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Forum November 2017

LAND BRANDENBURG Keine

LAND BRANDENBURG Keine Zeit für Digitalisierung Umfrage ergab: Im Land Brandenburg haben nur 16 Prozent der Handelsunternehmen ein eigenes Budget für Digitalisierung. Keine Zeit und kein Geld? Schwer zu glauben, aber fehlende zeitliche Ressourcen werden mit 57 Prozent als größtes Hemmnis für die weitere Digitalisierung genannt, gefolgt von rechtlicher Unsicherheit mit 42 Prozent und den Investitionskosten. Das ergab die Sonderauswertung einer Studie für das Land Brandenburg zum deutschen Einzelhandel 2017, die in Kooperation mit der IHK-Organisation entstanden ist. Den höchsten Beratungs- und Schulungsbedarf zur Digitalisierung sehen die brandenburgischen Handelsunternehmen in den Bereichen Kommunikation über Social Media (43 Prozent), IT-Sicherheit und Datenschutz (37 Prozent). Verkaufswege verschmelzen „Die Ergebnisse bestätigen unseren Weg, als IHKs in Brandenburg gezielte Beratungs- und Schulungsangebote für die Händler unserer Region anzubieten“, erklärte Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus. „Leider ist der Handel bei Förderprogrammen des Landes und des Bundes zur Begleitung der Digitalisierung in der Wirtschaft bisher ausgeklammert. Diese Förderprogramme müssen endlich für die Handelsbranche geöffnet werden.“ Die Studie bestätigt, dass im Handel die stationären und die online-Verkaufswege zunehmend verschmelzen. Deutschlandweit sind derzeit 35 Prozent der Händler sowohl online als auch offline unterwegs, elf Prozent nutzen ausschließlich online-Kanäle zum Verkauf ihrer Produkte, noch 54 Prozent betreiben ausschließlich stationäre Ladengeschäfte. Von den ausschließlich stationär aktiven Händlern rechnen 24 Prozent damit, dass ihre Umsätze in den kommenden fünf Jahren zurückgehen. Deutlich wird aus der Umfrage zudem, dass nicht nur beim Verkauf der Produkte, sondern auch im Back-Office immer stärker digitalisiert wird. Das betrifft zum Beispiel die Kundenverwaltung, die Warenwirtschaft oder das Marketing. Rund 80 Prozent der Händler nutzen dafür digitale Systeme. Maßnahmen zur Digitalisierung im Handel werden zum Beispiel durch das Projekt Digital SmartRegion in Kooperation mit der TH Brandenburg umgesetzt. Hier wird z. B. in Gransee erprobt, wie mit digitalen Lösungen der Handel in der Innenstadt belebt werden kann. Durch die wissenschaftliche Begleitung werden damit nachhaltige Maßnahmen getestet und für andere zugänglich gemacht. Über den Wettbewerb „City-Offensive Westbrandenburg“ bietet die IHK Potsdam zudem innovativen Initiativen und Kampagnen zur Stärkung der Innenstädte eine Plattform, wo ebenfalls digitale Lösungen einfließen. Unterstützung ist da Darüber hinaus ist die Digitalisierung Thema zahlreicher Veranstaltungen, in denen sowohl gute Beispiele aufgezeigt und Hinweise zum sicheren Umgang mit internetbasierten Lösungen gegeben werden. Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bietet mit der Einrichtung von 14 Mittelstand-4.0- Kompetenzzentren bundesweit Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen bei digitalen Transformationsprozessen. FORUM/IHK Hintergrund Forscher von ibi research an der Universität Regensburg haben zusammen mit 41 Industrie- und Handelskammern sowie dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in den letzten drei Monaten eine umfassende Untersuchung des Einflusses der Digitalisierung auf den deutschen Einzelhandel durchgeführt und nun die Studie „Der deutsche Einzelhandel 2017“ vorgelegt. Die deutschlandweite Befragung von mehr als 2 000 Einzelhändlern zeigt den Status quo der Digitalisierungsbemühungen der Händler, vertieft ausgewählte Problemstellungen wie die Investitionsbereitschaft oder die Nachfolgeproblematik und analysiert die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Geschäftsmodelle. Zur deutschlandweiten Studie sowie zur Sonderauswertung für das Land Brandenburg: www.ihk-potsdam.de/handelsstudie2017 FORUM – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN Nr. 11 | 2017 47

Manuela Scheeg (l.) testet die neu entwickelte App mit ihren Kollegen. FOTO: S. SPECHT Digitali sierung Die ganze Stadt in einer App Die Granseer Einzelhändler haben ein gemeinsames Ziel. Sie wollen, dass ihre Angebote wahrgenommen werden, dass die Innenstadt lebendig wird, dass die Granseer nicht nach Berlin zum Einkaufen fahren. Das Projekt „D-smartRegion“ der TH Brandenburg macht‘s möglich/ Zweiter Teil der FORUM-Serie zur Digitalisierung. Dass sie für dieses Ziel gemeinsam kämpfen, ist lange her. Genauer gesagt blicken die Granseer Unternehmer auf 15 Jahre zurück, in denen sie nicht miteinander, sondern bestenfalls aneinander vorbei arbeiteten. Der bis dahin existierende Unternehmerverein hatte sich aufgelöst. Unabgestimmte Öffnungszeiten und unabgesprochene Angebote führten dazu, dass die Menschen aus Gransee und den umliegenden Gemeinden lieber nach Berlin fuhren, um zu shoppen. Das soll sich nun ändern. Grund dafür ist eine Initiative in der Region, die die Regio Nord mbH im Auftrag der Kommunen des Mittelzentrums führt. Dessen Geschäftsführer Olaf Bechert hat es Olaf Bechert mit seinem Team, mit dem Amt Gransee und Gemeinden sowie anfänglich einer Hand voll Einzelhändlern geschafft, aus ehemals einzeln agierenden Innenstadthändlern eine schlagkräftige Truppe zu formen. Gemeinsame Ziele verbinden Dazu holte er die IHK ins Boot und mit ihr die Möglichkeit, Zugang zum geförderten Projekt „D-smartRegion“ der technischen Hochschule Brandenburg zu bekommen. Bei diesem Projekt geht es darum, das große Thema Digitalisierung in die Regionen zu bringen. Im Fall von Gransee bedeutet das die Entwicklung einer eigenen App. „Smartes Gransee“ heißt sie und befindet sich gerade in der Testphase. Vorausgegangen waren etliche Treffen der Unternehmer mit Projektleiterin Michaela Scheeg von D-smartRegion Brandenburg und ihren Mitarbeitern. „Michaela Scheeg hat großartige Arbeit geleistet“, blickt Olaf Bechert zurück. „Sie hat es geschafft, Themen auf die Agenda zu holen, die für die Händler interessant sind. Mit dem wachsenden Interesse wuchs die Bereitschaft, mitzuarbeiten und auch die Anzahl der Interessenten wurde von Treffen zu Treffen größer. Dabei entstand eine ganz wunderbare Energie. Menschen, die zuvor lange nicht mehr miteinander gesprochen hatten, arbeiten nun an einem gemeinsamen Ziel.“ Der Unternehmerverein mit seinen derzeit 45 Mitgliedern bildete sich so beinahe nebenbei. Pionierarbeit für die ganze Region Diesen Schwung nutzen die Händler nun für weitere Aktionen. So gibt es seit dem Sommer ein Gutscheinheft mit Rabatten und Angeboten. Auf die neue App set- FOTO: S. SPECHT zen Bechert und die Granseer Unternehmer große Hoffnungen. In ihr lassen sich verkaufsoffene Sonntage, abgestimmte Öffnungszeiten von Geschäften, Arztpraxen und Ämtern, Verbindungen mit dem ÖPNV, Gastronomie und Kultur vereinen. Kurz: Die ganze Stadt Gransee in einer App. Nun ist Gransee nicht die erste Stadt, die eine eigene App entwickeln lässt. In einigen Orten gibt es bereits so eine App, in anderen kam man über die Ideenfindung nicht hinaus. Olaf Bechert hat bemerkt, woran das liegt: „Man braucht eine große Basis, auf der man so etwas stemmen kann. Einzelne Händler alleine hätten das sicher nicht geschafft. Darum war die Gründung eines Unternehmervereins so wichtig und ein wahrer Glücksfall für die Stadt.“ Gemeinsam mit der IHK plant Olaf Bechert, auch für andere Städte der Region eigene Apps entwickeln zu lassen. „In Gransee wurde richtige Pionierarbeit geleistet. Wenn es gut läuft, könnten Zehdenick und Fürstenberg davon profitieren und als nächstes folgen“, sagt Philipp Gall vom IHK-RegionalCenter in Oranienburg. FORUM/S. Specht 48 FORUM – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN Nr. 11 | 2017

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