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E_1929_Zeitung_Nr.097

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Zum Autocarkonflikt. ,

Zum Autocarkonflikt. , Ueber dieses Thema ist seit einem Jahre schon viel geschrieben worden, und es wäre bald an der Zeit, dass es aus den Spalten der Zeitungen verschwinden würde. Wir haben in Nummer 84 der « Automobil- Revue •» unsern Lesern Kenntnis gegeben von Seit jener Zeit arbeitete er fieberhaft in seinem Laboratorium, Tage und Nächte lang ununterbrochen. Dann aber tobte er wieder in wilder Gesellschaft durch elende Kneipen und vornehme Bars. Dabei wuchsen seine Liebe und sein Begehren zu einer verzehrenden Flamme, die an seiner Seele und seinem Leben frass. Wollte die Verzweiflung ihn in den Tod oder zum Wahnsinn treiben, so nahm er Morphium, das seinen elenden Körper wieder aufrichtete und mit neuem Mut beseelte. Heute nun war ihm das grosse Experiment gelungen, an dem er monatelang ohne Rücksicht auf seine Gesundheit gearbeitet hatte. Die Erfindung, den Menschen unsichtbar zu machen, wovon die Sage und die Schriftsteller Märchen dichteten, der Traum vieler Tausende, war ihm gelungen, war sein unbestrittenes Eigentum. In jäher Freude richtete Dr. Borel sich auf und zündete eine Zigarette an. In langen Zügen genoss er das feine Aroma und suchte darin Beruhigung. Doch der Gedanke an die Zukunft, den er tausendmal durchdacht, packte ihn mit ganzer Kraft. Mit voller Wucht schleuderte er den Zigarettenrest an die Wand, dass die Funken aufsprühten. der Resolution, welche die Genfer Sektion der A. S. P. A. beschlossen hat. Punkt 3 dieser Resolution lautete dahin, dass die Frage der franz. Verkehrstaxen unabhängig von der Frage der Autocamions zu lösen sei und mit der Konzession B nichts zu tun habe. Wir haben im Kommentar zu dieser Meldung den Standkunkt vertreten, dass die Genfer Sektion der A.S.P.A. hiermit eine höchst undiplomatische Handlung begehe. Der Bundesrat bemüht sich schon längere Zeit in mühsamen Verhandlungen, von der französischen Regierung ein Entgegenkommen zu erreichen und hat als Kompensation für den Verzicht der Schweiz auf die Zuschlagsgebühren auf ausländische Camions (wie sie in Paragraph 9, Alinea 1 der Konzession B vorgesehen sind) die Aufhebung der französischen Verkehrstaxe von 10 Fr. pro Tag, plus Einreisetaxe von Fr. 3.60, vorgeschlagen. Es ist nun nicht verständlich, dass die Genfer Sektion der A. S. P. A. glaubt, dieses Vorgehen, das dem diplomatischen Usus entspricht, bemängeln zu müssen. Wir wissen wohl — und der Bundesrat ist sich darüber vollständig im klaren — dass die französische Regierung nicht ohne weiteres die Aufhebung der Grenztaxen verfügen kann. Dazu braucht es ein Gesetz, da sich die französische Verkehrstaxe auf ein Fiskalgesetz stützt und dieses nur durch ein Gesetz wieder aufgehoben werden kann. Das schliesst aber nicht aus, dass der Bundesrat in seinen Verhandlungen von den französischen Unterhändlern verlangt, dass ihre Regierung dem Parlament einen Vorschlag auf Aenderung des bestehenden Gesetzes über die Verkehrstaxen unterbreite. Wir wissen von andern Differenzen her, wie schwer es der Schweiz wird, gegenüber dem grossen Frankreich ihren Standpunkt geltend zu machen. Das soll uns nicht verhindern, wo es um Recht und Billigkeit geht, mit Ueberzeugung unsern Standpunkt zu vertreten, mit der Ueberzeugung, dass sich auch das mächtige Frankreich den berechtigten Wünschen eines schwächeren Nachbarn nicht verschliessen kann. Der Bundesrat weiss sich in seiner Stellungnahme einig mit den grossen automobilistischen Vereinigungen. Um so unverständlicher ist es, wenn eine einzelne Sektion glaubt, in dieser Frage, die von allgemeinem nationalen Interesse ist, eine Sonderstellung einnehmen zu müssen. Gr. Zürichs Automobilwesen im Lichte der Statistik Schon seit mehreren Jahren haben sowohl das städtische als auch das kantonale statistische Bureau die Beobachtung des Automobilwesens in den Kreis ihrer Betrachtungen einbezogen, und heute können sich Stadt und Kanton Zürich rühmen, ein sorgfältig verarbeitetes Zahlenmaterial über diese Materie zu besitzen, um das sie die Schwesterstädte und -stände wohl beneiden dürfen. So publiziert das kantonale Amt alljährlich eine gründlich bearbeitete Jahresübersicht, in welcher die Entwicklung des Automobilwesens von den verschiedensten Gesichtspunkten au« beleuchtet wird und für alle Leser eine wahre Fundgrube von wissenswerten Einzelheiten vermittelt. Leider ist es dem Amte, dem numerisch nur ein sehr beschränktes Personal zur Verfügung steht, nicht möglich, die Ergebnisse dieser Arbeit früher zu publizieren, weshalb uns in der neuesten Zusammenstellung, welche vor wenigen Tagen als Separatabdruck aus einem Heft der statistischen Mitteilungen erschienen ist, erst die Zahlen pro 1928 vermittelt werden, während man bereits mit dem laufenden Jahre abzurechnen beginnt und den Blick schon 1930 entgegenrichtet. Dem Werte der Arbeit tut diese Verspätung natürlich keinen Abbruch, aber etwas mehr Aktualität in der Statistik würde diese Wissenschaft eicher noch populärer gestalten! Das Jahr 1928 bedeutete wiederum einen beträchtlichen Schritt vorwärts in der weiteren Verbreitung des Motorfahrzeuges, indem die Zahl der Führer sowohl als auch der Fahrzeuge um rund 20% gegenüber dem Vorjahre zugenommen hat, was nachstehenden Angaben zu entnehmen ist: 1927 1928 Zunahme Verkehrsbewilligungen für Fahrzeuge 16 623 19 898 19,7% Verkehrsberechtigte Fahrzeuge •• 14156 16 951 19,7% Erteilte Führerbewiüigun- 2en 13150 15 786 20,0% Wir erkennen erneut aus diesen Angaben, wie sehr eine Differenzierung zwischen den Verkehrsbewillisrungen und den eigentlich verkehrsberechtigten Fahrzeugen notwendig ist. Ergeben sich doch hier ganz beträchtliche Unterschiede, denen man bis vor zwei Jahren in Zürich und in anderen Kantonen heute noch nicht Rechnung trägt und sich einfach mit der statistischen Erfassung der Verkehrsbewilligungen begnügt! Ein Vergleich obiger Zahlen mit den Angaben der eidg. Automobilstatistik ergibt übrigens ebenfalls einen nicht unerheblichen Unterschied, so dass gewisse Zweifel über die Zuverlässigkeit der Landosstatistik wohl berechtigt erscheinen. Nach dem eids. Statistiker zirkulierten,auf Ende 1928 in Zürich nämlich 16 602 (anstatt 16 951) und auf Ende 1927 sogar 15 162 (anstatt 14156) Fahrzeuge. Wir halten es nicht für unsere Aufgabe, zu untersuchen, wo der Fehler liegen kann, möchten aber doch der bestimmten Erwartung Ausdruck geben, dass es endlich einmal möglich werde, absolut zuverlässige Zahlen über den schweizerischen Automobilbestand erhältlich zu machen. Recht interessant sind die Angaben bezüglich der Motorfahrzeugdichte in Bezug auf die ansässige Bevölkerung. Es kommt nämlich ein Motorfahrzeug auf je 29 Einwohner in Zürich, je 43 Einwohner in Winterthur, je 37 Einwohner in den Landgemeinden. Der Verfasser- der Arbeit bemerkt dazu sehr richtig, dass diese Zahlen sich zwar noch nicht mit amerikanischen Verhältnissen vergleichen lassen, immerhin aber Techt achtunggebietend sind, wenn berücksichtigt wird, dass beispielsweise im Durchschnitt von 49 deutschen Grossstädten erst auf je 54 Einwohner ein Motorfahrzeug entfällt. Was die Verteilung der Fahrzeuge auf Stadt und Landschaft anbetrifft, so halten sich letztere und Zürich fast die Waage, was folgende Zahlen erkennen lassen: Total an Automobile Motorräder Fahrzeugen Zürich 5963 1896 7859 Winterthur 772 497 1269 Landgemeinden 4393 3430 7823 Das Automobil macht Vi des stadtzürcherischen Wagenparks aus in den Landgemeinden dagegen Herstellungsland Zahl der Wagen tretenen Marken 1927 1928 1927 1928 Amerika 3363 4511 65 61 Frankreich 1802 2075 69 72 Italien 1461 1534 16 15 Schweiz 1195 1312 24 27 Deutschland 887 897 61 53 Belgien 182 207 7 8 Oesterreich 144 138 8 8 And. europäische Staaten 118 117 18 14 Total 9153 10 791 268 258 Ein heiseres, verzweiflungsvolles Krächzen entrang sich seiner Brust. Was sollte er tun? Sollte er die Erfindung ausschliesslich allein für sich und seine dunklen Pläne benutzen oder sie den Menschen verkaufen, sie in den Handel bringen? Noch kämpfte das Gute mit dem Schlechten in ihm. Auf der einen Seite unerhörte Machtfülle — jeden Wunsch würde er sich erfüllen können — und auf der andern Seite Reichtum, Ehre und Ruhm! Würde dann, wenn sein Ruhm in der Welt bekannt würde, Hilde KLey sich entschliessen können, seine Frau zu werden? Er musste über sich selbst lachen! Nein — sie würde ihn doch nicht heiraten. Und dieser Gedanke gab den Ausschlag für seine Erwägungen. Er wollte den Weg gehen, der ihm die Macht gab — er würde reich werden, sich keinen Wunsch zu versagen brauchen. Macht wollte er besitzen, unermessliche, unbezwingliche Macht. Herrschen musste er und zertrümmern, was ihm nicht gefiel und aufbauen, was ihm gut dünkte. Ein Gewaltiger wollte er sein, mächtiger und freier als irgend ein König. AUTOMOBIL-REVUE 1929 — N° 97 Die prozentuale Vertretung der einzelnen Länder hat sich also erneut etwas zugunsten Amerikas verschoben, das 41,8% aller Wagen geliefert hat. Frankreichs Anteil ist mit 19,2% praktich gleich geblieben, dagegen hat siijh das Stärkeverhältnis bei allen übrigen Ländern durchwegs etwas reduziert. Frankreich ist nach wie vor der markenreichste Lieferant. Es dürfte wohl allgemein überraschen, jdass noch 27 verschiedene schweizerische Marken vertreten sind, wovon allerdings nur acht auf mehr wie 20 Fahrzeuge kommen. Bei den übrigen handelt, es sich um die «letzten Mohikaner» nicht mehr vorhandener Fabriken, wie Turicum etc., oder dann um Versuchswagen, die nur in wenigen Exemplaren von irgend einer Unternehmung produziert worden sind, lieber da3 Stärkeverhältnis der einzelnen Marken gibt die nächste Zusammenstellung Auskunft, wobei nur diejenigen Fabrikate berücksichtigt worden sind, welche mit wenigstens 100 Fahrzeugen figurieren: Fiat Citroen Ford Buick Saurer Mercedes-Benz Chrysler Willys-Knight Chevrolet Dodge Brothers Peugeot Packard Studebaker Essex Hupmobile Cleveland 1086 801 599 544 435 390 380 359 351 250 220 210 208 191 175 175 Arbenz F.B/W. Berna Martini Renault Cadillac Minerva Opel Mathis Ansaldo Rugby-Durand Amilcar Talbot . Nash Lancia 168 166 151 141 .138 138 134 124 118 117 116 107 106 105 102 Wie gering die Beteiligung der übrigen Fabrikate ist, ergibt sich aus der Tatsache, dass auf die oben erwähnten 33 Marken insgesamt 8409 Fahrzeuge oder 78% des Bestandes entfallen und die übrigen 235 Marken nur noch 744 Wagen zusammenbringen. Diese bevorzugten. 33 Marken sind auch an der Jahreszunahme des Bestandes mit fast 93% beteiligt. Was nun die einzelnen Länderlieferungen nach Wagengattung anbetrifft, so stammen 47% der Personenwagen aus Amerika, 23% aus Frankreich, 15% aus Italien und u. a. 2,6% aus der Schweiz. Bei den Lastwagen ist das Verhältnis für die Schweiz ein sehr verschiedenes und erfreuliches, indem nicht weniger als 54,4% des Bestandes einheimischer Provenienz sind und nur noch die Vereinigten Staaten mit mehr als 20% vertreten sind, während alle übrigen Länder weniger als je 10% geliefert haben. Auch mit dem Alter der Fahrzeuge befasst sich die Statistik eingehend, wobei wohl erwähnt werden kann, dass der Zuwachs pro 1928 sich ausschliesslich auf Fahrzeuge beschränkt, welche in den Jahren 1926 bis 1928 hergestellt worden ind. während die älteren Jahrgänge alle einen Abgang aufzuweisen haben. Die statistische Arbeit ist übrigens derart vielseitig gehalten, dass u. a. auch noch über die Motorenstärke Erhebungen gemacht wurden, welche aber wohl überwiegend rein technisches und fiskalisches Interesse bieten. Dagegen verdienen die Angaben über die Berufszugehörigkeit der Fahrzeugbesitzer besondere Aufmerksamkeit. Sie zeigen neuerdings, win sehr das Automobil zum unentbehrlichen beruflichen Hilfsmittel geworden ist und in welch umfangreichem Masse es Eingang in die verschiedensten beruflichen Klassen gefunden hat. Folgende Zahlen orientieren über die Berufskategorien der Besitzer: Berufsklassen Zahl, der Automobile 1927 1928 a) Juristische Personen: Oeffentl. Verwaltungen, An- ^"^ pmratotf «h«M prautml stalten 192 2,0 244 2,2 nur wenig mehr als die Hälfte Es ergibt sich daraus, wie die ländliche Bevölkerung mehr das im Betrieb und Gesamtkostenaufwand bedeutend einfachere Motorrad beansprucht, währenddem in der Grossstadt das grössere Fahrzeug in entsprechend stärkerem Masse zur Verwendung gelangt. Die auf Ende des Jahres 1928 im Verkehr'stehenden vierrädrigen Motorfahrzeuge verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Wagenkategorien: 1927 1928 Zunahme Personenwagen 2 PL 592 615 3,9% Personenwagen 3—8 Pl. 5902 7178 21,6% Gesellschaftswagen 61 63 3,2% Lieferungswagen 746 848 13,7% Lastwagen 1595 1816 13,8% Traktoren 233 251 7,7% Andere Wagen und Kollektivbewilligungen 334 357 6,9% Total 9463 11128 17,6% An erster Stelle stehen demzufolge die 3—8-PL- Personenwagen, denen erst in beträchtlichem Abstand die Nutzfahrzeuge folgen. Es wird demnach auch nicht überraschen, dass in dieser Wagenklasse gleichzeitig auch die meisten Besitzänderungen stattgefunden haben. Sehr eingehend ist auch die Frage der Herkunft der Fahrzeuge behandelt worden, die vom volkswirtschaftlichen Standpunkte aus um so bedeutender ist, als die in Motorwagen aller Art investierten Beträge doch in die Millionen von Franken gehen. Zahl der ver- Private Verkehrsunternehmungen 137 1,5 159 1,4 Industrie- und Handelsgeschäfte 1725 18,2 2121 19,1 b) Einzelpersonen: Industrielle, Kaufleute 2251 23,8 3047 27,5 Gewerbetreibende 2490 26,3 2436 21,9 Wissenschaftliche und freie Berufe 822 8,7 902 8,1 Landwirte. Gärtner 518 5,5 602 5,4 Höh. Personal in Industrie, Handel und Verwaltung 347 3,7 394 3,5 Angestellte und Arbeiter 463 4,9 646 5,8 Chauffeure und Taxameterbesitzer 239 2,5 248 2,2 Private ohne Beruf 279 2,9 329 2,9 Total 9463 100 11128 100 Der Zuwachs im Laufe des Jahres beziffert sich also auf 1665 Automobile, der mit 71,6% auf die beiden Kategorien der Industrie- und Handelsfirmen, sowie der Industriellen und Kaufleute entfällt. Der Statistiker bringt diesen Umstand mit der günstigen Konjunktur des Jahres in Zusammenhang und dürfte dies wohl zutreffend sein und beweist, wie eng das Automobil mit der volkswirtschaftlichen Situation verbunden ist. Der Rückgang bei den Gewerbetreibenden ist laut Kommentar nur scheinbar, indem es sich hier um eine Verschiebung des Stärkeverhältnisses innerhalb einzelner Gruppen handelt und darauf zurückzuführen ist, dass auf Grund genauerer Berufsangaben eine Anzahl Automobilbesitzer aus der Gruppe Gewerbetreibende in diejenige der Angestellten und Arbeiter umgeteilt wurde. Immerhin stellt der Gewerbestand nach wie vor noch ein Fünftel aller Automobilbesitzer, welche meistenteils das Fahrzeug im Zusammenhang mit ihrem Geschäft benützen. Recht imposant ist ferner auch die Vertretung der Industriellen und Kaufleute und die erfreuliche Tatsache, dass die Jahreszunahme an Fahrzeugen hauptsächlich auf diese und die vorerwähnte Berufsgruppe entfallen, bürgt für die gesunde Entwicklung des Automobilismus, gehören doch die Angehörigen der beiden Berufskategorien zu den für die Volkswirtschaft wichtigsten und ausschlaggebenden. Behörden und Gesetzgeber mögen besonders auch davon Kenntnis nehmen, dasa die Automobilbesitzer ohne Beruf, welche also das Automobil ausschliesslich aus Bequemlichkeitsgründen benützen, in der verschwindenden Minderheit sind und nur 29% des gesamten Besitzerbestandes ausmachen. Die Zahl der zur Führung eines Automobils berechtigten Personen stieg von 13150 Ende 1927 auf 15 786 am Schlüsse des Berichtsjahres an. Diesem Bestand an Führern stehen nur 11128 verkehrsberechtigte Fahrzeuge gegenüber. Die Differenz ergibt wohl zum grossen Teil die Gruppe aller jener Erwerbstätigen, bei denen die Führung eines Motorwagens zwar zu einem integrierenden Bestandteil ihrer Berufstätigkeit gehört, die aber selbst nicht im persönlichen Besitze eines solchen sind. Wir sehen an diesem Beispiel, in welch vielgestaltiger Weise das Motorfahrzeug heute mit dem Wirtschaftsleben verbunden ist In welchem Starkeverhältnis Wagen und Führer zueinander stehen, ergibt sich aus den folgenden Zahlen: Auf 110 Wagen entfallen an Führern: Stadt Zürich Winterthur Landgemeinden 146 137 139 Es liegt in der Natur der Sache, dass für dio Führung der Wagen in der Kantonshauptstadt am meisten Qualifizierte Personen zur Verfügung stehen. Der Unterschied gegenüber Winterthur oder den Landgemeinden ist aber dennoch verhältnismässig gering. Die weiblichen Führer machen vom Gesamtbestand 7% aus. Einige Angaben mögen auch über die Zunahme an Automobilistinnen orientieren: Im Jahre 1928 erteilte Führerbewilligungen: erstmals erneuert Männliche Fahrer 3177 11618 Weibliche Fairer 402 709 Es haben demnach prozentual weit mehr Damen die Führerbewilligung erstmals gelöst als Herren, ein Ergebnis, das kaum überrascht, da die Entwicklungsmöglichkeiten bei der noch wenig automobilisierten Damenwelt natürlich weit grösser sind. Endlich sei noch auf das Alter der Fahrer hingewiesen. Die Tabelle zeigt, dass in allen Altersklassen eine Zunahme zu verzeichnen ist, die den prozentualen Anteil der einzelnen Kategorien kaum, verändert hat.» Gestiegen ist vorab der Verhältnismassige Anteil der 31—40jährigen Führer, was nur zu begrüssen ist, da eine allzurasche Zunahme an jugendliches Automobilisten nicht durchwegs im Interesse der Verkehrssicherheit liegen dürfte. Zahl der fahrber. Personen Alter Total 18—20 784 21—30 5465 31-40 5268 41—50 3003 51—60 1187 über 60 Jahre 199 1928 in % 4,9 34,4 33,1 18.9 7.5 1.2 1927 in % 5.4 34,9 32,0 19,4 7,2 1.1 Diese lehrreiche statistische Analyse des züroherischen Motorfahrzeugwesens weist leider auch ein düsteres Blatt auf und das ist die Unfallstatistik. Sie darf trotz der erfreulichen Gesamtentwickluntj nicht vernachlässigt oder unbeachtet bleiben und soll noch in einer nächsten Nummer einer besonderen Betrachtung unterzogen werden. b. Wie weit haftet der Garagist? Aus dem Bundesgericht. Im Sommer 1927 brachte ein Autofahrer im Kanton St. Gallen seinen Wagen,zu einer Garage, um das Benzin abzulassen, weil Wasser in den Vergaser eingedrungen war und Störungen verursachte. Zum Ablassen des Benzins musste eine Schraube gelöst werden, und da dem Mechaniker hiebei der Schraubenkopf abbrach, bohrte er eine Oeffnung mit dem elektrischen Bohrer. Nachdem sich die zuerst gemachte Oeffnung als zu klein erwies, führte er den Bohrer nochmals ein, um sie zu erweitern. Gerade als er den Bohrer wieder zurückzog, entstand ein Funke, das auf den Boden geflossene Benzin geriet in Brand und das Feuer zerstörte den Wagen nebst den darin befindlichen Koffern und Kleidern. Der Wagen war im gleichen Jahre für 14 000- Fr. gekauft worden; sein Eigentümer erhielt von der Versicherung 6200 Fr. und klagte nun gegen den Garagisten gerichtlich auf Ersatz des verbleibenden Schadens von 9700 Fr., da er den Brand auf ein Verschulden des Mechanikers zurückführte, das von dessen Arbeitgeber zu vertreten sei. Der Garagist bestritt, dass ein Verschulden seines Angestellten vorliege. Der Rechtsstreit drehte sich im wesentlichen um eine Expertenfrage. Der vom Handelsgericht St. Gallen zugezogene Sachverständige stellte fest, dass der verwendete Kollektorbohrer amtlich kontrolliert war und dass die betreffende Arbeit nicht nur in den ostschweizerischen Garagen, sondern auch in den Militärwerkstätten bei offenem Benzin in der gleichen Weise ausgeführt werde, ohne dass sich ein Unfall ereignet hätte. Gestützt auf diese Expertise wies das Handelsgericht die Klage ab. Es erklärte zwar, der Funke werde durch das Unterbrechen des Stromes entstanden sein und es wäre sicherer gewesen, den Bohrer erst aus der Gefahrzone zu entfernen und dann den Strom zu unterbrechen. Indessen könne nach den Feststellungen des Experten von einem Verschulden des Mechanikers und deshalb auch von einer Haftung des Garagisten nicht die Rede sein. Dieser Entscheid ist vom Bundesgericht (I. zivilrechtliche Abteilung) gegenüber der Berufung des Automobilisten einstimmig bestätigt worden, da die auf das Gutachten gestützten tatsächlichen Feststellungen des kantonalen Gerichtes für das Bundesgericht verbindlich waren und keine andere Beurteilung der \ersehuidensfrage zuliessen. W. Ein Jahr Bodensee-Automobilfähre. Eine halbe Million Fahrgäste — \%ma\ um den ErdballJDie Automobilfähre Konstanz-Meersburg hat in ihrem ersten Betriebsjahre, das anfangs Oktober abgelaufen war, eine Strecke von 60,000 Kilometern — das ist das Anderthalbfache des Erdumfanges — zurückgelegt. Im abgelaufenen Jahre wurden befördert: 35,681 Personenwagen, 7310 Lastwagen mit 566 Anhängewagen, 12,878 Motorräder u. a. Wagen, ferner 45,302 Radfahrer und 341,129 Personen. Zählt man zu letzterer Zahl die Mitfahrenden auf den Fahrzeugen dazu, so wurde die Fähre von rund einer halben Million Personen benutzt. rdv.

N f 87 — 1929 Die Bedienung der Nlveau-Uebergänge. Ein Bild aus der Praxis. Am 4. November ereignete sich zwischen Kirchen und Eimeldingen bei Lörrach ein schwerer Automobilunfall, dessen Hergang für die heute herrschenden Zustände bei der Bedienung der Barrieren geradezu als Schulbeispiel betrachtet werden kann. Wir geben nachstehend das Resultat der amtlichen Untersuchung. Darnach hat sich der Vorgang wie folgt abgespielt: Dem Schrankenwärter wurde zunächst der Gü terzug 6816 von Efringen aus durch sechs Glockenschläge gemeldet. Er schloss die Schranke. In dieser Zeit wurde durch zweimal sechs Schläge der aus der Richtung Basel fällige Personenzug abgeläutet. Dieses Läutesignal wurde vom Bahnwärter, der aushilfsweise dort Dienst machte, überhört. Der Wärter hat weiter aalgegeben, dass er das Auto etwa 2 bis 3 Minuten vor der geschlossenen Schranke haben stehen sehen.. Es stand etwa 2 Meter entfernt mit abgeblendeten Lichtern da. Als der Güterzug die Strecke passiert hatte, öffnete er die Schranke, im gleichen Augenblick fuhr das Auto an, aber auch zur gleichen Zeit erblickte er den herannahenden Personenzug, worauf er dem Auto Halt zurief. Es war jedoch schon zu epät, denn das Auto stand bereits mitten auf den Schienen und wurde von dem herankommenden Zug, der noch ein kurzes Schrecksignal abgab, erfasst und etwa 100 Meter weit geschleift. Ein Beispiel mehr, dass das System den Situationen nicht gewachsen ist. Auch in diesem Falle wäre es eine Vermessenheit, die ganze Schwere der Schuld dem — wiederum aushilfsweise! — diensttuenden Schrankenwächter aufbürden zu wollen. Bei dem System gilt es anzusetzen, wollen wir das Leben des §trassenbenützers vor dem lauernden Tod am Niveauübergang schützen. V. Vom Rapperswiler Seedamm. Nachdem im September eine Abordnung des Verbandes zum Schütze des Landschaftsbildes am Zürichsee und des Aktionskomitees für die Korrektion des Rapperswiler Seedammes vom Bundespräsidenten empfangen wurde, fand letzten Donnerstag im Rathaus von Rapperswil, unter dem Vorsitz von Direktor Dr. Hunziker vom eidg. Eisenbahndepartement, eine Konferenz der S. B. B. mit den Interessenten statt. An der Konferenz waren vertreten die Regierungen der Kan tone St. Gallen, Schwyz, Zürich, die schwy zerischen Bezirke Höfe und March, die Städte Zürich und Rapperswil, die Südost- Bahn, der Linth-Limmat-Verband, die Schiffsbesitzer-Verbände vom Zürichsee, sowie'der Verband zum Schütze des Landschaftsbüdes am Zürichsee, zusammen etwa 60 Delegierte. In der Diskussion sprach sich nur Stadtpräsident Hetbüng, von Rapperswil gegen einen Beitrag an irgendwelche Massnahmen zum Schütze des Landschaftsbildes aus. Es wurde gemäss dem Antrag von Landammann Riegg (St. Gallen) beschlossen, den Bundesrat zu ersuchen, das Korrektionswerk als ein öffentliches Werk im Sinne von Artikei 23 der Bundesverfassung zu erklären und es als solches von den Baudirektionen der Kantone St. Gallen, Schwyz und Zürich ausführen zu lassen. Die Versammlung befürwortete ein Projekt, das nach dem vorliegenden generei len Projekt der « Kibag » die Interessen des Fuss- und Fahrweges, des Eisenbahn- und Schiffahrtsverkehrs möglichst weitgehend berücksichtigt. Die Versammlung beschloss, den Bundesrat zu ersuchen, das Werk zu unterstützen und die baldige Durchführung zu veranlassen. IIJ Ergänzung 1 dieser ersten Meldung seien noch die hauptsächlichsten Argumente erwähnt, die von den verschiedenen Rednern vorgebracht wurden. Dr. Riegg stellte fest, dass das Befahren der Seedammstrasse heute für den Automobilisten zu einer eigentlichen Gefahr geworden, da es infolge der geringen Strassenbreite geradezu unmöglich sei, dass zwei Lastwagen kreuzen können, ohne auf das Trottoir zu fahren. Dieses hat aber zu wenig Tragfähigkeit und es sind schon öfters Einbrüche vorgekommen. Dr. Riegg machte darauf aufmerksam, dass der Seedamm eine der wichtigsten interkantonalen und internationalen Durchfahrtsstrassen darstellt. Es ist daher nötig, ein Projekt auszuführen, das allen Interessen des Automobils, der Bahn und der Schiffahrt auf Jahre hinaus gerecht wird. Das «Kibag »-Projekt scheint diese Voraussetzungen zu erfüllen. Der Redner schlug noch die Ausschreibung eines Ideen- ' Wettbewerbes vor, zur Erhaltung eines endgültigen Projektes. Bis zum Abschluss des Wettbewerbes könnte eine provisorische Strassenregulierung vorgenommen und die Fahrbahn mit einem Teerbetonbelag versehen werden, so dass sie vorläufig einigermassen gebrauchsfähig wäre. Der schwyzerische Baudepartementschef, Regierungsrat Betschart, erklärte sich grundsätzlich für die Seedammkorrektion und wies auf die Vorarbeiten, die im Kanton Schwyz gemacht wurden, hin. Dies© bestehen im Rückkauf der Hurdenerstrasse und der Aeuffnung eines allerdings bescheidenen Fonds für die kommende Regulierung der Seedammstrasse. Voraussetzung für die Mitarbeit des Kantons Sohwyz sei, dass die Hurdenerstrasse als Teil der Seedammkorrektion angesehen wird, da sie nur mit Rücksicht auf die Seedammstrasse ihre Berechtigung und Bedeutung hat. Der Schwyzer Regierungsrat ist gegen die Ausschreibung einer Ideen- Konkurrenz. Gestützt auf das «Kibag »- Projekt dürfte eine baldige Abklärung der Korrektion möglich erscheinen, so dass eine provisorische Korrektion der Strasse unnötig wird. Vom Vertreter der S. B. B. wurde ein© Beitragsleistung nach Massgabe der Interessen, die für die S. B. B. an der Dammkorrektion bestehen, zugesagt. Die anwesenden Vertreter der Schiffbesitzer und Motorlastschiffbesitzer am Zürichsee begrüssen eine Lösung, die, wie im «Kibag»-Projekt, ihre Schiffahrtinteressen gebührend berücksichtigt. Dr. Gmür von Rapperswil (Aktionskomitee zur Korrektion des Seedammes) ist gegen eine provisorische Regulierung der Strasse und tritt für eine grosszügige Verbesserung der Verhältnisse ein. Er ist ebenfalls, wie seine Vorredner, der Meinung, dass der Bund gemäss Artikel 23 der Bundesverfassung die Angelegenheit übernehmen sollte. Zum Schlüsse der Verhandlungen gab Oberrichter Dr. Balsiger (Zürich) seiner Befriedigung Ausdruck über den Verlauf und den Geist der Konferenz. gr. Anmerkung der Red. Wir verweisen bei diesem Anlasse auf Nr. 97, Jahrg. 1928 der « A.-R. >, wo das Projekt der Kibag einlässlich besprochen ist. An der Sternfahrt nach San Remo, die Samstag und Sonntag stattfand, beteiligten sich über 200 Wagen. Eine Wertung der italienischen Saison 1929. Als erfolgreichster italienischer Rennfahrer dieses Jahres erwies sich der Italiener Brilli Pen, der mit 355 600 Lire die grösste Preissumme errang. Varzi folgt an zweiter Stelle mit 319800 Lire, vor Morandi mit 185 000 Lire und Arcangeli mit 99 700 Lire. Hierzu ist noch zu bemerken, dass Morandi an Rennen teilgenommen hat, die nur für Sportwagen offen waren. Bei den ausländischen Fahrern steht der Franzose Divo durch seinen Sieg in der Targa Florio mit 125 000 Lire an der Spitze. An zweiter Stelle folgt der Deutsche Momberger durch seine Erfolge im Grossen Preis von Monza mit 58 500 Lire. Dann folgt AUTOMOBIL-REVUE in weitem Abstand der Amerikaner Duray mit 7500 Lire. Touristikbulleiin des A. C. S. vom 8. Novembre 1929. Schweiz. In der Fahrbarkeit der schweizerischen Alpenstrassen haben sich seit dem letzten Touristikbulletin vom 1. November keine wesentlichen Aenderungen eingestellt. Nur die Julierstrasse ist nun ab Mühlen wegen Schneefalls nicht mehr fahrbar. Die St. Gotthardstrasse ist bis Göschenen ohne Schneeketten gut fahrbar. Ebenso die Strasse nach Engelberg und der Kerenzerberg. Oesterreich. Arlberg, Hohe Tauern und Katschberg unpassierbar. Italien. Stilfserjoch, Jaufenpass, Tonalepass, Sellajoch, Pordoijoch, Falzaregopass und Rollepass mussten dem Verkehr wegen Schneefall geschlossen werden. Verkehrsvorschriften. Die italienische Handelskammer für die Schweiz gibt bekannt, dass die italienische Zolldirektion in den letzten Tagen eine Verfügung erlassen hat, derzufolge nicht nur Motorfahrzeuge von Garagen und Hotels, sondern überhaupt im Dienste des öffentlichen Verkehrs stehende Motorfahrzeuge vom Tage des Eintritts nach Italien an und für jeden Monat der Dauer ihres Aufenthaltes in Italien, eine Taxe zu entrichten haben, welche sich auf einen Zwölftel der Jahrestaxe beläuft. Die schweizerischen Alpenposten. Unsere Alpenposten hatten auch in diesem Sommer wieder eine beträchtliche Verkehrszunahme zu verzeichnen. In der Somtnersaison 1929 wurden 335.800 Personen befördert, d. h. 50.900 mehr als im letzten Jahr. Fast sämtliche Linien weisen gegenüber dem Vorjahre eine Erhöhung auf. Am stärksten ist diese am Maloja. Der Verkehr dieser Lini© mit 57.715 Reisenden beweist schlagend die Leistungsfähigkeit des modernen Gesellschaftswagen-Verkehrs. Eine starke Zunahme verzeichnet ferner der Verkehr auf den Pässen Martigny-Champex (3664 Reisende), Nesslau- Buchs (3153), Chur-Tiefencastel (2997), Julier (1080) und Ofenpass (1145). Zurückgegangen ist der Verkehr auf den Strecken Sion-flauderes, Simplon, Bernhardin und Lukmanier. gr. Eine empfehlenswerte Fahrregel. In den U. S. A. besteht für den Automobilverkehr eine Fahrregel, die ebenfalls zum Vorteil der Verkehrssicherheit und Ruhe bei uns Eingang finden sollte. Sie besteht darin, dass der von einer Seite in eine Hauptstrasse einfahrende Wagen vor der Einfahrt zu stoppen hat und erst dann einfahren darrf, wenn der Fahrer eich vergewissert hat. dass für ihn — ohne jede Störung des Hauptverkehrs — Le moteur Hudson se distingue par des perfectionnements importants et brevete*s q ui contribuent puissamment a confe'rer a la une rapidite* et une souplesse de marche qjii fönt le ravissement des condueteurs expe'rimente's. 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Der seitlich Einfahrende oder Kreuzende hat dafür zu sorgen, dass er den V&rkehr der Hauptader nicht stört, er hat sich vielmehr in ihn einzugliedern, was ohne weiteres möglich ist, wenn er vorher zu stoppen hat und wieder anfahren muss. Das Verkehrstempo der Seitenstrasse ist. weil an Dichte geringer, trotzdem nicht herabgesetzt. Signale müssen praktisch fast keine gegeben werden, dal ein jeder weis®, was er zu tun hat. Was in den U. S. A. sich bewährt und auf dem Verordnungswege eingeführt hat, dürfte bei uns ebenfalls versucht und eingeführt werden. Dr. O. G. Sttasien Eine neue Autostrasse in Italien. Zwischen der Regierung und der Stadt Venedig ist der Bau einer Autostrasse von Padua nach Venedig endgültig vereinbart worden. Sie soll innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden, und auch den Industriehafen von Venedig mit dem Festland und dem Industrieviertel von Marghera verbinden. Strassenbau im Kanton Schwyz. Am 24. Oktober versammelte sich eine vom Kantonsrat bestellte Strassenkommission, welche Stellung nahm zu dem Gutachten der auswärtigen Experten (über das wir kürzlich ausführlich berichtet haben). Letzten Freitag fand nun eine weitere Sitzung statt zur Behandlung einer vom Vorsteher des Baudepartementes ausgearbeiteten Vorlag© über den Ausbau der kantonalen Automobilstrass© und über die Aufnahme eines Anleihens zu diesem Zweck. mg. Bunte Chronik Wer hat zwei Räder verloren? Das Sekretariat der Autosektion Basel des T. C. S. teilt uns mit, dass der Strassenhilfsdienst- Agent der Linie Basel-Brugg auf seiner Strecke zwei bereifte Räder gefunden hat. Sie stehen dem Automobilisten, der sie zweifellos verloren oder liegengelassen hat, auf dem Polizeiposten Rheinfelden zur Verfügung. Automobilistenverbände und Einkaufsgenossenschaften. Es war der Automobile-Club di Roma, der letztes Jahr auf dem Gebiet der Versorgung der Mitglieder .mit den wichtigsten Betriebsstoffen für die Automobilhaltung einen ersten Versuch gemacht und sich hierfür eine besondere Einkaufsgenossenschaft angegliedert hatte. Dieselb8 bezweckte den Einkauf von Brennstoffen (auch Italien leidet unter hohen Benzinpreisen), Oelen, Pneus und sonstiger Autozubehör, wie solche für die Wartung des Wagens notwendig sind. Es wurde zu diesem Zwecke eine eigene Genossenschaft gegründet, welche in den wichtigeren Orten des Clubrayons ihr,e Verkaufsläden halten sollte. Es scheint, ilass sich die Inbetriebsetzung dieses Unternehmens etwas verzögert hat, und es liegen heute auch noch keinerlei Angaben über die Betriebsergebnisse dieser neuen Institution des römischen Automobil-Clubs vor. Es scheint nun aber, dass auch in anderen Ländern dieser Gedanke Fortschritte macht, wenigstens hat sich der Verwaltungsrat des mächtigen Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs an seiner letzten Sitzung im besondern mit einer Erweiterung seines wirtschaftlichen Aufgabenkreises befasst. Der Verwaltungsrat beschloss die Schaffung einer Wirtschafts-G. m. b. H., welche es sich zur Aufgabe machen soll, eine leichtere Beschaffung und Verbilligung der für das Automobil notwendigen Betriebsmittel anzustreben, wobei in erster Linie die Erhältlichmachung verbilligten Brennstoffes ins Auge gefasst wurde. Diese Wirtschafts-Gesellschaft des A. D. A. C. soll ganz selbständig neben dem Club geführt werden, wobei ihr aber zur möglichst weitgehenden Erreichung ihrer Ziele die nöti-* gen Geldmittel vom A. D. A. C. zur Verfügung gestellt werden sollen. Der A. D. A. C* geht mit dieser Neugründung ähnliche Wege wie der Automobile-Club di Roma und wird man die weitere Entwicklung dieser Neugründungen mit besonderem Interesse verfolgen müssen. Bekanntlich finden sich auch schon in der Schweiz erste Anfänge einer solchen Selbstversorgung der Automobilisten auf! genossenschaftlichem Wege, indem sich; vor. mehr als Jahresfrist in Zürich eine, solche Interessentengenossenschaft konsti-* tuiert hat, die nicht nur die Beschaffung billiger Brenn- und Betriebsstoffe vor-* nimmt, sondern auch für die Ausführung von Reparaturen zu Vorzugspreisen besorgt! ist. Allerdings steht die Genossenschaft bis dato auf rein privatem Boden und in keinerlei Zusammenhang mit den bestehenden: Automobilistenverbänden. s.