarzfigurige Vasen) (Projektleitung:

Dr. Alfred Bernhard-Walcher; Finanzierung: FWF, KHM)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

16.2. AIAS O SAIS – Überlegungen zu einer Bandhenkelamphora

im KHM, Wien, Österreichische Akademie

der Wissenschaften, 6. Tagung des österreichischen

cVA-Arbeitskreises

9.8. The Pentathlete as Ideal Warrior – a Comparison

between Antiquity and Modernity, Frankfurt am Main,

Walter Kolb Haus/Lindner Hotel & Sports Academy,

iSHPeS congress 2011 From Gymnastics to Sports –

Relations, Interactions, Contradictions in the Past

and the Present: A Congress on the Occasion of the

Founding of the German Turner Movement in 1811

(gemeinsam mit S. Heck)

leIhgaben

im Jahr 2011 war die Antikensammlung mit

46 Leihgaben an 6 Sonderausstellungen im

in- und Ausland beteiligt.

33


34

kunstkammer, weltlIche und geIstlIche schatzkammer

Dr. Sabine HAAG, Direktorin

Dr. Franz KircHWeGer, interimistischer Direktor

(bis 30.9.)

Mag. Paulus rAiner, interimistischer Direktor

(ab 1.10.)

Dr. claudia KrYZA-GerScH

Dr. Thomas KUSTer (bis 31.6.)

Dr. Katja ScHMiTZ-Von LeDeBUr

Dr. Konrad Friedrich ScHLeGeL (ab 1.9.)

Sieglinde KUnST

Karin LYDTin

restaurierung

Mag. Helene HAnZer

Mag. Johanna DieHL

Dipl.-rest. Barbara GoLDMAnn

Mag. Herbert reiTScHULer

Mag. Petra SÜSZ

Andrea AnToniUK

Karin HAMMerScHMiD

eva-Maria JerABeK

Michaela KrATocHWiL

Sabine SVec

Die Baustelle der Kunstkammer, Saal 20 und Saal 24 Saal 26

neueInrIchtung der

schausammlung

Das Projekt der Wiedereinrichtung der Kunstkammer

konnte nach mehrjähriger Vorbereitung

im Juli 2010 offiziell gestartet

werden. im Jahr 2011 wurden die Arbeiten

seitens der Projektleitung, der Projektsteuerung

und der beteiligten Fachplaner den

Vorgaben des 2010 festgelegten Budget- und

Zeitplans gemäß intensiv vorangetrieben.

in laufender Abstimmung seitens der Kunstkammer

mit dem Architekturbüro HG Merz

(Stuttgart) und der didaktischen Fachplanung

wurden alle für die neuaufstellung vorgesehenen

objekte planerisch verortet und

die Form ihrer Präsentation in den Vitrinen

sowie ihr didaktischer Zusammenhang

untereinander wurden festgelegt. Wichtige

Aspekte der Ausstellungsgestaltung, wie

Materialien, Farbigkeit, Sitzmöbel, Grafik,

wurden erarbeitet und bemustert. Abgeschlossen

werden konnte 2011 die Vitrinen-

Saal 36

planung. Der Produktionsauftrag wurde gemäß

Bundesvergabegesetz öffentlich ausgeschrieben.

ein Zuschlag konnte im Herbst

2011 erteilt werden.

in Zusammenarbeit mit der Fa. Die Lichtplaner

wurde ein umfangreiches Konzept für

die raum- und Vitrinenbeleuchtung erarbeitet

und die Umsetzung in Hinblick auf Qualität

wie Quantität durch zahlreiche Bemusterungen

vorbereitet.

intensiv weitergeführt wurden auch die Arbeiten

an dem gemeinsam mit dem Büro

bogner.cc erstellten Vermittlungskonzept.

Zusätzlich zu den objekt- und raumbeschriftungen

werden Audioguides und ein

für die österreichische Museumslandschaft

neuartiges digitales informationssystem in

Form von Tablets zum einsatz kommen, die

pro Saal ausführliche kunst- und kulturhistorische

Hintergrundinformationen zum jeweiligen

Themenbereich bzw. zu den objekten

bereitstellen. Dieselben informationen wer-


den dem Besucher mittels Applikationen für

private Smartphones zur Verfügung stehen.

Ausschreibung und Vergabe der technischen

Umsetzung erfolgten 2011.

Seitens der objektrestaurierung wurden entsprechend

dem vorliegenden restaurierplan

zu 12 komplexen objekten umfangreiche

konservatorische und restauratorische Maßnahmen

gesetzt. in diesem Zusammenhang

wurde auch das 2010 vom KHM initiierte und

gemeinsam mit dem Phonogrammarchiv

der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

betriebene Forschungsprojekt zur

rekonstruktion der Musik und der mechanischen

Funktionsweise historischer Automaten

weitergeführt. 2011 konnte mit der Produktion

von Kurzfilmen zur Funktionsweise

historischer Automaten begonnen werden.

Hinsichtlich der Baumaßnahmen konnten

2011 die notwendigen Arbeiten zur technischen

Ausstattung der räume (elektrik,

Klima, Sicherheit) sowie zur Vorbereitung

der Vitrinen- und Lichtinstallation, ferner die

Arbeiten an den Adaptierungsmaßnahmen

bei den Fenstern und Fußböden sowie die

restaurierung von Deckenmalereien und

Stuck in Angriff genommen und zum Teil

auch bereits abgeschlossen werden.

neben der Arbeit an der neueinrichtung der

Schausammlung galt es für das Team der

Kunstkammer 2011, die Großprojekte der

Übersiedlung deponierter Sammlungsbestände

in das neu errichtete Außenlager zu

bewerkstelligen sowie die größte bislang im

Ausland gezeigte Ausstellung mit objekten

der Wiener Kunstkammer vorzubereiten,

welche ab Februar 2012 in Mannheim

(reiss-engelhorn-Museen) zu sehen ist.

Bericht: Dr. Franz KircHWeGer,

Mag. Helene HAnZer, Mag. Paulus rAiner,

ing. Bertrun KoS

entwIcklung eInes neuen lagersystems

FÜr tapIsserIen

ÜbersIedlung der tapIsserIensammlung

entwicklung und Projektleitung:

Dr. Katja ScHMiTZ-Von LeDeBUr

Beratung bei der entwicklung des

Lagersystems: Yvan MAeS (Belgien),

Stefan Fleck (Wien)

im Jahr 2011 gingen die entwicklung und

Umsetzung eines Lagersystems für die

Wiener Tapisseriensammlung in das finale

Stadium. Die Umsetzung erfolgte im neuen

Zentraldepot des Kunsthistorischen Museums

auf einer Fläche von 1.400 Quadratmetern,

wo zukünftig eine der weltweit größten

Tapisseriensammlungen mit etwa 750 objekten

deponiert sein wird.

Die Aufgabenstellung umfasste vorrangig

die schonende Lagerung, ein vereinfachtes

Handling, das gleichfalls eine Schonung der

in der regel sehr großen objekte bedeutet,

sowie die Suche nach aus konservatorischer

Sicht unbedenklichen Materialien. rollen aus

galvanisiertem, mit Polyethylen ummanteltem

Stahl, die in einem eigens entwickelten

regalsystem gelagert werden, nehmen zukünftig

die Tapisserien auf. Materialien wie

Baumwolle und cellplas dienen als zusätzlicher

Schutz der objektoberflächen.

Für das rollen und das Handling der Tapisserien

stehen innerhalb des Depots zwei

entsprechend große Manipulationsflächen

zur Verfügung.

Die Planung, logistische Vorbereitung und

intensive Betreuung der Übersiedlung der

fragilen objekte war das zweite große

Projekt des Jahres 2011.

Bericht: Dr. Katja ScHMiTZ-Von LeDeBUr

sammlungen khm

konserVIerung Von textIlIen aus

der sammlung al-sabah, kuwaIt

Projektleitung: Dr. K. ScHMiTZ-Von LeDeBUr

Konzeptentwicklung: Michaela

KrATocHWiL, Katja ScHMiTZ-Von

LeDeBUr, Sabine SVec

Ausführung und technische Analysen:

Michaela KrATocHWiL, Sabine SVec

Mit ende des Jahres 2010 wurde zwischen

der Kunstkammer und der Sammlung al-Sabah

in Kuwait ein Projekt zur restaurierung

von Textilien initiiert. Vorausgegangen war

ein kurzer Studienaufenthalt der Projektleiterin

in Kuwait, bei dem textile objekte des

islamischen Kulturkreises für eine „Musterkonservierung“

ausgesucht wurden. insgesamt

13 Textilfragmente wurden anschließend

nach Wien gebracht, ihr ist-Zustand

wurde analysiert und dokumentiert und es

wurden Konservierungsmaßnahmen festgelegt

und ausgeführt.

konservierung eines textilfragments

13.–14. Jahrhundert (?); Samangan,

Afghanistan

Kuwait, Sammlung al-Sabah,

inv.-nr. LnS 802 T a–c

Analyse: reservedruck auf leinwandbindigem

Gewebe (Baumwolle,

Z-Drehung; Kettdichte: 17–18 Fäden pro cm;

Schussdichte: 19–21 Fäden pro cm), 12 cm

hoch, 10 cm breit

Zustand vor der Konservierung /

Aufgabenstellung

Das laut inventarnummer dreiteilige objekt

setzt sich aus insgesamt sieben unterschiedlich

großen Fragmenten zusammen, die durch

vier Klebestreifen zusammengehalten wurden.

Die vorrangige Aufgabe bestand darin,

die Klebestreifen zu entfernen. Zudem musste

eine geeignete Lösung für die Aufbewahrung

und Präsentation der einzelnen Fragmente

gefunden werden.

35


36

kunstkammer, weltlIche und geIstlIche schatzkammer

Arbeitsvorgang während der Konservierung

eine mechanische entfernung der Klebestreifen,

die scheinbar erst seit jüngerer Zeit

die Fragmente zusammenhielten, war bei

nur minimalstem Substanzverlust möglich,

da der Klebstoff noch nicht in die Fasern

eingedrungen war. Der einsatz von Lösungsmitteln

mit den bekannten negativen Auswirkungen

konnte somit vermieden werden.

eine mikroskopische Untersuchung bestätigte,

dass keine rückstände des Klebstoffes auf

dem Gewebe verblieben waren. Die sieben

Fragmente – das größte ca. 5 x 10 cm, das

kleinste 0,8 x 1 cm – konnten in zwei Grup-

oben: Vorderseite, Gesamtaufnahme vor der

Konservierung

unten: rückseite vor der Konservierung

pen geteilt werden, die jeweils einen unterschiedlichen

Ausschnitt desselben Musters

zeigen. Da es bei den beiden zusammengesetzten

Flächen ein deckungsgleiches Detail

gibt, kann es sich nicht um ein und denselben

rapport handeln.

Objektmontage

eine Montage aller Fragmente auf einer Fläche

hätte das Wissen um das gesamte Muster

vorausgesetzt. Da die rapportgröße nicht

bekannt war, konnte der notwendige Abstand

der beiden Musterausschnitte nicht definiert

werden. Daher fiel die entscheidung, die

oben: Vier Fragmente nach dem Ablösen des Klebestreifens

unten: Zustand nach Abschluss der Konservierung

beiden mehrteiligen objekte jeweils auf

einer eigenen Fläche zu präsentieren. Für

ein objektschonendes Handling wurde ein

Trägergewebe farblich passend eingefärbt

und über zwei säurefreie Kartons gleicher

Größe gezogen, anschließend wurden die

Fragmente darauf mit Stützlinien fixiert.

Um den Zusammenhang der unterschiedlichen

Musterausschnitte zu verdeutlichen,

zeichnet beim kleineren der beiden Fragmente

eine mit Seidengrège genähte Vorstichlinie

den Musterverlauf nach.

Bericht: Sabine SVec


sammlungszugänge

inv.-nr. KK 10505 Flakon mit Goldreliefdekor,

Glas mit Goldreliefdekor, Sachsen, um

1730 (Schenkung von Prof. rudolf Strasser

am 12. oktober 2011)

sammlungsabgänge

Die beiden Terrakottastatuetten inv.-nrn.

KK 9006, Papst Innozenz X., und KK 9007,

Hl. Philippus Neri, wurden am 14.4.2011 im

Zuge des restitutionsverfahrens an die rechtsnachfolger

nach Dr. richard neumann abgegeben

(Zl. 158-KK-2011, BMUKK-16.616/

0025- iV/1/2011).

regIstrar

ca. 420 objekte der Kunstkammer und der

Geistlichen Schatzkammer wurden im Juli

2011 vom registrar in der Traviatagasse verpackt

sowie im September 2011 in Himberg

ausgepackt, deponiert und danach sogleich

im TMS verlagert.

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. Sabine HAAG

ausstellungen

Kuratorin der Ausstellung Elfenbein. Barocke Pracht am

Wiener Hof, Frankfurt/Main (Liebieghaus Skulpturensammlung)

2011 (gemeinsam mit Maraike Bückling)

publIkatIonen

Vorwort, in: Josef rainer, Das Leben des Benvenuto

Cellini und der Diebstahl der Saliera, Wien 2011

Herausgabe von Ausstellungskatalog Elfenbein. Barocke

Pracht am Wiener Hof, Frankfurt/Main (Liebieghaus

Skulpturensammlung) 2011(gemeinsam mit M. Bückling);

„… DAS ARTIGSTE … ALS ICH MEIN TAGE WASS

GESEHEN HABE …“. Elfenbeinkunst im kaiserlichen Wien

der Barockzeit, ebenda, 15–31

Vorträge, teIlnahme an tagungen

12.1. Die Kunst- und Wunderkammer der Habsburger

und ihre Neuaufstellung, Wien, Kunsthistor. Ges. am

institut für Kunstgeschichte der Universität Wien

31.3. Die Kunst- und Wunderkammer der Habsburger

und ihre Neuaufstellung, Wien, BDA

5.4. Benvenuto Cellini’s Saliera: A Royal gift, new York,

cosmopolitan club

12.5. Cellini’s Saliera, Linz, ars electronica

11.11. Die Kunstkammer: Kulturerbe Europas, Wien,

Hofburg, Art & Antique Messe

21.11. Die Kunstkammer des KHM: Staunen – Lernen –

Wissen, Wien, Hotel de France, rotary Wien nord-ost

Dr. Franz KircHWeGer

publIkatIonen

18 objekttexte in: W. c. Huber (Hg.), Die Schatzkammer

im Stift Klosterneuburg, Halle a. d. Saale 2011

3 objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag –

c. Lange – c. Metzger – K. Schütz (Hgg.), Dürer –

Cranach – Holbein. Die Entdeckung des Menschen:

Das deutsche Porträt um 1500, Wien (KHM) 2011

3 objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

Schaurig schön. Ungeheuerliches in der Kunst (intermezzo

03), Wien (KHM) 2011

6 objekttexte in: Ausstellungskatalog Schallaburg

Kulturbetriebsges.m.b.H. – Kunsthistorisches Museum,

Wien (Hgg.), Venedig. Seemacht, Kunst und Karneval,

Schallaburg 2011

Vorträge, teIlnahme an tagungen

20.10. Die Wiener Kunstkammer – Zur inhaltlichen

Konzeption ihrer Wiedereinrichtung, KHM, für den

Verein der Freunde des KHM

sonstIges

Wissenschaftliche Betreuung der Vorbereitung einer

Faksimileausgabe des sog. Wiener Krönungsevangeliars

(Weltliche Schatzkammer, inv.-nr. Xiii 18)

Mag. Paulus rAiner

ausstellungen

Kurator der Ausstellung Glanz der Macht. Kaiserliche

Pretiosen aus der Wiener Kunstkammer, Halle/Saale,

Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes

Sachsen-Anhalt 2011; Splendour & Power. Imperial

Treasures from Vienna, cambridge (The Fitzwilliam

Museum) 2011/2012

publIkatIonen

Ausstellungskatalog Splendour & Power. Imperial

Treasures from Vienna, cambridge 2011

The Jewel of the Order of The Golden Fleece, acquired

by the Weltliche Schatzkammer (Secular Treasury),

Vienna, in 2007, in: Apollo. The international Magazine

for collectors, April 2011, 36 f.

3 objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag –

r. de Leeuw – c. Becker (Hgg.), Wintermärchen.

Winter-Darstellungen in der europäischen Kunst von

Bruegel bis Beuys, Wien (KHM) 2011

8 objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

Schaurig schön. Ungeheuerliches in der Kunst

(intermezzo 03), Wien (KHM) 2011

2 objekttexte in: Ausstellungskatalog P. Bloom –

W. Koos (Hgg.), Angelo Soliman. Ein Afrikaner in Wien,

Wien (Wien Museum) 2011

Vorträge, teIlnahme an tagungen

10.5. Von der Schatzkammer zum Kunsthistorischen

Museum. 500 Jahre habsburgisches Kunstsammeln im

Dienste kaiserlicher Repräsentation, Halle/Saale,

Stiftung Moritzburg

22.10. „Schlechte Fabriksware“ aus der Kunstkammer

Rudolfs II. Ein neu entdecktes Meisterwerk des

Nürnberger Goldschmieds Hans Petzolt, München,

neumeister Münchener Kunstauktionen, anlässlich

des Silbersymposiums zu ehren von Dr. Helmut Seling

sammlungen khm

14.11. 500 Years of Collecting for Prestige: A short

history of the Vienna Kunstkammer as the cradle of the

Kunsthistorisches Museum, cambridge, The Fitzwilliam

Museum, Symposium A Passion for the Precious:

Kunstkammer Collections in Europe 1500–1700

Dr. claudia KrYZA-GerScH

ausstellungen

Kuratierung der Ausstellung Schaurig schön. Ungeheuerliches

in der Kunst (intermezzo 03), Wien (KHM)

2011 (gemeinsam mit christian Beaufort-Spontin,

Gerlinde Gruber, Michaela Hüttner, Bettina Kratzmüller,

Beatrix Kriller-erdrich, Manuela Laubenberger, Agnes

Stillfried, Klaus Vondrovec und Karoline Zhuber-okrog)

Mitarbeit an der Ausstellung All’Antica. Götter & Helden

auf Schloss Ambras, innsbruck (Schloss Ambras) 2011

(Konzept: Veronika Sandbichler; gemeinsam mit Wencke

Deiters, Manuela Laubenberger und Karin Zeleny)

Kuratierung der Ausstellung Antico: The Golden Age of

Renaissance Bronzes, Washington, Dc (national Gallery

of Art) 2011/2012 und new York (Frick collection) 2012

(gemeinsam mit eleonora Luciano und Denise Allen)

Vorbereitung der Ausstellung Sammeln! Die Kunstkammer

des Kaisers in Wien, Mannheim (reiss-engelhorn-Museen)

2012

publIkatIonen

einleitungstext und 9 objekttexte in: Ausstellungskatalog

S. Haag (Hg.), Schaurig schön. Ungeheuerliches

in der Kunst (intermezzo 03), Wien (KHM) 2011

Die Skulptur in Venedig von ihren Anfängen bis zum

Fall der republik, in: Ausstellungskatalog Schallaburg

Kulturbetriebsges.m.b.H. – Kunsthistorisches Museum,

Wien (Hgg.), Venedig. Seemacht, Kunst und Karneval,

Schallaburg 2011, 183–189; 10 objekttexte ebenda

Vorbild Antike: Von Petrarca zur Kleinbronze der

Renaissance, in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

All’Antica. Götter & Helden auf Schloss Ambras,

innsbruck (Schloss Ambras) 2011, 67–70; 16 objekttexte

ebenda

Ausstellungskatalog e. Luciano (Hg.) in Zusammenarbeit

mit D. Allen und c. Kryza-Gersch, Antico: The Golden Age

of Renaissance Bronzes, Washington (national Gallery

of Art) 2011; Why Antico Matters, ebenda, 15–26

Organic patinas on Renaissance and Baroque bronzes –

Interpretation of compositions of the original patination

by using a set of simulated varnished bronze coupons,

in: Journal of cultural Heritage, Bd. 12, 2011, 44–53

(gemeinsam mit V. Pitthard, r. Stone, S. Stanek,

M. Grießer und H. Hanzer)

1 objekttext in: Ausstellungskatalog M. Bona castellotti –

A. Giuliano (Hgg.), Ercole il fondatore dall’antichità al

Rinascimento, Brescia (Museo di Santa Giulia) 2011

3 objekttexte in: Ausstellungskatalog P. Blom – W. Kos

(Hgg.), Angelo Soliman. Ein Afrikaner in Wien, Wien

(Wien Museum) 2011

1 objekttext in: Ausstellungskatalog S. Haag –

r. de Leeuw – c. Becker (Hgg.), Wintermärchen.

Winter-Darstellungen in der europäischen Kunst von

Bruegel bis Beuys, Wien (KHM) 2011

Vorträge, teIlnahme an tagungen

16.3. Schaurig schön. Vom Animalischen im Menschen,

KHM

37


38

kunstkammer, weltlIche und geIstlIche schatzkammer

7.10. Antico revisited, London, Victoria & Albert

Museum, The robert H. Smith renaissance Sculpture

Programme, Symposium The State of Play in Bronzes

Research (6.–7.10.)

24.10. Pompeo Leoni and the silver portrait of Philip II

in Vienna, Madrid, centro de estudios del Museo

nacional del Prado, Simposio internacional El arte

de Leone y Pompeo Leoni. Sus Esculturas en Madrid y

en El Escorial (24.–25.10.)

8.11. „Una Venere simile … a quella del Signor Cesarini“.

Einige Beobachtungen zum Sammeln von Kleinbronzen

im 16. Jahrhundert, München, Ludwig-Maximilians-

Universität, center for Advanced Studies, Symposium

Multiples in Pre-Modern Art (7.–8.11.)

24.–26.2. Padua, centro internazionale di studi di

architettura Andrea Palladio, Konferenz Pietro Bembo

e le arti

11.7. Amsterdam, rijksmuseum, expertentreffen

Re-imagining Alloy Analyses of Western Bronze

Sculpture: Building the Foundations for Collaborative

Study by Enhancing Scientific Rigor and Defining the

Historical/Technological Context for Interpretation

sonstIges

Mitglied des Museum Studies Advisory Board des

Marist college am italian international institute Lorenzo

de’ Medici in Florenz

Dr. Thomas KUSTer

ausstellungen

Kuratierung der Ausstellung Elfenbein. Barocke Pracht

am Wiener Hof, Frankfurt am Main (Liebieghaus

Skulpturensammlung) 2011 (gemeinsam mit Sabine

Haag und Maraike Bückling)

Mitarbeit an der Ausstellung All’Antica. Götter &

Helden auf Schloss Ambras, innsbruck (Schloss Ambras)

2011

Kuratorische Vorbereitung der Ausstellung Kunst_voller_

Wein (intermezzo 04), Wien (KHM) 2012 (gemeinsam

mit Francesca Del Torre, Thomas Kuster, Bettina

Kratzmüller, Georg Plattner, Konrad Schlegel und

Klaus Vondrovec)

publIkatIonen

Johann Ignaz Bendl (um 1650 – um 1730) – „Mahler

und Bildthauer alhie“, in: Ausstellungskatalog

M. Bückling – S. Haag (Hgg.), Elfenbein. Barocke Pracht

am Wiener Hof, Frankfurt am Main (Liebieghaus

Skulpturensammlung) 2011, 168–171; Ignaz Elhafen

(1658–1715?) – „Tyrolensis sculptor“, ebenda,

182–187; Leopold I. von Habsburg (1640–1705) –

„Magni Caesaris Augusti“, ebenda, 204–207;

11 objekttexte ebenda

4 objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

Schaurig schön. Ungeheuerliches in der Kunst

(intermezzo 03), Wien (KHM) 2011

11 objekttexte in: Ausstellungskatalog Schallaburg

Kulturbetriebsges.m.b.H. – Kunsthistorisches Museum,

Wien (Hgg.), Venedig. Seemacht, Kunst und Karneval,

Schallaburg 2011

3 objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag –

r. de Leeuw – c. Becker (Hgg.), Wintermärchen.

Winterdarstellungen in der Kunst von Bruegel bis Beuys,

Wien (KHM) 2011

16 objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag –

c. Lange – c. Metzger – K. Schütz (Hgg.), Dürer –

Cranach – Holbein. Die Entdeckung des Menschen:

Das deutsche Porträt um 1500, Wien (KHM) 2011

Das Antiquarium, in: Ausstellungskatalog S. Haag

(Hg.), All’antica. Götter &Helden auf Schloss Ambras,

innsbruck (Schloss Ambras) 2011, 35–39; Das Kaiserzimmer,

ebenda, 39–45; 26 objekttexte ebenda

Forschungen

Wissenschaftliches Konzept und Vorbereitung

der Dauerpräsentation Das Ambraser Postmuseum

(Arbeitstitel).

erarbeitung von inventarisierungskriterien für die

in den Sammlungen Schloss Ambras befindlichen

Harnische zur erfassung im TMS (gemeinsam mit

christina Abzieher).

Dr. Konrad Friedrich ScHLeGeL

ausstellungen

Kuratorische Vorbereitung der Ausstellung Kunst_

voller_Wein (intermezzo 04), Wien (KHM) 2012

(gemeinsam mit Francesca Del Torre, Thomas Kuster,

Bettina Kratzmüller, Georg Plattner und

Klaus Vondrovec)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

18.11. Die Kunstkammer des KHM, KHM,

Österreichischer Fremdenführerkongress 2011

Katja ScHMiTZ-Von LeDeBUr

ausstellungen

entwicklung eines Konzeptes zur Präsentation von

Tapisserien in der Ausstellung Ein Wintermärchen.

Der Winter in der Kunst von der Renaissance bis

zum Impressionismus, Zürich (Kunsthaus) 2012

publIkatIonen

Der Lauf der Zeit – zur Darstellung des Winters in

Tapisserien, in: Ausstellungskatalog S. Haag – r. de

Leeuw – c. Becker (Hgg.), Wintermärchen. Winter-

Darstellungen in der europäischen Kunst von Bruegel

bis Beuys, Wien (KHM) 2011; 1 objekttext ebenda

1 objekttext in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

Schaurig schön. Ungeheuerliches in der Kunst

(intermezzo 03), Wien (KHM) 2011

2 objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

All’Antica. Götter & Helden auf Schloss Ambras,

innsbruck (Schloss Ambras) 2011

Vorträge, teIlnahme an tagungen

20.1. Epigraphische und naturwissenschaftliche

Untersuchungen an den Königsgewändern aus den

sizilianischen Hofwerkstätten, Mannheim, reiss-engelhorn-Museen,

internationales Kolloquium im rahmen

der Ausstellung Die Staufer und Italien zum Thema

Sprechende Bilder. Textilwerkstätten und Erinnerungskultur

in staufischer Zeit

13.5. Tapisserien nach Entwürfen François Bouchers im

Kunsthistorischen Museum, Wien, Wien, Schloss Schönbrunn,

Tagungszentrum, im rahmen des Workshops

Museale Präsentation von Tapisserien

22.9. Der Futterstoff des Mantels König Rogers II. von

Sizilien, Halberstadt, Kongress Forum Kunst des Mittelalters,

Sektion 10: Sphärenwechsel – Textilien des Hochmittelalters

im Wandel von Nutzen und Wahrnehmung

(21.–24.9.)

1.10. „eyn ander Braun Rok mit swarczen Adelarn“ –

reflections on the eagle dalmatic of the coronation

regalia of the Holy Roman Empire and its Chinese silk

damask, riggisberg (cH), Abegg-Stiftung, internationales

Kolloquium Oriental Silks in the Western

Middle Ages (29.9.–1.10.)

6.12. Der Lauf der Zeit – zur Darstellung des Winters

in Tapisserien, KHM

sonstIges

entwicklung eines Systems zur Lagerung der Wiener

Tapisseriensammlung.

initiierung und Betreuung eines Projektes zur Präsentation

von Tapisserien in historischen räumlichkeiten – eine

Kooperation mit der Schloss Schönbrunn Kultur- und

Betriebsges. m. b. H. und der Universität für

angewandte Kunst, institut für Konservierung und

restaurierung.

Leitung des Projektes zur Übersiedlung der Wiener

Tapisseriensammlung.

Leitung eines Projektes zur Konservierung eines

Konvoluts islamischer Textilien aus der Sammlung

al-Sabah, Kuwait.

Wahl zum Mitglied in den Direction council des

centre international d’étude des textiles anciens als

repräsentant Österreichs.

Mag. Herbert reiTScHULer

publIkatIonen

Museumsobjekte im Detail betrachtet: Erste Erfahrungen

bei der Anwendung eines digitalen 3D-Mikroskops im

Museumsbereich an ausgewählten Beispielen des

Kunsthistorischen Museums, in: Technologische Studien

Kunsthistorisches Museum. Konservierung – restaurierung

– Forschung – Technologie, Bd. 8, 2011, 11–41

(gemeinsam mit c. Schaaf-Fundneider und S. Stanek)

leIhgaben

im Jahr 2011 war die Kunstkammer mit

431 Leihgaben an 22 Ausstellungen im

in- und Ausland beteiligt.


gemäldegalerIe

Dr. Sylvia Ferino-PAGDen, Direktorin

Dr. Gerlinde GrUBer

Dr. Francesca DeL Torre ScHeUcH

Dr. Guido MeSSLinG (ab 16.8.)

Dr. Gudrun SWoBoDA

Dr. Sabine PÉnoT (Karenz)

Dr. Björn BLAUenSTeiner* (bis 31.7.)

Dr. Wencke DeiTerS*

Mag. nora FiScHer*

Mag. Alice HoPPe-HArnoncoUrT*

Dr. christof MeTZGer* (bis 31.7.)

Dr. Kristine PATZ*

Hr a. o. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang ProHASKA*

Hr Dr. Karl ScHÜTZ*

Mag. elisabeth WoLFiK

Mag. Petra FiScHer

Anne cAMPMAn (bis 31.12.)

christine SUrTMAnn

restaurierung

Hr Mag. elke oBerTHALer, Leiterin

Mag. Monika STroLZ

Dipl.-rest. (FH) eva GÖTZ

Mag. Jutta HÖFLinGer

Mag. ingrid HoPFner

Mag. Michael oDLoZiL

Mag. Georg PrAST (ab 1.2.)

Mag. ina SLAMA

Mag. Ute TÜcHLer

Sonja KociAn

Mag. Judith Kern (bis 31.7.)

Mag. Matthias MÜLLer (bis 30.9.)

rahmenwerkstatt

Ar rudolf HLAVA

Markus GeYer

* Mitarbeiterin Forschungsprojekt

neues konzept FÜr dIe gemäldegalerIe

– bereIts erFolgte umgestaltungen

und ausblIck auF

2012 und 2013

Als Herzstück des Kunsthistorischen Museums

wurde die Gemäldegalerie vor zwanzig

Jahren einer grundlegenden renovierung

unterzogen. Zu den damals gesetzten Maßnahmen

zählten technische neuerungen

wie der einbau einer Klimaanlage und einer

elektronisch gesteuerten Beleuchtung ebenso

wie ästhetische Verschönerungen, so etwa

die Freilegung der nischen über den Türen

und die einfügung der Stuckbüsten berühmter

Künstler. Dabei wurde versucht, das ur-

sprüngliche erscheinungsbild bei der ersteröffnung

1891 wiederherzustellen, nachdem

gerade in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg eine

gegen die Architektur gerichtete „Modernisierung“

angestrebt worden war.

Der Durchgang durch die Galerie sollte damals

in möglichst chronologischer Abfolge

die Schwerpunkte der Sammlungen nach

Schulen geordnet den Besucherinnen nahebringen

und ihnen damit die Möglichkeit

geben, entwicklung und Fortschritt in der

Kunst des Abendlandes anhand der bedeutendsten,

in respektvollem Abstand zueinander

gehängten Werke mitzuverfolgen. Das

ursprüngliche Konzept erfuhr jedoch im

Laufe der letzten zwanzig Jahre aufgrund

der vielen durch Ausstellungen bedingten

Umhängungen, durch die Schließung der

Sekundär galerie und die Leihe zahlreicher Bilder

ständige Veränderungen; darüber hinaus

sind die Spuren der Zeit an den Wandbespannungen

ebenso bemerkbar wie an Beleuchtungen

und Beschriftungen.

neugestaltung der gemäldegalerIe

indem man davon ausgeht, dass man gerade

an Museen bzw. deren innengestaltung den

Zeitenwandel nachvollziehen kann und sie

daher immer wieder neu erdacht und neu

gestaltet werden müssen, wurde im letzten

Jahr die Gelegenheit ergriffen, in einem Dreijahresplan

das erscheinungsbild der Galerie

neu zu gestalten. Dabei wird keineswegs so

grundlegend in die innere Bausubstanz eingegriffen

wie bei der Kunstkammer, auch soll

die Galerie dafür nicht geschlossen werden.

es gibt drei grundlegende Voraussetzungen

für jede neugestaltung einer Galerie:

1. den sammlungsgeschichtlichen Gesichtspunkt,

der gerade in einer kaiserlichen

Galerie besondere Bedeutung hat;

2. den kunsthistorisch-didaktischen Gesichtspunkt

als grundsätzliche Aufgabe

jedes Kunstmuseums;

3. den ästhetischen Gesichtspunkt des

individuellen objekts im Kontext mit

den anderen Werken und im Zusammenspiel

mit dem erlebnis des gestalteten

raums, des eigentlichen „Futterals“ für

diese Kunstkostbarkeiten.

sammlungen khm

Das inhaltliche Konzept wird dabei stets auf

der Basis dieser Gesichtspunkte geformt.

Dabei sollen die Sinnzusammenhänge der

Zeit entsprechend neu erschlossen und neue

Schwerpunkte gesetzt werden, die sich aus

spezifischen Anforderungen ergeben.

saal FÜr dIe altdeutschen meIster

eine erste Zielsetzung war, die altdeutsche

Malerei aus dem engen, seit fast zwanzig

Jahren eingerichteten Provisorium des eckkabinetts

17 zu befreien. Dürer, cranach,

Holbein und andere altdeutsche Meister sind

nun in den Saal XV und das angrenzende

Kabinett eingezogen, den Saal, in dem bisher

die Holländer zu sehen waren. Bei der grundlegenden

erneuerung nach den Kriegsbeschädigungen

wurde dieser Saal weniger

hoch gestaltet und wirkt dadurch auch kleiner

und ideal für die nicht sehr monumentalen

altdeutschen Gemälde.

Schon Kaiser rudolf ii. war ein begeisterter

Sammler der altdeutschen Meister, war es ihm

doch gelungen, Dürers Allerheiligenaltar,

eines der wichtigsten Werke der abendländischen

Kultur, zu erwerben. obwohl nie

systematisch ausgebaut, besticht die Fülle

an Hauptwerken der bedeutendsten deutschen

Künstler und Schulen am Übergang

vom Mittelalter zur renaissance. Damit werden

die Gemälde seit fast hundert Jahren

zum ersten Mal in gebührendem rahmen

präsentiert.

„barocke“ hängung beI den

holländern und Flamen

Die holländischen Malerschulen beanspruchen

nun keinen großen Saal mehr – dies

entspricht auch nicht ihrem eigentlichen

charakter –, sondern entfalten sich in den

Kabinetten zwischen den beiden größeren

eckräumen, die rembrandt bzw. Vermeer

gewidmet sind.

im Saal Xii dagegen wurde eine dichte, bis

zur Decke reichende Hängung von holländischen,

flämischen und deutschen Meistern

des 16. und 17. Jahrhunderts präsentiert, wobei

formale und dekorative Korrespondenzen

und thematische Gruppierungen den

eindruck „barocker“ Fülle noch steigern.

39


40

gemäldegalerIe

Dabei wurde eine Anzahl von bedeutenden

Gemälden aus der seit bald zwanzig Jahren

geschlossenen Sekundärgalerie mit einbezogen.

Prunkstück der barocken Hängung in

Saal Xii bildet cornelis van Haarlems Kindermord

zu Bethlehem, eine hochkarätige Leihgabe

des rijksmuseum Amsterdam, die als

„prominenter Gast“ bis Sommer 2012 in

Wien zu sehen ist.

Der Saal iX ist der Malerschule Kaiser

rudolfs ii. gewidmet, den bezaubernden

erotischen Mythen des Bartholomäus Spranger,

den vielschichtigen Werken des Josef

Heintz und des Hans von Aachen, den Jahreszeiten

des Lukas i. van Valckenborch und

vielen anderen. obwohl hier eigentlich –

spiegelbildlich zu Tizian bei den italienern –

die Altdeutschen hängen sollten, musste

davon abgesehen werden, da der Saal oft

für Sonderausstellungen zur Verfügung gestellt

werden muss und die Gemälde Sprangers

zu einem größeren Teil auf Leinwand

gemalt sind, daher eher transportiert werden

können als z. B. der neu aufgestellte

Allerheiligenaltar Dürers.

im Saal Xi sind die Gemälde van Dycks zu

sehen. Bei Bruegel und den beiden rubenssälen

sind vorerst keine größeren eingriffe

geplant.

einblick in Saal XV, Altdeutsche Malerei,

mit Dürers Allerheiligenaltar

in den dreigliedrigen Kabinetten 15 und 16

wurden die Gemälde der Altniederländer neu

präsentiert und dabei die kleinen Altäre auf

Sockel gestellt, um ihrer ursprünglichen

Funktion als Teile eines Sakralaufbaus näher

zu kommen. Die Kabinette 22 und 23 werden,

den angrenzenden rubenssälen entsprechend,

Flamen aufnehmen.

Das Jahr 2012 gilt der neugestaltung der

italiener und Spanier.

beleuchtung, wandbespannung

und neue saalbeschrIFtungen

Diesen inhaltlich neuen Gemäldegruppierungen

soll eine intensivere Beleuchtung

ebenso zu größerer Wirkung verhelfen wie

neue Wandbespannungen, wo erforderlich.

Statt der Jalousien werden neue Fensterfolien

und statt der Kordeln Distanzhalter angebracht,

die gleichzeitig die Beschriftungen

aufnehmen, welche damit einen Abstand zur

Wand erhalten. Dafür werden Saaltexte auf

Stelen die Gruppierungen näher erläutern. Vor

den beiden Haupteingängen in die Galerie

werden auf digitalen Screens die großen

Gemäldesammler des Hauses Habsburg und

die von ihnen erworbenen Bilder vorgestellt.

Bericht: Dr. Sylvia Ferino-PAGDen

einblick in Saal Xii, „barocke“ Hängung mit

cornelis van Haarlems Kindermord zu Bethlehem

ausstellungen der

gemäldegalerIe 2011

im rahmen einer einmaligen initiative präsentierten

die Fine Arts Museums of San

Francisco (de Young Museum) vom 29. oktober

2011 bis 12. Februar 2012 eine

prachtvolle Auswahl von Meisterwerken der

venezianischen Künstler des 16. Jahrhunderts

aus der Gemäldegalerie. Die Auswahl

wurde von Sylvia Ferino-Pagden in Zusammenarbeit

mit elke oberthaler getroffen.

Durch 50 Werke der genialsten Maler wurden

die revolutionären errungenschaften der

venezianischen Malerei dargelegt. –

Ausstellungserwerb: 1.000.000 Dollar.

Vom 5.10.2011 bis 15.1.2012 war eine von

Sabine Pénot und elke oberthaler getroffene

Auswahl von 53 Meisterwerken der niederländischen

Gemäldesammlung des KHM

im Groeningemuseum in Brügge zu Gast

(Konzept: Sylvia Ferino-Pagden). Zahlreiche

Bilder kehrten dabei an den ort ihrer entstehung

zurück, wodurch den Besuchern

eine Gegenüberstellung mit den im Groeningemuseum

verwahrten Werken altniederländischer

Meister wie Jan van eyck,

Hugo van der Goes und Hans Memling ermöglicht

wurde. –

Ausstellungserwerb: 325.000 euro.


Die Ausstellung Dürer – Cranach – Holbein.

Die Entdeckung des Menschen: Das deutsche

Porträt um 1500 in Wien und München bot

dem Publikum vom 31.4. bis 4.9. 2011 bzw.

vom 16.9.2011 bis 15.1.2012 erstmalig

einen umfassenden Überblick über die Bildniskunst

im deutschen Sprachraum vom

Spätmittelalter bis in die Frühe neuzeit.

Hochkarätige Gemälde, Skulpturen und

Arbeiten auf Papier aus europäischen und

nordamerikanischen Museen sowie selten gezeigte

Werke aus Privatsammlungen führten

eindrucksvoll vor Augen, wie der Mensch

um 1500 ins Zentrum des künstlerischen

interesses rückte und Künstler zu entdeckern

ihrer Zeitgenossen avancierten. Ausstellungserwerb:

150.000 euro.

Ausstellung der Gemäldegalerie Masters of Venice

in San Francisco

massnahmen zur ÜberprÜFung und

Verwaltung der dauerleIhgaben

373 Gemälde sind als Dauerleihgaben an

nicht-musealen Standorten (institutionen im

in- und Ausland) untergebracht. Seit Dezember

2010 wurden folgenden Maßnahmen

eingeleitet:

– Unterscheidung zwischen an staatliche/

nicht-staatliche institutionen ausgeliehenen

Gemälden;

– Bereinigung des inventars nach der

Übergabe von Gemälden an das Bundesmobiliendepot;

– revision der Gemälde sowie Kontrolle zur

identifizierung der konservatorisch gefährdeten

Werke. einzelne konservatorisch

gefährdete Gemälde (für welche eine

dringende restaurierung empfohlen

wurde) sind bereits zurückgeholt worden.

– Ausarbeitung und einführung eines neuen

Leihvertrages (Juli 2011): 5 Jahre Leihfrist;

Versicherungspflicht und einführung von

Leihgebühren für nicht-staatliche institutionen;

Anhang mit Auflistung der konservatorischen

Bedingungen.

restaurIerwerkstätte

sammlungen khm

Durch erhöhte Leih- und Ausstellungstätigkeit

sowie die errichtung des neuen Zentraldepots

brachte das Jahr 2011 besondere

Herausforderungen. Zugleich mit der Sicherung

und dem Transfer des umfangreichen

Depotbestandes waren 8 große Ausstellungsprojekte

zu betreuen. Dafür wurde das

Team der hauseigenen restaurierwerkstätte

temporär durch externe restauratoren verstärkt.

Auch konnten wichtige restaurierungen

v. a. im Bereich venezianischer und

deutscher Malerei des 16. Jahrhunderts sowie

an Gemälden, die für die neuaufstellung

der Kunstkammer vorgesehen sind, vorgenommen

werden.

neues zentraldepot

An etwa 2.000 Gemälden wurden in Hinblick

auf den Transport, die Vorbereitung der

in situ-Stickstoffbegasung, die Verpackung

der Bestände und die Begleitung der Transporte,

ferner die Betreuung der Hängung

im neuen Depot konservatorische Maßnahmen

durchgeführt. Planung, Steuerung: elke

oberthaler; Umsetzung: eva Götz mit drei

externen res tauratoren (Sabine reinisch,

Judith Kern, Matthias Müller) und jeweils

einem Mit arbeiter/einer Mitarbeiterin der

Gemälde-restaurierwerkstätte in wechselnder

ein teilung. Die Übersiedlung unterstützten

die Praktikantinnen Stefanie Schindler,

Magdalena Brela und Saskia Höltken.

Gemeinsam mit der Gemäldegalerie-registrarin

Anne campman wurden 1200 Zierrahmen

vermessen, fotografiert, inventarisiert

und in eine Datenbank eingegeben

(ina Slama, Ute Tüchler, Jutta Höflinger).

ausstellungs- und leIhtätIgkeIt

Für 36 externe Ausstellungen wurden 204

Leihgaben vorbereitet sowie 225 Zustandsprotokolle

erstellt. Für Leihanfragen wurden

139 Leihfähigkeitsgutachten angefertigt.

Zum Schutz empfindlicher Gemälde,

insbesondere von Tafelbildern, wurden 62

Klimavitrinen konstruiert (rudolf Hlava,

Markus Geyer). 40 Kurierreisen wurden bestritten.

Darüber hinaus wurden 8 hauseigene

Ausstellungen konservatorisch betreut.

41


42

gemäldegalerIe

restaurIerungen

inv.-nr. 40, Paolo caliari, gen. Veronese,

Salbung Davids (Michael odlozil)

inv.-nr. 306, Giuseppe Maria crespi, gen.

Lo Spagnuolo, Äneas, die Sibylle und

Charon (ina Slama)

inv.-nr. 752, François clouet,

König Karl IX. von Frankreich, ganze Figur

(ingrid Hopfner)

inv.-nr. 783, Bartel Beham, Bildnis eines

Schiedsrichters (beim Bogenschießen oder

Ballspiel, die Punkte notierend)

(elke oberthaler, Georg Prast)

inv.-nr. 829, Hans Schäufelin,

Melancholiker (sog. Jünglingskopf)

(Michael odlozil)

François clouet, König Karl IX. von Frankreich,

ganze Figur, inv.-nr. 752, vor der

restaurierung nach der restaurierung

inv.-nr. 833, Joos van cleve, Lukretia

(Jutta Höflinger)

inv.-nr. 1960, Hans Schäufelin,

Sanguiniker (sog. Frauenkopf)

(Michael odlozil, Georg Prast)

inv.-nr. 3483, Bartel Beham,

Bildnis einer Frau mit Papagei

(eva Götz, ingrid Hopfner)

inv.-nr. 4398, Hans Burgkmair d. Ä.

(zugeschrieben), Kaiser Friedrich III.

(ingrid Hopfner)

inv.-nr. 4399, Hans Burgkmair d. Ä.

(zugeschrieben), Kaiserin Eleonore von

Portugal, Halbfigur (ingrid Hopfner)

inv.-nr. 6949, Giambettino cignaroli,

Selbstbildnis (Georg Prast)

inv.-nr. 7939, Alpenländisch /

niederländisch? / Deutsch?,

Aufgeschlagenes Missale

(Georg Prast)

extern vergebene restaurierungen fremdfinanziert

von der residenzgalerie Salzburg:

inv.-nr. 2325, Antoon Schoonjans,

Vestalinnen

inv.-nr. 2527, Paolo de’ Matteis,

Mystische Verlobung der hl. Katharina

inv.-nr. 2669, Anonym, Blumenstück

inv.-nr. 2670, Anonym, Blumenstück

(alle: Atelier Gerhard Walde)

Werkstätten des Bundesdenkmalamtes,

für die Pfarre Laxenburg:

inv.-nr. 6334, Gerard Seghers,

Madonna in einem Blumen- und Früchtekranz

(cecilia Seilern)

Hofburg innsbruck:

inv.-nr. 7821, Wenzel Pohl, Kaiser Franz I.

Stephan als deutscher Kaiser

(Peter Kalsner)

inv.-nr. 7901, Österreichisch,

Leopold III. „der Fromme“

inv.-nr. 7902, Österreichisch,

Viridis Visconti, Gemahlin von Leopold III.

inv.-nr. 7904, Österreichisch, Leopold IV.,

Graf von Tirol, Sohn von Leopold III.

inv.-nr. 7913, Franz Sebald Unterberger,

Hl. Michael

inv.-nr. 7958, Angelo Guiducci,

Friedrich IV. „mit der leeren Tasche“

inv.-nr. 7960, Angelo Guiducci,

Anna, 2. Gemahlin von Friedrich IV. von Tirol

inv.-nr. 8048,

Philippine Welser im schwarzen Kleid

inv.-nr. 8122, Domenico casini,

Margharita de’ Medici

inv.-nr. 8254, Angelo Guiducci,

Herzog Rudolf IV., Graf von Tirol

inv.-nr. 8375, Angelo Guiducci,

Maximilian I.

(alle: Atelier Gerhard Walde)

Schlosshof, Marchfeldschlösser revitalisierungs-

und Betriebsges.m.b.H.:

inv.-nr. 8591, Antonio Jolli,

Ansicht von Neapel vom Palazzo di


Capodimonte (im Vordergrund Ferdinand iV.

als Kind mit Gefolge beim Ausritt)

inv.-nr. 8592, Antonio Jolli,

Abfahrt Ferdinands IV. nach Posilippo mit

Zug der königlichen Barken

inv.-nr. 8622, Antonio Jolli, Ansicht

des Golfs von Neapel gegen den Vesuv mit

königlichem Zug nach Piedigrotta

inv.-nr. 8625, Antonio Jolli, Ansicht

des Golfs von Neapel gegen Nordwesten

mit königlichem Zug nach Piedigrotta

inv.-nr. 8647, Antonio Jolli, Ansicht

von Posilippo auf Pizzofalcone in Neapel

(alle: Mag. christiana rieder)

Schloss Schönbrunn Kultur- und

Betriebsges.m.b.H.:

inv.-nr. 9090, Martin van Meytens d. J., Kaiserin

Maria Theresia (Mag. Martina Spiegl)

Präsidentschaftskanzlei, Hofburg

(Versicherungsfall):

inv.-nr. 3458, Schule von Martin van Meytens

d. J., Maria Theresia im ungarischen

Königskleid (Atelier Gerhard Walde)

Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten,

Botschaft London (Versicherungsfall):

inv.-nr. 8639, Anonym, Kaiser Franz I. (II.)

von Österreich in Marschallsuniform

(Atelier Gerhard Walde)

sammlungspFlege

Laufende Kontrollgänge in den Sammlungsbereichen

(bez. Klima, Zustand, Sicherheit,

Schadinsekten), laufendes entstauben der

Gemälde und Betreuung der Umhängungen

in der Primärgalerie, Pflege und Protokollierung

der Ausstattungsgemälde in der Präsidentschaftskanzlei.

untersuchungen

Ausstellungsvorbereitung: Palettierte Kisten im

cargoflugzeug von Luxemburg nach Los Angeles

Von 19 Gemälden und 12 weiteren objekten

(aus der Sammlung alter Musikinstrumente,

der Schatzkammer, der Wagenburg, dem

Museum für Völkerkunde, dem Belvedere

und privaten Sammlungen) wurden röntgenaufnahmen

hergestellt. An 19 Gemälden

wurden irr-Aufnahmen (3786 einzelaufnahmen)

durchgeführt.

dokumentatIon

sammlungen khm

im rahmen der Digitalisierung der restaurierdokumentation

wurde eine neue Maske im

TMS konzipiert, in die von ca. 720 inventarnum

mern die informationen bezüglich röntgenaufnahmen,

irr-Aufnahmen, rückseiten-

und Schwingungsschutz, Klimavitrine etc.

eingegeben wurden. Ungefähr 750 Dokumentationsmappen

wurden auf ihre Vollständigkeit

überprüft und ergänzt. Bei der Übersiedelung

in das Zentraldepot wurde handschriftlich

dokumentiert, bis Jahresende konnte die

Dokumentation für 349 inventarnummern

eingegeben werden (Sonja Kocian).

oben: Sicherung und Dokumentation der Gemälde für den

Transport in das neue Zentraldepot Himberg

unten: Schließen des Zeltes für die Stickstoff begasung im

Depot in inzersdorf

43


44

gemäldegalerIe

ForschungsproJekte

naturwissenschaftliche untersuchungen

der gemälde tizians im khm

Projektleitung: Dr. Sylvia Ferino-PAGDen

Projektmitarbeit: Dr. Wencke DeiTerS,

Dr. Martina GrieSSer, Mag. elke oBerTHALer,

Mag. robert WALD, BSc. Marta AnGHeLone

Finanzierung: FWF (Projekt-nr. P19032-G13)

Die Auswertung und Zusammenfassung der

Untersuchungsergebnisse zur Maltechnik

Tizians werden in enger Zusammenarbeit

zwischen Gemäldegalerie, naturwissenschaftlichem

Labor und restaurierwerkstätte weitergeführt.

Der wissenschaftliche Katalog, der die

technologische erfassung und kunsthistorische

interpretation der Werke Tizians in der

Sammlung des Kunsthistorischen Museums

vorsieht, wurde weiter erarbeitet und weitestgehend

fertig gestellt.

catalogue raisonné der italienischen

barockmalerei im khm

Projektleitung: Dr. Gudrun SWoBoDA

Projektmitarbeit: Dr. Wolfgang ProHASKA,

Dipl.-rest. (FH) eva GÖTZ, Mag. ina SLAMA,

Mag. Michael oDLoZiL

nach dem 2010 erschienenen catalogue

raisonné der italienischen Barockmalerei im

Kunsthistorischen Museum Rom I: Caravaggio

und der internationale Caravaggismus ist

nunmehr der 2. Band zur Malerei in rom

von cavalier d’Arpino bis Pompeo Batoni

in Vorbereitung.

katalog der deutschen gemälde

1500–1540 im kunsthistorischen museum

Projektleitung: Hr Dr. Karl ScHÜTZ

Projektmitarbeit: Michael eDer, Mag. Alice

HoPPe-HArnoncoUrT, Mag. Monika

STroLZ, Mag. Ute TÜcHLer

Finanzierung: FWF (Projekt-nr. P19829-G13)

Ziel des Forschungsprojektes ist es, den Bestand

an deutschen Gemälden des KHM –

eingegrenzt auf eine entstehungszeit

zwischen 1500 und 1540 – systematisch,

kunsthistorisch sowie technologisch zu

unter suchen und die ergebnisse publikationsfertig

zu dokumentieren. Wir befinden uns

nun im fünften und letzten Projekt-Jahr. Die

kunsthistorischen recherchen, das Aufarbeiten

der aktuellen Literatur und die erörterung

von Provenienzfragen wurden fortgeführt.

Die technologischen Untersuchungen konnten

in diesem letzten Projektjahr weitgehend

abgeschlossen werden. insgesamt wurden

9 Bilder mittels infrarotreflektografie untersucht,

von 5 Bildern wurden röntgenaufnahmen

angefertigt und 12 Gemälde wurden

von Dr. Peter Klein, ordinariat für Holzbiologie

der Universität Hamburg, dendrochronologisch

untersucht. Die Untersuchungen

hinsichtlich Bildaufbau und erhaltungszustand

wurden an 22 Bildern fortgesetzt.

Seit Herbst 2011 werden die ergebnisse der

bisherigen recherchen für eine Publikation

vor bereitet, wobei die Kooperation mit

dem internationalen, von der A. W. Mellon

Foundation, new York, finanzierten Projekt

Cranach Digital Archive den Fokus auf diesen

Künstler verstärkte. Für dieses öffentlich

zugängliche Archiv wurden bereits Forschungsergebnisse

in kommentierter Form

weitergegeben.

die gemälde von Francesco und leandro

bassano in der gemäldegalerie des

kunsthistorischen museums in wien

Projektleitung: Dr. Sylvia Ferino-PAGDen

Projektmitarbeit:

Dr. Francesca DeL Torre ScHeUcH

Finanzierung: Jubiläumsfonds der oesterreichischen

nationalbank (Projekt-nr. 12838)

Das Forschungsvorhaben widmet sich der

erstellung des wissenschaftlichen Kataloges

und der Vorbereitung eines Ausstellungsprojektes.

Dank der identifizierung von drei weiteren

Gemäldegruppen, die jeweils der Hand von

Francesco, Leandro und Gerolamo Bassano

zuzuweisen sind, konnten wir die rolle von

Jacopos Söhne hinsichtlich der Verbreitung

des bassanesken Stils im Hinblick auf die

Werkstattorganisation besser beurteilen.

Die ergebnisse des Forschungsprojektes wurden

im rahmen des internationalen Symposiums

Jacopo Bassano: i figli, la scuola,

l’eredità in Bassano del Grappa (29.3.–

2.4.2011) den Bassano-Spezialisten präsentiert.

zur geburt der kunstgeschichte aus dem

geist des museums – transformationen

der kaiserlichen gemäldegalerie in wien

um 1800

Projektleitung: Dr. Gudrun SWoBoDA

Projektmitarbeit: Mag. nora FiScHer,

Dr. Kristine PATZ

Weitere Projektmitarbeiterinnen:

Dr. Karl ScHÜTZ, Mag. Alice HoPPe-

HArnoncoUrT, Mag. ina SLAMA,

Dott.essa Simona PASQUinUcci

Finanzierung: forMuse – Forschung

an Museen. ein Förderprogramm des

Bundesministeriums für Wissenschaft

und Forschung (seit 2009)

Gegenstand des Forschungsprojektes, das

in Kooperation mit dem Florentiner institut

für Kunstgeschichte – Max Planck institut

(Dir. Prof. G. Wolf), den Universitäten in

Frankfurt a. M. (Prof. H. Aurenhammer) und

Zürich (Prof. T. Weddigen) sowie dem Archiv

der Galleria degli Uffizi in Florenz (Dott.essa

M. Sframeli) durchgeführt wird, ist die für

europa richtungsweisende neuorganisation

der kaiserlichen Gemäldegalerie in Wien in

der Zeit um 1800. in dieser kunst- und kulturhistorisch

wichtigen Schwellenzeit hat die

Gemäldegalerie einen Wandel durchgemacht,

der in seiner Art exemplarisch ist: Die höfische

Galerie wurde in ein öffentliches Kunstmuseum

transformiert.

neben der kontinuierlich weitergeführten

Forschungsarbeit, die um wertvolle Archivergebnisse

sowie durch die entwicklung und

realisierung eines Modells der Belvedere-

Galerie bereichert wurden, fand am 6. Mai

Modell der Belvedere-Galerie


am Kunsthistorischen institut der Goethe-

Universität Frankfurt a. M. ein öffentlicher

Studientag zum Thema Wege zum modernen

Kunstmuseum – Wien, Kassel, Dresden, Frankfurt

(ca. 1770 – 1840) statt, der in Zusammenarbeit

mit Prof. Hans Aurenhammer

konzipiert wurde (http://www.kunst.uni-frankfurt.de/de/aktuelles/veranstaltungen/33/).

Von 24.–26. november folgte in Wien das

Symposium Eine sichtbare Geschichte der

Kunst. Europäische Museumskultur um 1800,

bei dem gleichsam als sichtbarer Höhepunkt

der Projektarbeit aktuelle ergebnisse der

Öffentlichkeit präsentiert und zusammen

mit internationalen Wissenschaftlerinnen in

größeren Zusammenhängen diskutiert wurden(http://www.khm.at/internationales-symposium/).

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. Sylvia Ferino-PAGDen

ausstellungen

Gastkurator der Ausstellung Arcimboldo. Artista milanese

tra Leonardo e Caravaggio, Mailand (Palazzo reale) 2011

Konzept der Ausstellung Fürstlich gesammelt. Van Eyck,

Gossaert, Bruegel. Meisterwerke des Kunsthistorischen

Museums Wien, Brügge (Groeningemuseum)

2011/2012

Konzept der Ausstellung Masters of Venice. Renaissance

Painters of Passion and Power from the Kunsthistorisches

Museum, Vienna, San Francisco (Fine Arts Museum)

2011/2012

publIkatIonen

Herausgabe des Ausstellungskatalogs Arcimboldo.

Artista milanese tra Leonardo e Caravaggio, Mailand

2011; Arcimboldo a Milano, ebenda, 17–19;

„…e massime con le invenzioni e capricci, ne’ quali

è unico al mondo“. Il rebus Arcimboldo, ebenda, 153–219

Herausgabe des in vier Sprachen erschienenen Ausstellungkatalogs

Fürstlich gesammelt. Van Eyck, Gossaert,

Bruegel. Meisterwerke des Kunsthistorischen Museums

Wien, Brügge (Groeningemuseum) 2011/2012

(gemeinsam mit T.-H. Borchart und M. Sellink);

Fürstlich gesammelt. Meisterwerke des Kunsthistorischen

Museums Wien, ebenda, 9–21

Herausgabe des Ausstellungkatalogs Masters of Venice.

Renaissance Painters of Passion and Power from the

Kunsthistorisches Museum, Vienna, San Francisco (Fine

Arts Museums) 2011/2012 (gemeinsam mit L. Federle

orr); Introduction: Venetian Renaissance Paintings at

the Kunsthistorisches Museum, ebenda, 8–15; Masters

of Venice, ebenda, 16–37; Titian, ebenda, 71–97

Mitherausgeber von Venezia cinquecento

ForschungsproJekte

Leitung des Forschungsprojekts Naturwissenschaftliche

Untersuchungen der Gemälde Tizians im Kunsthistorischen

Museum (siehe oben)

Leitung des Forschungsprojekts Die Gemälde von

Francesco und Leandro Bassano in der Gemäldegalerie

des Kunsthistorischen Museums in Wien (siehe oben)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

eröffnungsvorträge zu den Ausstellungen in Mailand,

Brügge und San Francisco

sonstIges

Konzept für die Übersiedlung des externen Depots

Vorbereitung der neuhängungen der Gemäldegalerie mit

Unterstützung von Gerlinde Gruber und Sabine Pénot

Umhängungskonzepte in Sälen und Kabinetten der

Gemäldegalerie anlässlich der Ausstellungen Jan Fabre;

Dürer – Cranach – Holbein; Wintermärchen

Mitglied des wissenschaftlichen Komitees des Palazzo

del Te in Mantua: Teilnahme an Sitzungen

Mitglied der Accademia raffaello

Gründungsmitglied des Wissenschaftsausschusses des

KHM (gemeinsam mit Franz Pichorner, Michael Alram

und Georg Plattner); Abhaltung eines Wissenschaftstages

mit coach am Semmering (1.–2.4.)

Konzept und organisation der ersten Buchpräsentation

im rahmen der Sichtbarmachung der Forschung am

Museum: W. Prohaska – G. Swoboda, Caravaggio und

der internationale Caravaggismus, Wien 2010; einladung

von Prof. Sybille ebert-Schifferer als Buchpräsentatorin

Dr. Gerlinde GrUBer

ausstellungen

Kuratierung der Ausstellung Schaurig schön. Ungeheuerliches

in der Kunst (intermezzo 03), Wien (KHM) 2011

(gemeinsam mit christian Beaufort-Spontin, Michaela

Hüttner, Bettina Kratzmüller, Beatrix Kriller-erdrich,

claudia Kryza-Gersch, Manuela Laubenberger, Agnes

Stillfried, Klaus Vondrovec und Karoline Zhuber-okrog)

Mitglied des wissenschaftlichen Komitees der Ausstellung

Fürstlich gesammelt. Van Eyck, Gossaert, Bruegel.

Meisterwerke des Kunsthistorischen Museums Wien,

Brügge (Groeningemuseum) 2011/2012

publIkatIonen

redaktion von: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

Schaurig schön. Ungeheuerliches in der Kunst

(intermezzo 03), Wien (KHM) 2011 (gemeinsam mit

B. Kratzmüller und K. Zhuber-okrog); einleitungen

und objekttexte ebenda

redaktion von Ausstellungskatalog S. Ferino-Pagden –

T.-H. Borchart – M. Sellink (Hgg.), Fürstlich gesammelt.

Van Eyck, Gossaert, Bruegel. Meisterwerke des Kunsthistorischen

Museums Wien, Brügge (Groeningemuseum)

2011/2012 (gemeinsam mit B. Blauensteiner

und T.-H. Borchert); ,Het scheen al de leven‘: vom

alltäglichen Genre, ebenda, 154–165

objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag – r. de

Leeuw – c. Becker (Hgg.), Wintermärchen. Winter-

Darstellungen in der europäischen Kunst von Bruegel

bis Beuys, Wien (KHM) 2011

Vorträge, teIlnahme an tagungen

Konzeption und organisation einer Vortragsreihe

zur Ausstellung Schaurig schön (gemeinsam mit

den Ko-Kuratoren der Ausstellung)

sammlungen khm

15.1. Pedro Pablo Rubens en la Colección de los

Habsburgo en Viena (Peter Paul Rubens in the Austrian

Hapspurg Collection), Madrid, Museo nacional del Prado

20.–22.3. enschede, coDArT VeerTien congress

Highlights and twilights: popular and neglected areas

of Dutch and Flemish art in museums

sonstIges

Konzeption der neuhängung des flämischen Barocks der

Gemäldegalerie (gemeinsam mit Sylvia Ferino-Pagden)

Mitglied des Teams „Depot-Übersiedlung“: Mitarbeit

an Planung und organisation der Gemäldeübersiedlung

Dr. Francesca DeL Torre ScHeUcH

ausstellungen

Unterstützung des Kurators und Mitarbeit beim

Aufbau der Ausstellung Venedig. Seemacht, Kunst und

Karneval, Schallaburg 2011

Kuratorische Vorbereitung der Ausstellung Kunst_voller_

Wein (intermezzo 04), Wien (KHM) 2012 (gemeinsam

mit Thomas Kuster, Bettina Kratzmüller, Georg Plattner,

Konrad Schlegel und Klaus Vondrovec)

publIkatIonen

Die venezianische Malerei vom Cinquecento bis zum

Settecento, in: Ausstellungskatalog Schallaburg Kulturbetriebsges.m.b.H.

Kunsthistorisches Museum, Wien

(Hgg.), Venedig. Seemacht, Kunst und Karneval,

Schallaburg 2011, 163–181; objekttexte ebenda

Giorgione, in: Ausstellungskatalog S. Ferino-Pagden –

L. Federle orr (Hgg.), Masters of Venice. Renaissance

Painters of Passion and Power from the Kunsthistorisches

Museum, Vienna, San Francisco (Fine Arts Museums)

2011/2012, 59–69; Bassano, ebenda, 135–141

objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

All’Antica. Götter & Helden auf Schloss Ambras,

innsbruck (Schloss Ambras) 2011

objekttext in: Ausstellungskatalog S. Haag –

r. de Leeuw – c. Becker (Hgg.), Wintermärchen.

Winter-Darstellungen in der europäischen Kunst

von Bruegel bis Beuys, Wien (KHM) 2011

ForschungsproJekte

Mitarbeit am Forschungsprojekt Die Gemälde von

Francesco und Leandro Bassano in der Gemäldegalerie

des Kunsthistorischen Museums in Wien

(Projektleitung: Dr. Sylvia Ferino-Pagden; siehe oben)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

30.3. I dipinti dei Bassano nelle collezioni del Kunsthistorisches

Museum di Vienna, Bassano del Grappa,

internationales Symposium Jacopo Bassano: i figli la

scuola l’eredità (30.3.–2.4.)

sonstIges

Seit Februar 2011 Betreuung des Bereichs der

Dauerleihgaben der Gemäldegalerie

interview zum Thema Venedig und seine Kunst für

die Sendung Diagonal (28.5.) auf Ö1

Mitglied des Teams „Depot-Übersiedlung“:

Mitarbeit an organisation und Durchführung der

Gemäldeüber siedlung

45


46

gemäldegalerIe

Dr. Guido MeSSLinG

ausstellungen

Konzept und wissenschaftliche Bearbeitung der

Aus stellungen The World of Lucas Cranach, Brüssel

(Palais des Beaux-Arts [Bozar] 2010/2011 sowie

Cranach et son temps, Paris (Musée du Luxembourg)

2011

Mitkonzeption und wissenschaftliche Bearbeitung der

Ausstellung The Ottoman Orient in Renaissance Art,

Brüssel (Palais des Beaux-Arts [Bozar] 2012/2013

(gemeinsam mit Katharina van cauteren, Universität

Löwen)

publIkatIonen

Herausgabe von Ausstellungskatalog Cranach et son temps,

Paris (Musée du Luxemborg) 2011; objekttexte ebenda

Handzeichnungen. Die deutschen und schweizerischen

Meister der Spätgotik und der Renaissance (An haltische

Gemäldegalerie Dessau, hg. von n. Michels),

Petersberg 2011

objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag – c. Lange –

c. Metzger – K. Schütz, Dürer – Cranach – Holbein.

Die Entdeckung des Menschen: Das deutsche Porträt

um 1500, Wien (KHM) 2011

ForschungsproJekte, Forschungen

Bearbeitung der deutschen und schweizerischen Handzeichnungen

der Spätgotik und der renaissance in der

Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau (gemeinsam mit

Georg Dietz; gefördert von der Getty Foundation, Los

Angeles).

Bearbeitung der Holzschnitte von niklaus Manuel und

Hans rudolf Manuel für die reihe New Hollstein

German.

Vorträge, teIlnahme an tagungen

16.1. Cranach and the Netherlands, Brügge,

Groeningemuseum

20.12. Glücks Fälle. Gustav Glück und seine Erwerbungen

für die Wiener Galerie 1911 bis 1931, Wien, KHM

sonstIges

September – oktober 2012 Mitarbeit am Umzug des

Galeriedepots in das neue Zentraldepot Himberg

Dr. Gudrun SWoBoDA

publIkatIonen

Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.), Zu Gast in Ambras.

Die Zerstörung des Tempels in Jerusalem von Nicolas

Poussin, innsbruck (Schloss Ambras) 2011

objekttext in: Ausstellungskatalog Il Settencento a Verona.

Tiepolo, Cignaroli, Rotari. La nobilità della pittura,

Verona (Museo di castelvecchio) 2011/2012

objekttext in: Ausstellungskatalog S. Haag – r. de

Leeuw – c. Becker (Hgg.), Wintermärchen. Winter-

Darstellungen in der europäischen Kunst von Bruegel

bis Beuys, Wien (KHM) 2011

ForschungsproJekte

Leitung des Forschungsprojekts Zur Geburt der

Kunstgeschichte aus dem Geist des Museums.

Transformationen der kaiserlichen Gemäldegalerie

in Wien um 1800 (siehe oben)

Leitung des Forschungsprojekts Catalogue raisonné

der italienischen Barockmalerei im Kunsthistorischen

Museum (gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Wolfgang

Prohaska; siehe oben)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

4.2. The Picture Gallery and its Double: Emperor

Charles’ VI. Art Collection in a Painted Inventory by

F. Storffer, Los Angeles, The Getty research institute,

Tagung The Display of Art in Eighteenth-Century

Europe, 1700–1850 (3.–4.2.)

6.5. Konzeption, organisation und einleitung des

Studientags am Kunstgeschichtlichen institut der

Goethe-Universität Frankfurt a. M. Wege zum

modernen Kunstmuseum (ca. 1770 – 1840). Wien,

Kassel, Dresden, Frankfurt (gemeinsam mit Hans

Aurenhammer)

23.6. Zwischen Repräsentation und Disziplinierung:

Die Wiener kaiserliche Galerie im 18. Jahrhundert,

Altaussee, Symposium Literatur – Kunst – Metapher,

konzipiert und organisiert von Franz Josef czernin

(22.–26.6.)

25.7. Die verdoppelte Galerie. Die Kunstsammlungen

Kaiser Karls VI. in der Wiener Stallburg und ihr Inventar,

Graz, Universität, 13. internationaler Kongress zur

erforschung des 18. Jahrhunderts (25.–29.7.)

15.–17.9. Wien, Universität, institut für Kunstgeschichte,

internationale Tagung Iconology. Neoplatonism and

Art in the Renaissance. Perspectives and Contexts of

a Controversial Alliance

24.–26.11. Konzeption, organisation und einleitung

des internationalen Symposiums „Eine sichtbare Geschichte

der Kunst“. Europäische Museumskultur um 1800,

KHM (unter Teilnahme von Kuratoren und restauratoren

der Gemäldegalerie); inhaltliche und organisatorische

Kooperation mit dem Studientag an der Akademie

der bildenden Künste Wien: Traditionalismen und

Neuansätze. Aristokratische Gemäldesammlungen

in Wien im 18. und frühen 19. Jahrhundert (Leitung:

Martina Fleischer; 24.11.)

7.–10.12. Wien, Österreichische Akademie der Wissenschaften,

The Habsburgs and their Courts in Europe,

1400–1700. Between Cosmopolitism and Regionalism,

Symposium der Kommission für Kunstgeschichte im

rahmen des Forschungsprojekts PALATIUM. Court

Residences as Places of Exchange in Late Medieval

and Early Modern Europe (1400–1700)

lehrtätIgkeIt

WS 2011/12 Die kaiserlichen Gemäldesammlungen –

Zwischen höfischer Repräsentation und modernem

Kunstmuseum (1600–1800), Wien, Universität, institut

für Kunstgeschichte, Praktische Übung

sonstIges

Mitglied des Teams „Depot-Übersiedlung“: Mitarbeit an

Planung und Durchführung der Gemäldeübersiedlung

Wissenschaftlicher Beirat von „Le voci del Museo“.

collana di Museologia – Museografia

10.3. KHM, Präsentation des Buches W. Prohaska –

G. Swoboda (unter Mitarbeit von M. cardinali, B. eble,

e. Götz, M. odlozil, M. B.de ruggieri, i. Slama, r. Wald),

Caravaggio und der internationale Caravaggismus

(Sammlungskataloge des Kunsthistorischen Museums,

hg. von Sabine Haag, Bd. 6; Sammlungskatalog der

Gemäldegalerie: rom i), Wien 2010

Dr. Sabine PÉnoT

publIkatIonen

objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag –

r. de Leeuw – c. Becker (Hgg.), Wintermärchen.

Winter-Darstellungen in der europäischen Kunst von

Bruegel bis Beuys, Wien (KHM) 2012

Dr. Björn BLAUenSTeiner*

ausstellungen

Wissenschaftliche Mitarbeit an der Ausstellung Schaurig

schön. Ungeheuerliches in der Kunst (intermezzo 03),

Wien (KHM) 2011

Mitglied des wissenschaftlichen Komitees und Katalogredaktion

für die Ausstellung Fürstlich gesammelt.

Van Eyck, Gossaert, Bruegel. Meisterwerke des

Kunsthistorischen Museums Wien, Brügge

(Groeningemuseum) 2011/2012

Konzeption der Hängung des Saales iV (Bruegel-Saal)

und des Kabinetts 21 in der Gemäldegalerie

(gemeinsam mit Sylvia Ferino-Pagden)

publIkatIonen

6 objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

Schaurig schön. Ungeheuerliches in der Kunst

(intermezzo 03), Wien (KHM) 2011

redaktion von Ausstellungskatalog S. Ferino-Pagden –

T.-H. Borchart – M. Sellink (Hgg.), Fürstlich gesammelt.

Van Eyck, Gossaert, Bruegel. Meisterwerke des Kunsthistorischen

Museums Wien, Brügge (Groeningemuseum)

2011/2012 (gemeinsam mit T.-H. Borchert, G. Gruber

und M. Sellink); Formen der Andacht. Zur Funktionsgeschichte

religiöser Tafelmalerei in den Niederlanden,

ebenda, 64–77; 25 objekttexte ebenda

objekttext in: Ausstellungskatalog S. Haag –

r. de Leeuw – c. Becker (Hgg.), Wintermärchen.

Winter-Darstellungen in der europäischen Kunst

von Bruegel bis Beuys, Wien (KHM) 2011

Dr. Wencke DeiTerS*

ausstellungen

Mitarbeit an der Ausstellung All’Antica. Götter &

Helden auf Schloss Ambras, innsbruck (Schloss Ambras)

2011 (Konzept: Veronika Sandbichler; gemeinsam

mit claudia Kryza-Gersch, Manuela Laubenberger und

Karin Zeleny)

publIkatIonen

Die zwölf Imperatoren nach Tizian, in: Ausstellungskatalog

S. Haag (Hg.), All’Antica. Götter und Helden

auf Schloss Ambras, innsbruck (Schloss Ambras) 2011,

210–215; 5 objekttexte ebenda

8 objekttexte in: Ausstellungskatalog Schallaburg

Kulturbetriebsges.m.b.H. und Kunsthistorisches Museum,

Wien (Hgg.), Venedig. Seemacht, Kunst und Karneval,

Schallaburg 2011

ForschungsproJekte

Mitarbeit am Forschungsprojekt Naturwissen -

schaftliche Untersuchungen der Gemälde Tizians

im KHM (Projektleitung: Dr. Sylvia Ferino-Pagden;

siehe oben)


Vorträge, teIlnahme an tagungen

24.11. Wien, Akademie der bildenden Künste Wien,

Traditionalismen und Neuansätze. Aristokratische

Gemäldesammlungen in Wien im 18. und frühen

19. Jahrhundert

sonstIges

erstellung eines wissenschaftlichen Konzeptes für ein

Digitalisierungsprojekt, das den Web-Zugang zu den

aus dem Tizian-Forschungsprojekt hervorgegangenen

naturwissenschaftlichen und kunsthistorischen ergebnissen

vorsieht. Ziel ist es, die Forschungser gebnisse

über die vorgesehene wissenschaftliche Publikation

hinaus auch digital für die Öffentlichkeit zugänglich zu

machen.

Mag. nora FiScHer*

ForschungsproJekte

Mitarbeit am Forschungsprojekt Zur Geburt der Kunstgeschichte

aus dem Geist des Museums. Transformationen

der kaiserlichen Gemäldegalerie in Wien um 1800

(Projektleitung: Dr. Gudrun Swoboda; siehe oben)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

28.1. Transformationen der kaiserlichen Gemäldegalerie

in Wien um 1780, Frankfurt am Main, Goethe-Universität

Frankfurt a. M., im rahmen des von Dr. Kristine Patz geleiteten

Seminars Die Galerie der frühen Neuzeit. Vom

höfischen Kontext zum öffentlichen Museum

25.7. Transformationen der kaiserlichen Galerie in

Wien im späten 18. Jahrhundert, Graz, Karl-Franzens-

Universität, 13th international congress for eighteenth

century Studies (25.–29.7.)

19.10. Die kaiserliche Gemäldegalerie im Belvedere

um 1780, Wien, Universität, Kunsthistorisches institut,

im rahmen der von Dr. Gudrun Swoboda geleiteten

Lehrveranstaltung Die kaiserlichen Gemäldesammlungen –

Zwischen höfischer Repräsentation und modernem

Kunstmuseum (1600–1800)

25.11. Zur Neuordnung der kaiserlichen Gemäldegalerie

im Wiener Belvedere um 1780, KHM, internationales

Symposium „Eine sichtbare Geschichte der Kunst“.

Europäische Museumskultur um 1800 (24.–26.11.)

6.5. Frankfurt am Main, Studientag des Kunstgeschichtlichen

instituts der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Wege zum modernen Kunstmuseum (ca. 1770 – 1840):

Wien, Kassel, Dresden, Frankfurt

24.11. Wien, Akademie der bildenden Künste Wien,

Studientag Traditionalismen und Neuansätze.

Aristo kratische Gemäldesammlungen in Wien im

18. und frühen 19. Jahrhundert

sonstIges

Virtuelle rekonstruktion der Gemäldehängung der

kaiserlichen Galerie im oberen Belvedere 1781. Das

Modell der kaiserlichen Galerie wurde im rahmen des

Symposiums „Eine sichtbare Geschichte der Kunst“.

Europäische Museumskultur um 1800 im Bassano Saal

des KHM präsentiert.

Fortsetzung des Doktoratsstudiums an der Universität

Wien, Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät, institut

für Kunstgeschichte, zum Thema Zwischen Ästhetik und

Geschichte. Theoretische Positionen zur Systematik der

kaiserlichen Gemäldesammlung in Wien im 18. und

19. Jahrhundert, bei Univ.-Prof. Wolfgang Prohaska

Mag. Alice HoPPe-HArnoncoUrT*

publIkatIonen

Glaube und Macht. Lucas Cranach d. Ä. – Porträtist

in bewegter Zeit, in: Ausstellungskatalog S. Haag –

c. Lange – c. Metzger – K. Schütz (Hgg.), Dürer –

Cranach – Holbein. Die Entdeckung des Menschen:

Das deutsche Porträt um 1500, Wien (KHM) 2011,

113–119

The restoration of paintings at the beginning of the

nineteenth century in the Imperial gallery, in: Hors-Série

de ceroArt (http://ceroart.revues.org) Suite à la journée

d’étude à l’Université de Genève, Faculté des Lettres,

Departement d’histoire de l’art et de muséologie

„La restauration des œuvres d’art en Europe entre

1789 et 1815: Pratique, transfers, enjeux“, Octobre

2010, 2011

ForschungsproJekte

Mitarbeit am Forschungsprojekt Katalog der

deutschen Gemälde 1500–1540 im Kunsthistorischen

Museum (Projektleitung: Dr. Karl Schütz; Wieder -

einstieg im September 2011 nach 9-monatiger

Bildungskarenz)

Mitarbeit am Forschungsprojekt Zur Geburt der

Kunstgeschichte aus dem Geist des Museums.

Transformationen der kaiserlichen Gemäldegalerie

in Wien um 1800 (Projektleitung:

Dr. Gudrun Swoboda; siehe oben)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

6.5. Die Gemälde der „Alten deutschen Meister“ in

der Wiener kaiserlichen Galerie um 1800, Frankfurt am

Main, Studientag des Kunstgeschichtlichen instituts

der Goethe-Universität Frankfurt am Main Wege zum

modernen Kunstmuseum (ca. 1770 – 1840): Wien, Kassel,

Dresden, Frankfurt

11.–12.2. regensburg, Historisches Museum, Tagung

Albrecht Altdorfer. Kunst als zweite Natur

24.11. Wien, Akademie der bildenden Künste Wien,

Studientag Traditionalismen und Neuansätze.

Aristokratische Gemäldesammlungen in Wien im

18. und frühen 19. Jahrhundert

17.11. Berlin, Hamburger Bahnhof, Kolloquium

Die Gründung der Nationalgalerie

sonstIges

Mitarbeit an dem von der Andrew W. Mellon

Foundation, new York finanzierten Projekt Cranach

Digital Archive und Teilnahme am Treffen der

Gründungspartner, Düsseldorf, Stiftung

Museum Kunstpalast, 10.10.

Fortsetzung des Doktoratsstudiums an der Universität

Wien, Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät, institut

für Kunstgeschichte, zum Thema Museumsgeschichte

um 1800 am Beispiel der deutschen Gemälde der

kaiserlichen Gemäldegalerie in Wien

Dr. christof MeTZGer*

ausstellungen

Konzept und wissenschaftliche Bearbeitung der Ausstellung

Dürer – Cranach – Holbein. Die Entdeckung des

Menschen: Das deutsche Porträt um 1500, KHM 2011;

München 2011/2012 (gemeinsam mit Karl Schütz)

sammlungen khm

publIkatIonen

Herausgabe des Ausstellungskatalogs Dürer –

Cranach – Holbein. Die Entdeckung des Menschen:

Das deutsche Porträt um 1500, Wien (KHM) 2011

(gemeinsam mit S. Haag, c. Lange und K. Schütz);

Eine Glaubensfrage. Auf der Suche nach der

Wahrheit im Bildnis der Dürerzeit, ebenda, 21–26;

45 objekttexte ebenda

Sternenküche all’antica. Giovanni Battista Fontanas

Sternenhimmel in Erzherzog Ferdinands Speisesaal,

in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.), All’Antica.

Götter & Helden in Schloss Ambras, innsbruck

(Schloss Ambras) 2011, 27–34 (gemeinsam mit

U. Heiß); 3 objekttexte ebenda

4 objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag –

r. de Leeuw – c. Becker (Hgg.), Wintermärchen.

Winter-Darstellungen in der europäischen Kunst

von Bruegel bis Beuys, Wien (KHM) 2011

ao. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang ProHASKA*

ausstellungen

Mitglied des wissenschaftlichen Komitees der Ausstellung

Roma al tempo di Caravaggio, rom (Palazzo Venezia)

2011/2012

Mitglied des wissenschaftlichen Komitees der Ausstellung

Artemisia Gentileschi. Storia di una passione, Mailand

(Palazzo reale) 2011/2012

publIkatIonen

Kunsthistorisches Museum Wien. Die Gemäldegalerie,

München 2011 (= 4. durchgesehene Auflage)

2 objekttexte in: Ausstellungskatalog Roma al tempo

di Caravaggio, rom (Palazzo Venezia) 2011

11 objekttexte in: J. Bentini – G. P. cammarota –

D. Scaglietti Kelescian u. a. (Hgg.), Pinacoteca

Nazionale di Bologna. Catalogo generale, Bd. 4:

Il Settecento e l’Ottocento, Venedig 2011

ForschungsproJekte

Mitarbeit am Forschungsprojekt Catalogue raisonné

der italienischen Barockmalerei im Kunsthistorischen

Museum (gemeinsam mit Gudrun Swoboda; siehe oben)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

10.3. KHM, Vortrag anlässlich der Präsentation des

Buches W. Prohaska – G. Swoboda (unter Mitarbeit

von M. cardinali, B. eble, e. Götz, M.odlozil,

M. B. de ruggieri, i. Slama, r. Wald), Caravaggio und

der internationale Caravaggismus (Sammlungskataloge

des Kunsthistorischen Museums, hg. von Sabine Haag,

Bd. 6; Sammlungskatalog der Gemäldegalerie: rom i),

Wien 2010

7.4. Annibale Carracci, Studienkopf eines bärtigen alten

Mannes im Zusammenhang des Frühwerks der Carracci,

Wien, Palais Dorotheum

18.4. rom, Palazzo odescalchi, Vortrag anlässlich der

Präsentation des Buches von A. coliva, Caravaggio a

Roma, rom 2011

25.11. chair: Ordnungen des Visuellen – Zur Geburt

der Kunstgeschichte aus dem Geist des Museums, KHM,

internationales Symposium „Eine sichtbare Geschichte

der Kunst“. Europäische Museumskultur um 1800

(24.–26.11.)

47


48

gemäldegalerIe

Hr Dr. Karl ScHÜTZ*

ausstellungen

Konzept und wissenschaftliche Bearbeitung der Ausstellung

Dürer – Cranach – Holbein. Die Entdeckung des

Menschen: Das deutsche Porträt um 1500, Wien (KHM)

2011; München (Kunsthalle der Hypo-Kultur stiftung)

2011/2012 (gemeinsam mit christof Metzger)

publIkatIonen

Herausgabe des Ausstellungskatalogs Dürer – Cranach –

Holbein. Die Entdeckung des Menschen: Das deutsche

Porträt um 1500, Wien (KHM) 2011 (gemeinsam mit

S. Haag, c. Lange und c. Metzger); Das Unsichtbare

sichtbar machen. Deutsche Porträts um 1500, ebenda,

13–19; Gestalt und Geist. Albrecht Dürer als Porträtist,

ebenda, 79–84

Die Einrichtung der Wiener Gemäldegalerie durch

Christian von Mechel, in: e. Weisser-Lohmann (Hg.),

Kunst als Kulturgut, Bd. ii: „Kunst“ und „Staat“

(neuzeit und Gegenwart. Philosophie in Wissenschaft

und Gesellschaft, hg. von A. Gethmann-Siefert u. a.),

München 2011, 145–159

Gemäldegalerie und Kunstakademie in Wien im 18. Jahrhundert,

in: A. Blühm – A. ebert (Hgg.), Welt – Bild –

Museum, Köln – Weimar – Wien 2011, 163–173

ForschungsproJekte

Leitung des Forschungsprojekts Katalog der deutschen

Gemälde 1500–1540 im Kunsthistorischen Museum

(siehe oben)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

15.6. Das deutsche Porträt um 1500, Wien, Gesellschaft

der Freunde der bildenden Kunst

25.11. chair: Institutionalisierung – „moderne“

Gemäldegalerien um 1800, KHM, internationales

Symposium „Eine sichtbare Geschichte der Kunst“.

Europäische Museumskultur um 1800 (24.–26.11.)

Hr Mag. elke oBerTHALer

publIkatIonen

redaktion von Technologische Studien Kunsthistorisches

Museum. Konservierung – restaurierung –

Forschung – Technologie, Bd. 7, 2010 (erschienen

2011) (gemeinsam mit M. Grießer und A. Huber)

The Visible Media: Methods and Materials of the

Venetian Masters, in: Ausstellungskatalog S. Ferino-

Pagden – L. Federle orr (Hgg.), Masters of Venice.

Renaissance Painters of Passion and Power from the

Kunsthistorisches Museum, Vienna, San Francisco

(Fine Arts Museums) 2011/2012, 38–47

ForschungsproJekte

Mitarbeit am Forschungsprojekt Naturwissenschaftliche

Untersuchungen der Gemälde Tizians im KHM

(Projektleitung: Dr. Sylvia Ferino-Pagden; siehe oben)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

13.–15.3. und 8.6. Amsterdam, rijksmuseum, Geladene

Diskutantin im Vermeer restoration committee

(restaurierung des Gemäldes Brieflesende Frau)

7.4. Wien, Tagung Grünes Museum

19.–21.5. Paris, Louvre geladene Diskutantin zur

commission de la Vénus du Pardo von Tizian

9.–10.10. Düsseldorf, Stiftung Museum Kunstpalast,

Partnertreffen des cranach Digital Archive

27.11. Zu den neueren Untersuchungen an Vermeers

Gemälde Die Malkunst, Köln, Fachhochschule Köln

lehrtätIgkeIt

SS 2011 Spezielle Untersuchungsmethoden in der

Restaurierung – Strahlendiagnostik, Wien,

Universität für Angewandte Kunst, Seminar

(gemeinsam mit i. Slama u. a.)

Mag. Monika STroLZ

publIkatIonen

Zway khleine Stückhl aneinander von Öelfarb auf

Holcz […]. Das Wiener Diptychon von Hugo van der

Goes: Technologische Beobachtungen und Restaurierung,

in: Technologische Studien Kunsthistorisches Museum.

Konservierung – restaurierung – Forschung – Technologie,

Bd. 8, 2011, 91–131

ForschungsproJekte

Mitarbeit am Forschungsprojekt Katalog der deutschen

Gemälde 1500–1540 im Kunsthistorischen Museum

(Projektleitung: Dr. Karl Schütz; siehe oben)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

11.–12.2. regensburg, Historisches Museum, Tagung

Albrecht Altdorfer. Kunst als zweite Natur

7.4. Wien, Tagung Grünes Museum

10.10. Düsseldorf, Stiftung Museum Kunstpalast,

Treffen der Gründungspartner des Projektes Cranach

Digital Archive

24.–26.11. Köln, Wallraf-richartz-Museum & Fondation

corboud, Symposium Die Sprache des Materials –

Kölner Maltechnik des Spätmittelalters im Kontext

lehrtätIgkeIt

SS 2011 Untersuchungen mit infraroten Strahlen.

Theorie und Praxis, Wien, Universität für Angewandte

Kunst, im rahmen des Seminars Spezielle Untersuchungsmethoden

in der Restaurierung – Strahlendiagnostik

(gemeinsam mit Alice Hoppe-Harnoncourt)

sonstIges

Mitarbeit an dem von der Andrew W. Mellon

Foundation, new York finanzierten Projekt Cranach

Digital Archive (Materialaufbereitung, objekttexte)

Mag. eva GÖTZ

Vorträge, teIlnahme an tagungen

7.4. Wien, Tagung Grünes Museum

16.6. St. Pölten, Symposium des Österreichischen

restauratorenverbandes Das NÖ Kulturdepot – Planung,

Übersiedlung und Betrieb

24.–26.11. Köln, Wallraf-richartz-Museum & Fondation

corboud, Symposium Die Sprache des Materials –

Kölner Maltechnik des Spätmittelalters im Kontext

Mag. Jutta HÖFLinGer

Vorträge, teIlnahme an tagungen

16.6. St. Pölten, Symposium des Österreichischen

restauratorenverbandes Das NÖ Kulturdepot –

Planung, Übersiedlung und Betrieb

Mag. ingrid HoPFner

publIkatIonen

Measuring of movements of medieval panel paintings

for handling and transport, in: M. Krüger, Cultural

Heritage Preservation. EWCHP-2011 Proceedings of the

European Workshop on Cultural Heritage Preservation,

Berlin 2011, 205–209

Vorträge, teIlnahme an tagungen

7.4. Wien, Tagung Grünes Museum

26.–28.9. Berlin, Staatliche Museen zu Berlin,

eWcHP-2011 european Workshop and Training Day

on cultural Heritage Preservation (www.smoohs.eu/

eWcHP) Measuring of movements of medieval panel

paintings for handling and transport

Mag. Georg PrAST

Vorträge, teIlnahme an tagungen

16.6. St. Pölten, Symposium des Österreichischen

restauratorenverbandes Das NÖ Kulturdepot – Planung,

Übersiedlung und Betrieb

Mag. ina SLAMA

Vorträge, teIlnahme an tagungen

7.4. Wien, Tagung Grünes Museum

16.6. St. Pölten, Symposium des Österreichischen

restauratorenverbandes Das NÖ Kulturdepot –

Planung, Übersiedlung und Betrieb

lehrtätIgkeIt

SS 2011 Spezielle Untersuchungsmethoden in der Restaurierung

– Strahlendiagnostik, Wien, Universität für Angewandte

Kunst, Seminar (gemeinsam mit e. oberthaler u. a.)

Mag. Ute TÜcHLer

ForschungsproJekte

Mitarbeit am Forschungsprojekt Katalog der deutschen

Gemälde 1500–1540 im Kunsthistorischen Museum

(Projektleitung: Dr. Karl Schütz; siehe oben)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

28.–29.4. Wien, Akademie der bildenden Künste

Wien, Seminar Materials and Methods for the Cleaning

of Works of Art

16.6. St. Pölten, Symposium des Österreichischen

restauratorenverbandes Das NÖ Kulturdepot – Planung,

Übersiedlung und Betrieb

21.9. Wien, Universität für Bodenkultur,

15th International Biodeterioration and Biodegradation

Symposium

24.–26.11. Köln, Wallraf-richartz-Museum & Fondation

corboud, Symposium Die Sprache des Materials –

Kölner Maltechnik des Spätmittelalters im Kontext

leIhgaben

im Jahr 2011 war die Gemäldegalerie mit

223 Leihgaben an 36 Ausstellungen im

in- und Ausland beteiligt.


mÜnzkabInett

Hr Univ.-Doz. Dr. Michael ALrAM, Direktor

Dr. roswitha DenK

Dr. Heinz WinTer

Dr. Klaus VonDroVec

Dr. Monika GrieBL (bis 31.12.)

Dr. Susanna HeinZ

Mag. Andrea SPinKA

Dr. Matthias PFiSTerer*

elisabeth JUnG

Andrea HAWLiK

Kathrin SieGL*

restaurierung

rené TrAUM (Karenz bis 11.4.)

Mag. Sabine iMP (bis 8.4.)

* Mitarbeiterin Forschungsprojekt

sammlungszugänge

eine seltene Freude ist es, den Zugang von

Stücken mit alter Provenienz zu vermelden.

So konnte das Kabinett einige Stücke erwerben,

die eine über 100-jährige odyssee

durch den Münzhandel hinter sich haben,

wovon hier ein Beispiel gebracht sei.

Lykischer Dynast, Stater (Silber)

Lykien, etwa 500 – 460 v. chr., 9,18 g, 21,8 mm

eber / Schildkröte überprägt auf einem lykischen

Stater mit Triskelis aus der Auktion Jacob Hirsch XVi

vom 6. Dezember 1906, nr. 661, inv.-nr. Gr 43.302

Von besonderem interesse für die österreichische

Geldgeschichte des Mittelalters

ist der Ankauf eines Pfennigs von erzbischof

ruthard von Mainz (1088–1109), der in

carnuntum gefunden wurde.

Pfennig von erzbischof ruthard (1088–1109), Mainz

0,78 g, Dm. 19 mm, inv.-nr. MA 13621

2011 sind dem Münzkabinett auch zahlreiche

objekte gespendet worden: Dr. Alexander

ruske hat dem Kabinett die 68 erhalten gebliebenen

Münzen aus einem 1934 im südlichen

Burgenland geborgenen Hortfund

überlassen, der centenionales von constans

(337–350) und constantius ii. (337–361)

beinhaltete. Auch diese Stücke sind nun

der nachwelt dauerhaft gesichert. Weiters

haben die Herren Adolf nedelik und Georg

Trautendorfer dem Kabinett römische

Münzen zukommen lassen.

Von höchstem interesse sind die neuzugänge

aus dem Bereich des antiken orients.

ein nicht genannt werden wollender Mäzen

hat dem Haus Kleinsilbermünzen aus der

Persis sowie Drachmen und Kleinkupferstücke

der iranischen Hunnen zum Geschenk

gemacht. Mag. constance Litschauer

überließ der Sammlung etwa 700 vorwiegend

oberösterreichische notgeldscheine.

Allen Spendern sei auch an dieser Stelle

nochmals Dank ausgesprochen.

Bericht: Dr. Klaus VonDroVec

restaurIerwerkstätte

es wurden Fotodokumentationen und Begutachtungen

von insgesamt 269 Stücken für

zehn externe Ausstellungen durchgeführt.

Sieben Galvanoplastiken wurden angefertigt,

galvanisch veredelt und patiniert.

Der Übersiedelungsplan in das Außendepot

des KHM für 2012 wurde erstellt.

Während meiner Karenz vom 10. oktober

2010 bis zum 11. April 2011 wurde die

neudeponierung der Papierobjekte in säurefreie

und objektspezifische Boxen durch

Mag. Sabine imp fortgesetzt und für zwei

Drittel des Sammlungsbestandes umgesetzt.

Bericht: rené TrAUM

ausstellungen

sammlungen khm

götter, menschen und das geld der

griechen

in Kooperation mit dem Münzkabinett und

der Antikensammlung der Stadt Winterthur

wurde sowohl in Wien als auch – anlässlich

der 150-Jahrfeier des dortigen Münz kabinetts

– in Winterthur unter dem Titel Götter,

Menschen und das Geld der Griechen.

Glanzstücke der griechischen Münzprägung

aus Wien und Winterthur eine Sonderausstellung

zu den frühesten Meisterwerken der

griechischen Münzprägung eröffnet (siehe

auch den Bericht im Kapitel zu den Ausstellungen).

Der Katalog erläutert in zehn

Kapiteln die Lebenswelt der diversen griechischen

Stadtstaaten und Königreiche jener

Zeit.

Bericht: Dr. Klaus VonDroVec

glanz des hauses habsburg

eine bereits im Berliner Bodemuseum (29. Jänner

bis 1. Juni 2009) und in Wien, Kunsthistorisches

Museum (6. oktober 2009 bis

28. Februar 2010) gezeigte Ausstellung zum

Thema Glanz des Hauses Habsburg, die sich

den Medaillen der römisch-deutschen Kaiser

und der Kaiser von Österreich widmete,

wurde völlig neu gestaltet. in diese Sonderausstellung

(KHM, 29. november 2011 bis

30. november 2012) wurden Kunstkammerstücke

einbezogen, die vor allem Werke

jener Meister umfassen, die auch als Medailleure

für den Hof tätig waren.

Bericht: Dr. Heinz WinTer

ForschungsproJekte, weItere

Forschungen

untersuchung von korrosionser scheinungen

und optimierung der depotbedingungen

für antike bronzemünzen

mit hoch bleihaltigen legierungen

Projektmitarbeit: Dr. Klaus VonDroVec,

Di Dr. Martina GrieSSer, rené TrAUM

Finanzierung: Jubiläumsfonds der

oesterreichischen nationalbank

Die ausgewerteten Daten der zweiten Messserie

des Paul Scherrer instituts (Schweiz)

49


50

mÜnzkabInett

und des rutherford Appelton Laboratory iSiS

(england) vervollständigten die vorangegangenen

Messergebnisse. Anhand dieser spektakulären

ergebnisse erhielten wir neue

informationen zur antiken Gusstechnik und

zum Schmelzverhalten der antiken Bronzelegierung.

Die aufwendige Datenauswertung

der neutronentexturanalysen befindet sich

in der Auswertungsphase.

Für die optimale Deponierung der korrodierenden

antiken Bleibronzen konnten wir mit

der Firma mytron einen speziellen gasdichten

Depotschrank mit angeschlossenem Stickstoffgenerator

entwickeln. Dieser Schrank

wird durch diesen mit Stickstoff befüllt; somit

wird der Sauerstoff innerhalb des Schrankes

verdrängt und es kann zu keiner weiteren

Korrosion kommen.

Bericht: rené TrAUM

die münzprägung der Iranischen

hunnen und ihrer nachfolger in

zentralasien und nordwest-Indien

Projektleitung: Univ.-Doz. Dr. Michael ALrAM

Projektmitarbeit: Dr. Matthias PFiSTerer,

Dr. Klaus VonDroVec

Finanzierung: nationales Forschungs netzwerk

(nFn) The cultural History of the

Stickstoffschrank mit angeschlossenem Generator

Western Himalaya from the 8th century:

Pre-islamic numismatic History

(FWF Projekt-nr. S9806–G21)

Die Vorbereitung der Publikation zu den

hunnischen und westtürkischen Münzen aus

den Sammlungen von Aman ur rahman

(K. Vondrovec) sowie Schweizer Sammlungen

(M. Pfisterer) wurde wesentlich vorangetrieben.

in diesem rahmen erfolgten im September

und oktober Arbeitsbesuche durch

M. Pfisterer, M. Alram und K. Vondrovec bei

der Sammlung righetti in Fribourg. M. Alram

und M. Pfisterer nahmen außerdem im

Februar mit einem gemeinsamen Vortrag an

der im rahmen des nFn veranstalteten

Tagung Understanding Different Geographies

in Puchberg am Schneeberg teil. im oktober

wurde im rahmen des nFn im Bassano Saal

des KHM der Workshop Open Questions in

the Interpretation of the History of Afghanistan

and Pakistan veranstaltet.

Ziel war es insbesondere, den erfahrungsund

informationsaustausch zwischen den in

westlichen Ländern arbeitenden Spezialisten

für einzelne Material gattungen (Münzen,

Siegel, Kunstobjekte) und den vor ort in

Denkmalpflege und Feld forschung tätigen

Wissenschaftlerinnen zu intensivieren.

Dabei wurden sowohl offene Forschungsfragen

als auch aktuelle Probleme der

Museologie und des Denkmalmana ge ments

diskutiert. Beson deres Gewicht lag auf der

Kommunikation mit den jungen Kura torinnen

des Afgha ni schen national museums in

Kabul, die sich in der zweiten Jahreshälfte

2011 zu Fort bildungszwecken in Wien aufhielten.

im September war M. Alram eine Woche

lang in Kabul, um die neuesten Münzfunde

aus den Grabungen von Tepe narenj und

Mes Aynak zu studieren.

Bericht: Dr. Matthias PFiSTerer

documentation of the numismatic

collection of the national museum of

afghanistan

Finanzierung: UneSco

(Projekt-nr. 4500147351)

Gemeinsam mit der numismatischen Kommission

der Österreichischen Akademie der

Wissenschaften (ÖAW) hat das Münzkabinett

die Digitalisierung und wissenschaftliche

Klassifizierung jener 1.686 Münzen übernommen,

die nach seiner Zerstörung 2003

in das Kabul-Museum restituiert worden sind.

Zu diesem Zweck wurde eine spezielle Datenbank

erstellt, die in wesentlichen Teilen jener

des Wiener Münzkabinetts nach empfunden

ist. Die verfügbaren Überblicks fotos von jeweils

zehn Münzen wurden dermaßen gesplittet,

dass mit jeder Münze ihre Bilder

angezeigt werden können. Vorbe stimmungen

von den diversen Fachleuten wurden in

diese AcceSS-Datenbank importiert, deren

Thesauri erst speziell gemäß den Anfor derungen

des Kabul-Museums geschaffen werden

mussten. Die wissenschaftliche Betreuung

hierbei haben Univ.-Doz. Dr. Michael Alram,

PD Dr. nikolaus Schindel (ÖAW) und

Dr. Klaus Vondrovec übernommen.

Bereits im oktober 2008 und im Juli 2010

wurden in new Delhi bzw. Wien numismatische

Schulungen anhand dieser Datenbank

abgehalten. Diese wurde von Univ.-Doz.

Dr. Michael Alram im September 2011 in

Kabul offiziell in Betrieb genommen. eine

abschließende einführung in die Funktionsweise

der Datenbank erfolgte im rahmen


des von oktober bis Dezember 2011 durchgeführten

Wissenschaftleraustausches in Wien,

an dem sechs Kuratoren aus dem Kabul-

Museum teilgenommen haben. Mit der

Daten bank kann nun Münzbestimmung,

Museumsverwaltung und Fundmünzenbearbeitung

durchgeführt werden.

Zusätzlich wurde mit der Vorbereitung einer

Ausstellung begonnen, deren Konzept von

Univ.-Doz. Dr. Michael Alram, PD Dr. nikolaus

Schindel und Dr. Klaus Vondrovec

mitbetreut wird. Den Kuratoren des Kabul-

Museums obliegt die definitive Auswahl an

Münzen sowie begleitenden objekten, anhand

derer die Geldgeschichte Afghanistans

vom 6. vorchristlichen Jahrhundert bis zur

Gegenwart präsentiert werden soll.

Bericht: Dr. Michael ALrAM,

Dr. Klaus VonDroVec

Imagebased classification of ancient

coins (computergestützte bestimmung

von münzen der römischen republik)

Projektmitarbeit: Dr. Klaus VonDroVec,

Kathrin SieGL; seitens der Technischen

Universität Wien: Dr. Martin KAMPeL,

Dipl.-ing. Sebastian ZAMBAnini,

Albert KAVeLAr

Finanzierung: Fonds zur Förderung der

wissenschaftlichen Forschung (FWF),

Translational research Programm,

Projekt-nr. TrP 140-n23

Ziel dieses Projekts ist die entwicklung einer

computerapplikation, die in der Lage ist,

einzig auf der Grundlage von Bildern Münzen

vollständig zu klassifizieren. Um einen

substantiellen Bereich der antiken Münzprägung

abzudecken, allerdings ohne zuerst

die numismatischen Grundlagen revidieren

zu müssen, hat man sich dazu entschlossen,

sich voll und ganz der Denar periode der

römischen republik (ca. 211 bis 27 v. chr.)

zu widmen. Diese Applikation soll online frei

verfügbar gemacht werden.

Das computer Vision Lab der TU genießt

interna tional einen hervorragenden ruf auf

dem Gebiet der automatischen Bilderkennung.

es befasst sich in diesem Projekt mit der

entwicklung geeigneter Algo rithmen, die

sowohl Legenden lesbar und daher mit der

referenzdatenbank ver gleichbar machen

als auch in den Bildern charakteristische

For men erkennen und klassifizieren. Das

Fun dament dieser Arbeiten bildet freilich

die etwa 4.200 Stück aus der römischen

republik umfassende Sammlung des

Münzkabinetts. Dieser Bereich wird nun

vollständig digitalisiert. Die erstellung der

Fotos durch Margit redl wurde bereits

ende 2011 beinahe abgeschlossen. Die

numismatische Bearbeitung erfolgt durch

Kathrin Siegl, die nicht nur die technischen,

sondern auch sämtliche ermittelbaren numismatisch-historischen

Daten in die Datenbank

des Münz kabinetts eingibt. es wurde

eine primär typologische Heran gehensweise

eingeschlagen, denn gerade die

Prägungen der römi schen republik weisen

ja eine Fülle von Kontrollzeichen auf, die

bisweilen sogar die einzelnen Münz stempel

individuell kenn zeichnen. Diese sind aber,

wenn man so will, in Bezug auf die zu ermittelnde

referenz nummer nach crawford

lediglich eine Variable.

es bleibt zu hoffen, dass Grundlagen forschung

dieser Art auch weiterhin in der

österreichischen Forschungslandschaft Platz

findet.

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Hr Univ.-Prof. Dr. Michael ALrAM

publIkatIonen

Herausgabe von Der Münzschatz von Beçin, Wien 2010

(gemeinsam mit r. Ünal, F. Krinzinger, M. Alram und

S. Pfeiffer-Taş); Europäische Münzen, ebenda, Bd. ii,

193–519 (gemeinsam mit B. Prokisch und r. Denk)

La moneda en Bactria y Sogdia, in: Ausstellungskatalog

S. Hansen – A. Wieczorek – M. Tellenbach (Hgg.),

Alejandro Magno. Encuentro con Oriente, Madrid

(centro de exposiciones Arte canal) 2010, 187–195

Herausgabe von Seals, Sealings and Tokens from

Bactria to Gandhara (4th to 8th century CE), mit

Beiträgen von Aman ur rahman und H. Falk, Wien

2011 (gemeinsam mit J. A. Lerner und n. Sims-Wiliams)

Coinage, Prestige and Identity: From Rome to Persepolis

and China, in: S. Bandare – S. Garg, Felicitas. Essays in

Numismatics, Epigraphy & History in Honour of Joe

Cribb, Mumbai 2011, 35–51

Das Münzgeld im Persischen Weltreich, in: Ausstellungskatalog

S. Haag – n. Kurmann (Hgg.), Götter,

Menschen und das Geld der Griechen, Wien (KHM)

2011, 97–101; Ein Silberschatz vom Schwarzen Meer,

ebenda, 113–115

Herausgabe von Festschrift für Günther Dembski zum

65. Geburtstag, Teil II (numismatische Zeitschrift 118),

Wien 2011 (gemeinsam mit H. Winter)

sammlungen khm

Das Münzgeld im Persischen Weltreich, in: Ausstellungskatalog

S. Haag – n. Kurmann (Hgg.), Götter, Menschen

und das Geld der Griechen, Wien 2011, 97–101;

Ein Silberschatz vom Schwarzen Meer, ebenda,

113–115; objekttexte ebenda

Vorträge, teIlnahme an tagungen

20.1. Der Münzschatz von Beçin, Wien, Österreichische

Akademie der Wissenschaften

1.2. Coins and Geography, Puchberg am Schneeberg,

Workshop Understanding Different Geographies

(31.1.–2.2.) (gemeinsam mit M. Pfisterer)

10.2. The Coinage of the Iranian Huns between Sasanian

Iran and China, Teheran, iranisches nationalmuseum,

First International Conference on Iran and the Silk Road

(10.–17.2.)

23.3. The Hephthalites in Bactria, ravenna, Alma Mater

Studiorum Università di Bologna, conservazione dei

beni culturali, Dipartimento di Storie e Metodi per la

conservazione dei beni culturali, Workshop „Via della

Seta.“ Giornate di studio sul mondo iranico e le cività

vicine (23.–25.3.)

29.9. The Impact of Sasanid Persia on the Political

and Economic Situation on the Silk Road, riggisberg,

Abegg-Stiftung, internationales Kolloquium Oriental

Silks in the Western Middle Ages. Luxusgewebe des

Orients im westlichen Mittelalter (29.9.–1.10.)

lehrtätIgkeIt

WS 2010/11 Münz- und Geldgeschichte, Wien,

Universität, institut für Geschichte, Vorlesung

SS 2011 Von Alexander dem Großen bis zu den Kalifen,

Wien, Universität, institut für Kunstgeschichte,

ringvorlesung

Dr. Heinz WinTer

publIkatIonen

Herausgabe von Festschrift für Günther Dembski zum

65. Geburtstag, Teil II, numismatische Zeitschrift 118,

2011 (gemeinsam mit M. Alram)

Der mittelalterliche Münzschatz von Fraham

(p. B. Eferding, Oberösterreich) (verborgen um 1200)

(Kataloge der oberösterreichischen Landesmuseen,

n. S. 112), Linz 2011 (gemeinsam mit B. Prokisch;

mit Beiträgen von r. Forster und H. Steininger);

Wiederabdruck in: M. Alram – H. Winter (Hgg.),

Festschrift für Günther Dembski zum 65. Geburtstag,

Teil II, numismatische Zeitschrift 118, 2011, 183–250

Die Schaumünzen Maximilians I. der Münzstätte

Hall in Tirol im Münzkabinett des Kunsthistorischen

Museums Wien, in: Haller Münzblätter Vii, nrn. 12/13,

2011

Die „Prager Judenmedaillen“ des Wiener Münz -

kabinetts – Eine Medaillensuite aus dem ersten Drittel

des 17. Jahrhunderts, in: Mitteilungen der Österreichischen

numismatischen Gesellschaft 51, 2011,

1–33

Die geprägten Schaumünzen aus Kärnten (St. Veit und

Klagenfurt) aus der Zeit Kaiser Maximilians I. und

seines Enkels Ferdinand (I.), in: Mitteilungen der

Österreichischen numismatischen Gesellschaft 51,

2011, 81–117

51


52

mÜnzkabInett

ForschungsproJekte, weItere Forschungen

Vorbereitung der Publikation Die Medaillen der Kaiser

und Könige aus dem Haus Habsburg im Münzkabinett

des Kunsthistorischen Museums (Bestandskatalog

Bd. i, Suitenmedaillen, Sigmund von Österreich-Tirol,

rudolf i., Friedrich iii., Maximilian i. und dessen

nach kommen Margarethe von Österreich und

Philipp i.).

Der österreichische Medailleur Arnold Hartig

(* Brand bei Tannwald 12. August 1878, † 2. Februar

1972 Purkersdorf) (gemeinsam mit Bernhard Prokisch,

Schlossmuseum Linz).

Die Gnadenmedaillen der Münzkabinette Berlin,

München und Wien – Studien zu Technologie,

Kunstgeschichte und Numismatik emaillierter Objekte

(gemeinsam mit den Münzkabinetten Berlin und

München).

Vorträge, teIlnahme an tagungen

10.9. Die Medaillen und Schaumünzen Maximilians I. –

zeitgenössisch oder postum?, Gotha, Schloss

Friedenstein, ekhof-Theater, Deutsche Gesellschaft

für Medaillenkunst, Jahrestagung 2011

13.10. Kaiser Maximilian I. und der Beginn der Medaille

nördlich der Alpen, KHM

29.10. Die Medaillen Kaiser Maximilians I., Hall in Tirol,

Burg Hasegg, Tiroler numismatische Gesellschaft,

anlässlich der 40-jährigen Feier des Bestehens

Dr. roswitha DenK

publIkatIonen

Silbermünzen in der Sommerküche. Der Münzschatzfund

von Hipples im Weinviertel, in: M. Alram –

H. Winter (Hgg.), Festschrift für Günther Dembski

zum 65. Geburtstag, Teil II, numismatische Zeitschrift

118, 2011, 357–439 (gemeinsam mit M. Griebl,

M. Grundner, r. Traum und e. Vanghelof)

ForschungsproJekte, weItere Forschungen

Leitung des Forschungsprojekts Der Euro und der

europäische Geldumlauf – Untersuchungen über

die Euro-Migration in Österreich ab Einführung

des Euro 2002 (Projektmitarbeit: Verena Polzer,

Alexander Moser; Finanzierung: KHM; gefördert

von der oesterreichischen nationalbank [bis 2005],

dem Jubiläumsfonds der oesterreichischen nationalbank

[bis 2005] und der Münze Österreich AG

[laufend]).

Mitarbeit am Forschungsprojekt Die österreichische

Münzprägung als Basis und Quelle für Geld-,

Wirtschafts- und politische Geschichte (Corpus

Nummorum Austriacorum [CNA]), Teil II, Erzherzog

Sigismund(1439–1490) bis Ferdinand I. (1521/56–

1564) und Repertorium zur neuzeitlichen Münzprägung

Europas, Teil I, Erzherzog Sigismund (1439–1490) bis

Erzherzog Ferdinand (1564–1595) (Projektleitung:

Univ.-Doz. Dr. Günther Dembski, weitere Mitarbeiterinnen:

Dr. Monika Griebl, Dr. Susanna Heinz;

Finanzierung: KHM, Jubiläumsfonds der oesterreichischen

nationalbank, Projekt-nr. 13289).

Der Fund von Tulln (über 10.000 Wiener Pfennige).

Dr. Klaus VonDroVec

ausstellungen

Kuratorische Vorbereitung der Ausstellung Kunst_

voller_Wein (intermezzo 04), Wien (KHM) 2012

(gemeinsam mit Francesca Del Torre, Thomas Kuster,

Bettina Kratzmüller, Georg Plattner und Konrad Schlegel)

publIkatIonen

Die Fundmünzen vom Burgstall bei St. Margareten im

Lavanttal, in: S. Groh – H. Sedlmayer, Forschungen im

römischen Heiligtum am Burgstall bei St. Margareten

im Lavanttal (Zentraleuropäische Archäologie 2),

Wien 2011, 227–246

Beginn und Ausbreitung der Münzprägung, in:

Ausstellungskatalog S. Haag – n. Kurmann (Hgg.),

Götter, Menschen und das Geld der Griechen, Wien

(KHM) 2011, 13–25; Fauna und Flora, ebenda,

39–59; Münzherstellung und Stil, ebenda, 135–146;

objekttexte ebenda

ForschungsproJekte, weItere Forschungen

Imagebased Classification of Ancient Coins

(computergestützte Bestimmung von Münzen der

römischen republik) (siehe oben)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

18.3. Von Menschen und Münzen – Ein Arbeitsbericht

aus dem Münzkabinett, Wien, Österreichische numismatische

Gesellschaft, Vortragsreihe Antike Münzen

1.9. Die Iranischen Hunnen im Lichte ihrer Münzprägung,

Berlin, numismatische Gesellschaft

sonstIges

1.–20.8. Kraay Travel Scholarship 2011: Heberden coin

room des Ashmolean Museum und Wolfson college in

oxford, GB

Das im Aufbau befindliche digitale inventar wurde

weiter vorangetrieben

Dr. Monika GrieBL

publIkatIonen

Silbermünzen in der Sommerküche. Der Münzschatzfund

von Hipples im Weinviertel, in: M. Alram –

H. Winter (Hgg.), Festschrift für Günther Dembski zum

65. Geburtstag, Teil II, numismatische Zeitschrift 118,

2011, 357–439 (gemeinsam mit r. Denk, M. Grundner,

r. Traum und e. Vanghelof)

Keine Walzenprägetechnik in der Münzstätte Wien,

in: Mitteilungen der Österreichischen numismatischen

Gesellschaft 51, 2011, 141 f.

Das Ausstanzen bei walzengeprägten Münzen (16.–

18. Jh.). Eine Versuchsreihe zum historischen Durchstoß

von Münzen, in: Technologische Studien Kunsthistorisches

Museum. Konservierung – restaurierung –

Forschung – Technologie, Bd. 8, 2011, 48–63

(gemeinsam mit r. Traum)

Waldwesen – Kinder der Wildnis, in: Ausstellungskatalog

G. van Bussel – A. Steinmann (Hgg.), Wald / Baum /

Mensch, Wien (MVK) 2011/2012, 28

Dr. Matthias PFiSTerer*

publIkatIonen

Ein Nachtrag zu den sogenannten „Eisenmünzen“,

in: Mitteilungen der Österreichischen numismatischen

Gesellschaft 51, 2011, 41–45

Die Eisen- und Gussmünzen aus der Villa Loig,

in: Ausstellungskatalog U. Höllhuber – P. F. Kramml –

c. Mayrhofer (Hgg.), Vom römischen Denar zum Euro.

2000 Jahre Geld in Salzburg und im benachbarten

Bayern, Wals (Bachschmiede) 2010/2011 (Salzburger

numismatische Gesellschaft, Publikation nr. 4, Salzburg

2011), 72–77

Vorträge, teIlnahme an tagungen

1.2. Coins and Geography, Puchberg am Schneeberg,

Workshop Understanding Different Geographies

(31.1.–2.2.) (gemeinsam mit M. Alram)

8.9. Von Schätzen und Toten. Wie uns Fabeln, Sagen

und Märchen bei der Interpretation von Schatzfunden

helfen können, Dresden, Staatliche Kunstsammlungen

Dresden

rené TrAUM

publIkatIonen

Silbermünzen in der Sommerküche. Der Münzschatzfund

von Hipples im Weinviertel, in: M. Alram –

H. Winter (Hgg.), Festschrift für Günther Dembski zum

65. Geburtstag, Teil II, numismatische Zeitschrift 118,

2011, 357–439 (gemeinsam mit r. Denk, M. Griebl,

M. Grundner und e. Vanghelof)

Das Ausstanzen bei walzengeprägten Münzen (16.–

18. Jh.). Eine Versuchsreihe zum historischen Durchstoß

von Münzen, in: Technologische Studien Kunsthistorisches

Museum. Konservierung – restaurierung –

Forschung – Technologie, Bd. 8, 2011, 48–63

(gemeinsam mit M. Griebl)

leIhgaben

im Jahre 2011 war das Münzkabinett mit

insgesamt 269 Leihgaben an 10 Sonder ausstellungen

im in- und Ausland beteiligt.


sammlung alter musIkInstrumente

Hr Dr. rudolf HoPFner, Direktor

Dr. Beatrix DArMSTÄDTer, MAS

Birgit ScHULTScHiK

restaurierung

or Univ.-Doz. Mag. Alfons HUBer

Dipl.-rest. ina HoHeiSeL M. A.*

* Mitarbeiterin Forschungsprojekt

sammlungszugänge

Auch im Berichtsjahr 2011 konnte der

objektbestand der Sammlung durch einige

erfreuliche Widmungen vergrößert werden.

sam 1294–1297

SAM 1294, naturtrompete, Finke und

Steinkopf, Deutschland, ab 1959

SAM 1295, Blockflöte, Martin Skowronek,

Bremen, vor 1960

SAM 1296, Dulzian, Anonym, europa,

20. Jahrhundert

SAM 1297, Schalmei, Anonym, europa,

20. Jahrhundert

Vier nachbauten von historischen Musikinstrumenten

aus dem Bestand des concentus

Musicus Wien

Widmung von Alice und nikolaus

Harnoncourt

Die Musiker des concentus Musicus Wien

verwenden in der Mehrzahl historische originalinstrumente,

vor allem von den Bläsern

werden aber bis heute auch Kopien von historischen

instrumenten gespielt. Vier Blasinstrumente

aus der Frühzeit des von nikolaus

Harnoncourt im Jahr 1953 gegründeten

ensembles kamen nun als Widmung in die

Sammlung alter Musikinstrumente. Diese rekonstruktionen

aus der Mitte des 20. Jahrhunderts

sind inzwischen auf Grund ihrer

Geschichte selbst als historische Belegstücke

für die Wiederbelebung der Alten Musik in

Österreich anzusehen.

sam 1298 – sam 1303

Diverse Bücher über orgelbau, 2 Publikationen

über die Musikinstrumentensammlungen

in Wien bzw. Leipzig; 7 Firmenprospekte;

4 circulare

Widmung von Helmut czakler, Wien

Die insgesamt 21 Druckwerke, die Kommerzialrat

Helmut czakler im Verlauf des Jahres

der Sammlung überlassen hat, stellen eine

wichtige ergänzung zum instrumentenbestand

dar. Hervorzuheben sind dabei

eine Fotodokumentation der Ausstellung

der Sammlung alter Musikinstrumente im

prächtigen Palais Pallavicini in der Zwischenkriegszeit

sowie ein reich illustrierter Katalog

der Sammlung Paul de Wit in Leipzig.

sam 1304

Medaille „Anton Bruckner“

signiert: „JoS. TAUTenHAYn JUn“,

entwurf vermutlich Josef Tautenhayn sen.,

Wien, 1896

Widmung von christine Volarik, Wien

sam 1305

Stich: Streicherhof

(Klavierfabrik G. i. Stingl),

vermutlich um 1920

Widmung der Firma G. i. Stingl, Wien

Der Stich zeigt in Vogelperspektive den so

genannten Streicherhof, einen Gebäudekomplex

in der Ungargasse 27 in Wien. Seinen

namen verdankt dieses Fabriksgebäude, das

1837 bezogen wurde, der damals in zweiter

Stich: Streicherhof

sammlungen khm

Generation bestehenden Firma von Johann

Baptist Streicher. Zusätzlich zum eigentlichen

Produktionsbetrieb richtete Streicher einen

Konzertsaal ein, der zu den Fixpunkten in

Wiens Musikleben zählte. nach der Auflösung

der Firma im Jahr 1896 übernahmen

die Gebrüder Stingl die Fabrik, die zu diesem

Zeitpunkt eine Jahreskapazität von

1.000 instrumenten erreichte. Der Stich zeigt

das Anwesen mit Blick nach nord-osten,

wobei im Hintergrund das riesenrad und

die rotunde zu sehen sind.

sam 1306

Klarinette

Johann Tobias Uhlmanns Söhne, Wien,

um 1850

Widmung von Dr. Gertrude Kastner

Die Klarinette aus Metall in es (in D?) wurde

in der Werkstatt von Johann Tobias Uhlmanns

Söhnen in Wien vor 1851 hergestellt. Das

hochinteressante, von einer ursprünglich mit

zehn Klappen konstruierten Klarinette auf

ein neunklappiges umgebaute instrument

mit Brille am Unterstück, das der SAM von

ostr Dr. Gertrude Kastner gewidmet wurde,

dokumentiert die Produktion von Metallklarinetten

sowie ihren einsatz in der österreichischen

Militärmusik in der Mitte des

19. Jahrhunderts und schließt somit eine

Lücke im Sammlungsbestand.

restaurIerungen

spinett

christoph Bock, Wien 1804

inv.-nr. SAM 365

christoph Bock, „clavierstimmer beider k. k.

Hoftheater“, ist nur durch dieses instrument

nachgewiesen, welches das jüngste erhaltene

in Wien gebaute Kielinstrument darstellt und

vermutlich zu Korrepetitionszwecken produziert

wurde. Das Spinett war 1959 einer

tiefgehenden reparatur unterzogen worden,

wobei risse im resonanzboden verschoben

verleimt und ausgespänt und anschließend

eben geputzt wurden. Der resonanzboden

war dabei an mehreren Stellen fast bis auf

die Hälfte der ursprünglichen Stärke gedünnt

worden. eine zu starke Besaitung führte in der

Folge, verstärkt durch die extrem schlechten

53


54

sammlung alter musIkInstrumente

Klimabedingungen vor 1990, zu offenen Leimfugen

und Gehäuseverbindungen, rissen und

Verformungen. nach Herausnehmen des

resonanzbodens konnte dieser geebnet, risse

konnten geschlossen bzw. gespänt und

abgelöste rippen mit neuer Vorspannung

wiederverleimt werden. Die Springer wurden

pass genau eingerichtet; bei der neuintonation

konnte die Mehrzahl der alten Kiele weiterverwendet

werden. Mit einer Stimmtonhöhe

von a1 =435 Hz und guter Stimmhaltigkeit

war die Spielbarkeit dieses aufgrund von

Klimaschäden jahrzehntelang unspielbaren

continuo-instruments wiedergewonnen.

Bericht: Univ.-Doz. Mag. Alfons HUBer,

Michael KircHWeGer

clavichord

Süddeutschland/Schweiz/Westösterreich?

ende 17. Jh.

inv.-nr. SAM 1076

Das in seiner Grundstruktur unveränderte

instrument ist mit der „Kurzen oktav“, der

Dreifachbindung und den Wellenprofilleisten

das typologisch älteste clavichord der SAM.

Der resonanzboden trägt einen gemalten

Dekor aus floralen ornamenten, der mit einem

clavichord inv.-nr. SAM 1076

oben: Gesamtansicht Vorzustand

unten: nach reinigung, Holzergänzung und retusche

wasserempfindlichen Bindemittelsystem aufge

bracht wurde. Ungewöhnlich und ohne

Vergleich ist der stark konvex gewölbte resonanzboden

mit entsprechend gebogenem

Steg, dem im resonanzraum ein konkav gewölbter

„Klangreflektor“ gegenüber liegt.

Durch Saitenzug und diagonale Verformung

war der Damm gebrochen und der resonanzboden

hochgedrückt worden; dieser berührte

im Bassbereich die Saiten, weshalb zu

einem früheren Zeitpunkt die Scheitelzone

des Bodens abgehobelt worden war, wobei

auch Teile der Bemalung verloren gingen.

Grob eingeschlagene ergänzte Drahtsplint-

Scharniere hatten zu Schäden an den delikaten

Profilen geführt.

Ziel der Konservierung war die Herstellung

eines kongruenten erscheinungsbildes durch

Behebung der dominanten Schäden und

Schließen von Fehlstellen. Dazu wurde das

Wellenprofil mit einem Ziehstock nachgefertigt

und verlustfrei ergänzt. nach niederleimen

von Damm und resonanzboden

konnte die Fehlstelle aufgedoppelt und

retuschiert werden.

Bericht: Univ.-Doz. Mag. Alfons HUBer,

Dipl.-rest. ina HoHeiSeL M. A.

oben: Fehlstelle im gewölbten resonanzboden

unten: ergänztes Wellenprofil am Werkzeugkasten

weItere bedeutende restaurIerungen

Harmonium P. Titz SAM 1218, Gesamtreinigung,

regenerierung der oberfläche

(P. Wogg)

clavichord A. römer SAM 740, Klaviatur

einrichten, neubesaitung (i. Hoheisel)

Basslautencister SAM 55, Befund; röntgen

und restaurierung (J. rath und S. Kirsch)

orgelpositiv 18. Jh. SAM 760: Befund, rekonstruktion

der Bälge (P. Wogg, W. Karner)

matIneen In der sammlung alter

musIkInstrumente

Das Jahresprogramm des Matineen-Zyklus

wurde auf das Thema der Ausstellung „Der

Himmel hängt voller Geigen“. Die Violine in

Biedermeier und Romantik abgestimmt, zu

der auch ein Audioguide erschien. Als musikalische

Höhepunkte sind ein Konzert mit Hiro

Kurosaki und Linda nicholson zu nennen, die

Violinsonaten von Ludwig van Beethoven

interpretierten, sowie die Finissage zur Ausstellung,

die vom Quatuor Mosaïques gestaltet

wurde. Bei diesem Konzert standen

Streichquartette von Franz Schubert und

Joseph Woelfl auf dem Programm.

oben: Beschädigtes Zargenprofil

unten: Zargenprofil nach ergänzung, Kittung und retusche


wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Hr Dr. rudolf HoPFner

publIkatIonen

Ausstellungskatalog „Der Himmel hängt voller Geigen“.

Die Violine in Biedermeier und Romantik, hg. von

S. Haag, Wien (KHM) 2011 (gemeinsam mit o. Biba

und i. Fuchs); Die Geige. Spiel, Technik und Pädagogik

in Wien, ebenda, 33–41; Anmerkungen zum Wiener

Geigenbau, ebenda, 42–49; objekttexte ebenda

Musik und Oper, in: Ausstellungskatalog Schallaburg

Kulturbetriebsges.m.b.H. – Kunsthistorisches

Museum, Wien (Hgg.), Venedig. Seemacht, Kunst

und Karneval, Schallaburg 2011, 149–161

(gemeinsam mit T. Trabitsch); objekttexte ebenda

Vorträge, teIlnahme an tagungen

25.5. Von Absam nach Cremona – Gedanken und

Beobachtungen zum Wiener Geigenbau, Wien,

Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Verein der

Freunde des Archivs

8.11. Sehnsucht nach Fülle …, Wien, Universität für

Musik und darstellende Kunst in Wien

Mag. Dr. Beatrix DArMSTÄDTer MAS

publIkatIonen

B. Darmstädter unter Mitarbeit von D. Salaberger und

mit einem Beitrag von B. Dickey, Die Zinken und

der Serpent der Sammlung alter Musikinstrumente

(Sammlungskataloge des Kunsthistorischen Museums,

hg. von S. Haag, Bd. 7), Wien 2011

„Nicht so much Meuhh“. Gustav Mahler und seine

Wiener Holzbläser, in: rohrblatt. Zeitschrift für oboe,

Klarinette, Fagott und Saxophon, Jg. 26, H. 2, hg. von

H. Fricke (Falkensee), Juni 2011, 55–59

Gustav Mahler und die Drehbühne in der Wiener

Hofoper, in: Ausstellungskatalog r. Kubik – T. Trabitsch,

Komponist – Operndirektor – Dirigent. Gustav Mahler

in Wien und München, München 2011, 149–161

(reprint des Beitrags in: Ausstellungskatalog r. Kubik –

T. Trabitsch, „leider bleibe ich ein eingefleischter

Wiener“. Gustav Mahler und Wien, Wien, ÖTM, 2010)

Audience Development mittels eines neuen Ausstellungskonzepts,

in: Proceedings of AGTEDU 2011,

A Magyar Tudomány Ünnepe Alkalmából Rendezett

Tudományos Konferencia Kiadványa, hg. von

Á. Ferencz, S. Lipócziné u. a., Kecskemét 2011,

275–284

Forschungen

Forschung zu den Biographien der zwischen 1850 und

1900 um Verleihung des Hoftitels (in Ausnahmefällen

des Kammertitels) beim obersthofmeisteramt am

Wiener Hof eingekommenen instrumentenmacher.

erstellung eines Verzeichnisses zu Teilen des nachlasses

von Siegmund Levarie, die 2010 in die Sammlung alter

Musikinstrumente übernommen wurden, und Vorbereitung

einer Arbeit (für Studien zur Musikwissenschaft

Bd. 58) über das Verhältnis von Josef Mertin zu

Siegmund Levarie unter Berücksichtigung ihrer frühen

Korrespondenz.

Vorträge, teIlnahme an tagungen

1.9. The Collection of Historic Musical Instruments in

Vienna – Assessment of the Current Situation, Brüssel,

ciMciM conference

10.11. Audience development by means of a contemporary

exhibition concept, Kecskemét, AGTeDU-conference

sonstIges

recherchen zu den restauratorischen eingriffen an den

objekten der SAM von 1939 bis 1943 und nachtrag

der Maßnahmen in den objektdatenbanken

Umzug der im Depot Traviatagasse verwahrten objekte

der SAM in das neue Zentraldepot Himberg

Betreuung der wissenschaftlichen Praktikantin nora

Paulus bei recherchen im Österreichischen Staatsarchiv

Spinett inv.-nr. SAM 365

Der gerissene und vom Saitenzug deformierte

resonanzboden mit gebrochenem Stegende und

geöffneter Zargenecke

Univ.-Doz. Mag. Alfons HUBer

resonanzboden nach rückformung,

Schwundkompensation und Aufdoppelung

der gedünnten Bereiche

sammlungen khm

publIkatIonen

Ökosystem Museum. Grundlagen für ein konservatorisches

Gesamtkonzept für die Neue Burg in Wien,

unpubl. phil. Diss. Wien, Akademie der bildenden

Künste Wien

redaktion von Technologische Studien Kunsthistorisches

Museum. Konservierung – restaurierung – Forschung –

Technologie, Bd. 7, 2010 (erschienen 2011); Bd. 8,

2011 (jeweils gemeinsam mit e. oberthaler und

M. Grießer)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

7.4. Ökosystem Museum, Wien, Hotel Wimberger,

Veranstalter: Deutsche Kongress, Tagung

Das Grüne Museum

6.9. Clavichord making between technical,

cosmological and esthetical constraints, Magnano,

10. internatio nales clavichord-Symposium (6.–10.9.)

(gemeinsam mit i. Hoheisel)

Dipl.-rest. ina HoHeiSeL M. A.*

Vorträge, teIlnahme an tagungen

6.9. Clavichord making between technical,

cosmological and esthetical constraints, Magnano,

10. internatio nales clavichord-Symposium (6.–10.9.)

(gemeinsam mit A. Huber)

leIhgaben

im Jahr 2011 war die Sammlung alter

Musikinstrumente mit 10 Leihgaben an

2 Ausstellungen im in- und Ausland beteiligt.

55


56

hoFJagd- und rÜstkammer

Dr. christian BeAUForT-SPonTin, Direktor

Dr. Matthias PFAFFenBicHLer

Dr. Stefan KrAUSe*

Michaela GreGor

restaurierung

Mag. christa AnGerMAnn

Foi Martina PoYer

Mag. Petra FUcHS

Mag. caridad nieTo-DÍAZ

* Mitarbeiterin Forschungsprojekt

ForschungsproJekte

die geätzte dekoration deutscher

rüstungen der renaissance

Projektmitarbeit: Dr. christian BeAUForT-

SPonTin, Dr. Stefan KrAUSe

Finanzierung: Gerda Henkel Stiftung

Düsseldorf (Projekt-nr. AZ 43/F/09)

Die Hofjagd- und rüstkammer des Kunsthistorischen

Museums hat im Jahr 2010 ein

mehrjähriges Forschungsprojekt gestartet,

in dessen Mittelpunkt die geätzten Verzierungen

deutscher Plattnerarbeiten der renaissance

stehen. Dankenswerter Weise hat die

Gerda Henkel Stiftung in Düsseldorf die finanzielle

Unterstützung dieses Vor habens inklusive

einiger Forschungsreisen (Madrid,

Dresden etc.) übernommen. ergänzt wurde

das Projekt durch ein Andrew W. Mellon

Ungarische Flügeltartsche Kaiser Maximilians i.

(1459–1519), innsbruck, um 1515, inv.-nr. A 344

Fellowship von Dr. Krause am Metropolitan

Museum of Art in new York, Department of

Arms and Armor, Stuart W. Pyhrr (September

2010 – Februar 2011).

Die europäische Plattnerkunst erreichte im

15. und 16. Jahrhundert ihre Blütezeit. Die

besten Plattner arbeiteten zu jener Zeit in

Mailand und im süddeutschen raum (Augsburg,

innsbruck, nürnberg, Landshut). Gegen

ende des 15. Jahrhunderts begannen

diese Künstler, ihre Arbeiten mit figürlichen

Motiven zu verzieren. Sie verwendeten dafür

vor allem die Technik der eisenätzung,

die im frühen 16. Jahrhundert auch in der

graphischen Kunst (Dürer, Altdorfer etc.)

zum einsatz gebracht wurde.

Die Qualität dieser phantasievollen Dekorationen

ist mit der zeitgleichen Graphik und

der spätmittelalterlichen Buchmalerei auf

eine Stufe zu stellen. Umso überraschender

ist es, dass die bisherige Forschung diesem

Aspekt der Kunstgeschichte nicht die gebührende

Aufmerksamkeit gewidmet hat.

Das Forschungsteam der Hofjagd- und rüstkammer

hat sich nun zum Ziel gesetzt, den

vielfältigen Motivschatz aufzuarbeiten, der

auf deutschen Harnischen des Spätmittelalters

und der renaissance zu finden ist.

eine herausragende Wieder-entdeckung im

rahmen dieses Projektes ist der rundschild

König Maximilians i. (innsbruck, um 1505,

inv.-nr. A 163). Die restaurierung des Schil-

Knaben-Faltenrockharnisch für den späteren Kaiser Karl V. (1500–1558),

Konrad Sensenhofer, innsbruck, 1512/14, inv.-nr. A 109

des durch christa Angermann im Frühling

2010 förderte einen unvergleichlichen spätmittelalterlichen

Bildschmuck mit Drachenkämpfen,

einhornjagden etc. zutage. Vier

antikisierende Kandelaber auf diesem Schild

sind von be sonderer Bedeutung; sie sind als

die wohl frühesten renaissanceornamente

Tirols anzusehen. eine ausführliche Studie zu

dem Bildschmuck des rundschildes wird im

Jahrbuch des Kunsthistorischen Museums

Wien (Bd. 13/14, 2011/2012) publiziert.

Die Dekoration der Ungarischen Flügeltartsche

Kaiser Maximilians i. (innsbruck,

um 1515; A 344) wurde seit dem 19. Jahrhundert

Albrecht Dürer zugeschrieben. Die

Untersuchung der Tartsche erbrachte nun die

Zuweisung dieser Arbeit an einen anonymen

innsbrucker Ätzmaler, der u. a. von Dürer

beeinflusst war. Andere Motive des Schildes,

etwa die Windköpfe in den vier ecken,

stehen der Donauschule, v. a. den Zeichnungen

Wolf Hubers, nahe. Manche der Vögel in

der randleiste des Schildes sind nach einer

niederrheinischen ornamentvorlage des späten

15. Jahrhunderts ausgeführt worden. ein

ausführlicher Katalogbeitrag für die kommende

Ausstellung zu Kaiser Maximilian i.

in Wien wird diese erkenntnisse zusammenfassen.

ein weiterer Schwerpunkt des Projektes liegt

auf dem Œuvre des Augsburger Graphikers

Daniel Hopfer (1471–1536) als Harnischätzer.

Dieser Bereich bedarf einer besonders


detailgenauen Analyse, da hier der große

einfluss der Graphiken Hopfers auf die süddeutsche

Kunst die Feststellung der eigenhändigkeit

erheblich erschwert. im rahmen

des Projektes wurde bereits eine große Zahl

verzierter Harnische studiert, die mit Daniel

Hopfer in Verbindung zu bringen sind. Die

erkenntnisse dieser Untersuchung – zahlreiche

Zu- und Abschreibungen sowie einige

Hilfestellungen für die Datierung der Graphiken

Hopfers – werden in Form eines umfassenden

Artikels im Jahrbuch des Kunsthistorischen

Museums Wien veröffentlicht

werden.

restaurIerwerkstätten

Seit den Wintermonaten 2010/11 entstanden

in der restaurierwerkstätte der Hofjagd- und

rüstkammer in Zusammenarbeit mit den

Bildhauern Bernhard ortner und Johannes

Falkeis als markanteste Projekte fünf neue,

farbig gefasste, figurale Ausstellungsbehelfe

zur Präsentation von rüstungen: zwei reiterkörper

für Turnierrüstungen aus dem Besitz

von König Philipp dem Schönen und erzherzog

Sigmund von Tirol, zwei reiterfiguren

mit Porträtköpfen erzherzog Ferdinands ii.

von Tirol, eine davon für die sogenannte

Mailänder rüstung A785, die andere für die

Deutsche rüstung A787, weiters ein stehender

Jüngling für die romanische rüstung

A783 mit einem jugendlichen Porträtkopf

Ferdinands ii. Diese neuen Behelfsfiguren

stellen für die Sammlung lang erhoffte

ästhetische und technische Verbesserungen

dar. Sie erfüllen unsere konservatorischen

Vorgaben und eignen sich vorzüglich zur

Verschickung der rüstungen als Leihgaben.

Um ihre Handhabung und anfallende Montagen

vor allem auf reisen zu erleichtern,

bestehen sie aus einzelteilen. Die nach der

natur geschnitzten Unterkörper bringt man

gesondert in Position. Darauf senkt man von

oben herab den bereits mit der rüstung bekleideten,

einfacher geformten oberkörper

mit angeschraubten Armen und Händen.

Die zusammengesetzten Puppen sitzen als

reiter von Gewicht und Form her voll kommen

austariert und sicher im Sattel, sie benötigen

keine weitere Befestigung. in Gestaltungsdetails

hielt man sich bei den Puppen

für die rüstungen Ferdinands ii. an zeitgenössische

Vorlagen: bei der Puppe für die

Mailänder rüstung an das Blatt iV des handschriftlichen

Bildinventars der 3. Ambraser

rüstkammer inv.-nr. KK 5250 von 1580,

das erzherzog Ferdinand ii. zu Pferde zeigt,

angetan mit eben der Mailänder rüstung

(inv.-nr. A785), die selbst aus dem Jahr 1559

stammt. Die reiterfigur für Ferdinands sogenannte

Deutsche rüstung (inv.-nr. A787,

1555–1560) folgt in ihrer Kostümierung

dem Bild GG 8049, Erzherzog Ferdinand II.

im Löwenkopfharnisch. Der Porträtkopf des

Jünglings im Kettenhemd der romanischen

offene Sturmhaube des Konrad von Bemelberg (1494–1567),

Valentin Siebenbürger (erw. 1531–1564), nürnberg, um 1540,

inv.-nr. A 376

sammlungen khm

rüstung folgt vor allem dem Gemälde GG

5947, Erzherzog Ferdinand als 19-Jähriger

von 1548, also gleichzeitig mit jener rüstung.

– Die beiden Turnierreiter schließlich

fanden ihre Vorbilder in Kaiser Maximilians

zeitgleicher Turnier-Handschrift Freydal.

Für den stehenden Jüngling der romanischen

rüstung Ferdinands (inv.-nr. A783,

1545–1550) wurde seine Körperform durch

genaues Vermessen und Anprobieren des

für den jungen erzherzog ja maßgefertigten

all’antica-Kettenhemdes und der Schuhe

erarbeitet, die die tonangebenden Teile der

rüstung darstellen. im Gegensatz zu den reiterfiguren

mit ihren festen Harnischteilen als

richtgrößen musste hier der Körper des Jünglings

sozusagen fließenden Formen – rieselndem

Panzergeflecht – angepasst werden.

Die 2011 erarbeiteten Trägerfigurinen stellen

weitere Schritte in der reihe der neuadaptierungen

unserer rüstungen dar, die wir seit

einigen Jahren entwickeln. Die rüstkammer

verfügt über eine große Zahl an figuralen

Ausstellungsbehelfen, die meist aus dem

20. Jahrhundert übernommen wurden, leider

fast durchgehend in nach Verbesserung rufender

und künstlerisch gesehen schlechter

Qualität. Da sie nicht durch abstrakte Behelfe

ersetzt werden sollen, nahmen wir an diesen

alten Figurinen immer größere Korrekturen

vor, um die Harnische ästhetisch und konservatorisch

würdiger zu präsentieren. Korrekturen

allein befriedigen jedoch nur selten.

Küriss für Feld und Turnier des Andreas Graf Sonnenberg

(ermordet 1511), Kolman Helmschmid (1471–1532),

Augsburg, um 1505/10, inv.-nr. A 310

57


58

hoFJagd- und rÜstkammer

Die hier vorgestellten, bereits zur Gänze neu

gefertigten Puppen stellen repräsentative,

diskussionswürdige Werke dar, die auch anderen

rüstkammern zur Anregung dienen

können – als Anstöße, ebenfalls eine Weiterentwicklung

ihrer figuralen Ausstellungsbehelfe

zuzulassen.

Der Fragenkomplex rund um die Aufstellungsmethoden

von rüstungen ist stilistisch

sehr empfindlich und muss auch konservatorisch

sorgfältig durchdacht werden. Die

Herstellung von Behelfen ist schwierig und

vor allem kostspielig. Der Stil von Aufstellungsbehelfen

weist mehr als man denkt auf die

einstellung einer Sammlung hin, beeinflusst

den Betrachter und natürlich auch die Fachleute,

gibt mit den Ton in der Gestaltung

der Säle an und ist vor allem für die korrekte

Anordnung der einzelteile einer rüstung im

Sinne ihres entwurfes als Kostüm bestimmend.

Der Bildhauer Bernhard ortner setzt die

fertig gefassten Teile der reiterpuppe

für die Mailänder rüstung erzherzog

Ferdinands ii. von Tirol zusammen.

Als Kostüme stellen rüstungen im Miteinander

ihrer Bestandteile durchkomponierte

Werke dar, daher geben sie die idee des

Künstlers erst dann befriedigend wieder,

wenn ihre Teile im richtigen Verhältnis zueinander

gezeigt werden. Aus Vergleichen

mit unterschiedlichen abstrakt gehaltenen

Lösungen in anderen Sammlungen haben

wir erkannt, dass man mit Figuren als Trägern

näher an das Wesen der Werke selbst

herankommen kann als mit Hilfe „objektfremder“

Konstrukte. Gute Trägerlösungen –

figural oder abstrakt – kommen allein durch

die Zusammenarbeit von Museumsfachleuten

mit Künstlern zustande, dies ist nicht zu

unterschätzen. erst durch eine ausgewogene

Zusammensetzung eines Teams können wissenschaftliche

informationen zielführend einfließen

und die Formgebung bleibt auf

hohem niveau.

Die restaurierwerkstätten der Hofjagd- und

rüstkammer bewältigten 2011 insgesamt

Die Mailänder rüstung von Giovanni Battista

Serabaglio, datiert 1559, reisefertig montiert.

Der Körper trägt rüstungsteile, die gesichert

aufliegen. Die übrigen Bestandteile werden gesondert

verpackt und erst am Ausstellungsort

montiert, sobald sich der reiter auf dem Pferd

befindet.

Der fertig montierte oberkörper der

Deutschen rüstung, datiert 1555–1560,

mit dem Porträtkopf aus Gips und

einem geschnitzten Hut. Die Hände

werden erst in der vorgesehenen

Position auf dem Pferd angebracht.

297 Projekte, wobei 105 als direkte objektbearbeitungen

wie Konservierungen an rüstungen,

Panzerhemden, Waffen sowie textilen

Gegenständen zu zählen sind, zwei davon

beziehen sich auf Schlittengarnituren aus

der Wagenburg, deren Werkstätte um Hilfe

gebeten hatte. 136 weitere Projekte betreffen

Leihgabenvorbereitungen mit Zustandsprotokollen,

zu denen 35 externe objekte

für den orden vom Goldenen Vließ gehören.

An vier objekten wurden größere Untersuchungen

unternommen, für drei rüstungen

wurden neue figurale Ausstellungsbehelfe

hergestellt, zwei alte Figuren wurden verbessert

und Vorarbeiten für eine weitere

neue wurden geleistet. – im rahmen der

Werkstätten allein wurden neben Leihgabenanfragen

für 2011 weitere 25 für die Jahre

2012 und 2013 bearbeitet. Die Mitarbeiter

der Hofjagd- und rüstkammer absolvierten

2011 insgesamt 28 Kurierreisen zur Betreuung

von Leihgaben. Vermehrte Verwaltungs-

Der neu angefertigte hölzerne Unterkörper

für die Deutsche rüstung erzherzog

Ferdinands ii. von Tirol vor

der Gesamtmontage im all‘antica-

Saal der Hofjagd- und rüstkammer


arbeit belastete registrar und restauratoren

nicht unerheblich, da das Sekretariat der

Hofjagd- und rüstkammer seit Februar 2011

nicht mehr besetzt wurde, so musste vieles

liegenbleiben.

im Bereich der neueinrichtung unserer

Depots konnten mithilfe des Serviceteams

des Kunsthistorischen Museums große Fortschritte

sowohl in der einrichtung als auch

in der Lagerung der objekte in Stangenund

Feuerwaffendepot gemacht werden.

Diese Arbeiten werden wir 2012 voraussichtlich

abschließen können. nach dem

entwurf von Architekt Philipp Metternich

wurde im Saal iii die installierung der neuen

objektbeleuchtungen mit Halogen-Metalldampflampen

fortgesetzt, wogegen in

Saal Vii, dessen reaktivierung 2011 endlich

begonnen wurde und Anfang 2012 fertiggestellt

sein wird, aufgrund finanzieller engpässe

wieder ältere Leuchtmittel eingesetzt

werden mussten.

Die im Jahr 2011 aus den Maßen des ornamentierten

Panzerhemdes und der Panzerstiefel im all’antica-Stil

erarbeitete Trägerfigur mit allen Bestandteilen der

romanischen rüstung von Giovanni Paolo negroli,

1545–1550. Der Porträtkopf aus Gips zeigt den

jugendlichen erzherzog Ferdinand.

Seit dem Frühjahr 2011 erfreut sich die

rüstkammer der Unterstützung durch Architekt

Dipl.-ing. Georg Miller-Aichholz, der

uns als freiwilliger Helfer in der Übertragung

alter Archivaufzeichnungen in digitale Daten

unterstützt. Bisher wurden Daten für zirka

dreieinhalb tausend Sammlungsobjekte übertragen.

Weiters konnte er umfangreiche

Text-recherchen aus der Fachliteratur einbringen.

nicht zuletzt ist die von ihm mit

elan vorangetriebene neuordnung der Handbibliothek

mit großem Dank zu erwähnen.

Mag. christa AnGerMAnn

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. christian BeAUForT-SPonTin

ausstellungen

Kuratierung der Ausstellung Schaurig schön. Ungeheuerliches

in der Kunst (intermezzo 03), Wien (KHM) 2011

(gemeinsam mit Gerlinde Gruber, Michaela Hüttner,

Bettina Kratzmüller, Beatrix Kriller-erdrich, claudia

Kryza-Gersch, Manuela Laubenberger, Agnes Stillfried,

Klaus Vondrovec und Karoline Zhuber-okrog)

sonstIges

Vorbereitungen für die neuaufstellung der Sammlungsbestände

zur höfischen Jagd

initiierung der Gründung des Vereins „Freunde der

Hofjagd- und rüstkammer“

Dr. Matthias PFAFFenBicHLer

ausstellungen

Kuratierung der Ausstellung Venedig. Seemacht,

Kunst und Karneval, Schloss Schallaburg 2011

publIkatIonen

Venedig im Mittelalter, in: Ausstellungskatalog Schallaburg

Kulturbetriebsges.m.b.H. – Kunsthistorisches

Museum, Wien (Hgg.), Venedig. Seemacht, Kunst und

Karneval, Schallaburg 2011, 14–21; Das Kolonialreich

Venedigs im östlichen Mittelmeer von 1204 bis 1797,

ebenda, 40–47; Venedig und seine Minderheiten,

ebenda, 48–53; Die Staatsstruktur der Venezianischen

Republik, ebenda, 54–57; Der Kampf gegen die Türken,

ebenda, 58–63; Die Eroberung der Terraferma, ebenda,

64–67; Venedig im 17. und 18. Jahrhundert. Das Ende

der Republik, ebenda, 79–83; Venezianische Schiffe,

ebenda, 90–97; Die Lagune von Venedig, ebenda,

289–295; objekttexte ebenda

Von Belgrad bis Belgrad. Die Türkenkrieg, in: Ausstellungskatalog

Erobern, Entdecken, Erleben. Im Römerland

Carnuntum, carnuntum 2011, 250–259; objekttexte

ebenda

Das Schlachtenbild als Medium der Siegespropaganda,

in: Inszenierung des Sieges – Sieg der Inszenierung.

Interdisziplinäre Perspektiven, hg. von M. Fahlenbock,

L. Madersbacher und i. Schneider, innsbruck 2011,

199–210

sammlungen khm

Harnische all’antica, in: Ausstellungskatalog S. Haag

(Hg.), All’Antica. Götter & Helden auf Schloss Ambras,

innsbruck 2011, 124 f.; objekttexte ebenda

Der Krieg im Winter als Thema der Schlachtenmalerei,

in: Ausstellungskatalog S. Haag – r. de Leeuw –

c. Becker (Hgg.), Wintermärchen. Winter-Darstellungen

in der europäischen Kunst von Bruegel bis Beuys, Wien

(KHM) 2011, 59–65; objekttexte ebenda

objekttexte in: Ausstellungskatalog Angelo Soliman.

Ein Afrikaner in Wien, Wien (Wien Museum) 2011

Vorträge, teIlnahme an tagungen

15.2. Der venezianische Krieg um Kreta, Wien,

commission Autrichienne d’Histoire Militaire

Zahlreiche weitere Vorträge, u. a. für den Verein der

Freunde des Kunsthistorischen Museums, für die

Pädagogische Hochschule in Wien und zu Ausstellungen

des KHM

lehrtätIgkeIt

SS 2011 Museumskunde, Wien, Universität, institut

für Österreichische Geschichtsforschung, Vorlesung

SS 2011 Österreichische Kunstgeschichte, Wien,

Universität, institut für Österreichische Geschichtsforschung,

Vorlesung

Dr. Stefan KrAUSe*

publIkatIonen

Auf Äußerlichkeiten achten. Form und Funktion deutscher

Porträts um 1500, in: Ausstellungskatalog S. Haag

– c. Lange – c. Metzger – K. Schütz (Hgg.), Dürer –

Cranach – Holbein. Die Entdeckung des Menschen:

Das deutsche Porträt um 1500, Wien (KHM) 2011,

245–248

objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

All’Antica. Götter & Helden auf Schloss Ambras,

innsbruck (Schloss Ambras) 2011

ForschungsproJekte

Mitarbeit am Forschungsprojekt Die geätzte Dekoration

deutscher Rüstungen der Renaissance (Finanzierung:

Gerda Henkel Stiftung Düsseldorf). im rahmen dieses

Forschungsprojektes von September 2010 bis Februar

2011 Andrew W. Mellon Fellowship am Metropolitan

Museum of Art, new York.

Vorträge, teIlnahme an tagungen

25.1. The Collection of Arms and Armor of the

Kunst historisches Museum in Vienna, new York,

The Arms & Armor club

21.10. Vliesorden und Weibermacht – Die geätzte

Dekoration deutscher Rüstungen der Renaissance,

KHM, für den Verein der Freunde des KHM

Mag. caridad nieTo-DÍAZ

Vorträge, teIlnahme an tagungen

18.10. München, Tagung Das grüne Museum.

Effizienz und Nachhaltigkeit in Museen

59


60

wagenburg und monturdepot

Dr. Monica KUrZeL-rUnTScHeiner, Direktorin

Dr. Mario DÖBerL

Brigitte Martina WoLF

nadja HAUMBerGer (bis 31.7.)

restaurierung

ernst GreGor

Univ.-Ass. Dipl.-rest. Tanja KiMMeL

Dipl.-rest. Michaela MoreLLi

Mag. Marianne noVoTnY-KArGL

Dipl.-rest. Daniela SAiLer

Familie niklas bei der Übergabe der Uniform an

Dr. Kurzel-runtscheiner

sammlungszugänge

garde-hofdienstadjustierung des

trabantengardisten august loitzl

Moritz Tiller u. a., 1918

Monturdepot, inv.-nr. n 494

einen besonderen Glücksfall stellt das umfangreiche

ensemble der Hofdienstadjustierung

des Trabantengardisten August Loitzl

(1895–1957) dar, welches 2011 als großzügige

Schenkung von dessen Tochter Amalia

niklas an das Monturdepot übergeben

wurde. Bereits 1914 erhielt der Feldwebel

des k. k. Landwehr-infanterieregiments nr. 3

für Heldentaten in russland den höchsten

orden für Unteroffiziere, die Goldene Tapferkeitsmedaille.

Als besondere Auszeichnung

wurde Loitzl schließlich sogar in die kaiserliche

Trabanten-Leibgarde übernommen, die

ihren Dienst in unmittelbarer Umgebung des

Kaisers in der Wiener Hofburg versah. Dabei

trugen die Gardisten einen prachtvollen

Waf fenrock aus rotem Tuch mit Plastron aus

schwarzem Samt und Goldborten, der mit

links: Garde-Hofdienstadjustierung des Trabantengardisten

August Loitzl, MD inv.-nr. n 494

rechts: August Loitzl in Gardeuniform

einer Pickehaube mit weißem Büffelhaarbuschen

kombiniert wurde. Die zahlreichen

in der Familie erhaltenen Dokumente zu

Loitzls Leben und Wirken und das seltene

Bildmaterial, das ihn als Gardisten in Hofdienstadjustierung

zeigt, machen die fast

vollständig erhaltene Uniform zu einem einmaligen

historischen Dokument.

wintermantel („stadtpelz“) eines

prinzen von bourbon-parma

Goldman & Salatsch, Wien, 1905

Monturdepot, inv.-nr. 496

Durch eine großzügige Schenkung von Leila

Hässig und Gregor Schmoll konnte das Monturdepot

2011 um ein weiteres, in mehrfacher

Hinsicht wertvolles objekt erweitert

werden. es handelt sich um einen so genannten

„Stadtpelz“, einen wadenlangen

Wintermantel mit nerzverbrämung und

Lammfellfutter, der sich um 1900 großer

Beliebtheit erfreute und von eleganten Herren

mit einem Zylinder kombiniert wurde.

Für das Monturdepot ist der Mantel vor allem

Wintermantel („Stadtpelz“) eines Prinzen

von Bourbon-Parma, MD inv.-nr. n 496


deshalb von großer Bedeutung, weil er 1905

für einen der vielen Brüder der späteren

Kaiserin Zita angefertigt wurde. Auch der

Hersteller selbst ist jedoch von besonderem

interesse: Der Stadtpelz stammt vom renommierten

Wiener Herrenausstatter Goldman

& Salatsch, der wenig später das weltberühmte

„Looshaus“ am Michaelerplatz erbauen

ließ. im Monturdepot ist er bislang

das einzige objekt aus der Werkstatt dieses

bedeutenden Hoflieferanten.

Frack von der großen uniform eines

k. u. k. kämmerers

Monturdepot, inv.-nr. n 497

eine Lücke in den Beständen des Monturdepots

konnte durch den erwerb eines Fracks

von der Großen Uniform eines k. u. k. Kämmerers

geschlossen werden. Die Knöpfe des

mit reicher Goldstickerei versehenen Kleidungsstücks

sind mit dem 1915 eingeführten

kleinen Wappen Österreich-Ungarns versehen,

was die Datierung des Fracks in die

letzten Jahre der Monarchie erlaubt.

leibkammerdiener eugen ketterl

in uniform

Ludwig Michalek 1911

Signiert und datiert

Mischtechnik auf Leinwand

Wagenburg, inv.-nr. Z 270

ein in Schönbrunn angefertigtes Porträt von

eugen Ketterl, dem langjährigen Leibkammerdiener

Kaiser Franz Josephs, zeigt den Hofdiener

im Waffenrock aus braunem Tuch

und schwarzen Samtaufschlägen mit Goldstickerei.

Das Porträt dokumentiert nicht

nur eine Montur, die in den Museumsbeständen

nicht vertreten ist, sondern liefert

darüber hinaus auch das Bildnis eines bedeutenden

Zeitzeugen, da Ketterl in seinen

nach ende der Monarchie publizierten Memoiren

ausführlich vom kaiserlichen Alltag

berichtete.

Leibkammerdiener eugen Ketterl

Ludwig Michalek, 1911, WGBG inv.-nr. Z 270

Jagdwagen mit Gasbeleuchtung,

WGBG inv.-nrn. W 161, W 162, W 163, W 164

sammlungen khm

Jagdfahrzeuge aus dem besitz der

Familie krupp von bohlen und halbach

Wagenburg, inv.-nrn. W 161, W 162,

W 163, W 164

eine schöne ergänzung der Sammlungsbestände

sind vier Jagdfahrzeuge, die 2011 als

Schenkung der Österreichischen Bundesforste

AG in den Besitz der Wagenburg gelangten.

Die Wägen wurden jahrzehntelang

im rupertihof, einem Wirtschaftsgebäude

des Salzburger Jagdschlosses Blühnbach,

aufbewahrt. Sie tragen das Monogramm

der deutschen industriellenfamilie Krupp

von Bohlen und Halbach, die das Anwesen

1916 von Kaiser Franz Joseph erwarb. Da

das Schloss aber zuvor, von 1908 bis 1914,

erzherzog Franz Ferdinand gehörte, liegt es

im Bereich des Möglichen, dass die Jagdwägen

ursprünglich aus seinem Besitz

stammten und im Jahr 1916 zusammen mit

dem Schloss den späteren eigentümern

überlassen wurden. Wer tatsächlich erstbesitzer

der Fahrzeuge war, sollen im kommenden

Jahr Archivrecherchen erweisen.

61


62

wagenburg und monturdepot

Zu den Gefährten gehören zwei originelle

einsitzige Gigs für Gebirgsjagden, die über

einen bequemen, mit rotsamtener Polsterung

ausgestatteten und mehrstufig verstellbaren

Sitz verfügen. Aus der Fabrik des Münchner

Hofwagenbauers J. M. Mayer stammt ein

zweisitziger Gäuwagen mit Jagdbrücke. Der

Salzburger Kutschenhersteller M. Mittermayer

lieferte einen viersitzigen Ungarischen Jagdwagen,

der neben herkömmlichen Wagenlaternen

auch unkonventionelle Gasbeleuchtung

aufweist. Zum Zubehör der Fahrzeuge

zählen vier „Kufenschuhe“, die an die räder

geschnallt wurden, wenn man bei Schneelage

ausfahren wollte.

„19.000. besucher unter 19“

Den sechsjährigen Alexander Knoll von der

Bunten Schule Währing erwartete eine besondere

Überraschung, als er am 11. Mai

mit seiner Schulklasse die Wagenburg besuchte:

er war seit einführung des Gratiseintritts

der „19.000. Besucher unter 19“ und

wurde daher von Bundesministerin claudia

Schmied persönlich empfangen. neben einer

Urkunde erhielten er und seine Mitschüler

eine Spezialführung durch Direktorin

Monica Kurzel-runtscheiner und Workshop-

Gutscheine für das neue Kreativatelier im

Haupthaus.

Der „19.000 Besucher unter 19“ mit BM Schmied,

GD Haag und Dir. Kurzel-runtscheiner

open house In der wagenburg

Über 8000 Menschen strömten am 19. Juni

in die Wagenburg, wo erstmals zu einem

„open House“ geladen wurde. Bei freiem

eintritt gab es ein dichtes und spannendes

Programm, das neben Überblicks- und

Spezialführungen auch einen einblick in

die faszinierende Welt der Forschung im

Museum und den Besuch der restaurierwerkstätten

ermöglichte. Bei Kutschenfahrten

im Schlosspark und Vorführungen von

reiterinnen im Damensattel konnte die Welt

von Pferd und Wagen auch hautnah miterlebt

werden. im eigens errichteten Festzelt vor

der Wagenburg brillierte Star-Darstellerin

Maya Hakvoort mit Highlights aus dem Musical

Elisabeth, Historikerin Brigitte Hamann

erzählte über die Lebenswelt der Kaiserin und

carolin Maikler präsentierte neben ihrem

neu erschienenen Buch über elisabeth als

literarischen Mythos auch ihre in monatelanger

Arbeit in den restaurierwerkstätten

der Wagenburg hergestellte replik von Sisis

Hochzeitsstola. Als krönenden Abschluss

brachte Meinhard rüdenauer seine eigens

für den Anlass komponierte „Kaiser- und

Kutschenmusik“ zur Uraufführung. Abgerundet

wurde das Angebot durch ein umfangreiches

Kinderprogramm mit Ponyreiten,

Kronen- und Kutschenbasteln.

ÜbersIedlung Von sammlungsobJekten

In das neue

zentraldepot hImberg

nach rund zweijähriger, intensiver Vorbereitung

durch die Mitarbeiterinnen der

Sammlung konnten in der Zeit von 7. bis

9.9. die bis dahin in der Traviatagasse aufbewahrten

Bestände des Monturdepots in

das neue Zentraldepot Himberg übersiedelt

werden.

Um Kosten zu sparen, wurde ein Großteil

der objekte in den Laden der alten Depotkästen

belassen, die übereinander gestapelt

und gesichert wurden. Durch die Anmietung

von fahrbaren Konfektionsständern konnten

auch hängend aufbewahrte objekte platzsparend

und effizient an den neuen Standort

verbracht werden. Ausstellungsbehelfe

wurden mittels Aufsatzrahmen überstellt.

Um die objekte gegen Verschieben in der

Transportverpackung zu sichern, wurden fragile

Teile in passend zugeschnittenen Platten

aus ethafoam eingebettet und vorhandene

Hohlräume mit Luftkissen ausgepolstert.

Aus der Wagenburg wurden einige Kutschen,

Schlitten und historische Textilien in

das neue Depot überstellt. Sie alle wurden

zuvor gereinigt und durch die Firma Singer

begast.

links: open House in der Wagenburg:

Maja Hakvoort als Sisi

unten: open House in der Wagenburg:

Backstage-Führung in der restaurierwerkstatt


Dank der vorausschauenden Planung der

Projektgruppe Übersiedlung und der guten

Zusammenarbeit mit der Fa. Kunsttrans

und Koordinator Martin Dorfmann (Fa.

DP-Art) war es möglich, die Übersiedlung

der 1700 objekte des Monturdepots und

160 objekte der Wagenburg innerhalb von

nur 6 Arbeitstagen schadensfrei durchzuführen.

oben: Für den Abtransport vorbereitete

objekte in Himberg

unten: Verpackungslösungen

restaurIerung

neuer glanz für barockes

schlittengeschirr

Für die Ausstellung Wintermärchen wurde

ein prachtvolles Schlittengeschirr (G 348)

vollständig restauriert, welches 1814 unter

Verwendung barocker Teile für den Wiener

Kongress angefertigt worden war. Besonders

eindrucksvoll ist der üppige Federschmuck,

der nicht mehr original erhalten war und nun

nach einem historischen Gemälde rekonstruiert

werden konnte. Dazu wurden von einer

Waldviertler Straußenfarm 121 besonders

schön gewachsene Federn beschafft, die

von Dipl.-rest. Michaela Morelli in mühevoller

Handarbeit zu einem barocken Kammbuschen

verarbeitet wurden. So konnte das

Prunkgeschirr im rahmen der Ausstellung erstmals

wieder in seinem glanzvollen ursprünglichen

erscheinungsbild präsentiert werden.

einlagerung im neuen Zentraldepot

baulIche massnahmen

sammlungen khm

im Sommer des Jahres 2011 wurden die im

Auftrag der Schloss Schönbrunn Kultur- und

Betriebsgesellschaft (SSKB) durchgeführten

Sanierungsarbeiten an der Außenfassade der

Wagenburg abgeschlossen. Dabei kam nicht

mehr wie bislang Zementputz, sondern

Kalkputz zur Anwendung, der ein Austreten

der im Mauerwerk vorhandenen Feuchtigkeit

ermöglicht, was wiederum positive Auswirkungen

auf das raumklima in der Schauhalle

erwarten lässt. Auch die neue Kalkfärbelung

kommt ohne Zementanteile aus

und entspricht mit ihrem helleren Farbton

nun wieder dem historischen „Schönbrunnergelb“.

im Zuge der Fassadeninstandsetzung

wurden außerdem im Sinne der Schädlingsprävention

die im Bereich der Dachtraufe

angebrachten Lüftungsschlitze mit insektenschutzgittern

versehen.

oben: Pferdegeschirr mit rekonstruiertem

Federschmuck

unten: Die renovierte Fassade der Wagenburg

63


64

wagenburg und monturdepot

ForschungsproJekte, Forschungen

die einführung von Fahrzeugen in das

kaiserliche hofzeremoniell

Projektleitung und -durchführung:

Dr. Mario DÖBerL

Finanzierung: FWF (Projekt-nr. P20316)

Die objekte der Wagenburg stammen zum

überwiegenden Teil aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Aus diesem Grund konzentrierten

sich bisherige Untersuchungen zu höfischen

Prunkfahrzeugen in Österreich auch fast ausschließlich

auf diesen Zeitraum. im rahmen

des im März 2011 zu ende gegangenen

Forschungsprojekts wurden nun erstmals

die relevanten Quellen zur erforschung von

Wägen, Schlitten, Sänften und Tragsesseln an

den Höfen der österreichischen Habsburger

vom Spätmittelalter bis zum ende des 17. Jahrhunderts

systematisch gesichtet und digital

erfasst, damit auf diese Weise den Ursprüngen

des kaiserlichen Fuhrparks, seiner sukzessiven

erweiterung und den mit der Ausbreitung von

Kutschen verbundenen Änderungen im Hofzeremoniell

auf den Grund gegangen werden

kann. eine abschließende Publikation der

Forschungsergebnisse ist in Vorbereitung.

Integrated pest management – Ipm

Projektleitung: Dr. Pascal QUerner

Projektmitarbeit:

Dipl.-rest. Michaela MoreLLi

Finanzierung: KHM

im Zuge des Projektes Integrated Pest Management

wurden in Depots und Schauräumen

insgesamt 187 Pheromonfallen für verschiedene

Schädlingstypen aufgestellt. Dadurch

konnte in einem der Depots ein konzentriertes

Auftreten von Brotkäfern festgestellt

werden, das durch den einsatz von „nützlingen“

bekämpft wurde: Die winzig kleinen

Lagererzwespen Lariophagus distinguendus

legen ihre eier in eier und Larven der Brotkäfer

und töten diese somit ab. im kommenden

Jahr wird sich zeigen, ob die Anzahl der

Schädlinge dadurch zurückgegangen ist.

ins gesamt ist der Befall durch Textilmotten

in den räumen der Wagenburg im Vergleich

zum Vorjahr um 36 % zurückgegangen.

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. Monica KUrZeL-rUnTScHeiner

publIkatIonen

The Princes of Thurn und Taxis: Imperial Postmasters’

Carriages, in: The carriage Journal 49, Mai 2011,

148–161

Winterfreuden. Schlitten und Schlittenfahrten in der

mitteleuropäischen Kunst- und Kulturgeschichte, in:

Ausstellungskatalog S. Haag – r. de Leeuw – c. Becker

(Hgg.), Wintermärchen. Winterdarstellungen in der

europäischen Kunst von Bruegel bis Beuys, Wien (KHM)

2011, 94–105

La Vita dell’Imperatrice Sissi. Attraverso le sue Carrozze,

in: carrozze & cavalli, Jg. 3, nr. 3, 2011, 6–11

Napoleon und Marie Louise – eine außergewöhnliche

Verbindung und die Spuren in der Wiener Wagenburg,

in: Das Bundwerk Heft 26, 91–94

Auf dem Sisi-Pfad durch die Wagenburg, in:

Schönbrunn Journal 1, 2011, 5

Vorträge, teIlnahme an tagungen

6.10. The Princes of Thurn und Taxis: Imperial

Postmasters’ Carriages, Wien, Altes rathaus,

cosmopolitan club Wien

Dr. Mario DÖBerL

publIkatIonen

Der Fuhrpark Kaiser Leopolds I. Teiledition der Wiener

Hofmarstallinventare von 1678, in: Jahrbuch des

Kunsthistorischen Museums Wien 12, 2010

(erschienen 2011), 277–309

Ferne Welten im Spiegel von Zelten. Die kaiserliche

Zeltkammer im Jahr 1678, in: Waffen- und Kostümkunde

53/1, 2011, 43–62

Beiträge in: Schönbrunn Journal

ForschungsproJekte

Leitung und Durchführung des Forschungsprojektes

Die Einführung von Fahrzeugen in das kaiserliche

Hofzeremoniell (Finanzierung: FWF; siehe oben)

Univ.-Ass. Dipl.-rest. Tanja KiMMeL

lehrVeranstaltungen

SS 2011, Strahlendiagnostische Untersuchungsmethoden

– Röntgenaufnahmen als Hilfsmittel bei

technischen Untersuchungen in der Textilrestaurierung,

Wien, Universität für angewandte Kunst, institut für

Konservierung und restaurierung, Vorlesung

WS 2011/2012, Historische Technologie – Färbetechnik,

Wien, Universität für angewandte Kunst, institut für

Konservierung und restaurierung, Vorlesung

sonstIges

Mitglied der Projektgruppe Übersiedelung

Dipl.-rest. Michaela MoreLLi

publIkatIonen

Ten years of Integrated Pest Management (IPM) at

the Kunsthistorisches Museum Wien, in: Journal of

entomological and Acarological research 43 (2), 2011,

185–190

Ten years of Integrated Pest Management (IPM) at

the Kunsthistorisches Museum Wien, in: P. Winsor –

D. Pinniger – L. Bacon – B. child – K. Harris – D. Lauder –

J. Phippard – A. Xavier-rowe (Hgg.), Integrated Pest

Management for Collections. Proceedings of 2011:

A Pest Odyssey, 10 Years Later, english Heritage,

Swindon 2011, 210 f. (gemeinsam mit M. Querner)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

9.6. Ten years of Integrated Pest Management (IPM) at

the Kunsthistorisches Museum Wien, Piacenza, Meeting

on cultural Heritage Pests (gemeinsam mit P. Querner)

ForschungsproJekte

Mitarbeit am Forschungsprojekt Integrated Pest

Management (Projektleitung: Dr. Pascal Querner)

Mag. Marianne noVoTnY-KArGL

Vorträge, teIlnahme an tagungen

16.11. Wien, organisation und Moderation des ersten

„restauratorinnen-Forums“ von KHM, MVK und ÖTM

Dr. Pascal QUerner

publIkatIonen

Ten years of Integrated Pest Management (IPM) at

the Kunsthistorisches Museum Wien, in: Journal of

entomological and Acarological research 43 (2), 2011,

185–190

Ten years of Integrated Pest Management (IPM) at

the Kunsthistorisches Museum Wien, in: P. Winsor –

D. Pinniger – L. Bacon – B. child – K. Harris – D. Lauder –

J. Phippard – A. Xavier-rowe (Hgg.), Integrated Pest

Management for Collections. Proceedings of 2011:

A Pest Odyssey, 10 Years Later, english Heritage,

Swindon 2011, 210 f. (gemeinsam mit M. Morelli)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

9.6. Ten years of Integrated Pest Management (IPM) at

the Kunsthistorisches Museum Wien, Piacenza, Meeting

on cultural Heritage Pests (gemeinsam mit M. Morelli)

ForschungsproJekte

Leitung des Forschungsprojektes Integrated Pest

Management (siehe oben)

leIhgaben

im Jahr 2011 waren die Sammlungen Wagenburg

und Monturdepot mit 43 Leihgaben

an 4 Ausstellungen im in- und Ausland beteiligt.


schloss ambras

Dr. Veronika SAnDBicHLer, Direktorin

Mag. Margot rAUcH

Dr. Katharina SeiDL

Dr. Thomas KUSTer (ab 1.7.)

evelyn TAUrer

Franz-Peter HASZLWAnTer

Günter HoFer

Jutta BirneGGer (bis 31.10.)

Sandra eLSLer (bis 31.10.)

christine GAMPer (bis 31.12.)

Birgit GASSner (bis 31.10.)

claudia HiMMLer (bis 31.12.)

Georg KrAUSe (bis 31.7.)

Alexandra MAirHoFer (bis 31.10.)

Wanda MoHiLoVA (bis 31.3.)

carmen oBerBerGer (bis 31.12.)

Helmuth ÖHLer (bis 31.12.)

Martin reiner (bis 30.9.)

Federica SPArPAGLiA (bis 30.10.)

restaurierung

Hannes ASTL

ausstellungen

trinkfest! bacchus lädt ein

in Kooperation mit dem osterfestival Tirol

2011 wurde im Unterschloss (Antiquarium)

des Schlosses die von Veronika Sandbichler

konzipierte und von ihr gemeinsam mit

Margot rauch organisierte Ausstellung Trinkfest!

Bacchus lädt ein gezeigt (7.4.–31.5.;

Besucherinnen: 10.738 Personen).

all’antica. götter & helden auf

schloss ambras

Die Sommer-Ausstellung im 2. Stock des

Hoch schlosses widmete sich dem Thema

All’Antica. Götter & Helden auf Schloss

Ambras (Konzept: Veronika Sandbichler;

Konzeptmitarbeit: Wencke Deiters, claudia

Kryza-Gersch, Manuela Laubenberger, Karin

Zeleny; Ausstellungsorganisation: Thomas

Kuster, Margot rauch, Katharina Seidl;

23.6.–25.9.; Besucherinnen: 49.810 Personen)

Siehe dazu jeweils den Bericht im Ausstellungsteil.

private nature 01 – ambras 01

Sound-Video installation von christian roeck

und Hannes Strobl im rahmen der Sonderausstellung

All’Antica in der Bacchusgrotte

von Schloss Ambras

Konzept: christian roeck (Video), Hannes

Strobl (Sound)

Als technische und mentale Projektionsfläche

diente der installation eine ständig im Dunkel

liegende Felswand in der Bacchusgrotte

von Schloss Ambras. Durch ein im Höhleneingang

angebrachtes Stahltor wurde der

Besucher am gänzlichen eintreten in die

Grotte gehindert, Distanz und Unerreichbarkeit

blieben gewahrt. ein „unsichtbarer ort“

wurde durch Licht und Klang einer längst

vergangenen Sequenz aus der natur sichtbar

und hörbar, die Zeit verlor im digitalen

Loop ihre ursprüngliche Bedeutung.

weItere ausstellungen

das eigene & das Fremde

in Zusammenarbeit mit Schulen in innsbruck

und Hall, dem Flüchtlingsheim innsbruck,

dem Bfi und dem Verein Ankyra wurde ein

Projekt mit Kindern, Jugendlichen und erwachsenen

mit und ohne Zuwanderungsgeschichte

durchgeführt, dessen resultate

in die von Katharina Seidl kuratierte und organisierte

Ausstellung Das Eigene & Das Fremde

sammlungen khm

in der Bauernrüst kammer von Schloss Ambras

einflossen (28.9.2011 – 29.2.2012; Besucherinnen

bis 31.12.2011: 10.099 Personen).

Siehe dazu den Bericht im Ausstellungsteil.

„zu gast in ambras“

einen weiteren Ausstellungsakzent in Schloss

Ambras setzte die neue reihe „Zu Gast in

Ambras“, in der jeweils im September/oktober

ein ausgewähltes Meisterwerk des Kunsthistorischen

Museums Wien vorgestellt wird.

2011 kam unser Gast zu dieser von Veronika

Sandbichler konzipierten und von Gudrun

Swoboda kuratierten Ausstellung aus der

Gemäldegalerie des KHM: Die Zerstörung

des Tempels in Jerusalem von nicolas Poussin

(Unterschloss – Antiquarium; 30.9.–1.11.;

Besucherinnen: 5.777); siehe auch den

Bericht im Aus stellungsteil.

ÖFFentlIchkeItsarbeIt, marketIng,

medIen und kommunIkatIon

neben den Plakatierungen auf den Kultursäulen

im Stadtbereich waren die Sammlungen

Schloss Ambras 2011 erstmals werbemäßig

auf einer Videowall im Kreuzungsbereich

der Zufahrtsstraße von der Autobahn

vertreten. Besonderer Wert wurde auf Kooperationen

mit anderen Kulturinstitutionen

gelegt. Durch die gute Zusammenarbeit mit

dem innsbruck Tourismus erhielt Schloss

65


66

schloss ambras

Ambras im innsbrucker Museumsführer zusätzlich

eine eigene Seite für die Habsburger

Porträtgalerie. einen hohen Stellenwert in

der Bewerbung hat das „direct mailing“, bei

dem Hotels und Tourismusinstitutionen direkt

mit Foldern und Plakaten beliefert werden.

in den Printmedien sowie in radio und TV

gab es eine reiche mediale Berichterstattung

über Schloss Ambras.

sponsorIng – spenden

Seit vielen Jahren unterstützen folgende

Sponsoren und Spender finanziell die Ausstellungsvorhaben,

das Schloss Ambras Fest

und bauliche Unternehmungen im Schloss:

die Bank Austria Unicredit Group, der

innsbruck Tourismus, der Verein innsbrucker

Sommerspiele, das Land Tirol und die Stadt

innsbruck. Für das Projekt und die Ausstellung

Das Eigene & Das Fremde konnten

zusätzlich die Grünen Frauen Tirol als Spender

gewonnen werden. Hauptsponsor des

diesjährigen Schlossfestes Ambras waren

erneut die innsbrucker Kommunalbetriebe.

Für Doppel-All’Antica im Spanischen Saal

konnten die Bank Austria Unicredit Group,

die Fa. Alpina Druck und die Buchhandlung

Haymon als Sponsoren gewonnen werden.

Bei der Temperierung des Hochschlosses wurden

wir vom innsbruck Tourismus unterstützt.

museum und publIkum auF

schloss ambras

8.845 Besucherinnen und Besucher nahmen

an Führungen durch die Ambraser Sammlungen

und die Sonderausstellungen Trinkfest!

Bacchus lädt ein und All’Antica. Götter &

Helden auf Schloss Ambras teil. 4.243 der

durch unsere Vermittlerinnen betreuten

Besucher waren Kinder und Jugendliche.

An Museumsbesucher wurden zusätzlich

4.206 Audioguides ausgegeben.

in den Ferienmonaten bot Ambras wöchentlich

Spezialführungen für den innsbrucker

Ferienzug an. neben den Standardführungen

gab es wie immer die Möglichkeit, speziell auf

den jeweiligen Lehrplan abgestimmte museumspädagogische

Programme zu buchen.

museumspädagogIsche proJekte

Das Eigene & Das Fremde

siehe den Bericht im Ausstellungsteil.

Musik auf Ambras

im Sommersemester gab es eine Kooperation

mit dem Mozarteum Salzburg/Fachabteilungen

für Musikwissenschaften und für Musikpädagogik

(Prof. Mag. Dr. Monika Öbelsberger

und Prof. Dr. Peter Maria Krakauer).

in der Lehrveranstaltung Kooperative Musik-

didaktik erarbeiteten die Studierenden (Lehramtstudenten

für Musikerziehung) anhand

der musikhistorischen Bedeutung von Schloss

Ambras musik- und musikpädagogische

Aspekte und führten sie in einem Vermittlungskonzept

zusammen.

Weihnachtsvorfreude auf Schloss Ambras

im Dezember fanden an den Adventsamstagen

Kinderworkshops mit weihnachtlichen

Themen statt.

VIp-besucher In schloss ambras

2011 konnten wir zahlreiche Prominenz in

Schloss Ambras begrüßen, unter ihnen BM

claudia Schmied, der Spanische Botschafter

Yago Pico de coaña mit Gemahlin, die Finnische

Botschafterin Marjatta rasi und der

Finnische Honorarkonsul Dkfm. Mario Stedile-

Foradori, Univ.-Prof. Mag. Dr. Karlheinz

Töchterle, Sc Mag. Dr. Michael P. Franz,

Mag. christine oppitz-Plörer und DDr. Herwig

van Staa. Am 22.9. war eine 20-köpfige

Delegation des Kremlin-Museums Moskau

mit ihrer Direktorin elena Gagarina in Schloss

Ambras zu Gast.

eVents und Veranstaltungen

Die jährlich stattfindende eröffnung der

innsbrucker Festwochen der Alten Musik im

Spanischen Saal zählte auch 2011 zu den

politischen und gesellschaftlichen Höhepunkten

des innsbrucker Musiksommers.

theateraufführung

Das Kleine Hokuspokus

Zum ersten Mal präsentierte das „theater

praesent“ aus innsbruck im Pfauengarten

von Schloss Ambras eine szenische Uraufführung

des Kinderbuches Das Kleine Ich

bin Ich von Mira Lobe.

open house

Am 1. Mai lud die neue Direktorin Dr. Veronika

Sandbichler zum „open House“. Zum Auftakt

spielte die Musikkapelle Amras das

traditionelle „Mailüfterl“. Die Direktorin

stellte in einer Spezialführung ihre „Lieblingswerke“

vor. Für Kinder gab es museumspädagogische

Programme, Workshops und


das beliebte Puppentheater Ferdinand und

Philippine feiern ein Fest. Der Ambraser Hofnarr

Leonardo begeisterte mit seinen Familienrundgängen.

Lautenklänge von Wolfgang

Prax marer in der Schlosskapelle entführten

musikalisch in die Zeit der renaissance. insgesamt

750 Besucher erfreuten sich an diesem

abwechslungsreichen Programm.

dIe schÖne helena Im InterVIew

Mythologische Plauderei mit Sylvia Tschörner

(unter Mitwirkung von Daniela Pürstl und

Gabriel cadet)

Helena, jene Tochter des Zeus und der Leda,

die vom trojanischen Königssohn Paris entführt

wurde, löste in weiterer Folge den

Trojanischen Krieg aus. Seit der Ilias des

Homer taucht sie immer wieder auf, wie

beispielsweise in Goethes Faust II.

2011 meldete sich die schönste Frau ihrer Zeit

erneut und plauderte im Spanischen Saal

von Schloss Ambras mit einer Moderatorin

über ihre Familie und über die antiken Helden

Achilles oder Theseus. Die Versammlung vieler

dieser Götter und Helden in der Sonderaussteilung

All’Antica bewogen die antike Königin

zu diesem interview am 4. August.

doppel-all’antIca

mit Michael Köhlmeier und raoul Schrott

im rahmen der Ausstellung All’Antica.

Götter & Helden auf Schloss Ambras fand

am 7. September im Spanischen Saal in

Kooperation mit dem Verein 8ungKultur

eine außergewöhnliche Veranstaltung statt:

Michael Köhlmeier und raoul Schrott gaben

sich die ehre und begeisterten das Publikum

mit erzähltem und Gelesenem in einem wortreichen

Doppel-All’Antica. Für diese Lesung

konnten die Bank Austria Unicredit Group,

die Fa. Alpina Druck und die Buchhandlung

Haymon als Sponsoren gewonnen werden.

phace|contemporary musIc

eine Koproduktion mit dem Klangspuren

Festival Zeitgenössischer Musik und Phace

im rahmen des Festivals Klangspuren Schwaz

im Schloss Ambras kam es am 20. September

im Spanischen Saal zur Uraufführung des

kompletten fünfteiligen Tintoretto-Zyklus von

Wolfram Schurig. Am 21. September war

der Zyklus im Kunsthistorischen Museum

Wien in Form eines „installationskonzertes“

(regie: Markus Kupferblum) zu erleben.

schlossFest ambras

Das Kunsthistorische Museum Schloss Ambras

und die innsbrucker Festwochen der Alten

Musik veranstalteten am 15. August bereits

zum 17. Mal das Ambraser Schlossfest. Diesmal

stand es wie die Sonderausstellung ganz

im Zeichen der Antike. insgesamt kamen

15.000 Besucher.

lange nacht der museen

Die jährlich stattfindende Lange nacht der

Museen am 1. oktober war mit 908 Besuchern

und zahlreichen Programmpunkten

sehr erfolgreich.

bautätIgkeIten

im Dachboden des Unterschlosses wurden

Brandschutzabschottungen ausgeführt. Die

mit Anfang november 2010 begonnenen

Arbeiten zur Verlegung der Hauptleitung

von der Heizzentrale im erdgeschoss Hochschloss

bis zum Dachgeschoss als Vorbereitung

für die Anschlüsse in die drei Stockwerken

konnten abgeschlossen werden. im

Auftrag der Burghauptmannschaft wurde

im november eine statische Bestandsaufnahme

des Dachstuhles inkl. Deckenkonstruktion

des Spanischen Saales durchgeführt.

restaurIerungen

sammlungen khm

lederteller

inv.-nrn. PA 560, PA 563, PA 564, PA 593,

PA 594, KK 4956, KK 4968

restaurierungen durch die Universität für

Angewandte Kunst, institut für Konservierung

und restaurierung, Wien; ein Großteil

dieser restaurierung konnte durch eine

großzügige Spende des Vereins für Alpenländische

Wirtschaftsförderung finanziert

werden.

kolowrat-hochzeit

Johannes Agricola, Sigmund elsässer,

Kolowrat-Hochzeit, innsbruck 1580

inv.-nr. KK 5269

restaurierungen durch Judith emprechtinger,

innsbruck.

8 römische meilensteine

inv.-nr. PA 1434 1–8)

Die Meilensteine befinden sich im überdachten

Außenbereich des Unterschlosses.

restaurierungen und Konservierungen durch

Felix Mackowitz, innsbruck.

Fresken im spanischen saal

restaurierungen durch egidio ita, innsbruck

div. sammlungsobjekte

restaurierungen und Konservierungen durch

den hauseigenen restaurator Hannes Astl.

67


68

schloss ambras

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. Veronika SAnDBicHLer

ausstellungen

Konzept und organisation der Ausstellung Trinkfest!

Bacchus lädt ein, innsbruck (Schloss Ambras) 2011

(unter Mitarbeit von Margot rauch, Katharina Seidl

und Karin Zeleny)

Konzept und organisation der Ausstellung All’Antica.

Götter & Helden auf Schloss Ambras, innsbruck

(Schloss Ambras) 2011 (Konzept unter Mitarbeit

von Wencke Deiters, claudia Kryza-Gersch, Manuela

Laubenberger und Karin Zeleny; organisation

gemeinsam mit Thomas Kuster, Margot rauch und

Katharina Seidl)

Konzept der Ausstellung Die Zerstörung des Tempels

in Jerusalem von Nicolas Poussin (Zu Gast in Ambras

01), innsbruck (Schloss Ambras) 2011 (gemeinsam

mit Gudrun Swoboda)

publIkatIonen

Bilder des Triumphs im höfischen Fest der Habsburger

des 16. Jahrhunderts, in: M. Fahlenbock – L. Madersbacher

– i. Schneider (Hgg.), Inszenierung des Sieges –

Sieg der Inszenierung. Interdisziplinäre Perspektiven,

innsbruck 2011, 143–155

Die Antike ist tot. Es lebe die Antike!, in: Ausstellungskatalog

S. Haag (Hg.), All’Antica. Götter & Helden auf

Schloss Ambras, innsbruck (Schloss Ambras) 2011,11;

Identifikationen: antike Helden, Götter und Triumphe.

Die Habsburger und ihre antiken Vorbilder im 16. Jahrhundert,

ebenda, 120–123; objekttexte ebenda

objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

Trinkfest! Bacchus lädt ein, innsbruck (Schloss Ambras)

2011

objekttext in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

Schaurig schön. Ungeheuerliches in der Kunst

(intermezzo 03), Wien (KHM) 2011

Vorträge, teIlnahme an tagungen

7.–11.12. Wien, Österreichische Akademie der Wissenschaften,

Tagung The Habsburgs and their Courts in

Europe, 1400–1700. Between Cosmopolitism and

Regionalism

Mag. Margot rAUcH

ausstellungen

organisation der Ausstellung All’Antica. Götter &

Helden auf Schloss Ambras, innsbruck (Schloss Ambras)

2011 (gemeinsam mit Thomas Kuster, Veronika

Sandbichler und Katharina Seidl)

organisation der Ausstellung Trinkfest! Bacchus lädt

ein, innsbruck (Schloss Ambras) 2011 (gemeinsam mit

Veronika Sandbichler)

publIkatIonen

Jagdkunst – Kunstjagd, im Magazin Jagdland Tirol,

hg. vom Tiroler Jägerverband, innsbruck 2011, 30–32

Alla spagnola oder all’antica? Der Spanische Saal von

Schloss Ambras, in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

All’Antica. Götter & Helden auf Schloss Ambras,

innsbruck (Schloss Ambras) 2011, 44–52; objekttexte

ebenda

objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

Trinkfest! Bacchus lädt ein, innsbruck (Schloss Ambras)

2011

objekttext in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

Schaurig schön. Ungeheuerliches in der Kunst

(intermezzo 03), Wien (KHM) 2011

Dr. Katharina SeiDL

ausstellungen

Konzept und organisation der Ausstellung Das Eigene &

das Fremde, innsbruck (Schloss Ambras) 2011

organisation der Ausstellung All’Antica. Götter &

Helden auf Schloss Ambras (gemeinsam mit Thomas

Kuster, Margot rauch und Veronika Sandbichler)

Mitarbeit an der Ausstellung Trinkfest! Bacchus lädt ein,

innsbruck (Schloss Ambras) 2011

publIkatIonen

Die Versammlung der antiken Helden im Ambraser

Innenhof, in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

All’Antica. Götter & Helden auf Schloss Ambras,

innsbruck (Schloss Ambras) 2011, 53–56; objekttexte

ebenda

objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.), Trinkfest!

Bacchus lädt ein, innsbruck (Schloss Ambras) 2011

Ausstellungskatalog Das Eigene & das Fremde,

hg. von S. Haag, innsbruck (Schloss Ambras)

2011

Vorträge, teIlnahme an tagungen

21.–25.2. Wien, Universität für Angewandte Kunst,

Konservierungstechnologisches Seminar Leder

8.–9.4. innsbruck, Haus der Begegnung,

7. Tagung der PsychTransKult AG Tirol

Rassismuskritik. Perspektiven und Positionierungen

für die selbstreflexive Arbeit in psychotherapeutischen,

medizinisch-psychiatrischen und anderen

psychosozialen Kontexten

lehrtätIgkeIt

10.3. Musik auf Ambras, Salzburg, Mozarteum,

Lehrveranstaltung

Dr. Thomas KUSTer

ausstellungen

organisation der Ausstellung All’Antica. Götter &

Helden auf Schloss Ambras (gemeinsam mit Margot

rauch, Veronika Sandbichler und Katharina Seidl)

publIkatIonen

Das Antiquarium, in: Ausstellungskatalog S. Haag

(Hg.), All’antica. Götter & Helden auf Schloss Ambras,

innsbruck (Schloss Ambras) 2011, 35–39; Das Kaiserzimmer,

ebenda, 39–45; 26 objekttexte ebenda

leIhgaben

im Jahr 2011 waren die Sammlungen

Schloss Ambras mit 8 Leihgaben an 4 Ausstellungen

im in- und Ausland beteiligt.


IblIothek

Ar Beatrix KriLLer-erDricH, Direktorin

roman KADerABeK

Martina BecK

Hannelore GUTTMAnn

claudia MoSer*

* Mitarbeiterin Forschungsprojekt

sammlungszugänge – bestandsbewegungen

– neuVerortungen

Gesamtbestand (Stand 31.12.2011):

261.432 Bände

Gesamtzuwachs 2011: 1.252 Bände (Kauf:

230, Geschenk: 401, Tausch: 249, Belegexemplare:

297, Leihgeberexemplare: 75;

Zeitschriften und Periodika: 530). – neuaufnahmen

und retrokatalogisierung in bibliotheca.net:

1477 Datensätze.

Abgesehen von den laufenden rückstellungen

aus Handbibliotheken des Hauses in die

Hauptbibliothek 2011 wurde im Frühjahr

der zweite Teilbestand an Auktionskatalogen

und Monographien aus der Gemäldegalerie

(tw. inventarisiert, tw. nicht inventarisiert) in

der Bibliothek bearbeitet und neu aufgestellt:

1400 Stück, 16 Laufmeter.

benÜtzung – ÖFFentlIchkeItsarbeIt

2011 gab es aufgrund der Umbaumaßnahmen

im darüber befindlichen Bereich der

Kunstkammer (die Bibliothek musste zeitweise

geschlossen werden) um bis zu 50 %

reste der originalfärbelung der

Bibliotheksdecke

weniger Benutzer als im Vorjahr: 194 Besucher

wurden mit 490 Werken fachinformativ

unterstützt. Hinzu kamen Veranstaltungen

zur erwachsenenbildung. im Zuge der

Bau arbeiten kamen Teile der ursprünglichen

dekorativen ornamentalen Färbelung der

Kreuz grate in den Bibliotheksdecken zum

Vorschein.

klImt-ausstellung

in Vorbereitung der Gustav Klimt-Ausstellung

2012 wurden externe restaurierungen von

6 Übertragungsskizzen Gustav Klimts zu

den Zwickel- und interkolumnienbildern im

Stiegenhaus durchgeführt, die sich in der

Bibliothek des KHM erhalten haben.

bestandserhaltung und

-erweIterung

• einarbeitung der Schenkung elfriede

Haslauer, Literatur zum Fachbereich

Ägyptologie

• Weiterführung Projekt „Sonnberg i“ in

Kooperation mit der Justizanstalt Sonnberg.

Ziel: Buchbinden, leichte konservatorische

Arbeiten zur Unterstützung

der resozialisierung von randgruppen:

13 Stück Großformate

• Am 12. und 13. Dezember gab es wiederum

den beliebten Kunstbuchmarkt,

dessen rein gewinn in die Bestandserweiterung

fließt

sammlungen khm

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Ar Beatrix KriLLer-erDricH

Forschungen

Unterstützung des Projektes Provenienzforschung

in Bibliotheken – KHM.

Wissenschaftliche Vorarbeiten zur Publikation

Meisterwerke der Bibliothek.

ausstellungen

Wissenschaftliche Vorarbeiten zur Ausstellung Gustav

Klimt im Kunsthistorischen Museum, Wien (KHM) 2012

Kuratierung der Ausstellung Schaurig schön. Ungeheuerliches

in der Kunst (intermezzo 03), Wien (KHM) 2011

(gemeinsam mit christian Beaufort-Spontin, Gerlinde

Gruber, Michaela Hüttner, Bettina Kratzmüller, claudia

Kryza-Gersch, Manuela Laubenberger, Agnes Stillfried,

Klaus Vondrovec und Karoline Zhuber-okrog)

publIkatIonen

Fabelhafte Tiere: Eine quellengeschichtliche Zeitreise,in:

Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.), Schaurig schön. Un geheuerliches

in der Kunst, Wien (KHM) 2011, 124–129

objekttexte in: Ausstellungskatalog Schallaburg

Kulturbetriebsges.m.b.H. und Kunsthistorisches Museum,

Wien (Hgg.), Venedig. Seemacht, Kunst und Karneval,

Schallaburg 2011

objekttexte in: Ausstellungskatalog A. Steinmann – G. van

Bussel (Hgg.), Wald / Baum / Mensch, Wien (MVK) 2011

objekttexte in: Ausstellungskatalog S. Haag (Hg.),

All’Antica. Götter und Helden auf Schloss Ambras,

innsbruck (Schloss Ambras) 2011

Vorträge, teIlnahme an tagungen

1.–2.4. Semmering, 1. Wissenschaftstag des KHM

(Moderation: Dr. Arnold Mettnitzer)

leIhgaben

Gustav Klimt, Übertragungsskizze zum Zwickelbild

„Florentinisches cinquecento“ (David) im Stiegenhaus

des KHM, vor der restaurierung nach der restaurierung

im Jahr 2011 war die Bibliothek mit 16 Leih-

ga ben an 5 Ausstellungen im inland be teiligt.

69


70

archIV

Dr. Franz PicHorner,

Direktor, Provenienzbeauftragter

Dr. Johannes WeiSS

Dr. elisabeth HASSMAnn

Franz ScHULTScHiK

MMag. Alexandra cArUSo

Mag. ilse eicHBerGer

Lisa FrAnK

christina GScHieL

Dr. Susanne HeHenBerGer

Mag. Martina JÄGer

Dr. Monika LÖScHer

Mag. Ulrike niMeTH

Mag. Anneliese ScHALLMeiner

Mag. Anita STeLZL-GALLiAn

personelles

im März wurde Johannes Weiss an der Universität

Wien am institut für Österreichische

Geschichtsforschung im Fachbereich Geschichte

mit einer Dissertation zum Thema

Das kartographische Erbe von Matthaeus

Parisiensis in Spätmittelalter und früher

Neuzeit zum Doktor der Philosophie promoviert.

gesamtbestand und

bestandsbewegung

Wie in den vergangenen Jahren wurde auch

2011 die erschließung und inventarisierung

des Schriftguts aus der registratur fortgesetzt.

Der inventarmäßig erfasste Bestand beträgt

mit 31. Dezember 2011 16.375 inventarnummern;

dies bedeutet einen numerischen

Zuwachs von 1436 inventarnummern im

Vergleich zum Stichtag 2010. Zu den

bedeutendsten Übernahmen zählen 2011

die Korrespondenz der Gemäldegalerie sowie

die Schenkungen der Teil-nachlässe von

Dr. Fritz Dworschak, Dr. Leopold ruprecht

und Univ.-Prof. Dr. Heinrich Georg Franz. im

Jahr 2011 hat das Archiv die Überführung

seiner Datenbank in TMS fortgesetzt und ist

mit der Bestandsgruppe „Karten und Pläne“

neu vertreten. insgesamt hat das Archiv

7034 Datensätze angelegt, davon alleine im

Berichtszeitraum 2654.

erschlIessung, erweIterung und

benÜtzung

im vergangenen Jahr hat das Archiv seinen

2010 neu gewonnenen Depotraum bezogen

und mit regalsystemen ausgestattet. Auf

Grund der hervorragenden klimatischen Bedingungen

ist die Archivierung der Akten

und Korrespondenzen der Sammlungen in

diesem Depot bereits im Gange.

Das Archiv hat im Berichtszeitraum 40 wissenschaftliche

Anfragen aus dem in- und

Ausland beantwortet. in 11 Fällen hat das

Archiv zusätzlich Akteneinsicht gewährt.

Forschungen

regesten zu den akten des

k. k. oberstkämmereramtes

Dr. elisabeth HASSMAnn

„Fortsetzung folgt.“ Mit dieser Ankündigung

endet der von Heinrich Zimmermann

bearbeitete erste Teil der Inventare, Akten

und Regesten aus der Registratur Seiner

k. und k. Apostolischen Majestät Oberstkämmereramtes

im 24. Band des Jahrbuchs

der kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten

Kaiserhauses von 1903. Das oberst-

kämmereramt hatte bis zum ende der Habsburgermonarchie

die oberleitung über die

kaiserlichen Sammlungen inne. Sein erhaltener

Aktenbestand reicht bis zum Jahr 1744

zurück. Von diesem Jahr beginnend bis ende

1776 erfasste Zimmermann daraus die für

die „Geschichte der kaiserlichen Haussammlungen

und der Kunstbestrebungen des

allerdurchlauchtigsten erzhauses“ relevanten

Dokumente, darunter mehrere umfangreiche

inventare. Zur beabsichtigten Fortsetzung der

regestenpublikation kam es jedoch nicht.

Diese wurde nun 2011 vom Archiv des KHM

in Angriff genommen.

Dafür sprachen vor allem zwei Gründe. Zum

einen besitzen die Sammlungen selbst kaum

Dokumente aus dieser frühen Zeit, sodass

deren Geschichte eben nur aus den oberstkämmererakten

erschließbar ist. Zum anderen

kann der Aktenbestand dieser Hofstelle

erst ab 1806 mit Hilfe der damals angelegten

index- und Protokollbücher gezielt bearbeitet

werden. Die nachträglich um 1810 erstellten

indizes zu den früheren Jahren sind leider als

Findbehelf für die Dokumente zu den kaiserlichen

Sammlungen höchst unzureichend.

Das war wohl der Hauptgrund, warum

Alfons Lhotsky für seine Geschichte der

Sammlungen nur wenige oberstkämmereramtsakten

aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts

heranziehen konnte.

Der zweite Teil der regesten zu den Akten

und Dokumenten des oberstkämmereramtes

wird die Jahre 1777 bis 1787 umfassen

und soll 2012 im 13. Band des Jahrbuchs

des Kunsthistorischen Museums erscheinen.

Dort wird auch im Überblick dargestellt, wie

die Leitung der kaiserlichen Sammlungen

durch das oberstkämmereramt erfolgte.

proVenIenzForschung

neben der Bearbeitung von laufenden Anfragen

und der regelmäßigen Teilnahme

an den Jour fixes der Kommission konnten

die recherchen zu Jan Vermeer van Delfts

Die Malkunst abgeschlossen werden. Der Beirat

der Kommission für Provenienzforschung

entschied in seiner Sitzung vom 18. März

2011, keine rückgabe zu empfehlen. in der

Bibliothek des Kunsthistorischen Museums

wurde für die erstellung eines Werkstattbe-


ichts eine Teilautopsie der 1933 bis 1945

erworbenen Bücher vorgenommen. im April

2011 wurde der Kommission für Provenienzforschung

eine Sachverhaltsdarstellung zu

objekten der Sammlung Valentine Springer

und im Dezember 2011 wurde ein nachtragsdossier

zu objekten aus der Sammlung Siegfried

Fuchs abgegeben. im Sommer 2011

begannen die beiden Provenienzforscherinnen

die systematische Provenienzforschung

in der Kunstkammer.

ausstellung 100 Jahre

kunsthIstorIsches museum

Unter dem Titel „… Alles ist sehr schön ausgefallen“

(Kaiser Franz Joseph I.). 120 Jahre

Kunsthistorisches Museum präsentierte das

Archiv im Stiegenhaus des Kunsthistorischen

Museums eine kleine Zusammenschau von

Dokumenten zum 17. oktober des Jahres

1891, an dem das neu errichtete k. k. Kunsthistorische

Hofmuseum im Beisein zahlreicher

prominenter ehrengäste feierlich

seiner Bestimmung übergeben wurde (siehe

dazu den Bericht im Ausstellungsteil).

Ausstellung 100 Jahre

Kunsthistorisches Museum

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. Franz PicHorner

publIkatIonen

redaktion von: Ausstellungskatalog S. Haag – r. de

Leeuw – c. Becker (Hgg.), Wintermärchen. Winter-

Darstellungen in der europäischen Kunst von Bruegel

bis Beuys, Wien (KHM) 2011/2012 (gemeinsam mit

U. Becker)

redaktion von Jahresbericht 2010 Kunsthistorisches

Museum mit MVK und ÖTM, hg. von S. Haag

Dr. Johannes WeiSS

ausstellungen

Kuratierung und wissenschaftliche Konzeption der

Ausstellung „… Alles ist sehr schön ausgefallen“

(Kaiser Franz Joseph I.). 120 Jahre Kunsthistorisches

Museum, KHM 2011/2012

publIkatIonen

Museologisches Experiment. 60 Jahre Blindenführungen

im Kunsthistorischen Museum Wien, in: neues Museum

11/2, 2011, 22–24

Vorträge, teIlnahme an tagungen

13.4. St. Pölten, niederösterreichisches Landesarchiv,

vom VÖA veranstalteter Workshop Historische Schriften

lesen und verstehen (17.–19.Jahrhundert)

27.10. Einführung in die Paläographie (Handschriftenkunde),

KHM, Verein der Freunde des KHM

27.10. Von der Theorie zur Praxis – praktische Übung zur

Handschriftenkunde, KHM, Verein der Freunde des KHM

7.11. Graz, Landesarchiv, Workshop Bildbestimmung

Fotografie, Teil 1: Identifizierung historischer fotografischer

Materialien und Verfahren

10.11. Die Säulen des Himmels. Die mittelalterlichen

Kathedralen in England, KHM, Verein der Freunde des KHM

13.–14.11. eisenstadt, 36. Österreichischer Archivtag

veranstaltet vom Burgenländischen Landesarchiv,

Miteinander die gemeinsame Vergangenheit für die

Zukunft bewahren

Dr. elisabeth HASSMAnn

Forschungen

Quellen zur Geschichte der ehemaligen kaiserlichen

Sammlungen aus dem k. k. Oberstkämmereramt für

die Zeit von 1777 bis 1787 im Österreichischen

Staatsarchiv, Abt. Haus-, Hof- und Staatsarchiv.

Vorträge, teIlnahme an tagungen

24.–25.3. Wien, naturhistorisches Museum Wien,

Archiv für Wissenschaftsgeschichte, Verein der

Öster reichischen Archivarinnen, Tagung Profilbildung

in Archiven wissenschaftlicher Einrichtungen

13.–14.11. eisenstadt, Burgenländisches Landesarchiv,

36. Österreichischer Archivtag 2011 Grenzüberschreitungen

– Miteinander die gemeinsame Vergangenheit

für die Zukunft bewahren

25.11. Neueste Archivrecherchen zur k. k. Gemäldegalerie

in Wien für die Zeit 1765 bis 1787, KHM,

sammlungen khm

internationales Symposium „Eine sichtbare Geschichte

der Kunst“. Europäische Museumskultur um 1800

(24.–26.11.)

lehrtätIgkeIt

WS 2011/12 Handschriftliche Quellen zur kunstgeschichtlichen

Praxis und Forschung, Wien, Universität,

institut für Kunstgeschichte, Übung

Dr. Susanne HeHenBerGer

publIkatIonen

„… das Schmerzenskind der letzten Jahre …“. Ein

Arbeitsbericht zur Provenienzforschung in der Bibliothek

des Kunsthistorischen Museums, in: B. Bauer –

c. Köstner-Pemsel – M. Stumpf (Hgg.), NS-Provenienzforschung

an österreichischen Bibliotheken, Graz –

Feldkirch 2011, 441–458 (gemeinsam mit M. Löscher)

ForschungsproJekte

Mitarbeit am Forschungsprojekt Ehen vor Gericht.

Konfliktfelder und Handlungsoptionen vom 16. bis in

die Mitte des 19. Jahrhunderts (Projektleitung: Andrea

Griesebner; Finanzierung: FWF, Projekt nr. P20157-G08)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

22.2. Wien, Universitätsbibliothek, Zeitschriftenlesesaal,

Tagung Wissenschaftliche Bibliotheken im Umbruch

1938/1945

23.–25.3. Wien, MAK – Österreichisches Museum für

Angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Symposium

Kunst sammeln – Kunst handeln

9.–11.5. Hannover, Viertes Hannoversches Symposium

NS-Raubgut in Museen, Bibliotheken und Archiven

20.–21.10. Wien, Künstlerhaus, Tagung Das Künstlerhaus

im Nationalsozialismus

lehrtätIgkeIt

WS 2010/11, Frauen- und Geschlechtergeschichte –

Die Ehe als religiöse, rechtliche und soziale Institution

in der Frühen Neuzeit, Wien, Universität, institut für

Geschichte, Kurs

WS 2011/12, Frühe Neuzeit (ca. 1500 bis ca. 1800),

Wien, Universität, institut für Geschichte, Kurs

Dr. Monika LÖScHer

publIkatIonen

„… das Schmerzenskind der letzten Jahre …“. Ein

Arbeitsbericht zur Provenienzforschung in der Bibliothek

des Kunsthistorischen Museums, in: B. Bauer –

c. Köstner-Pemsel – M. Stumpf (Hgg.), NS-Provenienzforschung

an österreichischen Bibliotheken, Graz – Feldkirch

2011, 441–458 (gemeinsam mit S. Hehenberger)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

22.2. Wien, Universitätsbibliothek, Zeitschriftenlesesaal,

Tagung Wissenschaftliche Bibliotheken im Umbruch

1938/1945

23.–25.3. Wien, MAK – Österreichisches Museum für

Angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Symposium

Kunst sammeln – Kunst handeln

20.–21.10. Wien, Künstlerhaus, Tagung Das Künstlerhaus

im Nationalsozialismus

71


72 sammlung

SAMMLUnGen DeS

MUSeUMS FÜr VÖLKerKUnDe


museum FÜr VÖlkerkunde

dIrektIon

Dr. Sabine HAAG, interimistische Leitung,

vertreten durch Dr. Barbara PLAnKenSTeiner

ADir. Michael BAMBerGer

Astrid BÖHAcKer (ab 1.9.)

rita MAier (Karenz ab 1.10.)

elisabeth reicHer

Mag. Stefan BAUer*

Dr. Helmut oPLeTAL*

aFrIka sÜdlIch der sahara

Dr. Barbara PLAnKenSTeiner, stv. Direktorin

MMag. Julia BinTer

nordaFrIka, Vorder- und zentralasIen, sIbIrIen

Dr. Axel STeinMAnn

ostasIen

Dr. Bettina Zorn

sÜd- und sÜdostasIen, hImalaya

Dr. christian ScHicKLGrUBer

Insulares sÜdostasIen

Dr. habil. Sri KUHnT-SAPToDeWo

ozeanIen und australIen

Hr Prof. Dr. Gabriele WeiSS

nord- und mIttelamerIka

Mag. Gerard VAn BUSSeL

sÜdamerIka

Dr. claudia AUGUSTAT

Fotosammlung

christine ZAcKeL, M.A.

bIblIothek

Heinz GrATZer

Wolfgang PriGLHoFer

MMag. Maria SeiDL*

bestandsVerwaltung

Mag. Manfred KAUFMAnn

reinhard MAUrer

eva HAcKL

archIV

Mag. ildikó cAZAn-SiMÁnYi

restaurIerung und konserVIerung

Mag. Gerhard-Florian rAiner

Sonja FÜrnKrAnZ

Mag. christiane JorDAn

Dipl.-rest. (FH) Melanie Korn

Hugo KrAMMer

Mag. Susanne MenDeZ

radmila MiLiVoJeVic

Daniel orTner (bis 12.7.)

Barbara PÖniGHAUS-MATUeLLA

Julian SePPeLe (ab 16.8.)

elisabeth STÖTZLer (bis 31.7.)

Dipl.-rest. (FH) elisabeth TArAWneH

Mag. roswitha ZoBL

ausstellungsmanagement

Tina-Maria SeYFrieD

museum und publIkum

christine KAUFMAnn

und Team (siehe Seite 184)

* Mitarbeiterin Forschungsprojekt

dIrektIon

im Jahr 2011 befand sich das Museum für

Völkerkunde mangels Direktors und klarer

Perspektive in einer Art Warteposition, die

im oktober nach Bestellung des neuen

Direktors Steven engelsman zumindest einen

konkreten Ausblick erhielt. Steven engelsman,

noch Direktor des nationalmuseums

für Völkerkunde in Leiden, niederlande, wird

am 1. Mai 2012 seinen Dienst in Wien antreten.

Für unser Publikum hatte diese Situation

aber keine fühlbaren Auswirkungen, denn

mit großem elan und durch das engagement

der Mitarbeiterinnen des Hauses konnten

wichtige Ausstellungsprojekte und ein

umfangreiches Veranstaltungsprogramm verwirklicht

werden.

Die Ausstellung African Lace. Österreichische

Stoffe für Nigeria war noch bis ende

März geöffnet und reiste dann nach nigeria

weiter, wo sie bis Jänner 2012 im national

Museum in Lagos zu sehen war. Auch die

Fotoausstellung Unsichtbare Welten. Mensch,

Natur, Übernatur wurde bis ende März verlängert.

Die nächste Großausstellung, Die

Kultur der Kulturrevolution. Personenkult und

politisches Design im China von Mao Zedong,

kuratiert vom Journalisten und Sammler

Helmut opletal, wurde am 17. Februar erfolgreich

eröffnet und nach ihrem Abbau

ende november nach Zürich übernommen,

wo sie ab ende Jänner 2012 im Völkerkundemuseum

der Universität Zürich gezeigt

wird. Am 6. September konnten wir

die große Ausstellung Wald / Baum / Mensch

eröffnen, die auf 1200 m2 Quadratmetern

in einem Parcours durch 150 Themen mit

einer Auswahl von über 800 objekten die

vielfältigen und kulturell bedingten Umgangsformen

der Menschen mit Wald und

Baum beleuchtete.

im Jahr 2011 haben wir auch wieder die Tradition

aufgenommen, regelmäßig kleinere

Ausstellungen in unserem Mezzanin-Bereich

zu zeigen, die sich mit Spezialthemen der

Sammlung befassen. Den Anfang bildete

Bali. Kunst im Wandel, eine Schau, in der

zum ersten Mal unsere wichtigen Bestände

zum balinesischen Jugendstil aufgearbeitet

und präsentiert wurden. ende Mai konnten

sammlungen mVk

wir die von Anette Hofmann kuratierte Ausstellung

Was Wir Sehen. Bilder, Stimmen,

Repräsentation. Zur Kritik einer anthropometrischen

Sammlung aus dem südlichen

Afrika übernehmen, die zuvor in Basel und

Kapstadt zu sehen war. im Zuge der Ausstellung

Abenteuer Wissenschaft. Etta Becker-

Donner in Afrika und Lateinamerika, die

Mitte november eröffnet wurde, befassten

wir uns mit einem prägenden Kapitel der

Geschichte des Hauses und stellten das

Lebenswerk der ehemaligen Direktorin und

ihre Sammlungen in den Blickpunkt.

Bemerkenswert an all diesen Ausstellungen

war, dass sie kaum Leihgaben beinhalteten,

sondern vorwiegend mit hauseigenen objekten

bestückt waren. Dies zeigte wieder

einmal mehr die beeindruckende Vielfalt

und Fülle unserer Bestände.

2011 konnten wir auch unser Veranstaltungsprogramm

intensivieren, wir geben nun

einen eigenen Programmfolder heraus und

senden einen email-newsletter für das

Museum für Völkerkunde aus. insgesamt

hat das Museum 113 Veranstaltungen unterschiedlichster

Art von expertenführungen,

Vorträgen, objektbesprechungen, Buchpräsentationen

sowie Musik- und Tanzabenden

bis hin zu zahl reichen Workshops organisiert,

die von nahezu 5.000 Besuchern in Anspruch

genommen wurden.

Viele dieser Veranstaltungen waren extern

finanzierte Kooperationen mit dem Verein

Freunde der Völkerkunde, den Botschaften

der republiken indonesien, Philippinen und

Panama, dem Dokumenta tionsarchiv für traditionelle

und komplementäre Heilmethoden,

dem österreichischen Lebensministerium

sowie Biosa & Land- und Forstprojekte

Österreich. im Dezember konnten wir in

Zusammenarbeit mit Ärzte ohne Grenzen

die berührende Multimediainstallation Starved

for Attention bei uns präsentieren. Zum ersten

Mal hat das Museum für Völkerkunde in diesem

Jahr auch zu einem Weihnachtsempfang

für das Publikum und die Belegschaft geladen,

der vom ensemble MoZuluArt

featuring Ambassade Streichquartett auf

großartige Weise musikalisch untermalt

wurde. Diese Veranstaltung zum Jahresende

73


74 museum FÜr VÖlkerkunde

fand so großen Anklang, dass wir sie nun

alljährlich vorsehen werden.

Auch konnte im Jahr 2011 unser Vermittlungsprogramm

intensiviert werden und es

haben bei uns entsprechende Fortbildungsveranstaltungen

stattgefunden, wie etwa in

Zusammenarbeit mit dem Department für

Didaktik der politischen Bildung der Universität

Wien ein Workshop zum Thema Lernort

Museum und in Kooperation mit icoM

Österreich ein Vortrag des bekannten Pädagogen

George Hein.

einen Höhepunkt unter den wissenschaftlichen

Veranstaltungen des Jahres bildete die

im September organisierte Tagung Wa(h)re

„Kultur“? Kulturelles Erbe, Revitalisierung

und die Renaissance der Idee von Kultur.

Das Museum für Völkerkunde pflegt den internationalen

Austausch mit anderen Museen

immer intensiver und engagiert sich in meh-

S. e. Herr i Gusti Agung Wesaka Puja, Botschafter der

republik indonesien, ein großer Unterstützer des

Museums, beim Konzertauftritt des Singers chamber

choir, Foto: John D. Marshall

reren eU-geförderten Projekten. Seit drei

Jahren sind wir gemeinsam mit 9 europäischen

Partnermuseen Teil des Projektes

RIME (internationales netzwerk ethnographischer

Museen), das sich mit Zukunftsperspektiven

in der ethnographischen

Museumslandschaft befasst. Auch dieses Jahr

haben Mitarbeiter des Hauses an mehreren

Workshops im rahmen des Programms teilgenommen

und wir haben im Jänner in

Wien ein Laboratorium zu den rechtsgrundlagen

und Zielsetzungen des Museumsnetzwerks

veranstaltet. Weiters konnten wir

gemeinsam mit den Kollegen vom Museo

nazionale Preistorico etnografico „Luigi

Pigorini“ in rom, dem Musée du quai Branly

in Paris und dem Königlichen Afrikamuseum

in Tervuren, Belgien erfolgreich ein weiteres

eU-Projekt, ReadMe II, starten, in dem wir

uns mit aktiver Beteiligung von Vertretern

migrantischer communities kritisch mit der

einbeziehung des Themas „Migration“ in

die ethnographische Museumsarbeit befassen.

ende des Jahres wurde ein eU-gesponsertes

Trainingsprogramm (ICD – MUSE)

in die Wege geleitet, das vom Museum of

Foundational Works in Ankara betreut wird

und in dem es um fachlichen erfahrungsaustausch

und Wissenstransfer zwischen

den Partnermuseen in rumänien und der

Türkei sowie unserem Museum geht.

Weihnachtsempfang mit der Gruppe MoZuluArt featuring

Ambassade Streichquartett: An African christmas

Foto: Julia Binter

Unsere Zusammenarbeit mit Museen und

communities in den Herkunftsländern der

Sammlungen wurde fortgeführt. einen Höhepunkt

bildete die Leihgabe an das Te Papa

Tongarewa Museum in neuseeland für eine

gemeinsam mit der Maori-Konföderation

Tainui Waka Alliance organisierte Ausstellung,

zu der wir einen historisch wertvollen

Kopfschmuck von Maori-oberhäuptern zur

Verfügung stellen konnten, den Dr. Gabriele

Weiss persönlich begleitete. Auch das binationale

Forschungs- und Konservierungsprojekt

zum altmexikanischen Federkopfschmuck

unter der Leitung von Dr. christian

Feest und Lilia rivero Weber, der national-

Koordinatorin des Mexikanischen Kulturerbes

(coordinadora nacional de conservación

del Patrimonio cultural inAH), wurde

intensiv vorangebracht. Die ersten ergebnisse

werden 2012 in Buchform veröffentlicht.

Dr. Augustat konnte auf ihrer Brasilienreise

die Kontakte mit den Warí und Kanoê

intensivieren. Die Zusammenarbeit mit den

nigerianischen Museen fand in der Unterstützung

für die Produktion der African Lace-

Ausstellung in Lagos ihren Ausdruck, auch

wurden die von uns initiierten Gespräche

zum geteilten Kulturerbe in Zusammenhang

mit den Benin-Kunstschätzen dieses

Jahr im Berliner ethnologischen Museum

fortgeführt.


aFrIka sÜdlIch der sahara

Das Hauptaugenmerk lag auf der Betreuung

der African Lace-Ausstellung in Lagos, der

Übernahme der Ausstellung Was Wir Sehen,

die für die Wiener Station adaptiert wurde,

und den Vorbereitungsarbeiten zur Ausstellung

Abenteuer Wissenschaft. Etta Becker-

Donner in Afrika und Lateinamerika.

Beim internationalen Kunstbuchfestival

FiLAF (Festival international du Livre d’Art)

in Perpignan, Frankreich, das im Juni

2011 zum ersten Mal stattfand, erhielt der

Katalog zur Ausstellung African Lace den

Grand Prix der Jury in der Kategorie Afrikanische

Kunst sowie den Gesamtpreis des

Festivals.

sammlungszugänge

schenkungen

eröffnung der African Lace-Ausstellung in Lagos: Der Director of Museums und

co-Kurator der Ausstellung nath Mayo Adediran führt Vertreter der regierung,

den Generaldirektor der national commission for Museums and Monuments,

den österreichischen Botschafter Dr. Stefan Scholz und die Königinmutter von

Lagos erelu Abiola Docemo durch die Ausstellung.

Foto: Barbara Plankensteiner

inv.-nrn. 189.046–189.048

Jubiläums-Schärpe, Jubiläums-Waxprint-

Stoff und Jubiläums-Schlüsselanhänger aus

nigeria, 2010 (Geschenk von nath Mayo

Adediran)

inv.-nr. 189.056

Aso oke-Textil aus nigeria, 19. Jh. (Geschenk

von Dr. Barbara Plankensteiner)

inv.-nrn. 189.116–189.117

Helmmaske der Senufo von der elfenbeinküste,

Gelbgussglocke aus nigeria, Anfang/

Mitte 20. Jh. (Geschenk von John D. Marshall)

sammlungen mVk

inv.-nrn. 189.119–189.120

Lederauflage und Leder kissenbezug mit

dem emblem nigerias (Geschenk von

BP Dr. Heinz Fischer)

inv.-nrn. 189.289–189.290

Zwei handgewebte Wolldecken aus Mali und

Guinea (Geschenk von Mag. Julia Zemánek)

inv.-nrn. 189.291–189.300

Set von vier Holzhockern und zwei Holztischchen,

ein Korbtisch, Körbe, Utensilien

zur Kaffeezubereitung, Kaffeepackungen,

Zubereitungsmaterialien, ein Kaffee-Service

aus Äthiopien (Geschenk von BP Dr. Heinz

Fischer)

Korobla Helmmaske, Senufo, côte d’ivoire, Anfang/Mitte 20. Jh.

H. 38 cm, L. 50 cm, Geschenk von John D. Marshall, inv.-nr. 189.116

Diese Helmmaske aus der Sammlung von Prof. Dr. rudolf Leopold konnte dank

der großzügigen Unterstützung durch John D. Marshall für das Museum angekauft

werden. ihre zoomorphe Gestalt – mit dem Krokodilsmaul, den Hauern eines

Warzenschweins, den ohren einer Hyäne sowie der chamäleon-Figur am Scheitel –

nimmt Bezug auf Tiere, die in den Gründungsmythen der Senufo eine wichtige

rolle spielen. Bei Auftritten komplettieren ein langer eintei liger Anzug sowie Bastund

raphiakränze an den Fußknöcheln des Tänzers das erscheinungsbild. Manchmal

wird das Kopfteil zusätzlich mit Zweigen und Federn geschmückt.

Der Korobla-Maskentyp entstand als Antwort auf die gesellschaftlichen Umwälzungen

im Zuge des Kolonialismus und der Staatsbildung im dicht besiedelten,

bäuerlich organisierten norden der elfenbeinküste. Die Maske tritt sowohl bei

Begräbnissen als auch nachts auf, um die negativen Kräfte von „Hexen“, d. h.

jenen Menschen, die sich gegen ihre eigenen Angehörigen wenden, zu vertreiben.

Vor ihrem Auftritt wird sie mit Blut und Kolanüssen beopfert, wie die krustige

Patina der hier vorgestellten Maske eindrucksvoll verdeutlicht. Die vier an den

vorderen Hauern angebrachten Amulettsäckchen üben eine Schutzfunktion bei

diesen nächtlichen Auseinandersetzungen aus.

75


76 museum FÜr VÖlkerkunde

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. Barbara PLAnKenSTeiner

ausstellungen

Kuratierung der Ausstellung African Lace. A History of

Trade, Creativity and Fashion in Nigeria, Lagos, nigeria

(national Museum) 2011/2012

Kuratierung der Ausstellung Abenteuer Wissenschaft.

Etta Becker-Donner in Afrika und Lateinamerika

(gemeinsam mit Gerard van Bussel und claudia

Augustat), Wien (MVK) 2011/2012

Was Wir Sehen. Bilder, Stimmen, Repräsentation.

Zur Kritik einer anthropometrischen Sammlung aus

dem südlichen Afrika, Wien (MVK) 2011

Beratung bei der Auswahl der Afrika-objekte zur

Ausstellung Angelo Soliman. Ein Afrikaner in Wien,

Wien (Wien Museum) 2011

publIkatIonen

Ausstellungskatalog Abenteuer Wissenschaft. Etta

Becker-Donner in Afrika und Lateinamerika, Wien (MVK)

2011 (gemeinsam mit G. van Bussel und c. Augustat);

„Eine Dame im Urwald“. Etta Becker-Donner, ein Leben

für Museum und Wissenschaft, ebenda, 9–23; Etta

Donners Liberia-Forschung, ebenda, 25–49

objekttexte in: Ausstellungskatalog G. van Bussel –

A. Steinmann (Hgg.), Wald /Baum / Mensch,

Wien (MVK) 2011

objekttexte in: Ausstellungskatalog Angelo Soliman. Ein

Afrikaner in Wien, Wien (Wien Museum) 2011

objekttexte im Katalog zur niederösterreichischen

Landesausstellung Erobern. Entdecken. Erleben im

Römerland Carnuntum, carnuntum 2011

2011 Exhibition Review: Dynasty and Divinity: Ife Art in

Ancient Nigeria. British Museum London, in: African Arts

44, H. 3, 80–82

Forschungen

Associate Partner des eU-Hera-Projekts Creativity and

Innovation in a World of Movement (ciM) (Projektleitung:

Maruska Swasek, Queens University Belfast).

Vorträge, teIlnahme an tagungen

25.3. Reassembling Traditions in the World of Fashion:

The Story of „African Lace“ in Nigeria and Austria, Los

Angeles, University of Los Angeles, california, AcASA-

Triennale

28.–29.3. Köln, rautenstrauch-Joest-Museum,

Jahreskonferenz der Direktorinnen und Direktoren

deutschsprachiger ethnologischer Museen

22.–24.4. Paris, Musée du quai Branly, Laboratorium

des eU-Projektes [S]oggetti migranti, READ ME II

4.5. Benin Arts and the Collector’s Dilemma in the

20th Century, Genua, Palazzo Ducale

30.6.–3.7. Präsentation des African Lace-Kataloges,

Perpignan, Festival international du Livre d’Art

20.–22.7. oxford, University of oxford, Pitt rivers

Museum, Laboratorium im rahmen des eU-Projektes

RIME: First Encounters with Museums: trading identities,

places and things

8.–10.9. Hamburg, Museum für Völkerkunde,

Jahrestagung european ethnology Museum Directors’

Group

17.9. Verdrehte Objektwissenschaft. Authentizität

im Spannungsfeld von Markt und Postkolonialismus,

Wien, Plenarvortrag bei der Tagung der Deutschen

Gesellschaft für Völkerkunde Wa(h)re „Kultur“? –

Kulturelles Erbe, Revitalisierung und die Renaissance der

Idee von Kultur (14.–17.9.)

24.–26.10. Stuttgart, Linden-Museum, Workshop

im rahmen des eU-Projektes RIME: An „Inside“

View: Participation in Ethnographic Museum Projects

and Exhibitions in Europe Seen from an Indigenous

Perspective

24.–25.11. objektpräsentation im rahmen von

Schauplatz des Wissens. Dreißig Objekte repräsentieren

die Welt, Graz, Österreichischer Museumstag

7.12. African Lace. Ein kooperatives Ausstellungsprojekt

zu einem bisher vernachlässigten Thema der

Modegeschichte Nigerias, Berlin, Freie Universität,

geladener Vortrag im rahmen des Kolloquiums zur

Kunst Afrikas

15.12. Das Österreichische Museum für Volkskunde und

das Museum für Völkerkunde – und was sich daraus

machen ließe: ein mögliches Konzept und dessen Genese,

Wien, Universität, institut für europäische ethnologie

(gemeinsam mit Margot Schindler)

lehrtätIgkeIt

WS 2010/11 Einführung in die Kunst Afrikas. Konzepte

und Stilareale, Wien, Universität, institut für Kultur- und

Sozialanthropologie, Vorlesung

SS 2011 Grundlagen der sozial- und

kulturanthropologischen Museumsarbeit, Wien,

Universität, institut für Kultur- und Sozialanthropologie,

Vorlesung

MMag. Julia BinTer

ausstellungen

organisation der Ausstellung Was Wir Sehen. Bilder,

Stimmen, Repräsentation. Zur Kritik einer anthropometrischen

Sammlung aus dem südlichen Afrika, Wien

(MVK) 2011 (Kuratorin: Anette Hoffmann)

publIkatIonen

Globalization, Representation and Postcolonial Critique.

Austrian Documentary Film auteurs’ Take on Globalism,

in: H. Belting – J. Birken – A. Buddensieg – P. Weibel

(Hgg.), Global Studies: Mapping Contemporary Art and

Culture, ostfildern 2011, 148–170

1 objekttext in: Ausstellungskatalog G. van Bussel –

A. Steinmann (Hgg.), Wald / Baum / Mensch,

Wien (MVK) 2011

Vorträge, teIlnahme an tagungen

20.5. Einführung in den ethnographischen Film, Wien,

Ethnocineca Projektwerkstatt

16.9. Wien, DGV-Tagung Wa(h)re Kultur? Kulturelles

Erbe, Revitalisierung und die Renaissance der Idee

von Kultur, Leitung des Workshops Schaufenster der

Kulturen – Zum Gebrauch ethnologischer Kategorien

und Verfahren an der Schnittstelle von Visueller

Anthropologie und Medienanthropologie (gemeinsam

mit Vanessa Marlog)

20.10. Dokumentarfilm als Global Art?, Karlsruhe, ZKM

Herbstakademie Global Studies – Die Frage nach dem

Kunstbegriff

lehrtätIgkeIt

WS 2010/11 Österreichischer Dokumentarfilm und die

Globalisierung, Wien, Universität, institut für Theater-,

Film- und Medienwissenschaft, Seminar

WS 2010/11 Jean Rouch – Auslotungen des

ethnographischen Films, Wien, Universität, institut für

Kultur- und Sozialanthropologie, Vorlesungsübung

WS 2010/11 We shoot the World – Documentary

Filmmaking and Globalization, Wien, Universität,

institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Vorlesung

SS 2011 Einführung in die Ethnohistorie und historische

Anthropologie, Wien, Universität, institut für Kultur- und

Sozialanthropologie, Vorlesung

SS 2011 Anthropologie der Globalisierung, Wien,

Universität, institut für Kultur- und Sozialanthropologie,

Vorlesung

WS 2011/12 Dokumentarfilm, Subalternität und

postkoloniale Kritik, Wien, Universität, institut

für Theater-, Film- und Medienwissenschaft,

Vorlesungsübung


nordaFrIka, Vorder- und zentralasIen, sIbIrIen

Der Schwerpunkt der Tätigkeit im Jahr 2011

lag auf der Konzipierung, Gestaltung und

Betreuung der Sonderausstellung Wald /

Baum / Mensch (gemeinsam mit Gerard van

Bussel), die im September eröffnet wurde.

Als Beitrag zum „internationalen Jahr des

Waldes“ versuchte diese Ausstellung, die

noch bis Mai 2012 zu sehen ist, entlang

dreier Themenachsen (Der fantastische Wald /

Der entzauberte Wald / Der geschundene

Wald) über die ausgestellten objekte dem

Phänomen Wald und alledem, was damit

verbunden ist, nahezukommen.

kooperatIon und proJekte

Besondere Aufmerksamkeit widmet die

eU-Kommission seit einigen Jahren der

entwicklung der Zivilgesellschaft und dem

zivil ge sellschaftlichen Dialog. im rahmen

des Programms Fazilität zur Förderung der

Zivilgesellschaft EU – Türkei, Interkultureller

Dialog: Museen (ICD-MUSE), das von der

europäischen Union und dem türkischen

Staatsministerium für Kultur gefördert wird,

wurde nach einjähriger Vorarbeit ende

oktober das Projekt Multilateral Training

Männermantel (Fragment), iran, Qajaren-Zeit, 19. Jh.

Wolle, Seide, ungefüttert, reich mit Lebensbäumen (Zypressen) und

Mir-i-Boteh-Mustern bestickt, deren Form einem aufrecht stehenden

Tropfen ähnelt, der nach oben in einen nach rechts oder links

geneigten Haken ausläuft, inv.-nr. 189.069

for Museum Professionals (MUSE-TRAIN)

bewilligt, welches im ersten Halbjahr 2012

umgesetzt wird. Ziel dieses Projektes ist es,

neben dem Austausch von fachspezifischen

museologischen inhalten zwischen den Mitarbeitern

und Mitarbeiterinnen der drei

beteiligten Partnerinstitutionen (Ankara

Museum of Foundational Works, Brukenthal

nationalmuseum in Sibiu und Museum für

Völkerkunde in Wien) auch die internationale

Vernetzung von Museen zu fördern und das

Bewusstsein für die rolle der Museen in der

breiten Öffentlichkeit weiter zu vertiefen.

sammlungszugänge

ein Schwerpunkt bei den neuerwerbungen

lag in den vergangenen Jahren im Bereich

der zeitgenössischen marokkanischen Knüpferzeugnisse.

2011 konnten fünf marokkanische

recycling-Gebetsteppiche dem Sammlungsbestand

hinzugefügt werden.

Der Gebetsteppich verdankt seine entstehung

der Vorschrift, der zufolge ein frommer

Muslim fünfmal am Tag mit Blick richtung

Mekka zu beten hat. Angesichts einer prekären

erwerbs- und Lebenssituation stellen heute

5 marokkanische Gebetsteppiche, Marokko, Anfang 21. Jh.,

inv.-nrn. 189.064, 189.065, 189.066, 189.067, 189.068

sammlungen mVk 77

Frauen in Marokko zur existenzsicherung der

Familie im Hausfleiß auf aufgeschnittenen

leinwandbindigen Kunstfasersäcken so genannte

„gehäkelte Teppiche“ aus industriellen

Kunstfaserwollabfällen her, wobei nach dem

Prinzip der nähmaschine die Fäden, ohne

irgendwelche Knoten zu machen, mit einem

speziellen Häkelhaken durch eine festgespannte

Trägerstruktur gezogen werden, so

dass auf der oberflächenseite eine Schlingenstruktur

erreicht wird. Bei den fünf erworbenen

recycling-Gebetsteppichen sind die

Dekorelemente derart arrangiert, dass mit

den für diese Textilgattung charakteristischen,

althergebrachten Motiven (Moschee als ort

der reinheit, Gebetsnische, Wasserkanne,

Moscheeampel oder gespreizte Hand) eine

modern anmutende, mitunter dynamischunruhige

Bildwirkung erzeugt wird. Als

stilistische Vorbilder dienen wohl von

Mekka-Pilgern mitgebrachte bedruckte

ägyp tische Gebetsteppiche aus Samt bzw.

industriell gefertigte Gebetsteppiche aus

der Türkei, deren Komposition ihrerseits

wieder auf weit in die Vergangenheit

zurückreichende Knüpferzeugnisse aus

Anatolien und dem Kaukasus verweist.


78 museum FÜr VÖlkerkunde

schenkungen

inv.-nrn. 189.111–189.112

Frauenmantel aus gestreiftem Kunstseidenatlas

und ein Paar Sandaletten mit

Perlmutt einlagen und Zinneinfassung,

Syrien, Damaskus, 1. Hälfte 20. Jh.

(Geschenk von Dr. Tarif Al-Samman)

inv.-nr. 189.118 Feldpostkarte aus Birkenrinde,

Österreich-Ungarn, 1916

(Geschenk von Gerhard Klodner)

ankäufe

inv.-nrn. 189.064–189.068

recycling-Gebetsteppiche aus Marokko,

Anfang 21. Jh. (Slg. Blazek)

inv.-nr. 189.069

reich mit Lebensbäumen (Zypressen)

und Mir-i-Boteh-Mustern bestickter

Männermantel, iran, Qajaren-Zeit, 19. Jh.

(Slg. Jörgler)

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. Axel STeinMAnn

ausstellungen

Kuratierung der Ausstellung Wald / Baum / Mensch,

Wien (MVK) 2011 (gemeinsam mit Gerard van Bussel)

Mitarbeit am eU-Ausstellungsprojekt RIME (réseau

international des Musées ethnographiques) Modernity,

Teilbereich Modernity and Religion

publIkatIonen

Herausgabe von Ausstellungskatalog Wald / Baum /

Mensch, Wien (MVK) 2011 (gemeinsam mit G. van

Bussel); einleitungen und objekttexte ebenda

objekttexte in: Ausstellungskatalog A.-M. Bouttiaux –

A. Seiderer (Hgg.), Fetish Modernity, Tervuren 2011

Forschungen

Quellenkundliche Auswertung des schriftlichen

nachlasses des Wiener Turkestanreisenden Dr. Josef Troll

(1844−1919) (Fortsetzung).

inhaltliche und kontextuelle erschließung des umfangreichen

handschriftlichen und fotografischen nachlasses

des bekannten Zentralasienforschers Graf Georg Almásy

von Zsadány und Törökszentmiklós (1867−1933) von

seinen beiden reisen nach Turkestan (1901 und 1906)

(in Arbeit).

Wie im vergangenen Jahr wurde in Zusammenhang

mit der Überprüfung der Datensätze von objekten

und Sammlungen der Abteilung die erschließung

historischer Quellen zum Sammlungsbestand sowie zu

einzelnen Sammlerpersönlichkeiten fortgesetzt.

Vorträge, teIlnahme an tagungen

18.1. Orientalische Judaica im Museum für Völkerkunde

Wien, Wien, Verein der Freunde des Jüdischen Museums

Wien

28.6. Liebe und Vergänglichkeit. Stoffdrucke aus

Isfahan, MVK, Vortragsreihe Objektgeschichten

lehrtätIgkeIt

Betreuung von Diplomanden und Diplomandinnen

des instituts für Kultur- und Sozialanthropologie

der Universität Wien bei ihren Forschungsanträgen,

recherchen und Archivstudien

Legat Sock, in der Bildmitte das bronzezeitliche

Speisegefäß fu, 6. Jh. v. chr., inv.-nrn. 189.025–189.045

ostasIen

sammlungszugänge

schenkungen

inv.-nrn. 189.025–189.045 Sammlung

Legat Sock/Walk, Post 2/2011

2010 erhielt die Abteilung ostasien des

Museums für Völkerkunde eine Sammlung

aus dem Legat eva Sock, welche diese von

ihrem onkel Dr. Anton Walk (1901–1933)

erbte, der sich zuletzt in Shanghai aufgehalten

hatte.

Die Sammlung umfasst 21 objekte und ist

in ihrer Zusammensetzung typisch für eine

zu Beginn des 20. Jhs. entstandene Sammlung.

objekte aus Jade, Lack, cloisonné,

Porzellan und Bronze sind vertreten. Besonders

hervorzuheben ist das bronzezeitliche

Speisegefäß fu, dessen Gegenstück sich in

einem Museum in der Vr china befindet.


wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. Bettina Zorn

ausstellungen

erstellung eines Konzepts für die Sonderausstellung zum

Thema Schuhe in Zusammenarbeit mit dem Joanneum

Graz

publIkatIonen

einleitungen und objekttexte in: Ausstellungskatalog

G. van Bussel – A. Steinmann (Hgg.), Wald / Baum /

Mensch, Wien (MVK) 2011

Forschungen

Die Sammlungen von Sinologen aus dem 19. Jh.

in den Beständen der Abteilung ostasien.

Die Sammlung zu china aus dem 18. Jh. in den

Beständen der Abteilung ostasien.

Mitarbeit beim Projekt Migration und Museum:

READ me II.

Mitarbeit beim Projekt des instituts für Sinologie,

Universität Wien, zu Migration und Mehrfachidentitäten

Chinesische Migration und Medizin in Wien.

Vorträge, teIlnahme an tagungen

5.–9.4. Wien, Universität, Symposium The Art and

History of Central and Western Tibet, 8th to 15th Century,

Dolmetscherin englisch – chinesisch, chinesisch –

englisch

12.–14.4. Madrid, 4. riMe-Workshop

4.8. Ein bronzezeitliches Speisegefäß aus China

der Sammlung Legat Sock, MVK, Vortragsreihe

Objektgeschichten

20.10. Tabu, MVK, Verein Freunde der Völkerkunde,

ethnographisches Kabinett

24.10.–3.11. Seoul, Workshop der Korea Foundation

Korean Ceramics in East Asia: Its Influence and

Development

lehrtätIgkeIt

WS 2010/11 Zu den Sammlungen der Abteilung

Ostasien am Museum für Völkerkunde, China, 19. Jahrhundert,

Wien, Universität, institut für ostasienwissenschaften/Sinologie,

Übung

SS 2011 Zu archäologischen Projekten, Würzburg,

institut für Sinologie der Julius-Maximilians-Universität

Würzburg, Blockseminar

WS 2011/12 Zu den Sammlungen der Abteilung

Ostasien am Museum für Völkerkunde, China, 18. Jahrhundert,

Wien, Universität, institut für ostasienwissenschaften/Sinologie,

Übung

Betreuung von Studenten der ostasienwissenschaften

während ihrer mehrmonatigen Volontariate

sÜd- und sÜdostasIen, hImalaya

sammlungszugänge

schenkungen

inv.-nrn. 189.101–189.111

Textilien aus nagaland

(Slg. John D. Marshall)

inv.-nrn. 189.114–189.115

Textilien aus nagaland

(Slg. christian Schicklgruber)

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. christian ScHicKLGrUBer

ausstellungen

Mitarbeit an der Konzepterstellung und der Betextung

der Ausstellung Wald / Baum / Mensch im MVK: Auswahl

und wissenschaftliche Bearbeitung von objekten

für diese Ausstellung aus der Sammlung

Mitarbeit an einer Ausstellung zum Konzept von Modernität

in ihrer religiösen Ausprägung im rahmen des

von der europäischen Kommission finanzierten Projekts

European Project RIME (Culture Programme), Tervuren

erstellung des Konzepts zu einer Ausstellung zu den

naga in nordostindien, die im Jahr 2012 im MVK

gezeigt werden wird.

Körpertuch, nagaland, 20. Jh., Baumwolle, Sammlung John D. Marshall,

inv.-nr. 189.102

Das Tuch verweist auf Jugend, Schönheit und Prosperität; sein Zweck besteht darin,

all dies auf den Träger zu ziehen. Die zickzackförmige Abfolge von roten und

schwarzen Vierecken repräsentiert eine Pythonschlange. Gewährt sie dem Betrachter

diesen Anblick, wird er sich eines langen Lebens erfreuen. Die blauen Quadrate

symbolisieren reichtum und Wohlstand, die blauen Linien da zwischen Jugend und

Schönheit. Mit den grünen Streifen an den enden ist das eingebundensein in die

Familie gemeint. Das Tuch wird im besten Abschnitt des Lebens getragen.

sammlungen mVk

publIkatIonen

Modernity and Religion: Habemusne Pontificem

Maximum Novum?“, in: Ausstellungskatalog

A.-M. Bouttiaux – A. Seiderer (Hgg.), Fetish

Modernity, Tervuren (rime Partners) 2011, 105–121

Forschungen

Mitarbeit als Konsulent des vom Bundesministerium

für Wissenschaft und Forschung finanzierten

Forschungsprojekts Mongolische Ethnographica des

österreichischen Sammlers Hans Leder in europäischen

Museen (im rahmen des Förderungsprogramms

forMuse; Projektleitung: Dr. Maria-Katharina Lang)

1.4.–2.5. Feldforschung in nagaland. Dabei wurde

anhand von objektphotos aus der naga-Sammlung

des Museums versucht, deren Bedeutung im Kontext

der traditionellen Kultur zu erforschen. im Zuge dieser

reise wurde auch eine umfangreiche Sammlung zum

Kulturwandel der naga angelegt.

Vorträge, teIlnahme an tagungen

6.5. The exhibition Götterbilder – dialogical attempts

and material solutions, Stockholm, Workshop sacred

matter & secular frames, organisiert vom Museum of

ethnography, Stockholm

7.7. Gewebte Botschaften. Neues über ein Körpertuch

der Naga, Ostindien, MVK

79


80 museum FÜr VÖlkerkunde

Insulares sÜdostasIen

Lamak-Zeichnung von Walter Spies, inv.-nr. 130.873

Lamak-Zeichnung von Walter Spies, inv.-nr. 130.891

i Gusti nyoman Lempad, J. d. S. spricht die

Zauberformel, Zeichnung, inv.-nr. 130.930

eine sensationelle entdeckung zum Œuvre

des deutschen Malers Walter Spies und des

balinesischen Malers i Gusti nyoman Lempad

wurde 2010 im Museum für Völkerkunde

gemacht. Diese Werke wurden von der

Österreicherin Helen Potjewyd 1935 nach

Wien gebracht und 1946 dem Museum für

Völkerkunde geschenkt.

Das Museum für Völkerkunde besitzt ca.

600 objekte aus der Sammlung von Helene

Potjewyd. ihre Lebensdaten waren bislang

unbekannt und ihre Sammlung war wenig

geordnet. nach recherchen von Dr. Werner

Kraus, Vizepräsident der Walter Spies Gesellschaft,

die er im Auftrag des Museums für

Völkerkunde und der Botschaft der republik

indonesien durchführte, konnte die iden tität

der Sammlerin gesichert und ihr Leben und

Werk so gut wie möglich dargestellt werden

(siehe den Ausstellungskatalog Balinese Art

in Transition, Wien 2010).

ein lamak ist eine balinesische opferdekoration,

ein Streifen aus vegetabilen Materialien,

wobei die einzelnen exemplare eine unterschiedliche

Länge aufweisen können. es sind

lamak mit einer Länge von jeweils 30 cm bis

10 m bekannt. Manchmal findet man auch

lamak aus Textilien. Lamak werden besonders

zu religiösen Festlichkeiten aufgehängt.

Walter Spies hatte schon früh die große Fülle

der lamak-ornamente bewundert und mit

ihrer Dokumentation begonnen.

i Gusti nyoman Lempad, illustration zum

Märchen rama und Sinta (?), Zeichnung,

inv.-nr. 130.925

sammlungszugänge

ankäufe

inv.-nr. 189.024

rangda, balinesische Maske

schenkungen

inv.-nrn. 189.062–189.063

1 Schiffsmodell und 2 Kinderkostüme aus

indonesien (Geschenk der Österreichischen

Präsidentschaftskanzlei anlässlich des Besuchs

von BP Dr. Heinz Fischer in indonesien)

inv.-nrn. 189.244–189.285

objekte aus indonesien, Mittelamerika,

china und Afrika (nachlass der Tänzerin

cilli Wang)

inv.-nrn. 189.286–189.287

2 Masken aus Timor Leste

inv.-nr. 189.288

Ölgemälde von ronna Manansala

(Philippinen) mit dem Titel Pila sa bigas

(„Life Line“)

Balinesische Rangda-Maske, Schenkung

cilli Wang, inv.-nr. 189.246

cilli Wang (1909 – 2005 in Wien) war eine

österreichische Tänzerin und Kabarettistin.

ihre Sammlung besteht hauptsächlich aus

Souvenirkunst, die sie während ihrer Welttournee

gekauft hat. ein Teil der Sammlung

(34 von 76 objekten) wurde in die museumspädagogische

Sammlung übernommen.


wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. habil. Sri KUHnT-SAPToDeWo

ausstellungen

Kuratierung der Ausstellung Bali. Kunst im Wandel,

Wien (MVK) 2011 (in Kooperation mit der Botschaft der

republik indonesien); organisation von Vorträgen und

events als rahmen programm zur Ausstellung

Vorbereitung der Tanz-Ausstellung, Wien (MVK)

(geplant für Mai 2012, dann auf 2013 verschoben)

publIkatIonen

einleitungen und objekttexte in: Ausstellungskatalog

G. van Bussel – A. Steinmann (Hgg.), Wald / Baum /

Mensch, Wien (MVK) 2011

Vorträge, teIlnahme an tagungen

20.–23.4. Paris, Musée du quai Branly, Laboratorium

des eU-Projektes (S)oggetti migranti, READ ME II

14.–16.9. Sharing Cultural Memory, Wien, Tagung der

Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde, Arbeitsgruppe

Das Ethnologische Museum als Forschungsfeld

14.10. Museum of Ethnology Vienna: Our Activities

with the Diaspora-Communities in Vienna, Tervuren,

Workshop READ ME (12.–15.10.)

21.10. Wien, Symposium Rizal und Blumentritt,

in Kooperation mit der Philippinischen Botschaft

lehrtätIgkeIt

Betreuung von Doktoranden und Diplomanden des

instituts für Kultur- und Sozialanthropologie der

Universität Wien

Kia ora James cook new Zealand, Tintendruck auf

Papier, Grafik und idee: Lester Hall, neuseeland,

Slg. Weiss, inv.-nr. 189.097

Der britische Seefahrer Kapitän James cook wird hier

mit Attributen und Symbolen aus der Maori-Kulturtradition,

der europäischen entdeckerzeit und der

Science Fiction TV-Serie Star Trek versehen.

ozeanIen und australIen

sammlungszugänge

ankäufe

inv.-nr. 189.097

Kia ora James cook new Zealand, Tintendruck

auf Papier, Grafik und idee: Lester

Hall, neuseeland (Slg. Weiss)

inv.-nr. 189.098

Paua-cross, Haliotis-Schneckenschalen auf

Holzkreuz, Produzentin: Joanna Mc Phee,

neuseeland (Slg. Weiss)

inv.-nr. 189.099

Wanduhr mit dem Wasserschutzgeist

red Taniwha Aotearoa, produziert von

Magnetico clock in Auckland, neuseeland

(Slg. Weiss)

inv.-nr. 189.100

Paua Shell, geschliffene und polierte

Haliotis-Schneckenschale, neuseeland

(Slg. Weiss)

ausstellung

Tai Timu, Tai Pari, Tainui –

Journey of a People

in Zusammenarbeit mit der Maori-Konföderation

„Tainui Waka Alliance“ wurde in der

iwi Gallery/Level 4 des Te Papa Tongarewa

Museum am 3. September 2011 die Ausstellung

Tai Timu, Tai Pari, Tainui – Journey

of a People eröffnet. Der Titel der Ausstellung

(wörtlich: ebbe, Flut, große Flutwelle)

kann in etwa mit „den Gezeiten folgend“

übersetzt werden und steht im weiteren

Sinne für „Bewegung“, „Seefahrt“ und „einwanderungswelle“.

Tainui („die große Flutwelle“) ist das größte

Maori-Bündnis neuseelands. „Tainui“ ist aber

auch der name des Schiffes, das um etwa

1350 u. Z. (bzw. zwischen 1200 und 1400)

eine Gruppe von Polynesiern aus raiatea

(Gesellschaftsinseln) nach Aotearoa („Land

der langen weißen Wolke“ oder auch

„große helle Welt“) brachte.

Die sechs Leihgaben des MVK stammen aus

der Sammlung des oberösterreichischen

naturforschers Andreas reischek (1845–1902).

Auf empfehlung des Geologen Ferdinand

von Hochstetter, des ersten intendanten des

1876 gegründeten naturhistorischen Hofmuseums

in Wien, reiste A. reischek nach

sammlungen mVk

neuseeland, um zwölf Jahre lang (1877–

1889) als naturforscher und Präparator an

verschiedenen Museen der Süd- und der

nordinsel zu arbeiten. im Frühjahr 1882

erhielt reischek von König Tawhiao die

erlaubnis, das damals für europäer gesperrte

Maori-Königsland (King country) im Zentrum

der nordinsel neuseelands zu bereisen

und sowohl naturkundliche als auch ethnographische

Belege zu sammeln.

eingangsbereich der Tainui-Ausstellung im Te Papa

Tongarewa Museum in Wellington, neuseeland

Foto: Te Papa Tongarewa Museum, Wellington

eröffnung der Tainui-Ausstellung am Marae, Te Papa

Tongarewa Museum in Wellington, neuseeland

Foto: Te Papa Tongarewa Museum, Wellington

Hissen der Tainui-Flagge vor dem Te Papa Tongarewa

Museum in Wellington, neuseeland

Foto: Te Papa Tongarewa Museum, Wellington

81


82 museum FÜr VÖlkerkunde

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Hr Prof. Dr. Gabriele WeiSS

ausstellungen

Mitarbeit an der Ausstellung Wald / Baum / Mensch,

Wien (MVK) 2011, Teilbereich ozeanien

Vorbereitung der Ausstellung Aus dem Pazifik:

Ein Sammler aus Leidenschaft – der Südseeforscher

F. H. Otto Finsch (1839–1917), Wien (MVK) 2012

publIkatIonen

Die Welt erfassen und gestalten: Ozeanische Lebenswelten

im musealen Kulturvergleich, in: rundbrief.

Forum für Mitglieder des Pazifik-netzwerkes 84, 2011,

46–51

Wenn Wurzeln in den Himmel ragen, in: rundbrief.

Forum für Mitglieder des Pazifik-netzwerkes 85, 2011,

48–51

Den Gezeiten folgend: Die Reisen der Tainui nach

Aotearoa, in: rundbrief. Forum für Mitglieder des

Pazifik-netzwerkes 86, 2011, 51–54

einleitungen und objekttexte in: Ausstellungskatalog

G. van Bussel – A. Steinmann (Hgg.), Wald / Baum /

Mensch, Wien (MVK) 2011

Kunst aus der Südsee, infoblatt zur Ausstellung Emil

Nolde. Mensch – Natur – Mythos, Salzburg (Museum

der Moderne) 2011

Forschungen

Der wissenschaftliche Nachlass des deutschen Zoologen

und Ethnographen F. H. Otto Finsch (1839–1917) in

den Beständen der Abteilung Ozeanien und Australien

im Museum für Völkerkunde Wien.

Vorträge, teIlnahme an tagungen

16.3. Der wissenschaftliche Südsee-Nachlass des

deutschen Zoologen und Ethnographen Otto Finsch

(1839–1917) in den Beständen des Museums für

Völkerkunde Wien, MVK, Verein Freunde der Völkerkunde,

ethnographisches Kabinett

18.8. Ein Tapa-Stoff aus Hawai’i, Slg. James Cook, 1806.

Zur Produktion und Bedeutung von Baststoffen in

Polynesien, MVK, Sommerakademie Objektgeschichten

(gemeinsam mit roswitha Zobl)

nord- und mIttelamerIka

sammlungszugänge

inv.-nr. 189.049

T-Shirt mit Subcommandante insurgente

Marcos, Mexiko, D. F., 2001

(Slg. Gerard van Bussel)

inv.-nrn. 189.050–189.051

2 weibliche Zapatista-Puppen, Mexiko,

D. F., 2001 (Slg. Gerard van Bussel)

inv.-nr. 189.052

Anhänger „Marcos somos todos“, Mexiko,

D. F., 2001 (Slg. Gerard van Bussel)

inv.-nr. 189.053

Anhänger „eZLn. Justicia Democracia y

paz“, Mexiko, D. F., 2001

(Slg. Gerard van Bussel)

inv.-nr. 189.054

Stecknadel „¡Ya Basta!“, Mexiko, D. F.,

2001 (Slg. Gerard van Bussel)

inv.-nr. 189.055

Broschüre, „caminante Zapatista“,

número 5, marzo 7, 2001, Mexiko, D. F.,

2001 (Slg. Gerard van Bussel)

inv.-nr. 189.057

nationalflagge Kanadas

(Slg. Gerard van Bussel)

inv.-nr. 189.060

Pine ridge, oglala Sioux-Flagge, USA

(Slg. Johann Korp)

inv.-nr. 189.239

Briefmarke Federkopfschmuck, indigenous

Art 2003, Genuine United nations Postage

Stamps (Slg. Gerard van Bussel)

inv.-nrn. 189.240–189.243

4 Molas, Kuna, Panama

(Slg. Luis e. Martínez)

inv.-nrn. 189.267–189.278

12 objekte

(Slg. cilli Wang)

molas

1962 brachte etta Becker-Donner, die damalige

Direktorin des MVK, die ersten unter

dem Begriff Molas bekannten Kuna-Textilien

von den San Blas-inseln in Panama nach

Wien, darunter nicht nur damals rezente

bzw. neue Beispiele dieser Textilkunst, sondern

auch ältere exemplare. Die Sammlung

wurde im 20. Jh. und dank der hochwillkommenen

Schenkung von vier Molas durch

S. e. Don Luis e. Martínez cruz, Botschafter

der republik Panama in Wien, auch am Beginn

des 21. Jhs. noch erweitert. Das Museum

vermag somit einen einblick in eine über

50-jährige Textiltradition zu bieten, die im

Leben der Kuna-indianer von großer Bedeutung

ist. Sie geht auf Körperbemalungen

und Tätowierungen der Kuna zurück.

1704 [1699] schrieb der englische Bukanier

Lionel Wafer in seinem reisebericht A new

Voyage and Description of the Isthmus of

America über die Körperverzierung der Kuna:

„Sie bringen Figuren von Vögeln, wilden

Tieren, Menschen, Bäumen und ähnlichem

oben und unten und überall auf ihrem Körper

an […]: Aber die Figuren ähneln dem,

was sie darstellen sollen, nicht besonders stark,

und sie haben andere Dimensionen, so wie

dies den Vorstellungen in der Phantasie entspricht.

Gemalt werden sie von den Frauen,

die das überaus gerne tun. An Farben bevorzugen

sie rot, Gelb und Blau, in sehr

kräftigen und anmutigen Tönen. […] Üblicherweise

bringen sie sie mit Stiften aus

Holz auf der Haut an […]. Auf diese Weise

bleiben diese Bilder einige Wochen sichtbar,

sie werden immer wieder erneuert. […]

Aber zartere Figuren, vor allem solche ihrer

berühmteren Künstler, werden tiefer eingraviert,

wiederum in dieser Weise. Sie machen

zunächst mit dem Pinsel und Farbe einen

entwurf der Figur; dann folgen sie diesen

Konturen mit einem scharfen Dorn, bis das

Blut hervorkommt; dann reiben sie an dieser

Stelle mit ihren Händen, wobei sie zuerst in

die Farbe eintauchen, mit der sie malen. Das

auf diese Weise entstandene Bild kann nicht

mehr entfernt werden.“

Die rechteckigen Stoffbilder der traditionell

v. a. von Frauen angefertigten Molas sind oft

symmetrisch aufgebaut, sie werden auf Vorder-

und rückseite der Frauenblusen befestigt

und gelegentlich ausgetauscht. Die dominierende

Farbe rot sollte übelwollende Geistwesen

abwehren. Frühe Molas zeigen überwiegend

geometrische Muster; in der Folge

werden jedoch figurative Darstellungen, v. a.

solche von Vögeln, immer populärer.

Die große Beliebtheit der Molas hat die entwicklung

dieser Textilkunst stark beeinflusst.

Je feiner die Arbeit, je abwechslungsreicher

die ausgeschnittenen Muster sind und je

mehr Varianten sie aufweisen, aber auch je


mehr Textilschichten verarbeitet sind, desto

qualitätvoller ist nach Meinung der Kuna-

Frauen die Arbeit. Dieses Kunsthandwerk ist

einerseits zum bekanntesten Symbol der

Kuna-Zugehörigkeit geworden, die dadurch

wesentlich gestärkt wird. Andererseits entwickelte

es sich zur wichtigsten einnahmequelle

der Kuna, wobei die Technik sich

mittlerweile auch noch auf anderen Kleidungsstücken,

auf Taschen, Kissen usw., findet.

Derartige Gegenstände werden weltweit auf

Märkten angeboten.

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Gerard VAn BUSSeL

ausstellungen

Kuratierung der Ausstellung Wald / Baum / Mensch,

Wien (MVK) 2011 (gemeinsam mit Axel Steinmann)

Kuratierung der Ausstellung Abenteuer Wissenschaft.

Etta Becker-Donner in Afrika und Lateinamerika, Wien

(MVK) 2011 (gemeinsam mit Barbara Plankensteiner

und claudia Augustat)

Mitarbeit am eU-Ausstellungsprojekt RIME (réseau

international des Musées d’ethnographie): Modernity

(Sektion religion)

Vorbereitung einer Ausstellung zur Slg. eckstein am

institut für erziehungswissenschaften der Universität

Wien

publIkatIonen

Herausgabe von Ausstellungskatalog Wald / Baum /

Mensch, Wien (MVK) 2011 (gemeinsam mit

A. Steinmann); einleitungen und objekttexte ebenda

Mola, Panama, San Blas-inseln, Kuna, Baumwolle, 3-lagig,

H. 33,5 cm, B. 40 cm, Slg. Gerard van Bussel, inv.-nr. 189.240

Ausstellungskatalog Abenteuer Wissenschaft. Etta

Becker-Donner in Afrika und Lateinamerika, Wien

(Museum für Völkerkunde) 2011 (gemeinsam mit

B. Plankensteiner und c. Augustat); Etta Becker-Donner

in Nord- und Mittelamerika – Direktorin, Präsidentin,

Kuratorin, ebenda, 80–107

Indianer-Romantik, Völkerkunde und Volksbildung:

Zeichnungen von Wilhelm Watzke, in: Amerindian

research. Zeitschrift für indianische Kulturen von

Alaska bis Feuerland, Bd. 6/2, 2011, nr. 20, 93–99

(gemeinsam mit S. Huber)

Indianer in die Reservationen – ihr Besitz in die Museen;

oder, die Bergung letzter Güter nördlicher Plains-Kulturen

durch den Wiener Pomologen Hugo M. Müller, in: Archiv

für Völkerkunde 59–60, 2009–2010, 205–224

Vienna’s Mesoamerican Featherworks, in: Aztecs at

Mexicolore. July 2011. http://www.mexicolore.co.uk/

index.php?one=azt&two=aaa&id=543&typ=reg

Lamafigur, objekt des Monats August 2011. Die

Sammlungen der Universität Wien. http://bibliothek.

univie.ac.at/sammlungen/objekt_des_monats/006669.html

Forschungen

Österreichisch-mexikanisches Federkopfschmuckprojekt.

Studien zur chicano-Kultur im Peabody essex Museum,

Salem, MA, USA.

Ansichtskarten zu Mexiko, in Zusammenarbeit mit

den Kollegen von inAH, Mexiko-Stadt, im rahmen der

Vorbereitungen zu einer charles B. Waite-Ausstellung

bzw. von möglichen restaurierungen in Mitla, oaxaca,

Mexiko (Fortsetzung).

Sammlungsrecherche zu Karl von Löffelholz, Kalifornien.

Mitarbeit am eU-Projekt Read Me II.

Beteiligung am eU-Projekt Multilateral Training for

Museum Professionals (MUSE-TRAIN) im rahmen des

Programms Fazilität zur Förderung der Zivilgesellschaft

EU – Türkei, Interkultureller Dialog: Museen (ICD-MUSE).

sÜdamerIka

sammlungen mVk

etta becker-donner In brasIlIen

im Fokus stand 2011 das Forschungsprojekt

zu den Brasilienexpeditionen von etta Becker-

Donner in den Jahren 1954 und 1956. Bereits

2009 hatte eine Delegation von Vertretern

der Kanoê und Makurap das Museum für

Völkerkunde besucht, um sich die Sammlungen

anzusehen, die etta Becker-Donner auf

ihren expeditionen zusammengetragen hatte.

Auf einladung von José Augusto Kanoê besuchte

claudia Augustat ihn und seine

Familie in ricardo Franco. Begleitet wurde

sie von Beth conklin von der Vanderbilt

University in nashville, mit der sie auf den

Spuren von etta Becker-Donner auch die Warí

am rio Pacaás novos besuchte. Die Warí

zeigten großes interesse an den Fotos, die etta

Becker-Donner 1956 bei einem erstkontakt

aufgenommen hatte; ebenso wie bei den

Kanoê besteht auf beiden Seiten der Wunsch

nach einer längerfristigen Kooperation. Die

ergebnisse und eindrücke dieser reise flossen

in die Ausstellung Abenteuer Wissenschaft.

Etta Becker-Donner in Afrika und Lateinamerika

ein und sind ein weiteres Beispiel

für Projekte des Hauses, die unter dem Leitgedanken

Shared Cultural Heritage stehen.

etta Becker-Donner

83


84 museum FÜr VÖlkerkunde

sÜdamerIka

sammlungszugänge

schenkungen

inv.-nr. 189.061

Tanzmaske, Tikuna, Grenzgebiet Brasilien/

Peru/Kolumbien (Slg. John Marshall)

inv.-nrn. 189.089–189.095

7 ethnographische objekte der Kanoê,

Brasilien (Slg. José Augusto Kanoê)

inv.-nr. 189.096

1 ethnographisches objekt der Kanoê

(Slg. natascha Kanoê)

ankäufe

inv.-nrn. 189.070–189.088

ethnographische objekte der Kayapó, Warí,

Jabutí, Kanoê und Makurap aus Brasilien

(Slg. claudia Augustat)

Tanzmaske der Tikuna, Slg. John Marshall, inv.-nr. 189.061

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. claudia AUGUSTAT

ausstellungen

Beiträge zur Ausstellung Wald / Baum / Mensch (kuratiert

von Axel Steinmann und Gerard van Bussel)

Kuratierung der Ausstellung Abenteuer Wissenschaft.

Etta Becker-Donner in Afrika und Lateinamerika

(gemeinsam mit Barbara Plankensteiner und

Gerard van Bussel)

publIkatIonen

Ausstellungskatalog Abenteuer Wissenschaft. Etta

Becker-Donner in Afrika und Lateinamerika, Wien

(MVK) 2011 (gemeinsam mit B. Plankensteiner und

G. van Bussel); Auf den Spuren von Etta Becker-Donner.

Von der Momentaufnahme zur Kontextualisierung

einer Sammlung, ebenda, 63–71; Begegnungen mit

den Kanoê, ebenda, 73–79 (gemeinsam mit

J. A. Kanoê und W. Kapfhammer)

einleitungen und objekttexte in: Ausstellungskatalog

G. van Bussel – A. Steinmann (Hgg.), Wald / Baum /

Mensch, Wien (MVK) 2011

Unsichtbare Welten. Mensch/Natur/Übernatur

(ethnologie Bd. 44), eMLAAK – Schnittstelle für

ethnomedizinischen Austausch und interkulturellen

Kontakt, Wien 2011

Sacred Musical Instruments in Museums: Are they

sacred?, in: D. Hill – J.-P. chaumeil (Hgg.), Burst of

Breath. Indigenous Ritual Wind Instruments in Lowland

South America, University of nebraska Press

redaktion von: Verein Freunde der Völkerkunde.

Mitteilungsblatt i–iV, 2011

rückentragkorb, Warí, Brasilien, inv.-nr. 189.084

Forschungen

Materielle Kultur und kulturelles Gedächtnis.

Die ethnographischen Sammlungen der österreichischen

Brasilienexpedition 1817–1835.

Die ethnographischen Sammlungen der Brüder

Schomburgk aus Guyana 1836–1844.

Die Brasilien-Expeditionen von Etta Becker-Donner 1954

und 1956 (gemeinsam mit Beth conklin, Vanderbilt

University nashville).

Vorträge, teIlnahme an tagungen

10.2. Forschung am Museum. Zwei Beispiele aus dem

Museum für Völkerkunde Wien, München, MVK

5.–8.4. Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz,

Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats zu The

Presentation of the Non-European Collections in

the Humboldt-Forum

12.–14.4. Madrid, Museo de América, RIME-Workshop

Ethnography Museums in the Contemporary

22.–26.6. Belem, Brasilien, SALSA-Tagung Materializing

Memory: Museums’ Changing Roles in Indigenous

Cultural Politics (gemeinsam mit Beth conklin,

Vanderbilt University nashville)

12.7. rondônia, Fundação Universidade Federal de

rondônia, colóquio sobre Formação de identidade

cultural Rondônia. Uma história de pesquisa

antropológica com os povos indígenas em Rondônia

25.8. Brasilianische Federarbeiten, MVK (gemeinsam

mit Peter Duschl)

14.–18.9. Wien, Tagung der Deutschen Gesellschaft

für Völkerkunde Die Brasilienexpeditionen von

Etta Becker-Donner 1954 und 1956. Ein aktueller

Feldbericht

Kopfschmuck aus Palmblättern, oberarmbänder mit stilisiertem

Kopfschmuck, Kayapó, Brasilien, inv.-nrn. 189.072; 189.071 a,b


Fotosammlung

nachInVentarIsIerung

Die bereits in den Vorjahren begonnene

nachinventarisierung, welche durch die

vorangegangene Vakanz der Fotosammlung

notwendig geworden war, konnte ebenso

wie die Digitalisierung des Bestandes auch

in diesem Jahr erheblich vorangebracht

werden.

sammlungszugänge

Mit der emsigen und zuverlässigen Hilfe von

eva Hackl war es möglich, insgesamt 1.889

Glasplatten und Glas-Dias in den Bestand der

Fotosammlung aufzunehmen (VF_90.381 –

VF_92.270).

Zu den neu inventarisierten Beständen

zählen unter anderem die Fotografien

VF_91.430 – VF_91.444 (Slg. Fürer-Haimendorf;

indien; naga); VF_91.445 – VF_91.482

(Slg. Leon Balner; indonesien; Borneo) und

VF_92.225 – VF_92.246 (Slg. richard oldenburg;

Afrika, Kamerun). Des Weiteren konnte

die einarbeitung und Pflege der Sammlungen

in das TMS, wie auch die dortige nachtragung

von informationen aus den inventarbänden

(name des Sammlers, geographische

Zuordnung, Beschlagwortung etc.) vorangetrieben

werden.

Durch die Mithilfe eines Praktikanten von

der Universidad complutense de Madrid,

nicolás Leyva Townsend, war es außerdem

möglich, einen Teil der Becker-Donner-

Sammlung zu scannen und somit für die

weitere wissenschaftliche Bearbeitung zugänglich

zu machen (ca. 1.200 Fotografien:

VF_76104 – VF_80622). eine weitere Unterstützung

erhielt die Fotosammlung durch

das Praktikum von nathalie czihak und

die fleißige Hilfe der ehrenamtlichen Mitarbeiter

Herrn Paul erhart und Herrn Dkfm.

Manfred orange.

Der Besucherverkehr und die Öffentlichkeitsarbeit

nehmen einen immens wichtigen Teil

der Tätigkeit der Fotosammlung ein, was

auch an der umfangreichen Zahl der Anfragen

in letzter Zeit zu erkennen ist. Die

geleistete Öffentlichkeitsarbeit soll aufgrund

ihrer relevanz für die Fotosammlung und

das gesamte Haus weiter forciert werden, so

dass langfristig gesehen eine noch größere

Zahl an Leihanfragen und andere finanzielle

Mittel einbringende Projekte akquiriert

werden können. Auch sind hier die zahlreichen

Anfragen zu Publikationsvorhaben

und anderen Projekten zu nennen, die eine

prioritäre Bedeutung für die Arbeit in

der Fotosammlung in Form von recherchearbeiten

und Abwicklung haben.

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

christine ZAcKeL, M.A.

ausstellungen

Kuratorische Assistenz der niederösterreichischen

Landesausstellung 2011 Erobern – Entdecken – Erleben

in carnuntum

Forschungen

Dissertationsvorhaben zu einer historischen Kulturanalyse

der westgrönländischen Gesellschaft zu Beginn

des 19. Jahrhunderts unter anderem anhand der

Karl Ludwig Giesecke-Sammlung des Museums für

Völkerkunde, Wien.

eine Frau flicht ein Körbchen, San Miguel, Boyaca,

Kolumbien, um 1970, inv.-nr. VF 76.261

archIV

sammlungen mVk

im Zusammenhang mit der fortlaufenden

inhaltlichen erfassung des Archivbestandes

lag 2011 das Hauptaugenmerk auf recherchen

zu einzelnen objekten. Die fruchtbare

Zusammenarbeit mit befreundeten institutionen

wie dem Jüdischen Museum, dem

naturhistorischen Museum und anderen

konnte weiter gepflegt werden.

ÖFFentlIchkeItsarbeIt und

benutzerbetreuung

Fünf Mitarbeiterinnen des For Muse-Projektes

Euphorischer Anfang – dysphorische Gegenwart:

Anthropologische Sammlungen im

Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und

Ethik an der Anthropologischen Abteilung

des naturhistorischen Museums in Wien

wurden bei intensiven recherchen zu

Sammlungen bzw. Sammlern in asiatischen,

ozeanischen, afrikanischen und südamerikanischen

regionen betreut. – Betreuung einer

Diplomandin sowie von Studenten und

Wissenschaftlern aus dem in- und Ausland.

proVenIenzForschung

Die weitgehend von Dr. Gabriele Anderl betreute

Provenienzforschung stand 2011 im

Zeichen der Arbeiten an einem vorläufigen

endbericht über die erwerbungen der Jahre

1933 bis 2010. Dabei ging es vor allem um

eine Bewertung der erwerbungen in diesem

Zeitraum in Form von eintragungen in die

Bilddatenbank TMS. Weiters wurden umfangreiche

Dossiers zum Fall Ludwig von

Höhnel sowie zur Sammlung Friedrich Wolff-

Knize fertiggestellt.

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Mag. ildikó cAZAn-SiMÁnYi

Forschungen

Sichtung und Vorbereitung des archivalischen Materials

zu otto Finsch für das ethnographische Kabinett.

recherchen zu Zeichnungen von Baobabbäumen aus

dem nachlass von robert Unterwelz (um 1880 – 1927)

für die Ausstellung Wald / Baum / Mensch.

ein Teilnachlass, bestehend aus einem reisetagebuch,

notizen, ethnographischen und sprachlichen Studien, erzählungen,

Zeichnungen, Skizzen und Briefen aus ostafrika

kam 1990 als Geschenk aus dem nachlass von Gudrun

Unterwelz, der Tochter des Forschers, in das Archiv des

Museums für Völkerkunde und wurde hier untersucht.

85


86 museum FÜr VÖlkerkunde

archIV bIblIothek

recherchen zum altmexikanischen Federkopfschmuck,

Suche nach Hinweisen auf eine restaurierung sowie auf

die Anfertigung einer in Mexiko befindlichen Kopie.

Suche nach Hinweisen zur Provenienz eines chinesischen

Stellschirmes.

Das Projekt Der schriftliche Nachlass von Etta Becker-

Donner zur erschließung des im Archiv des Museums für

Völkerkunde befindlichen nachlasses von etta

Becker-Donner, Direktorin des Museums von 1964 bis

1975, wurde 2011 in Vorbereitung auf die Ausstellung

Abenteuer Wissenschaft. Etta Becker-Donner in Afrika

und Lateinamerika abgeschlossen. Der nachlass ist nun

in 13 Archivboxen geordnet.

Wie auch in den vergangenen Jahren wird das laufende

Projekt Biographische Separata, dessen Ziel eine Dokumentation

biographischer Hinweise und weiterführender

informationen zu Sammlern und Forschungsreisenden

ist, ergänzt und erweitert.

Vorträge, teIlnahme an tagungen

23.–25.3. Wien, MAK – Österreichisches Museum für

Angewandte Kunst/Gegenwartskunst, internationales

Symposium Kunst sam meln – Kunst han deln der

Kommission für Provenienzforschung des Bundesministeriums

für Unterricht, Kunst und Kultur

24.–26.11. Graz, Joanneum, Österreichischer Museumstag,

in Zusammenarbeit mit der Museumsakademie

Joanneum

robert Unterwelz, Baobab, Tanzania, vermutlich

Ugogo, Aquarell in den Briefen an die eltern, um

1913, MVK, Archiv, nachlass Unterwelz

gesamtbestand: 144.572 medIen

Dem Museum für Völkerkunde in Wien ist

seit seiner Gründung eine wissenschaftliche

Bibliothek angeschlossen. Aufgrund ihrer

großen Zahl an historischen Büchern wurde

der Bibliothek 2001 der Status einer eigenständigen

Museumssammlung zuerkannt.

Die öffentlich zugängliche Bibliothek deckt

mit ihren Beständen sämtliche für die ethnologie

bzw. die Kultur- und Sozialanthropologie

relevante regionalgebiete ab. Der Bibliotheksbestand

umfasst nicht nur „traditionelle“

Medien wie Bücher, Zeitschriften, Atlanten

etc., sondern zunehmend auch DVDs, Videos,

cD-roMs und Audiokassetten. Darüber hinaus

können alle interessierten die mit einem

Lesesaal ausgestattete Leihbibliothek in vollem

Umfang kostenlos nutzen. Die Ausleihfrist

der Bücher beträgt, wenn nicht anders angegeben,

30 Tage. – im Jahr 2011 wurde

die Sammlung der Bibliothek durch Kauf,

Tausch und Schenkung um insgesamt 1.478

Medien erweitert.

proJekte

Digitalisierung historischer Werke, u. a.: ost-

und West-indischer wie auch Sinesischer Lust-

und Stats-Garten, erasmi Francisci, nürnberg:

in Verlegung Johann A. endters und Wolfgang

desz jüngern Sel. erben, 1668, [20] Bl.,

1762 S., LXiii, [18] Bl.: ill., inv.-nr. 1.971 Hist.

bestandsVerwaltung

neuInVentarIsIerungen

An neuerwerbungen wurden im Jahr 2011

insgesamt 30 Sammlungen (Post nr.) mit

277 objekten in den Sammlungsbestand

des Museums aufgenommen. Den größten

Zugang verzeichnete dabei die Sammlung

Afrika südlich Sahara mit 142 inventarnummern.

Der überwiegende Teil dieses

Bestandszuwachses (244 objekte) waren

Schenkungen.

Die neuerwerbungen wurden inventarisiert,

begast und teilweise fotografiert, mit Barcodekarten

versehen und in die bestehende

(regionale und sachliche) Struktur der

Sammlungs depots aufgenommen. Die Standorte

wurden elektronisch erfasst.

obJektbewegungen

im Jahre 2011 wurden im Zusammenhang

mit Leihgaben, Sonderausstellungen und

ethnographischen Kabinetten insgesamt

3563 objektbewegungen verzeichnet, wobei

alle objektentnahmen und rückführungen

in der Datenbank erfasst wurden.

pFlege der sammlungsdepots

Die Lagerung der Sammlungsbestände wurde

auch im Jahr 2011 nach regionalen und

funktionalen Kriterien sowie nach konservatorischen

Gesichtspunkten kontinuierlich verbessert.

Schwerpunkte waren im Jahre 2011

die Depots von Südamerika und nordamerika

sowie das provisorische Textildepot. insgesamt

wurden im Zuge dieser optimierungsmaßnahmen

für 1.481 objekte neue Standorte

im Depot vergeben.

Die einbindung des Textildepots in die elektronische

Standortverwaltung wurde 2011

begonnen und wird voraussichtlich 2012

abgeschlossen sein.

dIgItalIsIerung der InVentarbände

Die inventarbände (objektinventar und

Fotothek) wurden gescannt und stehen nun

den Mitarbeitern sowie externen Gastwissenschaftlern

digital zur Verfügung.


konserVIerung und restaurIerung

Die große Anzahl von ca. 4.500 objekten,

die für Ausstellungen und entlehnungen

dokumentiert, konserviert und in vielen

Fällen auch restauriert wurden, machte

2011 zu einem äußerst arbeitsintensiven Jahr

für die Abteilung Konservierung im MVK.

Die Konservatorinnen waren zudem für zahlreiche

Auf- und Abbauten der objekte, deren

kontinuierliche Zustandskontrolle und ihre

klimatische Betreuung an verschiedenen

natio nalen und internationalen Standorten

veranwortlich. Für zahlreiche Projekte musste

auch die Arbeit der Fotografen im Haus konservatorisch

begleitet werden. Zur Bewältigung

der konservatorischen Tätigkeiten im

Haus hatte die Abteilung Unterstützung

von 11 Praktikantinnen und Volontärinnen.

initiiert durch die Abteilung wurden von

Studentinnen der Akademie der bildenden

Künste einige Semesterarbeiten abgeschlossen,

die Betreuung zweier Diplomarbeiten

ebenda und einer Doktorarbeit an der

Universität für angewandte Kunst dauern an.

Auch in diesem Jahr wurde das internationale

Projekt zur Untersuchung und Konservierung

des mexikanischen Federkopfschmucks

(inv.-nr. 10.402) fortgeführt, zudem wurde

mit der Untersuchung und Konservierung

des großen chinesischen Schnitzlackstellschirms

(inv.-nr. 71.233) begonnen.

Stellschirm inv.-nr. 71.233, Vorderseite, Gesamtansicht vor

der Konservierung, china, Qing Dynastie, Periode Qianlong

(1736–1796), Schnitzlack, Höhe ca. 2,60 m, Breite ca. 3,30 m

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Mag. Gerhard Florian rAiner

lehrtätIgkeIt

SS 2011 Komplexe Materialgruppen, Wien, Akademie

der bildenden Künste Wien, Vorlesung

Mag. christiane JorDAn

Vorträge, teIlnahme an tagungen

28.–29.4. Materials and Methods for the Cleaning of

Works of Art, Wien, Akademie der bildenden Künste Wien

16.6. St. Pölten, Kulturdepot, Symposium des Österreichischen

restauratorenverbandes Das niederösterreichische

Kulturdepot – Planung, Übersiedlung und Betrieb

19.–23.9. Lissabon, ICOM-CC 16th Triennial Conference:

Cultural Heritage/Cultural Identity: The Role of Conservation

11.–12.11. Stuttgart, Staatliche Akademie der Bildenden

Künste, „Das Leben der Dinge“ – Ethnographika und

ihre Geschichte(n) bewahren

lehrtätIgkeIt

SS 2011 Komplexe Materialgruppen, Wien, Akademie

der bildenden Künste Wien, Vorlesung

Dipl.-rest. (FH) elisabeth TArAWneH

publIkatIonen

Ein Eisbärenfell aus dem Hause Habsburg, Diplomarbeit

Berlin, HTW Berlin

Mag. roswitha ZoBL

sammlungen mVk

Vorträge, teIlnahme an tagungen

20.1. Anwendung von wässrigen Reinigungsgelen,

Wien, Österreichische nationalbibliothek

22.–24.2. Wien, Akademie der Bildenden Künste Wien,

Papierseminar des Österreichischen restauratorenverbandes

Identifizieren / Charakteristika von außereuropäischen

Papieren

7.–8.4. Paris, Musée du quai Branly, Konferenz To study,

preserve and display the tapa

16.6. St. Pölten, Kulturdepot SZ Kunst, Symposium des

Österreichischen restauratorenverbandes Das niederösterreichische

Kulturdepot – Planung, Übersiedlung und

Betrieb

lehrtätIgkeIt

27.6. Baststoffe/Markpapier, Wien, Akademie der

bildenden Künste Wien, im rahmen der Vorlesung

Komplexe Materialgruppen, Vortrag

Sophie FÜrnKrAnZ

Stellschirm inv.-nr. 71.233, rückseite, Gesamtansicht

vor der Konservierung

Vorträge, teIlnahme an tagungen

26.–28.10. London, British Museum, Tagung zum Thema

„integrated Pest Management“ Pest Odyssey 2011:

Ten Years Later

87


88 museum FÜr VÖlkerkunde

museum und publIkum

neben allgemeinen Überblicksführungen für

erwachsene und Kinder und Sonderführungen

für angemeldete Gruppen, Kooperationspartner

und bei raumvermietungen wurden

von Museum und Publikum im MVK zahlreiche

Vermittlungsprogramme durchgeführt.

ausstellungen

in der Ausstellung Die Kultur der Kulturrevolution.

Personenkult und politisches Design

im China von Mao Zedong wurden ausgehend

vom Beispiel der politischen Propaganda

chinas in der Zeit von 1966 bis

1976 unter anderem für die Schulfächer Geschichte,

politische Bildung, bildnerische

Gestaltung, Deutsch und Latein Phänomene

der politischen Beeinflussung, deren Werbestrategien

und intentionen sowie Beispiele

demagogischer Manipulation und Plakatkunst

in Vergangenheit und Gegenwart erarbeitet.

Für jüngere Kinder stand insbesondere das

Thema des Sammelns im Mittelpunkt. Bei

einem Aktionstag konnten Kinder ihre eigenen

Sammlungen vorstellen und auf Wunsch

tauschen.

Ab Herbst stand die Ausstellung Wald /

Baum / Mensch im Zentrum der Vermittlungstätigkeit.

Je nach Alter und interesse der

Zielgruppe wurden für Schulen und Kin dertages

heime Arbeits- und Spielblätter sowie

rätselrallyes zu den Themen der Ausstellung

Ferienspielaktion rabe und andere Tiere

Foto: Manfred Kaufmann

open House

zur Verfügung gestellt und eigene Würfel-

und Brettspiele zum Thema Baum, Wald

und Waldbewohner produziert. Für Schulen

mit nachmittagsbetreuung wurde zu dieser

Aus stellung gemäß den richtlinien zur Leseförderung

ein eigenes 3-monatiges Angebot

erstellt.

FerIenspIelaktIon

Bei der Ferienspielaktion in den Monaten

Juli und August wurden Projekte angeboten,

die unabhängig von Ausstellungen

stattfinden können, da die dabei behandelten

objekte aus der Lehrsammlung des

Museums stammen und somit jederzeit

verfügbar und benutzbar sind. in leichter

Abänderung der inhalte konnten sie ab

September als neues ständiges Vermittlungsprogramme

für Schulen angeboten

werden. Die Themen umfassten: Augen zu!

Unbekanntes entdecken – Neues erfahren;

Rabe und andere Tiere – Tiermythen aus

aller Welt und Spielend um die Welt – bekannte

und unbekannte Spiele.

Neujahrsbäume, Wunschbäume und Glücksbringer

waren das Thema beim Winterferienspiel.

Dabei wurden verschiedene Wahrsagespiele

ausprobiert, neujahrsbräuche aus

diversen Ländern – auch alte, fast vergessene

aus Österreich – vorgestellt und allerlei

Glücks bringer gebaut.

Workshop „ethno-Kids“

Foto: Manfred Kaufmann

ethno-kIds

Bei der monatlichen Aktionsreihe Ethno-Kids

für Freizeitkinder wurden, und zwar zum Teil

in Kooperation mit WienXtra, Workshops und

Werkkurse angeboten, wobei die Kinder

und Jugendlichen auf spielerische Art Teile

der Ausstellung erkundeten und in handwerklicher

und künstlerischer Tätigkeit das

erfahrene umsetzen konnten.

Bei der Serie Märchen von nebenan wurden

im rahmen der Führung Wald- und Baummärchen

aus aller Welt vorgestellt sowie im

Anschluss daran in Bastelarbeiten, collagen

und darstellendem Spiel umgesetzt. ein Workshop

hatte das Thema Geschmückte Bäume

zum inhalt. Dabei wurde unter anderem

Schmuck gebastelt, mit dem der Weihnachtsbaum

im Foyer des Museums von den

Kindern aufgeputzt wurde.

open house, lange nacht der

museen

Der Aktionstag Open House in der Neuen Burg

und die Lange Nacht der Museen standen

ebenfalls im Zeichen der Wald-Ausstellung.

Tanzvorführungen zum Thema Holz oder Darbietungen

mit Holzinstrumenten sowie eine

Demonstration zum Bau von instrumenten

aus Waldfundstücken standen am Programm

und begeisterten dabei tausende Gäste.


Vorträge, ausstellungsgespräche

Vorträge, Ausstellungsgespräche und künstlerische

Darbietungen wurden als rahmenprogramm

zu allen Sonderausstellungen

organisiert und veranstaltet – sofern sie

nicht vom Verein Freunde der Völkerkunde

angeboten wurden.

in den Monaten Juli und August gab es

unter anderem Schnupperkurse zu verschiedenen

Themen. Besonders der Workshop

Tango Argentino erwies sich dabei als äußerst

publikumswirksam, sodass es ab Herbst

wöchentliche Tangokurse mit Milonga gab,

die weiterhin sehr gut besucht waren. Für

Senioren wurde das Projekt Weniges kann

viel erzählen realisiert.

beneFIzVeranstaltung Japan

Am 1. Mai fand mit persönlicher Unterstützung

des japanischen Botschafters, S. e. iwatani

Shigeo, und in Zusammenarbeit mit dem

institut für ostasienwissenschaften der Universität

Wien, der österreich-japanischen Gesellschaft,

ikebana-international und der japanischen

Schule in Wien eine Benefizveranstaltung

für Japan statt. Der gesamte reinerlös der

Veranstaltung, die von mehr als 700 Personen

besucht wurde, ging direkt an die Bewohner

der Kleinstadt Futaba, die nach dem erdbeben,

dem Tsunami und der Atomkatastrophe aus

ihrer Stadt evakuiert werden mussten.

„ethno-Kids“

FortbIldungsVeranstaltungen

im Jahr 2011 wurden zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen

und Workshops für Lehrerinnen,

Kuratoren und Kulturvermittler

angeboten, darunter im September mit

Unterstützung von icoM-Österreich und

der U.S.-Botschaft der Vortrag von George

e. Hein (Prof. em., Graduate School of Arts

and Social Sciences, Lesley University in

cambrigde, Mass.) A Democratic Theory of

Museum Education. er ging der Frage nach,

wie demokratisch strukturiert Museen sind

und vor allem, wie sich das in den Angeboten

an die Öffentlichkeit, in den Sammlungsbeständen

und in deren Bearbeitung

äußert und welche rolle hierbei dem Personenkreis

zukommt, der sich zentral mit

den Benutzer/innen und deren Begegnung

sowie mit der relevanz der Angebote auseinandersetzt.

im november fand im rahmen

der Vermittlungsinitiative „Kulturvermittlung

mit Schulen in Bundesmuseen“ die 2. Seminartagung

für die Kulturvermittler/innen der

Österreichischen Bundesmuseen zum Thema

Jugendliche im Museum: Zugänge und

Methoden statt. nach einführungsvorträgen

wurden in Workshops die vorgestellten Anstöße

praktisch angewandt und bearbeitet.

Benefizveranstaltung für Japan

Foto: Manfred Kaufmann

leIhgaben

sammlungen mVk

im Jahr 2011 war das Museum für Völkerkunde

mit 607 Leihgaben an 13 Sonderausstellungen

im in- und Ausland beteiligt.

Workshop: Tango Argentino mit Maria

casán & Pablo Ávila

Lange nacht der Museen, naturholz-instrumentenbau mit

reinhard Simbürger, Foto: John D. Marshall

89


90 sammlung

SAMMLUnGen DeS

ÖSTerreicHiScHen THeATerMUSeUMS


ÖsterreIchIsches theatermuseum

dIrektIon

Dr. Thomas TrABiTScH, Direktor

Andreas KUGLer, stv. Direktor

Ursula KLein

Heinrich ScHWeiGer

bÜhnenmodelle und kostÜme

Hr Dr. Ulrike DeMBSKi

theatergraFIk, plakate und programme

Mag. Daniela FrAnKe

MMag. Alexandra STeiner-STrAUSS

Ar Gertrud FiScHer

autographen und nachlässe

Dr. christiane MÜHLeGGer-HenHAPeL

Dr. Kurt iFKoViTS

Dr. Lydia GrÖBL

archIV, FIgurentheater, QuIsQuIlIen und

gemälde

or Mag. Karin neUWirTH

proVenIenzForschung

Andreas KUGLer

Mag. ilse eicHBerGer

Mag. christina GScHieL

Mag. Martina JÄGer

FotograFIsche sammlung

Foi Haris BALic

christian WiTTMAnn

handzeIchnungen

Dr. Vana GreiSeneGGer (bis 31.12.; Pension)

MMag. Alexandra STeiner-STrAUSS

bIblIothek

othmar BArnerT

Mag. claudia MAYerHoFer

restaurIerung

Mag. Mirjam BAZÁn cASTAneDA

Anna FeMi-MeBAreK

Mag. Kurt LiST

Mag. nadja PoHn

Mag. isabelle ZATScHeK

museum und publIkum

Mag. Karin MÖrTL

Katharina ScHoLZ-MAnKer

Mag. christine GoBBi

Mag. Stefanie VAn FeLTen

Bettina HornUnG

dIrektIon

allgemeInes

Das Österreichische Theatermuseum stand

im Jahre 2011 ganz im Zeichen seines

20. Geburtstags, hatte es doch am 26. oktober

1991 im Palais Lobkowitz erstmals seine

Pforten geöffnet. Seitdem konnte es durch

vielfältige Aktivitäten seinen ruf als Dokumentationsstätte

österreichischer und internationaler

Theatergeschichte sowie als ort

viel besprochener Ausstellungen in der österreichischen

Museumslandschaft und über die

Grenzen unseres Landes hinaus festigen.

eines der Anliegen der letzten Jahre war es,

den Besuchern durch Ausstellungen einen

Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen und –

ohne die mit dem Geschehen auf der Bühne

verbundene illusion zu nehmen – den nötigen

Arbeitsaufwand bewusst zu machen, bis eine

inszenierung zur Premiere kommt. nach vorangegangenen

Projekten über die Arbeit des

Bühnenbildners sowie über die so oft und

noch immer verkannte Bedeutung des Lichts

auf der Bühne präsentierte das Österreichische

Theatermuseum 2011 unter dem Titel

Verkleiden – Verwandeln – Verführen eine

Auswahl seiner aus etwa 2.000 Theaterkleidern,

Hüten, Schuhen und requisiten bestehenden

Sammlung von Bühnenkostümen.

im Mittelpunkt stand somit die Arbeit des

Kostümbildners und das Theaterkostüm in

all seiner Vielfalt und Bedeutung. Als resultat

mehrjähriger Forschungstätigkeit erschien zu

dieser erstmals in diesem Umfang gezeigten

Sammlung ein Œuvrekatalog, der zugleich

einen einblick hinter die Kulissen der Kostümwerkstatt

der Österreichischen Bundestheater

gestattet.

Die im Sommer präsentierte Ausstellung

Ungezähmte Natur. Bühnenbilder aus drei

Jahrhunderten belegte, wie oft und facettenreich

die Phantasie der Theaterschaffenden

in die wilde natur flüchtete. Mit nur wenigen

Ausnahmen waren dabei objekte aus unserer

Sammlung von Handzeichnungen zu sehen,

verfügt diese doch über einen reichtum, auf

den die verschiedensten institutionen aus dem

in- und Ausland für ihre Forschungs- und

sammlungen Ötm

Ausstellungsprojekte gerne zurückgreifen, was

wiederum für uns von großer Bedeutung ist,

weil gerade aus dieser Zusammenarbeit auf

internationaler ebene neue und oft gemeinsame

Projekte resultieren.

ein Beispiel für eine derartige Zusammenarbeit

bildete die Ausstellung Mantel der

Träume. Ungarische Schriftsteller erleben

Wien 1873–1936, die in Kooperation mit

dem Literaturmuseum Petőfi, Budapest entstand;

sie war Teil der reihe „Schriftsteller

mit Gepäck“, die das Budapester Museum

mit der Absicht startete, einen einblick in die

Geschichte jener Beziehungen zu gewähren,

die die ungarische literarische Kultur mit den

großen geistigen Zentren europas unterhielt.

Dass Wien einen Meilenstein in dieser reihe

bilden musste, lag auf der Hand, wenn man

bedenkt, wie eng Geschichte und Kultur der

beiden Städte miteinander verwoben sind.

Der Umstand, dass Ungarn im ersten Halbjahr

2011 erstmals den eU-Vorsitz innehatte,

war ein Grund mehr, die Ausstellung in Wien

zu präsentieren.

Am 21. november 2011 jährte sich der

Todestag des deutschen Dichters Heinrich

von Kleist zum 200. Mal. nach seinem spektakulären

Freitod, in den er – dem „auf

erden nicht zu helfen war“ – gemeinsam

mit seiner Todesgefährtin Henriette Vogel

ging, begann zunächst noch sehr verhalten

die entdeckung eines Werkes, dessen Größe

nur wenige Zeitgenossen erkannt haben. im

ringen um die unbedingte Verwirklichung

des eigenen Anspruchs schuf Kleist in wenigen

Jahren ein literarisches und journalistisches

Werk, das 200 Jahre später moderner denn

je ist. Die Biographen des 19. und 20. Jahrhunderts

sahen Kleist vornehmlich als einen

an der Zeit gescheiterten Dichter, dessen

Leben sich folgerichtig auf ein tragisches

ende hin bewegt hatte. Die Ausstellung des

Österreichischen Theatermuseums in Kooperation

mit dem Kleist-Museum in Frankfurt

(oder) stellte jedoch nicht das temporäre

oder partielle Scheitern Kleists an sich selbst

91


92 ÖsterreIchIsches theatermuseum

oder an den Umständen in den Mittelpunkt,

sondern seine wichtigen und manchmal

überraschenden entscheidungen.

Das Jahr 2011 stand auch im Zeichen des

Jubiläums der diplomatischen Beziehung

zwischen china und Österreich. Aus diesem

Anlass präsentierte das Österreichische Theatermuseum

in Zusammenarbeit mit dem

Österreichischen institut für china- und Südostasienforschung

die Ausstellung Zauber

des bunten Schattens, die sämtliche Stile

des chinesischen Schattentheaters aufzeigte

und von Vorführungen eines Schattentheaters

aus changsha in der Provinz Hunan

begleitet wurde. Darüber hinaus hat das

Österreichische Theatermuseum gemeinsam

mit dem Filmarchiv Austria eine kleine

Ausstellung im Kulturforum in Prag gestaltet,

die der Schauspielerin romy Schneider

und ihrem Filmschaffen gewidmet war.

Trotz der als angespannt zu bezeichnenden

finanziellen Situation war es auch 2011 möglich,

den Sammlungsbestand um für die

österreichische Theatergeschichte relevante

Materialien zu erweitern – erwähnt sei an

dieser Stelle der Ankauf eines Konvoluts

von 8 radierungen zu Stefano Landis oper

Il Sant’Alessio aus dem Jahr 1634. Der größte

Teil kam allerdings über den Weg der Schenkung

in unser Haus, wobei der nachlass der

Schauspielerin und regisseurin Hilde Weinberger

sowie jener von Helmut Schwarz –

Dramatiker, Dramaturg und Leiter des Max

reinhard Seminars – hervorgehoben sei.

Das Österreichische Theatermuseum ist auch

im Jahr 2011 seiner Verpflichtung nachgekommen,

die Zusammenarbeit mit anderen

befreundeten institutionen zu pflegen. Die

über eine Kooperation weit hinausreichende

Freundschaft mit dem Deutschen Theatermuseum

München wird zu einer Übernahme

der ursprünglich für Dezember

geplanten, nun im Frühjahr 2012 stattfindenden

Ausstellung Welt der Operette.

Glamour, Stars und Showbusiness führen.

Die so gedeihliche Kooperation mit dem

Kleist Museum Frankfurt (oder) lässt auf eine

Fortsetzung hoffen und die Zusammenarbeit

mit den instituten für Theater-, Filmund

Medienwissenschaften an der Universität

Wien wie auch an der Universität Köln/

Schloss Wahn, mit den Theatermuseen in

Laibach und Hannover, dem Museum der

Mailänder Scala, dem Stadtmuseum München,

der Mac nay collection/San Antonio,

Texas sowie dem Bakrushin Museum Moskau

konnte auch 2011 erfolgreich fortgesetzt

werden.

Mit der Villa Stuck München und dem Ausstellungszentrum

„La casa encendida“ Madrid

wurde und wird intensiv an einer Ausstellung

mit dem Titel Die Kulisse explodiert. Friedrich

Kiesler und Theater gear beitet, die anschließend

an Wien (2012) von den genannten

institutionen (München 2013, Madrid 2013/

14) übernommen wird. Das Historische

Museum Krakau berief die Direktion des

Österreichischen Theatermuseums in das

Programme Board zur errichtung eines

Theatermuseums in Krakau, das im Frühjahr

2014 in dieser für die europäische Theatergeschichte

durchaus wichtigen Stadt eröffnet

werden soll. Die durch die Zusammenarbeit

mit dem Historischen Museum Krakau wie

auch mit dem Petőfi Literaturmuseum Budapest

entstandene Beziehung, die durchaus

als freundschaftlich bezeichnet werden kann,

bedeutet einen wichtigen Schritt in dem

steten Bemühen, gemeinsamen kulturellen

Vorstellungen eines wieder gemeinsamen

europa gegenüber nationalen Denkschemata

den Vorrang zu geben.

nicht nur wegen seiner Ausstellungstätigkeit,

sondern auch wegen der Vielzahl der

Veranstaltungen und deren hohen Qualität

konnte das Österreichische Theatermuseum

seinen ruf als ort des Austausches, vor

allem auf den Gebieten Theater und Musik,

bekräftigen. obwohl wir die Zahl unserer

Veranstaltungen wegen der angespannten

finanziellen Situation zu reduzieren hatten,

fanden auch 2011 Konzerte, Theateraufführungen,

Buchpräsentationen und Vorträge

als Teil eines auf die jeweilige Ausstellung

abgestimmten rahmenprogramms

statt. Mit diesen Veranstaltungen, die inzwischen

zu einem festen Bestandteil der

Aktivitäten des Hauses geworden sind, ist

es erneut gelungen, die Bedeutung des

Österreichischen Theatermuseums in der

österreichischen Museumslandschaft hervorzuheben.

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. Thomas TrABiTScH

publIkatIonen

Musik und Oper in Venedig, in: Ausstellungskatalog

Venedig. Seemacht, Kunst und Karneval, Schallaburg

2011 (gemeinsam mit r. Hopfner)

Herausgabe des Ausstellungskatalogs Welt der Operette.

Glamour, Stars und Showbusiness, Wien 2011 (Ausstellung:

ÖTM 2012) (gemeinsam mit M.-T. Arnbom und

K. clarke)


Ühnenmodelle und kostÜme

im Mittelpunkt der Tätigkeiten stand 2011

die Betreuung der Museumsbesucher in Form

von themenbezogenen Spezialführungen und

Aktionen rund um die Kostümausstellung.

Als Höhepunkt können die zahlreichen Kostümschenkungen

und Angebote gesehen

werden, die im engen Zusammenhang mit

der erfolgreichen Präsentation der hauseigenen

Kostümsammlung erzielt worden

sind und die für das Jahr 2012 einen starken

Sammlungszuwachs erwarten lassen. Die

zunächst nur rudimentär angelegten Modelldatensätze

in der objektdatei des TMS-erfassungsprogramms

wurden durch rechercheergebnisse

vervollständigt, ergänzt und

mit der ereignisdatei verknüpft.

Die Übersiedlung eines großen Teils der

Samm lung von Modellen und Kostümen aus

den Depoträumen in der Hanuschgasse 3 in das

neue Depot am Wiener Stadtrand war eine

logistisch wie auch praktisch-orientierte Herausforderung

für Sammlungsverantwortliche

und restaurierung, die mit ende des Jahres

2011 erfolgreich abgeschlossen worden ist.

sammlungszugänge

modelle

e 4882

Der Theatermacher

Autor: Thomas Bernhard

Bühnenbild: Karl-ernst Herrmann

Herstellung: Stefan ordelt

Uraufführung: Landestheater Salzburg, 1985

inv.-nr. MS S960

Modell der Zauberflöte von Wolfgang A. Mozart. Staatsoper, 1988

im Zusammenhang mit der Thomas Bernhard-Ausstellung

2009/10 konnte die Modellrekonstruktion

des Bühnenraumes erworben

werden. Sie zeigt die Szenerie des Spielortes

im Gasthaus Schwarzer Hirsch in Utzbach.

e 4883

Die Macht des Schicksals (1., 2., 3. und

6. Bild)

Musik: Giuseppe Verdi

Bühnenbild: Pier Luigi Pizzi

Wien, Staatsoper, 1974

inv.-nrn. MS K372 – MS K375

Aida (1. Bild, 4. Bild 1. und 2. Teil)

Musik: Giuseppe Verdi

Bühnenbild: Günther Schneider-Siemssen

Wien, Staatsoper, 1973

inv.-nrn. MS G744, MS G745, MS M537

Die Zauberflöte

Musik: Wolfgang A. Mozart

Bühnenbild: Yannis Kokkos

Wien, Staatsoper, 1988

inv.-nr. MS M527

Attila

Musik: Giuseppe Verdi

Bühnenbild: Ulisse Santicchi

Wien, Staatsoper, 1980

inv.-nr. MS K371

Lulu (1., 2. und 3. Akt)

Musik: Alban Berg

Bühnenbild: Günther Schneider-Siemssen

Wien, Staatsoper, 1968

inv.-nrn. MS M534 – MS M536

Jakob Lenz

Musik: Wolfgang rihm

sammlungen Ötm

Bühnenbild: Dietrich Schoras

Staatsoper im Künstlerhaus, 1988

inv.-nr. MS U897

Diese Theatermodelle zu Aufführungen in der

Wiener Staatsoper zwischen 1973 und 1988

sind die ersten aufgearbeiteten und wiederhergestellten

objekte, die der Österreichische

Bundestheaterverband dem ÖTM 2010

schenkte.

kostüme

Heinz Zuber als clown enrico

e 4867 (nachlass Heinrich Schweiger)

Halskette

getragen von Heinrich Schweiger als

Herzog von Gloster

König Heinrich VI. von William Shakespeare

Kostüme: elli rolf

Wien, Burgtheater, 1964

inv.-nr. KS o 6391

e 4984

Kostüm von Heinz Zuber als clown enrico

getragen ab 1975

inv.-nr. KS o 6392

Seit vielen Jahren ist clown enrico aus der

orF-Kinderserie Am dam des bekannt und

seine Beliebtheit bei Kindern und erwachsenen

ungebrochen. Heinz Zuber, Mitglied des

Wiener Burgtheaters, gestaltet den liebenswürdigen

Spaßmacher mit viel Gespür und

großer darstellerischer Meisterschaft. Sein

legendäres clown-Kostüm schenkte er 2011

dem ÖTM.

Heinrich Schweiger als Herzog

von Gloster in König Heinrich VI.

von William Shakespeare. Burgtheater,

1964

93


94 ÖsterreIchIsches theatermuseum

theatergraFIk, plakate und programme

Die eingabe und Digitalisierung der Druckgrafiken

sowie der dazugehörigen Druckplatten

aus dem nachlass richard Teschner

ist abgeschlossen. Die einladungen, Theaterzettel,

Spielpläne und inhaltsangaben zu

richard Teschners Figurenbühnen wurden

ebenfalls eingegeben, die Digitalisierung der

objekte steht kurz bevor. im rahmen dieser

eingabe wurde ein Gesamtspielplan aller

nachweisbaren Aufführungen erstellt.

Die Auflösung der Außendepots in der Hanuschgasse

führte zur Umlagerung der von

dort stammenden Bestände in das Palais

Lobkowitz. Da sich darunter auch die ausländischen

Theaterzettel und Programmhefte

befanden, wurden diese im rahmen der

Übersiedelung gesondert gesichtet und bearbeitet.

Die Volontärin Petra Hofschneider

überprüfte den Bestand und bettete ihn um,

erneuerte die Beschriftungen und erstellte

eine spielstättenbezogene eXceL-Liste.

im rahmen von sammlungsübergreifenden

nachlassprojekten wurden durch Dr. Andrea

Huemer die Programme aus den nachlässen

Hilde Weinberger, otto Tausig und Helmut

Schwarz ins TMS eingegeben. in Zusammenarbeit

mit Mag. claudia Mayerhofer wurden

Vorbereitungen zur weiteren Digitalisierung

von Theaterzetteln in Hinblick auf eine virtuelle

Zusammenführung des Bestandes aus

Bibliothek und Programmarchiv getroffen.

sammlungszugänge

Il Sant’Alessio, 3. Akt. 5. Szene: casa di eufemiano / Haus des eufemiano

(Himmelfahrt des Sant’Alessio). Barockoper, rom 1634. ÖTM, inv.-nr. GS GSS5968

ankäufe

e 4888

Folge von 8 radierungen zur oper

Il Sant’Alessio, 1634, Künstler/Stecher:

François collignon

schenkungen (auswahl)

e 4933

75 Programmhefte bzw. Theaterzettel und

2 Plakate aus dem nachlass Hilde Weinberger

(v. a. Wien, Studio der Hochschulen)

e 4944

6 Theaterzettel aus Bern (Schweiz),

Hotel de Musique, Direktion Georg

Dengler, 1811–1812

e 4955

ca. 65 Plakate, ca. 170 Programmhefte,

20 Monatsspielpläne, 4 Spielzeithefte,

4 Jahrbücher, 2 Fächer mit Spielzeitinformationen,

nachlieferung des Theaters an

der Wien, eröffnungsjahr 2006 bis Spielzeit

2010/11

e 4963

ca. 120 Programmhefte inkl. Theaterzettel,

ca. 100 Programme zu Sonderveranstaltungen,

ca. 300 Theaterzettel, 4 Spielzeithefte,

nachlieferung der Volksoper Wien, Spielzeit

2006/07 bis Spielzeit 2010/11

e 4963

49 Theaterzettel und 2 Plakate aus dem

nachlass Helmut Schwarz (div. Wiener

Theater)

e 4967

23 Aushangzettel und 4 Plakate aus dem

nachlass Max Meinecke, Wien (Akademietheater,

Burgtheater, Staatsoper, Konzerthaus),

Ankara (Devlet tiyatrosu) und istanbul

(Devlet tiyatrosu, Sehir tiyatrosu)

e 4990

Zivilporträt Henriette Sontag, radierung,

1827

Des Weiteren gab es verschiedene Schenkungen

von Privatpersonen, überwiegend die

Wiener Theater betreffend, sowie die regelmäßigen

Zusendungen von Programmheften,

Spielplänen und Plakaten der aktuell

spielenden Theater Wiens und Österreichs.

tms-eIngaben und

dIgItalIsIerungen

theatergrafik:

Druckgrafiken von richard Teschner; Druckplatten

von richard Teschner (inkl. Umschläge

und Zustandsdrucke); Tapetenmusterbuch

von richard Teschner; radierungen

zur Barockoper Il Sant’Alessio; Kostümfigurinen

zu Die Puppenfee; Theaterbaugrafiken

zum Theater an der Wien; rollen-

und Zivilporträts der Sängerinnen Pauline

Anna Milder-Hauptmann und Wilhelmine

Schröder-Devrient sowie des Sängers Johann

Michael Vogl; rollenporträts des Schauspielers

J. G. Wohlbrück.

plakatsammlung:

Plakate von richard Teschner.

programmarchiv:

einladungen, Spielpläne und inhaltsangaben

zu richard Teschners Figurenbühnen; Theaterzettel

des Hotel de Musique in Bern

(Schweiz); Programmhefte zur Ausstellung

Welt der Operette aus Wien, Berlin, Paris

und new York.


leserbetreuung

Benutzer (vor ort): 78

Benutzer (per Telefon und e-Mail): 65

Benutzer (gesamt): 143

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Mag. Daniela FrAnKe

Vorträge, teIlnahme an tagungen

10.2. Wien, 9. Forschungsgespräch des Don Juan Archiv

Wien, Wiener Theaterzettel / Theaterrepertoire Wiens

30.6. Das Programmarchiv des Österreichischen

Theatermuseums, Wienbibliothek im rathaus,

Musiksammlung, Tagung Theater-Zettel-Sammlungen

(29.–30.6.)

Forschungen

Bearbeitung der Druckgrafiken und Druckplatten aus

dem nachlass richard Teschner

Bearbeitung der einladungen und Spielpläne aus

dem nachlass richard Teschner sowie erstellung eines

Gesamtspielplans der Teschner Figurenbühnen

Betreuung der Bearbeitung der Theaterzettel und

Programmhefte des Bestands zu ausländischen Theatern

durch die Volontärin Petra Hofschneider

Vorbereitungen zur weiteren Digitalisierung von

Theaterzetteln sowohl in Bezug auf eine erfassung nach

Konvoluten als auch nach einzelobjekten

sonstIges

Spielstättenbezogene Überprüfung und Umbettung

von Wiener Theaterzetteln und Programmheften

(Schlosstheater Schönbrunn inkl. Max reinhardt

Seminar, Theater im redoutensaal, Komische oper

bzw. ringtheater, Konzerthaus)

Betreuung von Benutzern und Leihnehmern

Aufarbeitung von diversen Altbeständen (u. a. aufgrund

von Anfragen)

MMag. Alexandra STeiner-STrAUSS

publIkatIonen

Venedig und das Theater, in: Ausstellungskatalog Venedig.

Seemacht, Kunst und Karneval, Schallaburg 2011,

141–148; objekttexte ebenda

autographen und nachlässe

sammlungszugänge

schenkungen

e 4885

Material zu Fritz oesterreicher

e 4886

Material zu Hedwig Jürg (u. a. Korrespondenz

mit Michael Heltau)

e 4912

eigenhändiger Brief von Karl Farkas und

Typoskript-Brief von Ludwig Mohr

e 4933

nachlass Hilde Weinberger (Studio der

Hochschulen)

e 4934

ca. 130 Schauspieler-Autographen und

-Autogramme

e 4958

Konvolut betreffend Hermann romberg

e 4964

nachlass Helmut Schwarz

Brief von Karl Farkas

leserbetreuung

Archivbenutzer: 114

Benutzer per e-Mail: 150

sammlungen Ötm

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. christiane MÜHLeGGer-HenHAPeL

ausstellungen

organisation der Ausstellung Mantel der Träume –

ungarische Schriftsteller erleben Wien 1873–1936

(3.3.–2.5.2011)

Forschungen

Kommentar Briefwechsel Alfred roller – Hugo von

Hofmannsthal

Fortsetzung TMS-eingabe nachlass caspar neher

sonstIges

Aufarbeitung Altbestände (inventarisierung und

TMS-eingabe)

TMS-Beauftragte

95


96 ÖsterreIchIsches theatermuseum

Dr. Kurt iFKoViTS

ausstellungen

Kurator der Ausstellung Romy Schneider. Životní pouť /

Lebensweg / Sa vie, Prag, Österreichisches Kulturforum,

11.10.2011–5.1.2012 (gemeinsam mit G. Krenn,

Filmarchiv Austria)

publIkatIonen

Herausgabe von Die Wiener Wochenschrift Die Zeit

(1894–1904) als Mittler zwischen der Tschechischen

und Wiener Moderne, Prag (Masarykův ústav a Archiv

AV Čr, v.v.i.) – Wien (Österreichisches Theatermuseum)

2011 (gemeinsam mit L. Kostrbová und V. Doubek);

einleitung ebenda, 7–15 (gemeinsam mit L. Kostrbová);

Hermann Bahrs Herausbildung der Wiener Moderne

und die Rolle der Tschechen vor dem Hintergrund

der medialen Strategien der Zeit, ebenda, 95–109;

Mitarbeiter der Wochenschrift Die Zeit, ebenda,

401–436 (gemeinsam mit L. Kostrbová)

Venedig und die Wiener literarische Moderne – Hofmannsthal,

Schnitzler, Bahr, in: Ausstellungskatalog

Venedig. Seemacht, Kunst und Karneval, Schallaburg

2011, 258–264

Wiener Adressbücher, in: Aus dem Antiquariat, n. F. 9,

nr. 2, 2011, 76–79

K poznávání dějin divadla v Rakousku a v českych zemích.

Památce Oscara Teubera, in: Divadelní revue 22, nr. 1,

2011, 7–8 [mit einem Brief oscar Teubers: Hoher Landesausschuß!

– Slavný zemský výbore! Žádost Oscara Teubera

o finanční podporu, 9–13] (gemeinsam mit J. Ludvová)

Titelbild des Folders zur romy

Schneider-Ausstellung in Prag

Publikation in Kooperation mit dem

Österreichischen Theatermuseum

„Schwer aufzuschreiben. Keine Noten fuer Sprechen“.

Über Regiebücher im Allgemeinen und jene von Max

Reinhardt im Besonderen, in: Lesespuren – Spurenlesen

oder Wie kommt die Handschrift ins Buch? Von

sprechenden und stummen Annotationen (Sichtungen,

Bd. 12/13), Wien 2011, 138–150

„Doch ist es immerhin möglich, daß Sie sich ins Utopische

verlocken lassen.“ Die Ereignisse der Jahre 1914 bis

1918 in der Korrespondenz Hermann Bahrs mit Jaroslav

Kvapil, in: rudolf Kučera (Hg.), Muži října 1918. Osudy

aktérů vzniku republiky československé, Střed, Suplementum

1, Prag (Masarykův ústav a Archiv AV Čr v.v.i.)

2011, 183–192

Forschungen

Koordination der Bearbeitung des nachlasses richard

Teschner

Vorbereitung der Ausstellung „Gegen Klimt“. –

Gustav Klimt und Hermann Bahr

richard Teschner

Mitarbeit an der Homepage zu Hermann Bahr

(http://www.univie.ac.at/bahr/)

Vorträge, teIlnahme an tagungen

31.3. Zentrum und Peripherie am Beispiel der Vermittlungen

tschechischer und (deutschsprachiger) Literatur

zwischen Hermann Bahr und Jaroslav Kvapil, Workshop

Zentrum und Peripherie des Forschungsverbundes

Prag als Knotenpunkt europäischer Modernen, Karlsuniversität

Prag

12.4. Die Herausbildung der Wiener Moderne und die

Rolle der Tschechen vor dem Hintergrund der medialen

Strategien der „Zeit“, Vorlesung vor Studenten der

Vergleichenden Literaturwissenschaft, Universität Wien

6.5. Präsentation des Archivs bei Ungehobene Schätze

aus österreichischen Archiven und Bibliotheken im

Rahmen des Tags der Wiener Germanistik, Universität

Wien

16.7. Richard Teschner – ein Prager Künstler zwischen

Groteskem und Deutschnationalem?, Tagung Soziale/

Kulturelle (Stadt-)Räume und Transkulturalität in Prag,

im rahmen des Forschungsverbundes Prag als Knotenpunkt

europäischer Modernen, Universität Konstanz

Dr. Lydia GrÖBL

Forschungen, sonstIges

nachlass Max reinhardt: Fortsetzung der inventarisierung

und TMS-eingabe der Materialien zu inszenierungen

inventarisierung und TMS-eingabe der biographischen

Materialien

inventarisierung und TMS-eingabe der Zeitungsausschnitte

1901 bis 1931

nachlass Heinrich Schnitzler: ordnung, inventarisierung

und TMS-eingabe der Korrespondenz A bis S

(dzt. 52 Kartons)

nachlass Albin Skoda: inventarisierung und

TMS-eingabe der notizkalender 1927 bis 1961


archIV, FIgurentheater, QuIsQuIlIen und gemälde

archIV

Der gesamte nummerisch erfasste Schriftverkehr

der Theatersammlung der nationalbibliothek

der Jahre 1942–1960 wurde in

das TMS aufgenommen bzw. bereits vorhandene

Datensätze entsprechend ergänzt

oder korrigiert. es handelt sich hierbei um

mehr als 5.000 Datensätze.

FIgurentheater & teschner-

FIgurenspIegel, puppen- und

papIertheatersammlung

im Dezember 2011 wurde 6 Mal das Weihnachtsspiel

von richard Teschner aufgeführt.

im rahmen der Vorbereitungsarbeiten für

die Teschner-Ausstellung wurden sämtliche

requisiten fotografiert und aufgenommen.

Die Zuordnung der einzelnen Teile wurde

2011 begonnen und wird 2012 abgeschlossen.

Die restaurierungsarbeiten an den objekten

(Figuren, Kulissen und requisiten) zu den

Stücken richard Teschners wurden auch im

Jahr 2011 weitergeführt.

sammlung papIertheater

Der Verein Forum Papiertheater mit Sitz im

Historischen Museum Schloss Philippsruhe

in Hanau wird seine Generalversammlung

verbunden mit einem Symposium im Mai

2012 in Wien abhalten. Der Veranstaltung

wird besondere Bedeutung beigemessen,

da der Verein sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Austragungsort und Koordinierungsstelle ist

das Österreichische Theatermuseum.

sammlungszugänge

e 4957

Schenkung von zwei Marionetten aus dem

Besitz von Ursula Blickle

QuIsQuIlIen und gemälde

Weiterführung der Überarbeitung der Bestände,

Korrektur der Standorte sowie die

Feststellung des erhaltungszustandes der

objekte, um notwendige restauratorische

Maßnahmen zu setzen, besonders im Hinblick

auf die Übersiedlung der objekte in

das Zentraldepot.

sammlungen khm

Auch in der Quisquiliensammlung wurden

die Überarbeitung, ergänzung, Standortkorrektur

sowie die Feststellung des Zustandes

der objekte fortgeführt.

Aufnahme, Bestimmung und digitale Bearbeitung

der Schenkung Wilma Degischer

(insgesamt 308 Medaillen und Plaketten).

sammlungszugänge

requisiten zu Karneval von richard Teschner Tänzer

Tänzerin

schenkungen

e 4922

Türschild von Paul Schöffler

e 4958

Büste von Hermann romberg

e 4959

zwei Garnituren Keramikschmuck

e 4960

eine erinnerungsplakette und ein Gemälde

von Julius neumann

97


98 ÖsterreIchIsches theatermuseum

proVenIenzForschung

neben der recherche diverser neuer Fälle

und der rückseitendokumentation der Gemäldesammlung

fokussierte sich die Arbeit

auf die objekte der Sammlungen Mathilde

und oskar Strnad sowie eva Henriette und

Margarethe Sonnenthal. Zudem wurde eine

Datenbank zur Dokumentation, Verwaltung

und Suche von Provenienzmerkmalen entwickelt.

in der Fotosammlung wurde die Aufnahme

und Bearbeitung des Altbestandes weitergeführt

und darüber hinaus der Bestand

„Antiquariat engel“ einer näheren Prüfung

unterzogen. in Summe wurden an die 7.400

Fotos aufgenommen und bearbeitet.

im Bereich der Handzeichnungen wurde die

museale Bearbeitung der Kostümentwürfe

der Österreichischen Theater-, Kostüm- und

Dekorationsatelier Ges.m.b.H. von Wilhelm

Bermann fortgesetzt. im Berichtszeitraum

konnten an die 600 Mappen durchgesehen

und ca. 4.800 objekte erfasst werden.

Marc Adrian, Bühnenbildentwurf (nicht ausgeführt).

Aquarell auf Papier. Schenkung

Dr. Gertraud und Dieter Bogner

FotograFIsche

sammlung

sammlungszugänge

ankäufe

e 4884

2.327 Digitalfotografien zu 62 Theaterproduktionen

e 4945

1.993 Digitalfotografien zu 50 Theaterproduktionen

e 4986

2.905 Digitalfotografien zu 68 Theaterproduktionen

schenkungen

e 4897

14 Schauspielerporträts

e 4987

58 Szenenfotos aus dem Archiv von

Paulus Manker

sonstIges

tms-eingaben und digitalisierung

Fast 10.000 Fotos wurden in das TMS eingegeben.

ca. 6.000 Fotos wurden digitalisiert.

besucherbetreuung

44 Besucher

ausstellungen

33 Leihgaben

transporte

im Zuge der Depoträumung in der Hanuschgasse

wurden die Fotonachlässe und die

Albensammlung in ca. 60 Transportkisten

verpackt und in das neue Depot nach

Himberg verbracht.

handzeIchnungen

sammlungszugänge

schenkungen

e 4941

Konvolut von rund 400 Figurinen und

Bühnenbildentwürfen aus der Zeit von

1900 bis 1930 der Künstler Franz Martinak

und Franz Schallud

e 4921

Porträt von Karl Paryla von

Klara Hautmann-Kiss

e 4985

fünf Bühnenbildentwürfe des international

renommierten Künstlers Marc Adrian

e 4974

Besonders erwähnenswert ist die umfangreiche

Schenkung durch die Kostümwerkstätten

der Art for Art, die rund 2.000 Kostümfigurinen

von 1960 bis 2000 aus den

Wiener Bundestheatern umfasst und eine

wichtige Fortführung des Bestandes an

Wiener Kostümentwürfen darstellt; darunter

befinden sich so wertvolle Stücke wie entwürfe

von Jean-Pierre Ponnelle oder Achim

Freyer.

sonstIges

Mithilfe der Volontäre chiara Seidl und reinhard

Trinkler konnten zahlreiche objekte

wie der Gesamtbestand Gerdago in säurefreie

Mappen umgelagert werden sowie die

Bestände Matthias Kralj / Josef Mikl / Mileva

roller / Alfred roller – freie Arbeiten inventarisiert

und fachgerecht gelagert werden.

TMS-eingabe des Bestandes Kolomann Moser

TMS-eingabe des Bestandes Joseph Hoffmann,

Die Zauberflöte

Beginn der systematischen TMS-erfassung

der Zeichnungen Alfred rollers

Vorbereitung der Übersiedlung des nachlasses

reinhard Heinrich sowie der Skizzenbücher

von rudolf Heinrich

neuaufnahmen: 350

Anfragen: 32


leIhVerkehr

70 objekte (Belvedere, Schallaburg, Wien

Museum, Deutsches Theatermuseum München,

Musée d’orsay Paris, reiss-engelhorn

Museum Frankfurt)

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Dr. Vana GreiSeneGGer

ausstellungen

idee, Konzept und Durchführung der Ausstellung

Ungezähmte Natur als Schauplatz. Bühnenbilder aus

drei Jahrhunderten (26.5.–26.9.2011)

publIkatIonen

Ungezähmte Natur als Schauplatz. Bühnenbilder aus

drei Jahrhunderten, Begleitbuch zur Ausstellung im

ÖTM, Wien 2011

MMag. Alexandra STeiner-STrAUSS

publIkatIonen

Kulissenzauber und Bühnenstars. Hans Makart und

das Theater, in: Ausstellungskatalog Makart Hans.

Ein Künstler regiert die Stadt, Wien (Wien Museum)

2011, 92–103

Venedig und das Theater, in: Ausstellungskatalog

Venedig. Seemacht, Kunst und Karneval, Schallaburg

2011, 141–148; objekttexte ebenda

bIblIothek restaurIerung

1.627 Benützerinnen

Die Bibliothek des Österreichischen Theatermuseums

wurde im Jahr 2011 vor ort von

1.627 Personen benützt. Darüber hinaus

wurden zahlreiche interessentinnen bei ihren

rechercheanliegen auf fernmündlichem oder

schriftlichem Weg betreut.

sammlungszugänge

aus dem bestand der Österreichischen

nationalbibliothek

14 Bücher

10 Hochschulschriftenbände

3 Zeitschriftenbände

6 Bände Theaterprogramme

1 Lieferungswerk

erwerbungen des khm

Ankäufe: 5 Bücher

Beleg- oder Geschenkexemplare:

102 Bücher, 2 DVDs, 1 cD

sowie ungezählte Broschüren, Zeitschriften,

Programme und Manuskripte

FÜhrungen

Für die Studierenden der Tanz- und operettenklassen

des Konservatoriums Wien Privatuniversität

wurden im Herbst 2011 den Ausbildungszielen

entsprechende spezielle Hausund

Bibliotheksführungen durchgeführt.

wIssenschaFtlIche tätIgkeIt

Mag. claudia MAYerHoFer

ForschungsproJekte, Forschungen

im rahmen des Universitätslehrgangs Library and Information

Studies (MSc) 2010/11 wurde das Projekt THEO–

Theaterzettel online durchgeführt. Gemeinsam mit vier

Kolleginnen aus dem Lehrgang wurde ein Digitalisierungskonzept

am Beispiel von Wiener Theaterzetteln

des 19. Jahrhunderts erstellt. in diesem Kontext wurde

ein Großteil der in der Bibliothek des Österreichischen

Theatermuseums aus diesem Zeitraum befindlichen

Theaterzettel auf ihre Vollständigkeit hin überprüft und

in einer Datenbank verzeichnet. Alle Projektergebnisse

inklusive Datenbank sind über eine Website abrufbar.

Durchsicht und inhaltliche Systematisierung des dem

ÖTM übergebenen Archivs des Schauspielhauses Wien

(1978–1986 / 1990–2000).

Vorträge, teIlnahme an tagungen

30.6. THEO – Theaterzettel online. Ein Digitalisierungsleitfaden

am Beispiel von Wiener Theaterzetteln des

19. Jahrhunderts, Wienbibliothek im rathaus, Don Juan

Archiv, Tagung Theater-Zettel-Sammlungen (29.–30.6.)

textIlrestaurIerung

sammlungen Ötm

Die Hauptarbeit 2011 galt der Übersiedlung

in das Zentraldepot nach Himberg. Tausende

objekte wurden grob gereinigt, gesichert

und verpackt. Die Auflösung des großen

Textildepots in der Hanuschgasse, des Möbeldepots

sowie des zweiten großen Außendepots

im Freudenauer Hafen wurde durch

extremen Platzmangel erschwert. Darüber

hinaus musste mit Schutzkleidung gearbeitet

werden, da der überwiegende Teil der objekte

mit gesundheitsgefährdendem Schimmel

kontaminiert war. Bis Mitte november

waren alle Außendepots geräumt und es

konnte mit entschimmelungs- und reinigungsarbeiten

an Möbelstücken in einer

der neuen Werkstätten im Zentraldepot

Himberg begonnen werden.

Am Museumstag wurden im Zuge der

Schenkung eines der „enrico-Kostüme“ von

Heinz Zuber hunderte Gäste in das ÖTM

angelockt. eine kleine Ausstellung und der

Auftritt Heinz Zubers mit Auszügen aus

seinem Programm Enrico und die wilden

Tiere wertete die Schenkung auf.

enrico-Kostüm von Heinz Zuber

99


100 ÖsterreIchIsches theatermuseum

neben der Begleitung zahlreicher Leihgaben

für externe Ausstellungen wurden lose inventarnummern

an Gemälden gesichert und

objekte aus der Teschner-Sammlung mit

fixen inventarnummern versehen. Frau

Mag. Angela Sixt restaurierte diverse Marionetten

und requisiten aus dem Stück Der

Drachentöter von richard Teschner. in Zusammenarbeit

mit dem Fotoatelier wurden

sämtliche Teschnerrequisiten fotografiert.

Für den ersten Stock des ÖTM (Ausstellungsflächen)

wurde das TeSTo-Klimaaufzeichnungssystem

in Betrieb genommen. nach

der einschulung konnte in Zusammenarbeit

mit dem Gebäudemanagement in vielen räumen

die Klimasituation verbessert werden.

im Dezember wurde die Kostümausstellung

Verkleiden – Verwandeln – Verführen abgebaut,

wonach die reinigungsarbeiten an

jedem einzelnen Kostüm begannen. Zeitgleich

erfolgten die Vorbereitungsarbeiten

für die operettenausstellung und die weitere

Übersiedlung von tausenden objekten aus

dem Theatermuseum nach Himberg.

papIerrestaurIerung

Das Hauptaugenmerk lag im Jahr 2011 zweifelsohne

auf der Übersiedlung der objekte

aus den externen Depots ins Zentraldepot

nach Himberg. Mit der Unterstützung externer

Hilfskräfte wurden Bühnenbildmodelle

und Möbel in den beiden Depotstandorten

Freudenauer Hafen und Hanuschhof gereinigt,

desinfiziert und für den Transport

vorbereitet. im neuen Depot galt es, die

objekte abermals zu reinigen, zu dokumentieren,

gegebenenfalls restauratorisch-konservatorisch

zu versorgen und in lagerungsfähigem

Zustand an den richtigen Standort

zu verbringen. Dieses zeitlich und v. a. logistisch

sehr anspruchsvolle Unterfangen konnte

lediglich dank der guten Zusammenarbeit

und hilfsbereiter Kollegen gelingen.

im rahmen der temporären Ausstellungen

des ÖTM (Verkleiden – Verwandeln – Verführen,

Mantel der Träume, Bühne und

Landschaft, Heinrich von Kleist) wurden

2011 über 300 objekte betreut. Darüber

hinaus hat das ÖTM wieder mit zahlreichen

exponaten an diversen österreichischen und

internationalen Ausstellungen teilgenommen.

im Zuge des Leihverkehrs wurden an

den jeweiligen objekten konservatorischrestauratorische

Maßnahmen getroffen.

neben den Vorbereitungen in den externen

Depots wurde auch mit jenen für die Übersiedlung

der im Haus befindlichen objekte

begonnen, so zum Beispiel der gerahmten

Grafiken. Gegebenenfalls wurden diese

konservatorisch-restauratorisch betreut, mit

säurefreiem rückseitenschutz versehen oder

neu gerahmt.

Auch 2011 konnten wieder erfolgreiche

Kooperationen mit der Akademie der bildenden

Künste eingeleitet werden. So wurde

das Album des Schauspielers Karl von Holtei

Thema einer Seminararbeit sowie zehn

Plakate aus der Sammlung Theatergrafik,

Plakate und Programme im Zuge eines

Seminars bearbeitet.

Workshop mit der Hans radl Schule

museum und publIkum

kulturVermIttlung

Auch heuer konnte sowohl die Anzahl unserer

Vermittlungsprogramme wie auch die Teilnehmerzahl

gesteigert werden. insgesamt

fanden 559 Aktivitäten für 11.410 Besucher

statt (2.629 erwachsene sowie 8.781 Kinder

und Jugendliche). Unser vielfältiges, kontinuierliches

Angebot wurde durch zwei längerfristig

angelegte Projekte bereichert, die im

rahmen der Vermittlungsinitiative „Kulturvermittlung

für Schulen in Bundesmuseen

2011“ vom Bundesministerium für Unterricht,

Kunst und Kultur gefördert und von

Kultur-Kontakt Austria beratend begleitet

werden. Beide stehen in engem Zusammenhang

mit unseren Ausstellungen:

bretter, die die welt bedeuten – selbst

gestalten

im Sinne der idee „Von Schüler/innen – für

Schüler/innen“ werden in dem Projekt

Bühnenbildelemente hergestellt, die langfristig

für Workshops zur Verfügung stehen.

Begleitend zur Ausstellung Ungezähmte

Natur – Bühnenbilder aus drei Jahrhunderten

stellten vier integrationsklassen der Hans radl

Hauptschule Kulissenbäume aus Holz und

Karton her und improvisierten dazu ein

Theaterstück. inspiriert von der Würfelbühne

des Architekten Hans Fritz, zu sehen in der

Ausstellung Spielräume, baute die Abteilung


„innenraumgestaltung und Möbelbau“ der

HTL Mödling elemente aus Holz nach, die

Abteilung „elektronik“ erweiterte in Zusammenarbeit

mit unserem Techniker die Lichtanlage

auf der Bühne des Theaterateliers. in

einem gemeinsamen Workshop erprobten

die Schüler/innen auf unserer Bühne die

Vielseitigkeit der selbst gebauten elemente

in Verbindung mit dem installierten Licht.

Die ergebnisse beider Projektarbeiten fließen

in ein neues Workshop-Angebot zum Thema

Bühnenbild ein.

Über den eigenen schatten springen

Das Projekt wurde begleitend zu Ausstellung

Der Zauber des bunten Schatten. Das chinesische

Schattentheater für Schüler/innen

von 7 bis 14 Jahren entwickelt. Vier Schulklassen

mit Schüler/innen verschiedenster

Muttersprachen nahmen daran teil. nach

dem Besuch einer Schattentheateraufführung

bauten die Kinder eigene Figuren,

entwickelten eine Geschichte und experimentierten

mit Sprache und Klanginstrumenten.

Ziel war die erarbeitung eines

Schattentheaterstückes. Die erfahrungen aus

dem Projekt fließen in das Workshop-Angebot

Schattenspiel mit Figuren ein.

Für Schulklassen, denen ein Museumsbesuch

nicht möglich ist, wird ein Museumskoffer

mit repliken von originalschattenfiguren

und einer Anleitung für die praktische Arbeit

entwickelt und im rahmen einer Fortbildung

für Lehrer/innen an der PH Feldkirch vorgestellt

und getestet werden.

sonderausstellungen

Das Vermittlungsprogramm rund um die

Ausstellung Verkleiden – Verwandeln – Verführen

profitierte sehr vom Projekt „Kleider

machen Leute“, bei dem Kostüme nachgeschneidert

wurden und ein Museumskoffer

entwickelt wurde. es fanden 129 interaktive

Führungen und Workshops für Schulklassen

und Hortgruppen sowie 46 erwachsenenführungen

und 14 Kulturkaffees statt, zu

denen verschiedene Kostümexperten eingeladen

waren.

Zur Ausstellung Mantel der Träume und

Ungezähmte Natur sind vor allem die 6 Kul-

turkaffees mit Lesungen bzw. Architektenvorträgen

erwähnenswert.

Zu Heinrich von Kleist fanden bisher 3 Kulturkaffees

sowie 2 Schülerführungen statt.

insgesamt wurden zu den Sonderausstellungen

5 Führungen für Lehrende angeboten.

theateratelIer FÜr kInder und

JugendlIche

Das interesse an Theaterworkshops für Kindergärten,

Schulen und Horte ist ungebrochen.

Unsere bewährten Workshop-

Angebote Alles Zirkus, Jahreszeitenspiel, Die

Zauberflöte zum Mitspielen, Schattentheater,

Improvisationstheater, Puppenspiel, Tanztheater,

Maskentheater oder Faust wurden

durch einen Figurenschatten-, einen Bühnenbild-

und einen Nestroy-Workshop ergänzt.

Die expertengespräche zum Beruf des Schauspielers

sowie Kostüm- und Bühnenbildners

fanden weiterhin statt. Diese Angebote wurden

mit ca. 260 Gruppen durchgeführt.

FreIzeItangebot

im Freizeitangebot sind die Theater-Kids

weiterhin die Attraktion für 5- bis 10-jährige

und deren eltern. Die nachmittage rund

ums Theater, bei denen die Kinder selbst zu

Schauspielern, Tonkünstlern, Kostümbildnern

oder Puppenbauern werden, haben heuer

20 Mal stattgefunden. 45 Kinder haben

ihren Geburtstag bei uns gefeiert.

Mit dem Programm Kleider machen Leute

haben wir erstmals bei der KinderuniKunst

mitgewirkt.

auFFÜhrungen

Das Angebot an Theateraufführungen wurde

wesentlich erweitert. Das Puppenspiel Einäuglein,

Zweiäuglein und Dreiäuglein wurde

3 Mal, Hänsel und Gretel 7 Mal, Die Regenbogenblume

3 Mal, das Singspiel Die träumende

Schneiderin 2 Mal, das chinesische

Schattentheater Schildkröte und Kranich

3 Mal für insgesamt 30 Gruppen gegeben.

Der Kindergarten Spiegelgasse hat seine

Auf führungen für eltern zum wiederholten

Mal bei uns gezeigt.

leIhgaben

sammlungen Ötm

im Jahr 2011 waren die Sammlungen des

Österreichischen Theatermuseums mit 267

Leihgaben an 26 Ausstellungen im in- und

Ausland beteiligt.

improvisationstheater-Workshop

101


102 sammlung

ABTeiLUnGen


kommunIkatIon und marketIng

nina AUinGer-SUTTerLÜTY, MAS, Abteilungsleiterin

ruth STronDL, MAS

Mag. Sarah AiSTLeiTner

Dr. cäcilia BiScHoFF

Mag. Julia GrAni (bis 31.12.)

Mag. Gudrun HATVAGner

edyta KoSTecKA (Karenz bis 24.11.)

Mag. Angelika KronreiF

Mag. Michaela MeTH-FiLL (Karenz)

Mag. Anja PrieWe (ab 2.5.)

2011 wurde der 2010 von uns gemeinsam mit

der Abteilung corporate Design begonnene

Markenentwicklungs-Prozess erfolgreich fortgesetzt.

Ziel ist es, für alle Museen des KHM

eine neue, zukunftsweisende corporate identity

zu entwickeln. Der Prozess beinhaltet

die Ausarbeitung einer Markenstrategie sowie

anschließend die visuelle Umsetzung

dieser Strategie. Die Umsetzung der ergebnisse

dieses re-Branding-Prozesses erfolgt

im Laufe des Jahres 2012.

Auch 2011 kommunizierte die Abteilung die

künstlerischen und kulturpolitischen Ziele

der institution KHM einer breiten Öffentlichkeit.

presse- und medIenarbeIt

2011 wurden 31 Pressekonferenzen und

-termine veranstaltet und 27 Presseaussendungen

verschickt. nationale und internationale

Medienpräsenz konnte v. a. mit

der Pressearbeit zu den großen Ausstellungen

Wintermärchen und Dürer – Cranach –

Holbein erzielt werden, ebenso rund um die

große informations- und Spendenkampagne

zur Kunstkammer-Wiedereröffnung 2012 sowie

zur neuhängung der Gemäldegalerie

unter der Direktorin Dr. Sylvia Ferino-Pagden,

zur Präsentation der neuen contemporaryreihe

im KHM mit Adjunct curator Jasper

Sharp und mit der Bilanzpressekonferenz im

Frühjahr.

Durch die gezielte Positionierung unserer

Themen in allen wichtigen österreichischen

onlinemedien, Tageszeitungen und Wochenmagazinen,

in den Fernseh- und radioprogrammen

des orF sowie in vielen relevanten

internationalen Medien (insgesamt waren

es über 6.200 clippings) konnten wir eine

umfangreiche und sowohl in quantitativer

als auch in qualitativer Hinsicht hervorragende

Berichterstattung erzielen.

Durch engagierte und routinierte Pressearbeit

wurde so in einzelnen Vergleichsmonaten

die Anzahl der erschienenen

Medienberichte auf bis zu 50 % gegenüber

dem Jahr 2010 gesteigert. im „Seitenblicke“ranking

2011 rangierte GD Sabine Haag

vor allen anderen Museumsdirektoren mit

den meisten Auftritten unter den Top-Stars.

Die bewährten Medienkooperationen mit

verschiedenen Tageszeitungen, Magazinen,

radio- und Fernsehsendern wurden 2011

fortgesetzt und weiter ausgebaut.

medIenarbeIt InternatIonal

Auf internationaler ebene konnte die Berichterstattung

im Jahr 2011 in Hinblick auf Anzahl

und reichweite wesentlich erhöht werden.

Wichtige Artikel und Berichte erschienen

2011 regelmäßig in der „Frankfurter

Allgemeinen Zeitung“, der „Süddeutschen

Zeitung“, der „Frankfurter rundschau“, der

„neuen Zürcher Zeitung“, der „Welt am

V. l. n. r.: Aistleitner, Strondl, Auinger-Sutterlüty, Grani;

stehend: Kronreif, Hatvagner

abteIlungen

Sonntag“, dem „Art“-Magazin, der „Weltkunst“,

der deutschen „Vogue“ sowie den

britischen Magazinen „The Art newspaper“

und „Apollo Magazine“. Letzteres kürte in

der Dezember-Ausgabe die KHM-Ausstellung

Hans von Aachen zur „Ausstellung des Jahres

2011“.

Wichtige Pressearbeit zur Jan Fabre-Ausstellung

im KHM konnte im rahmen des

Auftritts von Jan Fabre auf der Biennale in

Venedig geleistet werden.

Die Abteilung Kommunikation und Marketing

organisierte im Januar 2011 im Vorfeld der

elfenbein-Ausstellung im Frankfurter Liebieghaus

eine sehr erfolgreiche Pressereise für

wichtige deutsche Medienvertreter (u. a. von

„FAZ“, „Welt am Sontag“, „Art Magazin“,

„Frankfurter rundschau“) nach Wien, wo

sie exklusive Führungen durch das Depot

und die Baustelle der Kunstkammer erhielten.

eine vom KHM organisierte Pressereise zur

Ausstellungseröffnung in Frankfurt, zu der

Journalisten von orF, „Standard“ und „Presse

geladen waren, sicherte eine umfangreiche

Berichterstattung über die Kunstkammer

„auf reisen“ und die bevorstehende

Wiedereröffnung in den österreichischen

Medien.

103


104

kommunIkatIon und marketIng

kultureVents, marketIngaktIVItäten

und kooperatIonen

neben der organisation von insgesamt 19 Ausstellungseröffnungen

und -pressekonferenzen

sowie der damit verbundenen medialen und

werblichen Kommunikation betreute die

Abteilung Kommunikation und Marketing

im Jahr 2011 folgende weitere für das Haus

wichtige Kooperationen und Marketingprojekte,

wobei die Strategie des „Öffnens“

erfolgreich umgesetzt wurde:

im Februar eröffnete das KHM sein neues

Kreativatelier. ein bunter eröffnungsevent

für Groß und Klein zeigte erstmals Besucherinnen

wie auch Journalisten die große Vielfalt,

die dieser neue Kreativraum bietet.

Die Kunst-Literatur-Theaterproduktion Ganymed

Boarding des Künstlerduos wenn es

soweit ist (Peter Wolf und Jacqueline Kornmüller)

ging im Frühjahr 2011 aufgrund des

großen erfolgs in eine „zweite runde“ und

löste erneut einen Besucheransturm aus.

im november 2011 erhielt die erfolgreiche

Produktion den renommierten „nestroy-

Preis“ für die beste off-Produktion.

Pressereise für deutsche Journalisten nach Wien im

Vorfeld der elfenbein-Ausstellung in Frankfurt

Das Museum für Völkerkunde fungierte im

Juni 2011 erstmals als Homebase des international

renommierten festival for fashion &

photography und schlug so eine Brücke

zwischen Kunst und Mode. in Kooperation

mit dem Veranstalter Unit F stellte das

MVK der Mode einen opulenten rahmen für

zahlreiche Veranstaltungen zur Verfügung.

Speziell für das Festival angebotene Museumsführungen

ergänzten das Programm. Die

Kooperation mit diesem Modeevent sicherte

GD Sabine Haag im Stadtmagazin „Wien

live“ einen Platz unter den „100 coolsten

Wienern aus Szene und Kultur“.

eine Plattform für Mode und Kunst bot das

KHM auch Schülerinnen der Modeschule

Michelbeuern: im rahmen einer Kooperation

erhielten sie die Möglichkeit, neue Dienstuniformen

für die Mitarbeiterinnen des Besucherdienstes

im Kunsthistorischen Museum

zu entwerfen. Anfang november wurden

in der Kuppelhalle des KHM die neuen

Uniformen präsentiert und es wurde die

von den Schülerinnen gestaltete Ausstellung

Renessenz. Facetten der Renaissance feierlich

eröffnet.

Die orF Lange nacht der Museen am 1.10.

war auch diesmal wieder ein großer erfolg:

21.164 Besucherinnen genossen das abwechslungsreiche

Programm in KHM, neuer

Burg, MVK und Schatzkammer und feierten

mit dem ÖTM dessen 20-jähriges Bestehen.

Drei Buchpräsentationen wurden von der

Abteilung Kommunikation und Marketing

organisiert: im Juli wurde im rahmen der

Jan Fabre-Aus stellung in der roten Bar des

Volkstheaters in Koo peration mit impulsTanz

und in Anwesenheit des Künstlers der Ausstellungskatalog

präsentiert. im november

konnte Daniel Uchtmann einem interessierten

Publikum in der Kuppelhalle des KHM

seine drei neuen Publikationen vorstellen:

Liebespaare / Tafelfreuden / Blumenpracht

in der Kunst. in Kooperation mit dem Suhrkamp-Verlag

wurde, ebenfalls im november,

das Buch Alte Meister, ein comicbuch von

nicolaus Mahler in Anlehnung an Thomas

Bernhards roman, präsentiert.

oben: Das „festival for fashion & photography“ im

Museum für Völkerkunde

unten: Präsentation der Bücher von Daniel Uchtmann Ausstellung Renessenz der Modeschule Michelbeuern


dIe kunstkammer-kampagne

im September st