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E_1929_Zeitung_Nr.011

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Motorfahrzeuge und

Motorfahrzeuge und Tankstellen wer das Strassenbild von 1920 mit demjenigen der Jetztzeit vergleicht, wird als eine der Neuerungen das rapide Ausbreiten der Tankstellen registrieren müssen. Zweifellos ist dadurch für den Fahrer eine grosse Erleichterung geschaffen worden, und niemand möchte heute wohl mehr diese erleichterte Brennstoffvermittlung missen. Es war vorauszusehen, dass dieser Tankstellendienst in seiner Ausbreitung ungefähr mit der Motorisierung des betreffenden Landes Schritt hält, d. h. sich nach dem entsprechenden Bedarf an Brennstoffen und Oelen aller Art richtet. Immerhin ist es interessant, die Verbreitung solcher Tankstellen in den verschiedenen Ländern feststellen zu können und gibt die nachstehende Zusammenstellung hierüber interessante Aufschlüsse: Grossbritannien Dänemark Frankreich Schweiz Holland Deutschland 70000 6 700 50000 3 750 4 350 80000 27.6 25,1 18,4 31,9 22,1 36,1 22,9 45,1 23.7 67,4 31,1 67,5 Qrossbritannien ist somit dasjenige Land Europas, das die meisten Tankstellen besitzt; an zweiter Stelle folgt Frankreich, an dritter Deutschland. Stellt man jedoch auf die Anzahl Einwohner per Tankstelle ab, so marschiert Dänemark mit 594 Einwohnern an erster Stelle, vor Grossbritannien mit 670 und Frankreich mit 800 Einwohnern. Auch wenn man die Zahl der Tankstellen mit der Zahl der Motorfahrzeuge in Beziehung bringt, beansprucht Dänemark den ersten Platz, gefolgt von Frankreich und der Schweiz. Die vorstehende Aufstellung zeigt, dass unser Land mit einem wohlverzweigten Netz von Tankstellen versehen ist und sich so heute zweifellos in dieser Hinsicht kein Mangel mehr bemerkbar macht, abgesehen vielleicht von einigen Berggegenden, wo an einzelnen Orten eine vermehrte Aufstellung solcher Versorgungsposten noch wünschenswert wäre. Welch grossen Wert übrigens diese Tankstellen repräsentieren, geht aus folgender interessanter Zusammenstellung der nämlichen europäischen Länder hervor: wert der Tankstellen in Tti Grossbritannien 220 000 000 Frankreich 155 000 000 Deutschland 95 000 000 Dänemark 18 000 000 Holland 13 000 000 Schweiz 11 500 000 Es zeigt diese kurz© Zusammenstellung erneut, welch grosse finanzielle Mittel in allen Zweigen des Automobilgewerbes investiert sind, und wi© interessant wäre es, \ve"hn einmal von autoritativer Seite aus eine möglichst detaillierte Zusammenstellung über das gesamte im schweizerischen Autobilwesen investierte Kapital und die in demselben tätigen Arbeitskräfte vorgenommen würde. Es könnte dadurch speziell den gesetzgeberischen und Gerichtsbehörden dargetan werden, dass man es hier mit einem Industriezweig zu tun hat, der in unserm Volkswirtschaftsleben heute eine überaus bedeutsame Rolle spielt. s. Aus welschen Landen Das gemeinsame Projekt gefährdet Die Verkehrsfachmänner der Kantone der welschen Schweiz haben sich In guter Absicht zusammengetan und ein Projekt zu einer gemeinsamen Ausführungsverordnung ausgearbeitet. Alle Interessenten waren berücksichtigt worden und die Verbände der Strassenbenützer hatten Gelegenheit, ihre Vorschläge zu machen. Wir geben im folgenden einige Grundgedanken dieses Entwurfes wieder, woraus man ersieht, dass die geplante gemeinsame Ausführungsverordnung in einem fortschrittlichen Geist gehalten ist. Vor allem ist Einheitlichkeit erstrebt. Einheit innerhalb der Kantone. Es soll nicht mehr vorkommen, dass die Gemeinden eines Kantons verschiedene Vorschriften erlassen. Was die Ausdehnung der Verordnungsvorschriften anbelangt, so erstrecken sie sich nicht nur auf sämtliche Motorfahrzeuge, sondern auch auf die Radfahrer. Als Camions gelten alle Motorfahrzeuge mit mehr als einer Tonne Tragkraft. Haben sie unter einer Tonne Tragkraft, gelten sie als Reisewagen, ob sie zum Transport von Waren oder Personen dienen. Die Verkehrsbewilligungen müssen innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren erneuert werden, sonst muss ein neues Examen abgelegt werden. Der Entzug der Verkehrsbewilligung wird im Schweizerischen Polizeianzeiger und im «Feuille Officielle» publiziert. Das Gesuch für einen Führerschein muss begleitet sein von einem Auszug aus In Nr. 8 der «Automobil-Revue» betonten wir anläßlich der Besprechung über die Reduktion der Gütertarife der S. B. B., dass uns die Beschlüsse der kommerziellen Konferenz insofern eigenartig berühren, als sie in ihrer Begründung weniger darauf ausgingen, der schweizerischen Volkswirtschaft Erleichterungen zuzuführen, sondern einzig und allein die leidige Automobilkonkurrenz aus dem Felde zu schlagen. Unsere Auffassung scheint die richtige zu sein, denn auch die schweizerische Handelskammer, die vor einigen Tagen in Zürich tagte, ist zum gleichen Schluss gekommen. Der Taxabbau im Güterverkehr gab in diesen interessierten Kreisen natürlich viel zu sprechen. In der Aussprache wurde festgestellt, dass die in Aussicht genommene Tarifreduktion sozusagen ausschliesslich die Bekämpfung der Automobilkonkurrenz bezwecke und dabei den Begehren von Handel und Industrie, insbesondere nach Abbau des Stückguttarifs, des.Spezialtarifs 3 und der Ausnahmetarife, keine Rechnung getragen worden seien. Die schweizerische Handelskammer bedauert, nach einem offiziellen Mitgeteilt in der Presse, dass die Tarifrevision nicht auch vom allgemein wirtschaftlichen Standpunkt aus durchgeführt werden soll und gibt der bestimmten Erwartung Ausdruck, dass die S. B. B- nach Durchführung der vorgeschlagenen Massnahme dem berechtigten Begehren von Handel und Industrie nachträglich Rechnung tragen werden. Eines ist sicher. Die leider immer noch einseitige Stellungnahme der Bahnen gegenüber dem Automobil wird weder den ersteren noch unserer gesamten Volkswirschaft etwas nützen. Man lasse doch endlich einmal das Automobil Automobil sein und handle nicht nach einseitigen, sondern nach allgemein gültigen wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Erfreuliche Kunde aus Obwalden. Wie unsere Leser wissen, befassen sich die Behörden im Kanton Obwalden mit der Revision der Auto- und Veloverordnung. Die neue Vorlage ist noch nicht durchberaten. Auf Grund uns zugekommener Nachrichten ist aber ziemlich sicher damit zu rechnen, dass die Fahrgeschwindigkeit erhöht werden wird. Statt der bisher tolerierten 15 km durch Ortschaften und Bergstrassen wird jedenfalls eine Geschwindigkeit von 25 km angenommen werden. Auf flachen Lande ist eine solche von 50 km vorgesehen. Der Sonntagsverkehr soll wie bisher beibehalten ÄUTOMOBTL-REVUC 1929 — N° 11 Aktuelles vom Tage. Eine Bestätigung. werden. Das Erfreulichste an der Vorlage wird das Fallenlassen des Nachtfahrverbotes für Automobile und Lastwagen sein. Leider ist jedoch noch ein Nachtfahrverbot für die Motorräder vorgesehen von 11 bis 5 Uhr mongens (November bis April) und 11 bis 4 Uhr morgens (Mai bis November). Wir wollen zuversichtlich hoffen, dass der Kanton Obwalden, einmal in grosszügiger Revision begriffen, auch das Nachtfahrverbot für Motorräder fallen lassen wird. Die Polizeidirektion des Kantons Obwalden könnte es sich als grosses Verdienst anrechnen, wenn das Nachtfahrverbot in ihrem Kanton für alle Motorfahrzeuge dahinfallen würde. Sie ginge damit nicht nur bahnbrechend voran, sondern schüfe gleichzeitig eine gute Grundlage zur Hebung des Touristenverkehrs dieses schönen Ländchens. Dass die Kontrollstellen Hergiswil und Lungern wegfallen, sei ebenfalls notiert, zu früh kommt die Aufhebung der beiden nicht. Es ist zu hoffen, dass die neue Verordnung mit dem Fallenlassen des Nachtfahrverbotes auch für Motorräder in Bälde vom Landrate angenommen wird. Zur Hebung des Fremdenverkehrs. In Nr .9 der «Automobil Revue» haben wir ausführlich über die zunehmende Bedeutung des Autotourismus für die Schweiz geschrieben. Wir haben auch wiederholt darauf aufmerksam gemacht, welch' grosse Anstrengungen andere Länder machten, um den Fremdenstrom in ihr Land herein zu ziehen. Die uns umliegenden Länder arbeiten mit Hochdruck daran, durch Ausbau ihres Stras— sennetzes sich den Autotourismus zu sichern. Aber auch andere emporstrebende Länder werfen ihr Augenmerk auf diese bedeutsame Frage. So geht die Tschechoslowakei daran, den Fremdenstrom in alle Details zu organisieren. Das Handelsministerium hat sich speziell dieser Aufgabe angenommen und nun eine einheitliche Zentrale geschaffen, um in systematischer Weise den Fremden-, Bäderund Touristenverkehr zu heben. Ein eigener Ausschuss, demVertreter des Hotelverbandes, der Handelskammer, der Mustermessen, des Nationalrates, des Syndikates der Journalisten, des Verbandes des tschechoslowakischen Städtevertreter angehören, wird die Regelung der Organisation des Fremdenverkehrs in allen Details vorbereiten. An den Beratungen beteiligten sich auch Vertreter des Handelsministeriums, des Eisenbahnministeriums, des Ministeriums für nationale Aufklärung, des Ministeriums für Gesundheitswesen, des Ministeriums für öffentliche Arbeiten, des Aussenministeriums und des Ministeriums für Post und Telegraph. Wir sehen daraus, dass die Tschechoslowakei in grosszügiger Weise daran geht, seinen Fremdenverkehr mit allen Mitteln zu fördern und zu heben. Es braucht dazu jedoch die Zusammenarbeit aller. In der Tschechoslowakei hat man sich dazu gefunden, in der Schweiz sind wir leider noch nicht so weit. Damit wollen wir nicht behaupten, dass bei uns für die Hebung des Fremdenverkehrs nichts getan werde. Immerhin ist es gut, wenn man weiss, dass es nicht auf Lorbeeren auszuruhen gilt, sondern dass durch Zusammenarbeit aller auch bei uns die Organisation des Fremdenverkehrs noch weiter ausgebaut werden könnte. -t. dem Strafregister und einem Amtszeugnis. Die verlangte Lehrzeit beträgt wenigstens einen Monat für Autos, zehn Tage für Motorräder. Die Versicherungen haben die Risiken bis zur Erneuerung der Fahrbewilligung nach der neuen Vollziehungsverordnung zu tragen. Die Vollziehungsverordnung sieht ferner Vorschriften vor über den Zustand der Fahrzeuge und die Erkennungstafeln- Was die Beleuchtung anbelangt, so müssen alle Fahrzeuge mit einer Abblendvorrichtung versehen sein, welche es erlaubt, den Lichtkegel bei 25 Meter Distanz von höchstens einem Meter bis auf 50 cm über dem Boden zu reduzieren. Man hat hier also das bernische System angenommen. Auf den Parkplätzen kann die Beleuchtung der Automobile abgestellt werden. • Weitere Neuerungen befassen sich mit den Vorschriften gegen Lärm und über die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Diese beträgt 50 km auf offener Strasse (welche ausnahmsweise auf 60 km erhöht werden kann); in den Ortschaften kann die Geschwindigkeit 25 km betragen, an Stelle von 18 km wie bisher. Das Vorfahren wird besonders geregelt. Es st verboten, an engen Stellen und Strassenkehren vorzufahren. Auch ist das Vorfahren bei Trams und Postautomobiien untersagt. Bei Strassenkreuzungen hat derjenige den Vortritt, welcher die Hauptstrasse befährt. In Zweifelsfällen hat derjenige den Vortritt, der von rechts heranfährt. Eingehende Vorschriften befassen sich mit den Lastautomobilen : Ladegewicht, Höhe der Ladung und der Gestattung von Lastzügen bis auf 10 Meter Länge. Was die Fahrräder anbelangt, so müssen sie einen Ausweis und ein Nummernschild haben. Als Beleuchtung ist vorgeschrieben ein weisses Licht nach vorn, ein rotes nach hinten. Es wird also ausdrücklich ein rotes Licht verlangt und nicht nur ein sogenanntes « Katzenauge ». Dies sind die hauptsächlichsten Regelungen, wie sie der Entwurf zu einer Ausführungsverordnung vorgesehen hat Man sieht, dass sie von einem fortschrittlichen und automobilfreundlichen Geist inspiriert sind. Leider aber scheint die vorgesehene Regelung daran zu scheitern, dass einzelne Kantone (bis jetzt Neuenburg und Waadt) daran gehen, eine eigene kantonale Ausführungsverordnung zu erlassen. Diese halten sich zum Teil allerdings an die Vorschläge des gemeinsamen Entwurfes, aber in andern- wichtigen Punkten weichen sie davon ab. . Es ist sehr zu bedauern, dass der «Kantönligeist» wieder einmal, wie schon so oft in Verkehrsangelegenheiten, eine gemeinsame Regelung verhindert hat. er. AUSLAND Das obligatorische Katzenauge. Ein neuer Ministerialerlass in Preussen ordnet für das gesamte Gebiet die für Radfahrer obligatorische Beleuchtung. Darin wird vor allem vom Radfahrer verlangt, dass er an seinem Fahrzeug ein Katzenauge, einen sogenannten «Rückstrahler», anzubringen habe- Da nun sehr wenige der in Handel gebrachten Reflektoren wirklich ihren Zweck erfüllen, sind im Erlass gleich Normativbestimmungen aufgestellt, die sich auf einlässliche Versuche stützen. Es werden demnach nur solche Katzenaugen als vollwertig zugelassen, deren Reflexwirkung bis auf 150 Meter sichtbar ist und bis zu einem Winkel von 30 Grad nach beiden Seiten vom Auge noch wahrgenommen wird. Der Reflektor soll maximal 60 cm ab Boden angebracht und, sofern ein Schutzblech vorhanden ist, an diesem befestigt werden. Durch Kleidung oder Fahrradteile darf das Katzenauge in seiner Wirkung nicht be-» einträchtigt werden. Der grosse Verband der Fahrradindustriellen wird demzufolge nur noch solche Reflektoren in Handel bringen, die den behördlichen Bestimmungen genau entsprechen. Deshalb dürfen ab 1. April nur Katzenaugen verwendet werden, die das Prüfzeichen des Verbandes tragen. Bemerkenswert ist vor allem die Instruktion, die der Polizei bezüglich der Kontrolle der Fahrräder erteilt wird. Die Polizei und und Landjägerei sind gehalten, gelegentlich Stichproben zu machen, ob die Fahrräder vorschriftsmässig ausgerüstet sind, doch wird von ihnen ausdrücklich verlangt, dass «unnötige Belästigung des radfahrenden Publikums zu unterbleiben habe». Aehnlich« Bestimmungen regeln bekanntlich auch den Verkehr der polizeilichen Aufsichtsorgane mit den Automobilisten, denen nahegelegt wurde, dass der Zweck der Verkehrsregelung nicht der Bussenzettel, sondern die sorgfältige Organisation des Betriebes auf der Strasse sei. z. Der unermüdliche Ford. Ford baut nicht nur Maschinen, sondern in letzter Zeit auch Strassen. Er erweist sich auch hierin wieder als weitsichtiger Geschäftsmann. So unterbreitet er der ägyptischen Regierung einen Vorschlag» wonach er auf seine Kosten eine 250 km lange AutoTnobilstrasse, welche die Hauptknotenpunkte Aegyptens verbinden soll, errichten will, insofern ihm die Regierung die zollfreie Einfuhr von Fordwagen gestattet. Alpenstrassen: Oeffnung und Schliessung. Auf eine Anfrage an die bernische Baudirektion um Angabe der Daten, wann Grimsel- und Brünigstrasse sowie Jaunpass und Pillonstrasse jeweilen im Frühling für den Verkehr geöffnet und im Herbst wiederum unpassierbar geworden seien, teilt uns ge-i nannte Amtsstelle in freundlicher Weise folgendes mit : Kontrollen über die Oeffnung bestehen nur für die Grimsel- und die Boltigen-Bulle- Strasse (Jaunpass), dagegen fehlen uns ge-i nauere Angaben für die Brünig- und Pillon-i strasse. Die vorhandenen Angaben führen zu folgendem Bild: a) Grimselstrasse. Seitdem diese fahrbar ist (1895), konnte sie in zwölf Fällen zwischen dem 5. und 15. Juni, in vier Fällen zwischen dem 16. und 20. Juni, in zwölf Fällen zwischen dem 20. und 30. Juni und in sechs Fällen erst im Juli geöffnet werden- Als Mittel der Oeffnung kann der 21. Juni angenommen werden. Für die letzten 15 Jahre sind die Daten der Oeffnung für den durchgehenden Verkehr nachstehende : 1914: Juni 27. 1922: Jufl 1« 1915: Juni 5. 1923: Juli 11. 1916: Juni 26. 1924: Juni 23. 1917: Juni 24. 1925: Juni 16. 1918: Juli 1 1926: Juli 14. 1919: Juli 20. 1927- Juni 20. 1920: Juli 15. 1928: Juni 26. 1921: Juni 16. Ueber die Schliessung fehlt uns die entsprechende Kontrolle. Oft ist die Strasse schon gegen Ende Oktober unpassierbar geworden; es ist aber sogar vorgekommen, dass dies erst anfangs Dezember eintraf. b) Brünigstrasse. Wie bereits erwähnt, bestehen hierüber keine genauen Angaben. Normalerweise ist die Strasse in der zweiten Hälfte März fahrbar bis anfangs November. c) Pillonstrasse. Auch hier fehlen uns genaue Angaben, dagegen ist die Strasse In der Regel offen vom 25. Mai bis Ende November. d) Boltigen-Bulle-Strosse. Von 1905 bis 1928 war das Mittel der Oefnung der 2. Mai, frühestens am 20. April in den Jahren 1918 und 1921, spätestens am 20. Mai 1922- Für das Auto ist die Strasse jeweilen ca. ab Mitte November nicht mehr fahrbar. Zum Ausbau der Passwangstrasse. Ins solothurnische Strassenbauprogramm für das Jahr 1927 wurde der Ausbau der Passwang-i strasse erst auf Betreiben verschiedener Kantons-" ratsmitglieder von Dorneck und Thierstein — mit Herrn Direktor Joseph Borer an der Spitze — aufgenommen. Dieses Projekt sah eine Verbesserung dieses wichtigen Bergüberganges zwischen Ba-lsthal und dem BeinwilertaJ vor. Angesichts des runehmenden Motorfahrzeugverkehrs wurde der Aus-< bau dieser Verkehrsstrasse zwischen dem Aareund dem Laufental eine zwingende Notwendigkeit, und «o arbeitete Herr Ingenieur Dr. Rotpletz in Bern bereits vor Jahren einen Plan für Durchtunnelung der Wa-s^erscheide zwischen dem Gulden- und dem Beinwilertal ans. Die Ausführung desselben wäre also auf 1,7 Millionen Franken zu stehen gekommen und da die nötigen Finanzen fehlten, konnte die Durchführung desselben nicht in Betracht fallen. Später wurde ein anderes Korrektionsprojekt vorgelegt, das vom Ingenieur-Bureau -Salzmarnn in Solothurn entworfen und mit einem Kostenvoranschlag von zirka 800 000 Fr. berechnet war. Der in diesem Projekt vorgesehene Tunnel, dessen Nordeingang bei der sagenumwobenen «glatlea Fluh> ist, hat eine Länge von 175 Metern und der Kulminationspunkt der Strasse liegt auf einer Höhe von 943 Metern am Südausgang des Tunnels., (Der Kulminationspunkt der jetzigen Strasse ist 1006 Meter, derjenige der oberen Hauensteinstrasse oberhalb Langenbruck 734 Meter.) Der sogenannte Basistunnel von der «Buche» unter der Barrenfluh durch das Guldental bekäme eine Länge von

N° 11 — 1929 AUTOMOBTL-RHVUC TD&jy röxrxisclx© Axitomotoilsalon Von den Aussteuern. Vor einigen Tagen ist im Beisein des italienischen Königs und der offiziellen Regierungsvertreter der Automobilsalon von Rom eröffnet worden. Wir haben darüber in Nr. 9 der «Automobil- Revue» bereits ausführlicher geschrieben. Beizufügen ist, dass an der Spitze der Aussteller Amerika mit 19 Ausstellern marschiert. Italien ist mit seinen grossen Fabriken Fiat, Ansaldo, Bianchi, Cirano, Itala, Isotta-Fraschini und Lancia vertreten. Von französischen Firmen stellen Bugatti, Citroen, Renault, Talbot und Voisin aus. England ist durch Austin und Rolls Royce vertreten, Oesterreich durch Austro-Daimler, Belgien durch Minerva und Deutschland durch Mercedes-Benz. Innerhalb der 119 Aussteller befinden sich ferner 17 Karosserie-Fabrikanten und 61 Fabrikanten von Pneus und Zubehörartikeln, -ei- 700 Metern. Das Nordportal — oberhalb der Buche — wäre auf einer Höhe von 770 Metern, also nur 173-Meter tiefer als der höchste Punkt der projek» Uerten Strasse. Dieses Projett ist, vorbehaltlich einiger Abänderungen beim Ausgang des Dorfes Mümliswil und bei der Stucketen auf der Beinwilerseite, vom solothurnischen Barudepaartement übernommen und genehmigt worden. Die Korrektion beginnt beim Schachenstich in Beinwii, von da bis zum Neuhüsli werden die Gefälle und die Gegengefälle ausgeglichen, etwas oberhalb Neuhüsli schwenkt die neue Strasse rechts ab, führt in zwei Schleifen auf die Ebene, oberhalb Stucketenkäppeli und führt, unter Benützung der jetzigen Fahrbahn, gegen die «glatte Fluh » und von dort durch den oben geschilderten Tunnel auf die Südseite des Berges über die Weide nach Mümliswil. Zur Besprechung dieses Projektes, sowie der bereits zur Bewerbung ausgeschriebenen Bauarbeiten fand kürzlich in Erschwil eine recht gut besuchte Versammlung statt, die vom Oberamt Dorneck—Tierstein einberufen worden war und am welcher sich neben dem Oberamtmann Haberthür aus Breitenbach auch die Herren Direktor Borer, Nationalrat Jeker und der solothurnische Kantonsrat Luchsinger aussprachen. Im grossen und ganzen folgt die neue Strasse dem bisherigen Passübergang, ihre Breite wird auf 5,5 Meter angesetzt und die maximale Steigung soll zirka 10% betragen. NUT die verschiedenen Kurven umj Steigungen sollen bedeutend verbessert werden*.-.? R, Zünhep Notizen Das Projekt einer permanenten Ausstellungshalle. Der Verkehrsverein in Zürich bat an die massgebenden Verbände und Organisationen ein gedrucktes Expose verteilt, in welchem der rührige Verkehrsdirektor Dr. Ith die mit der geplanten Landesausstellung in Zürich im Jahre 1933 zusammenhängenden Fragen erörtert. Für diese nationale Ausstellung ist das Terrain der kleinen Allmend. in Aussicht genommen worden, welches der Verfasser der kleinen Schrift auch als ein ideales Sportareal in Vorschlag bringt. Es soll dort eine definitive Halle, die als neutraler,, stützenloser und eingedeckter Raum gedacht ist, erstellt werden, welche Ausstellungen sowie Massenversammlungen, grosse Sänger-, Turn- und andere Feste zu beherbergen in der Lage wäre. Wenn die Durchführung der Landesausstellung auf dem erwähnten Areal sichergestellt werden kann, würde die Stadt verhältnismässig rasch und billig zu dieser Halle kommen, da das Gebäude für die Zwecke der Ausstellung errichtet und nachher an die Stadt als permanente Ausstellungs- und Sportarena übergehen würde. Der Verkehrsverein ist nun mit einer Rundfrage an sämtliche interessierten Kreise gelangt, die sich zu den erwähnten Projekten und auch zu einigen weiteren Fragen, wie Erstellung von Räumen für Klein-Ausstellungen und Kongresse, äussern sollen, z. Der italienische König bei der Eröffnung des Salons. Eigenarten des Salons von Rom. Wenn je das Wort Salon einer Automobilschau angemessen war, so ist dies bei der Internationalen Automobilausstellung in Rom der Fall. Man vergegenwärtige sich einen der schönen Paläste, den Ausstellungspalast der schönen Künste, in allen seinen Sälen mit Automobilen belegt. Sein Aufbau gleicht nicht den üblichen Ständen. Jeder Stand ist hier ein Salonteil, von Kunstwerken und Blattpflanzen malerisch eingefasst. Es gibt keine Bureaumöbel, keine Schreibmaschinen, keine aufgeregten Verkäufer, keine fordernden Vertreter. Es gibt beispielsweise einen Bosch-Saal im ersten Stock und zu ebener Erde einen Itaia-Saal. Der Stand der italienischen Fachzeitschriften gleicht einem Damenboudoir, in dem die Fachzeitschriften in farbigen und gediegenen Umhüllungen zur Schau bereit lie'gen. Die Saalwände wurden mit freskenartigen Darstellungen aus der Entwicklungsgeschichte des Verkehrs geschmückt und die Wände des Treppenhauses, das zu den Räumen der Zubehörindustrien führt, sind mit venezianischen Stoffen verkleidet. » U.S. Kein Schleudern mit Beachten Sie die flache, breit aufliegende Lauffläche mit dem zähen, griffigen Gleitschutz-Profil und die weltberühmte Handelsmarke Die Fassade de3 Automobils Salons ist jedem Rombesucher bekannt. Es ist der Kunstsalon in der Via Nazionale, der auf Mussolini's Befehl in eine Autoausstellung umgewandelt worden ist und nun 4500 m s aufweist, indem man eine zwischen dem Gebäude und dem Quirinal führende Strasse in eine 130 m breite und 16 m lange Ausstellungshalle vorwandelte und den vorhandenen Räumen angliederte< In diesem künstlerischen Rahmen haben Der Ausstellungspalast in der Via Nazio^ sich die 31 Automobilfabriken mit ihren Personenwagen zusammengefunden, um durch klein erwiesen, und so wurde die an seiner nale, zu Füssen des Quirinals, hat sich zu die Gediegenheit der Aufmachung die Qualität ihrer Produkte augenfällig zu demonhand mit einem 130 Meter langen Dach über- Hinterfront gelegene Via Piacenza kurzer- strierenbaut. In ihr sind die 17 Karosseriefabriken Mailand war bisher der Schauplatz des untergebracht. italienischen Automctbilsalons, doch hat es Die individuelle Karosserie, der Luxusaufbau, wird, ausser in England, kaum so spe- diesen Rang auf ausdrücklichen Wunsch des Ministerpräsidenten Mussolini an die Hauptstadt Italiens abgetreten. Rom liegt zwar in zifisch gepflegt wie in Italien, wo sich übrigens die völlige Wandlung zum geschlossenen Wagen rascher vollzogen hat als in sei-* einer völlig industrielosen Gegend, sechs- bis achthundert Kilometer entfernt von den in nen Nachbarländern. Ausser dem Sportwagen Norditalien gelegenen Erzeugnisstätten des findet sich in Italien der offene Wagen immer Kraftwagens. Aber eben, um das Automobil weniger vor. Die Limousine in überaus eleganten Ausführungen, nicht das Kabriolett, dem Süden näher zu bringen, wo es infolge weniger stark fortgeschrittenem Strassenbau beherrscht hier das Feld. Italien besitzt eine eine geringere Verbreitung aufweist, wurde ganze Anzahl von Karosseriewerken, die die ewige Stadt zum Schauplatz des Salons vorbildliche Luxuskarosserien zu bauen imstande sind und in der Farbengebung souve- bestimmt. rän neue Tendenzen anschlagen. Die dunkle Diesem Ereignis ging die Einigung des italienischen Verbandes der Automobilindustrie Tönung herrscht vor. lt. voraus, dem bisher Fiat, die grösste Fabrik Anlä.«BiS des Landes, die fünf Sechstel der Produktion bestreitet, ferngeblieben war. Historischer Umzug in Elgg (Kanton Zürich). Seit mehreren Jahrhunderten pflegen PNEUS der United States Rubber Company Bessere Reifen gibt es nicht! Erhältlich In allen guten Garagen und Spezial-Geschäften Zur sofortigen Vermittlung: Tel. No 10.80, 10.81 oder 10.82, ÖLTEN die EJgger einen herkömmlichen Brauch, nämlich den Aschermittwoch durch Knabenumzüge mit militärischem Einschlag besonders zu feiern. Die Aschermittwochgesellschaft, welche für eine gediegene Weiterführung dieser Tradition besorgt ist, fördert das Verständnis für die historische Ueberlieferung und die Pflege alter Ortsbräuche noch besonders durch die Veranstaltung grosser Umzüge, die in ungefähr vierjährigem Turnus durchgeführt werden. Am Aschermittwoch 1929 soll eine Episode aus der Elgger Schlossgeschichte, der feierliche Einzug eines Winterthurer Gerichtsherrn in den «Flecken Elgg, den Leitgedanken des Umzuges bilden, der durch einige kurze dramatische Einlagen noeji einen besonderen Reiz erhält. Der von Redaktor Kägi, Winterthur, einem durch verschiedene erfolgreiche Festspieldichtungen und zahlreiche literarische Arbeiten wohlbekannten Schriftsteller, verfasste Text geht unter der Regie von Kunstmaler Schmid aus Diessenhofen in Szene. Herr Schmid hat übrigens mit einem Stab von künstlerischen Mitarbeitern auch die Zugsleitung übernommen, um der Veranstaltung nicht nur eine flotte Durchführung zu gewährleisten, sondern um auch den gesamten Umzug historisch der damaligen Zeit anzupassen. Die grosse Mehrzahl der Einwohner des Fleckens sowie ein ansehnlicher Zuzug aus den umgebenden Gemeinden ist an der Veranstaltung, die sich jedesmal zu einer besonderen Ortsangelegenheit gestaltet, aktiv beteiligt. Di© Schlossverwaltung sowie das Landesmuseum haben eine Reihe wertvoller Ausrüstungen, Gebrauchsgegenstände und Kostüme zur Verfügung gestellt, damit das ganze einen möglichst geschichtstreuen Charakter erhalte. Es ist nach den Besucherzahlen früherer Jahre, die auf mehrere tausend Personen anstiegen, nicht zu bezweifeln, dass auch der diesjährige Umzug einem regen Interesse begegnet. Gerade für die Automobilisten, die ihre Wagen an besonders angelegten Parkplätzen in gute Obhut geben können, wird es sich sicher lohnen, dem Elggau und seinem lustigen Völklein am Aschermittwoch einen Besuch abzustatten. z. i Rennen während des Genfer Automobil-Salons. Wie wir erfahren, werden während des Genfer Automobil-Salons zwei Rennen stattfinden: 1. eia Nationales Rennen; 2. ein offenes Rennen, dieses nach dem internationalen Sportreglement. Beide Rennen sollen wieder auf der alten Strecke stattfinden, wo jeweils das Kilometer-Lance abgehalten wird.