2016 CUMINAIVEL #8

cuminaivel

Nr. 8 | Donnerstag, 21. Januar 2016

///CUMINAIVEL

Informationsmagazin für alle eingesetzten Sicherheitskräfte am WEF 2016

/// www.cuminaivel.ch /// Hotline: 058 469 16 22 /// Mail: redaktion@cuminaivel.ch

Meteo

Min / Max

Davos Chur

Donnerstag -7° / 2°

Freitag -9° / 1°

Donnerstag -13° / -3°

Freitag -15° / -1°

VERSCHÄRFTE

KONTROLLE

Bild: it.


2 /// DONNERSTAG, 21. JANUAR 2016 CUMINAIVEL

Mit der Müdigkeit

kommt die Kälte

Die beiden Zufahrtsstrassen nach Davos werden durch Kontrollposten gesichert.

Im Grüenbödeli von Klosters herkommend und nach dem Tunnel aus dem Landwassertal

kontrollieren rund um die Uhr Polizistinnen und Polizisten jedes Auto,

das vor und während dem WEF nach Davos fährt.

dok. «Somewhere outside Davos…» –

«Irgendwo in der Kälte in den Bergen

um Davos». Die Anmoderation zum

Video der internationalen Newsagentur,

aufgenommen am frühen Morgen an der

Kontrollstelle Grüenbödeli, ist beeindruckend:

Im Hintergrund der Polizeibeamte

mit der orangen Jacke, er steht

auf einer Transportpalette, diese ist mit

einer rutschfesten Gummimatte zusätzlich

isoliert. Jedes Fahrzeug, das die

Strasse an dieser Stelle zwischen Klosters

und Davos passiert, wird mit der

Stablampe kurz angehalten, es folgt ein

Blick ins Wageninnere. Einmal das

Zeichen zum Weiterfahren, einmal wird

der Wagen auf die Ausweichstelle neben

der Strasse gelotst und einer eingehenden

Kontrolle unterzogen.

Schnelle Entscheidungen sind gefragt

Der Augenschein vor Ort bestätigt: Nicht

nur das Licht im Video wirkt kalt. Es

ist kalt, bitterkalt. «Wir passen die

Dienste so an, dass sie für unsere Beamten

machbar sind», so der Kontrollpostenchef

Roberto Jörger, der während

des Jahres auf dem Verkehrsstützpunkt

Davos arbeitet. Während der sechsstündigen

Dienste gilt das Rotationsprinzip:

«Es braucht den polizeilichen

Instinkt.»

Roberto Jörger

Wer von Klosters nach Davos fährt, muss hier durch: Kontrollposten Grüenbödeli.

Nach einer halben Stunde auf der Strasse

wechselt das Team zum eigent lichen

Kontrollplatz, dann zum Büro arbeitsplatz

im Container, wo Ausweiskontrollen,

Halterabfragen und weiteres am

Computer vorgenommen werden können.

Denn in der Kälte steigt die

Müdigkeit, und wer müde ist, friert

schneller – doch es braucht stets die volle

Aufmerksamkeit: Unter dem Zeitdruck

und unter der Belastung des 24-Stunden­

Betriebes in der Kälte des Schattentales

müssen wichtige Entscheidungen gefällt

werden. Die erste Triage geschieht innert

Sekunden. «Da braucht es den wachen

polizeilichen Instinkt», betont Jörger.

Weitere Dienste nach Bedarf

Das Grenzwachtkorps ist mit einem

mobilen Röntgengerät vor Ort, und bei

Bedarf können Sprengstoffhunde angefordert

werden. Für Personenkontrollen

Bild: eh.

oder für den Fall, dass Gepäckstücke

durchsucht werden müssen, steht ein

weiterer geheizter Con tainer zur Verfügung.

«Wir wollen ja niemanden schikanieren

und lassen keinen in der Kälte

stehen», sagt Jörger. Überhaupt: «Wir

haben kaum negative Rückmeldungen»,

so Roberto Jörger. Einheimische, Gäste

und Limousinenfahrer: Alle zeigen Verständnis

und sind froh, dass der konkreten

Sicherheit eine so hohe Bedeutung

eingeräumt wird. Und damit wird der

Posten zwischen Davos und Klosters

eben zu mehr als einfach einem speziellen

Filmeinstieg «somewhere outside

Davos».


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 21. JANUAR 2016

/// 3

Wie Einwohner und

Gäste das WEF erleben

Das diesjährige World Economic Forum (WEF) steht unter dem Zeichen der Terroranschläge

und verschärften Sicherheitsmassnahmen. Wie nehmen Bevölkerung und

WEF-Besucher aus aller Welt die Stimmung in Davos wahr? Fühlen sich die Menschen

sicher? «Cuminaivel» hat sich im Dorfkern umgehört.

Michael Parpan, Valbella

In diesen Tagen gleicht Davos einer

Festung. Bereits zweimal bin ich in

eine Kontrolle geraten. Angesichts der

internationalen Ereignisse ist das aber

auch nicht verwunderlich. Die Sicherheitskräfte

leisten ihre Arbeit zurückhaltend

und diskret, was ich angenehm

finde. Klar ist für mich: Davos und die

Schweiz brauchen das WEF.

Sukrit Surabotsopon, Thailand

Als Geschäftsmann, tätig im Ölhandel,

besuche ich das WEF nun zum dritten

Mal. Ich fühle mich wohl und sicher

hier. Mir fällt allerdings auf, dass die

Sicherheitsmassnahmen stark verschärft

wurden – ein guter Entscheid. Davos

erlebe ich als typisch schweizerisches

Dorf: Die Menschen sind sehr nett, und

es ist allgemein sehr ruhig hier.

Melanie und Bina Calonder, Davos

Ganz klar: So viel Polizei hatten wir

noch nie im Dorf. Vielleicht wird sogar

etwas übertrieben. Letztlich spielt das

aber keine Rolle für uns. Was wir

Leonardo DiCaprio in Davos zeigen

würden, wenn wir ihn treffen könnten?

Natürlich die schönen Schneeberge,

den See und die Museen. Das wäre

grossartig.

Martin Eichholzer, Davos

Als Kondukteur der Rhätischen Bahn

stelle ich fest, dass in den Zügen mehr

Kontrollen durchgeführt werden. Das

macht die Arbeit aufwändiger, aber

damit habe ich kein Problem. Die

Sicherheit ist gewährleistet, die Behörden

treffen grosse Vorkehrungen. Für

uns Davoser ist das WEF extrem wichtig.

Es geht um viele Arbeitsplätze und

Einkommen.

Manuela Frailies, Davos

Als Einwohnerin spüre ich bisher keine

grossen Veränderungen zu den letzten

WEF-Jahren. Alles läuft wie immer

einwandfrei. Angst vor einem Terroranschlag

habe ich keine. Einzig der

Weg, um die täglichen Einkäufe zu

besorgen, ist etwas länger. Dass Leonardo

DiCaprio bei uns im Dorf ist,

freut mich natürlich. Ich halte aber

nicht extra nach ihm Ausschau.

Alica Lenze, Deutschland,

und Nick Tcitcon, USA

Die Infrastruktur am WEF ist ausserordentlich

gut. Eine Terrorattacke

erachten wir als unwahrscheinlich. So

brutal es klingt, haben es Attentäter

wohl eher auf öffentliche Plätze abgesehen.

Davos ist in unseren Augen nicht

«typisch schweizerisch». Man hat vielmehr

den Eindruck, an einem Ort der

Vereinten Nationen zu sein. ck.


4 /// DONNERSTAG, 21. JANUAR 2016 CUMINAIVEL

La polizia dei cieli è

pronta per il WEF

Dall’aerodromo di Payerne le Forze aeree assicurano il servizio di polizia aerea

durante il World Economic Forum (WEF). Per garantire questo impiego sono

schierate tre squadriglie di F/A-18. Cuminaivel ha incontrato un pilota, che ci

ha raccontato della sua esperienza e delle particolarità del WEF.

delle zone aeree ristrette», chiarisce

Savary. La responsabilità è grande: il

­pilota veglia affinché nessun velivolo

penetri nella zona interdetta e nel caso la

minaccia si concretizzi, egli deve intervenire

coerentemente alle regole di

ingaggio. In occasione del WEF, come

di norma nelle missioni di polizia aerea,

i piloti volano con aerei armati. «C’è un

certo rispetto: si sa che se premiamo un

bottone, la conseguenza ultima per il

velivolo recalcitrante o non cooperativo

può essere la distruzione», rileva Savary.

«L'impiego in favore

del WEF è sempre un

momento particolare

per noi piloti.»

Christian Savary

Il servizio di polizia aerea verrà eseguito a partire dall’aerodromo di Payerne.

da./lr. Cadono fitti fiocchi di neve sulla

base aerea di Payerne quando incontriamo

il pilota di F/A-18 Christian Savary,

a pochi giorni dall’inizio dell’impiego al

WEF. In servizio nella squadriglia 17 di

Payerne da tre anni, Savary ci racconta

che «l’impiego in favore del WEF è sempre

un momento particolare per noi piloti».

Si tratta, infatti, di un’applicazione

Foto: da.

concreta dell’allenamento eseguito lungo

tutto l’anno nel solco di missioni di

polizia aerea.

Pronti a intervenire

Durante il WEF, il sorvolo dello spazio

aereo attorno a Davos è proibito a qualsiasi

velivolo non autorizzato. «Il resto

dell’anno ci capita di rado di volare con

Mai da soli

Per queste missioni i piloti volano sempre

in binomio. Durante le conferenze,

due aerei effettuano in permanenza delle

ronde sopra la zona proibita. Gli aerei

si danno il turno durante tutto il giorno

e a volte anche durante la notte. Al di

fuori degli orari delle conferenze plenarie,

due F/A-18 sono pronti a decollare

con un preavviso di 15 minuti tanto di

giorno quanto di notte. Nonostante l’impiego

straordinario, non vi sono dubbi

riguardo alle capacità della base aerea di

Payerne e dei suoi piloti di portare a termine

la propria missione e assicurare la

sicurezza dello spazio aereo.

fb.com/cuminaivel


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 21. JANUAR 2016

/// 5

Verantwortlich für die

Moral der Truppe

Maj «Kadi» Daniel Bracher fragt bei seiner Truppe immer nach, ob alles gut läuft.

Der Kommandant der M Flab Stabsbttr 34 erklärt, warum diese Feedback-Kultur

gerade beim WEF-Einsatz so wichtig ist.

mf. Die Flab überwacht im Verbund mit

den weiteren Mitteln der Luftwaffe den

Luftraum über dem Einsatzraum und

speist Radardaten ins Luftlagebild ein.

Damit die Flab-Geschütze funktionieren,

und damit die Truppe auch bei Minustemperaturen,

bei schlechtem Wetter und

im 24-Stunden-Betrieb genug zu Essen

bekommt, dafür sorgt unter anderem

ganz besonders die Stabsbatterie. Die

Küche versorgt die weit im Einsatzgebiet

verteilten Flab-Stellungen mit warmen

Essen. Dafür stehen mehrere Duro­

Fahrzeuge im Einsatz. Logistisch ist dies

eine Herausforderung, aber dem «Kadi»

ist es sehr wichtig, dass die Truppe zufrieden

ist: «Die Verpflegung ist unglaublich

wichtig. Dafür ist eine gute

Küchenmannschaft unerlässlich.»

Zahlreiche Aufgaben

Bracher hat unter seinem Kommando

nicht nur Truppenköche, sondern auch

Übermittler, Nachrichtensoldaten, Fahrer,

Sekretäre oder Sanitäter. Eine grosse

Aufgabe kommt auch den «Ihas» zu, den

Angehörigen des Instandhaltungszug.

Die Techniker kümmern sich um die

Funktionsfähigkeit der Geschütze und

Maj Daniel Bracher (rechts) hat für seine Leute immer ein offenes Ohr.

Abteilung ein bisschen wie eine Mutter.

Wir sind verantwortlich für die Moral

der Truppe», fasst Maj Bracher die Rolle

seiner Einheit zusammen.

Bild: mw.

«Kreativität ist grossartig»

Eine so grosse und mit zahlreichen Aufgaben

betraute Einheit wie die Stabsbatterie

müsse von den Kadern gut geführt

werden. «Mir ist aber auch das

Feedback sehr wichtig: Ich frage immer

nach und frage offen, wo der Schuh

drückt, wenn etwas nicht in Ordnung

ist», sagt Bracher. Die Truppe gibt ihrem

Kommandanten in der Regel gute Rückmeldungen,

und Probleme werden im

Gespräch gelöst. Er ist überzeugt, dass

es in einer Batterie mit bunt zusammengemischten

Charakteren nicht anders

geht, vor allem, wenn der Dienst wie am

WEF fast drei Wochen dauert und keine

Übung ist.

«Ich frage immer

nach, wo der Schuh

drückt.»

Maj Daniel Bracher

Feuerleitgeräte, aber etwa auch der Öfen,

welche die Mannschaftszelte heizen –

entscheidend wichtig, wenn die Temperaturen

auf -10 bis -20 Grad oder noch

tiefer sinken. «Die Flab-Stabsbatterie

sorgt für die anderen Batterien in der

Überzeugt von der Truppe

Der 37-jährige Kommandant, der zivil

in Basel in der Pharmabranche arbeitet,

führt seit sechs Jahren eine reine Miliz­

Batterie, die schon 2013 ein erstes Mal

fürs WEF eingesetzt wurde. Beeindruckt

ist er auch von der Kreativität

seiner Leute. «An einem Standort hat

die Truppe eine Art Schlitten gebaut,

um das Essen zu transportieren – weil

wir mit dem Fahrzeug nicht ganz bis

zum Standort kommen. So etwas finde

ich grossartig!», sagt Daniel Bracher.


6 /// DONNERSTAG, 21. JANUAR 2016 CUMINAIVEL

Rapide et sûr par la

voie aérienne

Durant le WEF il y a non seulement beaucoup de policiers, de militaires et de

personnalités importantes, mais également étrangement beaucoup d'hélicoptères.

Ces machines majoritairement civiles sont appréciées par les puissants de l'économie

pour leur rapidité de transport ainsi que pour leur sûreté.

Un hélicoptère civil à la base aérienne de Stilli.

Photo: rm.

eh./nb. Il existe de nombreux moyens de

voyager à Davos. Le plus exclusif consiste

en l'utilisation d'un hélicoptère. C'est

le plus souvent une des deux entreprises

majeures, Swiss Helicopter et Skymedia,

qui effectuent ce type de missions. Voyager

par les airs est non seulement exclusif

– le prix de 9900 francs pour le parcours

«L'hélico est de plus en

plus utilisé pour des

raisons de sûreté»

René Schmid

Zurich-Davos réduit le nombre de clients

potentiels de manière dramatique –

mais offre également deux particularités

qu'aucun autre moyen de transport offre.

Le vol d'environ 35 minutes est le moyen

le plus rapide de parcourir la distance

entre Zurich et l'emplacement du WEF,

ou un héliport temporaire est exploité à

la Stilli. C'est également le moyen de déplacement

présentant le moins de risques

potentiels. «L'hélico est de plus en plus

utilisé pour des raisons de sûreté», explique

René Schmid de Skymedia.

En partie en route avec des bodyguards

La sûreté est importante pour les clients

des compagnies d'hélicoptères. Car se

sont surtout des représentants de grands

consortiums qui se laissent transporter

par les airs. Environ 70 pourcent des

hommes et des femmes des domaines

supérieurs de l'économie voyagent tout

seul, les autres 30 pourcent se laissent

accompagner par des bodyguards. Parmi

les passagers dont les identités sont

gardées secrètes se trouvent beaucoup

de clients réguliers. Les clients peuvent

être pris en charge partout, qu'il s'agisse

de Munich, de Genève ou de Friedrichshafen;

Skymedia transporte qu'environ

60 pourcent des clients à partir de la

base de l'entreprise à Zurich-Kloten.

Météo astreignante

Le seul facteur qui pourrait gâcher le

voyage par les airs n'est pas influençable.

Il s'agit de la météo. À la montagne

la météo peut «changer complètement

en l'espace d'un quart d'heure», explique

René Schmid, responsable pour les

Ground Operations auprès du service

hélico du WEF, se basant sur son expérience.

Les machines utilisées pour le

shuttle de Davos, d'une valeur de jusqu'à

six millions de francs, sont équipées

de manière exemplaire mais sont qu'en

partie aptes au vol durant des conditions

météorologiques défavorables. Et lors

qu'une grande tempête arrive la variante

extrême pour la visite du WEF peut également

être compromise: voler à Davos,

visiter le congrès pendant deux heures,

redescendre en hélicoptère.


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 21. JANUAR 2016

/// 7

Der Tessiner Lokomotivführer

am PC-7

Wenn ein Schweizer Militärpilot in seine Maschine steigt, dann weiss er, dass alles

in Ordnung ist. Das gilt auch für die PC-7-Piloten, die während des World Economic

Forums (WEF) von Samedan aus in den Einsatz gehen. Dazu trägt Gianmarco Rutz

zusammen mit zwei Kollegen als Flugzeugmechaniker bei.

«Die Mechaniker

machen einen tollen

Job hier.»

Pilot Hptm Marius Krüsi

Ein geübter Mechaniker

Für Gianmarco Rutz ist es der erste Einsatz

im Rahmen eines WEF. Für den Tessiner

ist Samedan aber kein unbekanntes

Terrain. Im Gespräch verrät er, dass er bis

vor ein paar Jahren im Oberengadin als

Lokomotivführer der Rhätischen Bahn

stationiert war. Ursprünglich war er Lastwagenmechaniker,

war aber bereits in der

Rekrutenschule in Payerne mit dem Job

als Heli-Mechaniker in Kontakt gekommen.

Seit drei Jahren sorgt er zusammen

mit seinen Kollegen in Locarno dafür,

dass PC-6, PC-7, PC-9 und die Helikopter

gewartet werden. Während auf der Heimbasis

auch grössere Reparaturen möglich

sind, beschränken sie sich in Samedan auf

das Wechseln von Pneus oder das Austauschen

von Landescheinwerfern. Für mehr

fehlen die nötigen Prüfgeräte.

Piloten und Mechaniker sind ein eingespieltes Team und vertrauen einander.

sh. «Als wir hier am Montag ankamen,

herrschten -26° Celsius», sagt Gianmarco

Rutz. Damals hätten sie Handschuhe

tragen müssen, um bei der Arbeit

draussen keine Erfrierungen zu erleiden.

Kugelschreiber hätten nicht geschrieben

und die Batterien hätten auf die Kälte

reagiert.

Volles Vertrauen in die Mechaniker

Jetzt – es ist immer noch unter null

Grad – prüft er mit blossen Händen die

PC-7 A-919, die soeben nach einem Einsatz

im Luftraum über Davos gelandet

ist. Es bricht keine Hektik aus. In Ruhe

wird die Maschine von den Piloten

übernommen. Ein ziviler Mitarbeiter

des Flugplatzes füllt unter dem wachsamen

Auge eines Kollegen von Gianmarco

Rutz rund 150 Liter Kerosin in

die Flügeltanks. Mit der Taschenlampe

in der Hand macht Rutz die Schlusskontrolle

und kriecht dazu auch unter den

Rumpf. «Die Mechaniker machen einen

tollen Job hier», sagt der Pilot Hptm

Marius Krüsi. Es sei weltweit einzigartig,

dass ein Pilot vor dem Start nicht

noch sein Flugzeug prüfe, sondern voll

auf die Mechaniker vertrauen könne.

Zum Schluss sagt er mit einem Schmunzeln,

während er auf die nächste Maschine

wartet, dass ihm die Kälte hier oben

nicht so zu schaffen macht.

Ein letzter genauer Blick ins Cockpit. Bilder: mw.


8 /// DONNERSTAG, 21. JANUAR 2016 CUMINAIVEL

La via aerea veloce e

sicura per Davos

Al WEF non vediamo solamente poliziotti, militari e VIPs, ma anche molti elicotteri.

Nella maggior parte dei casi vengono utilizzati come velivoli di trasporto veloci e

sicuri per personaggi di spicco dell’economia mondiale.

In volo con delle guardie del corpo

La sicurezza gioca un ruolo importante

per i clienti che usufruiscono di questo

servizio. Donne e uomini ai livelli più

alti dell’economia, rappresentanti di

grandi gruppi industriali viaggiano per

circa il 70% da soli, mentre per il restante

30% sono accompagnati da guardie

del corpo, ci racconta Schmid. Fra i

passeggeri, i nomi vengono trattati

con la massima discrezione, vi sono

diversi clienti abituali. I clienti vengono

generalmente presi da qualunque posto

desiderato, che si tratti di Monaco di

Baviera, Ginevra oppure Friedrichshafen.

Skymedia vola solamente al 60%

sull’aeroporto di Zurigo-Kloten.

«L'elicottero viene

sempre più frequentemente

utilizzato come

mezzo di sicurezza.»

René Schmid

Un elicottero civile alla base di Stilli.

Foto: rm.

eh./dr. Si possono scegliere diversi mezzi

di trasporto per andare a Davos. Il più

esclusivo è sicuramente l’utilizzo di un

elicottero. Questo servizio viene fornito

principalmente da due agenzie, la Swiss

Helicopter e la Skymedia, che assumono

questo genere di incarico. Il volo non è

solamente esclusivo – il prezzo di 9900

Franchi per la tratta Zurigo-Davos seleziona

naturalmente la fetta dei clienti –

ma offre anche la particolarità che nessun

altro mezzo di trasporto garantisce:

con i suoi 35 minuti di viaggio è il modo

più veloce per percorrere la tratta dalla

città sulla Limmat al centro di cura grigionese,

dove durante il WEF è stato

adibito un eliporto temporaneo. Una via

di accesso alla quale in pochi possono

fare ricorso. «L’elicottero viene anche

sempre più frequentemente utilizzato

per motivi di sicurezza» afferma René

Schmid di Skymedia.

Limitati dal tempo

C’è solo un fattore che non può essere

messo in conto: la meteo. Quest’ultima

può cambiare molto rapidamente in montagna

«in un quarto d’ora le condizioni

meteorologiche possono cambiare radicalmente»

ci dice René Schmid, da molti

anni responsabile per le Ground Operations

dei servizi eliportuali al WEF.

Anche l’elicottero più caro, del costo di

sei milioni di Franchi, e tecnologicamente

più dotato è comunque limitato dalle

condizioni meteo. Nel caso dell’arrivo di

un brutto fronte meteorologico, la variante

più estrema è il blocco della tratta

aerea, come anche già vissuto dai clienti

di Schmid: volare a Davos, visitare per

due ore il congresso e poi subito ritornare.


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 21. JANUAR 2016

/// 9

WEF-Sicherheitskräfte

in den Medien

Während das Weltwirtschaftsforum in Davos über die Bühne geht, stehen nicht nur

die prominenten Gäste im Rampenlicht. Auch die Einsatzkräfte der Armee und der

Polizei erhalten von den Medien mehr Aufmerksamkeit als üblich.

ac. Das Engagement für die Sicherheit am WEF ist seit Jahren

der grösste Einsatz im eigenen Land für die Schweizer Armee.

Kein Wunder also, wird den Truppen auch von den Zeitungen

und Newsportalen während diesen Tagen ganz besonders auf

die Finger geschaut. Wir haben eine kleine Medien rundschau

gewagt.

«Viele Leute haben sich genaue

Gedanken gemacht» Basler Zeitung

Die «Glocke von Davos»

Schon vergangene Woche füllte das Sicherheitsdispositiv für

das WEF gleich ganze Seiten der Zeitungen. Unter dem Titel

«Tief verschneit, hoch gerüstet – Davos wappnet sich gegen

neue Terrorgefahr» schrieb der «Blick» über Scharfschützen,

F/A-18-Kampfjets und Fliegerabwehrkanonen, die im Einsatz

stünden. Und die «Neue Zürcher Zeitung» zitierte Oberst Walter

Schlegel von der Bündner Kantonspolizei, der von einer « Glocke

von Davos» sprach, welche dank dem Einsatz von Polizei,

Armee und Luftwaffe während des WEF zustande komme.

«Gewohnte Dinge wurden geändert»

Geht es um die konkrete Arbeit der Polizei und der AdA am

WEF, sind oft lobende Worte zu vernehmen. Von den verstärkten

Sicherheitsmassnahmen merke der normale Besucher kaum

etwas, schreibt ein Journalist der «Basler Zeitung». «Das Sicherheitsdispositiv

wurde etwas auseinandergezogen, schon in

Landquart fragt einem ein freundlicher Polizist, wo man denn

hinwolle» – viel mehr sei da aber nicht. Erst wer sich dem

Zentrum von Davos nähere, würde strengen Kontrollen unterzogen.

«Man merkt auf Schritt und Tritt, dass sich da viele Leute

sehr genaue Gedanken gemacht und viele gewohnte Dinge

geändert haben.»

Die unbekannten Wetterschmöcker

Dank des WEF haben es in diesem Jahr sogar Einheiten der

Armee in die Zeitung geschafft, von denen selbst viele Soldaten

wohl nicht gewusst haben, dass es sie überhaupt gibt. Als «Wetterschmöcker

der WEF-Prominenz» bezeichnet der «Tages­

Anzeiger» die Wetterabteilung 7 der Schweizer Armee. Dank

ihren Beobachtungsposten, Messstationen und Wettersonden an

Ballons werden unter anderem die Helikopter­ Piloten mit wichtigen

Flug-Daten versorgt. Nur so können die geladenen WEF-Gäste

überhaupt rasch und sicher nach Davos transportiert werden.


10 /// DONNERSTAG, 21. JANUAR 2016 CUMINAIVEL

«Siamo meccanici di

qualità»

Ogni battaglione è ricco di diverse funzioni. Tra le molte, ce ne sono alcune più

di nicchia e quindi meno conosciute. Una di queste è quella del team dei meccanici,

il cui lavoro certosino permette la mobilità della truppa.

ms. «Sempre e ovunque». Senza validi

meccanici, probabilmente il battaglione

di fanteria di montagna 30 non riuscirebbe

a onorare appieno il proprio motto.

Spesso dati per scontati, i rapidi spostamenti

della truppa – cruciali per la

buona riuscita di un impiego – sono

infatti garantiti dal know how della speciale

équipe chiamata a occuparsi dei

veicoli in servizio. E quest’anno, sotto la

gestione del sergente Vidili, sono otto i

militi attivi nell’officina ubicata a Coira.

Siamo andati a trovarli.

Un team affiatato

«La squadra è composta da sei meccanici

e due armaioli» spiega il sergente,

attorniato dai suoi uomini. Un team,

anche in civile occupato nel ramo della

meccanica, che da subito ci pare affiatato,

con le nostre domande che trovano

puntualmente una o più risposte. Come

sta andando l’impiego? chiediamo dunque.

«Per ora – indica l’appuntato capo

Perret-Gentil – abbiamo eseguito una

trentina d’interventi, per lo più dovuti a

guasti tecnici e incidenti». E l’ultimo

sinistro, in ordine cronologico, lo possiamo

ammirare con i nostri occhi: un

DURO con la parte posteriore danneggiata.

«Siamo dovuti entrare in azione

alle 4h30 con il nostro camion di soccorso

per risolvere la situazione» racconta

il sergente Vidili.

Il team dei meccanici coordinato dal sgt Vidili.

Meteo ingrato

C’è poi il meteo, che di certo quest’anno

non ha fatto sconti. «Ma la mole di lavoro,

di norma, non cambia in base alle

stagioni» rileva il soldato Taiana. Per

poi fare un esempio: «Se in questo

periodo ci occupiamo soprattutto di

problemi legati all’accensione del veicolo,

nei mesi caldi al contrario sono diversi

i casi di surriscaldamento del motore».

Ad ogni modo nel quadro attuale i

guasti più frequenti riguardano appunto

l’impianto elettrico, ma anche il cambio.

«Il motivo? I cambi che ripariamo – nota

Perret-Gentil – sono spesso sottodimensionati

rispetto alla tipologia di veicoli

militari, come pure al tragitto da compiere».

Promossi e bocciati

Attenzione però. «Non è tanto l’età dei

veicoli a determinarne l’usura, quanto

l’errato utilizzo degli stessi da parte

Foto: lm.

degli autisti» rimarca Vidli. «Sovente –

costata inoltre – a causa dei tempi stretti

non c’è un’istruzione variata a seconda

della tipologia di veicolo». Formazione

alla quale, invece, non mancano mai di

sottoporsi i nostri meccanici, tenuti a

partecipare a corsi d’aggiornamento

regolari. Noi, in conclusione, vogliamo

però gettare uno sguardo al passato e al

presente. Quali, quindi, i mezzi più

addomesticabili e i più «detestati»? La

risposta è corale: «I DURO creano i

maggiori problemi, mentre i vecchi

PUCK – in parte già sostituti – sono gli

unici che non ci danno grattacapi».


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 21. JANUAR 2016

/// 11

Limousine statt

Helikopter

Gestern wurde das WEF offiziell eröffnet. Die meisten völkerrechtlich geschützten Personen

(VIP) treffen mit ihren Delegationen in Davos ein. Wie wird die Polizeibegleitung organisiert

und wie werden die Gäste zu ihrem Schutz überwacht? Johannes Bärtsch, Chef Puma,

erlaubt uns einen Blick hinter die streng vertrauliche Einsatzzentrale Sofa-Puma.

as. Mittwochmorgen in der Einsatzzentrale

Sofa-Puma. Hier werden die sogenannten

schweren Mittel und Personenschützer

(Grenadiere) disponiert. Was relativ nüchtern

klingt, ist in Wirklichkeit Hektik pur.

An der Wand die Tagesliste mit den VIPs.

Land, Name, Ankunftszeit, Begleitteam

und Spezielles. 10.20 Uhr: Entscheid

«Meteo negativ». Die Superpumas der

Armee können wegen dichten Nebels in

Zürich nicht starten. Planänderung: Die

VIP müssen mit Limousinen-Konvois

nach Davos begleitet werden.

«VIP auf dem Rollfeld»

Die Tagesliste wird im Minutentakt angepasst.

«Skifahren abgesagt» heisst es bei

einem Gast aus Afghanistan. Ein Teamleader,

der mit seinem Konvoi die Gleise der

Rhätischen Bahn (RhB) überqueren muss,

wünscht Unterstützung. Der ankommende

Zug muss seine Fahrt verlangsamen. Auftrag

an die Verkehrszentrale für die Posten

draussen: «Talstrasse ab der Vaillant­

Arena entleeren, Konvoi fährt Richtung

Davos Dorf ein.» Headset, Handy, Funk

und PC: Die Operator in der Einsatzzentrale

bedienen alles gleichzeitig. «Deine

VIP ist schon auf dem Rollfeld», heisst es

via Funk oder «Flieger aus Belgien noch

nicht gelandet, Nahschutz unterwegs.»

Eventualplanung bereit

Die Teamleader melden der Einsatzzentrale

im Voraus jede Bewegung der VIP.

Sehen die Operator, dass VIP von zwei

Ländern im Konflikt gleichzeitig zum

Eingang des Kongresszentrums steuern,

verhindern sie ein Zusammentreffen. Und

wie weiter bei einer technischen Panne?

Stromausfall oder Cyberattacke – Die

Einsatzzentrale Sofa-Puma ist auf einen

sofortigen Systemwechsel vorbereitet.

Eine grosse Magnetwand mit allen Informationen

steht für die Eventualplanung

bereit. Die Zentrale ist 24 Stunden am Tag

besetzt. Auch die Personenschützer arbeiten

so lange ihre VIP aktiv ist, das können

schon 16 Stunden am Tag sein. Nachtruhe

gibt es erst nach Absprache mit der Delegation.

News im Web täglich auf:

www.cuminaivel.ch

Frage des Tages: Welches ist dein persönliches Highlight am WEF-Einsatz?

Bilder: rm./bw.

Elea Ringger,

Sonderfahrerin

Ich bin seit zweieinhalb Jahren

Polizistin bei der Kantonspolizei

Zürich. Es ist eine grosse Ehre für

mich, dass ich ans WEF kommen

darf. Als Sonderfahrerin im Einsatz

zu stehen, ist das Highlight an

sich. Ich bin gespannt, welche VIP

aus welchen Staaten ich während

dieser Woche als Fahrerin begleiten

werde.

Sdt Yanick Bühler,

Durchdiener

Obwohl ich als Durchdiener schon seit

Monaten Armeedienst leiste, ist dies

mein erster Ernsteinsatz. Zuständig

für die Bewachung der Hubschrauberbasis,

komme ich mit verschiedenen

Truppengattungen in Kontakt: Piloten

der Luftwaffe, Spezialeinheiten der

Polizei, Hundeführer. Der Austausch

mit all diesen Einsatzkräften ist für

mich eine grosse Bereicherung.

Oberst i Gst Franco Piffaretti,

Chef Einsatz EVB

Selbstverständlich ist meine Mannschaft

das grösste Highlight für mich.

Die Soldaten und Kader leisten hervorragende

Arbeit. Weiter finde ich

bemer kenswert, wie sich die Anpassung

der Bedrohungslage auf die Truppenstimmung

auswirkt. Mir scheint,

dass die Armeeangehörigen ihre Aufträge

mit noch grösserer Aufmerksamkeit

als in den letzten Jahren ausführen.


12 /// DONNERSTAG, 21. JANUAR 2016 CUMINAIVEL

An miar

kunnt kaina

vrbi!

Kopf des Tages:

Markus Eggenberger

Bild: eh.

eh. Donnerstag. Fast Halbzeit beim

WEF – und gleichzeitig einer der zwei

Tage, an denen bei Markus Eggenberger

am meisten läuft. Denn der Ressortchef

Sicherheitspolizei (Sipo) Davos ist

am «Forum» zwar für dasselbe zuständig,

wie im Alltag als Chef Sipo der

Kantonspolizei Graubünden, nur ist

halt «alles viel komplexer und grösser».

Bild des Tages

Davos, 19.01.2016, 19:36

Bild: rm. Illustration: han.

Komplexer unter anderem, weil der

46-Jährige ein Grosskontingent Polizistinnen

und Polizisten führt, die aus

allen Kantonen angereist sind. Polizisten,

die den Schutz von Objekten wie

Hotels und natürlich den dort logierenden

Menschen sicherstellen. Diese

Mammutaufgabe zu stemmen, das

gehe nur mir einem eingespielten

Team, das ihn «sehr stark unterstützt».

Trotz dieser Entlastung kommt er

momentan auf 15-Stunden-Tage. Entspannung

von diesem Stress gibt es

erst eine Woche, nachdem das WEF zu

Ende ist: dann ist die Spezialorganisation

zurückgefahren, sind Optimierungsmassnahmen

rapportiert und

Eggenberger kann «das Wochenende

mit der Familie geniessen».

Impressum

Herausgeber: Gemeinschaftsproduktion der

Kantonspolizei Graubünden und der Schweizer Armee

Redaktion: Kapo GR, EVB, EVL, FUB, LBA Infoline

Cuminaivel: 058 469 16 22

E-Mail: redaktion@cuminaivel.ch

Verantwortliche:

Senti Anita, C Komm Kapo GR

Oberst La Bella Marco, C Komm EVB

Ausgaben: Erscheint vom 13.01. – 25.01.2016

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