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E_1929_Zeitung_Nr.066

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erklärten, der Automobilist Z., der nicht weit vom «Tatorte» wohne, fahre tagtäglich mit Milch zur Station. Auf. telephonische Anfrage hin bestätigte Z. dem Polizisten auch, dass er an jenem Morgen die Steigstrasse befahren, bestritt jedoch unverzüglich ein übersetztes Tempo. — Anstatt zu versuchen, den angeblichen Schnellfahrer Z. an einem der folgenden Tage auf einwandfreie Weise zu ertappen, erstattete der' Polizist unverzüglich Rapport, ohne von der Identität des Schnellfahrers mit dem beanzeigten Z. volle Qewissheit erlangt zu haben. Die eingangs erwähnte Busse folgte der Beanzeigung auf der Stelle. Unter Bestreitung der Identität wie auch des übersetzten Tempos verlangte Z. gerichtliche Beurteilung der Sache. Leider geriet er dabei vom Regen in die Traufe, indem ihm das Gericht unter Bestätigung der Busse auch noch sämtliche Kosten auferlegte. Wir zitieren diesen Entscheid durchaus nicht als Beitrag zur Frage: Genügt eine Geschwindigkeitsschätzung zur Begründung einer Schnelligkeitsbusse oder ist immer eine Messung (mit Stoppuhr) zu fordern? Dies hiesse leeres Stroh dreschen, solange nicht absolute Rechtssicherheit auf dem Gebiete der Geschwindigkeitsregelung besteht. Aber zu folgender Ueberlegung gibt uns der Entscheid Anlass: Der Fahrer Z. ist ortsansässiger Landwirt, der die Steigstrasse täglich und immer zur gleichen Tageszeit (Milchtransporte zur Station) befährt. Ist Z. nun wirklich ein Schnellfahrer? Wenn ja, warum nahm sich der rapportierende Polizist nicht an einem der folgenden Tage die Mühe, den Fahrer Z. in korrekter Weise als Schnellfahrer festzustellen? Entweder fährt Z. wirklich schnell, dann wäre es nicht nötig, sich auf jenes eine Mal zu berufen, da er auf grosse Distanz und ohne Erkennung der Nummern beobachtet wurde, oder aber er ist kein Schnellfahrer und kann seit jenem Tage nie als solcher erwischt werden. Dann dürften doch ernstliche Zweifel in die Identität mit jenem Fahrer und noch grössere Zweifel in die Richtigkeit des Rapportes wegen «Schnellfahrens» gesetzt werden. Wir verstehen deshalb nicht, wie sich die Obrigkeit damit begnügen kann, einen einheimischen Fahrer, der die nämliche Strecke mit grösster Regelmässigkeit täglich befährt, auf solch saloppe Art als «Schnellfahrer» zu brandmarken. Die Polizei stelle sich endlich in den Dienst der Allgemeinheit, indem sie die wirklichen Schädlinge der Strasse TUIit Nachstehendem beehren wir uns, Ihnen ergebenst mitzuteilen, dass wir die Alleinvertretung der irJ AUTOMOBIL-REVUE Zu den neuesten Versuchen mit Schaumlöschapparaten chen Wahrnehmungen beruhend, als Beweis ^ zu gelten haben, solange nicht ihre Unnch- W s WWWT^FW^^M !¥^^^^^S^T !!r 7Z' - -r jv|jr 'wz-J ^ tigkeit bewiesen worden ist. Der Gebüsste Ej£* | f&TÄ'Sa. S"*'*' . 'V^r--'- L""".'i ;^,«r |.*JS--:fl[|F « afc/.«? :'•- . ' 'V\ . •».;'.-• *' . *M \ *£«.**j behauptete, die Anzeigen Privater ständen , zu § 337 in direktem Gegensatz. Es folge für • j 's. > , ilj[. ** ' '.,*'•?" l solche private Verzeigungen, dass sie nicht IViSU' -' V'-'•ÄtiS-v • "*"--•'«' " ^ ,*. ** *< * ür P" vate Anzeigen gewollt habe, sei es f$sA ^ tP«yÄd&£j* ****!„** 3^^%r?^^^^^^Äl^t *\* K zur ' Privilegierung der Polizeirapporte gefp& % JtB0pS&ra»*P^^.-M~-, « •. V iSPSsf " * kommen. Falls diese Ansicht nicht richtig: '^JLJL "'Z?*'*"-''-'; i\"- - ** a ftnrtm|tfnjj^j^' 1 sei » nabe § 337 überhaupt keine Existenz- ' ftfflBrKpB^SF^fi' Solchen Erörterungen war das Gericht je- ''?V*SV"./SBMI*^1B3S^ ; dc>ch nicht zu S än 2 lich - Es fand « dem Verzei * • -^•1^^^»,^^!^. .• gßr ^j ener Q[ au j, en zu schenken als dem . ßi '" 1 SS^»CK?I .; Gebüssten. Im Urteil finden wir sogar das Dieser Tage wurde in einer Garage ein neues Schaumlöschverfahren ausprobiert. Man hat zu Motiv erwähnt, der Verzeiiger sei den in diesem Zweck eine mil Benzin und Oel getränkte Karosserie in Brand gesteckt, dann wurde der Uster wohnhaften Mitgliedern des Gerichtes Schaumlöschapparat in Tätigkeit gesetzt und schon in wenigen Minuten waren die Flammen gelöscht. a]g durchaus seriöser Mann bekannt, der Sich f^r~~ r W~ r^>n " -*~tK'4st»«iy•^g'TT^—•rr-r-r-wr—~T^srzj—^ beruflich viel auf der Strasse befinde. Es f^WÄ > -'' : I '• " • " "' •""*—. ^^-»-^f^^-H dürfe ihm daher mit Bezug auf die Schät- 1 ,^^« , ä* ' : - -jfit "'''.. Strassenbenützer. — Wir enthalten uns eines l " ; J'^iE^''' ! '^''^Vil^fM'*''''' v ' •*• * " '^tJt ^"«1^'' Si^^""i. V^vSäBfe^i-Ix ^'JyAMflfeSVf ?^ßBt'''^:^*^*^1^W^1%^-S^ißSSwBEBE^BB Kommentars, müssen es aber als zuminde- stens kurios b€tra ? ten ' W€nn der Fahr€ täg r Y- ' ich a " Dutzenden Y on Polizlsten vorbei- ^wMw^ S*'*• •'*"'*""" Ifpf^^^Sl^K^ rend er anderseits in Oberuster einer priva- ^'^•HB^1'ife**- : ""'* / %^M?i^^^^^ffi^^P^' ' * en Verzeigung zum Opfer fällt, und zwar 't'*~'fflGpSii^" l i 7 .Wy^jFBttKE/P^^*-:•", ausgerechnet in einem Moment, da keineini -V:" *.' * ; -*Ä-ji i ' "• • ^ * S ^ T ~'» rI *^ ziger Zeuge zur Stelle war! Dr. A., Zeh. r.'V , ~ v *'C^{..->'

KP 66 — 1929 AUTOMOBIL-REVUE in Tempofragen. Nachdem es sich übrigens um loten, sondern ganz speziell auch für den Flugzeugmotor und die Zubehörteile, wenn man bedenkt, einen mehr als 70jährigen Herrn handelt, hätte das Gericht füglich auch die Frage prüfen sollen, dass die Motoren gewöhnlich nach 100 Flugstunden ob zufolge bestimmter Alterserscheinungen (verminderte Sehkraft usw.) die Zuverlässigkeit der Aus-ebenfalls nur 100 Stunden dauern. Dieser Flug war überholt werden und die Homologierungsversuche sagen nicht auch eine gewisse Einbusse erleidet. dsrher eine harte Probe für sämtliche Teile des Wir haben es also im Kanton Zürich nun glücklich Flugzeuges und ein ausgezeichneter' Gradmesser für so weit gebracht, dass jeder, der im Privatleben deren Güte und Zuverlässigkeit. Solche Dauerflüge etwas mit Mathematik und Geometrie jongliert, sich sind für die künftigen Pläne und Entwicklung der als zuverlässige Kontrolle der Motorfahrzeugfahrer Fliegerei sehr wertvoll. aufspielen kann, und wenn er gar noch einige Herren vom Gericht kennt, dann sind seine Aussagen nach Rom und die «Southern Cross». die in 13 Wie der «Pfadfinder», welcher von New-York über jeden Zweifel erhaben. Tagen von Australien nach London geflogen sind Wie wenig eingehend sich der Gerichtshof von hat auch der Motor der «Angeleno» wiederum die Uster mit verkehrstechnischen Fragen befasst hat, bewährten Scintilla-Magnetos eingebaut. geht auch aus weiteren Zitaten seiner Vernehmlassung hervor. Um die Zuverlässigkeit der Zeugenaussage zu beweisen, erklärt das Gericht, dass «jeder Laie bei dem immer intensiver werdenden Automobilverkehr das Tempo eines Fahrzeuges einigermassen abzuschätzen vermag, so namentlich, ob ein Auto rasch oder langsam fährt». Diese Feststellung dient als Grundlage der gerichtlichen Hauptüberlegung und um deren Richtigkeit noch weiter zu erhöhen, folgt dann eben der Hinweis auf die besondere Qualifikation des Geometers. Wenn sich die Herren des Gerichtes einmal die Mühe nehmen würden, eigene Erfahrungen über Geschwindigkeitsschäfzungen zu sammeln und berücksichtigen würden, wie wenig präzis die Begriffe von « Rasch »- und « Langsam »-fahren sind und wie verschieden sie beurteilt werden, dann kämen sie wohl davon ab, auf derart allgemeinen und gerade für den Juristen viel zu wenig präzisen Grundgedanken aufzubauen. Nachdem das Konkordat zahlenmässig genau begrenzte Geschwindigkeiten festlegt, sollte sich ein Gericht auch nicht mit der immer noch sehr vagen Mitteilung, es sei mit mehr als x km gefahren worden, zufrieden geben. Wenn ganz bestimmte und nicht nur annähernd bezeichnete Tempi gestattet oder verpönt sind, dann soll auch die Anklage sich auf präzise Feststellungen stützen müssen. Der so tüchtige Herr Geometer hat aber doch durch seine ungenau begrenzte Angabe indirekt zugegeben, dass die Schätzung eben eine Schätzung und nach wie vor eine Gefühlssache bleibt, die absolute Genauigkeiten ausschliesst. Gerade dieser so gefühlsmässig erledigte Fall zeigt, wie dringend notwendig die Schulung der Richter in Verkehrsangelegenheiten wäre. Wenn wir nicht auf Gnade und Ungnade den übrigen Strassenbenützern, welche, je nachdem sie sich dazu berufen fühlen, als Kläger auftreten, können, und einem einseitig orientierten Gerichte ausgeliefert sein wollen, dann ist es wirklich an der Zeit, wenn die Idee des Verkehrsunterrichtes für Polizei- und Gerichtsorgane bald verwirklicht wh-d. Anderseits gilt e3, unbedingt auf eine Ergänzung der gesetzlichen Bestimmungen hinzuwirken, welche verhindert, dass die von einem Laien, ohne jegliche technischen Hilfsmittel gemachte Geschwindigkeitbeobachtun? vor Gericht als vollgültiges Beweismittel anerkannt wird. Wenn der Automobilist schon oftmals benachteiligt ist, weil die Aussage einer Amtsperson a priori als richtig betrachtet wird, wieviel mehr ist er der Willkür ausgesetzt, wenn jeder Private seine Schätzungen als für das Gericht verbindliche Unterlagen anbringen kann 1 Handel w. Industrie Neuer Dauerflugrekord. — 10 Tape und 6 Stunden in der Luft Den beiden Amerikanern Mendell und Reinhardt ist es gelungen, mit ihrem Flugzeug «Angeleno» (Wright-Whirlwind-Motor), 10 Tage, 6 Stunden, 42 Min. in der Luft zu bleiben, womit sie den alten Rekord mit 72 Stunden, 42 Min. geschlagan haben. Dieser neue Dauerflugrekord ist ein anissergewöhnliches Resultat, nicht nur für die beiden Pi- Die «Saurer»-Alpenpostwagen In den Schweizer Alpen. (Einges.) Wer sich zurückerinnert an die ersten Fahrten, die er vor einem Jahrzehnt und noch länger mit den damaligen neuen Postautos machte, um damals in Entzücken zu schwelgen über den Genuas, den ihm eine solche Fahrt bringen konnte, der wild sich geradezu überglücklich schätzen, wenn er mit dem neuesten Vehikel der eidg. Postverwaltung, dem « Saurer »-Sechszylinder-Niederchassis-Alpenpostwagen, sich durch unsere Hochgebirgswelt und über die verschiedenen Alpenpässo fahren lassen kann. Erst kürzlich hat die Firma Sauer in Arbon die ersten 20 Wagen dieses ganz neuen Typs abgeliefert, und schon pusten sie im Bündnerland, via Andermatt, im Wallis und im Berner Oberland herum, und überall ziehen sie in seinen Ausmassen so gehalten, dass er sowohl das grösste Interesse auf sich. Der neue Typ ist für rein kommerzielle Wagen als auch für solche mit höchstem Komfort dienen kann. Das Chassis ist fähig, sowohl Karosserien bis zu 25 Personen aufzunehmen mit bequemen Sitzen für kürzere fahrplanmässige Kurse als auch Aufbauten für eine geringere Pers.onenzahl mit einer Einteilung für komfortable Sitzweise für" lange Touren. Der neue «Saurer»-Alpenpostwagen ist nun mit 17 Vorwärtssitzplätzen in bequemer Polsterung versehen. Der Aussicht steht kein Hindernis im Wege, und das Dach folgt einer einfachen Bewegung ruhig und prompt, was namentlich bei wechselndem Wetter wertvoll ist. Der Passagierraum, der auch einen reichlich dimensionierten Gepäckträger enthält, ist beizbar und mit elektrischer Belichtung versehen; der Boden weist Korkbelag auf, und im Winter werden die Laufgänge zudem mit perforierten Kautschukdecken belegt. Für die Sicherheit der Fahrgäste ist in ausserordentlichem Masse gesorgt. Das Chassis besitzt einen Sechszylinder-Motor von 100 PS. Leistung modernster Konstruktion. Der Wagen ist ferner mit einem Maybach-Schnellganggetriebe versehen, vermittelst welchem es möglich ist. lange Strecken mit grosser Geschwindigkeit zu durchfahren, ohne die Tourenzahl des Motors erhöhen zu müssen. Mit der Anwendung dieser Einrichtung ist eine nicht unwesentliche Benzinersparnis verbunden. Für Talfahrten ist die bekannte «Saurer»- Motorbremso vorhanden, mit der stundenlang talwärts gefahren werden kann, ohne dass eine Friktionsbremse in Tätigkeit gesetzt zu werden braucht; ausserdem ist das Chassis aber noch für rasches, momentanes Anhalten mit zwei voneinander unabhängigen Reibungsbremsen, einer Fuss- und einer Handbremse, versehen. Und was den neuen Wagen ganz besonders wertvoll erscheinen lässt, das ist der Ausbau der Lenkvorrichtung. Spaniens herrliche Gefilde sollte sich kein Autotourist bei Anlasa des Besuches der Weltausstellung entgehen lassen. Wer sich bei der Zusammenstellung seines Reiseprogramms über die schönsten Gegenden und sehenswertesten Städte unterrichten will, benutz© O. R. Wagners Spanien-Karto mit Führer. Prei3 Fr. 6.—. Verlag der «Automobil- Revue », Bern. AIGLE-Hill Situation dlevee au carrefour de nombreuses routes. Point de depart pour des excursions variees et pittoresques. — Garage Golf — Tennis — Chambres ä partir de fr. 5.—, cuisine et cave renomme'es. — Dei. 2.—, lunch 5.—, diner 6.— Situation e'leve'e, en dehors du Villa e. vue magnilique, belle terrasse ombrage'e parc et tennU. Cuisine excellente et soigne'e Tel. 19. Propr Alfred Ho«at. Le mieux situe. Tont confort. Son restanrant en plein air avec vue orandiose sur le lac TölAphone 12? Avenue b lorimont, 8 Situation centrale et tranquUlo ä 5 minutes de ia gare et de ia place St-Fran T ash. — Telephone «fiJS4 Garaoe do Qual Sina Hermann Vulliens Fonrnit et aecessoires, rep et revis soi^nees par mecanlcien. exoert Prix mort GARAGE CENTRAL S. 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