2017 CUMINAIVEL #3

cuminaivel

Nr. 3 | Wochenende, 14./15. Januar 2017

///CUMINAIVEL

Informationsmagazin für alle eingesetzten Sicherheitskräfte am WEF 2017

/// www.cuminaivel.ch /// Hotline: 058 469 16 22 /// Mail: info@kapo.gr.ch

Meteo

Min / Max

Samstag -7° / -6°

Davos Chur

Sonntag -10° / -9°

Samstag -10° / -5°

Sonntag -14° / -6°

SCHNELL

UND PRÄZISE

Bild: ph.


2 /// WOCHENENDE, 14./15. JANUAR 2017 CUMINAIVEL

Jede Minute zählt

Die Berggipfel rund um Davos sind während des WEF ihr Zuhause:

Die Gebirgsspezialisten der Schweizer Armee haben zusammen mit zivilen Rettungstrupps auf

über 2800 M.ü.M. den Ernstfall geprobt.

ac. Für die Tage während des WEF herrschen

in Davos verschärfte Sicherheitsbestimmungen

– aber nicht überall.

Denn egal wie viele hochrangige Politiker,

Schauspieler und Aktivisten unten

im Dorf durch die Sicherheitsmassnahmen

abgeschirmt werden: Hoch oben an

den verschneiten Berghängen geniessen

zumindest die Wintersportler auch während

des Grossanlasses fast grenzenlose

Freiheiten. Hier ist in diesen Tagen auch

das Reich von Hans Martin Henny.

Doch der 50­jährige Stabsadjutant dem

ist nicht für Ski­ Ferien im Bündnerland.

Das hochalpine Gebiet ist für ihn über

die Jahre zu einem zweiten Zuhause geworden.

Der Berufsmilitär ist erfahrener

Bergführer und bei der Armee Mitverantwortlich

für die Ausbildung der

Gebirgsspezialisten.

Der Job ist nichts für Anfänger

Während es im Flachland an diesem

Morgen regnet, trifft sich Stabsadjutant

Henny bei herrlichem Sonnenschein

auf dem verschneiten Weissfluhjoch

mit einem Team von Gebirgsspezialisten

sowie Einsatzkräften der Pistenpatrouille

und der Alpinen Rettung

Schweiz. Gemeinsam mit den zivilen

Einheiten wollen die Fachkräfte der

Armee den Ernstfall proben. «Das Szenario

ist absolut realistisch. Geübt wird

die Bergung mehrerer Verschütteter

in hoch anspruchsvollem Gelände»,

erklärt der gebürtige Urner. Der Einsatz

sei nichts für Anfänger. «Gebirgsspezialisten

sind allesamt Leute mit

jahrelanger Erfahrung. Bereits bei

der Aushebung für die Rekrutenschule

werden Erfahrungen und Ausbildungen

im Bergsport vorausgesetzt.»

Tatsächlich zeigt sich einige Minuten

später, warum von den Anwesenden

auch bei der Übung höchste Konzentration,

Präzision und Können verlangt

sind. Wenige Meter hinter dem Gipfel

in einem beinahe senkrecht in die Tiefe

abfallenden Bergtrichter sollen die

Verschütteten gerettet werden. Eine


CUMINAIVEL WOCHENENDE, 14./15. JANUAR 2017

/// 3

Bilder: ph.

eisige Brise weht über den Grat; an

den kantigen Felsen haben sich bereits

zentimeterdicke Eisklumpen gebildet.

Trotzdem dauert es nicht lange und der

erste Bergführer steigt ohne zu zögern in

die steile Wand, gefolgt von seinem

Lawinenhund. «Natürlich zählt hier jede

Minute, aber die Sicherheit der Rettungsleute

steht an erster Stelle», sagt Stabsadjutant

Henny. Er beobachtet die Übung

zufrieden. Nach kurzer Zeit buddelt der

Hund wie wild an einer Stelle und der

erste Verunfallte wird erfolgreich aus

dem Schnee geborgen. Wenig später ziehen

die Spezialisten eine weitere Person

im Rettungsschlitten zwischen den Felsen

hoch. Über drei Stunden stehen die

Männer und Frauen der Rettungsteams

auf 2843 Metern über Meer im Einsatz.

Die Arbeiten gehen an die Substanz: Bei

einem Ernstfall müssten sie demnächst

von einem zweiten Suchtrupp abgelöst

werden. Stabsadjutant Hans Martin

Henny zieht aber schon jetzt eine positive

Bilanz: «Die Übung verläuft weitestgehend

erfolgreich. Kleinere Mängel

gibt es, aber das ist Jammern auf hohem

Niveau», meint er mit einem Lächeln.

Hier trifft viel Know-how aufeinander

Die Arbeit der Gebirgsspezialisten

ist physisch anspruchsvoll. Aber auch

mental müssten seine Leute auf alles gefasst

sein, erklärt der Ausbildungschef.

«Leider verlaufen Bergungsarbeiten

nicht immer so erfolgreich wie in dieser

Übung.» Der Berufsmilitär erinnert sich

an den tragischen Absturz einer F/A-18

im vergangenen Sommer am Hinter

Tierberg. Auch dort wurden seine Leute

mit der Bergung an der Unfallstelle beauftragt.

«Das war ein wirklich trauriger

Einsatz», erinnert er sich.

Mit Engagements wie diesen kommt die

Armee einem Kernauftrag nach. «Subsidiäre

Hilfe» sind die Zauberworte, die

im Vorfeld der Übung immer wieder zu

hören sind. «Wenn grosse Ereignisse die

Kapazitäten der zivilen Rettungseinheiten

überschreiten, kommt die Armee

unterstützend hinzu», erklärt Stabsadjutant

Henny das Prinzip. Neben dem

Erstellen der Einsatzbereitschaft und der

Ausbildung der Einheiten sei das einwandfreie

Zusammenspiel von Zivilisten

und Militärs das grosse Ziel von Einsätzen

wie hier am WEF. Genau das

mache seinen Job auch nach 23 Jahren so

spannend, sagt er: «Hier trifft nämlich

richtig viel Know-how aufeinander.»

Mehr über die

Gebirgsspezialisten unter

fb.com/gebirgsdienst


4 ///

WOCHENENDE, 14./15. JANUAR 2017 CUMINAIVEL

Die Unterkünfte

während dem WEF

Cuno Berther erzählt uns an einem kalten Januartag in einem Lager von seiner

spannenden Arbeit, seinen Erfahrungen und Geschichten. So erzählt er uns einiges

über die Unterkünfte während dem WEF.

ms. Cuno Berther steht in einem Lager,

aus dem vieles schon entnommen wurde,

schon verpackt ist und bereit steht.

Das Lager sieht ungewöhnlich leer aus.

Doch interessanter als das Lager ist die

Person dahinter, der Kopf der Logistik.

Ob Material, Fahrzeug oder Hotelzimmer,

all dies muss organisiert werden.

Cuno Berther erzählt mit Leib und

Seele, wie seine Arbeit aussieht. Wussten

Sie, dass Berther schon heute für das

WEF im nächsten Jahr plant? Dass die

Planung nie endet und dass das ganze

Jahr durch die Kommunikation mit den

Hotels erhalten bleibt? Man merkt, dass

Berther sein Werk versteht.

Ein- bis Sechsbettzimmer

Im Gespräch mit den Hoteliers sind einige

Punkte zu beachten. Neben den

Kosten für die Zimmer stellt sich die

Frage wie gross die Zimmer sein sollten.

Üblich sind Ein- bis Sechsbettzimmer,

wobei dies nicht bedeutet, dass zum Beispiel

in einem Vierbettzimmer auch vier

Personen schlafen, sondern oft nur drei,

weil die Personen möglicherweise sehr

viel Gepäck dabei haben. Wo stehen die

Hotels überhaupt? «In den Anfängen

des WEF vor rund vierzig Jahren waren

es noch wenige Personen, die beherbergt

werden mussten. So wenig, dass die

Einwohner von Davos gar nicht gross

mitbekommen haben, dass das WEF

überhaupt stattfindet,» meint Berther.

Über die Jahre musste das Gebiet

immer weiter ausgedehnt werden und

es reicht mittlerweile von Davos bis ins

Prättigau.

Einzelzimmer und Balkon

Natürlich haben auch diejenigen Personen,

die dann in diesen Zimmern schlafen,

immer wieder Spezialwünsche. Die

einen möchten unbedingt einen Balkon

haben, weil man rauchen möchte.

Andere schlafen lieber alleine und wollen

deshalb ein Einzelzimmer für sich

haben. Erschwerend kommt hinzu, dass

manchmal jemand mit dem Hotel direkt

verhandeln will, ohne Cuno Berther als

Mittelsmann beizuziehen.

Verträge für ein Jahr

Verträge mit den Hotels werden jeweils

nur für ein Jahr abgeschlossen. Zu gross

sind die möglichen Änderungen auf

das Folgejahr. So könnte das Hotel

gerade in einem Umbau sein oder die

Preise müssen angepasst werden. Auch

ist das Budget von Cuno Berther nicht

immer gleich. Dies ist unter anderem

auch ein Grund, weswegen Cuno Berther

das ganze Jahr immer im Kontakt

mit den Hotels steht und Beziehungen

aufbaut. Bevor das WEF startet, gibt es

für Cuno Berther noch einiges zu tun.

Doch er blickt gelassen auf die nächsten

Tage.

Chef Logistik Dienste: Cuno Berther von der Polizei

Bild: tk.


CUMINAIVEL WOCHENENDE, 14./15. JANUAR 2017

/// 5

Der Fuhrpark der

Mächtigen

Für das bald beginnende WEF steht den politischen und wirtschaftlichen Führern

dieser Welt ein attraktiver Fuhrpark zur Verfügung. Im Vorfeld gibt es allerdings

noch einiges zu tun.

Die mit deutschen Kennzeichen angelieferten Audis werden für ihren Einsatz vorbereitet

Bilder: ms.

tk. Kalt ist es an diesem Januarmorgen

in Chur. Bitterkalt. Eine hauchdünne

Schneeschicht überzieht den Kanton.

Stefan Stadler scheint die Kälte nichts

auszumachen. Der gelernte Lastwagenmechaniker

hat an diesem Morgen viel

zu tun. Soeben wurden zahlreiche Fahrzeuge

der Marke Audi angeliefert.

Schön aufgereiht steht ein nagelneuer

Audi neben dem anderen. Fahrzeuge,

die für den Einsatz am bald beginnenden

WEF bestimmt sind. Stadler ist für

die Herausgabe dieser Fahrzeuge sowie

für den Transportbefehl verantwortlich.

Allradantrieb von Vorteil

Viele der Fahrzeuge kommen aus

Deutschland. Aus der Nähe von Ingolstadt.

Wie viele genau, das darf Stadler

nicht sagen. Worüber er aber etwas sagen

darf, ist deren Zweck: «Die Fahrzeuge

sind für den Begleitschutz bestimmt.»

Es handelt sich dabei jedoch um normale

Serienfahrzeuge ohne Panzerung

oder dergleichen. Einfluss darauf,

welche Fahrzeuge zur Verfügung gestellt

werden, hat Stadler nicht. Dies wird

vom Hersteller bestimmt. «Grundsätzlich

können wir keine grossen Ansprüche

stellen. Von Vorteil sind natürlich Allradantrieb»,

so Stadler.

Einmal WEF und zurück

Die angekommenen Audis haben alle

Deutsche Nummernschilder. Diese gilt es

nun abzumontieren und durch Schweizer

Nummernschilder zu ersetzen. Eigentlich

wären sie zu zweit. Wegen eines defekten

Armeefahrzeugs musste Stadlers Kollege

ausrücken. Jetzt muss sich Stadler eben

alleine um die Nummernschilder kümmern.

«Aber dafür muss man kein Mechaniker

sein» sagt er grinsend. Neben einem

neuen Nummernschild bekommen die

Fahrzeuge für die Dauer des WEF auch

einen befristeten Fahrzeugausweis. Einige

der Fahrzeuge gehen noch am selben Tag

nach Davos. Und wenn das WEF vorbei

ist, das ganze nochmals. Schweizer Nummernschild

gegen Deutsches austauschen.

Und dann? «Die Autos gehen dann wieder

zurück nach Deutschland und werden

an weiteren Anlässen eingesetzt. Und

irgendwann werden sie dann als Occasionen

verkauft.»

Jedes Jahr mehr

Die Sicherheitsanforderungen am WEF

steigen jedes Jahr. Das merkt auch Stadler.

Nicht nur wird jedes Jahr mehr Personal

benötigt, auch der Fuhrpark wird immer

grösser. «Letztes Jahr mussten wir sogar

Militärautos herausgeben. Solche, die keinen

Allradantrieb haben. Aber wenn man

Autos braucht, muss man halt nehmen,

was man hat.» Seit vier Jahren macht

Stadler diesen Job. Und er hat Freude

daran. Einen Nachteil sieht er jedoch:

«Die Kälte», sagt er mit einem Lachen.

Stefan Stadler erklärt den Einsatz der Audis


6 /// WOCHENENDE, 14./15. JANUAR 2017 CUMINAIVEL

Schnee

Bild: jp.

Gedanken zum Dienstsonntag

von Hptm Asg Johannes Zimmermann (Armeeseelsorger für das Inf Bat 56)

Für die einen ist Schnee eine Freude. Zum andern bedeutet er

auch Gefahr und die Sicherheitskräfte, wie auch Sie, werte

AdA, haben bei winterlichen Bedingungen mehr Arbeit.

Schnee ist mehr als eine fahrbare Unterlage für Wintersportler,

gar mehr als gefrorenes Wasser. Schnee hat auch seine

künstlerische Seite: ob er als neckische Häubchen die Tannäste

verziert, ob er Mensch und Tier Spuren ziehen lässt, ob er

ganz einfach da ist, den Alltag etwas zudeckt. Schnee fasziniert

immer wieder. Schnee beruhigt auch. Zwingt etwas zum

Verweilen, zur Musse.

In der Bibel fand ich die Aussage:

«Lobet den Herrn auf Erden,

ihr großen Fische und alle Tiefen des Meeres, Feuer,

Hagel, Schnee und Nebel, Sturmwinde,

die sein Wort ausrichten, ihr Berge und alle Hügel,…»

Nach diesem Gebet ist Schnee nicht nur eine Form gefrorenen

Wassers, sondern auch ein Wort Gottes an uns Menschen.

So fragte ich mich, was mir der Schnee zu sagen hat und

ging nach draussen und hörte ihm gut zu, währenddem ich

durch fallende und herumwirbelnde Flocken spazierte und

ver schneite Bäume und Spuren im Schnee fotografierte.

Zuerst mal hatte ich folgende Erkenntnis: Ich hörte keine akustisch

wahrnehmbare Stimme. Trotzdem glaube ich, dass mir

der Schnee eine Botschaft mitgeteilt hat. Als ich durch die wirbelnden

Flocken spazierte, beobachtete und spürte ich, wie der

Wind die einzelnen Flocken aufwirbelte. Die leichten Flocken

folgten den Windströmungen und machten sie so sichtbar. Etwas

normalerweise Unsichtbares wie der Wind, wird durch

Schneeflocken enttarnt, wird spür­ manchmal gar sichtbar.

Die erste Botschaft des Schnees ist somit die folgende: Es gibt

mehr, als wir sehen können. Auch wenn man etwas normalerweise

nicht sehen oder hören kann, dann heisst das noch lange

nicht, dass es nicht existiert.

Der Schnee in diesen Mengen wie in Davos hat uns noch eine

andere Botschaft mitzuteilen. Wenn der Schnee den Verkehr

zum Stillstand bringt, die Arbeit auf den Objekten zusätzlich

erschwert, zeigt er uns auf, dass wir nicht alles im Griff haben.

Es gibt eine Macht, die wir nicht kontrollieren können. Jede

menschliche Planung bleibt letztlich Stückwerk, weil wir eben

unsere Zukunft nicht kennen, sondern nur erahnen können. Auch

das WEF 2017 konnte nur analog zu den früheren Jahren geplant,

vorbereitet werden, aber Bilanz kann erst am Schluss gezogen

werden. Gut ist, wenn wir vertrauen können, zum Beispiel

den Kameraden, den Partnern, mit denen wir im Einsatz stehen.


CUMINAIVEL WOCHENENDE, 14./15. JANUAR 2017

/// 7

Hotline

für die Bevölkerung

Seraina Giger bedient die Hotline für die Bevölkerung. Sie informiert

Anwohner, Gäste und betroffene Gewerbetreibende über die Organisation

rund um das World Economic Forum. Rund 25 Anrufe pro Tag erwartet

sie zu Spitzenzeiten.

WEF – Stafette

mc. «Noch läuft der Telefondraht nicht

allzu heiss», erzählt uns Seraina Giger

eine Woche vor dem Start des WEF. Seit

Anfang Januar arbeitet sie auf dem Polizeiposten

Davos und nimmt Anrufe entgegen.

Bereits jetzt sei im Vergleich mit

dem Vorjahr aber eine Zunahme von

Anrufen auf die Bevölkerungshotline zu

verzeichnen. Giger ist gespannt wie viele

Anrufe sie in den nächsten Tagen entgegennehmen

wird. Sie habe die Matura

abgeschlossen und kenne sich in Davos

aus, erklärt Seraina Giger auf die Frage,

wie sie zu diesem Job gekommen sei.

Fast jedes Jahr sei eine andere Person

für die Hotline zuständig. Dieses Jahr

habe sie sich gemeldet, da sie sowieso

Zeit hätte und ihre Zukunftspläne noch

nicht so klar seien. Ob sie sich vorstellen

könnte als Polizistin zu arbeiten? Die

20­Jährige lächelt und meint, sie wisse

nicht so recht, ein reiner Bürojob sei

aber auf jeden Fall nichts für sie.

«Dieses Jahr scheint es

jetzt schon mehr Anfragen

als in den Jahren

davor zu geben.»

Seraina Giger

Alltagsnahe Fragen

Die meisten Anrufer sprechen Deutsch.

Giger wäre aber auch für Anfragen

in anderen Sprachen vorbereitet: Sie

spricht gut Englisch und «gerade genug»

um auch auf Italienisch oder Französisch

Auskunft zu geben. Die meisten Anfragen

gibt es wegen Unsicherheiten im

Umgang mit den Badges oder wegen der

Verkehrsführung rund um Davos und sie

sind sehr alltagsnah: Brauche ich einen

Seraina Giger betreut während drei Wochen die Hotline für die Bevölkerung

Badge um meine Freundin zu besuchen?

Wie ist der Strassenzustand in Davos?

Kann der Lastwagen der Lieferfirma auch

am Sonntag die Ware anliefern? Kann

ich mit meinem Auto zu meiner

Ferienwohnung fahren? Es gebe aber

natürlich auch speziellere Anliegen. Einmal

habe es zum Beispiel eine Anfrage

eines Basejumpers gegeben, ob er trotz

des gesperrten Luftraumes seinem Hobby

nachgehen könne, schmunzelt Giger.

Ordner voller Antworten

Vier dicke graue Ordner stehen auf dem

Tisch von Seraina Giger. Darin findet sie

fast alle Antworten, die sie braucht.

Sonst fragt sie bei ihren Kollegen auf

dem Polizeiposten nach oder gibt die

Fragen direkt an Experten weiter. Sie

habe sich nicht gross auf den Job vorbereitet:

Zwischen den Anrufen habe sie

aber natürlich die Fragen – und die entsprechenden

Antworten – aus den letzten

Jahren gelesen um eine Vorstellung

zu bekommen, was sie erwartet. Bald

wird sie einen fünften Ordner mit

Fragen und Antworten von diesem Jahr

gefüllt haben. Jeder Anruf und jede

Frage wird gesammelt und hilft hoffentlich

im nächsten Jahr der nächsten

Hotlinebetreuung. Zwischen den Anrufen

hilft sie bei polizeilichen Aufgaben

wie zum Beispiel beim Überprüfen von

Listen mit Personen, welche das WEF

besuchen oder hier zum Einsatz kommen.

Während Seraina Giger im gut

beheizten Büro sitzt, stellt sie sich die

Aufgabe eines Wachtsoldaten bei diesen

kalten Temperaturen recht mühsam vor

und fragt darum: «Was ist das Mühsamste

beim Bewachen eines Objekts

während des WEF?»

WEF-Stafette

Bild: mc.

Im «Cuminaivel»­Staffellauf werden

Akteure von Seiten der Polizei sowie

der Armee in einem Portrait wechselweise

vorgestellt. Wer den Stafettenstab

abgibt, kann seinem Nachfolger

eine Frage mitgeben, die dieser in der

nächsten Ausgabe beantworten muss.


8 /// WOCHENENDE, 14./15. JANUAR 2017 CUMINAIVEL

La neve

Foto: ph.

Pensiero della domenica

Cap capp Johannes Zimmermann (cappellano del bat inf 56)

Per alcuni la neve significa gioia. Per altri, invece, è sinonimo

di pericolo. Mentre per le forze armate, come per voi cari

militari, la neve implica un servizio più arduo. La neve è più

che la terreno per gli atleti invernali; ben più che della semplice

acqua gelata. La neve ha anche un lato artistico: appoggia

un cappello bianco sui rami degli abeti, permette agli uomini

e agli animali di lasciare le proprie tracce. Più semplicemente

è presente, e ricopre il nostro quotidiano. La neve non smette

di affascinarmi. Mi tranquilizza, anche. Mi invita a rallentare

e alla meditazione.

Ho trovato questo passaggio nella bibbia:

«Lodate il Signore dalla terra,

mostri marini e voi tutti abissi, fuoco e grandine,

neve e nebbia, vento di bufera che obbedisce alla sua

parola, monti e voi tutte, colline, …»

Secondo questo salmo la neve non è solamente una forma d’acqua

gelata, ma anche una parola di Dio verso noi uomini tutti.

Mi sono domandato cosa avesse da dirmi la neve. Sono dunque

uscito, mettendomi all’ascolto mentre passeggiavo tra i fiocchi

di neve e scattando foto ad alberi innevati e a tracce impresse

sul manto innevato.

Sono giunto alla conclusione che, seppur non avessi sentito

alcuna voce provenire dalla neve, la stessa aveva comunque un

messaggio da trasmettermi. Durante la mia passeggiata, e

mentre vorticava tra gli alberi, ho percepito il vento sollevare

la neve attorno a me. Non sempre si può vedere o sentire tutto,

ma ciò non significa che qualcosa non esista.

La grande quantità di neve a Davos ha però un altro messaggio

per noi. La neve che ha il potere di bloccare l’intero traffico

stradale, oltre a rendere più duro il lavoro sulle opere,

ci dimostra tutto quanto non siamo in grado di controllare.

Sì, ci sono delle forze che non possiamo controllare. Tutti

i piani umani restano un frammento della realtà, poiché

non conosciamo il nostro futuro ma possiamo tentare di

prevederlo. Si è potuto pianificare il WEF 2017 in anticipo,

come ogni anno. Tuttavia il bilancio potrà essere tratto

unicamente alla fine. Fortunatamente possiamo confidare

nei nostri camerati e nei partner insieme ai quali siamo stati

arruolati.


CUMINAIVEL WOCHENENDE, 14./15. JANUAR 2017

/// 9

Aggrovigliati per

46 chilometri

Da Davos a Thusis. Se sommate, le transenne installate dagli zappatori della

compagnia 3/4 nella località che ospita il WEF coprono esattamente la distanza

tra le due località grigionesi. Un groviglio di ferro, costruito tra la neve.

E anche a 20 gradi sotto lo zero.

Mani bucate

sm. «Piazzare il filo spinato è il lavoro

più merdoso». Non fatichiamo a credere

al I ten Denny Bettelini, mentre ci mostra

i propri guanti bucati in ogni dove.

Con i suoi uomini, della compagnia zappatori

3/4, sta coordinando e ultimando

gli sbarramenti nel cuore di Davos. Un

lavoro duro e la cui mole non può non

impressionare. E in tal senso, bastano

due dati. «Ogni transenna – precisa

Bettelini – pesa tra i 20 e i 25 chili.

Quante ne posiamo? Ben 46 chilometri».

Per intenderci, esattamente la

distanza tra la località che ospita il WEF

e Thusis. In questi giorni il lavoro della

compagnia, composta al 90% da militi

italofoni, si è per altro svolto in condizioni

piuttosto estreme. Con il I ten

abbiamo dunque voluto vivere in prima

persona il faticoso, quanto cruciale operato

della zappatori 3/4.

«Sul piano i miei uomini

vanno come un treno»

I ten Denny Bettelini

Ci sono temperature e temperature

A farla da padrone, nelle diverse aree di

Davos dove s’interviene, è come detto

l’italiano. Inframmezzato però dalle

indicazioni, in schwizerdütsch, degli

esperti civili che tramutano in realtà il

volere della polizia grigionese, responsabile

dell’ubicazione dell’intricato serpentone

di metallo. «Dov’è il gilet giallo?»

chiede Bettelini a uno dei sei uomini

intento ad avvitare l’ennesima coppia di

transenne. «Questo angolo lo conosco a

memoria» grida poco più in là, tra lo

scocciato e il divertito, un altro soldato.

Faticoso e manuale: gli zappatori hanno operato anche al gelo

Sì perché la 3/4 sta concedendo il bis,

dopo il servizio al WEF di 4 anni fa.

Attivi dalle 8 alle 17, gli zappatori hanno

assolto il loro compito anche al gelo. E

quando a uno di loro chiediamo com’è

stato lavorare a -20 gradi, veniamo subito

redarguiti. «Macché -20! Settimana scorsa

erano -22» puntualizza il soldato Bonic,

mentre su un terreno scosceso e con

la neve che supera le caviglie prosegue

nello sbarramento di una zona sensibile.

Camerateria docet

Osservare l’estensione e la tenuta del

labirinto di recinzioni plasmato con

perizia – e che al termine del WEF

Foto: eg.

verrà smontato in appena tre giorni e

mezzo – colpisce. «Devo ammettere

che sul piano i miei uomini vanno

come un treno» rileva, soddisfatto,

il I ten Bettelini. Si possono in effetti

toccare con mano e l’efficacia e lo

spirito, nonostante tutto positivo,

regnanti sulle piazze di lavoro. E a

proposito di sporcarsi le mani, lo

stesso ufficiale, responsabile delle

installazioni, non esita a supportare i

propri uomini. Non sorprende, quindi,

che il giudizio nei suoi confronti sia

positivo. «Il capo? È una bestia» conclude,

senza pensarci su, il soldato

Medici.


10 /// WOCHENENDE, 14./15. JANUAR 2017 CUMINAIVEL

La neige

Photo: jp.

Pensées pour un dimanche de service

Cap aum Johannes Zimmermann (Aumonier du bat inf 56)

Pour certains, la neige inspire la joie. Pour d’autres, elle représente

un danger et pour les forces armées comme vous, chers

militaires, elle signifie aussi un service plus rude.

La neige est plus qu’un tapis de sol pour sportifs d'hiver, beaucoup

plus que de la simple eau gelée. La neige a aussi un côté

artistique. Elle dépose un petit revêtement blanc sur les

branches des sapins, elle permet aux hommes et aux animaux

de laisser des traces de leur passage, elle est tout simplement là

et couvre notre quotidien. La neige me fascine encore et toujours.

Elle m'apaise aussi. Elle me force à ralentir, m’invite à la

méditation.

J'ai trouvé ce passage dans la bible:

«Louez l'Eternel vous qui êtes sur la terre,

vous, monstres marins, et vous tous, abîmes,

éclairs, grêle, neige, brume,

vents impétueux qui exécutez ses ordres!

Vous, montagnes et collines…»

D'après ce psaume, la neige n'est pas seulement un état physique

de l’eau mais aussi une parole de Dieu destinée à nous les

Hommes.

Je me suis demandé ce que la neige avait à me dire. Je suis donc

sorti et je l'ai bien écouté en me promenant entre les flocons, en

faisant des photos d'arbres enneigés et des traces dans la neige.

Je suis arrivé à la conclusion que, même si je n'entendais pas de

voix venant de la neige elle­même, cette dernière avait quand

même un message à me transmettre. Pendant ma promenade,

j'ai senti le vent soulever la neige autour de moi, la faisant tourbillonner

dans les bois. On ne peut pas toujours tout voir ou

sentir mais cela ne signifie pas pour autant que ce que nous ne

voyons ou ne sentons pas n'existe pas.

Les grandes quantités de neige à Davos ont aussi un message pour

nous. La neige, qui a le pouvoir d'arrêter le trafic routier et de

rendre les travaux extérieurs plus durs, nous rappelle que nous ne

pouvons pas tout contrôler. Force est de constater qu’il y a des

forces que nous ne pouvons pas contrôler. Toute planification

humaine n'en reste pas moins qu’un décousu de la réalité parce

que nous ne connaissons pas notre avenir, même si nous pouvons

essayer de le deviner. Le WEF 2017 a peut­être pu être planifié

comme chaque année mais le bilan, quant à lui, ne pourra être tiré

qu’à la fin. Heureusement, nous pouvons faire confiance à nos

camarades et à nos partenaires avec qui nous sommes engagés.


CUMINAIVEL WOCHENENDE, 14./15. JANUAR 2017

/// 11

La sécurité est notre

première priorité

Pendant le World Economic Forum, la police militaire de carrière s'occupe de toutes

les activités de police qui concernent l'armée. Il ne s'agit pas d'une missoin facile

avec jusqu'à 5000 militaires engagés.

Partout où l'armée est engagée ou en

exercice, la sécurité militaire (séc mil)

assure la présence policière. La séc

mil est l'organisation militaire qui

s'occupe des tâches de police de sécurité,

de trafic routier, de police criminelle et

des missions de protection au profit de

l'armée. De plus, elle accomplit des

missions de police exigeantes dans le

cadre d'engagements subsidiaires pour

soutenir les autorités publiques.

Accent sur la prévention

«Nous pouvons accomplir beaucoup

grâce aux mesures préventives dans le

domaine de la circulation et éviter de

nombreux accidents», dit le plt Roger

Schröder, chef de poste de la séc

mil à Thusis. «Pour cette raison, on

investit autant de temps dans la formation

des conducteurs et des cadres.

De plus, nous effectuons régulièrement

des contrôles routiers sur les

routes. Nous contrôlons surtout si les

temps de repos ont été respectés et si

les chaînes ont été montées en cas de

besoin.» Le plt Schröder est satisfait

car, malgré les conditions difficiles, il

n'y a pas encore eu d'incident, «pour

l'instant, nous sommes tranquilles

au WEF et espérons que cela reste

comme ça.»

Un cas pour les généralistes

La séc mil a également des missions dans

le domaine du combat contre la consommation

de stupéfiants et des contrôles de

garde. Les policiers sont formés pour être

prêt à tout car il n'existe pas de département

spécialisé dans la criminalité. Avec

d'aussi grands effectifs qu'au WEF, l'aide

des militaires est la bienvenue. C'est ainsi

que, grâce à des indices de consommation

de drogue, des tests ont été effectués

au WEF 2016 et des mesures disciplinaires

ont pu être prises.

La séc mil est joignable 24 heures sur 24

via le numéro gratuit 0800 552 333.

Frage des Tages: Was ist Ihre heutige Aufgabe?

Heinz Müller, Einsatzleiter Verkehr

Heute führe ich die Einsatzleitung

Verkehr in Chur im Nachtdienst. Dazu

gehört auch das Führen von Statistiken.

Da die Schichten vor, nach und

während dem WEF wechseln, ist mein

Schlafrhythmus nicht gerade optimal.

Aber man gewöhnt sich daran. Ich

freue mich jedenfalls, wenn es wieder

Sommer ist. Dann kann ich endlich

wieder motorradfahren.

Gfr Oliver Furrer

Als Truppenkoch­Gehilfe unterstütze

ich die «Küchentiger» in allen möglichen

Bereichen: Kochen, Abwaschen,

Einkaufen, you name it. Die Aufgabe

ist für mich eine schöne Abwechslung

zum zivilen Alltag, wo ich als Informatiker

tätig bin. Damals in der RS gab

es in der Küche einen Personalmangel,

so konnte ich als leidenschaftlicher

Hobbykoch meinen grünen Taz in eine

weisse Schürze umtauschen.

Frank Feier, Lastwagenfahrer

Ich habe heute die Fahrzeuge für den

Begleitschutz am WEF angeliefert.

Das mache ich jedes Jahr. Gestern

habe ich die Fahrzeuge in der Nähe

von Ingolstadt geladen. Leider habe ich

es nicht an einem Stück hierher nach

Chur geschafft, sondern musste das

Ganze über zwei Tage abwickeln. Sobald

das Abladen der Fahrzeuge vorbei

ist, gehts zurück nach Deutschland

zum nächsten Auftrag.

Bilder: tk. / ph. / ms.


12 ///

WOCHENENDE, 14./15. JANUAR 2017 CUMINAIVEL

Bild des Tages

Thusis, 12.01.2017, 16:24

Bild: bwi.

Dia Geb-Speza

absaila isch a

krampf!

Etwas gesehen – etwas gehört?

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058 469 16 22

News im Web täglich auf:

www.cuminaivel.ch

Impressum

Herausgeber: Gemeinschaftsproduktion der

Kantonspolizei Graubünden und der Schweizer Armee

Redaktion: Kapo GR, EVB, EVL, FUB, LBA Infoline

Cuminaivel: 058 469 16 22

E-Mail: redaktion@cuminaivel.ch

Verantwortliche:

Senti Anita, C Komm Kapo GR

Oberst Regazzoni Graziano, C Komm EVB

Ausgaben: Erscheint vom 12.01. – 21.01.2017

Kopf des Tages: Hptm Asg Johannes Zimmermann

Bild: jp.

ak. Armeeseelsorger (Asg) zu sein ist

keine Funktion, sondern eine Berufung.

Voraussetzungen wie abgeschlossenes

Theologiestudium oder Militärdiensttauglichkeit

müssen zwar erfüllt sein,

das Wichtigste für jeden Seelsorger sind

jedoch die vier Ms: Man muss Menschen

mögen! Denn ein Asg ist für alle zugewiesenen

AdA zuständig, egal welcher

Religionsgemeinschaft sie angehören,

oder ob sie überhaupt an etwas glauben.

Hauptmann Johannes Zimmermann ist

nun seit 25 Jahren für die Truppe besorgt:

10 Jahre als Spitalsoldat und die

letzten 17 Jahre als Asg. Dieser WEF

Einsatz ist sein erster, aber für ihn ändert

sich grundsätzlich nichts: «Nicht

der Auftrag, sondern der Mensch steht

im Zentrum.»

Während eines WKs muss ein Armeeseelsorger

während 24/7 die Woche

zumindest telefonisch erreichbar sein.

So können auch in diesem WEF Einsatz

alle Angehörigen des Inf Bat 56

Hptm Johannes Zimmermann unter

079 547 84 32 erreichen. Sein Wunsch

an die Truppe: «Häbet Sorg zunenand!»

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