Aufrufe
vor 1 Jahr

Mai 2017 | Bürgerspiegel

Seite 4 Sonderthema

Seite 4 Sonderthema Anzeige 1987 - 2017 30 Jahre Frühtanz in Tange Wie alles anfing und wer sich daran noch erinnert! So fing alles an! In den 50er Jahren war die Dorfgaststätte und der Lebensmittelladen der Familie Mennenga der Dorfmittelpunkt! Von HENRIE LAIB Es gab mal eine Zeit, da warnten sogar die katholischen Pastoren aus den Nachbargemeinden Barßel und Saterland vor dem kleinen Flecken Tange. Gemeint war die bei der Jugend so beliebte Diskothek Tange. Für die Pastoren das Sodom und Gomorrha des Ammerlandes. Das ist jetzt über 40 Jahre her. Und heute? Heute geht sogar der in Barßel ansässige katholische Pfarrern Ludger Becker ab und an in die Disko - und erreicht damit nicht nur die Jugend, sondern auch einen bemerkenswerten Beliebtheitsgrad. Tange, das ist längst nicht mehr nur ein Ortsteil von Apen, ein kleines Dorf im Ammerland. Tange ist zum Markenzeichen geworden für eine gewachsene Jugend- und Diskokultur. Wo Oma schon tanzte, tanzen heute die Enkel. Die Diskothek und der Frühtanz in Tange, der 1987 erstmals stattfand - das war das „Paarship” der damaligen Zeit, die angesagteste Partnerbörse, der Ort, an dem der erste heiße Kuss stattfand und Jahre später die Trauung folgte. Aber bevor wir mit Zeitzeugen sprechen, jenen, die von Beginn an dabei waren, wollen wir zurückblicken und erzählen, wie alles anfing und wie Tange zum Disko-El-Dorado von Generationen wurde. Tange vor dem Zweiten Weltkrieg! In dem kleinen Flecken im Ammerland hielten die Einwohner schon damals eng zusammen. Von der großen, weiten Welt bekamen die meisten nichts mit. Fernseher gab es noch nicht und ein Radio hatte nur einer im Dorf. Einen kleinen Volksempfänger, den “VE 301”, der im August 1933 auf der 10. Großen Deutschen Funkausstellung in Berlin vorgestellt wurde. Und der stand jetzt auch in Tange und zwar im Gasthof von Helene und Hermann Delger. Das angesehene Gastwirtsehepaar betrieb auch noch eine Landwirtschaft. Es waren die Großeltern von Hermann Mennenga und Urgroßeltern von Sohn Boris. Doch bis aus dem kleinen Dorfgasthof die Kultdisko wurde und erst viel später auch der Frühtanz dazukam, dauerte es noch über ein halbes Jahrhundert. Im Dorfgasthof der Delgers kehrten Bauern und Milchfahrer ein. Hier gab es das Bier für ein paar Pfennige. Trotz der harten Zeiten waren die rechtschaffenden Menschen in Tange zufrieden mit ihrem Leben. Selbstverständlich ging der Zweite Weltkrieg nicht spurlos an ihnen vorüber. Doch in Tange hielt man wie gesagt zusammen – was auch heute noch oberste Regel der Einheimischen ist. Keiner kann diesen Gemeindezusammenhalt kippen. In den 50er Jahren übernahm dann der Vater von Hermann Mennenga, Bernhard Mennenga, die Gastwirtschaft und baute sie aus. Es kam ein Lebensmittelladen dazu. Schon damals bewiesen die Mennengas gastronomischen Weit-

Sonderthema Seite 5 Anzeige 1987 - 2017 30 Jahre Frühtanz in Tange Wie alles anfing und wer sich daran noch erinnert! Heute ist es ein gastronomischer Großbetrieb und der Frühtanz ein Highlight, zu dem Besucher aus dem gesamten Norden nach Tange pilgern, blick. 1954 kam Sohn Hermann zur Welt. Mit 15 Jahren lernte er erst einmal Automechaniker in der Kfz-Werkstatt von Hans Ruseler in Augustfehn. Hermanns Schwester Heidrun Oltmanns aus Barßel erinnert sich: „Unsere Eltern haben hart gearbeitet. Wir hatten die Gastwirtschaft, den Lebensmittelladen und auch noch einen landwirtschaftlichen Betrieb. Als Kinder mussten Hermann und ich immer mithelfen. Es war aber eine tolle Zeit. Wir haben Dorffeste gefeiert, es gab Pferderennen – für uns Kinder war Tange schon damals ein Paradies.” 1976! Hermann Mennenga war gerade mal 21 Jahre alt, als er den Gasthof seiner Eltern übernahm. Und hatte dann die Idee seines Lebens! Der Junggastronom wollte aus dem Familiengasthof in dem kleinen beschaulichen Örtchen Tange ein Abendlokal für junge und junggebliebene Leute machen. Einige hielten ihn für verrückt („das wird niemals was”), andere schüttelten nur mit dem Kopf und der katholische Pastor aus Barßel warnte noch eindringlicher von der Kanzel herab vor dem heranziehenden Sündenpfuhl. Doch wenn sich ein Hermann Mennenga mal etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht er das auch durch. Und das tat er! Mit grandiosem Erfolg! Seine Schwester Heidrun erinnert sich: „Alles fing ganz einfach an – mit einem Plattenteller.” Dort rotierten dann die Single-Platten im 45er-Tempo. 70er Jahre Sound eben: Cindy und Bert, Roy Black, Jürgen Marcus, Costa Cordalis, Andreas Martin oder Marianne Rosenberg. Es gibt Mitbürger jenseits der 60, die heute renommierte Unternehmer, Politiker oder Handwerker sind, die feuchte Augen bekommen, wenn sie an die damalige Zeit zurückdenken. Einige von ihnen waren die Casanovas, die Playboys, die nichts anbrennen ließen. Heute sind sie glückliche Familienväter, rechtschaffene Handwerker oder Unternehmer. Und heute gehen ihre Kinder und sogar schon die Enkelkinder in die Disko und zum Frühtanz nach Tange. „Und wissen Sie was”, sagt ein rechtschaffener Familienvater, der vor 30 Jahren noch zu den “Aufreißern” gehörte, „ich habe überhaupt keine Angst, wenn meine Tochter oder mein Sohn nach Tange gehen. Weil ich weiß, dass sich Hermann und sein Team – so, wie in alten Tagen – auch noch heute darum kümmern, dass alles ohne große Vorfälle über die Bühne geht. Hermann und Boris halten ihren Laden sauber, Sicherheit wird groß geschrieben. Tange hat schon immer darauf geachtet, dass die Gäste gut und sicher nach Hause kommen. Wer sich zu benehmen weiß, hat auch bei diesem Großevent keine Probleme.” Erfahren Sie mehr auf den nächsten Seiten von Tange-Mitarbeitern der ersten Stunden!

Kompakt-Magazin Mai 2017
Enzkreis Rundschau Mai 2017
Orhideal IMAGE Magazin - Mai 2017
Mitgliederinfo Moselwein e.V. Mai 2012 - mosel weinkulturland
Quellentaler Aussichten Mai 2017
AJOURE´ Magazin Mai 2017
Baden Journal Mai - Juli 2017
Berker Läeve - MAI 2017
La Vida Magazin: Ausgabe Mai - August 2017
Komplett - DAS Sauerlandmagazin Ausgabe Mai/Juni 2017
Enzkreis Rundschau Juni 2017
Hamburg Alpin Teaser Ausgabe 02/2017 | April | Mai | Juni
saar-scene Mai 05/13